Nr. SS«. HbonntfflentS'Bedtnsvnae«: ■bomtcmentä■ Breii Stänumerani«« EicneljäbtL 330 Ml. monaiL UO M. wöchenilich 25 Pfg. frei inä Haut. Einzelne Slummet 5 Psz. Sonntag*« nummet mit illustriert er Sonntag*« Seilage.Die Neue Seil* 10 SPa. Soft« vbonnemem: 1.10 Marl pro Monat. «ingmagen in die Sosi, Zeituna»- Sreisliste. linier Kreuzband fttr Deutschland und Oesterreich. Ungarn Z30 Mar!. Mr da* übrige LuZIand * Mar! pro Monat. Sostabomiement» nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Jlalien. Luxemburg. Sortugal. Utunänien. Schweden und die Schwei* OlAelnt lZgNch. Verlinev VolktsblÄkk. SS. Ia�rglMg. Die Insertion!« Ledilh? letrigt für die fechSgespaltene Kolone!« geile oder deren Raum«o Psg., für politische und gewerkschaftliche Verein*. Und BerfiunmIuiig-.Änzeigen 30 P?g. �telelne Ztnreigen", da* fetigedrutlte Wort 20 Psg. l zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Etellenaefuchc und Schlafstelleiian. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg., Worte über ISBuch- staben zählen für zwei Worte. Inserate & u ie Nu die nächste stummer müssen bis .�Uhr uachniittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „ssdÄMliMiim Rcrim". Zentralorgan der rozialdemokrati fchen Partei Deutfcblands. Neüaktion: Slv. HS, Linüenstraße Z. Kernsprecher: Ami Morivvla«. Nr. 151 SV— ISl S7. Expeültton: SV. 68, Linüenftraße 3. Kernsprecher i Amt Morinplap, Rr. 151 gv— 151 37. IheMge Kämpfe an der ganzen AeMront. Meliiliig»es Slvßeil MmioMz. Amtlich. Großes Hauptquartier, dcu 25. September 1915.(23. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf der ganzeu Front vom Meere bis an die Bogeseu nahm das feindliche Feuer au Stärke zu und steigerte sich östlich von Aper», zwischen dem Kanal von La Lasset und Arras sowie in der Champagne von PresueS bis zu den Argonuen zu änsterster Heftigkeit. Die nach der zum Teil fünfzigstündigeu stärk st en Feuervorbereitnng erwarteten Augriffe haben begonnen. Zwischen den Bahnen von Ipern nach Roulers und nach Comincs stießen die Engländer heute früh vor. Ihr Angriff ist auf dem Nordflügel erst nach N a h k a m P f vor und in unserer Stellung bereits abgeschlagen. Ferner greifen sie nordöstlich und südöstlich von Llrmentiöres und nördlich des Kanals v o n L a B a s s e e an; sie versuchen dabei die Leuuhuug von Gasen und Stinkbomben. Am 23. September abends drangen, wie nachträglich bekannt geworden ist, die Franzosen in unsere zerschossenen Gräben bei S o u ch e z ei»; sie wurden sofort wieder hinausgeworfen. Gestern wurden sie abermals bei Souchez und beiderseits von Neuville zurückgeschlagen. An der Champagne, von PresueS bis zu de» Argonneu, erfolgten stonzösische Angriffe, die au dest meiste» Stelleu abgewiesen wurden. Zum Teil wurden sie bereits durch unsere starke Artillerie zum Scheitern gebracht, zum Teil brächen sie erst wenige Schritte vor unseren Hindernissen im Feuer unserer In- santerie und Maschinengewehre zusammen. Die zurück- flutenden feindlichen Massen erlitten im heftigsten Artillerie- uud Maschineugewehrfener sehr erhebliche Verluste. Au einzelneu Punkten der Front ist der Nahkampf noch im Gange. Ein schwacher französischer Borstoß auf Bezange— La-Grande(nördlich von Luneville) hatte keinen Erfolg. Oestlicher Kriegsschauplatz. sseerezgruppe des Generalfeldmarlchalls v. sslndenburg. Russische Angriffe südwestlich von Lenucwadeu sowie bei Wilejka und Rabnu wurden abgcsä>lagkn. Unsere Angriffe in der Front südlich von Soly wurden fortgesetzt. Tic Russen setzen unserem Lordringen in der allgemeinen Linie Smorgou— Wischnew— westlich von Saberefina— Tjeljatitschi(an der Einmündung der Beresina in den Njemeu)— noch Widerstand entgegen. Bei Friedrichstadt schoß ein deutscher Flieger ein russisches Flugzeug herunter. sseeresgruppe des Gentralfeldmarldialls Prinz Leopold von Bayern. Nördlich von K o r e l i ts ch i wehren sich die Russen hartnäckig: unsere Truppen stürmten die Stadt Negnie« der französische Tagesbericht. Paris, 25. September.(23. T. 23.) Amtlicher Heeresbericht von gestern nachmittag: Der Ariillerickampf dauerte in der Nacht fort. Im Gebiet von ?l r r a s beschädigten unsere Batterien die deutschen Werke an mehreren Punkten ernstlich. Eine starke deutsche Patrouille, Ivelche einen unserer Horchposlen im?ldschnitt von Breton- court einzunehmen versuchte, wurde durch unser Feuer zer- streut. Von beiden Seiten starkes Feuer in der Gegend von Roye und Ouennevieres. In der Champagne feuerte der Feind weiter jnit Stickgasgranaten auf unsere Stellungen nördlich von Saint Hilaire, bei Perthes und Bcau Sejour. Unsere Artillerie beschoß dafür die deutschen Schützengrüben, Fcldschanzen und Quartiere kräftig und wirksam. In den Argon nen beschossen wir die feindlichen Linien an vielen Stellen und zerstreuten die Arbeiter, welche die durch unser Feuer verursachten Sturmlückcn auszubessern versuchten. Bei Vauguois Kampf mit Bomben. In Lothringen wurden zwei feindliche Angriffsversuche gegen unseren Horchposten westlich von Manhous und gegen unsere Schützengräben bei Burcs, welche durch lebhaftes Feuer mit Tränen erregenden Granaten unterstützt waren, durch unser Artillerie- und In- fanteriefeuer gänzlich zurückgeworfen. Auf den Höhen des Lingekopfes einige Kämpfe auf geringe Entfernung mit Gewehrfeuer und Petarden. Paris, 25. September.(W. T. B.) Aintlicher Be- richt von gestern abend. Der Feind beschoß heute unsere Schützengräben in der Nähe des Torfes und Schlosses witsch!(nordöstlich von Nowogrodek) uud schlugen mehrere starke Gegenangriffe ab. Oestlich und südöstlich von Baranowitschi ist unser Augriff auf dem Westufer der Szczara im Borschreiteu. Es wurde» einige Hundert Gefangene gemacht. Westlich Medwjeditschi und südlich bis Lipsk ist die Szczara erreicht. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarlchalls v. lllachenlen uud auf dem Südöstlichen Kriegsschauplatz ist die Lage unverändert. Ober st e Heeresleitung. • O » Jet SBetteldHföt SemMMetW. Wien, 25. September.(SB.£.85.) Amtlich wird ver« lautbart: Wien, 25. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. DieLage im Nordosten ist unverändert.— An Lstgalizien fiel nicht» von Bedeutung vor. Gegen unsere wolhqnischc Front unternahm der Feind wieder eine Reihe mitunter sthr heftiger Angriffe, die»« einzelnen Punkten bis in unsere Gräben führten. aber Überdll blutig abgewiesen wurden. Dir Russen erlitten große Serluste. Die Zahl der an der I k w a- L i n i e gestern und vorgestern eingebrachte» Gefangene». beträgt z w a n z i g Q f f i- ziere und e t w a v i r r tä n s e n d M a n n. Die im Wald./ und Jumpsgebict am unteren Styr vorgehende österreichisch- ungarische Reiterei entriß dem Feind abermals einige zäh ver- teidigte Lrffchaftcn. In Litauen drangen unsere Truppen bis in die Gegend von Kraszyn vor. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Westfront eröffnete unsere Artillerie nun noch im Ortlcrgebiete das Feuer. Eine feindliche Abteilung, die im Cedrhtale vorgegangen war, stüchtete bis Sa» Caterina; eine andere wurde auS ihrer Stellung westlich der Königsspitze »erjagt. Oestlich deS oberen DaonetalS siuberten unsere Truppen die Cima Latola vom Gegner. An der Dolomitenfront scheiterte ein Angriff auf unsere Stellung am Col dei Bois, wobei die Alpiui, die sich zu dieser Unternehmung freiwillig gemeldet hatten, große Verluste erlitten.— Im Kärntner und im küstenländischen Grenzgebiete hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Westlich von Ronchi fand ein italienischer Fesselballon durch Explosion sein Ende. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Artillerie beschoß erfolgreich serbische TrainS im Räume tzon Belgrad uud feindliche Infanterie auf der Höhe von Topeider. I« übrige» blieb auch im Südosten die Lage unvcr- ändert. Der Stellvertreter des Chefs deS GeneralstabeS: ». H» e f e r, Fcldmarfchalleutnant. Boesinghe. Unsere Batterien erwiderten sehr energisch. Im Artois dieselbe beiderseitige Artillerietätigkeit. Das Feuer ilnserer schweren Geschütze rief eine Explosion eines bedeutenden Munitionslagers bei Thelus hervor. Einige großkalibrige Granaten wurden auf Arras geworfen. Zivischen Somme und Qise bei Cannh-sur-Matz und Bcuvraignes beschoß unsere Artillerie feindliche Stellungen und zerstörte an mehreren der Linie Unterstände für Maschinengewehre. Auf der Llisne- front und in der Champagne gegenseitige sehr heftige Bc- schießung. Zwischen Maas und Mosel traf unser Feuer feind- liche Ansammlungen in Ronsard und Pannes. Wir zerstörten ein feindliches Blockhaus im Abschnitt von Romenaville. Ziemlich lebhaste Kanonade in Lothringen, wo wir die feindlichen Anlagen bei Remabois und Vezouze ernstlich beschädigten, sowie in den Vogesen in dem Gebiete des Lingekopfes und des Braunkopfes. heftige Kämpfe an öer besi arabischen Grenze. Wien, 25. September.(W. T. B.) Die Blätter melden aus Czernowitz vom 24. September: Im Zentrum der bessarabischen Grenzsrout unternähmen die Russen heute einen äußerst heftigen Ansturm. Der Kampf währte die ganze Nacht. Die Russen trieben immer neue Reihen in das Feuer unserer Truppen. Vor den Drahtverhauen unserer Stellungen bäusten sich die russischen Leichen. Es kam dann zu einem erbitterten Handgemenge. Der Versuch der Russen, unsere Stellunge» zu nehmen, verlief ergebnislos. Ein neuer Nilliaröenfleg. Deutschland hat einen neuen gewaltigen Erfolg errungen — nicht draußen aus den französischen oder russiscken Scklacht- seldern, sondern aus dem finanziellen Kriegsschauplatz: ein Erfolg, der deshalb, weil er nicht mit den Waffen erkämpft ist, für die Kriegslage nickt von geringerer Bedeutung ist als eine siegreiche Riefenfchlächt im Osten; denn über den Ausgang eines Krieges entsckeiden beute mehr nock als in früheren Zeiten nickt nur die Waffenerfolge auf blutge- tränktem Feld, sondern nickt minder die Stärke und Kraft der ökonomischen Machtmittel. Und auf diesem Felde der ökonomischen, der finanziellen Streitkraft hat das Deutsche Reich soeben wieder eine Leistung vollbracht, die einzig in der Weltgeschichte dasteht. Wie schon gestern gemeldet worden ist) betragen die Zeichnungen auf die dritte deutsche Kriegsanleihe nach vorläufiger Aufrechnung nickt weniger als 12 939 Millionen Mark, und noch stehen verfckiedcne kleine Teilergebnisse aus, besonders aus ländlichen Gebieten, so daß sich voraussichtlich der Betrag uock um mehr als 199 Millionen Mark erhöben wird. Das ist mehr als selbst dos kapitalkräftige, den Weltmarkt beherr- schcnde England mit seiner letzten Kriegs- a ul ei h e a u s gebracht hat trotz seiner mit den: voll- kommensten Reklameapparat arbeitenden Massenagitation, der Festsetzung von ganz ungewöhnlich günstigen Emissions- Bedingungen, der Verbindung seiner neuen Anleihe mit einer vorteilhaften Konversion älterer Staatsrenten und der Er- richtung von Zeichnungsstellen nicht nur in den Haupt- Plätzen' seisie-s-ungeheuren Kolonialreiche?� sondern auck in neutralen«Länder«; selbst in Iäpäin-Zwar zunächst wurde yach'ZeichnungsMuß von der englischen- Presse'gemeldet, die gezeichnete.'Summe-betrage nngefäbr 599 Millionen Pfund Sterling, ein Betrag, der dann auf 659 und 669 Millionen Pfund. Sterling stieg:.aber unter diesen Zeichnungen hat. sich ein großer Teil als nicht ernst gemeint herausgestellt, so daß der wirkliche Auleibebetrag sich nur auf 585 Millionen Pfund Sterling oder(das Pfund Sterling zu 29,-19 M. gerechnet) aus 11 934 Millionen Mark stellt, wovon heute ungefähr 469 Millionen Pfund Sterling eingezablt sein dürsten. Freilich die Vorbedingungen für den Riesenersolg der neuen Reichsanleihe waren gegeben. Der Geldmarkt war vor der Auslegung der Zeichnung durchaus flüssig, und ist es trotz der zeitweilig hinter Börscnkulissen betriebenen starken Essektensvekulation beute noch, wenn auch seitdem naturgemäß die Zins« und Diskontsätze etwas gestiegen sind. Zum Teil ist diese Geldslüssigkcit eine Folge der durck dcu Krieg herbei« geführten Abschließung Deutschlands vom internationalen Markt und seiner Ausgestaltung zu einer Art von„go- schlossenem Handels st aa t", wodurch das für die Kriegsmaterialien und die privaten Verbranchsgüter veraus« gable Geld im Lande blieb und nach einem bestinimten Kreis« laus größtenteils wieber auf den Geldmarkt zurückfloß, sodann eine Folge der Tatsache, daß zurzeit die Ausdehnung der Wirtschaft, die Errichtung von neuen Betrieben und Unter- nehmungen fast völlig stockt, also auch jetzt nickt wie in nor- malen Zeiten die erübrigten Geldmittel in solchen Unter- nehmungen eine neue vorteilhafte Anlage finden, sondern auf dem Geldmarkt zu verstärktem'Angebot führen. Wie günstig sich trotz des Krieges die finanzielle Lage einzelner Volksteile, besonders der landwirtschaftlichen, gestaltet hat— andere Schichten, wie z. B. ein großer Teil der Arbeiter, der kleinen Beamten und'Angestellten, der kleinen Gewerbetreibenden und der sogenannten freien Berufe, leiden natürlich um so mebr unter den Kriegswirkungen— zeigt am besten die Spar- kassenstatistik der abgelaufenen Kriegszeil. Es ergibt sich daraus, daß, trotzdem den Sparkassen 2759 Millionen Mark (in Wirklichkeit dürften es über 3 Milliarden fein) entnommen und in Kriegsanleihen angelegt worden sind, dock der Gesamt- bestand der Sparkassen schon zu Beginn des letzten August- monats wieder um mehrere hundert Millionen Mark größer war als vor dem Kriege. Dazu kommt, daß man diesmal allerlei Einrichtungen getroffen hatte(darunter vornehmlich die Annahme von Zeich- nungen bei allen Postanstalten), die darauf berechnet waren, einen noch größeren Teil sogenannter„kleiner Sparer", als bei der zweiten'Anleihe(bei der sich bereits die Gesamtzahl der Zeichner aus 1 177 235 belaufen hatte) zur Teilnahme heranzuziehen. Und dieses Ziel scheint nach den vorläufigen Meldungen aus den verschiedensten Gegenden erreicht zu sein. Auch die Bauernbcvölkerung, die ja von der enormen Preis- steigerung vieler Nahrungsmittel einen großen Vorteil gehabt und sich so manches schöne Sümmchen„erspart" hat, scheint diesmal sich beträchtlich mehr als bei den ersten beiden Kriegs- anleihen beteiligt zu haben, zumal die ersten beiden Ein- Zahlungstermine der neuen Anleihe, der 18. Oktober und der 24. November, in eine Zeit fallen, wo der größere Teil der Getreide., Gemüse- und Obsternte bereits in Geld um- gesetzt ist. Diesen günstigen Bedingungen steht zwar gegenüber, daß die alten Rohstoffvorräte, die noch im März, zur Zeit der zweiten Kriegsanleihe, vorhanden waren, inzwischen völlig aufgebraucht worden sind, und neue Rohmaterialien teils gar nicht, teils nur zu ungewöhnlich hohen Preisen in Deutsch- land hereinzubringen sind: aber andererseils erscheint heute die Verwirklichung des englischen Planes einer Aushungerung oder einer industriellen Mattsetzung Deutschlands noch viel aussichtsloser, als je bisher, und zudem hat sich die Kriegs- läge wesentlich zugunsten Deutschlands geändert. Die düsteren Wetterwolken, die im Februar und März, vor der zweiten Kriegsanleihe, am Kriegshorizont heraufgezogen waren, sind heute nieist hinweggefegt. Damals war fast ganz Galizien, die Bukowina und ein Teil Ungarns in den Händen der Russen, und Italiens Verhalten zeigte, daß demnächst mit Sicherheit darauf zu rechnen sei, es werde sich dem Drei- verband anschließen. Heute ist nicht nur die russische Truppen- macht bis auf ein winziges Gebiet aus Galizien und aus der Bukowina vertrieben, es sind auch Kurland, ganz Polen und ein beträchtlicher Teil Westrnßlands von deutschen und öfter- reichischen Truppen besetzt, während Italien im Süden, Eng- land und Frankreich im Westen sich seit Monaten vergebens bemühen, die starken militärischen Stellungen der verbündeten Zentralmächte zu durchbrechen. Und nun scheint es so, als wenn es auch ans dem Balkan durch den Anschluß Bulgariens an die Zentralmächte zu einer günstigen Kampfentscheidung kommen sollte. So waren alle Bedingungen für einen Erfolg der dritten Kriegsanleihe gegeben. Doch selbst Optimisten rechneten höchstens auf 3 bis Ist Milliarden Mark: erst in den letzten Tagen, als die Nachrichten aus dem Reime ein immer stärkeres Anwachsen der Zeichnungen meldeten, begann man die Gesamtsumme auf 12 Milliarden zu schätzen. Aber niögen auch die Bedingungen noch so günstige gewesen sein: dennoch steckt in dem Ergebnis eine Stärke der Volkswirtschaft, wie sie, vielleicht von England abgesehen, kein anderer europäischer Großstaat besitzt, und diese Stärke ruht auf dem Fundament deutscher Arbeit, nicht zum wenigsten der technischen und allgemeinen intellektuellen Entwickelung der deutschen Arbeiterschaft. Teutschland ist seit dein letzten Kriege in den Jabren 1873/71 wirtschaftlich mächtig fort- geschritten. Das beweist vielleicht nichts besser als die Tat- fache, daß als im August 1870 die erste deutsche Kriegsanleihe von 120 Millionen Mark(heute eine.Kleinigkeit) zum Einsatz- kurse von 88 Prozent aufgelegt wurde, nur etwas mehr als die Hälfte des Betrages gezeichnet wurde. Da die Kriegsausgaben sich jetzt ungefähr auf 2 Mil- liarden Mark pro Monat belaufen, wird Teutschland voraus- sichtlich mit den 12 Milliarden bis zum nächsten Frühling reichen. Hoffentlich ist bis dahin längst Friede geschlossen, denn die immer wieder von der Presse des Viervcrbandes hervorgeholte Hoffnung, Teutschland werde demnächst infolge der völligen Erscköpfung seiner Kricgsmittel den Kampf ein- stellen müssen, ist angesichts des jetzigen Zeichnungsresultats aussichtslos, wie die andere schöne Hoffnung, bald würden die französischen Armeen in Köln oder die italienischen in Wien, einrücken können.______ H. C. Zrenchs MelAung. 4('J"' London, 25, September.(SB. T. B.) Feldmarschall French berichtet: Während der letzten drei Tage setzte die feindliche Ar- tillerie die Beschießung der britischen Front fort. Wir antworteten darauf kräftig. Es wurde viel mit Minen gearbeitet, aber ohne nennenswerten Erfolg. Unsere Flieger griffen gestern mit Erfolg die feindlichen Bahnverbindungen bei Valendennes an und trafen die Linie an verschiedenen Stellen. EinfteUung öes ö'stecreichisch-ungarischen Lanösturms. Wie», 24, September.(23. T. B.) Die in Oesterreich bei den Musterungen als geeignet befundenen österreichischen und ungarischen L a n d st u r ni p f l i ch t i g e n des Geburtsjahres 18V7 werden am 15. Oktober einzurücken haben. Die diesbezügliche Kundmachung wird demnächst verlautbart. Als nächste Etappe werden die bei den neuerlichen Musterungen der Geburtsjahrgänge 1873 bis 1377, dann von 18ö1, 1895 und 1896 zum Landsturm- dicnste mit Waffe geeignet Befundenen einzurücken haben, was für Mitte November in Aussicht steht. Dann erst wird eine Einberufung der 43- bis 59 jährigen in Betracht kommen, so daß dieselben wahr- scheinlich nicht vor Ende November einzurücken haben werden. Hieraus erhellt, daß die Meldung, wonach der Ministerpräsident gegenüber agrarischen Kreisen eine bestimmte Angabe über den kalendarischen EinberufungStermi» der Landsturmpflichligen zweiten Aufgebots gemacht habe, auf einer irrtümlichen Auffassung beruht. Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 25. September.(W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: Die allgemeine Lage ist un- verändert. An der Dardanellenfront bei A n a f o r t a zer- störte unsere Artillerie wiederum eiucn Teil der feindlichen Schützengräben. Bei Art B u r u n machte unser Feuer eine feindliche Kanone bei Zjuksseksirt(?) kampfunfähig. Bei Sedd u l Bahr zerstörte die Explosion einer unserer Minen vor unserem rechten Flügel einen Teil der feindlichen Schützen- grüben und Drahtverhaue und eine feindliche Gegenmine, wo- bei die feindlichen Pioniere den Tod fanden. An der Jrakfront wurden am 22. September zwei Schwadronen feindlicher Kavallerie, die zusammen mit fünf feindlichen Schiffen auf dem linkeu Ufer des Tigris gegen unsere Stellungen vorrücken wollten, zurückgeschlagen, dank des Gegenangriffs unserer starken Erkundungskolonnen. Wir fügen täglich durch unsere wirksamen überraschenden Angriffe den feindlichen Streitkräften, die ohne den Schutz ihrer Kanonen- boote auf dem Tigris und Euphrat sich im Gelände bewegen, schwere Verluste zu, und wir haben ihnen große Beute ent- rissen._ vom v- Sootkrieg. London, 25. September.(23. T. B.) Der britische Dampfer „ ll r b i n o" von der Wilson-Linie, 6651 Tonnen groß, ist der- senkt worden, die Besatzung wurde gerettet. Die von der Besatzung des versenktem Dampfers„Chan- cellor" vermißten 11 Mann sind, wie das Reutersche Bureau mitteilt, in OueenStown angekommen, nachdem sie 29 Stunden im Boote zugebracht hatten. Kämpfe in Selgifch-Kongo. Le Havre, 23. September.(W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Ueber die seit drei Monaten von schtvarzen Truppen im belgischen Kongo im englischen Küsten- gebiet des Tanganjika-Sees gelieferten Kämpfe hat der Kolonialminister folgende Mitteilung des Vizegeneralgouverneurs von Kantaga ausgegeben: Die belgischen Truppen, welche mit englischen Streitkräften zusammenwirken, haben am 25. Juni den ersten Kampf 35 Kilometer östlich von Abercorn geliefert. Die Deutschen erneuerten ani 26. Juli ihre An- griffe gegen Saisi. Der Kampf dauerte bis zum 3. August. Ter Feind wurde mit empfindlichen Verlusten zurückgeworfen. Die deutschen Streitkräfte betrugen 2000(?) mit 18 Geschützen und Maschinengewehren.______ Rumänien wirklich am Scheidewege. Der»Wiener Arbeiter-Zeitung" wird aus B u k a r e st unterm 18. September geschrieben: Wir haben in Rumänien einige schwere, atembeklemmendc Tage hinler uns. Wäbrend sich die Diplomatie sonst immer in den dunkelsten Schleier hüllt, so daß die gewöhnlichen Sterblichen nie wissen, woran sie sind, gab es in den letzten Tagen aufregende Er- eignisse, die alle Welt glauben ließen, daß die Tage des Friedens dieses Landes gezählt seien. Die ungarische Grenze war gesperrt, der Verkehr mit Rumänien ganz unterbrochen. Die österreichisch- ungarische Gesandtschaft versicherte, daß diese Verfügung kein seind- seliger Akt gegen Rumänien sei und nur einige Tage andauern werde. Diese Versicherung binderte aber nicht, daß rumänische Truppen in großer Zahl an die Grenze marschierten, was in der gesamten Bevölkerung große Aufregung bervorrief. Man hielt diese Maßnahmen für den Ansang des furchtbaren Verhängnisses, das nun seit mehr als Jahresfrist wie ein Damoklesschwert über diesem Lande schwebt. Man erwartete vielfach, daß sich jetzt die Ereignisse überstürzen und Ultimatum und Kriegserklärung folgen würden. Nun ist die Grenze wieder offen, der Bann ist gebrochen und die Oeffentkichkeit kann sich wieder beruhigen. Es kann aber nicht mehr die alte Sorglosigkeit wiederkehren, die längere Zeit hindurch bis vor kurzem geherrscht hatte. Denn mag auch die momentane Spannung, die durch die Grenzsperre hervorgerufen wurde, ge- wichen sein, so wissen doch alle, daß jetzt in der äußeren Politik Rumäniens Bedeutsames vorgeht. Warum gerade jetzt? wird mau nicht müde.ffich zu fragen. Was hat sich seit dem Frühling, wo die meisten auf die endgültige Neutralität schon hoffen zu dürfen glaubten, geändert? Die Volksstimmung ist es am allerwenigsten, die auf die Re- gierung einen Druck zum rascheren.Handeln ausüben würde. Denn selbst wer so naiv war, die von den Russophilen mit Hilfe der russischen Gesandtschaft veranstalteten Straßcnumzüge, die im Winter jeden Sonntag aus der Tagesordnung waren, für „Kriegsstimmung des Volkes" zu halten, kann sich der Einsicht nicht verschließen, daß mich diese 2lrt der Kriegsbcgeisterung auf- gehört bat. Seit der Kriegserklärung Italiens hat es in Bukarest keine Kriegsdemonstration mehr gegeben. Aber auch der Gang der Kriegsereignisse kann auf die Regie- rung wahrlich nicht ermunternd wirken. Soviel wird man ja zu- gedeii müssen, daß die Aussichten auf ein siegreiches Eingreifen Rumäniens in den Krieg viel größer waren zu der Zeit, als die Russen die Einfallstore nach Transsplvanien in ihrer Gewalt hie!- kn, als jetzt nach ihrem„strategischen" Rückzug. Ferner muß man sich hier unwillkiirlichjjn ein Argument des halbamtlichen„Viitorul" gegen das sofortige Eingreifen in den Krieg erinnern, das er ver- gangenen Winter gegen die Russophilen gebrauchte. Er hielt da den Herren Filipescou und Take Jonescu vor, wie vernünftig der zu Herbstanfang gefaßte Beschluß zugunsten der Neutralität war, da das Eingreifen in den Krieg zu jener Zeit für das rumänische Heer die Gefahr eines WintcrfeldzugeS mit sich gebracht hätte, den es nur schwer durchmachen könnte. Ist diese Gefahr jetzt, da die kriegführenden Staaten alle Vorbereitungen für den Winter treffen, geringer? Und doch füblt jeder, daß trotz des Fehlens jeglicher Volks- stinunung, trotz der ungünsilgen Kriegslage des Vierverbandeö, trotz der großen Gefahr eines Winterxeldzuges die Haltung der rumänischen Regierung jetzt drohender ist als j e z u v or. In dieser Zlnsicht wird man durcb die Presse des Zlns- lanbes noch unterstützt. Die alarmierendste Nachricht brachte vor kurzem das„Journal de Gensve". Es teilte kurz und bündig mit, daß Rumänien einen förmlichen Vertrag mit dem Vierverband abgeschlossen hätte. Di« Russen hätten in allen Punkten nachgegeben und so habe die rumänische Regierung auf diese Vorschläge eingeben müssen. DaS Verbot der deutschen Munitionsdurchfuhr sei bereits die Erfüllung einer Vertrags- bedingung. Diese Meldung denientierte der„Viitorul" sehr diplomatisch. Er sprach von„falschen Kombinationen" der Auslandspresse in Sachen der Haltung der Balkanstaaten und Rumäniens: eS stecke hinter diesen Nachrickiten nichts als eine leb- hafte Phantasie oder der fromme Wuiisck, daß es so wäre, wie ge- meldet� wird. Eine Meldung„dieser Art" habe auch das sonst wohlinformierte„Journal de Geneve" gebracht. Mit keinem Wort aber berührte das Dementi den I n h a I t der„Meldung dieser Art" selbst. Natürlich können Außcnstebende nickt wissen, ob und wie weit die Genfer Meldung auf Wahrheit beruht. In einem Punkt aber gibt sie den Schlüssel zur Lösung des Rätsels, weshalb die rumä- nische Regierung gerade jetzt dem Vierverbaicd näher steht als je. „Die Russen haben allen Forderungen nachgegeben." Soviel man von den früheren Verhandlungen Rumäniens mit dem Vierverband erfuhr, gab es da große Differenzen über die Teilung der Beute, die einen Vertragsabschluß ganz unmöglich zu machen schienen. Dieser Umstand schien.früher der Regierung, die einerseits den Zeitpunkt zum Eingreifen in den Krieg für ungeeignet hielt, andererseits aber der lärmenden Straße gegenüber in Verlegen- heit war, als Ausrede für das Verbleiben in der Neutralität nicht unlieb zu sein. Gleichzeitig nützte sie die Gelegenheit, um von England Geld zu leihen, und scheint sich so iveit engagiert zu haben, daß� es ein Zurück nicht mehr geben kann im Moment, wo die Russen die früher gestellten Forderungen annebmen. Ohne Rücksicht auf die zetzigen Aussichten hat Rumänien, möglicher- weise infolge seiner ffüberen Sünden, jetzt ja zu sagen, da die geschlagenen Russen im Verteilen der Beute deS Siegers natürlich „freigebig" fein können. Und doch ist noch nicht alles verloren. Der Bertrag verpflichtet, nach derselben Meldung des„Journal de Geneve", Rumänien nicht zur Intervention in einem b e st i m m t e n Zeitpunkt. In diesen Tagen aber kann sich noch vieles, insbesondere auf dem Balkan, ändern, waS Rumänien zum Verbleiben in der Neutralität be- -timmen kaiiil. Es gibt noch Friedenshoffnungeil und vielleicht werde» sie bis zuletzt recht behalten. Die sozialdemokratische Partei hat nichts unterlassen, um von ihrem Volke das größte Unglück ab- zuwende». Sie kämpft auch jetzt mit aller Energie für den Frieden und gegen den Krieg, der großen Staaten nie vernarbende Wunden schlägt, bei Rumänien aber außerdem die E x i st e n z selbst in Frage stellen würde.__ Die Haltung Bulgariens. Sofia, 24. September.(W. T. B.) Amtliche Mitteilung der Agence Bulgare. Der Eintritt Bulgariens in den Zustand der bewaffneten Neutralität ist nach der Auffassung amt- lichcr Kreise aus den Veränderungen zu erklären, die kürzlich in der politischen und militärischen Lage entstanden sind. Bulgarien hat keinerlei feindliche Absichten, ist aber fest entschlossen, seine Rechte und feine Unabhängigkeit Gewehr bei Fuß zu wahren. Nach dem Muster von Holland und der Schweiz, die nicht gezaudert haben, vom Kricgsbcginn an zu dieser Maßregel zu greife», sieht sich Bulgarien in Slnbctracht der Truppenbewegungen bei seinen Nachbarn genötigt, die bewaffnete Neutralität auszusprechen, wobei es jedoch die B c- ratungen und Verhandlungen mit den Vertretern beider kriegführender Gruppen fortsetzt.! * London, 25. September.„Daily News" erfährt aus Washington: Ministerpräsident Radoslawow hat dem bulgarischen Gesandten gekabelt, die Mobilmachung sei nicht in aggressiver Absicht angeordnet worden. Der türkisch-bulgarische vertrag unterzeichnet. Sofia, 25. September.(W.T.B.) Meldung der Agence Bulgare. Die halbamtliche„Narodni Prava" meldet: Das Protokoll betreffend die Uebergabe der von der Türkei abgetretenen Gebiete ist gestern von den t ü r k i- s ch e n und bulgarischen Delegierten, die sich in Dimotika eingefunden hatten, unterzeichnet worden. Die griechische Mobilisierung. Athen, 25. September.(W. T. Bj Eine amtliche Mitteilung betont, daß die Mobilisierung nur als Sicherheitsmaßnahme zu betrachten ist. Selagerungszusianü für Mazedonien. Mailand, 25. September.(W.T.B.) Tie Blätter melden aus Athen, die griechische Kammer sei am Mittwoch zusammengetreten und habe der Verhängung des Belagerungs- zustandes über Mazedonien zugestimmt. Tie griechischen Militärbehörden hätten Dampfer und Eisen- bahnen mit Beschlag belegt und den Waren ver- kehr verboten. Italienischer Ministerrat über öieSalkanlage Bern, 25. Septeniber.(©. T. B.) In Rom wurde ein Ministerrat einberufen, der sich laut„Secolo" aus- schließlich mit der Balkanlage und der Haltung Italiens dazu befassen soll. Laut„Secolo" waren römische diplo- matische Kreise gestern abend nicht so pessimistisch, wie tags zuvor, da, falls Bulgarien noch frei sei zu neuen Verhaud- lungen, der Vicrverband von Serbien weitere Gebiets- abtretungen verlangen wolle. Sollte aber ein Einvernehmen nicht zu erzielen sein, so habe der Viervcrband bereits mit der Ausführung militärischer Pläne zwecks raschen und lvirksanien Eingreifens begonnen.__ Englische Aensurmaßnahmen. Manchester, 25. September.(W. T. B.)„ L a b o u r L e a d e r" schreibt: Infolge neuer Vorschriften des Presse- bureaus können wir den Lesern über viele E n t w i ck e- lungsvorgänge in der Gewerkschafts Welt nicht berichten. Kritik am eigenen Lande. Gilbert Murray, Professor an der Universität Oxford, hat vor kurzem«ine Schritt über„Die auswärtige Politik Sir Edward Greys von 1996— 1915" erscheinen lassen. Murray, der in der Beurteilung internationaler Fragen früher dem der Greyschen Geheimdiplomatie wenig geneigten radikalen Flügel des Liberalismus nahestand, hat sich seit Beginn deS Krieges zu einem Anhänger der Politik deS Ministers des Auswärtigen bekehrt und sucht seinen Glaubenswcchiel in seiner Broschüre zu begründen. Auf seine Be- trachtungen können wir hier nicht näher eingehen, aber der Wiedergabe wert erscheinen die ersten Sätze seines Vorworts, die von dem Recht zur Kritik an seinem eigenen Lande in kritischen Zeiten handeln: „ES ist— schreibt der Verfasser— für die englische Politik charakteristisch, daß sich auch in Zeiten der Krisis immer Persön« lichkeiten finden, die das Verhalten ihres Landes streng kritisieren und die Sache der Feinde ihres Landes sympathisch zu erklären suchen. Ich meine, wir sollten auf dieses Charakleristikum stolz sein. Es ist eins, das nur in einem hoch zivilisierten Gemein- lvesen gefunden werden kann, dessen Streben auf ein ehrliches Handeln und nicht nur auf den Erfolg gerichtet ist, und dessen Bürger einander vertrauen und frei von Angst sind. Deshalb sind die wenigen, die protestieren, keine Verräter, und kein vernünftiger Mensch hält sie dafür. Sie mögen in der Hauptsache auf dem richtigen oder falschen Wege sein, ihre Beweggründe mögen von der reinsten Liebe zur Gerechtigkeit bis zu verschiedenen Graden des Vorurteils, der Dickköpfigkeit oder persönlicher Gereiztheit variieren, aber des Verrats oder der Bestechlichkeit sind sie niemals schuldig oder auch nur ernsthaft verdächtig. Keine Regierung wird sie je verfolgen, lein Mob sie ernsthaft mißhandeln. Sie sind unpopulär, aber weiter nichts. Und sicher würde der Schreiber dieser Zeilen der Letzte sein, der einen streng beurteilte, weil er der„Freund jedes Landes, nur nicht seine? eigenen" sei, denn er ist zu oft selbst so genannt worden, und er war stolz darauf. Er denkt nicht daran, einen deswegen zu tadeln, daß er ein Pro-Deutscher sei in dem einzigen Sinne, in dem dieses Wort an- ständiger Weise gebraucht werden kann, nämlich dem. daß einer ängstlich bemüht ist, die Sache Teutschlands so klar und so gerecht als möglich darzustellen und uns zu helfen, unsere Feinde zu ver- stehen." Gilbert Murray rückt die Dinge in ein zu günstiges Licht, denn gewisse Erfahrungen, die besonder» die Unabhängige Arbeiterpartei in den letzten Monaten gemacht hat, beweisen, daß Leute, die die Sache des Feindes gerecht zu beurteilen suchen, auch in England mehr als bloß„unpopulär" sind. Aber die Objektivität gebietet, an- zuerkennen, daß der Verfasser im großen und ganzen recht hat, wenn er eine weitgehende Freiheit der Kritik als eine charakteristische Eigenschaft deS öffentlichen Lebens in England rühmt. Inöiens Teilnahme an der nächsten Reichskonferenz. London, 23. September.(W. T- B.) Die Blätter melden aus S i m l a: Der Vizekönig erklärte iri� dem gesetzgebenden indischen Reichsrat, die Regierung nehme die Eni- schließung der Versammlung an, daß Indien auf der nächsten Reich skonferenz offiziell vertreten sein solle. Die englische Regierung habe dem Vizekönig niitgetcilt, daß ein entsprechender Wunsch die größte Berücksichtigung finden werde. Beratung öes französtschen Haushaltsplans. Paris, 25. September.(23. T. B.) Die Kammer beriet in ihrer gestrigen Sitzung über den Haushaltsplan. Finanz- minister Ribot ersuchte die Kammer, den Haushalt nicht im einzelnen einer Beratung zu unterziehen, denn Frankreich sei im Kriege und man müsse schnell vorgehen. Bezüglich des Wechselkurses erinnerte Rivot daran, daß der Ausschuß nach Mitteln suche, um ihn zu ber-� bessern. Er könne sich nicht darüber auslassen, aber der Wechsel- kurs sei bereits weniger niedrig. Ter Eingang an Gold sei durch- aus ermutigend, di« Ausgaben wüchsen ständig infolge deS Krieges, aber in Frankreich weniger schnell als in England und Deutsch- land. Frankreich werde mit Ruhe seine Pflicht tun, um Hilss- quellen zu finden. Im letzten Monat hätten die Landesvertcidigungs- und Staats-Schatzscheine 436 Millionen, die Obligationen 1S7 Millionen ergeben. Es herrsche demnach eine große patriolische Wallung im Lande. Ribot dankte schließlich der Kammer für ihre Mitwirkung und erklärte, das gegenseitige Vertrauen werde Frankreich zum Siege führen. Paris, SS. September.(W. T. B.) Nach Anhörung deS Kriegs- ministers und des Finanzministers nahm der Haushaltsausschuß in dem Entwurf betreffend das provisorische Zwölftel für das letzte Vierteljahr IlllS Kredite von 46 Millionen Frank auf, die für den Unterhall von 56 006 Mann schwarze Truppen während deS letzten VierreljahreS 1915 bestimmt sind. Der Berichterstatter führte aus, die Annahme dieser Kredite bekräftige die enge Zusammengehörigkeit Frankreichs und seiner Kolonien, deren Bataillone sich mit Ausbruch des Krieges ausgezeichnet hätten. Paris, 25. September.(33. T. 33.) Die Kammer hat gestern den Gcsetzesantrag betreffend die provisorischen HauS Haltszwölftel für daS vierte Vierteljahr 1915 einstimmig angenomme n. Tic Kredite betragen sechs Milliarden 868 Millionen Frank. Lyon, SS. September. lW. T. B.) Wie„Progres" aus Paris meldet, hat in der gestrigen Kammersitzung der Berichterstatter M a t i n über die provisorischen Budgetzwölftcl die Notwendigkeit betont, alle unnötigen Ausgaben zu vermeiden, da die Kriegsaus- gaben ständig weiterwachsen werden. Dieser Ansicht schloffen sich die Deputierten B r o u s s e und I a u b e r t an, welche außerdem eine verstärkte Parlamentskontrolle forderten. Ter Deputierte D n r f o u r trat für die Erhöhung des Soldes der Soldaten, welche auch von den Kammerausschüffcn befürwortet wird, ein, Ribot gab durch Zeichen zu verstehen, daß auch die Regierung mit der Sold- erhöhung einverstanden ist. Ter Deputierte A c c a m b r e y er- klärte, er verweigere der Regierung den Kredit sowie das Vertrauen. Tie Negicrng verhindere die Ausschüsse an der Ausübung der Kontrolle. Er griff heftig da? Kriegs- Ministerium an. Ter Horizont sei von neuen Wolken verdunkelt, es sei endlich Zeit, eine männliche Entschließung zu fassen. Namens der S o z i a l i st e n g r u p p e bedauerte der De- putierte B e d o u c e, daß die Einigung des Parlamentes mit der Regierung kein gemeinsames Handeln zur Folge habe. Frankreich sei von bureaukratischem Geiste beherrscht. Man komme zu gar keinem Ergebnis. Tie Regierung müsse ferner das Mißverständnis zwischen Senat und der Kammer zerstreuen. Der senat werfe der Regierung vor, daß sie die Kammerdcbatten nicht leite. Tic Sozialistcnpartci stelle mit Bedauern fest, daß der Senat gewisse Gesetze ablehne unter dem Vorwande, daß sie von Sozialisten in- spiriert seien. V i V i a n i rief:„Dies ist nicht richtig." B e d o u c e fuhr darauf fort, das wirtschaftliche Lcben der ganzen Nation müsse von der Regierung geleitet und entwickelt werden, wie dies bei der Metallindustrie geschah. Die Sozialisten seien in den Fragen des Getreides und des Fleisches von keinem politischen Gedanken, sondern nur von dem Interesse des Landes geleitet gewesen. Der Senat müsse dies einsehen. Die Regierung müsse der Wirtschaft- lichen Anarchie ein Ende bereiten und endlich handeln und or- ganisieren. Vi Viani erwiderte, die Regierung bcmübe sich, die Lrgani- sation des Landes in jeder Beziehung durchzuführen. Tie Mei- nungsverschiedenheiten zwischen dem Senat und der Kammer seien in der parlamentarischen Verfassung bedingt. Tie Regierung der- trete vor dem Senate die Gesichtspunkte der Kammer und werde dies auch in der Fleifchfragc tun. Viviani forderte schließlich auf. der heiligen Einigkeit zu gedenken, Opfer zu bringen und sogar za schweigen, wenn man oft auch reden möchte. Ter Vorsitzende res Budgetausschusses Elemente! erklärte, wenn man keine Kriegssteuer einführen könne, wie in England, so werde der Aus- schuß eine Steuer auf Gewinne der Kriegsindustrien vorschlagen. Nach einer kurzen Rede Ribots wurden die Budgetzwölftel, wie schon gemeldet, bewilligt. tzervs, Sie Spnöikaliften und die Internationale. Daß Gust. Hervö die Internationale verscharrte und ihr ein paar ironische Worte inS Grab nachrief, hat die lebhafteste Freude der französischen Bourgeoisie erregt, die nun einen Kronzeugen für die Versicherung besitzt, daß die Internationale tot sei, denn Hervö ist ja Sozialist. Aber die französischen Arbeiter beugen sich auch vor dieser Autorität nicht, und besonders die„Bataille Syndicaliste" hat in den letzten Wochen lauter und eindripglicher als je im Vcr- laufe des Krieges das Wiedererwachen der Internationale verkündet, die zu notwendig- sei, alö daß sie sterben könne. Mehrfach ergriff dabei Louis Gran vidier das Wort. Er wandte sich schein- bar gegen den.Rappel", eines jener Organe, die Hervös Grab- rede begierig ausgcgriffen hatten, aber man bogreist, daß eS mehr als eine Polemik gegen den.Rappel' ist, wenn unser Genosse schreibt: .Gust. Hervö— und er wird mir nicht widersprechen— ist nach allein nur eine einfache Einheit(uns simpls nnitö), ein eingeschriebenes Mitglied der gceinigten sozialistiichen Partei— wie ich und viele andere es sind— einer Sektion dieser Partei, in der er nicht mehr als der eine oder andere von uns Regen und Sonnenschein macht. Schreiben, daß er die entschlafene Jnter- nationale nicht wieder erwecken wird, heißt nicht beweisen, daß die politische Organisation des Proletariats der Well bis an das Ende der Tage schlafen wird. Und erklären, daß Gust. Hervö .sich anskennl und sich nicht täuschen kann" und hinzufügen, daß er die Tote verscharrt mir der Freude eines Menschen, der sich von ieiner früheren Illusion freigemacht hat, das beißt, ein wenig zu schnell marschieren und ein wenig zu eilfertig Schlüsse ziehen." Heivö, sagt Grandidier, ist nicht der Sozialismus, der SozialiS« mus aber rechnet bestimmt mit dem Wiedererstehen der Jnter- nationale, selbst ivcnn es wahr wäre, daß die deuischc Arbeiterschaft, die ihlCinehs wieder für sich allein nicht die Internationale auS- mach!, in ihrer Gesamtheit früheren Idealen so untreu geworden wäre, ivie es viele glauben machen wollen. Grandidier gründet seine Hoffnungen nicht zuletzt auf den Jnter- Nationalismus des Kapitals, der der Arbeiterschaft fast automatisch die richtigen Wege wene, und darin folgen ihm Christ. Cornölissen und P. BoSnard, die ebenfalls i» der«Bataille Syndicaliste' das- selbe Tbema behandeln. .Bevor ein Jahr verflossen ist— ruft Bosnard aus— wird fich der internalionale Bund des Kapitals aufs neue koustiluiert haben.... Morgen wie gestern müssen wir die Arbciterinter- nationale der kavilallstischen Internationale in alle» ihren Ge- stallen enlgegeiiicpen. Wir haben uns täuschen können. Wir haben unser Ziel einige Momente lang aus den Augen verlieren können, aber wir haben es niemals vergessen.' Grandidier selbst verspottet in einem zweiten Artikel die bürgerliche Presse, die vor dem Kriege den französischen Syndikalisten immer dieselben deutschen Gewerkschaften als Muster vorgehalten habe, denen sie nun Verrat an der gemeinsamen Sache der Arbeiter- schast vorwerfe. Er will von dem Vorbild heute so wenig wissen wie vor dem Krieg, aber er bestreitet der Bourgeoisie da§ Verständnis und das Recht, sich in die Diskussion der Frage einzumischen, wie das Proletariat der ganzen Welt seine Angelegenheiten am besten regeln soll. Ins Gebiet der Phaniasse gerät Cornölissen, der von den Möglichkeiten einer doppelten Internationale, einer revolutionären mit den Tendenzen der„Lotion ckirsots" und einer parlamentarisch- reformistischen redet, aber auch ihm erscheint die Neubelebung eine ausgemachte Sache. Hervö selbst hat sich zu dem Thema nicht mehr geäußert. Er ist zu viel mit anderen Dingen beschäftigt und wenn man bei ihm einige Konsequenz voraussetzen dürfte, so müßte man annehmen, daß er in dieser Sache überhaupt schweigen werde, nachdem er vor einigen Tagen verkündet hat, seine.Guerre Sociale' mache während des Krieges keine Politik. Aber Hervö und Konsequenz?! fluch Italien wünscht finanzielle Unterstützung. Rom, SS. September,(lieber Bern.)(W. T. B.) In einer Besprechung der Ankunft des russischen Finanz- Ministers Bark in London und der anschließenden Finanzbesprechungen schreibt der„ M e s s a g e r o': Warum bleibt Italien diesen Zusammenkünften und Äreditoperationen fern? Was wir bei Kriegsanfang erhalten haben, ist im Vergleiche zu den steigenden Ausgaben sehr wenig. Warum hat Carcano nicht wie Bark eine Reise nach London unternommen, um Italien, dessen Kriegsanstreiiguirgen nicht größer und nicht kostspieliger sein könnten, die Vorteile des Bündnisses zu sichern, daS vom militärischen»otwendigerweis» zum Wirtschaft- lichen und finanziellen erweitert werden muß? Warum hat sich Italien nicht zu Frankreich und England gesellt, um über eine neue amerikanische Kriegsanleihe zu unterhandeln? Wir leisten für die Entente das Höchstmaß unserer Anstrengungen zur Erreichung des gemeinsamen Zieles, ober es ist notwendig, daß unS bei den nicht leichten Lasten, die wir übernommen haben, auch die Vorteile des Bündnisses zuteil werden, an erster Stelle die finanziellen. Wir müssen uns von dem verhängnisvollen Agio unserer Valuta frei machen, und wir müssen bei diesem schwierigen linterfangen auf die englisch-französische Solidarität zählen können. Italien kann und darf deswegen nicht länger bei den finanziellen Zusammenkünften der Entente fehlen. demijfion des italienischen Marineministers. Bern, SS. September.(W. T. B.) Zu der D e m i ss i o n d e S italienischen M a r i n e in i n i st e r s, des A d in i r a l Z Leone V i d a l e, berichten italienische Blätter, daß der Marineminister seit mehr als einem Monat krank und in Genua sei. Obgleich die Krankheit durchaus keinen schweren Charakter trage, müsse der Minister sich noch einige Wochen von Rom fernhalten. Er habe es deshalb für richtig gehalten, seinen Abschied zu nehmen. Auch der UnIerstaatZsekrelär der Marine habe sein Abschiedsgesuch eingereicht, sei jedoch auf Wunsch des Ministerpräsidenten noch im Amte bcr- blieben. Salandra habe vorläufig das Marineportefeuille übernommen. Portugiesische Rüstungen! Lyon, 24. September.(W. T. B.)„ N o u V e I l i st e' meldet aus Madrid: Nach Berichten aus Lissabon betreibt Portugal eifrig militärische Vorbereitungen. Die letzten großen Manöver werden in amtlichen Kreisen als durchaus befriedigend angesehen. Der Kriegsminister beschloß, militärische Abordnungen an die verschiedenen Fronten der Alliierten zu senden, damit sie den Kriegsunternehmungen folgen, besonders aber, damit sie die Truppen in der Anlage von Schützengräben unterrichten können. Der neue Präsident, der seilt Amt am ö. Oktober antritt, wird ein neues Kabinett bilden und fich bemühen, den Führer der Demokraten Affonso Costa an die Spitze der Negierung zu stellen, der über eine große Parlamentsmehrheit verfügt und ein entschlossener Anhänger deS Eingreifens Portugals an der Seite Englands ist. Die Opposition in Rußland. London, 25. September.(33. T. B.)„Dailp Telegraph" meldet aus Petersburg vom 23. d. M.: Während sich in Moskau die Verhandlungen der Semstivovcrtreter würdig und harmonisch abspielten, entstand in der Versammlung der Munizipalitäten eine kräftige Opposition der Linken. Die Verhandlungen tvaren zeitweise sehr bewegt, selbst stürmisch, und drohten in ein Kreuzfeuer pcrsön- licher Provokationen auszuarten. Tie Minderheit verlangte eine Zlbstiminung über die von ihr beantragte Entschließung, in der man anscheinend ein verantlv ortliches M i n i- st e r i u m und ein Koalitionskabinett forderte. Tie Verlesung der Entschließung erntete starken Beifall, sie wurde aber schließlich von einer starken Mehrheit abgelehnt. Eine Entschließung der Mehrheit wurde sodann gegen nur drei Stimmen angenommen. Die 33ahl einer Abordnung ver- ursachte einen neuen Streit. Die Minderheit setzte durch, daß Gutschkow nicht gewählt wurde. kkiegsbekanntmachungen. Bekanntmachung. Die ungünstigen Besörderungsverhältnisse haben eine starke Anhäufung von Postsachen auf den östlichen Kriegsschauplätzen herbeigeführt. Die Mahnung durch die Zeitungen vom-1. September hat eine Beschränkung der Auslieferung leider nicht in dem erforderlichen Maße zur Folge gehabt. Bei denr Vorrückcu der Truppen und den infolgedessen immer größer werdenden Entfernungen von den wenigen Eisenbahncndpunktcn häufen sich die Schwierigkeiten bei der Ilbfuhr der Postsachen ständig. Da auch die HeereS- Verwaltung ihre Beförderungsmittel augenblicklich nur in beschränktem Maße zur Verfügung stellen kann, wird behufS Wiederher st cllung einer geordneten Abbeförderung im Einvernehmen mit der Heeresverwaltung die Ann ahme und 33c- fö rd erung privater Feldpostbriefe über fünfzig Gramm(Päckchen) an die Truppen- angehörigeu d e r O st a r ni e e n f ü r d i e Z c i t v o m 2 6. bis einschließlich 36. September eingestellt. Hiernach unzulässige Senduugen werden den Absendern zurückgegeben werden. Stach Mitteilung der Heeresverwaltung sind auch bei der Beförderung von Privatpaketen für die Truppen im Osten aus denselben Gründen zurzeit erhebliche Verzögerungen nicht zu vermeiden. Es empfiehlt sich daher, auch von der Auf- lieferung von Privatpaketen in dieser Zeit a b- zusehen. Der Staatssekretär der Rcichspostverwaltung. K r a e t k e. Abfindung der beurlaubten verwundeten und kranken Mannschaften. Den aus dem Felde zurückgekehrten verwundeten und kranken Mannschaften ebenso wie den kranken Mannschaften immobiler Formationen wird vielfach auf besonderen Antrag die Erlaubnis erteilt, sich zur Wiederherstelluilg ihrer Gesundheit, zu Erntearbeiten usw. zu begeben. Diese Leute werden hinsichtlich ihrer Gebührnisse ebenso behandelt wie die zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit beurlaubten Mannschaften. Sie haben daher für die ganze in Betracht kommende Zeit Anspruch auf die Löhnung ihres Dienst- grades nach den Sätzen mobiler oder immobiler Formationen sowie auf die Gewährung der Geldabfindung zur Selbstbeköstigung. Für Angehörige mobiler Formationen beträgt diese ohne Unterschied des Dienstgrades 1,26 M. für den Kopf und Tag. Angehörige immobiler Formationen erhalten das Beköstigungsgeld des Truppenteils, dem sie zur Verpflegung zugeteilt sind. Militärtechnische Versuche. Zur Vornahme von Versuchen werden den Truppen im Felde fortgesetzt Geräte und Werkzeuge aller Art übersandt. Abgesehen davom daß diese Sendungen die Feldpost in unzulässiger Werse belasten, ist eine Bornahme von Versuchen im Felde fast niemals möglich. Versuche veranlaßt:�____ 1. auf dem Gebiete des Waffen wesens der In- f a n t e r i e die Gewehr-PrüfungSkommission in Spandau-Ruh- lebe». �.,. S. auf dem Gebiete des A r t! l l er i e w e s en» die Artillerie- Prüfungskommission in Berlin W. IS, Kaiser-Allce 216/218, 3. auf dem Gebiete des Truppen- und Tra,n- Feld gerat- die Feldzeugmeisterei, Traindepot-Jnspektion, Berlin, Dresdener Straße 52/53, 4. auf dem Gebiete des Pionie rw e s c n S das stell- vertretende Jngenieur-Komitee in Berlin, Kurfürstenstraße 63/69, 5. aus dem Gebiete des Militär- Verkehrs- weseus und der Luftschiffahrt die VerkehrStechnische Prüfungslommisfivn in Berlin-Schöneberg, � 6. auf dem Gebiete des F l i e g e r w e s e n» die In- spektion der Fliegertruppen in Berlin W. 15, Kurfürstendamm 193 bis 194. Alle Eingaben, die Versuche betreffen, wolle man nur an die vorgenannten Dienststellen richten. Letzte Nachrichten. Ter russische Generalstabsbcricht. Petersburg, 25. September.(33. T. B.) Mitteilung des Gr o ß e ii G e n e r a l st a b e s. Deutsche Flieger zeigten sich über dein Meerbusen von Riga, wurden aber von unseren Wasserflugzeugen verjagt. Das Torf Kalnen in der Gegend von Neugut, das mehrfach von Hand zu Hand ging, � blieb gegen Morgen des 23. September in unseren Händen. Feind- liehe Versuche, das Torf Stcigge bei Birschalcn wicderzu- nehmen, Karen erfolglos. In der Gegend von„v ii n a b u r g werden die Kämpfe fortgesetzt. An vielen Orten entwickeln die Deutschen heftiges Artilleriefciier und unternehmen wütende Angriffe. In der Gegend von Nowo-Alepandrowsk an beiden Seiten der Straße nach Tünaburg dauert die erbitterte Schlacht ununterbrochen an. In den Engpässen in der Gegend der Seen von Trisviaty und Obole werden gleichfalls heftige Gefechte geliefert. Unsere Truppen warfen den Feind mit dem Bajonett aus Wileika hin- aus. Wir nahmen bisher den Deutschen in dieser Gegend mehr als acht Geschütze ab. Es ist festgestellt, daß sich darunter vier Haubitzen befinden. Außerdem wurden neun Mnnitions- wagen und sieben Maschinengewehre erbeutet. Tie i.n dem Kampfe erbeuteten Geschütze wurden gegen die Deutschen gerichtet und trieben ein Panzerautomobil in die Flucht. In der Gegend von Ochian und weiter südlich bis zum oberen Njemen, eöenso in der Gegend östlich der Eisenbahn Lida— Moltschadz, werden auf der ganzen Front hartnäckige Kämpfe geliefert. Besondere Heftigkeit erlangte der Kampf in der Gegend des Torfes Subotnick an der Gawia, wo es dem Feind gelang, auf das linke Ufer hinüberzukommen, und in der Gegend südöstlich von Moltschadz, wo der Feind unter großen Verlusten geworfen wurde und sich zurückzog. Südlich des Marktfleckens Baranowitschi erreichten die feindlichen Vorhuten den Fluß Myschanka, einen Zufluß der Szezara. Arn Lginski-Kanal bei einem Kampfe in der Gegend von Logischiii wurden die Deutschen geschlagen und entflohen. Lo- gischin wurde von uns wieder besetzt. Ein Teil der fcind- lichen Bagage wurde von unserer Kavallerie erbeutet, welche die Dedieniingsmannschaften niedersäbelte und die Wagen zer- störte. Bei Tubrowa und Mokrajo östlich von Logischin er- litten die Deutschen schwere Verluste. Südlich des Pripjet wurde der Feind aus den Dörfern Gorynitze und Omyt am unteren Stokhod hinausgeworfen und von dein Flusse Wiesie- lucha zurückgetrieben. Ein besondcrcrErfolg kennzeichnete unsre Kampfhandlungen in der Gegend von L u c k. Nachdem wir im Laufe der Nacht zum 23. September die feindlichen Stellungen bei den Dörfern Lipowiec und Niebozka nördlich von Luck angegriffen und genommen hatten, nahmen unsere Truppen nach vorläufiger Berechnung gegen 86 Offiziere und 4666 Mann gefangen und erbeuteten Maschincngowehre, Feldküchen und Fernsprechapparate. Gegen Morgen des 23. September war Luck in unseren Händen. Gegen Abeiid desselben Tages besetzten unsere Truppen den Brückenkopf von Krasno in der Gegend der Stadt Luck. Südwestlich von Luck besetzten unsere Truppen nach einem dritten tapferen Angriff die Dörfer Podhajce und Kruph und töteten in einem Bajonettkampse viele Magyaren. In den Kämpfen um die Uebergänge des Flusses Styr ein wenig flußaufwärts von den genannten Dörfern machten wir noch im Lause der letzten Tage ungefähr tausend Gefangene. Ans der Richtung von Poczajcw unter- nahm der Feind verschiedene Gegenangriffe und drückte unsere Truppen ein wenig zurück. In der Gegend des Dorfes Biemawa und südöstlich von Trembowla wurde der Feind noch weiter nach Westen zurückgeworfen. Die Haltung Griechenlands. Athen, 24. September.(W. T. B.)(Verspätet eingetroffen.) Der Privatkorrespondent von Wolffö Telegraphischem Bureau mel- det: Die Regierung hat eine Anleihe mit der griechischen Nationalbank abgeschlossen. Die Bank leistet einen sofortigen Vorschuß der zwischen zwölf und zwanzig Millionen Drachmen schwanken wird. Tie Stimmung in Athen ist nach Bekanntwerden der Mobilmachung äußerst ruhig. Tie öffentliche Meinung heißt die Sicherheitsmaßnahmen der Negierung gut und betrachtet sie als für die Sicherheit des Landes notwendig. Die Presse betont die friedlichen Absichten Griechenlands. Die Venizelos nahestehende Presse macht darauf aufmerksam, daß das Bündnis zwischen Griechenland und Serbien unzerreißbar sei, betont aber auch, daß die getroffenen militärischen Maßnahmen nur ans Gründen der Vorsicht und für. die Sicherheit des. Landes erfolgt seien. Die Oppositionspresse heißt den Mobilmachungsbeschluß gut, hebt je- doch hervor, daß er ausschließlich eine Sicherheitsmaßnahme dar- stelle, die von den politischen Fragen, welche noch nicht aufgerollt wären, vollständig unabhängig sei. Das Blatt„Nea Himera' spricht die Hoffnung aus, daß das Kabinett Venizelos zurücktreten werde. Gewerksihastliches. Vevtfches Netch. Arbeitsregelung im Buchbindergewerbe. Sine gemeinsame Sitzung der Vorstände des Verbandes Deut' sckcr Buckbindereibesitzer und des Deutschen BuchbinderverdandeS fand am Id. September in Leipzig statt. Sie befaßte sich in der Hauptsache mit folgenden Fragen: Unter welchen Umständen können beim Fehlen männlicher Arbeiter auch Arbeiterinnen mit Gehilfen- arbeiten beschäftigt werden? Antrag auf Gewährung von Teuc- rungszulagen. �Arbeitsbeschaffung und Entlohnung für Kriegs- invalide. Die erste Frage hängt mit dem sogenannten Dreistädtetarif für Berlin, Leipzig und Stuttgart zusammen; wonach, mit einigen geringen Ausnahmen für Leipzig, Arbeiterinnen nicht mit Gehilfen- arbeiten beschäftigt werden dürfen, um die Untergrabung des Akkordtarises und die weitere Verdrängung der männlichen Arbeiter aus dem Berufe zu verhüten. Da in Berlin infolg« des Krieges Mangel an männlichen Arbeitskräften zu verzeichnen war, so ver- langten die Unternehmer Freigabe der betreffenden Arbeiten aust für Arbeiterinnen, womit sich die Gehilfen einverstanden erklärten. wenn sich über die Lohnfrage eine Verständigung erzielen lasse. Man einigte sich in der gemeinsamen Sitzung dahingehend, daß Arbeiterinnen mit Männerarbsit beschäftigt werden können, wenn Gehilfenmangel vorhanden ist und die Arbeiterorganisation dies zugebe. Arbeiterinnen, die mit Männerarbeiten beschäftigt werden, muß ein Mindestlohn gezahlt werden, der für Berlin 44 Pf., für Leipzig 40 Pf. und für Stuttgart 39 Pf. beträgt. Nach Möglichkeit sollen die Arbeiterinnen nach den Akkordsätzen der Gehilfen be- schäftigt werden. Da die Arbeiterinnenfrage besonders nach Be- endigung des Krieges eine große Rolle spielen wird, dürfte diese Abmachung auch für andere Gewerkschaften von erheblichem Interesse sein. Bei der Besprechung über die Teuerungszulagen' betonten die Unternehmer sehr stark die mißliche Lage des Gewerbes, die e§ den meisten Unternehmern unmöglich mache, den Wünschen der Arbeiter- schaft Rechnung zu tragen, doch erklärten sie i'- bereit, den Mitgliedern des Buchbindereidesitzer-Verbandes zu empfehlen, jenen Wünschen nachzukommen, weil ihnen die Berechtigung an sich, in- '"ge der allgemeinen Verteuerung der gesamten Lebenshaltung ht abgesprochen werden könnte. In Sachen der Unterbringung und Entlohnung der Kriegs- invaliden einigten sich beide'Parteien'auf ein Handinhandgehen, wofür allerdings die Einzelheiten noch bestimmt werden müßten, die sich durch die Praxis ergeben würden. Kuslanö. Eine Denkschrift der österreichischen GewerkschastS» kommission. Dem Minister de? Innern wurde von dem Sekretär der öfter- rerchischen Gewerkschaftskomlnission Genossen H u e b e r und dem Schriftführer der Reichsratsfraktion Genossen S e i tz eine Denk- schrift überreicht, die ein Bild der Wirtschaftslage in Oesterreich, insbesondere aber auch von dem Wirken der österreichischen Gewerk- schaften gibt. Ende l9I3 gehörten den Zentralverbänden lohne die technisch- autonomistischen) 415 195 Mitglieder an. Die scharfe Krise jener teit veranlagte im ersten Halbjahr 1914 nur fünf österreichische emeinden, es endlich mit einem Anfang zu einer kommunalen Arbeitslosenunterstützung zu versuchen; die größte dieser Gemein- den, Graz, stellte 699 Kronen dafür in den Voranschlag ein. In Wien, Prag. Brünn usw. war man über vorbereitende Er- wägungen mit größtenteils verneinendem Eegebnis nicht hinaus- gekommen. Die mit Äriegsbeginn einsetzende Arbeitslosigkeit ver- minderte.sich bald ebeusö wie. in Deutschland. Ende 1914 hätten die Zentraloerbände nur" noch Z49 681 Mitglieder; ihre Ausgaben waren. 1914 um 1,6 Millionen Kronen gestiegen, cS wurden an Arbeitslosenunterstützung Gesamteinkommen ftast i allein in diesem Jahre bei 8L Millionen 2 Millionen weniger als 1913) und 9,9 Millionen Gesamtausgaben 3 Millionen aufgewendet. Dabei waren die meisten Verbände zur Herabsetzung der Unterstützungssätze ge- nötigt.—. In sehr eindringlichen und beweiskräftigen Darlegungen för- dert die Denkschrift ein rechtzeitiges Eingreifen des Staates zur Vorbereitung der Zurückführung der Volkswirtschaft auf den Friedenszustand; es. wird für den Fall der Unterlaffung ein Wieder- aufleben der Abwanderung gerade der qualifizierten Arbeiter nach den Ländern � mit vorgeschrittenerer Sozialpolitik«.Deutschland, Englandi vorausgesagt. Die Gewerkschaftskommission betont, daß die allerdings nur zur Friedensarbeit gegründeten, finanziell schon so außerordentlich stark in Anspruch genommenen Gewerkschaften zur Mitarbeit an dieser ausschlaggebend wichtigen Arbeit des Staates bereit sind.__ Die Finanzen der schweizerischen Gewerkschaften im Jahre 1914. Die schweizerischen Gewerkschaften batten im Jahre 1914 eine Gesamteinnahme von 1 932 975 Fr.>1913: 2 238 497 Fri), wovon 1 546 273 Fr.>1 965 279 Fr.l ordentliche, 149 841 Fr.<19 497 Fr.) freiwillige und Erkrabeiträge. Gegenüber 1913 sind die Gesamt- einnahmen um 418 997 Fr. oder 21,3 Proz. zurückgegangen. 18 Ver- bände hatten Mindereinnahmen von 999 bis 159 811 Fr.(Metall- arbeiter) und nur die drei Verbände der Gemeinde- und Staats- arbeiter(524 F.), des Lokomotivpersonals(13 499 Fr.) sowie der Arbeiter der Transportanstalten<299 Fr.) Mebreinnahmen. In Prozenten beträgt die Mindereinnahme der 18 Verbände 7,2 Proz. im Minimum bis 43,1 Proz.(Bauarbeiter) im Maximum. Die Ausgaben betrugen 2 383 389 Fr.(1913: 1825 281 Fr.), um 558 999 Frank mehr alz im Vorjähre. Von den gesamten Ausgaben fallen auf Arbeitslosenunterstützung allein 415981 Fr.(188497 Fr.), auf Ärankenunterstüyung 422 396 Fr.>475 494 Fr.), aus Invaliden- und Sterbegeld 149 698 Fr.(121.927 Fr.), Notfallunterstützung 58 183 Fr.(19 799 Fr.). Insgesamt wurden für Unterstützungen 1983 282 Fr.(1913: 859 878 Fr.) ausgegeben. Lohnkämpfe kosteten 724 542 Fr.(297 378 Fr.), wovon allein 582 446 Fr. auf die Uhren- arbeiteraussperrung in Grenchen(Kanton Solothurn) entsallen. Es handelt sich in diesen Ausgaben geradezu um planmäßige Aus- Plünderung der Gewerkschaftskassen durch die Unternehmer, um die Gewerkschaften finanziell leistungsunfähig zu machen. Der Rest- betrag wurde für die Verbandszeitungen, Agitation und sonstige Bildungsausgaben, für sachliche und persönliche Verwaltung usw. ausgegeben. Das Kriegsjahr 1915 bedeutet die Fortsetzung der Schwächung der Gewerkschaften, aber ihre Existenz behauptet sie doch. flus Industrie und Handel. Die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft hat entsprechend dem Beschlüsse der Generalversammlung vom 3. September 1915 den Betrag der Kapitalserböhung endgültig auf 29 999 999 M. fest- gesetzt, wovon 26 975 999 M. zum Erwerb von 84 767 999 M. L. E. W.-Stammartien dienen, während 2 925 999 M. gegen Bar- zahlung übernommen sind. Das Aktienkapital der A. E. G. be- trägt somit 134 999 999 M. Dänemark als Fleischversorger Englands. Im Handelsteil von„Politiken" gibt ein Handelsbericht der G r o s s i sie n- S o z i e t ä t ein. interessantes Bild über Däne- markS Bedeutung als Fleischerzeuger für England sowie über die Schwierigkeiten, die� der Krieg mit sich gebracht hat.— Die S ch.w e i n e p r o d u k t i o n hat. 1914� infolge der bohen Fleischpreise von 1913 eine unerreichte(Hohe erlangt. Der Wert des aus- geführten Fleisches wird auf über 29 9 Millionen Kronen ver- anschlagt. Die Hauptmenge des Fleisches ging natürlich nach Eng« land-, das von Dänemark im Jahre 1914 142 Millionen Kilo- gramm anstatt 124 Millionen im Jähre 1913 und 129 Millionen Kilogramm im Jahre 1912 bezogen hak. Nack Deut sch l a n d wurden 1914'4 Millionen Kilogramm gegen 1% im Jahre 1913 und 3 Millionen im Jabre 1912 gesandt. Großbritanniens g e- samte Einfuhr an Fleisch im Jahre 1914 betrug 259 Millionen Kilo, so daß also Dänemark gut die Hälfte gelieiert hat. Von der übrigen Fleischcinfuhr Englands entfallen 77 Millionen Kit» gramm auf die Bereinigten Staaten und 17 Millionen Kilogramm ans Kanada.— Im Januar 1914 war der Höchstpreis für Fleisch in England 74 Schilling für den Zentner. Er stieg im April und Mai weiter und fiel, dann im Juni auf.68 Schilling. Nach Kriegsausbruch erreichte er den offiziellen Preis von 199 Schilling. Im- August machte sich an einzelnen Tagen im englischen Publikum dieselbe Panik geltend wie anderwärts. Die Furcht vor einer Hungersnot bewirkte den Einkauf der großtmög- lichsten Menge von Lebensmitteln.. Da gleichzeitig die Zufuhr aus Dänemark infolge von Transporischwierigkeiten während einer Woche ausblieb, sprang der Preis auf die ungewohnte Höhe von 199 bis 119 Schilling. Aber ein Rückschlag trat schnell ein. Dänische Exportschiffe brachten jede Woche große Ladungen und das Pübli- kum erhob nunmehr Einspruch gegen die hohen Preis« im Klein- verkauf, indem es eine ganze Woche völlig mit dem Fleischeinkauf aufhörte. Darauf fielen in England die Preise aus 87 Schilling Ende August, auf 64 Schilling im Oktober und 74 Schilling am Jabresschluß. Diese Preisstürze erfolgten infolge vermehrter Schlachtungen in Dänemark und großer Zu- fuhren au? den Vereinigten Staaten. Die Preise würden noch liefer gefallen sein, wenn nicht die Regierung für das Heer irisches Fleisch eingekauft hätte. Irland hat im Jahre 1914 1 266 544 Schweine gegen 1 181 269 im Jahre 1913 geschlachtet, so daß der Wettbewerb hier aus Dänemark vielleicht schadete. Auch Holland hat bis Ende Oktober große Fleischmengen nach Eng- land verschifft, ebenso Schweden. Die Zufuhr aus Ruß- l and war in den ersten sieben Monaten. des Lahres größer als je zuvor. Aber die- Art' war schlechter da schwierige Transporlverhältnisse es verursachten, daß das dänische Fleisch häusig in etwas beschädigtem Zustande ankam. Be- sonders ungünstig waren die Verhältnisse namentlich in den Wochen, wo die gesamte dänische Ausfuhr über Leith gehen mußte und es an der nötigen ArbeitSkrast.mangelte, und der Bahntransport un- geheuer langsam vor.sich ging.— Für die dänischen Landwirte wiesen die letzten Monate in 1914 eine starke Uebererzeugung deS Schweinebestandes auf. Dieses unglückliche Verhältnis machte sich in höherem Matze 1915 geltend. Das Ergebnis wird sein, daß der Schweinebestand 1915 bedeutend niedriger sein und vielleicht bis zur Hälfte des Bestandes von 1914 gehen wird. Die dänische und die holländische FleischauSfuhr käme ztveifel« los in hohem Maße Deutschland zugute, wenn die deutsche Zoll- Politik gegen die Einfubr deS Fleische- nicht so unübersteigbare Schranken aufgerichtet hätte. Tie Handelsbeziehungen der nord- europäischen sleischproduzierenden Länder. haben sich deswegen wesentlich auf den Verkehr mit England eingestellt, obgleich die Lieferung nach Teutschland ihnen das Nächstliegende wäre, wenn sie hier die gleichen Einfuhrbedingungen vorfänden. Diese wirr- schaftlichen Beziehungen üben natürlich auck einen, gewaltigen Ein- slutz auf die politische Stellungnahme der Bevölkerung in den auf den Export angewiesenen Ländern aus. Lescabend für Blinde. Jeden Dienstag von 5—8 Ilbr bei Heintzt* Berlin, Annenstr. 1. Schicksalsgenossen und Genossinnen find willtommen. Auskunft erteilt 31. Mendt, Berlin K., Wiesenftr. 36. WetteraoSstchten für das mittlere Barddeutschland bis Montagmittag. Ziemlich warm, östlich der Oder noch überwiegend bester und trocken, wester im Westen vielfach bewölkt, an den meisten Orte» etwas Regen, an einzelnen Gewitter. PieseWodie Sond-Preise AWERTHEIM q Verkauf im C- Erdgeschoss ts.— H. Porzellan Billiges weißes Porzellan TaicIgcschiiT Spelseleller«st. Ii-»....... 1 8 PI. Frühstücksfeller.......... 1 2 PI. Kompotleler............ 1 0 pi Braiensdiüsselnovow. 25 Pl-b. 1.10 Brafensdiüsseln und...... 70 PI. Kompotfsdiüsseln.»n 20 tu 65 pi. Kartoffelnäpfe...... 95 pi, 1.25 Saucieren 43 Pl 65 P>. Terrinen..........1.35 1.75 Kaffeekannen........... 45 pi. Teekannen............. 45 PI- Milchlöpfe...... 10 15 22 pi. Tassen-,.«»>»»««.»»---12 pi* Zuckerdosen............ 15 Psi Kaffeegeschirr„Jlse" feine» Btamenbandmuster Kaffeekannen..»«> 32 PI d» 1 30 Teekannen-.. 65 pi. 85 Pi. 1 05 Milchlöpfe...»..von 1 3 tu 60 pi. Tassen................ 35 P(. 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Selbst bürgerliche Leser klagen über die Einförmigkeit der Presse, sehe doch ein Blast fast wie das andere aus. Trotz der Schwierigkeit der Verhältnisse, die von der großen Masse des Publikums bei weitem nicht genügend ge- würdigt werden können, ist der„Vorwärts" bemüht gewesen, seinen Eharatter streng zu wahren und seiner sozialistischen Weltanschauung getreu zu bleiben, die er seit Anbeginn seines Bestehens verfochten hat, entsprechend den wirsschastlichen und geschicht. lichen Erkenntnissen, die im Programm und allen Partei- tagsbeschlüssen der sozialdemokratischen Partei ihren klaren Ausdruck gefunden haben. Diese Richtlinien der Partei, die von dem hochfliegenden Idealismus und der wahrhasten Vertretung der proletarischen Volköinteressen der sozialistischen Arbeiterbewegung zeugen, haben der Partei immer breitere Volksmassen zugeführt und auch dem„Vorwärts" seine große Verbreitung verschafft, wie sie auch in Zukunst das VannerdermodernenArbeiterbewegung bleiben werden. Die Meldungen über die Kriegsereignisse gibt der „Vorwärts" in sorgfältiger Zusammenstesiung und Auswahl wieder. Sein Verzicht auf irreführende und kurzlebige Sensationsnachrichten hat ihm schon oft die Anerkennung auch einsichtiger bürgerlicher Kreise eingetragen. In der Behandlung der Fragen der auswärtigen Politik, auch des Verhältnisses der kriegführenden Staaten zueinander, vermeidet es der„Vorwärts" gewissenhast, das furchtbare Ringen der Mächte durch tendenziöse Verunglimpfungen zu vergiften, die für die militärischen Ereignisse ohne jeden Äe- lang sind und nur eine Orachensaat des Völkerhasses für die Zukunst aufleimen lassen können. Inmitten des blutigsten Waffenkampfes der Gegenwart vergißt der„Vorwärts" nie, daß der Kriegszustand und die Völkerverfeindung nur eine vorübergehende Episode in der großen Kulturentwicklung der Menschheit darstesien können, und daß es die Pflicht aller vorausschauenden, wahrhast historisch denkenden Politik ist, auch in der Gegenwast schon das Fundament für die Zukunst zu legen. Die wirsschastlichen Gegenfatzinteressen des deutschen Volkes finden im„Vorwärts" die ausführlichste Behandlung und schärfste Betonung. Alle Fragen der Volksernährung und Kriegsfürsorge sowie alle speziellen Interessen der Arbeiter werden, soweit die Verhältnisse das gestatten, eingehend besprochen. Parteigenossen und Parteigenossinnen! Viele Tausende von Vorwärtslesern sind zum Heeresdienst einberufen worden. Es ist deshalb die Pflicht der Angehörigen, Zurückgebliebenen, dafür zu sorgen, daß den Mannschaften im Ketde der„Vorwärts" nach wie vor zugeht. Vor asten Dingen aber ist es auch die Aufgabe der noch im Zivilberuf Stehenden und der Frauen, den Leserkreis des„Vorwärts" auch in Groß-Berlin ständig auszudehnen und ihrem Organ ständig neue Abonnenten zuzuführen. Der bevorstehende Quartalsanfang eignet sich besonders für energische Werbearbeit für das Blatt, das die Anschauung der Berliner Arbeiterschast vertrist. Oer gewaltigen Mobilisierung der Männer muß die Mobilisierung der proletarischen Krauen folgen. Die Mobilisierung nicht im Dienste der Waffen, son- dern im Dienste der proletarischen Solidarität, im Dienste der sozialen Wohssahrt, im Dienste der Menschlichkeit. Diese Betätigung der Frauen aber schließt als erste Aufgabe ein die Werbearbeit für das Organ ihrer Ideale den „Vorwärts". Pläne und /Absichten. Ueber die vom Bundesrat geplanten angeblich umfassen- den und durchgreifenden Matznahmen in Sachen der Lebensmittelversorgung sind in den letzten Tagen allerlei Mittzestungen in die Oeffentlichkeit gedrungen. Da- nach ist im wesentlichen folgendes beabsichtigt: Die Gemeinden mit meh» als 5000 Einwohnern sind verpflichtet, die mit einer geringeren Einwohnerzahl berechtigt, sogenannte Preis- p r i! f u n g s st e l l e n einzurichten, denen die Befugnis er- teilt ist, durch Einsichtnahme in Ziechnungen, Frachtbriefen, Geschäftsbücher usw. Grundlagen für Preisfestsetzungen zu erhalten. Sie haben das Recht, jede für erforderlich erachtete Auskunft zu verlangen und sollen die Behörden bei der Rege- lung von Preisfragen unterstützen. Tie Organisation gipfelt in einer Preisprüfungsstelle für das Reich, die dem Bundes- rat zur Seite stehen soll. Ferner erhalten die Gemeinden das Recht, Versorgungsgesellschaften in Gestalt von Zwangssyndikaten zu schaffen, denen die Händler ihre 'Waren auf Verlangen überlassen müssen. Tie Versorgungs- gesellschaften sollen zu Vcrsorgungsverbänden zusammen- geschlossen werden.„Was die Preisregulierung betrifft," heitzt es weiter,„so sind die Gemeindeverbände mit mehr als 5000 Einwohnern verpflichtet, die übrigen berechtigt, Höchst- preise festzustellen für alle Gegenständ« des Lebensbedarfs, Fleisch- und Wurstwaren, Milch, Butter, Käse, Eier, Mar- garine, Kunstspeisefette, Grietzmehl, Grünkern, Hafer- grütze usw." Die Landeszcntralbehördcn können für größere einheitliche Preisgebiete Durchschnittspreise mit einer Grenze nach oben und nach unten festsetzen, innerhalb deren die Gemeinden ihre Preisfestsetzungen vornehmen dürfen. Ob diese Angaben im großen und ganzen korrekt sind, wissen wir nicht, sicher aber sind sie lückenhaft, und wir müssen natürlich ein endgültiges Urteil bis zum Vorliegen des authentischen Materials vertagen. Soviel scheint ja festzu- stehen, daß beabsichtigt wird, den Gemeinden zu einer Bc- kämpfung der Lcbensmittclnot weitergehende Befugnisse zu erteilen, als sie bisher besessen haben. Am wichtigsten ist da das Bcschlagnahmerccht zugunsten der zu schaffenden Ver- sorgungsgesellschaften. Aber dieses Beschlagnahmerecht ist von sehr geringem Nutzen, wenn es sich nur auf die im gegebenen Augenblick in der Gemeinde vorhandenen Vorräte erstreckt, und man ist bis auf weiteres doch wohl zu der Annahme be rechtigt. daß etwa die dem Bundesrat beigegebene Preis prüfungsstelle für das Reich auch die Vollmacht erhält, dafür zu sorgen, daß die benötigten Nahrungsmittel in dem Bereich der einzelnen Versorgungsgesellschaften und Versorgungsver bände auch zur Verfügung stehen. Merkwürdigerweise sind unter den Waren, für die die Gemeinden Höchstpreise festsetzen können, die Kartoffeln nicht genannt. Ist das ein Versehen eines flüchtigen Bericht erstatters oder soll wirklich an dem Plane festgehalten werden, die Kartoffeln dem freien Spiel der Kräfte nicht zu entziehen? Aus allen Kreisen der Konsumenten wird dieser Absicht aufs schärfste entgegengetreten, und so gut wie allenthalben fordert man Beschlagnahme und Höchstpreise. Aber die Produzenten stemmen sich ebenso energisch gegen ein behördliches Ein- greifen in das freie Spiel der Kräfte, und die„Deutsche Tageszeitung" beispielsweise tadelt neuerdings wieder recht scharf den Gesamkverband der chri st lichen Gewerkschaften, weil er in einer Eingabe an die Reichs regierung in der Kartoffelfrage dieselben Wünsche geäußert bat, die von anderen Arbeiterkategorien vertreten werden. Das konservative Organ kommt diesmal vor allen Dingen mit technischen Bedenken. Es schließt aus der Eingabe, daß die ganze Masse der für die Ernährung der städtischen Bevölk« rung erforderlichen Kartoffeln gleich im Herbst beschlagnahmt, enteignet und in die Verbrauchsorte zur Einkellerung über- führt werden sollen, und es bezweifelt, daß die städtischen Verbraucher, die Kleinhändler oder selbst die Kommunen im stände seien, eine zweckentsprechende Pflege der beschlag� nahmten Kartoffeln zu übernehmen. Die„Deutsche Tages' zeitung" verweist auf die Erfahrungen des Vorjahres, in dem ja in der Tat nicht ganz unbeträchtliche von den Städten auf- gespeicherte Vorräte verdorben sind, und sie warnt nun vor Maßregeln, die ihrer Meinung nach für die ganze Volks- ernährung geradezu verhängnisvolle Folgen heraufbeschwören können. Diese Argumente scheinen uns ebenso wenig stichhaltig zu sein wie die übrigen, die in der letzten Zeit im Interesse der Produzenten vorgebracht worden sind. Die„Deutsche Tages- zeitung" setzt mit ihrer Kritik zudem an einem Punkte an, der keineswegs der wesentlichste ist. Es trifft zu, daß der Wert der Kartoffel durch häufigen Transport und durch un- zweckmäßige Lagerung gefährdet wird, aber nichts steht dem im Wege, daß man einen beträchtlichen Teil der beschlag- nahmten Kartoffeln in den Mieten beläßt und sie nur nach Bedarf den städtischen Konsumenten zuführt. Für die Zeit deS Frostes freilich, in der ein Transport der Ware ohne Schädigung unmöglich ist, müssen die Gemeinden aus- reichende Vorräte zur unmittelbaren Verfügung haben, aber es ist, ganz abgesehen von der Möglichkeit einer Lagerung bei den Großhändlern, wohl anzunehmen, daß sie nach den Erfahrungen des letzten Winters in der Lage sind, für eine Ausbewahrung zu sorgen, die dieses wichtige Lebensmittel gegen Verderben schützt. Jedenfalls muß es um die sachlichen Gründe gegen Be- schlagnahme und Höchstpreise sehr schlecht bestellt sein, wenn man zu Einwendungen wie denen der„Deutschen Tages- zeitung" seine Zuflucht nimmt, und die verantwortlichen Stellen werden auf die Tauer um die Pflicht, die Kar- toffelversorgung der Preisbildung des Privathandels zu ent- ziehen, nicht herumkommen. Eben erst wieder haben die auf Veranlassung der Regierung vorgenommenen Erhebungen einiger Gemeinden statistisch die große Bedeutung des Kar- toffelverbrauchs, zumal in der gegenwärtigen Kriegszeit, für die mittleren und unteren Schichten der Bevölkerung bestätigt, und auch das Organ der bürgerlichen Sozialrcformer, die „Soziale Praxis", bezeichnet es als undenkbar, daß diese Feststellungen bei der Reichsleitung keinen Eindruck machen sollten, und daß nicht doch noch Sicherungsnraßnahmen gegen Kartoffelwucher rasch getroffen würden. Kurz vor Redaktionsschluß traf Sonnabend abend die oben erwähnte Verordnung des Bundesrats ein. Sie lautet: Amtlich. Berlin, 25. September.(W. T. B.) Eine heute vom Bundesrat erlassene Verordnung bezweckt, den Gemeinden, Kommunalverbänden und Landeszentralbehörden erweiterte Be- fugmsse zur Regelung der Preishöhe von Gegen- ständen des notwendigen Lebensbedarfs und zur Versorgung ihrer Bevölkerung mit Lebensmitteln in die Hand zu geben. Zur Schaffung von Unterlagen für die Prciörcgelung und zur Unterstützung der zuständigen Stellen bei der Ucberwachung des Lebensmittelverkehrs sind Gemeinden mit mehr als 10V00 Einwohnern verpflichtet, andere Gemeinden und Kommnualverbändc berechtigt, PreiSprüfungS stellen zu errichten. Die Mit- glieder dieser Stellen sind zur einen Hälfte au- dem Kreise der Warenerzeuger, der Großhändler und der Kleinhändler, zur anderen Hälfte aus unbeteiligten Sachverständigen und Ver- brauchern vom Gememdevorstand zu berufen. Bestehende Einrichtungen der Art können bei entsprechender Ausgestaltung die Aufgaben der PreisprüfungZstellcn übernehmen. Um auf der Grundlage der Erzeugungs-, VcrarbeitungZ. und sonstigen Ge- stehungSkosten die den örtlichen Verhältnissen angemessenen Preise zu ermitteln, ist ein« weitgehende AuSkunftZpflicht und insbesondere auch die Möglichkeit der eidlichen Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen geschaffen. Die Errichtung von PreiSprüfungS- stellen für größere Bezirke bleibt den Lande-zentralbehörden über- lassen. Für das Reichsgebiet wird eine Preisprüfungsstelle in Berlin errichtet, der insbesondere die Aufgabe obliegt, den Reichs- kanzler in allen die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln betreffenden Fragen zu beraten. Die Reichsprüfungsstelle für Lebensmittelpreise besteht auS einem Vorstand und einem Beirat. ES ist beabsichtigt, in den Beirat sachverständige BundesratSbevoll- mächtigte und Reichstagsabgeordnete, sowie Vertreter auS den Kreisen der Landwirte, Groß- und Kleinhändler und der Ver» braucher zu berufen. Zur Durchführung der Versorgung ihrer Bevölkerung mit be- stimmten Gegenständen deS notwendigen Lebensbedarfs zu ange- messcnen Preisen können die Gemeinden mit Zustimmung der Landeszentralbehörden für die Handel- und Gewerbetreibenden ihres Bezirks Vorschriften hinsichtlich deS Betriebs, insbesondere deS Erwerbs, deS Absatzes, der Preise und der Buchführung erlassen, die Versorgung unter Ausschluß des Handels und Gewerbes selbst übernehmen, und die ausschließliche Versorgung gemeinnützigen Einrichtungen oder bestimmten Handels- und Gewerbetreibenden übertragen. Die Landeszentralbehörden können Kommunalvcr- bände, Gemeinden und Gutsbezirke für die Zwecke der Versorgungs- regelung vereinigen und ihnen entsprechende Befugnisse übertragen. Sie können aber auch die Versorgung der Bevölkerung selbst regeln. politische Uebersicht. Bekanntmachung des Bundesrats. Der Bundesrat hat am Sonnabend eine neue Bekannt« machung über zuckerhaltige Futtermittel erlassen, welche ii. einigen Punkten von der früheren Verordnung vom 23. Juli 19tö abweicht. Insbesondere regelt die neue Verordnung daZ Trocknen von Zuckerrüben und die Herstellung von Melasselrockenschnitzeln. Sie sieht eine Verpflichtung für Zuckerrüben- und Melasscmischanstalten zur Herstellung von Melassemischfutter uud eine Verpflichtung der Be« sitzer von Melassebassins und Melassekesselwagen zur mietweise» Ucberlassung derselben an die Bezugsvereinigung vor. Es ist ferner bestimmt, daß im allgemeinen die Verarbeitung von Melasse nur mit Zustimmung der BezugSvereinigung zulässig ist. Letztere Be- stimmung soll die Verwendung der Melasse zu Futterzwccken sicher- stellen. Die Bezugsvereinigung ist angewiesen, den Melasse- brennereien die Verarbeitung ihrer Bestände vorläufig bis zum 9. Oktober 1915 zu gestatten. Weiter hat der Bundesrat die von der Bezugsvereinigung für Schnitzeltrockenrüben und Melasse zu zahlenden Preise festgesetzt. Die Festsetzung der Preise für Misch- futter und die näheren Bestimmungen sind dem Reichskanzler vor- behalten._ Erhöhung der Lazarettlöhnung. Die neueste Nummer des„Armee- Verordnungsblattes" bringt eine kaiserliche KabinettSordcr, in der es u. a. heißt: „§ 21,1(der KriegsbcsoldungSvorschrift) erhält folgende Fassung: Den in das Lazarett aufgenommenen Mannschaften verbleibt die für das lausende Monatsdrittel bereits gezahlte Löhnung. Jeder Lazarettkranke, der sich am 1., 11. und 21. des Monats in einem Militär-, Marine- oder VcreinSlazarett irgend einer Art, in einer lazarettähnlichen Einrichtung, wie zum Beispiel Lazarett-(auch Hilfslazarctt-)zug oder-schiff. Genesungsheim, Kuranstalt usw. befindet, erhält ohne Rück- ficht auf die Dauer seines weiteren Verbleibens daselbst d i e für immobile Formationen vorgesehene K r i c g s l ö h n u n g für ein volles MonatLdrittcl.— Bei seiner Entlassung aus dem Lazarett usw. ist ihn:— sofern er bis dahin noch nicht immobil geworden ist— für die Tage bis zum Schluß des laufenden MonatSdrittclS die für mobile Formationen vorgesehene Löhnung— unter An- rechnung der für diese Tage bereits empfangenen Löhnung nach dem Satze für immobile Stellen— zu zahlen. Zahlung und Verrechnung erfolgt durch das Lazarett usw.— Im Anhange der Kricgs-Bcsoldungsvorschrift ändert sich: An Stelle der bisherigen Kraukenlöhnungssätze(Anlage 2) ist zu setzen bei Zugführer 19,00 M., Zugführerstellvertreter 10,50 M., Sektionsführer 11,20 M.. Krankenpflegerinnen 9,30 M., Krankenpfleger usw. 5,80 M." Damit ist endlich dem Wunsche deS Reichstags und den Bedürfnissen der verwundeten und kranken Soldaten Rechnung getragen._ Zur Einfuhr ausländischen Getreides. Berlin, 25. September.(W. T. B.) Von berufener Stelle wird uns mitgeteilt: Nach der Bekanntmachung über die Einfuhr von Getreide usw. sind die fost>enden Erzeugnisse: Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Mais, Hülsenflüchte, Roggen- und Weizenmehl, Roggen-, Weizen- und Gerstenkleie, allein oder in Mischungen auch mit anderen Erzeugnissen, soweit sie nach dem 13. September 1915 ins Inland eingeführt werden, an die Zentral-Einkaufsgesellschaft Berlin zu liefern. Die Lieferungsbedingungen, insbesondere die Grundlagen für die Preisberechnung, werden durch den Reichs- kanzler noch bestimmt. Im Interesse der deutschen Importeure mutz darauf hingetviescn werden, daß der Einkauf der vorerwähnten Er- Zeugnisse im Ausland zu unangemessen hohen Preisen die Gefahr eines erheblichen Verlustes mit sich bringt. Denn eS ist anzunehmen, bog iujcTi den von beut DicictK-TmvJcu zu treffenden Bestimmungen der Zcntrnl-Einkaussgesellschaft nicht gestattet werden wird, Preise zu bezahle», welche die Grenze des Angemessenen übersteigen. „Boransdcnkendc" Betrachtungen. Erfahrene bürgerliche Politiker sehen Noll Sorge auf die politisch- psychologischen Folgen, die nach ihrer Befürchtung der zum System gewordene LebenSmittelimicher-»ach dem Kriege haben muß. Der bekannte ZcntruinSführcr und Publizist Dr. Juli».? Bachem' hat in einem Leitartikel des„Tag" l?>r.- 21V) das Problem besprochen. Er weist nach, das; die hohen Preise der unentbehrlichen Lebens- und Gcbrauch-mittel nicht in einem Mangel an Waren, sondern in deni System der Ivuche- rischcn Bereicherung des Produzenten- und HändlcrtmnS begründet seien. Er fordert linier schärfster Auwendung der Kritik(„wuche- rische Ausbeutung",„anarchische Preisbildung" nstv.) zu rücksichtslosen gesetzlichen Mastnahmen auf und schreibt:„Seit vielen Jahren ist die Schntzgesetzgcbung für die Produzenten ans der Tages- ordnung gewesen; jetzt s i n d d i e Konsumenten au der Reihe!" Daun führt Dr. Bachem weiter an?, dast es sich hier nicht bloß um ein wirtschaflliches Problem handle, sondern die Rückwirkung ans das öffentliche.Leben sei schon jetzt unverkennbar. Man mache in erster Linie die Negicrung,„weiter aber auch die politischen Parteien und deren Führer, von denen mau wirksame Einwirkung aus die Negicrung erwartet, haftbar". Die Ausnutzung der genmchtcu. Fehler, die jetzt nur mit einer gewissen Vorsicht betrieben iverden könne,„wird nach dem Kriege mit rückhaltloser und rücksichtsloser Schärfe einsetzen und vielleicht sogar zu neuen Part ei bil dun gen führen." Die Elemente dafür seien„z. B. in den Bcamtcuvrgauisniioncn und den Konsu- mentenverbänden vorhanden, und an Politikern, die hier die Füh- rung in die Hände zu nehmen bereit sind, fehlt es nicht." Darum, so schreibt Herr Bachem weiter,„werden die alten p o l i t i- ch c n P a r t e i e n, w e l ch e n i ch t wünschen, dast ihnen neue Mächte über den Kopf wachsen, beizeiten dem Problem der Preisbildung, soweit die Gesetzgebung dabei mitzu- wirken berufen sein kann, ihre ernste Aufinerkiamkeit zuwenden müssen". Aber auch dnZ psychologische Moment der Beruhigung der Bevölke- rung tvährcnd des Krieges sei besonders hoch a n z u- schlagen... Auch die„Kölnische VolkSzoitung", deren Leiter übrigens Dr. Julius Bachem früher gewesen ist, betrachtet die „Kriegswucherpreise" auf ihre zukünfiige Wirkung. Sie schreibt lRr. 774) am Schlüsse eines Artikels über Wucherpreise bei Fleisch- konserven, bei denen das Dreifache des reellen Wertes genommen worden ist: „Das wirkt, wenn man es liest, verblüffend, und doch könnte jeder von uns täglich dieselbe Betrachtung und Berechnung über Einkäufe für seinen und anderer Leute notwendigsten leiblichen Bedarf anstellen. Das ist ein Unheil und eine Schmach mit jedem Tage, den da? Unwesen weiter fressen und Millionen- fältig die Giftkeime sozialer Fäulnis und Zer- s e tz u n g im nationalen Körper mehren darf. ES ist keine Ilcücrlreibung, lvenn mau sagt, dast eine Masse vorauSdcnkender Menschen mit Sorge auf dieses Grundübcl blickt, das heute aus unseren Nahrungsmittelmarkt ein Wuchcrsystem macht, dessen schiv erste Folgen erst seine moralisch und sozial zersetzenden Wirkungen nach dein Kriege sein werden." Ten notleidenden Konsumenten kann es ja am Ende gleichgültig sein, aus welchen Erwägungen heraus man endlich zu wirk- s am e n Mastmchttien schreitet. Die Erketmtnis, dast die Senach- lciligten nach dem Kriege in ganz anderer Weise das Wort nehmen werden, als ihnen das jetzt niöglich, hätte gewissen Kreisen eigentlich schon viel früher kommen können. Völkerrecht und Krieg. Dr. HanS W e h b e r g, der frühere Mitherausgeber der„Zeit- schrist für Völkerrecht", veröffentlicht im„Berliner Tageblatt" eine längere Begründung seines auch im Auslande stark beachteten Austritts aus dieser' wissenschaftlichen Zeitschrift. Er schreibt: „Durch die Presse ging dieser Tage eine Mitteilung über einen von mir im November 1914 au Gcheimrat Kohler gesandten Brief, worin ich dicsein meinen Austritt aus der Redallion der „Zeitschrift für Völkerrecht" mitteilte. Das betreffende Schreiben, in dem auch die belgische Neu tralitätsverletzung kurz erörtert war, dürste im weiten Publikum, da meine Ausführungen nur auszugsweise wiedergegeben waren, kaum richtig verstanden worden sein. Ich. darf, daher wohl an dieser Stelle aus die tieferen Gründe hinweisen, die mich seinerzeit zun: Austritt aus meiner Siellung als Mitherausgeber und Schristlcitcr der„Zeitschrift sür Völkerrecht" veraulasttcn. Nach dem Äriegsbcginu tauchte für die deutsche Völker- r e ch t§ w i s s e u s ch a s'l die schwerwiegende Frage auf, wie sie sich zu den Ereignissen stellen sollie. Kein Zweifel kounie für mich daran bestehen, dast die Wissenschafr als solche sich nicht von der Leidenschaft des Augenblicks hinreisten lassen dürfte, sondern sich»ach Kräften bemühen mußte, wisienschaslliche Fragen objektiv und gerecht zu beurteilen. Eine völkerrechtliche Zeitschrift durfro ge- lwist über die aktuellen Probleme s ch w ei g en, aber sie durfte nicht dort, wo die Rechlssragen zweifelhaft waren, die gegen- (.ilige Meinung absichtlich unterdrücken. Deshalb wäre es gewiß da? beste gewesen, wenn mau die aktuellen Probleme überhaupt nicht erörtert, sondern ihre Behandlung auf ruhigere Zeiten� ver- schoben hätte. Geheimrat Kohler wollte nun aus unserer Zeitschrift geradezu eine Anklageschrift gegen die anderen Völker machen. Das erschien mir nn: so be- denklichcr, als wir alle von den Ereignissen noch erregt und ai:� dem Weltdrama besonders interessiert waren. Wir konnten, das schien mir gewiß, jeyl nicht über die anderen Völker in einer der Pflege der Wissenschaft gewidmeten Zeiischrisl zu Gericht sitzen, sondern musttcu es ruhigeren Zeiten überlasscu, ein endgültiges Urteil zu fällen. Gerade damals, als die Leidenschaften des Augenblicks und der Hast der Völker untereinander überwogen, mußte nach meiner Ansicht die„Zeitschrift für Völkerrecht" ihrer hohen Aufgabe getreu bleiben. Sie mußte als weithin sichtbare Vertreterin ihrer Objektivität und Gerechtigkeit der deutschen Wissenschast in der Welt neuen Ruhm erwerben. Köhler wollte nicht nur aus einer ivissenschaftlicheu Zeitschrist eine V e r t e i d i g u n g S- und Aufklärungsschrift machen, Er beabsichtigte, fortan in der„Revue" auch Meinungen zu ver- treten, die für die Z u k ii n f t des Völkerrechts nicht un- gefährlich waren. Zuerst in Briefen au mich, dann in Tages- artikcln und schließlich am deutlichsten im ersten Hefte deS laufenden Jahrganges der„Zeitschrift für Völkerrecht" verteidigte er An- sichten, die schließlich z» einer Verneinung jeden Völkerrechts führen müssen. Er meint, ein aus Völker- vertrag beruhendes Völkerrecht könne nicht mehr bestehen, weil unsere Gegner Lügner und Betrüger seien: die ganzen Haagcr Friedenskonferenzen seien Seifen- b l a' e». Er nennt die Franzosen in seiner Zeitschrist eine „bramarbasierende Ganklernation", die Engländer eine„verlogene Krämergescllschaft" und die Italiener, von denen er noch Ende 1914 sagte, keiner liebe sie mehr als er, bezeichnet er in ähnlicher Weise. Jeder muß es mit sich ausmachen, ob er solche Urteile vertreten will. Aber in eine wissenschaftliche Zeitschrist nnd noch dazu in eine solche, die sich d i e Pflege des internationalen Rechts zur höchsten Aufgabe gesetzt hat, gehören solche Ansichten nicht hinein. Wenn das alles richtig wäre, Iva? Kohler sagt, dann sollte er doch den richtigen Schlnst ziehen, daß ein Völkerrecht nicht mehr möglich sei und eine Zeitschrift für Völkerrecht keinen. Sinn mehr habe. Gibt er aber eine Zeitschrift des internationalen Rechts heraus, so muß er in dieser die Verständigung mit anderen Völkern über Zweifelsfragen vorbereiten. Die Zeitschrift darf nicht unter offenkundiger Verhöhnung und Verletzung sogar neutraler Staaten den Anspruch darauf erheben, außerhalb der deutschen Völkerrechts- Wiffenichafl gebe es überhaupt eine wahre Wissenschaft nicht. Das letztere drückt Kohler noch krasser aus, wenn er den anderen Völkern die Fähigkeit systematischen juristischen Denkens glattweg bestreitet. Als Mitherausgeber der„Zeitschrift für Völkerrecht" war es meines Erachtens meine unbedingte Pflicht, dieser Ausfassung Köhlers vom Wesen einer wissenschaftlichen Zeitschrift entgegenzutreten. Wir durften nie und nimmer deutsche Wissenschaftlichteit und Ob- jektivilät verleugnen und mußten dafür sorgen, dast im neutralen Auslände Urteile, wie solche, die deutsche VölkerrechtSwissenschast fange an, chauvinistisch zu werden, nicht auftauchen konnten. Nicht an unsere Erregung halten wir zu denken, sondern an die ewig gleichen und unvergänglichen Aufgaben der Wissenschaft. Aus diesem Ge- danken heraus habe ich meinen Brief an Kahler geschrieben. Schon im Oktober wollte ich Kohler meinen Austritt mitteilen. Aber tiefe Anhänglichkeit an die mir liebgewordene Zeitschrift und Zweifel, ob mein Rücktritt nicht irgendwie zu vermeiden sei, haben die end- gültige Absendung des Briefes dann noch mehr als einen Monat hinausgeschoben. Der Brief war also wahrlich nicht voreilig ge- schrieben. Wer in das Wesen wissenschaftlicher Forschung und die Eigenart de? internationalen Rechts eingedrungen ist, wird meinen Stand- Punkt verliehen und würdigen. In der schweren Krisis, die in dem Augenblick des Krieges für die ganze Menschheit entstanden war, war es die heilige Pflicht der Gelehrten, wenigstens in dem Kreise der Wissenschaft gerecht und u n- parteiisch auch anderen Völkern gegenüber zu bleiben und den Glauben an eine bessere Zukunft der Menschheit cmsrechtzucrhaltcn."__ Mus öer Partei. Sozialdemokratischer Stadtratskandidat in Breslau. Der Wahl- und Verfaffimgsausschust� der Stadtverordneten- Versammlung beschlost in seiner letzten Sitzung ohne Widcrivrnch, den sozialdemokratischen Stadlverordneten Emil N e u k i r ch für die neugeschaffene Stelle eines Stadtrats in Breslau in Vorschlag zu bringen. An dem Beschluß waren alle Parteien des Stadt- Parlaments beteiiigt._ Eine Feststellung. Von der Internationalen Sozialistischen Kommission zu Bern werden wir um Abdruck der iiachfolgenden Erklärung gebeten: In der deutschen Partcipresse verbreitet die Bäumet st ersche Korrespondenz einen ihr angeblich von einem Schweizer Parteigenossen zur Verfügung gestellten Bericht über die Jnter- nationale Soziaiistische Konserenz zu Zimmerwald. Wir stellen fest, dast sämtliche schweizerischen Teilnehmer an jener Kon- screnz sich entschieden dagegen verwahren. Urheber deS Baumeisterichen Berichtes z u fei n. Der Bericht ist aber nicht nur hinsichtlich seiner Urheberschaft irreführend; er ist auch materiell falsch, und zwar sowohl was die Angaben über die Beschickung der Konferenz als die Verhandlungen selbst und die Unterzeichnung des Manifestes betrifft. Ueber die Verhandlungen ist ein ausführ- ljches Protokoll nusgenomnien worden, das im Druck erscheinen wird. An Hand dieses Protokolls wird sich die tendenziöse Färbung des Baumeisterschen Berichtes unzwcideulig feststellen lassen. Bern, 23. September 191ö. Tie Internationale Sozialistislhe Kommission zu Bern. Parteitag der schweizerischen Sozialdemokratie. Tie Geschäftsleilung der Partei beruft den Parteitag nach Aarau ein, wo er am Sonnabend, den 20. November, vormittags 9'/» Uhr. eröffnet werden soll. Auster den üblichen Geschäften stehen aus der Tagesordnung die Parteireorganisaiion sowie die Wirtschafls» und Finanzpolitik des Bundes._ Ans der holländischen Arbeiterpartei. Die Parteileitung der holländischen Arbeiterpartei hat beschlossen, in Verbindung mit der vom Ami-Kriegsrat_ ausgearbeiteten Adresse»och eine Adresse nn die Regierung zu richten, in der diese aufgesordcrt wird, im geeigneten Augenblick die Initiative zu einer Konferenz der neutralen Staaten zur FriedenSbermittelung zu ergreifen, oder die Initiative anderer Länder zu unterstützen. An Stelle des erkrankten Genossen T r o e st r a nnd deS längere Zeit abwesenden Genoffen van Kol wurden zu Vertretern der Arbeiterpartei im Internationalen Sozialistischen Bureau die Genossen W i b a n t und V l i e g e n bestimmt. Am 3. Oktober tritt ein P a r t e i r a t zusammen, der außer verschiedenen Organisations- und Prcstaugclcgenhcilcn auch die Aktion gegen die Lebcnsmittelteucruug besprechen soll. Soziales. Die Kriegerwitwe hat Anspruch auf das Sechswochengchalt des gefallenen Ehemannes. In diesem Sinne entschied die fünfte Kanimcr des Bcr- lincr Kaufmannsgerichts in einem dort verhandelten Rechts- falle. Der im Kampfe flirS Vaterland gefallene Angestellte war acht und ein halbes Jahr in der F a br i t von Karl Schütte tätig gewesen und hatte, wie die bellagte Firma zugeben nmst, auch im Geschäftsbetriebe bis zuletzt seine Pflicht erfüllt. Trotzdefi weigert sich die Firma, der Witwe das Gehalt tür sechs Wochen nach Ein- berufung zu zahlen, weil der Betrieb angeblich keinen Nutzen abwerfe und das Unternehmen auch keine Heeresliefenmgen habe.— DaS Kaufmannsgericht sprach den Erben des gefallenen Klägers das Sechswochengchalt auf Grund des§ 63 des Handelsgesetzbuches zu. Wie der Vorsitzende verkündete, sefl dieZ nicht nur der rechtliche Standpunkt, sondern auch vom moralischen Standpunkt müsse man zu einer solchen Auffaffnng kommen, an« gesichts der Tatsache, dast der Gefallene viele Jahre der Beklagten treu gedient habe. Das Urteil koiuite formell noch nicht aus- gesprochen werden, da die Witwe als Mutter eines Kindes nicht alleinige Erbin ist und auch ein Testament nicht vorhanden ist. Sobald die Witwe den Erbschcin besorgt bat, soll der� eingeklagte Betrag ihr als Miterbin und Vertreterin ihres minderjährigen Sohnes zugesprochen werden.__ Ncbenprositr. Tansende von Mitbürgern Berlins, Hunderttausende von Deutschland sehen eine Ehre darin, Kriegcrfrauen und Krieger- witwen in Kriegsrenten- nnd Arbeitcrversichcruiigssachen unent- geltlich beizustehen. Das ist ancrkennungsmert. Daneben erteilen die Gemeinde- und PolizeiburcauS unentgeltlich Auskunst in solchen Dingen. Leider gibt es aber hier und da einen Gemeinde- beamtcn, der aus der Unkenntnis von Kricgeuvitwcn Kapital schlägt. Wir führen ein Beispiel an: Zu dqn Gemcindcrechnnngs- fiihrcr H. Grastmann in Schmelz(Cflpr.) kam eine Kriegerwitwe, die ihren Mann bei dem Memcler Russeneinfall verloren hatte und für fünf Kinder zu sorgen hat, ans das Gemeindebureau, um den Antrag auf Hiitterblicbclicnrcnte zu stellen. Herr Grastmann bc- stellt die Witwe nach seiner Wohnung und nimmt ihr für Aufnahme des Antrags auf Hinterbliebenen- reute 3 Mark ab. Gegen dies Verfahren ist am ll. Juni beim Landrat Beschwerde erhoben. Da Antwort nicht erfolgte, wurde sie am 14. August wiederholt. Antwort steht noch immer aus. Das ist bei der Fülle dringender Dinge begreiflich. Aber wäre es, da der Schmelzer Fall vielleicht nicht. ganz vereinzelt dasteht, nicht an- gebracht, dast der Minister des Innern eine allgemeine Verfügung erläßt, die klarstellt, dast die Aemtcr den Witwen beizustehen ver- pflichtet sind und dast der Beistand ein unentgeltlicher ist? Vom Antrag ans Gnadengcbührnifse. Die Kassen der Fcldtrnppcnteile sind angewiesen, beim Eintritt de? Todes eines Hecresangehörigen sofoil den Hinterbliebenen eine Beickeinigung über die Höhe der zustehende» Gnadengebübnnsse zu- zustelle». Gehl diese Bescheinigung nicht ohne Antrag ein, dann wende man sich sofort an den Feldtruppenteil, dem der Ver- storbene bei seinem Tode angehört bat. Irrig ist die Annahme, dast die Vcrsorgungsgcbührniffe ohne Bescheinigungen zur Zahlung an- gewiesen werden. DieS ist nicht der Fall. Die Vcrsorgungs« gebührnisse werden nur auf Antrag der Hinterbliebenen gewährt; diesem Antrag füge man die Beschciingnng bei. Zur Vermeidung von Verzögerungen in der Anweisimg dcrHintcrbliebenengebührnisse empfiehl: eS sich, dast die Hinterbliebenen von HccrcSangebörigen die ihnen zustcbcndcn Bescheinigungen umgehend mit dem Antrage ans G c w ä h r u n g der Gnadengebühriiisse dem zn� ständigen Bezirkskommando übersenden. 7� Modemer einfarbiger Paletot aus gutem, weichem Wollstoff, in allen neuen Farven, mit anliegender Taille und glockigem Schoß, , sehr vornehm wirkend 26.75 Sehr praktischer Pa- letot mit dem neuartigen, eingeschobenen Aermel, be< sonder« reizvollem Gurt und schön glockig sollend, nur 119.75 .HochelegantesLacken- kleid, aus vorzügl. Material und sehr wirkungsvoll u. sorg- sam verarbeitet. 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Kamm erspiele. 8 Uhr: Der WeibstenfeL Nachm. 21/, Uhr(Kleine Preise): Die deutsehen KleinstSdter Montag: Her Wclbstenfel. Tolkabühne. Theater a. Bülowpl. 8'/. Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Montag S1/.: Die Räuber. Rose-Theater. s t%: Die Rriegsbrant. Sonntag 3 Uhr: Die Stunde kommt WM der Freien VoUbneo Sonntag, den 26. September, mittags 12 Uhr: I. Konzert. nachmittags 8 Uhr: VoUSbübne, Theater am Bülowpiatz: Die Mitschuldigen.— Die Ge- schwister. Deutsches Opernhaus: Die verlauste Braut. Schillertheater Chart: Das Glück im Winkel. Deutsches Künstler-Theaier: Daiterich. Lesfing-Thealer: Baumeister Solneß. Abends 8'/. Uhr: Bollsbühne, Theater am Bülowpiatz: Montag: Die Räuber. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: Der Kaus- mann von Venedig. Tkeater kür Sonntag, den 26. Sept. Berliner Theater 3 Uhr: Wie einst Im Hai, 8 uhr: Extrablätter. Deutsches Künstler-Theater. 3 Uhr nachm.: Datterlch. 8 Uhr; Zwischen aplel. Xiesslnar-Theater. 8 uhr: Nora. Deutsches Opernhaus Charlottbg. 3 Uhr nehm.: Die verkaufte Braut. 7 Uhr: Die Meistersinger v.NBrnberg Frledrlch-Wilhelmstädt. Theater. 3 Uhr: Der Troahadonr. 8 Uhr: Der Yoeelhhadler. Oabr. Herrnfeld. Theater s uhr: Benjamin macht alles. Kleines Theater. 4 Uhr: Ldebelel. 8'/« Uhr: Ein kostbares Lebaa. Komische Oper. 3'/, Uhr: Gold gab Ich für Elsen. s uhr: jung muß man sein. Hontls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Hoheit tanst Walser Koni Odlen Haas 7v.ubr: Die Frau fon 10 Jahren. liostsplelbaas. 3'/, Uhr: Dls Kinder der Ezzetlenz. 8'/. Uhr: Herrsehaftl. Olener gesucht. Residenz-Theater 8 uhr: Die Prinzessin vom 1 Schiller- Theater O. 3 Uhr 13: Hasemanns Tdchtar. 8 uhr. Ält-Beidelberg. SchUler-Th.Charlottenbj». 3 Uhr; Das Glück im Winkel. 8 uhr: Heimat. Thal la-Theater. 3 Uhr: Kam rad Hftnne. 8 Uhr: Drei Paar Sehahe. Theater am Xollendorfpl. 3'/, Uhr: Die Dollarprinzessin. 8'/. Uhr: Immer feste druff 1 Theater des Westens s uhr: DerbmeFrldoIm Theater In der Könlgfrätzer Straße 3 Uhr: Die 5 Frankfurter. Heute Sonntag 311 Nachm. hat jeder D ITltn 2 Erwachsene j] IIIII ein Kind frei. U UU1 In beiden Vorstellungen: Das ungekürzte, täglich mit großem Beifall aufgenommene und noch bereicherte Progr. l'nthan, d. armlose Wunder als Kunstschütze. Bcllonis konkurronzh dress. Kakadus a. Kunstradfahr. a. d. Drahtseil. Grlx-Grlgory, 9 Pors.ikar. Spiele. Sldl. der Armeehork., jongliert m. schw. Geschützen u. Geschossen. Baronin Krattt v. N ,Schulieitakt. Herru. Frau Direktor Corty• Althoff in ihren glänz. Meisterdrossur. Xca! Ferner A'cu! Leonore und Polly Dassi kom. Dressurakt mit akrobat. Hunden u. boxendem Ponny. sowie die übrigen Spaßmacher mit ihren neuesten Witzen ___ und Spähen. WWW URANIA TaS8r4o.tr- 4 Uhr(halbe Preise): An den Grenzen von Südtirol and Italien. 8 Uhr: Von den Karpathen bis BrestsLitowsk. Montag 8 Uhr: äd den Grenzen von Sttdtirol und Hallen. Voigt-Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Sonntag, den 26. September: „Graf Essex." Trauerspiel in 5 Alien von H. Laube. (Ab Montag. 27. 9.:.Das Milch- Mädchen von Schöneberg.*) Kasieneröffnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Ap Rausch. 8 Uhr: Trtanon-Tbcater. 3';, Uhr; Minna vea Barnhalm. 8'/, Uhr: Lehmanns Kinder. Friedriohstr. 218 Tel.: Lützow 7341 �Direktion�AdollVoge� � Heute Sonntas Vorstellungen I und 8 Uhr■ Nehm.; Kleina Prelael Ao�ollstäodto�pogrj. Großer Erfolg| dos vlelbesprochsnen Programms! i JS wirkliche t/i ■"w txre�T BW Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/81, i4Sv Berliner Konzerthaus. Im neuen Schmuck. Heute Sonntag: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Frau.Xv0.ESion! Anfanjc■* ühr.__...____________________.-___ B(ianhSd{flt$(« fttfciftetfEi Kitrah Siele»». jieuiöUn. gut den Inseratenteil heran tw.: Tb. Glocke, Berlin, Druck u.Bertaz!BorwSrtH Buchdrucker« tt. Leriagianpal, Paul Singer k Lo� Berlin Schla�c�r» I Blllattvarksul: Vorm. 11— l! |Uhr sowie ab 7 Uhr abds.J u. im Invalidendank. CTÄ 5 SPEYER-Z m dem Stoma Die � | Schwestern Zgß I BorHltrwno: Stui SioUca, I corfWac, edjoncbctfl 1 Cauoifttaf», Siocitiyltip. Waldemaepsyiander: Die Lebenslüge 2* ade Zaubeiiftrabc. Q�W> Weinkergtweg. | GuidoThielscher �9 NmNollendorwt.Schöne» 1 der, eoumütahe, wein» dergiweg. Holendeida I Moritzulotz. Der Tunnel g Äutlürftcnfamm, Um« . den Linden. Steiniden- »orierNraiie. So rächt die Sonne I Merandervlov.itriedeich- . ade laut'tninaf'.a tinlang 3. t. 7, 9 Übe. Walhalla-Theater. 8 Uhr: AoN Stllff|U Stylt. 3 Ubr: Ter Huttcnbeiincr. Gllldo Iblelzckei': rW» reparier« ich mein Auto". „Venus Im Grünen" Operette von Oskar St raus. Mitwirkende: Else Berne— Ida Russka Gustav Matzner-Julius Spielmann. Käte Erboiz-Nelson Am Klavier; Rudolph Nelson sowie das große ErOffnungs- Programm. Tkeafer Foüoa Copnee SV, PoMcn-Theater B*, Onkel Mendelsohn Citrons geben sich die Ehre mit Leonhard Haakcl und Siegfried Bcrlsch. Caslno- Theater Lothringer Str. 37. Xägl 8 Uhr: llr5erlin. Handlung............ Vorher der sratkl. Spezislitäl_____.... Vorverl. f. d. ganz« Woche«. 1 1—2 Uhr. Sonnt. 4 Uhr: Die sute Hanta. Figuren. iten-Tell. Letzter Sonntag des überreichen Eröffnungs-Programms! 2 Vorstellungen 2 IVo ölir �chTÄSt 8 ühr Reiebshailen-Tbeater. Stettiner Sänger. Zum 230. Mal«: Im Schichen- graben. Ansang Sonnt. 7st, Uhr. Ltotte M Ul-iullzl. Milz. Ulster Meter 6, S, 10, 12 M. Damea-Kostilöi- ööd Ülslep-Slolie „Neuhelten" Meter 8> ß. 7 M. Seiöen-Plüselie, Persianer iinit Astraohon Meter 10, 15, 20 M. Koch& Seeland, Tucb uger Gertraudtenstrassd 20—21.* |ür Rhrumatiker mib Nerveiiltidtude.* ersten Male kann seit langen Jahren zu mteder gut gehe u m n. toteve». gui Herr Heinrich. München schreibt:.Da ich wehreren Jahren fürchterliche Schmerzen in meinem Kme hat.e und alle ärztliche Hilf«, die Ich bis jetzt gebrauchte, vergebens war, wandte Ich mich noch In meiner Verzweiflung an Togal- T a v t e 1 1 e n. Nach dem Gebrauch von ca. 3 Togen waren die Schmerzen volliländia weg und seit s Wochen empfinde Ich nicht die geringsten schmerzen und lann letzt wieder lausen, wahrend ich Irüher nicht mehr wußte, wie Ich vom Platze lommen sollle/ Aehnliche Srsahrunzen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht bei Nheumatismus, sondern auch dei allen Arten von Nerven- und Ztopsschmerzen. Heren- schütz. Ischias. Schmerzen in den Gelenlen und Gliedern. Gicht und Neuralgie gebrauchten. To g a I löst hie Harnsäure, da» verheerende Seldstgitt, wodurch ebenso rasche rvie anhaltende Erfolge erzielt werden. Ale Apoiheien führen Togal- Tabletten. Nr. 266. 82. Jahrgang. 2. ßcilnje Ks Lmiilts" KnIimMMl Zovntag, 26. Zeptembn 19l5. Montag, öen 27. 5eptember: srauen-Leleabenä für LroK-lKerlin. Ms Groß-öerlin. wann wird öie Kriegsunterstützung erhöht! Tie Erhöhung der Unterstützung für Kriegerfrauen wird se langer je mehr zu einer unabwendbaren Notwendigkeit. Tie Teuerung und die bevorstehende kältere Jahreszeir mit ihren Mehrausgaben für Licht und Feuerung, für wärmere Bekleidung. lassen die jetzige Kriegsunterstützung als unzu- länglich erscheinen. Wie groß der Notstand der Kriegerfrauen ist. bxweist ein Blick auf einzelne Haushaltungen. Auch eine bürgerliche Zeitung erkennt den Notstand an, indem das ..Berliner Tageblatt" einige Budgets von»triegersrauen ver- öffentlicht, von denen wir folgende wiedergeben: Frau B. N., Tilsiter Ttraße: Die Frau ist Kriegerfrau und hat ein Kind von fünf Monaten, das sie selbst nährt. Ter Mann war Tämpfer in einer Mützenfabrik und verdiente in Friedenszeiten 27 M. wöchentlich, ein Verdienst, der durch die Mithilfe der Frau als Mühennäherin auf durchschnittlich ■W M. gesteigert wurde. Jetzt stellen sich die Einnahmen der Frau wie folgt: Monatlich in M. Staatliche und Gemeindeunterstützung.... 30,00 Mietunlerslütziing........... 15,00 Veitrag der Säuglingsfürsorge(täglich 0,15).. 4.50 55,50 Von dieser Monatseinnahme von 53.50 M. müssen folgende Ausgaben bestritten werden: Monallich in M. Miete«ein Zimmer und Küche)....... 20,00 • Milch(l1., 2iter täglich«......... 13,50 Brot(2 Kilogramm wöchentlich).....■. 3,20 36,70 Es bleiben somit für den. übrigen Lebensunterhalt nur 18,80 M. uro löio.not oder 60 Pf. täglich über. Davon geht noch etwa 1,50 M. für Seife zum Waschen der Kinderwäsche ab. Man wird es also verstehen, daß die Iran erklärt, sie könne zum Mittagessen nur ein wenig Gemüse, Kartosfeln mit Schmalz kochen. Ter Mietzins beträgt monatlich 26 M., davon bat der. Hauswirt 6 M. nachgelassen. Sobald die Frau wieder ihre vollen Kräfte zurückgewomien.hat— sie ist von der Geburt und von der Pflege ihres Kindes noch ge- schwächt—, wird sie ihre Beschäftigung, als Mützennäherin wieder aufnehmen und sich dann wirtschaftlich besser stellen. Ter Mietzins nimmt in diesem Falle 35 Pröz. des Gesamt- einkommens in Anspruch. Frau A. T., Gotbenstraße. Kriegswitwe mit einem Kind un Alter von drei Jahren. Ter Mann war Kassierer bei einer Tcpositenkasse mit einem Jahreseinkommen von 3000 M. Er. ist als Offizieytcllvcrtrxter ins.Feld gezogen..und bei Trr>»niden gefMeu),"V •- Linnakmsn Staatliche- Pension der Witwe Für lv» KiW"...'T.. Aufgaben Mietzins für ein möbliertes Zimmer.. Milch.«Yj Liter täglich«....... Brot(2 Kilogramm wöchentlich).... Geniüse ldurchstbnittlich 0,30 Mark täglich! Karioffeln«ßll'Pfund monatlich).... FeU und Butter......... Fleisch(>/< Kilo wöchentlich)..... Seife zur Wäsche......... Beleuchtung, Heizung........ Mebl, Mondamin, Hülsenfrüchte...» Kaffee, Zucker.,........ Monatlich(in Mark- r-50,�- ~~ 18,— 64,- 20,— 6,30 3,20 9,- 1,50 4.— 3,30 1,20 4— 9,— 2 50 rung bedürfen. Tos Gutachten lautete dahin, daß der Be- köstigungssatz auf 1,50 M. für den Tag und die tägliche Mieteutfchädigung auf 0,50 M. festzusetzen sei. Tanach würde sich der Beköstigungssatz pro Monat auf 15 M. belaufen. Tas war im Jahre 1011. Tie heutigen Verhältnisse erfordern eine Erhöhung dieses Existenz- Minimums. Einzelne Uuterstiitznngskommisjionen in Berlin haben sich an dieses Gutachten des Gcwerbegerichts erinnert und als Minimum für eine Frau 10 M. monatlich und 15 M. für ein Kind festgesetzt. Diese Sätze zugrunde gelegt, wird unter Berücksichtigung der Kriegsunterstütznng und etwaiger Leistungen des Arbeitgebers oder sonstiger Ein- fünfte berechnet, ob Mietbeihilfe und in welcher Höhe solche erforderlich erachtet wird. Es gibt auch Kommissionen, in denen der Satz von 33 M. für eine Frau zugrunde gelegt wird. Jedenfalls könnte das Gutachten des Gewerbegerichts, den heutigen Verhältnissen angepaßt, als Grundlage gelten, um der heutigen Willkürherrschaft einzelner Kommissionen ein Ende zu machen. Eine bessere Regelung erfordert auck die Gewährung von Extraunterstützungen. Die Verteilung dieser Unterstützung auf die einzelnen Kommissionen genügt nicht, und in den Kommissionen selber wird ebenfalls arg geknausert, je länger der Krieg dauert. Man darf aber die einzelnen Kriegerfamilien nicht darunter leiden lassen, daß die Zahl der Eingezogenen gewachsen ist und den Gemeinden große Lasten auserlegt. Ausreichende Sorge für die zurückbleibenden Kriegerfainilien ist auch heute noch eine der vornehmsten Auf- gäben von Reich. Staat und Gemeinde und trägt zu großer Beruhigung unserer hinausziehenden Krieger bei. Hoffentlich erfolgt in Bälde eine Verbesserung der Lage der Kriegerfamilien.__ „Lohnende" Heimarbeit. Welcbe Löbnc mitunter von Zwischenmeinern gezablt werben, lehrt auch der folgende Fall. Eine der vielen Kriegerfrauen, die ihrer kleinen Kinder wegen nicht Arbeit außer dem Hause an- nehmen können, hatte mb scbon längere Zeit hindurch vergeblich nacki Heimarbeit umgesehen. Endlich konnte sie beim Nationalen Frauendienst, von dem sie unterstützt wurde, sehr erfreut die Mit- tcilung macbcn. daß sie Arbeit gefunden habe und sich bald damit ernähren zu können hoffe. Was für Arbeit aber war das? Es stellte sich heraus, daß die Frau, veranlaßt durch eine„Morgenpost"- annonce, zu einem Zwischenmeister Hagen(Berlin, Mclefstr. 51) gegangen war und dort die Näharbeit an Sanitätstaschen übernommen hatte. Wer diese Taschen kennt oder auch selber fcbon mal diese. Arbeit gemacht bat, der weiß, wieviel Zeitaufwand und Mübe die Herstellung erfordert. Ter Stois ist starkes Segeltuch, so daß man tüchtig Maschine treten mutz-. An den Taschen sind eine reichliche Anzahl Nähte z«:-machen, ein paar Keile ein- zusetzen. Gurte und Knöpfe anzuuäben. Und wie hoch ist für all diese Arbeit der Lohn, mit dein die Kricgcrfräu sich nähten zu, köimen~hosft?. Nicht mehr als.18 Pf. pro:«Stück.gibt.man ibr- bei HagenS..Tabei muß sie noch das: Garn Iclheh bezahlen, so daß ihr, varör IB�rdieust- prö-.Tajche'Ach. au.ß..etwa Isi Ps.-. stellt. Aber so dükitig' diescr- ÄcheitSlohn auch-istr- er-.ist doch luxlx nicht der- niedrigste, der für Sanitätstaschen gezahlt wird. Man sagt uns, daß es Unternehmer gibt,' die dafür noch sehr viel niedrigere� Löhne zahlen, beispielsweise nur 12 Pi. pro Stück. Nach einer Auskunft, die an zuständiger Stelle eingebolt wurde, wären etwa 40 Pf. pro Stück als angemessener Loh» zu betrachten. Was mögen da die Fabrikanten und Zwischenmeister an diesen Sanitätstaschen ver- dienen- Näherinnen, die über schlechte Bezahlung der Näharbeit an Sanitätstaschen, Sandsäcken, Patronengürteln usw. klagen, seien hiermit nochmals aufmerksam gemacht auf die Sitzung, die der Verband der Schneider und Schneiderinnen am Dienstag, den 28. September, abends 9 Uhr, im Ge werkschafts Haus, Engelufer 14/15, Saal 3, veranstaltet. Tic Kupfer- und Messingbeschlagnahme. Tie Ergänzuitg der Verordnung des LbcrkoinmandoS in den Marken über Kupfer-, Messing- und Nickelbcschlagnahmc hat eine Aenderung in der Organisation der städtischen Metall- sammelstcllen zur Folge gehabt. In den 31 städtischen Gas revierinspektionen werden von jetzt ab in der Zeit von 8 bis 1 Uhr außer den in Z 2 der erwähnten Verordnung der Be schlagnahme unterliegenden Oäegensuinden zu den bisherigen Uebernahmepreisen von 1 M., 3 M. und 13 M. für Kupfer, Messing und Reinnickcl ohne Beschläge und 2,80 M., 2,10 M. und 10,50 M. mit Beschlägen noch folgende Gegenstände angenommen: Bürstenblechc, Eimer, Kaffee-, Tee- und Milchkannen, Kuchenplattcn, Tee- und Kaffeemaschinen, Samoware, Zuckerdosen. Teeglashalter, Menagen. Messer bänke, Zahnstochcrgestclle, Tafelaufsätze aller Art, Tafelgeschirre, Rauchiervice, Lampen, Leuchter. Kronen, Plätten Nippessachen, Thermometer. Schroibgarniturcn. Bcttlvärmer Säulenwagen und Badeöfen aus Kupfer, Messing und Reinnickel. Dagegen können in den Markthallen von nun au alle anderen Gegenstände aus Kupfer. Messing. Rotguß, Tombak, Bronze. Neusilber, Alfenid, Ehristoile, Alpaka und Reinnickcl, auch Altmaterialien aus diesen Metallen abgeliefert werden. Es werden, lvic daS Oberkommaudo und der Magistrat bereits bekannt gemacht haben, für die in den Markthallen ab- gelieferten Gegenstände folgende Ilcbernahmeprcise gezahlt: Für Materialien und Gegenstände aus Kupfer 1,70 M. für das Kilogramm, aus Messing, Rotguß. Tombak. Bronze 1 M., aus Neusilber, Alfenid, Ehristofle 1,80 M. und aus Rein- nickel 1,50 M. Alle diese Materialien und Gegenstände müssen vorher von Eisen-, Holz- und anhpren Teilen befreit sein und sollen, um eine möglichst glatte Abfertigung zu ermöglichen, nach den einzelucu Mctallartcn getrennt eingeliefert werden. Verunglückte Heizer. Gestern meldeten wir, daß ein Heizer beim Anheizen einer Zentralheizung im Sophien- Gymnasium in der Weinmeisterstraße infolge Kohlenoxydgasvcrgistung den Tod gefunden hat. Heute liegen zwei Fälle vor, nach denen Heizer in ihrem Berufe umS Leben gekommen find. Es wird berichtet: Der 67 Jahre alte Heizer Wilhelm j Rieze, der seine Stellung in der 147. Gemeindeschnle auf dcmGrund- 63,90 Tie Frau erklärt:„Wenn ich ganz sparsam lebe, wöchent- lich nur einmal Fleisch genieße und im übrigen von Gemüsc und Kartoffeln lebe, kann ich knapp auskommen. Dann bleibt aber nichts für Nähfaden, Nadeln und dergleichen zum Ausbessern der Kleider. Für das Kind koche ich meistens einen Mondamin-Pudding, den es sehr gern ißt. Seit einigen Tagen bin ich beim Vaterländischen Frauenverein provisorisch angestellt mit einem Monatsgehalt von 50 M. Damit werde ich mein Leben wesentlich besser einrichten können." Die Wohnnng. ein einzelnes möbliertes Zimmer, nimmt in diesem Fall 30 Proz. in Anspruch. Der Lebensunterhalt, denkbar einfach gestalten, erfordert den Rest. Die Budgets könnten nach Belieben vermehrt werden. Wenn manche Frau nicht etwas zuverdiente oder einen Zu- schuß von dem Arbeitgeber des Manne« bekäme, so säste es scbr traurig aus. Aber selbst diele Frauen leiden schwer unter der Teuerung, zumal auch dem im Felde stehenden Manne oder dem Sobne des öfteren eine Kleinigkeit gesendet werden muß. Wieviel mehr seufzen erst die Frauen, die lediglich auf die Unterstützung angewiesen sind. Dazu kommt, daß es nock Unterstützungskommissioncn gibt, welche Kriegerfrauen abweisen, weil ihr Verdienst ge- nügend sei oder in anderen Fällen keine Mietunterstützung zahlen. Es ist zu erwarten, daß in Kürze die vom Reichstage gewünschte Erhöhung der Kriegsunterstützung durch Bundes- ratsbeschluß in Kraft gesetzt wird und daß dann— Hassent- jjch_ auch die Gemeinden, so sehr sie auch schon belastet sein mögen, ihren Zuschuß auf die erhöhte Reichsunterstützung ausdehnen werden. In Berlin muß außerdem mit der von einzelnen Kommissionen geübten Willkür in den Unter- stützuiigssällen aufgeräumt werden. ES müssen bestimmte Grundsätze für die Unterstützung festgelegt werden, an die sich die Kommissionen zu halten haben bei Bewilligung von Kriegs, wie Mictunterstiitzung. Solche Grundlagen sind vor- Händen. Das Berliner G e w e r b e g e r i ch t hat im Etatsjastr 1911 auf Ersuchen der Gewerbedeputation ein Gutachten er- stattet, ob und inwieweit die auf Grund des K 1 des Krauken- versicherungsgcsetzes und des§ 6 des Gewerbeunfallversiche- rungsgesctzes festgesetzten Ortsdurchschnittspreise, nach denen der Wert von N a t u r a l b ez ü g e n bei Berechnung des Jahresarbcitsvcrdienstes in Ansatz z» bringen ist, mit Rück-.................................... uu, siichi auf i ic letz'gen wirtschuftlkchen Verhältnisse einer Aende- 1 stück Grenzstr. 8 schon länger bekleidete und mit seiner Frau dort auch eine Dienstwohnung hatte, setzre vorgestern nachmittag zur Probe die Zentralheizung in Betrieb. Um 7 Uhr abends kam er nach der Wohnung und klagte seiner Frau, daß er sich unwohl fühle. Zwei Stunden später, nachdem die Frau, von der Arbeit ermüdet, sich schlafen gelegt hatte, ging er wieder hinunter, um die Feuerung zu schließen. Frau Rieze schlief die ganze Nacht durch. Als sie gestern morgen erwachte, sah sie zu ihrem Schrecken, daß das Bett ihres ManneS unberührt war, und eilte nach dem Heizraum hinunter. Hier fand sie den Mann regungslos daliegen. Ein Arzt aus der Nachbarschaft konnte nur noch den Tod feststellen. Nach seinem Gut- achten ist Rieze infolge von Rauchvergiftung gestorben. Er war noch imstande gewesen, die Fenster zu öffnen, dann aber tot zusammen- gebrochen. Einen entsetzlichen Fst-mmeniod erlitt gestern der verheiratete S4jährige Portier und Heizer Goulieb Kühn vor dem Ofen der Zentralheizung des Hanses Goethestr. 12 in Charlottenburg. Es wird darüber berichtet: Bewohner des Hauses Goethestr. 12 nahmen gegen Mittag einen scharfen Brandgeruch wahr, der aus den Kellerei- räumen drang. Der Gastwirt Weihe suchte verschiedene Keller ab. ohne etwas Verdächtiges zu bemerken. Da der Geruch nicht nach- ließ, begab er sich gegen 4 Uhr nachmittags nochmals in den Keller und diesmal auch zum Ofen der Zentralheizung. Dort bot sich ihm ein grausiger Anblick. Der Portier Kühn, der seit etwa 2 Monaten die Heizung bediente, lag tot aus dem Boden. Die eine Hälfte des Verunglückten war vollständig in Flammen gehüllt, die langsam am Körper cmporsraßen. Tie Feuerwehr brachte den entsetzlich zu- gerichteten Leichnam ins Schauhaus. Man nimmt an, daß dem Kühn während des FeuernS Stichflammen aus dem Ofen entgegen- schlugen, die seine Kleidung ergriffen. Der Bedauernswerte verlor dabei das Bewußtsein und wurde, da Hilfe nicht in der Nähe war, von den Flammen getötet. Räuberischer ttebcrfall auf einen Kassenboteu. Zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde gestern der 23jährlge, aus gulcr Familie stammende bulgarische Staatsangehörige Boris Pantschaff. P. hatte in der Warschauer Straße einen Boten der Kommerz- und Diskontobank zu überfallen und zu berauben versucht, indem er ihm Pfeffer in die Augen streute. Der Plan wurde vereitelt und P. festgenommen. Gestern fällte das Gerichr das oben genannte Urteil.__ Im Kinderbaus, Blumcnstraßc 97, findet im Oktober wieder unentgeltlicher Unterricht in Säuglingspflege statt, wöchentlich ein- mal mit praktischen Uebungcn. Meldungen schriftlich oder mündlich von 2—6 Uhr im Bureau des Kinderhauses, Blumenstr. 97. Tie 2. Fortbildungsanstalt in der Bertrom-Realschule. Alexan. drinenstr. 5—6, nimmt Schüler beiderlei Geschlechts auf. Die Winterkurse beginnen am 7. Oktober d. J.� Das Schulgeld beträgt. für jeden vierstündigen Kursus 5 M. auf da? ganze Semester(Aus- w'ärtiae das Doppelte«. Unterrichtet wird im Französischen und Englischen in aufsteigSnden Kursen, in Deutsch, in doppelter Buch- fübrung, Stenographie und Schreibmaschine und bei genügender Beteiligung auck in andexen Gegenständen. Anmeldungen nimmt der Direktor der..Rcalschttic täglich von 12—1 Uhr und an den. UnternchtSabeitben um 8 IM in. seinem Ämtszimmer entgegen.'.: Wer..ist die Tote? Das Polizeipräsidium: teilt mit: Lm 20. September cr-rfrich; 7. Ithr., st die Leiche einer, unbekanmen Frau (etwa 1,65 Meter groß, khiftig, volles Gesicht, 35— 40 Jahre alt, dunkelblondes Haar, bekleidet mit weißer Bluse, dunkelgrau ge- streiftem Koslllmrock, schwarzen Strümpfen, hohen schwarzen Schnür- schuhen) aus dem Hafenbassin am Hafenplatz gezogen und nach dem Schauhause geschafft worden. Die Leiche, die nur kurze Zeit im Wasser gelegen haben kann, trug um den Hals eine goldene Kette mit leerem Medaillon und in der Kleidertasche einen Zettel mit der Aufschrift„Stein, Gärtnerei. Wrangel-, Ecke Steinmetzstraße." Per- sonen, die über die Persönlichkeit der Toten Angaben machen können, wollen sich in ihrem WohniingSrevier oder im Polizeipräsidium am Alexanderplatz, Zimmer 405, melden. Vergnügungen. Da? Apollotheater, das mit einem glänzenden Programm wieder geöffnet ist, veranstaltet heute Sonntag zwei Vorstellungen, eine um 4 Uhr nachmittag? mit kleinen Preisen und eine um 8 Uhr abends. Im Trianonthcater bleibt der erfolgreiche Schwank: „Lehmanns Kinder" tortgesetzt auf dem Spielplan. Sonntag nach- mittag 3>/z Uhr bei kleinen Preisen„Minna von Barnhelm". Im P a l a stt h ea t e r am Zoo finden heute die zwei letzten Sonntagsvorstellungen des überreichen Eröffnungsprogramms statt. Nachmitiags darf jeder Erwachsene ein Kind� frei einführen. Die gegenwärtigen Kräfte verkleben bis zum 30. September. Ms öen Gemeinden. Ablehnung der Unterstüyungsanträge in Adlershof. Die- letzte Sitzung der Gemeindevertretung nahm Kenntnis von der Etatübcrschrcitung um 125 200 M. und beschloß die Nach- bewilligung dieser Summe.— Tic Rudower Chaussee soll Gas- velcuchtung erhalten, da die bisherige Spiritusbeleuchtung sich als zu unpraktisch und zu teuer erwiesen babe.— Genosse K lo d t begründete sodann einen soziatdemokratische» Wunsch, der die gründ- liche Renovierung des Armenhauses bezweckt. Der Gemeindevorsteher mußte zugebe», daß die Räume in einem unwohnlichen Zü- stände seien und der Ausbesserung bedürfen. Tie Gesamtrenovie- ruiig solle dann später erfolgen. Auf Antrag unserer Vertreter soll eine ständige Kontrolle von Mitgliedern deS Armenausschusses ausgeübt werden und der Badezwang. eingeführt werden. Zum Antrag unserer Genossen auf Errichtung eines Miet» cinigungsamtes sollen zunächst von anderen Gemeinden die Satzun- gen eingefordert tverden. Sodann wurden die Anträge unserer Genossen verhandelt, die verlangten: a) Festsetzung eines Existenzminimums zur Beschaffung der notwendigsten Lebensbedürfnisse für Angehörige der Kriegs- teilnebnier: d) Erhöhung der Mietumeritützungen; cl Erhöhung des Zuschusses für Angehörige der zum Kriegsdienst einberufenen Geineindearbeiter. Genosse K l o d t begründet an der Hand reichen statistischen Materials die Nottveirdigkeit ber Forderungen. Ter Gemeindevorsteher suchte diese Begründung unter dem Hinweis zu verhindern, daß ja die Teuerung allgemein bekannt sei. Unsere Genossen waren auch bereit, auf jede weitere Begründung zu ver- zicknen, wenn die Gemeindeverimuiig diese Anträge annehme. Nach dem ersten Antrag soll das Existenzminimum folgendermaßen festgesetzt werden: für eine Frau ohne Kinder auf 40 M., mit einem Kinde 55 M., für jedes weitere Kind 10 M. mehr. Der Mietzuschuß soll von 15 aus 25 M.- heraufgesetzt werden. Die Familien der im Felde befindlichen Gerneindearbeiter sollen soviel Zuschuß zur Kriegsunterstützung erkalten, daß drei Viertel ihrer bisherigen Bezüge erreicht werde». Begründend wurde ausgeführt daß häusig kinderreiche Familien trotz dieser schlechten Lage von der Gemeinde- ksinen Zuschuß erhalten, daher werde beantragt zur Ärieg-Äintcrstützung 50 Proz. des Lohnes zuzuzahlen. Der sozial, demokratische Redner wies noch darauf hin, datz die Gemeinde bei Prüfung der Bedürftigkeit zu engherzig verfahre, indem man die Kriegerfrauen unter allen Ilmständen zur Arbeit zwingen wolle, dadurch werden aber die Kinder der mütterlichen Obbut entzogen. Schulrektor Krause habe bereits auf die dadurch ent- st eh ende zunehmende Verrohung der Adlers- hofer Jugend hingewiesen. Von den bürgerlichen Vertretern nahm nicht einer das Wort zu den sozialdemokratischen Anträgen, und so wurden diese mit allen bürgerlichen gegen die sozialdemokratischen Stinimen abgelehnt. Unsere Genossen verliehen als Protest die Sitzung, die dann wegen Beschlutzunfähigkeit vertagt werden mutzte. Annahmestelle für Altmetalle in Charlottenbnrg. Der Magistrat hat eine besondere Annahmestelle für Altmetalle auf dem städtischen Bauhof Reisstraße 1(hinter der Hauplfeuerwache am Lnyow) ein- gerichtet. Die Annahmestelle ist von Uhr geöffnet. parteiveranftaltungen. Schöneverg._$ic M itglied erversammlung des Btahlvereins findet am TienStag. den �8. September, in den Neuen Nathausfäten, Martin-Luther- Strohe, statt. Vortrag des Genossen Um breit über:„Arbeitsnachweise vor, während und nach dem Kriege. Wilmersdorf. Montag, den 27. September, abend? 81/, Ubr, im kleinen Saale des„Viktoriagarten", Wilhclmsaue 114/15: Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen V a u l Hirsch. Stegliv. Dienstag, den 28. September, Pünktlich abend? 8'/, Uhr: Mitgliederversammlung bei Schellhasc. Niedcrschönhaüsen-Rordend. Die übliche Mitgliederversammlung fällt diesen Monat aus. Lichtcrfclde. Dienstag, 28. September, abends S1/, Uhr, bei Wahrendorf: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Die Frage der Lebens- Mittelversorgung. Die ArbcitSvermittclung der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten. Zutritt nur gegen Mitgliedsbuch. Iugenöveranstaltungen. Pnnkow-Nicderschönhauscu. Für die sugendlichen Mädchen finden jeden Dienstag, abends von 7— 91/, Uhr, im Arbciterjugendhcim, Pankow, Maximillanstr. 43», Handarbeitsstunden statt. Rege Beteiligung ist er- wünscht. Die männliche Jugend hat Zutritt. �rauenleseabenöe. Montag, den S7. September, abends 8'!, Uhr i Erster Wabtkreis. t.— 4. Abteilung bei Stein, Stralauer Brücke 3. Vortrag.— 5. Abteilung bei Drejzler, Ailonaer Str. 20. Vorlesung über Leo Deutsch und Verschiedenes. Zweiter Wahlkreis. In solgenden Lokalen: Wicmers, Bülow- strafie 58., Vortrag der Genossin Wurm.— Borgseld, Friescnstrajze. Bor- trag der Genossin Güldner.— Fröhlich, Blücherstr. 56, Ecke Fontanestratze. Vortrag der Genossin Baader.— Löhrisch, Markgrascnstr. 73. Vortrag der Genossin Wackenhcim. Dritter Wahlkreis. Im GcwerkschastShaus, Engeluser lö. Vortrag der Genossin Dr. WygodzinSki über:„Die menschliche Ernährung unter besonderer Berücksichtigung der Zeitverhältnisse". Bierter Wahlkreis. In solgenden Lokalen: Reichenberaer Hos, Rcichenbcrger Str. 147. Vortrag des Genossen H. Barenthin.— Süd-Dsl, Waldcmarstr. 75. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen O. Büchner. — Bockcr, Wcbcrstr. 17. Vor trag des Genossen A. Wieloch.— Andreas- Fcstsäle, Andrcasslr. LI. Vortrag des Genossen O. Gcschke.— Prachtsäle des OüenS, Frankfurter Allee 48. Vortrag des Reichstagsabg. F. Zubeil.— Engelmann, Landsberger Allee 154. Vortrag der Genossin Dcmmning.— Comenius-Söle, Memcler Str. 67. Vortrag des Genossen Klingler.— Hoffmann, Stralauer Allee 17. Vortrag des Genossen W. Wach. Sechster Wnhlkrets. Einen gemeinsamen Lescabend veranstalten die Genossinnen der 12., 13,, 14. mW 15. Abteilung in der Patzenhoser Brauerei, Turm straffe. Genosse Adols Hoffmann wird einen Vortrag halten. Vanmschulenweg. Im Restaurant Erbe, Baumschulenslr. 14. Vor- trag des Genossen Hartmann über:„Der Krieg im Haushalr der Frau". Charlottenbnrg. Der Leseabcud findet gemeinsam im Volkshaus, Rosinenslr. 3, statt. Johannisthal. Bei Heidrich, Friedrichstr. 11. Vorirag der Genossin Elsride Ryncck über:„Die Notwendigkeit der proletarischen Organisation". Mariendorf. Bei Benschek, Chausseesir. 27. Vortrag der Genossin Toni Breitfcheid. Neukölln. Die Frauenlcseabendc sind diesmal zusammengelegt und finden in solgenden drei Lokale» statt: Passage-Festsäle, Bergslr. 151, Feljchs Fcftsäle, Kncsebeckstr. 48 und im Karlsgarten. Auf der Tages- ordnung steht ein wichtiger Vortrag. Oberichönewcide. Bei Pamp, Wilhelmiiienhofstr. 42. Vortrag der Genossin Regina Rüben. Rei»ickendorf-West. Im Jugendheim. Wachholderstr. 44. Vortrag des Genossen Mankowski über:„Unterstützungssragen der Kriegersrauen". Weiffensee. Bei Peukert, Berliner Allee 25t. Vortrag. Dienstag, den 28. September, abends 8 Uhr: Köpenick. Bei Schmidt, Kaiser-Wilhelm-Str. 29, Jägerheim. Vortrag der Genossin Rhncck über:„Die Frauen und der Krieg". Mittwoch, den 29» September, abends 81/, Uhr: Brik-Bultow. Bei A. Becker, Chaussccstr. 97. Vorirag der Genossin Rüben. * Lichtenberg. Die gemeinsamen Leseabendc des 1.— 6. Viertels fallen diesmal ans. Tegel. Umständehalber findet der Frauenleseabend am Donnerstag, den 30. September, abends 8>/z Uhr, im Jugendheim, Bahnhosstr. 15, stall. Vortrag deS Genossen Sepp Oerter. Geschäftliche Mitteilungen. Ein neuerdings in den Handel gebrachtes Nährmittel„ M i I s i x" wird in der Zeit der Milchknapphcit von Hausfrauen besondere Beachtung finden. Das Nährmittel enthält vollkommen cnijettcte Trinkmilch in Pulverform in kleiner Bcutelpackung.— Tic in der Firma Albert M l e i f e r vereinigten Tischler- und Ta- pezicrermeister in der Alcxanderstraffc 42 haben den architektonischen Ausbau der Möbelfabrik vollendet,— Das Kaushaus WilbclmJosepb, Schöneberg, Hauvtstr, 163, Ecke Eroff-Görschenslraffe, gewährt den Käuscrn jetzt besondere Vorteile. 10 P r o z. Extra-Rabatt in bar oder doppelte Rabatt- Marlen gcht es aus alle Waren. In allen Lagern, namcntliib auch in Baumivollwarc, Gardinen, Bcttstoffeii, Wäsche usw. sind die Borräte auffcr- ordentlich. infpvs-Saffer �edmerTLichleräläflSMerermsir' BSrgerllclie ttohnun�EMMunsen in jeiler Holz- um! Stilart, nur erstklassiger Ausfühninjf zu Wir liefern direkt an Private als Spezialität: AJMi lllillfc WUilllUli�iJ äillEi Wll konkurrenzlos Hlllgen Preisen. 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September 1915: Bezirks- Versammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Korden: IUuumb»«»!«;, Müllerstr. 142, abends 8'/, Uhr. Ilni'don" ÜUttner« FcatBälc. Schwedter Straffe 23, abends IiUIUCll. 8'/, Uhr. Vortrag des Kollegen Nob. Bahn. Horden: rz-l»vli'« Badstr. 12, abends 8'/. Uhr. Moabit:«ans» Feststtlc, Beiisselstr. 9, abends 8>/, Uhr. Edarlotlenburg: Nosincnstr. z, abends 8'/, Uhr. Reinickendorf-West:««. abend?«/. uhr. Westen und 8cdöneberg: OSten: Comcnlnssaic, Mcmeler Str. 67, abend? 81;, Uhr. I iahlonhavin• Kestanrant Karhownkt, Pfarrstraffe 71, Liemenuerg. abend? sv, uhr. i 8 Uhr. t~" abends 8 Uhr. Südenbezirke: Süd-Ost, Waldemarstr. 75, abends 8'/, Uhr. Neukölln* Bcrgstraffe läl/152, abends Sieglitz: Kvdellliase» reststllo, Nhornstr. läa, abds. 8'/zUhr. Köpenick und Friedrielisbagen: Ile8tar"hnmann. Köpenick, Bahnhofstr. 44, abends 81/, Ubr. Oberschöneweide, Niederschöneweide, Joliannis- fhol Ii flmri* Restaurant Ocorgc, Oberschöneweide, Uldl U« Uliig.. Wilhelmincnhofstr. 44a, abends 8'/, Uhr. SpahdaU''*ei<�aura,,t®ert5B' Spandau, Kurstr. 21, abends Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Bericht von der an�erordentlichen Generalversammlung. 2. Die Erörterung der Frage der starken Vermehrung der Frauenarbeit in der Metallindustrie. ■• Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt., Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. 119/16* I>le Ort«Verwaltung. Stralau-Rumm elsburg: 56' aBcnM Weißende* �esta',,'an� Peukert, Berliner Allee 234, Achtung! Die Zahlstelle von RUKm. Maxstrnffe, ist aufgehoben. Bei»tUU Ier, Paukstr. 65, ist eine ueue Zahlstelle errichtet. tvie Ort«verwaIt«ng. die teuren Zitronen Nicht mehr bezahlen kann, verwende bei Suppen, Salaten, Limo- naden, Backwerk* Citronln! 1 Väckchen für nur 5 Pf. kommt dem Safte einer frischen Zitrone gleich. Citren in ist in 1000 Haushaltungen erprobt. 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Dienstag, den äK September 1915, abends'/s® Uhr, im Vereinshaus, Holzmarktstraße 21. Tagesordnung: I.Vortrag des Kollegen W. N i t s ch k e über„Arbeitsuchen und Arbeitsvcrmittelung". 2. Verbandsangetegenheiten. 3. Verschiedenes. Korbmacher. Dienstag, den 28. September, abends SlU Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Vortrag des Arbeitersekretärs Eugen Brückner:„Die Ver- sorgung der Kriegsteilnehmer, ihrer Familien und Hinlerbliebenen." 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. DieVersorgungder Kriegsteilnehmer ihrer Familien und ihrer Hinterbliebenen Preis Z(>Pf.,beidirekterZusendung inkl.Porto35Pf. Dieses Büchlein ist unentbehrlich für jede Familie, was das Inhalts-Verzeichnis am besten lehrt. ZtelSmacher. Tonnerstag, den 30. September 1815, abends 8'/, Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11—12, Tagesordnung: 1.„Die Gewerkschasten nach einem Jahre Krieg," Res: Kollege König, 2, Anmeldungen zum Zeichenkursus. 88/8 Die Ortsverwaltnng. 1. Fürsorge ; für die Mamillen der ! Kriegsteilnehmer. ! BefepeStext. Erläuterunzen. » 2. Die Versorgung der TNannschaflen. i Wer pal Anspruch auf Nenle?! i Fristen. Dienstbesebädtgunz. ; Erwerbsunfähigkeit. Berech. ; nung der Dienstzeit. Betrag| ; derNenle. Berstiiinmelungs» ; zulage. KrieaSzulage. Zivil. z versorgung.Bedingte Renten\ ; und Renlenzuschiisse. Alters» ; Zulage. Rente und Zulagen. I Anspruch auf Rente. Wegen! ; körperlicher Gebrechen Ent, - lassene. Feststellung der! ; Renten.Rechlswea. Zahlung 1 ; derBersorgunaSgediihrnisse.! ; Erlöschen de§ Anspruchs auf s ; die Gedllhrnisse. Ruhen des i ; Anspruchs auf die Gebühr- ; nisse. Anspruch der Sinter- i hlievenen. Ausschluß von der I ; Pfändung»nd Besteuerung. ! Schadenersatz. Rechtsweg. ! Personen der freiwilligen s ; Kranlenvflege im Kriege. Be- ; sondere Vorschriften für An- ; gehörige der Marine und der I ; Schutztruppe. Z.kriegsversorgung.! Wer bat Anspruch auf; KriegSversorgung? Kriegs-; Witwengeld. Kriegswaisen-; geid. Kriegselterngeld. Mit-; ivenbeibtlfen. An wen sind» Anträge auf KrtegSwtlioen-, z Walsen- und Ellerngeld zu- stellen? Snadengebübrnisse.; Festsetzung der Sinter-; dliebenenbezüge. Zahlung; 1 der Sinterpliebenenbezüge.« Erlöschen des BezugsrechtS.- Ruhen d.BezuqSrechtS. Ber-» sorqung der Slnterbliebenen z p.Berschollenen. Rechtsweg.. Besondere Vorschriften f. die» AngevörigenderKalserl. Ma-. rlne. Besondere Vorschriften. für dieKaiseel. Schusrruppen» in den Schuygebieteii.« l.Znvalidenversichening; von kriegsleilnehnera und: deren Hinterbliebenen, i Invalidenrente. Witwen-; rente. Waisenrente. Witwen-> aeld und WatsenauSsteuer.; Stellung von Anträgen. An-; rechnungv. Beitragewochen.; Scilverfahren.KnappschaftS-: | Berstcherung ErstattungSan.; spräche aus der Angestellten- z Versicherung. Z Buchhandlung Vorwärts Berlin EW. 68, Lindenstraße 3 »• Kkl.t» 7*.. 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Der„Vorwärts" erscheint täglich und kostet pro Monat 1,1t) Mark und ist bei der zuständigen Postanstalt zu bc- stellen. Beim AusbleibenoderbeiverspäteterLie- f c r u n g einer Nummer wollen sich die P o st b e z i e h c r stets nur an den Briefträger oder die zu- st ä n d i g e B e st e l l- P o st a n st a l t wenden. Erst wenn Nachlieferung und Aufklärung nicht in angemessener Frist er- folgen, wende man stch unter Angabe der bereits unter- nommencn Schritte an unseren Verlag. Jelöpost-Mbonnements. Wir weisen unsere Leser daraus hin, daß unsere sämtlicheuFilialspcditionenwiedicHaupt- expedition Feldpost-Aboanemcnts auf den„Vorwärts" zum Preise von 1,10 Mark monatlich entgegennehmen. Tie Zeitung wird den im Felde Stehenden von unserer Hauptexpcditiov als Feldpostbrief täglich nach- gesandt. Bei Bestellung des Abonnements ist genau anzugeben, welchem Armeekorps, Division, Brigade, Regiment, Bataillon, Kompagnie usw. der Empfänger angehört. Verlustlisten. Tie Verlustliste Nr. 337 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 1.. 2., 3. und B. Garde-Reg. z. F.; 2. Garde-Res.-Reg.; Garde-Jäger-Bat.(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 260). Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.-Regimentcr Nr. 1, 4(f. Res.-Jnf.- Reg. Nr. 260), 6 ff. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 260), 11, 15(f. Res.- Jnf.-Reg. Nr. 16),' 16, 18, 20, 25. 28(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65), 31. 32(f. Res.-Jnf.-Negt. Nr. 230), 33. 40 ff. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65). B7, 59 63, 65{[, Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65), 66(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65), 68, 72, 73 ls. Rcs.-Jnf.-Rcg. Nr. 65), 74(f. Res.-Jnf.- Reg. Nr. 260), 78, 79(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65 und 260), 80(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65). 82 bis einschl. 86, 88, 89. Ol(f. Ref.- Jnf.-Reg. Nr. 230), 92 ff. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 260), 96, 97(f. Ref.- Jnf.-Reg. Nr. 65), 98, 109, III, 114, 116, 117, 118, 128, 131, 137, 141(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 260), 143, 144, 147, 151, 152, 156, 160 (f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65), 161 ff. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 65), 164, 165, 166, 169, 171, 174, 190, 332, 342, 358, 373(s. auch Feld- Maschinengew.-Abt. Nr. 17). Res.-Jnf.-Negimenter Nr. 7, 16, 18, 19, 21, 29, 57, 59, 60, 64, 65, 66, 79, 80, 81, 86, 87, 88, 94, 110, III, 130, 230, 260, 281, 267. Ers.-Jnf.-Reg. Königsberg Nr. 3. Jandw.-Jnf.-Regimenter Nr. 2, 3, 7, 11, 12, 13, 18, 21, 47, 72, 76, 99 und Regiment Tietz. Landw.-Ers.-Jnf.-Regimenter Nr. 2 und 3. Landst.-Jnf.-Rcg. Nr. 11. Ueberplanmäßiges Landw.- Jnf.-Bat. Nr. 2 des 4. Armeekorps. Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 5 (f. Jnf.-Reg. Nr. 358) und 55. Landw.-Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 14 (f. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 2), 37({. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 3|. Landst.-Jnf.-Bataillone: I Beutben i. Ob.-Schl., IV Bonn, Erbach, I Frankfurt a. O., II Görlitz, I Lützen, V Posen, Preußisch- Siargard, Treuenbrietzen, III Trier. Landst.-Jnf.-Ers.-Bataillone: I Darmstadt, III Hamburg. Etappen-sammel-Komp. Nr. 21. Re- kruten-Brigade Gent. Rekruten-Depot des 6. und des 15. Armee- korps. Jäger-Rcg. Nr. 2; Bat. Nr. 8; Res.-Bataillone Nr. 4, 11, 14(f. Jägcr-Reg. Nr. 2) und 19. Feldmaschinengew.-Abt. Nr. 17; 1. Ers.-Maschinengew.-Komp. des 1. Armeekorps ls. Landw.» Jnf.-Reg. Tietz); Festungs-Maschinengew.-Abt. Nr. 2 Tborn. Kavallerie: Kürassiere Nr. 4 und 6; Schwere Res.-Reiter Nr. 2; Dragoner Nr. 24; Husaren Nr. 4(s. auch Ers.-Äav.-Rcg. des 6. Armeekorps), 6 fs. Ers.-Kav.-Reg. des 6. Armeekorps)- Ulanen Nr. 8 und 11; Jäger zu Pferde Nr. 4. 11 ff. Ers.-Kav.-Neg. des 6. Armeekorps); Res.-Jäger zu Pferde Nr. 1; Regimenter Nr. 84 und 86; Ers.-Reg. des 6. Armeekorps. Feldartillerie: 2. 8. und 6. Garde-Reg.; Regimenter Nr. 1, 11, 15, 19, 21, 27, 31, 35, 38, 41, 50, 51, 95, 201; Res.-Ncgimentcr Nr. 50 ff. Feldart.-Reg. Nr. 50) und 51. Außartillerie: 1. Garde-Reg.(s. Fußart.-Reg. Nr. 5), 2. Garde- Reg.; 1. Garde-Res.-Reg.; Regimenter Nr. 1, 4, 5, 6, 9, 10, 11, 14, 16, 18; Res.-Regimenier Nr. 1, 4, 6, 7. 3. 9, 11, 20; Bat. Nr. 54; Ers.-Bat. Nr. 21; Landst.»Bat. des 14. Armeekorps; Batterien Nr. 232, 263, 273, 274, 289, 816, 343; 1. fahrende Batterie Königs- berg I; g-Zentimeter-Kanonen-Batt. Breidenbach; Res.-Batt. Nr. 24; 1. Landst.-Batt. des 5. Armeekorps. Mörser-Reg. Nr. 6. Pioniere: III. Garde-Bat.; Regimenter Nr. 18, 19, 23, 24, 25, 29. 35; Bataillone: I. Nr. 1, I. Nr. 2, I. Nr. 3, II. Nr. 4, I. Nr. 5, I. und II. Nr. 7, I. Nr. 9, I. und II. Nr. 10, I. und II. Nr. 11, I. Nr. 15, I.. II. und III. Nr. 16, I. Nr. 17. I. und II. Nr. 21, 1. und II. Nr. 26; Res.-Bat. Nr. 32; Erf.�-Bataillone Nr. 6 und 15; Res.-Aompagnien Nr. 49, 78, 83, 91; 2. Landw.-Komp. des 2., 2. des 7., 1. des 9. und 2. des 15. Armeekorps. Leichte Mincn- werfer-Abteilungen Nr. 216 und 288; Schwere Minenwcrfer-Ab- teilung Nr. 30. Berkehrstruppen: Fernspr.-Abt. Nr. 32; Fernspr.-Doppelzug Nr. 47. Schwere Funkenstation Nr. 17 der 1. Kav.-Div. Feld- luftschiffer- und Feldfliegertruppe. Krastfahr-Bat. ss. Res.-Jnf.- Reg. Nr. 65). Immobiles Kraftwagendepot 3/4 Frankfurt a. M. Train: Train-Abteilungen Nr. 15 und 17; Train-Erf.-Abt. Nr. 1; Korps-Brückentrain Skr. 17 des 17. Armeekorps; Res.-Korps- BrÄckentrain Nr. 38 des 40. Reservekorps; Res.-Div.-Brückentrain Nr. 47 der 47. Res.-Div. Fuhrparkkolonne Nr. 1 des 7. Armee- kotps; Res.-Fuhrparkkolonne Skr. 92 der 76. Res.-Div.; Landw.- Fuhrparkkolonne Nr. 3 der Armeegruppe Woyrsch; Festnngs-Fuhr- parkkolonne Nr. 5a des 17. Reservekorps; Magazin-Fuhrparkkolonne Nr. 11 des 20. Armeekorps, Nr. 59 der Südarmee und Nr. 853 der Bugarmee; Etappen-Fuhrparkkolonncn Skr. 7 der 11. Armee, I Allenstein und II Breslau. Feldbäckereikolonne Skr. 1 des 1. Armeekorps, Nr. 1 des 9. Refervekorps und Nr. 103 der 193. Inf.- Division. Res.-Jnf.- Munitionskolonne Nr. 4 der 76. Res.-Div. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Komp. Nr. 1 des 1., Nr. 1 des 2. Nr. 3 des 9. Armeekorps und Nr. 58; Res.-Sanitäts-Äomp. Nr. 2 der 3. Res.-Tiv.; Landw.-Sanitäts-Komp. Nr. 19. Feld- lazarett Nr. 5 des 17. und Nr. 11 des 18. Armeekorps; Res.- Feldlazarett Nr. 70 der 25. Res.-Div.; Festungslazarett Metz. Armierungs-Bataillone. Proviantämter: Feld-Proviantamt der 4. Garde-Jnf.-Division Landw.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 48; Ers.-Bat.; Ers.-Reg. Leimbach» und Feftungs-Proviantamt Lille. »• ♦ Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 223 bringt Verluste der Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 13, 16, 18, 19, 20, 21, 22, 23; Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 8, 5, 6, 7, 8; Brig.-Ers.-Bataillone I Nr. 1, 2, 4, 5, 6, 8, 9, 10; Landst.-Jnf.-Bataillone: Augsburg III, Passau I; 2. Ulanen-Reg. Ansbach; 1., 6. und 7. Chevaulegers- Reg.; 2., 5. und 21. Feldart.-Reg.; Res.-Feldart.-Regimenter Nr. 6 und 8; Rcs.-Fußart.-Reg. Nr. 2; Pionier-Bataillone: 2. Speyer, 3. Ingolstadt; Pionier-Komp. Nr. 21; Flieger-Abteilungen 1 und 2; 2. Landw.-Pionier-Komp., 1. A.-K.; 1. Landw.-Pionier-Komp. 2. A.-K.; 1. Pionier.-Ers.-Komp.(3. Pionier-Bat.); Armierungs- Bat. Nr. 1; Landw.-Fuhrparkkolonne 4; Etappen-Hilfs-Komp. Nr. 1; Etappen-Lazarett(6. Armee); Berichtigungen zu den Verlust- listen Nr. 1 mit 185(Vermißte). Tie sächsische Verlustliste Nr. 199 enthält Verluste der Jnf.-Regimenter Nr. 104, 106, 139, 177, 179, 181, 182, 183, 192; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 100, 242, 245; Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 100, 106; Ers.-Jnf.-Regimentcr Nr. 32, 40; Landw.-Erf.-Jnf.- Reg. Nr. 5, Landw.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 47; Jnf.-Reg. Nr. 354, Landw.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 48; Ers.-Bat.; Ers.-Reg., Leimbach- Zerener, Res-Jnf.-Reg. Nr. 104; Jäger-Bat. Nr. 13; Karabinier- Reg.; Ulanen Nr. 17, 21; Res.-Ulanen; Husaren Nr. 19. 20; Res.- Husaren; 2. Landst.-Eskadr., 12. Armeekorps; Fußart.-Regimenter Nr. 12, 19; Fußart.-Bat. Nr. 58; Nes.-Fußart.-Bataillone Nt. 12, 19, 27; Landw.-Fußart.-Bat. Nr. 19; Ers.-Bat., Fußart.-Reg. Nr. 12; Futzart.-Batt. Nr. 123. Tie württembergische Verlustliste Nr. 272 bringt Ver- luste der Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 119, 120; Jnf.-Reg. Nr. 120; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 122; Landw.-Feldart.-Reg. Nr. 2; Schwere Minenwerfer-Abt. Nr. 16; Mittlere Minenwerfer-Abt. Nr. 130; Freiw. Krankenpflege. Gerichtszeitung. Schutz weiblicher Angestellter! Ein schamloses Attentat auf eine weibliche Angestellte mußte gestern der Kaufmann Moses H e n s ch k c mir einer empfindlichen Gefängnisstrafe büßen. Wegen wörtlicher und tätlicher Beleidigung hatte die 5. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Geh. Justizrats Kämpfe gegen H. zu verhandeln. Der Angeklagte ist Inhaber eines PartiewarenengroSgefchäftS in der Klosterstraße. Im April d. I. nahm die löjäbrige Expedientin Else SB. bei dem Angellagten eine Stellung an, in welcher sie das bobe Gehalt von ganzen 30 M. bezog. Schon am fünften Tage nach ihrem Slellungsanlriit mußte das junge Mädchen merken, wes Geisteskind der neue Chef war. Er näherte sich ihr mit An« trägen und versprach ihr mit dem Hinweise auf ihr ge« r i ii g e S Gehalt, ihr täglich eine ganze Mark extra zu geben, wenn sie seinen Wünschen gefügig sei. Aus Furcht, ihre Stellung gleich wieder zu verlieren, erzählte die V. ihren Eltern von diesem Vorgänge nichts. Als Henschke jedoch am nächsten Tage tätlich wurde und sich in einer ichamlosen Weise benahm, teilte daS junge Mädchen ihrer Mutter ihre Erlebnisse mit. Der Angeklagte zahlte sofort das volle Monatsgehalt aus und glaubte damit die ganze Sache erledigt zu haben. Von dem Vater war jedoch Anzeige erstaltet. Diese hatte das vorliegende Strafverfahren zur Folge. Das Schöffengericht, vor welchem der Amts- anwalt eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten beantragt hatte, verurteilte den Angeklagten mit Rücksicht auf seine bisherige Unbescholtenheit zu 3 00 M� G e l d st r a f e. Die Staatsanwall- schasl legte Berwung ein, um die Verurteilung zu einer höheren Strafe zu erzielen. Wie Staatsanwalt Lanzenberger gestern vor Gericht betonte, sollen derartige Zustände, in welchen Arbeitgeber ihre höhere sozialeStellung zu gemeinen Angriffen gegen die Ehre ihrer weiblichen Angestellten ausbeuten, absolut nichts Seltenes in Berlin sein. Leider kommen die meisten dieser Fälle nicht zur Kenntnis der Behörden, da sich die jungen Mädchen, teils aus Scham, teils aus Furcht ihre Stellung zu verlieren, scheuen, Anzeige zu erstatten. Der Staatsanwalt bc« antragle sechs Monare Gefängnis. DaS Gericht kam ebenfalls zu der Ansicht, daß eine Geldstrafe keine ausreichende Sühne darstelle. Der Angeklagte fei ein ganz schamloser Lüstling, der sich nicht gescheut habe, das Abhängigkeitsverhältnis, in dein die Zeugin zu ihm gestanden babe, in einer ganz gemeinen Weise auszubeuten. Arbeitgeber, die sich so benehmen, inüssen im öffentlichen Interesse mit aller Strenge des Gesetzes angefaßt werden. Das Urteil des Gerichts lautete auf sechs Wochen Gefäng- n i s. Als einziger Mildernngsgrund wurde die bisherige Un- bescholtenheil des Angeklagten angesehen. Bestrafte Habgier. Eine gerechte Strafe ist dem F l e i s ch e r m e i st e r und Viehhändler Bernhard Roth vom Landgericht Posen für den Versuch zudiktiert, den Militärfiskus bei Liefe- rung von 1500 Schweineu übers Ohr zu hauen. Er er- hielt einen Monat Gefängnis und 1 0VO Mark Geldstrafe für seinen Bctrugsvcrsuch. Das Reichsgericht bestätigte am Freitag das Urteil. Die Sachlage war nach der Verhandlung vor dem Reichsgericht folgende: Roth sollte als Kaufpreis den Marktpreis des Posener Viehmarkles und einen Zuschlag von 25 Proz. erhalten. Das ge» »ügte dem Patrioten nicht. Er ließ sich Schlußscheine mit höherer Notiz als den gezahlten Preisen ausstellen und legte die der Kom- Mission vor. Die merkte aber den Braten, zahlte den Extraprofit von rund 6000 M. nicht, sondern übergab den ehrlichen Makler mit- samt seiner Schweinerei dem Staatsanwalt. Schade, daß nach dem bestehenden Recht nicht neben der Strafe, wie es nach gemeinem Recht vielfach früher der Fall war, die unentgeltliche Einziehung der Schweine ausgesprochen werden konnte. /tos aller Welt. Der Kampf um das Bett. Vor kurzem annoncierte eine Familie im Kölner„Stadt-An- zeiger", daß sie einige alte Möbelstücke, darunter ein Bett und einen Kleiderschrank, zu verschenken habe. Die Wirkung der kleinen Annonce war überwältigend. Eine Flut von Zuschriften kam an. Man hat unserem Kölner Bruderblatt, der„Rheinischen Zeitung", einige Dutzend dieser ischreiben zur Verfügung gestellt und eine Reihe davon hat das Blatt veröffentlicht. Da diese Briefe geeignet sind, einen Blick in die Lebensweise eines großen Teils der Kriegerfrauen werfen zu können, wollen auch wir es uns nicht versagen, einige hier wiederzugeben. Ein« Frau schreibt: „Mein Mann ist schon lange im Kriege, und ich habe vier Kinder und jeden Augenblick die Niederkunft zu erwarten. Ich habe bloß zwei Betten. Wo ich die vier Kinder hinlegen soll, wenn ich jetzt nieder- komme, i st m i r ein Rätsel. Ich wünsche, mein Mann märe wieder hier. Hoffentlich wird Gott ihn mir gesund zurück- schicken..." Aehnlichcn Jnbalts sind die nachstehenden Briefe: „Habe fünf Kinder, mein Mann ist im achten Monat im Felde und sehe täglich meiner Niederkunft ent- gegen, und habe bloß zwei Betten und ein ganz kleines. Möchte ja. wenn es noch gut ist, ein bißchen ersetzen. Möchte aber um Verschwiegenheit bitten, da die jetzigen Hausarmcn im Kriege am schlimmsten dran sind..." „Da ich arme Kriegerfrau bin, mit drei unmündigen Kindern, und nur ein Bett habe und keinen Kleider- schrank. Möchte mich aus Ihre Annonce melden..." „Bin Kricgerfrau mit zwei Kindern und habe kein Bett,schlafenaufdieErde. Zu besichtigen meine Woh- nung zu jeder Zeit..." Eine andere Frau schildert, wie ihre Familie durch Krank- heit zurückgekommen ist, und schreibt weiter: „Da ich mich, ich muß leider sagen, nicht an die Stadt ge- wandt habe, gingen unsere Möbel so weg. Ich dachte, ich könnte mir wieder welche zulegen, wenn mein Mann gesund wäre. Aber kaum war er drei Wochen gesund, haben sie ihn zum Militär ein- gezogen. Da ich nun sechs unmündige Kinder habe und nächsten Monat meiner Niederkunft ent- g e g e n s e h e und nicht mal mit dem Nötigsten versehen bin, so bitte ich Sie, mir Ihre Gunst zuzulassen..." Ganz schlimme Zustände offenbaren sich jedoch in folgenden .Schreiben: „Habe keinen Kleiderschrank und da ich schwer lungen- krank bin(es handelt sich um eine Frau), bedürfte ich ein Bett, um allein zu schlafen. Wir haben vier Kin- der und vier sind gestorben..." „Mein Mann steht elf Monate im Felde, bin vier Jahre lungenkrank, habe neun Monate im Augustahospital ge- legen, habe drei Kinder, von elf und acht Jahren und vier Monaten, bekomme monatlich 50 M. wenn die Miete ai� ist. Habe nur ein großes und ein kleines Bett, habe die meiste Zeit noch nicht daS nötigste Brot..." „Mein Mann ist seit Ansang August 1014 einberufen, und kam aus Nordfrankrcich mit Nieren- und Lungenleiden zurück. Liegt jetzt in Lungenheilstätte... und ist unheilbar. Ich selbst bin schon viereinhalb Jahre krank, bin drei- mal operiert und babe seitdem noch immer große eiternde Wun- den. Bin in ständiger ambulanter Behandlung. Dazu ist mein rechter Arm voller Fisteln und an Mitverdienen nicht denken kann. Ich habe zwei Kinder, Jungen im Alter von zehn und zwölf Jahren, und bekomme 48 M. Kriegsunterstützung, wovon ich 10 M. Miete abgab. Die letzten zwei Monate gab ich 8 M., da es mir unmöglich war mehr. Aus der Kriegssammlung be- komme ich 4 M. Gutscheine. Man gibt mir auS Erbarmen eine Mark mehr, als mir zukommt. Nun muß ich davon einen Monat leben, Miete zahlen, Anschaffungen machen, meinen Mann mal eine Kleinigkeit schicken. Vor allen Dingen müßte ich für den zwölfjährigen Jungen ein Bett haben, habe denselben bei mir liegen, da ich für vier Personen bloß zwei Betten habe, der Kleine auch krank und allein liegen mutz. Können Sie sich mein Wehe im Herzen denken, ich krank, tuberku- lös, unheilbar, und muß mein gesundes Kind bei mir im Bett liegen, der Gefahr ansgesetzt, angesteckt zu werden. Ich kann mir kein Bett«enschaffeii, ich habe kein Geld dafür." Diese kleine Auswahl von Elends schilderungen dürfte wohl genügen, um zu zeigen, wo noch eine große Lücke in unserer Äricgsfürsorge auszufüllen ist. Hinzufügen wollen wir nur noch, daß den Sieg in dem 51ampf um das Bett eine Frau davontrug, die sich selbst und sechs Kinder im Alter von 114 bis 11 Jahren mit Hilfe der dürftigen KriegSunterfftützung mühsam durch daS Leben schlagen muß. Alle diese Briefe zeigen, daß sich das Leben der Kricgcrfamilien denn doch elwaS anders abspielt, als manche einfältige Menschen, die ihren Blick nur an der Oberfläche haften lassen, sich selbst einbilden und andere glauben machen wollen. Gewiß, eS mag Fälle geben, wo die materielle Not sich nicht so berandrängt an die Familien, trotzdem der Haupternährer im Felde siebt. Aber in den meisten Fällen stößt der Tieferblickende immer wieder auf Familienleben, die sich ähnlich, wenn auch nicht ganz so kraß, wie die vorerwähnten, darstellen. Das dürfte sich mit der längeren Tauer des Krieges, besonders im Winter, noch verschlimmern. Eine kräftigere Unterstützung der Kriegerfamilien, und zwar so schnell wie möglich, ist da- her im Interesse der Erhaltung der Volkskrast dringend er- forderlich._ Explosionsunglück. In dem Stahlwerk einer Fabrik in Gelsen- kirchen explodierte nachts in der Gießgrube ein sogenannter Bär der dorthin abgelassenen Schlacken. Von den umherfliegenden glühenden Massen wurden sieben Arbeiter verletzt. Einer ist bereits gestorben, drei schweben in Lebensgefahr, einer ist leicht verletzt. Todesfturz eines französischen Militärfliegers. Nach einer Mel- dung der Ägcnce HavaS aus Toul ist der Sohn des Generals M a n d h u y, Leulnant in einem Dragoner-Regiment, welcher in einem Armeebefehl ehrenvoll erwähnt worden war, weil er als Beobachter eines französischen Flugzeuges sechs deutsche Flugzeuge angegriffen baben sollte, auf dem Flugselde Toul am Donnerstag mit seinem Zweidecker tödlich verunglückt. Bon einem Bären zerfleischt. �Jn K r o s s e�n an der Oder wurde der aus dem Felde beurlaubte Schausteller Schoefel aus Halle beim Betreten eines Käfigs von einem Bären angefallen und zersleischt. An dem Aufkommen des Schwerverletzten wird gezweifelt. Ein Kind im Walde verkommen. Als Leiche aufgefunden wurde ein dreijähriger Knabe aus Steinbusch(Provinz Brandenburg), der vor etwa 14 Tagen mit anderen Kindern in den Wald gegangen war und'.rotz allem Suchen nicht wieder aufzufinden war. DaS arme Kind ist dem Befunde nach im Walde ver- hungert._____ Sriefkasten öer Reöaktion. F. N. 2. 1. An die Zentral-nlskimstsstclle für Auswanderer, Berlin 17 35, Arn Karlsbad 10. 2—4. Elstchrcn Sic aus dcm Postamt.— I. B. 333. 4. Beinahe 600 000. 2. 7-), Millionen.— F. W. 1890. Wir können Ihnen nur dringend raten, den Arzt in Anspruch zu nehmen, schon im Jiitcreste des jungen Mannes.— A. W. 34. 1. Seit dem 1. Oktober 1902. 2. Zirka 6 Millionen. 3. Beinahe 12 Lahre ohne Unlersuchungshast, und ungefähr 12 006 M„ ungerechnet die EcrichtSkostcn. Die Zahl der dabei Beteiligten ist zurzeit nichl sestzustcllcn.— Rostock 1430. 19,97 M.— A. MC-. 14. Uns leider nicht bekannt.— C. Junker. Derart umfangreiche Rezepic können nicht im Briefkasten gegeben werden. Ein Kochbuch würde Ihnen in diesem wie in vielen aiidcrcn Fällen gute Dienste leisten. — C. D. 62. Die Anstalt, in der die Dame war. lann Ihnen am besten geeignete Pflegestellen nachweisen.— G. W. und L. C. 1324. Fa. — Sonja 369. Nein, Sie erben als Ehefrau die Wirtschaft im voraus. Nur an dcm sonstigen Nachlaß haben die Eitern des Mannes einen Erb- ansprnch.— F. 1900. Nein.— E. K., Bcujselstrnste. Dicnstuniaug- lich. Uebcrmäßige Fettleibigkeit; Hautcrkraukung; Krankheiten der Unter- leibsorgane; Erkrankungen des Mastdarms; Krampfadern.— M.., iRpvlin�rhmnvnpTihnvf n y�ti Einsendung von 1 Mark. Spandau. Kekanntmachuug. Gemäß§ 19 der Wahlordnung machen wir vicrnut bekannt, daß die zum IS. Oktober 1915 im„Hotel zum Stern" angescfztc Wahl der Ar- dcitnebmer zum SluSschuß nach S 9 a. a. O. nicht stattfindet, da nur eine Vorschlagsliste eingereicht ist, die somit als gewählt gilt, Anfechtnngen gegen die Gültigkeit der Wahl find bis zum 9. Oktober er. bei dem Vorstand oder dem Wer- sichcrungsamt einzulegen, 270/15 Der Vorstand. O. Weber, Vorsitzender. Allgemeine Orts- Krankenkasse der Stadt Kerliii- SWedttg. Am Dienstag, den 2. Oktober litlö, abends 8 Uhr, findet im kleinen Saale der Schlostbraucrei Schöiicderg, Hauptstr. 121, eine suSerorclentllcds �u8Lckuk-8jt?uax statt. 270/11 Tagesordnung: 1. VerlesuiiB des Protokolls der letzten Ausichußsitzung. 2. Beschlußfassung über Entschädigung der Teilnehmer der Ausschuß- sitzuygcn(fj 98 der Satzung). 3, GencHmigung der nachgeprüften Dienstordnung. 4. Kasienangelcaenheitcn. Bcrlin-Schöncbcrg. den 25. September 1915. H. U h l m a n n, komm. Vorsitzender. XolMilis'siMcliölei! Aus täglich frischer Schlachtung einzig in seiner Art. Pf. vusWßepolltles KivöömWslM RimterhiflelieiifleisßliJ 38 ZcntralmarkthaMe; Reim 11, Stand 108 �nitroaadalis: Stand 10. VkeitilingKaits: Stand 12. 233/9 aclcariialis: Stand 8. »lcrncr»cu eröffnete Verkaufsstellen: «rangslstraös 77 lllaonhastnatr. 7. schrägüber Markthalle vreaitsnor Ltr. 19, schrägüb.Tamaschke. "SpezIaHtirzt f. Haut-, Harn-, ltzraucnlciden, nerv.Schstächc, Bcinkranke jeder Art, Hihrlich Hata. Kuren in u.Co konz. Lavorat. s Blut- Untersuchung., Fäden i. Harn usw. Friedrictisfr. 81, SKwm Sbr. 10—2, 5— 9, Sonnt. 11—3. Honorar inäftig, auch Teilzahl. » Srvaplltes Tamen�immer. Iis. dmesA LpsÄslsrÄ vr. nioÄ. �aellvntrik, prieliriobetr. 125 sOraoisnb. Tor), tllr S/fliiilia. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. 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Sep- tcmder 1915 ausgeschiicbcnen Wahl- auffordclung ist nur ein gültiger Wahlvorschlag eingegangen, und zwar eingereicht von Herrn.4.«IoIk Koczarskl und Herrn Ocorg Michel, beginnend mit dem Namen Otto Brnndt, endigend mit dem ?kamcn.Augnst ISchönbck (Ijb. Nr. 1 bis 63). Die in dieser Liste benannten 63 Arbeitnehmer gelten als gewählt und findet daher die Wahl am t8. Oktober 1915 gemäß z 9 der Wahlordnung nicht statt. Einsprüche gegen die Gültigkeit der Wahl sind innerhalb zwei Wochen nach Bekanntgabe beim Kaisenvorstand oder dem ÄcisticherungSaml des Streiks Teltow einzureichen. Bcrlin-Lichtcrscldc, 25. Sept. 1913. Ter Vorstand. Hans Fischer, Vorsitzender. Reinh. Modrack, schristjührer. rflfien S o bioff? Anzog-ohn, unicr guter s Bender, Schwager und Onlct Hugo Frank 1 im vierunddreißigstim Lebensjahr. Im SZamen der Hinterbliebenen: Jrida Frank geb. tlioggc. Dorothea Frank gb. Sempcrt. 3Ils Opfer des Weltkrieges fiel den Kämpfen infolge eines iKopsschusscs unser lieber Kollege tund langjähriger Mitarbeiter, der Schrislsetzer 383l Richard Heppner (Grenadier im Jns.-Regt. Nr. 3) im Alier von 3t Jahren. Sein Andenken werden stets in Ehren halten Tie Kollegen der Firma Fcrd. Ashelm. Filiale tZroii-Beriia. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen aus dem Schlachljeide gefallen sind: Heinrich Kuhn, Wasserwerk Tegel, Georg Feder, 19. Revieriuspektion, Otto Amelang, Nieder- Schöneweide, OttO Plage, Charlottenburg, Ferdinand Schönberg, i. Revier;,-.spektiom Hermann Ortel, 25. Revierinspektion. Wir werden ihnen ein chrenbeS ölndenlen bewahren. I 35/13 Die Ortsvcrwaltnng. Llllcn Freunden und Bckanisten I zur Nachricht, daß meine liebe [ Frau und unsere gute Mutier Berta Christensen geb. Ahrens am Donnerstag, den 23. Sep- tembcr, nach kurzem, schwerem Leiden im 46. Lebensjahre verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen Niels Ehriftcnscn nebst Kindern. Bcrlin-Tegel. 2511b Die Beerdigung findet am Sonnlag. den 26. September, mittags 1 Uhr, von der Halle des Tegeler FricdhojcS aus statt. Als Opfer des Welt- kriegcs fiel am 25. August bei einem Sturmangriff mein innigstgeiiebter Mann Mav Bätirisdi, In tiesstcm Schmerz �yrau Marie Bährisch nebst Kindern 27A Vergebens ist nun unser Hoffen 3luf eine srohe Wiederkehr, Seit Feindeskugel Dich getroffen, I Ist diese Hoffnung nun nicht mehr, j Ruhe sanft im Feindesland! Den Heldentod fürs Vaterland starb nach einem Jahr langer| Kämpsc am 30. August 1915 insolge Bauchschusses mein über alles geliebter, unvergeßlicher Mann und Vaier meines einzigen Kindes, unser Bruder und Schwager, der Untcrojsizicr Robert Rissel Ncs.-Jns.-Rcg. 207, 11. Komp., im blühenden Alter von 29 Jahren. Dies zeigt tiefbetrübt an die trauernde Kattin Frau Minna� Kifiel geb. Kiep nebst Söhnchcn. | Rübe saust in fremder Erde. Als Opfer des Weltkrieges fiel l sern von seinen Lieben am 1 10. Scplcmbcr unser lieber»n- vergeßlicher Sohn und Bruder, I der Grenadier 6031 j Ott« Beier 1. Garde- Rcs.-Rcg. im blüheudeu Alter von 21 Jähren. Dies zeigen ticsbetrübt an Franz und.Helene Beier als Ellern. Bruno als Bruder, zurzeit im Felde. Erna als Schlpester. Franz als Bruder. Magst Du in fremder Erde Zur Ruh' gebettet sein. Du wirst in linieren Herzen Doch nie vergessen sein. Nun ruhe sanst. Du gutes Herz, Wer Dich gekannt, fühlt unsern Schmerz. Dein beißest«: Wunsch war ein Wiederseht!, Doch leider kann es nie gescheh'n. Cbarlotten- J bürg. Miigk. d._ Allen Mitgliedern, Freun den und Bekannten die tiestraurige Nachricht, daß unser lieber Turn- genösse Gustav Segelet? durch Unglücksfall jäh aus unserer Mitte gerissen wurde. Die Beerdigung wird noch be- kamst gegeben. �aelmik. Aus dem Schlachtselde fiel unser lieber Tunigenofse Hermann Segelet? Wir verlieren dadurch zwei unserer Besten und werden ihnen ein dauerndes Andenken be- wahren. 186/11 Der Borttand. Nachruf. Erst jetzt wurde uns die traurige Gewißheit, daß bei dem i Seegefeciit im Januar unser lieber Kollege, der Mechaniker Paul Mmemter F. T. Obergast der Eeserve S. Jl. S.„Blücher" als Opfer dieses Weltkrieges seinen Tod fand. ISA| Wir werden ibm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Kollegen der Firma C. Lorenz A.-Q. Abteilung„Drahtlose". Ais Opfer des Wellfricges fiel am 10. 3lugust inioige eines Kopfschusses beim Sturmangriff mein rnniggelicbter Mann und herzensguter Vater, unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, der Musketier 8931 üriur Hersing j im 27. Lebensjahre. In ticfftem Schmerz Frau Hartha Hersing, geb. Paetzold, und Sohn Allred. Familie Emil Hersing. Magst Du i» fremder Erde Zur Ruh' gebettet sein, Du wirst in unsern Herzen Doch nie vergessen sein. Nun ruhe sanst. Tu gutes Herz. Wer Dich gekamst, sühlt unscrii Schmerz. Ewig gram demjenigen, der diesen Krieg ve ursachl hat. Bcrrin-Weißcnsec, im September 1315... ZeDtfahEFband der ZimniBFEr Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend, Bezirk 5. Ten Berussgenosscn zur Nach- richt, daß unlcr Mitglied Karl �Voitschach infolge eines BerussunsallcS am 20. September verstorben ist. Ehre seinem Zlndenkrn k Die Beerdigung findet am Montag, den 27. d. Mts., nach- mittags 3>/z Uhr, von der Leichen- balle des Emmaus-KirchhosS in Neulölln aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 251/17 Hee Vorstand. Als Opfer des Weltkrieges siel I am 16. 3luzust 1915 mein lieber� Mann und herzensguter Vater, der Landsturmniann ködert KsrsehLfsItf im 33. Lebensjahre. 30A| Ties zeigt tiesbctrübt an Frau Frida Itarscheisky nebst einzigem Sohn Gerhard. Du hast geglaubt, gehofft aus eine Wiederkehr. Doch nun, Dein Platz in unscrm Heim bliibt leer. IkichiS bringt Ditff Braven, Guten mehr zurück, Zerrissen iitjctzt unser ganzes Glück. Nun, lieber Manu und Vaier, rub in Frieden, Ewig beweint von Deinen Lieben. Als Opfer des Weltkrieges siel 1 am 24. Juli im Kesecht mein I lieber Sohn, guter Bruder, I Schwager und Liste!, der Wehr-! mann 563l 1 Willi Ulbrich, 1. Komp. Gren.-Reg. Nr. 4. Wer ihn gekannt, weiß, was| wir verloren. In tiefer Trauer, Wilwe Mathilde Ulbrirg als! Mutter. Paul Ulbrirg. zurzeit im Felde, nebst Frau. Ernst Ulbrirg. zurzeit im Felde, nebst Familie. Otto Dehn, zurzeit im Felde, nebst Familie. Familie B. FcUmann. 3lls Sohn des Volkes siel er für sein Vaterland! Leicht sei ihm die Erde! I ZllS Ovscr des WellkricgcS siel am 13. September infolge Kops- schusscS mein lieber Mann und treusorgcndcr Vater, Bruder, Schlonncr und Onkel, der Land- ffurmmann ISA Otto ttvi'/s Jnh. des Eisernen KreuzeS II. Kl. im Alter von 42 Jahren. �DieS zeigen an im ffejsten Schmerz Wiiwc Marie Herha geb. Holz und Tochter Anna, Baumschulenweg. Die Gräber, die nicht Kranz noch Denttnal tragen, Die einsam und verlassen liegen, ganz allein, Tie schließen oft mit allen ihren Klagen Das beste Herz, den größten ~ Dulder ein. Unsere Liebe deckt Dich zu. Am 22. September cntschlicsl nach kurzem Krankenlager meine liebe Frau und Mutier Klara Stall geb. Schmidt. Dies zeigen ticsbetrübt an die Hiiiterblicbcncn 10131 August Stall nebst Kindern, Swincmünder Str. 40. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 27. September, nachmittags 4 Uhr, von der Halle der FriedcnSgcmcinde in Nordend auS statt. Fern von seinen Lieben starb am 30. 3iugust infolge Pflicht- ersüllung mein lieber, imvcrgcß. l'cher Mann, der lreusorgende Vater seiner 6 Kinder, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkct, der Unteroffizier Wilhelm Hesse Ritter des Eisernen Kreuzes Rcs.-Jns.-Rcg. 223, 2. Komp. im 42. Lebensjahre. Die trauernde Gattin Marie Hesse geb. Koschinski. Neukölln, Steinmetzstraßc 54. Du gingst von uns mit schwerem Herzen Und hofftest aus ein Aicdcrschn: Doch größer sind nun unsere .., Schmerzen, Da dieses nicht mebr taim ge- sthehn. Wir konnten Dich hich! sterben »-. fek", Auch nicht an Deinem Grabe _ stehn. So rube denn in Frieden, Ewig beweint von Temen Lieben. Dm Mcnkeii mismr a»f dem KricssschsuPiiih gesalikneii Genuffen! Aus dem Schlachtfelde sie! unser Genosse J$el»sulv Mnrheinclcplntz 12. Bez. 101. 206,9 Sozialdemckr. Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkr. Am 11. August siel unser?.>!itglied, der Schneider ZlSI'ZSRKItZi IdÄitSr Bez. 245. 209/18 Sozialdeinokr. Wahlverein f. d. 3. Borl. ReichstagswahlKreis. Ilm 16. August siel der Buchbinder IKvlberi Olliricli Bötzowsir. 42. Bez. 393. Am 26. August siel der Arbeiter E'iml£>clioppIick SchleslscheNr. 10/11. Bez. 188. Arn 28. August fiel der Händler Albert Temmler Görlitzer Str. 63. Bez. 195 I. Arn 7. September starb im Lazarett der Tischler Gustav Zeu�e Woldcnbcrger Str. 19. Bez. 422. Am 26. August siel der Zlutschcr A«lolf JScbolz Friedcnstr. 96. Bez. 273. Am 12. September fiel der Klempner ZZutlell Pücklerstr. 44. Bez. 174. Am 5. September siel der Barbier Hermaim ISetlige Friedcnstr. 92. Bez. 273. Am 28. August fiel der Buchdrucker iKarl JKäsler Falckcnsteinftr. 18. Bez. 193 I. Am 20. August fiel der Bäcker Hermann Utsclie Langcstr. 18. Bez. 261. Am 22. September starb im Lazarett der Bäcker Hrnuo Fisclier Memeler Str. 81. Bez. 325. 214/19 Lozialdemokr. Wahlverein< d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Am 5. September siel durch Kopsschutz unser BezirkSführcr, der Bügler Fritz Krieg Ucckcrniündcr Str. 6. 6. Abt., Bez. 570b. An seine» im Felde erhaltenen Wunden verstarb der Arbeiter Htlebarck Malskies Müllcrslr. 54/55. 22. 316t., Bez. 772. Arn 7. September fiel insolge eines Kopsschusses Wilhelm Nicht Turkcnslr. 23. 22. Abt., Bez. 772. In einem Gesech! siel der Maurer Ott« Ilclcr Lübecker Str. 43. 15. Abt., Bez. 17. Ilm 27. Zlugust fiel im Felde durch Kopsschutz der 3lrbciter Ernst Eehmann Demminer Str. 21. 9. Abt., Bez. B94a. 227,20 Sozialdemckr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Im Felde gcsallcn am 25. Juli der Burcaugehilsc Willi Sessenheinier Bcrgftr. 57. Bez. 17. Soziatdemakratischer Wahlverein Neukölln. 239/8 Am 18. September fiel durch Kopsschuh unser Genosse Heinhoid Schmlclt 15/11 Bezirk 10ck. Sozialdemokrat. Wahlverein Berlin-Schöneberg. 197/9 Gustav Kluth, Slrbeiler, Graetzstr. 62. Otto Herya, Buchdrucker, Baurnschulcusir. 84/85. Sozialdemckr. Wahlverein Treptow-Baumschulenweg. Zwei Tage- vor seinem Urlaub siel uns er Genosse, der Heizer Hermann Sicvert Lcnbachstr. 14. Gruppe 53. 3lm 21. 3lugust fiel unser Genosse, der Barbier Fritz Firlich Kronprinzenstr. 18. Gruppe 45. 9115 Opfer des Weltkrieges fiel am 2. September im?llter von 33 Fahren unser Genosse, der Glasmacher Karl Gähel Stanlflr. 23. 9ln leinen Verwundungen im Feldlazarett gestorben ist am 18. September der Genosse Franz Hndiger Fried richslr. 16. Gruppe 73. In den Kämpsen am 21. Zlugust siel der Genosse Willi Fape Mozartstr. 1. 4. Viertel. 13. Abteilung. 14/12 Sozialdemckr. Wahlverein Kr. Niederbarnim. Bez. Uchtenbrg, Am 7. September fiel unser Genosse der Schankwirt Karl Fange. 246/2 Sozialdem. Wahlvor. Niederbarnim. Bez. Hohenschönhausen. Am 10. Zlugust fiel unser Genosse Artnr Hersing. 18/16 Soziald. Wahlverein Kreis Niederbarnim, Bez. WeiSonsco, Bei einem Sturm siel am 17. August durch Brustschutz Genosse Albert Sehnder, Niederschönhausen, Körncrstr. 7. 246/3 Soziald. Wahlver. Kreis Niederbarnim. Bez. NiederschSnhausen. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Kurt Arnold, Paul Barnowsky, Julius Borrmann, Otto Heidemann, Otto Kümmel, Karl Lücke, Franz Steiner, Otto Tackmann Tischler, Polier, Drechsler, 43 Jahre alt 32. 32. V. 37. 23. Alavierarbeiter 37 Verbanil der Tapezierer Filiale Berlin. Auf dem Schlachtfeldc siel am 6. September 1915 unser Mit» gl! cd* 178/18 Alfred Neumann. Ehre seinem Andenken! Die Lrtöticrwaltuiig. Als Opscr des Weltlrieges siel I am 15. September 1915 unter I lieber Sohn, Bruder und Schwager| Fritz Stankowski [Im Atter von 18 Jahren. Dies zeigen schmcrzcrfiillt an .fuMii!, StankoirsM 1 3831 und Frau nebst Famitienangehörigen. Mä�HiraiieiiebiirWöllii M. d. D. A.-S.-B. Am 25. August fiel beim Sham- angriff durch Kopfschutz unser SangeSbrudcr Lrivh Lingner Er wird uns im steten An« denken bleiben. 60/8 Stumm schläst der Sänger. Aix\ 12. September tiel bei einem Sturmang/riff mein über alles geliebter, unvergeßlicher Mann, naser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel. der /Fliesenleger 74 A WbISb BühB (Pionier im Ersatz-Bataillon Xo. 21) im Alter von 33 Jahren. Schmerzerfüllt bringen wir dieses hiermit zur Kenntnis. Im Kamen sämtlicher Hinterbliebenen: Frau iturtha Ilohl geb. hspUthe. „, Witwe Anna B«hl als Mutter. Xeukölln, den 26. September 1915, Weigand-üfer 37. W er ihn gekannt, wird unsern Schmerz ermessen Nachruf. Den Herben Verlust zweier lrcuer Kollegen �sid Oehlke und Karl Schade welche als Opscr des Krieges gc- gefallen sind, betrauern 2490b Tie Kollegen der Firma Drochmann& Schweitzer. Verband der Maler, Lackierer etc. Filiale Berlin. Folgende Kollegen sind auf den Schlachtfeldern ge- fallen: Der Maler Ernst Hoffmann (Bezirk Nordost)) am 11. Juni 1915. Der Maler am 30. Juni 1915. Der Maler Paul Stlegler (Bezirk Nordwest), am 24. Juli 1915. Der Lackierer Paul Nitschke (Bezirk Neukölln), Otto Garn (Sektion der Lackierer), am 8. September 1915. Der Maler Alfred Ostwald (Bezirl ZldlcrsHof), am 14. August 191Ä Ter Lackierer Hohert Kissel (Settion der Lackierer), am 30. August 1915. Ehre ihrem Andenken! 137/3 Als Opler des Weltkrieges fiel am 17. August auf einem Patrouillengang mein heißgeliebtor, unvergeßlicher Gatte," der beste, trouso'rgendo Vater seines Kindes, der liebe Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Älbert Schuder Maschinenmeister im 35. Lebensjahre. 2494b Die tieftrauemde Gattin Senta Schuder geb. Lucas mit ihrer Tochter Johanna. Ruhe sauft in fremder Erde! AM■■-/ Wiedemra sind zwei unserer Mitarbeiter dem Kriege zum Opfer gefallen. Am 17. August llel auf einem Patrouillengang in seinem 35. Lebensjahr der Maschinenmeister Albert Schuder und ara 20. August infolge eines Bauchschusses im 31. Lebensjahr der Stereotypiearbeiter Oskar Seifert Beide haben sieh durch ihren braven kollegialen Sinn und ihre treue Pftichterföliung in den langen Jahren ihres Zusammenarbeitens mit uns die allgemeine Achtung und Zuneigung erworben. Ihr Andenken wird in dauerndem Gedächtnis gehalten werden.. 2493b Vorwärts Buchdruckcrei und Verlagsanstalt Paul Singer dt Co. All Opfer des Weltlrieges sie! am 11. September infolge eines Kopischnsse-Z mein lieber Mahn, der Landslurnunann Paul Olerig im 32. Lebensjahre. 10931 Dies zeigt tiesbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Die trauernde Witwe lUsrtK» Dierix. Nachruf. 3115 Opfer des Weltkrieges fiel i am 17. August 1915 unser lieber> Kollege, der Maschinenmeister Albert Schuder. Wir werden ihm stets ein I ehrendes Zlndenken bewahren. Die Rotationsmafchinen- Meister der Vorwärts-Bnchdrnckcrei. I Bezirk Grost-Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Artnr Beyer, Lagerarbeiter Fmil Bethke, Bierfahrer Alhert Böck, Troschkcnchauffe«? Wilhelm Busse, Industriearbeiter Fmfi Gmlke, Industriearbeiter Ernst Klelherg;, Industriearbeiter Edmnml Eampreeht:, Gcschnftsdicncr Franz Malon, Industriearbeiter Otto Mehlhose, Straßenbahner Ernst Pohl, Geschäftsdiener Emil Prellwitz, Geschäftsdiener Paul Kichter, Geschäftskutscher Heinrich Rieger, Industriearbeiter. Hermann Vorwerk, Brettcrträgrr Fritz%emke, Spricherarbciter 67/10 Ehre ihrem» d e» k c» k PI« IZeailrlisleftnng. IMe Ortsvcrwaltnng. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Zahlütclle Berlin. Als Opfer des Weltkrieges starben folgende Kollegen: Adolf Sohorsoh, Rcscrvcfahrcr. Bergschlvtzbrauerei. Hermann Gottschalk, Mitfahrer. Brauerei Schuilheitz, Abteilung I. prötz Lngert, Müller. Sgloinvnmühle. Albert Helnze, Flaschenkellcrarbeittr. Brauerei Schultheitz, Abteilung II. .Jobann Frank, Brauer. Bvckbraucrci, Abteilung II. Otto Kauschelbacb, Brauer. Schlotzbrauerei. Gustav Schablin, Brauer. Brauerei Bötzow. Karl Liebich, Fahrer. Brauerei Patzenhofer, Niederlage Lankwitz. Friedrich Fngfer, Flafcheukellerarbeiter. Brauerei Schultheitz, Abteilung IL Adolf Hauffe, Maurer. Löwenbrauerei. Robert Paul, Mitfahrer. Schlotzbrauerei. Ehre ihrem Andenken! 43/8 Tie OrtSverwaltiing. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin* Es starben folgende Mitglieder im Felde: Erich Behrend, Werkzeugmacher, flcB. 24. 1. 1892 in Berlin. Max Bialke. Elektromonteur, geb. lt. 9. 1890 in Berlin. Paul Blancky Bestoßer, geb. 8. 8. 1873 in Berlin. Otto Brüning, Schlosser, geb. 20. 11. 1893 in Cherlottenburg. Fritz Buchwald, Werkzeugmacher, geb. 19. 8. 1894 in Neukölln. Reinhold Gärtner, Schlosser, geb. 27. 12. 1880 in Friedrichshage«. Willi Glum, Heiz..Rohrleger, geb. 25. 8. 1880 in Berlin. Karl Gosselmann, Drücker, geb. 20. 9. 1892 in Berlin. Max Günther, Schleifer, geb. 11. 6. 1885 in Berlin. Paul Herrholz, Metallarbeiter, geb. 7. 1. 1892 in Bernau. Paul tahn, Schmied, geb. 1. 10. 1890 in Rade. HugO Klotz, Metallarbeiter, geb. 7. 7. 1878 in Roschütz. Gustav Krüger, Helf«, geb. 12. ö. 1880 in Christseide. Bichard Leukert, Metallarbeiter, geb. 25. 4. 1888 w Pilgramödors. Paul Männer, Mechaniker, geb. 13. 8. 1888 in Berlin. Walter Menzel, Früser, geb. 10. 5. 1893 in Berlin. Richard Pachaek, Metallschleifer. geb. 18. 1. 1884 in Sapowieze. Hermann Radack, Dreher, geb. 14. 1. 1892 in Berlin. Hans Radio, Metallarbeiter, geb. 20. 9. 1892 in Berlin. Erich Raschke, Gürtler, geb. 7. S. 1888 in Berlin. Zakoh Rudolf,«lempuer, geb. 23. 2. 1882 in Stobeh. Friedrich Scholz, Metallschleif«, geb. 8. 9. 1891 in Neukölln. Max Schultz, Schlosser, geb. 4. 10. 1892 in Berlin. Martin Schwarzer,»erumacher, geb. 17. 2. 1892 in Breslau. Edmund Thiem, Metallarbeiter, gib. 10. 7. 1873 in Berlin. Friedrich Wilhelm, Schmied, geb. 20. 10. 1887 in Karpitzko. Alex Wloka, Schlosser, geb. 5. 9. 1893 in Berlin. Fritz Zürtz, Klempner, geb. 10. 10. 1890, in Berlin. Albert Ziegenmeyer, Heizer, geb. 9. 11. 1881 in Hannover. Karl Schade, Gürtler, gel. 7. 8. 1884 in Berlin. Karl Wollah, Former, geb. S. 1. 1880 in Baren. Ehre ihrem Andenke«! 119/20 Die Ortsverwaltung. senil! lter fnlltenller ssil' feue?- hestattung zn Berlin. Berichtigung. In der Todesanzeige vom 19. d. M. mutz es nicht Ernzt (41 tick, sondern Fritz Glück heitzen. 285/9 Ter Borstand. „ttoniileBtsche Schiene". (M. d. D. A.-Z.-B.) Nachruf. Am 6. August 1915 fiel als zweites Opser des Weltkrieges unser lieber, treuer SangeSbruder und langjähriger Schristsührer Paul WrgWs im 34. Lebensjahre.