Nr. 77. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919 Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Aus dem Schuldbuche des Militarismus. Mittwoch, den 4. April 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. . In der Zivilbevölkerung bei 45 pet. 5 11 " " " " 6 16 " " " 32 8 " " " " 12 2 . " " " " " 1,0 " " 32 18 " " " " Aber das gilt alles nur für die Zivilbevölkerung, für neigung im Heere fich parallel mit der Selbstmordneigung alle diejenigen, welche unmittelbar den Kampf ums Dasein derjenigen Bevölkerungsschichten bewegt, aus welchen sich die auszufämpfen haben. Für das Militär kann es nicht bezüglichen Heerestheile und Armeekorps rekrutiren, versteht sich gelten, denn die Armee ist oder sollte es wenigstens ganz von selbst, und es ist darum durchaus nicht wunderbar, Eine der traurigsten Zugaben zu unserer fürtrefflichen fein- der stille Hafen, in welchem für 2-4 Jahre, und daß das IV,( sächsische) Armeekorps mit 9,13%/ 000 oben an, Kultur auf tapitalistischem Untergrunde ist die stetig für die Unteroffiziere 2c. noch länger, der Staat die Stürme das XVII. hauptsächlich aus slavischen Elementen mit gewachsende Zahl von Selbstmorden. Während auf 10 000 des täglichen Lebens von den jungen und gleichzeitig gesundesten ringer Selbstmordneigung rekrutirte Armeekorps in letter Einwohner im Jahre 1816 in Preußen nur 0,66 sich selbst und kräftigsten Leuten der ganzen Nation abgewendet hat. Reihe steht die auf diese Nachweisung bezügliche Tabelle entleibten, war die Zahl der Selbstmörder 1871/75 bereits Wenn nun auch für den jungen Rekruten der Uebergang der zitirten Abhandlung spricht also nur einen Gemeinplatz auf 1,2% 000 und mit der Intensifikation der kapita- aus den bürgerlichen Verhältnissen in den Militärdienst, aus, den wir uns geniren, hier noch einmal breit zu treten. listischen Produktionsweise in den letzten letzten zwanzig diese plötzliche Versetzung in Lebensverhältnisse, die auf das Weit wichtiger ist die Gegenüberstellung der Motive, aus Jahren gar auf 2000 im Jahre 1891 angewachsen. schärffte mit den früheren Lebensgewohnheiten kon denen heraus in der Armee und der gleichaltrigen ZivilDas haftende Treiben nach Erwerb, die Beschleunigung des trastiren, und die für manche die Quelle unerträglicher bevölkerung Selbstmorde begangen werden. Geschäftsverkehrs durch Eisenbahn, Dampfschiff, Telegraph Dual ist, tein angenehmer ist, so lebt der Soldat trotz alledem Unter den im Zeitraum 1876 bis 1890 vorgekommenen und Telephon, die Zunahme der Handelskrisen, doch ein weit normaleres Leben als die Mehrzahl der Per Selbstmorden war die That veranlaßt worden: die früher mit Unterbrechungen auftraten, jetzt aber sonen in der gleichaltrigen Zivilbevölkerung. Für den eine ständige Begleiterscheinung des sozialen Lebens Soldaten kommen also zahlreiche Ursachen in Wegfall, In der preußischen Armee geworden sind, haben eine durch alle Kreise welche ihn in seinem Zivilverhältniß in den Ted treiben Durch körperliche Leiden, LebensSer Gesellschaft gehende Nervosität gezeitigt, welche für den könnten. überdruß, Geistestrantheit.. bei 10 pet. modernen Kulturmenschen in steigender Häufigkeit nur der Die Selbstmordziffer im Heere müßte demnach eine Leidenschaften, after. Anfang schwerer Geisteskrankheiten ist, oder ihn in über ungleich viel kleinere sein als in der gleich altrigen Zivil- Trauer, Kummer hastetem Entschluß den Frei- Tod wählen läßt. Für andere bevölkerung... in Wahrheit aber ist sie ungleich viel Rene, Scham, Furcht vor Strafe Aerger, Streit. Kreise bilden die wachsende Unsicherheit des Erwerbes im größer. Das allein ist eine furchtbare Anklage gegen den mishandlungen. Ringen um das tägliche Brot; der 3wang an stelle einer Militarismus, und mit Recht ist immer und immer wieder Andere und unbekannte Ursachen freien Berufswahl und die hierdurch getäuschten Erwartungen von sozialdemokratischer Seite auf die zahlreichen Selbstan das Leben; Noth und Elend; unheilbare körperliche morde im Heere hingewiesen worden als auf einen Grad- In den ersten drei Zeilen sind die Selbstmorde aus Leiden; Kollisionen mit den Moralanschauungen oder dem messer dafür, wie vieles in dem herrschenden Militärsystem denjenigen Gründen enthalten, die mit unseren gesellschaftStrafgesetzbuch der Gesellschaft ebenso viele Ursachen, das faul sein muß. lichen Zuständen in unmittelbarem Zusammenhange stehen, Leben freiwillig abzuschütteln.- Hieraus ist es auch zu Um nun den Militarismus von dieser wuchtigen An- 21 pCt. bei der Armee und 72 pCt. bei der Zivilbevölkerung erklären, weshalb die städtische Bevölkerung relativ und klage zu befreien, veröffentlichte fürzlich das Militär- müßte also ungefähr das Verhältniß beider Zahlen zu ein absolut einen weit größeren Antheil an der Selbstmordziffer Wochenblatt" im Auftrage des Kriegsministeriums eine ander sein, wenn der Militärdienst die Volkskraft nicht hat als die Bevölkerung des platten Landes. In den Städten statistische Abhandlung über die Selbstmorde in deutschen, schwächen, sondern stärken würde, was ja seine eigentliche ist die Industrie konzentrirt, und innerhalb der industriellen speziell im preußischen Heere.") Aber wenn auch die offiziöse Aufgabe ist, sofern man den begeisterten Anhängern des Bevölkerung spielt sich vornehmlich der Kampf Aller gegen Presse diese Publikation mit Enthusiasmus aufnahm, weil Militarismus glauben darf. In den übrigen Zahlen, Alle ab. Freilich vollzieht sich der kapitalistische Attumu- fie angeblich eine glänzende Rechtfertigung der Armee ent- 77,5 pCt. bei der Armee( 1,5 pCt. fehlen wunderbarerweise lationsprozeß auch auf dem Lande; aber wenn der Bauer hält, find wir auch durch diese Broschüre nur in unserem in der Gesammitsumme, aber wir geben sie großmüthig dem von Haus und Hof gejagt worden ist, dann ergreift er erst früheren Urtheil bestärkt worden. Man urtheile selbst! Herrn Kriegsminister vor, unsere beiderseitigen Waffen noch die Fabrikarbeit als letzten Rettungsanfer, ehe er nach dem Stricke greift, der Weg steht ihm ja noch immer offen, als die der gleichaltrigen( 20-30jährigen) Bivilbevölkerung, militarismus geradezu vernichtend wirkenden Zahlen vers Anstatt daß die Selbstmordziffer im Heere geringer sei wären sonst gar zu ungleich), 28 pet. bei der Bivilbevöl ferung, liegt der Hund begraben! Und diese für den wenn er auch als Industrieproletarier in der Stadt voll übertrifft sie diese um das 1,8fache! Und wenn auch Deutsch- lieren nichts an ihrer Bedeutung, wenn man auf beiden ständig Schiffbruch gelitten hat. Dazu kommt, daß die land relativ günstigere Biffern aufzuweisen hat als andere Seiten die Selbstmorde aus unbekannten Ursachen" sich Landwirthschaftliche Arbeit sowohl den Bauern, als auch Länder**), so ist das keine Entschuldigung für Deutschland, gegenseitig kompenfiren läßt, denn dann stehen sich noch dem landwirthschaftlichen Gesinde eine größere Gemüths- sondern nur eine um so schwerer wiegende Auflage gegen immer 45,5 pet. bei der Armee und 10 pCt. bei der ruhe, ein größeres Phlegma gewährleistet, während im Bivilbevölkerung gegenüber. In der Armee werden rapide kapitalistische Entwickelung in den letzten fünfzig ſtädtischen Leben und besonders in Deutschland, wo die Bivilbevölkerung gegenüber. In der Armee werden also 35,5 pt. der Selbst mörder in den Tod Jahren weit intensiver als in irgend einem anderen Lande getrieben durch Ursachen, die lediglich in die Stabilität der Lebensführung vernichtet hat, dies nicht Sem Militarismus ihren Grund haben. der Fall ist. In England und Frankreich liegen diese Das wäre genug offizielles Anklagematerial gegen den Perioden schon weiter zurück, in Desterreich Ungarn, in Aber noch stehen die 32 pt. SelbstItalien und den slavischen Ländern stehen sie erst noch bevor. Woraus zur Genüge die ungünstige Selbstmordziffer für die Stadt gegenüber dem Lande, für Deutschland allen anderen Ländern gegenüber erhellt. Feuillefont. Der Jnde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Vou C. Spindler. die fremdländischen Armeen. Der Militarismus an sich, Nationen, wird dadurch nicht entlastet. dieser Krebsschaden an der Volksgesundheit fast aller Daß unter sonst gleichen Umständen die Selbstmord. *) Die Selbstmorde im preußischen Heere. Separatabbruck Militarismus. aus dem Militär- Wochenblatt" 1894. Beiheft 8. **) In Preußen hat die Armee das 1,8fache, in Desterreich morde aus anderen und unbekannten Urs das 8fache, in Italien das 3-4fache, in Frankreich das 1,3fache, sa che n" da, die erklärt sein wollen. in England das 2,2fache der Selbstmordziffer der gleich altrigen Ist es nicht wunderbar, daß die Militärbehörden, die Zivilbevölkerung aufzuweisen. doch bei jedem Selbstmorde, nach Aussage des Offiziofus, Theilnahme zu:„ Es geht ja hier zu, wie beim Thurmbau Minnesänger in die Lehre gegangen wäret;" meinte Gerzu Babel! Fröhlich mitgeschwommen in dem Strome des hard: Löblicher ist es aber noch, sich in seine Lage finden. heitern Lebens, junger leichtbeweglischer Fisch! Jetzt, unter hr seid nicht dazu gemacht, für die Liebe zu sterben in der Fremden gilt's, die blendenden Schuppen zu regen, und Sehnsucht Pein. Schwer ist's allerdings, ein Mägdlein zu 6 obenauf zu rudern in trüglicher Fluth!" vergessen, an das man sich gebunden mit der Herzenstette: " Deine Ermahnungen erregen nur meinen Unmuth;" so lang man nur seiner gedenkt, und unnöthig ihm die erwiderte Dagobert. Was ist es, das meinen Geist be- Treue aufbewahrt. Aber federleicht wird's glaubt es fümmert, als eben wandeln zu müssen unter Fremden? mir sobald man sich vornimmt, alle zu lieben, die ein Hier ist nicht mehr Deutschland. Die heimathliche Sitte fein Geficht und ein lieblich Ansehen erhalten haben von der Vaterstadt gilt hier nicht mehr, untergehend unter dem dem lieben Gott. Thut ein solches und Ihr werdet mich Lustig trabten sie von dannen, und vertrugen sich herr- Schwall fremder Gewohnheit, die sich breit macht auf unserer loben." lich auf der ziemlich weiten Fahrt, die, eine vorzeitige Kälte Erde. Und nimmer kehre ich vielleicht zurück zu dem Hause, Dagobert lachte.- ,, Das ist es ja eben, was ich am abgerechnet, nichts Besonderes aufzuweisen hatte. Ungeduldig o meine Wiege stand; nimmer sehe ich sie vielleicht wieder, meisten fürchte," rief er:" der Himmel hat mir ein butter. sah sich Dagobert nach Abenteuern um. Mit gleicher Un die Fluren, auf denen meine Jugend erwuchs. Ein gut- weiches Herz geschenkt, wie es mein Vater hat, der noch geduld spähte Gerhard aus nach der Unbekannten im Trauer- gemeintes aber vorschnelles Wort schneidet mich aus dem im sechszigsten Jahre eine Achtzehnjährige umfing. Ein Paar gewande, aber die Sehnsucht beider ward getäuscht. Näher häuslichen Leben; der Groll einer Verschmähten wirft Berge schöne Augen haben mir's immer angethan, wo die Minne und näher kamen sie dem Ziele und waren nur noch etliche und Ströme zwischen mich und meine Heimat! Was wird frei walten durfte, und die Sorge, meinem Schäßlein nicht Stunden von Costnih entfernt, als sich endlich der Schau- mir die Fremde bieten, die nicht meine Sprache kennt, nicht die Treue bewahren zu können, die ich ihm im Herzen zu platz um sie her veränderte. Die Straßen wimmelten von mein vaterländisches Herz?" geschworen, quält mich halb zu Tode. Doch diese Wolken ab und zugehenden Wanderern, von Reitenden und Fah-" Ihr schiebt alles auf's Vaterland!" brach Gerhard gehen auch vorüber, wie alle anderen, und der Sonren renden. Eine große Menge von Landleuten schleppte die los; aber der Donner soll mich erschlagen aus heiterem schein meiner frohen Laune wird nicht ausbleiben. Gieh Vorräthe des Landes nach der Stadt, in der es summite und Winterhimmel, wenn hinter den Gedanken an die Heimath diese herrliche Aussicht über die Stadt und den Bodensee! braufte wie in einem Bienenstocke. Kaufleute, Handwerks- sich nicht noch birgt das Gedächtniß an was Liebes, das Sieh, wie alles funkelt im winterlichen Mittagsglanz! Wen sollte dieser Anblick nicht froh machen im tiefsten gesellen, Gaukler und Bänkelsänger zogen hordenweise dem Ihr daheimgelassen." gelobten Lande zu. Alle Herbergen und Schenken waren Dagobert erröthete und sprach nach einer Weile: Fast Leid? Horch! die Glocken läuten uns entgegen. Sie überfüllt von fremden Gästen, die in jeder Zunge schwatz- möchtest Du recht haben. Ich gestehe es selbst. Ich glaubte könnten nicht feierlicher schallen, wenn Du der Kaiser ten, sangen und fluchten. Gerhard freute sich des bunten nicht, daß ein wohlthuend Gefühl, welches ich seit Jahren wärest, und ich an Deiner Seite heranritte, als Haus. Lebens, so lang es ihm nicht den Zutritt zum Keller ver- bewahre, wie man eine bescheidene Blume bewahrt im stillen kaplan!" sagte, aber seine Erwartung, diese Frende von seinem Schlafgemach, so ernstlich geworden sei. Aber," fuhr er, jungen Begleiter getheilt zu sehen, betrog ihn gewaltig. fich ermannend, fort: Es ist all' Thorheit und Schnack. Ich Der muntere Dagobert wurde unter dem ergötzlichen Ge- hätte das Blümlein nicht vor die Brust stecken dürfen, wenn wühl still, einfilbig, verdüstert, und blickte verdrossen vor ich auch ein Laie bleiben könnte. Der Levit muß sich ohne hin die Gedanken vergehen lassen." Luftig! Luftig!" ri ef ihm Gerhard mit ungestümer sich hin. " " Ihr sprecht so zierlich, als ob Ihr bei einem alten Durch solche Scherze suchte Dagobert das unangenehme Gefühl zu ersticken, das sich in seinem Innern bemerkbar gemacht hatte, obgleich ihm nicht recht ums Scherzen war. Gerhard hörte ihm wohlgefällig zu, ließ den Blick über Stadt, See und Strom gleiten, und übersah es, daß der Weg an einem geringen, aber von Reif und Novembereis genau erforschen, was den Unglücklichen in den Tod ge- trieben hat, bei einem Drittel aller Selbstmorde(!), den wahren Beweggründen nicht auf die Spur kamen? Bei der absolut größeren Zahl der Zivilisten-Selbstmorde blieben nur 18 pCt. unaufgeklärt,— wir geben dem Militarismus noch einen weiteren Schritt vor, wenn wir sagen, er wäre entschuldigt, hätte er nur dieselbe Zahl unerklärt gelassen. Aber den Rest hätte er aufklären kämen, er hatte die Zahlen aufklären müssen, wenn wir nicht sagen sollen, er hat sie nicht aufklären wollen, um unsere Blicke nicht auf die � Liebkosungen von Offizieren und Unter- offizieren, auf die modernen Fehmgerichte des Militarismus, auf die trotz alles schönen Beschwerderechtes doch so ohn- mächtige Rechtlosigkeit der armen Mißhandelten hinzulenken. Wir haben das Recht, wir haben die Pflicht, daraus hinzu- weisen, wenn uns der Militarismus die stummen, aber eine so eindringliche Sprache redenden Zahlen uicht er- läutern mag.— Und was uns allein der Erlaß des Prinzen Georg über unsere stolze Armee enthüllt hat, das läßt uns die„verschwindend kleine Zahl" der l,S pCt. Selbstmorde wegen Mißhandlung— so horrend diese Zahl an sich schon ist— mit argwöhnischen Blicken betrachten, denn wir denken an jene Soldatenbriefe, in letzter Stunde mit zitternder Hand geschrieben, die mit Hilfe unserer Presse erst den Schleier vor manchen, nur für die Militär- behörden räthselhaften Selbstmorde lüfteten. Die Zahlen au sich sind schon furchtbar genug,—— aber welche Tragödie würden sie erst enthüllen, wenn sie richtiger wären! Der Bearbeiter der offiziellen Statistik fühlte das auch selbst heraus und er lenkt deshalb rasch die Aufmerksamkeit des Lesers auf ein anderes Feld, indem er uns berichtet, die Unteroffiziere stellten ein ungleich größeres Kontingent der Selbstmörder als die Gefreiten und Gemeinen—„oft aus gekränktem Ehrgefühl, aus verletztem Ehrgeiz".— Schön, das läßt sich hören! Aber haben wir uns denn nicht schon müde darüber geredet, daß es ein Verbrechen an der ganzen Mensch- heit ist, wenn man mit den raffinirtesten Mitteln den Ehr- geiz einer ganzen Gesellschastsschicht zum Kasten-Ehraeiz macht, wenn man ihn so sehr ins Krankhafte steigert, daß seine Angehörigen bei dem geringfügigsten Anlaß freiwillig in den Tod gehen?! Sie wollten die Schuld für die Soldaten-Selbstmorde auf unser Wirken abwälzen, Herr Kriegsminister, indem Sie ihren Offizieren sagen lassen:„Jeder lasse es fich für seinen Theil angelegen sein, jenen zersetzenden Richtungen unserer modernen Entwickelung entgegenzuarbeiten, welche die sittliche und religiöse Grundlage der Lebensauffassung schwächen und zerstören... welche das Leben nur des Genusses wegen für lebenswerth hält, die Begierden und Leidenschaften nährt, Pflichten des einzelnen gegen andere und die Gesellschaft nicht kennt".... Eine wichtige Unterstützung würde der Armee im Kampfe gegen den Soldatenselbstmord schon dadurch zu theil werden, wenn die in der Oeffentlichkeit zu Tage tretenden, entstellten(sie!) Schilderungen des Looses des Soldaten zum Schweigen kämen. Es entspricht der that- sächlichen Erfahrung, daß durch solche Entstellungen des Be- rufslebens, in welches der junge Soldat meist unfreiwillig ein- zutreten hat(welch köstliches Eingeständniß über die Soldaten- liebe unseres Volkes), in ihm Muthlosigkeit, Abneigung und selbst Widerwille gegen dasselbe erzeugt und der Boden be- reitet wird, auf welchem der Gedanke an den Selbstmord keimt..." Wir, wir können das Soldatenleben, indem wir nackte Thatsachen berichten, nicht in trostloseren Farben darstellen, als es die Zahlen des Herrn Kriegsministers gethan haben — und diese Zahlen brennen heiß in der klaffenden Wunde des Militarisnms, das Blatt kann der Mititarismus in einem Schuldbuche nicht mehr zerreißen, nachdem er es uns clbst vorgelegt hat. Volikisthe UubeMiW. Berlin, den 3. April. Merkwürdig naiv ist die alte Raketenkiste. Polterte sie da am Allerwelts-Narrentag heraus: „Ich habe den Eindruck, daß, seit ich nicht mehr i m A m t e bin, das Wohlwollen, dessen Kundgebung mich heute so erfreut, eher im Wachsen als im Ab- nehmen begriffen i st." Glauben wir gern. jUnd entspricht ganz dem freudigen Uff!, mit dem alle anständigen Menschen vor 4 Jahren die Exmission des Hansmeisters begrüßten.— Soldaten als fürstlich Bisniarck'sche Holzsäger? Der„Curier an der Unterelbe" veröffentlicht folgende eigen- thümliche Notiz: Zum I. April. Morgen früh sollen die hiesigen Pioniere allarmirt werde» und einen Uebungsmarsch nebst Waldübung vornehmen. Die Quartiermacher sollen heute früh 11 Uhr bereits nach Friedrichsruh abgegangen sein, um daS Nöthige geglätteten Abhang hinunterlief. Plätzlich strauchelte sein Pferd, und nur ein kecker Griff Dagoberts in die Zügel des stolpernden Rolands konnte Gaul und Reiter vom gefähr- lichen Sturz erlösen.—„Kreuz und Dorn!" fluchte der erschrockene Gerhard, stille haltend:„Das kommt davon, wenn man Euch zuhört, und sich selbst darüber vergißt! Die vcrdamnite Halde mit ihrem Abhang! Es wird besser sein, wenn wir,— da doch die Mittagsglocken läuten— wie andere ehrliche Christen von den Pferden steige», das Käpplei» unter den Arm nehmen, und unsere Thier? betend weiter führen." „So sei's. Du wackerer Christ!" entgegnete Dagobert. „Es wird nebenbei nicht schaden, daß wir bei der Hand sind, wenn jener Reitersmann, der da vor uns hinkleppert, sich aus dem Sattel begeben sollte. Sein Gaul tanzt wie Deiner auf der Eisbahn... wie Du, scheint der Mann in Gedanken versunken, denn der Zaum hängt schlaff, und wer weiß, wie bald..." „Alle Teufel! da haben wir's!" unterbrach Gerhard sein schon begonnenes Gebet, und er und Dagobert setzten sich in Lauf, auf die Gefahr ein Bein oder den Hals zu brechen: denn der besagte Reiter schlug soeben zum Boden nieder, und das Roß wälzte sich auf ihm. Die Helfer in der Roth schnürten in der Eile ihre Gäule an einer Buche fest mit dem Zügel, und eilten zur Rettung des Gestürzten herbei. Mit vieler Mühe wurde dieser von der Last seines Pferdes befreit, das sich mit der größteil Anstrengung aufrichten ließ und endlich, schaudernd von Schreck und Schmerz, aber unverletzt neben seinem Herrn stand. Dieser saß, nach und nach Besinnung und Sprache wieder erlangend, ans der Erde, und starrte die beiden Schutzengel lange an. „Gelobt sei Jesus Christus!" begaiin er endlich mit vorzubereiten. Die Abwesenheit der Pionire soll auf 7 bis 14 Tage berechnet sein. Es scheint kaum glaublich, daß ein Gerücht, was die Stadt durchschwirrt, wahr sei, daß unser Militär auf höhere Ordre, mit 2 Drillanzügen und S0 neuangefchafflcn Sägen ausgestattet, dorthin befohlen sei, um den Wald des Fürsten Bismarck vom Holz- bruch de? letzten Sturmes zu säubern, weil die dortigen Arbeiter für 2,2ö M. nicht arbeiten mögen. SSV Mann sollen mit Musik ausrücken. Im Jntereffe der Oeffentlichkeit hoffen wir ein Dementi von maßgebender Stelle, da es, wie gesagt, kaum glaublich erscheint, daß die Benutzung von Militär zu Privatarbeit m so großem Maßstabe in Anspruch genommen wird, so lange Hamburg so viele brodlose Leute hat, die gern arbeiten mögen. Die versprochenen Dienstalterszulage« sollten vielen Eisenbahnbeamten vom 1. April ab ausgezahlt werden. Plötzlich wurde die betreffende Verordnung zurückgezogen und große Unzufriedenheit unter den Beamten ist die Folge. Wer erzeugt da die Unzufriedenheit? Die Regierung oder die Sozialdemokraten, welche die Schäden in der staatliche» Verwaltung aufdecken.— Zur Unterdrückung der„Elsaß- Lothringischen Volkszeitung" wird uns aus dem Reichslande mitgetheilt, daß eine Ordre aus dem Reichskanzleramt vorgelegen haben soll, das der Bourgeoisie unbequeme Blatt, sobald sich ein Anlaß bietet, zu unterdrücken; die Regierung soll ferner versprochen haben, den Diktaturparagraphen gegen Organe, welche die Interessen der Bourgeoisie vertreten, nicht an- zuwenden, dafür soll aber von der Gruppe der Elsässer der Diktaturparagraph nicht mehr angegriffen werden, sodaß dieser künftighin blos gegen die gemeinsame Gegnerin von Reichsregierung und Bourgeoisie, gegen die Sozialdemokratie angewandt werden soll. Diese Dar- legung entspricht vollständig unserer Auffassung, wo- nach der Diktaturparagraph als spezielles Sozialisten- gesetz für Elsaß-Lothringen erhalten bleiben soll. Die reichsländische Sozialdemokratie wird den Anwendern des Diktaturparagraphen ebenso ein Paroli zu bieten ver- stehen, wie wir in Alt-Deutschland mit dem Sozialisten- gesetze fertig zu werden wußten.— Die Freisinnige Vereinigung hat in Breslau eine Agitationsversammlung abgehalten, über die die liberalen Zeitungen spaltenlange Berichte bringen. Etwas, das un- sere Leser an den Redeübungen der Caprivigarde inter- essiren könnte, ist nicht zu berichten. In Kamernm rumort es wieder. Hoffentlich ver- danken wir Leist und Konsorten nicht noch einen ernsthaften Kolonialkrieg in Ostafrika.— Die Kosziusko-Feier in ö st e r r e i ch i f ch P o l e n ist nicht ohne Zusammenstöße mit der Polizei verlaufen. Depeschen melden hierüber das folgende: Krakau, 3. April. Wegen der in den letzten Tage» vorgekommenen Ruhestörungen durchzogen gestern verstärkte Militärpatrouillen die Straßen. Die Schanklokale wurden um 3 Uhr Abends geschlossen. Wegen der Ausschreitungen während der Kosziusko-Feier wurden 22 Personen verhaftet. Der gestrige Tag verlies vollkommen ruhig.— Zur Kosziusko-Feier wird der„Vossischen Zeitung" aus Posen unter dem 1. April geschrieben: Die hundertjährige Gedenkfeier an den polnischen National- Helden Kosciusko, der Ende März 1734 aus dem Krakauer Ringe den historisch gewordenen Schwur der polnischen Nation— die Freiheit und das Gebiet des Reichs wiederherzustellen— leistete, wurde auch dieser Tage von den preußischen Polen in zahlreichen Städten und Dörfern ent- sprechend begangen. In der Stadt Posen wurde die Feier am 31. März durch einen Gottesdienst in der Dominikanerklrche ein- geleitet. Abends wurde im polnischen Theater ein polnisch- patriotisches Stück aufgeführt, und ebenso werden heute und am 3. April im polnischen Theater historisch« Dramen aus der Zeit des Unterganges des Polenreiches gegeben werden. Sonntag Nachmittag fand in Posen eine Volksversammlung statt mit Vorträgen über Kosziusko, Deklamation, Gesangs- ausführungen u. f. w. Donnerstag, S. April, wird in der Pfarrkirche eine Seelenmesse für die am S. April 1794 bei Ractawice gefallenen polnischen Krieger gelesen. Am Sarge Kosziusko's in Krakau wird schließlich eine Abordnung polnischer Bürger der Stadt Posen einen Kranz mit der Inschrift„Tadeusz Kosziusko, dem Helden der Freiheit die Hauptstadt Großpolens"(d. h. Posen) niederlegen. In der Provinz bestehen die Kosziusko-Festlichkeiten meist in Volks- Versammlungen mit Vorträgen, theatralischen, deklamatorischen, musikalischen Ausführungen u. f. w.— Die Trauerfeierlichkeiten für Kossnth übertrafen an Großartigkeit alle Erwartungen.— Das schmachvolle Zu-Krenze-Kriechen der däni- scheu Bourgeoisie wird treffend in folgendem Ausspruch der„Vossischen Zeitung" gewürdigt: „Die Ordnungsparteien vereinigen sich gegenüber dem sehr tief und vollklingender Stimme, während er sich das linke Bein rieb, auf dem sein Rappe gelegen hatte:„Das nenn' ich einen Sturz, wie er mir doch Zeit meines Lebens nicht vorgekommen ist." „Ihr seid doch ganz und heil, lieber Herr?" fragte Dagobert theilnehmeud.— Ter Fremde zuckte die Achseln, aber ein zufriedenes Lächeln breitete sich über sein braunes männliches Angesicht, als er nach wiederholter Ausdeh- nung seiner Gliedmaßen verspürte, daß sie unverletzt ge- blieben. „'s ist noch gut abgelaufen!" meinte er, und wischte sich den kalten Schweiß von der Stirne.„Hebt mich aus, ihr guten Leute; ich werde wohl mit Gottes Hilfe allein stehen können." Der Versuch ging ohne Gefährde glücklich vor- über. Der Fremde stand da seine beiden Rothhelfer um ein Erkleckliches überragend, und wandte nun die herrischen Augen gegen den Rappen, der noch ängstlicher zitterte, als ob er des Herrn Blick schon kenne und dessen Fi4ß«i. „Seht da, ihr Herren!" sprach der abgeworfene Reiter: „seht da einen Gaul, der mir schon zehn Jahre dient, und mich auf manchem Ritt zu Ernst und Schimpf getragen, um den man mich gar oftmals beneidet, und den ich Gut- freund getauft, um seines sichern Schrittes und seiner Auf- merksamkeit willen. Ist's nicht eine Schande, daß er mich heute abgeschleudert in seiner faulen Nachlässigkeit? Du böses Pferd— mit unserer Freundschafts ist's aus: von heute an reite ich Dich nicht mehr." „Wenn Ihr der Wechselpferde mehrere besitzt, ist's gut für Euch," versetzte Gerhard, der den schlichten Lederkoller des Reiters mit Geringschätzung betrachtete.„Jndeffen hat der Gaul nur ein Versehen verschuldet. Er ist ja kein Mensch." (Fortsetzung folgt.) Sozialismus, sie vergeffen alle absolutistischen Maßregeln deS Ministerpräsidenten Estrup, sie sanktionire» sämmtliche Un- gesetzlichkeiten des letzten Jahrzehnts aus Furcht vor dem rothen Gespenst, das sich bei den letzten Wahlen einige Wahl- kreise eroberte." Der Ministerpräsident Estrup wird ob seiner Nieder- werfung deS Liberalismus daher auch von den deutscheu Libe- ralen gefeiert, ebenso wie von unseren deutschen„Nationalen", obwohl seine fganze Politik eine deutsch- feindlich chauvi- nistische gewesen und schon im„nationalen" Jntereffe von ihnen hätte bekämpft werden müssen. Man sieht, daß die Bourgeoisie und der Militarismus aller Länder ein gemeinsames Band verknüpft, daS stärker ist selbst als der nationale Patriotis- mus. Ferner sehen wir aber auch, daß die Bourgeoisie, selbst in ihrer größten Macht, freiwillig vor dem Milita- rismus auf die Knie fällt und ihn als Oberlehnsherrn an- erkennt, weil sie nur in ihm noch ihre Stütze gegenüber dem Volke sieht. Wie wir in unserer Sonntagsnummer es schon aussprachen, können unsere dänischen Genossen den feigen Abfall der Bourgeoisie nur begrüßen; sie können den Aus- gleich der Mehrheit des Folkethings mit der Regierung als einen bedeutungsvollen Merkstein auf der Bahn des Fort- schritts der dänischen Sozialdemokratie betrachten.— Die bayerischen Zentrumsabgeordneten verbleiben, noch in der Zentrumspartei, so versichert Dr. Schädler. Die bayerischen Zentrumswähler wären aber froh, wenn die Trennung recht bald erfolgen würde.— Ter Friede mit Estrup, dem dänischen Bismarck scheint nicht allgemeinen Anklang gefunden zu haben. Wenigstens meldet eine Depesche aus Kopenhagen, daß IS der gemäßigten Linken angehörige Abgeordnete, welche gegen die politische Vereinbarung gestimmt hatten, eine neue Fraktion gebildet haben und damit aus der Partei der gemäßigten Linken thatsächlich ausgeschieden sind.— Das dänische Parlament verwarf mit 57 gegen 15 Stimmen die in den Konfliktsjahren 1885 und 1886 von der Regierung erlassenen provisorischen Gesetze, betreffend die Errichtung des Gendarmeriekorps, die außerordentliche Polizei und die Verschärfung des Preßgesetzcs. Diese Gesetze, welche in den früheren Jahren nur dem Landsthing vorgelegt wurden, sind hierdurch aufgehoben.— Kurz gehalten wird die königliche Familie in Nor- wegen. Der Storthing— das norivegische Parlament— verwarf zwar den Antrag des Abgeordneten Rinde von der radikalen Linken, die Apanage des Königs auf 100 000 Kronen(112 350 Mark) herabzusetzen, nahm dagegen den Antrag an, die A p a n a g e des K r o n p r i n z e n aus- zusetzen, bis ein Dementi der ihm beigemessenen Aeußerung von einem bewaffneten Einfall in Norwegen vorliege.— Das proportionale Wahlsystem ist von der belgischen Regierung aufgegeben worden. Im Juni soll die Kammer- session geschlossen werden und im November sollen die auf grund des allgemeinen Wahlrechtes gewählten neuen Kammern zusammentreten.— Die Einführung des sAchtstundentages seitens der englischen Regierung in einer Anzahl ihrer Werkstätten, hat über Englands Grenzen hinaus Bedeutung; so wird aus Paris gemeldet, daß die meisten Morgenblätter den Artikel des„Figaro" über die in England angestellten Versuche mit der Einführung des Achtstundentages besprechen und empfehlen, auch in Frankreich die nämlichen Versuche anzu- stellen.— Zur politischen Situation in Italien. Wie der „Secolo" meldet, finden die italienischen Generalwahlen im Oktober statt. Es verlautet, der Widerstand der Kammer gegen das neue Steuerprogramm werde die Auf- lösung der Volksvertretung herbeiführe». Das genannte Blatt theilt serner mit, daß Crispi in einer Unterredung mit einer hervorragenden politischen Persönlichkeit erklärt habe, er verstehe es sehr wohl, daß die Kammer die Steuer- vorlagen nicht annehmen könne, da fast alle Abgeordneten ihren Wählern versprochen haben, gegen die Finanzreform zu stimmen. Die Ablehnung der Vorlagen würde eine Kammerauflösung oder eine Ministerkrisis zur Folge haben.— Aus Italien wird gemeldet, daß das Elend überall im Steigen begriffen ist, so auch in Piemont. Eine Pariser Depesche meldet hierüber: Seit länger als acht Tagen sind die Züge auf der Eisen- bahnstrecke Mentone-Macon mit italienischen, aus Piemont stammenden Erdarbeitern überfüllt, welche, vollständig mittellos, in Frankreich Unterhalt suchen. Herr Crispi kümmert sich aber um das Elend seiner Landslcute blutwenig, er macht in Reaktion, will die Wahl- gesetze in rückschrittlichem Sinne umgestalten und ein Anarchistengesetz durchsetzen.— Das Elend in Spanien wird durch folgende Depeschen aus Madrid beleuchtet: Nach in Madrid vorliegenden Meldungen plünderten am 1. April ungefähr 1000 Arbeiter die Bäckereien in San Lucar; die Gendarmerie konnte nichts dagegen thun. Auch in Ecija (Provinz Sevilla) fanden Ausschreitungen statt. Der Ministerrath beschäftigte sich am 2. April mit der andalusischen Arbeitersrage und beschloß die Ausführung össent- licher Arbeiten in den Provinzen Cadix und Granada, um den Arbeiterklassen Beschäftigung zu verschaffen.— Universitäts-Nnruhen in Warschau. Unter den Studenten der Universität Warschau sind der„Politischen Korrespondenz" zufolge, Ruhestörungen ausgebrochen. Die Universität wurde geschlossen und es ist noch fraglich, ob sie nach den Ostertageu wieder geöffnet werden wird.— I» Serbien hat nun trotz aller Dementis eine Minister- krise stattgefunden. Das neue Ministerium entspricht ebenso wenig dem Volkswillen, wie das eben abgetretene.— Repressalien der brasilianischen Regierung. Nach einer Meldung des„New-Uork Herald" ans Bnenos-Ayres erwägt die brasilianische Regierung die Frage, das Eigen- thum derjenigen Brasilianer und Fremden, welche der Revolution Vorschub geleistet haben, zu konfiszircn. Die Regierung soll ferner ein Dekret veröffentlicht haben, wonach die brasilianischen Flüchtlinge erschoffen werden sollen, wenn die portugiesische Regierung dieselben ausliefert.— Das Ideal der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" ist jedenfalls das neue Wahlgesetz aus denSand- w i ch s- I n s e l n. Ueber dasselbe medet die Agentur Reuter ans Honolulu: Die provisorische Regierung hat das Wahlgesetz sowie die Uebereinkunft behufs Aufstellung einer neuen Verfassung an- 1 genommen. Nach dem Wahlgefek müssen die Wähler geloben, die Regierung zu unterstüßen und keine Aenderung der Staatsform anzuftreben. Die Wahlen werden am 2. Mai stattfinden. Soziale Uebersicht. Gebr. Dbpacher( lithographische Runftanstalt) hat unter ihrer Achtung, Buchbinder. Die Münchener Firma Ein Theatergefen. Die Gagenverhältnisse bei Buchbindern( Spezialität Präger) vorgenommen und haben die neuen Leitung gewaltige Lohnreduktionen bei den dort beschäftigten den Theatern bilden, wie die Polem. Rorrefp." erfahren übrigens gut organisirten Arbeiter bereits dagegen Stellung ge haben will, die Basis von weitreichenden Erhebungen, welche nommen. Wird der von den Buchbindern verlangte Zarif nicht man regierungsseitig einzuleiten gegenwärtig im Begriffe fteht. bewilligt, dann kommt es voraussichlich dieser Tage zum Streit. Es foll namentlich ermittelt werden, in welchem Verhältniß die Es ist sehr angebracht, wenn Zuzug schon jetzt fern gehalten Gagen, insbesondere diejeni gen der weiblichen Bühnenmitglieder, wird. zu den Anforderungen stehen, welche die Bühnenleiter in Bezug auf die Toilette an die Bühnen künstlerinnen stellen. Aber nicht getheilt, daß die von den Meistern nach dort gelockten Gehilfen Bum Schneiderstreik in Stuttgart wird von dort mit nur darum handelt es sich bei den Erhebungen es sollen noch aus Böhmen, welche von der Polizei verhaftet und vor den andere Dinge in den Kreis der Ermittelung gezogen werden. Nichter gebracht wurden, wieder aus der Haft entlassen worden Das auf solche Weise gewonnene Material will man dann als find. Es wurde ihnen die Wahl gelaffen, entweder die Arbeit Grundlage zu einem fogenannten" Theatergefeg", welches übrigens anzutreten oder innerhalb 24 Stunden die Stadt jau verlassen. in seiner Jbee schon längst geplant fein soll, verwenden. So Die Gehilfen zogen das letztere vor. Wie weiter mitgetheilt große Gegner polizeilicher Bevormundung der dramatischen Kunst wird, stehen unterhandlungen zur gütlichen Beilegung des Auswir sind, so sehr ist zu wünschen, daß auf irgend eine Weise der Pascha- Wirthschaft" im Theaterleben und der forrumpirenden standes in Aussicht. " Theateragenten- Mifère" beigekommen werde. Man wird freilich abwarten müffen, was bei den Erhebungen herauskommt. Wir erwarten nichts gutes, da die neuere Gefeßgebung feinen Be fähigungsnachweis dafür erbracht hat, daß sie die Rechte der Schwachen zu schüßen versteht. Parteinachrichten. Die Maifeier in Leipzig wird sich zu einer großartigen Demonstration der Leipziger Arbeiterschaft gestalten. Vormittags findet ein Ausflug nach Stötteris statt, woselbst in der Festhalle Versammlung stattfindet, bei welcher Genosse Gradnauer die Feftrede hält, und Konzert, Maffenchöre und allgemeine Gefänge die Weihe des Festes erhöhen werden. Abends finden von 7 Uhr ab in 18 Lofalen der Stadt Mai- Kommerse statt, in welchen in gleicher Weise wie Vormittags der Feiertag der Arbeit begangen werden wird. ben Weg treten. Ginstimmige Annahme fand eine Resolution, in der die Gründung eines Streitfonds befürwortet wird. Beschlossen wurde ferner, ein Blatt in slovalischer Sprache herauszugeben. Derlammlungen. Versammlung, die am Sonntag den 1. April tagte, die DisDie Tabak- Arbeiter und Arbeiterinnen setzten in der fuffion aus der letzten Versammlung fort. Wie damals der Geschäftsführer der Firma F. Leopold in Haynau, so beftritt vorgekommen, gab aber in demselben Athem zu, daß jetzt andere diesmal der Meister jener Fabrit, Herr Happe, daß Lohnabzüge Tabate verarbeitet würden als früher. Die Kollegen Stiefel und Hinz gaben ihrer Verwunderung über diese Wortlauberei feitens eines Sachverständigen Ausdruck. Sappe berterkte, er hätte feinem Chef selber fagen sollen, daß er Als letzterer dem Herrn bie neue Arbeit für bie alten Löhne nicht verlangen tönne, erwiderte Happe, Herr Leopold fei jetzt geneigt, für die beiden neuen Façons zuzulegen. Nach furzer weiterer Diskussion ging Die Arbeiter der Porzellanfabriken von Bierzon die Versammlung über diesen Gegenstand zur Tagesordnung ( Frankreich) beabsichtigen in einen Generalftreit einzutreten, falls über, damit zugleich einstimmig den Beschluß der vorigen Verihre Forderungen nicht bewilligt werden. fammlung fanttionirend. Kollege Sperber berichtete dann über Der Streit der Glasmacher in der Glasfabrik bie plötzliche Entlassung der sämmtlichen Arbeiter der Fabrik von Rätsch, Schier u. Comp. in Mustau ist nach von Fritz Leopold in Berlin und führte etwa folgendes aus Bstündiger Dauer beendet, nachdem die Firma die Lohnreduktion Schon die ganzen letzten Jahre hindurch habe Friz Leopold ,: der es liebe, fich als besonders human hinzustellen, wieder zurückgenommen hatte. holt versucht, Abzüge zu machen. Kurz vor Weihnachten Achtung, Bureau- Angestellte! Das sogenannte Standes nahm er Arbeiter an, benen er pro Mille eine Mark bewußtsein, bas leider in den Kreisen unserer Kollegen vielfach weniger als den anderen Arbeitern zahlte. Dieser verringerte gepflegt wird, auf gut Deutsch: der anhaftende Dünkel, die Ueber- Sohn entspricht zwar äußerlich den in Berlin im allgemeinen behebung der älteren oder besser fituirten Kollegen, Eigenschaften, zahlten Löhnen, für denselben werden aber bei Frizz Leopold die auch von den alten Berufsvereinen mit besonderer Sorgfalt fchwerere Sorten als bei den andern verarbeitet. Die neu eingehütet werden, erschweren uns jeden Versuch zur Hebung unserer geftellten Arbeiter waren, als sie auf diese Lohnkürzung aufLage. Es gilt nun endlich, derartigen Bestrebungen ernsthaft merksam gemacht wurden, feineswegs gesonnen, fich damit zu entgegenzutreten und die Aufdeckung der vorhandenen Schäden frieden zu geben und forderten gemeinsam mit den alten, Zahlung rüdsichtslos vorzunehmen. Um hierzu Stellung zu nehmen, er- ber alten Löhne. Die Kommission der Tabakarbeiter erzielte suchen wir die Kollegen, in der am Mittwoch, den 4. d. M., in denn auch bei drei Sorten volle Zurücknahme des Abzugs, bei den Arminhallen, Kommandantenstraße, Abends 81/2 Uhr, tagen- einer weiteren die Verminderung des Abzugs um die Hälfte, nur den öffentlichen Versammlung der Bureau Angestellten zahlreich bei zwei Sorten, an denen übrigens nur zwei bis drei Arbeiter zu erscheinen und das Loosungswort zu beherzigen: Einigkeit beschäftigt sind, wollte Fritz Leopold sich nicht zur Zurücknahme macht start." Die Agitationstommission der Berliner Bureau Angestellten. J. A.: Hopp. Die Leipziger Parteigenoffen gehen mit dem Blane um, eine eigene Druckerei zu errichten. In einer am Freitag stattgefundenen Versammlung entwickelte Genoffe Kleemann das Projekt, wie es die Preßkommission ausgearbeitet und stellte im Auftrag derselben folgenden Antrag: Die am 30. März 1894 Die Mäntelschneider in der Firma Hirsch u. Komp. im Pantheon" tagende öffentliche Bersammlung der sozialdemo: in Amsterdam beabsichtigen eine Lohnerhöhung durchzuführen, fratischen Partei des 12. und 13. sächs. Reichstags- Wahlkreises und bitten den Buzug nach Amsterdam streng fernzuhalten. befchließt, zwecks Herstellung des Parteiblattes, die Gründung Nähere Berichte folgen. einer eigenen Druckerei und beauftragt das Preßkomitee, alle Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachdruck gehierzu nöthigen Schritte zu thun. Ferner spricht die Versammlung die Erwartung aus, daß der Parteivorstand in Berlin, in Ansehung der Wichtigkeit, welche diese beiden Wahlkreise für die Gesammtpartei haben, durch ein zu gewährendes Darlehen aus Parteimitteln das Unternehmen finanziell unterstützt. Die Parteiverfammlung beschließt: Das Agitationskomitee hat alle verfügbaren Gelder, welche nicht zur Agitation gebraucht werden, dem Druckereifonds zuzuweisen. beten. Aufruf an alle Frauen und Mädchen Berlins! Durch die gewaltige Umwälzung im Krankenkassenwesen, welche durch die neue Krankenkassen- Gesetzgebung verursacht, steht sich der Vorstand nachbenannten Vereins veranlaßt, alle Frauen und Mädchen ohne Unterschied ihres Standes oder Gewerbes auf den seit dem 21. Februar 1892 bestehenden Berliner Krantenunterstügungs- und an= des Abzugs bewegen laffen. Die Arbeiter der Firma erklärten sich einstweilen mit dieser Einigung zufrieden, zumal in derselben Beit Alexander Leopold seine Fabrik von hier nach Haynau verlegte, wodurch seine sämmtlichen hiesigen Arbeiter brotlos wurden, so daß man gefaßt darauf sein mußte, daß diese Kollegen an die Stelle derjenigen von Fritz Leopold treten würden. Thats fächlich haben auch vier davon bei Friz Leopold gefangen, und die Bemühungen der alten Arbeiter, diese zu solidarischer Haltung zu bestimmen, waren vergeblich. Nichts besto weniger waren die Machinationen des Friz Leopold in der Hauptsache an der Einigkeit der Arbeiter gescheitert. aber schon wenige Wochen später entließ Friz Leopold sämmtliche Arbeiter, angeblich wegen schlechten Geschäftsganges. Er hätte das wohl nicht gethan, wenn er vorher gewußt hätte, daß in derselben Woche die Arbeitsniederlegung in der Haynauer Fabrit seines Bruders erfolgte. Wie verlautet, beabsichtigt nún auch Friz Leopold, seine Fabrik nach auswärts zu verlegen. Die Berliner von Geschäftsleute, welche Tabat diesem Herrn beziehen, werden, soweit sie auf unserem Boden stehen, die entsprechende Antwort hierauf geben. Aus der Diskussion, an der sich mehrere Kollegen betheiligten, sei noch hervorgehoben, daß F. Leopold awar gesagt hat, er stelle die Fabrikation ein, gleichwohl aber schon wieder vier Arbeiter beschäftigt. Er sagte u jebem einzelnen Arbeiter:" Sie müssen Schluß machen, ich stelle die Fabrikation ein; wer bei mir gut abrechnet, für den werde ich weiter forgen, die Hauptsache aber ist, daß Sie bei mir gut abrechnen." Mehrere Diskussionsredner riethen zum Boykott ber beiden Firmen Leopold, und die Versammlung beauftragte schließlich An diesen Antrag knüpfte sich eine lebhafte Debatte für und Begräbniß- Berein für Frauen und Mädchen gegen. Genoffe Geyer spricht sich, den guten Willen der An- aufmerksam zu machen. tragsteller anerkennend, entschieden gegen den Antrag aus. Der Verein zahlte im letzten Jahre 4048 m. an Unter Bom prinzipiellen Standpunkt halte er es für verfehlt, als ftübungen. Erwägt man nun, wie groß die Gefahr ist, welche politische Partei industrielle Unternehmungen zu schaffen, bie eine längere Krankheit verursacht und wie doppelt schwer bei nach tapitalistischen Grundfäßen geleitet werden müßten. Die einem Todesfall die Sorgen um ein einigermaßen würdiges Bartei habe als folche nichts mit der Gewinnmacherei zu thun. Leichenbegängniß, so hat wohl jede Frau oder Mädchen die Nur wenn eine Zwangslage dazu dränge, tönne sie sich dazu ver- Pflicht, daran zu denken, wie man sich gegen diese Gefahr schützt. stehen, ihre Zustimmung zu geben. Die auswärtigen Partei- Für alle Frauen und Mädchen, welche das 45. Lebensjahr noch Unternehmungen erfordern fast ausnahmslos Zuschüsse, worüber nicht überschritten haben, ist nach dieser Richtung hin in unserem auf den Parteitagen ständig Klage geführt werde. Auch führe Verein Deckung geschaffen, die alle wohl beherzigen sollten, zumal ist, in der das Unternehmen zu Reibereien unter den Genossen, die den methode der Behandlung, als auch in bezug auf die Wahl der zuberufen behufs Stellungnahme zu dem Vorgehen der Firma" Fortgang unserer Agitation hemmen könnten. Ein endgiltiger Beschluß wurde noch nicht herbeigeführt, Aerzte und der Apotheken. Besonders hervorgehoben muß Friß Leopold, und demnächst einer neuen Tabatarbeiter- Bersammsondern die Versammlung der vorgerückten Zeit wegen vertagt. werden, daß der Verlust der Mitgliedschaft nicht eintreten lung Vorschläge zu geeigneten weiteren Schritten zu unterbreiten. kann, wenn eine Veränderung des Berufs oder ein Verzug nach Kollege Börner referirte hierauf über die Stellungnahme zum Sozialdemokratische Wahlfiege. Bei der am Donnerstag außerhalb erfolgt. Es bedarf nur der Meldung beim Vorstand. Mai und rieth denjenigen Arbeitern, welche Maßregelung nicht in Mülheim a. R h. stattgehabten Wahl von sechs Beisitzern und der Weiterzahlung der Beiträge und die Rechte der Mit zu fürchten haben, darunter insbesondere denjenigen, welche bei Fabrikanten, denen die Kontrollmarke gewährt ist, arbeiten, am zum Gewerbegericht aus dem Kreise der Arbeitnehmer siegten glieder, find gesichert. Die Kandidaten der Sozialdemokratie mit 1043 Stimmen, auf 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. Kollege Drescher schlug vor, Die Leistungen des Vereins find folgende: die gemeinsamen Kandidaten des katholischen Arbeiter- und des Gegen Zahlung eines wöchentlichen Beitrages von: bie Tabatarbeiter sollten mit den übrigen Arbeitern der Nahevangelischen Männer- Vereins fielen nur 558 Stimmen. In 20 Bf.: 6 M. Krankenunterstützung und 50 m. Sterbegeld; rungs- und Genußmittelbranche gemeinsam eine Versammlung der Stadtgemeinde Kalt, welche zwei Beisitzer aus dem Stande 25 Pf.: 7,50 M. Krankenunterstüßung und 60 M. Sterbe: abhalten. Andere Redner erachteten es für nothwendig, daß der Arbeitnehmer zum Mülheimer Gewerbegericht zu wählen geld; auch die Geschäftsleute am 1. Mai ihre Läden schließen. Die hatte, siegten ebenfalls die Sozialdemokraten. Bersammlung stimmte nach Ablehnung zweier anderer Refolutionen einmüthig der folgenden Resolution zu:" Die Versammlung be auftragt die Kommiffion, zum 1. Mai Vormittags eine Versamme lung mit entsprechender Tagesordnung einzuberufen. Im weiteren schließt sich die Versammlung den Beschlüssen des internationalen Kongresses in Zürich, sowie des sozialdemokratischen Parteitages Die Anträge unseres Genoffen Birk in München, die er als Gemeindebevollmächtigter an das Gemeindekollegium gestellt hatte, betreffend Lehrmittelfreiheit und Auf hebung des Mehl- und Fleisch aufschlags find von diesem mit rührender Uebereinstimmung abgelehnt worden. Bei der Gemeinderathswahl in dem Dorfe Eiche bei Potsdam wurde ein Kandidat der Arbeiterpartei mit einer Stimme Majorität gewählt. Die Spremberger Genoffen verbreiteten am 2. Feiertage mehrere tausend Exemplare eines Flugblattes, dessen Inhalt sich besonders scharf gegen den kulturwidrigen Militarismus ausspricht. 30 Bf.: 8,50 M. Krankenunterstützung und 70 M. Sterbe. geld. Die Krantenunterstügung wird innerhalb eines Jahres auf die Dauer von 26 Wochen an Mitglieder, welche dem Verein 26 Wochen angehören gewährt. Arbeitsfähige Krante erhalten wöchentlich bis zu 3 M. Entschädigung gegen Beibringung der Quittungen des Arztes und der Rezepte. Auch werden Brillen, in Köln an." Bruchbänder und sonstige Heilmittel vom Verein geliefert. In Brig erstattete Reichstags Abgeordneter 8ubeil am Die Bahlstellen befinden sich bei: Frau Berger, Waß- 2. April in einer öffentlichen Volksversammlung Bericht über mannstr. 36, 2 Tr.; Frau Stolle, Oranienſtr. 126, 2 Tr.; feine bisherige parlamentarische Thätigteit. Seine Ausführungen Frau Heinrich, Gitschinerstr. 2; Frau Warschau, Eichen- fanden den ungetheilten Beifall der Versammlung. Nach kurzer dorffstr. 2, 3 Tr.; Frau Fehlauer, Dresdenerstr. 13, Hof, Diskussion, an der sich Friedrich, Gottwald und Lorenz 1. Aufg. 2 Tr. Daselbst werden Aufnahmemeldungen und Bei- betheiligten, erklärte fich die Versammlung in einer Resolution träge entgegen genommen. mit der Haltung der sozialdemokratischen Fraktion des ReichsAußerdem nehmen noch Beitrittserklärungen entgegen und tages zu den Steuervorlagen, den Handelsverträgen, der Dent ertheilen nähere Auskunft: Frau Freudenreich, Wißmann- malsfrage 2c. vollkommen einverstauden und verpflichtete sich, straße 18; Frl. Heinrich, Landsbergerstr. 42, 2 Tr. r.; Frau auch fernerhin mit allen Kräften für die Ziele der SozialSchulz, Thaeritr. 11, Hof 4 Tr.; Frau Winkler, Gräfe- demokratie einzutreten. Obgleich wiederholt aufgefordert, meldeten Bertagt wurde ein gegen den Genossen Redakteur Wilde, straße 78, Seitenfl. 3 Tr. fich Gegner nicht zum Wort. Die Maifeier betreffend wurde beSolingen, und den Genossen Krehwinkel, Verleger des J. A.: Fr. Freudenreich, Vorsitzender. schlossen, am Abend des 1. Mai eine öffentliche Versammlung einzube,, Aachener Volksblattes" angestrengter Preßprozeß. Ueber die auf Volkswohlftand. Bei dem Leihamt in Dresden wurden rufen. Hierauf wählte die Versammlung die Genossen Bartenthien, Den 30. April angesetzten Verhandlungen, die wiederum ein grelles im Monat März 253 616 M. auf 12 164 Pfänder entliehen, Bimmer, Jausch und Schubert zu Revisoren des WahlSchlaglicht auf das polizeiliche Spigelthum zu werfen geeignet gegen 202 250 W. auf 11 555 Pfänder im Vorjahr. Tüchtige fomitees für die Gemeindevertreter- Wahlen. Eberhardt gab find, werden wir f. 3. eingehends berichten. Bemerkt sei nur Nationalökonomen finden vielleicht in der Vermehrung der bekannt, daß am 15. April im Vereinslokal bei Dorn, Bürgerfür heute noch, daß Genosse Wilde, der zur Zeit eine Ge- Pfänder ein Wachsen des Wohlstandes. Wie viele hunderte von straße 4, die Generalversammlung des Volksbildungs- Vereins fängnißfirafe, die ihm ebenfalls wegen Preßbeleidigung zubiftirt Arbeiterfamilien mag es aber heute schon geben, die etwas Ber- stattfindet. Lorenz fritisirte die Sohn- und Arbeitsverhältnisse wurden, verbüßt, gefesselt und von zwei Gendarmen be- fetzbares überhaupt nicht mehr besitzen. in der Baumschule des Dekonomieraths Späth und ermahnte die gleitet, abgeführt wurde, jedenfalls um ihm ins Gedächtniß einzirka 300 Arbeiter derselben zum Anschluß an die Organisation, zuprägen, daß er ein höchst staatsgefährlicher Mensch sei. Der gut fituirte Beamte", der kürzlich im Hannov. den Volksbildungs- Verein. Nachdem noch zum fleißigen Lesen Anzeiger" die Bekanntschaft eines jungen, niedlichen Mädchens sozialistischer Literatur, namentlich des Vorwärts" und Voltsder arbeitenden Klasse" suchte und dabei besonders Werth auf blattes" ermuntert worden( Abonnements nimmt Genosse Leheine schöne fräftige Figur" legte, ist von der Polizei ermittelt mann am Bahnhof Rixdorf jeden Morgen und tagsüber in seiner worden und bald darauf von seiner vorgesetzten Behörde ent- Wohnung entgegen), erfolgte nach Mitternacht Schluß der Verlassen. Der Liebhaber einer schönen, träftigen Figur" hat nun fammlung. dem Hannoverschen Volkswille" einen acht Seiten langen Brief aber mit wenig Glüc utommen lassen, in dem er Nachweis zu erbringen versucht, daß seine Anzeige falsch gedeutet Briefkaffen der Redaktion. worden sei. Aus seinen langathmigen Ausführungen geht zur Genüge hervor, daß der Volkswille" das Richtige getroffen Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine BahD und daß es dem sauberen Beamten nicht lediglich um den freund= schaftlichen" Verkehr zu thun war. Am Schluffe seines Schreibebriefes stellt er sich als„ stiller Parteigenosse" hin, aus dem auch Parteinachrichten. vielleicht noch ein zielbewußter" hätte werden können, wenn der Wilke. Das Erstere in Ihrem Gingesandt ist doch kaum Artikel nicht erschienen wäre. Nun, wir leisten gewiß gern Vereine Berichtigung. Den zweiten Theil tönnen Sie vielleicht im sicht auf diesen jüngsten Parteigenossen". nächsten Bericht mit erwähnen. Die Unterfränkische Bolfstribüne", erscheinend in Würzburg, ist mit dem 1. April in Besitz der Zentralleitung für Unterfranken übergegangen. Achtung! Ein Schwindler scheint es zu sein, der sich unter dem Namen Ladewig aus Berlin in Parteitreise einzudrängen sucht. Er tauchte vor einigen Wochen in Schwerin auf, behauptete von Hamburg zu kommen, wo er in einer Arbeitslosenversammlung gesprochen haben wollte und gab sich ,, Reporter und Mitarbeiter" des" Vorwärts" aus. Diese Behauptungen find fämmtlich unwahr und wird deswegen vor dem p. p. 2a de wig hiermit gewarnt. als * " den " anzugebeu, unter der die Antwort ertheilt werden soll. 2. R. 100. Razzbachstr. 9, 1 Tr. bei Gen. Auer. F. K., Schwerin. Der p. 2. hier nicht bekannt; siehe Polizeiliches, Gerichtliches 2c. -8u Gefängnißstrafen von drei bis sechs Wochen wurden am 30. März vier Arbeiter Heilbronns vom In Budapest tagte während der Osterfeiertage ein Beulenroda. Leider sind wir über die Rundstickmaschine dortigen Schwurgericht verurtheilt. Ihr Vergehen bestand darin, Tischlertongreß, der von 120 Delegirten besucht war. der Firma Wild u. Co. nicht näher unterrichtet. daß sie durch Flugblätter und auch mündlich einem Brauerei- Unter denselben befanden sich auch Vertreter der Drechsler, O. E. Deutlichkeit im Sinne und in der Schrift, dann direktor die Verhängung und Durchführung eines Boykotts in a ßbinder und Bürstenmacher. Die Berichte der ein- tommen teine sinnentstellende Streichungen vor. Gruß! Brennecke. Aussicht gestellt hatten, wenn er nicht bestimmte Bedingungen zelnen Delegirten zeigten, daß die Lage obiger Arbeiterkategorien Ginen Taufschein darf der Pastor selbstredend ( Wiedereinstellung entlassener Brauer) erfülle, Dies Bergehen auch in Ungarn eine recht trostlose ist. Die Fachvereine sind nicht verlangen, sondern nur ein standesamtliches Geburtsattest. wurde als versuchte Erpressung angesehen und verfolgt. noch alle sehr jungen Datums und deswegen sehr schwach. Be- C. R. 100. Besuchen Sie uns zwischen 1/ 28-1/ 29 Uhr sonders hervorgehoben wurde, daß die nationalen und religiösen Abends. Ihre Anfrage tann blos in der Sprechstunde erledigt Vorurtheile der Vereinigung der Arbeiter noch sehr hindernd in werden. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Donnerstag, den 5. April 1894: Stettiner Sänger Theater. and al Mittwoch, den 4. April. Opernhaus. Die Medici. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater. Der Serr Senator. Berliner Theater. Narziß. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Borverkauf Unserm Genossen und Freunde W. Pusemann genannt St. zum heutigen Geburtstage ein kräftiges Soch. Na, Wilhelm, wir treffen uns doch bei A. P., wir machen Vor- und Nachfeier, tomme aber nicht zu spät. 2788b Die Alle von A. P. Berliner Gewerkschafts- Kommission. Oeffentliche Versammlung der Delegirten am Freitag, den 6. April, Abends 8 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16. Zages Ordnung: 1. Beschlußfaffung über die Veranstaltung der Maifeier- Versammlungen. Heute früh 102 Uhr entschlief nach 2. Verschiedenes.-Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen der schweren Leiden der Rendant unserer Delegirten ersucht Orts- Krankenkasse 2785b Herr Victor Jankowski. # 40 Pf. ( fiehe Blafate). Dienstzeit als Beamter wie Rendant Zum Schluß die Interessen der Kaffe aufs Beste Neu! vertreten und sich durch unermüdliche Leffing- Theater. Ein Millionär a. D. Die Zigeunerkapelle Niobe. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vize- Admiral. Residenz- Theater. Der Mastenball. Neues Theater. Vater und Sohn. Central Theater. Ein gesunder Junge. Adolph Erunt- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. $ Melusine. Die schöne Alexanderplay Theater. wie's lebt und liebt. Berlin National- Theater. Das Damenbad. Hierauf: Heinrich Heine. Benzin Gullasch. Parodistisches Ensemble von Meyfel. Freitag: Viktoria- Brauerei. G sche ratweil' Bierhallen Kommandantenite.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Der geschäftsführende Ausschuß. für Berlin und Umgegend. 292/2 Der Entſchlafene hat in 7jähriger Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes Grosse Versammlung der Filiale Moabit Mittwoch, den 4. d. M., Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Schröder( Weddingpark), Müllerstraße 178. Tages- Ordnung: hätigkeit und freue Pflichterfüllung am die Anerkennung der Mitglieder, sowie des unterzeichneten Vorstandes erworben. Berlin, den 2. April 1894. Der Vorstand d. Orts- Krankenkasse d. Maschinenbau- Arbeiter u. verw. Gewerbe. Carl Thieme. H. Steinfeldt. Die Beerdigung findet am Freitag, den 6. April cr., Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des katholischen Kirchhofes in Weißenfee aus statt. Theater Unter den Linden. Der Täglich abwechselnd. Programm nachricht, daß unser guter Vater, mein Obersteiger. American Theater. Sumpen- Subei freiem Entree „ Dittl" fanne, oder: Die Obdachlosen von der österreichischen Damenkapelle Berlin. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. = Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. in kleinrussischen Nationalkostümen und Auftreten von Hierdurch allen Bekannten die traurige unvergeßlicher Mann, der Schloffer Albert Meyer am Donnerstag, den 1. April, nach turzem, sehr schwerem Leiden geftorben ist. Die Beerdigung findet am Donners tag, Nachm. 4 Uhr, vom Krankenhause Bethanien aus statt. Um stilles Bei2796b Künstlern. Spezialitäten leib bittet 1. Ranges. Minna Meyer nebst Kindern. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Sozialdem. Wahlverein des 4. Berliner Reichstagswahlkr. 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro C. Koch, fr. Gambrinus. Parodie Theater. Spezialitäten- Stunde 60 Pf. Borstellug. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel des Herrn Carl Pander, Heinrich Heine. Luftspiel in 3 Atten von Me Is. Regie: May Sam st. Vorher: Säle für Versammlungen und Festlichkeiten find noch an verschiedenen Tagen zu haben. Circus Renz. ( Karlstraße.) Mittwoch, den 4. April, Abends 71/2 Uhr::. Das Damenbad. Auf auf zur fröhlichen Jagd! Schwank in 3 Aufzügen von Fr. Schäfer Regie: Fri Schäfer. Raffeneröffnung 62 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Boltsvorstellung zu einfachen Preisen. Romeo und Julia. Freitag: Zum ersten Male: Eine Nacht im Ballhaus. Schwant in 4 Aufzügen von Rudolf Kneifel. Central- Theater. Alte Jafobftr. 30. Letzte Woche. Zum 29. Male: Ein gesunder Junge. Boffe mit Gefang und Tanz in 3 Atten von Jean Kren. Morgen: Ein gesunder Junge. In Vorbereitung: Novität! Der neue Kurs. Novität! Bosse mit Gesang und Tanz in 3 Atten von Leopold Ely. Mufit von Julius Einödshofer. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Heute: oder: Parforce- u. Rastadenritt. Ballet von 100 Damen. Meute von 40 Hunden. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß 1. Vortrag des Herrn Adolf Hoffmann über:" Der Kampf um's Dafein". 2. Diskussion. 3. Aufnahme von Mitgliedern. 4. Verschiedenes. Gäste sehr willkommen. Tellersammlung findet ſtatt. Die Bevollmächtigte. 461/6 Achtung! Achtung! Gr. Volksversammlung Mittwoch, den 4. April, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Joël, Andreasstraße Nr. 21. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten F. Zubeil über: Welches Interesse haben die Frauen an der städtischen Verwaltung? Jda 2. Die Gehaltsfrage der Lehrer und Lehrerinnen. Referentin Lehrerin Altmann. 3. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen, besonders der Frauen, ersuch. Die Frauen- Agitationskommission. Die Lehrer und Lehrerinnen sind hiermit eingeladen. Charlottenburg. unser langjähriges Mitglied, Partei- Am Donnerstag, den 5. April, Abends 8 Uhr. im Lokale dev genoffe Schloffer Albert Meyer 492/6 im Alter von 34 Jahren nach furzem Leiden am 1. April verstorben ist. Gambrinus Brauerei, Wallstraße Nr. 94: Große öffentliche Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Tages- Ordnung: Die Beerdigung findet Donnerstag, 5. April, Nachm. 4 Uhr, vom Kranken- 1. Vortrag des Genoffen J. Timm- Berlin über:" Die soziale Enthause Bethanien nach dem Emmaus- wickelung der Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Kirchhof statt. Parteigenossen! Der Hochwichtigkeit des Vortrages halber ist eine Um zahlreiche Betheiligung bittet rege Theilnahme sehr erwünscht. 382/18 Der Vorstand. Verband aller in der Außerdem: 6 Rappen und Karoussel Metall- Industrie besch. Arbeiter von 30 Pferden, vorgeführt von Herrn R. Renz. Cromwell und der Steiger Alep, geritten von Frl. Oceana Renz. Der kaukasische Jockey Wassiliams. Die unübertrefflichen Luftgymnaſtiker Gebrüder Wortley. Die mexikanischen Kunstschützen aus der Müllerstrasse Eugéne und Ybbs etc. Donnerstag: Auf auf zur fröhlichen Jagd. Fr. Renz, Direktor. PassagePanopticum. Die Glocke von Fr. v. Schiller. Mufit von Romberg. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. Castan's Lumpensusanne Panoptikum. Die Obdachlosen von Berlin. Im 9. Kreise der Hölle: Parodiſtiſch- realiſtiſches Traumbild aus der Rutsch a. d. Rafirmesser. brecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Elite- Damenkapelle Austria. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", dem Müüwinkel( frei nach dem Ver" ein schon geprüftes Mädchen " Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. mit bewegter VergangenMartin Bendix. Brunwald heit Neu! Auftreten des Neu! Instrumental- komikers Mr. Barna. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Eugen 3ocher, Sächsischer Original- Humorist. Wochentags 71/2 Uhr. Aufang: Sonntags 6 Uhr. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Por 80. Sacobson. 11. Benito Jacobson. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. u. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Bock- Brauerei Tempelhofer Berg. 55.Bock- Saison. Nur noch kurze Beit. Täglich: Gr. Militär- Konzert. 37 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs- Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Gig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Musik- Instrumente. Alle Blas, Streich- u. Schlag- Instrumente, Spieldosen zum Drehen u. selbst spielend, Musik Automaten fertigt Aug. Kessler, Laufikerftr. 51. V Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Am Sonntag Nachmittag starb plöglich und unerwartet unser braver Kollege und Genosse, der Schlosser Albert Meyer. Seine treue Anhänglichkeit an die Organisation sichern ihm ein ehrendes Andenken. Die Beerdigung findet am Donnerstag, Nachmittags 4 Uhr, vom Krankenhause Bethanien aus nach dem Emmausfirchhof( Brit) statt. 488/9 zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter ( Filiale Berlin III). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Revisor Albert Mayer am Sonntag, den 1. d. m. verstorben Die Beerdigung findet am Donnerstag, 4 ist. stadmitage& libt, som rantenhauſe Bethanien aus nach dem Friedhof der Emmaus- Gemeinde statt. 224/15 Die Ortsverwaltung. Danksagung... Für die rege Betheiligung und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines mir auf so schreckliche Weise entrissenen, unvergeßlichen Mannes, des Böttchers Johann Meyer sage ich dem Zentral- Verein und der Krankenkasse deutscher Böttcher, sowie den Genossen des 6. Wahlkreises meinen 2798b aufrichtigsten Dank. Die trauernde Wittwe Marie Meyer geb. Härtel. Orts- Krankenkasse der Bildhauer, Stuckateure u. s. w. Donnerstag, d. 12. April, Ab. 81/2 Uhr, Annenstr. 16: Generalversammlnug. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht pr. 1893. 2. Aenderung des§ 13 unseres Statuts. Verminderung der Unterstüßung. 3. Regelung der Krantenkontrolle. 4. Stellungnahme zur Zentralisation der Orts- Krankenkaſſen. 5. Verschiedenes. 42/4 ordnung am genannten Tage t Sollte eine Erledigung der Tages nicht stattfinden, so geschieht dies am 19. April in obengenanntem Lokale, Abd. 81/2 Uhr. Der Vorstand. J. A.: J. Söfner, Vorsigender. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Mittwoch, den 4. April, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20( im Gartenfaal): bittet General- Versammlung. Mitgliedskarte legitimirt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen 27946 Der Vorstand. Germania- Säle Chaussee Strasse No. 103, nahe der Invaliden- Strasse. Montag, den 9. April 1894, Abends 82 Uhr präz.: 7.Abonnements- Konzert ( Sinfonie- Abend) der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Zur Aufführung fommt: Sinfonie Nr. 6 von Haydn. 7. Violin. Konzert von Beriot. Drchester: 50 Mann. Neues Programm. Dirigent: G. Grass. Abonnementstarten à 50 Pf. in allen mit Plakaten belegten Geschäften und an der Abendkasse( giltig auch für 4 Personen). Entree an der Abendkasse 20 f. infl. Programm. Nach dem Konzert Tanzkränzchen( Herren 30 Pf. Nachzahlung). 6487/7 Ausstellung Jtalien in Berlin 雨 Mai- October 1894 auf dem Terrain der West- Eisbahn Abends bis 91/2 Uhr geöffnet. ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Nur neue und elegante Sachen. Kleider- Baron Erstes Spezial- Versandhaus und Fabrik für Herren- und Knaben- Garderobe, 59. Landsbergerstrasse 59, Ecke Georgenkirchplatz. Herren- Paletots vou M. 8 an. 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Böttinger(ntl.) der hierauf bezüg- liche Klagen beim Etat des Justizministeriums zur Sprache ge- bracht halte, zur Annahme empfohlen. In der zweiten Lesung beantragt Abg. Olzem(ntl.) die Re- gierung aufzufordern zur Beseitigung allzu französischer Be- stimmungen über die Anpreisung von Geheimmittel, die besser durch Polizeivorschriften ersetzt werden könnten. Der Antrag wird angenommen und in zweiter Berathung auch der Gesetzentwurf genehmigt. In bezug auf den 4S. Bericht der Staatsschulden-Kommission für das Rechnungsjahr 1832—33 wird von feiten des Hauses Decharge erlheilt. Die Rechnungen der Kasse der Oberrechnungskammer für das Jahr vom 1. April 1832—33 wird der Rechnungskommission überwiesen. Es folgt die Berathung des Antrages des Abg. Eckels und Genossen: Die königliche Staatsregierung zu ersuchen,«ine gesetzliche Aenderung des§ 33 Abs. 1 der Vormundschafts- Ordnung vom 3. Juli 1875 dahingehend herbeizuführen, daß die dauernde Be- legung von Mündelgeldern bei den Sparkassen kommunaler Korporationen für zulässig erklärt wird. Nach längerer Debatte wird die Sache der Regierung zur Erwägung überwiesen. Der Antrag des Abg. Krause aus Annahme eines Gesetz- entwurfes betreffend die Gleichstellung der Notare mit den anderen Beamten bezüglich der Strafen bei NichtVerwendung der tarifmäßigen Stempel wird in zweiter Lesung genehmigt. Daraus folgt die Berathung von Petitionen. Schluß 2�/4 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. (Zweite Berathung der Vorlage wegen des Elbe-Trave-Kanals.) (Auf eine Anregung des Abg. Rickert, den Etat in erster Linie fertig zu stellen, erklärt der Präsident v. K ö l l e r. daß dies seine Absicht sei, von der er nur abweichen werde, um ge- wisse Vorlagen möglichst bald an die Kommissionen zu bringen, was im Interesse des baldigen Schlusses der Session noch- wendig sei.) Duktales. Die Sperre über den Feenpalast ist, wie uns von der LokaNommission in Kürze milgetheilt wird, aufgehoben. Näherer Bericht folgt. Tie Aufhebung des Weihnachtsmarktes betrifft eine Vorlage, welche der Magistrat, dem Drängen des Polizeipräsidiums nachgebend, der Stadtoerordncten-Versammlung hat zugehen lassen. Der Handel mit Weihnachtsbäumen soll, wie vorweg be- werkt sei, von der Aushebung gänzlich unberührt bleiben. Wie sich im letzten Winter zeigte, war dem Weihnachtsmarkt schon die Lebensader unterbunden, nachdem er von dem Zentrum der Stadt in die Vororte verlegt worden war und es dürfte wohl kaum einen kleinen Verkäufer geben, der mit angenehmen Er- innerungen auf das Geschäft der letzten„Saison" zurückblickt. Interessant wird es für unsere Leser sei», daß auch das Ber- liner Polizeipräsidium nicht immer ungünstig über den Weihnachls- markt geurtheilt hat und in einem Verwaltnngsbericht von Anfang der achtziger Jahre noch folgendes sagte: „Für viele arme Familien, die nichts besitzen, nichts er- übrigen und zurücklegen können, um ihren Kindern eine Fest- sreude zu bereiten, vertritt der Weihnachtsmarkt auch das häusliche Fest des heiligen Abends und ist er demnach für viele Taufende armer Kinder die einzige Festfreude, aus die sie sich das ganze Jahr hindurch freuen, da ihre Eltern zu arm sind, ihnen im Hause den Weihnachtstisch her- zurichten; für ihr Kinderherz ist das Anschauen der vielen Herrlichkeiten, die sie dort sehen, oft die einzige Entschädigung für die Entbehrungen und das Ausbleiben der Liebesgaben, mit denen liedende Ellern sonst ihre Kinder erfreue». Ter Weih- nachtsmarkt erhöht auch die Kauflust im Publikum für solche Artikel, welche nicht auf dem Markte zu haben sind, wirkt somit aus die ganze Stimmung des weihnachtlichen Geschäftsverkehrs günstig ein und erscheint demnach hier zur Zeit noch als untren«- bar vom Weihnachlsseste. Jahrmärkte wie Weihnachtsmärkte beeinträchtigen keineswegs die in unmittelbarer Nähe des Marktes tesindlichen stehenden Geschäfte, wie man vielfach glauben machen will, sie führen vielmehr denselben in den Marklbesuchern eine größere Menschenmenge zu und der Augenschein lehrt, daß Ver- kaufsläden in unmittelbarer Nähe der Märkte grade während der Dauer derselben oft die einträgltchsten Geschäfte machen." Man sieht, daß das Polizeipräsidium, was sich zwar seltsam genug ausnimmt, hier sogar in einer Art pietätvollem Gefühls- schauer schwelgt, einem Senliment, das natürlich die Grenzen des vom Kapitalismus Erlaubten in keiner Weise überschreitet. In den letzten zehn Jahren ist mit der Pietät, wenigstens dem„kleinen Mann" gegenüber, in so manchen Stücken gründlich aufgeräumt worden— warum soll auch nicht das natürliche Ende des Weih- nachtsmarktcs verkürzt werden? Sei es drum! Auch dieser Akt bedeutet einen kleinen Merkstein in der Geschichte der kapitalisti- scheu Entwickelung. Die Miethssteuer-Befreiung vezw. Ermäßigung ist auch auf das Elalsjahr 1834/35 ausgedehnt worden, und es ist also beschlossen worden, daß vom l. April 1334 ab wiederum bei Wohnungen zu einem Preise bis zu 200 M. die Miethssteuer ganz wegfällt und bei Wohnungen zu einem Preise von 201 bis 400 M. 2 pCt., von 401—600 M. 3 pCt., von 601—800 M. 4 pCt.. von 801-1000 M. 5 pCt., von über 1000 M. tfVz pCt. Miethssteuer zu zahlen sind. Das sieht aus, wie eine ganz außer- ordentliche Entlastung der Unbemittelten auf Kosten der Bemittelten. Es rief auch in der letzten Stadtverordneten-Sitzung bei der bürger- lichen Mehrheit der Versammlung die lebhaftesten Proteste hervor, als Genosse Borgmann, für Aufhebung der 2. Stufe der Gemeinde- Einkommensteuer eintretend, bemerkte, daß die U n- bemittelten schon genug indirekte Steuern zahlen, nicht blos an den Staat, sondern auch an die Stadt, die ja eine Miethssteuer von ihnen erhebe. Daß viele Unbemittelte von der Miethssteuer- Befreiung bezw Ermäßigung nur wenig oder gar nichts haben, weil sie größere Wohnungen nehmen, um sie mit einigem Nutzen mit Schlafburschen und Chambregarnisten oder gar mit ganzen Familien zu theilen— das wollte man nicht recht glauben. Wir verweisen die Zweifler aus die Aeußerungen eines Gewährsmannes, der so ziemlich jedem bürgerlich gesinnten Stadtverordneten� als unverdächtig erscheinen dürfte, nämlich des Berliner Magistrats. In Nr. 1 der Magistratsberichte über die städtische Verwaltung im Etatsjahre 1831/92(ausgegeben im Jahre 1333) heißt es. nachdem ausgeführt worden ist, daß ein Ueberfluß an kleinen Wohnungen herrsche, also in diesem Sinne von Wohnungs- noth keine Rede sein könne:„Dagegen hat in diesem Jahre die Bevölkerung, indem sie zahlreiche kleinere, aber der Einzel- familie noch zu theure Wohnungen leer ließ, sich in größeren Wohnungen, die dadurch billiger sich für den Einzelnen stellten, zusammengedrängt, eine Folge, die durch Vertheuerung gerade der kleineren Wohnungen durch die neue Bau-Ordnung herbeigeführt sein dürste." Wenn das aber der Fall ist, dann büßen zahlreiche unbemittelte Familien die größere Steuerermäßigung für kleinere Wohnungen ein und müssen die höhere Steuer der größeren Wohnungen zahlen. Wenn z. B. drei Familien je eine Wohnung zu 200 M. nehmen, so ist jede Wohnung steuerfrei. Nehmen die drei Familien zusammen eine Wohnung für 500 M., so sind 3 pCt.. d. h. hier 15 M. Miethssteuer zu zahlen, macht 5 M. für jede Familie. Dabei kommt die einzelne Familie hinsichtlich der Gesammt« Ausgabe für Miethe und Steuer allerdings immer noch besser weg als bei einer Ein�elwohnung. Aber weit schwerer als diese Geldersparniß wiegt der Schaden, welcher durch das Zusammendrängen mehrerer Familien in einer gemeinsamen Wohnung der Gesundheit deS arbeitenden Volkes zugefügt wird. Und diese Schädigung der Volksgesundheit wird noch erhöbt durch die Besteuerung eines der allernoth- wendigsten Ledensbedürsnisse, der Wohnung, die schließlich nur auf eine Besteuerung von Lust. Licht und Reinlichkeit hinaus- läuft. Darum fort mit der Miethssteuer, die sich sehr wohl durch eine stärkere Heranziehung der Bemittelten zur Gemeinde- Einkommensteuer ersetzen läßt. Behördliche Eifenbahn-Gemiithlichleit. Zu groß können die Ueberschüsse nicht werden, also immer lustig! Wenn es geht, lassen wir für unfern eigenen Mangel an Umsicht und Be- rechnung andere büßen, etwa diejenigen, die unter unserer Un- fähigkeit zu leiden haben!— Von diesem Grundsatz scheint die Eisenbahn-Behörde nicht sehr ferne zu sein, wie folgendes Bei- spiel zeigt. Bei schönem Wetter sind an Sonn- und Festtagen, und das besonders Nachmittags, die nach außerhalb führenden Eisenbahnzüge besonders stark benutzt. Es kommt dann vor, daß es nicht möglich ist, den ganzen Andrang zu bewältigen und alle die Harrenden zu befördern.— Wenn nun auch von der Verwaltung verlangt werden müßte, daß sie sich für solche Zeiten aus ganz besonders starke Inanspruchnahme der Verkehrs- mittel vorbereite, so fügt man sich schließlich doch in das äugen- blicklich unvermeidlich Scheinende und läßt von seinem Vorhaben, befördert zu werden, ab, wenn man' in einer Stunde oder länger verschiedene überfüllte Züge hallen und dann weiterfahren sieht. Man wendet sich, etwas enttäuscht freilich ob der zu nicht« gewordenen Aussicht auf eine Tour an den Stationsvorsteher und erklärt ihm, daß man keinen Gefallen an den überjüllten Zügen finde und sich entschlossen habe, von der beabsichtigten Fahrt abzustehen. Der Vorsteher empfindet ein menschliches Rühren, er drückt seinen Stempel auf die bereits entwertheten Fahrkarten und man hat somit, wie anzunehmen, das Recht, sich sein ausgelegtes Fahr- geld am Schalter zurückzahlen zu lassen. Man begiebt sich zum Ausgang und erfährt hier, daß man sich in letzterer Annahme getäuscht hat. So ist es z. B. am zweiten Ostertag auf der Station Pankow an der Nordbahn mehreren Personen, denen die Reise durch die Aussicht auf stundenlange Wartezeit verleidet worden war, ergangen: Am Eingang angekommen, erklärte ihnen der Beamte, daß sie zehn Pfennige für das Betreten des Bahnsteiges zu zahlen hätten. Die Nicht. beförderten gaben sich aber nicht so stillschweigend mit dieser An- schauung zufrieden, sondern erklärten den Beamten, daß sie den Bahnsteig betreten hätten, um befördert zu werden, daß sie n i ch t besördert worden, sei nicht ihre Schuld, ihrer Ansicht nach hätten sie eher Anspruch darauf, für ihr unfreiwilliges Warten ent- schädigt zu werden. Auf jeden Fall jsverlangten sie ihr ein- gezahltes Fahrgeld zurück, andernfalls würden sie den Beschwerde- weg betreten. Der Beamte an der Kasse zahlte denn auch mit der Bemerkung, er wolle«S denn mal riskiren, die eingezahlten Beträge zurück.— Als einer der hierbei betheiligtcn Beamte» am letzten Sonntag von einem der am Festtage nicht Beförderten befragt' wurde, ob denn seine Instruktion ihm vor- schreibe, in einem solchen Falle, wie oben angeführt, 10 Pf. für das Betreten des Bahnsteiges zu fordern, berief er sich auf die bekannte Bestimmung, wonach das Betreten des Bahnsteiges zehn Pfennige kostet. Dem gewöhnlichen Menschenverstand kann es nicht einleuchten, daß eine Behörde, welche nicht in der Lage ist, den an sie gestellten Anforderungen in jeder Beziehung gerecht zu werden, berechtigt sein soll, die durch ihre Unfähigkeit Geschädigten auch noch in eine Art Geldstrafe zu nehmen! Wenn man sich auch in unserem deutschen Vater- lande so leicht über nichts mehr wundern wird, so wäre es doch einzig, einen solchen Grundsatz als gesetzlich berechtigt an- erkannt zu sehen. Nicht nur unser Eisenbahntarif hat seine Kuriosa, auch die Post kann damit aufwarten; so z. Ä. aus dem Gebiet der Nachnahme-Portosätze. Zieht Jemand nämlich, so schreibt die „Allgemeine Fleischer-Zeilung", den Betrag von 5 M. per Nach- nähme ein, so erhält er thatsächlich mehr, als wenn er 5 M. 5 Pf. vurch Nachnahme einzieht. Für 5 M. beträgt die Gebühr 10 Pf., für 5 M. 5 Pf. aber 20 Pf. Im«rsteren Falle erhält man also 4 M. 90 Pf., im letzteren nur 4 M. 85 Pf. Die erste» Sachsenaänger» etwa tausend Personen, passtrten am Montag und Dienstag Berlin. Sie trafen meistens von Oppeln, Malapane, Mecheline, Kreuzburg und anderen ober- schlestschen Ortschaften auf dem Schlesischen Bahnhof ein und wurden, wie alljährlich, nach Magdevurg und der Provinz Sachsen weiter befördert. Wie elend muß die Lage dieser Armen in der Heimath sein, wenn man erfährt, daß der ihnen in Sachsen gezahlte Tagelohn von 1 bis 2 M., wozu als besonderes Traklement noch allwöchentlich ein Pfund Schmalz, zwei Brote und— ein Liter Schnaps kommt, für sie eine Verbesserung bedeutet! Hat ein Land, in dem Millionen Menschen sich ver- hältnißmäßig viel erbärmlicher, als das liebe Vieh nähren müssen, wirklich Anspruch darauf, sich ein Kulturland zu nennen? Wir denken nein. Für eine wirkliche Kultur haben wir Sozialdemokraten erst den Keim zu legen und wie die sozialistische Lehre überall siegt, so erwarten wir auch, daß die Bemühungen unserer Parteigenossen in Sachsen bei ihren aus dem Osten kommenden Leidensgefährten von bestem Erfolg gekrönt sein werden. Mögen sie den Sachsen- gängern die edelste Tugend, die der Proletarier sich unter dem kapitalistischen Reginie aneignen kann, die der Unzufrieden- heit, tief, tief ins Herz htneinsenken. Tüchtig und furchtlos agitirt, dann wird auch im dunkeln Osten die Morgenröthe an- brechen! Der Dönhoff-Platz soll durch Gasglühlicht beleuchtet wer- den. Die städtische Parkdeputalion hat am Sonnabend be- schlössen, daß der Gasglühlicht-Gesellschast anHeim gegeben wer- den solle, die Beleuchtung des Mitlelstücks des Platzes Versuchs» weise auf ihre Kosten mit Gasglühlicht zu bewirken. Wahr- scheinlich hat der Magistrat, als er dies Verlangen an die Gesellschaft richtete, an die 65 pCt. Dividende und an die er- bärmlichen Arbeitslöhne gedacht, welche von ihr gezahlt werden. In der Angelegenheit des bevorstehende» Wucher- Prozesses weiß das„Kleine Journal" folgende interessanten Einzelheiten zu berichten: Der„olle ehrliche Seemann", der sich seit dem Spielerprozeß in Hannover einer so allgemeinen Popp- larität erfreut, ist mit seinem Loose unzufrieden. Es wurmt ihn, daß er brummen muß, während seine Genossen und Hinter- männer der holden Freiheit genießen und ihre Balllokale ruhig weiter leiten oder das Geldverleihen in großem Stil und zu noch größeren Zinsen unentwegt fortbetreiben dürfen. Der„olle Seemann" hat in seinem Groll geplaudert und allerlei Koulissengeheimnisfe aus der Welt der Spieler und Wucherer ausgeschwatzt. Diese Plaudereien des braven Seemann waren bereits zu einer ganz pikanten Broschüre verarbeitet und gedruckt, als die beiden Herren, welche die Sache am nächsten anging— der bekannte Großwucherer P. und der nicht minder bekannte Besitzer eines hiesigen Balllokals M.—, dem Verleger die gesammte Auflage der Broschüre für den stattlichen Preis von 50 000 M. abkauften. Ihre Hoffnung, die uner» sreulichen Enthüllungen dadurch unmöglich zu machen, dürste freilich kaum in Erfüllung gehen, da man von anderer Seite fest entschlossen ist, die interessante Angelegenheit nicht ruhen zu lassen, sondern sie energisch weiter zu verfolgen. Herr P. soll seine Sache dadurch noch erheblich verschlimmert haben, daß er sich ziemlich unverblümt geäußert hat, ihm könne gar nichts ge- schehen, er hätte die Beamten alle in der Tasche. Eine solche Insinuation würden preußische Beamte natürlich unter keinen Umständen auf sich sitzen lassen. Es steht also mit ziemlicher Sicherheit ein Prozeß in Aussicht, der das öffentliche Interesse in noch weit höherem Maße auf sich lenken wird als der han- noversche Spielerprozcß. Es handelt sich dabei ebenso sehr um. Vorkommnisse in dem Ballkokale des Herrn M. als um Mani- pulationen des Herrn P., in dessen Portefeuille so manche Papiere schlummern, die sehr viel Staub aufwirbeln könnten. Herrn P.'s Hauptquartier be- findet sich in einem kleinen, einfachen Häuschen an der Friedrichsgracht und viele unserer vornehmsten Kavaliere haben schon das kleine Vorzimmer passirt, in dem neben einem einsamen Geldschrank ein ungemein kräftig aussehender Diener mit an- genehm geröthetem Gesicht Wache hält. Auch das Allerbeiligst«, das Privatkomptoir P.'s selbst, ist mehr als einfach möblirt und enthält außer einem Schreibpult und ein paar Stühlen eigentlich nur noch ein lieblich idyllisches Bild, das ein junges, hübsches Mädchen darstellt, wie es Hühner durch Futterstreuen anlockt. Phantasievolle Gemüther glaubten in dem Gesicht des jungen Mädchens sogar die Züge des nicht ganz so junge» P. wieder- zuerkennen und die Hühner erschienen ihnen als die Gimpel, die eben gerupft werden sollten. Bei den sehr weitreichenden Be- Ziehungen des Herrn P. in allen Kreisen der Berliner Gesell» schaft dürfte die ganze Angelegenheit, sobald sie voraussichtlich auch an Gerichtsstelle zur Erörterung kommt, außerordentliches Aussehen machen. Ein Gatteumordversuch und Selbstmord hat sich am Dienstag Nachmittag in dem Hause Mehnerstr. 3 ereignet, wo- selbst in der ersten Etage die von ihrem Mann getrennt lebende Ehefrau des als Trunkenbold verschrienen Malers Hermann Dietrich, verwittwete Göbler lebt. Frau Dietrich ernährt sich und ihre beiden Kinder aus erster Ehe durch Mützennähen und war von ihrem zweiten Mann getrennt, nachdem dieser sie mehrfach mit dem Tode gedroht hatte. In letzter Zeit hatte der Maler wieder die Arbeit aufgenommen und, da er der Frau versprach sich bessern zu wollen, so nahm sie ihn zunächst als Kostgänger wieder auf, ging auch wiederholentlich mit dem Gatten aus. Dienstag Mittag kurz nach 12 Uhr erschien D. in der Wohnung seiner Frau, um zu Mittag zu essen, die Speisen waren jedoch noch nicht fertig gestellt und Frau D. stand am Kochheerd, die Vorgänge in der Küche nicht weiter beobachtend. Plötzlich zog Dietrich, der so lange schweigend am Tisch gesessen, aus der Rocktasche ein Handbeil hervor, stürzte sich auf die Frau und versetzte der Ahnungslosen mit der stumpfen Seite hinterrücks einen Schlag auf den Kopf. Ehe der Wlltherich zum zweiten Male zuschlagen konnte, sprang der 15 jährige Alex Göbler auf seinen Stiefvater los und warf ihn durch einen heftigen Stoß zu Boden. Inzwischen floh Frau D. mit ihren Kindern zu dem im Vorderhause eine Treppe wohnenden Verwalter Geh, dessen erwachsener Sohn in Begleitung zweier hinzugerufeneu Schutz. leute des 92. Polizeireviers wenige Minuten später in die D'sche Wohnung drang. In der Zwischenzeit hatte der tobende Mord- bube fast die ganze Wohnungseinrichtung demolirt und sich selbst mit einem Malermesser den Hals durchschnitten. Als die Polizei- beaniten eindrangen, ging der Blutüberströmte mir dem Messer und Schemel auf die Schutzleute los. so daß diese blank ziehen niußten, worauf sich D. ergab. Der hinzugerufene Arzt Dr. Cohn stellte fest, daß zwar die Kehle des D. unbeschädigt, die Schlag- aber jedoch durchschnitten war. Infolge des starken Blut- Verlustes ivurde D. sterbend nach dem Krankenhause Friedrichs- Hain mittels Lyck'schen Krankenwagen geschafft. Die Verletzungen bei Frau D. erwiesen sich als ungefährlich und konnte die Frau, nachdem ihr ein Verband angelegt worden, in ihrer Wohnung belassen werden. Mit einer nicht ganz gesetzmäßige» Energie hat eine Rückkompagnie sich am Dienstag Nachmittag 2 Uhr über das bekannte Vorrecht unserer Hauswirthe hinweggesetzt. In dem Hause Prinzenstraße 59 wohnte im ersten Stock der Schneider- meister Trutenau, der dem Wirthe Heimann 355 M. Miethe schuldete. Da man den begründeten Verdacht hegte, daß der Miether ohne Begleichung des Miethszinses die Räume zu ver- lassen suchen werde, so befand sich die Hausverwalterin, Frau Böck, schon seit vier Uhr früh auf Posten. Um 6 Uhr konnte sie denn auch den Auszug durch ihr Dazwischentreten verhindern. Im Laufe des Vormittags traf dann ein Bevollmächtigter des Haus- wirths ein, der das Pfändungsrccht auf die Einrichtung im Namen des Hauseigenthümers geltend machte, die gesetzlich nicht pfänd» baren Gegenstände aber, wie Nähmaschine. Tisch:c. zum Aus- zuge freigab. Damit verließ denn auch Trutenau das Haus und sowohl die Wohnung, als auch noch die vier einzelnen § immer wurden von der Verwalterin verschlossen. Gegen zwei hr erschien plötzlich der Schneidermeister in Begleitung einer Rückkompagnie von sechs Köpfen wieder auf der Bildfläche. DaS Schloß der Eingangsthür war im Umsehen gesprengt, die Thüren zu den vier Zimmern wurden schnell erbrochen, und die ein- behaltenen Sachen waren bald mit Gewalt fortgeschafft. Als die Verwalterin dazwischen trat, wurde ste so unsanft aus dem Wege ge- räumt, daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen angiebt. Als die Polizei gerufen wurde, war die Wohnung bereits leer. Das Innere bietet den Schauplatz einer argen Verwüstung. Schlösser sind abgerissen, Schlüsselbleche hängen herunter. Thür- füllungen sind ausgebrochen, die Thüren zum Theil noch ander- weit zertrümmert. Der Wirth muß die Räume gründlich aus- bessern und in einzelnen Theilen erneuern lassen. Gegen Trutenau, der ein Wirlhshaus in der Fichtestraße eröffnet haben soll, wie gegen seine Genossen wird die Angelegenheit wohl ein gerichtliches Nachspiel zu Wege bringen. Ein Raubanfall ist in Charlottenburg an der in der Berlinerstr. 60 wohnenden begüterten 70jährigen Wittwe des Hofbäckermeisters Sorge ausgeführt worden. Auf den Wohl- thätigkeitssinn der alten Frau spekulirend, hatte sich ein Mann, der sich Schulze nannte, am Freitag von ihr 3 M. zu leihen gewußt. Am Sonnabend Abend gegen 7 Uhr begehrte wiederum ein Mann Einlaß unter dem Vorwande, Kartoffeln kaufe» zu wollen. Frau Sorge wies ihn indeß ab. Gleich daraus fand vor Gerichts- Betfung. fich aber der angebliche Schulze wieder ein, der noch einen| Rutscher Karl Bauchwiz aus Berlin Steine fuhr. zweiten Mann bei sich hatte und durch die Thürspalte seiner Arbeitswagen desselben sich am Montag Nachmittag auf dem Wohlthäterin die Mittheilung machte, daß er mit den geliehenen Neubau befand, verlor B., welcher auf dem Gefährt saß, das Der Kaufmann Salomon Cohn und dessen Tochter, die, drei Mark eine verdient habe und diese als Abzahlung der Gleichgewicht und stürzte so unglücklich, daß die Räder des wie wir seinerzeit mittheilten, ihr Dienstmädchen Komegk derartig Echuld zurückzugeben beabsichtige. Dies verschaffte ihm Wagens über die beiden Beine des Kutschers fortgingen und mißhandelt hatten, daß das Mädchen aus dem Fenster stürzte wiederum mitsammt seinem Begleiter Ginlaß in die die Unterschenkel total zermalmten. Noch war die Kunde von und ein Bein brach, waren von dem Amtsgericht der Vater zu Corge'schen Räume. Kaum waren beide eingetreten, dem Unfall bei den Bauarbeitern nicht bekannt geworden, als sich 4 Monaten Gefängniß und die Tochter zu 600 M. Geldstrafe als sich„ Schulze" auf die Greifin stürzte, sie nieder ein zweiter, noch weit schwererer Unglücksfall auf dem Neubau verurtheilt worden. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Bewarf und ihr ein weißes, mit einem Zeichen nicht ver- ereignete. Der ebendafelbst als Steinträger angestellte Bruder sehenes Taschentuch in den Mund steckte. Das Tuch ist mit einer des Karl B., der Arbeiter May V. hatte eben eine Mulderufung ein, da wegen der brutalen That die anerkannten Strafen ähenden Flüssigkeit getränkt gewesen, denn der Mund der Ueber Mauersteine nach dem 4. Stockwerk hinaufgeschafft und war im zu niedrig seien. Der Gerichtshof ließ es jedoch bei den früheren Strafen bewenden, da die Angeklagten sich in großer Erregung fallenen zeigt leichte Brandflecke. Mit einer starten Zuckerschnur Begriff, die Luft abzunehmen, als das Mauerwerk unter seinen Strafen bewenden, da die Angeklagten sich in großer Erregung befunden hätten. wurden ihr dann die Beine zusammengebunden, und die Räuber Füßen nachgab. B. stürzte jählings in die Tiefe, fiel auf den nahmen zunächst eine Leibesdurchsuchung an der.zu jedem Wider Balton des ersten Stockwertes, welcher zertrümmert wurde, und Wegen Doppelehe und intellektueller Urkundenfälschung stande unfähigen Frau vor. Bei den Strümpfen anfangend, be- dann auf den Straßendamm; der Unglückliche hatte am Kopf, stand gestern der Dachdecker Chr. vor der 2. Straffammer tasteten fie fämmtliche Kleider in der Annahme, die Alte möchte Hüften und Beinen so schwere Verletzungen erlitten, daß er in hiesigen Landgerichts 1. Ter Angeklagte hatte sich im Jahre eine bedeutende Werthsumme bei sich verborgen haben. Sie hoffnungslosem Zustande mit seinem weniger schwer verlegten 1887 in Harburg mit einer unverehelichten Kruse verheirathet. fanden in der Tasche einen Hundertmarkschein und 70 bis 80 m. Bruder auf ein und demselben Gefährt nach dem Krankenhause Seine Ehe gestaltete sich höchst unglücklich, denn seine Frau lief Er in Gold, die sie mitnahmen. Dann befreiten sie die Beraubte am Urban gebracht wurde. May B. ist verheirathet und Vater ihm davon und ergab sich einem lüderlichen Lebenswandel. von der Fesselung und entfamen unbemerkt aus dem Hause. von zwei Kindern. strengte die Ehescheidungsklage an. Ehe diese entschieden war, Die Wohnung haben sie nicht durchsucht, weil sie sich scheinbar ihre Unschuldig verhaftet. Der Austräger Friedrich Gelernte er hier ein Mädchen aus guter Familie fennen, die ihm war, mit ihre ganze Zuneigung schenkte und gewilt Anstatt nun Ueberraschung nicht sicher fühlten. bauer aus Frankfurt a. M., welcher bekanntlich unter dem ihm einen Ehebund zu schließen. Das Gericht hielt in um Hilfe zu rufen, schloß sich die geängstigte Frau in ihrer Berdachte des Mordes an der Prostituirten Winkler der Erledigung der Ehescheidungsklage nicht gleichen Schritt Wohnung ein und theilte erst am Sonntag dem Dr. med, Badekow, der in dem Hause wohnt und die fällige Miethe zahlte, in der Borsigstraße hierselbst zur Haft gebracht worden war, it mit der Ungeduld des jungen Mädchens, die natürlich feine den Vorfall mit. Jetzt erst erhielt die Polizei Kenntniß. Es ist am Sonnabend aus dem Untersuchungsgefängnisse zu Moabit bunden war. Dieser suchte die Eheschließung von Monat zu betheiligt haben, da die schwache Greisin nur unvollständige An- furt a. M. zurückbegeben, woselbst er von seinem ehemaligen Monat hinauszuschieben, in der Erwartung, daß der Ghenicht ausgeschlossen, daß sich noch mehr Personen an dem Raube entlassen worden und hat sich bereits wieder nach Frank- Ahnung davon hatte, daß ihr Verlobter noch anderweitig gegaben machen und selbst nicht den vorgeblichen Schulze genau Dienstherrn, Möbelhändler Bendheim, sofort wieder in Arbeit scheidungsprozeß inzwischen beendet werden würde und griff beschreiben kann. Die Thäter sind daher bis jetzt nicht ermittelt genommen worden ist. Während der Haft hat sich seine gänzliche Unschuld an dem schließlich zu der Ausrede, daß er noch nicht die genügende Geldsumme beisammen habe, um heirathen zu können. erwähnten Morde herausgestellt. Wer entschädigt den Armen überwand aber auch dieses Hinderniß, indem sie eines Tages einen für die erlittene Qual? Geldbetrag, den sie von ihrem Vater erhalten hatte, auf den Tisch zählte. Nun war der Angeklagte mit seinem Latein zu Ende und aus Besorgniß, daß sich bei längerem Zögern die ganze Sache zerschlagen fönnte, ging er am 25. September mit seiner Braut auf das Standesamt und schloß dort seine zweite Ghe, wobei er sich als ledig bezeichnete und sich durch die Papiere seines Bruders legitimirte. Das junge Eheglück dauerte nicht lange, denn schon im Januar wurde Chr. wegen Doppelehe in Haft genommen. Der einzige Lichtblick in seiner trübseligen Lage war die ihm im Januar ins Untersuchungsgefängniß zuflatternde Nachricht, daß seine erste Ehe durch kammergerichtlichen Ausspruch nun definitiv getrennt worden sei. Hätte er noch ein einziges Vierteljahr gewartet, dann würde er nicht nöthig gehabt haben, zu Winkelzügen zu greifen. Der Staatsanwalt beantragte 1/2 Jahre Gefängniß. Rechtsanwalt Blaschkauer mußte sich darauf beschränken, das Pech, welches den Angeklagten offenbar in Ehefachen verfolgt, als mildernden Umstand geltend zu machen. Der Gerichtshof ertannte auf 10 Monate Gefängniß, rechnete 2 Monate auf die Untersuchungshaft ab und entließ den Angeklagten aus der Haft. geklagten aus der Haft. worden. Eine Schuhmannsaffäre. Zu einem blutigen Zusammenstoß kam es am Montag Abend um 8 Uhr zwischen dem SchutzDie Berliner Dienstmänner mit der Siegellack. mann Haase vom 64. Polizeirevier und zwei Männern in der Thurmstraße neben dem Arminiusplatze. Die beiden Männer Müge", die oftmals ebenso gesucht und unentbehrlich wie seren den Beamten bedrängt haben, nachdem dieser eine Auf- die Droschken sind, müssen es sich wie diese gefallen lassen, daß orderung an sie gerichtet hatte. Haafe griff darauf zur Waffe. Sie von ihrer Straßenecke und von einem Standplab zum anderen Einer der Gegner zog darauf ein Messer und stach den Beamten getrieben werden, und besonders dann, wenn der eine oder in die Stirn, so daß er in einem Krankenhause Aufnahme andere Hauseigenthümer oder Geschäftsmann Gefallen daran finden mußte. Weiteres weiß man über diese Schußmannsaffäre findet oder aber auch gar keinen Gefallen mehr an ihnen selbst hat. So hat der Kaufmann May Thiele bei dem Polizeipräsidium noch nicht. beantragt, daß die zwei Rothbemühten" fich nicht mehr Louisenstraße 42 aufzustellen hätten. Das letztere hat denn auch, nach der Allg. Fahr- Zeitung", durch Revierbeamte die Dienstmänner angewiesen, sich fortan nicht mehr auf der alten Stelle, sondern vor dem Hause Chariteestr. 6 aufzustellen. Herr W. Liefländer macht sich die unnöthige Mühe, uns mitzutheilen, daß er seit Mitte Februar 1894 nicht eine Beile für den von uns bekanntlich nach Gebühr abgefertigten Moniteur des Polizeipräsidiums geschrieben habe. Im übrigen droht Herr Liefländer nach Gewohnheit mit dem Kadi. Möge er hingehen. In Gefahr schwebte der am Montag früh 6 Uhr 11 Min. auf dem Schlesischen Bahnhofe fällige Pofener Schnellzug. Derfelbe war zwischen den Stationen Erfner und Friedrichshagen einem Güterzug begegnet, der verschiedene Sperrgüter zu breit geladen hatte. Die Maschine wurde von den Sperrgütern gestreift, sodaß sämmtliche Scheiben der letzten beiden Salonwagen in Trümmer gingen. Von den Passagieren wurde niemand verletzt. Das Schießen nach Arrestanten scheint sich bei der so sehr beliebten Nixdorfer Beamtenschaft immer mehr einbürgern zu sollen. Ueber die neueste Schießaffäre erfahren wir folgendes: In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag traf ein Gendarm, dessen Namen wir leider bisher nicht feststellen fonnten, einen Mann, welcher von einem anderen beschuldigt wurde, ihn geschlagen zu haben. Der Gendarm forderte nun den Unbekannten auf, ihm nach dem Amtsbureau zu folgen, unterwegs ergriff derselbe aber die Flucht, da ihm jedenfalls betannt war, daß es Arrestanten im Rigdorfer Amtsbureau zuweilen schon sehr trübe ergangen ist. Der Gendarm hatte nun nichts besseres zu thun, als auf den Flüchtling zu schießen, traf denselben aber erfreulicher Weise nicht, vielmehr gelang es dem jungen Manne zu entkommen. Ueberfallen und seiner Baarschaft beraubt wurde am Sonnabend Abend am Maybach- Ufer ein in Rirdorf wohnhafter Arbeiter. Nach seinen Angaben wurde derselbe von einigen dort ftets herumlungernden Zuhältern nach der am Maybach- Ufer befindlichen Bedürfnißanstalt geschleppt und dort ausgeplündert. Die Nachforschungen nach den Thätern sind im Gange. Kömmt rut, föpt Stint!" Dieser alte Fischerruf ist seit Sonnabend wieder in den Ortschaften der Havel zu hören. Auf ihrer Wanderung in die Flüsse, die sie zum Laichen aufsuchen, sind die Stinte diesmal nämlich am Freitag in der Havel eingetroffen und wurden massenhaft gefangen. Im vorigen Jahre trafen die Stinte gleichfalls am 30. März ein, im Jahre 1892 dagegen erst am 9. April. Eine 93jährige Greifin und ein 51 Jahre alter Mann find infolge Ueberfahrens zu Tode gekommen. Die erstere ist die Wittwe des Schleusenmeisters Beyer aus der Bergstr. 66, die am 1. d. Mts. in der Nähe des Bahnhofes Friedrichstraße von einem Fuhrwerk am Rückgrat und rechten Bein starke Quetschungen erlitt und gestern( Rontag) in der Charitee starb. " 1 Was den Kaufmann zu dieser nicht sehr schönen Maßregel veranlaßt hat, bleibt unbekannt. Zum Kapitel der Sonntagsruhe. Rapitalistische Blätter melden ohne Arg folgendes: Das taiserliche Empfangs gebäude auf der Wildpartstation wird einem Erweiterungsbau unterzogen, der bis zur Uebersiedelung des Kaisers nach dem Neuen Palais vollendet sein muß. Infolge dessen wurde dort sogar am legten Sonntag bei der Befestigung der Zufahrtswege gearbeitet. Gute Beispiele 2c. 2c. Die Braut Die Einer moralischen Hinrichtung für den Beklagten glich eine Verhandlung, welche gestern vor der 144. Abtheilung des Die Patentanwaltsfirma H. und Schöffengerichts stattfand. W. Pataky war längere Zeit der Zielpunkt schwerer Angriffe Polizeibericht. Am 2. d. M. Morgens wurde im Span- seitens der Konkurrenz. Es wurden Zirkulare verbreitet, des dauer Schifffahrts- Kanal, gegenüber dem Grundstücke Kieler Inhalts, daß die Inhaber der genannten Firma fich der Urkundenstraße 7/8, die bereits start verweste Leiche einer etwa dreißig fälschung und der Unterschlagung gegenüber ihren Auftraggebern jährigen Frau angeschwemmt. Vormittags sprang eine in schuldig gemacht hätten und es gelangte auch eine gleiche Anzeige einer Privatklinik untergebrachte Frau aus dem 2. Stock auf die an die Staatsanwaltschaft. Diese Behörde lehnte es ab, Straße hinab und erlitt so schwere innere und äußere Ver- gegen die Gebrüder Pataky einzuschreiten, nachdem festgestellt legungen, daß sie einige Stunden darauf starb. Vor dem Hause war, daß die Anzeige jeder Begründung entbehrte. Bergmannstr. 100 fiel Mittags ein Arbeiter infolge von Krämpfen verleumdete Firma gab sich die größte Mühe, den Urnieder und erlitt eine erhebliche Verlegung am Hinterkopfe, so heber des ehrenkränkenden Gerüchts zu entdecken, sie strengte daß seine Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich wurde. gegen die Verbreiter Privat- Beleidigungsklagen an. Bei einem Nachmittags wurde ein Mann vor dem Hause Potsdamer- Dieser Termine fam ein überraschender Umstand zur Sprache. straße 122 durch einen Pferdebahnwagen überfahren und am Gine Angestellte der Konkurrenzfirma, die von den Gebrüdern Fuße schwer verletzt. Vor der Markthalle in der Friedrich Pataty zur Verantwortung gezogen worden war, bekundete, daß straße fiel ein Arbeiter infolge eines Fehltritts hin und erlitt der Dr. Mar Biberfeld eines Tages zu dem damaligen Beeinen Knöchelbruch. Abends ging das Pferd einer vor dem flagten gekommen sei und demselben die ehrenrührigen MitHause Georgenkirchstr. 34 haltenden Droschke durch. Der Kutscher theilungen in betreff der Firma Pataky gemacht habe. Dr. wurde hierbei zu Boden gerissen und überfahren, wodurch er Biberfeld habe dabei erklärt, daß es Pflicht jeden Ehreneine starte Quetschung des Armes erlitt. In der Thurmstraße mannes set, dergleichen Strafthaten zur Anzeige zu bringen entgegengehalten worden fet, warum er wurde ein Schuhmann bei der Festnahme von zwei Männern und als ihm thätlich angegriffen und am Kopfe so schwer verletzt, daß er nach denn nicht selbst Anzeige erstatte, habe Dr. Biberfeld erwidert, der Charite gebracht werden mußte. Im Laufe des Tages daß er durch sein Ehrenwort gebunden sei. Als die Gebrüder P. fanden drei Brände statt. Kleine Theater- und Literatur Chronik. Adolf Sonnenthal tritt im Neuen Theater noch in den Journalisten", sowie in Dumas' Vater und Sohn" auf. Fräulein Alexandra Biarda, Darstellerin von Männerrollen, wird in der ersten Hälfte des April im National- Theater ein auf nur wenige Abende berechnetes Gastspiel beginnen. Herr Cheri Maurice, Direktor des Hamburger Thalia- Theater hat Herrn Carl Bander auf deffen drahtliche Anfrage noch bis einschließlich Sonntag Urlaub gewährt. Herr Carl Pander setzt daher fein erfolgreiches Gastspiel bis zu diesem Tage im Nationaltheater fort. Der Mann ist der obdachlose Kletapner Gustav Heise. Er wurde Oskar Wagner, dem Schöpfer der Parodien auf die gestern Abend vor dem Hause Potsdamerstraße 29 von einem moderne realistische Bühnenrichtung, ist von der Direktion des Pferde- Eisenbahnwagen über den rechten Fuß gefahren und starb American- Theaters die Donnerstag- Vorstellung zum Benefiz be: noch an demselben Abend infolge der schweren Verlegung. willigt worden. An diesem Abende geht die„ Lumpensusanne" zum 75. Male in Szene. Witterungsübersicht vom 3. April. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. OREGO Windrichtung 762 OND 761 • 761 NO 759 NO 759 SW 760 775 GO 774 756 762 DED UND 758 28 Windstärke ( Z1-10) 12814122412 Wetter halb bedeckt wolkig bedeckt wolfenlos heiter wolkenlos halb bedeckt bedeckt wolfig bedeckt bedeckt Temperatur 6640506( nach Celsius 50 G. 4° R.) 9 11 den Urheber des Gerüchts erfuhren, glaubten sie aus den Wolfen zu fallen. Dr. Biberfeld war seit Jahren bei ihnen angestellt, er genoß als Syndikus der Firma das unbeschränkte Vertrauen der Inhaber, er mußte wissen, daß die ehrenkränkenden Behauptungen aus der Luft gegriffen waren, in seinen Briefen über die Firma Pataky erging er sich in fast übertriebener Weise in Bemerkungen, daß dieselbe ihr Geschäft in der gewissenhaftesten und reellsten Weise betreibe, häufig hatten seine Chess mit ihm berathen, wer wohl der Schurke und Lump sein könne, der sie zu vernichten trachte. Und Dr. Biberfeld hatte über die bodenlose Schlechtigkeit des Verleumders den Kopf geschüttelt und seiner Entrüstung in den schärfsten Ausdrücken Lust gemacht. Die Gebrüder Pataky waren auch geschäftlich schwer geschädigt worden, die Auskunftei Schimmelpfennig verweigerte sogar jede Auskunft über die Firma, bis jeder gegen die Inhaber schivebende Verdacht durch ein gerichtliches Erkenntniß beseitigt sei. Dr. Biberfeld wurde natürlich sofort entlassen und Klage wegen verleumderischer Beleidigung gegen ihn angestrengt. Nachdem der Beklagte verschiedene Termine durch Nichterscheinen vereitelt hatte, gelangte die Sache gestern zum zum Austrag. Wohl selten spielte ein Beklagter eine so traurige Rolle, wie der Dr. jur. Biberfeld. Er gab zu, daß er seine Chefs in der schändlichsten Weise hintergangen habe. Dr. Friedmann, als Rechtsbeistand der Kläger, sprach sein Bedauern darüber aus, daß ein gebildeter Mann zu einer Handlungsweise fähig sei, wie sie vom Beklagten gezeigt worden sei. Er halte es für selbstverständlich, daß dafür auf eine Freiheitsstrafe erkannt werden müsse. Das Urtheil lautete auf vier Monate Gefängniß. Der Vorsitzende bezeichnete die Handlungsweise des Bellagten als eine Schurkerei und Schamlosigkeit sonder gleichen". Ein etwas dunkler Sachverhalt lag der Anklage wegen Majestätsbeleidigung zu Grunde, welche gestern vor der vierten Straffammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Auf der Anklagebaut befand sich der Omnibusfutscher Joseph Roczta, ein Mann, der sowohl über seine Militärzeit, wie über sein späteres dienstliches Verhalten die besten Zeugnisse beibringt. Wie bei den meisten derartigen Fällen lag auch dieser Anzeige Rachegefühl au Grunde. Als Belastungszeugen traten der Privatförster Gronia und dessen Gronia war beim Herzog von Ratibor angestellt, er hat Angeklagten dort kennen gelernt und die Beerneuert, als beide sich in Berlin Große Aufregung herrscht momentan in dem Städtchen Alt- Landsberg. Am Sonnabend Nachmittag sollte eine außer ordentliche Kassenrevision der Kämmereitasse stattfinden. Kurz vorher, um 1 Uhr Mittags, meldete sich der städtische Rassenrendant Bergemann beim Bürgermeister und erklärte, er stelle sich zur Ver fügung, da er fein ehrlicher Mensch mehr sei und 7500 M. amtliche Gelder unterschlagen habe. Eine sofortige, wenn auch nur oberflächliche Revision ergab, daß in der städtischen Kranfentaffe Stationen. 5000 M. und in der Kreissparkasse 2000 m. fehlten. Außerdem fehlte das ganze Vermögen der erst vor einiger Zeit in das Leben gerufenen freiwilligen Feuerwehr, deren Rendant B. war. Daffelbe betrug 500 M. Der Defraudant wurde sofort ver- Swinemünde haftet und in das Amtsgerichts- Gefängniß eingeliefert. Wie fich Hamburg bisher ermitteln ließ, hat B. jedesmal, wenn eine Revision Berlin bevorstand, das Manto dadurch verdeckt, daß er sich das fehlende Wiesbaden. Geld von guten Freunden lieh und nach der Revision wieder München zurückgab. Dieses Manöver war ihm diesmal unmöglich ge- Wien worden. B. galt im ganzen Orte als wohlhabender Mann. Haparanda Jedermann wußte, daß er von seiner Mutter vor mehreren Petersburg Jahren 10 000 m. geerbt hat, und da er ein gutes Gehalt Cook. bezog und sehr einfach lebte, so wurde allgemein angenommen, Aberdeen daß er Geld spare. Umsomehr bleibt es ein Räthsel, wo er das Paris Geld gelassen hat. Dafür, daß er Spekulationsgeschäfte machte, ist zur Zeit noch fein Anhalt vorhanden. Der Verlust der Stadt Witterung in Deutschland am 3. April, 8 1hr Morgens. zwei Töchter gegen den Angeklagten auf. ist glücklicherweise nicht groß, da B. 4500 M. Raution gestellt Während in Nordwest- Deutschland ber Himmel fich größten- früher hat, so daßfalls eine gründliche Revision das Manto nicht theils wieder aufgeklärt hat, ist es in den nordöstlichen Landes- den pergrößert nur 8000 M. ungedeckt bleiben. theilen heute überall trübe und an der Ostseeküste fällt etwas tanntschaft wurde Der Vorstand der kaufmännischen Fortbildung zugenommen. Im äußersten Süden Deutschlands wehen mäßige Fink von Finkenstein gefunden. Koczka zog zu Gronia in SchlafDer Vorstand der kaufmännischen Fortbildungs- Regen. Auch in Süddeutschland hat die Bewölkung jetzt etwas wiedertrafen. Gronia hatte inzwischen eine Stellung beim Grafen schulen, Köllnisches Gymnasium, Inselstr. 2-5, Friedrich übwestliche Winde. Die Temperatur ist seit gestern herab- telle. G3 trat bald unfrieden ein, wie Koczka behauptet, weil Werdersches Gymnasium, Dorotheenstr. 13-14 und Königstädtisches Gymnasium, Elisabethstr. 57-58, ersucht uns um Bekanntgabe gegangen und heute Morgen in ganz Deutschland ziemlich gleich ihm die älteste Tochter Gronia's aufgedrungen werden sollte. aus. der Mittheilung, daß infolge des großen Andranges für sämmt mäßig vertheilt; in den meisten Gegenden liegt sie zwischen 4 und Im Mai v. Js. 30g Koczta nach einem heftigen Auftritte aus. sämmt- 60 Celsius. Tags darauf wurde die Anzeige wegen Majestätsbeleidigung erliche Fächer die Errichtung von Paralleltursen beschlossen worden. Berliner Wetterbureau. stattet. Die Zeugen erklärten übereinstimmend, daß der AnAnmeldungen hierzu können beim Vorsitzenden des Kuratoriumą, getlagte eines Abends nach beendetem Dienst nach Hause ge= Rechtsanwalt Dr. Haase, Alexanderstr. 16, sowie beim Leiter der Wetter- Prognose für Mittwoch, den 4. April 1894 kommen sei und sich damit gebrüstet habe, daß er mit seinem Schulen Dr. Engelmanu, Weinbergsweg 11d, erfolgen. auf grund lokaler Beobachtungen und des meteorologischen Omnibus die Equipage des Kaisers angefahren habe, als der Arbeiterrisiko. An demselben Tage, auf demselben Neuban, Depeschenmaterials der deutschen Seewarte privatlich aufgestellt. Monarch nach dem Potsdamer Bahnhofe gefahren wurde. Koczka fast zu derselben Stunde Lebensgefährlich verlegt ziemlich fühles, zeitweise heiteres, vorherrschend wolkiges habe auf Befragen erklärt, daß er den Zusammenstoß absichtlich herbeigeführt habe. Er habe dann unter beschimpfenden Auswurden zwei Brüder, die in Berlin wohnhaft, beide in Wetter mit etwas Regen und mäßigen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. brücken gegen den Kaiser hinzugesetzt, daß er bei der ersten sich Johannisthal beschäftigt waren. Auf dem, dem bekannten Verbietenden Gelegenheit einen heftigeren Zusammenstoß herbeiführen gnügungslokal Boltsgarten in Johannisthal geradeüber belegenen Terrain wird ein Neubau errichtet, zu welchem der 27jährige würde. Diese belastende Aussage wurde von den drei Zeugen beschworen. Der Angeklagte wies die Beschuldigung energisch| zu treten und nicht erst sich der bestehenden Organisation anzu-| ftraße 80-81 Restaurant Müller. zurück. Ein Zusammenstoß ist nun thatsächlich an dem fraglichen schließen, versuchte nunmehr durch einen Rückblick auf die per- ftraße 22 bet Graf. 9 Uhr, Blumenftr. 46 bet Wend. Geselliger Verein Alpenrose, Briger Tage überhaupt nicht vorgekommen, sodaß der Staatsanwalt nur gangenen Jahre die Versammlung eine Weile zu amüsiren. Als Müller.( Außerdem alle 14 Tage Sonntags.) eitel Renommiſterei als den Beweggrund zu der Aeußerung er troh wiederholter Ermahnung auf die Feier des fommenden Admiralftr. 18c bei Möhring. des Angeklagten anführen tönne. Es liege fein Grund 1. Mai nicht eingehen wollte, wurde ihm auf Verlangen der Dor, die drei unbescholtenen Zeugen als mein- Versammlung das Wort entzogen. Nach kurzer Diskussion machte eidig anzusehen, sondern es müsse ihnen Glauben geschenkt wer die Versammlung den bezüglich des 1. Mai von der Gewerkschaftsden. Er beantrage, den Angeklagten mit einem Jahre tommission gefaßten Beschluß zu eigen. Gefängniß zu bestrafen und ihn sofort zu verhaften. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Röhler, plädirte für Freisprechung. Der Gerichtshof fonnte sich nicht entschließen, den Angeklagten auf grund der Belastung der drei Zeugen zu verurtheilen, sondern fällte ein freisprechendes Erkenntniß. Schafstopftlub Spar Agnes, Abends Privattheater- Gesellschaft Rometta, Pücklerftr. 2 bet Theaterverein Nora. nospe, abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Atancestraße. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein mufitverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Sangestraße 108 bei Mebelin. Männer- Gefangperein Waldfapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Kayfer, Staltheritr. 22. Mufit- Dilettantenverein Preciosa, Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn und In einer öffentlichen Versammlung der Maler, Tegelerstraßen- Ece. & adirer und Anstreicher, die am 2. April tagte, gab freuben" jeden Mittwoch, Abend 9-11 Uhr bei Metzner, Sinienfir. 142. Männer- Gefangverein Apollo, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schulze, Beuthstr. 18-19. Männer- Gesangverein JugendTurnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, ManKollege Schweiger einen Ueberblick über die wirthschaftliche Lage der Malergefellen. Redner behauptete, daß im Verhältniß abend 9-11 Uhr abends bei Labe, Beughofstr. 8. teuffelftr. 9. Kraftturnverein Jugendtraft, jeden Mittwoch und Sonn= Turnverein Gesund Berliner Turngenossenfchaft: abends 9 ühr, im Dresdener Garten, Dresdenerftr. 45. bei H. Lange, Stromstraße 28.- Theater- Gesellschaft Klaus Beneditt, willkommen. Rauchflub Roochloch, Abends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralftr. 33. 61. zu den in Berlin arbeitenden ca. 5000 Kollegen die geringe Bahl brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends Eine gauze Desinfektions- Kolonne der Stadt Charlotten der Kollegen, die heute anwesend, keine bindenden Beschlüsse faffen in der Turnhalle, Fretenwalderstraße 39. Araftturnverein Berolina, burg stand am Dienstag unter der Anklage des Diebstahls und könne, rieth vielmehr dazu, die Frage der Lohn- und Arbeits- Abends s uhr Uebungsstunde bet Faustmann, Reichenbergerſtraße 73a. der Unterschlagung vor der ersten Strafkammer am Landgericht II. verhältnisse vorläufig zurückzustellen; es empfehle sich aber, zufraße 154, 2otal Kontordia. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, BrunnenDer Desinfektions Inspektor Hermann Wiegemeyer war den nächsten Versammlungen aufklärende Vorträge in Aussicht Die 3. Männer Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von mit den beiden Desinfektionsarbeitern Hermann Julius Boldt zu nehmen, bis die Kollegen selbst mit der Forderung, endlich in von 8%-10% Uhr in der Chorinerstr. 74. Turnverein Fichte"( Mitund Karl August Heinrich Schulz zu einer Kolonne vereinigt ben Lohn- und Arbeitsverhältnissen Remedur zu schaffen, hervor- alieb des deutschen Arbeiter Turnerbundes). Die 1. Männer- Abtheilung turnt Mittwoch und Sonnabend von 8-10% Uhr Friedenftr. 37. worden, welche zur Desinfektion von Privatwohnungen, in treten. Vor allen Dingen müsse die Werkstellen- Agitation mit Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9 Uhr bet denen ansteckende Krankheiten geherrscht hatten, abgeordnet aller Energie betrieben werden, um die fernstehenden Kollegen Reed, Lothringerstraße 94. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, wurde. Diese im amtlichen Auftrage handelnden Leute be- zur Organisation heranzuziehen. Menzel behauptet, daß die jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerstr. Nr. 67. Restaurant Lothringerstraße 101. Theater- und Lefetinb Morgenroth, nutten nun ihre alleinige Anwesenheit in den fremden Frage der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wohl spruchreif sei, Theaterverein erres jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Restaurant Lewinstt, Wohnungen, um Spinden und Kommoden zu öffnen und fich boch liefert er burch die Schilderung der Berhältnisse in de der Bülowstr. 45. Heimathlu ft, Gigung jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, einen Theil der darin verwahrten Geldbestände anzueignen. So Bohnstein'schen Werkstelle( hier arbeiten 200 Kollegen), daß es haben sie einem Fräulein Borde in der Kalkreuthstr. 2 in Char- zuvor noch einer gründlichen Aufklärung bedarf, um Positives Gefelliger Bergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Reftaurant lottenburg 10 m. gestohlen. Bei dem Tischlermeister Liermann, schaffen zu können. Die Gesammtstimmung der Versammlung Sommer, Grünftraße 21. Kreuzfidel, bet Gumlich, SteichenbergerTouriftenWallstr. 32 a, ftahlen Wiegemeyer aus einer mittels fremden ging dahin, daß es so nicht mehr weiter gehen könne. Bum traße 149.- Fidele Brüder, bei 5. Mrofé, Lachmannstr. 5. verein Frei Weg, Abend 9 Uhr bet Sieblutab, ManteuffelSchlüffels geöffneten Kommode 3 M. und Boldt 2 M. Ferner Schluß erging an die Anwesenden die Aufforderung, fich rege straße Stc. 86. Bithertlub Alpenglöckchen Edelweiß. waren sie noch beschuldigt, in einer britten Wohnung an der Vertreibung der Streit- und Agitationsmarken zu be- uebungsabend Gipsstr. 11 bet Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler eine Shlipsnadel im Werthe von 54 M. entwendet zu theiligen. Verein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sigung mit Damen bei Weigmann, Andreasstraße 82. Große Frankfurterhaben, doch löfte sich dieser Fall in Wohlgefallen auf, da sich In der Versammlung des Deutschen Schneider- und fraße 80-81. Gesellschaft Hero, Abends 9 Uhr, Sigung Brunnenstr. 155 die Nadel später wieder gefunden hat. Endlich haben Wiegemeyer Schneiderinnenverbandes vom 2. April behandelte Kollege bei Seft.- Gefelliger Verein unfer uns. Jeden Mittwoch Abend um und Boldt in Gemeinschaft mit dem Ober- Desinfektions- Inspektor Täterow in einem Vortrage die Praxis des Berliner Ge- Seelen Sizung und Fidelitas jeden Mittwoch 9 Uhr bet Heinrich, Blücher8% Uhr bet G. Fischer, Beuffelstr. 66.- Bergnügungsverein 2uftige Friedrich Wilhelm Karl Krühling von den Broten, mit denen sie werbegerichts. Die Vorgeschichte und die Einrichtung dieser ftraße 61. die Wände abreiben sollten, die frischesten Brote mit nach Hause Institution kurz stizzirend bemerkt der Redner, daß speziell der Sumoristischer Rauchflub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, genommen und aufgegeffen. Die Angeklagten waren in der Mangel an weiblichen Beifizern in der Rammer I, in der über- Görligerstraße 42. Rauch flub Sanssouci, Boed hstraße Hauptsache geständig, nur Schulz, der in dem Fall Liermann wiegend Kläger und Beklagte Frauen sind, sehr schwer empfunden Rauchtiub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr bei Späth, Weinftr. 28. 1,50 M. von den 3 M. abgekriegt hatte, die Wiegemeyer werde. Man habe oft das Gefühl, als ob seitens der Vor- Rauchtklub Grüne Qua fte, Abends 9 Uhr, bet Schlüter, Kleine Martu, gestohlen hatte, und deshalb wegen Hehlerei angeklagt war, sigenden mehr als das erwünscht sein könne, auf Vergleiche ge- Waldemarstr. 18. firaße 10. fonnte nicht bestraft werden, weil er von dem gestohlenen Gelde drängt werde. Der Konfektionär", das Unternehmerorgan, bei Muß, Joftyftraße 8. Rauchklub Schmotes Werte, Röpentder, nur umgewechseltes Geld erhalten, was nach der neuesten Recht- welches die prinzipiellen Entscheidungen bezüglich der Kündigungsabends 9 Uhr, Alofterstraße 83, beim Genoffen W. Salzwebel. sprechung des Reichsgerichts nicht als Hehlerei bestraft werden fristen und der Probearbeit, auf die der Referent auch zu sprechen Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bet John, Waldemarstr. 52. tann. Der Gerichtshof verurtheilte den Wiegemeyer zu tommt, abfällig fritisirt habe, nehme daraus Anlaß, auf die Be9 Monaten, Boldt zu 8 Monaten und den Krühling deutung der im Herbst d. J. stattfindenden Ersagwahlen hinzu 2 Wochen Gefängniß. zuweisen, selbstredend nur deshalb, damit dann das bei der ersten Wahl Versäumte nachgeholt werde, und die richtigen" Männer zu Beisigern berufen würden. Dasselbe gelte auch mit bezug auf die Arbeiter, auch diese würden dafür Sorge tragen müssen, daß eine möglich forrette Rechtsprechung gewährleistet werde.( Beifall.) Kollege 3 ander schildert einige draftische Fälle, wo sich der Einfluß des Vorsitzenden zu gunsten des beklagten Arbeitgebers bemerkbar gemacht habe und ersucht die Kollegen und Kolleginnen nicht zu unterlassen, die Entschädigung für Zeitversäumniß mit in Ansab zu stellen. Es wurde dann noch darauf hingewiesen, daß sich das Gewerbegericht nicht mehr Stralauer ftraße sondern Breitestraße Ecke Gertraudtenstraße befindet. Kollege Timm gab sodann die Abrechnung vom 4. Quartal 1893 bekannt, die von den Revisoren als richtig befunden wurde. Der Vorsitzende Ha a se erinnerte daran, daß durch die hiesige Bolts- Zeitung" Arbeitskräfte zum Erfaz für die streikenden Kollegen in Stuttgart gesucht werden und forderte die An: wesenden auf, nach Kräften für die Fernhaltung des Zuzuges nach Stuttgart, sowie nach allen Städten, wo die Schneider sich im Streit befinden, thätig zu sein. Ein grelles Streiflicht auf die Denunziationswuth_gewiffer Leute warf dieser Tage eine Verhandlung vor dem Rixdorfer Schöffengericht. Der Kutscher Josef Büttner aus Briz hatte sich wegen Verübung groben Unfugs zu verantworten, den er dadurch hervorgerufen haben sollte, daß er am 29. November v. J. in der Chausseestraße zu Brih vorsäglich die Straßenpassanten anrempelte. Die Beweisaufnahme ergab jedoch folgende Thatsachen: Am genannten Tage ging der Angeflagte mit einem schweren Sack Zucker auf dem Rücken auf dem schmalen Bürgersteig. Vor dem Chauffeehaus stand der Gehilfe des Einnehmers Namens Ostar Böttcher und verhandelte mit einem Manne. Hierbei kam es nun, daß Büttner den Böttcher mit dem Sack Zucker aus Bersehen streifte. Böttcher hatte nichts Besseres zu thun, als den Kutscher zu denunziren, worauf ein Gendarm die Anzeige erstattete(!!) Im Verhandlungstermin mußte Böttcher zugeben, daß nur er, und jedenfalls versehentlich, gestreift worden sei und so mußte der Angeklagte glänzend frei gesprochen werden. Leider wurden die Kosten nicht dem Denunzianten, sondern der Staatskaffe auferlegt. Als ein findiger" Kopf hat sich der Schneider Zerath erwiesen, welcher sich zur Aufgabe gemacht hat, wirthe mit weiblicher Bedienung der Polizei zu denunziren. Bu feinen Opfern sollte auch der Restaurateur Schumann in Moabit gehören. 3 behauptete, daß bei Sch. eines Tages zwei Kellnerinnen mit anderen Gästen an ein und demselben Tisch gesessen und getrunken haben. Außerdem habe eine andere Kellnerin die Gäste zum Trinken animirt. Die Folge davon war, daß Sch. und die briden Kellnerinnen unter Anflage gestellt wurden. Die beiden Kellnerinnen wurden vom Schöffengericht freigesprochen, weil er wiesen war, daß es nicht Kellnerinnen, sondern zwei weibliche Gäste waren, die mit Bekannten gefneipt hatten. Sch. wurde aber in einem Falle für schuldig befunden, weil er geduldet hatte, daß die Kellnerinnen die Gäste animiren und wurde hierfür mit sechs Mark Geldstrafe belegt. Sch. legte Berufung ein und trat mit der Behauptung hervor, daß er seinen Kellnerinnen bei sofortiger Entlassung das Animiren verboten und auch die Kellnerin, die an dem Tage das Verbot übertreten, fofort entlassen habe. Diese Behauptung wurde von beiden Kellnerinnen unterstützt und Sch. daraufhin freigesprochen. Iegt, Versammlungen. " Rachfall, Rauchflub Vultan, Abends 9 Uhr Rauchtlub Goldene Quaste, Abends 9 Uhr, Humoristische Pfeifenbrüder= Straße 121a bet Schöbel. Rauchklub Rauchklub Rauchklub euftige Brüder Abends 8½ Uhr Bucklerstr. 61 bei Faulhaber. Rauchttub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Stalizerfir. 41. Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. Nr. 5 bet Bogt. Altdeutscher Rauch tiub bet Gäbecte, Münchebergerstr. 5. Rauchklub Granade, Abends 9 Uhr, Forsterftr. 40 bet Tuguntte. Rothe Fahne, Mittwoch Abends& Uhr, Oppelnerfir. 44, Restaurant zur Taubenbörse. Rauchtlub Sumatra Süd- Ost, Sigung alle Mittwoch, Abends 8 ubr bet Tilgner, Forsterftr. 22. Rauchtlub Die Dampfen= ben, Mittwochs, Abends 8% Uhr, bei Jeratsch, Langeftr. 24. Stattlub Rareau- AB bet Lange, Friedrichsberg, Wartenbergstraße 67. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Babel, Frankfurter Allee 90.German American Club. 9 o'clock Restaurant Belvedere, An der Jannowitz- Brücke. Ladies and Gentleman are invited. English Conversational Club Shakespeare. Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 36. Guests are welcome. Club Uncle Sam. 9 o'clock every Wednesday Sachs Restaurant, Hoher Steinweg 15. Guests are heartly ed.invit Topic to night; Blessings of bachlour's life. Sprechfaal. Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechiaals, soweit der Raum bafa Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmufiker wählte abzugeben ist, dem Bublikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen in ihrer legten Mitgliederversammlung den Kollegen Tausend. Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit den Inhalt desselben identifizirt zu werden. freund für das 2 Quartal als Vertreter des Arbeitsnachweises In der Nr. 73 des Vorwärts" im Sprechsaal bemüht sich und als Musitgeschäftsannehmer des Vereins. Kollege Irrgang wurde zum Revisor gewählt. Zu Ehren der Märzgefallenen, der Genosse Gaßmann nachzuweisen, daß unser Aufruf in Nr. 70 auf deren Gräbern vom Vorstand am 18. März ein Kranz nieder- des Vorwärts" die Leser zu einer irrigen Meinung über unsere gelegt wurde, erhoben sich die Versammelten einmüthig von ihren Vereinigung drängen könne, aus welcher für die nichtorganisirten Pläßen. Für das am 4. Mai gleichzeitig als Maifeier statt- Spediteure Nachtheile erwachsen. Die Hinzufügung, daß er ebenfindende Stiftungsfest wurde ein Vergnügungskomitee, bestehend falls Spediteur sei, würde seiner Sprechsaal- Notiz die richtige Herr Gaßmann verräth in seiner aus den Kollegen Mich e Imann, Buhlmann und Jacoby Deutung gegeben habenSprechsaal- Notiz, obgleich er selbst zu dieser großartigen Untergewählt. nehmerklasse wie er die Spediteure mit besonderer Vorliebe eine auffällige Unkenntniß der Dinge, ob mit Abjicht, lasse ich dahingestellt. In seinem Aerger kommt er dann zu dem Schluß, daß uns öffentliche Versammlungen noth thun. Bur Beruhigung sei ihm hierdurch mitgetheilt, daß unsere Vereinigung nicht hinter verschlossenen Thüren, sondern in zwei öffentlichen Versammlungen sich konstituirte. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, bezeichnet ben 4. April, Abends 8½ Uhr, Generalversammlung im Bereinslotal, kom mandantenstraße 10-11. Tagesordnung: Geschäfts- und Rassenbericht. Wahl des Gesammtvorstandes. Verein Landsmannschaft von Schmiedeberg und Umgegend. Mittwoch, ben. April, Abends 8 Uhr, beim Landsmann 3. Klewis, Stralauerfir. 12. Landsleute willkommen. öffentliche Bersammlung am Donnerstag, den 5. Aprit, Abends 8% Uhr, im Rutscher und Berufsgenossen Riedorfs und Umgegend. Große Bartetee Theater, Rirdorf, Hermanstr. 18. Tagesordnung: 1. Wie verbessern wir unfere traurige Lage Ref. W. Schwarze aus Berlin. 2. Wahl eines Delegirter zur Gewerkschaftskommission. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Mord. Schule, Müllerstr. 179 a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Ge fegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Beit aufgenommen. gefe- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bet gris Stegte, Schwedterftraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8½ Uhr, bei Saferland, Bellermannstr. 87.- Gleichheit, Abends 8½ Uhr bei Stramm, parterre. Ritterstraße 123. Heine, Nirdorf Abends 8% Uhr, Prinz- Handjerystr. 60, Ginigteit, Abends 8% Uhr bei Beige, Triftstraße 1. In dem Rahmen der gegenwärtigen Verhältnisse müssen sich noch ganz andere Leute bewegen, als wir sind, auch wir können nicht darüber hinaus; wenn wir innerhalb dieses Rahmens uns den Grundsatz nebenbei gestellt haben, uns gegenseitig die Arbeit zu erleichtern, so nimmt Herr Gaßmann sogar unbefugter Weise an diesen Erleichterungen theil, indem er sich unserer Mitglieder und unserer Zentralstelle als Hilfsmittel bedient; ich will Herrn Gaßmann diese kleine Erleichterung gern gönnen, aber als Beweis für die Unzweckmäßigkeit und die Unternehmernatur unserer Vereinigung wird Herr Gaßmann bei richtiger Ueberlegung faum Arbeiter- Hängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen dies ins Feld führen können. Herr Gaßmann möge daher, statt im Bereinstalenber sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 r. uns entgegenzuwirken, lieber für uns eintreten, er vergiebt sich nlunde Abends uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. Uebungs2tebesfreiheit 1, dabei nichts. Andreasstr. 26, bei Wilte. Glaser. firaße 26. = bet Freiheitstlänge 2 Die Textilarbeiter und Arbeiterinnen hatten am 2. April eine öffentliche Versammlung, in welcher die Kommission durch den Kollegen Wagner Bericht über ihre Thätigkeit erftattete. Danach ist die im Februar gefaßte Resolution, in welcher die Beseitigung der Webstühle aus den Gefängnissen und Zuchthäusern gefordert wurde, an das Abgeordnetenhaus abgegangen und dort auf Antrag der Petitionskommission als Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauser- Mag Herr Gaßmann zu uns kommen, mag er das, was er ungeeignet zur Berathung im Plenum bezeichnet worden, wovon fraße 22-23, Bögow's Braueret. Silaritas, Hochstraße 32 a, bet bei uns schlecht findet, helfen beseitigen, and bas Gute, was wir Wilte.- Deutsche Eiche, Grüner Weg 29 bei Säger. Echo 1 Pantow, dem Absender schon Mittheilung zugegangen ist. Der Magistrat, Schulzeftr. 27. Lyra 1, Mariannen- Ufer 2 bet Wills. Sand wollen, unterstützen, das ist als Genosse seine Pflicht und an welchen die von der Versammlung beschlossene Aufforderung in Sand 1, Reichenbergerstraße 16 bei Bäzoldt. Schnee Schuldigkeit. 2, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16, zum Erlaß der rückständigen Steuern f. 3. geschickt worden ist, sglöchen Die Freie Vereinigung Unverbroffen, abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindower hat es bisher noch nicht für nöthig gehalten zu antworten. Die Rütlt, Friedenau im Kurhaus. Borwärts 5, Friedrichs der Berliner Zeitungsspediteure u. Verkäufer. Kommission hat, um etwas gegenüber der jämmerlichen Lage, in hagen, Rundtheil, bet Lerche. Lorbeertrana, Lichtenbergerstraße 21 J. A.: Schäfer, Vorsigender, Reichenbergerstr. 72. welcher die Kollegenschaft sich befindet, zu thun, ein Flugblatt bei Seise. Rothe Melte, Schöneberg, Golaftr. 48, bei Siegeler. unter allen Webern Berlins und auch außerhalb verbreitet, in fang, Belforter fir. 16, bet echneider. Rupferschmiede, Weinstr. 11 bet Feind.- Deutscher Männer= Freiheitstlänge, Alte welchem zum Anschluß an die Organisation aufgefordert wird. Satobfir. 68. Unversagt 1 Manteuffelstraße bet Nowack. Lorbeer Briefkaffen der Redaktion. Aus Angst vor der Lohnbewegung hat sofort Ludwig Lehmann trang 2, Drantenstraße 190 bet Katsch. Liebeslu ft in Fürstenwalde „ Schloßtellerei". in Rummelsburg einige seiner Stühle nach Kartscher(?) ver- play Nr. 7. Sängerchor der Maler, Kaiser Franz- Grenadier: Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Zahl) Freiheits- Gruß, Schönhauser Allee Nr. 46, bet anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. er den Kollegen einen äußerst niedrigen Buffe. Hoffnung 3, Brandenburg a. S., Wilhelmsdorferstraße Reft. A. W., Ruppinerstraße. Ihr Vorschlag in jeder Nummer Lohn bietet, dessen Winzigkeit große große Bewegung in Concordia.- Moabit, Waldstr. 52 b. Bohr. Steberlust, Köpenickerfir. 100 des Vorwärts" bas Parteiprogramm gewissermaßen als Theil bet Gründer( fr. Mundt). der Versammlung hervorrief. Hier in Berlin stellt der Freiheitstänge 1. Sebaftianftr. 3 bei des Titels zum Abdruck zu bringen, ist deshalb unausführbar, Mayer. 2 yra 3, Bris, Werderstraße 15. genannte Unternehmer feine Arbeiter mehr ein; wenn Eberswalderstraße 5.- Kaifer'fcher Quartettverein, Krautstr. 6 bei Rudolf weil zu viel Raum verloren ginge. Dagegen halten wir es für fich jemand meldet, so verweist er ihn nach Kartscher, wo die Arbeitergefangverein von Briz in Briz, Bürgerstr. 4 bet Dorn. sehr zweckmäßig, in gewissen Fristen das Programm abzudrucken. Georginia, Admiralftr. 38 bet Schönherr.. Straußbergerstr. Kommiffion übrigens auch bereits das Flugblatt verbreitet hat. bei Birt.- ormaris" 7 Rummelsburg, Göthe- und Rantstraße- Ga ben unserem legten Flugblatt geschah es ja auch. Bielleicht Redner empfahl, die frühere Petition, beffer ausgearbeitet, noch Greinert.- Geeger'icher Männerchor, Frankfurterftr. 18 bet Raprolatis fommen Sie einmal Abends zwischen 6 und 7 Uhr auf die einmal an das Abgeordnetenhaus zu senden, und ermahnte im Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bet Strauſe. Redaktion. Mit Gruß W. 2. Uebrigen zur Einigkeit und zum Zusammenschluß in der Or- Felsenburg, Krautstr. 6 bei Rudolph.- Glühlicht( gem. Chor) Berleberger- A. E. 500. Der Chef ist nur verpflichtet, die vertragsfraße 28 bei Hermerschmidt. Steinnelte, Neue Hochstr. 49 bei Altmann. ganisation, damit man im schlimmsten Falle auch zum Streit matengruß, Charlottenburg, Wallftr. 54 bei Reichelt. Melodia, Rirdorf, mäßige oder, wenn nichts verabredet worden ist, die gefeßmäßige gerüstet wäre. Kollege Schufter machte auf die lange Arbeitszeit Bergstr. 133 bet Hoffmann. Appolonia, Rosenthalerftr. 11-12, Rosen- Kündigungsfrist innezuhalten d. h. dem Gehilfen rechtzeitig zu aufmerksam. Go sei ihm kürzlich mitgetheilt, daß ein ohne männer- Chor Süd- Ost, köpnicerfir. 191 bet Foge. Apollo, Beuthftr. 18-21 bet Schulze, Pofthorn. sagen, er werde dann und dann entlassen werden. Gesellen arbeitender Meister von Morgens 4 bis Nachts um 12 Uhr arbeite! Halten einmal die Kollegen zusammen, dann werde sich die zehnftündige Arbeitszeit durchführen lassen. Beide Redner forderten die Versammlung auf, eine Lohnforderung aufzustellen. Die Versammlung beschloß, eine Lohnerhöhung von 50pSt. zu fordern, und beauftragte die Kommission, die Petition schriften find zu richten an P. Gent, balbertstraße 95. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 8uH. H., Lothringerstr. Alle Chefcheidungsgründe tönnen an das Abgeordnetenhaus zu wiederholen. Kollege Reimann be- pollac- klub Lustige Brüder, Manteuffelstraße 46 bei Stewald. wir nicht aufsuchen; haben Sie Zweifel, so fragen Sie mündlich richtete dann über die Verhandlungen der Gewerkschaftskommission. Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bet an. Der Ehebruch kann als Scheidungsgrund nicht mehr geltend Auf seinen Antrag bewilligte die VerfammInng 20 M. für die Kosten des Rauchflub Gijerne Pfeife, Triftftr. 1 bei Hoffmann gemacht werden, wenn feit der Zeit wo der Ehegatte davon er. riftifcher Rauchflub, Görligerstraße 42 bei Bicht. Bureaus der Gewerkschaftskommission. Die Einführung von Berein Brüderlich teit Georgenfirchfiraße 65 bet Müller. Musttverein fahren hat, ein Jahr verflossen ist. Marten an stelle der von dem Ausschuß der Gewerkschafts- Bautenschwengel Annenstraße 16 bei Ehrenberg. Verein Rhetorit O. Sch. 1000. Verpflichtet ist das Dienstmädchen wohl tommission bisher gestempelten Listen lehnte die Versammlung Naunynftr. 86 bei Bubeil Abends 8½ Uhr. Geselliger Berein Hoffnung nicht zum Schlafen bei offenem Fenster, aber es wäre wünschensLebuserfraße Nr. 5 bei Nemis( alle viersnehn Tage). Theaterverein ab. Sie wählte sodann zu Vertrauensleuten für die internatio- roletariat, Naunynfir. 83 bet köhn. Bergnügungsverein Amor II, werth, daß keine Herrschaft" Schlimmeres vob ihrem Gesinde" nale Korrespondenz die Kollegen Schuster und Wagner und be- Brinzen- Allee 10 bei Bergemann. Touristentlub Freiheit und wohl forderte. Das Schlafen bei offenem Fenster ist der Gesundheit Neuenburgerstr. 37 bei egeberg. rieth darauf die Stellungnahme zum bevorstehenden 1. Mai. ergeben, Rauchflub Rothe in hohem Grade zuträglich, wenn Zugluft vermieden wird. Das Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant Taubenbörse. ArbetterKollege Borbese, der bei dem ersten Punkt der Tagesordnung Bither- Beretn Ginigteit, Manteuffelstr. bet Nomed, Abends 8% uhr, Reißen rührt wohl anderswo her. den thörichten Rath gegeben hatte, ohne Weiteres in den Streik uebungsstunde. Bergnügungsverein Hand in hand 2, Gr. Frankfurter- Lemke. Da ist kein Unterschied. thaler Klubhaus. Westend, Schöneberg, Kafer- Friedrichsstraße Nr. 6 bet Gentelmann. Feldblume Lübbenerfir. 30 bei Meyer. Schneeglöden 1, Rirborf, Sermann und Karlstraßen- Ecke bei Silpert. Freunbestreu( gem. Chor), Landsbergerstr. 31 bet Seehausen. Allegro, Wrangelftr. 148 bei W. Schmidt. Gefangverein Süd- Ost, Faltensteinstr. 7 bet Trittelwig. 8utunft i Steglib, Ahornftr. 15a im Gambrinus". -W Mittwoch: Wolff. Sumo= Geselliger F. R. 43. Geschenke können innerhalb, sechs Monaten zurückgefordert werden. H. G. Ihr Bruder ist nicht verpflichtet, wird sich aber wohl klar sein, daß der Chef ihm mit der verabredeten oder gefeßlichen Frist tündigen dürfte. Wenn Sie in Wochenlohn gearbeitet haben, To müssen Ihnen auch die Feiertage voll ausbezahlt werden. E. B. Das Schleppschiff zieht. H. G. Schluß. Wozu sollen wir dem Blatt noch durch weitere Fußtritte schmeicheln? G. H. Eisenbahnschneidigkeit wird mit ähnlichem demnächst benügt. Bundstickmaschine. Wissen wir nicht. M. J. R. 6. 1. Die Berufung ist beim Schöffengericht schriftlich 22, 27. Beuthen. 1. Anzeige beim Staatsanwalt bes Landgerichts. 2. Ja, wegen Begünstigung. 3. Taufschein. einzureichen oder vor dem Gerichtsschreiber zu Protokoll zu er4. Ebenso, und wenn er das 25. Jahr noch nicht vollendet hat, klären. Wenn Sie das aber noch nicht gethan hatten, so war Einwilligungserklärung des Vaters oder, wenn der todt ist, der es bereits bei Abfassung Ihrer Anfrage vom 30. März längst zu Mutter. 5. Klage beim Landgericht des Vaters durch einen spät dazu. Es muß innerhalb einer Woche nach dem Termine Rechtsanwalt. geschehen. Nur wenn Sie selbst nicht im Termin waren, sondern fich vertreten ließen, läuft die Frist eine Woche nach der Zustellung des Urtheils ab. Soviel Sie wollen, das Gericht ladet aber nicht alle. 3. ohne. 4. Wenn rechtzeitig Berufung eingelegt wird, brauchen die Kosten vorläufig nicht gezahlt zu werden. K. H. M. in 3. 48. Der Roman und die 12 Nummern der Neuen Welt" toften 4,70 M. H. M. 13. Nein. H. 20. Aus der Zeit vor der Ehe nein. Im übrigen ist das nicht so einfach zu beantworten. F. 11. Friedensstärke 511 744; Kriegsstärke( landsturmpflichtig) ca. 6 Millionen. Berni. Die„ Raiserwürde" wird nicht bezahlt. Barmen. Friedr. Engels, London, Regentspark Road 122. Buttmannstr. 9. Der Wirth haftet auf Schadenersaz, weil er dem Schlafburschen die Wohnung nicht weiter gewährt hat. Die Sachen brauchte er aber nicht mitzunehmen. Geschäftshäuser Baer Sohn 1. Geschäfts- Haus: 2. Geschäfts- Haus: 3. Geschäfts- Haus: Maifestzeichen billig, bequem zum Anstecken, zugleich als Eintritts- u. 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