Ur. 276.-32. Jahrg. flbonnementS'Redlngungen: HbonnementZ» Vreis vranumerand»! Lierteijäh:. LLO Mk. monall. luv MI. wöchenllicti 2Z Psg. frei irtZ Hau». Einzelne Nummer 5 Big. SonntagZ- nummer mil illustrierler Sonntag». Beilage'.Die Neue Welt' IV Piq SBoft« Nbonnemenl: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zemmg». Vreisliste. Unter Kreuzband für Demschland und Oesterreich> Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Aueland 4 Marl pro Monat, Bostabonnement» nehmen an: Belgien, Dänemarl. Holland. Italien, Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schwei» Olcheml tZgstch. ( 5 Pfennig) Die Tnfertion$--GebiiI)r Beträgt für die iech»gesvaltene Kolonel, gelle oder deren Raum M Ptg., für Volinsche und goiverlschaitiiche Berein»» lmd BerfanimIung»»ZInzeigen 50 Pia. Kleine /»nrcigen", dao fettgedruclie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 seugedriillle Worte!, sede» weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlatstellennn» zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes wettere Wort 5 Pfg, Worte über Ii Such. siaben zahlen für Zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer m ins er. bis 5 Uhr nachmittags in der Exhedition abgegeben werden. Tie Ervediiion ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Verliner Volleslrlttlk. ZcntraXovqan der rozialdcmohratifchen Partei Deutfcblands. Telegramm- Adress e: „Sozialdtniolsrai Bcrlia". Reüaktion: c£ö. HL, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morinplap, Nr. ISl, 90— 131 g7. Mittwoch, den 6. Oktober INI». «Expedition: SN). HL, Linöenftraße 3. Fernsprecher: Amt Morippla«, Nr. 13199—13197. vom öaikan. Uebereichung ües russischen Ultimatums. Petersburg, 6. Oktober.(W, T. B.) Metdung der Peters. burger Telegraphenagentur. Das russische Ulli- m a t u in a n B u l g a r i e n ist dem Ministerpräsidenten Radoslawow gestern Montag, den 4. Oktober, um vier Uhr nachmittags überreicht worden. » 4-... >}- Sofia, 5. Oktober.(T, U.) Die Nachricht vom Ultimatum Ruhlands hat durch ihren herausfordernden Ton die größte Erbitterung gegen die Prawoslawen ausgelöst. Sämtliche politische Faktoren sind in fieberhafter Tätigkeit. Im Königs- palast finden ununterbrochen Beratungen statt, zu denen alle leitenden Staatsmänner und hohe Offiziere herangezogen werden. In Sofia herrscht erhitzte Stimmung, wie sie vor dem Ausbruch eines Krieges zu sein Pflegt. Eingeweihte Po- litiker waren auf diese kritische Wendung der Tinge vor- bereitet, das Ultimatum kam also nicht unerwartet. Wie der Korrespondent der„Telegraphen-Union" von bestinformierten Amtsstellen erfährt, wird Bulgarien auf das Ultimatum eine abschlägige Antwort erteilen. Die diplomatischen Vertreter Italiens, Frankreichs, Serbiens und Montenegros haben ihre Pässe verlangt, die ihnen auch zugestellt wurden und sind bereits abgereist. Nur der englische Gesandte O'Bcirnc verblieb auf seinem Posten, um das letzte Angebot der Entente zu unterbreiten, das jedoch zu spät eintraf, da die endgültige Entscheidung bereits getroffen war. Bulgarien hat üas russische Ultimatum unbeantwortet gelassen. Lugano, den ö. Oktober. fT. U.) Nach Meldungen der italienischen Blätter ist das russische Ultimatum an Bulgarien Mon- tag mittag um 12 Uhr abgelaufen, ohne dasi die bulgarische Re- gierung eine Antwort erteilt hätte. Der„Corriere dclla Sera" er- klärt, daß die Gesandten Englands, Frani�cich-? und Italiens der bulgarischen Regierung noch im Laufe des sonntags mitgeteilt hätten, daß die Regierung dieser drei Mächte sich völlig mit Rußland identifizieren und sofort nach Abreise des russischen Gesandten auch ihre Vertreter abberufen würden. Die hier vorliegenden Nachrichten, ob der russische Gesandte Sofia bereits vcrlaffcn har, laute» wider- fpruch-Svoll, Wie die Blätter weiter berichten, haben sich Sonntag dort nach Bekanntwerden des russischen Ultimatums große deutschfreundliche Demonstrationen ereignet. Die Menge zog in hellen Haufen vor das deutsche nud daim vor das österreichische GcsandtschaftSgcdäude unter Hochrufen auf die Zcntralmächtc und Absingung der bulgarischen Nationalhymne. Gewalt gegen die Gebäude der Bicrvcrband-zmächtc, die verschiedentlich versucht wurde, konnten die starken Polizeiposten mühelos verhindern, doch wurden überall dem Bicrverbandc kräftige Pcreatrufe dargebracht. Zur Truppen landjm der flHiierfen fnSahmi/r/. Nochmalige Vorstellungen öer Entente in Sofia. Paris, 3. Oktober.(W. T. B.) Einer Meldung des„Temps" aus Saloniki zufolge haben die Alliierten einen Schritt in Sofia unternommen, um die bulgarische Regierung zu benachrichtigen, daß sie die Fortsetzung der kriegcri'chen Vorbereitungen nicht dulden Mmte«. Der Vierverband werde Radoslawow davon in KennlniS Mm des Glotzeil SMWlliers. Amtlich. GroficS Hauptquartier, den o. Oktober 1915.(W. T. 23.) Westlicher Kricgsfchanplak. Englische Handgranatenangriffc auf das Werk nörd- lich von L o o S wurden wieder abgewiesen. Bei den vcr- geblichen Angriffen auf dieses Werk haben die Engländer außer den sonstigen sehr beträchtlichen Verlusten an Toten und Verwundeten über 89 Gefangene und 2 Minenwerfer in unserer Hand gclaffcn. DaS von den Franzosen an der»Höhe nordwestlich G i v c n ch» besetzte Grabenstück ist gestern zurückerobert, 4 französische Maschinengewehre wurden dabei erbeutet. In der C h a m P a g n e lag stärkeres feindliches Ar- tilleriefeuer auf der Stellung nordwestlich von Sonain, wo auch Angriffsabsichten beim Feinde erkennbar waren. Unser Artillericfeucr verhinderte ei» feindliches Vorgehen. Bei Vauquois kamen wir mit Mincnspreugnngeu dem Feinde zuvor, zahlreiche feindliche Mincnstollcn wurden abgequetscht. Feindliche Flieger bewarfen den Ort Biachc St. Vaast nordöstlich ArraS mit Bombe», ein Einwohner wurde ge- tötet, sonst entstand kein Schaden. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe ckes LenerälfelckmsrlchsIIs v. HInäenburg. Nach ihren Niederlagen am 3. Oktober habe» die Russen gestern die Angriffe gegen unsere Stellungen nur mit schwachen Abteilungen wiederholt; sie wurden leicht abgewiesen. Bei den anderen Heeresgruppen hat sich nichts ereignet. » Russische Patrouille» tragen, wie einwandfrei fest- gestellt ist, zur Tänschnng unserer Truppen deutsche Helme. Es ist selbstverständlich, daß solche russische Militär- Personen, wenn sie in unsere Hände fallen, nach dem Kriegsrecht behandelt werden. Oberste Heeresleitung. Sei MklMWe KmmlwsSerlW. Wie», 5. Oktober.(W. T. B.) Amtlich wird vcr- lautbart: Wien, 5. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Nene»?. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage an der Südwcstfrout ist unocräildcrt. Auf den Hochflächen von Bielgcrcnth und L a f r a u n hat der Feind seine Angriffe gestern nicht erneuert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen unternahmen von der Drinagrcnze aus Strcifzüge aus serbische»? Gebiet. Es wurden Gefangene eingebracht. Sonst keine besl»l>>errn Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Gcncratstabcs: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. setzen, daß Bulgariens Haltung die Alliierten gezwungen habe, ihre Lorschläge zurückzuziehen und daß Bulgarien sich den Armeen der Alliertcn gegenübersehen werde, falls es Serbien angreife. Man wisse nicht, ob diese Aufforderung den Charakter eines Ultimatums haben werde, das eine sofortige uu bedingte Antwort Bulgariens verlangen würde. venizelos bekennt fich zum Sünönis mit Serbien. Bern, S. Oktober.(W. T. B.) Mailänder Blätter erfahren aus Athen. VenizeloS habe gestern in der Kammer mitgeteilt, daß die Ententemächte ihre Angebote an Bulgarien zurückgezogen hätten, und hinzugefügt, er werde von der serbischen Regierung die Ermächtigung zur Veröffentlichung des serbisch-griechischen Bündnisvertrages einholen, durch welchen Griechenland sich verpflichtet habe, in jedem Falle jede Macht, die, mit Bulgarien verbündet, Serbien angreifen würde, zu bekämpfen. Diese Erklärung habe in der Kammer großen Eindruck gcmachl. Krieg unö öevölkerungsproblem. ES dürfte noch erinnerlich sein, daß in den letzten Jahren vor dem Kriege die Tatsache des„Geburtenrückgangs" Anlaß zn iveitschivcifigen Erörterungen gab. In Arbeiterkreisen ivurdc die Diskussion zugeipitzt. lvcil der Gedanke des„Gebär- streiks" von Anhängern deS NeuinalthusianiSmus in die Massen geworfen wurde. Da der Krieg selbstverständlich gewaltige Opfer an Menschenleben kostet, so ist die Frage durchaus berechtigt, wie wohl nach diesem 5lriege das Problem der Per- mehrung der Bevölkerung fich darstellen wird. ES ist nicht recht klar, warum just 1912 1913 die öffeni- liche Meinung sich plötzlich so stark mit dem Geburtenrückgang beschäftigte. Tie Tatsache selbst besteht nämlich schon lange. Das statistische Material für das gesamte Reich ist leider nicht ganz einwandfrei, lvcil bisher in den verschiedenen Vaterländern die Bevölkerungsstatistik verschieden gehandhabt wird. Da gegen besitzen wir für Preußen eine lückenlose Zusammen- slcllung. Für die letzten- Jahrzehnte ergibt sich da folgendes t Auf 1000 der mittleren für das Jahr berechneten Bevölkerung entfielen durchschnittlich jährlich Lebendgeborenc: Die Zahlen illustrieren, was ja auch allgemein bekannt ist, daß die Geburten in den Städten relativ weniger zahl- reich sind als auf dem Lande, ferner, daß die Geburten- Häufigkeit in den Städten in den letzten Jahrzehnten sehr schnell abnimmt, daß schließlich aber auch die ländliche Be- völkerung weniger Kinder zeugt als früher. lieber die Ursachen dieses Geburtenrückganges ist man sich im großen und ganzen klar. Es handelt sich da nicht um eine mysteriöse„Erschöpfung der Rasse", sondern um die Folgen der kapitalistischen Enttvicklung: unter dem Einfluß der wirtschaftlichen Zustände schränkt ein großer Teil der Be- völkerung die Kinderzcugung ein. Das ist keineswegs „städtische Verderbnis", denn bei jenen Bauern, die an der Vererbung des ungeteilten Hofes festhalten, war das„Zwei- kindcrsystem" schon seit langem Brauch. Doch kann nicht ge- leugnet iverden, daß in dein Maße, als die Großstädte knliurcll ans immer weitere Volkskrcise einwirken, auch in den ländlichen Gebieten, in denen früher diese Sitte nicht herrschte, die bewußt gewollte Einschränkung der Geburten immer mehr um sich greift. Es ist das ein sozialer Prozeß, der sich nichi aufhalten läßt. Der Krieg bewirkt nun nicht nur den Tod Hundert- taufender von Männern, sondern er bewirkt ferner, daß eine noch größere Zahl von Männern zu Krüppeln wird. Diese Männer werden leider dauernd in ihrer Erwerbstätigkeit geschädigt. Auch wenn wir annehmen, daß in ausgiebigstem Maße vom Staate für sie gesorgt werden wird, ist doch mit großer Sicherheit anzunehmen, daß sie als Ehemänner keine Neigung haben werden, durch Vermehrung der Kinderzahl ihre wirtschaftliche Lage zn ver- schlechtem. Wir haben also mit der Tatsache zn rechnen, daß nicht nur während des Krieges die Zahl der Eheschließungen stark zurückgeht, wie es auch früher der Fall war, sondern daß eine gewallige Zahl von bestehenden Ehen aus dein genannten Grunde dauernd für die Dauer einer Generation weniger fruchtbar fein ivird. Es kommt ein weiteres Moment hinzu, das in seiner Wirkung wohl noch kräftiger und nachhaltiger lvirken wird, als das erste: die Zunahme der Bernfstätigkeir der Frauen. Der Krieg bewirkt, daß eine gewallige Zahl von Frauen und Mädchen zur Erwerbstätigkeit greifen muß und daß die kapitalistische Unternehmerschaft schon infolge des faktischen Mangels an männlichen Arbeitskräften in noch höherem Maße als in normalen Zeiten sich der Frauenarbeit bedient. Kann man auch annehmen, daß nach Friedensschluß eine große Zahl der Frauen ivicdcr aus dem Erwerbsleben ausscheiden wird, so unterliegt doch gar keinem Zivcifel, daß der Krieg cilien gewaltigen Anstoß zur Ausdehnung der gewerblichen Frauenarbeit geben ivird. Diese Frauenarbeil ist aber eines der stärksten Motive zur Einschränkung der Kinderzahl. Es wird also nach dem Kriege einen stärkeren Prozentsatz Ehen geben, in denen die Frau, weil sie außer dem Hause tätig ist, keine große Kinderschar ausziehen kann. Diese beiden Gründe— verringerte Erwerbstätigkeit von Hunderttausenden kriegsinvalider Ehemänner und Zunahme der Erwerbstätigkeit der Frauen— werden daher sicher ein weiteres Zurückgehen der Gebnricitzahl herbeiführen. Die Mediziner weisen auf die Gefahr hin, die in der durch das Kriegslcben bedingten Zunahme der Geschlechts- kranthetten liegt. Diese führen häufig zu einer Unfruchtbar- keit der Ehen. Es liegen zivar keine genügenden Daten vor, um die Bedeutung dieses Faktors in Rechnung zu stellen. Außer acht darf man ihn aber wohl sicher nicht lassen. Nun können die Optimisten vielleicht einwenden, diese un- günstigen Faktoren werden wettgemacht, weil nach dem Kriege der Mangel an Menschen dazu führen wird, daß daS„Fort- kommen" leichter wird und deshalb die Sitte der Einschränkung der Kinderzahl außer Kraft treten wird. Da? ist indessen eine durchaus falsche Voraussetzung. Selbst in dem durchaus nicht wahrscheinlichen Falle, daß in der nächsten Zeit nach dem Kriege eine Hebung der Lebenslage der arbeitenden Massen eintritt, ist diese Wirkimg nicht zu erwarten. Es ist ja er- wiesen, daß die Sitte der Einschränkung der Kinderzahl keineswegs bei den Volksschichten herrscht, die im größten Elend leben, sondern es sind ganz im Gegenteil Bourgeoisie, Bauernstand, höher bezahlte Beamte und die bessersttuierten Lohnarbeiter, die verhältnismäßig die wenigsten Kinder in die Welt setzen. Wahrscheinlicher ist aber, daß die Lebens- bedingungen der arbeitenden Klassen in der Zeit nach dem Kriege sich schwierig gestalten werden infolge der Teuerung, die ganz sicher noch lange andauern und nicht so leicht durch Lohnsteigerung ausgeglichen wird. Grade das aber würde bewirken, daß die Sitte der Kindcreinschränknng noch weiter um sich greift. ES ist somit ganz sicher, daß dieser Krieg nicht nur un- mittelbar Verluste von Menschenleben in ungeheurem, bei früheren Kriegen niemals beobachtetem Maße bringt, sondern auch in seiner Wirkung zu einem weiteren Rückgang der Ge- burtcuzahl führen wird. Dagegen ankämpfen ist vergeblich, weil tief in den sozialen Verhältnissen ivurzelndc Sitten sich eben nicht durch irgend- welche künstliche Mittel beseitigen lassen. Doch kann man die Wirkung des verminderten Geburtenrückganges Ivcti machen, indem man dafür sorgt, daß die Verluste an Menschen geringer werden. In Deutschland ist trotz der verminderten Ge- bnrten ein Rückgang der Bevölkerung nicht eingetreten, sondern es findet eine Zunahme statt, weil die Zahl der Sterbefälle noch stärker zurückgegangen ist als die Zahl der Geburten. Weitere Bekämpfung der Sterblichkeit, ganz besonders der Säuglings- und überhaupt der Kindersterblichkeit, muß das Ziel sein. Das aber ist eine Frage der Sozialpolitik im großen Maß st ab e. Es komnit darauf an, das Wohnungswesen zu reformieren, den arbeitenden Frauen und besonders den Wöchnerinnen wirklich wirksamen Schutz angcdeihen zu lassen und ebenso den .Kindern. Weil der Krieg in seinen Wirkungen zu weiterem Rückgang der Geburtenzahl führen wird, muß eS Aufgabe sein, durch eine großzügige Sozialpolitik diese Wirkung ab- zuschwächen. Ob die kapitalistische Gesellschaft das leisten wird, darauf kommt es an. Besetzung von Sahnlimen öurch Gnechenlanö. Amsterdam, 5. Oktober.(W. T. B.) Ein hiesiges Blatt meldet aus London: Tic g r i e ch i s ch c R e g i e r u n g hat die Bahnlinie Saloniki— M o n a sti r bis Kenali und die Linie Saloniki— Uesk üb bis Gcwgcli besetzt, da die griechischen Behörden diese Linien unter eigener Aufsicht haben wollen. Mailand, S. Oktober. kW. T. B.) slleber Bern.) Der Sonde» berichtcrstotter de?„Seeolo" drahtet aus Saloniki: Der griechische Verkehrsminister Diamantidcs ist am 3. Oktober in Saloniki eingetroffen und hat am folgenden Nachmittag von der Orient- bahnstreck e Saloniki— serbische Grenze Besitz ergriffen, welche bisher deutschen Kapitalisten gehörte. Die griechische Regierung wird wahrscheinlich die ausländischen Angestellten durch eigene er- setzen. Diese für Serbiens Verpflegung wichtige Linie wird somit fremdem Einflusie entzogen. Die Ausschiffung franzö- sischer Truppen ist für beute früh angesetzt. Tic Alliierten werden den Bahnhof nicht besetzen; ihre Truppen werden einige Tage in der Umgebimg der Stadt kampieren, bevor sie nach Se» bien marschieren; die AnSstbiffimg wird rasch und mit Ordnung vor sich gehen, um die griechische Mobilmachung nicht zu behindern. Griechenlands �Neutralität�. Rom iüber Bern), ö. Oktober. stB. T. B.).Tribuna" meldet aus Athen, daß in ganz Griechenland ungeheure Begeiste- rung herrsche und die Siraßen Athens von Kundgebungen erfüllt feien. Oberst M e t a x a habe die Stellung eines Unterchefs des Gencralstabes wieder angenommen. Prinz und Prinzessin Andrea? seien nach Saloniki gereist, um für die Winterkleiduugen der Sol- baten zu sorgen. Ter Vicrverband habe Griechenland volle Sicher- heit gegeben, daß da? griechische Gebiet von den Landungstruppen wieder geräumt wird.. P a t r i S' schreibt in einem Leitartikel, daß bis gestern der oasus foederis für das Bündnis mit Serbien nicht eingetreten sei, und mithin für die griechische Regierung keine Verpflichtung vorliege, die Neutralität aufzu- geben. Es sei aber auch kein Grund dafür vorhanden, daß Griechenland die Unterstützung Serbiens durch Dritte verhindere.__ Der französische Tagesbericht. Paris, 5. Oktober. fV. T. B.) Amtlicher NachmittagS- Bericht. Nördlich A r ra S dauerten unsere Fortschritte im Givenibh- Walde bei der Höhe IIS an, wo wir den ilreuzpunkt der fünf Straßen Carresour des cinq chcmins befetzten. Der Kampf wird fast nnunterbroÄen mit Schützengrabenkampfinittrln geführt und ist von gegenseitiger Kanonade in der Umgebung der Navarinfarm begleitet. Gestern abend warfen wir zwei feindliche Gegenangriffe nördlich Lc MeSnil zurück. Auf der übrigen Front war die Nacht ruhig. TineS unserer Luftgrschivader warf auf den Bahnhof Eablon (Metz) etwa vierzig großkalibrige Geschofle ab. Andere Flugzeuge setzten daS Bombardement der Eisenbahnlinien, Abzweigestellen und Bahnhöfe hinter der deutschen Front fort. Paris, 6. Oktober. fW. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht von gestern abend: Im Artois wurde der Kamps von Schützengraben zu Schützengraben den ganzen Tag über ans den Kämmen südlich dcS Gehölze? von G i v e n ch y fortgesetzt. Ter Feind konnte am KreuzungS- punkte der fünf Wege wieder Fuß fassen. Er wurde sonst trotz der Heftigkeit seiner wiederholten Gegenangriffe überall zurückgeworfen. Artilleriekampf und Kampf mit Schützengraben- Werkzeugen besonder? lebhaft südlich der Somme bei Lihons, ChaulneS, Soiree, nördlich der AiSne, im Miettetal, am Aisne- Marne-Kanal und in der Umgebung von Sapigneul. Ein feindliches Flugzeug wurde in unsere Linien herunter- geschossen. Die beiden darin befindlichen Offiziere wurden gefangen genommen. In der Champagne richtete der Feind wiederum Feuer mit erstickenden Granaten auf unsere Stellungen und hinter unsere Front. Unsere Artillerie erwiderte energisch. Am Oftrande der A r g o n n e n nahmen unsere schweren Batterien eine auf dem Marsch von Battlny nach Apremonl befindliche Kolonne unter Feuer. In der V o g e s e n warfen wir nach heftigem Kamps einen feindlichen Angriff gegen unsere Posten zurück. Zrettchs Melüung. London, o. Oktober.(93. T. B.) Feldmarschall French meldet von gestern: Der Feind begann gestern mittag eine heftige Beschießung und griff dann wiederholt unsere Schützengräben zwischen den Steinbrüchen von Vcrmelles und dem Wege nach Hulluch an. Die Angriffe wurden kräftig durchgeführt, aber der Feind erreichte unsere Schützengräben nicht; er wurde mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Weiter nordwestlich eroberte der JFeind einen großen Teil des Schanz Werkes Hohenzollern zurück. An der übrigen Front keine Veränderung. Selgischer Kriegsbericht. Havre, K. Oltober.(W.?. B.i Belgischer Kriegsbericht von gestern: Nach äußerst heftiger Beschießung unserer Stellungen bei Tirmuidcu wurde ein kleiner Jistanieriecingriff leicht zurückgeworfen. Protest Luxemburgs gegen den Fliegerangriff. Luxemburg, 5. Oktober.(W. T. B.) Die Großherzog- liche Regierung hat bei den Regierungen der Entente wegen des Fliegerangriffes auf Luxemburg Protest erhoben. Der rujsische Generalstabsbericht. Petersburg, 6. Oktober.(33. T. B.) Amtlicher Bericht vom 4. Oktober. Bei Dünabttrg eröffnetten die Deutschen gestern mittag Artilleriefeuer gegen eines unserer Regimenter in der Gegend de? Dorfes Schifchkowo.(10 Kilometer westlich von Dünaburg. zwischen der Eisenbahn und dem Swentensee.) Die Deutschen schössen ans Kanonen sehr schweren Kalibers, darunter auch achtzölligen. Unter dem Schutze des heftigen Feuers stürzte der Feind vor und besetzte einen Teil unserer Gräben. Wir richteten auf diese Gräben und auf die eingedrungenen Deutschen ein ventichtendrS Feuer, dann gingen unsere Truppen zum Gegenangriff über. Die Deutschen hielten unserem Feuer nicht stand, sie wichen unter großen Verlusten, die Gräben wurden von uns wieder besetzt. An den Uebergängen über die M j a d- s j o l k a, Nebenfluß der DriSna, entspannen sich heftige Kämpfe. Das Dorf Borowyja(4 Kilometer östlich Kosjany) nahmen ivir im Sturm, wir machten Gefangene und erbeuteten Maschinengewehre. Die Deutschen wurden mit dem Bajonett aus den Dörfern Teljaki und Kosly, zwischen den Orten und Postawy, geworfen. Unsere Truppen gingen an einigen Stellen auf das linke Ufer der Spiaglica, südlich des Wiczniew-SeeS, über. Bei der Einnahme der Dörfer Siachowce und Czeremzyca(südlich vorn Narocz-See) wurden etwa 300 unverwundete Deutsche mit 5 Offizieren, darunter 19 Artilleristen mit einem Osfizter, gefangen genommen. Außerdem nahmen wir 4 Maschinengewehre und machten viel Beute. Auf der Front Smorgon bis zum Pripjet keine Veränderung. An der Mündung des Stochod hatte der Feind das Dorf Pozog besetzt, wurde aber durch einen heftigen Gegenangriff hinausgeworfen. Gleichfalls wurde der Feind aus den Stellungen nördlich vom Dorfe Sobieszczyce am S t y r nördlich von der Eisenbahn Kowel-Sarny(10 Kilometer) und aus dem Dorfe Koscinchnowka südwestlich von Sobieszczyce(7 Kilo- meter) geworfen. 200 Mann wurden gefangen genommen, 2 Maschinengewehre erbeutet. In derselben Gegend am Styr gingen unsere Truppen erfolgreich auf Polonne(am Eisenbahn- Uebergang am Styr) vor und warfen den Feind aus dem Dorfe Cminy(4 Kilometer südwestlich Polonne bei Kozlince flußabwärts von Czarlorysk(5 Kilometers ebenfalls erfolgreicher Uebergang unfererer Truppen über den Styr. Im Schwarzen Meer brachte unser Torpedoboot„Sawietny" am 2, Oktober auf der Werft von Platana bei Trapezunt unter heftigem Feuer der Laudtruppen ein Motorboot auf und schleppte es nach Batum. Unsere Führer berichten, daß die deutschen Gefangenen trotz Strafandrohungen ihrer Führer Auskunft über die Erregung und Ermüdung der deutschen Truppen und Bevölkerung und das Nachlassen der Kriegslust geben. Serbische Melöung. Nisch, 5. Oktober.-» * Die bayerische Verlustliste Nr. 223 meldet Verluste des Jnsanterie-Leib-Regiments, München; 1., 3., 4., 5., 6., 0., 10., 11., 12., 13., 17., 19., 20., 21.. 23. Infanterie-Regiments; Jäger-Rcgi- ment Nr. 3; 1. und 2. Jägcr-Bataillon; Reserve-Jnfanterie-Rcgi- nienter Nr. 4, 3, 7, 16, 12, 13.(Schluß folgt.) Der Schluß der w ü r t t e m b e r g i s ch e n Verlustliste Nr. 277 wird veröffentlicht, deren Inhalt wir bereits gestern mitteilten. 5.1 Keine Petroleum-Not!"Wff Ämdcrdar helles Licht durch unsere vorziigl. Curbit-Tlschlampen. Viel heller und billiger als Petroleum.(Brennlosten p. Stunde nur 1'/, Ps) Vollständ. Lampe nur 4.50 M., sein vernickelt nur 7.50 M. Zahlr. Dankschr. Versand P. Nachnahme von ILosa« S: Bitbi», Berlin, Mauerstr. 83/84. /s Beste 2 Pf. Cigarette Deutsches Fabrikat Trustfrei W ÖEORG A. OASMATZI AKTIENGESELLSCHAFT, DRESDEN. Berantw. Redakt.: Alsrcd Biclepp. Neukölln. Jnseratevteil verantw. TH.Glocke. Berlin. Drucku.Verlag:BorwärtSBucydr.u.VerIagsanitaltPaul SingerchEo., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Untrrhaltungsbl, Mtlmch.«. Vwdn lSlS� 4 Die Tafelrunöe öes Gberst Thompson. Im Juni dieses Jahres gründete der Oberst Robert M. T h o m p s o n die amerikanische Flottenliga. Der Welt- krieg erwies die Notwendigkeit starker Rüstungen für jede Nation, außerdem waren die Beziehungen der Vereinigten Staaten zum Deutschen Reiche recht unerquicklich. Ueber Nacht konnte das Land in den gewaltigen Strudel hinein- gerissen werden, und dann war es verloren, wenn nicht schleu- nigst Hand ans Werk gelegt wurde. Oberst Thompson durfte als Patriot die Dinge nicht länger ihren schläfrigen Gang gehen lassen. Er sah, daß etwas geschehen müsse, und forderte, daß einstweilen 300 Millionen Dollar, gleich zwei Milliarden Mark, für die Erhöhung der Wehrkraft ausgeworfen würden. Aber was bedeutet ein einzelner Mann, selbst wenn er ein Oberst ist? Thompson war klug genug, sich die Mit- Wirkung anderer gutgesinnter und einflußreicher Personen zu sichern. Er lud eine Anzahl von Leuten mit klangvollen Namen zu einem Frühstück ein, um ihnen des Landes Not vorzutragen, und siehe da, die Erschienenen hatten alle ein volles Verständnis für die Sache. Im Handumdrehen waren sie gewonnen und stimmten mit ihrem Gastgeber darin überein. daß Gefahr im Verzuge sei, und daß nur entschlossenes Handeln Nordamerika vor dem sicheren Untergang retten könne. Der Plan des Obersten hatte sozusagen in der Luft gelegen, und nun ging man mit den landesüblichen Mitteln an die Vorbereitung seiner Verwirklichung. Eine ebenso umfassende wie lärmende Propaganda wurde entfaltet. Die Kosten spielten keine Rolle, denn der Pattiottsmus der Frühstücksgesellschaft kannte keine Grenzen. Noch ist der beabsichttgte Erfolg nicht erreicht, aber man kommt ihm mit jedem Tage näher, und sicher tun wir gut daran, den Bannerträgern dieser eminent nationalen Be- wegung, die die Geschichte der Vereinigten Staaten sicher einmal mit Stolz nennen wird, schon jetzt einige Auf- merksamkeit zu schenken. Wer ist Herr Thompson, wer sind seine Tischgäste? Oberst Robert M. Thompsou ist, wie schon gesagt, in der Hauptsache ein hochgesinnter Patriot. Aber da die Vaterlands- liebe seine Zeit nicht völlig ausfüllt, hat er sich noch eine kleine Nebenbeschäftigung zugelegt und versieht in seinen freien Stunden das Amt eines Präsidenten der Int er- nationalen Nickel-Compagnie. Der Posten er- möglicht seinem Inhaber um so mehr eine selbstlose Beta- tigung im Dienste erhabener Interessen, als die Nickel-Com- pagnie infolge des starken Nickelverbrauchs im Kriege aus- gezeichnete Geschäfte macht. ES war natürlich eine Pflicht der Höflichkeit und Kollegialität, daß Herr Thompson zu dem erwähnten Grün- dungsfrühstück drei Direktoren seiner Compagnie hinzuzog, und da der eine von ihnen, Herr Edmund C. Converse, gleichzeitig mit einem gewissen Zweige der Rüstungsindustrie finanziexenden Banktrust urtd'außerdem mit dem Stahltrust in Verbindung steht, hatte man auf diese Weise auch mühelos Beziehungen zu anderen nicht ganz einflußlosen Stellen an- geknüpft, Selbstverständlich mußten zur Gesellschaft für Herrn Converse wieder noch andere Herren aus den ihm nahe- stehenden Konzernen eingleadcn werden. So kam es, daß schließ- lich durch die Gäste am Tisch des Obersten ein bettächtlicher Teil jetter Großfirmcn repräsentiert war, die jetzt an der Munitionslieferung für die Alliierten direkt oder indirekt am meisten beteiligt sind, und als der vornehmste unter ihnen konnte Herr I. Pierpont Morgan vom Bankhause I. P. Morgan u. Co. gelten, das für die Regierungen zu London, Paris und Petersburg die Ankäufe von Kriegsmaterial in Amerika vermittelt. Wer bezweifelt, daß kaum ein Kollegium denkbar ist, das mehr bervsen gewesen wäre, die bittere Notwendigkeit eines starken Heeres und einer starken Flotte zu betonen und das amerikanische Volk zur Opferwilligkeit für das Vaterland zu mahnen?— Jedenfalls, die Vereinigten Staaten müssen mehr Sol- daten, mehr Maschinengewehre, mehr Kanonen, mehr Panzer- schiffe und mehr Torpedos haben. Das steht fest. Die Patrioten des erwähnten Schlages lassen sich aber nicht daran genügen, ganz allgemein diese Unentbehrlichkeiten zu fordern: sie weisen vielmehr auch den Weg, auf dem sie zu beschaffen sind. Die zurzeit bestehenden zwei oder drei verhältnismäßig kleinen Staatsfabriken reichen für den großen Bedarf bei weitem nicht aus. Es muß also für Abhilfe gesorgt werden. Der nächstliegende Gedanke wäre der, die staatlichen Betriebe zu erweitern und ihre Zahl zu vermehren. Aber nein, die vereinigten Patrioten erklären diese Methode für undurch- führbar: sie würde zu teuer werden. Die Rüstungsinteressenten sind unbedingt für die Schonung des Staatssäckels, und ihre Opferwilligkeit ist so groß, daß sie dem amerikanischen Volke ihre eigenen Fabriken für die Waffen- Produktion zur Verfügung stellen. Ein Herr- liches Bild selbstloser Vaterlandsliebe I Freilich,— woran es liegt, mag der Teufel wissen— ine— Geschichte wird in der Privatindustrie eine Kleinigkeit teurer zu stehen kommen als in den staatlichen Arsenalen. Der Kommandant der Regierungswerkstätten von Frankfort (Philadelphia) hat vor einiger Zeit einmal berechnet, daß für dasselbe Quantum gleichwertiger Munition, das im Arsenal für einen Kostenaufwand von 1 900 064,03 Dollar hergestellt wurde, der Privattndustrie 2 879 904,99 Dollar gezahlt werden mußten, d. h. also, daß die Regierung bei der Fabrikation in eigener Regie rund eine Million sparte. Andere Beispiele: Schrapnells, für die die Freunde des Oberst Thompson 25,26 Dollar pro Stück berechneten, kamen in den Staatsfabriken auf 15,45 Dollar zu stehen; solche, die die Munitionslieferanten für 17,50 Dollar auf dem Altar des Vaterlandes niederlegten, kosteten im Arsenal 7,94 Dollar usw. Nach amtlichen Berechnungen betragen ferner die Kosten für die Herstellung einer Tonne Panzer- platten durchschnittlich 247,17 Dollar. das amerikanische Marineamt jedoch hat den drei hauptsächlich in Betracht kommenden Privatfirmen(Bethlehem, Midvale und Carnegie Stahlwerke) im Durchschnitt 440,04 Dollar gezahlt. Bevor der Staat sich daran machte, Pulver in eigener Regie herzu- stellen, zahlte er 80 Cents pro Pfund. Sobald er in die Kon- kurrenz eintrat, gingen die privaten Firmen auf 53 Cents her- runter, das staatliche Arsenal selbst aber liefert das Pulver für 35 Cents. Das Material genügt, um die Sparsamkeitsbestrebungen der Rüstungsinteressenten gebührend zu würdigen, und es gibt nun Leute, die aus ihm die Schlußfolgerung ziehen, daß den Privatfirmen das Geschäft genommen werden müsse. Aber wie kann man so etwas verlangen! Man bedenke doch: im Laufe des Weltkriegs haben sich eine Reihe von Fabriken, die sonst friedliche Gegenstände produzierten, auf Gewehre und Munition eingestellt, und die, die sich schon früher mit Kriegsbedarf abgaben, haben ihre Betriebe zum Teil beträchtlich erweitert. Was in aller Welt soll denn aus diesen Anlagen werden? Einmal wird möglicherweise doch trotz der lebhaftesten Gegenanstrengungen von Thompsons Tafelrunde und anderen Leuten auch dieser Krieg aufhören, und dann stehen die Räder still, wenn nicht schleunigst für neue Bestellungen gesorgt wird. In einer amerikanischen Zeitschrift wurde vor kurzem dargelegt, daß die Maschinen für Waffen und Munition für andere Zwecke nicht zu der- wenden seien.„Ein Ding— so hieß es da— ist gewiß. Diese Umivandlung friedfertiger Unternehmungen in Munitionsfabriken wird das Land nach dem Krieg mit einer solchen Unmasse„alten Eisens" überschwemmen, wie die Welt es noch nicht gesehen... Alle, die jetzt Bomben und Granaten fabrizieren, haben kostbare Ausrüstungen anschaffen müssen, die später absolut unbrauchbar sind. Maschinen allein zur Herstellung von Zeitzündern bei Schrapnells kosten 400000 Dollar; sie können später zu nichts anderem gebraucht werden, sie sind„altes Eisen"." Also, was bleibt dem Präsidenten und dem Kongreß viel übrig? Sie können die hervorragenden Patrioten, die so eifrig die Rüstungsvermehrung betreiben, doch nicht durch Ueber- nähme der Rästungslieferungen in Staatsregie vor den Kopf stoßen und an den Rand des Bankrotts bringen. Das hieße die Pflicht der Dankbarkeit verletzen. Und von der Regierung verlangen, sie solle auf die Rüstungsverstärkung überhaupt ver- zichten, geht noch weniger an. Denn ganz abgesehen davon, daß der Effekt für die verschiedenen Trusts dann derselbe wäre wie bei der Erweiterung der Staatsarsenale, hat die Regierung heute den Treibereien auch schon viel zu viel nachgegeben, als daß sie noch zurück könnte. Sie ist die Gefangene der Panzerplattenpatrioten. Die eine Frage bleibt nun noch übrig: wird der erhöhte Bedarf der Vereinigten Staaten ausreichen, um die ver- größerten Betriebe ausreichend zu beschäftigen oder werden die Waffenkonzerne darauf aus sein müssen, noch andere Märkte zu suchen und, wenn keine vorhanden sind, solche zu schaffen? Daß die Interessenten des Rüstungskapitals den Willen und die Macht besitzen, Bedarf zu provozieren und so ihren Absatz zu sichern, hat der amerika- nische Marinesekretär Daniels in seinem letzten Jahresbericht an den Kongreß mit staatsmännischer Vorsicht zwar, aber doch verständig genug angedeutet, als er die Forderung, die staatlichen Munitionsfabriken zu erweitern, damit be- gründete, daß eine solche Politik die starke Agitation oder Organisation für große Vorbereitungen zum Kriege verhindern werde, die von denen in die Hand genommen werde, die an der Herstellung von Kriegsbedarf profitieren...Der Anreiz zur persönlichen Bereicherung durch Kriegsvorbercitungen sollte— so schloß Daniels seine Betrachtungen— in den Vereinigten Staaten nicht existteren dürfen." Das tägliche Srot. Reiche Ernte. In einem katholischen Sonntagsblatt, das zahlreichen Tageszeitungen beiliegt, erschien zum Erntedankfest folgendes Gedicht: Das ist ein Leuchten, aus dunklem Grün rotwangige Aepfel prächtig glühn. Das ist ein Segen in diesem Jahr so reich, wie lange keiner mehr war. Es beugt sich zur Erde Ast um Ast, man mutz sie stützen, die sütze Last. Der Hans schleppt Körbe so grotz und schwer, die Grete! bringt Obst in der Schürze her. Die Aepfelkammer daheim ist voll, man weitz nicht, was das noch werden soll. Und weiter fällt es bald dort, bald hier-- Allgütiger Gott, wir danken dir! In den Marktpreisen ist von diesem Segen leider nichts zu spüren!_ Es bleibt beim freien Spiel der Kräfte. Was anr Montagabend über die Entschließungen der Kartoffelkonferenzen im Reichsamt des Innern mitgeteilt wurde, war nicht gerade danach angetan, große Hoffnungen bei uns zu erwecken; die Einzelheiten aber, die inzwischen noch durchgesickert sind, stimmen unsere an sich schon so bescheidenen Erwartungen noch weiter herab. Wir fanden das Verfahren, auf das man sich geeinigt hatte, zu- nächst nur umständlich und fragten erstaunt, warum man einen gar so komplizierten Apparat einrichte. Jetzt geben uns Erläute- rungen, die der„Berliner Lokal-Anzeiger" über die Tendenz der Beratungen macht, die Antwort. Danach lag den Be- sprechungen der Gedanke zugrunde, eine zufriedenstellende Lösung der Kartoffelfrage zu finden,„ohne irgendwie zu gewaltsamen Eingriffen zu schreiten, son- dern nach Möglichkeit dem Spiel der wirtschaftlichen Kräfte freien Lauf zu lasten und aushilfsweise durch eine dazu be- sonders geeignete Einrichtung behördlicherseits einzugreifen." Mit anderen Worten: die von der Großlandwirtschaft' geforderte Politik des freien Spiels der Kräfte hat im Reichs- amt des Innern Zustimmung gefunden und die große Maschinerie wird nur in Bewegung gesetzt, um zu verbergen, daß es den maßgebenden Stellen an Entschlossen- heit fehlt, wider den Stachel der Produzenten und Händler zu löken. Das wird weiter noch bestätigt durch die Versicherung, daß zu einer Beschlagnahme mit anschließender Androhung— wohlgemerkt Androhung— der Enteignung und endlich ein- setzender tatsächlicher Enteignung mit Festsetzung des Ueber- nahmepreises nur in den allernotwendigsten Fällen geschritten werden soll. Wenn selbst ein Blatt wie die„Tägliche Rundschau" in diesen Beschlüssen einen Beweis der„hellen Angst vor dem Kriegssozialismus" erblickt und meint, daß sie auf eine ver- dächtige Weise an das„Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß" erinnerten, so ist ihnen damit eigentlich das Urteil gesprochen. Die Gefahr einer Kartoffelnot ist unverkennbar. die Konsumenten und die Sozialpolitiker aus allen Lagern dringen mahnend, warnend und drohend auf die Regierung ein, doch die Anhänger der Politik des Gehenlassens behalten die Oberhand. Nun hat sich zunächst noch der Bundesrat mit der Materie zu beschäftigen; aber die Erfahrungen, die wir eben erst mit der Schaffung der Preisprüfungsstellen gemacht haben, läßt uns die begründete Befürchtung hegen, daß der Bundesrat sich darauf beschränken wird, den Grundgedanken der Konferenzbeschlüsse in eine Anzahl von Paragraphen zu zerlegen, an denen wahrscheinlich die Produzenten so gut wie die von den Händlern schleunigst gegründeten privaten Ver- teilungsvereinigungen ihre helle Freude haben werden. Inzwischen wiegt sich die„Köln. V o l k s z t g." noch immer in dem Glauben, es lasse sich etwas erreichen, wenn man der Kartoffeln erzeugenden Landwirtschaft gut zurede und sie an ihre moralischen Pflichten erinnere, llm ihren Bitten mehr Nachdruck zu geben, ruft sie den Landwirten ins Gedächtnis zurück, wie sehr sich die katholischen Arbeiter bei der Zollpolitik um sie verdient gemacht haben. „Als der Kampf um die letzten Handelsver- träge tobte, waren es Führer unserer christlichen Arbeiter, welche für den Schutz unserer heimischen Landwiri- schaft eintraten, welche unter grotzen Opfern ihrer ieilS der Landwirtschaft die zu ihrem Emporwachsen und Weiter- gedeihen notwendigen Mittel an die Hand gaben. Jetzt ist es Zeit, datz die Landwirtschaft sich dafür dankbar erweist und datz die Landwirtschaft besonders unserer Ärbeiterbevölkerung ihre Produkte zu einem Preise zur Verfügung stellt, der nicht durch Eigennutz und Spekulation zustande gekommen ist. Die Landwirtschaft möge bedenken, datz nach dieser eine andere Zeit k o m m t, in der sie sich nach Rettern in etwaigen Nöten umzusehen gezwungen sein wird. Sorge sie da- für, datz dann diese Umschau nicht vergeblich werde." Daß dieser Appell an die Dankbarkeit etwas nutzen wird, bezweifeln wir, und ebenso wenig ivird die leise Drohung mit späterer Abrechnung auf die Landwirte einen wesentlichen Eindruck machen. Sie denken:„bar Geld lacht", und was die nächsten Wahlen und kommenden Zolltarifkämpfe angeht, so sind sie überzeugt, daß die Zcntrumspresse ihnen die christlichen Arbeiter nach dem Kriege wieder ebenso zutreiben wird, wie sie es bisher getan hat. Tie neue Reichs-PreisprüfungSstelle. Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 25. v. M. über die Errichtung von Preisprüfungsstellen wird für das Reichsgebiet in Berlin eine Reichs-Preisprüsungsstelle eingerichtet. Die Vorarbeiten sind dazu bereits in Angriff genommen, die neue Behörde wird ihren Sitz im Hause Wilhelmstr. 71 erhalten. An die Spitze des Vorstandes wird, wie die„Deutsche Tageszeitung" erfährt, der Vor- tragende Rat im Reichsamt des Innern, Geh. Oberregierungsrat Jung, vom Reichskanzler berufen werden. Wir werden also bald um eine Amtsstelle und, wie wir fürchten, nach einer kleinen Weile auch um eine schmerzliche Enttäuschung reicher sein._ Bestrafte Preistreibereien in Sachsen. Zwei bemerkenswerte Urteile über Preistreibereien hat die Straf- kammer des Landgerichts zu Chemnitz gefällt. Am 21. August kaufte eine Frau bei dem Kaufmann und Fischwarenhändler Rose in Chemnitz zwei Pöklinge und mutzte dafür 22 Pf. bezahlen. Die Fische kamen ihr denn doch zu„niedlich" für diesen Preis vor und sie begehrte deshalb Umtausch gegen andere Waren. R. lehnte die Erfüllung dieser Bitte ab und die Käuferin sah sich dadurch ver- anlaßt, der Wohlfahrtspolizei Kenntnis von der Sachlage zu geben. Das hatte zur Folge, datz die Behörde entsprechende Erörterungen vornahm. Diese ergaben, datz R. für Pök- linge dieser Art(beide Fische Ivogen zusammen nur 72 Gramm) nur 6°/,g Pf. für das Stück im Einkauf cinschlictzlich Frachtspesen bezahlt halte. Nach sachverständigem Gutachten hat ein Nutzen von 2 bis 3 Pf. an einem dieser Fische für angemessen zu gelten, der Gewinn, den R. nahm, war also ein„übermäßiger" im Sinne der Bundesratsverordnung vom 23. Juli d. I. Der Angeklagte wurde deshalb zu fünfundsiebzig Mark Geldstrafe oder zu 1ö Tagen Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde die öffentliche Bekanntmachung des Urteils ans Kosten des Verurteilten verfügt.— Der zweite Fall liegt folgendermaßen: Im Juli dieses Jahres hatte der Milchhändlerverein zu Chemnitz beschlossen, vom 1. August ab die ins Haus gelieferte Vollmilch gleichmäßig für 28 Pf. (ein Liter) zu verkaufen. Diesem Verein gehört auch der Molkereiinhaber Hofmeister in Chemnitz-Hilbersdorf an. und er hielt sich auch an den Beschluß des Vereins. In seiner Nachbarschaft befindet sich nun aber ein Molkereiproduktcngeichäft de-Z Kaufmanns Breger, der nicht dem Verein angehört und deshalb auch nach wie vor den Liter Vollmilch im Laden für 25 Pf. verkaufte, auf diesen Preis auch noch Rabatt gewährte. Das ärgerte H.. zumal seine MilchauStrügerinneir darüber klagten, daß die Abnehmer unter Hinweis auf den billigen Preis bei B. nicht 28 Pf. zahlen wollten. In den ersten Augusttagen schrieb nun H. an den Milchlieferanten B.s eine Karte. deren Hauptinhalt lautete:„Ich nehme an, daß Sie die Milch an B. zu billig liefern. Diese Preisschleuderei schadet dem Milch- Handel. Rittergutsmilch läßt sich doch leicht für 30 Pf. verkaufen." Der Sinn dieser Auslassung konnte nach Ansicht des Gerichts nur der sein, den Milchlieferanten zu veranlassen, mit dem Preise für die Vollmilch in die Höhe zu gehen, damit auch B. teurer hätte ver- kaufen mästen. Das Gericht erblickte in der Handlungsweise des Angeklagten eine„unlautere Machenschaft", wie sie in dem§ 5 Ziffer 3 der Bundesratsverordnung vom 23. Juli 191S unter Strafe gestellt worden ist. Das Urteil lautete aus dreihundert Mark oder 60 Tage Gefängnis. Auch in diesem Falle erkannte das Gericht auf öffentliche Bekanntgabe des Urteils auf Kosten des Verurteilten. vom Sunde öeutsther öoöenreformer. Der Bund deutscher Bodenreformcr hat in diesen Tagen—■ vom 1. bis 4. Okiober— in Bielefeld seine 21. Hauptvcr- sammlung abgehalten. Sie war als eine Kundgebung zur Förde- rung des K r i e g e r h e i m st ä t t e n w e s e n s gedacht und da- nach auch äußerlich eingerichtet. Am 2. Oktober sprachen im Rat- Haussaale zu Bielefeld Generalleutnant Rohne über„Wehr- kraft und Heimstätten", Pastor Wehrmann(Hamburg) über „Volkssittlichkeit und Heimstätten", Prof. Dr. Rein(Jena) über „Erziehung und Bodenreform", Prof. Dr. Siegelt(Köln) über „Volksgesundheit und Heimstätten", Bürgermeister Dr. B e l i a n (Eilenburg) über„Gemeindewohl und Heimstätten", Arbeiter- sckretär I o o s(christl.) über„Arbeiter und Heimstätten", A. Falke nb erg über„Die Festbesoldeten und Heimstätten". Zudem sollte Frau Prof. P a a s ch e über„Frauenbewegung und Heimstätten" sprechen; sie war aber nicht erschienen. Die Rc- ferate lagen übrigens gedruckt vor, werden auch wohl im Druck erscheinen, so daß vielleicht gelegentlich'darauf zurückgegriffen werden kann. Die Ausführungen bauten sich gewissermaßen auf den„Grund- sätzen für. ein Rcichsgesctz zur Schaffung von r t e g c r 5 c i nt ft ä i f c n" mif, die vom Hauptausschutz für Kriegcrheimstättcn in Bertin zusammcneasiln gegen schrankenlose Privatwirtschaft" die Rede ist, so wird es sich zeigen, wer als Schrittmacher hier demnächst am cntschic- debsten neue Bahnen bereitet. /tos Industrie und Handel. Das neue Kohlensqndikat. In der gestrigen Beiratssitzung des rheinisch-westfälischen Kohlen- syndikats wurde beschlossen, die gegenwärtigen Richtpreise auch während der beiden letzten Monate des Jahres bestehen zu lassen. Die im Anschluß an die Beiratssitzung abgehaltene Versammlung der Zechenbesitzer setzte die Beteiligungsanteile für Oktober in Kohlen" Koks und Briketts auf 80 Proz., alles wie bisher, fest. Sodann teilte der Vorstand einige am 1. Oktober d. I. in Kraft getretene Veränderungen der 5loksbeteiligung§ziffern mit. Schließlich fand die konstituierende Versammlung der Zechenbesitzer des neuen Syndi- kates statt, in der die in dem neuen Shndikatsvertrage vorgesehenen verschiedenen ständigen Ausschüsse gebildet wurden. Geheimrat Dr. Kirdorf übernahm den Vorsitz in dieser Versammlung. Kriegsgewinne. Die Aktiengesellschaft„Carl Berg" in Eveking i. W. erzielte in dem am 30. Juni abgelaufenen Geschäftsjahre einen Rohgewinn von 2 672 748 M. gegen öK8 827 M. im Vorjahre. Nach reichlichen Ab- schreibungen, wobei z. B. die vorhandenen Maschinen bis auf 1 M. abgebucht wurden, verbleibt ein Reingewinn von 1 550 448 M. gegen 310 574 M. 1913/14. Zur Verteilung gelangt eine Dividende von 15 Proz. gegen 5 Proz. im Vorjahre. Die Gesellschaft hat ein Aktienkapital von 3 Millionen Mark. Die Dividende hätte, wenn nicht ungeheure Aaschreibungen und sonstige Rückstellungen gemacht worden wären, 50 Proz. betragen können. Die„Stadtberger Hütte" in Niedermarsberg hat ihren Betriebs- gewinn ebenfalls mehr als verdreifacht. Das Unternehmen erzielte im Jahre 1914/15 einen Betriebsgewinn von 745 023 M. gegen 220 637 M. Aus dem Reingewinne von 282 459 M.(48 632 M.) wird eine Dividende von 10(2) Proz. gezahlt. Terpentinversorgung aus dem besetzten Polen. „Az Ujsag" vom 26. September schreibt: Die Besetzung Russiich-Polens hat eine Reihe industrieller Unternehmungen in die Hände der Heeresleitung gebracht, die schon bisher bei der Versorgung des Inlandes eine wichtige Rolle spielten. Durch die Eroberung von Brest-Litowsk, Luck und Kowel sind außer- ordentlich wichtige Terpentinölgebiete in unseren Besitz gelangt, die von nun an in den Dienst unserer Industrie treten können. Die Terpentinölproduktion Polens, besonders Wolhyniens, ist auf jährlich 20 000 Tonnen zu schätzen, davon kamen nach Oesterreich-Ungarn im Jahre 1913 2835 Tonnen, also etwa ein Drittel des Gesamlbedarfs beider Länder. Jetzt, da die polnische und wolhynische Terpentinöl- Produktion ganz in die Hände der Zentralmächte gefallen ist. ist es unzweifelhaft, daß der ganze Terpcntinölbedarf aller drei Staaten gesichert ist, und daß wir auf die Produktion des feindlichen Aus- iandes nicht mehr angewiesen sein werden. Rückgang der Getreideanbaufläche in Rußland. Das russische Ministerium des Innern hat sehr interessante Einzel- heiten über die diesjährige Ernte veröffentlicht, aus denen die ,Bir- shewija Wjedomosti" vom 25. September folgendes wiedergeben: Nach den Berechnungen des Ministeriums betrug im Jahre 1915 in den 64 Gouvernements und Bezirken des. Reichs tobne die Ostsee- Provinzen) die Anbaufläche des Winterkorns 31 412 447 Desjalinen (1 Desjatine— 1,09 Hektar), die des Sommerkorns 56 383 007, im ganzen also 87 300 454 Desjatinen. Im Vergleich zum vorigen Jahre weisen alle diese Zahlen einen Rückgang der Anbaufläche auf, und zwar bei den Wintersaaten um 143 784, bei den Sommersaaten um 2 716 636, im ganzen um 2 860 420 Desjatinen. Im einzelnen ist die Anbaufläche von Hafer um 791 557, von Sommerweizen um 948 160 und von Gerste um 438 078 Desjatinen zurückgegangen. Die Anbaufläche von Kartoffeln war im Jahre 1915 mit 3 256 533 Desjatinen um 285 273 geringer als im Vor- jähre, die von Hanf mit 1 241 077 Desjatinen um 162 583 geringer. Mus Groß-öerlin. Den Märkern öie Mark! Bekanntlich hat der Krieg die Schönheiten der Mark auch vielen solchen Leuten näher gerückt, die bisher über die „märkische Strensandbüchse". ohne die Mark wirklich zu kennen, spöttelten und als Touristen ihr in weitem Bogen aus dem Wege gingen. Die erschwerten Verkehrsverhältnisse und wohl auch Sparsamkeitsgründe brachten es fertig, daß Modereisende, die sonst nur in das Gebirge, an die See oder in„erstklassige" Kurorte gingen und sogar ausländische Bäder bevorzugten, sich während des verflossenen Sommers in allen möglichen Orten der Mark einmieteten. Mit einem Male erklang das hohe Lied der Mark auch von diesen verwöhnten Seiten in den schönsten Tönen. Was Hunderttausende von Groß-Berlinern, die sich nur Tagesausflüge oder bestenfalls eine ganz billige Sommerwohnung in der Umgegend leisten können, schon längst kannten, nämlich die in ihrer lieblichen Art unvergleichlichen Naturschönheiten vieler märkischen Gegenden, das kani jetzt den bisherigen Außenseitern zum Bewußtsein. Eine förniliche Bewegung entstand in einem Teile der Presse, den märkischen Vergnüguugsreisenden das Losungs- wort„Reise zu Hause", also das Wandern und Erholen in der näheren Umgebung nut allen seinen Reizen zu schildern, an sich gewiß ein nützliches Beginnen. Vorsichtige meinten freilich, ob nicht dahinter noch etwas anderes stecke, etwa ein Geschäft. Nun erschien kürzlich auf dem Plan der „Neuentdeckung" der Mark auch die vor einigen Jahren gegründete Zentralstelle für den Fremdenverkehr Groß�Berlins und verriet in einer Sitzung, der auch zahlreiche Bürger- meister und Gemeindcvertreter beiwohnten, daß in der Frage des Erschließens der Mark für den Fremdenverkehr bereits eine lebhafte Werbetätigkeit unter erheblichen Kosten ein- gesetzt habe. Die Ergebnisse seien aber in keiner Weise zufriedenstellend. Viele Vertreter der Mark hätten die Bestrebungen der Zentralstelle glatt abgelehnt und sich mit Erklärungen wie„Wir brauchen keine Berliner" oder„Für das Vergnügen der Großstädter sind wir nicht da" jeder Erleichterung und Ausbreitung des märkischen Reiseverkehrs geradezu widersetzt. Man wählte schließlich eine Kommission von Vertretern der größeren märkischen Gemeinden mit der Aufgabe, einen Gemeinde- verband zur Hebung des Fremdenverkehrs in der Mark zu organisieren. Wenn die genannte Zentralstelle und der geplante Ge- meindeverband darauf hinarbeiten, das alte Vorurteil vieler Landgcnieinden in der Mark gegen die Berliner Ausflügler zu beseitigen und verschlossene Naturgebiete dem crholungs- bedürftigen Volke zu erschließen, so dürfte dagegen nichts ein- zuwenden sein._ Arbeit für die Kriegerfrauen. Eine Tätigkeit, die nicht vernachlässigt werden darf von unseren Organisationen, ist die Arbeit für die Kricgcrfcauen. Wir sind diese Arbeit unseren im Felde stehenden Genoffcn schuldig, wir sind sie den Kricgerfrauen schuldig und wir find sie schuldig unserer Bewegung und dcni ganzen Volksleben; denn die Früchte dieser Arbeiten werden sich später zeigen. In Oberschönewcide bei Berlin, einem Jndustrieort, der bei 26 000 Einwohnern 3500 unterstützungsberechtigte Kriegerfrauen zählt, waren bei den Funktionärinnen unserer Bewegung von den Kriegerfrauen vielfach Klagen erhoben worden. Teils zeigten sie, daß die Frauen über ihre Rechte sich nicht im Klaren waren, teils waren die Beschwerden vollauf berechtigt. Die Organisation beschloß daber eine össcntlichc unpolitische Versammlung der Kriegersraucn einzuberufen. Die Genehmigung wurde erteilt und ein Genosse, der in der Gemeindevertretung sitzt, übernahm das Referat. Die Kriegersrauen wurden zur Versammlung ein- geladen, indem am Tage der nächsten Auszahlungen der Kriegs- Unterstützungen Genossinnen vor den Auszahllokalen Handzettel verteilten. Am Abend war die Versammlung, zu der sich nicht weniger als 1500 Frauen eingesunden hatten. In der Versamm- lung wurden von den Kriegersrauen viele Anfragen gestellt, die vom Referenten, der über„Rechte und Pflichten der Kriegersrauen" gesprochen hatte, aufklärend beantwortet wurden. Einige Ge- nassen, die sich bereit erklärt hatten, die Kriegersrauen zu beraten, hatten später viel Zulauf und fertigten viele Anträge und sonstige Schriftstücke an. Die Versammlung hatte bewiesen, daß die Arbeit unter den Kriegersrauen eine sehr dankbare ist. Tie Bezirksleitung der Or- ganisation beschloß daher, weitere Schritte zu unternehmen. Zum nächsten Aüszahlungstag der Kriegsunterstützungen bereitet sia eine Art Petition vor. Es wurden den Kriegersrauen und zwar vor allen erst denen, deren Männer schon längere Zeit im Felde stehen, von den Genossinnen ein Schriftstück übergeben. Das- selbe hatte folgenden Inhalt: Berlin-Oberschöneweide, den 2. Oktober 1915. An den Kreisausschuß(Lieferungsverband) des Kreises Niederbarnim Berlin NW. 40. Gesuch um Erhöhung der Kriegsunterstützung. linterzeichnete bittet dringend um eine Erhöhung der Kriegsunterstützung oder um eine Beihilfe zur Anschaffung von Kohlen für den Winter, sowie der notwendigsten Kleidungs- stücke und Schuhe für mich und meine.... Kinder im Alter von..... Jahren. Die lange Dauer des Krieges und die schon zur unerschwing- lichen Höhe gestiegenen Preise sämtlicher Lebensmittel machen es mir ganz unmöglich, auch nur die allernotwendigstcn Anschaf- fungen zu machen. Dadurch bin ich mit meinen Kindern soweit abgerissen, daß auch durch Ausbessern die Kleidung nicht mehr zu gebrauchen ist. Ich mutz daher befürchten, daß mit Einbruch des Winters infolge mangelhafter Kleidung und Beschuhung Krankheiten in meiner Familie entstehen. Ebenso unmöglich ist es, von der bis- herigen Unterstützung noch Feuerung kaufen zu können. Rücklagen zu machen, war schon vor dem Kriege unserem Stande unmöglich. Kredit hat eine Kriegerfrau nicht. Das Kriegsunterstützungsgesetz vom 28. Februar 1888 und vom 4. August 1914 sieht für die Wintermonate eine höhere Unterstützung bor, als für die Sommermonate. Die für die Sommermonate gezahlte Unterstützung reichte aber bei weitem nicht aus zum notwendigsten Lebensunterhalt. Sollte mein vorstehendes Gesuch daher abgelehnt werden, so ist das Bestreben, den heimkehrenden Kriegern ein schuldenfreies Heim zu erhalten, durch die erdrückende Teuerung zunichte ge- macht. Ich bitte aus den angeführten Gründen dringend um Berücksichtigung meines Gesuches. Hochachtend Berlin-Oberschöneweide .......... Straße Nr... Tausend solcher Schriftstücke wurden in adressierten Um- schlügen den Kriegersrauen überreicht, damit sie dieselben aus- füllen, unterschreiben und frankiert an den Kreisausschutz ein- senden. Tie Schriftstücke wurden von den Kriegersrauen gerne genommen und versprochen, sie entsprechend zu verwenden. Ja, es machte sich einige Erregung bemerkbar, daß nicht für alle Frauen solche Schreiben vorhanden waren. Diese Mitteilungen sind gemacht, damit sie Nachcifcrung in zweck- und stnnentsprechender Weise finden. Ter Schrei der Kriegersrauen, deren Not immer größer wird, muß laut und kräftig erschallen im ganzen Reiche, damit er gehört werde. Höchste Zeit ist es. Hoffentlich wird dem im Reichstag einmütig ausgesprochenen Wunsche, eine Erhöhung der Kriegsuntersnitzung eintreten zu lassen, baldigst entsprochen. Mindestlöhne für Heereslieferungcn. Von den Kriegsbekleidnngsämteni des Garde- und des III. Armeekorps ist für den Bereich der Stadt Berlin und der Pro- vinz Brandenburg in Abänderung der bisher geforderten Mindest- löhne für das Nähen von Helmbezügen neuer Art nachstehender Lohntaris festgelegt worden. Dieser Tarif gilt für alle seit dem 1. Oktober 1915 erteilten Aufträge, ohne Riicksirbt darauf, wer den Auftrag erteilt hat: gleich�eiiig werden die Mindestlöhne für das Nähen von Halsbinden, Armbinden und Salzbcuteln in Erinnerung gebracht. Der neue Tarif sieht folgende Löhne vor: Näh lohn für alter Art neuer Art 1 Halsbinde......... 15 Pf. 1 Helmbezug für Infanterie oder Artillerie......... l6l'..Pf. 28„ 1 Tschapkabezug....... 22, 30 1 Tickakobezug........ 13„ 18 1 Kürassier-Helmbezug..... 20„ 30 1 Husaren-Mützenbezug..... 13„ 18„ 1 Armbinde, weiße........... 2„ 1 Armbinde, weiße, mit rotem Kreuz..... 8„ Salzbeutel.............. 2, Aufnähen der Buchstaben und Nummern bei den Helmbezügen für das Stück....... l'/a„ Diese Löhne sind reine Nählöhne, Zuschneiden und sonstige Vor- arbeiten sind nicht einbegriffen. Der Arbeitgeber liefert alle Male- rialien, die zur Herstellung notwendig sind, mit Einschluß des Näh- garns, dem Arbeiter kostenlos. Die Firma verpflichtet sich, jederzeit die auf diese Angelegenheit bezüglichen Geschäftsbücher und Gc- schäftSpapiere denp Amte zur Einsichtnahme vorzulegen. Verstößt die Firma gegen eine der vorstehenden Bedingungen, so kann ihr der Auftrag ohne jede Entschädigung entzogen werden. Tie Zusaybrotkarte. Aus dem Rathause wird berichtet: „Der Berliner Magistrat veröffentlicht heute seine Verordnung über Zusatzbrotkarten. Wie der§ 2 der Verordnung ergibt, ist es jetzt nicht mehr allein die Beschäftigung in schwerer Arbeit, welche die Voraussetzung flir die Erlangung einer Zusatzbrotkarte bildet, sondern maßgebend sind die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und beruslickien Verhältnisse des Einzelnen oder der Familie. Der Rahmen ist hierdurch so weit gefaßt, daß alle wirklich brolbediirftigen Teile der Bevölkerung mit Zusatzbrolkarten bedacht werden können. Für die Beurleilnng insbesondere der wirtschaftlichen Lage der Antragsteller wird die Zugehörigkeit zu einer Krankenkasse auf Grund der Reichsversiche- rungsordnung einen sehr brauchbaren Maßstab abgeben. Desgleichen wird bei Jugendlichen im Alter von 9—21 Jahren infolge der durch das Wachstum bedingten körperlichen Verhältnisse meist ein besonderes Brotbedürfnis angenommen werden lönnen. Naturgemäß kann aber nicht an alle diese Personen eine Zusatzbrotkarte gewährt werden, zumal die Zahl der zur Verfügung stehenden Karten nicht ausreichen würde; es muß vielmehr stets in Rücksicht gezogen werden, wie groß der Gesamtbedarf der Familie anzusetzen ist. Es ist Sache der Haushaltungsvorstände, sofern sie einen An- trag stellen wollen, die den Hausbesitzern oder deren Stellvertretern in diesen Tagen zugehenden Antragformulare möglichst umgehend bei diesen abzuholen, sie auszufüllen und an die Hausbesitzer sofort zurückzugeben." Wir wollen hoffen, daß es jetzt leichter sein wird, eine Zusatz- brotkarte zu erhalten als bisher. Es muß einmal öffentlich gesagt werden, daß die bisherigen Praktiken der Brotkommissionen bei Ver- abfolgung von Zusatzkarten schon mehr zu einer Plage und Quälerei der arbeitenden Bevölkerung geworden waren. Zeit versäumen und dann noch abgewiesen zu werden, wie das oft geschehen ist, hat das Vertrauen zur Brotkommission nicht gerade gehoben. Gcschäftsstatistik der Arbcitslosenfürsorge der Stadt Berlin für die Woche vom 1Z. bis 19. September 1915. Bei den 23 städtischen Geschäftsstellen sind 259 Gesuche eingegangen; es wurden abgelehnt 70, an die Landesversicherungsanstalt Berlin verwiesen 7, belvilligt 221. Ausgeschieden aus der Unterstützung(überwiegend ivegen Wiedereintritts in Arbeit oder Erwerb) sind 19-1 Personen. 245 männliche und 3158 weibliche Personen bezogen Unterstützung im Gesamt- betrage von 13 968 M., davon je 1 M. 3 947 Personen, je 5 M. 356 Personen. Von der Stadt wurden an 599 Mitglieder von fünfzehn Arbeiter- und A n g e st e ll t e n organisationen, die selbst satzungsgcmäß Unterstützung gewähren, Zuschläge im Gesamtbetrage von 1639,88 AI. gezahlt. Hiervon trafen auf die freien Gewerkschaften 469 Mitglieder mit 1466,15 M. (und zwar Metallarbeiter 279,59M.,Holzarbeiter212,85M.usw.). Die Landesversicherungsan�talt Berlin hat von 21 634 bei ihr überhaupt bis 18. September 1915 ein- gegangenen, teils von den städtischen Unterslütznngskommissioncn ihr überwiesenen, teils von den Organisierten ihr eingereichten Gesuchen 15 226 genehmigt. Gegenüber der Vorwoche sind hinzugekommen fünf Personen. In der Berichtswochc sind 589 M. an 94 Personen gezahlt worden. Aufgefundene Leichen. Auf eine Liebestragödie läßt der Fund zweier Leichen im Land- Wehrkanal schließen. Sie ist aber noch ganz in Dunkel gehüllt. Auch die Personen sind noch nicht bekannt. Am Sonntag fand man im Kanal gegenüber dem Hause Königin-Aiigusta-SIraße 22 die Leiche einer jungen Mannes, gestern am Halleschen Ufer vor dem Grundstück 23 die Leiche eines Mädchens, das kaum älter als 16 bis 18 Jahre gewesen sein wird. Merkwürdig war, daß beide Taichen- tücher von ganz derselben Art und mit demselben Zeichen bei sich hatten. Das Zeichen ist ein nicht ganz gewöhnliches Monogramm, das L. A. zu bedeuten scheint, aber auch A. L. heißen kann. Dieses Zeichen findet sich in der Leibwäsche des Mädchens. Noch deutlicher ergab auch sich ein Zusammenhang zwischen den beiden Leichenfunden aus einem Medaillon, das das Mädchen getragen hate. Es enthält ein Bildnis des jungen Mannes. Hiernach steht es außer Zweifel, daß das Paar gemeinsam ins Wasser gegangen ist. Die Leichen sind dann getrennt worden, und die des Mädchens ist noch weiter ström- abwärts getrieben, als die des Mannes. Der junge Mann trug einen grünlichbraunen Ulster mit aufgesetzten Taschen, einen dunkelgrüngestreiften Jackettanzug, hellbraune Strümpfe und braune Schnürstiefel, das Mädchen ebenfalls einen grünbraunen Ulster, eine weißblaurot geblümte Bluse, einen braungrün gestrcisten Rock, eine blauweiß gestreifte Reformunterhose, einen weißen Unter- rock, schwarze Strümpfe und Schnürschuhe, einen schwarzen Filzhut und eine rote Perlenkette mit einem Kreuz. Irgend welche Schrift- stücke, die zur Feststellung der Persönlichkeiten dienen könnten, wurden bei den Leichen nicht gefunden. Die Unbekannten, die ganz unbemerkt zur Nachtzeit in den Kanal gesprungen sein müssen, sind hier in Berlin nicht als vermißt angezeigt. Sie sind also wohl von außerhalb gekommen, um sich hier das Leben zu nehmen. Arn 1. Oktober 1915 wurde an der Weidendammer Brücke die Leiche eines etwa 25 Jahre alten, anscheinend dem Arbeiterstande angehörenden Frauensperson aus der Spree gelandet. Die Leiche ist zirka 1,68 Meter groß, schlank und hat dunkelblondes Haar. Sie trägt weiße Bluse mit schwarzer Schleife, weiße Untertaille, bräun- lichen Kleiderrock, graues Korsett, schwarze lange Strümpfe, schwarzes, auf den Knien gestopftes Beinkleid und schwarze Halbschuhe, sowie weißen Unterrock. Die Leiche hat längere Zeit im Wasser gelegen. Die Persönlichkeit konnte bisher nicht festgestellt werden. Aufklärende Nachrichten nimmt jedes Polizeirevier sowie die Kriminalpolizei zu Nr. 2395, IV. 55. 15. entgegen. Raubanfall auf einen Briefträger. In dem Hause Eckertstraße 7 wurde gestern nachmittag auf den 14 Jahre alten Posiaushelser Bock vom Postamt 34 ein Raubanfall verübt. Als der Beamte im Ouergebäude des Hauses die Treppe herunterkam, stürzte sich auf ihn ein unbekannter Mann, drückte ihm die Kehle zu und versetzte ihm mehrere wuchtige Hiebe über den Kopf, daß er besinnungslos zusammenbrach; Haus- bewohner fanden den Mann daliegen und riefen ihn ins Bewußtsein zurück. Man fand nun seine Tasche auf der Treppe liegen. Sie war aller Briefe beraubt, diese lagen aufgerissen neben der Tasche. Ob der Räuber, der es jedenfalls auf Geld abgesehen hatte, etwas erbeutet hat, ließ sich noch nicht feststellen, weil man nicht weiß, was die Briefe enthielten. Der Ueberfallene mußte sich in ärztliche Behandlung begeben, konnte dann aber seine Wohnung aussuchen. Das Polizeirevier 65, dem der Ueberfall gemeldet wurde, entsandte sofort mehrere Beamte, um die Verfolgung des Räubers auf- zunehmen. Die Ermittelungen hatten bis gestern spät abends noch keinen Erfolg. Der Räuber ist etwa 36 Jahre alt, mittelgroß und kräftig gebaut, hat ein bartloses Gesicht und trug einen braunen Schlapphut und einen dunkelbraunen Jackettanzug. Michel. Eine Fabel in drei Akten von Paula Busch nennt sich eine Pantomime, die dieser Tage im. Zirkus Busch ihre erste Ausführung erlebte. Wie es in der Kriegszeit nicht anders sein kann, ist das Motiv den Ereignissen der Zeit cnt- nommen. Der brave deutsche Michel, der mit seinen Kindern(den deutschen Bundesstaaten) friedlich seinem Gewerbe nachgeht, wird von einer Gauklertruppe(dem Vierverband und seinen Freunden) beneidet und nach besten Kräften ausgeplündert. Um den biederen Michel ganz zu vernichten, läßt der Direktor der Truppe(England) das Hungergespenst auf Michels Besitztum los. Germania, die den Michel zum Ritter geschlagen hat und ihm das Schert reicht, ringt das Hungergespenst nieder. Germania segnet die Fluren, reiche Ernte entsprießt den Feldern. Die neidische Gauklcrtruppe glaubt weiter den Riesen Michel narren zu können, treibt mit ihm allerhand Possen, reißt aber zum Schluß entsetzt aus, als an Stelle des harmlosen Michel ein riesiger Feldgrauer sich drohend vor ihr erhebt. Die recht dürftig zusammengeflickte Handlung ist durch farbenprächtige Kostüme und mehrere reizende Balletts aufgeputzt, so daß das Ganze den Beifall des zahlreichen Publikums fand. Noch lebhafter freilich und verdienter war der Beifall, der den zirzensischen Darbietungen gezollt wurde, die den ersten Teil des reichhaltigen Programms ausfüllten. Das neue Heim des„Bundes für Mutterschutz". Das Mütter- und Kinderheim des»Bundes für Mutterschutz", das sich bis- Ler Wilmersdorf, Sigmaringer Str. 25, befand, ist nunmehr in neue vergrößerte Räumlichkeiten nach Wilmersdorf, Uhland- stra ß e 143 I, Ecke Düsseldorfer Straße, verlegt worden. Telephon- onschluß: Amt Psalzburg 2358. Es nimmt auch während des Krieges hilfsbedürftige werdende Mütter sowie Mütter mit ihrem Kinde auf. In der Auskunftsstelle wird täglich von 9—1 Uhr, Dienstag und Freitag auch von 7—9 Uhr abends, unentgeltlich Rat und Auskunft über Unterkunft, ärztlichen Beistand, Rechtsschutz, Vermittlung von Pflegestellen, Arbeitsnachweis usw. erteilt. Mütter, welche die Hilfe des Bundes nachsuchen, werden ge- gebenenfalls in die Kriegsversicherung eingekauft. Kleine Nachrichten. Erdrosselt worden ist ein neugeborener Knabe, dessen Leiche gestern abend ein Kutscher auf dem Grundstück Hallesches Ufer 34 unter der Ucbcrsührung der Anhalter Eisenbahn fand. Die kleine Leiche war in Papier eingewickelt und wurde von der Revierpolizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. —_ Im Dienste vom Tode überrascht wurde gestern nachmittag der Eisenbahn-Unterassistent Hugo Keller aus der Wilhelmshöher Str. 11 zu Berlin-Fricdenau, ein älterer Mann, der aus dem Eisenbahn- dienste schon ausgeschieden, während des Krieges aber wieder ein- getreten war. Keller war auf dem Lehrter Güterbahnhof be- ichäftigt, brach dort auf dem Bahnsteig plötzlich zusammen und starb auf der Stelle am Herzschlag.— Vor einiger Zeit verübte die 24 jährige Klara Schmitz, die Tochter eines Potsdamer Schutz- mannes, ein Säureattentat im Neuen Garten gegen ihren Bräu- ligam, mit dem sie sich entzweit halle. Durch diese übereilte Tat wurde der Bräutigam, der in einem Potsdamer Lazarett tätig war, so erheblich verletzt, daß er auf einem Auge die Sehkraft völlig verlor und das andere Auge ebenfalls stark in Mitleidenschaft ge- zogen wurde. Infolgedessen hatte die Sch. ein gerichtliches Ver- fahren zu gewärtigen. Seit diesem Angriff auf den Bräutigam ver- schwand sie. Ihr Verschwinden fand gestern eine traurige Auf- klärung. Aus dem Hciligensee wurde ibre Leiche gelandet und damit erfuhren die bezüglich ihrer Unausfindbarkeit gehegten Be- fürchtungen ihre Bestätigung. Die Sch. hatte den Verzweiflungs- schritt unternommen, um sich den weiteren Folgen ihrer Tat zu entziehen. fim öen Gemeinden. Herabsetzung des Mietsnachlasses in Tchöneberg. Die Stadtverordnetenversammlung am Montag erklärte zunächst die Wahl des Genossen Dr. C h a j e s für gültig. Sodann erfolgte die Ersatzwahl zum Zwcckverband für den verstorbenen Stadtrat Härder. Gewählt wurde Bürgermeister Blanken st ein mit 46 Stimmen gegen 16 Stimmen, die Genosse Bernstein erhielt. Hierauf beschäftigte sich die Versammlung mit dem vom Magistrat zurückgestellten Antrage auf Schaffung eines einheitlichen Groß-Berlin. Genosse Bernstein ersuchte den Magistrat um eine bestimmte Auskunft über die Verschmelzungsbestrebungen. Oberbürgermeister D o m i n i c u s erklärte, daß der Magistrat und auch viele andere Vorortgemeindeu den sehnlickisten Wunsch hätten, ein einheitliches Groß-Berlin zu schaffen. Während der Kriegszeit müßte dieser Gedanke jedoch einstweilen zurückgestellt werden, da die Kriegswohlfahrlspflege die ganzen Kräfte der wenigen Magistratsmitglieder in Anspruch nähme.— Genosse K ü t e r berichtete, daß die Kurdauer der Kinder in Boldixum, die bisher vier Wochen währte, auf sechs bezw. neun Wochen ausgedehnt werden soll.— Für die Abgabe unentgeltlicher Lernmittel soll festgestellt werden, wieviel bisher auf Antrag geliefert wurden und die Anzahl der Kinder, deren Vater im Kriege gefallen ist. Ferner soll daS Vor- gehen von Stuttgart, das seit Jahren bereits sämtlichen Kindern die Lernmittel unentgeltlich verabfolgt, in Erwägung gezogen werden. — Die Vergebung städtischen Eigentums in Erbbaupacht wurde bis nach dem Kriege zurückgestellt. Infolge der langen Dauer des Krieges hat sich herausgestellt/ daß der Mietsnachlaß der Hausbesitzer mit 25Proz. als eine außerordentlich starke Belastung erscheint, so daß Schwierigkeiten entstehen können. Um dem vorzubeugen, soll der Mietszuschuß nur dann ge- währt werden, wenn Mieter und Vermieter sich auf 15 Prozent Mietsnachlaß geeinigt haben. Die Versammlung stimmte dem ohne Debatte zu. Diejenigen Mieter, die einen geringeren Miets- zuschuß als 56 Proz. erhalten, tun gut, sofort einen Antrag auf Erhöhung des Mietszuschusses zu stellen. Wie in anderen Gemeinden ist auch in Schöneberg die Ein- richtung getroffen, allen auf Urlaub befindlichen Kriegs- teilnehmern, während der Dauer des Urlaubes 1 M. pro Tag als besonderen Zuichuß zu gewähren. Dieser Antrag ist in der Fürsorgestelle der Stadt in der Belziger Straße 12/13 zu stellen. Krieg und Volksgcsundhcit. Daß der Krieg mit seinen Aufregungen und mit der Teuerung der Lebensmitlel die Gesundheitsverhällnisse nicht gerade günstig beeinflußt, dürste auch dem Laien ohne weiteres verständlich sein. Material zur Beurteilung der Verhältnisse liefern uns die Berichte der Stadtärzte und besonders der Schulärzte aus den einzelnen Gemeinden. Sonderbarerweise kommen die Charlottenburger Stadtärzte in ihren Berichten zu dem Ergebnis, daß die Gesund- heitsverhältniffe in dem verflossenen Berichtsjahre trotz der ge- waltigen Umwälzungen, die der Krieg in der Lebensweise des Einzelnen wie der Gesamtbevölkcrung mit sich gebracht� hat, und trotz der Zunahme der Behandlungsziffer nicht ungünstig gewesen sind. Dies Urteil kann auf den ersten Blick überraschen;� will man es jedoch richtig würdigen, so muß man in Betracht ziehen, daß der Bericht nur die Zeit bis zum 31. März, also nur die ersten acht Kriegsmonate umfaßt und daß er zu einer Zeit abgeschlossen ist, wo die Preise der Nahrungsmittel nicht in dem Grade in die Höhe gegangen waren, wie einige Monate später. Immerhin kann man aber auch hier so manches zwischen den Zeilen lesen, was zu Bedenken Anlaß gibt. So heben eine große Anzahl von Stadt- ärzten übereinstimmend die Beobachtung hervor, daß bei den Frauen von Kriegsteilnehmern, namentlich in den letzten Monaten des Berichtsjahres, Zeichen von Nervosität, Blutarmut, Schlaflosigkeit sich häufiger gezeigt haben. Was die veränderte Ernährung betrifft, so wird ausdrücklich betont, daß die Backwaren zwar vielleicht im Anfang gelegentlich Magen- und Darmbeschwerden hervorriefen, daß aber eine sehr rasche Gewöhnung eintrat, die dann Anlaß zu Klagen nicht niehr gab. Im übrigen sind nach den Berichten die hygienischen Lebensbedingungen und die gesundheitlichen Zustände auch während des Krieges durchaus günstig gewesen. Der Grund hierfür liegt nach Ansicht der Stadlärzte in dem an sich schon zu Beginn des Jahres vorhandenen guten Gesundheitszustande, in den günstigen Arbeitsverhältnissen, die auch körperlich schwächeren Personen Gelegenheit zn Arbeitsverdienst geben und in der»aus- reichenden" Unterstützung der Angehörigen der Kriegsteilnehmer. Ob das tatsächlich zutrifft, möchten wir bezweifeln, denn die Unter- stützung der Angehörigen der Kriegsteilnehmer ist gerade in Char- lottenburg keineswegs ausreichend; abgesehen von der Mietsbeihilfe erhielten hier Frauen ohne Angehörige für ihren Lebensunterhalt insgesamt 24 M. monatlich, für das erste und zweite Kind wurden je 8, für jedes weitere je 6 M. bezahlt.� In Wirklichkeit werden die Frauen wohl ihre geringen Ersparnisse aufgezehrt haben. Ein richtiges Bild wird man sich erst dann machen können, wenn die Ergebnisse eines vollen Kriegsjahres vor uns liegen. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Rosenthal. Donnerstag, abends 6 Uhr, im großen Sitzungssaale des neuen Verwaltungsgebäudes, Hauptjlr. 94. Diele Sitzungen sind ösicnllich. Jever GemeindeangehSrige ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Soziales. Gegen den Zwang zum Lebcnsmittelwuchcr. Macht sich ein Milchhändler eines„unlauteren Wett- bewerbs" schuldig, der es ablehnt, den Milchprers zu er- höhen und das Publikum von den Preistreibereien von Pro- duzenten und Händlern in Kenntnis setzt? Man sollte es nicht siir möglich halten, daß solche Frage überhaupt gestellt werden kann. Und doch ist die Verurteilung eines Milch- Händlers, der in der erwähnten anständigen Weise vor- gegangen ist, jetzt erst vom Oberlandcsgericht in Dresden aufgehoben. Die vor 6 Jahren von Milchproduzenten gegründete»Dresdener MilchversorgungSanstali", die in verschiedenen Teilen der Stadt offene Verkaussläden eingerichtet hat, trat an den„Verein Bereinigte Milchhändler von Dresden Stadt und Land" mit dein Ersuchen heran, gemeinschaftlich mit dem Produzentenverein eine Erhöhung des Milchpreises vorzunehmen. Der Milchhändler lehnte aber ab, weil er stichhaltige Gründe für eine Milchvertouerung nicht einzusehen vermochte. Er wies dann die Oeffentlichkeit aus das geplante Vorgehen des Produzentenvereins, worauf die Milchver- sorguiigsanstalt den Milchhändlervercin wegen unlauteren WettbelverbS und übler Nachrede verklagte. Das Land- gericht Dresden verbot dem Milchhändlerverein die weitere Verbreitung seiner Be- hauptungen. Das Oberlandesgericht hob jetzt dieses Urteil auf und führte folgendes aus:»Daß der Produzente»verein schon seit längerer Zeit bestrebt ist, höhere Preise für die von seinen Mitgliedern erzeugte Milch zu erreichen, zeigt der Inhalt des WerbeschreibenS, in dem die noch nicht zu dein Verein gehörenden Landwirte zum Beitritt aufgefordert werden. Dieser Zweck, dem auch die Gründung der Klägerin, der Dresdner Milchversorgnugs- anslalt, dienen sollte, hat, wie sich aus Briefen ergibt, zunächst mit dem Beklagten, dem-,Berein Vereinigte Milch- Händler von Dresden S< a d t und Lau d", z u s a in m e n erreicht werden sollen, so daß der Nachteil der Preis- er höhung nur vo ii den Verbrauchern zu tragen gewesen wäre. Der Beklagte lehnte schon in einer Vcrsamm- lung seiner Mitglieder dieses Ansinnen ab, weil die dafür angegebenen Gründe(Futtermangel usw.) nicht stichhaltig seien. Der Produzentenverein verharrte aber nach dem Briefe seines Vorsitzenden, in dem die ablehnende Haltung des Beklagten als„kurzes und schnödes" Vor- gehen bezeichnet wird, und nach dein weiteren Inhalt des Flug- blattes auf seinein Staiidpunkle, daß die Produzenten alles mögliche aufbieten müßten, höhere Preise zu erreichen, und daß sich als geeignetes Mittel hierzu die Einschränkung der Milcherzeug lliig darstelle. Nach allen diesen Vorgänge» mußte der Beklagte auf einen erbitterten Kamps nicht nur seitens des Produzenten- Vereins, sondern auch seitens der zur siegreichen Durchführung dieses Kampfes gegründeten Klägerin, der Dresdner Milchversorgnugs- anstalr, gefaßt sein, und es ist ihm daher nicht zu verdenken, daß er sich dagegen vorsorglich wehrte und sich mit seinen Abwehr- inaßregeln auch au die milchverbrauchende Bevölkerung Dresdens wandte." Gerichtszeitung. Ungültigkeit von Verordnungen. Das Reichsgericht hat am Montag abermals eine Ver- ordnung für ungültig erklärt, die als eine auf Grund des Belagerungsgesetzes ergangene erachtet war. Das Landgericht Aurich halte eine Frau zu 4 Tagen Gefän£»!-s verurteilt, weil diese entgegen einer Verordnung des Militärpolizeimeisters auf dem Wochenmarkt zum Wiederver« kauf eingekauft hatte. Gegen das Urteil hatte die Angeklagte Revision eingelegt. Sie bestritt die Rechtsgültigkeit jener Ver- ordnung. Denn der Festungskommandant sei n i ch t b e f u g t g e- wesen, die ihinanfGrnnddeSBelagerungsgesetzes zustehende Gewalt aus eine ihm unterstellte Be- Hörde zu übertragen. Er dürfe höchstens verfügen, daß eine von ihm erlassene Verordnung von einem ihm unterstellten Organ ordnungsgemäß bekanntgegeben werde. Der R e i ch s a n w a l t hielt die Revision sür begründet und beantragte deshalb, das Urteil auszuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuverweisen, oder evenlnell die Angeklagte sofort freizusprechen. Das Reichsgericht schloß sich diesem Eventualantrag an. Indem es die erlassene Ver- ordnung für rechtsungültig ansah, hob es das Urteil auf und sprach die Angeklagte frei. In einem anderen Fall, in dem der Kommandierende General des 10. Armeekorps die P o l i z c i st u n d e auf 12 Uhr festgesetzt, in dem aber dann für eine Gemeinde der Schluß ans 11 Uhr festgesetzt war. hob das Reichsgericht das Urteil auf und wies die Sache in die Vorinstanz zurück, weil unklar war, wer die Polizeistunde auf 11 Uhr festgesetzt hatte._ Haftung der Stadt für Verkehrssicherheit. Die Stadtgemeinde Berlin ist vom Reichsgericht am 4. Oktober zum Schadenersatz wegen eines Unfalls verurteilt, wiewohl sie die Straßenarbeiten, die nicht sachgemäß vor- genommen waren, einer zuverlässigen Firma übertragen hatte. Ein Bankdirektor ist am Abend des 13. März 1911 mit einer Kraftdroschke vom Görlitzer Bahnhof aus durch die Gitschiner Straße in Berlin gefahren. Vor dem Hause Nr. 88 dieser Straße wurde eine Gasleitungsarbeit vorgenommen. Zu diesem Zwecke war der Asphalt und der darunter liegende Beton aufgebrochen worden. Bei Beginn der Tunkeiheit hatten die Arbeiter die Aufbruchs- stelle einstweilen mit den Betonstücken wieder aufgefüllt und diese nur oberflächlich festgestampft. Auf dieser Stelle hat sich die Kraftdroschke überschlagen, wobei der Fahrgast erhebliche Verletzungen erlitt. Er nahm nunmehr die Stadtgemeinde Berlin auf Schadenersatz in Anspruch, weil es fahrlässig gewesen sei, die verkehrsgesährliche Unfallstelle ohne weitere Sicherungsmaßregeln(Absperrung oder besondere Be- leuchiung) zu lassen. Die Stadt bestritt demgegenüber eine Fahr- lässigkeit und berief sich darauf, daß sie die fraglichen Arbeiten der tüchtigen und zuverlässigen Tiefbaufirma R. übertragen und dieser im Vertrage die Herstellung der nötigen Sicherheitsvorkehrungen zur Pflicht gemacht habe. Nach Beweisaufnahme ist die Stadtgemeinde in allen Instanzen verurteilt. Das Reichsgericht sagt in den Gründen: � Die Stadt hat unter allen Umständen die Aufgabe der Sorge für die Verkehrs- sicherheit auf den öffentlichen Straßen. Sie hätte der Unternehmer- firma die nötigen Anweisungen erteilen und die Ausführung der Anweisungen überwachen lassen müssen. Ein Milchpauscher vor Gericht. Die schon mehrfach erwähnte Methode der Milchgroßhändler, gute Vollmilch durch Zusatz von Magermilch zu„strecken", lag wieder einmal einer Anklage wegen wissentlicher Nahrungsmittel- verfälschmig zugrunde, welche gestern die 5. Strafkammer des Land- gerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Wille be- Ichäftigte. Angeklagt war der 66jährige Milchhändler Friedrich G e r m e s.— Auf Veranlassung eines Milchkleinhändlers, der sich über die wiederholte Lieferung von verdünnter Vollmilch geärgert hatte, war bekanntlich auf den Bahnhöfen, insbesondere auf dem Nord- bahnhof eine aus verkleideten Kriminalbeamten bestehende Kontrolle eingerichtet worden, die, wie gemeldet, eine große Anzahl Milch- Händler dabei abfaßte, wie sie gute Vollmilch durch Zufüllen von Magermilch verpanschten. Zu diesen„Panschern" gehörte auch der jetzige Angeklagte, der dafür vom Schöffengericht zu 666 M a r k Geldstrafe verurteilt wurde. Außerdem ordnete das Gericht die Veröffentlichung des Urteils in drei Berliner Zeitungen an. In der Berufungsinstanz bestätigte das Gericht das erste Urteil unter Fortfall der angeordneten Veröffentlichung. Verfütterung vo« Brotgetreide. Wegen Verfütterung von mahlsähigem Getreide an sein Rind- Vieh ist der Gutsbesitzer Theodor Nissen vom Land- gericht in Flensburg zu 1666 Mark Geld st rase ver- urteilt. Seine Revision wurde am Montag vom Reichsgericht verworfen. Ms aller Wett. Die Sturmkatastrophe bei New Orleans.„Daily News' meldet aus New Aorl: Nach den letzten Nachrichten aus New Orleans war der Orkan, der den Golf von Mexiko, Louisiana und Mississippi heim- suchte, viel schlimmer als die ersten Nachrichten besagten. D i e Zahl der Getöteten wird auf 566 geschätzt. 356 kleinere Schiffe gingen unter, viel größere wurden von ihren Anker- Plätzen losgerissen und beschädigt. Straßcnbahnungliick bei Aachen. Am Sonntagabend stürzte, ver- mutlich durch zu schnelles Fahren, in der Kurve bei Elgermühle ein vollbesetzter Motorwagen und ein Anhängewagen der Aachener Kleinbahn um. 26 Personen wurden verletzt, teilweise schwer. Tödlicher Fliegerunfall. Bei einen, Probeflug von Hannover nach Brunsbütlel stürzte der Flieger Graf Königsmark in der Nähe von Bergedorf ab und verstarb an den Folgen seiner Verletzungen. Graf Köiiigsmark war auch ein bekaimler Sportsmanii und als erfolgreicher Herrenreiter auf alle» größeren deutschen Nennplätzen oft zu sehen gewesen. Fünfmal zum Tode verurteilt. Vor dem Knegszustandsgericht in Allenstein halte sich am Dienstag der 26 Jahre alte Knecht Gustav So Iva aus Dcutsch-Eylau zu veranlworten, der be- schuldigt war, in der Nacht vorn 21. zum 22. August in Deutsch- Ehlan die Abdecker- und Händlerssran Schmelzer und deren drei Kinder sowie die Schwester der Frau, Fräulein Auguste Grosse, ermordet zu haben. Der Angeklagte, der bereits wegen Eigentum- Vergehens vorbestraft ist, wurde von dem Gericht wegen fünf- fachen Mordes fünfmal zum Tode und dauerndem Ehr- Verlust verurteilt. Gegen da? Urteil gibt es kein Rechtsmittel. 5rauen-Lefeabenüe. Alt-Glienicke und Falkenberg. Da der letzte Leseabend umstände- halber nicht abgehalten werden konnte, findet am Donnerstag, 7. Oktober, im llolalc von Bahr, Köpcnicker Straße 45, ein Fraucnabend mit Vor- trag statt._ Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Donnerstagmittag. Im östlichen Küstengebiete größtenteils bewölkt und öfter leichte Regcnfälle mit etwas Abkühlung. In den anderen Gegeudcu zeitweise nebelig, sonst vielsach heiter und in den Tagesstunden ziemlich mild. Smftasten üer Reüaktl'on. ff. XI. Der Antrag ist an das Ersatzbataillon des Regiments, von dem der Kriegsgesangcne eingezogen wurde, zu richten. Die Zahlung crsolgt vom Tage der Stellung des Antrages ab.— A. K. 266. Da Ihre Söhne aktiv dienen, haben Sie keinen Anspruch aus Unterstützung.— E. P. 49. Sie müssen sich an die sür den Töpserbeiricb zuständige Zkrankenkasse ftietibeit. Diese ist zur Zahlung deS KranlengeldeZ, Iti Arztes und der Slrznei verpflichtet. Die Kasse setzt sich dann mit dem Mciflcr auseinander.— E. P. 1111. 1. Sie könnten Ehescheidungsklage wegen böswilligen Verlassens einreichen. 2. Das kommt auf die Höhe des Klageobjektes an. 3. und i. Erledigt sich durch die vorstehenden Antworten. «. P. 25. Die Gebühr beträgt etwa 4.50 M.— A. S. ISI. Wenn die Krankenversicherung nach der Einberusung des Ehemannes sortgesetzt wurde, hat die Frau Anspruch aus Sterbegeld.— P. M. 28. Kommen sie bitte persönlich in unsere Sprechstunde.— M. 145. An das Er atz- bataillon des Regiments, von dem Ihr Mann eingezogen wurde.— 107. F. B. Das liegt in der Kommantzogewalt des Kaisers.— N. 65. Altersrenic wird erst vom 10. Lebensjahre ab gezahlt.— ftz. W. 112. 1. Den Eltern wird in diesem Falle sicher Unterstützung gewährt werden. 2. Nach Ihrer Einberufung müssen Sic den Unterstützungsschein an die Eltern einsenden; die Eltern müssen dann unter Vorlegung dieses Icheins auf der Stcuerkasse Antrag aus Unterstützung stellen. 3. Das wissen wir nicht, das entscheidet die Militärbehörde.— W. S. ZL. 60. Nein. — Erika 27. 1. Sie gehen Ihres Rechtes auf Aufnahme in eine Heil- stätte nicht verlustig, da wir nach Ihrer Darstellung doch annehmen müssen, daß die Landcsversicherungsanstalt ein Heilversahren sür Sie einleiten will. Wenn Sie, nachdem Sie gesund geschrieben sind, die Arbeit nicht wieder ausnehmen, wäre sehr zu empfehlen, durch Selbstversicherung sich die Rechte bei der Krankenkasse zu wahren, da Sie noch nicht mit Bestimmtheit wissen, ob die Landesversicherungsanstalt Ihrem Antrag auf Einleitung eines Heil- Verfahrens stattgibt. 2. Die höhere Löhnung mutz Ihrem Mann vom 1. September ab nachgezahlt werden.— K. N. 1. Wenn kein Testament vorhanden ist. erbt die Frau ein Viertel und das Kind drei Viertel. 2. Nein. 3. Die Mutter des Kindes bestimmt zunächst über die Vormund- schast. 4. Der Erbanspruch sür das Kind wird durch das Nachlatzgericht s-stgestellt. Ire« VKostvi». Direktion: Max Eeinhardt. 7'l2 Uhr: Jndlth. Donnerstag: Kollege Crampton. Kamniersplele. H Dhr: tiaw&n. Donnerstag iDerWeibstenfel Volksbühne. Theater a. Bülowpl. S'�ülir: Die ICttnber. Donnerstag: Die Känbcr. URANIA Ta4H*T».tr- 4 Uhr(Halbe Preise): An den Grenzen von Südtirol und Italien. 8 Uhr: Professor Dr. E. Deokert: OasVeltrelebderfirlten. Theater für Mittwoch, den 6. Oktober. Berliner Theater subr: Extrablätter. Deutsches Künstler-Theater. § Zwiselienspiel. kessln« Theater. 8 uhr: Don Juan. Deutsches Opernhaus Charlotfbg. s uhr: Die Fledermaus. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. s'.'.u.: Der Vogelhändler. Oobr. HCITIlf Gl Cl-Theater s uhr: Benjamin macht alles. Kleine» Theater. 8-/,u.: Ein kostbares Leben. Komische Oper. 8 uhr: Jung muß man sein. Sonnt. S'/a: Gold gab ich für Eisen. Koniüdlenhan» 8 uhr: M von 10 Men. .natspielhan». w.: flerrsebattl. Diener gesueht Linatsplelhans. 8'/, Slontla Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer Residenz-Theater 8 Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Sonnt. 3'/, U.: Die Schöne vom Strand. Schiller-Theater O. suhrJerüaiibilerSabiDerjiiDeiL Schlller-Th.Charlottenbg. s uhr. Jugend. Thalia-Theater. 8 uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am Wollendorfpl. 8'/, Uhr: Immer feste drnfT! Sonnt. 3'/, Uhr: Die Dollarprinzessin. Theater des Westens 8 uhr: Der künstliche Mensch. Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr:«jÄnblfer. Vorher: Eine Abrechniing. Trianon-Theatcr. 8-,. u�: Lebmanns Kinder Rose-Theater. 8 Uhr: Die Krlegsbrant. Sonnabend 4 Uhr; Dornröschen. Sonnt. 3. XI.: Die Tochter d. Gefangenen I Guido Tbielscher: j ,,Wie repariere ich mein Auto". , Venus im Grünen" | Operette von Oskar St raus. Mitwirkende: Else Berna— Jda Russka j Gustav Matzner-Julius Spielmann. Käte Erhoiz-Nelson Am Klavier; Rudolph Nelson sowie das große Eröffnungs- Programm. Reiebshallen-Thealer. Stettiner Sänscr. Ans. 8 U. Zum 246. Male: Militärisch. Zeit bild von Meysel. Militärpcrsonen u. deren Angehö- rigen vollkommen sreierZutrittzu d. Stett. Sängern. TToiK't-LTieittSr. Badstr. 58. Badstr. 58. Mittwoch, den 6. Oktober: Fmge Tidif." Schausp. i. 3 Auszug, v. Herm. Faber. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Wslhaiia-Theater. Nachm. 4 Uhr: Hänsel u. Grete). 8 Uhr: ius der Jugendzeit. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr: Untcrgrundbahnh. Schönhauser Tor. Die neue Berliner Volksposse Familie Schnase. Urberlin. Handlung. Urberlin. Figuren. Vorher der erstkl. Spezialitäten-Teil. Sonnt. 4 Uhr: Der liebe«sridolin. V Heute Mittwoch der Schulferien wegen! . einmalige 2 Gr. Glanz-Vorstellung 1 bei kleineu Kriegspreisen und außerdem hat jeder Er- wachsene 1 Kind frei mit sämtlichen Schlager-Nummern. 8 Uhr: Michel 8uhr: Fabel in 3 Akten v. Paula Busch. Vorher die übrigen Spezialitäten. Vorverkauf ohne Ausschlag ab lDUbrdenganzen�ag� Theater Folics Capriec th Posten-Theater 8*4 Onkel Mendelsohn Citrons geben sich die Ehre mit Leonhard Haskel and Siegfried Bcrisch. Mauerstr. 82. /Xr» ¥00 lägl. 8 Uhr. Sonnt. 31/, u. 8 Uhr. 4 Trümpfe 4 Luci Kieselhausen! Robert Steidlü „Der Amerikaner"!!! Otto Reutter!!!! und das nene uniihertreffl. Oktober-Programm. Cirens Krone vormals Charles trifft mit seinem Riesenaufwand an Menschen und Tieren am Donnerstag, den 7. Oktober gegen 7 Uhr morgens auf dem Gorlitzer Bahnhof in Berlin ein. Ausstellungsplatz Berlin-Treptow an der Viener Brücke 218/20* Zimmerstr. 90/91. __ Berliner Konzerthans. Täglich; Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester �a��T�im34 Anfang 8 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen Kachmlttags-Konzert hol vollem Orchester und freiem Eintritt. Autwablao | naoh»oßerbalb fsegen Anstahluog. Umt&nich gestattet. Soaaiag 12 2 — Jw fpöftnat starke Fifuren Gaden Fasiendes in allen Abteilunpen. Für sofort! * In KUrzesler 2eU 30% teurer. Pills clunSnlel ! jetzt noch S6.-—, 62.—, 85.— ges. tp&ter 60.—. 80.-, 115.— la SaalpIUsch, jetzt noch 68.—, 90.—, 130.— kurz u. lang x«x«n später 95.—, mit echtem Pelzbesatz 130.—, 185.— Bester SeidenpIQsch. Blusenform n. glatt, kurz u. lang a: Lodenmäntel m Kepaze 15.—,.pit. bie 22.— Ledenpelerlntn 10.—, spät bis 14.— utnnummlii f nar DOotl klein. Vorrat SutnTel/ 25- 33-_ f'P54, bi> by Kostüme Einzelne"Modelle mit ganz kurzen Glockenjacken und»ehr weiten Glockenröcken ans Kammgarn. Tuch, braun Samt jetzt noch 50.—, 65.—, 89.— gegen später bis 150.—. GitlegtRe Kammgarn-Kostüme, L SSobreomtr, 87a (KolonnadenX PelznrSnlei f jetzt noch ' i*txt°ooh 375.-, 825.- Kürtfneri.b�ku�ü'g./ �°- 975- Echt Seaielectric mit echtem> jetzt noch 176.— Fuchsbesatz/ gegen später 270.— Pelzuirniturcn� Alaskafaohs, Nerz,| D(;>ck 30% billiger. Opossum, Steinmarder, Seal- eleotrio LoKenkostQme 27.—.(später 36.—) Modeliröcke, schwarz 15.-, 25.-(spät. 30-, 55.-) Echte 6umm mäntel, leicht,) 20.-, 27.-, 36.-, blau, grün, mode. ent- J> später zückende Qualitäten j 30.1, 40.-, 55.-» schwarz und farbig, beste Fabrikate kürzere Form jetzt noch 11 bis 25(später bis 35) lange Form jetzt noch 15.—, 25.—, 39.— später 22 Vs, 36.—. 52.— Feine schwarze Frauenmäntel," Eskimo 27.—. 42.— später 40.—, 65.— schwarz und blau, jetzt noch 22.—. 33.— später 35,—, 50.— iL GroOo Frankfurter Strasse 115 (nahe Andretsstr Verwaltung Berlin. Tel.-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30 Bodenleger! Kommissions- Sitzung mit Vertrauensleuten Tonnerstag, den 7. Oktober ISIS, abends 8 Uhr. bei Abendroth, Adalbertstr. 61. Die Kollegen der Firma Che. Dcchce Söhne sind Hiermit besonders eingeiaden. 88/15 Die OrtaTerwaltong. Nkutschn Arbcitkr-Wliiiderbuud „Die Naturfreunde" Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses: Grotter ünterhaltungs- Abend Konzert der nnzlkalischen Abtellang unter Leitung des Dirigenten Herrn Roiuhoid Vorpahl □ l-ieder znr Laate. Geselliges Beisammensein. Eintritt frei! Eintritt frei: - Willkommen sind alle Gäste, auch sogenannte Xlcht-WUde.—- gjege Beteiligung der Mitglieder erwünscht, 2/3 Der Torstand. ist der schönste Ausflugsort? Immer noch PichelsWerder, �Heer,'«raffe" VelM Alt-N gtCUttK �fiilBeni.VerschiedeneSd Kressin 4~flriiöhoHr. GBtrgnKn~d Franz Abraham llimti. Mcasina-u.RSmertrank-KeU. C.25 Barlelilr.«>. Femap. Kg»t,lS708 (Er* _* Erscheint 2 mal Schentlioh. | BezMgsqMeiiert�VepzeichniSs| Untenstehende Geeohäfte empfehlen eloh b.Elnkäuf. guttepjOBPjjaia Wilhelm GSTTeT Bl ade-Anitaiten Arhona-Bad, Anklamer-Str. Zt. CEntfal-iad Anzengrnberstr. 25. Diana-Bad anMd.r. National-B&d, Brunnenstr. S. Passage- Bad Reform-Bad, Wianer Str. 65. ��HeMUgflitope� Br. Friedrich, Eisenbahnstr. 81. A.Groflkinaky, Boxha�cnerst jT, 25 eigene FUlalen._ ügüitHeitT�ST Herrn. Kunert, Culmstr. 29 I r 48 eigene Betailgeittefte (osmalla, E., Oskar iianke's BiotlMerei 7S OescHBtte in allen Stadtteilen Berlins sowie in NeukSlln u. Treptow Gegründet 1892. Gust. lleintschel, liävrttergwstTaS F. Kiesewetter, SrhiTtlbeiaentr. 16. Felix Kynast, Dänenstr. 6. Fr. Frlbyl, Osnabnlckeratr. 26. FrigRichterJr.,Llebenwalder8t.lS Tnnhon Filialen in allen lUlUdll Stadtteilen. Emil Werk, Samariterstr. 8. Otto Wolff, Treptow, Krflllst. 18 Zachau,Gr.-Lichtcrl.)CliiassMit.8Sa Faul Zastrow, Stromstr. 83 Schröter, KI ■■ 43 Ptrtiauleatelltn 45 WW ühty&Wolfram 4 Claarrenfabrlken d TOST 250 GESCHÄFTE ßlertrauereLBier� [ rauereiBölzoui empfiehlt Quaiiiatsüiere ersten Ranges Osw. Berliner ür- Berliner, hell und dunkel Bnitl HiriissMl feinste Qualität sblere. C.Habels Brauereil hell— HabalbriM- dunkel. Münchener Brauhaus Berlin und Oranienburg Brauerei PlefiscDerg. Trlnhi manningerHerT r Cr. Kaphun j�/»-e.Ir/v«6 f.csf tr» J la-l Verkaufsstellen in allen Stadtteilen. Fläche, ] .________ tTonaerven P, Stnehr, Fisch h die. Küucherwar. Weidsavej) 19 FU. Fraalfirt. ill.eld.'Sl Weissbier, C. Breithaupt, PaUsadanatr.»? Tel.I,.1,1081,108! 4 Elien, SUhlw, Waffen, WerCTTd G. Brucklacher, Carl Jobb. Stromstr. 81. R5hlmaiia,P.,>(flllen«.60b,E.See8t 4 Bandeaan. Bummlw.� R. Bank«, Stralauer Str. 56. E, Kraam, K.mm.ndinien.lr. SS. A. E. Lang«, Brunnenstr. 168 4 Dronen und Farben Werder-Drogerie. Briti.Bad.wefi. Sa �EB8lDtabplkö�_ Timner-Essig Bbapall ephlltllohl ;ieiicn-Q. uiumuiaren W. Beck Inh.i Harm. Gorbach Charlottenburg, Berlinerst. 68-( Fleisch- und Wurstwarenfabrik ÄrillyGericke,Peter8burgerstr.81 August Lincke, Alte Jaeobstr. 26. Rostockerstraße 43. Pleisch.u Wurstfabr. Li«. Ä. Nöbcs Ndif. Fleischwaren n. Wnratfabrik Berlin N 24 Oranienburgerat. i ■aalSpena, Kopenbagenorstr.oo FanlZwarg, Land. bore.Allee 1 38. 4Herr«in.u.Knabennard> Badstr. 26, Ecke .Mtnvr Prinzen-Allee. tahiirti t F« Roeenthaleratr. i. IhBISIS 8 10. Eckheua Linlenstr Laake• Slnpeckl, ScSSat-AllM 70 e 4 Hflte, Mdtaen, Felzwaren"> Schoarr, Harm., w ilmered.-St. 48. Waanfcare F Kottbuser-, V eSier'j C.a Damm 18, TS Katfee7RäBterol i Mi sei. Wwe. Filialen und Niederlagen in allen Stadtteilen Nur reelle Qualitäten Anerkanat urteilhafte Beingsqnell« Kaffee. Tee« Kakao und Schokolade etc. Hamburger Kaffee-lmporlgestbäfl Emil Tengelmann 4 Kolonialwaren» Frlt* Hühner. Schliemannatr. 11. FranzRlcfater.Malplaquet8tr.a6/26 4 Kur2-.Weid-.Woriw.tTrikotag?V HermannMe�er�SchiTelbaiaorSL 21. MtslM� Bcthke, Georg, S«. HeakSlla, Elbertr.SS, Kainr-FrlBdr. Str. 6«, Wes.rslr. 180, Frledeliti. 18 Ireplow, Grätr-SIrzB» Id. lanrnaicmnen ielirnann, E., Gollnowstr. M Nähmaschinen Nähinaschraen Llden In allem ttadttallaa. 4 Pbotoir. Rppcrnto b MSIhrnrht so- Kottbuserstr. f. . HlUIcUll auch Goleeonheitskf. Photo-Jansen, Hnuptatr. 23. 4 Photogrnph. Atellar»"d R. Maer», Badstrasse 85._ yfeinUJHön�� Sugo» Se>lis.g| 60 Filialen in allen Stadteilen.| Gaege, Otto Ch brü?g.en" F. Pflugmacher, Coionnenstr.48. F.W. Sictiter �T,!�.7tr. d Wolkerelnn VI „Schwelzerhof", Meierei und Milchkuranatalt. Emdener Str.«8.-i Tel U»05. 4 Optiker. llllBcnanlanp~d GroS, Paul, Waracfaauerstr. 66. Schubert, Carl, Nklln.Bcrgstr.ld TcU- Herrn, lüeyep&co.o.., ca.SSOYcrhnfsstell. Bri-Berl. Sbmper idbm anerkannt beater Bltterilkttr 4 Vereloherungen"k „Deutschland" Berlin Arbelterveralchernng— Schfltzen- Sterbckassenvcriicherg. otraBe S. Meierei C. Bolle A.>a. BeriinnM�Ä� Älteiter uad grBaater Milchwlrtacbaftllcher — Oroasbetrleb= ��"�Sohpelbwarei���V O. Prochnow.Vkll« Heraumr. 80 BadtSS�" IDie erste selbslspieL Ouppelgeige PatzenHofer . Gurgtnberyer. Ra.etltl.ntr. 54 jhlo 1 Zaslrow, Stromstr. 83. WoidwweolSFlLFraailart.All.olSl/Sl RühiBiana,P..Maii«rst.40DlK.HeeBt------,-- uammm.io aenuoer., vax.,-------------------"■------------- Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp. Neukölln. Für de» Inseratenteil verantw.: Th.Gloite. Berlin. Druck u.V-rIag:Vorwctrt, Buchdruckerei u. Lerlagsanstalt Paul Singer& Co b.RofarotTTT�T�nTOmi 0riglDal-idiiiltliei8-llDssdiaDl( AlozanderpL, Rldi. SdiloBnles. 4 Uhren u. Beldwren d Lehmann. Alb., Frankf. AllaeiO 4 /■hn.lellep d W Best. 8kaliti.rilr.8! 8. Wrang.liir. 4 Whlädorf Frau A. Pagelt Kolonialwaren. 4 Mlnrlandort"V H.Watner.Köaian. 1 1. f l.lic>.-W»rüw 4 Snnndau~b ScheaerlcIn.Brellest-SS.Plseh.-.Wratff. 4 StranNbeeg» Gcwerkschaftsh.W.llogiias cmpl.s Ver. Berlin SW.