Ar. 886.-38. Jahrg. HbMiuatBtS'BrtlBcngcit CbonnrnienM• Srn» ytftnumcrsnbtt BlröfttlW. KSO tKU monatt, UO VL, wSchemIi» SS Bf#. k«t mi Haus. Einzeln« Rinnmer S Sfg. eoioitag»- nummn mit tllusiri erler Sonntaa»- »eilüfle.Die Reu« täelf 10 P' geituno». Preisliste Unter tdreuzban» flir DeulsrblanS und Oesterreich. Ungarn 2,50 Marl, fü: das übrige iluslanS t Mari pro Monat PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Niutiämen. Schweden und sie Schwei. lisch eint tZgNch. Verlinev Volksbl�tt. ( 5 Pfennig) Dfe ToIfrtlons»Gebfl!)r MtBgi fflt die sechsgespaltene Kolonel- »eUe oder deren Raum M Pfg. füt poNtische und gcwerischastliche Vereins. und Persnmmiungs-Anzeigen SO P!g. „Klelne Hnzcigcn", das settgedruckic Wort 20 Psg.(zulässig 2 settgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Etcllengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes wettere Wort 5 Psg. Worte über 15 Villi,. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis a Uhr nachmittags in der Expedition ltbgcgeben werden. Die Ervedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: j�ozialdemskrat Brlia". Oil Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Kcdoftion: SW. 68, �inöenstraße Z. fftruWreäier: Bmt Morttzvlatz. Rr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 16. Oktober 1915. Expedition: SW. 68» Lindenstraße Z. ihrrnsvrecher: Amt Moritzplatz. Nr. 151 90—151 97. vom öalkan. Der serbische Kriegsbericht. Nisch, 15. Oktober.(SB. T.®.) Das amtliche Prehbureau teilt mit: Am 11. Oktober und in der darauf folgenden Nacht dauerte der Kampf an der Donaufront südlich von G r a d i st e und süd- westlich von Semendria fort. Semendria wurde ge- räumt. Beim Dorfe Lipa fand ein erbitterter Kampf statt s der Feind konnte das Dorf zwar besetzen, bezahlte diesen Erfolg aber mit schwereren Verlusten, als er sie seit Beginn seiner neuen Offen- sive je gehabt hat. Das Schlachtfeld ist mit toten Feinden bedeckt. Der Feind hat die Belgrader Front bei Mokri Lug Wliki und Tornak angegriffen. Von der Save und Drinakront wird nichts von Bedeutung gemeldet. Serbische Ueberläufer. Berlin, 15. Oktober.(W. T. B.) Nach Meldungen aus S t r u m i tz a haben sich dort gestern 95V serbische Ueberläufer mit ihren Gewehren den Grenzbehörden ergeben. Fortsetzung der Truppenlandungen in Saloniki. Petersburg, 15. Oktober.(W. T. B.)„Rjetsch" erfährt aus diplomatischen Kreisen, daß die Alliierten beschlossen haben, ungeachtet des Protestes der griechischen Re- gierung die Truppenlandungen fortzusetzen. Sie glauben kaum, daß Griechenland sich mit Gewalt wider- setzen wird, da die Alliierten anderenfalls durch den Druck einer Blockade Griechenland zur Aufgabe seiner Neutralität zwingen könnten. Englische Stimmungen und Verstimmungen. Amsterdam, 14. Oktober.(Privattelegramm des . vorwärts Die»TimeS� ironisiert die DienStagrede BivianiS. Wenn Viviani erklärte, daß die Deutschen ein neues Abenteuer begännen, weil sie keine weiteren Erfolge in Frankreich und Rußland davontragen könnten, so sei daS eine sehr leichtsinnige Luffaffung. Zweifellos aber sei sie auf weit genauere Information gegründet, als sie dem Publikum zugänglich wäre. Die.Times" hofft, daß Grey imstande sein würde, einige Gründe für BivianiS Vertrauen anzugeben. BivianiS Rede laste manche Streitfrage offen, so z. B. daS allgemeine Argument, daß die Diplomatie der Verbündeten allzeit wohlinformiert und scharfsinnig gewesen wäre. Die griechische Frage behandelte Viviani mit vielleicht übertriebener Leichtigkeit. Ein anderer»Times'-Artikel sagt: Obzwar jedermann in der Kammer hocherfreut war zu hören, daß die französisch-englische Regierung mit Hilfe Rußlands eine energische Hilfsaktion für Serbien unternehmen würde, bleibt doch zweifelhaft, ob BivianiS Erklärung mit ihrem bezeichnenden Mangel an Bestimmtheit den dringenden Wunsch befriedigt, daß sich Verzögerungen, Schwankungen und Mißgriffe der Vierverbandsdiplomatie nicht wiederholen mögen Eine Anzahl liberaler UnterhauSabgeordneter entwarfen einen Antrag auf Einsetzung eines SpezialkomiteeS zur Untersuchung de» DardanellenunternehmenS. Sie wollen baldigst entscheiden, ob sie von der Regierung einen Termin für die Freigabe der Diskussion darüber fordern werden. Borläufig lehnt die Regierung eine Diskussion über Greys Erklärungen zur Balkanlage ab. General Francis Lloyd sagte am Dienstag bei einer Londoner Hospilalservffnung, daß die Armeeverluste der letzten Woche 30 000 weit überschritten. Der Orientkenner W a t s o n sagte in einem am Dienstag ge- haltenen Vortrag, Serbien sei das letzte Hindernis des deutschen Bagdad weges. Wenn Serbien unterliege, stände es schlimmer als mit Belgien. Es würde dann österreichische Provinz werden. Deutschland könne b— 700 000 Türken bewaffnen. Die Dardanellen seien dann uneinnehmbar. Die Nachricht würde gleich Elektrofunken durch den ganzen Osten fliegen, der englische Zauber sei dann dahin, die meiopotamische Stellung bedroht, jeder indische Bazar würde von der Nachricht widerhallen, Persien würde zu den Waffen greifen. Deutschland bekäme dann die Baumwolle Klein- asiens, da? Oel Persicns, das Kupfer Serbiens und Getreide. Der Gedanke eines Ers-böpfungSkrieges wäre dann absurd. Nur schnelles energisches Handeln könne England vor dem Verderben retten. Die Nation sei im Dunkel gehalten worden, sie fordert jetzt volles Lichts eine Führung und Vertrauen ihrer Führer. Mng lies GMi! Mtuirte Amtlich. GrsßeS Hauprquartie?, den 15. Oktober 1915.(SS. T. B., Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich und östlich von VermelleS sind die Engländer aus unseren Stellungen wieder hinausgeworfen, nur am Wcstrande der sogenannten„Kiesgrube" konnten sie sich in einem Grabenstück noch halten. In der Champagne hoben sächsische Truppen öst- lich von Slnberive ein Franzosennest aus, das sich in unserer Stellung seit de« großen Angriffen noch gehalten hatte, machten 5 Offiziere und 399 Mann z«Ge- fangeneu und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. In der Nacht vom 13. znm 14. Oktober wurden die für die im Gange befindlichen Operationen militärisch wichtigen Bahnhöfe von Chalous und Bitry le Frantzois von einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls v. Hlndenburg. Südwestlich und südlich von Dünaburg griffen die Rüsten gestern mehrfach erneut an. Südlich der Chaustee Dünaburg— Nowo- Alexandrowök wurden sie unter ungewöhnlich schweren Verlusten zurückgeschlagen. Ebenso brachen zwei Angriffe nordöstlich Wessolowo zu- sammen. Bei einem dritten Vorstoß gelang eS den Russen hier, in Bataillonsbreite in unsere Stellung einzudringen. Gegenangriff ist im Gange. Eins unserer Luftschiffe belegte den Bahnhof Minsk, auf dem zurzeit große Truppeueinladungen stattfinden, ausgiebig mit Bomben. Es wurden fünf schwere Explosionen und ein großer Brand beobachtet. Heeresgruppe des Generalkeldmarlchalls Prinz Leopold von Bayern und Heeresgruppe des Generals v. Cinfingen. Nichts Neues. Balkankriegsschauplatz. Bei der Heeresgruppe des Generalfeld- Marschalls v. Mackensen nehmen die Operationen ihren Planmäßige« Verlans. Südlich von Belgrad und von Semendria find die Serben weiter zurückgedrängt; es wurden 459 Gefangene gemacht und drei Geschütze (darunter ein schweres) erobert; die Werke auch der Südfront von Pozarevae sind heute nacht ge- stürmt; die befestigte Stadt fiel damit in unsere Ha nd. Die bulgarische erste Armee begann den Angriff über die serbische O st grenze; sie nahm die Paßhöhen zwischen Belogradeik und Knjazevac in Besitz. Ober st e Heeresleitung. »* * m llmeWW AMMOMW Wien, 15. Oktober.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautdart: Wien, 15. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Front hält das starte feindliche Artillerie- feuer an. Jnfanterieangriffe versuchte der Gegner nur aus der Hochfläche von Bielgereuth, wo mehrere italienische Kompagnie» um Mitternacht gegen unsere Stellungen vorstießen, jedoch nach kurzem Feuerkampf zum Zurückgehen gezwungen wurden. Ebenso scheiterte ein nochmaliger Annäherungsversuch in den Morgenstunden. An der Kärtner Grenze und im Küstenlandc ist die allgemeine Lage unverändert. Einzelne Abschnitte dieser Front stehen unter andauerndem feindlichen Artillcriefencr. Eine am Plateaurand nächst Pcteano vorgehende italienische Abteilung wurde durch Gegen- angriff geworfen und erlitt große Verluste. Serbischer Kriegsschauplatz. Die über den Erino Brdo vordringenden k. und k. Truppen warfen den Feind über den bei Vinca in die Donau mündenden Bolieica-Bach zurück. Die beiderseits der unteren Morawa vorrückenden deutsche» Streitkräfte nahmen Pozarevae im Kampf. Die bulgarische erste Armee hat den Angriff über die serbische L st g r r n z e d e g o n n e n und die Paßhöhen zwischen Belogradeik und Knjazcvae in Besitz genommen. Der Stellvertreter des Ehcfs des Generalstabe»: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Amtliche öeiträge zur Vorgeschichte des Krieges. Das Organ der Regierung, die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", kommt in einer umfangreichen Abhandlung(11. und 12. Oktober) erneut auf gewisse, die deutsch-cnglischen Beziehungen betreffenden Kapitel aus der Vorgeschichte des Krieges zurück: die durch den Besuch des Lord Haldane in Berlin veranlaßten Verhandlungen von 1912 und der Konfcrenzvorschlag des Sir Edward Grey in den kritischen Julitagen von 1914 bilden die Haupigegenstände der Betrachtung. Neues Aktenmaterial wird allerdings nicht bei- gebracht, denn der wesentlichste Zweck der Veröffentlichung ist der, das, was bei früheren Gelegenheiten gesagt und ge- schrieben wurde, noch einnial zusammenzufassen und zu unter- streichen und die Aufmerksamkeit auf das„schlechte Gewissen" zu lenken, das eine vollständige Wiedergabc dieser amtlichen Publikationen in England verhindert habe. In erster Linie sind es die Artikel der„Norddeutschen Allgemeinen Ztg." vom 28. August und 8. September dieses JahreS, denen drüben nicht die genügende Beachtung ge- schenkt worden ist. Das Reuterschc Bureau hat in seinem Bericht über die Ausführungen vom 28. August sowohl die Feststellungen über die englisch-belgischen Verhandlungen, wie den Hinweis auf die Treulosigkeit in Aegypten und die britische Unterstütznng des französischen Vertragsbruchs in Marokko völlig unterdrückt, und die„Times" hat bei der Wiedergabe der am 8. September' erschienenen Antwort auf den bekannten Pressebrief des Sir Edward Grey über die Besprechungen von 1912 sehr»vichtige Stellen ausgelassen. Das ist eine Irreführung der öffentlichen Meinung, die in der Tat die schärfste Lrandmarknng verdient, und sollte, was übrigens zum mindesten im Fall der „Times" nicht ganz sicher ist, die britische Regie- rung hinter diesen unlauteren Machenschaften stecken, so hat sie sich einer schweren Illoyalität schuldig gemacht. Freilich— das mag zur Ergänzung der Darstellung in der„Nordd. Allgem. Zeitung" gesagt sein— Sir Edward Grey ist nicht imstande gelvesen, die Kritik an seinem Verhalten vollständig totzuschlagen. Wir erinnern in dieser Beziehung nur an die ebenso scharfsinnigen wie schonungslosen Untersuchungen von E. D. M o r e l, und an die Artikel, die bei- spielsweise der„ L a b o n r L e a d e r" zu verschiedenen Malen dem Gegenstande gewidmet hat. Wenn dieses Blatt am 26. August dem deutschen Reichskanzler ausdrücklich bestätigte, daß England nach dem Burenkriege kein Recht mehr zu der Behauptung besitze, es habe den gegentvärtigen Fcldzug nur im Interesse der kleinen Staaten begonnen, und»venu es sich tvcitcr Herrn von Bethinanns Feststellungen über die englische Politik in Aegypten und Marokko ausdrücklich zu eigen machte. so ist das ein Belveis, daß Reuter und die Regierung die öffentliche Meinung in England doch noch nicht vollständig beherrschen. Zur Sache selbst erläutert und verteidigt die„N. A. Z." noch einmal den Standpunkt, den die deutsche Regierung bei den Verhandlungen von 1912 eingenommen hat. Es sei absolut unwahr, daß Deutschland durch die von ihm vor- geschlagene Neutralitätsformel England zu einer unbedingten Passivität in Fragen der auSIvärtigen Politik habe veran- lassen, sich selbst aber die Hände freihalten»vollen.„Deutsch- land war im Gegenteil bereit, für den Fall eines— noto- rischermaßen von ihm nie beabsichtigten— Konflikts mit Rußland und Frankreich das Risiko englischer Interpretation der Frage, ob der Konflikt Deutschland aufgezwungen war, oder nicht, in einem Deutschland ungünstigen Sinn auf sich zu nehmen." Die englische Ablehnung laste sich nur darauf zurückführen, daß sich Grey zu fest au Frankreich und Rußland gebunden gefühlt habe. Wäre die Verständigung zustande gekommen, so »väre die Entscheidung über Krieg und Frieden„in London und nicht in Petersburg gefallen. Sir E. Grey wäre nicht verhindert gewesen, in Wien zu»varncn und zu hemmen. Aber er hätte auch in Petersburg erklären können, daß England sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen»volle, falls Ruß- lands.Nriegslville die Krisis zu überstürzen gesonnen sein sollte." Da aber der englische Minister deS Auswärtigen in Petersburg nur niit„neurasthenischcr Behutsamkeit" Ratschläge gegeben habe, die seinen russischen Kollegen hätten ermutigen müssen, sei schließlich der„Mechanismus der Entente", wie es Lord Northcliffe genannt hat, hemmungslos abgerollt. „Mechanismus der Eniente" sagr nichl niehr und nicht weniger. als daß der englisckie Slaatsiekretär des Auswärtigen in den kritischen Tagen der Weltgeschichte nicht Sir E. Grey. sondern— bei dem auch zwischen Belgrad und Petersburg bestehenden Mechanismus— Herr Paschitsch war." Das heißt nun nach unserer Meinung den Faden etwas gar zu fein spinnen: schließlich die englische Regierung als eine Marionette hinzustellen, die an den Fäden deS serbischen Premierministers tanzte, und auch ganz im allgemeinen hätten Mi» vielleicht noch dieses und jenes über die Auffassung der „Norddeutschen Allgenieinen Zeitung" von der Entente zu sagen, wenn wir dieselbe Bewegungsfreiheit besäßen wie sie und der„Labour Lcadcr". In eine m Punkte jedoch teilen wir die Ansicht des amtlichen Organs vollkommen, daß näm- lich das Volk in England sowohl wie in Frankreich den r i e g nicht gewollt hat, sondern in das Unglück hineingetrieben wurde. Tas sranzösische Volk, so heißt es, wäre dankbar dafür gewesen, wenn es durch entsprechende Abmachungen zwischen England und Teutschland nicht nur gegen eingebildete Angriffspläne Deutschlands, sondern auch vor den Kriegshetzern im eigenen Lande geschützt worden wäre, und von England wird gesagt: »Wohl niemals ist ein Volk mit so frivolem Leicht- sinn gewaltsanr in einen Krieg hineingezogen worden, wie das englische in den gegenwärtigen Krieg, Wie wenig kriegerisch die Stimmung in breiten Schichten des englischen Volkes war, beweist die Haltung der englischen Presse in den letzten Tagen vor Kriegsausbruch, beweisen auch die Verband- lungen des Unterhauses in jener Zeit. Die furchtbaren Leiden d-S Krieges, die entsetzlichen Opfer an Gut und Blut sind dem englischen Volke von der liberalen Regierung auserlegt worden, weil eS für sie keine Rückkehr gab auf der verhängnisvollen Bahn, die sie eingeschlagen und unentwegt verfolgt hatte, seil sie ans Ruder gelangt war, weil sie sich dem Zweibund mit seinen aggressiven Tendenzen nrit Haut und Haaren verschrieben hatte." Es wird diesem und jcneni wider den Strich gehen, daß die„Nordd. Allg. Ztg." hier der englischen Regierung nicht die Rolle der treibenden Kraft in der Entente zuweist, sondern ihre Hauptschuld in einer gewissen Frivolität und in der nervenschwachen Passivität erblickt, mit der sie schließlich in das Lager des angriffslustigen Zwcibundes hinübergeglitten ist. Aber die Erörterungen über diesen Punkt überlassen wir zunächst dem Grafen Reventlow und seinen Freunden. Wir halten uns an die starke Betonung der kriegs- gegnerischen Stimmung der Völker. Das große Problem der Zukunft ist, diesem Friedens- willen allenthalben die Möglichkeit zu verschaffen, sich gegen die verblendete Frivolität einzelner Staats- männer und die Hetzereien bestimmter Cliquen durchzusetzen, und gerade die Veröffentlichungen der„Nordd. Allg. Ztg." bringen den Gedanken nahe, daß eins der Mittel zu diesem Zweck gegeben wäre, wenn die Negierungen ihre Ansichten und Meinungsverschiedenheiten über die schwebenden Fragen der internationalen Politik schon im Frieden ebenso freimütig vor das Forum der öffentlichen Meinung brächten, wie sie es jetzt im Kriege tun. Zumal da sie dann kaum zu besorgen brauchten, daß unvollständige und entstellende Berichterstattung das Volk in dem einen Staate über den Standpunkt des andern in die Irre führen könnte. Greps Reüe über üie Salkanlage. London, 13. Oktober.d schnellsten. Täglich werden Millionensummcn verbraucht, die alle zu Anfang des Krieges von Sachverständi- gen aufgestellten Berechnungen weit hinter sich lassen: stellt sich doch Englands Verbrauch an Geldmitteln für den Krieg heute bereits auf 5 Millionen Pfund Sterling, Deutschlands auf 70 Millionen Mark, Frankreichs auf ungefähr 55— 60 Millionen Frank, Rußlands, abgleich dieses die Lieferungen für sein Heer größtenteils schuldig bleibt, auf 20 Millionen Rubel pro Tag. Es ist daher'nur natürlich, daß selbst große Rtesenanlethen und die Ausgabe aller möglichen Sorten von Banknoten, Staatskasscnscheinen, National- Verteidigungsbonds und-obligationen, Rcichsrenteiobligatio- nen, Reichsschatzwechseln, Notstandsnoten usw. das Geld- bedürfnis der verschiedenen Länder nur auf kurze Zeit zu befriedigen vermögen und eine Anleihe die andere jagt. Deutschland hat seine dritte Kriegsanleihe glücklich untergebracht und wird voraussichtlich sich erst im März wieder, falls bis dahin der Krieg nicht beendet sein sollte, vor die Notwendigkeit gestellt sehen, eine neue Anleihe, die vierte dieser Art, aufzunehmen. Jetzt ist zunächst wieder Oester- rcich-Ungarn an die Reihe, den Anleihekredit in Anspruch nehmen zu müssen. Seine erste Kriegsanleihe hat dieses Reich bekanntlich im November vorigen Jahres aufgenom- men. Oesterreich legte Ss�prozentige Schatzscheine mit 5 �-jähriger Laufzeit auf, Ungarn eine Oprozentige Rentenanleihe mit ssjähriger Laufzeit. Der Ausgabekurs betrug für beide 97>/2 Proz. Gezeichnet wurden auf den österreichischen Teil der Anleihe 2135 Millionen Kronen, auf den ungari- schen Teil 1170 Millionen Kronen, zusammen also 3305 Mill. Kronen oder ungefähr 2700 Mill. Mk. Im Mai wurde eine zweite Kriegsanleihe nötig. Oesterreich gab wieder bVLwrozentige Schatzschcine aus, verlängerte aber deren Lauf- zeit auf 10 Jahre und bot jetzt die neuen Werte zu dem niedrigeren Kurse von 951/� Proz. an. Ungarn gab wie bei der ersten Anleihe, Oprozentigc, bis 1921 unkündbare Schuldverschreibungen aus, aber zum Kurse von 98 Proz: nur bei sofortiger Bezahlung blieb der frühere Kurs von 971,4 Proz. in Geltung. Außerdem aber bot Ungarn eine 51,4 prozentige, nicht vor 1925 rückzahlbare Rcntenanleihe zum Kurse von 91,20 bezw. 90,80 Proz. an: ein Angebot, das jedoch weder bei den Groß- noch Kleinkapitalistcn sonderlichen Anklang fand. Trotz der verhältnismäßig günstigen Bedingungen, der Hinausschiebung der Zeichnungsfrist und einer mit Nachdruck betriebenen Agitation wurden jedoch im ganzen nur 3750 Millionen Kronen gezeichnet, wovon 2630 Millionen Kronen auf die österreichische, 1120 Millionen Kronen auf die unga- rische Reichshälfte entfielen. Tiefes Geld ist infolge der Kraftanstrengungen, zu denen sich auch Oesterreich-Ungarn auf den Kriegsschauplätzen ge- zwungen sah, längst aufgebraucht. Die Ausgabe von Schatz. wechseln wie auch die Inanspruchnahme der Kontokorrent- kredite bei den Banken ist derart angewachsen, daß auch in der Donaumonarchie wieder die Aufnahme einer neuen An- leihe nötig wird. Soweit sich beurteilen läßt, arbeitet bereits die österreichische Finanzverwaltung mit recht beträchtlichen Vorschüssen, wenn sich auch deren genaue Höhe schon deshalb nicht mit Sicherheit feststellen läßt, weil die Oesterreichisch- Ungarische Bank seit Kriegsausbruch keine Bankausweise mehr veröffentlicht. Auch die italienische Regierung möchte sich gern aus ihrer Finanzklemme durch eine Anleihe befreien: denn England will weder länger Kriegsunterstützungen zahlen, noch will sich die Londoner Bankfinanz zur Unterbringung einer ita- lienischen Anleihe verstehen. Neues Geld aber muß Italien, soll nicht sein Kriegsunternehmen finanziell zusammenbrechen, um jeden Preis heranfchaffen. Obgleich es erst feit ungefähr vier Monaten am Krieg teilnimmt, ist es heute bereits halb bankrott. Mit 17 Milliarden Lire Schulden trat es, unge- rechnet die Mobilisationskosten und allerlei schwebende Schuldverpflichtungen, im Mai in den Krieg ein. Die eng- lischen Kriegssubsidien(von den 250 Millionen Pfund Ster- ling, mit welchen nach Asquiths Angaben England bis zum September seine Verbündeten unterstützt hat, dürfte Italien den größten Teil erhalten haben) waren schnell verbraucht. Ende Juli betrug die Schuld bei den drei Notenbanken und an Staatskassenscheinen an 3 Milliarden Lire und fast ebenso hoch hatten sich nach vorläufiger Schätzung die schwebenden Schulden aufgelaufen. Es blieb nichts anderes übrig, als eine neue Staatsanleihe aufzunehmen, obgleich die im Ja- nuar zu Rüstungszwecken aufgenommene erste Milliarden- anleihe schwer unterzubringen gewesen war und die Banken über ein Viertel des Betrages hatten übernehmen müssen. Mit Ach und Krach wurden 1100 Millionen Lire gezeichnet, wieder zu fast einem Drittel von den Banken für eigene Rech- nung. Der einkommende Betrag reichte eben aus, ein Drittel der aufgelaufenen schwebenden Schuld zu decken. Eine weitere inländische Anleihe hat man nicht mehr aufzunehmen gewagt. Der Notenumlauf ist vielmehr nach und nach auf zirka 1 Mil- liarden Lire gebracht worden: außerdem hat man neue Staats- kassenscheine drucken lassen und, soweit möglich war, Schatz- Wechsel anzubringen versucht. Auch England mußte neue Sub- sidien zahlen. Im übrigen half man sich damit, die Heeres- lieferungen, besonders die englischen Kriegsmateriallieferun- gen, schuldig zu bleiben. Inzwischen ist der Wechselkurs für die italienische Valuta um mehr als 20 Proz. gefallen, selbst in Paris gelten 100 Lire, obgleich auch der Frankkurs zurzeit um zirka 1214 Proz. unter Parität steht, nur 92 Frank und in der Schweiz werden 100 Schweizer Frank gleich 120 Lire gerechnet. Und zu dieser miß- lichen Finanzlage kommt obendrein infolge des Ausbleibens des Fremdenzustroms sowie der Geldüberweisungen italieni- scher Auswanderer und auswärts beschäftigter italienischer Arbeiter, des starken Rückganges des Außenhandels und der Abnahme der industriellen Beschäftigung eine immer stärkere Zerrüttung des ganzen inneren Wirtschaftslebens. Vielleicht versteht sich doch England noch einmal dazu, Italien Kriegssubsidien zu zahlen— falls dieses sich dazu be- quemt, sich mit einer größeren Truppenzahl am Balkanaben- teuer zu beteiligen. Aber Milliardensummen vermag auch England nicht mehr herzugeben, wenn es ihm auch gelungen ist, gemeinsam mit Frankreich eine Anleihe von 500 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten von Amerika aufzu- nehmen, denn dieses Geld gebraucht es zur Deckung seiner Zahlungsverpflichtungen in Amerika. Noch vier, fünf Wochen und auch England wird sich wieder zur Aufnahme einer neuen Anleihe aus seinem eigenen Markt gezwungen sehen, denn seine zweite große Kriegs- anleihe ist längst verpulvert, und feit Ende August führt es schon wieder Krieg auf Pump. Zwar stehen von den Ein- Zahlungen aus der letzten Kriegsanleihe noch 57 Millionen Pfund Sterling aus, aber nach dem letzten Quartalsabschluß (von Juli bis Ende Septeniber) des englischen Schatzamtes steht dem eine Ausgabe von rund 254 Millionen Pfund Ster- ling entgegen, zu dem noch für zirka 72 Millionen Pfund Sterling Schatzamtsnoten hinzukommen— ganz abgesehen von allen sonstigen schwebenden Schuldverpflichtungen. So gerät Europa in eine immer tiefere Verschuldung hinein, während die nordamerikanische Union durch Rückkauf ihrer früher nach Europa gewanderten Wertpapiere ihre alten Schulden abstößt und als Geldgeber nicht nur der kleineren amerikanischen und europäischen Staaten, sondern auch Eng- lands und Frankreichs auftritt. Alle Finanzverhältnisse zwischen der alten und neuen Welt verschieben sich, und als neue Geldmacht reckt sich aus der Wirtschaftsbrandung froh- lockend Uncle Sam empor. H. C. die Opposition in üer französischen Partei. Dem Vasler„Vorwärts' wird aus Paris unter anderem gemeldet: Der Föderationsrat des Scinedepartements hatte über einen Antrag abzustimmen, der den sozialistischen Ministern ein Ultimatum stellte, bis zu einem gewissen Zeitpunkt die Aufhebung der Zensur und die Veröffentlichung der Liste der Militärlieferanten durchzusetzen oder— zu demissionieren. Diesem Antrag wurde ein anderer entgegengestellt. der im wesentlichen dieselben Forderungen enthielt, jedoch ohne ein Ultimatum. Dieser Antrag wurde mit 510<) gegen 3600 Stimmen für das Ultimatum schließlich angenommen. die englische Wehrpflicht in Sicht? Rotterdam, 14 Oktober.(W. T. B.) Der.Nieuwe R o t t e r- d a m s ch e C o u r a n 1' meldet aus London: Die gestrige K a- binettsberatung gab zu allerlei Gerüchten in den Wandel- gängen des Parlaments Änlaß Man sprach von Meinungsverschieden- heilen und der Absicht einiger Minister, zurückzutreten, unter anderen wurde Canon genannt, der aber inzwischen daS Gerücht dementierte. Der parlamentarische Mitarbeiter der.Daily NewS' teilt mit, daß die Minister, die für die Dienstvflicht sind, eine Entscheidung herbeizu- führen suchten, ohne daß bisher ein Beschluß gefaßt worden wäre. Sie werden binnen kurzem den Versuch wiederholen, obwohl sie gestern davor zurückschreckten, ihr Amt niederzulegen. Tatsächlich halten sie es nicht für nötig, durch Demissionen eine Krise herauf- zubeschwören, da sie glauben, daß sie mit ihre r Politik durchdringen werden. Es scheinen wenig Zweifel zu bestehen, daß Kitchener nun endlich für die Dienstpflicht ge« wannen ist. Die Zahl der Rekruten. die jetzt über die Köpfe der Arbeiterpartei hi n w e g vom Kriegs- amt gefordert wird, ist 85 000 wöchentlich. Die Arbeiiervartei stand Anfang des Monats unter dem Eindruck, daß 20 000 pro Woche genügen würden. Später teilte die Parter mit, daß 30000 wöchentlich benötigt würden, eine Zahl, die infolge der bereits er- folgten großen Anwerbungen durch freiwillige Rekrulierung schon schwer erreichbar wäre. In der KabinettSberalung am Dienstag wurde das NekrutierungSkontingent unerwartet auf 35 000 erhöht, wovon die Arbeüerparter noch nicht offiziell in Kenntnis gesetzt ivorden ist. Dem parlamentarischeu Mitarbeiter der.Daily NewS' zufolge ist die Mebrzahl der Arbeiterführer zur Dien st Pflicht bekehrt worden. Die jüngste Entwicklung am Balkan hat dazu beigetragen. Andere Arbeiterparteiler. auch einige Liberale, wurden dadurch dazu bestimmt, daß ihre Söhne und Familienmitglieder in der Armee dienen. Noch mehr aber wurden sie dadurch beeinflußt, daß der Mittelstand seinen Pflichten nicht nachkommt. Mau bofft, durch Einführung der Dienstpflicht mehr Soldaten aus diesem Stande zu bekommen. Eine Kritik öer englischen Kriegführung. In der Londoner Wochenschrift„Nation' vom ö. Oktober finden wir in einer Besprechung der Offensive der Verbündeten im Westen nach einer Auseinandersetzung der Schwierigkeiten, die sie zu überwinden hat, folgende Bemerkungen: „Hier liegt indes eine Ausnahme vor und sie ist von einiger Wichtigkeit. Der größere Teil des als Hohenzollern-Redoute be- kannten Werks wurde von den Deutschen wiedergewonnen. Es liegt auf einem Punkt, wo es die deutsche Position von La Bassee direkt bedroht, und die bescheidenste Einsicht hätte starke Gegen- angriffe in dieser Gegend voraussehen inüssen. Daß diese so erfolgreich ausgefallen sind, scheint auf gewisse Fehler im Ober- befehl hinzuweisen und es bedeutet, daß die Nedoute von neuem gewonnen werden muß. Das ist eine Sache, wie deren mehr als einmal an der britischen Schlachtfront vorgekommen sind. Als im Mai die Vorhut von den Vorstädten von Lille zurückgerufen wurde, war der Grund, daß eine Sektion im Süden der Front nicht über- wältigt worden war, und der militärische Korrespondent der „Times" schloß auf Munitionsmangel. Aber die nördlich« Sektion der Front war durchbrochen, und wenn der britisch« Generalstab nicht das Unternehmen während des Vormarsches eingestellt hätte, hätte der noch ungebrochene Frontteil in der Flanke und im Rücken gefaßt werben können. Um die Leitung handelte es sich also, nicht um Geschosse. Anders könnte man behaupten, daß, wenn eine Linie nicht ganz vorrückt, die Front nicht durchbrochen wer- den kann— was eine sinnwidrige Annähme ist. ES ist wirklich nicht ermutigend, zu denken, daß solch« Fehler vorkommen, und es ist zu hoffen, daß sie jedesmal untersucht werden." Es ist immerhin bemerkenswert, daß in England eine so offene und scharfe Kritik der Kriegführung in den öffentlichen Blättern zugelassen wird. Das �Programm" öes neuen rufllfchen Ministers ües Innern. Kopenhagen, 15. Oktober.(W. T. B.)„Berlingske Tidende" meldet aus Petersburg: Der neue russische Mini st er des Innern, Chwostow, hat die Vertreter der Presse zusammenberufen, um ihnen eine Uebersicht über die neue Politik zu geben. Er erklärte, er könne e i n fertiges Programm nicht vorlegen und wolle nur die Hauptpunkts erwähnen. In erster Linie werde sich fein Bestreben gegen das Eindringen der deutschen Jndu st rie und des deutschen Kapi- tals in den russischen Markt richten, so- dann gegen die Uebergriffe der Speku- l a n t e n, die die Lebensmittel verteuern. Er halte die Zusammenarbeit der Regierung und der Ge- s e l l s ch a f t für eine unumgängliche Notwendigkeit, warne aber den fortschrittlichen Block vor theoretischen Experimenten. Er halte es für unnütz, die Duma früher einzuberufen, da die Autorität und Macht der Duma bereits ungeheuer gewachsen sei. Zunächst sei Zutrauen zur Regierung nötig. Hinsichtlich einer Amnestie sagte er, es könne jetzt so aussehen, als sei die Amnestie erzwungen durch einen Druck auf die Negierung. Daher sei sie jetzt schwerer möglich als beim K r i e g s b e g i n n. Er sei ein Gegner der politischen Zensur und erkenne die Bedeutung der Presse für die Entivicklung an. Bezüglich der Judenfrage halte er es bei dcr Ucberlegcnheit der Juden über die r u s s i s ch e n B a u e r n für eine U n tu ö g I i ch k e i t, den Juden das Recht zu geben, Land zu er- werben. Schließlich sprach der Minister aus, daß zwischen der Fortschrittspartei und der Kadettenpartei zwar Uneinigkeit über die Bildung eines veranttvortlichen Ministeriums bestehe, die Zusammenarbeit aber dadurch keineswegs ausgeschiossen werde. Ebenso hoffe er, trotz geringer Unstimtnigkeiten mit den Semstwos und der Gesellschaft zusammenarbeiten zu können. Nachrichten. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 15. Oktober.(W. T. B.) Das Haupt- quartier berichtet: An der D a r d a n e l l e n f r o n t hat sich nichts Bedeutendes ereignet. Bei Anaforta und Ari Burun beiderseits zeitweise aussetzendes Gewehr- und Ge- schützfeuer und Vombenwerfen. Bei Sedd ul Bahr verur- sachten von unserem rechten Flügel gegen die feindlichen Schützengräben geschleuderten Bomben dort einen Brand. Unsere Artillerie brachte die feindliche Artillerie, die unseren linken Flügel beschoß, zum Stillschweigen. Eine einstündige Feuersbrunst brach in einem feindlichen Lager bei Tekke Burun aus. Sonst nichts von Bedeutung. Gute gricchisch-bulgarische Bezichungen. Köln, 15. Oktober.(W. T. B.) Die„Kölnische Zeitung' meldet aus Sofia vom 14. Oktober: Die griechische Regierung ersuchte die bulgarische, griechischen Händlern den Einkauf und die Ausfuhr von bulgarischem Brotgetreide und Mais nach Griechenland zu gestatten. Bulgarien hat dies sofort b e- willigt und wird es auch ferner gestatten, soweit Bulga- riens Volksernährnng nicht gefährdet ist, was bei der Vorzug- lichen Ernte nicht leicht zu erwarten ist. Die griechische Re- gierung verbürgt, daß das Getreide lediglich zum Verbrauch für griechische Staatsangebörige dienen wird. Für die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern ist der Vorgang be- zeichnend. Gewerksthastliches. verlin und Umgegend. Die Gewerkschaft als Taubenschlag. Die Flukluation in den Gewerkschaften ist ein noch viel Be- klagte? Uebel, daS leider namentlich in den Berufen schwer zu steuern ist, die mehr als andere wechselnder Konjunktur unterivorfen find. Etwas arg scheint es aber in der Berliner Filiale des Töpfer- Verbandes hergegangen zu sein, deren Vorstand sich zur Veröffent- lichung der beiden nachstehend abgedruckten Schreiben gezwungen sieht: Neukölln, den 9. 8. Ib. Zentralvcrband der Töpier. Teile Ihnen mit, dah ich, da die Arbeiten auf dem Bau Albeckerstraße seit einigen Tagen fertig sind und dies ja für mich so wie so nur eine Gelegenheitsarbeil war, wieder aus Ihrem j Verbände mit dem vergangenen Sonnabend ausscheide. Da ich jedoch noch in vergangener Woche Vz Stück geictzl habe, Iverde ich Ihnen den Beilrag für diese Woche umgehend mit ran bringen Meine Karte liegt ja wie ich hörte auch dort. Hochachtungsvoll mit Grus; Fritz Wunderlich, Neukölln, Schudomastr. 48, Berlin, den 5. 8. 1915. Lln den Zentralverband der Töpfer. Teile hierdurch mit und scheide gleicherzeit aus dem Verband aus. da der Gelegenheitsbau Albccker Straße fertig ist und ich auf meinen Beruf nicht arbeite. Otto Schmidt, Senefelderstr. 9. Sie der.Töpfer' mitteilt, handelt es sich bei den Schreibern dieser Abschiedsworte an die Organisation um Ofensetzer, die den Verband nur dann finden, wenn ihnen lohnende Setzerarbeit in Aussicht steht. Ist diese Art der Beschäftigung vorbei, dann bleiben sie nicht eine Stunde länger in der Organisation. Erst wenn neue Arbeit winkt, kaufen sie sich mit dem immer neu ge- zahlten Eintrittsgeld von 59 Pfennig und einem Wochenbeitrag wieder ein, um bei Beendigung der Arbeit ebenso rasch wie vorher wieder von der Organisation abzufallen. Daß eine Organisation mit solchen Mitgliedern ihre Aufgaben der Erringung und Aufrechterhaltung besiercr Lohn» und Arbeitsbedingungen nicht zu erreichen vermag, liegt ja auf der Hand. Diese gewiegten Rechner heimsen nur ein, was andere ihnen durch Zusammenhalt, viel- fach unter Darangabe ihrer Existenz, errungen hoben. Sie ernten, ohne gesät zu haben. Für die Gewerkschaften entsteht die Frage, wie sie sich gegen solche skrupellosen Nuynietzer ihrer Errungen- schakten verhalten und die Massen ihrer opferwilligen Mitglieder vor ihnen sichern können. Einige tun das, indem sie von wiederholt Eintretenden erhöhte Eintrittsgelder erheben. Ob er diesen Weg geht, ob er eine Nachzahlung von durch den Austritt vorenthaltenen Beiträge verlangen oder welchen Weg er sonst einschlagen kann, wird der Töpferverband auf einer seiner nächsten Generalversamm- lungen entscheiden müsien. Die Frage ist aber der Erwägung sicher- lich auch in anderen Organisationen bedürftig. veutsches Reich. Der Tabakarbeiterverband im Jahre ISIck. Von den Mitgliedern des Tabakarbeiterverbcmdes waren in der zweiten Kriegswoche bereits 28,39 Proz., in der dritten schon 33,99 Proz. gänzlich arbeitslos; viele wurden nur einige Tage in der Woche oder täglich einig« Stun- den beschäftigt. Der Verband beauftragte deshalb seine Funktionäre und Mitglieder, in allen Betrieben dafür zu sorgen, daß Entlassungen vermieden oder rückgängig gemacht wurden und die Arbeiter und Arbeiterinnen sich in die vorhandene Arbeit teilen. Das hatte denn auch den Erfolg, daß die Zahl der gänzlich Arbeits- losen bald sank. Als dann die Sendung von Liebesgaben«insetzte und außerdem die Heeresleitung die Versorgung der Truppen mit Tabakfabrikaten übernahm, setzte sogar ein sehr flotter Geschäfts- gang ein. der bis heute anhält. Die große Arbeitslosigkeit bei Beginn des Krieges veranlasste die Verbandsleitung, die statutarischen Leistungen außer Kraft zu setzen und nur an Arbeitslosenunterstützung in den drei Klassen 3, 4,59 und 6 M. pro Woche zu zahlen. An die Familien der ein- gezogenen Mitglieder wurden 2 M. pro Woche gezahlt. Die Ge- hälter der Verbandsangestellten wurden um die Hälfte gekürzt. Doch die Mittel des Verbandes gingen rapide zurück, so daß eine weiter« Aenderung erfolgen mußte, und zwar in der Weise, daß die bestehenden drei Klassen sistiert und ein Einheitsbeitrag von 85 Pf. gegen eine Einheitsleistung von 3 M. wöchentlich einge- richtet wurde. Die vollarbeitenden Mitglieder hatten außerdem einen Extrabeitrag von 25 Ps. pro Woche zu zahlen. Anfang No- vember traten die statutarischen Beiträge wieder in Kraft; die Leistung beschränkte sich aber auf Zahlung von Arbeitslosenunter- Unterstützung, und zwar nach Klassen: 3, 4,29 und 5,49 M. pro Woche. Erst Anfang des Jahres 1915 konnten die übrigen Lei- stungen des Statuts, wenn auch in beschränktem Umfange, wieder in Kraft treten. Natürlich hat auch die Beitragsleistung unter dem Kriege ge- litten. Im Jahre 1913 wurden 811 493 M. an Beiträgen eingenommen; 1914 nur 554 977 M., aber Wehl der größte Teil kommt auf die Herabsetzung des Beitrages bzw. Einschränkung der Klassen auf drei, wie es der Heidelberger Verbandstag 1913 beschloß. Deutlicher kommt der Krieg und die schlechte Lage der Tabak- arbeiter in der Tatsache zum Ausdruck, daß durchschnittlich nur 44,14 Beiträge gegen 47,22 im Jahre 1913 gezahlt worden sind. Die Jahresbilanz zeigt eine Gesamteinnahme von 627 924 M., eine Gesamtausgabe von 648 555 M. Dabei ist zu bemerken, daß im Berichtsjahre noch einen Schuldposten von rund 199 999 M.(vom großen westfälischen Kampf herrührend) getilgt worden ist. Tie Agitation mußte sich sehr beschränken, so daß. wie bei fast allen Verbänden, auch im Tabakarbeiterverband ein Rückgang der Mitgliederzahl zu verzeichnen ist. Am Schluß des Jahres 1913 wurden 31 713(davon 15 499 weibliche) Mitglieder gezählt, 1914 waren es nur 23 615(davon 11139 weibliche), so daß ein Verlust von 8998(davon 4319 weibliche) Mitgliedern eingetreten iit. An Lohnbewegungen konnte, zumal die dafür günstige Periode für die Tabakindustrie erst im Svätsommer mit der Hebung des Geschäftes beginnt, nicht viel geleistet werden. Immerhin wurden noch 99 Lohnbewegungen in 184 Betrieben mit 9179 Beschäftigten verzeichnet. Erfolgreich waren 82 Bewegungen in 137 Betrieben mit 8724 Beschäftigten, erfolglos 8 Bewegungen in 47 Betrieben mit 455 Beschäftigten; doch ist zu berücksichtigen, daß 6 Bewegungen in 29 Betrieben mit 436 Beschäftigten infolge des Krieges abge- brachen werden mußten und daher erfolglos blieben. Die Tarifverträge haben eine kleine Abnahme erfahren. Am Schlüsse des Jahres 1914 bestanden 269 Tarifverträge mit 879 Be- trieben, in denen 5759 Personen beschäftigt waren; 1913 waren es 269 Tarifverträge mit 931 Betrieben und 6175 beschäftigten Per- sonen._ Ausland. Teuerungszulagen für die österreichischen Bergarbeiter? Wie das.Fremdenblatt' meldet, hat im Ministerium für öffent- liche Arbeiten mit Venretern der Gewerke des nordwestböhmiichcn BraiinkohlenrevierS eine Beratung über die Frage der durch die Teuerung nolwendig gewordenen Zuwendung materieller Beihilfe an die Bergarbeiter stattgefunden. Die Verhandlungen sollen dem- nächst fortgesetzt werden— hoffentlich bald und mit Erfolg! fius Industrie und Handel. Kriegsgewinne. Die Stahlwerk Oeling A.-G. Düsseldorf steigerte ihren Rohgewinn von 9,62 auf 1,2 Millionen Mark. Nach erHöhlen Abschreibungen wächst der Reingewinn von 294 885 aus 788 985 M., woraus 16 gegen 5 Prozent Dividende gezahlt werden. Die Dortmunder A.-G. fürGasbeleuchtung erhöhte ihre Dividende von 15 auf 29 Prozent. Die Gelsenkirchener Gußstahl«»nd Eisenwerke vorm. Mundscheid u. Co. erzielten im vergangenen Jahre einen Reingewinn von 2 391 332(1217 919) M. Zu Abschreibungen werden 559 865(284 274) M. verwandt, außerdem eine Krtegsrück- läge von 359 999 M. geschaffen. Zur Verteilung gelangt eine Dividende von 12(6) Prozent. Die Munitionsmaterial« und Metallwerke Hindricks und Aufsermann in Bayenburg a. d. Wupper er- zielten einen Reingewinn von 897 794(386 942) M. Als Gewinn- anteil für AufsichlSrat und Borstand kommen IIS 167(35 662) M. zur Verwendung. Nach Schaffung einer Kriegsrücklage von 199 999 M. gelangt eine Dividende von 39(15) Prozent zur Ver« teilung. Das Bankguthaben stieg von 219 583 M. auf 1 237 495 M. Die Braunkohlen- und Britett-Jndustrie A.-G. in Berlin erhöht ihre Dividende von 8 auf 19 Proz. Der Rein- gewinn stieg von 2,4 auf 2,5 Millionen Mark. Die Karges-Hammer Maschinenfabrik A-G. in Braunschweig erhöht die Dividende von 11 auf 16 Proz. Die Schlotzmälzerei A.-G. dorm. PH. Schmidt in Nienburg a. S. zahlt 6 Proz. Dividende gegen 4 Proz. im Vorjahre. Die Ost preußischen Handelsmühlen Neumühl A.- G. in Neumühl bei Rastenburg(Oslpr.t können trotz der Ge> schästsstörungen durch den Russeneinfall das Ergebnis dieses Jahres als günstig bezeichnen, weil die erworbenen großen Mengen Ge- treibe bei der einsetzenden Preissteigerung einen großen Gewinn abwarfen. Nach elf dividendenlosen Jahren können diesmal 4 Proz. gezahlt werden. Die feit Gründung der Gesellschaft höchste Dividende vermag Aug. Wexels Schuhfabrik A.-G. Augsburg- Berlin im Kriegsjahr zu zahlen. Aus dem von 1,59 auf 1.85 Millionen Marl gestiegenen Rohgewinn werden 16 Proz.(gegen 19 Proz.) Dividende gezahlt. Nach wesentlich erhöhten Abschreibungen steht die ganze mit einem Aklienkavital von 2 Million arbeilende Fabrik nur noch mit 858 999 M. zu Buch. DaZ Bankguthaben ist von 126 499 rmf 855 299 M. gestiegen. Die Balkanvorgänge und der britische Kohlenmarkt. Welch starke Rückwirkung die jüngsten Ereignisse ank dem Balkan — namentlich die Rcquiriernng aller griechischen Schiffe durch die griechiiche Regierung— auf das Uebcrseegeschäit des Waliicr Rohleu- beckens ausgeübt haben, erfährt man deutlich aus der.Shippiug and Mercantile Gazette' vom 6. Oktober. Seit Beginn des Krieges hat sich der Cardiffer Kohlcnmarkt noch nie in io schwieriger Lage befunden wie gerade jetzt, wo die griechische Regierung alle unter bsllemicher Flagge fahrenden Schiffe in die Heimaisbäfeii zurückgerufen bar, um sie zu eigener Ver- fügung zu haben. Bekanntlich lag. seitdem die größere Hälfte aller britischen Dampser von der englischen Regierung in Anspruch ge- nommen wird, ein großer Teil des Seelraiisvortgeschä'ts, namcnt- lich aber die Kohlenverfrachtung. in den Händen der griechischen Reeder. Der in Zukunft eintretende völlige Wegfall des griechischen Schiffsraumes dagegen wird den Waliier Kohlenhandel in die schwierigste Lage bringen. Schon jetzt sind eine große Anzahl Betgwerke gezwungen, ihre Arbeil einzustellen infolge der Unmög- lichkeit, Schiffsraum oder leere Babnwagen zu erhalten. Die Preise sind merklich gefallen, was aber keinen großen Einfluß bat, da die niedrigen Preise nur dann von Nutzen sind, wenn der Käufer sofort verfügbaren Schiffsraum bereit hat. Auch die Koblenausfuhr nach Italien wird durch diese Vorgänge aufs empfindlichste getroffen. Besonders Genua— nächst Neapel der wichtigste Einfubrort für Koble— be- findet sich in größter Aufregung. Beinahe zwei Drittel der gesamte» Kohleneinfuhr nach Italien wurde im vergangenen Jahre durch griechische Dampfer erledigt. Große Besorgnis hat man wegen der zahlreichen Kohlenladungen, die gegenwärtig auf gricchi« scheu Schiffen schwimmen und beiürchtet. daß diese Order erhalten, direkt nach dem Piräus zu sahreit, obne ihre Ladung an ihrem Be- slimmuiigsort ansziiladen. Man hofft jedoch, daß die italienische Regierung Schritte dagegen unlemimint. Der Markt hat bisher noch keine Zeit gehabt, das Resultat dieser plötzlichen Krise zu fühlen. Die Lager sind infolge des Mangels an Güterwagen sehr groß geworden. Aufträge aus dem Innern liegen zahlreich vor, können aber wegen des Wagenmangels nicht erledigt werden. An manchen Tagen sieht nicht ein einziger Wagen für Tausende von Tonnen Kohle zur Verfügung. Die wirtschaftliche Lage Aegyptens. Die„Pioneer Mail' vom 4. September bringt einen recht inter- effanlen Bericht aus Kairo vom 9. August, aus dem hervorgeht, daß Aegypten im Begriff ist, die wirtschaftliche Schädigung des Krieges völlig zu überwinden. Zu Anfang des Krieges— so lesen wir dort— war Aegyptens Lage ernst. Der Krieg brach aus, als der wirtschaftliche Haupiartikel des Landes, die Baumivolle, gewaltig im Preise geialleu war, die Erhöhung der Frachien und die Schließung mancher Märkte durch de» Krieg hat das Land schwer geschädigt. Trotzdem ist aber das gesürchtete Defizit von 2 Millionen ägyptischer Pfunde nicht eingetreteil, sondern der Fehlbetrag hat sich nur auf 1>/, Millionen belaufen. Man fürchtete, daß die Masten unausführ- barer Baumwolle sich in Atexandrinen stauen würden, aber der Ueberschuß ist unbedeutend gewesen. Während des Jahres 1915 mehren sich auch die Anzeichen einer starken weiteren Besierung der finanziellen Lage. Der Krieg hat Aegypten gezwungen, von dem ausschließlichen Baumwollbau zu einem gemischten wirtschaftlichen System überzugehen. Die Banmwollfläche ist von 1.7 Millionen FeddanS(1 Feddan---'/, Heltor) aus 1,2 Millionen Feddans ge- funken; Vj Million FeddanS ist mit Weizen, Mais, Linsen und Bohnen bestellt worden. Die beiden letzten Früchte beginnen sogar schon eine Rolle in der Ausfuhr zu spielen. Auch der Anbau von Reis ist gewaltig gestiegen, ägyptischer Reis beginnt in Nord- aftika und im östlichen Mittelmeer ein gesuchter Einfuhrartikel zu werden. Der Krieg hat es zuwege gebracht, daß Aegypten, das vorher van der Ausfuhr der Baumwolle lebte und alles übrige einführen mußte, anfängt, ein sich selbst genügendes Land zu sein. Einen besonderen Aufschwung hat daS Land auch dadurch ge- nommen, daß es zur Basis für alle Truppenbewegungen von und nach den Dardanellen gemacht worden ist. Ein gewattiger Gold« ström hat sich damit über das Land ergossen. Aegyplische Finanz« männer berechnen, daß die militärischen Befehlshaber wöchentlich V« Million Pfund an Rechnungen bezahlen,«eit Ausbruch des Krieges mögen etwa 12 Millionen Pfund im Lande umgesetzt worden sein. Durchschnittlich legt der englische Soldat mindestens die Hälfte seiner Löhnung im Lande an, vor allem aber haben die Australier, van denen viele große Bankguthaben ins Land brachten, sehr be« deutende Summen ausgegeben. Auch die Eingeborenenpresse beginnt einzusehen, welche Bedeutung der Krieg für Aegypten besitzt. Wetterausstchten für das mittlere Ztorddeutschtand bis Ionntagmittag. Im Osten vorwiegend heiter und trocken. Im Westen vielfach wotkig und besonders im Küstengebiete nebelig. Am Tage überall ziemlich mild, in der Nacht zum Sonnlag stellenweise leichter Frost. ÄsKarMolümrx Berlin N, Brnnnenstr. 56 n. 57. MMmw! tBr Bs» D. WWMIMT NenheUen Iflr den Herbst: Tro/s de* rjoGtn biojjmtutgeu, Cer uch»tit it'u r. crt J rieft* bemerkbar macht, verkaufe ich meir.e haLrikate tu ganx erheblich billigen Preisen, da ieh mein kalrü olicrirralerici rvch vor xe Ulf, xu eher. Preisen gececkt Irit. Kostüme das Ele»ftntc«te lör den Herbst, mit langst isseber iack« 46.- 58. 75.- Kostümo ans l rabardins. TwiU, Obariot usw. in allen modernen Farben. 19." 28.- 39." 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Zu den vielen Opfern, die das deutsche Volk heute bringt, sind die ihm hier auferlegten nicht aus dem Zwange der wirtschaftlichen Verhältnisse diktiert, noch weniger sind sie als unvermeidlich zu bezeichnen. An Lebensmitteln haben wir gegenwärtig keinen Ueberfluß, aber doch auch soviel zur Verfügung, daß wir im allge- meinen vor einer Hungersnot gftchützt sind. Wir werden auf den Konsum einiger Artikel in höherem Maße Verzicht leisten müssen, weil hier die Jnlandsproduktion den Bedarf nicht decken kann, aber wir haben zum Glück Ersatz in anderen Nahrungsmitteln, um den Fehlbetrag decken zu können. Noch immer begegnen wir indes der Ansicht, daß die Bevölkerung zur Sparsamkeit im Konsum erzogen werden müsse, und dies am ehesten durch hohe Preise geschehen könne. Dieser Tatsache müssen wir mit aller Entschiedenheit entgegen- treten. Wenn gegenwärtig in Berlin das Pfund Butter bereits 2,8(1 M. und Schmalz 2,40 M. kosten, so bedeutet diese Preissteigerung, daß die ärmere Bevölkerung vom Konsum der Butter und Schmalz aus- geschaltet wird, ohne daß die Wohlhabenden zur Einschränkung ge- zwungen wären. Es ist einfach unmöglich, daß von den Arbeitern, den Angestellten und weiten Kreisen des Kleinbürgertums solche Preise gezahlt werden. Unerträglich wird der Zustand noch dadurch, daß Margarine im Preise von IPV bis 1,50 M. für das Pfund schon den Preis erlangt hat, den die Butter früher erreichte. Speck steht im Preise der Butter gleich und ist deshalb nur noch selten im Daushalte des Armen, wie alle übrigen Fette und Fleisch. Kann es da einem Zweifel unterliegen, daß unsere Bevölkerung Einbuße erleidet an eiweiß- und fetthaltiger Nahrung, das heißt unter- ernährt ist? Furchtbar sind die Klagen der Familien der Kriegsteilnehmer, die fortgesetzt an uns gelangen. Alle private Wohltätigkeit vermag nicht die Not zu lindern, die vielfach hier eingetreten ist. Verzweif- lungsvoll wird die Lage, wenn Krankhest in der Familie den Ver- dienst der Frau schmälert oder die Krankheit der Frau ihn voll- ständig aufhebt. Wie soll mit der geringen Unterstützung ohne Ver- dienst der Frau die Familie durchkommen? Bei den jetzigen Preisen ist es unmöglich; hier kehrt Hunger und Entbehrung in die Familie ein, und das zu all dem Leid, der Sorge und Angst um den, der draußen sein Leben einsetzt für das Wohl und Wehe des Landes! Mit all den Notleidenden müssen wir den bitteren Vorwurf erheben, daß es in Deutschland leider eine große Interessenten- gruppe gibt, die achtlos an diesem Jammer vorübergeht, ja, denen diese Preislage noch nicht hoch genug ist. Klingt es nicht wie ein Hohn auf die Lage der ärmeren Volks- klassen, wenn heute eine Aktiengesellschaft nach der anderen ihre hoch gesteigerten Gewinne aus der Nahrungsmittelindustrie bekannt gibt? Das ist ein Beweis, wie skrupellos die wirtschaftliche Notlage aus- genützt wird und wie dringend notwendig der energische Eingriff des Reiches ist. Die Androhung mit dem Wuchergesetz, die Einsetzung von Kommissionen über Preisfeststellungen usw. schützen uns nicht vor Preistreibereien, weil der Wucher nicht zu fassen ist; der Schleich- Wege sind viele und die Grenzen für zulässige Uebervorteilung sind weit gezogen. Wir bestreiten aber auch mit aller Entschiedenheit, daß die Landwirtschaft auf diese hohen Preise für ihre Produkte Anspruch hat. Es ist nicht wahr, daß die Landwirte erheblich gesteigerte Pro- duitionskoften haben. Wir haben durch eine Umfrage auf einer Anzahl großer Güter in der Provinz Brandenburg festgestellt, daß stellenweise die Löhne gleichgeblieben sind, Lohnerhöhungen über 20 bis 80 Pf. pro Tag zu den Seltenheiten gehören. An die Stelle des Mannes ist die billigere Frauenarbeit getreten, ganz zu schwei- gen von den Vorteilen, die aus der Bereitstellung der Gefangenen für die Großgrundbesitzer besonders erwuchs. Ein Beispiel dafür, wie die Marktlage im freien Verkehr von der Landwirtschaft ausgenützt wird, geben uns die Viehpreise. Räch der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 7. September wurden im August d. I. auf dem Berliner Schlachtviehmarkt folgende Preise im Vergleich zum August 1914 für den Zentner Lebendgewicht notiert: August 1915 August 1914 Ochsen.... ch 74,33 M. 51,25 M. vs 64.—. 45.88. d) 55,-. 40,83, Kälber.... b) 83,19, 52,17, c) 74,88. 47,17, d) 66,38. 80,50„ Schweine... b) 178,75, 48,31, v) 169,54. 48,71, d) 163,29. 47,—. vi 146,-. 44,-. Die Buchsiabenbezeichnungen'sind die bei den Notierungen üb- lichen Einteilungen nach Qualität des Viehs. Die Schweinepreise sind somit über das Dreifache gestiegen. Wir haben in unseren ftüheren Eingaben darauf hingewiesen, wie notwendig Höch st preise für Vieh sind, denn die freie Marktlage muß hier eine wüste Preistreiberei hervorrufen, da es natürlich an einem genügenden Angebot fehlt. Niemand kann behaupten, daß für die Schweinezucht die Landwirte heute das Dreifache aufwenden müssen. Nein, es ist die skrupellose Aus- nützung der Notlage, die zu solchen Wucherpreisen führt. Daß die Landwirte die freie Marktlage ausnützen wollen, um diese Preise zu erzielen, widerspricht den Interessen des Landes; diese Be- strebungen müssen durch Festsetzung von Höchstpreisen zurückge- drängt werden. Für die Negierung muß das Wohl des Landes und nicht das unberechtigte Begehren von Leuten maßgebend sein, die immer nur im engen Bannkreis ihrer Interessen sich bewegen. Im übrigen verkennen wir nicht, daß nicht alle Landwirte sich mit diesem Zustand einverstanden erklären, ihn vielmehr als beklagens- wert anerkennen. Entsprechend den Viehprciscn sind die Fleischpreise gestiegen. Schweinefleisch ist gegenwärtig in Berlin nicht unter 2,10 M. das Pfund zu haben, für Wurst ist der Preis bis auf 3 M. gestiegen. Schmalz und Rückenfett sind bis auf 2,40 M. erhöht. Selbst der minderwertige Schweinebauch erlangt einen Preis von 1,90 M. das Pfund. Wie soll mit diesen Preisen eine Arbeiterfamilie ihren Haushalt einrichten? Dabei ist das Ende der Preistreiberei noch nicht abzusehen, wir haben mit weiterem Hinaufschrauben der Preise zu rechnen. Der Mangel an Fleisch und Fetten läßt es notwendig er- scheinen, auch hier ein Verteilungssystem einzuführen, wie bei der Brotversorgung. Wir sind uns dabei bewußt, daß diese Vertei- lung für die ärmere Bevölkerung wenig Wert hat. weil sie schon auf kleine Rationen gesetzt ist, aber es muß den Wohlhabenden auch klar werden, daß Krieg ist und auch dort Einschränkungen ge- bieterisch gefordert werden. Große Sorge bereitet uns die Milchproduktion, und die Preis- steigerung für dieses so wichtige und unentbehrliche Nahrung?- mittel. Wir hatten bei früheren Besprechungen im Rcichsamt des Innern empfohlen, daß durch Vermittelung von dieser Stelle mit den Organisationen der Milchproduzenten verhandelt werde, um ihre Anforderungen zurückzudrängen. Anscheinend ist nichts unternommen, denn wir haben bereits die befürchtete Preissteigc- rung. Im engen Zusammenhang damit steht die Verteuerung der Fabrikgerste. Der hohe Preis von 350 M. für die Tonne, die der Deutsche Landwirtschaftsrat mit der Gerftenverwertungsgesell» schaft vereinbart hat, bringt für den Landwirt den Anreiz, seine Gerste zu verkaufen, anstatt sie für die Viehhaltung zu verwerten. Mit der weiteren Steigerung des Wertes der Gerste wird neuer Anttieb für die höheren Viehpreise gegeben. Eine andere Folge dieser rücksichtslosen agrarischen Bestre- bungen ist, daß für gebrannte Gerste und für Graupen hohe Preise angelegt werden müssen. Gerade Nahrungs- und Genuß- mittel der ärmeren Volksklassen werden hier durch Preistreiberei besonders getroffen. Für gebrannte Gerste betrug der Preis vor dem Krieg 20 Pf. das Pfund, gegenwärtig 60 Pf. Der Arme muß 200 Proz. mehr zahlen für seinen Kaffeersatz, während der Reiche für seinen Kaffee 5 Proz. Aufschlag zahlt. Alles das geschieht, ohne daß von der Regierung diesem Treiben mit Erfolg Widerstand ent- gegensetzt worden wäre. Die Antwort, welche Euer Exzellenz dem Vorstande der Sozial- demokratischen Fraktion des Preußischen Abgeordnetenhauses auf seine Eingabe erteilt hat, läßt zwar die Absicht erkennen, die schwierige Lage namentlich der unbemittelten Bevölkerung durch Regelung der Lebensmittelpreise und der Lebensmittelbcschaffung zu mildern. Die bisher ergriffenen Maßregeln erscheinen aber nicht ge- eignet, dieses Ziel zu erreichen. Die neuerdings zur Regelung der Kartoffelvcrsorgung be- rufen« Organisation kann auf ihrem besonderen Gebiete gewiß mancherlei Gutes schaffen, zu einer wirksamen Bekämpfung des Lcbensmittelwuchers wird auch sie nicht imstande sein. Von der größten Wichttgkeit wären nicht nur Preisbestimmun- gen für Groß- und Kleinhandel, sondern auch für den P r o d u- zenten. Die Produzentenpreise sind gegenwärtig viel zu hoch; bei der günstigen Ernte hat die Bevölkerung ein Anrecht auf weit herabgesetzte Kartoffelpreise. Das ist um so notwendiger, als bei der Preislage für alle anderen Nahrungsmittel die Kartoffel für die ärmere Bevölkerung zu mäßigen Preisen auf den Markt ge- langen mutz. � Dringend ersuchen wir um eine weitere Herabsetzung der Höchst- preise für Kartoffelmehl und Kartoffelpräparate. Die hohen Preise, die heute über den Roggenmehlpreisen stehen, sind keineswegs ge- rechtfertigt; sie sichern den Unternehmungen nur unerhörte Ge- Winne. Die hohe Preislage für diese Produkte dient nur zur höheren Bewertung der Fabrikkartoffel und damit wieder zu Preis- treibereien für die Eßkartoffel. Wir sind weit entfernt, der Landwirtschast die höheren Produ- tionskosten nicht in Anrechnung zu bringen— aber diese Preise gehen weit über berechtigte Ansprüche hinaus; sie bedeuten Kriegs- gewinne und nicht geringer Art. Dagegen erheben wir Einspruch. Wie die Preise für die wichtigsten Bedarfsartikel im Haushalt gestiegen sind, das mag folgende Tabelle veranschaulichen: Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. Kleinhandelspreis pro Pfund im A n g il st Steigerung Wir betonen noch einmal, daß die Preissteigerung, die uns die einheimische Landwirtsckwft auferlegt, unsere Volkscrnährung in ernste Gefahr bringt. Das zu verhüten, verlangen wir, und wir bitten, daß die Regierung auch dann keine Bedenken auf- kommen läßt, wenn sich ihre Maßnahmen gegen eine starke poli- tische Interessengruppe im Reiche richten. Das Wohl des gesamten Volkes erfordert, daß wir zu erträglichen Zuständen in der Lebens- mittelversorgung kommen." *• * Die Preistreiberei auf dem Lebensmittelmarkte wird von Tag zu Tag schlimmer. Die Zahl derer, die von der Regie- rung verlangen, daß sie nun endlich ohne Rücksicht auf die gewissenlosen Preistreiber mit fester Hand zugreift, wächst immer mehr. Es sind längst nicht mehr allein die Vertretungen der Arbeiterschaft, die sich an die Regierung um Abhilfe wenden und Anklagen erheben. Auch in den Kreisen des Mittelstandes und der weniger hoch besol- deten Beamtenschaft nimmt die Unzufriedenheit mit dem zögernden Vorgehen der amtlichen Stellen ersichtlich zu. Wahr- haftig, es wird die höchste Zeit, daß energisch eingegriffen wird.� Sofort nach dem Ausbruch des Krieges haben die Gene- ralkommission der Gewerkschaften und der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei der Regierung ihre Vorschläge zur Verhütung einer Lebensmittelnot unterbreitet, immer und immer wieder haben sie später auf die zunehmende Ver- schlimmcrung der Zustände auf dem Lebensmittelmarkt hin- gewiesen und Abhilfe verlangt. Alles, was geschehen ist, ge- schah entweder zu spät oder nur halb. Die Verhältnisse haben sich jetzt derart zugespitzt— nicht aus Mangel an den notwendigen Nahrungs- Mitteln, sondernalsFolgedcrgewissenlose- stcn Spekulation!—, daß für das ganze Volk die größten Gefahren heraufbeschworen werden, wenn nicht auf die unaufhörlichen„Erwägungen" und Sitzungen verzichtet und endlich zur Tat geschritten wird. politische Uebersicht. Die Zukunft Polens. Vor kurzem ist durch Handschreiben Kaiser Franz Josefs eine neue Fahne für Oesterreich und eine gemeinsame Fahne für alle von der habsburgischcn Monarchie beherrschten Ge- biete„eingeführt" worden. Wenn auch naturgemäß solchen heraldischen Neuorientierungen wenig Bedeutung zukommt, so könnten sie doch mit einem gewissen Recht als ein Anzeichen zur festeren staatsrechtlichen Bindung aller österreichischen Gebiete aneinander betrachtet werden. Die bürgerliche Presse läßt es aber nicht damit genug sein, sondern knüpft an einige Ausdrücke weitere Folgerungen. Die„P o st" polemisiert nun gegen die aus dem Handschreiben gezogene Folgerung,„daß dem Gedanken eines mit größerer Selbständigkeit ausge- statteten Groß- Galiziens eine Absage erteilt werde". Sic schreibt dazu: „Es erscheint daher durch die Auslegungen, welche dem ein- heitlichen Staate Oesterreich in dem neuen Handschreiben ge- geben sind, keineswegs ausgeschlossen, daß dieser Staat Oester- reich nicht bloß aus dem im Reichsrat vereinigten Ländern, sondern auch aus anderen Landestcilen sich zusammensetzen kann. Wenn daher durch die neue Ordnung der Dinge(d. h. die neuen Fahnen. Red. d.„Vorm.") die Zweigliederung der Gesamt- Monarchie nochmals scharf bestätigt und jeder Gedanke an eine Dreigliederung ausgeschlossen wird, so bleibt doch wohl noch die Möglichkeit offen, die polnischen Landesteile unter Ausschließung aus dem Reichsrate zu einer gewissen Selb- st ä n d i g k e i t auszugestalten. Bei der Bedeutung, welche die künftige Regelung des polnischen Problems auch für unS naturgemäß besitzt, erscheint es nicht unangebracht, auch diese Seite der neuen österreichisch-ungarischen Anordnungen nicht außer Auge zu lassen."_ Zensurfragen in Bayern. München, 15. Oktober.(W. T. B.) Der Finanzausschuß der Kammer schloß heute die allgemeine Budgetdebatte. Während derselben erklärte ein Ausschußmitglied, die angekündigte 25prozcntige Steuererhöhung würde weite Kreise erbittern. Ministerpräsident Graf Hertling erklärte, im Falle der dauernden Abwesenheit vieler Wahlberechtigter in Feindesland werde der Landtag rechtzeitig zur Beschlußfassung über eine Vorlage betr. die künftigen Landtagswahle n einberufen werden. Schließ- lich sagte der Kriegsniinistcr möglichste Fürsorge für eine einheil- liche und unparteiische Zensur zu und sprach den Leistungen der Presse gerade anläßlich des Krieges volle Anerkennung aus. Von einer zeitlichen Suspendierung von Blättern werde auch weiterhin Abstand genommen werden._ Ausdehnung des Besitzbefcstkgungsgesctzcs auf Ostpreußen. Vor einigen Jahren wurde in Preußen da» Besitzbefestigungs- gesetz geschaffen, das Polen und Dänen die Erwerbung von Grundbesitz in gewissen Gegenden erschweren sollte. Nach dem Gesetz erwerben Landgesellschaflen den zu„befestigenden" Besitz für den Staat, und nach Regelung der Verschuldung wird das Grundstück entweder dem bisherigen Besitzer oder einem neuen übergeben. Die Zinsenlast ist geringer, doch der Besitzer ist in ein Ab- hängigkeitsverhältnis zum Staat geraten. Er darf das Grundstück nie an Käufer veräußern, die dem Staat nicht zu- sagen, da dieser das Verkaufsrecht besitzt. Jetzt sind Bestrebungen im Gange, dieses Gesetz auf ganz O st p r e u ß e n auszudehnen. In der Kriegshilfskommission für Ostpreußen hat Regierungsrat Schluß erklärt, der Güter- Handel werde nach dem Kriege lvieder einen recht bedroh- lichen Umfang annehmen. Der Staat habe ein Interesse daran, den Auswüchsen auf dem Gütermarkt vorzubeugen und Vor- sorge zu treffen, daß die landbesitzende Bevölkerung gestärkt und in ihrem Besitz erhalten bleibe. Diese Zwecke verfolge schon die Besitzbefestigungsbank in den national gefährdeten Teilen Ostpreußens. Die Ausdehnung ihres Wirkungs- gebiets auf die ganze Provinz und zum mindestenS auf die durch den feindlichen Einfall in Mitleidenschaft gezogenen GebietSte i l e der Provinz werde daher anzustreben sein. Durch die Bcsitzbefestigung würde einer weiteren Entvölkerung der Provinz Ostpreußen vorgebeugt werden. Dieser Zweck könne aber nur er- reicht werden durch die innere Kolonisalion, die in verstärkter Form durchzuführen sein werde. An ausreichendem Sicdelungsland werde es nicht fehlen. Schwierig werde nur die Beschaffung genügenden Ansiedlermaterials sein. Zur Musterung der Dienstuntauglichen. Gegenüber den Befürchtungen, daß bei den M u st e r u n g e n der Dienstuntauglichen die notwendige Berücksichtigung aller die Diensttauglichkeit ausschließender oder stark beein- trächtigender Gesundheitsstörungen vernachlässigt werden könnte, bezeugt ein Schreiben des stellvertretenden Chefs der Medizinal- abteilung des Kriegsministeriums, Generalarzt Dr. S ch u l tz e n, an die Schriftlcitung der„Deutschen medizinischen W o ch e n s ch r i f t", daß die Heeresverwaltung die weitgehendsten Vorkehrungen getroffen habe, um die Einstellungen von untaug- lichen Leuten zu verhüten. Den musternden Aerzten sei die größte Gründlichreit bei der Untersuchung zur Pflicht gemacht. Aus der Anleitung ergibt sich ohne weiteres, daß die Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit durchaus nicht mehr als zweckmäßig herabgesetzt werden sollen. Maßgebend bleibe aber wie bisher der Grundsatz, daß nur der, der den Anforderungen des Kriegsdienstes in irgendeiner Form auch wirklich gewachsen ist, als kriegSbrauch- bar beurteilt werden soll. Auf Autrag der Medizinalabteilung hat der Chef des Feldsanitätswcsens eine größere Anzahl aktiver, in der Musterung besonders erfahrener oder fachärztlich ausgebildeter Sanitätsoffiziere aus dem Felde den einzelnen Korpsbezirken für die Musterung überwiesen und ebenso eine Reihe als beratende innere Mediziner, beim Feldheer tätige Professoren zur Verfügung gestellt, die zur Untersuchung und Begutachtung zweifelhafter oder besonders schwieriger Fälle herangezogen werden sollen. Die Kriegs- fanitätsinspekteure sollen möglichst vielen derartigen Musterungen beiwohnen, um den musternden Aerzten mit ihrem Rat zur Seite zu stehen. Schließlich wird das Kriegsministerium sich durch Kom- missare über den Verlauf der Musterung unterrichten. Besonders hervorzuheben aus dem Inhalt der Anweisungen ist eine für das Publikum praktisch wichtige Bestimmung. Sie besagt, daß für solche Krankheitszustäirde, die sich dem objektiven Nachweis ganz nnd gar entziehen, wie Epilepsie, Nervenleiden, Rhen- ni a t i s m u s u. a., beigebrachte ärztliche Zeugnisse von Dicrt sind; doch bedürfen diese der behördlichen Beglau- bigung, wenn sie von nicht beamteten Aerzten ausgestellt sind. Unsere künftige Handelspolitik. Tie Eingabe der großen wirtschaftlichen Verbände, die unter Führung des Zentralverbandes Deutscher Industrieller und des Bundes der Landwirte an die Neichsregierung die Forderung richteten, beim Friedensschluß bestimmte handelspolitische Forde- rungcn dieser Interessengruppen zu berücksichtigen, hat dem Kriegs- ausschuß für Konsumentenintercssen Anlaß gegeben, sich gleichfalls mit dieser Frage, die vom Standpunkte großer Konsumentcnkreise von Bedeutung ist, zu beschäftigen. Er hat in seiner Eingabe be- toilt, daß zwischen der volkswirtschaftlich gesunden Forderung von Produktion und Handel und der spekulativen Ausgestaltung der Zoll- und Handelsvertragspolitik zugunsten der privat- wirtschaftlichen Erwerbsinteressen von Produzenten und Händlern ein grundlegender Unterschied besteht. Durch den Mißbrauch der Handelspolitik für die Zwecke einseitiger In- teressenorgarrisationen, wie er sich in den eingangs erwähnten heimlichen Bestrebungen des sogenannten Kartells der schaffenden Stände andeutet, werden sozialwirtschaftlichc Gegensätze in der Nation heraufbeschworen, die eine Abwehrbe- wegung der Konsumenten notwendig machen. Zum Schluß erhebt er die Forderung, daß im„Wirtschaftlichen Ausschuß", der dem Reichsamt des Innern angegliedert ist, die großen Berufsverbände der Arbeiter, Angestellten und Beamten ihre Vertretung erlangen. Die Fragen, die dort behandelt werden, sind nicht reine Jnteressen- fragen der großen Berufsverbände der Landwirtschaft und In- dustrie; an ihr haben auch Anteil die Verbraucher, besonders unter Berücksichtigung der außerordentlich hohen Preis- läge aller Gebrauchsgegenstände, die wahrscheinlich auch noch n a ch dem Kriege die erwerbstätige Bevölkerung in ihrer Lebens- Haltung außerordentlich beengen werden. Die Prtrolemnkartcn hat auch Konstanz am Bodensee eingeführt. Eine Aufnahme deS Pctroleumbedarfs der einzelnen Fa- Milien ging voraus, und auf Grund dieser hat die Stadtverwaltung Konstanz angeordnet, daß bei der Petroleumausgabe zunächst die Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen, welche weder Gas- noch elektrisches Licht haben, berücksichtigt werden. Bei anderen Ver- brauchenr wurde gegenüber der Angabe gekürzt, und wohlhabende Personen werden überhaupt bei der Ausgabe von Petrolcuinkarlcn ausgeschlossen. Neue Wappen in Oesterreich. Durch Handschreiben hat Kaiser Franz Josef neue Wappen für die österreichisch-ungarische Monarchie eingeführt. Dazu schreibt die „5kreuzzeitung":„Das kaiserliche Handschreiben verfügt, daß der Doppcladler als Zeichen der Gemeinsamkeit der ganzen Monarchie verschwindet und nur als Zeichen der diesseitigen Reichshälfte bleibt. Dafür erhält die österreichische Rcichshälftx endlich einen neuen Namen, den Namen„Oesterreich" oder„die österreichischen Länder". Ueber dem neuen Wappen prangt aber, gleichgeordnet mit der österreichischen Kaiserkrone, die ungarische Krone des heiligen Stephan. Dafür wird aber endlich ein deutliches und unbestreitbares Zeichen der Reichseinheit im Sinn« der Pragmati- scheu Sanktion durch das neue Ncichswappen geschaffen, das aus dcu neuen Wappen der beiden zusammengehörenden Staaten, in ..melckcn beiden bis zur späteren Regelung der staatsrechtlichen Zu- geHörigkeit auch das Wappen Bosniens zu finden ist, besteht, und überhöht und verbunden wird von dem Wappen des Habsburgischen iönuses, über dem die Kaiserkrone und die ungarische Konigslrone thronen. Der Sinn dieses neuen Wappens wird aber besonders klar gemacht durch ein Spruchband, das die Worte der Pragmati- scheu Sanktion„Inckivieibiliter ac inseparabiliter", also„Unteilbar und Untrennbar" trägt. Durch diese Neuordnung sind zweifel- los alte ungarische Wünsche in der entgegenkommendsten Weise befriedigt worden— und zwar um so mehr, als auch auf den Fahnen der Armee und auf der Flagge der Kriegsmarine das neue Wappen mit den Emblemen des gleichberechtigten Ungarn er- scheint—, andererseits ist aber ein neues festes Symbol der Rcichseinheit, wie sie sich auf den Schlachtfeldern gezeigt hat, ge- gründet worden. In dieser Tatsache, daß sich in dem gemeinsamen Reichswappen einerseits beide Reichshälften willig zu einem Ganzen vereinigen, und daß andererseits für die diesseitige Reichshälfte der Titel „Oesterreich" offiziell angenommen worden ist, liegt die poli- tische Bedeutung der neuen Maßregel. Die kaiserlichen Entschließungen über diese Frage bilden die feierliche Bekräftigung der dualistischen Reichsordnung, und die österreichische Reichs- Hälfte erhält gewissermaßen ihre formelle Anerkennung. Jnsbe- sondere in diesem letzten Punkte ist gleichzeitig eine deutliche und endgültige Abwehr von allen föderalistischen Bestrebungen in der österreichischen Reichshälfte zu erblicken." Die„W iener Arbeiter-Zeitung" bemerkt zu dem neuen Wappen: „Wollte Gott, es wäre alles so leicht zu ordnen und zu formen wie ein Wappen, das, um für den Gedanken den Ausdruck zu finden, nur des Geistes eines Künstlers bedarf. Das Leben braucht mehr: es braucht den schöpferischen Geist der Staats- männer und es braucht die Betätigung der Völker in Freiheit und Gerechtigkeit. Die iin Rcichsrat vertretenen Länder: wie schief imd unzulänglich war doch der Begriff! An seine Statt wollen wir setzen: die durch den Roichsrat wirkenden Völker; denn dann und erst dann wird der einheitliche Staat Oesterreich seine volle Bekräftigimg erfahren haben." Volksabstimmung über die Staatsform in China. Die chinesische Gesandtschaft im Haag teilt mit: Durch die Revolution im Jahre 1911 ist in China die Republik ausgerufen worden als Ersatz des gestürzten Kaisertums, und zwar weniger wegen des monarchistischen Systems, als vielmehr ivegen der fremden Herkunft der Dynastie. Das republikanische System besteht jetzt seit vier Jahren. Das chinesische Volk, das seit Tausenden von Jahren unter einer ganz anderen Regierungs- form lebte als der jetzigen, gewöhnte sich nickt an die Republik und zweifelte an der Möglichkeit eines dauerhaften Friedens im eigenen Lande. Daher ist auck die Idee zu der Rückkehr der Monarchie aufgetreten. Eine politische Partei hat sich vor kurzem zu dem Zweck gebildet, diese Idee zu verbreiten. Sie hat beinahe die Zustimmung aller politischen Parteien erhalten sowie auch der Bevölkerung der Provinzen, der meisten Beamten des Heeres und der Handelskreile. Bereits zweimal wurde die gesetz- gebende Regierung zu Peking ersucht, durch eine direkte Frage an das Volk die wirkliche Meinung der Oeffentlichkeit festzustellen. Die gesetzgebende Kammer hat diesen Wunsch jetzt berücksichtigt und am 6. Oktober d. I. ein Gesetz angenommen, das die Regierung ermächtigt, eine Volksabstimmung abzuhalten, um zu erfahren, ob die Republik beibehalten oder die Monarchie wieder eingerichtet werden soll. Dieses Gesetz ist veröffentlicht worden und seine Ausführung wird binnen kurzem erwartet. Unter diesen Umständen bleibt die jetzige Regierung vollständig innerhalb der Grenzen des Gesetzes und glaubt in Uebereinstimmung mit den Wünschen des Volkes zu handeln. Sie spannt alle Kräfte zur Be- hauptung der Ordnung und Ruhe im Lande an. das tägliche Srot. Biotgctreidc als Futtermittel? Ilm der Futtermittelnot abzuhelfen, hat bekanntlich die Regierung beschlossen, 130(XX) Tonnen Brotgetreide verschroten und zur Fütterung von Milchkühen und Mastschweinen bereit- stellen zu lassen. Die„Kreuz-Zeitung" hat nun in ihrer Kritik dieser Maßnahme vollkommen recht, wenn sie das an- gesichts des Ausfalls von 8 Millionen Tonnen ausländischer Futtermittel als einen Tropfen auf einen heißen Stein be- zeichnet. Das konservative Blatt schlägt einerseits vor, daß nicht 130 000 Tonnen sondern mindestens 1 Million Tonnen Roggen für Futterzwecke freigegeben werden sollten. Die„Kreuz- Zeitung" hält diese Menge Brotgetreide für entbehrlich, da nach ihrer Aufrechnung etwa 8 Millionen Tonnen Brotgetreide bei dem geltenden Brotkarlcnsystem am Ende des Erntejahres als Uebcrflnß bleiben würden. Da die Vorrats- nnd Verkaufsstatistik für Brotgetreide keineswegs unzweifelhaft verläßlich ist, läßt sich zu der Auf- rcchnung selbst schwer Stellung nehmen. Aber selbst wenn die„Kreuz-Zeitung" recht hätte, daß ein so großes Ucbermaß an Brotgetreide zu erwarten ist, so müßte doch in erster Linie die Forderung auf Erhöhung der Brotrationen erfüllt werden. In den Kreisen, denen die Leser der„Kreuz- Zeitung" angehören, mag das Bedürfnis danach nicht so groß in. Aber in der arbeitenden Bevölkerung besteht trotz Ein- chrung der Zusatzrationen ein Verlangen nach weiterer all- gemeiner Erhöhung der Rationen. Sollte sich dann noch ein verfügbarer Ucberschuß ergeben, so wäre der Kartoffel- znsatz für Brot zu ermäßigen, damit die Qualität des Brotes eine bessere würde. Die dadurch gesparten Kar- toffclmengen könnten dann der Futtermittclvcrsorgnng zugute kommen. Wie ist das möglich? In Groß-Berlin ist im Kleinhandel der Preis für ein Pfund Butter von 2,39 auf 3 M. gestiegen. Schmalz ist noch teurer und kostet das Pfund sogar 3,29 und 3,39 M. Aus Forst in der Lausitz wird aber dem„Reichsboten" berichtet, daß dort die Butlerpreise trotz Aufhebung der vom Magistrat ursprünglich festgesetzlen Höchst- preise nahezu dieselben sind wie auf den letzten Wvchenmärlten, Das Pfund Buiter wurde mit 1,89, 1,99 und 2 M. bezahlt. In Berliner Blättern ersckeincn Anzeigen eines Butterversandgeschäfls in Bayern, das das Pfund Butter unter Nachnahme für 2 M. verkauft. Derartige Preisunterschiede zeigen, daß es sich dabei nicht um Differenzen in den ErzcugungSkosten handeln kann, sondern um bc- wußte Bewucherung der großstädtischen Konsumenten. Die neue Reichskartoffelstelle. In diesen Tagen ist, wie amtlich durch W. T. B. mitgeteilt wird, in einer Sitzung im Reichsamt des Innern die Geschäfts- abteilung der Reichskartoffel st eile als Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Stammkapital von zu- nächst 5 Millionen Mark mit dem Zweck, den Abschluß von Ver- laufen in Speiselart offein im freien Verkehr zu vermitteln, ge- gründet. Zur Erfüllung ihrer Aufgabe will sie den gesamten deutschen Kartoffelhandel und die Kartoffelcrzeuger heranziehen, die G. m. b. H. wird also nicht etwa nur die Personen und Verbände, die sich mir Kapital beteiligen, berücksichtigen, sondern jedes preis- werte Angebot, insbesondere auch aus Kreisen der Kartoffelerzeuger, annehmen. Bei der durch die vorgeschrittene Jahreszeit gegebenen natür- lichen Eile, mit welcher die Kartoffelvcrsorgung vor sich gehen muß, ist es wünschenswert, daß Stellen, toelche Speisekartoffeln im Rahmen der gesetzlichen Grundpreise abgeben wollen, sich mit tun- lichster Beschleunigung an die Reichskortoffelstelle Geschäftsabteilung, G. m. b. H., Berlin, Abgeordnetenhaus �Telegrammadresse: Kartoffel- Versorgung), die solche Angebote erwartet, wenden. Die Reichs- kartoffelstelle erwartet von der vaterländischen Gesinnung der Kartoffelerzeuger und der Kartoffelbändler, daß sie zur Mitwirkung bei der Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln bereit sein, ihr die Tätigung von. Abschlüssen durch reichlich eingehende Angebote zu den Grundpreisen im steien Verkehr er- möglichen werden, damit sie nicht in die Zwangslage versetzt wird, von dem ihr zustehenden Enteignungsrecht Gebrauch zu machen. Es ist von der Reichskartoffelstelle in Erwägung gezogen worden, den freiwillig und schleunigst ihre Kartoffeln zu den Grundpreisen an- bietenden Kärtoffelerzcugern diese abzuschließenden Mengen auf denjenigen Teil ihrer Kartoffelernte anzurechnen, der der Enteignung gesetzlich unterliegt. Uebrigens hat die. Reichskartoffelstelle mit der Heeresverwaltung eine Verständigung dahingehend getroffen, daß die Intendanturen den Kartoffclbedarf der Truppen möglichst durch Ver- miltlung der Reichskartoffelsielle, und zwar höchstens zu den gejctz- lichen Grundpreisen, decken. TSus öer Partei. Kolb und Parvus. Der Führer der badischen Sozialdemokraten, der mit der Aus- rottung der lrebsschädigen„Intelligenzen" beschäftigt ist, freut sich über die Bekehrung seines ehemaligen Widersachers Parvus. Der „Volksfreund" fKarlsruhe) übernimmt den.Glocken"-Schall gegen das Selbstbestiminungsrecht der Völker als Leitartikel und sagt: „Endlich einmal ein Genosse, der den Mut gefunden hat, gegen den groben Unfug, der mit dem Prinzip der Selbstbestim- mung der Völker in der Sozialdemokratie getrieben wird, ener- gisch Einspruch zu erbeben.... Das Prinzip gehört zu der- selben zweifelhaften Erbschaft, die wir von der bürger- licken Demokratie übernommen haben.... Das krampfhafte Festhalten an den bürgerlichen Illusionen von Anno dazumal seitens der„Marxisten" ist eine der merkwürdigsten Ironien in dem an Ironien so reichen Konflikt in der Sozial- demokratie... nichts weiter als ein verschlechterter Abklatsch der Prinzipienreiterei der.Sturmgesellen" in der bürgerlichen Revolurionszeit nnd sie würde zu demselben jammervollen Fiasko führen, wie die prinzipielle Politik der„Sturmgesellen", die mit dem Sieg der Reaktion auf der ganzen Linie ihr klägliches Ende fand."(Volksfrd. Nr. 249 vom 14. Okt.) Daß diese Verhöhnung der demokratischen Revolutionäre gerade aus Baden kommen mußte und aus Karlsruhe, wo Wilhelm Blos, der Geschichtsschreiber der bürgerlichen Revolution, kürzlich K.s Gast war._ Landtagsabgeordneter Hoschka-Cannstatt schickt uns zu dem Bericht über die Versammlung in Schorndorf, die sein Verhalten mißbilligte, längere Darlegungen. Wie wir dieser Zu- schrift entnehmen, ist er dieser Versammlung deshalb ferngeblieben, weil fie nicht kompetent war, im Namen des Wahlkreises eine Ent- scheidung zu treffen. Dem Vorsitzenden des AuSschuffeS des Sozial« demokratischen Vereins in Schorndorf hat Hoschka unter anderem geschrieben: „Wenn es sick aber in der Versammlung darum handeln sollte, „Klarheit zu schaffen", wie ick mich in der jetzigen Zeit zur Ge- samiparlei stelle— und das scheint wohl den Genossen deS Orts- Vereins Schorndorf das Wichtigste zu sein— so kann ich das mit zwei Sätzen mitteilen: 1. Ich anerkenne das sozialdemokratische Parteiprogramm und halte nach wie vor die sozialdemokratischen Grundsätze hoch. 2. Ich bin nach wie vor Mitglied der Partei und wirke, �so- weit es die gegenwärtigen Umstände ermöglichen, in diesem Sinne." Hoschka bestreitet dann die Richtigkeit der Vorwürfe, die Keil gegen ihn erhoben hat und erklärt zum Schluß: „Ob ick nock als Abgeordneter des Bezirks Schorndorf zu gelten habe, darüber entscheidet diejenige Paiteiorganisation, die mich aus« gestellt hat."_ Sozmies. Ein Schieber in Kartoffeln. Vor der fünften Kammer des Kaufmannsgerichts be- kräftigte in der letzten Sitzung der Kartoffelhändler Rudolf W i e t h seine Absicht, Kartoffeln zu verschieben. Der zurzeit im Felde stehende Sohn des W. unterhielt in den Markthallen Kartoffelstände, von denen einer von der Klägerin, der Kriegerfrau Marlha L., geleitet wurde. Nach Einberufung des Sohnes führte der Vater das Unternehmen in gewohnter Weise fort und beschäftigte auch die Angestellten des Sohnes weiter. Als aber am 3. August Frau L. sich beim Kartoffclirsckleppen verhob und iufolgedcsseil schwer erkrankte, nahm W. dreS zum Anlaß, die Frau sofort zu entlassen. Auf die gegen die Firma gerichtete Klage auf Zahlung von 69 Mark Gehalt wandle der Vater ein. daß er das Geschäft für seinen Sohn nur iveiter führe, weil er Geld in das Unternehmen gesteckt habe. Er könne im übrigen nickt verstehen, wie die Frau, die ihre Kriegsunterstützung bekomme, noch Forderungen stellen könne. W. mußte auf Befragen des Gerichts zugeben, daß er die Klägerin weiterbeschäfligt hätte, wenn sie nicht krank geworden wäre. Nachdem da? Gericht die V e r u r t e i l u n g des Beklagten in Höhe des Klageantrages ausgesprochen hatte, erklärte W,:„Dann bringe ich sofort das Geschäft anderweitig unter", worauf ihm der Vorsitzende erwiderte, daß es„gegen derartige Schiebungen glücklicherweise noch andere Mittel gebe"._ Unebenheiten in der Rcichsversicherunflsordnung. Durch Artikel 68 des Einführungsgesetzes zur Reichsvcrsichc- rungsordnung wird bestimmmt, daß den Versicherten, die beim Inkrafttreten der VcrsichcrungSpflicht das vierzigste Lebensjahr überschritten hatten, auf die Wartezeit der Altersrente soviel 49. Wochen angerechnet werden, als das vierzigste Lebensjahr um volle Jahre überschritten war. so daß zurzeit für diejenigen Ver- sicherten, die in der zweiten Oktoberwoche 1845 geboren u-nd die am 1. Januar 1891 in die Versicherung eintraten, die Wartezeit nicht 1299, sondern nur 983 Marken beträgt. Der Anspruch auf diese Ermäßigung kann aber nur dann erhoben werden, wenn der Ver- sicherte in den Jahren 1891— 1896 mindestens 299 Marken geklebt hat. Ist dieses nicht der Fall, muß der Nachweis erbracht werden, daß in den Jahren 1888, 1889, 1899 überwiegend Lohnarbeit per- richtet wurde. Hat ein Versicherter zurzeit mehr als 1299 Marken geklebt, so werden, der Berechnung der Altersrente nur 1299 Marken der höchsten Lohnklasse zugrunde gelegt, während der üverschießeitd« Teil nicht zur Anrechnung gelangt. Anders bei der Inda- Iidenrente, wo jede mehr verwendete Marke eine Steigerung der Rente nach sich zieht. Die Ermäßigung der Wartezeit bei der Altersrenie und insbesondere die Ausschaltung bei der Berechnung der Altersrente der über die Anzahl von 1299 geklebten Marken bringt Unebenheiten mit sich. Dies sei an folgenden zwei Fällen nachgewiesen. Für einen am 19. September 1843 geborenen Versicherten ge- langten 287 Marken der 4. Lohnklasse und 615 Marken der 5. Lohn« klaffe zur Anrechnung. Nach§ 1293 der Neichsversicherungsoronung beträgt der Anteil in der 4. Lohnstuse 159 Mk. X 289 Atarken � 43 359 und in der 5. Lohnklaffe 189 Mk. X 615 Marken— 119 799, insgesamt also 154 959. Die Summe durch die Anzahl der Marken 994 geteilt, ergibt als Anteil der Landesversicherungs« anstalt 179,41 Mk., hierzu der Rcichszuschuß von 59 Mk., den Renten- betrag von 229,41 Mk., aufgerundet auf 220,80 Mk. im Jahr, monatlich 18,49 Mk. Ein am 13. September 1845 geborener Ver- sicherter hatte insgesamt 1242 Marken geklebt. Zur Anrechnung kamen 559 Marken 4. Lohnklaff'e X 159 Mk.— 83 859 und 64t Marken 5. Lohnklasse X 189 Mk. � 115 389. Insgesamt 199 239, geteilt durch 1299 ergibt den Anteil der Landesvcrsicherungsanstalt mit 166,93 Mk., hinzu Reichszuschuß von 59 Mk., die Rente im Betrage von 216,93 Mk., aufgerundet auf 216,69 M k. im Jahr oder monatlich 18,95 Mk. Obwohl also im letzteren Fall 338 Marken mehr zur Verwendung. kamen als im ersterenangeführten, ist die Altersrente um 4,29 Mark im Jahr oder monatlich 35 Pf. niedriger als bei dem Versickerten, der weniger Marken ver- wendet hatte. Noch größer wird jedoch die Differenz, wenn wir annehmen, daß der Versicherte statt 1242 Marken nur die notwendige Pflichtzahl von 985 Marken geklebt hätte. Dann ergibt sich folgende Berechnung: 641 Marken 5. Lohnklaffe X 189 Mk. 115 389, 344 Marlen 4. Lohnklaffe X 159 Mk.— 51 699. Insgesamt 166 989, geteilt durch 985 Marken, den Anteil der Versichc- rungSanstalt mit 169,52 Mk. hinzu, den Reichszusckuß von 59 Mk., eine Altersrente von'219,52 Mk., aufgerundet aus 219,69 Mk. oder monatlich von 18,39 Mk. Diese Differenzen drängen zu einer anderen Berechnungsart, denn bei der jetzt geübten kann es von den Versicherten geradezu als Strafe empfunden werden, mehr als die notwendige Pflichtzahl Marken geklebt zu haben. Erwerbslosenfürsorge in Württemberg. In mehreren Gemeinden Württembergs ist die Erwerbs- losenfürsorge eingeführt oder im Marsch. Der der Zentral- stelle für Handel und Gewerbe angegliederte Sonderausschuß für soziale Fragen hat Grundsätze aufgestellt, die den Gemeinden als Richtlinien dienen sollen. Nack diesen Grundsätzen ist die Kriegserwerbslosenfürsorge be- stimmt für alle erwerbstätigen Personen(männlich und weibliche Ar« bester. Augestellte und»niiderbemittelte Gewerbetreibende), die erwerbs« los und unterstützungsbedürftig werden. Jedoch erhalten nur solche Personen Unterstützung, die, wenn auch mir kurzen Unterbrechungen, mindestens drei Monate in der Gemeinde wohnen. Die Erwerbslosen sind verpflichtet, Arbeit, die ihnen billigerweise zugemutet werden kann, auch außerhalb des Berufs und des Orts sowie zu gekürzter Ar- beitszeit anzunehmen, sofern ein angemessener Lohn geboten wird. Die Höhe der Unterstützung bestimmen die Gemeinden, dock sind RegeUätze vorgesehen; diese betragen pro Woche 9 M. für eine allein- stehende weibliche Person, 19 M. für eine alleinstehende männliche Person, 14 M. für eine Familie aus zwei Köpfen und von da ab bei jedem weiteren Kopf um 2 M. steigend bis auf 39 M. bei Familien aus 19 Köpfen. An Stelle der Geldleistungen sollen tunlichst Naturalien gereicht werden. Unterstützungen der Arbeitgeber oder Gewerkschaften werden von den Gemeinden gar nicht, Zinsen aus Sparguthaben und Rentenbezüge zur Hälile, Einkünfte aus anderen Quellen zu Dreiviertel angerechnet. Bei Beginn der Ertverbslosenunterstützung ist eine stedentZgige Wartezeit vorgesehen, die bei entlassenen Soldaten wegfällt. Von der Unter» stüyung wird ausgeschlosien, wer sie bewußt unberecbligterweise bezieht oder zu erlangen versucht. Mit der Durchführung der Unlerstützungseinrichtung sollen die Gemeinden besondere Ausschüsie von 4—6 Personen betrauen, darunter mindestens ein Unternehmer und ein Arbeiter, die von den am Ort bestehenden Organisationen vorzu- schlagen find. Diese Ausschüsse sollen auch Streitfälle entscheiden. Die endgültige Entscheidung liegt beim Gemeinderal. Mit der Erwerbslosenfürsorge wird die Krankenfürsorge verbunden. Die erwerbslos werdenden Krankenkasienmitglieder müssen sich mindestens in der zweiten Lohnstufe weiter versichern. Die Beiträge werden diesen Versicherten ersetzt. Kranlenunter- stützung wird nach den Sätzen der zweiten Lohnstufe aus die Er- werbslosenunterstützung angerechnet. Leisten die Kassen keine Familienunterstützung oder sind die Erwerbslosen nicht ver» sichert, so hat die Gemeinde zu gewähren freie ärzt- liche Behandlung, Arznei, Stärkungsmittel und ein Sterbe- geld von 30—60 M. Eventuell ist zu gewähren Kranken- hauspflege, Wochenhilfe, ein Wochengeld von 60 Pf. täglich für sechs, ein Stillgeld von 26 Pf. für zehn Wochen. Diese Wochen- Hilfe wird nur gewährt, wenn kein Anspruch auf Reichswochenhilfe besteht. Die Gemeinden toerden schließlich noch darauf hingewiesen, daß mehrere Gemeinden vereint oder ganze Oberamlskörperschaiten diese Einrichtungen treffen können. Vom Staat oder von der Ver- sicherungsanstalt werden beträchtliche Beiträge zu diesen Unter- siützungSeinrichtungen gewährt. Zu wünschen ist nur, daß viele Gemeinden davon Gebrauch machen. Gerichtszeitung. Unüberlegtheit. Biederholt haben wir dringend vor der Fahrlässigkeit gewarnt, in Paketen Benzin, Spiritus, Streichhölzer oder sonst den Transport gefährdende Dinge ins Feld zu senden. Das ist nicht nur verboten und mit schweren Strafen bedroht: wer fahrlässig daS Verbot über- tritt, kann zu hoher Gefängnisstrafe und zu vollem Schadenersatz verurteilt werden. Weit eindringlicher noch als die Möglichkeit, be- straft zu werden, sollte die Ueberlegung vor solcher Fahrlässigkeit abhalten, daß durch Brände, die feuergefährliche Dinge verursacht haben. Tausende und aber Tausende Liebcsgabenpakctchen vernichtet werden können und leider auch vernichtet sind. So sind durch Selbstenlzündung eines einzigen FläschchenS Benzins, das un- überlegte Liebe einer Gabe inS Feld beipackte, über 22 VA) Liebcspakete vernichtet. Wie diel zum Sckmtz gegen Kälte von liebender Hand gefertigte Sachen mögen hierbei mitverbrannt sein. Vom sozialen Standpunkt aus ist die Beipackung feuergefährlicher Dinge ver- brecherischer Leichtsinn. Man beschwichtige sein Gewissen nicht mit der Hoffnung: es wird ja nichts passieren. Tausendmal mag es bei der Gefährdung bleiben, beim nächsten Male tritt die vernichtende Wirkung ein. Auch wenn kein Schaden durch solche Sendung ent- standen ist. ist die Sendung feuergefährlicher Gegenstände strafbar. lieber 300 Anklagen haben wegen solch leicht- fertiger Gefährdung durch und von Liebesgaben erhoben werden müssenl Also Vorsicht bei Sendungen ins Feld mit Rücksicht auf unsere Krieger draußen und auf ihre Familien in der Heimat. Sendet nichts, was feuergefährlich ist. ins Feld!_ Irregeleitetes Jngendgefühl. Strafbare Betätigung seiner Zuneigung zu den Vater- landsverteidigern hat einem IL jährigen Lehrling eine Anklage wegen schweren Diebstahls in sieben Fällen zugezogen; fie führte ihn gestern vor die 6. Strafkammer des Landgerichts I. Der Knirps ist der Sohn eines Turndiener«. Die Turnhalle. die der Vater zu bedienen Hätz ist zum Lazarett eingerichtet, die Bureauräum« sind zur Sammelstelle für Liebesgaben umgewandelt. Der Angeklagte hatte in diesen Räumen kleine Dienste zu HeizungS- und Beleuchtungszwecken zu verrichten und wußte, daß dort in den verschlonenen Schränken allerlei schöne und für Soldaten äußerst nützliche Sachen bewahrt wurden. Der Junge, der auch von den im Lazarett befindlichen Soldaten häufig zum Einkauf von Zigaretten und allerlei Kleinigkeiten benutzt wurde, hat es nun verstanden, in sieben Fällen die Swränke mit falschen Schlüsseln zu öffnen und daraus zahlreiche Liebesgaben zu stehlen, die er dann an Soldaten verschenkt hat. So behauptet er und das Gegenteil ist ihm nicht nachgewiesen. U. a. hat er ein- mal auf einen Hieb ein Paket mit 1000 Stück Zigaretten entwendet, dann wieder Notizbücher, Feldpostkarten, Flaschen mit Apfelsaft, Zigarren, Tabak, Schokolade, Taschenmesser, Federhalter usw. Er will alle diese Dinge an Soldaten verschenkt und diese damit glück- lich gemacht haben. Der Staatsanwalt ging davon aus, daß dem Jungen die ganze Schwere seiner Tat doch wohl nicht ganz zum Bewußt- sein gekommen sein mag und beantragte eine Gesamtstrafe von vier Monaten Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Monat Gefängnis; er wird zur be- dingten Begnadigung empfohlen werden. Unterlassene Anzeige der Diphtherie. DaS Reichsgericht bestätigte am Donnerstag ein Urteil des Landgerichts Aurich. das den praktischen Ärzt Dr. med. Reinhold Köhler in Wilhelmshaven zu 6 Tagen Gefängnis verurteilt hat. weil er al» Todesursache eines von ihm behandelten KindeS Bronchialkatarrh statt DiphiheritiS angegeben und die Meldung das Diphtheriefalles einer Anordnung des Festungs- kommandanten zuwider unterlassen hatte. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 354 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Truppenabschnitt v. Thiel siehe Kav.-Reg. Nr. 8g. Infanterie usw.: Garde: Garde-Res.-Schützen-Bat. Gren.-, bezw. Ins.-, bezw. Füs.-Regimenter Nr. 15, 21, 28, 31(s. Landw.» Jnf.-Reg. Nr. 31), 32, 34, 39, 49, 56 bis einschl. 62, 64, 72, 81, 84, 86, 88, 89, 90, 95, 109, III, 112, 114, 115(f. auch Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 116), 116(s. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 116), 117, 118, 129(f. Jnf.- Reg. Nr. 343[Hoebel]), 131, 132, 135, 140, 141(f. auch Jnf.-Reg. Nr. 343 sSoebelj), 144, 147, 148, 151, 156, 159, 163, 164, 166, 169, 175(s. Jnf.-Reg. Nr. 343 sHoebelj). 343 sHoebelj, 344, 346(s. Er,'.- Jnf.-Reg. Runge), 353, 354, 368, 371, 376 und Regiment v. Kurna- towski. Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 10(s. Jnf.-Reg. Nr. 343 sHoebelj), 12, 15, 20, 21. 26, 46, 55, 56, 59, 60, 73, 74, 78. 80, 88, 91, III, 118, 203, 207, 208, 228, 229, 231 ss. auch Festungs-Maschinengew.-Abt. Nr. 4 Posen), 232, 249. Ers.-Jnf.-Regimenter Nr. 48 ss. Jnf.-Reg. Nr. 343 sHoebelj), Königsberg Nr. 1 ss. auch Fest.-Maschineng.-Abt. Nr. 12 Königsberg), Königsberg Nr. 2 und 3, Gropp ss. Jnf.-Reg. Nr. 344), Hoebel ss. Jnf.-Reg. Nr. 343) und Runge. Landw.-Jnf.-Regi menter Nr. 1 ss. Jnf.-Reg. v. Kurnatowski), 11, 12, 18, 22, 31, 33 ss. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 208), 39, 55, 56, 57. 60. 61. 80, 82. 116, 118, 349. Landst.-Jnf.-Regimenter Nr. 8 und 10. Ueberplanmäßiges Landw.-Jnf.-Bat. Nr. 1 des 4. Armeekorps. Landft.-Jnf.-Bataillone: Dt.-Krone is. Ers.-Jnf.-Reg. Runge), Goldap sf. auch Kav.-Reg. Nr. 89), II Karlsruhe, I Lotzen, Lüneburg, Neustadt i. Wssipr., II Posen, II Schrimm, I Saarlouis ss. Jnf.-Reg. v. Kurnatowski), St. Wendel, I Wesel. Landst.-Jnf.-Ers.-Bataillone: 3. Karlsruhe, 1. Merzig, 26. des 7. Armeekorps sWesel). Jäger-Bataillone Nr. 1 sf. Ers.-Jnf.-Reg. Königsberg Nr. 2), 4, 5. und 6. Radfahrer-Kom- pagnien der 41. Inf.- und der 11. Landw.-Div.; Res.-Radfahrer- Komp. Nr. 76. Gebirgs-Maschinengew.-Abt. Nr. 202; Feld-Ma- schinengew.-Komp. der 29. Jnf.-Div. ss. Jnf.-Reg. Nr. 114); Feld- Maschinengew.-Züge Nr. 212 ss. Jnf.-Reg. Nr. 141), 244, 245 beide s. Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 3), 263 ss. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 116), 267. 274 ss. Jäger-Bak. Nr. 6), 286 sf. Landtv.-Jnf.-Reg. Nr. 56), 287; Feftungs-Maschinengew.-Abteilungen Nr. 3 Graudenz ss. Jnf.-Reg. Nr. 343 sHoebelj), Nr. 4 sPosen) und Nr. 12(Königs- berg); Festungs-Maschinengew.-Komp. Nr. 2 sStratzburg). Kavallerie: Kürassiere Nr. 6; Schwere Res.-Reiter Nr. 2; Dragoner Nr. 8, 13, 23; Husaren Nr. 4 und 6; Nes.-Husaren Nr. 9; Ulanen Nr. 2 ss. Kav.-Reg. Frhr. v. Schlotheim), 3, 4, 10; Jäger zu Pferde Nr. 1, 7, 9, 12; Kav.-Regimenter Nr. 88, 89 und Frhr. v. Schlotheim; Ers.-Kav.-Reg. der 4. Landw.-Div.; 1. mobile Ers.- Eskadron des 5. Armeekorps(s. Kav.-Reg. Frhr. v. Schlotheim.); 2. Landst.-Eskadron des 6. Armeekorps und 1. Deutz. Feldartillerie: Regimenter Nr. 9, 33, 40; Res.-Reg. Nr. 15; Landw.-Regimenter Nr. 3 und 15. Fußartillerie: 1. Garde-Reg.; Regimenter Nr. 1 und 6; Ref.- Regimenter Nr. 3, 5, 14; Fußart.-Ers.-Bat. Nr. 26 sf. Kav.-Reg. Nr. 89); Landst.-Bat. des 11. Armeekorps. Pioniere: I. Garde-Bat.; Regimenter Nr. 18, 23, 25; Bataillone: l. Nr. 1, II. Nr. 2, II. Nr. 3, II. Nr. 14, I. und III. Nr. 16, I. und II. Nr. 17, I. Nr. 27, I. Nr. 28; Ers.-Bat. Nr. 10; Komp. Nr. 229; Nes.-Komp. Nr. 87; 1. Landw.-Komp. des 4. Armeekorps ss. III. Pionier-Bat. Nr. 16); Pionier-Abt. der 2. Kav.-Div. Schein- werfer-Zug des 7. Armeekorps; 4. überplanmäßiger Scheinwerfer- Zug des Ers.-Bat. Pionier-Bat. Nr. 1 ss. Kav.-Reg. Nr. 89); Res.- Scheinwerfer-Zug Nr. 42; Scheinwerfer-Ers.-Abt. Spandau. Leichte Minenwerfer-Abt. Nr. 295; Mittlere Minenwerfer-Abteilungen Nr. 101, III, 120, 153, 155, 199; Schwere Minenwerfer-Abteilungen Nr. 35, 46. 57. Verkehrstruppen: Linien-Kommandanwr Lodz. Militär- Eisenbahndirektion Nr. 3. Eisenbahnbau-Kompagnien Nr. 4 und 28. Armee-Tclegraphen-Abt. Nr. 14. Fernfprech-Doppelzug Nr. 47 der 47. Res.-Div. Feldluftschiffer- und Feldfliegertruppe. Kraft- fahr-Bataillon. Train: Train-Abteilungen Nr. 1, 2 und 13; Korps�brücken- trains Nr. 2 und 51. Magazin-Fuhrparkkolonne Nr. 35 der Landw.- Div. Königsberg. Munitionskolonnen: Artillerie-Munitionskolonne Nr. 6 des 6. Armeekorps; Res.-Art.-Munitionskolonne Nr. 59. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Kompagnien Nr. 2 des 4., Nr. 2 des 7. Armeekorps, Nr. 18 der 35. Res.-Div., Nr. 105 und 117; Etappcn-Sanitäts-Kraftwagen-Abt. der Bugarmee. Feldlazarett Nr. 1 des Gardekorps, Nr. 1 des 2., Nr. 3 des 10., Nr. 6 des 14. Armeekorps, Nr. 12 der 4. und Nr. 3 der 119. Jnf.-Div.; Res.- Feldlazarett Nr. 116 des 41. Refervekorps; Kriegslazarett Nr. 3 des 6. Armeekorps; Ncservelazarette: Altenburg, Badenweiler, Hildesheim, Jnsterburg,„Neutor" Münster und Nr. 2 Saarbrücken. Freiwillige Krankenpflege. Armierungs- und Straßenbau-Formationen: Armierungs- Bataillone. Stratzenbau-Kompagnicn. Artilleriedepot Magdeburg. Kriegsbekleidungsämter. Bezirkskommandos: III Berlin und Soest. *• * Die sächsische Verlustliste Nr. 207 meldet Verluste des Inf.» Reg. Nr. 100; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 133; Feld-Maschineng ew.-Züge Nr. 180, 181, 391; Feldart.-Regimenter Nr. 77, 78; Ers.-Abt., Feld- artillerie-Reg. Nr. 77. Die württembcrgische Verlustliste Nr. 284 veröffentlicht Verluste des Gren.-Reg. Nr. 119; Ers.-Bat. Gren.-Reg. Nr. 119; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 119; Jnf.-Reg. Nr. 120; Inf.- und Landw.- Jnf.-lsteg. Nr. 124; Jnf.-Reg. Nr. 125; Ers.-Bat. Jnf.-Reg. Nr. 125; Laudlv.-Jnf.-Reg. Nr. 126; Dragoner-Reg. Nr. 25- Feldart.-Reg. Nr. 49; Äes.-Feldart.-Reg. Nr. 54; 1. Landw.-Pionier-Komp-; 2. und 3. Feld-Pionier-Komp.; Art.-Munitions-Kolonne Nr. 4; Verluste durch Krankheiten; Berichtigung früherer Verlustlisten. «Ngemeine Kranken- und Sterbekaff« der Metallarbeiter sein vernickelt nur 7.50 M. Zahlr. Dankschr. Versand p. Nachnahme von Kogge A BUhr, Berlin, Mauerstr. 83/84 Bekanntmachung betreffend Ersatzwahlen der Versicherten-Bertreter und Ersatzmänner zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkaffe für de« Stadtbezirk Köpenick. Infolge Ausscheiden der Vertreter und Ersatzmänner find für den Rest der Dahlperiode bis 31. Dezember 1917 25 Vertreter und 65 Ersatzmänner ja wählen. Die Wahl findet statt Montag, den K. Dezember ISIS, von S— v Uhr nachmittags, im Kaffenlokal, Berliner Str. 3. Bewählt wird gemäß den Bestimmungen der Wahlordnung nach den Grundsätzen der Vcrbälwiswahl. Das Wahlrecht ist m Person ansznnbe«. Für die Wahlen find dem Vorstande Vorschlagslisten bis spätestens de« 8. November ISIS einzureichen. Nur bis zu diesem Termin eingereichte Dahlvorschläge können berück« fichtigt werden. Die in den Wahloorschlägen einzeln bezeichneten Be- werber sind unter sortlausender Nummer auszuführen, welche die Reihen- folge ihrer Benennung ausdrückt und nach Familien- und Vornamen. Be, rui und Wohnort zu bezeichnen. Auch ist der Arbeitgeber, bei dem sie be. schästigt sind, anzugeben. Mit den Wahlvorschläge« ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, dast er zur An- nähme der Wahl bereit ist. Die Wahlvorschläge müssen von 30 Wahlberechtigten unterzeichnet sein. In jedem Wahlvorschlag ist scrncr ein Vertreter und ein Stellvertreter sür ihn aus der Mitte der Unterzeichneten zu benennen. Der Wahlvorschlazs» vertretet oder sein Vertreter ist berechtigt und verpflichtet, dem Vorstände die zur Beseitigung etwaiger Anstände erforderlichen Erklärungen ab- zugeben. Die Anstände müssen biS zum 22. November 1915 beseitigt sein. Die eingereichten Wahlvorschläge liegen vom 8. biS 22. November 1915 im Kaffenlotal während der Dienststunden von 8 biS 1 Uhr vormittags aus. Die Stimmabgabe ist an die rechtzeitig eingegangenen Wahlvorschläge gebunden. Die Wahlvorschläge werden in der Rcihensolge ihres Einganges mit Ordnungsnummcrn verschen. Die in Betracht kommende OrdnungS- nummer wird von dem Vorstände mittels öffentlicher Betanntmachung mit- geteilt werden. Sind aus gültigen Wahlvorlchlägen im ganzen nur so viele wählbare Bewerber benannt, wie Vertreter zu wählen sind, so gelten dieselben als gewählt. Sind weniger Bewerber vorgeschlagen, so gelten diese ebenfalls als gewählt, wegen der noch fehlenden Vertreter ist alsbald eine neue Wahl vorzunehmen. Die Stimmabgabe am Tage der Wahl erfolgt durch ewen Stimm- zettel, welcher die bezeichnete Ordnungsnummer deS Wahlvorschlages enthält. Die Stimmzettel müssen von weisser Farbe und 10 mal 8 Zenti- Meter gross sein Wahlberechtigt und wählbar find: die volljährigen Bersicherteu der Allgemeinen OrtSkrankenkasse für den Stadtbezirk Köpenick. Zur Feststellung der Wahlberechtigung liegen die Mitglicdervcrzeichniffe bis zum 8. November 1915 während der Dienststundcn im Kaffenlotal aus. Einsprüche gegen die Richtigkeit der fich aus dem MitgliedcrverzeichniS ergebenden Wahl- und Stimmbercchtigung sind bei Vermeidung des Aus- IchlusseS spätestens bis zum 8. November 1915 unter Beifügung von Beweis- Mitteln bei dem Vorstände einzulegen. Ferner hat sich jeder Wahlberechtigte, soweit er seiner Person nach nicht bekannt, bei der Wahlhandlung mit einer Legitimation zu versehen. ES ist dies die Mitgliedskarte oder eine Bescheinigung deS Arbeitgebers, dass der Betreffende am Tage der Wahl noch in Beschäftigung steht. LcgitimationS- sormularc zu diesem Zweck werden den Arbeitgebern einige Tage vor der Wahl zugestellt werden. 271/3 Köpenick, den 13. Oktober 1915. Der Vorstand. Ott» Nickel, vorfitzender. Fricbr. Marken, Schriftführer. Orts- Krankenkaffe der Buchbinder und verw. Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung. Aus Grund unseres WablauS- schrcibcns vom 11. September ist bis zum 2. Ottober seitens der Ver- sicherten nur eine Vorschlagsliste sür die Vertreter zum Ausschuß ein- gereicht. Die Liste enthält 150 Namen und gelten die von 31— 150 bezeichneten als Stellvertreter zum Ausschuß laut Z 9 der Wahlordnung als gewählt. Die Liste liegt vom Montag, den 18. Oll ober ab, vormittags von 8 bis 1 Uhr im Bureau der Kasse, Stralauer Str. 7/9, zur Einsicht aus. Anfechtungen gegen die Wahl sind innerhalb eines Monats beim Vor- stand oder beim VersichcrungSamt der Stadt Berlin anzubringen. Berlin, den 16. Oktober 1915. H. Gottesmann, Vorsitzender. F. Keese, Schristführer. 271/4 Stoffe für Maß-inzöge, Paletots, dtster Meter 6, 8, 10, Vt M. Damen-Kostioi- nnd Blster-Stofle „Neuheiten" Meter 3, 5, 7 M. SeiMWe, Persianer imit Astrachan Meter 10, 15, 20 M. Koch& Seeland, Tnch-Lager Gcrtraudteii strafte 20—21.• �tansiemt einer I,eibbliide? Sämtliche Systeme am Lager resp. nach Maßanlertigring sowie Bruchbandagen � Artikel z. Gesnndh.- O.Krankenpflege Pollmann, Bandagist Berlin N., Lothringer Str. 60. Lieferant für Krankenkassen. Frack-, Smoking-, öehrock-Verleih-Institut S. Berg Nachf. 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Oltober, nachm. 3 Uhr, von der Leichen- balle de» Kirchhofes in Steglitz, Bergstraße, au» statt. Den Kollegen ferner zur Nach- rächt, daß unser Mitglied, die Widlerin Elissbetti Winter Neukölln, Steinmetzstr. 30, am 12. Oltober gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 16. Oktober, nachmittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorser Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 120/17 Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag, den 14. Ok« tober, verstarb nach längerem Leiden unsere gute, treusorgende Mutter, liebe Großmutter und Schwiegermutter, die Witwe Berta Schönberg geb. Haase im Alter von 72 Jahren. Dies zeigen tiesbetrübt an Iiis trauernden Hinterbliebenen Familie Johannes Schönberg, Neukölln, Knesebeckstr. 43. Familie Max Schönberg, Jonassir. 36. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des neuen JakobikirchhoseS, Hermann- straße, aus statt. 30A Deutscher srsWcrtsrheiter-Verhsnll. Bezlrksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener kicharä Adam von der Firma Lustig, Prinzen» straße, am 13. Oktober im Alter von 22 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Bartholomäus- Kirchhofe», Weißensee, Falken- berger Chaussee, aus statt. 67/18 Bie Bezirksverwaltung Hiermit zur Nachricht, daß mein lieber Mann, Vater, Schwieger- vater und Großvater, der Maurer ködert Selmdmaetier am Mittwoch, den 13. Oktober, nachmittags 6 Uhr, im Aller von 62 Jahren einem Schlagansall erlegen ist. A Berlin- Reinickendorf Die trauernden Hinterbliebenen Peullne Schuhmacher geb. Töpfer, Hermann Koplin nebst Frau und 5kindern. Die Beerdigung findet am Sonn- tag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Reinickendorfer Fried- hoies, Teichstraße, aus statt. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 26 September mein lieber, guter Mann, unser lieber Vater, der Landsturmmann Hennanii Pfehr infolge eines Halsschusses. In tieser Trauer Marie Pfehr nebst Kindern. Heines Werke - i Bände 4 Mar!• Buchhandlung vorwärts Männerchor„Lerche-Einigkeit" (Hutmacher). (M. d. D. A.-S.-B.) Wiederum hat der Völkerkrieg ein Opfer aus unseren Reihen gefordert, und zwar fiel bei den Kämpfen unser lieber Sanges- bruder Walter L.awereni. Ehre seinem Andenke»! 60/14 Vvi- Vorstand. RenkersWerke . i Bände 4 Blort■ Buchhandlung vorwärt» Am 13. Oktober verstarb unser guter Vater und Schwager, der Droschkensührer 38A Max Faust. Die Einäscherung findet Sonn- abend, den 16. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, im Krema- torium Gerichtstr. 37/38 statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage allen, insbesondere dem Stadtverordneten Genossen Küter sür die trostreichen Worte am Sarge der Entschlasenen. meinen innigsten Dank. August Mechau- Lackierer, 26ö2b Oldenburger Straße 23. vanksaxunx. Für die vielen Beweise berzlicher Teilnabme sowie sür die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Vaters, Schwieger- vaters, Großvaters und Onkels Ferdinand Klaus sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Deutschen Tabakarb eiler-Verband Ber- Im, dem Berliner Naucherbund, dem Rauchklub.Holländer', dem Personal der Firma W. Klein, insbesondere Herrn Wieloch für seine trostreichen Worte am Sarge des Dabin- geschiedenen unfern innigsten Dank. käax Klaus nebst Angehörigen. MW»WW>WW>»»W»»M« Bei mir sind apart« and solide Lodoomuniel noch 16.—.statt s&V») Loden d eierinen„ 10.—( IG1/,) billig haben! 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Gleichzeitig werden die Wadlderech- tigten davon in Kenninis gesetzt, daß der von den wahlberechtigten Ver- sicherten eingereichle Wahioorschiag leingereicht durch Paul Dunkel zu Neukölln, StellverlreierFranzNeuschel zu Neukölln) 16 Verlreier und 26 Ersatzpersonen, beginnend mit Her- mann Liesegang, Metallarveiter. Neukölln. Siegfriedstraste Lv, enthält. 271/5 Der Wablvorschlag lann von den Wahlberechtigten im Kassenlokaie, Jdealpassage 11/12, Zimmer 4, werk- tags in der Zeit von 8 bis 1 Uhr eingesehen werden. Anfechtungen sind innerhalb zwei Wochen, vom Tage dieser Bekanntmachung ab gerechnet. bei dem Kassenvorstand oder dem VersicherungSamt anzubringen. Neukölln, 16. Oktober 1915. Der Kasienvorstand. Heinrich, Ritter, 2. Vorsitzender. Echristsührer. trr— ne«» Kressin d Alkoholfr. BatpBnfca V Franz Abraham Esal. Messina-u.Römertrank-ffell. C.25 Bsrlalitr. 8a, Fernsp. Kgst. 18708 paflB-flnttalten Arkona-B.d, Aakl>m«r-8tr. M. lentral-Batl». Diana-Bad Kational-Bad, Bnuu.n.tr,». Passage- Bad g°�u,7r Reform-Bad, Wiener Str. 65. �acjjeMjjionfl�� Br. Friedrldi, Eisenbahnstr. 31 A�GroßkinsIrjr�Bo�� Oskar ianko's Biotbhdterei Geschalte in eilen Stadtteilen Berlins sowie In Neukölln u. Treptow OecrOndet 1892. F. Kiezewetter, Sckirslbetneritr. U. Felix Kynast, Dänenstr. 5. Fr. Pribyl, Osnabrückerstr. 26. FrltjRlchterjr, Lieben walderst. 13 Tnrhon Filialen in allen iUrUdll Stadtteilen. Emil Werk, Samariterstr. 8. Otto Wollt, Treptow, Krüllst. 16 Zachan, Qr.-Iichter(.yCkst8SMst88s Paul Zaslrow, Stromstr. 33. Erscheint 2 mal «rfichentlich. | Bezugsquellen■Veraeeichnisl Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkauf. utter, Eier. Haie 1 Wilhelm fiöbel 1 25 eigene Filialen. i August Holtz Herrn. Kunert, Culmstr. 29 I r 48 eigene>>t>ll|ft«chifts Kosmalla,£., 48-»!!«.. ühly&Wolfram 4 ClHarrentabrlleen» JUHL 250 GESCHÄFTE P.Stsebr,Fi8chhdlß.Riucherwar. Weidcnweg 19 FU. Frznkfart. Allssl 51/51 giepjjpajiepei�� BrauerelBötzoiu empfiehlt QuansDiere ersten Ranges. Osw. 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Alb., Fr.pkf, AlleetO 4 /atlnateller k W.Beit, Mkalhzeralr. 43 g.Wr>nf eilig. 4 liliehlsdorf» Frau A. Pegel, Kolonialwaren. 4 Wiarlenaorf k H. Wagner, König. 1. 11, Phisck.-Warilw 4 Spandau> Scheaerleln.Breiiftst.ls.FInct».-. Wnlw. 4 StrauH' ca ► GewcrkBchaftsh.W.ktgnaa•npLiVir Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wrelepp, Neukölln. Für de» Inserat enterl verantw,: Tli. Glocke. Berlin. Druck».Verlag: Vorwärt» Luchdruckerei u. VerlagsanstaU Paul Singer& Go, Berlin SW. Nr. 28k. ZZ. Jahrg. SeDs-Scilagt des JMrlf filt SRcii-Wejlc� 16. fflWrtft 1915. Die kämpfe um fleisch und Jett. Beim Schlachthof. In Ergänzung unserer gestrigen Mitteilungen wird auf Grund eingehender Beobachtungen und Feststellungen folgendes berichtet: In der Tchaerstratze beim städtischen Schlachthof wird an zwei ver- schied enen Stellen„billiges" Fleisch verkauft. Unmittelbar an der Ecke der Thaer- und Eldenaer Straße ist der Verkauf von städtischem Fleisch(Gefrierfleisch, Speck, Schmalz usw.) nach dem Muster des Verkaufs in den Markthallen neu eingerichtet, während weiter hinten nach dem Ringbahngebäude zu in der von den Viehkommissio- nären unterhaltenen sogenannten Freibank das„minderwertige, aber bedingt taugliche" Fleisch zu noch erheblich billigeren Preisen abgegeben wird, wie das hier schon seit Jahren geschieht. Die städtische Verkaufsstelle ist täglich von 7 Uhr morgens ab geöffnet, die Freibank mit Ausnahme des Donnerstags von 8 Uhr morgen? bis 1 Uhr mittags. Der Andrang zu der Freibank ist wegen der um mehr als die Hälfte billigeren Preise naturgemäß in der Regel viel stärker als zu der Verkaufsstelle an der Ecke. An beiden Stellen finden sich Kauflustige schon in den frühen Nachmittag- stunden ein und übernachten auf offener Straße, bis am anderen Morgen die Verkaufsstände geöffnet werden. Kinder dürfen sich in den wartenden Reihen nach 8 Uhr abends nicht mehr aufhalten. Wir zählten am Donnerstagabend um lO Uhr bei der Frei- dank etwa 10l1 zum Uebcrnachten mit Schemeln und Decken ver- sehene Personen, vorwiegend ältere Männer und Frauen, bei der städtischen Verkaufsstelle die Hälfte weniger. Im Laufe der Nacht- stunden kommt natürlich starker Zuzug. Am Freitag früh um 7 Uhr waren an beiden Stellen zusammen 7— 800 Personen versammelt, davon etwa 500 bei der Freibank, wo bis zu sechs Pfund Fleisch mit einem Male, gewöhnlich nur Rindfleisch, abgegeben werden zum Preise von 70 Pf. für das Pfund. Speck, Schmalz, Liückenfett und dergleichen ist hier nicht zu erhalten. Gestern wurden ausnahmsweise ziemlich alle Wartenden befriedigt. Viel häufiger kommt es vor, daß Hunderte, die schon die halbe Nacht gewartet haben, in der zehnten oder elften Vormittagsstunde mit leeren Händen nach Hause gehen müssen. Besitz einer Ausweiskarte, die in der Freibank beim Empfang der Ware abgestempelt wird, ist Vorbedingung. Man darf also mit derselben Karte nur einmal kommen. Sehr geklagt wird über die große Anzahl Feldgrauer, die sich unter Ausnutzung ihrer Uniform namentlich bei der Freibank an der Eingangstür aufstellen und sich den ersten Zutritt zu ver- schaffen wissen, obwohl sie nur kurze Zeit gewartet haben. Die Frauen lassen gern einigen Feldgrauen den Vortritt, sind aber gegen die überhandnehmende Bevorzugung, zumal beobachtet worden ist, daß Feldgraue nach einer halben Stunde wiederkommen, sich abermals außer jeder Reihe vordrängen und mit einer neuen Aus- weiskarte zum zweiten Male sechs Pfund Fleisch erhalten. Wir sahen gestern früh, daß um 8sh Uhr etwa 40 Feldgraue, die eine Stunde vorher noch nicht da waren, gleichzeitig eingelassen wurden, während die Frauen, die schon viele Stunden in der Reihe gewartet hatten, noch weiter warten mußten. Daß größere Fleischmengen auf Bestellung für gut angeschriebene Leute bei der Freibank reser- viert werden, ist längst bekannt. Das war schon immer so. Dann ist eS natürlich kein Wunder, daß zahlreiche Wartende leer aus- gehen. In der Andreashallc. Durch die Neuregelung, daß Schinken, Speck und Schmalz nur noch vormittags mit Ausnahme des Sonnabend an den städtischen Fleischverkaufsstäuden verabfolgt wird, glaubte man den stürmt- schen Auftritten vor und in der Halle ein Gegengewicht gegeben zu haben. Es wurde, wie Markthallenbeamte erklären, damit gcrcch- net, daß die Frauen am frühen Morgen weit weniger als am Nach- mittag Lust verspüren würden, stundenlang vor der Halle auf die Eröffnung zu warten. War es doch gerade in der Andreashalle, in einem der dichtbevölkertsten Stadtviertel, wochenlang täglich äußerst ungemütlich zugegangen. Beim Eindrängen in die Halle um 5 Uhr nachmittags wurden zahlreichen Frauen die Hüte vom Kopf und die Kleider vom Leibe gerissen. Alte Auftichtsbeamte erklärten uns, daß sie ähnliche Szenen nie erlebt haben. Schutzleute konnten den An- stürm oft nicht aufhalten, wurden glatt an die Wand gedrückt. Tat- sächlich war nun am Donnerstagnachmittag ein starkes Abflauen bemerkbar� da es ja nur Gefrierfleisch gab. Es standen um 5 Uhr vor beiden Halleneingängen zusammen höchstens 600 Menschen, deren Eintritt in die Halle sich, abgesehen von dem unvermeidlichen Gedränge, durchaus ruhig vollzog. Auch an den Verkaufsständen ging es ziemlich ruhig zu. Nur wurde' von allen Seiten darüber geklagt, daß man ein Pfund Rückenfett zum Schmalzauslassen erst nach Kauf mindestens eines Pfundes Schweinefleisch erhält. Wer also nicht drei Mark anlegen konnte oder wollte, bekam nichts. In der siebenten Abendstunde wurde, wohl weil das Geschäft bisher nicht nach Wunsch gegangen war, sogar verlangt, zwei Pfund Rückenfett und zwei Pfund Schweinefleisch abzunehmen! Von vielen Seiten wurde mit großer Bestimmt- heit behauptet, daß Flcischpakete, besonders mit Speck und Schmalz gefüllt, für gewisse Vorbestcllcr reserviert werden, um diesen Be- stellern das Warten und Drängen zu ersparen. Sicheres hat sich hierüber zunächst nicht feststellen lassen, doch besteht der starke Ver- dacht, daß in dieser Form Unregelmäßigkeiten vorkommen, weiter. Gestern(Freitag) früh gab es nun neue Ucberraschungen und große Erregung. Entgegen der Annahme der Verwaltung hatten sich die Frauen auch am Morgen außerordentlich zahlreich einge- funden. Hunderte standen schon seit 5 Uhr früh und warteten geduldig auf die um 7 Uhr erfolgende Oeffnung der Halle. An den Verkaufsständen erfuhren sie, daß es Schmalz überhaupt nicht gab und Speck nur in geringer Menge vorhanden war. An den Ständen 9 und 10 war der Speck schon 20 Minuten nach 7 Uhr, an den Ständen 76 und 77 kurz nach 8 Uhr ausverkauft. Mehr als tausend Frauen hatten wieder nicht bekommen, was sie brauchten. Warum hat man die Frauen nicht schon vor der Halle, also vor der Eröffnung, durch Anschläge oder Aus- rufe verständigt, wie die Dinge lagen? Dann hatten sie nicht nötig, umsonst zu warten. Es mutz doch in der Halle schon lange vor 7 Uhr bekannt gewesen sein, daß kein Schmalz verkäuflich war. Mun soll es am Montag früh, also Sonnabend und Sonntag nicht, . wieder reichlicher Speck und Schmalz geben. Wird man Wort halten? Auf dem Vorhofe der Andreashalle findet zeitweise ein umfangreicher Handel mit K n o ch e n f l e i s ch statt. Es werden aber nur größere Mengen abgegeben und natürlich von Laden- Inhabern erstanden, gewöhnlich zum Preise von 18 Pf. pro Pfund. Trotz dieses Preises wird jetzt am Knochenfleisch, das durch drei bis vier Hände geht, ehe es aus den Konservenfabriken an den Konsu- menten gelangt, viel Geld verdient. Markthallenbeamte erklären, daß entschieden Bedarf besieht für Einrichtung eines städtischen Knochenfleischverkaufes in allen Markthallen und daß die Stand- schlächter auch hierbei ihre Rechnung finden würden. /ins Hroft'öerlin. fyctf* und flcischarme Kost. Die außerordentliche Teuerung und Knappheit der Fettwaren nötigt vor allem die Frauen der arbeitenden Bevölkerung zu großer Einschränkung, und es ist staunenswert, wie die Arbeiterfrauen es überhaupt fertig bekommen, noch Mahlzeiten zusammenzustellen. Aber ihr Portemonnaie legt ihnen geradezu Beschränkungen auf und dazu kommt die schwere Sorge über die Gestaltung ihres Küchenzettels. Da kommen nun Nennmalweise her und erteilen alle möglichen Lehren. Der eine weist wissenschaftlich nach, daß man auch ohne Fett auskommen kann im Gegensatz zu der bisherigen Ernährnngs- lehre, und andere fabrizieren Küchenzettel über fett- und fleisch- arme Kost für— andere. In manchen Fällen lesen sich solche Küchenzettel wie ein wahrer Hohn, soweit sie für die arbeitende Be- völkerung bestinrmt sind. Man lese nur folgendes Rezept einer Frau Johanna Martin-Zeitz, das in einigen Blättern abgedruckt wird. Da heißt es: „Vorzubeugen und mitzuhelfen an dem Werke der Ernährung?- frage in gegenwärtiger Kriegszeit ist in großem Maße in die Hand der einzelnen Frau gegeben. Wenn alle den selbstischen Standpunkt aufgeben:„aur mich kommt eS nicht an, ich kann weiter nach alter Gewohnheit leben!" so wird uns kein voll- ständiger Mangel in einzelnen Lebensmitteln treffen. Vor allen Dingen müssen jetzt die fettreichen Suppen gänzlich vom Küchenzettel verschwinden, sie bedeuten eine Vergeudung an Fetten, die nutzbringender angewendet werden können. Jetzt zur Herbstzeit(und durch weises Einkochen der Säfte auch zur Winterszeit) müssen Obstsuppen in verschiedenster Gestalt auf den täglichen Tisch kommen. Berbcritzensuppe(Mehl- füßchen, Rotdorn, gemeiner Sauerdorn) gewinnt man aus den roh zerstampften Beeren, die mau mit Wasser eine Stunde kocht, durchseiht, mit Zucker süßt, mit Mehl verdickt; Holunder- suppe(Fliederbeeren) desgleichen. Hagebuttensuppe(wUde Rose) erfährt gleiche Zubereitung, nur entfernt man vor dem Kochen die Haare und Kerne der Früchte und braucht nicht durchzuseihen. Birnen- und Apselsnppe gewinnt man auf billigste Wetie durch Abkochen der vielfach für wertlos erachteten Schale». Zu Pflaumen- suppe können auch die gut ausgekratzten und gewaschenen Fall- pflaumen benutzt werden, selbst wenn sie madig sind. Pilzsuppe kocht man aus Pilzen jeder Gattung unter Zugabe von Petersilie als Gewürz. Geriebene Reste gekowter Kartoffeln, mit Mehl und etwas Salz vermengt, zwischen den Fingern zu Streuseln ver- rieben, in stark kochende Mischung von halb Wasser, halb Mager- milch gestreut und fünf Minuten gekocht, sind als billige Suppe zu empfehlen. In da« Abkochwasser von Kartoffelklößen kann man die Reste von Kartoffclklößen schneiden, langsam erhitzen lassen und als Suvpe reichen. Hefenklöße, Hafergrützbrei mit geschmortem Obst, Kartoffel- klöße mit gekochten Birnen, Apfelklöße, Milchreis, Scmmelauflauf, Nudelauflauf, Graupenauflanf, alle diese Gerichte lassen sich ohne Fett, Butter oder Fleisch herstellen und bilden die sättigende Ver- vollständigung der Mittagsmablzeit zu den Suppen." Wo diese empfohlenen Suppen lediglich als sättigende Vervoll- ständigung der Mittagsmahlzeit gedacht sind, mag es angehen. In Arbeiterfamilien ist man schon froh, wenn ein Gericht gekocht werden kann, da erachtet man Snvpcn als Luxus. Wird aber einmal eine Suppe gekocht, so muß sie als Mittagsmahlzeil gelten. Mit solchen hier empfohlenen Wassersuppen allein dürften die Arbeiter bald zusammenknicken. Im Volksmnnde würde man sagen: Man lernt langsam laufen und weit sehen! Bcstaildaufnahme von elcktrischcn Maschinen. Eine soeben erschienene Bekanntmachung befaßt sich mit der Bestandsaufnahme von elektrischen Maschinen, Trans- formatoren und Apparaten. Nach dieser Bekanntmachung sind alle Besitzer von elck- krischen Maschinen, Transformatoren und Apparaten, die sich auf Lager befinden oder während des Krieges entbehrlich sind, verpflichtet, diese Bestände der„Vertcilungsstelle für elektrische Maschinen des Kriegsministeriums", Berlin SW 11, König- grätzer Straße 106, unter Benutzung der vorgeschriebenen Meldekarte anzumelden. Die Meldung hat zu erfolgen: a) bis zum 25. Oktober 1915, sofern die zu meldende An- zahl an elektrischen Maschinen, Transformatoren und Apparaten 100 Stück oder darunter betragt; d) bis zum 30. Oktober 1915, sofern über 100 elektrische Maschinen, Transformatoren und Apparate zu melden sind. Die Verteilungsstelle für elektrische Maschinen ist der Fabrikenabteilung des Kriegsministeriums angegliedert. Sie vermittelt die Deckung des Bedarfs an elektrischen Maschinen, Die Bekanntmachung enthält noch eine ganze Reihe näherer Bestimmungen, so über die Art der zu meldenden Maschinen, über Meldepflicht bei eintretenden Veränderungen usw. Der Wortlaut der Bekanntmachung kann bei den Polizei- bchörden eingesehen werden. Zwei Arbeiterinnen auf der Wannseebah» getötet. Ein bedauerlicher schwerer Unglücksfall, dem zlvei Kriegerfrauen zum Opfer fielen, hat sich am gestrigen Freitag vormittags auf der Wannseebahn zugetragen. In der Nähe von Nikolassee wurden zwei Bahnarbeitermnen von einer Leerlokomotive überfahren und getötet. Wir erfahren hierzu folgende Einzelheiten: Auf der Strecke der Wannseebahn zwischen Wannsee und Nikolassee werden gegenwärtig kleinere Ausbesserungsarbeiten des Bahnkörpers vor- genommen, bei denen auch Frauen verwendet werden. Gestern vormittag war eine Gruppe von sieben Frauen unter der Leitung eines Aufsehers in der Nähe des Bahnhofs Nikolassee mit Arbeiten auf dem Fahrdamm beschäftigt. Als gegen st�ll Uhr von Wannsee her eine Nangiermaschine herannahte, gab der Ausseher vorschristsmäßig und rechtzeitig aus einer Hupe das Warnungssignal. Während fünf der Arbeiterinnen, die sämllich zwischen den beiden Schienensträngen beschäftigt waren, die Warnung sofort befolgten und sich in Sicherheit begaben, müssen die beiden letzten Frauen das Signal wohl überhört habe». Sie versuchten zwar noch im letzten Augenblick zur Seite zu springen, wurden jedoch von der Lokomotive erfaßt und gerieten unter die Räder der Maschine. Beide Frauen wurden auf der Stelle getötet. Die Verunglückten sind die Arbeiterfrauen Moll aus der Neuen Straße 19 in Nowawes und Wollcnschläger aus der Luisenstraße in Nowawes. Frau Moll, deren Ehemann zurzeit im Felde steht, hinterläßt drei unmündige Kinder. Der Mann der Frau Wollenschläger hat vor»twa sechs Wochen den Tod auf dem Schlachtfelde gefunden. Die Lcich?« der Verunglückten wurden vorläufig beschlagnahmt und nach der Halle de? Friedhofs in Wannsee geschafft.— Eine behördliche Untersuchung des bedauer- lichen Unfalls ist sofort eingeleitet worden. Sie hat ergeben, daß zweifellos eigene Unvorsichtigkeit der Getöteten vorliegt. Ter Schützengraben in Schönholz. Die Verwundeten der Lungenheilstätte„Schönholz I* haben einen regelrechten Schützengraben hergerichtet. Er weist Schulter- wchren, Nachlpostenstand und mehrere Unterstände auf. Ihm vor- gelagert sind Drahtverhaue. Zur unentgeltlichen Besichligung an den Besuchstagen(Sonntag, Dienstag und Freitag) unter sacw männischer Führung laden die Verwundeten ein. Verbindung ist: Vorortzug nach Tegel oder Hermsdorf bis Bahnhof Reinickendorf- Schönholz und die Linien 23 und 36 bis zur Endstation der letzteren. Vom königlich bulgarischen Konsulat, Berlin, werden die in Deutschland zurückgebliebenen Angehörigen bulgarischer llutertanen, die zu den Fahnen einberufen wurden, aufgefordert, sich zwecks Unterstützung schriftlich mit den erforderlichen Angaben und Unterlagen an das Konsulat, Verlin LO., Rungcstr. 22/24, zu wenden. In der Markthalle vom Tode überrascht wurde gestern die 61 Jahre alte Ehefrau Wilhelmine Reinsch, geborene Bock, vom Weidcnweg 64. Sie brach in der Halle an der Andreasstraße plötzlich besinnungslos zusammen und starb auf der Stelle, nach dem Gin- achten eines Arztes wahrscheinlich an Herzschlag. Wer ist die Tote? Aus dem Kanal gelandet wurde Donner?- tag vor dem Hause Oberwasserstr. 12 die Leiche einer Frau, die schon längere Zeit im Wasser gelegen hat und bis zur Unkenntlich- keit berlvest ist. Die Ertrunkene ist etwa 1,50 Meter groß und dunkelblond und trug eine blaue Bluse mit Rosen und Blattmustcr, einen schwarzen Rock mit Samtstoß, ein schwarzes Jackett mit abgerundeten Ecken und blauweiß gestreiftem Seidenfutter, schwarze halbe Lackschuhe und eine Halskette mit einem Medaillon mit innere'. Verzierung von Rosen und Goldpünktchcn. Die Jackcttknöpfe tragen eine silbergraue Pcrlmntteranflagc. Herbftwaldlauf des Turnvereins Ffichte. Am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, veranstaltet der bei der Berliner Arbeiterschafi bestens bekannte Verein seinen dies- jährigen Herbstwaldlanf in den Miiggelbergen. Die Kriegszeit hal der Beliebtheit dieser Läufe durch Busch und Wald, über Stock und Stein keinen Abbruch tun können. Der Verein hofft auch diesmal, daß die Arbeiterschaft durch zahlreiches Erscheinen ihr Interesse für die Bestrebungen des Vereins kundgibt. Die Strecke beträgt für Männer und Jugendliche 2000 und für Frauen 500 Meter. Treff- und limkleideiokal ist das Restaurant„SÄmetterlingShorst" am Langen See; die Turnplätze sind an diesem Tage geschloffen. �US den Gemeinden. Einführung von Fleischkarten in Lichtenberg. Der Lichtenberger Magistrat macht bekannt: Der Verkauf der städtischen Fleischwaren erfolgt don Montag. den 13. Oktober ab, ausschließlich gegen Vorlegung einer zum Em- kauf berechtigenden Bezugskarte. Die Bezngskartcn werden Sonntags vormittags von 9— 1 Uhr, wochentags nur nachmittags von 5—7 Uhr im Rathaust Möllen- dorffstraße 0 in den am Eingange des Rathaust? durch Anschlag be- zeichneten und beim Kastellan zu erfragenden Zimmern verabfolgt. Zum Ausweist über ihre Persönlichkeit müssen die Antragsteller ihre Sleuerquittung, den Mietvertrag, da? Mietquittungsbuch, die Jnvalidcn-Ouittungskarte, Krankenkassen-Mitgliedskarte oder den Ausweis über den Bezug von Kricgsuutcrstützung vorlegen. Der Verkauf erfolgt nach wie vor: Montags und Donnerstags von 9—12 und 4—7 Uhr in der Scharnweberstr. 49; Dienstags und Freitags von 9—12 und 4—7 Uhr in der Türrschmidtstr. 2; Mitt- wochs und Sonnabends von 9—12 Uhr vormittags in der Magdalenenstr, 14; Mittwochs und Sonnabends von 4— 7 Uhr nach- mittags in der Friedrichstr. 14. Lcbcnsmittclfragen in Hönow. Tie letzte Sitzung der Gemeindevertretung beschäftigte sich mit einem sozialdemokratischen Antrag auf Herabsetzung der Brotpreist und Einführung einer Mehlkonirolle in den Bäckereien. Aucd die forlgcsetzlen Klagen über schlechtes Brot wurden einer Nachprüfung uittcrzogeu. Die geladenen Bäckermeister erklärten, diese Kiagcu seien auf das gelieferte dumpfige Mehl zurückzuführen. Mit Herab- sttzung der Brotpreiie waren die Meister nicht einverstanden, sie verlangten erst den Beweis dafür, daß andere Ortschaften das Brot billiger als vier Pfund für 75 Pf. liefern würden. Ist dieser Be- weis erbracht, soll weiter verhandelt werden. Bezüglich des schlechten MchleS wurde eine Kommission gewählt, die da? zu licstrude Mehl einer Prüfung unterziehen und minderwertiges zurückweisen soll. Zwei andere Aitträge unserer Vertreter auf Einkauf von Kartoffeln und Heringen fanden die Zustimmung der Gemeindevertretung. Milchverfälschnng. Das Amtsgericht Köpenick hat den Milchhändler August B o s ch i n, Gosen, Köpcnickcr Sir. 66, wegen fortgesetzten Ver- gchens gegen K 10 des NahrungsinittclgcsetzeS(Milchfälschimg) zu 100 M. Geldstrafe verurteilt und die Publikation des Urteils in der Itöpcnicker Presse angeordnet. flm aller Welt. „Gcniütvolle" Hauswirte. Unser Dresdener Brudcrorgan berichtet folgendes über das Be- nehmen einiger Hausbesitzer in den Dresdener Vororten Löbtau und Cotta: Jir einem Falle geht die Frau am 30. September zum Hauswirt und zeigt ihm an, daß er nimmehr die Miele nicht mehr viertel- jährlich oder monatlich vorausbekommen kann. Auch macht sie ihn aufmerksam, daß bereits bei der KriegSorganisation ein Gesuch um Mietbeihilst ab Oktober eingereicht ist. Darauf der Wirt:„Daß Ihr Mann im Felde ist, geht mich nichts an. ich verlange meine Miete und dazu ist die Unterstützung da. Erst komme ich, dann kommt Ihre Ernährung. Oder Sie ziehen so- fort aus I" In ihrer Angst erwiderte nun die Frau, Mutter von vier Kindern:„Gut, Sie sollen Ihre Miete von der Unterstützung erhalten, ich gehe mit meinen Kindern in die Eibe, wenn Sie mich so drücken."— Der zweite Fall. Die Frau eines KricgerS geht am 30. Sep« tember zur Besitzerin des Grundstückes und sagt ihr, daß sie die Miete nicht mehr vorausbezahlen kann. Die Aul- wort:„Ich verlange meine Miete, ob Sie«tw«s zu essen haben, geht mich nichts an. Ich schmeiße Sie aus der Woh- nung, gehen Sie an die Weitzeritz schlafen. Von solchem Pack habe ich schon genug, die haben mich schon um viele Miete gebracht, und solche» Pack kommt mir nicht mehr ins Haus.... Was geht mich der Krieg an und die Kriegsorgani- sation." In beiden Fällen war nach vorliegendem Mietsbuch kein Pfennig Schuld, es war bis zum 1. Oktdber bezahlt. Nufgcdccktcr Bildcrschwinbel. Die Münchener Polizei hat in der Wohnung eines angeblichen Journalisten Lehmann ein ganzes Lager von gefälschten Bildern Münchener Meister wie Leu- dach, Defregger. Albert von Keller, Hodler usw. entdeckt. Der Fälscher war mit seiner Familie bei Ankunft der Polizei entflohen. Bon der Großmutter ermordet. Ans dem Damm deS sogenannten Minnerteichs bei M ö b r e n b a ch(Thüringer Wald) fand man am Donnerstag die Leiche deS dreizehnjährigen Schulknaben Otto Hof mann mit einer Stichwunde am Halse. Bald darauf wurde auch die Lcicke der Großmutter des Knaben. der Witwe Auguste Ritter, auf dem Bahndamm aufgefunden. Gegen sie soll ein Untersuchnngsverfahre» geschwebt haben, das sie so in Furcht setzte, dah sie mit dem Enkel, der sehr an ihr hing und um dessen späteres Fortkommen sie sich Sorgen machte, weil er geistig etwas beschränkt war. fortging, zuerst ihn tötete und sich dann selbst vor einen Eisenbahnzug warf.' parteiveranftaltungen. Lbcrschöiicwcide. Tie Genossen werden auf die am Sonntagabend in MürncrS Blumengarten vom biefigen Bildungs- und JugendauSschub getroffene Veranstaltung aufmerksam gemacht. Iugenüveranftaltungen. " Neukölln. Sonntag, bin 17. Oktober, Herb st Wanderung: Rüdnitz— Meckesce—Hcllmnhlcnsce—Bogcnsce— Bernau. Abfahrt 5.08 Uhr Bahnhos Neukölln. Fahrgeld l,3t> M. Lichtenrade. Sonntag, den 17. Oktober, abends S Uhr, findet im Restaurant Matthes, Dorsstr. 27, ein Elternabend statt. Fricdrichshagen. Sonntag, den 17. Oktober, veranstaltet die Arbeiter- jugcnd eine Kartoffel- und HcringSPartie nach Rüdersdorf, Restaurant Rademachcr. Treffpunkt und Abmarsch früh 8 Uhr vom Bahnhos. Die Mitglieder des Wahlvereins werden gebeten, sich an dieser Partie zu be- teiligen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 17. Oktober, vormittags S Uhr. Pappel-Allee 15/17; Neukölln, Ideal-Passage; Tegel, Babnhosstr. 15, und Ober-Schöneweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung.— Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straffe 6: Vortrag des Herrn Dr. B. Wille: Das ideale Leben Goethes. Faust II. Baccalanreus, HomunculuS, Euphorion. Ardeiter-Tamariterbund. Kolonne Groff-Berlin. Lebrstundc haben abends 8st, Uhr: 1. Abt. Montag, den 18. Oktober, Köpmckerstr. 62, im Vcreinshaus; 6. und 3. Abt.: Donnerstag, den 21. Oktober, Charlottenhurg, Ecke Wall- und Spreestraffe, PrcnzlauS Bierhallcn. 3. und 6. Abt.; Freitag, den 22. Oktober, Schönebcrg, Vorbergstr. 11, llicstaurant Haendcl. Vortrag über„Die Physiologie des menschlichen Körpers'. Zlrbciter-Turnerbuiid, Kreis I Provinz Brandenburg. Alters- ricgcn Groff-Berlin s! Sonntag, den 24. Oktober, Turnfahrt nach Bernau. Treff K U h r früh Stettincr Bahnhof. Abfahrt 8.16, bis Buch, Marsch nach Schönerlinde, dort Frühstück im„Gasthos zum Deutschen Hause'. Dann über Schönwalde, Schmetzdorf nach Bernau, zum Turn- genossen Adolf Herrmann,.Restaurant zum goldenen Hirsch', in der Bürgermeisterstraße._ Sriefkaften üer Redaktion. Tie iuristilche Svrcchflunde lmdet füe Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Hol rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Nor, am Sonnabend von b bis 6 Uhr statt. Jever sür den B r l e l l a st e n bestimmten Antrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeiche» beizufügen. Vrtelliche Anlwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbvnnementsauUtung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Bcrtrsge, Schriftstücke»nd dcrglrlche» bringe man tu dir Sprechstunde mit. W. K. 50. Die Löhnung ist durch Neichstagsbeschluff nicht erhöbt worden; sie kann auch nicht unterschiedlich sein, sondern beträgt nach wie vor für immobile Truppenteile 33 Ps. pro Tag.— M. R. 57. 1. Wenden Sie sich an die Oberpostdircktion zu Berlin, Spandauer Str. 13. Dort er- jähren Sie die näheren Bedingungen. 2. Das ist in der Kricgszcit durch teilweise Aushebung der Arbeiterschutzbeslimmungen statlhait.— I. H. 100. 1. Das entscheidet der Militärarzt. 2. An den Zivilvorfitzenden der Ersatzkatzkommission.— A. Z. 04. Der damals schrifllich ab- geschlossene Vertrag gilt jetzt noch. Die in demselben vorgeschriebene Kündigungssrist muff innegehalten werden. Ist darüber nichts be- stimmt, so tönncn Sie bei monatlicher Mietszahlmig den Vertrag am 15. des Monats zum 1. kündigen.— Z. G8. Arbeitsverwendungssähig. — M. K. 2. Sie müssen es angeben, das hat aber leinen Einsluff aus die Unterstützung.— A. H», 70. Sie sind nicht verpflichtet, Invaliden- marken sür den im Felde Stehenden zu kleben; die Mililärzcit wird angerechnet,— W. F. 60. Sie müssen dem Wirt durch einfachen Brief nochmal versuchen, die Kündigung zuzustellen. Auf dem Brief muffte der Absender vermerkt sein: im Briese muffte enthalten sein, daff im Briese, dessen Annahme verweigert wurde, die rechtzeitige Kündigung enthalten war. Wird die Annahme des Briefes auch dann verweigert, so müssen Sic die Kündigung durch einen Gerichtsvollzieher zustellen lassen.— — Badeort 807. Die KrlegSuntcrstützung ist in den von Ihnen be- zeichneten Gemeinden die gleiche! nur die Mielsunterstützmig ist unter- schiedlich. 2. und 3. Ja.— F. W. 4. Das kommt aus das dafür gel- tcnde Ortsstatut der Gemeinde an. Sic find sicher verpflichtet, die Leitung vom Mast bis zu Ihrer Wohnung aus eigene Kosten herstellen zu lassen. — F. N. 7. Gegen die Einziehung können Sie nichts weiter unter- nehmen.— G. L. 100. 1. Bei den Sendungen, die nach dem in jener Notiz angegebenen Plane crsolgcn, find Pakete mit persönlicher Adresse ausgeschlossen. 2. Ja. Im übrigen verweisen wir aus die neuerliche Notiz in unserem Blatte vom Freitag, den 15. Oktober. Soweit es sich um Fest- stellung der Adresse Ihres Mannes handelt, wenden Sie sich erneut an das Dänische Rot? Kreuz in Kopenhagen unter Angabe desjenigen, was Sic bisber über den Verbleib Ihres Mannes erfahren haben.— C. 41. Davon ist uns bis jetzt nichts belannt geworden.— Z. 34. Ist Ausgabe der Brotkommission. Wenn dort resultatlos, so wenden Sie sich unter Darlegung des Sachverhalts an die Brotversorgungs stelle des Magistrats.— BS. TS. 7888. 1. Nein. 2. und 3. Ja. —. | fflanteuffelstp. 56 ■ USSSSSSTSSIB« JJLI I Linoleum, wacnsmcnel ow Feine Fleisch- nnd i Warst*»!. Mariendorf Chau8seestr.279.| | Die beste Reklame ift ein Inf erat im Bezugsquellen»Verzeichnis ist der schönste Ausflugsort? 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Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. 41 ablhrels(31<)al>lt): Solomon Joseph, WilhelmShavencr Straffe 48. Geöffnet von 11—1'/, und von 4-/,— 7 Uhr. 31 edaiax; I. Hönisch, Müllersir. 34a Ecke Utrechtcr Str., Laden Ecösfncl von 11— 1'/. und von 4'/,— 7 Uhr. Katseutlialcr und Oranienburger Torstadt: A. Wolgast Wattstraffc 9. Geöffnet von 11—1'/, nnd von 4'/,— 7 Uhr. Geisandbrunnen: Fischer, Bojtianftr. 6, Laden. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. »SclibiihaiiBer Vorstadt: Karl Mars, Greisenhagener str. 22. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Adlerxhot: Karl S ch w n rz l o j e, Bismarckstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt-Ollenickc. Fallicnbcrj;: Wilhelm Dürre �Kopenicker Str. 6. liauniscltnleim ck: H. Hornig, Marienthaler Str. 13, I. lieniaa, ttbatxental, Zepernick,!8cbitnaH»', Ncblia brtieb und Ilaeb: Heinrich Brose, Mühlenstr. 5, Laden. Rieb Ilsdorf: Paul Eensch, BohnSdorj, GenosjenschastshauS. .Paradies'. barlotten bnrx/: Gustav Scharnb erg, Sesenheimer Str. 1. Ge- öffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Eichwaldc, Schmöckwitz: Oskar Mahle, Bismarckstr. 4. Erkner, Xen-Zittan: Gub ela, Waldstr. 11. ErcderNdorf-Pctershaeen, Egg/ersdorf: Ussenwasser, Pelershagen. Ericdenau. Steglitz, Siidcnde, Grc>ß- Eichterfeldc, I.ankn ltz: H. B e r n s e e, Alsenstr. 5 in Sieglitz. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Friodrlchshajrcn, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche' KI.-Schönebeck: Ernst W e r k m a n n, Friedrichshagen, Köpe- nicker Straffe 18. Orlinan: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rndorv: Map G o n s ch u r, Parkstr. 23 Karlshorst: Hermann B i l I i n q. Dönhvffstr. 28. K üiilxs- VI nstei'iianUe», Wildau, Xlederlebrne: Friedrich B a n m a n n, Luckenwalder Straffe 5. Köpenick: Emil Wiffler, Kietzerstr. 6, Lade». Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Efcbtenherzx 1. Epiedrlchsfelde, Mohenschünhanscn: Otto S e i l e I. Wartenbergstraffe 1(Laden). Geöffnet von t i— 1'/, un d von 4'/,— 7 Uhr. Eichtcnbcrg II, Ilanimclshnrzr. Stralau: A. Rosen- l r a n z, rllu-Boxvagcn 56. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Ilahlsdorf, Kanlsdorf, Riesdorf: P. H e g b e r g, KaulS- dorj, Ferdinandsiraffe 17. Rarlendorf, ZIarlenfelde: August L i i p, Ebausseeftr. 29. Xenenhaxen, Hoppegarten; Gustav Bergmann, KönigSallee Ecke Gartenstraffe. XenköIIn: M. H e i N r i ch, Neckarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr; Neukölln, Britz:'Rohr, Siegsriedstraffe 28/29. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Xieder-Schönewcidc: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, IL X otrawes: Karl Krähnberg, Friedrichkirchplatz 27. Ober-Schönewetde:' Alfred Bader. Wilhclminenhosstr. 17, Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankon-, Xlcderschönhansen, Xordend, Frz.-Bnch- holz, Rlankcnbnrg: Riffmann, Mühlenstr. 30: Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Reinickendorf- Ost, Wilhclmsrnh und Schönholz P. G uvi di, Provinzitr. 56, Laden. Geöffnet v. 11—1'/, u. 4'/,— 7 Uhr Sebenkendorf b.Königs-Wusterhausen: Ehr. H a n t s ch t e, Dorsstr. 10 Scböncherg: Wilhelm Säum ler, Marlin Lutherstr. 69, im Laden Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Spandan, Xonnendarnrn.'Staaken. Seegefeld und Falken Iiagen: Schumacher, Breiiestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Tegel, Rorsignaldc, Wittenau, Waidniannslnst, Hcrmsdorf, Hohen- Xcuendorf, Rirkcnwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Paul St teil oft, Borsigwalde, Rausch straffe 10. Geöffnet von 11—1'/, u. von 4'/,— 7 Uhr. Teltow: A. Schutze, Lindenstr. 17. Teinpelbof: Job. K r o h n, Bvrussiastr. 62. Treptow: Rod. Gramenz, Stiesholzstraffe 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. WeiUensee, Heiaersdorf: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105, Port Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Wilmersdorf, Halcnsee, Schmargendorf: Paul Schubert. Wilhelms aue 27. t£eiiti>oa, Miersdorf; Wilh. Schulz, Zeuthen, Ziethenstr. 16. Zossen: Rönnebcck, Stubenrauchstr. 27. Sämtliche ParteUiteratur sowie alle wiffenschastlichen Kerle werden gelieser: Sonntags find die Ausgabestelle» geschloffen. ivtrantwoltllcher«eitzÄMir: Sljretz Wictepp, Seulottn. äür jKe Znjeratenteit veranwi.: Th. Glocke. Berlin. Druck u.Berlag: Borwar» Buchdruckerei u. Berlagsanpalt Paul Singer& Co, Berlin SW.