Ur. 365.-3S. Jahrg. nSonncmtnts-Bedlnpngrt: HbonnnnentS• Pret» piänumerant«» Li-rieljSbrl. ZLV MI. monatl. UV Ml. wllchenllich 26 Sfg. frei in» Hau». Einzelne Nummer 6 Big. Sonniag»- numtnet mit illustrier! er Sonntag»- B eilage»Die Neue Well� iv P�g. Post- Ndonnemeni: 1.10 Marl pro Monat. Eingelragen in die BosI- Zeitung»- Preisliste. Unter Kreuzband nie TeutslSIand und Oesterreich» Ungarn 2,50 Marl, für das übrige lluSIand » Mark vro Monat. Voslabonnement» nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Ponuzall Rumänien, Schweden und die schweif Vlchelnl iZgllch. Zevlinev VollisblÄkt. ( 5 Pfennig) Die TnfcrtlonS'Gcöüljr Betrügt für die sech-gespaltene Kolonel- »elle oder deren Raum 00 Pfg.. für holltische und gewerkschaftliche Vereins- und BersnmmIungS-Anzeigen LU Pfg. „Nieine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Tie Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adress« „Zszllülltisstlkal RcrliD". NQS Zentralorgan der fozialdem okr ati f eben Partei Deutfcblands. Reöaktlon: SW. 68, �inöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1KI. Sv— 1S1 97 Expedition: SA). 68, Linöenftraße 3. Fernsprecher: Amt Moripplnii, Nr. 131»v— 131 V7. Heftige Kämpfe bei Wilejka und an der Z Ueber 12 Milliarden Kriegs- anleihe gezeichnet. Berlin, 24. September.(W. T. B.) Die Zeichnungen auf die dritte d e u t f ch e K r i e g s a n l e i h e haben nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnisien eine Summe von 12 030 Millionen Mark erbracht. Einzelne kleine Teilergeb- uisse stehen noch ans. helfferich über öas Ergebnis öer Anleihe. Berlin, 24. September.(W. T.B.) Der Staatssekretär des Reichsschatzamts Dr. Helfferich hat sich gegenüber Ver- tretern der amerikanischen Presse über da» Ergebnis der dritten Kriegsanleihe ausgesprochen, die nachstehende Aeuherungen de» Staatssekretärs nach den Vereinigten Staaten gekabelt haben: Da? Ergebnis der dritten deutschen Kriegsanleihe ist rund 12 Milliarden Mark. Zusammen mit der ersten Kriegs- anleihe(September 1S14: 4'/, Milliarden Mark) und der zweiten Kriegsanleibe(März 1913: 9,1 Milliarden Mark) hal also da» deutsche Volk rund 25'/, Milliarden Mark in Form langfristiger An- leihen endgültig für den Krieg zur Verfügung gestellt. Damit sind alle bisher ausgelaufenen Kriegskosten abgebeckt und darüber hinaus ist neues Geld und unser kurzsristiger Kredit verfüg- bar für die weitere Kriegführung. Wir haben nicht nur neue Heere, wie der Reichskanzler im Reichstag sagte, sondern auch neue Milliarden frei zu neuen Schlägen. Die Finanzierung de» Winterfeldzuge» bis in da» Frühjahr hinein ist gesichert. Die auf die dritte deutsche Kriegsanleihe gezeichnete Summe übertrifft noch die über die ganze Welt al» unerreichbare Leistung gerühmte zweite englische Kriegsanleihe. Die dritte deutsch« Krieg»- anleihe ist mithin die größte Finanzoperation der Weltgeschichte. Im Wege langfristiger Anleihen hat England bisher insgesamt 18l/z Milliarden Mark, Deutschland 23'/, Milliarden Mark aufgebracht. Dabei find die bisher aufgelaufenen Kriegskosten Englands kaum geringer als diejenigen Deutschlands und werden bald größer sein, da England heute fast 100 Millionen Mark, Deutschland nicht viel mehr als ö« Millionen Mark täglich für den Krieg ausgibt. Da» sind in Deutschland 1 M.. in England mehr als 2 M. täglich pro Kopf der Bevölkerung. Ich zweifle, ob die englischen Finanzleute heute noch glauben, daß sie den längeren Atem haben werden. In dies»m Zweifel werde ich durch folgende Erwägungen bestärkt: Deutschland hat seine drei Kriegsanleihen bei gleichem Zinssatz der Reihe nach zu steigendem Preise begeben, England hat den Zinsfuß seiner Kriegsanleihen von 3'/, auf 4'/, Proz. erhöben müsien und ist aller Voraussicht nach jetzt gezwungen, für seine neue Kriegsanleihe, sei e» im Jnlande, sei eS in Amerika. 3 Proz. zuzu- gestehen. Deutschland hat seine Kriegsanleihen ausgezeichnet placiert, wie sich darin zeigt, daß ihr KurS stets höher als der AuSgabekurS notiert worden ist. England hat seine Kriegsanleihen schlecht placiert, ihre Notierung steht um mehrere Prozente unter dem AuS- gobekurs. England hat, um für seine zweite Kriegsanleihe einen großen Erfolg zu erzielen, die TitreS mit Konversionsrechren für die 2'/, prozentigen KonsolS und die erste Z'/zprozentige Kriegsanleihe ausgestattet und andere.JnducementS" gewährt. Deutschland hat einen größeren Erfolg ohne alle künstlichen Reizmittel erzielt. Alle», waS im Auslande über Druck und Zwang verbreitet wird, ist reine Fabel. Wir haben uns lediglich an die finanzielle Kraft und den Patriotismus unserer Mitbürger gewendet. Der Erfolg mutz der Welt die Augen öffnen, wie stark Deutschland» Finanzkraft und wie stark sein Wille ist. England hat die Vereinigten Staaten bei AuS- bruch de» Kriege» durch rücksichtslose Zmückziebung seiner Gut- haben bedroht. Heute sind die Rollen verrauscht: England sucht Geld in Amerika. Deutschland dagegen findet die Mittel zur Krieg- sührung bei sich selbst und braucht keine fremde Hilfe. Wall Street scheint allerdings im Begriff zu sein, auf das falsche Pterd zu setzen. DaS mag Wall street im Verlauf des Krieges mehr Schaden tun als Deutschland. Wer die Wette verliert, ist schlimmer daran, als wer das Rennen gewinnt. Ich vertraue aber, trotz deS Zwischenspiels Morgan— Holden. daß der Erfolg unserer Anleihe, der von neuem zeigt, daß wir fest auf unseren eigenen Fügen stehen, zu guten Beziehungen zwischen unfern beiden Ländern beitragen wird. Denn Unabhängigkeit ist das erste Wort der amerikanischen Geschichte, und Selbständigkeit ist da» erste Unterpfand wahrer Freundschaft. UeldW des Men Mmifliets. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 24. September 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Artillerie- und Flicgertätigkeit auf der gauzen Front steigerte sich im Laufe des gestrigen TagcS. Ein südlich des Kanals von La BasiSe angesetzter Au- griff weißer uud farbiger Engländer scheiterte bereits in «uferem Artilleriefeuer. Au der Küste wurde ein englisches Flugzeug ab- gefchoffen. Der Führer ist gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. ffeerezgkuppe des Generaltddmarfctlalls v. ßlndenburg. Südwestlich vou Lennewaden sind die Orte Rose uud Strigge, die vorübergehend geräumt waren, wieder ge- nommen.— Vor D ii n a b« r g wurden nordöstlich von Smelina weitere russische Stellungen gestürmt und dabei etwa tausend Gefangene gemacht.— Unsere bei Wilejka in der Flanke der zurückgehenden Ruffeo befind- lichen Kräfte stehen in hartnäckigem Kampfe. Starke rusfische Angriffe hatten an einer Stelle vorübergehend Erfolg; dabei gingen mehrere Geschütze, deren Bedienung bis zuletzt ausharrte, verloren. Die dem weichenden Gegner scharf nachdrängende Front hat die Linie Soly- Olschany-Traby-Jwje-Nowogrodek überschritten. ffttresgruppe de; Leneealkeldmaelchall» Peine Leopold von kapern. Der Widerstand des Feindes ist auf der ganzen Front gebrochen. In der Verfolgnug ist der Serwetfch-Abfchnitt oberhalb von Korelitschi, sowie der Szczara Abschnitt nord- westlich von Kraschin erreicht. Weiter südlich fanden noch Kämpfe mit feindlichen Nachhuten statt. Hundert Ge- fangene und drei Maschinengewehre fielen in unsere Hand. heeettgeuppe de; GeneealseldniaelchalU v. Madienlen. Die vorgeschobenen Abteilungen nordöstlich nud östlich von Logischin wurden vor einem umfaffenden russischen Angriff hinter den Oginski-Kanal und die Jasiolda zurück- genommen. Sic führten dabei zwei Offiziere und hundert Manu Gefangeue mit sich. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Beränderung. Oberste Heeresleitung. O* * Sn llmelMe SmrMsWeW. Wien, 24. September.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: Wien, 24. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Im Nordosten trat gestern keine Aenderung ei«. Während in Ostgaliziea Ruhe herrschte, kam es im Räume von Nowo- Alekfiniec und an der unteren Jkwa zu heftigen Kämpfen. In dem erstgenannten Abschnitle griffen die Russen unter starkem Artillrricaufgebot elf Glieder tief unsere Linien an. Sie wurden überall unter den schwersten Verlusten zurückgeworfen, worauf ihnen unsere im Gegenangriff nachdrängenden Truppen noch eine Höhenstcllung rntriffc». Eine russische Batterie wurde durch unser Artillerieseucr zersprengt. Bei R y d o m l fielen auf verhältnismäßig engem Gcfechtsfcld elf Offiziere und 300 Mann in unsere Hände. Auch die UrbergangSversuche des Feindes über dir untere Jkwa scheiterten. In der Gegend nordwestlich von Kolkt am Styr vertrieb unsere Reiterei den Feind aus einigen Ortschaften. Die in Litauen kämpfenden östrrrcichisch-ungarischen Kräfte haben in der Verfolgung des Gegners weiteren Raum gewonnen. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Westfront vertrieben nnsere Landes- schützen die feindlichen Alpini von der Albiolo-Spitz«(nördlich des TonalepaffeS). Auf der Hochfläche von Bielgcreuth wurde ein Angriff einiger italienischer Kompagnien auf den Durer (nordwestlich des Coston) abgewiesen. Etwa tausend Italiener, die fich auf den Osthängcn des Monte Piano gegen unsere Stel- lungen in Bewegung setzten, wurden durch Artilleriefeuer zum Rückzüge gezwungen.— Im Kacrntner Grenzgebiete scheiterte ein feindlicher Angriffsversuch auf die Cellon- Spitze(östlich des PloeckcnpaffeS).— An der küstcnländischen Front kam es gestern nur zu Geschützkämpfen.— Die Gcsamtlage tst unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. I« Südosten verlief der gestrige Tag ohne wesentliche Be- gebenhrtt. Der Stellvertreter drS Chefs bes Gcneralstabe»: v. H o e f c r, Felbmarschallrntnant. Zur Vertagung öer Duma. Die ausführlichen Berichte über die letzten Duma- sitzungen und die Aufnahme, die die Vertagung der Duma bei den führenden Parteien und in der Presse gefunden hat, lassen es nun deutlicher übersehen, wie sich die dramatischen Vorgänge im Mittelpunkt des russischen politischen Lebens abgespielt haben. Schon einige Wochen vor der Vertagung der Duma machte sich bei den Rechtsparteien, die niit dem Hof und der herrschenden Bureaukratie eng liiert sind, eine fieberhafte Tätigkeit bemerkbar, die darauf hinauslief, die Duma, wenn auch nur zeitweilig, aus dem Wege zu räumen. Ob hierbei neben den innerpolitischen Momenten auch be- stimmte Bestrebungen auf dem Gebiete der äußeren Politik in Betracht kamen, entzieht sich vorläufig der Beurteilung. Tatsache ist aber jedenfalls, daß die echtrussischen Elemente der Duma und des Reichsrates mit ihrem starken Anhang in den„höheren Sphären" die zaudernde Taktik der liberalen Opposition geschickt ausnutzen, um die Vertagung der Duma vorzubereiten. Sie erklärten offen, die Dunia habe bereits die Aufgabe erfüllt, die ihre Einberufung notwendig gemacht hatte; sie habe eine so radikale Maßnahme wie die Annahme der Einkommensteuernovelle durchgesetzt; die Kommission für Militär- und Marineangelegenheiten habe vollauf Gelegen- heit gefunden, sich mit den dringendsten Mißständen auf dem Gebiete der Heeresversorgung zu beschäftigen; die Mitwirkung der Dumaabgeordneten in den verschiedenen KriegShilfs- kommissionen sichere diesen eine ununterbrochene Verbindung mit den gesellschaftlichen Kräften. Es sei deshalb absolut kein Grund vorhanden, die Session der Duma weiter auszu- dehnen, zumal politische Reformen zur Zeit des Krieges un- durchführbar seien und der Kampf der Opposition um die politische Macht auf dem Boden der Reformforderungen nur die bestehende Regierung desorganisiere und eine künstliche Er- regung im Lande wachrufe. Man geht wohl nicht fehl, wenn man diese offen vorgetragenen Anschauungen der Vertreter der Rechten als mit denen der Regierung gleichlautend bezeichnet und in ihnen die Erklärung findet, daß Goremykin mit feiner Forderung der Dumavertagung so leicht durchdrang. Die von den Vertretern der äußersten Linken fortgesetzt kritisierte Haltung der bürgerlichen Parteien hatte der Regierung diese Aufgabe sehr leicht gemacht. Anstatt ihren politischen Einfluß geltend zu machen, als die Regierung ihrer bedurfte, er- ledigten sie zuerst die zur Fortführung des Krieges not- wendigen Angelegenheiten, um hernach durch Bildung eines Blocks das Ministerium zur Abdankung zu zwingen und die Macht in ihre Hand zu nehmen. Die Abwehr dieses „Attentats" auf die geheiligten Rechte der Bureaukratie er- wies sich unter den geschilderten Verhältnissen als nicht schwer, zumal so geübte Leute, wie Goremykin, der die Auflösung der ersten Duma herbeigeführt, und Kryfhanowsky, der Adlatus Stolypins, der hinter dem Staatsstreich vom vom 16. Juni 1907 stand, sich der Sache angenommen hatten. Wie es scheint, liefen die Fäden dieser neuen Verschwörung gegen die Volksvertretung in den Händen Kryshanowskys zu- sammen, den die rechtsstehenden Kreise auf ihr Schild ge- hoben haben und dessen Ernennung zum Minister des Innern sie nachdrücklich fordern. Die ganze Woche vor der Vertagung der Duma zeichnete sich durch völlige Ratlosigkeit der Blockparteien aus, deren Hoffnungen von einer„friedlichen" Eroberung der politischen Macht wie Seifenblasen zerrannen. Vergebens wies das Hauptorgan der Liberalen,„Retsch", einen Tag vor der Ver- tagung darauf hin, die Ausschaltung der Duma könne dahin führen, daß die Stimmung der Massen bei dem Wiederzusammentritt der Duma eine solche sein könne, daß der mit solcher Mühe geschaffene parlamentarische Block mit seinem Programm ihr kaum entsprechen würde. Die Bureau- kratie kehrte sich nicht an diese Drohung mit den Massen, denn die Kadetten hatten selbst in dieser kritischen Zeit alles getan, um die Verbindung nach unten zu lockern, damit ihnen der Anschluß nach oben hin nicht wieder verloren gehen sollte. Aeußerst charakteristisch ist es in dieser Beziehung, daß die Kadetten bei der Vertagung der Duma selbst von der Dro- hung, sofort nach der Vertagung ihre Mandate in den ver- schiedenen Kriegshilfsausschüssen niederzulegen, Abstand nahmen und sich dem Beschluß des Blocks unterordneten, mit der Verwirklichung dieser Maßnahme zu warten, bis die poli- tische Lage sich geklärt haben würde. Kann man nicht umbin, die Bildung des Blocks als einen wichtigen Schritt auf dem Wege der Konsolidierung der bürgerlichen Parteien Ruß- lands zu bezeichnen, so zeigt doch schon dieser Vorgang, daß er selbst die geringe Kampfenergie der Kadetten zunächst eher gelähmt als gefördert hat. Es ist freilich leicht möglich, baß die Dinge eine andere Wendung nehmen, wenn die Schwierigkeiten der Regierung zunehmen, und die politischen Forderungen des oppositionellen Blocks bei den breiten Schich- ien des Bürgertums einen starken Rückhalt finden. Die be- ginnende Gärung unter den Arbeitermassen dürste für sie ein deutliches Warnungszeichen sein. *• Meöersmberufung der Duma? Der„V o s s i s ch e n Zeitung" wird aus Kristiania ge- meldet: Der Petersburger Korrespondent des„Daily Chronicle" drahtet: Heute wurde ein Schritt unternommen, um die inländische Lage zu erleichtern. Es geht das Gerücht, das; die Duma innerhalb drei Woche» wieder einberufen werde. Der Dumapräsident werde noch im Lause dieser Woche dem Zaren das Ergebnis der Arbeit der Duma in der lehten Tagung initteileu. „Aftenposten" erfährt aus Moskau: An dem Scmstwo-Kongreh nehmen 150 Abgeordnete teil, die 52 Gouvernements vertreten. Gestern versuchten einige Arbeiter in den Saal einzudringen, in dem der Kongreß versammelt war. Die Arbeiter forderten, an den Verhandlungen teilnehmen zu dürfen. Aus die Erklärung des Moskauer Bürgermeisters, das sei nicht möglich, zogen sie sich zurück. Die Arbeiter haben den Beschluß gefaßt, die beabsichtigten Aus- stände sämtlich so lange aufzuschieben, bis der Scmstwo-Kongreß seine Verhandlungen abgeschlossen hat. vom Sttikan. Radostoow über die Lage. Budapest, 24. September.(W. T. B.) Nach hiesigen Berichten aus Sofia haben die Eutente-Gesaudteu Rado- slawow gegenüber ihr Bedauern ausgedrückt, daß die Btobili- sieruug angeordnet worden sei, ehe der Standpunkt der bulgarischen Regierung gegenüber dem letzten Anerbieten der Entente ihnen kundgegeben worden sei. Die Gesandten er- klärten, daß ihre Regierungen sich zu einem energischen Schritt gegenüber Serbien entschlossen hätten, jedoch erwarteten sie, daß die bulgarische Regierung ihre Entschlüsse aufschieben werde, bis dieser Schritt irgend ein Ergebnis haben würde. Radoslawow erwiderte, die Mobilisierung könne nicht als eine Maßregel aufgefaßt werden, welche eine Spitze gegen die Ententemächte habe. Sie sei hervorgerufen worden, weil dem bulgarischen Gesandten in Nisch in einer Note erklärt worden sei, daß das ganze Gebiet längs der serbisch- bulgarischen Grenze zur Kriegszone erklärt worden sei. Die bulgarische Regierung habe die Entscheidung auf das Anerbieten der Entente verzögert, weil die Gesandten selbst ersuchten, die Beantwortung hinauszuschieben. Mittlerweile habe das Vor- gehen der serbischen Regierung Bulgarien gezwungen, die un- erläßlichen Vorkehrungen zu treffen. Oulgarien verlangt d!e Ausammen- berufung der Sobranje. Rotterdam, 24. September. jT. U.) Der„N. R.®." meldet aus London: Die„Times" vernimmt unter dem 20. September auS Sofia: In den hiesigen politischen Kreisen herrscht große Aufregung. Verschiedene Gruppen der Oppo- sition verlangen dringend die Einberufung der Sobranje. Die Abgeordneten sind größtenteils in die Hauptstadt zurückgekehrt. Infolge des verhängten Belagerungszustandes stehen alle Eisenbahnen unter militärischer Bewachung. Die Präventiv- zeusur wird ausgeübt.> 8umZmsch-bu!garZsche Verhandlungen. Rom, 24. September.(SB. T. B.)„Giornale d'Jtalia" meldet aus Bukarest, daß der rumänische Gesandte in Sofia eine lange und wichtige Unterredung mit dem bulgarischen Mini st erpräsidenten Radoslawow gehabt habe. Dieser habe den Gesandten ersucht, die rumänische Regierung der friedlichen Gestnmmg Bulgariens zu versichern. Trotzdem beurteile man in Bukarest das Verhalten Bulgariens als zwei- d e u t i g. Eine amtliche serbische Erklärung. Mailand, 24. September.(W. T. B.) Tie Blätter der- öffentlichen ans Nisch eine amtliche Note vonr 2l.Sep- tember: In einigen Politischen Kreisen verschiedener Haupt- städte der Alliierten geht seit kurzem das Gerücht, die deutsche Regierung habe unlängst der serbischen Regierung mitgeteilt, daß Deutschland Serbien angreifen werde und empfohlen, keinen e r n st l i ch e n W i d e r st a n d zu l e i st e n, da der Angriff nicht gegen Serbien gerichtet sei, sondern unter höheren Gesichtspunkten erfolge. Dieses Gerücht und andere, ähnliche, sind vollständig grund- los. Niemand machte Serbien eine derartige Mitteilung, die übrigens gar nickt berücksichtigt worden wäre, da Serbien bereit ist, jedwedem Angriff tapfer standzuhalten. stach Griechenland mobilisiert. Mailand, 2", September. sW. T. B.)„La Sera" vcr- öffentlicht eine Mitteilung aus Athen, wonach Griechen- l a n d, nachdem Bulgarien 28 I a h r e S k l-a s s e n nr o- b i l i s i e r t habe, entsprechende Maßnahmeil treffen werde. Die Entente Zur neuen Dalkantrise. Paris, 23. September.(SB. T. B.j Die Erörterungen der Zeitungen über Bulgarien sind heute allgemein ziemlich pessimistisch gehalten. Die Presse will offenbar die Oeffentlichkeit darauf vor- bereiten, daß kaum noch Aussicht auf eine Einigung mit Bulgarien besteht. Meldungen über die Mobilmachung Bulgariens werden nicht veröffentlicht. Da?„Journal des Döbats" erklärt, die Unter- Handlungen des BierverbandeS mit Bulgarien hätten von Anfang an wenig Aussicht auf Erfolg gehabt, da vor Kriegsausbruch ein militärisches Abkommen für einen europäischen Krieg zwischen Berlin, Wien und Sofia bestanden hätte. Tiesem Abkommen sei keine Folge gegeben worden, weil die bulgarische Regierung die Ileberzeugung gewonnen hätte, daß das bulgarische Volk sich da- mals geweigert' hätte, loszuschlagen, aber die Beziehungen zwischen den drei Staaten seien unverändert geblieben. DaS Blatt erklärt sodann, daß der Vierverband gezwungen gewesen wäre, alles zu versuchen, um Bulgarien auf seine Seite zu bringen. Keines- falls aber dürfe der Vierverband zulassen, daß Bulgarien die Gebiete Mazedoniens, die es fordere, schon jetzt besetze. Denn dadurch würde die Linie Nisch— Saloniki in den Besitz Bulgariens geraten, das sich sodann zum Schiedsrichter des Orients auswerfen könne, da es wohl wisse, daß diese Linie für die Zentralmächte und ihren Berbündeten die höchste Wichtigkeit besitze, lieber diese Klausel sei jede Erörterung unmöglich. Dies müsse der Vierverband kategorisch erklären und eine schnelle Anlwort verlangen. Tie militärische Lage gestatte den Verbündeten nicht mehr, im Balkan die unheilvolle Ungewißheit be- stehen zu lasten. Der„Gaulois" schreibt, er wage nicht zu bestätigen, daß die Diplomatie der Mittemächte Bulgarien für ihre Sache ge- Wonnen habe, aber er befürchte eS. Bern, 24. September. Unterhaus. Lonsdale fragt«, ob sich die Regierung darüber schlüssig geworden sei, welche G e i a m t st a r k e die Feldarmeen haben sollten und ob diese ohne Abänderung des Freiwilligensystems erzielt werden könnte. Mlnistervrän�enl As�uith erwiderte, er müsse auf seine Nede bei der Erömiuno des Varlamcnls verweisen und könnenichlmebr agen. Er hoffe aber bald eine Erklärung abgeben zu können. In der Debatte fragte Sir Henry D a l z i e l, wann die versprochene Erklärung der Regierung über die Operationen an den Dar« danellen erfolgen werde. Die Minister hätten mehrfach davon gesprochen und meist in zuversichtlichem Sinne, aber angesichts der strengen Zensur und der Tatsache, daß von Gallipoli zurückkehrende Sol- daten verschiedene Darstellungen der Operationen gäben, sei es Zeit, daß die Nation eine volle Aufklärung erhielt. Der Redner bemängelte sodann die Untätigkeit der Regierung gegenüber der Preis- st e i g e r u n g der Lebensmittel, die der Hauptgrund der Unruhe in der Arbeitcrwelt sei. Die Preise seien im Vergleiche mit dem Vorteil der freien Schiffahrt Englands gegenüber Deutsch- land ungeheuerlich hoch. Der Bericht, daß der Viehbestand Jr- lands um 250 000 Stück seit dem Vorjahre zurück- gegangen sei, erheische die Aufmerksamkeit der Regierung. Sir Artur Markham bemängelte die Zensur. Amerikanische Blätter veröffentlichten amtliche deutsche Depeschen an die amerikanische Regierung und vollständige amtliche deutsche Berichte, welche die englischen Blärter nicht bringen dürsten. Die wichrige deutsche Depesche über den Gebrauch der neutralen Flagge durch die britische Flotte, die die amerikanische Regierung als amtliche Urkunde belannigegeben babe, habe in England nicht erscheinen dürfen. Schlechte Nachrichten von den Dardanellen erführe man nur von fremden Parlamenten. Man sei in völliger Unkenntnis über den Ernst der dortigen Lage geblieben. Die Re- gierung verhindere durch die Einpeitscher die Stellung unbe- guemcr Fragen. Er habe hinsichtlich der Kriegsührung nie Vertrauen zur Regierung gehabt. Handelsminister R u n c i m a n rechtfertigte die Tätigkeit des Handelsamtes betreffend die Lebensmittelpreise. Er sagte ferner, die hohen Weizenpreise im letzten Jahre regten den Anbau in Amerika und Australien an, so daß der Preis jetzt gesunken sei. Der Fleischverbrauch ist mit dem Ausbruch des 5trieges gewallig stiegen. Das Handelsamt ver- bandelte mit dem Fleischlrust und kaufte im ersten Kriegsjahre Fleisch für 50 Millionen Pfund Sterling. Sir John Simon rechtfertigte das Preßbureau und sagte, die Wiedergabe der deutschen amilichen Berichte werde aus guten Gründen nsi�l gestattet. Die englische Presse sei nicht dazu da, für die deutschekllegierung Reklame zu machen. London. 24. September.133. In der Privatindustrie ist wenig Arbeit vorhanden. Noch ist in der Mark Brandenburg von einer Belebung des Baumarktes nichts zu verzeichnen. Es wird Sache der Kriegsarbeitsgemeinschaft sein, nach dem Kriege die Regelung der Arbeitsgelegenheit in die Hand zu nehmen. Die ungewöhnliche Teuerung veranlaßte die Organi- sation, eine Aussprache mit dem Arbeitgeberbund wegen einer Not- zulage vorzunehmen, die der genannte Verband aber rundweg ab- lehnte. Immerhin ist in einigen Orten eine solche Zulage erzielt worden. Ueber den zukünftigen Baumarkt ist zurzeit nichts vorauszu- sagen, jedenfalls wird ein Aufschwung wie nach 1879 nicht zu er- warten sein. Ein verstärkter Wohnungsbau im Gau Brandenburg wird auch kaum eintreten. So bliebe das zerstörte Ostpreußen übrig, das erhöhte Arbeitsgelegenheit verspricht. Mit neuen Formen der Arbeitsausübung wird auch zu rechnen sein. Die Erfahrungen der Kriegsarbeit werden auf die Privatarbeit angewendet werden. Die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten erfordert die größte Aufmerk- samkeit, ebenso die Arbeitsnachweisfrage. Ueber den 2. Punkt der Tagesordnung:.Die Vorkommnisse bei der Firma Siemens u. Halske. Aklien-Gesellschast", referierte Witt. Am Schlüsse seiner Ausführungen machte er der Versamm- lung den Vorschlag, die persönliche Angelegenheit der Sache der Schiedskommission zur weiteren Verfolgung zu überweisen, womit die Versammlung ihr Einverständnis erklärte. Ausland. Zum Schutze der von Arbeitslosigkeit bedrohte« heimkehrenden Krieger. Die österreichische Gewerkschaftskommission hat sich ebenfalls mit der Frage der Arbeitslosenunterstützung für heimkehrende Krieger beschäftigt und eine Denkschrift verfaßt, die dem Ministerium des Innern überreicht wurde. In der Denkschrift wird die Forderung ausgesprochen, die Regierung möge sich mit der Frage ebenfalls be- schäftigen und zu ihren Beratungen Vertreter der Gewerkichafls- kommifsion heranziehen. Die so berechtigte Forderung wird damit begründet, daß in Oesterreich von den 1989 Ge- meinden mit mehr als 2999 Einwohnern nur 5 eine Arbeitslosenunterstützung eingeführt haben. Die Gewerkschaften, die im Jahre 1914 über 3 Millionen Kronen an Arbeitslosenunter- sliitzung an ihre Mitglieder ausgezahlt haben, wollen ja auch nach Kriegsschluß ihre Pflicht der Mitgliedschaft gegenüber erfüllen. Die Zahl der eingerückten Gewerkschaftsmitglieder ist sehr groß. Noch größer ist natürlich die Zahl der unorganisierten Arbeiter, die ein- berufen wurden. So gern die Verbände ihren Mitgliedern helfen wollen, so klar ist es, daß„in den Kreis ihrer Pflicht nicht gehören kann die vollständige llebernahme von Lasten, deren Bewältigung nach ihrer Ansicht Auigabe des Staates ist."— Die Mahnung ist sehr am Platze und koinmt zu rechter Zeit, daß sich die Regierung nicht ausreden kann, sie sei an diese Pflicht nicht erinnert worden. Gerichtszeitung. Betrug gegen Armenkommissioneu. Betrügereien gegen Berliner Armenkommissionsvorsteher lagen einer Anklage wegen Urkundenfälschung zugrunde, die den Arbeiter Paul B e r s d o r f vor das Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsrats Nickel führte. Es handelte sich um ganz systematische Betrugshandlungen gegen Armenvorsteber. Der Angeklagte begab sich zu zahlreichen Herren, die dieses Ehrenamt versehen,.egte ihnen falsche polizeiliche Anmeldungen vor, laut denen er in ihrem Amtsbezirk wohne, wies ferner Schreiben der.Unfallversicherungsanstalt Berlin" vor. wonach er demnächst eine erhebliche Rentenzahlung für einen von ihm er- littencn Unfall zu erwarten habe, und empfing daraufhin von ihnen Vorschüsse auf die zu erwartende Rente— insgesamt im Verlaufe von etwa zwei Monaten etwa 149 M. Der Angeklagte war ge- ständig. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Jahre Gefängnis. Die Strafe erscheint, wenn man nur die Höhe des er- schwindelten Betrages in Rücksicht zieht, hoch. Zu bedenken ist aber, daß derartige Betrugsmanöver die Beschwindelten zuungunsten wirklich Not Leidender hart und mißtrauisch machen und daher sozial verheerend wirken. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 336 der preußischen Armee ent- hält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: ö. Garde-Reg. z. F.; Garde-Gren.- Reg. Franz. Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.-Regimenter Nr. b, 7, 13, 15, 17, 18. 29. 37, 61. 52, 53. 57, 58. 59, 65. 68, 69, 75, 76, 89, 96, 99. 199, 119, 112, 115, 116, 117, 118, 129(s. auch Ers.- Jnf.-Reg. Hoebel), 136, 149, 141,(f. Ers.-Jnf.-Reg. Hoebel)), 142. 151, 162, 166, 168, 169, 179, 175(f. Ers.-Jnf.-Reg. Hoebel), 184. 187, 343(s. Ers.-Jnf.-Reg. Hoebel). Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 3, 5, 7. 13. 15. 29, 26. 28. 46,'61. 66, 67. 72. 76, 86, 99, 291, 293, 296, 299, 213, 214. 216, 217, 219, 223, 224, 249, 251, 256. 258. 263, 264. Ers.-Jnf.-Regimenter Nr. 29, Königsberg Nr. 3. Hoebel und v. Nußbaum. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 8 9, 19(st auch Ers.-Jnf.-Reg. v. Nußbaum), 21, 25(st Res.-Festungs-Maschinen- gewehr-Abt. Nr. 6 Metz). 39. 66, 74. 89. 118. Landw.-Ers.-Jnst- Reg. Nr. 1. Landst.-Jnst-Regimenter Nr. 3 und 29. Brig.-Ers.- Bat. Nr. 58(s. Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 29). Landw.-Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 25, 26, 27(alle drei st Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 1). Landst.-- Jnf.-Balaillone: II Kassel, I Deutz, I Frankfurt a. O., 1. Heidel- berg, Stendal. Landst.-Jnf.-Ers.-Bataillone: 23. des 7. Armeekorps und 3. Heidelberg. Garnison-Bataillon Soldau. Etappen-Hilfs- Komp. Nr. 19. Rekruten-Depot Ronse(Belgien). Jäger-Bat. Nr. 1; Nes.-Bataillone Nr. 17 und 18. Feld-Maschinengew.-Züge Nr. 196(st Jnf.-Reg. Nr. 99), 293(st Landst.-Jnf.- Reg. Nr. 29). j 299(st Gren.-Regimenr Nr 5); Festungs-Maschinengewehr-Ab- i teilungen Nr. 2 und 3 Graudenz(letztere s. Ers.-Jnf.-Reg. Hoebel); ! Res.-Feftungs-Maschinengew.-Abt. Nr. 6 Metz. Kavallerie: 2. Garde-Drag.; Kürassiere Nr. 3(s. auch Jäger- ! Reg. zu Pferde Nr. 13) und 6; Dragoner Nr. 5siak Brauerei Engelhardt, Abteilung Charlottenburg gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des katholischen Friedhofes in Staaken bei Spandau aus statt. Rege Beteiligung erwartet 43/7 Die Ortsverwaltung. An den Folgen seiner schweren Verwundung(Rückenschuß) starb am 11. September in einem Feld- lazarett unser lieber Sohn, Bru- der, Enkel, Neffe und Veiter, der Musketier kalter Knappe Res.-Jns.-Reg. 204, 4. Komp. im noch nicht vollendctcn21.LebenS< jähre. Oietleffrauernlien Hinterbliebenen Magst Du in fremder Erde zur Ruh' gebettet sein, Du wirst in unserm Herzen stets unvergessen sein. So ruh' denn sanst, Du gutes Herz. Wer Dich gekannt, fühlt unsern Schmerz. | Am Donnerstag, den 23. Scp- tember, nachmittags 4'/, Uhr, verstarb nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Buch- drucker 2487b Germann 8trauk im 72. Lebensjahre. Die kauernden Hinterbliebenen Wwe. Anna StranO nebst Kindern. Die Beerdigung findet am «onntag, den 26. September. nachm. 4 Uhr, von der Halle des Karlshorster Friedboses aus statt. Münzen Manzenhandlung, Wilhelmstr. 46/47. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutler m. Werner geb. Krepel sagen wir allen Beteiligten, ins- besondere Herrn P. Müller sür die trefflichen Ausführungen am Sarge der Verstorbenen, sowie den Sängern vom Männcrchor des Transport- arbeiter-Verbandes, unseren herz» lichsten Dank. Aug. W<■ r n e r und Kinder. I,etzter Sonntag H— 10 ceiiOnef, vom I. Oktober 12— 1t sr-«.tuet. Aoswablen nub ■ujMrbaib ee-en An Sabina£. Elli sehr!! P*i««nd für stärkst« bijfurta iq all«n Abteil DDgsa. Nur noch einige Tage! jeder gegenständ wird bei kleinster Anzshlung aufbewahrt und zur bestimmten Zelt gsltelert ReukersWerke Hokraaatr. 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Hierzu 2 Bcilagcii u. Unlcrhaliunösbl. Hr. 265. 32. IahrMg. Lcilqe Ks.Amärls" Zonnilbend. 25. Stptkmbkr l9l5. Die serbische Sozialöemokratle im Kriege. Die Pariser„Nasche Slowo� veröffentlicht folgenden Privatbrief des Genossen Duschan Popowitcz, der eine führende Stellung in der serbischen Partei einnimmt: Ich befinde mich jetzt in Nisch. Seit Beginn des Kriege? erscheint hier unser Blatt„Nadenilschko Nomine"', das ich allein redi- gieren muß.... Nachdem wir einige Nummern nach der Kriegs« erklärung herausgegeben hatten, inhibierte die Regierung das Blatt; als aber die Panik und die Erbitterung der ersten Wochen sich ge- legt hatte, erneuerten wir die Herausgabe unseres Blattes, und seit Oktober vorigen JahreS erscheint eS nun ununterbrochen. �Inzwischen hat die serbische Regierung das erwähnte Blatt wieder geschlossen. An seiner Stelle erscheint unter derselben Redaktion das Tageblatt .Buduschnost" sZukunftf. D. Red.) Du kannst Dir nur schwer vorstellen, unter welchen Bedingungen das Blatt herausgegeben wird. Aber drei große Antriebe geben mir die Kraft zur Arbeit. Erstens ist es unser großes sozialistisches Ideal, das einen heftigen und unversöhnlichen Kampf gegen die universale Barbarei des kapitalistischen Imperialismus von uns verlangt. Zweitens ist eS der Tod meines besten Freundes Tutzewitcz, der mich ungleich schwerer traf, als der Tod meines geliebten BruderS, der gleichfalls auf dem Schlachtfelde fiel. Tutzewitcz war ein Mann, der die größte Konzentrationskraft in unserer ganzen Bewegung darstellte: sein Tod bedeutet den herbsten Verlust für unsere ganze Belvegung. Zugleich aber bildet er einen ständigen Antrieb zur Arbeit und zum Kampf. Wenn ich nach meiner Tagesarbeit in dieser einsamen und finsteren Kammer abends heimkehre, spüre ich eine gewisse Erleichterung bei dem Gedanken, daß es mir vielleicht gelungen ist, noch ein Teilchen an dem Rachewcrk für den Tod meines großen und unglücklichen Freundes zu schaffen. Hierzu kommt noch ein Moment. Unsere Arbeit hat Erfolg. Unser Blatt wird in breiten Kreisen gelesen und hat einen ernsten Einfluß. Jetzt im Kriege, wo fast alle unsere Genossen entweder an der Front oder im Grabe find, hat unser Blatt eine solche Auflage erreicht, die eS nur in den besten Zeiten vor dem Kriege gehabt hat. Noch ein Beweis: Die Zensur besteht jetzt fast ausschließlich wegen unseres Blattes. Es ist jetzt das einzige oppofilionelle Blatt in Serbien, und der Gcneralstab richtet säst täglich wegen unseres Blattes Proteste an die Regierung. DieS ist zugleich ein Beweis dafür, daß wir den traditionellen Anschauungen und den trüge- rischen nationalen Tendenzen keine, absolut keine Konzessionen machen.... Was den jetzigen Krieg betrifft, so find wir alle, ohne Aus nähme, seit Beginn seine Gegner. An demselben Tage, wo die Mobilmachung erklärt war. beriefen wir eine Sitzung des Zentral- komitees ein, an der auch unser unvergeßlicher Tutzewitcz teilnahm, und auf dieser Sitzung formulierten wir unsere grundsätzliche Stellung zum Krieg. Es war für uns klar: was die Beziehungen zwischen Serbien und Oestcrreich-Uiigarn betraf, befand fich unser Land in einer Ver- teidigungsstellung... Und wenn die Sozialdemokratie überhaupt irgendwo berechtigt war, für den Krieg zu stimmen, so war das in erster Linie in Serbien der Fall. Für uns war aber die Tatsache entscheidend, daß der Krieg zwischen Serbien und Oesterreich nur ein kleines Teilchen, nur die Ouvertüre zum europäischen Weltkrieg bedeutete, der nach unserer tiefsten Ucberzcugung keinen anderen Charakter trogen konnte, als den eines imperialistischen, kapitalistischen Krieges. Jnfolgedeffen erachteten wir eS als eine gebieterische Pflicht, als Teil der großen sozialistischen Arbeiter-Jnternationale mir aller Entschiedenheit gegen den Krieg aufzutreten. Wir wollten in die Haltung der Jiuer- nationale keinen Mißklang hineintragen,— ach, unser Beschluß war gegen unfern Willen ein solcher Mitzklang, denn fast alle anderen sozialistischen Parteien stimmten für den Krieg I Dies war für uns ein furchtbarer moralischer Schlag, der größte in unserem Leben. Er erschütterte aber nicht im geringsten weder unsere Stellung, noch unsere tiefe Ueberzeugung, daß wir wie Sozialisten gehandelt haben. In der Folge traten Ereigniffe ein. die uns in unserer Auffassung des Krieges bestärkten, und einige Monate später erfuhren wir zu unserer größten Freude, daß ein Teil der besten Sozialisten derselben Auffassung ist wie wir. Leider hatten wir nur zu sehr recht. Dieser Krieg hat Serbien vernichtet. Man kann nicht bloß sagen, daß unser Land dezimiert ist: die Hälfte, die beste Hälfte seiner Bevölkerung ist ver- nichtet. Zu den Verlusten auf dem Schlachtfelde kamen noch große Verluste infolge Typhus und anderer Epidemien hinzu.... WaS Serbien an Gutem und Wertvollem besessen hat, ist nicht mehr. Grofi Serbien wird keine Serben haben— dieser Satz ist jetzt bei uns populär geworden. Das Volk ist völlig ermattet. Und die Sehn- sucht nach dem Frieden ist allgemein. Als Laptschewitcz vor drei Monaten eine Rede in der Skupschtina hielt, in der er für den Frieden und für die Balkanföderalion eintrat, da schwieg die ganze Versammlung und keine Partei reagierte auf diese heftige Rede; man darf ja�en. dah unsere Partei bei dieser Gelegenheit nicht bloh die innere Ueberzeugung und den glühenden Wunsch der breiten, leidenden Volksmassen, sondern auch die geheimen Regungen der herrschenden bürgerlichen Kreise ausdrückte, die in ihrer chauvinistischen Politik die heftigste Enttäuschung erlebt haben. Fast alle Kräfte in unserem Lande, die nicht bloß für den Krieg. sondern auch für die Revolution reif waren, sind jetzt vernichtet und es scheint uns, daß vor allem unsere Partei die größten Einbußen erlitten hat. Nach diesem Kriege wird unsere Partei zweifellos große Massen hinter sich haben. Sie wird aber keine Männer besitzen: jene mannhaften, im sozialistischen Geiste erzogenen Ge- nassen, die mit solcher Liebe, solcher Hingebung und solchem Erfolg für unsere Sache gekämpft haben.— sie sind nicht mehr. Sie alle, mit ihrem Tutzewitcz an der Spitze, ruhen im Grabe und schweigen Wir aber, die wir noch am Leben geblieben sind, wir werden ihren Kampf weiter führen, wenn auch mit unheilbaren Wunden im Herzen. Mit brüderlichen Grüßen Dein Duschan Popowitc z. /Zus Jnöustrie unö hanöel. Der Wiederanfban Ostpreußens. Der Wiederaufbau Ostpreußens und der sonstigen verwüsteten Kriegsgebiete hat infolge der vielfachen Anregungen— auch bchörd- licherseits— jetzt zur Gründung einer gemeinnütz, gen Vereinigung deutscher Bauhai, dwerker und Lieseranten geführt. DaS Uiilcrnehmen ist auf genossenschaftlicher Basis ausgebaut und hat stch zur Aufgabe gemacht, dem spekulativen Ausbeuterlum engegenzuarbeilcn und den eingewurzelten Bauichtoindel mit allen Mitteln zu bekämpfen. Der Zweck der Genossenschaft ist die Uebernahme von Bauaus. sührungen und Innenausstattungen jeder Art sowie die Vergebung der Arbeilen und Lieferungen an ihre Mitglieder; ferner die Be- Schaffung der hierzu notwendigen Gelder, die Gewährung von Krediten sowie die AuStührung aller bau- und bankgeschäftlichen Transaktionen. — Die Mitgliedschaft können nicht nur Bauhandwerker und Lieferanten, sondern auch alle verwandten Branchen sowie Bau- und sonstige Interessenten erwerben; das spekulative Ausbeutertum ist jedoch völlig ausgeschaltet, da gerade diesem durch die Gründung die Spitze geboten werden soll.— V,n dem Ucbcrschuß, der nur den Mit- gliedern und Auftragzebern zugute kommt, ist ein Teil sür Wohl- fahrtszwecke erblindeter Kriegsinvaliden bestimmt. Die Vereinigung, die unter der Firma:„Deutsche Baugewerbebank, eingetragene Ge« nosienschast mit beschränkter Haftpflicht" in das GenossenschaftSregister eingetragen ist, hat ihren Hauptsitz in Berlin W. 8, Unter den Linden 27; es ist jedoch bereits mit der Errichtung von Zweigstellen in Ostpreußen begonnen worden. Für den ländlichen Ausbau Ost- preußenS liegen auch schon namhafte Aufträge vor. TenreS EchAhzeng— hohe Dividende. Die Schuhfabrik August Wessels A.-G. in Augsburg erzielte im vergangenen Jahre einen Bruttogewinn von 1 063 256 M. gegen SSbOVO M. im Vorjahre. Dabei sind derart hohe Abschreibungen vorgenommen worden, daß sämtliche Anlagekonti nur noch mit 1 M. zu Buche stehen. Der Rejervefonds wurde mit 93 000 M., ein ExtraReservefonds mit 200 000 M. und ein KricgS-Reservefonds mit 100 000 M. dotiert. Außerdem wird noch eine Dividende von 18 Proz. verteilt, während im Vorjahre nur 10 Proz. verteilt werden konnten. Bei diesem Geschäftssland nimmt es nicht wunder, daß die Aktiengesellschaft 300 000 M. Kriegsanleihe zeichnen konnte. Dieses finanzielle Ergebnis ist in erster Linie großen Kriegslieferungen zu- zuschreiben, dann aber auch der starken Preissteigerung aller Schuh- waren. Es verdient noch bemerkt zu werden, daß das Unternehmen während der ganzen Daner oeS Krieges nur die Hälfte der sonst üblichen Zahl Arbeiter und auch vorwiegend Jugendliche und Frauen beschäftigte. BenzolhSchstpreise. Bon zuständiger Seite wird uns geschrieben: Bekanntlich find durch Verfügungen der Militärbefehlshaber Höchstpreise für Benzol, Solventnaphtha usw. festgesetzt. Eine solche Festsetzung von Höchstpreisen bedeutet, daß die dem Verkäufer von Benzol zu gewährende Gegenleistung, in Geld ausgedrückt, eine bestimmte Summe nicht übersteigen darf. Wenn em Verkäufer sich neben einem Kaufspreis, der den Höchstpreis erreicht, andere geld- werte Vorteile ausbedingt, so überschreitet er die Höchstpreis« bestimmungen ebenso wie der Verkäufer, der sich einen den Höchst- preis übersteigenden Kaufpreis ausbedingt. Nun ist bekannt geworden, daß BenzolgewinnungSanstalten zum Abschluß von Verträgen auffordern, in denen der Kaufpreis aller- dingS nicht den Höchstpreis überschreitet, ihn sogar häufig nicht er- reicht, in dem aber die verkaufende Benzolgewinnungsanstalt dem Käufer die Uebernahme der Verpflichtung zumutet, auf lange Zeit nach Friedensschluß zu einem vorher festgelegten Preise Benzol zu beziehen. Offenbar geht die BenzolgewinnungSanstalt dabei von der Erwägung aus, daß nach Friedensschluß der Benzolpreis stark sinken wird. Da in einer solchen vom Käufer übernommenen Verpflichtung unter Umständen ein dem Verkäufer eingeräumter geldwerter Vor« teil erblickt werden kann, der unter Hinzurechnung des Kaufpreises den Höchstpreis überschreitet, würde sich die Benzolgewinnungsanstalt und ebenso der Käufer der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung wegen Uebcrschreitung der Höchstpreise aussetzen. Daher kann nur dringend vor der Eingehung solcher Verträge gewarnt werden._ Gegen deS Bergbaues. Me die gesteigerten Kohlenpreise auf den Gewinn der Zechen wirken, zeigt der Abschluß der Zeche Heinrich in Ueberruhr für das 3. Quartal d. I. Die Ausbeute betrug pro Kuxe in Mark: I. Quartal: II. Quartal: Hl. Quartal: zusammen: ISIS: 1916: beschäftigen, nach welchem der Angestellte, will er sich nicht schwerer wirtschaftlicher Gefahr aussetzen, überhaupt nicht krank werden darf. Das beklagte W arenkr e d i th aus.Alle Tage Anders" stellt nämlich an das Personal im Erkrankungsfalle folgende Be- dingungen: Wenn nicht der sofortigen Entschuldigung ein ärztliches Attest beigefügt ist, gilt der Gehilfe als nichi entschuldigt und hat die sofortige Entlassung verwirkt. AIS Eutlaffungs- grund wird auch angesehen, wenn der Erkrankte stch weigert, sich vom Geschäflsarzt untersuchen zu lassen, desgleichen wenn er seine Erkrankung verheimlicht. Gehalt für Fehltage soll er auch nicht er- halten, und zum Ucberfluß muß er für jeden der Firma erwachsen« den Schaden in Höhe eines Monatsgehaltes haften. Ilm sich gegen spätere Einwendungen gegen diesen Vertrag noch besonders zu sichern, muß der Angestellte im Anstellungsvertrage noch ausdrücklich versichern, daß er auf spätere Einreden verzichten will. Das Kauf mannsgericht hielt dessen ungeachtet mit Recht in dem zur Verhandlung gekommenen Falle den Gehaltsausschluß während der Krankheitsdauer für u n g ü l t i g, indem es den Vertrag als gegen die guten Sitten verstoßend ansah. Die mit 16 M. Monatsgehalt angestellt gewesene Klägerin erkrankte an einem schweren Lungen« und Magen- katarrh und sollte aus Grund des Vertrages auf 21 M. Gehali ver« zichten. Das Gericht sprach ihr den Bettag mit folgender Be« gründung zu: Das Gericht verkenne nicht, daß die Abrede gegen Z 63 Handelsgesetzbuchs an sich gültig sein könne, da sie vom Gesetz nicht ausdrücklich verboten sei. Im vorliegendrn Falle widerspreche indes die Abrede den guten Sitten, da besondere Gründe für eine dermaßen ausnahmsweise Abmachung nicht vorgelegen haben. Die Beklagte könne sich daher auf die Vereinbarung nicht berufen. 126 126 100 360 126 160 200 176 Die Zeche zahlte also in den ersten drei Quartalen eine um 36 Proz. höhere Ausbeute gegenüber der gleichen Zeil des Vorjahres. Di« diesjährige Steigerung von Vierteljahr zu Vierteljahr zeigt deutlich, daß die Behauptung, die gestiegenen Selbstkosten erforderten KohlenpreiSerhöhungcn, nicht allzu ernst zu nehmen war. Die Kohlen- industrie ist auf dem besten Wege. Kriegsgewinne zu erzielen, während die Not in den Familien der Bergarbeiter in gleichem Verhältnis zu der gesteigerten Ausbeute zuninimt. Für durchgreifende Lohn- erhöhungen ist trotz allem lleberschuß kein Geld da. Soziales. Gege« die guten Sitte» verstoßende AnSbentnng von Krawattennäherinneu. Eine jener Unternehmungen, die unter der Bezeichnung „Krawattenfabrik" durch vorgebliches Anlernen von Krawatten näherinnen gegen verhältnismäßig hohes Lehrgeld Geschäfte machen, wurde gestern vor der Kammer I des Gewerbegerichts beleuchtet. Beklagt war Frau Hirsch, welche in der Greifswalder Straße 190 eine„Krawatten f a b r i k" betreibt. Die Verhandlung ergab folgendes Bild: Frau Hirsch veröffentlichie ständig ZeitungSinserate dcS Inhalts: .Heimarbeilerinnen werden soforr gesucht, auch angelernt. Krawatten« fabrik Greifswalder Straße 190." Infolge eines solchen JnseralS hat stch die Klägerin an Frau Hirsch gewandt und mit ihr ver- einbart, daß sie gegen Zahlung eines Lehrgeldes von 10 M. von Frau Hirsch im Krawatlennähen angelernt werde. Die Klägerin s o r d e r t»R ückzahlung des Lehrgeldes, weil der Betrieb der Frau Hirsch ein derartiger sei. daß sie. die Klägerin, nichts bade lernen können. Nach Angabe der Klägerin waren bei Frau Hirsch nur 17 Lehrmädchen, sonst aber keine Arbeiterinnen beschäftigt. Die Beklagte behauptet dagegen, sie habe nie mehr als sieben bis neun Lehrmädchen gleichzeitig gehabt und nach beendeter Lehr« zeit habe sie dieselben, soweit sie brauchbar waren, als Heimarbeileriimen beschäftigt. Eine bestimmt« Lehrzeit sei nicht vereinbart worden, die Lehrlinge seien nicht jeden Tag. sondern wre es ihnen paßte, erschienen und wenn sie genug gelernt hatten, sei das Lehrverhälmis als beendet betrachtet worden.— Wie die Klägerin angibt, hat sie vier Wochen.gelernt" und dann von Frau Hirsch Arbeit bekommen. Für ein Dutzend Krawatten, woran sie mehrere Tage arbeitete, habe sie 60 Pf. erhallen. Dann habe sie in einer anderen Krawattenfabril Arbeit gesucht. Dort sei ihr aber gesagt worden, daß sie nichts gelernt habe und deshalb in keiner Krawattenfabrik Arbeit finden würde. Die Kammer(Vorsitzender Justizrat Jansen) verurteilte die Beklagte, der Klägerin die ge- forderten zehn Mark zu zahle». Das Urteil wurde so begründet: Es kommt nicht darauf an, ob die Klägerin von der Be- klagten ordentlich angelernt ist oder nicht. Ein Nachweis in dieser Nichiung würde sich nur schwer führen lasten. Nach Ansicht des Ge- richis dient der Betrieb der Beklagten lediglich der Ausnutzung der Arbeiterinnen. Diese Betriebs- art verstößt gegen die guten Sitten. Der Vertrag, den die Beklagte mit der Klägerin abgeschlossen hat, ist deshalb nichtig. Nach der Verkündung des Urteils erklärte Frau Hirsch, es falle ihr gar nicht ein, die IV M. zurückzuzahlen. Dann räsonnierte sie über das Urteil, so daß sich der Vorsitzende veranlaßt sah, die rabiate Kravattenfabrikation durch den Ge- richtsdiener hinausführen zu lassen. Krankwerden ist Verbote»! Die 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts hatte sich in ihrer letzten Sitzung mit einem Personalvertrage zu Den verdienten Lohn verweigert. Bei der Zwischenmeisterin Weylandt und unter ihrer Anleitung hatte eine Arbeiterin eine Hose angefertigt und dafür ein Lehrgeld von 2 M. bezahlt. Nach dem Muster dieses Probestückes hat die Arbeiterin dann für Frau Weylandt 6 Hosen angesertigt, die ihr mir 76 Pf. pro Stück bezahlt werden sollten. Als die Arbeiterin die Hosen ablieferte, behauptete Frau Weylandt, dieselben seien nicht richtig gemacht. Die Arbeiterin änderte die Hosen nach Angabe der Frau Weylandt, erhielt aber keinen Lohn, weil die Hosen angeblich von dem Auftraggeber der Frau Weylandt nicht abgenommen worden seien. Vor dem Gewerbe« gcricht forderte die Arbeiterin ihren Lohn, während Frau Weyland sagte, sie werde den Lohn zahlen, wenn sie die Holen, die schon mehrere Monate bei ihr liegen, noch los werden könne. Die B e> kl a g te w ur d e z ur Z a h lun g desLohnes verurteilt mit der Begründung: Die Klägerin habe die Hosen nach den An- gaben der Beklagten geändert. Daß diese nach der Aenderung die Arbeit noch bemängelt babe, sei nicht erwiesen. Dadurch sei der Anspruch der Klägerin begründet. Wenn der Auftraggeber der Be- klagten die Arbeit nicht abgenommen habe, so komme das für vv» Verpflichtungen der Beklagten gegenüber der Klägerin nicht in Frage. Mus aller Welt. Militärischer Zwang zur Milchlteserung. Eine Anzahl Landwirte und Milchivirtschaftler aus der Umgegend von Darmstadt hatte sich geweigert, Darmstcrdt weiter Milch zu liefern, da ihnen die von der Stadt festgesetzten Höchst- preise für Milch zu niedrig waren. DaS Generalkommando deS 18. Armeekorps hat hier jedoch mit eiserner Hand zugegriffen und einen Milchwucher abgestellt, indem es die betreffenden Landwirte zwang, die früher von ihnen nach Darmstadt gelieferten Milch- mengen zu den festgesetzten Höchstpreisen wieder nach Darmstadt einzuführen— ein Verfahren, das weiteste Nachahmung verdiente. Eine notleidende MiMonärSgattin. Der durch seine originellen Extravaganzen berühmt gewordene Zuckersieder Jacques L e b a u d y, der seinerzeit in der Rolle als .Kaiser der Sahara" besondere« Aufsehen erregte, ist in eine ame- rikanische Irrenanstalt eingeliefert worden, womit seine an exzentri- schen Zwischenfällen so reiche Abentcurerlaufbahn in der alten und neuen Welt ihr ruhmloses Ende gefunden hat. Nach seinem unfrei- willigen Verschwinden wird erst daS Märtyrerdasein bekannt, das Frau Lebaudy an der Seite ihres„kaiserlichen" Gemahls zu sühren ver- urteilt war. Ein Berichterstatter des.New Dork Herald" hat sich beeilt, die arme Frau des Multimillionärs in dem verwahrlosten Hause in Longfilard, das sie bewohnt, aufzusuchen. Er fand sie in einer aller Möbelstücke beraubten Wohnung, deren sämtliche Türen fest verschlossen und verrammelt waren, denn Frau Lebaudy lebt in beständiger Angst, von den gedungenen Hclfershetfern ihres räch- süchtigen ManneS überfallen zu iverden. Sie schilderte ihrem Besucher mit bewegten Worten das Elend, in dem sie trotz der 60 Millionen Mark, die Lebaudy noch kürzlich zuge- fallen waren, zu leben gezwungen war. War sie in letzter Zeit doch selbst genötigt, sich den Bissen Brot vom Munde abzu- Iparen, um ihr Töchterchcn ernähren zu können. Diese Tochter war dem Bater ein Dorn im Auge, so daß die Mutter genötigt war, sie verborgen zu halten und sie schließlich ganz auS dem Hause zu schaffen, um da? Kind vor den Anschlägen des VaterS zu schützen. der beim Anblick der Tochter regelmäßig einen Wutanfall bekam, weil ihm diese Tochter an die getäuschte Hoffnung aus den beiß- ersehnten„Thronerben" erinnerte, der bestimmt war, die französische Uniform zu tragen. Frau Lebaudy, die aller Subsistenzmictel be- raubt ist, sieht sich in die Zwangslage versetzt, bei der Orlsbehörde um Gewährung einer A r m e n u n t c r st ü tz u n g einzukommen. Rückkehr deutscher Verwundeter rniZ Frankreich. Mittwoch- Vormittag trafen 143 Mann und ein Offizier, die meist in den Kämpfen im letzten Herbst tn Nordfrankreich verwundet und gefangen genommen worden ivaren, mit dem schweizerischen Lazareltzug in Konstanz ein. Die Verwundeten haben nach Berichten biirger« licber Blätter zum Teil über schlechte Behandlung� während ihrer Gefangenschaft geklagt.— Am Sonnabend und am nächsten Dienstag werden noch weitere Austauschgefangene erwartet. Untergang eines griechischen Dampfer?.„Figoro" meldet aus New Uork: Der Dampfer..Toscama" traf hier mit 400 Passa- gieren des griechischen Postdampfcrs„N t h i n a i" ein, der unter- gegangen war, nachdem er durch einen, angeblich durch die Ex- plosion einer Höllenmaschine verursachten Brand stört war. Andauernde Erdbeben in Italien.„Eorriere della Sera" meldet, daß Donnerstagabend in Messina ein kurzes heftiges Erdbeben gespürt worden ist. Ter Stoß war so stark, daß der Seismograph des Observatoriums aussetzte. Unter der Be- völkerung herrschte große Panik. Es wurde aber kein Schaden angerichtet. Auch aus A q u i l a und den Provinzen M a r s i c a und Sulmoua liegen laut„Eorriere della Sera" Erdbebennach- richten vor. Ein erheblicher Stoß veranlaßte die erschreckten Be- wohner, auf die Straßen zu fliehen. Auch hier wurde kein Schaden angerichtet._ WetterauSfichte» für daS mittlere Norddcutschland bi« Äonntagmittag. Ein wenig wärmer, im Osten ttocken und vielfach heiter, im Westen zunehmende Bewölkung und vicljach leichte Negenjälle. Dentaehpn Theater. Direktion: Max Keinhardt. 7ll2 Ulir: Judith. Sonntag: Judith. Sonntagnachm. 2'h Uhr(Kleine Preise): Hamlet. Hamm erspiele. 8 Ulir; Der Wcibstenfel. Sonntag: Oer Wcibstcnfel. Sonntagnaclun. 2,/2 Uhr(Kleine Preise): Die deutschen Kleinstädter Volksbühne. Theater a. Eiilowpl. S1� Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Sonntag: Der Kaufmann v. Venedig. UEMfi TaubenstraBe 48/49. 4 Uhr(halbe Preise): Flandern und der Krieg. 8 Uhr: Von den Karpathen bis Brest=Litowsk. Theater für Sonnabend, den 25, Sept. Berliner Theater s uhr: Exlrablatter. Deutsches Künstler-Theater. 77. u.: Zwischenspiel. Licssins-Thcater. 77. u.: Peer Cynt Deutsches Opernhaus Charlottbg. 8 Uhr: Der WildSChÜtZ.aSr.) Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 87. u.- Der Vogelliandler. Gebr. i'SSmifCSCi-Theater 8 uhr: Benjamin macht alles, Kleines Theater. L'/.o.- Ein kostbares Leben. Komische Oper. s uhr: Jung muß man sein. Sonnt. 37. U.: Gold gab ich für Eisen. Hontis Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer Kontüdienhans MSeJie Frau von IDJaiireD. Knstspielhans. 87. Uhr: Herrschaftl. Diener gesucht. Sonnt. 37.: Dio Kinder der Exzellenz. Residenz-Theater s uhr: Die Fiizessiü vom Nil. Schiller-Theater O. 8 uhr: Rosmersliolm. Schiller-Th.C'harlottenbg. s uhr: Mein Leopold. Thalia-Theater. 3 uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am Vollcndorfpl. 87. Uhr: Immer feste«IrnfT! Sonnt. 37z U.: Die Doiiarprinzessin. Theater des Westens s uhr: Der brave Fridolin Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr: Rauseli. Trianon Theater. 87. Uhr: Liclsmanns Kinder. Sonnt. 37.: Minna von Earnhelm. .1 0 Hente 8 I hr ünthan, d. armlose Wunder als Kunstschiitze. Belionisj konkurrenzl. dress, Kakadus a.] Kunstradfahr. a. d. Drahtseil. Grix-Grijjory, 9Pors.,ikar. Spiele. 8idi. der Anneeherk., jongliert m. sohw. Geschützen u. Geschossen. Baronin Krafft v. N, Schulreitakt. Herr u. Drau Direktor Corty- Althoft in ihren glänzenden Meister- dressuren und die übrigen j Glanznummern. Voigt-Theater Sonnabend, 25.; Badstr. 58. jcptcmhev: Badstr. 58. r.ruf ED. Trauerspiel in 5 Akten von H. Laude. (Ab Montag, 27. 9.:„Das Milch. mädchen von Schöneberg.") Kasscncröffuung 7 Uhr. Aus. 8 Uhr. �asmo- Theater Lothringer Str. 37. Tögl. 8 Uhr: Die neue Berliner Volksposse Familie Schnase. Urberlin. Handlung. Urberlin. Figuren. Vorher der erslkl. Spezialitäten-Teil. Vorverl. f. d. ganze Woche o. 11— 2 Uhr. Sonnt. 4 Uhr: Die gnte Haina. i'?i fr_ TiTUwW 8 Vi Possen-Theeier 8Vi Onkel Mendelsohn Citrons geben sich die Ehre mit I.conhard Haskcl und Siegfried Berisch, Reiehshallen-TbeateF. Stettiner Siinger. Ans. 8 U. Zum Llili. Male: k Militärisch. Zeit biid von Mcysel. Militärpersonen u. deren Angehö- rigen vollkomnien sreierZuIritlzu ".Stett. Sängern. iNsuerstr. 8Z. �immerstr. 99/91. berliner KlmerÜms. Im neuen Sckmnck. Täglich: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Franz�T�ion! Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Morgen Sonntag: Großes Konzert.'Voirf ■ Friedrich str. 218 3 Tel.: Lützow 7311 �Direktion: Adolf Vogcl j Großer Erfoig des vielbesprochenen Prog/rarams 5 14 wirkliche 14 Schlager! Kleine Preise! Anf. 8 Uhr Billettverkauf: Vorm. 11— 1 Uhr sowie ah 7 Uhr abds. u. im Invalidendank. v\\V\' u\v\\ V\\: v Feldgraue Oamml-Mäiitcl für Militär und Zivi! 24,- 3®.- 36.- 45," Feldgrane Oeltnch-Mäntcl 16.— 18.— 21.— Feldgraue Regenhant- Pelerinen„950.. mit Aermeln und Eeitschiilz......... Feldgrane öeltnch- Pelerinen 15.— 18.— Feldgraue Oeltuch-Joppen einreihig... 1225 Wasserdichte Segeltnch-Westen brann..... 8.— Regenhant-Westen............... 7 50 9.— Wasserdichte Unlcrbcinklcider traun Segeltuch 8.— Für Verssnd genügt Angabe des Brustumfanges. BABR SOHN Chcusseeslr.£9-50 BERUH II. Brüchcnsfrasscll Gr FranKfurteritr 20 oegpiß?! 5chönebergJlaupMr-10. Prompter Versand nach außerhalb. 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Nr. 265. 32. Jahrg. Wrlls-Kkilm Ses LmM- str Mrilti-Sß» 25. S�tember 1915. Ms Groß-Serlin. Zettersparnw öurch verbrauch von Kunsthonig! Der dein Herrn Reichskanzler nnterstcllte Kriegsausschuß für Oelc und Fette bittet uns um Veröffentlichung des nach- stehenden Aufrufs: „Angesichts der in Deutschland vorhandenen Fettknapphcit hält der Kriegsausschutz für Oele und Fette es für seine Pflicht, der Bevölkerung dringend zu empfehlen, anstatt der Butter, Margarine und des Schmalzes mehr Obstmarmelade und Honig zu genießen. Infolge der heute herrschenden Obst- und Zuckerknappheit sind der Herstellung und dcni Verbrauch von Obstmarmcladen gewisse Grenzen gezogen. Der Honig ist als vollwertiger Ersatz anerkannt worden, bei den hohen Preisen des Naturhonigs ist jedoch seine allgemeine Verwendung als Volksernährungsmittel unmöglich. Ans diesem Grunde kann als Ersatz für Speisefett lediglich Honig in Frage kommen, wenn bei der Herstellung desselben Stärkezucker, der in reichlichem Maße vor- handen ist, verwendet werden kann. Aus dieser Erwägung heraus bemüht sich der Kricgsausschuß für Oele und Fette, für die Kriegsdauer den Genuß von Honig mit Stärkezucker- zusatz zu fördern. Das geltende Recht steht der Verwendung von Stärkezucker zum Strecken von Kwnig nicht im Wege, es fordert nur, daß das Erzeugnis nicht schlechtweg als Honig vertrieben wird. Beim Verkauf und Feuhalten muß in die Erscheinung treten, daß dem Honig ein fremder Bestandteil zugesetzt worden ist. Selbstverständlich darf Täuschungen kein Vorschub geleistet werden und es besteht keine Veranlassung, ein Nahrungsmittel, welches nicht reiner Bienenhonig ist, als Honig in den Verkehr zu bringen. Werden dafür jedoch Bc- Zeichnungen gewählt wie: Kunsthonig, siruphaltigcr Honig, Honig mit Stärkczuckcr oder dcrgl., so steht dem Erzeugnis der Weg in den Verkehr offen und es besteht also die Möglichkeit, die Stärkezuckcrvorräte auszunutzen und der Nachfrage nach Ersatzmitteln für Butter und Schmalz zu genügen. Dabei muß besonders darauf hin- gewiesen werden, daß nach einer Denkschrift des Kaiserlichen Gesundheitsamtes über den Verkehr nüt Honig, bezüglich des Nährwertes und der eventuellen Gesundheitsschädlichkeit des Kunsthonigs, irgend welche Bedenken nicht bestehen. Wenn in früheren Zeiten vielleicht durch Verwendung von unreinen und schädlichen Säuren bei der Herstellung des Stärkezuckers eine gewisse Gefahr für die Gesundheit bestanden hat, so ist nach dem mittlerweile vervollkonimncten Verfahren eine Schädigung nicht mehr zu bcffirchten. Bezüglich des Nährwertcs und der Bekömmlichkeit des Kunsthonigs können weder vom chemischen noch vom medizinischen Standpunkt Einwände erhoben werden. Aus vorstehenden Gründen sollte jede deutsche Hausfrau durch Verbrauch von Kunsthonig dazu beitragen, daß an Fetten in Deutschland gespart wird und die vorhandene Fettknappheit nicht in Fettnot ausartet."__ „Fürstliche" Bezahlung. Viele Frauen sind durch die Teuerung genötigt, einen Verdienst zu suchen und sie greifen zu, wo sich ihnen Arbeit bietet. Aber, wie es so oft geht, wird der Arbeitsmarkt von manchen Leuten recht ausgenutzt. Hatten da eine Anzahl Kriegcrfrancn sich bei dem Theater„Komische Oper" um die Stelle als Logcnschlietzerinnen bemüht. Die Bedingungen, die den Bewerberinnen in die Hand gc- drückt wurden, waren folgende: „Die Direktion der„Komischen Oper", Berlin, stellt Frau... als Logenschließerin unter folgenden Bedingungen an: Die Schließerin hat eine Stunde vor Beginn der Vorstellung im Theater anwesend zu sein und bis nach Schluß derselben zu bleiben, und zwar im ein- fach schwarzen Kleid und weißer Achselschürze./z Stunde anwesend sein, gar nicht zu reden von der für Hin- und Heimfahrt aufgewendeten Zeit und von recht wenig schmeichelhaften Titulaturen einiger Vorgesetzter über Kricgerfraucn. Die Bezahlung läßt nicht mehr wie alles zu wünschen übrig. Tumstsiges Mehl. Tie Klagen über dumpfiges Mehl und Brot wollen nicht ver- stummen, sie lehren immer häufiger wieder. Beim Brot toerden vielfach die Bäckermeister für den Uebclstand verantwortlicki gemacht. Damit tut man aber den Bäckermeistern Unrecht. Dumpfiges Brot hat seine Ursache darin, daß den Bäckern schlechtes Mehl geliefert wird, das sie zu verarbeiten genötigt sind. Die Kommunen, die dieses Mehl liefern, find leider nicht in der Lage, diesen Mißstand zu beseitigen. Die Gemeinden haben zwar das Recht, Ware mitt- lerer Güte zu verlangen und können Mehl beanstanden, das diesen Ansprüchen nicht genügt, aber das dann in Funktion tretende Schiedsgericht hat bisher nur eine Preisermäßigung für schlechtes Mehl festgesetzt. Dabei ist das Mehl nritunter so minderwertig, daß kürzlich der Chemiker einer größeren Vorortgemcinde feststellen konnte, es wäre zu verwenden, wenn 5 Proz. von diesem Mehl mit 95 Proz. gutem Mehl vermischt würden. Die Beanstandung dieses MeblcS wurde vom Schiedsgericht mit einer Preisermäßigung von 1 M- pro Doppelzentner erledigt. Auch das Verlangen dieser Gemeinde, die Kriegsgctrcidegcsell- schaff möge in Zukunft das schlechte Mehl kenntlich machen, damit es von der Gemeinde mit gutem Mehl vermischt werden könne, wurde abaelebnt. Ueber die Ursachen des schlechten Mehles gehen die Meinungen der Fachleute auseinander. Mühlenbesitzer, die schlechtes Mehl lieferten, haben häufig dem ihnen zum Mahlen übergebenen Korn, daS verbrannt gewesen sein soll, die Schuld beigemessen. Andere Mühlen- fachleute haben allerdings behauptet, wie kürzlich in der Lebens- miltelkommission einer Vorortgemeinde berichtet wurde, daß die schlechte Beschaffenheit des Mehles auf ein Täuschungsmanöver der Mühlenbesitzer zurückzuführen sei. Das bestehe darin, daß das Korn um 10 bis 12 Proz. schärfer ausgcmahlen werde, als die gesetzlichen Vorschriften es zulassen. Um nun durch das scharfe Ausmahlcn eine allzu dunkle Farbe zu vermeiden, wird das Korn vor dein Mahlen etwas angefeuchtet. Dieses angefeuchtete Mehl wird natürlich beim längeren Lagern dann sehr leicht dumpfig. Besonders große Mengen dumpfigen Mehles liefert eine Mühle Lehmann in Werneuchen. Von verschiedenen Vorortgemeindcn Groß- Berlins ist das von dort gelieferte Mehl im Schiedsgerichtsverfahren beanstandet worden. Auch aus Alt-Landsberg wurde uns in diesen Tagen eine Probe des von dieser Mühle gelieferten Mehles vor gelegt, das schon von weitem einen überaus starken, dumpfigen Ge ruch aufwies. Im Jntereffe der Volksgesundheit muß jedcusalls verlangt werden, daß alles getan wird, um diesen Uebelstand so schnell als möglich zu beseitigen. Das kann einmal dadurch geschehen, daß eine schärfere Kontrolle bei Abnahme des Mehles von den Mühlen vorgenommen wird und andermal, indem die Gemeinden energisch verlangen, nur Mehl nnndestens mittler Güte zu erhalten. Sonntagsbefchäftigung im Handelsgewcrbe. Das Polizeipräsidium teilt mit: Es wird darauf auf- merksam gemacht, datz nach dem Ortsstatut der Stadt Berlin vom 14. Oktober 1911 in der Zeit vom 1. Oktober bis einschließlich 39. A p r i l an Sonn- und Festtagen in offenen Verkaufsstellen des Handclsgewcrbes Gehilfen, Lehr- linge und Arbeiter nur von 12 bis 2 Uhr mittags beschäftigt werden dürfen und ein Gewerbebetrieb daselbst nur für diese Zeit zulässig ist. Auf den Handel mit Nahrungs- und Genutzmitteln soivie auf den Handel mit Blumen findet diese Bestimmung keine Anwendung. KohlenoxydgasvergiftnNg. Das Opfer einer Kohlenoxydgasvcrgiftung ist der 63 Jahre alte Heizer August Krüger vom Vinetaplatz geworden. Krüger war früher Parkarbeiter im Humboldthain und erhielt erst vor kurzem eine Stellung als Heizer im Sophiengymnasium in der Weinmeisterstraße. Hier war er Dienstagnachmittag damit beschäftigt, die Zentral- Heizungsanlage für die Inbetriebnahme, die in den nächsten Tagen erfolgen sollte, vorzubereiten. Bei diesen Vorheizungcn müssen sich nun Kohlenoxydgase entwickelt und den Raum der Heiznugsanlage gefüllt haben. Krüger muß sich darin solange aufgehalten haben, daß er sich nur noch mit Mühe und als es schon zu spät war, hinausschleppen konnte. Um 7 Uhr fand ihn die Frau des Schul- dicncrs regungslos auf der Treppe liegen, die von dem Heizungs- räume nach dem Hofe hinaus führt. Ein Arzt, der sofort gerufen wurde, konnte nur noch feststellen, daß er an einer Kohlenoxidgas- Vergiftung schon gestorben war. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg mehr. 18 Pfennige pro Stunde für gebildete Dame. In der Nr. 220 des„Steglitzer Anzeigers" findet sich folgendes Stellenangebot: „Gebildete Dame gesucht auf ca. 8 Wochen für leichte Bureauarbeit, Musterbriefe, Ädressenschrcibeu. Arbeitszeit 9—1 und 3—6 Uhr. Wochcnlohn 7,50 M. Offerten" usw. Macht pro Stunde rund 13 Pfennige, die dieser Menschenfreund einer„gebildeten Dame" anzubieten wagt, bei den jetzigen Lebensmittelpreisen. Berliner städtisches Rcttungswese». Am 1. Oktober d. I., bor- mittags 8 Uhr, wird die städtische Rettungsstelle 10 von der Bad- straße 67 nach der B a d st r a ß e 10 verlegt. Der Nationale Fraucndienst erläßt folgenden Aufruf: Im Hause Blumenstr. 83 ist eine Klcidcrsammelstelle mir Flick- und Schusterstube errichtet worden. Dort sollen im Winter die durch den Krieg in Not Geratenen bekleidet werden. Wir brauchen Kleider, Wäsche, Stiefel I Deutsche Frauen, gebt was Euch entbehrlich ist und helft damit, die Bedürftigen vor Kälte und Krankheit zu schützen. Schreibt eine Postkarte oder telephoniert an den Nationalen Frauen- dienst, Kleidersaminelstelle, Blumenstr. 68, Amt Königstadt 277l, und wir lassen die zusammengepackten Sachen abholen. Zeit und Geld spart uns, wer die Sachen direkt schickt: an den Nationalen Frauen- dienst, Berlin, Blumenstr. 83. AuS dcjit Fenster des vierten Stockes auf de» Hof gestürzt ist gestern ein Kind in der Elsenstraße. Die Wtutter war zum Ein- holen fortgegangen. Als sie nach Hause kam, fand sie ihr Kind tot wieder. Ei» gewerbsmässiger Schlafstcllcnschwindler ist in der Person des früheren Maurers Enril F a u st m a n n festgenommen worden. Er spielte sich als Militärinvalide auf und bestahl bei der ersten besten Gelegenheit seine Zimmergenossen, borgte auch seine Wirtinnen stets an. Gestern traf ihn ein bcstoblener Arbeiter in Lichtenberg und übergab ihn der Polizei, die ihn dcni Untersuchungsrichter zuführte. Für die Arbeiterjugend Berlins findet morgen Sonntag, den 26. September, abends 7 Uhr, in Obiglos Festsäleu, Koppenstr. 29, ein Hcrbstfest statt, bestehend aus Rezitation sowie musikalischen und gesanglichen Darbietungen. Mitwirkende sind u. a.: das Kestenberg- Trio, der Volkschor, Herr Franz Scharwenka(vom Stadlthcater Bremen). Einlaßkarte 20 Pf., Saalöffnung 6 Uhr. Das Programm ver- spricht einen genußreichen Abend. Alle jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen sowie Eltern, Freunde und Gönner der Jugend sind freundlichst eingeladen. Tic Freireligiöse Gemeinde hält am morgigen Sonntag, vor- mittags 11 Uhr, eine zweite Feier der Jugendweihe im Stadthaus in der Jiidcnstraße ab. Festredner ist Dr. Bruno Wille. Die erste Jugendweihe ani letzten Sonntag war überfüllt. Kleine Nachrichten. Mit Leuchtgas vergiftet hat sich der 49 Jahre alte KonfcktionSschncider Samuel Jaspis aus der Spremberger Straße 10 zu Neukölln.— Eine Kindesaussetzung beschäftigt die Kriminalpolizei von Groß-Berlin. Auf dem Flur des Hauses Man- beimer Straße 54/55 zu Berlin-Wilmersdorf, an der Ecke der Brandenburgischcn Straße fand man gestern abend einen neugeborenen Knaben, der in Betten eingewickelt war. Bei dein Kleinen lag ein Brief, der angeblich von seiner Mutter und mit Gerlach unter- schrieben ist. Dieser Name dient aber vermutlich nur zur Irre- führung. Bisher ist die Mutter des Kleinen noch nicht ermittelt.— Im Hotel erhängt hat sich in der vergangenen Nacht der 23 Jahre i alte Feilenhauer Felix Hahne aus der Eichbornstraße 89 zu Berlin- Reinickendorf. Der junge Mann, der schwer nervenkrank war, kam nach Mitternacht in das Hotel von Hahn in der Jnvalidenstraße 14 und nahm ein Zimmer, das er sofort aussuchte. Gestern morgen fand man ihn dort toi auf. Er hatte sich an der Klinke seiner Zimmertür erhängt._ Ms den Gemeinden. Musterung der Tienstuntauglichen im Kreise Teltow. Der Landrat des Kreises erläßt im„Teltower Kreisblatt" die Bekanntmachung über die Musterung der in den Jahren 1895 bis einschließlich 1876 geborenen Wehrpflichtigen. Für den Anshebungs- bezirk Teltow 1 findet dieselbe im Lokal von Hennig, Licht er fcldc am Bahnhof Ost in der Zeit Pom 27. September bis 2. Oktober und iu Steglitz, Restaurant Schloßpark, vom 4. Oktober bis zum 1. November statt. Für den Aushebungsbezirk Teltow II iu M a r i e u d o r f, Tempelhofer Str. 70, Lokal von SIechcrt, in der Zeit Pom 27. September bis zum 9, Oktober und in Grünau, Restaurant Buchholz, Friedrichstr. 27 vom 11. bis zum 29, Oktober, Wir ersuchen, genau die örtlichen Bekannt- machungen zu verfolgen._ Metallsammelstellen iu Charlottenburg. Die Metallsammelstellcn werden uichi, wie zuerst beabsichtigt, am 25. September geschloffen, sondern bletbcn bis zum 16. Oktober geöffnet. Bis dahin kann die freiwillige Ablieferung von Haus- und Wirtschaftsgeräten aus Kupfer, Messing und Nickel erfolgen. Nach dem 16. Oktober sind die nicht freiwillig abgelieferten Gegen- stände anzumelden. Die nicht abgelieferten Gegenstände werden nach der Anmeldung enteignet werden. Gemüseverkauf der Gemeinde Steglitz. Am heutigen Sonnabend in den Stunden von 9— 12 und 4 bis 7,/2 Uhr verkauft die Gemeinde wieder Gemüse auf dem Marktplatz au" der Diippelstraße._ parS-nveranftaltungen. Treptow-Bainnschulcnwcg. Die für den Monat September ge- plante Mitgliederversammlung kann besonderer Umstände halber nicht stattfinden. Johannisthal. Das Jugendhelm ist von heute ab ieden Miitwoch und Sonnabend von 8—10 Uhr geöffnet. Außerdem stellt das Heim jede?-' Sonntagnachmiltag den Genossen und Genossinnen zur Vevsiigiliig, Jugenöveranstalttmgsn. Wilmersdorf. Sonntag, den 2(5, September: Partie nach Straus- berg-Stienitzsce. Treffpunkt: 5 Uhr morgens im Jugendheim, Mannheimer Straße 51. Unkosten 1,50 M. Pankow-Nrederschöilhausen. Die für Sonntag, den 26. September, im Heim angesetzte Veranstaltung fällt aus. Statt dessen Beteiligung an der Herbstseicr der Berliner Ardeiterjugeird irr Obiglos Festsäleu, Koppen- straße 29. Eintritt 20 Pj., Garderobe 19 Ps. Ansang 7 Uhr. Treffpunkt 'l2i Uhr im Jugendheim, Maximiliaustr. iSa. Tempelhof-Mariondorf. Morgen Sonntag verarrslalle! die Arbeiter- jugend einen heiteren Abend im Jugendheim, Tempclhos, Kaiser-Wilhelm- Straße 76. Beginn 6 Uhr. Eintritt frei. Die Parteigenossen und Genossinnen werden ersucht, ihre aus der Schule entlassene?» tzföhne und Töchter aus diese Veranstaltung aufmerksam zu machen. Stegliti-Fricdonau. Sonntag, den S. Oktober, nachmittags 6 Uhr: Schulcntlassungsjeier im„Jugendheim", Steglitz, Kniephosstrnße, Ecke Jever Straße, bestehend ans Gelang, Ansprache, Rezitationen, Lieder zur Laute. Die erwachsene Arbeiterichast wird ersucht, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter aus diese Veranstaltung hinzuweisen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 26. September, vormittags 10 Uhr, im Festsaal des Berliner Stadthauses, Jüdcnstrasic, Ecke Stralaucr Straße: Jugendweihe. Festrede des Herrn Dr. Bruno Wille:„Die Ernte wie die Saat".— Damen und Herren als Gäste willlommcn. Zlrbeitcr-Taiiiarttervuud. Kolonne Grotz-Berlin. Lehrstunde haben nächste Woche, abends S'/, Uhr: 2. Abteilmig: Montag, den 27. September, Swinemüder Str. 42, GesellschastshanS; 1. Abteilung:. Freitag, den 1, Oktober, Reukölln, Weichselstr, 8 lJdcal-Passag�. Restaurant). — VorslandSsitzung: Mittwoch, den 29. September, Köpemcker Str, 62, Arheiter-Radfahrer-Bund„Tolidarität". Sämtliche Abteilungen und Mitgliedschaften Berlins und Umgegend: Sonntag, den 26. September, Vercinstour nach Oranicnburg-Sandyauscn. Start C1/, Uhr. Frühslücks- Sammelstart in Stolpe bei Plessicn 9— 10 Uhr.— Nnchmittagstour nach Waidmannslust, Schweizerhaus. Start 1 Uhr. Snefkaften der Redaktion. Die lurlstische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Hos rechts, parterre, am Momog bis Freitag von t bis 7 lior, am Sonnabend von 5 vis 6 Uhr statt. Loder für den B r t e s I a st e n beslimmteii Antrage ist ein Buchstabe und eine Zahi als Merkzeichen deizusügen. Briefliche Antwort Nnrd nicht erteilt, Ansragen, denen leine AbonncmentSauitiung beigefügt ist, werden nicht bcantworict. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor, Bcrträgc, Schriststücke»»d drrzlcichc» bmigr mnti in die Tprcchstiindc mit. 31.®. 2124. 1. Mit 21 Jahren. 2, Ebenfalls, 3. Ja,- M. K. 2«. Gehören Sie zu den ungedienten Mannschaften, so müssen Sie sich bei der Polijeidehörde melden, gehören Sie zu den gedienten Mannschastcn, beim Bezirkskommando.— W. K. 2«. 1. Ja, 2, Sie muffen die Anmeldung persönlich beim Polizeirevier vollziehen. Sollten S:e betiläocrig krank sei??, so kann das durch einen Ihrer Verwandten geschehen.— W. T. 81. ES liegt in Ihrem eigenen Jniercste, wenn �.ie wciteroersichcrt gewesen sind. Die Klaickcnkaffcnbciträge sind zu zahlen.— 31. L. 65. 1. Ja. 2. Das uneheliche Kind ist nur der Mutter gegenüber erbberechtigt. 3, Ja. — 8t. 79. Anlrag aus Löhnung ist an das Ersatzbataillon desjenigen Ne- gimeutS zu richten, zu dem der Mann eingezogen' lviirdc.— W. 1. Nein. — S. H. 100. Der von Ihnen angesührtc-L-chlnßPassus der Bekannt- machung ist uns nicht bekannt. Wir wisseu nur so viel, daß sich alle nach dem 8. September 1870 Geborcncn zu melden halten.— 11. A. G. Die Kündigung der Hypothek ist zulässig. Um eine Einigung mit den Hhpo- thekcagläubigern dcrbcizuführen, hätlcn Sie sich an das zuständige Amtsgericht wenden können. Wenn Sie nicht Mitinhaber des Grundstücks sind, sondern nur Ihr Ehemann alleiniger Inhaber, dann hätte ihm die Kündigung ins Feld zugestellt werden müssen. In der Sache selbst würde sich ober jetzt nicht viel lmiernebinnl lassen, wenn der Rechtsanwalt die Einstellung des Verfahrens insoscn? crivirkt hat, daß das Grundstück ?ncht unter Subhasiation kommen kann.— C. R. 100. Nein. — F. Ober 28. Sic als Ehefrau erben die Wirtschast im voraus. Wenn sonstiger Nachlaß nicht vorbanden ist, wird ein Testament nicht nötig sein. — P. 100. Das cnischcidet der Militärarzt; wir glauben aber in diesem Falle nicht, daß eine Einziehung erfolgen wird.— C. 100. 1. Bei einem der Gardcregimenter. 2. Sic erkundigen sich am besten darüber ans dem MagistratSburcau. Köiilgswaye. 3. Erkundigen Sie sich beim Wcrknieister- verband.— A. Zl. 100. 1. Rein, er hat keinen Anspruch aus Beköstigung, nur aus Löhnung. 2. Ja. 3. Ansprüche aus ctatSmäßige Löhnung können in dem Falle"nicht gestellt werden, auch nicht auf Nachzahlung.— F.©. 24. Sic gelten unserer Meinung nach nicht als Kriegsbeschädigter, müssen sich daher meiden.—(?. T. 113. Beachten Sie die bciitige Bc- kanntmachung an.den Atischlags äulen.— I. G. 76. 1. Bis 10 Uhr. 2. Kriegs vcrwendungssähig. 3. Bis 10 Uhr.— 9t. M. 99. Sic können Unterstützung verlangen. Der Antrag muß an die OrtSbchörde des Ortes gerichtet werden, an dem der Vater gewohnt hat.— C. 22., Anklamer Strasse �10. Ter Mictszuschuß kann in diesem Falle verweigert werden. Fragen Sie zunächst bei der Sicuerkasse nach, ob Ihnen ein Mietszuschuß gewährt wird.— 31. 2. 40. Welche FortdUdungsschulc besucht Ihr Sohn? Eingegangene Druckschriften. Qcstcrreichisch- ungarische Kriegsberichte. Hest 4: Frühjahrs- feldzug in Galizien. jBcihest zn StreffleurS MlIitSrblat4) 1 M.— L.®. Scidel u. Sohn, Wien. Religion i» Vergangenheit und Zukunft. Von C. Becker. 2 M., geb. 3 M. H. Stelniy, Berlin SW 68. Weltknltnr«nb Wektjiolitik. Nr. S: Deutsche Freiheit und englischer Parlamentarismus. Von Sl. O. Meyer. 50 Vf.— Nr. 3: Antwerpen im Weltverkehr und Welthandel. Von K. Wiedenfeld. 75 Pf.— F. Bruckmann A. G., München. Die Kampfplätze in West. Ost und Tüd. AlphaietischeS Ort«. Verzeichnis nach amtlichem Material. Von Dr. E. Seeger. 3 M.— Deutsche Berlagsanstalt, Stuttgart. Die deutsche« Pauke« im Jahr« WlA. Von Dr. W. Baecker. (Sonderdruck aus dem»Deutschen Oekonontist*.) Broschiert 2 M.— W. Christians. Berlin 8V. 48. G. FreytagS Karte von Rumänien. 1 M. G. Freytag u. Bernd t, Wien 7. Durch Belgien. Wanderungen eines Ingenieurs vor dem Kriege von I. Jzart. tz. Günther. 3 M., geb. 4 M. Franckh, Stuttgart. s:- rt' s V � M , I, c. 'iliiiliilitiiiililiitl wm s z ZeitgemäßeLiteratur über i Rußland Zu beziehen von der � Buchhandlung Borwätts, Berlin, llndenstr. 3 M Das Zarenreich. Inhalt: Gebiet und Bevölkerung. Soz. und � wirlsch. Verhältnisse. Finanzwesen. Das zarische Regime. Die auswärtige Politil Rttßlands. Die russische Kriegs- S| macht. Mk.-,75; V. A. Ml. 0.30 y| pashitnon», K. A., Die Lage der arbeitenden Klasse in ri Rußland. Mk. 2,50; gebd. Mk. 3,—=3 MassloW, p., Die Agrarfrage in Rußland. Die bäuerl.Wirt» � schaftsform u. die ländl. Arbeiter. Mk. 2,50; gebd. Mk. 3,— O Thnn. A., Geschichte der revolutionären Bewegungen in � Rußland. Mk. 7,—= Trostltii, Zt., Rußland in der Revolution. Mk. 3,— � Tscherrwanin, A., Daö Proletariat und dir russische Revo- � lution. Vorwort von H. Roland-Hol st. 3t Brosch. Mk.—,75; V. A. Mk.—.50 jy Deutsch, f., Sechzehn Jahre in Sibirien. Erinnerungen eines russischen Revolutionärs. Mit Illustrationen und== Porträts. Mk. 3,—; gebd. Mk. 3,50 Leo Deutsch, unter den russischen Revolutionären eine der be>=~= fannteitcn Personen, zeigt hier in fesselnder, oft leidenschafMcher=== Sprache die Leiden und Kampfe des russischen BoiteS um die Freiheit. m M Biermal entssohcn. Mk. 1,50; gebd. Mk. 2,- Jm ersten Teil des Buches gibt der Verfasser eine SUänzung feines früheren Werte».Sechzehn Jahre in Sibirien' und im Mn. fchlutz an diese schildert er feine Flucht aus Sibirien, seinen Aufent» häit im Ausland und feine Rücktehr nach Rußland im Jahre ISOK. Jni hohen Grade spannend find die lerung in verschiedenen C Aufenthalts in der Peter-.-„,_ bannung und de» Transports nach dem schrecklichen Turuchansl in Sibirien. — Der Pope Gapon und scwe Rolle in der russischen Revolution. Mk.—.50; V. A. Mk.—.25 Gapon war e?, der am 22. Januar Hunderttausende seiner Lands- leute vor das Schloß des garen führte, dessen Name eine Zeillang das Interesse der ganzen Menschheit erregt- und der nach kurzer Zeit als Verräter an der Sache des Bollcs durch das UrteU eines Revolutionstribunals hingerichtet wurde.— Krapotstin, Fürst p., Memoiren eines russischen Revo- lutionärs. Mit einem Vorwort von G. Brandes. Mk. 11,—= Varvus, In der russischen Bastillc während der Revolution.==1 Gebd. Mk. 1,50; brosch. Mk. 1,— rf Geifeimbund, Der, de« Zaren. Der Königsbcrger--- Prozeß wegen Geheimbündelei, Hochverrat gegen Ruß«=| land und Zarenbeleidigung vom 12. bis 25. Juli 1S04.--- Nach den Akten und stenographischen Aufzeichnungen des i== Königsberger Prozesses, herausgegeben von K. E i s n e r. � Mit Illustrationen. Gebd. Mk. 1,— � Dirderich, Dr. F., Die Zarcngcißcl. Sturmschreie aus=== hundert Jahren. Das Thema dieses Buches ist der Kamps||| gegen den Zarismus, der Rußland blutig knechtet und Europa barbarisch bedroht. Die Zarengeißel ist ein Kamps- buch voll Unerbitterlichkeit. Aus dem Sturm des gegen- äs wärtigen Krieges ist es hervorgewachsen. Mk.—.50 Karl Rlarr über den Ursprung der Vorherrschaft Rußlands|=| in Europa. Kritische Untersuchungen von U. Djasanosf.— Deutsch von A. Stein. Ergänzungsheft zur Neuen Zeit Nr. 5. Mk.—,50=== Äeu- erscheinungen! VuchhandlungVorwärtS Berlin GW. 66, Lindenstraße 3 Mächte des Weltkrieges 4. S-st Gerblen und die Gerben preis 30 pf. Dokumente des Weltkrieges Hest S: Oesterr.- ung. R otbuch preis 40 pf. , 10: VasGrünbuchZtallens I.Teil, preis SO pf. » Ii! 2, j, 0 50 F Internationales Jahrbuch für Politik und Arbeiterbewegung 1914 ebunden Mark 12,50. Hieraus Heft 3/4(als Kriegsheft) auch apart zu haben Mark 7,50. l!lh«!»!!I!II»!> IMsi! Kinmen- nnb Kranchindtm von Roberl Meyer, Jnh.: P. GoIIctz Marianncnftr. Z. Tel.Mpl. 346 Der Winter steht vor der TOr Wir raten Ihnen gut, wenn wir Ihnen empfehlen, schon jetzt Ihren Bedarf in Schuhen und Stiefeln zu decken, da durch die zunehmende Lederknappheit noch ungeahnt hohe Preise für Schuhwaren zu erwarten sind. Durch Masseneinkauf unserer Zentralen sind wir in der Lage, Ihnen noch wirklich billige Preise zu bieten. Unsere Herbst- und Winter-Neuheiten sind eingetroffen und in unseren 6 großen Schaufenstern ausgestellt. Soldaten- Sprachführer Größte Auswahl in sämtlichen Filz- und Kamelhaar-Schuhwaren. Oeutsch-Zranzöstsch Deutsch-Polnisch das Stück zu 15 Pf. Deutsch. Italienisch Deutsch-Engllsch Deutsch. Russisch das Stück zu 20 Pf. Porto je Z Pf. F. Potolowsky Nachf. m. b. H. Schuhhaus ersten Ranges Gr. Frankfurter Str. 141, Ecke Fruchtstr. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 6S, Lindenstraße 3 Bäokep- und Kondlforeipn Baceerei RomsiBiw Inh. Qust. Müller rill»lu!■ yidm.O.IM».CmatVinnü Wa us- u.KGchen Berät.! Glas und Perrallan BezugsQuellen-Verzeichnis Beflifl-Ostdl Eraelniiit Ticluiitlicb tiinnl." DatM»teh»Bdi_G»ichäfl»»mpfehlea sicli lui Einthfeii unren una Gomuiaren mm FranSfuvter Allee 166. Butter, Eier, Kflsa P-BJckfirinanD, 8 Filialen.! c Fleisch u.Wurstwap.: Tärbl Heid.nf.ld 7. i llllnl Wur»t-Spersalg«gch.|| Kolonialwaren scimimi.ü.Besonlaüsr� W ßartscli, Berlin Hö.ll m gyter Ausführung liefert VORWÄRTS Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Berlin SVJ. 68» Lindenstrasse 3 jj.[ieinficlis�6r:�ger LandsbergerAllee 49,Ebertj| str. 2, nd s b e er All e e 5�.| iHlehlhandign. Jeli.PielscIis�Z'�r Ptiotograph. Ateliers SHaynn, Frankfurt. Allee 925 Sgeg. Rtngbnh. Frankf. Allee.U lekO.Z.jettt.ledrMi-D !itr. 28 L UlrwipUtiy Otto Friede Uhren and Oaldwaren Gollnowatr.Ce 24. , Elbingeratr. 84 Sap.nt.r.i.l.bllllgC IWapenhäusepl .Sambwrger WtreBhiMÄix klewmiaz? Hilt-StTtlM 11-Vorw.-Ur wb»»» iBei gsmeinsamem Bezug | prelsermässloang Iserlln, Lüteowstr. 94. V.rlange�le Prelollgte. I HonensciiBniiausen" Adler-, Apotheke g Die beste ReHieme ist ein Inserat im„BezugsQueiien- Verzeichnis" Perantwortlicher Redakteur: Alfred SSielcpp, Reukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Zh. Glocke, Äerlin. �ruti u. Verlag:Dorwär»»iSuchdruck-rct u. TttiagSanstalt Hanl Einger& To, Äerlin SW.