Ar. 290.-32. Jahrg. flbonnementS'ßedlngungeat Kionnemcnt«• Scciä präniimerant«, BtettcljähtL S30 ÜKL monotl UO SDK, wöchentlich 25$fg. frei inj Haut. einzelne Kummet 5 Mg Sonntag»- nummet mit illustriertet Sonntags» Beilage.Die Neue Welt�>0 Ma. Boft» Nbonnemem: t.IV Mark vro Monat. Eingetragen in die Post. ZeimngS- Vreisliite Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Marb für da# übrige Ausland « Mark pro Monat. Loilabonnement» nehmen an: Belgisn. Dänemark, Holland. Italien. Luxeniburg. Borlugal, Numüiiieu. Schweden und die Schweis ( 5 Pfennig) 8! Qldieiat lZgNt. Vevlinev Volksblstt. Die Tnfcrflons-Gcbflljr lekllgt für die sechSgcspaltene Kolonel» elle oder deren Raum 60 Psg., für politische und gewerkschaftliche LereinS- und BerfaimnIungS-Anzeigen 80 Psg. „Klefne Hntcigen", da# fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Wortes, jede# weitere Wort l.0 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellsnan- l eigen das erste Wort 10 Psg., jede? wettere Wort 5 Pfg. Worte über IZBiich. staben zählen für zwei Worte. Inserate mr die nächste Numnier müssen bis u Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expeditioil ijt bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: �SoÄZlllcmdIlk>ll\ in SB® Mittwoch, den 20. Oktober 1915. r Expedition: SM. 6$, LinSenftraße 3. Kernsprecher: Nmt Moritzplatz, Nr. 15190—15197. wmmmmmmmBsmmmamBKHammmmmBBmmmKmmmmmm WeoHet MM IM m GlöW SWlMliM. Amtlich. Großes Hauptquartier, deu 19. Oktober 1915. lW. T. B.j Westlicher Kriegsschauplatz. Kciue weseutlichcu Ereignisse. westlicher Kriegsschauplatz. tzeerezgruppeeitskrast des Mannes nicht ganz ersetzen. Ferner ist fast allgemein auf den großer Gütern beobachtet worden, daß durch Inanspruchnahme der Arbeitskraft der Gefangenen sicherlich den Großgrundbesitzern eine sehr wert- volle Hilfe geleistet wurde, die ihnen auch materiell keine höheren Aufwendungen auferlegte.■ Betrachten wir nun im einzelnen die Ergebnisse de: Ermitte- lungen. Es wurden zunächst eine Anzahl Güter in der P r o v i n z Brandenburg besucht. Auf einem großen Gut in Kutschlau bei Schwiebus stellten wir folgendes feit: Tagelöhner, die in eigener Mietswohnung im Torfe wobnen, erhalten einen Tagelohn von l,89 M> gegen 1,69 M. vor dem Kriege. Ein Deputat wird nicht gewährt, nur Kartoffel- land. Die Schnitter erhalten pro Tag neben Wohnung und Kar- toffeln für den eigenen Bedarf g M,, ein Lohn, der ihnen vor dem Kriege auch gezahlt wurde. DaS Kartoffel- herausnehmen geschieht in Akkord und wird fast nur von Frauen ausgeführt. Der Akkordlohn für den Zentner bis auf den 23agen geschafft, beträgt 12 Pf. Es wird uns berichtet, daß schon bor 29 I a h r e n auf dem Gut 19 Pf. für diese Arbeit gezahlt wurden. Während des Krieges ist keine Erhöhung einge- treten. In der Brennerei dcS Gutes erhielt bis vor kurzem der Heizer 9 Di. Wochenlohn. Er hat diesen„glänzend" bezahlten Posten allerdings mit einer besseren Stellung ausgetauscht. Auf dem Gute Kabzig beiZüllichau beträgt der Lohn für Tagelöhner 1,75 M., ab l. Oktober 1,59 M., dann 1,25 M. pro Tag. Jüngere Arbeitskräfte bekommen in der Ernte 2 M. bis 2,59 M., im Winter 1,59 bis 1,75 M., dazu Kartoffelland. Depu- tanten, das beißt?lrbeiter im festen Vcrtragsverhältnis, erhalten 225 M. Jahreslohn, 24 Zentner Roggen, 69 Zentner Kartoffeln, freie Wohnung und Feuerung. Durch die Getreidebeschlagnahme ist dieses Deputat durch Geld abgelöst und zwar erhalten die Leute pro Zentner 19 M. vergütet; mithin also einen Preis, der unter dem Höchstpreis steht, den der Landwirt bei der Beschlagnahme erbält. Der Höchstpreis beträgt 11 M. und steigt vom Januar monatlich um 16 Pf. Lohnvcränderungen während des Krieges find nicht vorgekommen. Für Karte toffelherausnehmen wird 12 Pf. pro Zentner gezahlt. Für die russischen Wanderarbeiter ist natürlich ebenso wcing eine Acnderung des Lohnes eingetreten. Im vorigen Jahre wurde den Arbeiterfamilien gestattet, auf dem Felde die Nehren zu lesen, in diesem Jahre wurde es verboten, und ist den Arbeitern damit ein kleiner Nutzen verloren gegangen. Auf dem Tute Kay. Kreis Züllichau-SchwiebnS, er- halten Lohnarbeiter 1,L9 M. pro Tag, dazu jedes Vierteljahr einen Zentner Roggen und pr» Jahr 8 Meter �Brennholz. Frauen be- kommen in der Ernte 1,29 M. pro Tag. später I M. und im Winter 89 Pf. Das KartoffelherauSnehmeu wird pro Zentner mit 19 Pf. bezahlt. Kontraktarbeitcr, die auf dem Gute loohnen, erhalten 299 M. Barlohn. 24 Zentner Roggen, 70 Zentner Kartoffeln, täglich 1 Liter Voll- und 2 Liter Magermilch. Die Deputatablöfung ist hier mit 19.75 M. pro Zentner in Anrechnung gebracht, während der Roggenpreis in der benachbarten MuMe 12 M. pro Zentner beträgt. Rnsstsch-polnische Arbeiterinnen erhalten IM M. Tage- tehn während der Ernte. Den Kriegcrftauen imrd nur die Staats- unterftüyuna nebst halbem Deputat, oder die Detz utatablösung ge- währt, Lohnänderungen sind nicht eingetreten. Auf einem Gute in Niederg nhren, Kreis Züllicha»- Schwiebus. beträgt der Lohn der Tagelöhner 1,39 bis 1.49 M., außerdem das übliche Kartoffelland. Auf diesem Gut wird für das Herausnehmen der Kartoffeln 14 Pf. pro Zentner gezahlt. Lohnänderungen sind nicht eingetreten. Auf einem Gut in G r a u s ch o w bei Züllichan wird den Lantz- «beiter» nebe» freier Wohnung nud Feuerung und hm ö�lichei» Sartoffelland 2,40 M.?agelo�n geboten, gegen 2,10 M. vor dem Kriege. Die Frauen bekommen während der Ernte 90 Pf„ vorher 70 Pf. Tagelöhner erhalten 30 Pf. mehr Lohn. Die Verhältnisse auf dem Gut sind erheblich günstiger als in der Umgegend. Auch ist den Frauen der zum Kriege Eingezogenen je nach Bedarf be» sondercö Deputat gewährt. Aus dem Kreis West- Havelland liegen folgende Bc- richte vor: Auf einem Gut in W a ch o w ist festgestellt, daß eine Er- höhung der Arbeitslöhne nicht stattgefunden hat. Der Wochenlohn für Knechte beträgt von Oktober bis April 15 M., von April bis Oktober 18 M. Frauen erhalten einen Tagelohn von 1 M. Nur für Kartoffelheraußnebmen wird für ein Quantum, das von den Arbeitern auf IV» Zentner geschätzt wird, 1214 Pf. gezahlt, gegen 10 Pf. früher. Auf einem Gut in Gohlitz sind gleichfalls die Löhne un- verändert geblieben. Der Wochenlohn beträgt hier für Landarbeiter II M., von April bis Oktober 18 M., daneben freie Wohnung und 60 Zentner Kartoffeln; der Lohn der Frauen im Winter 80 Pf., im Sommer 1 M. ist gleich geblieben. DaS Rübenhacken wird pro Morgen mit 15 M.. das Rübenroden mit 13 M. gezahlt. Für Kartoffelausnehmen für Ih Zentner beträgt der Lohn 1214 Pf. Auf dem Gut sind außerdem S gefangene Russen beschäftigt, für die der Besitzer als Entschädigung für Kost 30 Pf. pro Tag erhält. Auf dem Gut in Tremmen ist eine Lohnerhöhung während des Krieges eingetreten und zwar ist im Frühjahr der Lohn von 15 M. auf 18 M. pro Woche erhöht, wäh- rend der Erntezeit von 18 M. auf 20 M., für den Winter steht der Lohn noch nicht fest. Die Arbeiter erhalten freie Wohnung, 48 Zentner Kartoffeln, sie haben während des Krieges je nach Be- darf an Kartoffeln Zuhuße bekommen. Der Lohn der Frauen i st unverändert gehlieben. Der Betraa im Sommer ist 1,20 Mark, im Winter 1 M. Für ÄartosfelherauSnehmen pro 1 14 Zentner ist die Entschädigung von 10 Pf. auf 12>ch Pf. erhöht. Einige Ermittelungen in der Provinz Sachsen uird im Harzbezirk ergeben für die Arbeiter ein etwas günstigeres Resultat, weil hier vielfach die Organisation Anregung zu Lohn- crhöhungen gab. Aus dem Bezirk Otterslebcn wird aus 10 landwirtschast- lichen Betrieben berichtet, daß Lohnzulagen für Lohnarbeiter von 1,50 M. bis 2 M. pro Woche erzielt wurden. Der Lohn schwankt zwischen 14,70 M. bis 18 M. Deputat erhalten hier die Arbeiter nicht/ außer dem üblichen Kartoffelland. Aus A tz e n d o r f wird berichtet aus 15 landwirtschaftlichen Betrieben, daß Lohnzulagen pro Monat von 5 bis 10 M. für Land- arbeiter erreicht wurden. Ein Wochenlohn von 15 M. wird selten überschritten. Der Tagelohn für Frauen beträft 1,50 M. AuS Er m Sieben am.Harz wird von vier landwirtschast- lichen, Beirieben angegeben, daß eme Lohnerhöhung nur in einigen Betrieben bis zu 1,50 M. pro Woche eingetreten ist. Der Wochenlohn beträgt 15 M. gegenwärtig. In Derenhurg am Harz haben die Arbeiter zu dem Wochenlohn von 12,50 bis 18,50 M. eine Zulage von 50 Pf. er- langt. Dieser Erfolg ist nur in einem Betriebe festgestellt, wäh- rend 24 andere Betriebe die Ansprüche der Ar- beiter ablehnten. In Sömmerda können die Landarbeiter über eine Lohn» zulage von 2 M. pro Woche berichten. Für Frauen ist der Tage- lohn um 20 Pf. erhöht. Au» Kloster M i ch a e l st e i n bei Blankenburg wurde die Er- höhung des TagelöhncS für Landarbeiter um 20 Pf. und für Frauen um 10 Pf. erreicht. Die Löhne schwanken zwischen 18L0 Mark im Winter bis 15,60 M. während der Erntezeit; außerdem freie Wohnung, 11,80 M. Holzgeld, Acker- und Gartenland. * Tiefe Feststellungen Iverden vorläufig genügen. Sie bedürfen einer näheren Erläuterung nicht, denn sie sprechen für sich selbst. Berücksichtigt man, daß die Landarbeiter unter der Preissteigerung für alle Gebrauchsartikel im Haushalt ebenso zu leiden haben wie die städtische Bevölkerung, dann wird wohl niemand behaupten, daß die Zulagen, die wir hier feststellen konnten, anders als recht dürftig ausgefallen find. Noch schlimmer steht die Sache aber da, wo jede Aufbesserung der Löhne abgelehnt wurde. Natürlich handelt ei sich nur um einige Stichproben, sie geben unS aber einen Einblick in die dürftige Lage der Landarbeiter. Hier und da sieht es in den kleinen Betrieben noch etwas besser aus. Der Großbetrieb bleibt in der Regel der stärkere Lohndrücker. Für eine bedeutende Erhöhung der Landarbeiterlöhne giben dies« Erwitte- lungen keinen Anhalt. der französische Tagesbericht. Pari», 19. Oktober.ig des Heere?» bed- vaß diese Absicht auch von den englischen Arbeitern nicht dur," erkannt wird, hebt neuerding« wieder dos Organ der Fabier der ,»u.ö Statesman" hervor. „Der Arbeiter— so sagt er würde für eine unbestimmte eit zu unbedingtem Gebonam verpflichtet sein, obne e« in seiner ewalt zu baben, seinen Play zu verlassen. Er würde unter summarischen Strafandrohungen stehen, Lötme, Arbeitszeiten und Bedingungen haben, auf deren Fesisetzemg weder er noch seine Gewerkschaft irgendeinen Einfluß besäße, und dorren er sich ohne Zustimmung seine» Unternehmen« nicht euteieben könnte. Eine derartige industrielle Aushebung würde sich aber nicht erstrecken aus. die. die nicht Handarbeiter sind. Nickt auf die Unternehmer, die in der gewohnten Meise Wetter ihre Profite machen werden, nicht auf irgendwelche Personen, die von ihren Renten... leben." Von anderer Seite ist wiederholt darauf hrn««w'esen worden, daß die Anhänger der Dienstpflicht in der Regierung(ich von dem Gedanken leiten ließen, da« eualtsche Kabinett müsse die Möglichkeit haben. � in bestimmten V-rhältnffsen mit strettond«, Arbetoern ebenso» gut fertig zu werden wie der franeöstsche Mwffierpristdent Briand im Jahre 1910 mit dem Streik der mrmöststhen SUensahnrr, die er einlach zu den Fahnen einberief. Kurz und gut, s» einfach ist daS Problem der Drenstpflicht auf keinen Fall, wie gewisse mit dem Wort schnell fertige Kritiker der staatlichen Einrichtungen England« e« hin- stellen möchten. Golü unü Patriotismus. Der französische NationalSkonom Gustave Tsärq. dessen Organ .L'Oeuvre" jeyt täglich erscheint, hat eine energnche Propaganda für die Ablieferung von Gold an die StaatStcmt«röffnei. Wahrend der drei Monate, da die.Goldkampagi««' währt, schreibt er,'eien der französischen Bank nicht mehr al« 700 Millio««« Frenk in Gold zuaefübri word'en. während über drei Milliarden Gold noch im Privatbesitz seien. Eine so große Jndussriestadt wie Saint Etienne babe kaum 4 Millionen gottefert. Aimseille 17,8 Millionen, Lyon 16 Millionen. Die Gründe der Zmücthalmng de« Golde« gehen auS dem im.LDeuvre" veröffentlM*«« Briete eines.ehren» haften Franzosen" hervor, der ssch nach den Worten Tböry« in.einer bedauernswerten Gemütsverfassung" befindet. Dwter Mann schreibt dem Herausgeber von.L'Oeuvre" sehr erregt, er könne nicht be» greifen, wie er die Besitzenden auffordern körnte, ihr Gold einer Regierung auszuliefern, dt« in 44 Jahren 70 vi» SO Milliarden in Form von Steuern für die BolkSverwidigung erpreßt und da« Land wehrlos gelassen habe. Wir halten unser Gold um so eifriger fest, al« wir die Unmög» lichkert einsehen, daß die bestehende Ordnung, die gegen den all- gemeinen Willen auch im Kriege ausrecht erhasten toird, ibrc Existenz weiter fristet und der unvermeidlichen Revolution standhält. Wie können sie wünschen, daß wir denen Vertrauen schenken, die un» in diese« Unglück gestürzt haben? Franzoien. behallet euer Gold für den.großen Abend", von dem die sozialistischen Minister träumen, und begeht nicht die Dummheit, e« diesen Leuten anzuvertrauen." Der Schluß diele« Appell« an die Besitzenden ,st besonder« deutlich. Die Inhaber der GolMäcke. in demm«in beirächiticher Teil der.krystallisierten Arbeit" der französischen Nation aufaetpeichert ist. rebellieren gegen da« Regierung« tostem. dessen imstiarPstche und imperialistische Kraft sich al« zu schwach e> würfen bat. Die besitzenden Klassen appellieren zw«r an die Vaterlandsliebe der breiten Volksmassen der Arbeiter und Bauern, sie lordern die.beilige Ein» müligkeit" im Kampf gegen den äußeren Fomd. sie betrachten es al« eine Selbstverständlichkeit, daß die Arbeiter ihre eigenen Ziele. ihre eigene Politik zurückstellen und ihre Knochen widerspruwslo« zu Marfte trogen, st« selber aber verstecken da« Gold in den Geheim'ächern ihrer Banktresor« und Knssenichränke. toetl ihnen vor den sozialistischen Mmistern nicht minder graut al» vor dem äußeren Feind. So tritt unter den in Frankreich obwaltenden Verhältnissen, bei denen die besitzenden Klassen ,u»leich nach innen und nach ä u ß e n ewe Defensivstellung eingenommen haben, da» lapnalislisch« Gesetz der Wechselwirkung zwischen Gold und Patriotismus in die Erscheinung. politische Ueberflcht. BevölkerungKpoNtik ohne Ztzrauen. Im Plenarsitzungssaal des Preußischen Ab»eordneten- hauses stellte sich am Montagabend die neuoegründete Deutsche Gesellschaft für BevölkerungSpolittk einer söge- nannten Oeffentlichkeit vor. Im Saal fand sich eine größere Anzahl Herren ein, zwischen denen vereinzelt einige Frauen saßen, und wie der Zuhörerkreis einen m der Hauptsache männlichen Charakter trug, so schien auch«mS den Vorträgen im großen und ganzen der Wunsch hsrvarzugehen. daß man in der Arbeit am liebsten unter sich bleiben und von den Frauen möglichst wenig gestört sein möchte. Nicht als ob man die Frauen ganz hätte ausschalten wollen. Man hatte sogar eine richtige Nedmerin. die wenn auch nicht das mütterliche, so doch das lveibliche Element ver- körpern sollte, Fräulein Paula Mueller v»m Deutsch-eoange- lischen Frauenbund. Aber in den meisten Reden, und daS gilt besonders auch von dem einleitenden Bortrag des Vor» sitzenden Prof. Dr. Jul. Wolf, wurde die Frau doch ausschließ- lich als Objekt der Politik der Gesellschaft angesehen und ihr eine absolut passive Rolle zugeteilt. Bis schließlich der Abg. Naumann, der überhaupt bei den Führenden der neuen Or- ganisation ein peinliches Unbehagen wachrief und dessen Rede so gar nicht unter den Begriff der„warmherzigen Ansprache" zu bringen Ear, die er nach dem fürsorßlrch schon vorher fertiggestellten Bericht für die Presse halten sollte, erklärte, daß die Entscheidung über den Bevölkerungszuwachs„nicht bei dem Segen der Autoritäten liege und nicht bei Grüßen und Telegrammen, sondern bei dem Willen der einzelnen Frau und des einzelnen Mannes." Diese Bemerkung fand naturgemäß bei den wenigen anwesenden Frauen und auch bei einem Teil der männlichen Zuhörer volles Verständnis, der Vorstand aber schien unangenehm überrascht und er glaubte sich gegen die Bemerkung über die Telegranunver- lesung verwahren zu müssen. Sonst trugen die meisten Ausführungen einen absolut männlichen Charakter. Bon den meisten Rednern— es gab einige rühmliche Ausnahmen— wurde fast durchweg ein starkes Wachstum der Bevölkerung gewünscht, weil man eine militärische Ueberlegenheit Deutschlands schassen müsse. Jedes neugeborene Kind wird von vornherein als künftiger Soldat oder als Mutter eines oder mehrerer Soldaten He- wertet. Es wurde vor dem ungeheuren Menschenmaterral Rußlands graulich gemacht und auf das bevölkerungsarme Frankreich hingewiesen, auf dessen Niveau man herabsinken werde, wenn es mit Deutschland so weiter gehe wie in den letzten Jahren. Alles mögliche soll der neuen Bevölkerungspslitik dienstbar gemacht werden. Herr Prof. Jul. Wolf ging sogar so weit, bestimmte Friedensbedingungen aus Gründen der Be- Völkerungspolitik zu fordern, und vor allem, das war der ständige Refrain, müsse der Zeugungswille bei Mann und Frau gestärkt werden. Es scheint uns jedoch ein etwas sonder- barer Anfang der Betätigung in der Richtung zu sein, wenn man das Mitbestimmungsrecht der Frauen in dieser Frnge so gering schätzt, und wenn man als Zweck der Bevölkerungs- Vermehrung nur die Erhöhung unserer militärischen Stärke hinstellt._ Beschränkung der Parlamentsarbeiten? Im„Tag" tritt der freikonservative Abgeordnete V. Z e d l i tz für eine energische Inangriffnahme der Ver- waltungsreform nach dem Kriege ein. Bekanntlich sind frühere Versuche, durch eine Jmmediatkommission diese Reform .vorbereiten" zu lassen, im Sande verlaufen, v. Zedlitz nun wünscht vor allem den durch den Krieg eingetretenen Personalmangel zu benutzen, um für immer die Beamten- schaft auf den Kriegspersonalbestand zu beschränken. Nötigen- falls werde ein derartiger Antrag aus der Initiative deS Abgeordnetenhauses heraus kommen. Diese Vorschläge können sich ostenbar nur auf die oberen und mittleren Beamten beziehen. Denn die unteren Beamten sind, besonders im Eisenbahn- und Postwesen, auch in Friedens- zeit geradezu überlastet! bei ihnen ist vielmehr eine Ein- schräiikung der Arbeitsleistung notwendig. Wichtiger als eine Verwaltungsreform scheint aber Herrn v. Zedlitz eine Parlamentsreform zu sein. Mit der Begründung, daß die amtlichen Verwaltungsstellen durch ihre Vorbereitungen für die Parlamentsdebatten zu sehr belastet seien, fordert v. Zedlitz eine Einschränkung der Debatten im Landtage(der Reichstag wird wohl nur vorläufig von ihm nicht genannt). Praltstche Bor- schäge für eine solche Maulkorbreform macht der frei- konservative Abgeordnete indessen nicht. Es wird auch schwer halten, sie technisch durchzuführen. Aber selbst wenn es dafür ein Mittel geben würde, ohne die kleineren und die Oppositionsparteien ganz mmidtot zu machen, muß diesem Vorschlage energisch widersprochen werden. Es gehört zum Begriffe der parlamentarischen Vcr» fastung, daß das Parlament wirklich eine Kontrolle ausüben kann. Jede Beschränkung der Parlamentsdebatten aber führt zumal in Preußen und Deutschland, wo die Minister nicht direkt aus dem Parlament hervorgehen und von ihm ab- hängig sind, zu einer noch größeren Selbständigkeit der Ver- waltung und würde eine noch größere Ohnmacht des Parla- ments zur Folge haben.__ Dr. Solf in Holland. Der deutsche Staatssekretär Dr. Solf ist im Haag an- gekommen.__ Ter mecklenburgische Landtag ist zum 23. November zusammengerufen worden. Die von der Re- gierung veröffentlichte Tagesordnung enthält die herkömmliche Steuevbewilligung usw. und bleibt somit bei der Regel, die seit Schaffung des Ständetages von l7öS in Uobung ist. Der mecklenburgische Landtag seht sich nämlich auch heut« noch zusammen lediglich auSdenBesitzernderRittergüterunddenBer. tretern der M a g i st r a t e der mecklenburgischen Städte; der frühere dritte Stand— die Prälaten— ist durch die lutherische Re- formation ausgeschifft worden. Aber sonst ist alles beim alten geblieben. Auch, daß die Sitzungen dieser Stände— genannt Landtag— die Lessen tlichkeit ausschließen. Hier findet sich Arbeit für die.Neuorientierung"! Wahlkämpfe in Südafrika. .Tnnes" meidet aus Kapstadt: Di« Susrezung de« Dahllampfes, der an, Mmwoch endet, ist bis zur Aieberdiy« «stiegen, besonders in den ländlichen SSahlbezirten, in denen sich er Kampf zwischen den Nationalisten und der südafrikarniiben Partei zu einer beispiellosen Bitterkeit entwickelt. Nur 8 von>30 Sitzen sind unbesti ilten. Die alte lüdasrikmiich« Partei ist völlig gespalten. Die nationalistischen Redner und Zeitungen führen die Wahlkämpfe mit äußerster Bosheit, Giftigkeit und Lüoenbasitgkeit gegen die Regierung und waren leider nur zu ersolgreich, den Geist wütenden Sireites zu entzünden, der laum minder»neland« wie bothasrindltch ist. Ein Keiinzeiwen de» Wahtkamps«» m e». daß namentlich in der Kapkolonie arm« Buren zur Geltung kommen. Die Engländer rechnen auf die Stimmen der Neger Da» Reutersche Bureau meldet au» Bloemfontein vom t7. Ltlober: ES laufen Berichte über böse Zwischenfälle beim Wahlkampi ein. Ein ernster Krawall entswnd in einer Ber- sammlung der Nalionalisten in Bethulie. Stöcke. Eilenstäbe und Tislbmcst'er wurden ais Waffen benutzt. Eine Anzahl Personen wurde erheblich verwundet._ Das tägliche örot. Zur Lebensmittelteuerung. Wir haben mitgeteilt, daß eine Vertretung deS Partei. Vorstandes und der Generalkommission der Gewerkschaften am Sonnabend bei dem Staatssekretär Dr. Delbrück erneut vor- stellig geworden ist wegen der enormen Preissteigerungen auf dem Lebensmittelmarkte. Die Genossen haben dort folgende Forderungen vertreten: Die hohe Preislage aller Lebens- mittel, besonders derjenigen, die außerhalb jeder behördlichen Preiskontrolle und Preisfestsetzung stehen, erfordere dringend ein sofortiges Eingreifen des Bundesrats, um in syste- matischer Weise eine Preisregullcrnng anzuordnen. Erforderlich ist die Festsetzung von Höchstpreisen für grätzere Bezirke, und zwar sür Produzenten. Groß- Handel und Kleinhandel. Die Preisfestsetzungen haben sich nicht an die gegenwärtigen Marktpreise zu halten; sie sind vielmehr unter Ausschaltung besonderer Gewinne ohne Rück- ficht auf höhere Preislage im Auslände nach den tatsächlichen Produkttonskosten im Inlands zu bemessen. Höhere Auf- Wendungen für die Einfuhr von Gebrauchsartikeln und Lebensmittel« vom Ausland sind aus Reichsmitteln zu decken. Die Einfuhr ist durch die Zentraleinkaufsgesellschaft kaufmännisch zu leiten. Mit Rücksicht auf den Mangel an genügenden Fleisch- Vorräten ist eine Rattoneneintrilung(Kartenaus- gäbe) vorzunehmen, die in Verbindung mit dem Bezug von Butter, Margarine und Fetten gebracht wird. Den Gemeinden ist oas Recht der Enteignung resp. Beschlagnahme für Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände zu verleihen, die vom Markte zurückgehalten werden. Auf An- Weisung des Reichsnmts des Innern muß die Beschlagnahme von den Gemeinden durchgeführt werden. Die Gemeinden müssen zur Lebensmittelversorgung an- Sehalten werden. Die Abgabe ist so zu regeln, daß in erster mie die minderbemittelte Bevölkerung berück- sichttgt wird und die Waren zu mäßigen Preisen erhält. Durch Rationeneinteilung(Kartenausgabe) muß vermieden werden, daß einzelne Personen größere Ouantttäten erwerben, während andere leer ausgehen. Für Familien und Hinter- bliebene minderbemittelter Kriegsteilnehmer soll von den Gc- meinden ein ermäßigter Preis festgesetzt werden. Sofort erforderlich sind H ö ch st p r e i s e für folgende Lebensmittel: Vieh. Fleisch, Fleischwaren, Seefische(Heringe). Milch, Butter. Käse, Bier, Oele, Fette, Hülsenfrüchte, Kar- toffeln und Gemüse. Erhebliche Minderung der Höchstpreise ist notwendig für Kartoffelmehl, Kartostelpräpnrate, Zucker. Spiritus und Leder. Die Butterfrage. Ueber die einheitliche Regelung der Butterfrage für da« gesamte Reichsgebi« ist, wie da».Berl. Tageblatt' hört, nunmehr eine Einigung zwischen allen beteiligten Instanzen, der Reich«leüu»g. den preuhischen Ressort«, und der neuen Reichsprüfungsstelle, erzielt. Ein BundeSretSbeschluß über die Preisregulierung für Butter steht unmittelbar bevor. Die Borschläge deS ReichSamtS de« Innern, die die allgemeine Zustimmung gefunden haben, sehen die Errichtung einer Notierungskommission für Butter mit dem Sitz in Berliu vor. die regelmäßig, aber unabhängig von dem Marl»vreise, eine Butteenotiz feststellt, die als Grundpreis für da« ganze Reichsgebiet gelten soll. Zu dieser Berkiner Notiz können, sei es für die einzelnen Bundesstaaten, sei eS für bestimmt abgegrenzte Wirtschaftsgebiete. Zu- und Abschläge festgesetzt werden. Ob neben der PreiSregelung und gletchgeilig mit ihr auch noch eine BerbrauchSregelung durch» geführt werden wird, steht noch nicht endgültig fest. Wie da« erwähnte Blatt weiter hört, sind auch andere ein- schneidende Maßnahmen des Bundesrat«, so vor allem gegen die ssleischieuerung, schon in den nächsten Tagen mit Bestimmtheit zu erwarten. Nach den bisherigen Erfahrungen läßt sich indesien sagen— und auch der Staatssekretär Dr. Dekbrück hat sich so im Reichstag geäußert— daß Höchstpreise ohne Beschlagnahme vergeblich find, ja sogar schädlich wirken können. Milch kann heute unverarbeitet gut verwertet zu Käse verarbeitet oder gar verfüttert werden. Die Siegelung der Bntlerversorgung ist also unmöglich ohne gleichzeitige Vorordnungen über Milch und Käse. Soweit die Produzenten in Frage kommen, wäre die Bildung von ZwangSgenosienschotten zu empfehlen, die unter öffentlicher Kontrolle stehen. Die Kommunen hätten dabei die Milchproduktion ihres Bezirks zu übernehmen und die Futtermittel nach den über- nommenen Seistnngen zu verteilen. Natürlich dürfen auch die Händler nicht nach eigenem Belieben handeln. Hier obliegt den Kommunen die Berpflichlung. den Bestand der Kühlhäuser an Butter auszunehmen und durch Ausgabe von Milch» und Butterkarten die vorhandenen Vorräte gleichmäßig zu verteilen. Bon großer Bedeutmig ist die Zentralisierung de» Buttereinkauf« im Ausland«. Was Not tut. sagt der Brief eine« holländischen Exporteur» an die.Berlin«: MarkttzaSen-Zeitung':.An den verrückten Preisen(in Hollands sind die deutschen Händler selb st schuld. Man fährt ganz Holland ab, besucht jede Molierei, die jeden Tag mehrere Besuche von Deutschen erhält, und macht uns testtiefernde Molkereien durch hohe Angebote untreu. Heute Butter zu verkaufen, ist eine Klewigteit, aber.einzukaufen', da» ist die Sache l Eine Aenderung kann nur kommen, fall« für ganz Deutschland ein einheitlicher Preis fest» gestellt würde. Natürlich können durch einen festen Pro!« über ganz Deutschland die Peeise nicht so gedrückt werden, daß sie sich der heutigen Marktlage nicht anvasse».(dafür hat man. wie Sie richtig angeben, den Absatz nach England), aber England kaust zu diesen horrenden Preistn nicht. Seit Wochen ist auf dem Londoner Markte der Preis für bolländstch« Butter.nominell', und wenn wir die Preise, welcke wir in Deutschland bezahlt bekommen, nach England mitteilen, be» kommen wir, wie die Preise e« auch verdienen. Schimpf und Hohn.'_ Ueberwachung der Mixtereien. Da« Geneiatkommando de« IL ArineetorpS hat, nachdem trotz aller Warnungen die Preis« für die nonvandigften Lebensbedürfnisse stetig steigen, für den Bereich des II. Armeekorps bestimmte Maß- nahmen cinßeardnet. Die Oberbürgermeister bezw. Landräte haben Kommissionen binnen drei Tagen einzusetzen, die die Preis- bildung zu überwachen und die Ucbervorteiler anziizoigen haben. Die Molkereigenossenschaften, denen billigerweise ein ihnen zustehender Verdienst gewährt bleiben soll, baden vollen Ein- blick in die GeschäitSfübrnng zu gewähren. Die Preisbildung«» Prüfung erstreckt sich ferner auf den Kleinhandel für Kolonialwaren und K a r t o f f e l n, ob die Selbstversorger bei den kleinen Mühlen nicht übervorteilt werden. In besonders schweren Fällen ist beim.Äenerattonmrando Geschäfts fchließung zu beantragen._ Wieder verfehlt! Die BundeSratSverordnung über die Kartoffelversorgung stellt sich schon jetzt al» verfehlt, weil unzureichend, heraus. Schon gestern berichteten wir, daß Knappheit, wahrscheinlich infolge von künstlicher Zurückhaltung, besteht. Das Aufsteigen der Kartoffel- preise steht damit in engem Zusammenhang. Während der Grund- preis für die in der Bundesratsverordnung vorgesehene Ent- eignung sich um 3 M. bewegt, wurden laut Marktbericht im Berliner Kartoffelgroßhandel vom 14. bis 16. Oktober folgende Preise(für 166 Kilogramm gute, gesund« Ware, ab Berliner Bahnhöfen) gezahlt: Dabersche Kartoffeln 6,56 bis 8 M., Magnum bonum 6.56 bis 8 M.. Wohltmann 6 bis 7,50 M., Silesia und andere runde weiße Speisekartoffeln 6 bis 7,60 M. Im Marktbericht wird dafür folgende Begründung gegeben:»Die Nachfrage nach Speisekartoffeln war in der zweiten Wochenhälfte sehr stark. Wenn auch die Zufuhr in der vergangenen Woche eine weitere Steigerung erfahren hat, so hielt diese mit der gestiegenen Nach- frage doch nicht gleichen Schritt. Die Preise sind daher fest. In- folge von Wagenmangel wurden die Zufuhren sehr beeinträchtigt, und es werden vielfach auf dem Laude den Besitzern st e i g e n d e Preise bewilligt, um nur Ware zur Befriedigung der starken Nachfrage heranzubekommen. Die Zufuhren aus den wichtigsten Berliner EingangSbahnhöfen betrugen in der Woche vom 11. bis 17. Oktober 6741,5 Tonnen gegen 8683 Tennen in der Vorwoche." Die„Deutsche Tageszeitung" bestreitet zwar energisch, daß die künstliche Zurückhaltung der Vorräte dabei irgendeine ncnnens- werte Rolle spiele. Daß trotzdem dieser Grund wesentlich mit» spielt, mag aus folgender Zuschrift an die„Frankfurter Zeitung" aus Marburg ersehen werden: „Obwohl auch die hiesige Gegend eine Rekord-Kartoffelernte gehabt hat, kann die städtische Bevölkerung, die hier meistens von Produzenten direkt kauft, keine Kartoffeln zu angemessenen Preisen erhalten. Auf dem letzten Wochenmarkt war nur ein Wagen mit Kartoffeln erschienen. Die Bauern lehnen es ab, zu dem festgesetzten Höchstpreis zu verkaufen; sie erklären, die Kartoffeln bei so„niedrigen Preisen" lieber vcr- füttern oder bis zum Frühjahr warten zu wollen, wo die„Städter schon andere Preise zahlen müßten". Vor der Beschlagnahme glauben sie sicher zu sein, da diese nach der Bundesratsverordnung erst bei einer Kartoffelanbaufläche von mehr als 16 Hektar zulässig ist. Solche landwirtschaftlichen Betriebe gibt es aber in hiesiger Gegend, wo der Kleinbetrieb wie auch im ganzen Westen vorherrscht, nur ausnahmsweise. Soweit sich Bauern zum Verkauf bereiterklären, halten sie sich nicht an dem Höchstpreis. Dieser schreibt nur die Anfuhr bis zum nächsten Güterbahnhof vor; da aber die meisten Transporte weiter sind, so berechnet man derartige Anfuhrkosten, daß dadurch der ganze Höchstpreis illusorisch wird. Auch treiben auswärtige Händler die Preise in die Höhe, da sie mehr als den Höchstpreis zahlen. Geht eS so weiter, so wird man hier mit der ungehouerlichen Tat- fache rechnen müssen, daß die hiesige Gegend fast im Kartoffel- segen erstickt, die konsumierende Bevölkerung aber solche zu ange- messenen Preisen nicht erhalten kann und man schließlich zum Bezüge aus dem Osten schreiten mutz, während hier unterdessen wieder Tausende von Zentnern verfaulen." Die Verhältnisse werden anderswo ähnlich liegen. *> Die preußische Ausführungsverordnung für die Kartoffel- Versorgung ist erschienen. Sie regelt den Verkehr zwischen den Kommunalverbänden und der Reichskartoffelstelle. Zu Z 7 >1-1 BundiSrl'sverordnung. der die Kartoffelerzeuger mit mehr als 16 Hektar Kartoffelanbaufläche verpflichtet, 16 Proz. ihrer gesamten Kartofseternte bis zum L9. Februer 1816 zur Verfügung des Kommunatverbandes zu halten, wird besttmmt: Der Zweck der Verordnung ist, die Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln zu angemessenen Preisen zu jeder Zeit und an jedem Orte bis zum kommenden Frühjahr sicher zu stellen. Die weitere Versorgung ist in der Verordnung nicht geregelt worden. Der Erlaß von Bestimmungen im Sinne des§ 7 Absatz 3 über die Durchführung der erwähnten Verpflichtung der Groß-Kartoffcl» erzeuger bleibt vorbehalten. Die Festsetzung des Gnteignungs- Preises erfolgt durch den Landrat, in Stadtkreisen durch den Ge- meinbevorstand. Auf Beschwerde entscheidet der RegierungS- Präsident, in Berlin der Otberpräskdenü * Die Städtische Kartofselversorgungsstelle Düsseldorf gibt jetzt erstmalig die Engros-Höchstp reise für Lar- toffeln bei Abnahme von mindestens 16 Zentnern bekannt. Sie betragen für die erste Sorte 4,66 M. und für die zweite Sorte 4.56 M. pro Zentner, lieferbar frei Keller des Verbrauchers. Bei Mengen unter 16 Zentner erhöht sich der Preis um je 26 Pf. pro Zentner. Die Kartoffelhändlcr werden sich über diese Höchstpreise, die viermal so hoch als die Kectoffelpreise normaler Zeiten sind, nicht beschwert fühlen; viel höher könnten die Preise auch ohne städtische Bemühung nicht getrieben werden. Verdorbenes Mehl. Immer wieder kommen Mitteilungen, daß größere Mengen von Nahrungsmitteln infolge Unachtsamkeit verderbsn. So findet sich in der„Frankfurter Zeitung"(Morgcnblatt vom 18. Oktober) folgendes Inserat: 16« Sack Mehl, das nicht mehr zu menschlichen NahrungSzwecken verwendbar ist, abzugsben. Ein Kommentar zu dieser Anküiedigung ist überflüssig. Die empörende Tatsache spricht für sich und sie macht es verständlich, daß im Lande die Entrüstung wächst. Während Hunderttausende nicht wissen, woher sie das Notwendigste zum Unterhalt des Lebens nehmen sollen, verderben wichtige Nahrungsmittel in Massen. Tie Bierpreiserhöhung. Wir erwähnten bereits, daß Verbandlungen über eine weitere Herauisetzung de« Bierpreises schweben. Wie die„Frankfurter Zeitung' auS Berlin eriährt. erstrecken sich die Verbandluitgen über ganz Deutschland und werden von sämtlichen wirtschaftlichen Verbänden un» Brauereien geführt. Anlaß ist die weitere Ber- teuerung aller Bedarfsartikel und Beiriebsmiitel der Bierbrauereien, besonder» die wettere Preissteigerung von Gerste und Malz. So- weit der Berliner B e z i r k in Betrachi kommt, ist eine Preiserhöhung wahrscheinlich um 5 Mark zu erwarten, so daß der Hektoliter alSdann 32 M. kosten würde, nachdem er im Februar und April bereits um 2 M. bezw. 5 M. erhöht wurde. Aus Brauer- Krisen wird versichert, daß, auch wenn der Preis- auflchlag den erwäbnten Umfang annimmt, noch immer ein Drittel bis die Hälfte der durch de» Krieg verursachten Mehr- kosten von den Brauereien selbst getragen werden. Man nimmt in Berlin an, daß die Preiserhöhung etwa am 1. Nooeniber d. I. Platz greifen wird. Lette Nachrichten. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopcl, 19. Oktober.(W. T. B.) Das Haupt» quartier meldet von der Dardanellenfront: In der Nacht zum 19. Oktober griffen unsere Aufklärungsabtei- lungen feindliche Aufklärungsabteilungen an, warfen sie bis zu den Schützengräben ihrer Hauptlime zurück und fügten ihnen schwere Verluste zu. Bei Ari Burun und Sedö ul Bahr örtlich beschränkter Feuerkampf und Bombenwerfen. An den anderen Fronten nichts von Bedeutung. Der bulgarische Bormarsch. Budapest, 19. Oktober.(W. T. B.)„Az Est" meldet«m» Sofia: Wie der bulgarische amtliche Bericht vom 16. Oktober meldet, sind die Bulgaren am 15. Okteiber in die Stadt V r a n j a eingezogen und haben außerdem Egri P a la n ka und Kot, schana besetzt. Gewerksihastllches. Verlw und UmgegenS. Die Arbeitsvermittlung in Berlin und der Provinz Brandenburg vor und während der Kriegszeit. Nach dem vorliegenden Gcschäflsberichte des Verbände? der Märkischen Arbeitsnachweise herrichte auf dem Gebiete der Arbeits- Vermittlung trotz der sich ihr besonders bei Kriegsausbruch ent- gegenstellenden Schwierigkeiten eine äußerst rege Tätigkeit. Es zeigte sich das vornehmlich, als es galt, die Ernte herein- zubringen, der Kriegsindustrie die erforderlichen Arbeits- kräfte zu verschaffen, den gr-gen Bedarf der Heeresverwaltung an Schanzarbeitern schnell zu befriedigen, die Kontrolle der von den öffentlichen Köiperschafien unterstützten Arbeitslosen durchzuführen und die Arbeitskräfte aus den vielfach brachliegenden Export- und Luxusindustrien, dem Holz- und Bau- gcwerbe in die Industrien überzuleiten, die eine gesteigerte Nach- frage auswiesen. Die hierbei vom Verbände geleistete Arbeit und erzielten Erfolge gehen daraus hervor, dag im Jahre 1914/15/ 495 663 Arbeitsvermittelungen gegen 268 366 im Vorjahre stattfanden bei 618 477 bszw. 343 002 offenen Stellen und 810 153 bezw, 405 129 Stellengesuchen. Um den besonders in Berlin vorhandenen Mistständen der land- wirtschaftlichen Stellenvermittlung abzuhelfen, hotte der Verband im Jahre 1913 mit Unterstützung des Landwirtichaftsminifteriums und der Zandwirlschastskammer der Provinz Branden- bürg den Märkischen Arbeitsnachweis für land- wirtschaftliches Personal gegründet, dem in der Folge eine Nebenstelle in der Gormannstraste, sowie der Verein»Dienst an Arbeitslose' und die»Gesellschaft zur Fürsorge für die zuziehende männliche Jugend' angegliedert wurden. Die Tätigkeil dieser Vermittelungsstellen. die nicht bloß die Provinz Brandenburg, sondern auch die anderen Provinzen und Bundes- staatcn mit landwirtschaftlichem Personal versehen, war überaus erfolgreich. Ihr Ergebnis stellte sich auf 9419 vermittelte Stellen bei 14 505 Slellensuchenden und 12 749 offenen Stellen im Jahre 1914/15. Der schlechten Kousunktur im Jahre 1913/14 entsprechend war auch die Arbeitsvermittlung für I n d u st r i e a r b e i t e r gegen 1912/13 zurückgegangen. Besonders stark trat dies bei der Metallindustrie. der Holzindustrie und dem Baugewerbe hervor, wodurch die andern Industriezweige in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Ausbruch des Krieges verschleckterte zu Anfang den Arbeilsmarkt noch mehr, rief dann jedoch einen Umschwung der Berhältniffe hervor. Es war dies einerseits zurückzuführen auf den durch die Ein- berufungen bedingten Arbeiiermangel, andererseits auf die im An- sammenhange mit dem Kriege neugegründeten Industrien. Die hierbei mit großem Erfolge entwickelte Tätigkeit des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise, die vornehmlich in den hohen Gesamt- zahlen der ArbeitSvermittclung deS Jahres 1914/15 zum Ausdruck kommt, zeigt, daß sein Bestreben, die Provinz mit einem Netz gut- geleiteter Arbeitsnachweise zu überziehen, sehr zweckdienlich ist. Es trat dies auch bei der Einrichtung den besonderen weiblichen Abteilungen in verschiedenen Orten zutage, wobei auch die nach Kriegsausbruch vom Zentralverein zur Entlastung des weiblichen Arbeitsmarktes in Berlin errichteten Kriegsbetriebs-Werl» st ä tt e n große Bedeutung erlangten, da sie 8000 Frauen Arbeit und Lebensunierbalt verschafften bei einem Jabresunisatz von 4000000 M. Außerdem hiev der verband auch auf dte»rdeittver- Mittelung erwerbSbeschränkter Personen. Lungen- kranker, Taubstummer u. a., sein Augenmerk gerichtet. Trotz dieser schwierigen Aufgabe war hierbei von 448 Fällen in nur 152 die Vermirtelung ergebnislos. Die von dem Verband Märkischer Arbeitsnachweise entfaltete Tätigkeit auf allen Gebieten der Arbeitsvermittlung, die auch dem Handwerk durch die 1912 ins Leben gerufene Zentral st elle für Lehrstellcnvermittlung gerecht zu werden versucht — nach dem Geschäftsbericht würben 1913/13 auf 9914 offene Lehrstellen 4209, 1914/15 aus 8231 offene Stellen 3020 Lehrlinge vermittelt—. war somit von bestem Erfolge gekrönt. Seine bisberige ecireuliche Ent. Wickelung und zutage getretenen Erfolge bieten auch bei der ihm jetzt übertragenen Mitwirkung an der ArbcitSvermitielung für die Kriegsbeschädigten für die Provinz Brandenburg und nach Friedens- schluß die Gewähr für ein allen Teilen unseres wirtschaftlichen Lebens ersprießliches Wirken. Die Hausdiener in den Waren- und Kanfhäusern hatten am Montag eme Branchenveriammlimg, in der eine llebersichl über die Gestaltung ihrer Verbällnisie während der Kriegszeit gegeben wurde. Nach Kriegsausbruch wurden in den Waren- und Koufhäusern sehr viele Hansdiener entlaffen, darunter selbst Leute, die 29 J«bre ihre Stellung rnne hatten. Der andere Teil mußte sich damals vielfach Lohnreduzierungen gefallen lasien. Eine gute Wirkung batie es dann, daß man sich angesichts der Lieferungen fürs Militär an die Miliiärbehörden wandle, welche den mir Militärlieserungen betraiuen großen Firmen die Entziehung für den Fall androhie daß sie nickt das volle Gehalt zahlten. Daraus wurde das volle Gehnlt wieder ge- zahlt. Andere Firmen haben aber noch über Weihnachten hinaus bis in den Februar hinein es bei den Abzügen bewenden lasien. Dabei war die Tätigkeit im Geschäft dieselbe, ja zum Teil größer, und mußte vom verringerten Personal gemacht werden, was natürlich eine ge- steigerte Tätigkeit der Einzelne» bedeutet. Die rührige Tätigkeit der Organiiarion erreichte, daß ick an zu Anfang des Jahres l915 einzelne Firmen KriegSleueningSzulngen bewilligten. Die Einwirkung in dieser Richtung wurde fvrlgesetzt und hatte verschieden!« lich Erlolg. Es waren dabei aber auch Fälle zu verzeichnen, wo man sich die Enticheidung von Fall zu Fall vorbehielt und wo nicht alle.Kollegen desselben Geschäfts in den Genuß einer Tcuerungs- zulage kamen. Eine Anzahl Ftrmen stellien auck auf ein Zirkular hin, daß die Wünsche der Kollcgenschaft enthielt, fest, daß sie den Familien der militärisch Eingezogenen Unter- siüyungen gewährten. Bis au' wenige, die freiwillig die Kriegsteucrungszulage zoblien. haben sich die Umernehmec immer ersi aus Drängen zu den Zugestandnisien bewegen lasien. Einzelne Warenhäuser erklärten, finanziell nickt dazu in der Lage zu lein. Zu verweisen ist darauf, daß die Zeirschrifl der Warenhausbesitzer und der»Konfektionär' öfter mitteilten, dte Geschäfte gingen gut irnd die Einnahmen hätten die Höhe wie in Friedenszeitsn erreicht. Obwohl der Arbeitgeberverband im Handels- und TranSportgewerbe. dem auch der Verband der Warenhansbesitzer zugehört, an die Arbeitgeber die Mahnung gerichtet hat, Teuerungszulagen zu zahlen. gibt es' immer noch große Kaushäuser. die es nicht oder nicht nennens- wert tun.— In der Versammlung wurde darüber geklagt, daß die Löhne überhaupt nicht den Zeitverbälwiffen entsprächen. Beim Hoflieferanten Gerson bewegten sich die Gebälter zwischen 95 M und 129 M. monatlich und bei G. Cords sei der Höchstlohn wöckenr- lich 29 M. Selbst verheiratete Leute hätten hier noch niedrigere Löhne. ES kämen Löhne von 24 M. vor. Auch die Ausdehnung der SonnlatzSarbeit tadelte ein Rednor. Als Veispiel für die Bedeutung der Organisation wurde an- geführt, daß der Deutsche Transportarbeiterverband in der Kriegs- zeit für 65 397 Personen in 2428 Betrieben eine Teuerungszulage im Gesamtbeträge von 139 074 M. pro Woche erreicht hat. flus Znöustrie unö kanöel. Hohe Preise— billige Arbeitskräfte. Dem»Bert. Lokal-Anz.' wird geschrieben: »Von den Lebeirsmittelu die in Deutschland erzeugt werden, gehört bekanntlich der Zucker zu denjenigen, woran wir großen Ueberiluß haben. Deutschland ist nickt in der Lage, annähernd soviel Zucker zu verbrauchen, wie es erzeugt, und wiederHoll hoben sich Regierungsstimmen vernehmen lassen: die Bevölkerung möge mehr Zucker essen, der Ueberfluß sei groß, zumal der Export viel- sack unterbunden ist. Die Rübenerme war im Borjahre außer- gewöhnlich groß und ergiebig: in die'em Jabre venprichl sie, einen Rekordertrag zu liefern. Trotzdem ist der Zucker, an dem wir einen so großen Ueberfluß im Sande haben, seit dem vorigen Jahre um über 25 Prozent im Preise gestiegen. Im Berliner Kleinhandel kostete der Zucker vor dem Kriege dos Pfund rund 22 Ps,, jeyl rund 30 Pf. Warum?— Nun das Gegenbild. Die größte Zuckerraffinerie be- findet sich in der Alrinork. Sie zahlte 20 Proz. Dividende gegen 10 Pro», im-vorhergehenden Jabre. In diesem Jahre vertamei noch nichts Näheres über die Dividende, doch wird ern geradezu sabel- hafier Satz genannt. Die Fabrik ha! dabei billige Arbeits- kräite; in der gswalligen Rafsinerie arbeiten Hunderte von Rusien. Billige Arbeitskräfie, ungeheuer viel Rüden, ungeheuer viel Zucker— und trotzdem Preisrreiberei I Hier ist alio auch etwas zu tun für die»Reichsprüfungs- stelle'. Kriegsgewinnc. Die Attien-Zuckersadril Bennigsen erhöht die Dividende von 4 aui 12 Prozent Die Ronnehurger Kammgarnweierei Fvarrz Bär u. Becker A.-G. erhöht ihre Dividende von 4«ruf S Proz. Kohlcnfördorung. Nach dem Bericht des R h e i n i s ch- W e st« r ä l i s ck e n K o h l e n s y n d i k a t s sür September bat sich die allgemeine Lage des Kohtenmarkies im Berichtsmonat nicki vor- ändert. Die Nachfrage blieb forlgeietzt lebhaft. Die Förderleistung der Zechen hielt sich aut der Höhe des Vormonats. Der Rückgang, den das Abiatzergebnis in Kohlen und BrikeriS erfahren hat. ist auf den erhöhten Kodlenbedarf für die Kokserzeugung zurück-usühren. Der Koksabiotz weist eine weitere erhebliche Steigerung auf. Der G e> a m t a b s o tz in Kohlen einschließlich des Kahlen« bedar's sür die Koks- und Briketlerzeugung belies sich auf 6 457 752 Tonnen: gegenüber der 6 33l 704 Tonnen betrogenden Förderung ergibt sich demnach ein Mehrabsay von 126 048 Tonnen, der aui die aus den Laaerbesländen der Zechen abgesetzten Mengen shauptsächlich Koks) entfällt. Die Förderung stellie sich aui ins- gesamt 6 331 704(Vormonat 6 331 066, Vorjahr 5 509 523) Tonnen, oder arbeitStäglich auf 243 527(Vormonat 243 503, Vorjahr 211 995) Tonnen. Der Eisenbahnversand wurde namenrlich im lstz-ten Mon«tsdritlel durch stärkeren Wagcnmangel beeimrächtigt, der auf einer Reihe von Zechen auch Ausfälle in der Förderung zur Folge hatte. Buchdruckoreicn im Kriege. Die Buchdruckerei Strauß Aktiengesellichfl in Berlin bezeichnet im GeickäsiSbericht für 19l4/15 das verflossene Belriebsjahr als das ungünstigste, das die frühere Strauß- bezw. die srübere Marsels-Geiellichast ieil ibrem Bestehen gehabt hat. Die Gesellschaft mußte die Erscheinungsweise und den ilmfgng ihrer Zeitungen nicht unwesentlich beschränken. Die Einnahmen an Inseraten und Abonnements betrugen in die-em Geschäftsjahr nahezu 600 000 M. weniger als im Vorjahre Dabei ließen sich die Unkosten für die Herstellung der Zeitungen nicht herab- setzen. Der Betriebsgewinn ist auf 824 035 M.(i. V. 1242 445 M.) geslinkeu. Das Aktienkapiial von 2 Mill. M. bleibt abermals d i V i« dendenlos. Die Aussichten sind wenig günstig. AKÄMMMM"- 1 Zur Aufklärung! Seit einigen Tagen werden Gerüchte verbreitet, daß ich Ende der vorigen Woche in meinen Filialen das Pfund Butter mit Mark 3,50 verkauft haben soll, auch ist be- hauptet worden, daß ich in Kühlräumen und meinen Kellereien Tausende von Fässern mit Butter zurückhatte, um späterhin einen höheren Preis dafür zu erzielen. Daß diese Gerüchte auf Unwahrheiten beruhen, kann ich durch Vorlegung meiner Bücher und Originalrechnungen beweisen. In meinen Geschäften wurde laut den von der Polizei abgestempelten und in den Schaufenstern hängenden Preistafeln Butter pro Pfund mit Mark 2,80—2,90-3,00 verkauft, und habe ich feststellen lassen, daß die Konkurrenz bedeutend höhere Preise forderte. Auch ist unwahr, daß von meinem Personal unpassende Redensarten dem Publikum gegenüber geführt wurden. Ich bitte die geehrte Kundschaft, mir auch fernerhin das bisher geschenkte Vertrauen entgegenbringen zu wollen, und werde ich stets bemüht sein, meine Waren zu den billigsten Tagespreisen zu verabfolgen. V. F. Assmann, Butterhandlung« 608 Buantw. Rebakt.: Alfred Wielev». Neukölln. Juieratent-U veramw. Tb. Stt-cke. Serlrn. Druck u.«erlag:»orwärtö-vnchor. n. ilterlasS-nnali Paul Singer S- Co.. Berlin SVV. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl. Ar. 290. 32. ZehrMK. KtilM des.Wwärls" Kerlim MsdlM. Mmch. 20. mite 1915. Mus Groß-Serlin. Städtischer Konservenverkauf. Weitere Lebensmittel bringt die Stadtgemeinde Berlin in Form von Konserven in den städtischen Verkaufsstellen für Fettwaren sowie für Gefrierfleisch nunmehr in den Handel, und zwar unter den gleichen Bedingungen wie die übrigen zum Verkauf gestellten Lebensmittel abgegeben wurden, das heißt, gegen Vorzeigung einer von der zuständigen Brot- kommission ausgestellten Berechtigungskarte, die schon zum Bezüge der früher verausgabten Lebensmittel(Kartoffeln, Fleisch, Eier, Heringe usw.) berechtigte. Die Preise sind folgendermaßen festgesetzt: Schweinefleisch in Brühe 1,45 M. für die Pfunddose Leberwurst..... 1,20„„„, Blutwurst..... 1,10„ �„„ Sülze....... 1,80,,,» Wurst. Zwei hübsche Verkäufermnen waren eS, die in einem hiesigen großen Geschäft, im Stand für.billige Lebensmittel�, dem Publikum Fleisch- und Wurstwaren verabfolgten. Unwillkürlich leitet der An- blick solch blitzsauberer Wesen zu dem Gedankenschluß hinüber, daß auch die durch sie zum Berkauf gelangenden Waren appetitlich sein müssen. Es gab ziemliches Gedränge vor dem Stand, so daß man Zeit hatte, einen Ueberschlag zu machen, wie weit die Moneten zu einem Einkaufe reichen würden, mit dem der Haus- mutier eine kleine freudige Ueberraschung bereitet werden sollte. Allzu hoch durste die Ausgabe nicht werden, und so entschied ich mich schließlich zu dem Ankauf einer Rot- Wurst. Es war freilich nur ein recht kurzes Ding, da? ich für 1,30 M. erhielt.— Teure Zeit! Schmunzelnd wurde die Wurst zu Hause von der Gattin angeschnitten, aber o weh. was gab das für eine Ueberraschung! Der Inhalt bestand aus Stücken einer Schwarte, die im gegerbten Zustande das prächtigste Leder gegeben haben würde, so hart und für die Zähne unangreifbar waren die Stücke. Das war ein schöner Remsall, aber es sollte noch bester kommen. ,M>t dem Zeug kann doch unmöglich die ganze Wurst angefüllt sein', meinte kovfschüttelnd die Hausfrau. Sie sing an den Inhalt auf einen Teller zu entleeren und es kam in der Tat noch anderes zum Vorschein. Aber was? Wurstzipfel, regel- rechte Wurstzipfel mit Strippe, wie sie bei dem Anschneiden der Würste abfallen. In meinem ersten Zorne wollte ich das Gemengsel zusammenpacken und nach dem Geschäft zurücktragen. Aber schließlich sagte ich mir, eS ist schade um das Fahrgeld, denn ich werde dort nur zu hören bekommen:.Mann, was wollen Sie? Seien Sie ganz zufrieden, daß Sie in heutiger Zeit für eine Mark und dreißig Pfennige noch Wurstzipfel erhalten I' Aber geschworen habe ich, nie, nie wieder Wurst zu kaufen, und wenn die Verkäufe- rinnen noch so blitzsauber und appetitlich ausschauen. Tags daraus las ich zufällig von den riesigen Dividenden, welche Fleischwaren- fabriken verleilen. Kein Kunststück, wenn dem Publikum für sein gutes Geld solcher Dreck angeschmiert wird. Zur Lebeusmittvlfrage haben chereitS am vergangenen Donnerstag mit Zustimmung der sozialdemokratischen Fraktion der Stadtverordneten die Genosten Hintze und Hoffmann eine Besprechung beim Oberbürgermeister ge- habt, in welcher dieselben die Wünsche der Fraktion mündlich vor- trugen und eine schriftliche Formulierung überreichten, die sich be- sonders mit einer anderen gerechleren Verteilung der Fett- und Fleischwaren und anderer Vorräte der Stadt beschäftigte und Vor- schläge zu einer besseren Organisation des Verkaufs der städtischen Waren machte. Ferner wurde die Freigabe der städtischen Vorräte an Hülsenfrüchten. Reis usw. gefordert und ihre Abgabe nicht nur wie bis jetzt an die städtischen Arbeiter, sondern auch an die übrigen mittellosen Einwohner verlangte. Auch eine Anregung für Erhöhung des Sammelfonds der einzelnen KriogsunterstützungSkommissionen wurde gleichfalls gegeben. Der Oberbürgermeister, welcher zwei Stunden vorher sich selbst über die Zustände bei dem städtischen Fleischverkauf am Viehhofe orientiert harte, versprach, alles Mögliche zur Abhilfe zu tun. Wir hoffen, daß die Beratungen am Donnerstag durch die Stadt- verordneten die Angelegenheit noch fördern wird. Das ist dringend notwendig. « Gestern hatten die Vertreter der gewerkschaftlichen verbände der Arbeiter und Ange st eilten(freie, christ- liche, Hirsch-Dunckersche Gewerkschaften, Soziale Arbeitsgemeinschaft der gewerkschaftlichen Angestelltenverbände) eine längere Besprechung mit dem Oberbürgermeister Mermuth und dem zuständigen Dezer- nenten Stadlrat Fischbeck. Sie trugen ihre Beschwerden über die Gestaltung der Lebensmittelversorgung und die durch den ungeheuren LebenSmittelwucher entstandene Stimmung in der gesamten Be« völkerung vor und fanden mit ihren Vorschlägen zur Milderung dieser Mißstände beim Stadtoberhaupt entgegenkommendes Ver- ständnis. Die Aussprache ergab, daß die Stadt Berlin allein nicht in der Lage ist. durcbgreifeim Abhilfe zu schaffen, wenn das Reich nicht endlich entschiedene Maßnahmen trifft. Ein P«troleu«sch»indler tritt in allen Stadtteilen wieder aus und hat schon viel Gelchäflsleme arg geschädigt. Er besucht nament- kich Seifen Handlungen und� bietet zunächst Seife. Putzmittel. Strobin uiw. an. Endlich läßt er dann durchblicken, daß er auch rumänisches Petroleum liefern könne, dieses aber nur, wenn ihm die Hälfte des Kauipreises �im voraus gezahlt werde. Weil der Preis, den er fordert, angemesten erscheint, so bestellen die Leute gern, weil sie froh sind, von dem kostbaren und sellenen Brennstoff wieder etwas bekommen zu können. Aus die Lieferung aber warten sie vergeblich. Auch von der bestellten Seife und den anderen Sachen erhallen sie nichts Der Gauner nennt sich Reisender Viktor LipSki und hat als seine Wohnung fälschlich Gartenstr. 89 angegeben. Ob der Name richtig ist. weiß man nicht. Es bandelt sich um einen Mann. der mehrere jetzt betrogene Geschäftsleute früher schon als Reisender bekannter Finnen besucht hatte. Die Geschädigten, die 20—25 M. und noch mehr einbüßten, beschreiben ihn übereinstimmend als einen großen, schlanken Mann von etwa 29 Jahren. Totgefahre«. Ein tödlicher Straßenunfall hat sich in Niederschöneweide zu' getragen. Der sechsjährige HanS Klein, besten Eltern in der Brücken- ftraße 27 wohnen, war gestern nachmittag gegen 4 Uhr von setner Mutter zum Bäcker geschickt worden. Als er den Fahrdamm der Brückenttraße überqueren wollte, übersah er. da ihm ein Fuhrwerk die Aussicht versperrte, das Herannahen eines Straßenbahnwagens aus entgegengesetzter Richtung. Der Knabe wurde umgeristen und geriet unter den Vorderperron. Er erlitt eine schwere Wund« an ttt linke» Kopssette, der er alsbald erlaa. Bei einem Zusammenstoß zwischen einer Kraftdroschke und einem Kohlenwagen verunglückte gestern nachmittag am Lessing- theater die Ehefrau des Drehers Adler aus der Hochstraße 25 und ihre 6 Jahre alte Tochter Hildegard. Die Droschke war bei dem Zusammenprall ins Schleudern geraten und hatte die auf der dort befindlichen Schutzinsel stehenden beiden Personen zu Boden geworfen. Das Kind trug einen schweren Unterschenkel- bruch davon, während die Mutter mit leichteren Verletzungen davonkam. Im Berliner Aquarium ist die S ü ß w a s s e r- A b t e ilun g jetzt besonders gut besetzt, ja sie kann sich sogar eines seltenen Zuchterfolges rühmen: die kleine Schar von Gründlingen, der ständigen Mitbewohner der japanischen Riescn-Salamander, hat Nachkommenschaft erzeugt und vermehrt sich fortwährend weiter. Der aufmerksame Beobachter findet dicht auf den Steinplatten und über dem KieS die zum Teil äußerst winzigen, zum Teil auch schon etwas herangewachsenen Fischchen ihrer Nahrungssuche obliegen. Gerade unsere einheimischen Fische sind größtenteils schwer zu halten und noch schwerer zu züchten, so daß es schon sehr natür- licher Bedingungen bedarf, wenn sie zur Fortpflanzung schreiten sollen. Die vertauschte» Stiefel. Am 18. Oktober sind bei der Muste- rung der V. Ersatzkommission im Ankleideraum ein Paar Stiefel vertauscht worden. Die zurückgelassenen Stiefel sind dem Besitzer zu Nein. Es wird deshalb auf diesem Wege um Umtausch gebeten bei Ernst Strohschein, Berlin X, Ramlerstr. 9, Ouergeb. IV. Kleine Nachrichte«. Vom Schiffbauerdamm in die Spree ge- sprungen ist in der vergangenen Nacht eine unbekannte Frau, die nicht näher beschrieben werden kann Sie ging sofort unter und kam nicht wieder zum Vorschein. Die Leiche ist noch nicht geborgen. Die Frau ließ Hut und Handtasche am Ufer zurück.— Den Tod im Wasser suchte und fand auch die 22 Jahre alte Schneiderin Auguste Rosenberg aus der Elberselder Str. 7. Sie sprang vom Bundesrats- ufer in die Spree. Auch ihre Leiche ist noch nicht gesunden.— Aus dem Stadtsckileusnrkanal gelandet wurde an der Unlerwasserstraße die Leiche einer 35 Jahre alten Frau Marie W. aus der Melchiorstraße, die in glücklicher Ehe lebte und Mutter von vier Kindern war. Sie bat Krankheit in den Tod getrieben, ebenso den Privat- mann Albert W. aus der Bergmannstraße, der sich erhängte, weil er schwer an Atemnot litt.— Hilflos aufqesunden wurde gestern abend um 0 Uhr am Königslor eine alte Frau, die wohl auf dem Wege zu einer Metalliammelstrlle war. Sie wurde besinnungslos nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht und ist' noch nicht wieder zu sich gekommen. Die mittelgroße und etwa 60 Jahre alte Frau scheint dem Mittelstände anzugehören. Sie trug einen Plüschumhang und schwarze Halbschuhe, keine Kopfbedeckung. Bei sich halte sie einen kleinen Waschkeffel und eine schwarze Markttasche. die drei Schlüssel enthielt. Mus öen Gemeinden. Teuerungsinterpellation iu Neukölln. Die sszialdemokraitsche Stadlverordnetenftaklion hat zur nächsten Stadtverordnetenversammlung eine Interpellation eingebracht, in der sie den Magistrat um Auskunft ersucht, welche Maßnahmen er beabsichtigt, um der bestehenden Lebensmittelteuerung entgegen- zuwirken._ Niederlegung eines Stadtverordnetenmandats. Der in letzter Zeit vielfach genannte Stadtverordnete Bau- mann, aus Cbarloltenburg. der dort längere Zeit als Mehl- kommssionär sunklionierle. hat jetzt sein Mandat niedergelegt. Ledensmittelverkauf in Reinickendorf. Bon heute ab verkaust die Gemeinde in ihren Lebensmittel- Verkaufsstellen auch Heringe. Der Verkauf erfolgt nur Mittwochs und gegen Vorzeigung der für Reinickendorf gültigen Brotkarten. ES werden an eine Person im Höchstfalle nur 15 Heringe auf einmal abgegeben. Der Preis beträgt 15 Pf. für da§ Stück. Der Verkauf der Fettwaren hat eingestellt werden müsien, da die angekauften Waren nicht angeliefert worden sind. Er dürfte in Kürze wieder aufgenommen werden. Kein S-Uhr-Hausfchluft in Weiflensee. Die Aufhebung einer Polizeiverordnung verlangten die Grund- befitzer, damit sie das Recht bekämen, während der KriegZzeit um 9 Uhr abends die Häuser zu schließen, um in der Hauplsache an Flur- und Treppenbeleuchtung zu sparen. Vernünfliger weise machte die Mehrheit der Gemeindevertretung diesen.Rückschritt' nicht mit und so müssen nach wie vor die Häuser bis um 10 Uhr geöffnet und auch beleuchtet sein._ Neuregelung der Mietbeihilfen. In der gestrigen, unter der obigen Uebcrschrift abgedruckten Notiz ist durch einen Irrtum der Ort weggelassen worden. Diese Neuregelung der Metbnhilfen bezieht sich nur auf W e i ß e n s e e. Soziales. ' Bleiweitzvcrbot. Der Bundesrat hat auf Grund des§ 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen ver- boten, die Außenseilen von Häusern, sowie Mauern oder Zäune mit Farben anzustreichen, zu deren Herstellung Bleiweiß und Leinöl ver- wendet ist. Der Reichskanzler kann Ausnahmen zulaffen. Zuwider- Handlungen gegen das Verbot find mit Geldstrafe bis zu 1500 M. oder mit Gefängnis bedroht. Die Verordnung tritt am 25. Oktober in Kraft. Hoffentlich wird die Verwendung von Bleiweißfarben bei Bauten aus gesundheillichem Jnlereffe auch nach dem Kriege all- gemein verboten werden. Ein Liebesbrief mit Firmenaufdruck. Ist das Schreiben eines Liebesbriefs auf einem Ge- schäftsbriefbogen, der den Firmenaufdruck trägt, ein so großes Verbrechen, daß eS eine sofortige Entlassung der Briefschreiberin rechtfertigt? Eine Kontoristin der Aktiengesellschaft ArchimedeS war Knall und Fall entlasten. Ihrer Klage auf SehaliSzahluna setzte die Be« klagte den Einwand enigegen, die Klägerin Hab« brieflich LiebeS- ? Pfuhle einem Geschäftsbogen mit Firmenausdruck anvertraut. ES ei der Inhalt der Epistel recht verfänglich— natürlich nur für die, an die die Sünderin nicht schrieb. Erhalte nun einer derer, die der Brief nicht erreichen sollte, durch Zufall den Brief, so würde die Geiellschast geschädigt. Deshalb sei die Entlassung berechtigt gewesen. Das Kaufmannsgericht nahm an. das Verfahren der Klägerin sei nicht kerrekt gewesen, aber die Benutzung eines einzigen Brief- bogenS zur Privatkorreiponden, rechtfertige die sofortige Entlaffung nicht. Die Firma wurde zur Zahlung verurteilt. Lerweigernng des KriegSfcheinS. Der von einem Granatendreher auf Schadenersatz wegen Verweigerung des Kriegsscheins beim Gewcrbegericht verklagte Fabrikant Ntschke machte für sich geltend, daß die auf Erteilung des Kriegsscheins bezüglichen Bestimmungen und. , Vereinbarungen für ihn nicht bindend seien, denn das seien private Vereinbarungen, an denen er nicht mitgewirkt habe. . Sie seien getroffen zwischen Verbänden, denen er nicht an- gehöre. DaS Gericht(Kammer 5) entschied: Die hier in Frage kam in enden Verfügungen der Feldzeug m e i st e r e i seien dem Beklagten, der Kriegsmaterial an« fertigt, zugestellt, also auch für seinen Betrieb maßgebend. Er hätte deshalb dem Kläger, der zuerst gegen den Willen des Beklagten aufhörte, sich aber am folgenden Tage wieder bei ibm zur Arbeit meldete, entweder den Kriegsschein geben oder ihn weitcrbeschäfligen müssen. Da der Beklagte keins von beiden tat, so sei er schadenersatzpflichtig für die Zeit, wo der Kläger, weil er keinen KmgSichein hatte, nicht arbeiten konnte. Die Widerklage des Beklagten, der Schadenersatz verlangte. weil er nach dem Abgang des Klägers einen neuen Arbeiter an- lernen mußte und deshalb die Maschine nicht voll ausnutzen konnte, wurde als unbegründet abgewiesen. Ein„prinzipieller Fall" für die A. E. G. Eine langwierige Verhandlung vor der Kammer 5 des Gewerbe- gerichls veranlaßt« eine Klage gegen die Allgemeine Elektrizitäis« Gesellschaft, wobei es sich um ein Slreitobjelt von 9,08 M. dreht, der Vertreter der A. E. G.»aus Prinzip' eine Einigung ablehnte, so daß noch eine sehr umständliche, zeilraubende und in ihrem Er- gebnis sehr zweffelhafte Beweisaufnahme erforderlich ist._ Die Klägerin hat im Betriebe der A. E. G. eine maschinelle Teil« arbeil an Granaten ausgeführt und ihrer Angabe nach 9,03 M. Atlord« lohn zu fordern, der ihr zu wenig berechnet worden sein soll. Der Vertreter der Firma behauptet dagegen, die Klägerin habe nichts mehr zu fordern. Das Gericht bemühte sich, festzustellen, welche der beiden Parteien mit ihrer Angabe im Recht ist. Aber diese Feststellung ge« lang noch nicht. Vorerst konnte nur folgendes aufgeklärt werden: Nachdem die einzelnen Arbeiterinnen ihre Teilarbeiten an den Granaten verrichtet hatten, wurden dieselben auf ihre Brauchbarkeit geprüft. Nicht ordnungsmäßig ausgeführte Teilarbeiten wurden nicht ezahit. Da die Konirolle immer erst einige Zeit nach Fertigstellung der Arbeit erfolgte, so ergab sich, daß Arbeiten, die in der einen Woche fertiggestellt und abgeliefert wurden, nicht am Schluß dieser, »ondern erst am Ende der nächsten Woche bei der Lohnzahlung ver- rechnet wurden. Hierdurch konnten natürlich Irrtümer vorkommen, um lo mehr, als die Kontrolle und die Festsetzung der den Arbeiterinnen zu bezahlenden Stückzahl von Angestellten der Firma ersolgte, ohne daß die Arbeiterinnen die Möglichkeit hatten, nachzuprüfen, ob die von ihnen gelieferten Arbeilen richtig verrechnet wurden. Die Klägerin bat sich iür einen Zeitraum von droi Monaten die von ihr abgelieferte Stückzahl auigeichrieben, und ist dadurch zu der Ucber- zeugung gekommen, daß ihr zu wenig bezahlt ist. Diese Auf« zeichmmgen der Klägerin konnte dos Gericht aber nicht alS Beweis gellen lassen, ebensowenig wie die Angaben der Firma. Nach An« ficht des Gerichts ist das Ko n troll iy st em derBe- klagten durchaus nicht einwandfrei. An dem guten Glauben solle natürlich nicht gezweifelt werden, aber beweiskräftig könne dos Ergebnis einer Kontrolle nicht sein, die einseitig von der tirrna ausgeübt wird und bei der der andere Teil nicht die Mög- chkeit der Nachprüfung bat. Da es nach Lage der Sache wohl nicht möglich sein wird, festzustellen, auf welcher Seite hier ein Irrtum vorliegt, so bemühte sich das Gericht, eine Einigung herbeizuführen. Aber diese lehnte der Vertreter der Firma. Dr. Seifert, sowie der Obe ringenieur Schenk.aus Prinzip' ab. Wer nicht das Verlrauen zu der Firma habe, daß ihre Kontrolle einwandfrei sei, der brauche ja rücht bei ihr arbeilen, meinte Oberiirgenreirr Schenk. Werter sagte er, die Klägerin wolle durch ihr Vorgeben der Firma Nadelstiche versetzen. Nach ihr würden noch elwa 100 Arbeiterinnen mir einer gleichen Forderung kommen. Deshalb müsse der Fall aus prinzi- piellen Gründen durckgefochlen werden. Hierauf beschloß das Gericht, im nächsten Termin den Versuch zu machen, aus den Büchern der Firma festzustellen, ob und wie weit die Forderung der Klägerin berechtigt ist._ Mus aller Welt. Großgrundbesitzer und Lebens«, ittelnot. ES ist in der letzten Zeit öfter bekannt geworden, daß preußi- sche Grundbesitzer die Beeren und Pilze ihrer Waldungen lieber verderben lassen, als daß sie den Sammlern den Zutritt in die Forsten gestalten— trotz der schweren Nahrungssorgen der Kriegsgeit. Ein charakteristisches Beispiel dafür lieferte eine neue Gerichtsverhandlung in Hirschberg. Der Gutsbesitzer in Berthelsdorf im Kreise Hirschberg verbot ebenfalls das Sammsln von Pilzen und Beeren in seinem Walde und beauftragte einen Gymnasiaste, r, das Sammeln zu verhindern und etwaige Pilzesammler nach dem Gutshof zu bringen. Der ver- ständnisvolle Jüngling machte nicht nur das, sondern beschilnpfte ein« sammelnde Frau und griff sie tätlich an, als sie ihm nicht freiwillig nach dem Gutshof folgen wollte. Es kam zur Klage und der Gymnasiast erbielt 50 Mk. Geldstrafe zudiktiert. Selbst der Staatsanwalt fühlte sich gezwungen, dem Gutsbesitzer zu sagen, daß seine Anordnungen in dieser Zeit besser unterblieben wären._ Maßregelung eines katholischen Priesters. Der„Psst" wird aus Dredenhofen geschrieben Auf Grund einer Verfügung der hiesigen Kouvmarrdantur ist der Erzpriester Vagner vor einigen Tagen aus Diedenhofen ausgewiesen und ihm sein Aufenthaltsort in Büdingen bei Metzerwiese(seinem Heimatsort) angewiesen worden. Eine größere Anzahl angesehener Katholrken der Stadt hatte stch beim Bischof Benzler in Metz über das wenig deutschfreund- liche Verhalten des Stadtpsarrers beschwert. Niemals kam in seinen Predigten ein Wort des Dankes für die deutschen Siege über seine Lippen. Den Jahrestag des Kriegs- ausbruchs überging er mit Stillschweigen. Ms man ihm hierüber Vorhaltungen machte, soll er erwidert haben, er habe auf der Kanzel Gottes Wort zu verkünden und keine deutschen Siege.(Ganz nach dem Muster des kürzlich in Straßburg verurteilten Pfarrers Moreau aus Wanzcl.) Das Verhalten des Pfarrers wurde den Militärbehörden mitgeteilt, die eine gründliche Untersuchung ein- leiteten, und deren Ergebnis war die Entfernung des Pfarrers vagner zur großen Genugtuung aller deutschen Katholiken. Zu der Banknotenfälscherfache wird noch aus Augsburg ge- meldet, daß jetzt auch der Buchdruckereibesitzer Glueck in Augsburg, bei dem die Gebrüder Winklcr auf einer im Frühjahr von München nach Augsburg gebrachten Bostonpresse die falschen Scheine angefertigt hatten, nach aiifänglichern Leugnen zugegeben hat, daß er an dem Treiben beteiligt war. Er wurde daraufhin Dienstag früh verhaftet. Das Hochwasser der Oder hat eine gewaltige Ausdehnung er» langt. Der Frankfurter Pegel zeigte beute früh über 5 Meter. Seit 1854 hat man einen solchen hohen Wasserstand nicht beobachtet. In Frankfurt sind schon mehrere Straßen überflutet. Das Wasser rst in einige Keller eingedrungen. Militär, Feuerwehr und Ge- fangene sind tätig, um dre gefährdeten Stellen zu schützen. WetterauSstchte« für da» mittlere Norddeutschland bi» DoanerStagmtttag. vorwiegend trübe und nebellq, ohne erhebliche Niederschläge! Temperatmen durchjchnrUlich wenig verändert. Verlustlisten. Die BerkuMste Nr. 857 der preußischen Armee bringt Verluste folgender Truppenteile: Infanterie usw.: Garde: 1.. 2., S., 4. und 6. Gardereg.». F.; 1. Garderes.-Reg.; Garde-Gren.-Regimenter Elisabeth u. August«; Garde-Schü�en-Bataillon. Grenadier-, bzw. Infanterie-, bzw. Füsilier- Reg nnenter Nr. 2. 9. 11, 15. 16. 18. 22. 24. 61. 63. 64. 66, 68. 71(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 226), 74. 76, 77. 78, 81. 84 bis einschl. 90.»4 bis einschl. 98. III, 112, 116, 118, 13». 182. 135, 142, 144, 147, 148, 149. 150. 152. 154, 155, 162, 163, 164, 166, 169, 170. 173. 175, 176, 184, 187, 188, 33». 331. Res.-Jns.-Regimenter Nr. 11. 12, 15, 16. 13 bis einschl. 22. 57. 59. 60, 61, 64, 69. 70, 71, 73. 81. 82. 83. 84. 87. 88. 9». 93. 110. 2»1, 203, 204, 203, 207, 209. 214.217,219.221.223,226,227.231.232.236.256,257. 258. 260. 261, 265, 276. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 9.(f. auch Fest-Maschinen, gewehr-Abt. Nr. 4). 1«, 16. 17. 18(s. auch Landw.-Inf.-Reg. Nr. 84). 21. 23. 66. 73, 80. 81. 83. 84. 99. 110, 118. Landw.-Ersatz- Jnf.-Reg. Nr. 1, Landw.-Brigade-Ers.-Bataillone Nr. 25, 26, 27 (alle drei s. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 1). Jäger-Reg. Nr. 2; Bataillone Nr. 1, 2, 5, 6. 10(s. Jäger-Rcg. Nr. 2); Res.-Bataillone Nr. 3, 8, 18, 22, 24. Jnf.-Radfahrer-Komp. der 1. Kav.-Division; Res.-Radf.-Komp. Nr. 30. Maschinengewehr-Abt. Nr. 1; Res.» Ddaschinengew.-Ubt. Nr. 3; 2. Maschinengew.-Komp. der Landw.- Div. Königsberg; Feld-Maschinengew.-Zug Nr. 21(s. Landw.» Jnf.-Reg. Är. 110), Nr. 34(s. Res.-Jäger-Bat. Nr. 18); Festungs- Maschinengew-Abteilungcn Nr. 4 und 9. Kavallerie: 1. Garde-lUanen; Kürassiere Nr. 3, 5 und 7; Dragoner Nr. 1, 2, 5, 12, 18; Res.-Dragoner Nr. 2 und 7; Husaren Nr. 3; Res.-Husaren Nr. 4 und 9; Ulanen Nr. 7, 8(s. auch Ers.- Kav.-Reg. Nr. 1 des 1. Armeekorps), 9, 10(s. Feldfliegertruppe); Res.-Ulanen Nr. 5; Jäger zu Pferde Nr. 3 und 10; Ersatz-Kav.- Regiment Nr. 1 des 1. Armeekorps; Landw.-Kav.-Regimenter: 9tt. 90 und 93$ Res.-K«v.-Abt Nr. 75(s. Feldfliegertruppe) und Nr. 78. Feldartillenie: 2. und 6. Garde-Reg.; Regimenter Nr. 1, 5, 6. 8. 11, 15. 16, 17. 18, 20. 23. 33, 33, 38. 42, 52, 54; Reserve- Regimenter Nr. 5, 7, 9, 14, 15, 16, 21(s. auch Rcs.-Feldart.-Reg. Nr. 9). 59. 51. Fußartillerie: Bataillon« Nr. 27 und 56; Batterien Nr. 233, 263 und 455. Metzkommand« der 5». Jnf.-Division. Pioniere: l. und III. Garde-Bataillon; Gardc-Pionier-Komp. Nr. 801; Regimenter Nr. 23 und 35; Bataillone I. Nr. 1, ll. Nr. 2, l. Nr. 4. II. Nr. 5. I. Nr. 8. I. Nr. 16. II. Nr. 26. Seichte Minenwerfer-klbteilungen Nr. 266 und 295; Mittlere Minenwerfer-Abteilungen Nr. 114 und 153; Schwere Minen- Wcrfer-Abteilnng Nr. 44. Verkehrstruppen: Militär-Eisenbahndirektion Nr. 3. Fern- sprech-Abteilung des 7. Reservekorps und der 48. Reserve-Division. Feldfliegertruppe. Tram: DivisionS-Brückentrain Nr. 5. Fubrparkkolonne Nr. 1 und 3 der 56. Jnf.-Division. Reserve-Feldbäckcreikolonne Nr. 17 der 25. Reserve-Division. Reserve-Artillerie-MimitionSkolsnne Nr. 52. Sanitätsformationen: SanitätS-Kompagnien Nr. 3 des 2., Nr. 2 des 4. Armeekorps und Nr. 117 der 117. Jnsanteric-Division; Reserve�SanitätS-Kompagnie Nr. 17. deS 18. Reservekorps. Armierungsbataillone. »• Der Schluß der sächsischen Perlusiliste Nr. 208, deren Jnh«li gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Die württembergische Verlustliste Nr. 286 enthält Ver- lustc des Brig.-Ersatz-Bat. Nr. 52; Grenadier-Neg. Nr. 119; Ins.- Reg. Nr. 12». 121; Füsilier-Keg. Nr. 122; Landw.-Jnf,Reg. Nr. 122; Grenadier-Reg. Nr. 123; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 123; Ins.- Regimenter Nr. 124, 126; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 246; Landsturm-Jnf.- Bat. Lconberg; Res.-Dragoner-Reg.; Ulanen-Reg. Nr. 19; Res.- Sanitäts-Komp. Nr. 54; Verluste durch Krankheiten. tigungen früherer Verlustltsten. Berich- Parteiveranstaltungen. WaidmnnnSlust. Eonntag, den 84. Oktober, nachmittags 4 vhr, findet in Hennsdorf, im Lokal von Böttcher, Berliner, Ecke Waldseestratze, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vor- trag der Genossin Kate D u» ck e r. 2. VereinSangclcgenhetten und Berschiedencs.__ Jugenöveranstaltungen. Eharlottenburg. Beranstaktungcn w dieser Woche im Jugendheim, Rofincnstr. 4. Mittwoch: Lustiger Mcnd, Reigentanz. Donnerstag: Meinungsaustausch. Freitag: Mädchenabend; im Lesezimmer: Burschenabend. Sonnabend: Musikalischer Abend. Gäste willkommen. Sonntag, 24. Oktober: Ausflug nach Kladow. Unkosten 30 Pf. Tressort Sophie» Charlotte. PI atz 7 Uhr. FricdrichShagen. Heute abend pünktlich 8'/, Uhr im Jugendheim. Scharnweberstr 59: Vortrag des Arbeite rsekreiärs Hermann Müller über.Jugendschutz und Jugendichutzforderungen". Die Eltern der Jugendlichen sind zu diesem Vortrag besonders ewgeladen. vriefkasten üer Redaktion. L. 8. 20. Die Nähmaschine kann aepsändet werden. Beantragen Sie bei der gerichtlichen Verhandlung Stundung der Zahlung.— P. S. 5. Sie müsse» de» Kessel anmelden. Ein Antrag auf Bcsrelung wird sür diesen Gegenstand keine Aussicht aus Ersolz haben.— C. W. 100. 1. Ja. 2. Für daS Jahr 1915 ist dort jcdensallS eine Erhöhung der Grund- steuer eingetreten. 3. Versuchen Sie es mit einer Reklamation.—(». 37. 1. DaS können wir nicht wissen. 2. DaS bestimmt die Militärverwaltung. 3. Als zur imnrobstcn Truppe gehörig— 33 Ps. pro Tag. Die Frau er- hält 24 M. monatlich Unwrstützimg.— H. Z. 27. Ein Ersatz besteht darüber nicht, insolgedessen ist kein absoluter Anspruch aus Gewährung von Urlaub vorhanden.— E. M. 104. Hckädewerletzungen und Stottern. — Frau B. 113. Lungenleidend, landsturmpflichtig.— O. R. Nein. I usSlskuH-ssqoz DtoiseberMetallarbelter-Verlianil Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Drücker Uiuis Gürtler, Stralsuer Allee 17a, am 17. Oktober gestorben ist. DI« Beerdigung findet am Donnerstag, den 2t. Oktober, nachmittags 3'/, Uhr. von der Leichenhalle des Zcntral-Fried- Hosts in Friedrichsstlde aus statt. Den Kollegen serner zur Nach- richt, dag unser Mitglied. Kr Klempner Leopold Thieme, Sickingenstr. 17, am 15. Oktober gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 20. Oktober, nach» mittags 3 Uhr. von der Leichen- halle des Zentral-FricdhostS in FriedrichSfelde aus statt. Ehre ihrem Andenken t Rege Beteiligung erwartet 120/20 Die Orteverwaltung. Freie Tiirner- schatt Mitgl. b. II. Männil AIS Opscr des lleDköiln- Britz. A..T..B. btcilung. Weltkrieges siel am 1. Oktober 1915 duich Kops schuß unser lieber Turngcnosse Arnold Abendroth im 31. Lebensjahr. 186/15 Sein hilssbereiteS und sreund- schastlicheS Wirken in unserem Kreise wird nns unvergetzlich stin. Ter Boritand der II. Männer-Abteilung. 8ll!iäIllMo!irMIierVMereiii kießerdariim. »«-li-u I-ioktenkovs/. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Genosse Karl Todtenhausen Kronprinzenstratze 34 am 17. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet beute Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, in Marzahn statt. 14/6 Abiphrt 3.41 Uhr von Lichten- berg-FricdrichSselde. Um rege Beteiligung ersucht Tie Bezirksleitung. Verein ber Stereotpnre und Galvanoplastiker Berlins d. Bing. AIS weitere Ovstr deS Welt- kriegcS fielen die Kollegen Rudolf Kienietz am 25. September 1915 Willi Fellner am 26. September 1915 Otto Hendrich am 26. September 1915 Kurt Schernus am 27. September 1915. Ehre ihrem Andenke«! Ferner verstarb insolge Unglückssalles unter langjähriges Mitglied und lieber Kollege Uidwix Müller im 65. Lebensjahre. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle deS städlischen Friede hoss in Friedrichsstlde aus stall. Um rege Bcielligung ersucht 236/1 Der Borstand Als Opser des Wetttrieges fiel unser lieber Freund, der Gast- Wirt 57A Georg Vollschläger. Ruhe sanft in fremder Erde! Deine Freunde 0. Fink, 0. Schrnolkc, 0. Schachschneider. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung Grotz-Berlin. Xachruf. Den Mitgliedern zur Naibricht, datz unser Kollege, der Droschlen- sührcr Otto Bavert von der Firma Kroll, Posener Stratze 28, am 13. Oktoher im Alter von 63 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 68/1 vle Bezlrksverwattung Allen Kollegen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, datz mein lieber Mann, unser guier Vater und Bruder, der Stercolhpeur Urnis Müller im 66. Lebensjahre verschieden ist. In tiefer Trauer zeigen dies an Witwe Marie Müller geb. Schulze nebst Tochter Charlotte. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittag« 3 Uhr, von der Friedhojskapelle des städtischen Fnedhoses m Friedrichs- felde aus statt. 2686b trbeiter-.lugend Herd-Ost. Als Opser dos Weltkrieges fiel am 26. September unser Kollege Max Gloih. Wir werden stin Andenken stets in Ehren halten. L668b Den Hewenwd fürs Vaterland sand am 26. September unser lieber Freund und Wanderdruder Max Gfoth. Sein ausrichttgcr, treuer Eba- rakter wird uns stets w Er- wncrung Sleiben. 2667V Martha Nltschke. Kurt Gloth. Ell! Pavllk. Alfred Pavlkk. Allen Freunden und Bekannten die tfeunge Nachricht, datz Misere liebe Tochter durch Unglücksfall verstorben ist. I'aniiU« THcherinack, Lausitzcr Strohe 12. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, In Ahrensfelde statt. 57A Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil- nähme anlätzlich der Beerdigung unserer lieben Mutler, der IVUwv Berta Schttnbepsf sagen wir allen Freunden und Be- kannten unseren besten Dank. KamUtei« Johannes and Z0A Max SchOiibcrg. Klnmen- mid hrantbiitbfrri von Roberl Meyer,' Ind.: P. Sollet« Marianncnitr. 3. Tel. Mpl. 346. Kricgs-Kornfranck ist ein vorzüglicher und billiger Ersatz für Bohnenkaffee. Das große Paket kostet 50 Pfennig. Kricgs-Kornfrandc schmeckt sehr gut; er hat eine schone Kaffee-Farbe.-- Programme in guter Ausführung gehören zu jedem Arbetterfeji Der Arbelterfchafl würdige » Druckarbeiten liefert die» Vorwärts Vvchdruclerei Berlin SW.SS, Lindenstr. 3 Spezialarzt Dr. med. WockenfaB, Friedrlchstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlieh-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Sehnen«, sichere schmerzlose Hellung ohna Berufs» stSrung. Teilzahlung.* Spreohstunden: 11—! und 5— 8 Auf zum die billigen GummlmSn'.sl In Wolle. 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