Ar. 389.-33. Jahrg. RbonnenKiits-BedliiiBiitait Rlannctnentf• Brett �t&numcrank.« »ieNeljSdrt 8,50 MI. monctL UO RS, wöchemlich 2b SSfg. frei tnl Haut. Eiiljeln« Rümmer 6 Pfg. Sonntag*- Nummer mit illustricrier Sonntag t» Setlage.Die Reue ffletf 10 B«� Bost» tlbonnement; 1,10 Mark pro Monat Einyetrag» w die Post. Seiümat- vrntliile. Unter ftteujbani für Deutf Alan» und Oeilerreich• Ungarn 2,50 Mar!, für das übrige«utland t Mar! pro Monat Bostabonnernent» nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, Riunänien, Schweden und die Schwei» Cmtlnt tZgllch. Verlinev VolKsblAkk. 5 Pfennig) Die Inferflonj-Gebflljr Betrügt für die lechtgefpalien« Kolonel- »eUe oder deren Raum 00 Pfg., für palltische und gewerkschaftliche Vereins- und VersammIungt.Nnzeigen 80 Pfg, „Klein« Hnicigen", daS fcltgedruckic Wort 20 Pfg, fzuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Warle, Inserate für die nächste Nummer müsten bis 5 Uhr nachmittags in der Ervedition abgegeben werden. Die Expedittou ist bis 7 Uhr abends geöffnet lelegramm.«drcste: „SMl»Iilei»»IlNt ßcrllB". Die SM if let mm m m Mg gem» leDDng des Stögen Mnotfieis. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 18. Oktober 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Das i« die feiudliche Stellung weit vorspringende Werk nordöstlich Vermelles wurde von den Engländern wiederholt mit starken Kräften angegriffen. Alle Angriffe schlugen unter sehr schweren Verluste« für deu Gegner fehl. Das Werk blieb fest in uuserm Besitz. Angriffsversuche der Franzoseu bei Tahure wurde» durch Feuer niedergehalten. Ein neuer feindlicher Borstoß zur Wiedereroberuug der verlorenen Stellnng südlich»ou Leiutrey blieb erfolg- los, kostete die Frauzoseu aber uebeu starken blutigen Ber- lusteu 3 Offiziere, 17 Unteroffizier« und 73 Jäger au Ge- faugenen. Am Schratzmännle konnte der Feind im Augriff trotz Einsatzes einer erheblichen Menge von Munition keinen Fuß breit Boden wiedergewinnen. Deutsche Fluggeschwader griffen gester« die Festung Belfort au, vertriebeu die feindlichen Flieger und belegten die Festung mit 80 Bomben, wodurch Brände hervor- gerufen wurden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des LeaeriMeldmsrlldsIIs». hindendurg. Der Angriff südlich von Riga machte gute Fortschritte. 2 Offiziere, 280 Manu blieben als Gefangene in unserer Hand. 9!iisfischc Angriffe westlich von Jakobstadt wurde» ab- gewiesen. Westlich von Jlluxt bemächtigten wir uns in etwa 3 Kilometer Frontbreite der feindlicheu Stellung. Weiter südlich bis in die Gegend von Smorgou wurden mehrfache, mit starken Kräfte» nuternommene russische Borstöße unter starken Verlusten für deu Gegner zurückgeschlagen. Es wurde» 2 Offiziere»ud 175 Manu zu Gefangene« gemacht. Heeresgruppe des Generallcldmartchalls Prinz Ceopold von Bayern. Ei« russischer Angriff beiderseits der Bahn Ljacho- witscht— Baranowitschi brach 400 Meter vor unserer Stellung im Feuer zusammen. Heeresgruppe des Generals». Dnllnge». Am Styr-Fluffe von Rafalowka bis Knlikowiezy haben sich neue örtliche Kämpfe entwickelt. vom öalkan. Die bulgarische Offensive. Sofia, 18. Oktober. jW. T. B.) Dem Bericht des bul- garischen Großen General st abs vom 18. Oktober ist folgendes zu entnehmen: In Mazedonien schreitet unser Vor- dringen gegen die obere Brejolnica fort. Unser« Truppen er- reichten die Linie Drancsac-— Sukavolac. die Berggegend von Kavka und Golak Planina. Unsere Truppen eroberten Zarevoselo. Pehtschevo und Berovo. Auf dem westlichen Abhang des großen Balkans erreichten unsere Truppen die Linie Novokorito— Zldinac — Repuznica— Rovnobucs e— Tscherni Vrh. Unsere Truppen be» setzten im Moravatale das strategisch wichtige Vranja Glava. Lyon, 17. Oktober.(W. T. SB)„Proges" meldet aus Nisch: Di« bulgarische Offensive erfolgte auf mindestens S5l> Kilometer Front längs der bulgarischen Grenze. Im Norden be- ginnt die Offensive im Timoksal. folgt der Eisenbahnlinie Donau— Pirot. streift das Pirotgebiet, nähert sich der Linie Nisch— Uesküb, kehrt zur früheren mazedonischen Grenze zurück und sitzt sich bis ins Gebiet von Strumitza fort. Lyon, 17. Oktober.(W. T. SB.)„Republicain" meldet aus Athen: Nach Berichten aus Nisch griffen 1b 000 Bulgaren mit starker Artillerie bei Walandowo an. Der Kampf dauert an. Seginn öer französisch-bulgarischen ßeinöseligkeiten. London, 18. Oktober.(W. T. SB.) Das Rentersche Bureau meldet aus Athen: Die französischen Truppen� haben in Mazedonien ihre Feuertaufe bei der Bahnbrücke zwischen Hudowe und Balandowo erhalten, wo sie von den Bulgaren an- gegriffen wurden. Das Gefecht dauert an. Die bulgarische Artillerie beschießt Balandowo, daS heftig Widerstand leistet. BalkankriegSschauplatz. In de» Marva beginnt der Feind z« weichen. Auf dem HöhengelSnde südlich Belgrad find unsere Truppen im Borschreiteu gegen Cvetkov— Grob und de» Ort Breiu. Südöstlich von Pozarevac sind Ml. Cruice und Bozevac genommen. Bulgarische Truppen haben die Höhe« des Mulia— Perciu und Babiu— Znb besetzt. Weiter südlich dringen sie über Egri Palanka vor. Oberste Heeresleitung. SN OMMMe SMMlMSlllllM. Wie», 18. Oktober.(W. T. V.) Amtlich wtrd der- lautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Ist Ostgalizien, an der Jkwa und im wolhynischen Festung?- gebiete auch gester« keine besondere« Ereignisse. Am Kormyn- dache und am unteren Styr führte der Feind eine Reihe heftiger Angriffe, bei Kolikawice, Nowofielki und Rafalowka wird noch gekämpft. An allen anderen Punkten war der Gegner schon gestern abend blutig abgewiesen. Seine Verluste find groß; am Kormyn räumte er in voller Aufiäsnng unter Zurücklassung von Gewehre» und Rüstnngsstückr» da» Gesichtsfeld. Auch die an dcr oberen Szczara stehende» k. und k. Streitkräfte schlugen eine» stärkeren rnsfischea Vorstoß ab. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Jsouzosiont entwickeln die Italiener wieder eine leb- haftere Tätigkeit. ES kam auch gestern abend im Nordwest- abschnitt des PlateanS von Dobrrd» bei Petfan» zu heftigeren Kämpfen. Starke italienische Infanterie griff neuerdings unsere dortigen Stellungen an, gelangte teilweise bi» nahe an die Hindernisse heran und wurde schließlich unter schweren Verlusten zurückgejagt. Sonst im Küstenlande sowie im Tiroler Grenz- gebiete Geschützkämpfe. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die in Avalagebiet geschlagenen serbische» Divisionen weiche« beiderseits der»ach Süden führenden Straße zurück. Unsere Truppen befinde» fich im Angriff auf die noch nördlich der Ralja stehenden feindlichen Abteilungen. Auch in der Macva wurde der Gegner zu« Rückzng gezwungen. Beiderseits der unteren Morawa gewannen die deutschen Divisionen abermals Raum. Die Bulgaren haben die Höhe« des MuSlia- Perciu und de» vadi«- Znb besitzt. Weiter südlich dringt» fie über Egri Palanka vor. Der Stellvertreter de? Chefs deS GeneralstabeS: von Hoefer, Feldmarschalleutnaut. Griechenland und der Vierverband. Kopenhagen, 18. Oktober.(W. T. SB.) Politiken meldet au» Petersburg: Ein finanzielles Uebereinkommen zwischen den Alliierten und Griechenland be- treffend die Gewährung eines Darlehens von 8 Millionen Drachmen unter sehr günstigen Bedingungen wurde vor dem Mi- nisterwechsel abgeschlossen und wird durch diesen in keiner Weise verändert. Griechenlands Verpflichtungen sowie die Ver- sprechungen der Alliierten bleiben dieselben. In den diplomatischen Kreisin der Alliierten hat man deshalb eine sehr optimistische Auffassung über die griechische Krisis. Als Beweis für die Be- rechtigung des Optimismus weift man auf die kürzlich erfolgte Unterredung zwischen Venizelos und Zaimis hin, die zugunsten der Alliierten geendet habe. Paris, 17. Oktober.(35. SS. SB.) Venizelos erklärte dem Berichterstatter des„Matin": Sagen Sie Ihren Lesern in Frank- reich, daß niemand glühender als ich den baldigen endgültigen Erfolg der Verbündeten ersehnt, daß niemand von ihrem End- triumphe überzeugter ist als ich. Nelüung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 18. Oktober.(W. T. B.) DaS Haupt- quartier teilt mit: An der Dardanellenfront bei Anafarta außer Scharmützeln zwischen AufklärungSabteilun- gen und aussetzendem Arttfleriegesecht nichts von Bedeutung. Bei Ariburnn brachten unsere Küstcnbatterien feindliche Tor- pedoboote, die eine Zeitlang wirkungslos unsere Stellungen beschossen batten, zum Schweigen. Wir sprengten eine Mine, die dcr Feind bei Banli Tepe gegraben hatte. Bei Sedd ul Bahr schoß der Feind am 16. Oktober in 24 Stunden mehr als 1000 Haubitzen ab. ohne irgendeine Wirkung zu erzielen. Sonst nichts von Bedeutung. Höchstpreise für öutter. Der Oberbefehlshaber in den Marken hat einen Höchst- preis für Butter festgesetzt. Das Pfund bester Ware darf nicht mehr als 2,80 M. kosten. Für mindere Qualitäten müssen Preisabschläge von den Verkäufern bewilligt werden. Händler, welche Butter zur Erzielung übermäßiger Gewinne zurückhalten, werden mit schweren Geld- und Freiheitsstrafen bedroht. Die neue Verordnung, die schon am Sonntag w Kraft getreten ist, war dringend notioendig. Maßnahmen gegen die Not an Fett waren dringend geboten. Der Höchstpreis ist etwas unter den vom Kleinhandel letzthin geforderten Preisen festgesetzt worden. Er ist aber bedeutend höher als der vom Münchener Generalkommando bestimmte, welcher nur zwei Mark beträgt. Und das, obwohl Berlin, weit nach Osten hin gelegen, eine weitreichende, fast nur landwirtschaftlich tätige Umgebung hat! Vielleicht hat sich das Oberkommando von der Sorge leiten lasten, daß bei Festsetzung zu niedriger lokaler Höchstpreise die Butter auf günstigere Märkte geführt wird, wo sich schranken- lose Profitwut ungehemmt austoben kann. Aber dann ist es Aufgabe des Reiches, durch Festsetzung allgemeiner niedriger Höchstpreise den Willen der Händler zum Boykott rücksichtslos zu brechen! Die Strafdrohungen gegen wucherische Händler werden, so fürchten wir, von geringem Erfolg sein. Was ist ange- messcner, was unangemessener Gewinn, der zum unter« scheidenden Merkmal des reellen Handels und des Waren- Wuchers geworden ist? Jedes Gewerbe hat infolge dcr Ungleichheit des Risikos einen anderen angemessenen Gewinn. Die kommunalen Preisprüfungsstellen sind im Entstehen und werden bei dem so empfindlichen Mangel an Beamten viel zu lange für ihre Untersuchungen der Preisbildung brauchen, als daß sie augenblicklichen Erfolg erzielen könnten. Der augenblickliche Erfolg ist aber nötig. Die Verordnung will die Händler treffen, die zum Zweck übermäßigen Gewinnes Butter aus dem Handel ziehen und einlagern. Gesetzt, es ließe sich der übermäßige Gewinn fasten, so träfe die Strafdrohung einen Tatbestand, der sich sehr schwer nachweisen läßt. Der Händler, der Butter eingelagert hat, leugnet selbstverständlich jede Ab- ficht einer Preissteigerung, beruft sich auf die Tatsache. daß alljährlich große Buttermengcn für den Winter in Kühl- Häusern eingelagert werden, und erklärt sich als Wohltäter der leidenden Menschheit, denen einziges Ziel die Lieferung von Butter für spätere Zeit ist, wo die Milcherzeugung infolge ausschließlicher Stallwirffchaft bei Knappheit an Kraftfuttermitteln weiter nachläßt. Die Regelung des Verkehrs mit Butter gehört zu den schwierigsten Problemen der Lebensmittelversorgung, ist aber um so dringender, als Schweineschmalz und Margarine teuer und selten sind. Gelegentlich ist Schweineschmalz schon teuerer als Butter geworden. Margarine ist selten und verliert an Qualität. In dem von Professor Dr. A. Röhrig erstatteten Bericht über die Tätigkeit der Chemischen Unter- suchungsanstalt der Stadt Leipzig für das Jahr 19i4— seither nahmen alle Uebel an Intensität Wohl noch zu— heißt es:„Als beachtenswerte Erscheinung mag vermerkt werden, daß in Leipzig das Unmögliche zur Wirklichkeit wurde, daß zu getvisscr Zeit reine Butter billiger zu kaufen war als Schweinefett. Es kann daher nicht überraschen, wenn auch Margarine und Kunstspeisefett im Preise erheblich stiegen. Daß bei der herrschenden Fettnot auch minderwertige Fette und Oele, die sonst sicher niemals verwendet worden wären, mit verarbeitet wurden, bewiesen viele ein- gelaufene Beschwerden von feiten des k a u f e n d e n P u b l i k um s, dem teils dasAeußere, teils dcr Geschmack des angebotenen Fettes nicht ohne Grund m i ß f i c l." Es ist schlimm, wenn Surrogate verwendet werden müsten, am schlimmsten, wenn schlechte Surrogate mangels etwas Besserem gekauft werden müssen. Ein zwingendes Muß besteht. Ohne Fett, dem Energie- und Wärmespender, kann dcr Mensch nicht bestehen, am wenigsten der schiver Arbeitende. Der Mangel an anderen Fetten verschärft die Buttcrnot, die im Augenblick so schwer zu beseitigen ist, weil nicht nur ein staatlicher Eingriff in die inländische Produktion auf die stärksten Widerstände stößt, sondern weil Deutschland in dcr Butterversorgung vom Ausland abhängig ist, das sich nicht zwingen läßt. Von dem Gesamtbedarf Deutschlands in dcr ungefähren Höhe von 459000 Tonnen werden etwa 55 000 Tonnen von Rußland, Holland und Dänemark gedeckt. Dcr Hauptlieferant Rußland scheidet von vornherein aus. Ter Bezug aus den skandinavischen Ländern und den Niederlanden ist durch die hohen Preise gehemmt, die in jeilen Produktious- gebieten, wo das Angebot und Nachfrage durch den Willen der deutschen Regierung nicht reguliert werden können, bc« willigt werden müssen. Doch verschärfen zivei Umstände die Schwierigkeiten des Butterimportes: Einmal bereisen die deutschen Aufkäufer die Produktionsgebiete, von dem einzigen Wunsche beseelt, um jeden Preis Butter zu kaufen. Sie überbieten sich und treiben im Wettbewerb um die Ware die Preise in schwindelnde Höhe. Tie Zentralisierung des Einkaufs würde diese unerwünschte Begleiterscheinung des heutigen Imports wenigstens ein wenig einschränken. Dann rächt sich heute die HochschutzzollpolitU. Täncmark und Holland wollen nicht auf Kriegs- zeit in Teutschland einen zahlungswilligen Käufer gewinnen, um dafür durch Brüskierung der Engländer den dauernd offenen britischen Markt zu verlieren. Wie jetzt durch die Zeitnot offenbar wird, haben die Zölle die Selbstversorgung Teutschlands nicht gesichert und zum Ilcberdrufj die land« wirtschaftlichen Produzenten in den Balkanstaatcu sowohl wie in den skandinavischen Ländern gewaltsam vom englischen Ab- satzmarkt abhängig gemacht. Im Jnlande empfehlen sich: allgemeine Festsetzung lokaler Höchstpreise für alle milchwirtschaftlichen Erzeugnisse, Bildung von ZwangSgcnosscnschasten für Erzeugung und Aufbewahrung der Butter unter öffentlicher Kontrolle, Einwirkung auf die Erzeuger durch die Futtcrmittclvcrteilung, die ja bereits öffcnt- lich-rechtlich geregelt ist. Doch eines tut vor allem not: Eile! Der zweite Kricgswinter naht und wird das deutsche Volk auf die härtesten Proben stellen. Jede Verschärfung dieser Leiden, ja auch nur jedes VcrsänmiliS in ihrer Milderung i st folgenschwer. O O Weitere Butterhöchstpreise. Aehnlich wie für Berlin sind auch von anderen Militärbehör- den Butterhöchstpreise festgesetzt worden. Für den Korpsbezirk des zehnten Armeekorps(Hannover) beträgt der Höchstpreis 2,80 Mk. Bom Generalkommando des neunten Armeekorps wurde der Preis für die Städte Hamburg, Lübeck, Altona und Wandsbek auf S,60 Mk. bemessen. Der französische Tagesbericht. Paris, 17. Oktober.(W. T. B.) A m t l i ch e r N a ch m i t t a g s« b e r i ch t. Im Artois eroberte» wir gestern abend eine starke Barrikade südöstlich Neuville Saint Baast. Wir bebauptelen uns dort, nachdem wir im Laufe der Nacht zwei Gegenangriffe zurück- geschlagen hatten. Im Abschnitt Lihons gegenseitiges heftiges Bom- bardement. Auf der AiSnefront, in der Champagne und in den Argonncn kein Zivischenfall. In Lothringen gewannen wir in hartnäckigen Nahkämpfen noch hundert Meter Schützengräben nördlich Reillon. Unsere Flugzeuge bombardierten im Laufe der Nacht vom IS. zum 16. Oktober die VerproviantierungS- zentren MaiSziereS, Aboudange und Bahnhof Avricourt. An den Dardanellen war die erste Oktoberhälfte ruhig. Versuche der Türken, sich unseren Schützengräben mit Minen zu nähern, wurden durch Exvlofion unserer Gegenminen angehalten. Türkische Artillerie war tätig, aber dank der Ueberlegenheit unserer «Zalterien nicht wirksam. Unsere Flugzeuge bombardierten täglich mit Erfolg verschiedene Anlagen und feindliche Lager. Pari?, IS. Okiober.(W. T. B.) A m t l i ch e r B e r i ch t v o n gestern abend. Die heftigen Artilleriekämpfe dauerten vor Loo-Z, im BoiS en Hache und westlich Souchez an. Wir festigten und verbreiterten unsere Stellungen im Walde von Givenchy. An der AiSne werden in der Umgebung von Godal Kämpfe mit Hand« granaten gemeldet. In der Champagne andauernd starkes gegenseitiges Bombardement, besonders im Gebiet von Tahure. Auf der Lothringer Front erwiderten wir die feind« liche Kanonade energisch durch wirksames Feuer, welches mehrere Brände in den deutschen Linien bei Leintrey, Amenoncourt und Gondevcxon verursachte. Heftige, wiederholte deutsche Gegen- angriffe gegen unsere Stellungen nördlich Reillon wurden durch unser Sperrfeuer angehalten. Da der Feind kürzlich noch Luft« bombardements gegen englische Städte ausführte und da gestern eines seiner Flugzeuge Nanch mit zwei Bomben belegte, bom- barbierte eine Gruppe der uiisrigen heute die Stadt Trier, auf welche sie dreißig Granaten warf. Der russische Generalsiabsbericht. Petersburg, 18. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 17. Oktober: Südlich Riga griff der Feind nach Artillerievorbereitung den Bahnhof Garossen(18 Kilometer östlich Mitau) an und besetzte ihn. Unser Gegenangriff folgte sofort dem Angriff der Deutschen. Der zurückeroberte Bahnhof Garossen wurde von uns wieder besetzt. Bei Groß-Sokau machten die Deutschen mehrere Angriffe und warfen unsere Truppen gegen den Fluß Janew zurück. In der Gegend des Bahnhofs Neugut, südöstlich Riga, entspann sich ein Kampf. Unsere Flugzeuge warfen im Laufe des Tages mehrere Dutzend Bomben auf Züge und Schuppen hinter der feindlichen Front. Bei Jakobstadt Artillerie- und Gelvehrfeuer. In Gegend DwinSk dauern heftige Angriffe des Feindes an. Bier Angriffe wurden im Laufe des TagcS bei Tchloßberg. westlich Jlluxt, abgeschlagen. Ebenso bei dem Dorfe Patschilinare'aen* kannten Marken Amt Up!., 3014. MS Opfer deS Weltkrieges ftel am S. Oktober unser lieber Kollege, der Former 2664b Karl Gemperlein. Ehr« seinem Andenken! Die Kollegen der Aluminiumgießerei K. W. 0. Dentse&er BolzarfaeitemM. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mtglledern zbr Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen» arbeiter Hemrkk Kliegel im Mtrr 00a 40 Jahren gestorben tft Ehre fetnrw Andenken! Die veerdigung fand am Mon> tag, den 18. Oktober, auf dem Zcnttal-Fttedhoj in Buch statt. 89/3 Die Qrtsverwaltung. AIS Opfer des Weltkrieges fiel am 1. Oktober 191S durch Kops- schuß unser lieber Bruder. Schwager und Onkel, der Schriftsetzer Arnold Abendroth im 31. Lebensjahre. DieS zeigen tiefbettüit an Reinh. Ademlrolh, zurzeit t. Felde Pranriska Abendroth Albrecht Abendroth Familie Braun. 198/1 Allen Freunden und Bekannten die ttaurtge Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater Karl Todtenhausen am 16. Oktober nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. 14A DieS zeigt tieibctrtlbt an im Namen der Hinterbliebenen Ww«. Rosalit Todtenhausen. Die Beerdigung findet Margen Mittwoch, den 20. d. MtS., nachmittags 4 Uhr. von der Leichen- balle deS Friedhof»« in Marzahn aus statt. Der Zug fährt 8,41 lthr von Bahnhof Lii" selbe. sichtend erg» Friedrichs AlS Opfer deS Weltkrieg!S fiel am 1. Okiober mein inniggelicbtcr Mann, der Gastwirt 16A Paul Maiwald Füsilier-Regiment Nr. 35 Berlin-Schöneberg, Bahnstt. 33, im Alter von 3V Fahren. Magst Du in fremder Erde zur Ruh gebettet sein, Du wirst in meinem Herzen doch nie vergessen sein. Ruhe sanft! geben wir vom Tode sefdäinilj.cemeliille-iiMlAsli. FtUale GroU-Berlln. Den Mitgliedern hiermit Nachricht des Kollegen kriedi-ich Wolf von der Parkverwaltung. Ehre seinem Andenke»! Beerdigung am Dienstag, den 19. Ottober, nachmittag» 3'/, Uhr, von der Leichenhalle deS Heilig« Kreuz- Kirchhofes, Eifenacher Strage 62 in Mattendors, aus. Um rege Beteiligung bei der Be- itattung des Kollegen ersucht 35/20 Die Ortsverwaltung. Zn Stelen sinnden - Die- Wochenschrift für Arbeiierfamilieo wöchentlich 1 Heft für 10 Pf, Spezialaczt Dr. med. WochenfaiS, Frledrichstr. 125(Oranienb. Tor), fDr Sjrphllls. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlieh-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- stSrung. Teilzahlung.* Sprechstunden: 11— 2 und 6— 8 KlllMtil' itlld öranftilldtM Hon Koben Ntexer.* Ind.: P. ColletB Mariauncnstr. 3. Tel.Mpl. 84®. Harmeiaden- Detail-Berkauf zu Sngrosv reisen in Eimern a 25 Pfd. zu 3o, 40 und 60 Pf. pro Pfund. Täglicher Bülkaus, solange Vorrat reicht, von 9— 12 Uhr und 2— 6 Uhr Manerftr. 2, Ecke Schützen straße. 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Berlin S W. H.euu 3 Letiageu u. Ont erhalt unaShl Kr. 289. 52. Zshrgnz. ßtilimt des Lmilrls- Kerlim WlksdlM Kiesstag. 19. Vktodn 1918. Mus der Partei. Das Buch der Zwanzig. Zu der in der in der Sonntagnummer abgedruckten ErklZrung deZ Genossen Mehring erHollen wir vom Genossen Heinrich Schulz eine Zuschrift, in der er mitteilt, daß die Bezeichnung Vorsitzender des Zentr-Bild.-Aussch. nicht von ihm, sondern von der Verlagsanstalt herrühre. Zustimmung zur Zimmerwalder Koufereuz. In allen Parteiorganisationen der Schweiz wird jetzt zu der Konferenz Stellung genommen und die Zustimmung zur Wieder» aufnähme der internationalen Fäden ausgedrückt. So fahie unter anderen eine Parteiversammlung in Zürich folgenden Beschluß; .Die am 9. Oktober abgehaltene Versammlung der Sozial» demokratischen Partei Zürich 6 begrüßt den Zusammentritt der Konserenz in Zimmerwald, weil sie der Ansicht ist, daß dieses vorgehen den Wünschen deS gesamten Proletariats entspricht und weil sie in der Zusammenkunft den Keim für die Wiedererstebung der sozialdemokratischen Internationale erblickt. Sie spricht allen den Genossen, die am Zustandekommen dieser Konferenz mit- gewirkt haben, ihren ausrtchligen Dank aus.* Ein Zusayanlrag, der das Bedauern aussprechen wollte, daß die schweizerisch« Geschäftsleitung sich nicht offiziell an der Kon serenz beteiligte, wurde abgelehnt. Mus Groß-öerlin. Oktober. Während das Auge auf allen Schmuckplätzen noch immer auf grellblühende Blumenbeete trifft und unter dem Wechsel von warmer Sonne und lauem Regen die Grasplätze und Wiesen sich noch einmal frischgrün verjüngt haben, raschelt unser Fuß wieder durch die dürren Blätter. In allen Schattierungen zwischen gelb, rot, braun und grün, in allen Verfärbungen, die uns so reizvoll erscheinen, obwohl es das Verbleichen vor dem Tode ist, liegen sie an und auf den Wegen. Im Leben sahen wir sie als grüne Laubmassen, in denen das einzelne Blatt und seine Schönhett meist unerkannt der schwand; hingestreckt zeigen sie uns die oft prächttgen Um risse, wie sie besonders die Blätter des Berg- und Spitz ahornS und die Platanen bieten. Jeder Spaziergang durch den Tiergarten, den Charlottenburger Schloßgatten oder an größeren Anlagen vorbei bietet sie in Fülle. Am ehesten mag unsere Herbstfärbung dem berühmten„Jndianersommett nahe kommen in der Kolonie Grunewald, wo die Shv Pflanzung vieler ausländischer Holzgewächse auch die Palette des Herbstes bereichett. Bald läßt ein Sonnenblick die bunten Gestalten erglänzen, bald verblassen sie in feuchter Luft, die sie rasch ihrer Auflösung entgegenbttngt. Aber der Tod der Blätter ist ja nicht der Tod der Bäume, die sich für den.Winter- feldzuq* hinter der befesttgten Rindenmauer um Stamm und Aesten zuttickziehen, nachdem sie vorher alle verwertbaren Stoffe aus den Blättern herausgezogen und im Innern aufgespeichert haben für bessere Zeiten. Der Blattfall ist daher kein ttagisches Ereignis, wenn wir auch nicht hindern können, daß er. weil mtt den Blättern auch die Sonnenstunden immer spärlicher werden, als Winterzeichen auf die Sttmmung drückt, wenn er sich mit tttibem Wetter gesellt. Dem Grase verschlägt daS alles nichts. Den schmalen Grasblättern fehlt der pettodifche Zwang, im Herbste schlafen zu gehen. Sic verdorren unter sengender Glut und sptteßen in feuchter Luft unverdrossen von neuem in beliebigem Wechsel auf, und erst spät im Jahre Pflegen sie unter Schnee und Frost zu vergilben, um nach der Schneeschmelze sofort wieder auszuschlagen. Wie die Astern und Chrysanthemen auf den Schmuck- Plätzen, so setzen Geranien. Petunien. Phlox und andere Lieb- linge des Berliners auf den Balkons tapfer ihren Blumenflor fort. Draußen aber sind die bunten Baumblätter jetzt fast das einzige, was die Pflanzenwelt an Farben bietet; was noch blüht, ist unscheinbar klein oder unscheinbar gelb. An vielen Stellen ist auf den Aeckern noch einmal der ganze FrühlingSflor mit grellrotem Mohn und Kornblumen auf- gegangen. In den Wäldern hängen blaue Beeren an den Wacholdcrsträußern und Büschel reifer, geflügelter Früchte an den Eschen; besonderer Aufmerksamkeit durch die Sammler haben sich aber diesmal die Eicheln und Bucheckern zu erfreuen gehabt. Unter den Bäumen wuchern noch immer die Pilze in Menge. Noch nie sah man so viel Sammler in den Wäldern. Erfahrene Kenner, die stumm mit vorgebeugter Haltung ihres Weges schleichen(denn die Bewegungen eines Pilzsammlers sind andere als die eines gewöhnlichen Fuß- gängers) und mtt gelassener Miene ihre sichere Beute in den aufschwellenden Pilzsack stecken. Aber auch Neulinge. deren Unsicherheit und Angst vor dem Mitnehmen verdächtiger Pilze von weitem sichtbar wird. Da hat einer seinen müh- sam gesammelten Vorrat aus dem Sack geschüttelt, läßt uns herankommen und fragt uns, ob er auch nicht fehlgegriffen habe. Nach den Bildern in seinem Buche scheine ja alles zu stimmen. Aber das Buch ersetzt keine Erfahrung. Wir mußten ihm sogleich einige Pilze absondern, deren Genuß ihn in Ge- fahr gebracht hätte, und wir fürchten, ihm damit auch den Appetit an dem Neste verdorben zu haben. Es gibt mehr eßbare als giftige Pilzarten um Berlin, aber leider ist gerade der giftigste. der Knollcnblätterschwamm, sehr häufig und durch harmlose Farbe und Gestalt irreführend. Die Mahnung, nur an der Hand erfahrener Pilzkenner zu sammeln, bis man sicher genug geworden ist. muß daher alljährlich wiederholt werden. Aber auch wer nicht hinter den Pilzen her ist, der vergesse nicht, dem scheidenden Herbst im Walde einen Besuch abzu- statten, ehe dem Fall der Blätter der Fall der Schneeflocken folgt._ Dauerware. vor dem Hause Lindenstr. 198 hielt gestern mittag ein Wagen der städtischen FleiichvernichlungSanstali Rüdnitz. Aus dem Hause trugen Arbeiter vollgepackte Körbe mit Dauerwurstwaren herbei und schütteten den Inhalt in den bereitstehenden Wagen. Es waren Schlackwürste von verschiedensten Größen, mit Fettdarm und andere Sorten, auch Salamiwürste waren darunter. Man sah auf den ersten Blick, daß es Dauerwurst war, die anscheinend schon lange lagerte. Sie stammte aus dem Wurstversandgeschäft von Warmut. Korb um Korb wurde berbeigetragen und in den Wagen «otleert. Der Segen wollte gar kein Ende nehmen. Das Publikum, das sich ansammelte, war empött und besprach die Sache. Wurst könne man sich bei den hohen Preisen nicht mehr kaufen, hier werden große Mengen Wurst dem verderben preisgegeben und zur menschlichen Nahrung ungeeignet aufbewahrt Auch die Frage wurde aufgeworfen, wieviel von der verdorbenen Wurst noch verschickt worden sein mag, vielleicht gar inS Feld für unsere braven Soldaten. Und wie lange mag diese Wurst überhaupt ge- lagert haben und welche Preise find dabei verdient worden? Alle diese Fragen wurden erörtett, während die Arbeiter neue mit der Dauerwurst hochbepackte Körbe in den Wagen schütteten, etwa wie man Knochen hineinwirft DaS Herz blutete einem im Leibe, als man hören mußte, daß der Wagen der Fleischvernichtungsanstalt schon zum zweiten Male vor dem Hause stand. Zuletzt mögen etwa 29 Zentner solcher verdorbener Dauerware der Vernichtungsanstalt zugeführt worden sein. ES ist unerhört wie manche Leute in der heutigen Zeit mit Nahrungsmitteln umspringen. Tie neuen Butterpreise. Die Festsetzung von Höchstpreisen für Butter hat in weiten Kreisen der Bevölkerung erleichternd gewirkt, wenn auch nicht ver- kannt werden darf, daß ein Preis von 2,89 Mark für ein Pfund Butter immer noch ein außerordentlich hoher und schwer erschwing- licher ist Aber die neue Preisfestsetzung bezieht sich nur auf beste Ware, billigere Sorten sollen entsprechend billiger verkauft werden. ES gehen unS aber Nachrichten zu. die erkennen lassen, daß die neue Verordnung zu umgehen versucht wird, indem zahlreiche Butter geschäfte plötzlich nur eine Sorte Butter führen und diese zu 2,89 M. verkaufen. Danach muß angenommen werden, daß auch die billigeren Sorten zu 2,39 M. verkauft werden. Die betreffenden Geschäfte riskieren durch solche Manipulationen nicht nur schwere Strafen, sondern auch, daß sie geschlossen werden. Daß die Butter preise nur für den Kleinhandel festgesetzt find, führt dazu, daß Groß Händler Preise nehmen, die ihnen gut dünken. So wird uns be- richtet, daß der Konsumverein Görz von der Firma Wienstruck, Leipziger Straße, gestern um Zusendung von Butter bat. Als Preis wurde 8,13 M. pro Pfund gefordert. Auf die Verordnung des Oberkommandierenden der Marken hingewiesen, habe die Firma erktärt, daß diese Preis festsetzung nur für den Kleinhandel, nicht aber für den Großhandel gelte. Die Annahme der Firma ist allerdings richtig und zeigt. daß die neue Verordnung ausgedehnt werden muß auch auf den Großhandel, da nur dann die an sich notwendige Preisfestsetzung wirksam durchgeführt werde« kann. 40 Pf. für ein Liter Milch. Die Königliche Domänenadministration Berlm-Dahlem versendet an ihre Kundschaft folgendes Zirkular: Berlin-Dahlem. im Oftober 1918. Unserer geehrten Kundschaft beehren wir unS hierdurch mitzuteilen, daß wir infolge der bedeutend gestiegenen Er- zeugungskoslen der Milch genötigt find, den Preis für daS Liter Vollmilch vom 1. November 1915 ab auf 49 Pf. zu erhöhen. Der Verkauf erfolgt nach wie vor nur in Glasflaschen zu 1 Liter und'/, Liter gegen Barzahlung. Bisher mußte die Kundschaft der Domäne Dahlem 89 Pf. für den Liter Milch zahlen, ein Preis, der schon als ein recht hoher be- zeichnet werden mutz. Eine Preiserhöhung um 19 Pf. pro Liter muß als ganz besonders exorbitant hoch bezeichnet werden. Ein gutes Borbild ist. das grade nicht Dr. Pape««heilbar geisteskrank. Der ehemalige Weitzenseer Gemeindeschöffe Dr. Pape, der wegen Tötung seine? Bruders, begangen in Bangkok in Siam. fast zwei Jahre im Moabiter Untersuchungsgefängnis saß, ist dieser Tage nach der städttschen Irrenanstalt Herzberge übergefühtt worden. Die Untersuchungshast mußte aufgehoben werden, nachdem das zu- ständige Medizinalkollegium ein Gutachten abgegeben hat, daß Dr. Pape an.unheilbarem Ouerulantenwahn* leidet. Dr. Pape, der in Siam als Rechtsanwalt auch Konflikte mit den Konsulats- behörden hatte, war schon einmal während der Untersuchungshaft zur Beobachtung in der städtischen Irrenanstalt Buch, wo er von den Irrenärzten für völlig geistesgesund erklärt worden ist. Aeltere Leser unseres Blatte» werden sich erinnern, welche Rolle Dr. Pape in Weißens« gespielt hat Dr. Pape, der in seinem Austreten rücksichtslos war und als Gemeindeschöffe sich einen großen Einfluß auf die Weißenseer Verwaltungsangelegenheiten zu verschaffen gewußt hatte, widersetzte sich besonders den Wünschen der sozialdemokratischen Gemeindevertreter und er- schwerte diesen ihre Aufgab« nach Kräften. Er mußte aber schließ- lich doch als der Besiegt« das Feld räumen. Möglich ist es, daß schon damals die Keime seiner jetzigen Krankheit seine Handlungen beeinflußten. Arbeiterbildungsschule. Heute Dienstag, den 19. Ok- tober, beginnt der 8 Abende umfassende Kursus über:„Die deutschen Kolonien". Vortragender ist Genosse Ernst Däumig. Der Vortrag findet Lindenstr. 3, 4. Hof rechts, 3 Treppen, im Hörsaal der Schule statt und beginnt um 8y2 Uhr abends und ist gegen IV Uhr beendet. Das Polizeipräsidium teilt mit: Im Zentralfundamt ist ein auf dem Alexanderplay gefundenes, wahrscheinlich für den Verlierer al§ Andenken werlvolles, altmodisches, goldenes Gliederarmband mii hängender Geldmünze veripälel zur Abgabe gelangt. Der recht- mäßige Eigentümer kann dasselbe im Zeniralfundamt des Polizei- Präsidiums, Zimmer 191a, in den Dienststunden zwischen 9 und 1 Ubr in Empfang nehmen. Die„Akademischen UntrrrichtSkurse für Arbeiter", die auf ein mehr als zehnjähriges Bestehen zurückblicken, verfolgen auch in diesen schweren Zeiten ihr Ziel, Manner und Frauen, die nicht mehr die Fortbildungsschule besuchen können, in den elementaren Unterrichtsfächern auszubilden. Vor allem sollen die Hörer richtig schreiben, sprechen und rechnen lernen; jedoch wird mit Rücksicht auf die Zeit mehr Gewicht auf die höheren Deutsch- und die Erd- kundckursc gelegt. Der Unterricht wird wie bisher von Studieren- den der Berliner Hochschulen erteilt Jeder Kurs findet wöchentlich einmal in den Abendstunden von 8—19 Uhr statt. Die Anmeldungen werden in den folgenden Unterrichtslokalen von 8 bis 19 Uhr abends entgegengenommen: 1. Im Zentrum: Gemcindeschule Gipssttaße 23 a, nahe dem Bahnhof Börse, am 29. und 23. Oktober; 2. Im Zentrum: Geschäftsstelle des Vereins, Dorotheenstr. 49, Quergebäude parterre, am 19. und 22. Oktober; 3. Im Osten: Fortbildungsschule Langestr. 31, am Schlcsischen Bahnhos. am 29. und 22. Oktober; 4. In Neukölln: Realgymnasium Kaiser-Friedrich-Stratze 298 bis 219, in der Nähe des Hermannplatzes, am 18. und 21. Oktober. Am Sonnabend, den 23. Oktober, findet in der Aula Gips- straße 23 a um 3 Uhr eine allgemeine Hörerversammlung statt, in der über den Unterricht nähere Mitteilung gemacht wird. In dieser Versammlung werden auch noch Anmeldungen entgcgenge- nommcn. Bei der Anmeldung ist eine einmalige Gebühr von 59 Pf. für den Besuch jedes Kurses sowie 39 Pf. für Lehrmittel zu ent- ruüteu. Jede Stufe dauert ein halbes Jahr. Unterrichtsbeginn 1. November. Unterrichisschlutz Anfang März. Martin Bendix, genannt der.Urkomische*, der in de« ver- floffenen American-Thcater in der Dresdener Straße seine Glanzzeit hatte, ist einer Schädelverletzung erlegen, die er sich bei einem Slraßenunfall in Schöneberg zugezogen hatte. Ein schwerer Straßcnbahnunfall, bei welchem fünf Personen er- heblicd verletzt wurden, ercignele sich gestern nachmittag gegen 6 Uhr in der Friedenstraße, Ecke der Großen Frankfurter Straße. Dort ftlbr ein Wagen der Patzenhofer Brauerei direkt vor dem heran- nahenden Straßenbahnwagen der Linie 163 über das Gleis. Der Brauereiwagen wurde dabei angefabren und durch den Anprall vier auf dem Vorderperron des Straßenbahnwagens stehende Fahrgäste erheblich verletzt. Ein Herr Karl T e m s ch a k erlitt Quetschungen am linken Fuß und Bein, der Wehrmann I u s ch k e einen doppelten Unierarmbruch, Fritz May, ein 14jähriger Knabe, einen iinls- fettigen Rippenbruch, Frau Franziska Reime rechtsseitige Brust« beinqneischung und der Kutscher des BrauereiwagenS August Reiher, der von dem Bock gestürzt war, eine Kopfwunde und Ouelschungen beider Schultern. Die vier Zivilpersonen wurden auf ihren Wunsch in ihre Wohnungen geschafft, der Wehrmann nach einem nahen Lazarett gebracht Kleine Nachrichten. Zwei schwere Straßenunfälle ereigneten sich am Sonntagnachmcttaa. An der Straßenbahnhaltestelle Schlesiiche Brücke wurde der 13jährige Schüler Karl Kurtze beim Verlaffen eine« Triebwagens der Linie 19 von einem Mililärauio überfahren. Der Knabe erlitt einen Beckenbruch und innere Verletzungen und wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht— Gegen 8 Uhr nach- mittags wollte am Lausitzer Platz ein Botenjunge Karl Haß wäh- rend der Fahrt einen Triebwagen der Linie V besteigen, kam dabei zu Fall und erlitt eine Gehirnerschütterung. Der Knabe wurde in bewußtlosem Zustande nach dem Reservelazarett in Friedenau ge- bracht.— Für 2999 M. Schmucksachen verlor am Sonnabendabend die Königl. Opernsängerin Frau Lilli Hafgren- Waag, Eisenzahn- straße 2 zu Schöneberg. Nach einer Fahrt vom Opernhaus« nach dem.Nherngold* merkte sie, daß sie ein Paketchen im Wagen hatte liegen lassen. ES enthielt an Schmucksachen sechs Ringe, ein paar Bernsieinohrringe, ein Reinkiesel Armband und eine rosa Perlbalskctte mit Silberschloß und ein alte? goldenes Medaillon.— Für 2000 M. Leder erbeuteten Einbrecher in der Nacht zum Montag in dem Geschäft von Knoll in der Krummestr. 54 zu Charlottenburg. Sie drangen vom Hof aus durch den Keller in den Laden ein und stahlen Sohlen und andere Ledersorten, ohne daß jemand etwas merfte.— Im Alien Becken des Spandauer Schiff- sahrtskanals fand man die Leiche eines neugeborene« Knaben, die ganz nackt war. Zeugen gesucht. Diejenigen Personen, welche gesehe» haben, wie am Montag, 13. September, abends 8'/. Uhr, am Kottbuser Damm, in der Nähe der Pflügerstraße, ein Radfahrer von einer Autodroschke angefahren und dadurch verletzt wurde, werden gebeten, ihre genaue Adreffe an Franz Preuß, Neukölln, Prinz-Handjerh- Straße 39, vorn II, einzusenden. Mus öen Gemeinden. Neuregelung der Mietbeihilfen. Die letzte Gemeindevertvetersitztmg hat nach langer Debatte, iii der besonders vom 84er HauSbcsitzerverein die bisherige Halt- losigkeit der Mietbeihilfen nochgewiesen werden sollte, folgende Bestimmungen getroffen. Derjenige Hausbesitzer, der ein staats- steuerpflichtiges Einkommen bis zu 3999 Mk. versteuert, braucht dem Mieter gegenüber keinen Nachlatz gewähren, von 3999 bis 3699 Mk. jedoch 5 Proz., von 3699 bis 4299 Mk. 19 Proz., von 4299 bis 5499 Mk. 15 Proz., 5499 bis 6999 Mk. 29 Proz., über 6999 Mk. 25 Proz. Während bisher in jedem Falle ein Nachlaß bis zu 25 Proz. gewährt werden mußte, so wird in Zukunft der größte Teil der Vermieter nichts herablassen brauchen. Auch dem Mieter soll bei der Verrechnung der bisherige Nachlaß zugute kommen und beträgt der Höchstsatz des Mietzuschusses nicht mehr 18 Mk., sondern 29 Mk., die geringste Mietbeihilfe 5 Mk. Diese neue Regelung soll vom 1. Oftober ab in Kraft treten. Das Existenzminimum will man nicht erhöhen, sondern erst abwarten, wie sich die neuen Bestimmungen einführen. Bis jetzt wurde in zirka 2999 Fällen Mietsunterftützung gewährt, während 125 Fälle in der Schwebe sind uno eventuell das Mieteinigungsamt noch zu beschäftigen haben. An Mietbeihilfen wurden monatlich zirka 15 999 Mk. gezahlt_ Petroleum für Heimarbeit ia Neukölln. Der Magisttat macht darauf aufmerksam, daß für Heimarbeiter und für landwirtschaftliche Zwecke besondere Peiroleummengen ver- teilt werden sollen. Als VerieilungSstelle ist die Haupiseuerwacbe Erlstratze 22/25 bestimmt worden. Alle diejenigen, die hiernach für besondere Berücksichtigung bei der Peiroleumverieilung in Frage kommen, wollen sich zunächst im Rathause, Eingang Donaustraße, 1 Treppe, Zimmer 149, zwecks Ausstellung von besonderen Berech- ligun�slarien melden. Nachweise über die Eigenschaft al» Heim- arbetter und Bescheinigungen der Hauseigentümer, daß weder Gas noch elcftrischer Anschluß in der Wohnug vorhanden ist sind ün Jnleresje einer schnellen Abfertigung mitzubringen. Soziales. Kautioozurllckhaltung. Unter welch nichtigen Vorwänden zuweilen Kauttonen einbehalten werden, zeigte ein vor der 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts verhandelter Streitfall. Ter dorr Klage erhebende Gehilfe war Einkasfierer im Ab» zahlungsge schüft von Frese gewesen. Bei seinem Eintritt mußte er 159 M. Kaution hinterlegen, die als Sicherheit gegen etwaige Unleri'chleife dienen sollten. DaS Dienstverhältnis fand dadurch eine plötzliche Auslösung, daß der Kläger zugegebener- maßen auf seinen Dienstwegen auch noch für einen anderen Kaufmann einige Quittungen miikassiert halte. Auf da? Gehalt verzichtete der Gehilfe, er wollte aber wenigstens seine als Kaulion bar emgezahlteii 159 M. zurückhaben. Diese wurden ihm jedoch von seiten der beklaglcn Firma vorenihalien. Die Beklagte machte in der Verhandlung geltend: sie sei durch das Verhalten deZ Klägers schwer geschädigt worden. K. hgite dadurch, daß er noch für euren anderen Wege machte, für sie nicht viel Besuche machen können. Jede Woche, in der die Kunden nicht besucht würden, sei für die Firma verloren, denn diese kleinen Leute dächten gar nicht daran, die entgangene Wochcnraie nachzuzahlen. Das Gericht betraute den Bücherrevisor Blöhdorn mit der Erstattung eines Gutachtens darüber, ob der Kläger unverhältiiismätzig wenig einkassiert habe oder nicht. Nach Prüfung der Bücher kam der Sachverständige zu dem Ergebnis, daß der Kläger im Verbällnis ebensoviel kassiert hatte wie sein Vorgänger und� sein Nachfolger. Aus einer vom Bücher- revisor eingereichien Aufstellung ging daS zahlenmäßig ganz klar hervor. Das Kaufmannsgerichi verurteilte die Beklagte, dem Kläger seine Kaution und 4 Proz. Zinsen zurückzuzahlen. Ter unpünktliche Kabarettsänger. Direktor Schleyer hatte für sein Kabarett den Säuger Fischer« Fern gegen eine Gage von 300 M. für die Zeit vorn 15. August BfS 15.©ctitemBce engagiert. Weil der Direktor noch verschiedene s in o g I i ch sei, polizeiliche Anordnungen hinsichllich der baulichen Beschaffenheit des Wagen dieser LolaiS zu erfiillen hatte, konnten die Vorstellungen erst am 28. August der Angeklagte beginnen. Am 5. Sepien, ber wurde Fischer-Ferri entlassen. Er �' bclam nur die Tage vom 28. August bis ö. September bezahlt und klagte deshalb beim Gewerbegericht auf Zahlung der vollen ver> «inbarten Gage abzüglich des erhaltenen Teils. Die Entlassung begründete der Beklagte damit, dast der Kläger trotz wiederholter Verwarnung regelmäßig zu spät gekommen sei. Er habe eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung kommen sollen. Er sei aber später gekommen. Der Kläger erklärte, von einer solchen Anordnung wisse er nichts, er sei immer zu der Zeit erschienen. Ivo seine Nummer auf dem Programm stand, so daß er pünktlich auftreten koniile. DaS Gericht hielt durch Zeugenvernehmung für festgestellt daß das Erscheinen des Klägers eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung angeordiict und er ivegen Zuspätkommens wiederholt verwarnt ivordcn ist. Die Entlassung sei deshalb berechtigt gewesen, der Kläger habe also keinen Anspruch auf Bezahlung für die Zeit nach seiner Entlassung. Die Zeit vom 15. bis 28. August mistse dem Kläger aber bezahlt werden, denn für diese Zeit habe er dem Be klagten zur Versügung gestanden. Nach den Ausführungen, welche die Parteien in diesem und im vorigen Termin machten, scheint eS. daß nicht die angebliche lln Pünktlichkeit des Klägers, sondern verletzte Künstler� eitelkeit auf beiden Seiten den eigentlicheil Grund zur Ent- lassung gegeben hat. Der Kläger Flschcr-Ferri hat sich davor gedrückt, ein von seinem Direktor Gchreher gedichtetes Lied zu singen. Herr Schrcyer stellte das unter Ausnutzung der gegenwärtigen Zeitströmung so dar: Der Kläger, der Pole und russischer Staatsangehöriger ist. weigerte sich, ein von mir ver- faßteS deutsches Lied vorzutragen. Wenir er eine Strophe des Liedes gesungen hatte, brach er ab, verbeugte sich und trug dann italienische Lieder vor. Dagegen sagte der Kläger: Nicht weil daS Lied ein deutsches Lied war. wollte ich es nicht singen, sondern weil es ein schlechtes Machwerk ist, gegen dessen Vortrag sich meine Künstler« ehre sträubt. Ich bin Opernsänger. WaS der Beklagte als italienische Lieder bezeichnet, die ich gesungen haben soll. daS find Arien aus dem»Troubadour' und anderen bekannten italienischen Opern. die altrenommierten zu ge Gerichtszeitung. Schund für die Armee. Schundmäßige Ausführung einer KriegSliefcrung hat einer Anklage wegen Vergehens gegen � 329 St.-G.-B. führt, welcher besagt: Wer die mit einer Behörde geschlossenen Licfcrungsverträge über Bedürfnisse des Heeres oder der Marine zur Zeit eines Krieges vorsätzlich nicht in der vor- bedungenen Weise erfüllt, wird mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten bestraft. Dieselben Strafen finden auch gegen die Unterlieferanten, Vermittler und Bevollmächtigten deS Lieferanten Anwendung, welche mit Kenntnis deS Zweckes der Lieferung die Nichterfüllung derselben vorsätzlich oder auS Fahrlässigkeit verursachen. Die vor der ersten Strafkammer deS LaudgerichiS I gestern verhandelte Anklage richtete sich gegen den Schneider Emil Bcher, den Kaufmann Hermann L e e s e r und den Zuschneider Franz John, denen die Rechtöanivälte Wolfgang Heine, Dr. H e i n e m a n n und Roßbach als Verteidiger zur Seite standen. DaS BekleidungSamt de« IV. Armeekorps in Magde- bürg halle der Firina Harlmann u. Klempner die Lieferung von Miluärröckcn für die Infanterie überlrapen. Die Firma H. u. K. übertrug dieAniertigung verichicdenen Unterlieferanten, die verncherten, daß die Herstellung der Waffenröcke ihnen ganz vertraut sei. Einer der Unterlieferanten war die Firma Hirschfeld Wwe., deren kaufmännischer Leiter der Angeil. Leeser ist, während John dort als Zuschneider tätig ist. Die Firma Hirschfeld hatte die Anfertigung der Röcke dem Angeklagten Meister Beyer übertragen. Zwölf der von diesem an die Firma Hirschfeld abgelieferten Röcke sind nun. wie der Ober« meister Schanse vom KriegsbekleidungSamt Magdeburg festgestellt hat, schundmäßig gearbeitet und völlig unbrauchbar. Vor allen Dingen halten sie statt der vorgeschriebenen acht nur sechs Knöpfe, die Aufschläge waren nicht passend und schief gesetzt. Der Angeklagte John behauptet, daß er den Angeklagten Leeser auf die verschiedenen Mängel der Rocke ausmerksam' gemacht und gesagt habe, daß cS sich nicht empfehle, die Röcke an Hartmann u. Klemvner abzuliefern, da sie gar nicht abnahmefähig feien. Nach der Behauptung des John soll Leeser trotzdem angeordnet haben, daß die Rocke abgeliefert werden sollten, und John hat sie dann auch abgeliefert. Beyer behauptet, daß er Leeser gesagt habe, er solle zunächst bei dem BckleidungSamte anfragen, ob die Röcke trotz der mangelhaften Knöpfezahl abgenommen werden würden. John, der der Beihilfe angetlagr war. soll trotz der Kenntnis von den Mängeln schließlich doch die Ablieferung an Harlmann u. Klempner bewerkstelligt und dabei gesagt haben, die Röcke seien gut. Er soll deshalb mitschuldig daran sein, daß die Röcke schließlich in der verpfuschten Verfassung an daS BekleidungSamt gegangen sind. Ein Schaden ist nicht entstanden, da die Militärbehörde die Röcke zurückgewiesen hat.— Staatsanwalt Dr. Ortlieb hielt alle drei Angellagte des Vergehens gegen§ 820 für über« führt und beantragte gegen die ihn ivcniger belastet erscheinenden Beyer und John je sechs Monate Gefängnis, gegen Leeser, der der Hauptschuldige sei und auS Geldgewinn gehandelt habe, ein Jahr GefSngiS und zwei Jahre Ehrverlust, bei so» fortiger Verhaftung.— Die Verteidiger bestritten auS juristiilben und tatsächlichen Gründen, daß die Tatbestandsmerkmale des§ 323 St. G. B. vorlägen. Das Gericht verurteilte Beyer zu sechs Monaten, Leeser zu ein Jahr sechs Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust, John wegen Beihilfe zum Vergehen gegen§ 32g zu vier Monaten Ge- fängnis. Wie der Vorsitzende Geh. Justizrat Lampe hervorhob, habe die Beweisaufnahme ergeben, daß die Angeklagten auf dem Standpunkte gestanden zu haben scheinen, für die Armee sei � schlechteste gerade gut genug. Leeser wurde sofort in Haft genommen. Daimler« Werke Preise liefern und 17 ggg M. gezahlt bandle sich hier um zustande gekommenen er ausnahmsweise da Art zu b l I l i g e r e m ..... sicher nicht mehr als haben tonne. Darauf erklärte St., ti einen unter bestimmten Gesichtspunkten Gelegenheitskauf und gab an. daß 18 000 M. gezahlt habe; er habe schon an den Pferden viel ver- loren und möchte nun doch nicht auch noch an dem Wagen Verluste haben. Der Hauptmann erwiderte: er solle ja gar keinen Verlust erleiden, es solle ihm ja der volle Preis erstattet werden, den er selbst gezahlt habe. Na-bdem sich K. entfernt, telegraphiert« der Hauptmann an die Mulackiverke in Aachen und erhielt die Auskunft, daß für den Wagen nicht 10 500 M., sondern nur 16 500 M. be- zahlt worden seien. Darauf beruht die Anklage. Der Angeklagte wies jede betrügerische Absicht und jeden Bereicherungszweck iveil von sich und behauptete, daß er sich lediglich von seiner ehren- wörtlichen Zusicherung habe leiten lassen, keinem Dritten den ivirllich bezahlten PreiS zu nennen. Der Staatsanwalt be- antragte v i e r M o n a t e Gefängnis. Rechtsanwalt Justiz- rat Dr. v. Gordon beantragte die Freisprechung. Da« Gericht hielt den Tatbestand im Sinne der Anklage für erwieien und verurteilte den Angeklagten zu 2000 M. Geldstrafe, wobei er dessen sonstige tadellose Lebensballung und feine vielfach be- kündete große Beteiligung an der KriegSfürforgs berücksichtigte. aller Welt. da» Betrug gegen den MilitärfiSkuS. Wegen BctrugSvcrfuchS gegen den MilitärfiSkuS hatte sich gestern der Vorsitzende der FuhrwerkSberufsgenosscnschaft, Fuhrunternehmer Johann Knauer, vor der ersten Strafkammer deS Landgerichts II zu verantworten. Der Angeklagte ist Großunternehmer. Von den ManneSmann- Mulak-Werken in Aachen bezog er einen Kraftwagen. Der Berliner Vertreter Halle die Hoffnung, bei der ganzen Stellung, die Herr Knauer einnimmt und der Größe seines Betriebes, durch diese erste Lieferung in ein recht große« Geschäft hineinzukommen. AuS diesem Grunde wurde Herrn Knauer für den Kraftwagen, dessen Normalpreis nach Auskunft deS Direktor« der Werke 10 500 M. ist, ein Ausnahmepreis von 16 500 M. bewilligt, doch verpflichtete sich, wie ebenfalls zeugeneidlich festgestellt wurde, der Angellagte ehren- wörtlich, keinem Dritten gegenüber den niedrigen Preis mitzuteilen. Nun wurde dieser Kraftwagen von der Militärbehörde in Anspruch genommen und zur Abnahme durch die militärische Abnahme- kommisiion nach Marienfelde bestellt. Die Kommission bestand auS einem Hauptmann und zwei Sachverständigen der Daimler-Werke. Die Kommission hat die � Instruktion, die Ab- nabmeprciie so festzustellen, daß die Besitzer einen Schaden möglichst nicht erleiden und die Praxi« geht dahin, daß der Anschaffungspreis festgestellt und der etwaige Abnutzungdwert in Abzug gebracht wird. Der Kraftwagen war so gut wie neu und dem Angeklagten sollte daher der volle Anschaffungspreis vergütet werden. Als man ihn nach diesem Preise fragte, gab er ihn auf 10 500 M. an. Die Sachverständigen erklärten ihm, daß dies doch ganz u n- Schwere« Eisenba nnnglllck. JnfVge sehr starken Nebel« über- fuhr am Sonntag auf den. Bahnhos Treysa lHesscn-Nassau) ein Rangierteil da« Haltesignal für Rangierzllge und stieß infolge- dessen mit der Maschine de« einfahrenden Güterzuge» 6783 zu- sammen. Ter Zugführer und«in Schaffner diese« Zuges wurden schwer verletzt. Der Zugführer ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Die Randiermafchin« und zehn Güterwagen vom Güterzuge 6783 entgleisten und wurden zum Teil schwer beschädigt. Ein Ehepaar ermordet. Gin« schwere Bluttat wird au« München gemeldet: Der 46 Jahre alte Hausbesitzer Kaspar in Olschitz lockte mit seinem 16jährigen Sohn den Grundbesitzer K o c z l i k in einen Stall, die beiden schlugen Koczlik fit"Nor Hake itt der vnb senkten ihm die Kehle durch. Darauf überfielen sie die Frau des Grundbesitzer«, ermordeten sie gleich. fall« und raubten dann einen größeren Geldbetrag. Die Mörder sind verhaftet. Ein Stadtverordneter al« FcldpostrSubrr. Die Strafkammer Essen o rurteilte den Oberbriefträger und Stadtver- ordneten Buendgen au» Kettwig an der Ruhr wegen Beraubung von Feldsendungen zu fünf Monaten Gesang- n i 8. Außerdem wurde ihm die Fähigkeit, ein öffentliches Amt zu bekleiden, auf drei Jahre abgesprochen. Der Angeklagt« stand 32 Jahre im Postdienst. Vier VanknotcnfSlscher vrrhaftrt. Die Münchener Polizei verhaftete die LebrerSwitwe Marie Wucher und den Inhaber eines Müncheuer Theaterverlags M e i n d l wegen Verausgabung, die Photochemigraphen Hanl und Anton Winkler au« Augs- bürg tvegen Nachahmung von Fünfzig- und Zweimark» ' ch e i n c n. Die Brüder Winkler, die bereit» wegen Banknoten- älschung und auch wogen Sittlichkeitsvergehen vovbeftvaft sind, begingen im UntersuchungSgefängni» einen Selbstmordversuch. Verhaftung eine« Theatcrdirektor«. Ceheimrat Max Richard», der bisherige Direktor de» Halleschen Stadttheater« und jetzige Direktor de» KönitzSberger Stadttheater», wurde, wie aus Halle berichtet wird, gemeinsam mit der Gattin eine» Halle- ichen Fabrikbesitzer» wegen Verbrechen» gegen da» keimende Leben in Halle verhaftet. Unwetterkatastrophe in Frankreich. Laut einer Pariser Meldung au« Perigueux wurde die Dordogne von einem schweren Unwetter heimgesucht. In manchen Gegenden wurden die Dächer mehrerer Häuser vom Sturm abgedeckt oder davongetragen, viele Personen sind unter den Trümmern eingestürzter Häuser begraben. Bäche wurden in reißende Flüsse ver- wandelt. Mehrere Ortschaften wurden überschwemmt. vierzehn Arbeiter erstickt. Im Schwefelbergwerk von Grande- trabia auf Sizilien erstickten vierzehn Arbeiter an giftigen Gasen infolge eines Grubenbrandes. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 356 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppenteile: Reitende» Feldiägcrkorp». In- fanterie usw.: Garde: 1. und 2. Garde-Reserve-Regiment. Gre- nadier- bzw. Infanterie, bzw. Füsilicr-Regimenter Nr. 1, 2, 3, 5, 6, 7. 10. 12. 13. 23. 30, 33(s. Jäger-Bat. Nr. 2>. 34. 35. 37. 41 bi« einschl. 45. 48. 40. 50. 51. 53. 58. 61. 63. 64, 66. 67. 60, 70. 72. 75. 76, 80. 82, 84. 86 ss. Jnf.-Rea. Nr. 63). 67. 80. 03, 04. 05. 07. 09, 110, III, 112, 113(f. auch Nes.-Jnf.-Reg. Nr. 70). 114, 115, 116. 120. 136, 141. 143, 148 bi» einschl. 152, 154(f. Feldflieger. truppe), 157, 150, 160, 164, 165, 167, 168. Rcserve-Jnfanteric- Regimenter Nr. 1. 2, 3, 5, 7. 8, 17, 20, 22, 26, 29, 84, 48, 52, 59, 61. 65, 67, 72, 77. 70, 87, 88, 02, 116, 180, 258(f. Jcigcr-Bat. Nr. 2). Ersatz-Jnfanterie-Negiment Nr. 20. Landwehr-Jnfan- teric-Regimenter Nr. 2. 3. 6. 7. 8, 11. 17. 18. 28. 31. 34, 30. 46, 48. 40. 51. 53. 57. 60. 66. 72. 73. 75, 76. 77, 87(f. Rest-Jnf.-Rcg. Nr. 17), 03. 109, 116. Landwehr�rsatz-Jnfanterie-Regimenter Nr. 1 und 2. Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 58, 82, 84 falle drei st Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 20). Landivebr-Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 21(f. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 2) und 27(f. Landw.-Ers.» Jnf.-Reg. Nr. 1). Ueberplanmäßige« Landwehr-Jnfanterie-Ba- taillon Nr. 5 des 4. Armeekorps(s. Landw.-Jnf.-Reg. 17). 3. Land- sturm-Jnfanterie-Bataillon Tilsit(f. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 28). Jäger-Bataillone Nr. 2, 4. 6; Resexve-Bataillon Nr. 21). Radfahrer-Kompagnie Nr. 76. Garde-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 2; Maschineng« wohr-Abteilungen Nr. 5 und 6; Feld-Ma- fchinengewehr-Zug Nr. 247; FestungS-Maschincngewehr-Abteilung Nr. 24 Metz. Kavallerie: Regiment der Garde» du Eorp». Kürassiere Nr. 6; Schwere Reserve-Reiter Nr. 1; Dragoner Nr. 1. 7. 15. 16; Husaren Nr. 7; Ulanen Nr. 2. 7. 3. 9. 16; Jäger zu Pferde Nr. 8 und 13; Kavallerie-Regiment Nr. 86; 2. Landwehr-Eskadron de» 3. und 1. de» 17. Armeekorps sletzteve f. Kav.-Reg. Nr. 86). Feldartillerie: Regimenter Nr. 1. 2. 11. 30. 41. 47. 57, 60, 62, 63, 67, 72, 79, 81, 99, 213; Reserve-Regimenter Nr. 7, 18, 48, 49, 62, 63; Feldartillerie-Abteilung Nr. 231; 2. Landsturm- Batterie de? 18. Armeekorps. Fußartillerie: 1. Garde-Reserve-Regiment; Regimenter Nr. 3, 9, 10, 11, 14 fs. Feldfliegertruvpe). 20; Reserve-Regimenter Nr. 1. 2. 3. 4, 5. 11. 15, 16. 20; Ersatz-Bataillon Nr. 22; Landwehr- Bataillon Nr. 6. Grabenkanonen-Abteilung Nr. 4(s. Fußark-Reg. Nr. 3). Pioniere: Regimenter Nr. 20 und 25: Bataillone: II. Nr. 2, I. Nr. 6. II. Nr. S, l. Nr. 10. II. Nr. 14, I. Nr. 15. I. Nr. 27, I. Nr. 28; Kompagnien Nr. 209, 246, 247, 250; Reserve-Kom. pagnien Nr. 50, 52, 55, 76, 85. Scheinwerfer-Zug Nr. 209. Leichte Minenwerfer-Abteilung Nr. 231. Verkehrstruppen: Reserve-Eisenbahnbau-Kompagnie Nr. 29. FestungS-Eisenbahn-Betriebskompagnie Nr. 4. Ctappen-Tele- graphen-Tirektion der Armeeabteiluna v. Strantz. Feldluftschiffer- und Fcldflicgertruppe. Kraftwagenkolonne Nr. 5 der Etappen- Inspektion der 11. Armee; Kavalleric-Lastkraftwagenkolonne Nr. 5; Etappen-Krastwagenkolonne Nr. 1; Etappen-Kraftwagenpark Nr. 7, 10 und 11. Train: Reserbe-DivistonS-Brückenirain Nr. 50. Proviant- kolonne Nr. 2 der 22. Jniamerie-Division; Leichte Proviantkolonne Nr. 1 der Landwehr-Tivision v. Bredow. Magazin-Fuhrpark- kolonne Nr. 25 und Magazin-Fuhrparkkolonne Nr. 40 der Bug. armce. Flcisch-Kraftwagenkolonne Nr. 6 de» 7. Armeekorps. Pferdedepot Nr. 2 des 21. Armeekorps. Munitionskolonnen: Jnfanterie-MunitionSkolonne Nr. 1 des 1. Armeekorps und Jnfanterie-MunitionSkolonne der 105. In- santerie-Division. Artillerie-Munitionskolonne Nr. 1 des 3., Nr. 8 deS 14, Nr. 4 de» 17. und Nr. 1 d«S 21. Armeekorps; Reserve- Artillerie-(?) Munitionskolonnen Nr. 54 des 22.. Nr. 56 des 23. und Nr. 94 deS 40. Reservekorps; Fußartillerie-MunitionSkolonne Nr. 4 des 5. und Nr. 211 des 12. Reservekorps; Reserve-Futz- artillerie-Munitionskolonne Nr. 2 der 50. Reserve-Division; Festungs-Fußartillcric-Munitionskolonne Nr. 5 des 10. Reserve- korps. Etappen-Munitionskolonne Nr. 130 und Nr. 144 der Bug- armee; Leichte Etappen-Munitionskolonne Nr. 303. SanitätS-Formationen: Reserve-Sanitäts-Kompagnie Nr. 43 der 43. Reserve-Division; Landwehr-SanitätS-Kompagnie Nr. 5 des 3. und Nr. 28 des 18. Reservekorps. Feldlazarett Nr. 4 des 6. Armeekorps; Reserve-Lazavett Ostrowo. Armierungsbataillone. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 227 bringt Verluste der Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 4, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 17, 21, 23; Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 2, 4, 6, 8. 10, 12, 15; Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 1, 3, 7, 8, 9, 12; Landsturm-Jnfanterie-Bataillone: Augsburg II. Kissingen, Mindelheim, Mittelfranken, Passau l, Weilheim; Ehevaulcaers- Regimenter: 7. Straubing, 8. Dillingen; 10. und 12. Feldartillerie- Regiment; GebirgS-Kanonen-Batterie Nr. 10: Reservc-Feld- artillerie-Regimenter Nr. 1, 6, 9; Ersatz-Feldariillerie-Regiment; 1. und 2. Fußartillerie-Regiment; Reserve-Fußartillerie-Regi- menter Nr. 1, 2; Fußartillerie-Batterie Nr. 381; Pionier-Regi- ment; 3. Pionier-Bat. Ingolstadt; Reserve-Pionier-Bataillone Nr. 2, 3; Reserve-Pionier-Kompagnie Nr. 17; 1. Landwehr- Pionier-Kompagnie, 1. Armeekorps; Militär-Eisenba Hn-Tirek- tion II; Landsturm�iseubahnbau-Kompagnie 1; Reserve-Fuß- artillerie-Munitionskolonne 8; Bau-Direktion 6; Etappen-Sani. tätS-Depot 6; Berichtigungen zu den Verlustlisten Nr. 1 mit 185 (vermißte). Die sächsisch« Verlustliste Nr. 208 enthält Verluste der Jnfanterie-Regimenter Nr. 101, 134, 189, 182; Reserve-Jnfanterie- Regiment Nr. 133; Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 26. parteiveranftaltungen. vierter iÄahltreiS. Jugendsektion. Am MlttwoA. den 20. Oktober, abend« 8'l, Uhr, findet in den AndreaS-gest'Slen, Andrea»- straße 21. eine Versammlung der jungen Mitglieder de« Wablveretn« im Alter von IS— 2l Jabren statt. 1. Vortrag de» Genossen Sichhorn über die Balkanvölker. 2. Diskussion. Sechster Wadlkrci«. Jugendabteilung. Die versamm- lungen der jugendlichen Mitglieder finden am Mittwoch, den 20. Oktober, abend» 8'l, Uhr, in nachstehenden Lokalen statt! Strack, Schönhauser Allee 134». und Kerfin. Panlstr. 60. Reserenten sind die Genofien Dr. Diederich und W. Paetzel. Die iugendlichen Genossen der Stadtteile Moabit, Wedding und de» Gesund- orunnen« beteiligen sich an der Versammlung bei Kerfin, Pankstr. SO. Der Borstand. Neukölln. DI« außerordentliche Generalversammlung findet am Mittwoch, den 20. Oktober, abend» 8'/, Uhr. in den vassage-Festsälen statt. Die Versammlung der I u g e n d s e k t i o n fällt an diesem Tage au«. GitzungStage der Stadt« und Gemetudevertretunge». Sichwalde. Dienstag. IS. Oklober, abend» 7 Uhr. im Ratbau«. Diese«iqungcn find»ssenttt«. Jede,»emctnveange»»rtge»» de- rechtigt. ihnen al« Zuhörer bcizuwohnen. Licht und»chatte«. Nr. 2. 2S Pf.— verlaa: verlw W». Wielanb. Nr. 23. SV Pf.— Verlag- verlin w 9. Ter Neue Merkur. Monatsschrift sür geisttgr« Leben. Sepiemier- Heft. 1,50 M.—®. Müller. München. Erfahrungen und Anregungen»» einer«»Pfschuft.Jnvaltde«. fürsorge. Bon Dr.£3. Poppelreuter. 1,50 M.— Heuser» Verlag, Neu- Wied a. Rh. Zeit.Ech». Sin Kriegstagebuch der Künstler. Heft 22 und 23/24 Sinzelheft SO Pf.— Araphik-Berlag, München. Tie kleine Welt. Tiroler Dorfgeschichten von R. Grein». 4 M.. geb. 5 M.— L. Staackmann. Leipzig. Ter heilige Krieg. Krtegtlarte für bi« valkanlinder.— 1 HR.— D. Sult», Lilfa 1 P. Stuttgarter Reliefkarten. Nr. 41: tttew— Odessa. Nr. 42- Tcrblsch. Bulgarisches Grenzgebiet. Einzelnummer 25 Ps.— Franckh, Stuttgart._ Eingegangene Druckschriften. Tie Hohenzoller« und die Schule, von Dr. G. weibemann. 2 M.- Für den Leben-weg: Der deutlchen Jugend bei der Snllassung au» der Schule. Von Dr.«. Weibemann. 40 Pf. Buchhandlung de» Waisenbauie» in Halle a. G.»>«. Tie Phylioiogie und Hygiene der Ernährung, von Pros. H. Griesbach. 1.80 M.. geb. 2.40 M. Holze u. Pähl, Tr-Sden. Trcht sich»t« Erde? von W. Brunner. Kart. 80 Pf. B. G. Teubner, Leipzig.__ Sriefkaften üer Reöaktion. Dt« lurtstislb« evrrchstund, lind,« für«donnentrn«tavruftr.«, TT. Hof tritt», parterre, am Montag btt Sreitag von 4»i» 7 U»r, am Sonnavend V r t» l i a lt« n bestimmten«nlrag, Mertzetchen betjusügrn. vriesllch« denen«ein» AbonnemenlSoultiun, Slltg» Vragen trag« man tn de, na»»ergleiche»»ring, mar i» dt« von»»l» 8 litt statt. Jede, lür den ist«tn Buchstabe und ein, Labl al» Antwort wird nicht«rletlt. Anfragen, beigefügt tlt. werden nicht beantwortet. kvrechstunb, vor.»ertr»»»,«chrtsttlücke «»rechlinnde mir. «. S. 333. S« bandelt fich in biesem Fall« um die staatliche Invalidenrente. Wenn Sie durch die KriegSvcrstümmelung nur noch bi» zu 33»/, Prozent«rwerbSsähia erachtet werden, haben Sie aus Grund Ihrer geklebten Jnvolidenmarken Anspruch auf Rente. Di« Rente wird von der Landesversicherungsanstalt gezahlt, nicht von der Militärbehörde. — H. R. 86. 1. Ja. 2. Lassen Sie die Sache durch die Steuerlass« regeln, von der Ihre Frau die Unterstützung bezieht.— H. 85. Ja. Wenn da» vermögen nicht erheblich ist. ist e» ohne Sinssuß aus die Unter- stützung.— F. K 40. Die Kreisärzte, Kassenärzte nicht. Al« Behörde kommt da« Bezirkskommando tn Betracht.— M.«. 78. 1. Wenn nicht «in sehr dringender Anlaß vorliegt, wird Urlaub nicht gewährt werden. 2. Anrecht auf Slerbegeid btsteht nur dann, wenn der Tod innerhalb drei Wochen nach Autwltt au« der Krankenlasse erlolgt ist. 3. Wenden Sie sich an die sür Ihren Bezirk bestehende HilsSkommilsion de« Nationalen Frauen- dienste«.—«. 100. Da der Sachverhalt au» Ihrem Schreiben nicht recht verständlich ist. so müßlea Sie schon zu un« in die Svr-chstunde kommen. SS würde sich aber empseblen. zunächst-bzuwarten. ob Ihr Antrag aus Unterstützung und in welcher Höhe er genehmlgt wird.— I. 1. Nein. — Ntederdarnim 76. Da« von der Kasse zu viel«rhaltene«rankengeld muß on diese zurückgezahlt werden. Aus Antrag wird die Kasse stcher damit einverstanden sein, daß e« in Raten abgetragen wird.— B. St. 46. ______________...............____.... W»- v. St._. Den MielSvertrag' ohn, weitere« zu lösen, können wir Ihnen nicht raten. Sie müßten beim Amtsgericht aus Lösung deS vertrage« klagem E« würbe ftch aber doch In diesem Falle empsehlen. der Ortlpolizet von diesem Uebel- stände Mitteilung zu machen, die aus jedi Zustande» dringen muß.— A. B. 37. eben Fall aus eine Acnderung diese» . �_____I. Wenn da» Fräulein nick» als An- gestellte der Firma den Austrag entaegenginommen hat, lönnen Sie gegen die Firma nicht« unternehmen. Da« müzten«ie zunächst seststellen. E« bliebe dann nur dt« Klage enlweder gegen dl« Firma oder gegen da» Fräulein übrig.—«uguft 17. 1. Nein. Sie müssen den vollen Betrag sür da» Wäschelpind an die Firma zahlen. 2. Nein. 3. Gl« sind nicht ver- Iick-run««»fii»tia Bliäiäfttaung bei gertns" »eschästtgüng bei geringem Verdien» lönnten Sie trotz- — Gertrud 1885, lv Wenn dt« Mitgliedschaft in der dem ausüben.—— Krantenlasse nicht sortgesetzt ist. besteht tn Ihrem Falle kein Anlpruch aus«lerbeaelv. 2. Fragen Sie auf dem Magistral»« bureau nach. 3. Die über drei Mansie nach dem Tode htnau» gezahlte Unterstützung wird von der Rente tn Abrechnung gebracht. WetterauSstchten für da« mittler« Rorddeutlihland dt« Mittwochmirrag. Zeltwesse etwa« austiarend, aber noch fühl und überwiegend bewölkt oder nebelig; nirgends erhebliche NlederschlSge.