W.292.-32.z.vg. �- OG w( 5 Pfennig) •#####> A�JL BiracI'ä&iL SÄ> Ml. monatL 1.10 M, B9 WW WA WW VW»Wj»W/ ietrigt sur die icch�gcsrcllicn? Kolonkl- wöchemlilb 2S Psg. kel ms Haut. AW BK IflH n9 BB f/ mB BS MB DA �Hr— J/ J�Uc oäcc deren.'Haitin<0 P-g.. für Einzelne Nummer ö-Stg. Eonmag»- JßeM DM»MX DM DA �M W» �M KB f/ polüiicke und gewerkichnitüche Vereins- nuinmer NM, illusirierler EonMagt- jßBnm 1 1 Kol WD tSH»V 98E El Hl M» WB KB fjfcs DA MD| A/ und VerinmmIung�.Slnzcigen PO Vfg. Beilage.Die Zieue Leid' w P«a. ZZosi-»WWi— MW MB WB»WM WM«DI DM BDI w) WM A/„Kleine Hnzeigen". das jettgedruckie Klianncmem: 1.1(1 Mar! xro Monat. BWWWU MA ZW AD KB MD KB DB BD WW DM— BK 1 Wori 20 Pig. izuläing LfcUgedruckie Eingciragen m die Von. Zeitimo«.*rm%S MA Dl KB IM HB L bBB �A DD gM Mg W Worte), jede-z»eitere Wort 10 Pfg. StcSUilc Unter Kreuzband für HB HB Bli BW DB DD �ID'/sIBD| Etellengeinchc und Schlafsiellenon- Demicbland und Oesterreich- Ungarn DB DSM BKv BB\~�mgars ▼/ S S MMMDV // MD I stoben zählen für zwei Worte. Inserate nehmen an: Belgien. TSnemart, �———— � �_// L,~. kW»\ für die nächste Nummer mühen bis Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. r&/T f Q- ▼/ AßgmpZ--—-� o Uhr nachmittags in der Exredition Rumänien. Schweden und die Echwei»>WW� v__' l Vs>A� J*s~\vy—«bgegeben werden. Die Erhedition ist _ V_____-->._ J b!» 7 Uhr abends geöffnet " Berliner Volksblnkt. /ää Zentralorgan der roztaldcmokratifcbcn Partei Dcutfcblands. Neöaktion: SW. ö$, Linöenflraße 3. Fernsprecher: Ami Moritzplatz- Nr. löl SO— IM 97. j iemuRj] Des Große» öWlWtllm. Amtlich. Grones Hauptquartier, deu 2t. Oktober 1915. ,W. T. B.» Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Lestlicher Kriegsschauplatz. heeeezqeuppe lle; LenesZlfelämzrlchs»! v. hiiufendutg. 'Nordöstlich von Mitau gewannen wir das Tuena-Ufer von Borkowitz bis Bcrsemünde. Die bisherige Beute der dortigen Kümpfe beträgt im ganzen eintausendsiebenhulldert- fünfundzwanzig Gefaugcue, sechs Maschinengewehre. heeeesgeuppe de; Generalttldmarldialls Prinz Leopold von Bayern. Oestlich von Baranowitschi wn�be ein russischer An- griff durch Gegenangriff zurückgewiesen. ffeerezgriippe des Generals v. Llnllngen. Am Styr iu Gegend von EzartorvSk nahmen die örtlichen Kämpfe einen grösiereu Nmfang an. Bor erheb- licher Ueberlegenheit mupte ein Deil einer dort kämpfenden deutschen Division in eine rückwärtige Stellung zurück- gehen, wobei einige bis zum letzte» Augeublick in ihrer Stellung ausharrenden Geschütze verloren gingen. Ein Gegenangriff ist im Gauge. Balkaukriegsschauplatz. Tie verbündeten Truppeu folge« auf der ganzen Front dem langsam weichenden Feinde. AuS' der stark be�."gteu Stellung südlich und östlich von Ripauj sind Serben in südlicher Richtung ge- warfen. Unsere Bortrvz- �en erreichten Stepojcvac— Leökovac— Baba. Westlich der Morava dringen deutsche Truppeu über Selevac und Saracrei, östlich des Flusses über Blaskido, Nasanac und auf Ranovac vor. Bulgarische Truppen kämpfen bei Negotin, weiter sud- lich erreichten sie die Straffe Zajecar— Kniazevar. Oberste Heeresleitung. »« Her UerMW GemliiWslmW. Wien, 21. Oltober.(W. T. B.> Amtlich wird ver- lautbart: 21. Ottober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Westlich und südwestlich von Czartorijst wnrde auch gestern den ganzen Tag über heftig gekämpft. Südöstlich von Kulitowice Der bulgarische Heeresbericht. Sofia, 20. Oktober.(SB. T. B.) Amtlicher B ejr i ch t über die gestrigen Operationen: Unsere im Timoktale Schritt für Schritt vordringenden Truppen stehen schon vor Negotin, wo sie die Serben zurücischlugen. Diese fliehen, von einer Panik ergriffen, und ließen einen Offizier und fünfzig Mann als Gefangene und einen Offizier und hundertfünfzig Mann tot im Timoktale zurück. Unsere Truppen erreichten die Linie Tschern Vrh— Wetren(300)— Pctruschitza— Grasisckkatscouka (907)— Orsovanlava(893)— Tachoinitza(795)— Dorf Viberci, fünf oder sechs Kilometer östlich von Knjacevac— Jossen (800) und Gabar(875). Bei Pirot nahmen unsere Truppen nach einem erbitterten Kampfe sehr wichtige strategische Punkte ein. Auf der Widlic Planina Brangja setzen sich unsere Truppen fest. Sie säuberten das Tal der bulgarischen Morawa in einer Ausdehnung von einundzwanzig Kilo- nietenv nach Norden und Nordosten hin. Die Beute von Branja ist noch nicht gezählt. Man weiß nur, daß sie unter anderem zwei Millionen Patronen des Systems Bcrdan ein- begreift, ferner Tabak für eine Million Frank. Auf dem Bahnhof von Bojanowitz fand man ungefähr eine Million Kilogramm Heu. Unsere über Egri Palanka vordringenden Truppen griffen eine starke Stellung an und schlugen die Serben zurück, die sie in Eile auf Kuma- nowo verfolgen. Im Tal der Bregalnitza schreitet unsere Offensive mit blitzartiger Schnelligkeit vorwärts. Das ganze Tal ist ebenso wie die Ebene von Ovtsche Polje in unseren fänden, auch schon die Städte Kotschana. Radowischte, ipkilisse und Nikratowo. Unsere Kavallerie, welche die aus dem Rückzüge befindlichen Serben verfolgte, erreichte sie bei Riffelt und zerstreute sie vollständig. Ungefähr 2000 Serben wurden zu Gefangenen gemacht, andere konnten nur dank der Dunkelheit der Nacht entweichen. Die Bevölkerung in dem von dem serbischen Joche befreiten Gebiete nimmt unsere Truppen mit unbeschreiblicher Begeisterung auf. Ueberall be- deckt man unsere als Befreier wiederkehrenden, lange ersehnten Soldaten mit Blumen. Sie sind Gegenstand der begeistertsten Kundgebungen. Freitag, den 22. Oktober 1915. Vordringen wehrten österreichisch- ungarische und deutsche Truppen starke russische Angriffe ab. I» den gestrigen Kämpfen am Styr wurden 1300 Gefangene und drei Maschinengewehre eingebracht. Bei Nowo-Alelfiniek wurde heute früh ein Borstoß des Gegners ver- eitelt. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der ganzen Südwestfront sind Kämpfe großen Stiles im Gange. I» Tirol brachen gestern zahlreiche starke Angriffe der Italiener an unseren festen Stellungen zusammen. So schlugen unsere Truppe» auf der Hochfläche vou Bielgercuth in der vor- vergangenen Nacht sechs Angriffe zurück und wiesen gestern tagS- über dcu anstürmenden Feind dreimal ab. Das gleiche Schicksal hatte dort ein heute nacht mit sehr starken Krästeu geführter An- griff des Feindes. Auch in den Dolomiten sind neue italienische Angriffe im Eol di Lana, am Monte Sief und bei der Gren, zbrücke südlich Schluterbach abgewiesen worden. Der Feind, der sich in diesem Gebiete slbon tagelang abmübt. konnte nirgends auch nur den geringsten Erfolg erziele». Am Karuischeu Kamm wurde westlich des Wolavcr Tees ein Augriff italienischer Alpentruppen zurülkgcschlagen. Fm Küsten- lande hat sich das feindliche Artillericfcucr zu größter Heftig- keit gesteigert und hielt tagsüber gegen die ganze Jsonzofront an. Annäherungsversuche feindlicher Infanterie und technischer Truppen scheiterten in unserem Fnsanterie- und Maschinengewehr- fcner. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen rückten in Tabac ein. Die Ebene der Macva ist vom Feinde, gesäubert. Die Armee des Generals der In- santcrie von Koeveß und die beiderseits der Morawa vor- gehenden deutschen Streitkräfte dringen im engen Zusammenschluß immer tiefer in das serbische Gebiet vor. Bon den österreichisch-ungarischen Truppe» deS Generals von Koeveß rückte die westliche Krnftgruppe auf den Höhen der Kolubara bis in das Mündungsgelände der Turija vor, indessen die östliche südlich vou Grocka unter Kampf die Raljaniederung überschritt. Die Bulgaren gewannen zwischen Zajecar und Knjazevac das Timoktal und näherten sich östlich von Pirot den Haupt- werken auf Gcschützcrtrag und eine ihrer Armeen erkämpfte sich vorgestern mit den Bortruppen den Austritt in das Becken von Kumanowo und in das Bardartal. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der serbische Kriegsbericht Lyon, 20. Oktober.(W. T. B.) Die hiesigen Blatter veröffent- lichen folgenden serbischen Kriegsbericht vom 17. Oktober: Auf der Nordsront mußten sich die Truppen, die sich südlich Semendiia befanden, infolge deS Rückzuges der Kräfte, die Belgrad verteidigten, zurückziehen. Auf der Ostfront, im Timoktale und im Nischawatale fanden Gefechte ohne größere Bedeutung stalt. Im Vlaisimatale an der bulgarischen Grenze werden erbitterte Kämpfe fortgesetzt. Zwischen Vranja und Ristowatz besetzten die feindlichen Truppen ein Gelände, daS die Eisenbahnlinie beherrscht. Infolge- dessen mußte die Eisenbahnverbindung zwischen beiden Städten unterbrochen werden. In Branja dauert der erbitterte Kampf an, Die Bulgaren wurden in Zibestze zurückgeworfen. Sie erhielten be- deutende Verstärkungen. Jenseits Vranja sind die Telegraphen- Verbindungen unterbrochen. wirtschaftlicher Dalkanbunü. Konstantinopel, 2L Oktober.(28. T. B.) Bei der feindlichen Stellung der Ententemächte zu Griechenland, das sie auszuhungern keine Minute zögern würden, ist bemerkenswert, daß jetzt zwischen Griechenland, Bulgarien und Rumänien ein Ab- kommen über die Lebensmittelversorgung perfekt geworden ist. Bulgarien gewährt Griechenlund die weitesten Er- leichicruiigen. Sind erst gewisse Abschnitte der mazedonischen Eisen- bahn in bulgarischem Besitz, so kann sich die Versorgung Griechen- lands sehr glatt vollziehen. vom Seekrieg. London, 20. Oktober.(SB. T. 23.) Auf schriftliche Anfrage eines Parlamentsmitgliedes erklärte Mac Namara, daß bisher 183 englische Handclssch i f f e versenkt worden seien, außerdem bis zum 14. Oktober 175 Fischerfahr- zeuge. Athen, 19. Oktober.(28. T. B.)(Verspätet eingetroffen.) Das Blatt.Embros" meldet, es verlaute gerüchtweise, daß zwei Transportdampfer mit Truppen der Alliierten von einem O-Boot versenkt worden seien. Expedition: SW. öS, �inöenstraße 3. Ferulprccher: Amt Moritzplatz, Str. 151 90—151 97. In Serbien. Gemeinde und Staat. Die Stadt Berlin hat am Tonnerstag noch einmal eine eindringliche Mahnung an die Rcichsregierung gerichtet, nun endlich systematische und durchgreifende Maßregeln zur Versorgung des Volkes mit den notwendig- st e n Nahrungsmitteln zu ergreifen. Einstimmig nahm das kommunale Parlament einen von ollen drei Frak- tionen unterzeichneten Antrag an, in dein der Regierung die Wege gewiesen werden, die sie beschreiten muß, und zwar schleunigst beschreiten muß, wenn das schlimmste verhütet werden soll, und kein Staatssekretär und kein Minister wird sich leichten Herzens über die Forderungen hinwegsetzen können, die die Vertreter der größten deutschen Gemeinde mit dem Oberbürgermeister an der Spitze so nachdrücklich erhoben haben. Den Anstoß zu Debatte und Beschluß gab eine von, den Sozialdemokraten gestellte Anfrage nach der Lebensmittel- Politik des Magistrats. Indessen war es von vornherein klar, daß die Stadtverordneten auf eine höhere Stelle zielten und dem Magistrat Gelegenheit verschaffen wollten, im Anschluß au ihre Beschwerden auf die Schranken hinzuweisen, die einer crivrießticklsn Tätigkeit der Städte auf diesem Gebiete gesetzt sind. Das war eine Notwendigkeit, angesichts der wieder- holten Versuche, den Zorn der Massen von den verantwort- lichen Stellen im Staate auf die Kommunen abzu- lenken. �.Nicht. ach.ab diese allenthalben restlos ihre Schuldigkeit getan hätten— auch in Berlin bleibt noch mancher Wunsch zu erfüllen—, nicht als ob wir vergessen hätten, daß sie es verabsäumten, unseren immer"wiederholten Anregungen zu entsprechen und sckwn im Frieden das Problem der Mitwirkuilg bei der Nah- rungsmittelversorgung herzhaft anzupacken: ober wir können von ihnen nichts verlangen, was über ihre Kraft geht, und solange der Staat sich nicht entschließt, die nötigen Boraus- setzungen für ein erfolgreiches Arbeiten zu schaffen, schweben ihre Anordnungen in der Luft. Was helfen die tüchtigen Bürgermeister, die der Staatssekretär Delbrück vor einigen Monaten im Reichstag auf die Schanzen rief, wenn all ihr guter Wille und all ihre Fähigkeit immer wieder an die Hindernisse anrenilen muß, die dank der Passivität der Rc- gicrung nicht aus dem Wege geräumt werden I Genosse W u r m sprach es unumwunden und scharf aus, die bürgerlichen Redner sagten es mit einigen Verklausu- lierungen und der Oberbürgermeister Wermuth mit der durch seine Stellung gebotenen und durch seine Vergangenheit an- erzogenen Vorsicht in der Abwägung seiner Worte, daß die Städte im großen und ganzen mit ihrem Latein zu Ende sind und keine Verantwortung für die Folgen auf sich nehmen können, wenn die Regierung bestimniten Einflüssen unter- liegend dem freien Spiel der Kräfte, will sagen der selbstsüch- tigen Ausnutzung der durch den Krieg geschaffenen Kon- junktur mit verschränkten Armen zusachut. Mag sie auf die zahlreichen Verordnungen hinweisen, die der Bundesrat in die Welt gesandt hat:' von der Regelung der Brot- und Mehlfrage abgesehen, sind diese Verordnungen fast durch- weg wirkungslose Paragraphensammlungen, und alles was mit viel Geschrei als endgültige und glückliche Lösung.ge- priesen wurde, erwies sich in der Praxis als mehr oder weniger wertlos. Was bedeuten Wuchergcsetz und Prcisprüfungtzstelle? Das eine ist eine Pistole, die sehr bedrohlich aussieht, aber den Nachteil bat, nicht loszugehen, und das andere ist ein bureankratischcr Apparat. Mit Recht wies Wurm darauf hin, daß auf dem Asphalt kein Roggen und ans den Schmuck- Plätzen keine Kartoffel wächst, daß also die Berliner Preis- prüfiingsstelle weder die Möglichkeit besitzt, sich über die die Preisbildung beeinflnisenden Momente beim Produzenten zu unterrichten, noch in der Lage ist. bei ihm von dem ihr zu- stehenden Enteignungsrecht Gebrauch zu machen. Und was der Oberbürgermeister über die Verfügungen der jüngsten Vergangenheit, über die R e i ch s k a r t o f f c l st c 1 1 e und den Buttcrhöchstpreis für Berlin und die Provinz Brandenburg ausführte, das unterschied sich im Wesen nicht viel von dem, was auch hier über diese Halbheiten und llnvoll- kommenheitcn gesagt worden ist. Ter Grundpreis für die Kartoffeln wurde auf 55 bis 61 M. festgesetzt, aber die Gefahr liegt vor. daß die Zentralstelle für diesen Preis gar keine Kartoffeln erhält. Die Aussicht auf die etwaige Beschlag- nähme von 10 Prozent der auf den Gütern von über 10 Hektar geernteten Frucht schreckt nicht. Die meisten glauben, nicht an den Willen zur Enteignung. Na, und wenn wirklich cnt- eignet wird, so wird der kluge Landmann schon Sorge tragen, daß nicht die beste Ernte in die Hand der Behörden fällt, S?ic5er verwertet er auch Spetsekartoffetn für gewerbliche Zwecke und macht dabei bei den hohen Höchstpreisen für Kar- toffelpräparate ein ausgezeichnetes Geschäft. Die Butter- Verordnung des Oberkommandierenden in den Marken aber kann für Berlin verhägnisvoll werden, wenn nicht staatliche Maßnahmen schleunigst der Ablenkung der Ware vom Berliner Markt vorbeugen, wobei es noch sehr starken Zweifeln unter- liegt, ob die Art wie nach den Andeutungen in der Presse der Butterprcis fixiert werden soll, erfolgversprechender ist als die Methode, nach der man für billige 5iartoffeln sorgen will. Man sollte meinen, daß eine Kundgebung, wie die der Berliner Stadtverordnetenversammlung und des Berliner Magistrats, die Regierung veranlassen müßte, nun endlich aus ihrer durch das Paragraphengitter nur schlecht verdeckten Untätigkeit herauszutreten. Die Kräfte, die von anderer Seite auf sie wirken, sind stark, aber sie müßte sich ihrer mit dem Hinweis auf die imponierende Einmütigkeit aller Par- teien rn der volkreichsten Stadt erwehren können, zumal da sie imstande ist, darauf hinzuweisen, daß dieselben Wünsche, die aus Berlin ertönen, fast aus allen Städten des Reufics laut werden: H ö ch st p r e i s e für das ganze Reich, Beschlagnahme. Verhinderung von Ausfuhr- verboten aus einzelnen Provinzen und Lan- de steilen in das deutsche Inland— darin gipfeln die Fordenrngen. Werden sie vom Staat erfüllt. dann erst ist dem Eiter und der Geschicklichkeit stadtischer Selbstverwaltung die freie Bahn geöffnet. Freilich, darüber soll man sich keinen Illusionen hin- geben: es ist durch langes Zögern schon zuviel versäumt war- den, als daß wir uns von der jetzt einsetzenden Tätigkeit allzu- viel versprechen dürften, und wenn min Höchstpreise festgesetzt werden, die den in der Zwischenzeit erworbenen berechtigten Interessen der Händler Redmung tragen, so ist für Arbeiter- schaft und kleinen Mittelstand auch nicht viel gewonnen. Ob die Butter 2,80 M. oder L M. pro Pfund kostet, macht für den, der zuvor höchstens 1,50 M. anlegte, nicht viel aus, und die hohen Löhne, von denen auch in der Berliner Stadtver- ordnetenversanimlung wieder die Rede war, gehören leider zum guten Teil in das Reich der Fabel oder sie besitzen zum wenigsten nicht soviel Kaufkraft, daß der Arbeiter andere als die notwendigsten Bedürfnisse befriedigen könnte. Immerhin ist es möglich, daß die Grenze des Notwendigsten ein klein wenig weiter zu stecken, und selbst wenn sich das nicht erreichen läßt, so würde ein entschlossenes Vorgehen doch wenigstens die moralische Bedeutung haben, dem unerfreulichen Schau- spiel ein Ende zu machen, das weite Kreise der Bevölkerung. und zwar gerade die, die am lautesten das Durchhalten prc- digen, den Krieg als Konjunktur betrachten, und sich in einer Zeit, die zahllosen Menschen Leid und Sorge bringt, zum Schaden der Volksgesamthcit bereichern. Wir lieben das Argument nicht, es müsie etivaS geschehen, um die gute Kriegsstimmnng in der Bevölkerung zu erhalten. Wir sind der Meinung, daß die ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln und der Kampf gegen den Wucher Selbstzweck sein soll und nicht Mittel zum Zweck. Aber der Regie- r u n g müßte diese Erwägung eigentlich nahe liegen. Es könnte der Monient kommen, wo sich ihre Untätigkeit an ihr und dem Lande bitter rächte, und schon deshalb sollte sie den Satz beherzigen, mit dem der Berliner Oberbürgermeister seine Rede begann:„Die Zeit verlangt, daß gehandelt wird!" Der rusilsche Generalftabsbericht. Petersburg, 2t. Oktober. sW. T. V.) Amtlicher Bericht von gestern: An der Chaussee nördlich von Mitau bei Olai<2! Kilo« Meter nordöstlich) dauert der Kampf an. Im Walde östlich von der Chaussee wird an mehreren Stellen gekämpft. Unsere Jlja-Muerm- jetz- Flugzeuge erschienen gestern über dem Bahnhof Friedrichstadt südöstlich von Mitau, und warfen auf Gebäude und rollendes Ma- terial mehrere Dutzend Bomben. In Gegend Dünaburg an der Chaussee Dünaburg— Nowo- Alexandrowsk machten die Deutschen einen Angriff, den wir gegen den Meddum-See zurückwarfen. Nördlich vom BoginSkoje-See griffen die Deulschen bei Murmischki an. Wir warfen sie durch Feuer zurück. Auf dem linken Styruser setzte» unsere Truppen die Verfolgung deö Gegners, welcher sich in Un- ordnung zurückzog, und in den Wäldern zerstreute, fort. Wir be- setzten nach Gefecht das Borwerk nördlich vom Dorfe Muczyce (1.3 Kilometer nördlich von Nafalowka). Bei dem Dorfe So- bieszczyce am Sthr nördlich von Rakalowka(3 Kilometer) warfen Ivir einen Angriff des Gegners zurück, machten von neuem Gc- fangene und erbeuteten Maschinengewehre. Ergänzend wird ge« nieldet, daß sich unter den gestern angegebenen gefangenen Offizieren deS 1. Grenadier-Regiments außer dem Bataillonskommandeur auch sein Adjutant und sieben Kompagniesührer befinden und unter den genommenen Kanonen eine geschlossene Batterie zu vier Haubitzen, vollkommen instand und mit vielen Geschossen war. Melöung öer italienischen Heeresleitung. Ziom, 21. Oktober.(23. T. 83.) Kriegsbericht von gestern: Am 19. Oktober dauerte unsere Offensioaktion in Tirol und im T r e n t i n o mit glänzenden Erfolgen fort. Im Judicaria- tal nahmen wir im Sturm den Palonegipfel nordöstlich von Condino, eine starke, beherrschende Stellung, den Ausgang des DaonetaleS und den obersten Teil des LedrotaleS, da« mit zwei Reihen Schützen- graben, teilweise in Felsen eingehauen, versehen war. wir machten achtzig Gefangene, darunter vier Offiziere. Der Rest der österrelchisch- ungarischen Besatzung ergriff die Flucht in« Lagarinatal. Wir vervollständigten die Altion vom 13. d. M., indem wir die Höhen nördlich und nordöstlich von Crosano, die ebenfalls mit zablreichen gut ausgebauten Schützengräben befestigt waren, nahmen. Vom St. Bernard und auf dem Monte Biaena hat der Feind darauf durch heftiges Artilleriefeuer versucht, uns aus den von uns be- setzten Stellungen zu vertreiben, jedoch ohne Erfolg. Im oberen Cordevole dauerte der Angriff ebenfalls an und setzte uns in den Besitz von Sief auf den Abhängen des LanapasseS. Im Gebiete von Falzarego erreichten unsere Alpini den kleinen Lagazuol. Im Fellatal griff der Feind am 18. und 19. Oktober mehrfach unsere vorgeschobenen Stellungen an, wurde aber beständig zurückgeschlagen. Am oberen und mittleren I s o n z o und auf dem Karst dauerte der Geschützkampf mit kleinen Jnfanteriegefechten fort. Gestern hat ein Geschwader unserer Flugzeuge einen neuen Angriff auf daS feindliche Flugfeld von Aissovizza mit sichtlich befriedigendem Ergebnis ausgeführt. Die Flugzeuge sind, obgleich sie dem Feuer der zahlreichen gegnerischen Artillerie ausgesetzt waren, unversehrt zurückgekehrt. Cadorna. 3m Höhepunkt öes Weltkrieges. Bon Richard Gädke. Berlin, 29. Oktober. DaS meiste Interesse nehmen nach wie vor die Ereigniffe in Serbien in Anspruch. Ob dort»un gerade die Entscheidung des Krieges fallen wird, läßt sich natürlich jetzt noch nicht beurteilen. aber eine starte Kraftprobe zwischen den beiden Mächtegruppen wird eS in jedem Falle werden. Wir werden mit einer gewissen Spannung beobachten dürfen, wie sich dort der Vierverband aus einer Lag« herausziehen wird, die offenbar für ihn ungünstig und für uns günstig zu sein scheint. Am 5. Oktober sind die ersten Ab- teilnngen von Franzosen und Engländern in Saloniki gelandet; mit einem Heere von 309 000 Mann, ja von 400000 bis 500000 Mann wurde der bulgarischen Regierung gedroht; man forderte in französi- schen und englischen Zeitungen selbst noch größere Massen. Soweit man aber den bis zum 19. Oktober vorliegenden Nachrichten trauen darf, waren an diesem Tage noch nicht mebr als 40 000 Mann ge- landet. CS ist sehr ungewiß, ob diese kleine Truvvenmacht schon ihren Vormarsch nach Serbien angetreten hat. Natürlich würde sie nicht mehr als einen Tropfen auf einem heißen Stein bedeuten, und kaum imstande sein, die wichtige Bahn Saloniki— Uesküb— Nisch gegen die Angriffe der Bulgaren zu sichern. Das Zögern der Gegner scheint darauf zurückzuführen zu sein. daß sie nicht fähig sind, die erforderliche Truppeninacht herbei- zuschaffen. wenn sie nicht die Dardanellenunternehmung aufgeben wollen. Dagegen aber sträuben sie sich aus moralischen Gründen ihres politischen Ansehens. Der Abmarsch aus der Halbinsel Gallipolt würde in der ganzen mohammedanischen Welt ein außerordentliches Aufsehen erregen und bis nach Indien hinein sich fühlbar machen. Es kommt aber ein sehr wichtiger militärischer Grund hinrn. In dem gleichen Maße, in dem die französischen und englischen Truppen ihre ruhmlosen Banner einrollen und auf Transportschiffe verstauen. werden auch lürkische Truppen, die jetzt dort gefesselt sind, für andere Aufgaben verfügbar. Der Vierverband steht also vor sehr weit» tragende,! Entschlüsien. und seine Lage im Südosten wird um so bedrohlicher, als von Rußland und Italien keine wesentliche Unter- stützung zu erwarten ist. Das erster« kann nicht, solange Rumänien nicht auf seine Seile tritt; Italien aber will nicht und hat wahr- scheinlich Gründe dazu, die der Gang des Krieges an der öfter- reichitchen Grenze durchaus begreiflich macht. Inzwischen also haben die Heere der beiden Mittelmächte und Bulgarien« es nur mit den Serben allein zu tun; und so gestaltet sich die Loge für dies« durchaus ungünstig. Natürlich darf man seine Hoffnungen nicht zu weit spannen und nicht glauben,� daß Serbien in 14 Tagen übsrrannt sein wird, denn der Widerstand seiner Truppen ist offenbar ein sehr tapferer und sogar erbitterter; man darf auch die Kräfte nicht unterschätzen, die unseren Armeen entgegentreten. Es scheint, als ob da» ganze Volk oder wenigsten» beträchtliche Teile außerhalb der regulären Sircitkräsie sich an dem Kampfe beteiligen. An dem Ende kann das nichts ändern; aber es macht den Krieg er- bittet ter. Nach unseren amtlichen Nachrichten sind die Hmchtkräfte der verbündeten Streitmacht von Norden ber über Donmi und Save in das Land eingebrochen, die Armee KveveSz und die deutschen Truppen Mackensens zu beiden Seiten von Belgrad, die Armee Gollwitz weiter östlich. Andere Teile sind auch über die Drina von Bosnien ans vorgegangen; sie haben besonders hartnäckige Kämpfe in der Matschwa. dem fruckubaren aber nassen Land« südlich der Save zu bestehen gehabt. Die Natur dieses Raumes, durcki den überwiegend schmale, auf Dämmen verlausende Wege ziehen, gestaltet den Kampf hier besonders schimeng. Aber auch von der Dona» steigen die wegarmen Höhen sofort steil an und erdeben sich nach Süden bin zu immer schrofferem Berggelände. Das macht daS Vordringen für unsere op'ermutigen Trupvcn besonders schwierig. Am 9. Oktober war Belgrad genommen, am 17. abends befanden sich unsere Bor- Iruppen in der Linie Cvetkow Grob— Vrcin— Bocevac. 18— 2e> Kilomeier südlich Belgrads, bcziv. südlich der Donau. DaS darr, wie gesägt, nicht Wunder' nehmen. Wenn man hinter sich eine» Ab- schnitt hat, wie die breite, tiefe und mächtig strömende Donau, dann muß man nach dem Uebergang sich Brückenköpfe schaffen und die Verbindung mit der Heimat in jeder Weise sichern, ehe man den allgemeinen Vormarsch in Feindesland antritt. Während die deutsch-ösierreichischen Heere vom Norden und Nordwesten in Serbien eindringen, kommen ihnen die bulgarischen vom Osten und Südosten entgegen. Soweit man ans den hierher gelangten Nachrichten sehen kann, sind drei bulgarische Armeen gegen «erbien eingesetzt. Die erste Armee geht gegen das Timok-Tal und die dort von Nisch zur Donau führende Bahn vor, über die Serbien bisher reichliches Kriegsmaterial von Nußland bezog. Die Armee scheint am 11. Oktober die Grenze überfchritten zu haben; sie hat sich deS befestigten Ortes Zajccar»nd der Stadt Kujazevac bcmäch- ligt und die Bahnverbindung bereits unterbrochen. Eine zweite Armee geht mit dem rechten Flügel im oberen Moraw-Tal gegen Prrot, mir dem linken Flügel a»f Egri Palanka vor, um da« im zweiten Ballankriege so heiß gekämpfl wurde. Ei»» drrtie Armee endlich scheint harr nördlich der gricchiicheir Grenze im Strumiza- Tale gegen die Babn Saloniki-Ucsküb vorzustoßen. An allen Orlen ist eS bereits zu Kämpfen mit serbischen Truppen gekommen, die also überall ihre Grenze unmiltelbar zu verteidigen bestrcbr sind. Ohne sehr starke Hilfe von außen haben die Serben keine Aussicht, ihr unvermeidliches Schicksal wenden zu können, und sie sind sich darüber ohne Zweifel auch klar. Ihr Rückzug scheinr auf die Linie Mitrowitza— Uesklib geplant zu sein, soweit man nach der Verlegung des Regierungssitzes schließen darr. Aus'oer jetzt bekannt gewordenen Zahl der Divisionen, mit der die Franzosen und Engländer gegen unsere Stellungen in der Champagne und im ArtoiS angerannt sind, gebt die ungeheure Wucht und die Enischloffenheit hervor, mit der sie diesmal das Kriegs- glück zu erzwingen und unsere Heere an« Frankreich hinaus zu werfen suchten. Danach allein und nicht nach ihren einzelnen Erfolgen muß man das Gesamtergebnis ihrer großen Offensive beurteilen. Joffre hat im Arlois 31. in ver Champagne 35 Divisionen eingesetzt und bat zur Ausnutzung des EirolgeS noch 12 Infanterie« und 15 Kavallerie-Divisionen bereitgestellt gehabt. Er selbst nennt daS drei viertel der sranzösischen Streitmacht, die also auf nicht höber al« 105 bis 110 Divisionen zu veranschlagen wäre. Nun wird nian ja seinen Hinwei» auf die ge- ivallige Truppenmcnge in einschränkendem Sinne auslegen müssen; die 66 in erster Linie zur Verhägmig stehenden Divisionen(von 1,3 Millionen Köpfe) werden wohl nicht nur in den unmittelbar zum Hauptangriff bestimmten Abschnitten, sondern auch in den rechts und linlS unmittelbar anlchließenden Nachbarabschnitten bestanden haben. Gonst wären in der Champagne z. B. auf einen Raum von 25 Kilo- meter 35 Divisionen vorgegangen, d. h. jede Divilion bäite nur ein« Fronibreiie von 700 Mieter zur Entwickiung gehabt. Da hätten sich die Masicn mebr gehindert als genützt. In jedem Falle aber ersieht man daraus, gegen welche lieber« macht unsere Truppen anfänglich zu ringen hatten; nur ihrer unver- gleichlichen Ausdauer ist es zu danken, wenn der mehrfach überlegene Feind keine besseren Erfolge davongetragen bat. Welche gigantischen Ausdehnungen die Schlacht gewonnen hat. geht auch aus der Zahl der Geschütze hervor, die zur Unterstützung des Angriffes in Stellung gebracht waren. Wie eine Windsbraut sollte der Hagel der Geschosse über unsere Reihen hereinbrechen und wie ein Widder sollten die stürmenden Massen sie niedertrampeln. Wir brauchen darum gar nicht mehr zu übertreiben, um die Helden- hafte Widerstandskraft unserer Truppen in da» rechte Licht zu setzen. Man hat von 50 Millionen Geschossen gesprochen, die in der Cham« pagne allein in den drei Tagen vom 23. biS zum 25. September von den Franzosen gegen unsere Schützengräben geschleudert worden seien. Das ist natürlich eine Fabel. Nach der— abgerundeten— von Joffre genannten Zahl von 5000 Geschützen kamen im Durch- schnitt aus jede Division 12 Feldbatterien und 9 schwere Batterien, auf 35 Divisionen also 420 Feldbatterien und 815 FesiungSbalterien oder im ganzen 2940 Geschütze. Danach hätte jede« Geswütz durch« schnittlich 17 000 Schuß in drei Tagen verfeuert— selbst völlig neue, ungebrauchte Feldgeschütze hätten das nicht annähernd ausgehalken, auch nicht annähernd verschießen können, von den ganz schweren Ge« schützen gar nicht zu reden. Wer von den kaltblütigsten Beobachtern aus unserer Seite sollt« die Zahl der einschlagenden Geschosse auch nur oberflächlich haben einschätzen können? Man sieht au« dieser Zahl nur das eine, wie furchtbar der Eindruck de« französischen Feuer« gewci'en sein muß! Beiläufig würde eine Zahl von 50 Millionen Geschossen einen Wert von kliva einer Milliarde Mark repräsentieren(in Anbetracht der vielen Geschosse ans schweren Beschützen).— Di« Hälfle des in Amerika jüngst anfgenommenen Pumps wäre dann in den drei Anfcmastaaen der Champagne-Schlacht bereits verpulvert worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird in Wirklichkeit noch nicht der sechste Teil der angegebenen Zahl ver- schössen worden sein, wenn man— sehr hoch!— auf jedes Feld- geickuitz tausend Schuh für jeden Tag und auf die FestungSgeschütze weniger rechnet. Auch das ist ja immerhin eine Handvoll und ergibt immer noch einen Wert von 150 bis 200 Millionen Mark. Dazu käme dann noch die im Artois verschossene Munition. Wir sehen, daß auch des Materials und des Geldes wegen solche Schlachten wie die in der Champagne nicht allzu oft wiederholt und nicht allzu lange ausgedehnt werden können. Man muß schon mo- natelang für st« sammeln und sparen. Glücklicherweise I der französische Tagesbericht. Paris, 20. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von heute nachmittag: Im Laufe der Rächt kein größeres Gc- iecht. Im Abschnitt« von LihonS legte unsere Artillerie auf die deutschen Schützengräben Vergeltungsfeuer, welches Maschinen- gewehre und Schützengrabenkampfwerkzeuge, welche auf unsere Linien feuerten, zum Schweigen brachte. In der Champagne, in der Nähe de» Tahurehügel«, zwischen Maas und Mosel nördlich von Flirey bombardierte der Feind unsere Stellungen. Wir antworteten krästig. PariS, 21. Oktober.(W. T. B.)» m t l i ch e r B e r i ch t v o n g e st e r n a b e n d. Im Lause de« Tages besonders heftige Ar- tillerielämpfe nördlich von Arras im Abschnitt von Loos, im Walde von Givenchy und längs der Straße nach Lille. Konzentrisches Feuer unser Batterien sprengte große Munitionslager in den feind« lichen Stellungen nördlich der Atsn« und nördlich von der Navarin- sann in die Luft. Die Deutschen beschossen abermals unsere Front östlich von ReimS zwischen dein Hügel(?) und Prunay mit Granaten aller Kaliber und Stickgasgeschossen sehr heftig. Unsere Geschütze erwiderten kräftig. Bon der übrigen Front nichtS zu melden. Die Krise im englischen Kabinett. London, 21. Oktober.(23. T. 59.) Msidung de« Reuterschen Bureaus. Sir Edward C a r s o n gab im Unterhanse Aufklärungen über die Ursachen seine? Rücktrittes. Er sagte, daß im Kabinett ebensowenig wie im Haus« oder im ganzen Lande jemals Meinungsverschiedenheiten darüber bestanden hätten, daß der Krieg um jeden Preis bis zum entscheidenden Ende weiter- geführt werden müsie. Auch die Wege, die auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen einzuschlagen wären, um den Krieg zu einem günstigen Ende zu bringen, seien keineSiveg» Gegenstand einer MetmiiißSvcrichiedenheit gewesen. Er sehe sehr wohl ein, welche Schwierigkeiten für England dadurch entstünden, daß die Krieg- sührung stet« in Uebereinsiimmung init den Bundesgenossen bleiben und zuweilen auch den«utfassunger befrruitdetcr neutraler Länder Rechnung tragen müsse. Die neue Lage aus dem Balkan mach« seiner Meinung nach ein wohldurchdachtes, genau vorgezeichnetes und tatkräftiges Austreten der englischen Regierung nötig, und da er sich mit den vom Kabinett beschlossenen Maßregeln in keiner Hinsicht habe einverstanden cr-r- klären können, sei er der Ansicht gewesen, daß sein Verbleiben im Kabinett in dieser Zeit, da groge Kraft und Festigkeit gebraucht würden, das Kabinett nur hätte schwächen können. Die Luftangriffe im Unterhaus. London, 20. Oktober.(W. T. B.) Unterbau«. Bryce fragte, ob bei den Luftangriffen künftig alle Lichter der Themiebrücken ausgelöscht und der Tramdienst entlang der Themseufer entweder eingestellt oder die Lichter der Wagen gelöst werden würden. UntrrstaatSsekrelär D r a c e antwortete, die geltenden Vorschriften seien auf Veranlassung der Adiniralilät erlassen worden. Sie würden abgeändert werden, wenn neue Ersahrungen eine Verbksserung möglich machten. Brace sagte ferner, daß die Vorschriften über da« Herablassen der Fenster vorhänge der Eisenbahnwagen verschärft werden sollten. B r p c e sragre den Vertreter des KriegSamtS, ob di« im Dienste befindlichen Flugzeug«, deren Aufgabe die Beschirmung Londons war, am 13. Ottober, abend» 6 Uhr, kurz vor dem Lustangriff außer Dienst gestellt wurden und ob andere Flugzeuge Befcbl erhielten. ihre Stell« einzunehmen, ferner ob bei der Ankunft der Zeppeline sich Flugzeuge auf Wacht befanden und wieviele e» waren. T e n n a n t lehnte die Beantwortung ab. die an die Admiralität gerichtet werden müffe. Die unter miltlärischem Befehl stehenden Flugzeuge seien am 13. Oktober, 6 Uhr abend«, nicht vom Dienst enilassen worden. Al« die Zeppeline sich über England befanden, seien fünf Militär» flugzeuge ausgestiegen, drei von ihnen gleichzeitig. B r y c e sragte, wieviele Über London gewesen seien. Tennant erwiderte: ich glaube drei. In Beantwortung einer Frage, ob da» Kabinett Re« pressalten gegen dt« Luftangriffe plane, antwortete ParlainentSsekrciär Tennant, die Frage der Repressalien bilde den Gegenstand von Beratungen. Da« königliche Fliegerkorps sei eine miliiärt'che Einrichtung und werde zu militärischen Unter- nehmungen verwendet. Die verabscheuensivürdtgen Angriffe des Feinde» auf unverteidigte Siädte und wehrlose Bürger sollten nicht dazu führen, die Tätigkeit dieser Waffe von den eigentlichen mili- tärüchen Pflichten abzulenken. Tennant teilte weiter mit, der Offizier, der in der Suvlabai den Oberbefehl hatte, sei seines Kommando« enthoben worden. Die Stimmung in öer englischen Mrbeiterschafl. Zur Beurteilung der Stimmung in der englischen Arbeiterschaft ist es nicht ohne Interesse, daß die Auslage de«, Labour Leader', deS Organs der knegSgegnernchen Unabhängigen Arbeilerpartei. in den letzien zwölf Monaten um 18 000 Exemplare gestiegen ist. Di« .Justice', das Blatt der tm großen und ganzen weniger oppositionell gerichteten British Sodalist Pariy, befindet sich dagegen wieder ein« mal in schweren Geldnöten, und dasselbe wird glaubhaft vom .Clarion' verstchert, in dem Rob. Blatchford— nicht erst seit Be- ginn des Kriege»— Sozialismus und deuischfressertschen Nationa- lismu» in einer höheren Einheit zu verbinden sucht. Nicht minder bezeichnend sind die Szenen, die sich auf der Trauerfeier sür Keir Hardi« in GlaSgow abspielten. Als Nob. Smillie, der Führer der Bergarbeiter, der durchaus auf dem Standpunkt der Unabhängigen Arbeiterpartei steht, davon sprach, daß alle Kriege kapitalistische Kriege seien, wollte der Beifall der Riesenveriammlung kein Ende nehmen. Aber er wuchs zum Jubel, al« Ramsay Macdonald das Wort ergriff. Die fünftausendköpfige Menge erhob sich von den Plätzen. Man winkte mit den Taschentüchern und brachte dem Redner eine Ovation, wie ste selten einem Arbeiterführer zuteil geworden ist. DaS war der Grub der Proletarier an den Mann, in dem sie Ksir HardieS Nachfolger erblicken, und das war zugleich der Ausdruck der Syinpathie für den Politiker, den die Nortlicliffe-Presie als Prodeutschen beschimpft. weil er es gewagt hat, seiner internationalen Ueberzeugung auch während de? Krieges treu zu bleiben. Englische Verlufte unü Rekrutierung. London, 20. Oktober. sW. T. B.) Der politische Kor- respondent der ,, Daily Mail" stellt fest, dag die anitliche Verlustziffer des DardancllenhcereS mit 96 899 Mann die Erkrankten nicht enthalte. Amsterdam, 2l. Oktober.(W. T. V.) Wie der.Nicuwe Courant� aus London meldet, wurden in der City gestern gemäst Lord Derbys RekrulierungSplan die unverheirateten Männer aufgerufen. Tie können erst 14 Tage nachdem sie den Aufruf erhalten babeir, zum Militärdienste eingezogen werden. Die, welche in den Listen eingetragen sind, aber nicht sofort benötigt werden, erhalten 3 Schilling täglich. Eine Kdeüensliga englischer ßrauen. Vor kurzem ist in London eine Britische Sektion der Jnter- nationalen Fraucnliga für dauernden Frieden gegründet worden. Die Liga will das auf dein Haager Jriauenfriedcnskongreh im April begonnene Werk fortsetzen, und die britische Sektion hat die Aus- gäbe übernommen, vor allein in England Verständnis für die Ziele der Liga zu erwecken und die Entsendung von britischen Delegierten zu dem Frauenkongreß vorzubereiten, der in derselben Zeit stattfinden soll, wenn einmal die Mächis zur Formulierung der FricdcnSbedingnngen zusammentreten werden. Die Frauen verlangen nicht einen unehrenhaften Frieden, sondern einen, der auf den Prinzipien der Gerechtigkeit und Menschlichkeit auf- gebaut ist. Die Grudlagen des Friedens, wie ihn die Frauenliga er- strebt, find folgende: „l. Die Errichtung des Prinzips dcS NeebiS statt der Macht, und des Zusammenwirkens bei Konflikten in nationalen und iniernatinale» Angelegenheiten; 2. die Emanzipation der Frauen und der Schetz ihrer Interessen, einschließlich a) ihre Zulassung zum pariamentarischeu Wahlrecht; b) ihre Zulassung zu natio- nalen und internationalen lliäten(oouneil»); c) die Errichtung ihrer wirtschafilichen ilnabhängigseit und gesetzlichen Frciheii. Bezüglich Punkt 1 erklärte die GründungSkonferenz ihre Zu« stimmung zu folgenden Prinzipien: a) Die Stärkung der Demo- kl«t!cn der Welt durch Einbeziehung der Frauen in die Reihen des gleichen Bürgerrechis; b> die Erziehung der Demokratie in der Verantwortlichkeit für international-: Beziehungen und die Schaffung oder EntWickelung der konststutionellen Einrichtungen, vermöge deren sie Kontrolle über die auswärtige Politik durch ihre parlamtniarischcn Vertreter ausüben können; c) der Schutz der Rechte und Interessen d?r Kinder und Jugendlichen nnd ihre Erziehung in dem Ideal des naiionalen nud iutcrnatio- nalen ZrifammenwirlenS; ck) die Nieerkennung des Rechts von Vtännern und Frauen, die Negierung ihres Landes zu bestim- men und die Verneinung des Rechts der Annektierung durch Eroberung; e) die Rufgabe der Tvcorie vom Gleichgewicht der Mächte, die Verweisung internationaler Streiligrcitcn vor Schiedsgerichte oder Versöhnungsinstanzen, und die Schaffung der internationalen Eiurichtungru, die kür diese Zwecke nötig sind, einschließlich eine stäudige.Körperschaft für internationales tzkchi; k) internationale Uedercinkunft, soziale nnd ökonomische Pression auf ein Land auszuüben, das zu den Waffen greift, anstatt seine Sache dem Schiedsspruch oder der vcrsöhnungS- instnuz zu unterbreiten; g) die Ausschaltung privaten Profits in der Herstellung und dem Handel mit Krtegtwaffen und Munition als ein Schritt zur allgemeinen Abrüstung;>0 die Förderung der Handelsfreiheit und Oennung der' Handels- straßen für alle Nationen zu gleichen Bedingungen; i) darauf bestehen, daß Jnvcftorrn. die ihr Kapital im Ausland anlegen, das auf eigene Gefahr tun ohne Rücksicht auf offizielle Be- schützung ihres Eigentums durch die eigene Regierung." Das mxekutivromitee der Britischen Sektion wird von Frauen gebildet, deren Namen sowohl in der Frauenbewegung wie in der Arbeiterbewegung einen guten Klang haben. Unter anderem ye- hören ihm an: Miß Margaret Bondficld, MrS. Swanwick, Miß Royden. Miß Marshall, Miß I. O. Ford. Dr. Ethel Williams, Miß Margaret Aslston, Miß Mncmillan. Mrs. Pothick Lmvrenec, Miß Leas, MrS. Bruce Glasier, Mrs. Philip Suotvden und Mrs. Despard. Knegsfteuern in Italien. Rom, 21. Oktober.(05. T. B.) Meldung der Agenzia Siefani. Ein königliches Dekret setzt solgende Steuern für die Dattel des Krieges fest: 1. Für diejenigen, die leinen militärischen Dienst tun. 2. Auf Einkommen der VcrivaltungSralsmitgliedcr von Attiengelellschaftsn. 3. Umgestaltung der Steuern und Gebühren für Stempel. Aklen, Quillungen, Wechsel, Schecks, HandelSbilchcr. Ausfertigungen. Hyvothekartaxen, Taxen für Bewilligungen für das Tragen von Revolvern, Taxen für dir von der Regierung erleilten Konzesstonen. Taxen auf ÄtnobillettS. 4. Umgestaltung der Kaiastergebühreu. 5. Post- und Telegrophentaxeii, insbesondere für Telephonabonnements und postlagernde Sendungen im Innern des Königreiches. Die Btälter schätzen das Ergebnis der neuen finanziellen Maßnahmen für daS Jahr auf 60 Millionen Lire. Gegen öle italienische Reaktion. „Avanti" teilt über die Sitzung de» in Turin tagenden Vor- standcs der italienischen sozialistischen Partei mit, daß dort über die Zimmerwaldcr Konferenz Beucht erstattet und des längeren diS- kuiiert worden sei. Den Bericht erstaitetr Parteisekretär Lazzari. Er wurde ergänzt durch Genossen Morgart. Nach Schluß der Diskussion wurde eine Resolution gefaßt, welche aber von der Zensur unter- drückt worden ist. Die Resolution drückt die Zustimmung zur Zimmcrwatder Konferenz a»S. Da» gleiche Schicksal erreichic den Bericht über die ganze Dieiistagnachmittagentzuiig. Dem„Gccolo* wird darüber lotegriiphieri- In einer Sipung der Leitung der ilaliennchen iozialtstiichen Partei nabmen die DirelliotiSmnglieder einstimmig eine Tagesordnung an, in tvelcher die politische Haltung der Regierung, da sie jeder Achtung der Gedanken-, HandlmigS- und tveclamniltmgskreibeit entgegciigeietzt sei. getadelt wird. Die»Slampa" bringt einen ausführlichen Bericht über die von der Leitung der ilalicnischeir sozialistischen Partei gesatzten Beschlüsse. Durch die Tagesordnung bezüglich der inneren Politik wird die sozialistische Gruppe der Kammer eingeladen, in der Kammer gegen die Zensur, gegen die Jnternierung italienischer Staats« angehöriger, gegen den Krieg, gegen die wirtschaftliche Aus- beulung der Arbeiter, gegen die fiskalischen Maßnahmen und schließ- lich gegen die Nichleinberiifung der Kammer zu protestieren. Russische Stimmungen. Die Pariser„Nasche Slowo" veröffentlicht einen Bericht ihres skandinavischen Korrespondenten, der das Urteil eines aus Petersburg nach der Schweiz reisenden russischen Partei- genossen über die jetzige Lage Rußlands wiedergibt. Obwohl dieser Bericht sich auf die Zeit vor der Vertagung der Duma bezieht, hat er auch jetzt aktuelles Interesse. Wir bringen deshalb einen Auszug aus dem Bericht, soweit er einen rein informatorischen Charakter trügt. „Die setzige Lage— heißt es in dem Bericht— die Krise, die der russische Staat jetzt durchlebt, die Niederlagen und die Invasion der deutschen Truppen Uberzeugen alle von der völligen Untauglichkeit der russischen Bureaukratie. Das Streben nach Befreiung von dem deutschen Einfluß prägt sich am deutlichsten in den Kreisen der großen Industrie aus. Deshalb spielen diese Kreise eine führende Rolle im Kampfe gegen die Bureaukratie und Deutschland. Sie wollen von einem Frieden mit Deutschland und einer Aussöhnung mit der Bureaukratie nichts hören. Ihre Parole ist: eine neue Regierung tstcht aus den Reihen der Bureaukratie, sondern aus der„Gesellschaft". Sie werde» sich sogar mit einer mehr oder weniger liberalen Bureaukratie an der Spitze der Re- giertlng nicht zufrieden geben. Die Kandidatur K r i w o- s ch e i n S oder KokowzewS ist deshalb hoffnungslos. Die Großindustriellen wünschen eine Regierung nur aus ihren eigenen Reihen. Am wahrscheinlichsten ist deshalb eine Re- gicrung aus den Reihen der O k t o b r t st e n. Man nennt viele Namen, aber man kann noch nicht sagen, wer zum Ministerpräsidenten ernannt werden wird. Möglich sind Gutschkow oder RodSjanko, Lwow oder Tschelnokoiv. Zeder politisch Denkende in Rußland, ausgenommen'die Bureaukratie, ist für die Fortsetzung des Krieges. Jeder politisch Denkende stellt sich klar vor. daß eine ent- schiede«« Niederlage im Kriege den wirtschastlichon Einfluß der Deutschen im Lande verstärken, die Macht der reaktionären Bureaukratie festige» und die jetzt begiunciide sreihcitliche Ent- Wicklung hemmen würde. Die angestrebte neue Regierung wird eine Regierung der nationalen Verteidigung sei»... Bisher hat weder die zentrale Parteileitung noch die Dumafraktion die Stellung geändert, die sie seit den ersten KriegStagen eingenommen haben. Wir sind Internationalisten, erklären sie, wir wollen von keinem Nationalismus etwas wissen. Wir wollen Frieden um jeden Preis. In der letzten Zeit jedoch beginnen die Anschauungen sich zu wandeln. Die Stimmung in Nußland ist infolge der Niederlagen gedrückt, und die Sozialdemokraten können die Augen vor dem Unglück nicht verschließen, das mit einem Sieg Deutschlands verknüpft ist. Deshalb werden in sozialdemo- kratischen Kreisen Sympathien wach für die Parole der „nationalen Verteidigung�, freilich nur unter bestimmten Be- dingungen, bei Einführung von Reformen. Vorläufig läßt mau die Dtuge sich entwickeln, alles ist im Fluß und alle warten, was sich ans den Dingen entwickeln wird. Wir wollen vorläufig die Gesellschaft nicht zwingen, sich unsere Wünsche zu eigen z» niachen; die Ereignisse arbeiten uns selber in die Hände. Etwas zu tun ivird unmöglich sein, bis ein oktobristtsches Ministerium eingesetzt und die wichtigsten Forderungen des Volkes auf dem Gebiete der Freiheit nnd der Selbstverwaltung verwirklicht sind. In dem Augenblick aber, wo die Freiheit der Versammlungen, der Rede und der Presse eingeführt werden» wird unser Einfluß sofort bemerkbar werden... Die Frage, welche Taktik die Sozialdemokratie unter der neuen Regierung nach Einführung von Reformen befolgen, und insbesondere welche Stellung sie in der Frage der Kredit- bewmigung einnehmen würde, ließ der Genosse unbeantwortet. „Eines aber— erklärte er kann ich mit Sicherheit sagen: Die Fraktion wird unmittelbar gegen den Krieg nicht kämpfen. Von hier ist es aber weit bis zur positiven Arbeit und der Teilnahme an der nationalen Verteidigung." Nieöerlagen und Reformen. Manchester, 21. Oktober.(W. T. B.j Der«Manchester Guardian" schreibt in seinem Leitartikel: In Moskau den Belagerungszustand erklären, heißt ausdrücklich ankündigen, daß di« russische Rr» gicrung entschlossen ist, jede politische Reform ab« z u l e h n e n und die Reformbewegung entschieden zu unterdrücken. Der Zeiipunlt ist für diese Maßregel besonders unglllcküch gewählt. Solange der deutsche Vormarsch kräftig vor sich ging, hörte die russische Regierung aufmerksam auf die Duma. Sie wurde aber taub, als Deutschland von Rußland abließ, und eine Diversion nach dem Balkan unternahm. Man übt während des Krieges nicht gern Kritik an einer berbündeten Regierung, aber dir schärfsten Kritiker der russischen Regierung befinden sich in Rußland selbst, und alle Parteien zeigen eine beispiellose Einigkeit in dieser Kritik. Stockholm, 21. Oktober.(T. 1l.) Die Vertreter der Dnmafraltionen haben im Taurischen Palast unter RodziaukvS Porsitz die wöchentlichen Zusammenkünfte wieder auf- genommen, die schon im Juli dort staltgefunden haben. Die vom Kongreß der SemstwoS und Stadt Vioskau bestimmten sechs Ver« treter, dir dem Zaren die Entschließung des Kongresses mitteilen sollten, haben keine Audienz erhalten können. Eine Zrauenöemonftration und ihre Zolgen. Fünfzigtausend sndasrikanische Frauen hatten vor einiger Zeit eine Petition für die Begnadigung De Wels und anderer Führer de» Aufstand»» unterzeichnet, gwtieinbalbtausend Frauen brachten sie in einem Aufzuge zum Generalgouverneur. Eine der Teil- nehmertnnen an der Kundgebung, die Lehrerin an der böheren Mädchenschule in Pretoria, Fränl. Sotpieter, ist nun entlassen worden. Asrika, du hast eS nicht besser... politische Ueberflcht. Wirtschaftskrieg auch nach dem Kriege? Selbst in Parteikreistm ist vielfach die Behauptung ver- treten wurden, daß auch nach dem Kriege der Vierverband den Wirtschastskampf gegen die Zrntralmächte fortsetze» iverde. In bürgerlichen Kreisen bat man deshalb ei» engeres zollpoli- tuches Bündnis zwischen Deutschland und Oesterreich empfohlen. Professor H o e tz s ch tritt nun in der„ K r c u z» Z e i t u n g" obenfallS für eine Annäherung der beiden Zentralmächte ein, aber nur aus rein politischem Interesse zwecks gemein- samer Onentpolttik. Die wirtschaftliche Begründung lehnt er geradezu ab: «Daß eine solche Einigung Oesterrelch-UngarnS keinen Abschluß gegen Deutschland bedeuten dtirse, sondern die Bahn zu engerer Annäherung freihalten müsse, darüber sind die Presseäußeruiigen, die uns zu Gesicht gekommen sind, durchaus einig. Wir möchten dafür gar nicht einmal so viel Wert auf die Boranssage legen. daß unsere Gegner auch nach dem Kriege uns geschlossen gegen« überstehen werden. Daran glauben wir nicht recht, weder bei Frankreich noch bei Rußland und am allerwenigsten bei England. Daß dieses seine Verbündeten zwingen werde, ohne seine Zustlmmnitg keine Handeleverträge abzuschließen, halten wir schon deshalb für nicht wahrscheinlich, weil da» Interesse England« nach dem Kriege gar nicht in dieser Richtung geht." DieseS Urteil ist äußerst interessant. Es enthält eine Kritik der viel verbreiteten Furcht vor England für die Zeit nach dem Kriege. Tie Erörterung der 5?riede»Sbeding«ngea. Die„Kreuz- Zeitung" halt den Vorschlag deS konservativen Abgeordneten v. Brockhansen, für systematische Vorbereitung des Friedenswerkes einen„Reichsrat" zu schaffen, für so wertvoll, daß sie einen ganzen Leitartikel mit einer Polennl gegen„Anfeindungen" dieses Planes anfüllt. Wir haben bereits betont, daß uns als beste Vorbereitung die völlige Freigabe der KrtegSzielerörterungen erscheint. Wir können daher nur einem Satz auS den Darlegungen der„Kreuz- Zeitung" zustimmen; er lautet: „Ein Frieden, der für die Geschicke deS deutschen Volkes auf Jahrhunderle binaus von Bedeutiing sein wird.� ist allerdings eine so gewichtige Sache, daß sie gar nicht gründlich genug vorbereitet iverden kann." Auch die„Kreuz-Zeitung" wird doch nicht leugnen können. daß die öffentliche Erörterung unter Teilnahme aller Kreise. die jetzt die Opfer des Krieges bringen, die gründlichste Vorbereitung verbürgen würde. Zum Beispiel versprechen wir uns von den KriegSziel-Forderiingen der„Kreuz-Zeitung" oder der„Deutschen Tageszeitung" eine gründliche Beleuchtung und angeregte Diskussion der ganzen Frage und wir bedauern es seit langem, infolge der bestehenden Hemmnisse selbst nicht mehr auf die dürftigen Andeutungen deL Kriegsziels in jenen Blättern eingehen zu dürfen. Bewährte Einrichtungen. Die sozialdemokratische Fraktion im bayerischen Land- tag bat ihr Vorgehen gegen den bekannten ReverS, durch den sich die Eisenbahner zur Fernhaltung von Streiks ver- pflichten müssen, damit begründet, daß der Revers die Ar- bciterpolitik entrechte. Das nehmen die„Westfälischen Politischen Nachrichten", ein Organ der westlichen Industrie- liberalen, zum Anlaß für folgende Bemerkungen: „Die angcbliche„politische Entrechtung" hat die deutschen Eisenbahner nicht verhindert, patriotisch zu fühlen und im vaicr. ländischen Sinne zu handeln. Was unier der Führung der ver- antwortlichen Leiter der deutschen StaatSbahnbetriebe die Ar- beiter und Angestellten dieser Betriebe seit Beginn deS Krieges geleistet, wa» sie für den schnellen Aufmarsch unserer Heere und die Kampf- und Schlagbcrcitschast unserer gesamten Wehrmacht, wa» sie für unsere wirtschaftliche KoiegSarbeit in rastloser freu- digsier Pflichterfüllung getan haben, das ist etwas so ll n e r- rctehtco n n d UnveraleichlicheS, daß darüber hinaus ein Größeres auch durch Beseitigung der angeblichen politischen Entrechtung nicht erzielt iverden könnte. Man wird vielmehr sage» müssen: gerade der strengen Schulung und Oed- n u n g, auf die die verantwortlichen Leiter der deutschen Staats- bahnbciriebc, auch mit Hilfe des Streikverbots, pslichtgemaß unablässig gehalten haben, haben mir die einzig dastehenden, in der ganzen Welt anfs höchste anerkannten, ja rückhaltlos be- wunderten KriegSIeisinngen der deutsche» Eisenbahnen zu ver- danke». Wenn eine Kriedensmafmabme im Kriege die Probe ihrer Brauchbarkeit und Notwendigkeit glänzend destanden hat. so die Bestimmung, daß Angestellie und Arbeiter der Staats- bahnen an Streikbewegungen nicht teilnehmen dürfen; deshalb Ivird grundsätzlich, mag auch die äußere Form der Bürg. schuft gegen die Streikgefahr im Staatsbahnbetrieb sich wandeln, an dieser unerläßliche» Bestimmung festzuhulten sein." Diese Verteidigung des Streikverbots, der». a. die „Kreuzzeitung" ihre Zustimmung gibt, verdient deshalb ganz besondere Beachtung, weit sie sich mit geringfügigen Aeuße- rangen zwanglos auf alle Einrichtungen anwenden läßt, die vor dem Kriege von der Sozialdemokratie bekämpft worden sind. Besonders das preußische Wahlrecht läßt sich ans dieselbe Art rechtfertigen: es hat die Arbeiter nicht ge- bindert, auf dem Schlachtfeld Großeö zu leisten, vielleicht sind ihre Leistungen nur damit zu erklären, daß sie im Frieden an die Unterordnung gewöhnt wurden. Folglich darf an einer so bewährten Institution nicht gerüttelt werden. Tie Angst vor dem Sozialismus. Die Frage, wie die wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen zu bewerten sind, wird bekanntlich verschieden beantwortet. Während die einen darin eine Art„KriegSsozialtSmuS" sehen, betrachten die anderen sie bloß als vorübergehende Notstands- maßnahmen, die nach dem Kriege wieder verschwinden werden. Zu diesen letzteren gehört auch Ltefmann, der nicht glaubt, daß sich nach dem Kriege die wirtschaftlichen, sozialen und poli- tischen Kämpfe anders als vor dem Kriege abspielen werden. Er sieht(in seiner Broschüre:„Bringt unS der Krieg dem Sozialismus näher V", Der Deutsche Krieg, Heft 56. Preis 50 Pf.) in den Kriegsmaßnahmen nichts Besonderes, was schon nicht auch vorher vorgekommen sei. Selbst die Ver- teilung des Brotkonsums bedeutet nur die Durchführung einer in jeder belagerten Festung praktizierten Maßnahme auf viel bedeutenderer Grundlage. Sie läßt den WirtschaftSorgantSmuS unberührt und verfolgt einen ganz vorübergehenden Zweck. Er meint sogar:„Wir haben gar keine Veranlassung, auf ihre Durchsührimg besonders stolz zu sein." Während w i r aber von dieser Beurteilung auS bcffere und durchgreifende Maßnahmen forderten, schließt Liefmann umgekehrt:„Bringt uns der Krieg dem Soztaiismus näher, so ist er sür uns verloren, wie er auch ausgehen möge, so haben Wir mindestens seine Opfer vergeblich gebracht, ist er als Wirtschaftskrieg für unsere Gegner gewonnen." Er warnt dringlich vor staatssozialistischen Experimenten, die er gerne Frankreich überlassen möchte. Daraus spricht nur die Furcht vor der Aufgabe imperialistischer Ziele und die Furcht vor dem Sozialismus._ Die Wahlen in Südafrika. Kapstadt, 21. Oktober.(W. T. B.) Meldung deS Reuter- schen Bureaus. Die Wahlbeteiligung im ganzen Lande war lebhast. Um Mitternacht waren 90 Unionisten, 14 Mitglieder bot südafrikanischen Partei, 4 Mitglieder der Arbeiterpartei»nd ein Nationalist gewählt. PotchefSflroom, wo der Aufstand ausgeheckt wurde, wählte mit einer lX) prozentigen Mehrheit den Kandidaten der Bothapartci gegen daS Mitglied der Arbeiterpartei Creßbell. General S m u t S ist in Prätoria-West gewählt worden. Der nationalistische Kandidat und der der Arbeiterpartei unterlagen._' Letzte Nachrichten. Keine italienischen Truppen für Serbien. Lyon, 21. Oktober.(W. T. B.)„Nouvellisie" meldet aus R o in, daß der M i n i st e r r a t die Entsendung eines Expeditionskorps nach Mazedonien nicht bewilligt hat. Verunglückte Flieger. Panß, 21. Oktober.(W. T. B.) Die beiden französischen Radfahrer Hourlier und Comez, die als Militärflieger tätig waren, haben vorgestern bei einem Flugzeugunfall den Tod gefunden. Gewerkschastliches. Verlin unü Umgegenü. Um die Teuerungszulage in der Hutiudustrie. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Hut- und Filz warenarbeiter und-Arbeiterinneu hatte unter dem 23. September dem Verband der Berliner Damenbutfabrikanlen in Anbeirachr der beginnenden Strobhursaison die Forderung der Arbeirer und Arbeiterinnen auf Teuerungszulage unterbreitet. Es hiejj in dem Schreiben u. a.. daß auch für die S t r o h h u t s a i s o n die Forderung gestellt werde, an die in den Betrieben be- schästigten Arbeiterinnen und Arbeiter die in der Filzsaifon gezahlten Teuerungszulagen zu den bisher gezahlten Löhnen zu' zahlen. Gleichzeiiig werde im Auftrage der Strohhutnäher und-Näherinnen ersucht, es bei der bisherigen Berechnung der Garnrolle zu belassen. Sollte eine höhere Berechnung des bisher üblich gewesenen Garn- Preises vorgenommen werden, so müßte denn der bisher gezahlte Lohn pro Geflecht um so viel erhöht werden, als die Berechnung des Nähgarns ausmache. Daraus ist vom Arbeitgeberverband in Ausführung der Beschlüsse einer Mitgliederversammlung der Arbeitgeber folgende Antwort ergangen: .1. Denjenigen männlichen Arbeitern(Zieher und Presserl, welche auf Grund der in letzter Saison gezahlten Akkordlöhne es nicht zu einem Wochenverdienst von 36 M. bringen, soll ein Teuerungszuschlag von 10 Proz. in allen Vcrbandsbetrieben ge- währt werden, und es wird dieser Zuschlag unterhalb der ver- dienten Summe in den Lohnbüchern besonders eingestellt. 2. Den Strohhutnähern und-Näherinnen soll in allen Ver- bandsbetrieben das Garn zum gleichen Preise, wie in der letzt abgelaufenen Saison berechnet werden, und stnd unsere Mtglieder in entgegenkommender Weise bereit, die erheblichen Mehrkosten von 30 Pf. pro Rolle selbst zu übernehmen. 3. Es sollen in allen Verbandsbetrieben die gleichen Löhne gezahlt werden, wie sie in der letztabgelaufenen Saison berechnet wurden." In demselben Schreiben führen die Arbeitgeber weiter aus, daß fie, trotz Anerkennung der Teuerung und der Notwendigkeit von ge- wissen Aufbesserungen, doch nicht anerkennen können, daß auch in denjenigen Fällen eine Notlage vorliege, in welchen der Verdienst den Wochenlohn von 36 M. übersteige. Diese� Antwort der Arbeitgeber unterzog M ö ck e l in einer Mit- gliederversammlung der Hut- und Filzwarenarbeiter einer Be- sprechung. Dabei verwies er darauf, daß ichon seit geraumer Zeit ein Minimalwochenlohn von 42 M. erreicht sei. Auch höhere Wochen- löhne kämen vor. Angesichts dieser Tatsache sei eS ein eigenartiges und zu mißbilligendes Anerbieten, den Teuerungszuschlag von zehn Prozent nur denjenigen mnnälichen Arbeitern(Ziehern und Pressern) geben zu wollen, welche aus Grund der in letzter Saison gezahlten Akkordlöhne es nicht zu einem Wochenverdicnst von 36 M. bringen. Wenn .Die Versammelten verlangen daher, daß in allen Betriebe» und bei alle« verdienten Lohnsätzen Teuerungszuschläge. in Höhe_ von 10 Prozent gewährt werden. Die Not- wendigkeit, daß diese Teuerungszulage nicht nur den männlichen, sondern auch den weiblichen Arbeitern zu gewähren ist, sieht die Versammlung darin, daß die weiblichen Arbeiter unter der Teuerung ebenso leiden, wie die männlichen Arbeiter. In den Betrieben, wo bereits ein höherer prozentualer Teuerungszuschlag gezahlt wird, soll er nach wie vor gezahlt werden. Eöenso darf der Minimallohn nicht unter 42 M. betragen." der Fabiikantenverband in ieinem Schreiben zum Schluß noch aus die höheren Verdienste der anderen verweise, zu denen er keinen Zu- schlag bewilligen wolle, so müsse doch die zeitliche Beschränkung der Arbeitsgelegenheit demgegenüber hervorgehoben werden. Durch- schnittlich arbeiteten die männlichen Arbeiter 26 Wochen, die Weib- liehen 20 Wochen im Jahre. Wo blieben da die Verdienste der anderen Wochen? Es sei deshalb ganz selbstverständlich, daß in der Zeit der wirklichen Arbeit höhere Verdienste erzielt werden müßten. Wie die Dinge liegen, könne eS sich auch nur darum handeln, den festzulegenden Zuschlag für alle Arbeiter und Arbeiterinnen zu allen Löhnen und Verdiensten zu fordern. Nach einer längeren Diskussion nahm die Versammlung eine Resolution an, in der sie sich mit einer näheren Darlegung d-r Gründe gegen das Anerbieten des Arbeitgeberverbandes, die Zu- schlüge betrestend. aussprach. In ihrem positiven Teil besagt die Entschließung der Versammlung dann weiter: Die Zahlstelle Berlin des Fnbrikarbeiterverbandes hat ebenso wie der Gesamtverband durch die vielen Einberufungen zum Militär eine starke Mindereinnahme zu verzeichnen. Der der letzten General- Versammlung vorgelegte Äassenberichr bilanziert in Einnahme und Ausgabe für die' Hauptkasse rn 20 414,55 M., für die Lokalkasse in 65 201,61 M. W.e im Vorjahre soll auch in diesem Jahre zu Weihnachten den»lriegerfamilien eine Weihnachtsunrerstüpung ge- gebe» werden. 1914 waren dazu 8619,70 M. erforderlich. Der Hauptvorstand hat diesmal je 6 M. für die Familien bewilligt, hierzu will die Zahlstelle Berlin einen Zuschuß von je 2 M. zahlen. Tie Ortsverwaltung stellte deshalb folgenden An- trag an die Generalveisaminlung: „Zu den vom Haupivorstand ausgeworfenen 6 M. leistet die Zahlstelle Gioß-Berlin einen Zuschuß von 2 M. Die Mittel hier- zu werden durch einen Exlrabeurag, der für die 30. Pf. Beitrags- zahler 1 M., für die 60 und 70 Pf. Bcitragszahler 2 M. beträgt, aufgebracht. Erlramarken in Höhe von 20 Pf. sind ab 1. November zur Ausgabe zu bringen." Der von der Zahlstelle zu leistende Gesamtzuschuß würde rund 6000 M. betragen. Diese Summe aus der Lokalkasse zu nehmen, geht nicht an, da nach Meinuirg der Ortsverwaltung die größten Ansprüche an dieselbe erst nach Friedensschluß gestellt werden dürften. Nach eingehender Diskussion wurde der Antrag der Ortsverwaltung mit großer Majorität angenommen. Wie der Bevollmächtigte Bruns in seinem Vorstandsbericht mit- teilte, haben die Kollegen in der chemischen Industrie wiederholt Teuerungszulagen erhalten. veutschss Nelch. Konflikte im oberschlefifchen Steinkohlenrevier. Unter den oberschlesischen Bergarbeitern ist infolge der un- erhörten Teuerung und veranlaßt durch Beschwerden aus dem Arbeitsverhältnis die Erbitterung bis zur höchsten Spannung ge- stiegen. Sie äußert sich in kurzen Einzelstrciks, die bald hier, bald dorr ausbrechen. Am 1. und 2. Oktober streikte die Belegschaft der „Konkordiagrube" bei Hindenburg. Sie erzielte eiiie. geringe Lohn- aufbesserung und kehrte am 4. Oktober wieder vollzählig zur Arbeit zurück. Am 12. Oktober verweigerte die Belegschaft der„Oheim- grnbe" bei Kattowitz die Anfahrt. Hier war der Konflikt schnell beboben, denn die Verwaltung erkannte die Beschwerden als be- gründet an und gestand eine Teuerungszulage von 60 Pf. für die verheirateten und 30 Pf. für die unverheirateten Arbeiter pro Schicht zu, und zwar rückwirkend ab l. September. Tic Erhöhung kam dann auch noch für September bei der Löhnung am 15; Oktober zur Auszahlung..' Auf der.„Gastellengo- grübe" kam es in den lehren Tagen wiederholt zu er- bitterten Konflikten, wobei die Vertvaltung sogar einmal militärische Wachmannschaften mit aufgepflanztem Seitengewehr in die Grube schickte, als es. unten in der Grube am Schacht zu einem Auftritt zwischen Gruvenbeamten und Arbeitern gekommen war. Am 18. Oktober trat dann wieder die Belegschaft der„Prenßeitgrube" bei Mieckowitz in den Streit. Auch hier wurden die Differenzen schnell beigelegt und eine nennenswerte Aufbesserung des Lohnes erzielt. Die Arbeiter erhielten bisher eine Teuerungszulage von 10 Prozent und eine Prämie von�6 Prozent für regelmäßiges Verfahren der Schichten. In einer Sitzung des Arbeiterausschusses, die infolge des Streiks im Beisein des zuständigen Bergvaie« beamten und der Generaldirektion stattfand, wurde zugesagt, die Teuerungszulage auf 20 Prozent und die Regelmaßigkeitsprämie auf 10 Prozent des�Lohnes zu erhöhen. Diese Erhöhung ist auch rückwirkend ab 1. September. Eine schriftliche Bekannlmachung, die diesen Zugeständnissen entspricht, wurde an die Belegschaft er- lassen. Die Belegschaft wollte sich aber mit diesen Zugeständnissen nicht begnügen..Erst als die Ortsbehörde gestattete, eiye Per- sammlung der streikenden abzuhalten und die Organisations- bertretcr die. Aufnahme der Arbeit empfahlen unter gleichzeitiger Betonung, daß die Organisationen alles aufbieten würden, um angesichts der Teuerung eine weitere Erhöhung des Einkommens zu erlangen, glätteten sich allmählich die erregten Wogen. Mehr als einmal wurden aber den mahnenden.Organisationsvertretern erregte Zurufe entgegengeschleudert, wodurch der Grad des Un- willens gekennzeichnet wurde. Tie Teuerung wird in dem oberschlesischen Grenzgebiet recht bitter empfunden, weil in normaler Zeit die Lebensmittelzusubr aus dem benachbarten Rnsstsch-Polen und Galizien recht bedeutend war und nun aber durch die bekannten Ereignisse ganz aufgehört hat. Dadurch haben die wichtigsten Nahrungsmittel eine Preis- höhe erlangt, wie sie von einem anderen Landesteil nicht über- troffen werden wird. Die Bergarveiteriöhnc stehen damit nicht im Einklang. Das ist angesichts der Tatsache, daß jetzt die Arbeits- kräftc�der.daheimgebliebenen bergmännischen Bevölkerung auf das äußerste angespannt sind und darum der Genuß der allerkräftigsten Nährungsmitiel—. die leider nickt erstastden werden können— angebracht wäre, sehr bedenklich. Wenn nicht bald Wandel kommt, sei es durch eine, umfassende Löhnaufbesserüng' oder eine Verbilli- gung der wichtigsten Lebensmittel; dann ist die Wahrscheinlichkeit iebr groß, daß es im oberschlesischen Steinkohlenrevier zu bedenk- lichcn Konfliftcn kommen kann. Ms Industrie und Handel. Äriegsgewinuc. Die M a s ch i n e n f a b r.i k und M ü h I e n b a u a n st a l t G. Lutber A.-G. schließt'ihr Geschäftsjahr mit einem Reingewinn von 436 360 M. lgegen 279 026 M. im Vorjahre) ab, woraus 6 Proz. Dividende verteilt w-erdcn. Im Vorjahre wurde keine Dividende gezahl». Die Zimmermann- W e r k e A.-Gi, Werkzeugmaichinen- fabrik in Chemnitz, konnten ihren Reingewinn gegen das Vorjahr versechsfachen; er stieg von 81 440 auf 656 705 M.. woraus 5 Proz. Dividende(0 Prozent im Vorjahr) verteilt werden. Ein beschränktes Kohlenausfnflrverbot nach der Schweiz. Deutschland hat kürzlich gegen 42 Schweizer Fabriken, darunter drei Basler Farbwerke, die Änitinfarben nach England ausführten, und 39, ineist in der Weslichweiz gelegenen Fabriken, die Kriegs- mawrial für die Gegner der Zenualmächle herstellen, ein beschränktes Äohlenausfubrverbot für Kohlen erlassen. Die'Per- Handlungen der Bundcsbehörden mit der deutschen Regierung, die die Rückgängigmachung des Kohlenbohkotts bezweckten, haben, wie jetzt die„Franksurler Ztg." erfährt, nickt zum Ziele geführt. Deutsch- land verharrt dabei, den betreffenden Fabriken Kohlen nur abzu- geben, falls sie erklären, dem Feinde keine Anilinfarben oder Kriegs- malerial mehr liefern zu wollen. Bon der Bagdadbahn. Die Strecke der Bngdadbahn von Isla bis nach R a d j u ist beute deni Betriebe übergeben worden.(Die beiden genannien Stationen liegen östlich des ÄmanuS im Norden von Aleppo. Die Eiöffnung dieser Teilstrecke bringt das syriiche Netz uin 47 Kilo- melcr näber an den schon durchgeschlagenen Haupltunnel der ganze» Bahn bei Baglscks.) leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz glelsdi Xi WlÄMlm eh RyaUoe- MMmtsmiUel Soweit Vorrat mit Knochen. Pfund Roastbeef mit Knochen. Pfund Rindefkamin Pfund Rinderfilet unausgeschält Pfd. 1.20 Hamnielkeule im Ganzen Pfd. 1.30 Hammelrücken imoanz.pfd.l.15 Hammel dicke Rippe.. Pfund 1.15 Hammeidunnung... Pfund Im. Kaßler Rippespeer... Pfund I»)) Pfund 1.65 Pfund 1.75 Pökeikamm...... p�nd 1.55 Pökelzonge...... p�d 1.15 Frische Rinderzunge Pfund l.io öchsenschwanz..Pfund 80?? Eckstück, 2—3 Ftund im Ganzen Mittels tflek Zervelatwurst.... Pfund 2.70 PJockworst...... Pfund 2,40 Bauernmettwarst. Pfand 2,50 Teewarst......... Pfund 2.80 Mettwurst 2.60 Feine Leberwurst ptnnd 2.35 Landleberwarst.. Piund 1.75 Jagdwurst...... Pfund 2.10 Rotwurst.... Pfund 1.30 1.90 Sülzwurst....... Pfund 1.50 Si&ndigcr Verkauf. Jeden Frctiagt Frlscbs Blil- nd Semmelleberwirjt Feldpos briete mitWurstwaren in verschiedenen Preislagen. Schellfische. Pfund 45&. 65 pi Kabeljau&& 26 � 55 n. Bratschollen..... Pfund 35 n Rotzangen..... Pfund 75 Pf. Fische Frische Plötzen. Pfund 40 pt Frische Hechte... Pfund 80 pi Grüne Heringe... Pfand 25 pt Seemascheln... i p und 60 Pf GeflOSel Sippenbilhner Pfund 1.45u.l.75 Bratniibner...... Pfund 2.20 Kranunelsiögil... stück 45 Pt Rfliictierm KlelerSeblelbßckllnjezstck 25 Pt KltlirSprollbdcklinge Pfund 90 pt AblbecbarFlüiden. Pfund 80 pi. ScbellfUeb.geriichert stck.30 pt. Aal.geiioekert Pfd. 1.55 1.80 2m. Makrelen gesalzen. stück 18 Pf. Getr. K'ippfisch.. Pfund 58 pi Leb. Karpfen Pfund 1.10 u. 1.20 Lebende Hechte.. p,und 1.10 Leb. Schleie Pmnd 1.10 u. 1.40 Leb. Bleie n. Plötzen p d 60 pi. � M Kopf- od. SchwinzstOck In[«u fiJchen MltteUUc i Salzlische�35» 40 45 pt Verkaufsslelle der Zentral-Einkaufs-Ges Obst Eßblrnen........ �20« Eßäptel, rote u. weiße pfd 15 pt Eßaplel(Calvillenarf) 2 Pfund 35 Pt Kocbapiel....... Pfund 15 pt Kochöirnen...... p�d 10 pt Weißkohl........ piund 8pf. ROtkObl......... Piund 11 Pt Blumenkohl Kopf.25».sOpi. Mohrrüben..... 5 Pfund 45 pt Junger Kohlrabi..Pfund 12 pt Rosen queme Ausrede, um sich Wucherpreise zu sichern und Zustände her- beizuführen, die weit mehr unseren Gegnern in die Hände ar- beiten.(Sehr wahr) Hinter dem Hunger steht die Krankheit, hinler der Entbehrung das Siechtum, oas die Bevölkerung auf Jahre hinaus schtvächt, wo sie jeden Tropfen Blut für Gegenwart und Zukunft nötig hat. Wir lehnen jede Verantwortung für diese Zustände ab. Die Gesundheit des Volkes darf nicht von den Wucherern untergraben werden. Der Unwille des Volkes, der sich schon deutlich genug kundgegeben hat, verträgt nichl länger, daß man tatenlos diesem Auswnchern der Volksmassen zusieht. Wir ver- langen Hilfe, wir verlangen dringend Hilfe!(Beifall.) Stadtv. Cassel: Wir stehen vor einer außerordentlichen Teuerung, für die es der Beweise nicht weiter bedarf. Die Teuerung ist drückend nicht bloß für die Arbeiter, die ein gewisses Aequivalcnt in der Lohnsteigerung(?) haben, und für die Krieger- familien, sondern auch für den Mittelstand; nur einige reiche Leute iverden nicht davon betroffen. Das Volk will gewiß alle Opfer bringen, die die Erkämpfung eines ehrenvollen Friedens verlangt, aber es muß den Unmut des Volkes erregen, wenn eS sieht, daß angesichts der vorhandenen Vorräte unerträgliche Teuerungsprelse gezahlt werden müssen. Generelle Vorwürfe erhebe ich nicht; eS ist auch nicht leicht, zu erkennen, an welcher Stelle die Schuld liegt. Es gibt in jedem Erwerbsstande Leute, die aus Profitsucht Wucherpreise fordern und nehmen. Gleichzeitig gibt es in Berlin immer noch Leute, die z. B. Butter vom Lande noch zu 1,60 M. beziehen.(Rufe: Adresse nennen! Heiterkeit.) Dann würden sie die Butter nicht so billig erhalten.— Unausweichlich uotwendia ist das Eingreifen des Reichs. Es gibt große Gebiete, wo Fleisch, Milch, Butter usw. bedeutend billiger sind als in Berlin. Hier muß die Reichsregieruna für einen Ausgleich sorgen. In dieser Erwägung haben die drei Fraktionen den Dringlichkeils- antrag gestellt, der die nach einheitlichen Grundsätzen geregelten Höchstpreise, Bestairdsaufiiahmen und Beschlagnahmen fordert. Gerade unverständlich ist, wie die Reichsverwaltung die im Innern des Reichs ergangenen Ausfuhrverbote zugelassen hat. Unbedingt notwendig ist auch eine gerechte Vorräteverteilung mit Rücksicht ans die Bedürfnisse der Stadtgemeinden. Die Leitung dieser Maß- nahmen mutz in der Hand der Reichs rcgiernng liegen. Wir haben Grund zu der Befürchtung, daß an gewissen hohen Stellen der Landesvcrwaltungen, auch der preußischen, sich Einflüsse geltend machen, die diesen Forderungen ent- gegenarbeiten und der Auffassung mächtiger Interessenten- gruppen mehr ihr Ohr leihen. Auch die K a r t o f f e l f r a g e er- scheint uns nicht als gelöst; das neuerliche exorbiante Steigen der Preise ist mit der Rekordernte in Kartoffeln unvereinbar; billige Kartoffeln müssen einen Ersatz für zahlreiche andere verteuerte Lebensmittel bieten. Greift die Verbitterung im Volke über diese Zustände weiter um sich, dann möchten vielleicht auch andere Er- rungenschaften, die uns der Krieg gebracht hat, wieder zugrunde gehen.— Trifft die Reichsregierung die erforderlichen Matz- nahmen, so wird es gelingen, auch diejenigen zu treffen, die auS niedriger Profitgier den Burgfrieden brechen. Es kann nur mit Freuden begrüßt werden, daß es auch in dieser so schwerwiegenden ftrage gelungen ist, zu einer einhelligen Stellungnahme zu ae- langen.(Beifall.) Oberbürgermeister Mermuth: Die Zeit verlangt, daß wir handeln. Jetzt scheinen ja die Grundsätze, die wir schon vor Wochen prokiamierten, sich Bahn zu brechen und entsprechende Maßnahmen sich vorzubereiten. Mögen sie umfassend genug und gm gewählt sein, dann werden auch die Gemeinden freudig ein größeres Arkeitsfcld in Angriff nehmen. Zurzeit erregen die Preise für Butter und Milch am meisten die öffentliche Aufmerk- samkeit; Plodnktior und Handel haben den Preis in solchem Maße nichr bereckstigterweise gesteigert, bei Milch um 40— 50 Proz., Bei Butter aber außer jeder Relation selbst mit- dem gesteigerten Milchpreise. Das liegt an dem Einfluß, den der ausländische Butterpreis auf- den Jnlandsbuttermarkt erlangt hast' Dadurch ist eine rapide, ganz unnatürliche P r e i Ist e i g e r n n g auch im Inland hervorgerufen, der Anreiz zur Butterprodultion verstärkt und die Milchversorgung ernstlich geschädigt worden, sind Höch st preise für die gesamte Butter und isfi: das gesamte Reich unbedingt aufs dringendste erforderlich. Beides haben wir vorige Woche nochmals leb- Haft beantragt. Vom Oberkommando ist darauf am 16. Oktober der Höchstpreis aus 2,80 Di. festgesetzt, eS sind auch Matznahmen zur Regelung des Butterverkchrö angekündigt, die hoffentlich mit möglichster Beschleunigung und Energie� getroffen werden, weil sonst der Berliner Buttermarkt völlig isoliert dastehen konnte. Daß große Buttermcngen zu wucherischen Zwecken in Berlin emge- sperrt wären, trifft nicht zu.(Hört! hört!)� Die schon erwähnten Ausfuhrverbole laufen den heiligsten Gesetzen der Kriegswirt- schaft zuwider.(Sehr gut!) Wir verlangen gleichmaßige Vcr- teilung aller Vorräte über das ganze Reich. Es bilden sich ia sonst, ganz entgegen Artikel 33 der Rcichsverfassnng, gesonderte Wirtschaftsgebiete, und schließlich würde die Reichshaupistadt von jeder Versorgung ganz ausgeschlossen sein. Tagegen mutz energocli Verwahrung eingelegt werden, wie wir es unausgesetzt und nicht ohne Erfolg getan haben. Wir sind unablaistg bestrebt, für unsere Abmelkwirtschaften, welche täglich etwa 100 000 Liter Milch erzeugen und für unsere Versorgung mit Kinder- und SäuglinaSmilch von der allergrößten Bedeutung sind, die genügenden Mengen Futtermittel zu erhalten. Einen Ersatz für die durch die Kriegsgesetzgebnng den städtischen Wirtschaften zum großen Teil entzogene Naßtrebcc und Kleie sucben wir in dem Roggenschrot, das jetzt durch die Reichs- getreidestelle zur Verteilung kommt. Das ist uns bisher aber nur im bescheidensten Umfange gelungen.(Hört! hört!) Die Reichs- getreidestelle soll im ganzen 200 000 Tonnen verteilen, 100 000 nir Schweine und 100 000 für Milchkühe. Wir mit unserer Bevolke- rnng von 2 Milliolien Menschen haben davon 120 Tonnen erhalten. (LeÄastes Hört! hört!) Daß das nicht ausreicht und daß� wir uns dabei nicht beruhigen könncil, ist klar. Wir wollen und dürfen unsere Molkereiwirtschaft nicht eingehen lassen.(Sehr richtig!) Unser Bedarf an Kinder- und Säuglingsmikch sowie an Milch für Kranke muß über jeden Zlocifel herausgehoben werden. Der Ma- gistrat beginnt frühzeitig damit, indem er Ihnen schon zetzt vor- schtägt, Milchkarten für Kinder einzufügen. Ob das Publikum das Bedürfnis empfinden wird, von dieser Einrichtung alsbalo in vollem Umfange Gebrauch zu machen, steht dahin; aber die Erfahrung hat gelehrt, daß bei solchen Teilmaßregeln, wie auch der Zusatzbrotkarte, einige Zeit dazu gehört, um die Einrichtung einzubürgern. Wir beginnen deshalb frühzeitig, um für etwaige ernstere Zeiten gerüstet zu sein.(Sehr gut!) Ihren festen Kern wird diese Maßregel erst dann erhalten, wenn neben der«ichernng des Bedarfs auch Vorzugspreise für Kindermilch gewährt werden können. Voraussetzung für einen Vorzugspreis ist aber erst wieoer die Festsetzung eines Regelprcises, eines Höchstpreises für Milch für das ganze Reich.(Sehr richtig!) Der beste Wille der Gemeinden genügt nicht, wenn nicht das Reich die erforderliche Unterlage gewährt.(Sehr richtig!) Sollte, wie man vernimmt, von Reichs wegen beabsichtigt werden. für Butter und wie wir besliinmt erwarten auch für Milch�u- nächst �'eui'Mrflner'G r undp r eis' festgesetzt werden, welcher dann nach der Wirtschaftslage für die einzelnen �Gegenden des Neichs nach oben oder unten abgestuft wird, so erwächst dem Reich damit eine sehr schwierige und verantwortliche Aufgabe. Es wird sich zu zeigen haben, ob die Festsetzung von Höchstpreisen genügt oder nicht, vielmehr durch Beschlanahme und Distribution ergänzt werden mutz. Zur Kartoffelversorgung habe ich mitzuteilen, daß der Magistrat der neugegründeten Reichskartoffelstelle mit einem der Größe Berlins entsprechenden Kapital beigetreten ist. Schon vor Gründung der Kartoffelstelle haben wir bedeutende Mengen ange- kauft, um für die Kälteperiode zur Abhilfe gerüstet zu sein. Die von uns damals gezahlten Preise sind noch leidlich. Aber von vielen Seiten werden ans dem Reiche schon wieder Klagen laut, daß die Kartoffelpreise in einer der Marktlage durchaus nicht cnt- sprechenden Weise anziehen.(Hört! hört!) Dem wird sich die neue Kartofselstelle mit allem Nachdruck entgegenstcmmen müssen. lBravo!) Das kann sie nur, wenn sie an den ibr vorgeschriebe ncn Preisen von 55— 61 Mk. unbedingt festhält. Es ist unbedingt zu verlangen, daß den Städten vom Reiche während des ganzen Ernte- jahreS Kartoffeln von guter Qualität und zu der Marktlage durch- aus entsprechendem Preise zur Verfügung gehalten werden. Gc- lingt das, dann hat die 5lartoffelstellc ihre Aufgabe erfüllt. Gelingt eS nicht, dann war der Deutsche Städtetag im Recht, als er bis in die letzten Tage vor Gründung der Kartoffelstelle wesentlich ein- schneidendere und umfassendere Mahnahmen befürwortete.(Sehr richtig!) Unausgesetzt bemüht sind wir auch um die Herab- setz n ng der Höch st preise für Kartoffelmehl und K a r to f fe l p r ä p a r a t e. Der unheilvolle Einfluß der jetzigen Höchstpreise für Kartoffelpräparate auf dem gesamten deutschen Kar- toffelmarkt mutz je eher je lieber beseitigt werden.(Sehr richtig!) Was das Fleisch betrifft, so haben wir seit Angust 1914 angekauft soviel wir nur bekommen iind aufbewahren konnien, zusammen ö'A Millionen Kilogramm für 14 Millionen Mark; die GesamI- ankänfe der Stadt haben 60 Millionen gekostet. Diese großen Quanten sind im Verhältnitz zum Bedarf immer noch sehr gc- ringfügig.— Auch hier zeigt der Wegweiser unbedingt auf Höch st- preise für Schweine und Schweinefleisch und nicht bloß für den Kleinhandel, sondern direkt im Anschluß an die Pro- d u k t i o n.(Lebhafte Zustimmung.) Für alle Lebensmittel kann weder das Reich noch die Kommune regelnd eingreifen; immerhin haben wir auch Reis, Hülsenfrüchte, Heringe beschafft, um namentlich den Bedürftigsten entgegenzukommen. Beim Ge- inüse haben wir gleichfalls uns alle Mühe gegeben; daß der Vcr- kauf nach Gewicht preissteigernd wirke, ist unrichtig. Den städti- scheu Preisiommissionen muß ein gutes Zeugnis gegeben werden. Wird unsere zweite Nachtragsvorlage angenoininen, so werden sie morgen die Befugnisse der amtlichen Preisprüfuiigsstellen besitzen. Unsere Brotversorgung bewegt sich im ganzen in gesunden Bahnen, weil hier ganze Arbeit gemacht wird. Wir hoffen aufs lebhafteste, daß sich die Reichsregierung diesem Ideal tunlichst bei allen übrigen Lebensmitteln annähert. Pflicht für uns alle ist jetzt, in der Be- völkerung das Bewußtsein wachzuhalten, daß die Verteilung der Nahrungsmittel nach dem Prinzip absoluter Gerechtigkeit erfolgt. Mangel an Nahrungsmittel!, ist nicht vorhanden; mit dem Mangel an Fetten werden wir uns abzufinden haben. Aber das ganze Reich mutz die Last gemeinsam tragen!(Lebhafter Beifall.) Stadtv. Mommsen(Fr. Fr.): Bei unserm Magistrat liegt die Leitung der städtischen Nahrungsmittclversorgung in den besten Händen; besonders leicht wird ihm seine Aufgabe tatsächlich nicht gemacht. Beschlüsse, die sofort Abhilfe schaffen, können wir ja heute nicht fassen; aber auch so wird unsere Diskussion ihren Zweck nicht veifehlen. Alle Schichten der Bevölkerung müssen Opfer bringen, den Aermeren aber mutz das Opfer erleichtert werden. Die Landwirtschaft ist dazu da, die Städte und die In- dustrie zu versorgen; die wirfichaftliche Abschließung eines Gebietes ist in diesen Kriegszeiten eine geradezu unpatrio- tische Handlungl Die Einigkeit der Versammlung in dieser Frage msg koch«af feie Rdchfcegtemtg Etudruck (Beifall.) Damit schlieft die erSrteruug. Der feri»»liche Satrag Cassel aub Genosseu wird einstimmig angenommen. Die beiden NmhtragSvorlogen gelangen ohne Debatte zur Annahm«. •» • Ebenso wie in Berlin wurde auch in einigen Vorortgemeinden die wichtige Frage der Beschaffung billigerer Lebensmittel der- handelt. Wr lassen die Berichte, soweit sie uns vorliegen, hier folgen. (harlottenburg. Zu der Sitzung am Mittwoch hatten sämtliche Fraktionen An- träge eingebrachr, die sich auf die Lebensmittelteuerung bezogen. Während die Liberalen sicki darauf beschränkten, den Magistrat um Auskunft über die Maßnahmen gegen die Lebensmittelteuerung zu ersuchen, welche bisher ergriffen und zurzeit noch beabsichtigt sind, enthält der sozialdemokratische Antrag spezialisierte Forderungen. Hiernach wird der Magistrat ersucht, 1. bei den gesetzgebenden Körper- schaften wegen Verbilligung der Preise für alle Nahrungsmittel vor- stellig zu werden, insbesondere wegen Festsetzung mätziger Höchstpreise für Fleisch, Fettwaren, Milch und Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, die den Anforderungen der Verbraucher gerecht werden, verbunden mit der Einführung eines Enteignungsrechts und Verkaufs- zwanges; 2. schon jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln für die weitere Dauer des Krieges zu sichern; 3. den städtischen Verkauf von Lebensmitteln soweit als möglich auszudehnen, und die Verkaufspreise so festzusetzen, daß dadurch nur die Selbstkosten gedeckt werden; 4. für die minder- bemittelte Bevölkerung, namentlich die Angehörigen von Kriegs- teilnehmern besondere Vergünstigungen eintreten zu lassen. Endlich richteten noch die Nationalliberalen an den Magistrat das Ersuchen, bei der Regierung vorstellig zu werden, dag diejenigen Matznahmen, die getroffen oder in Vorbereitung sind, um die Bevölkerung vor Fort- setzung ungerechtfertigter und enormer Preissteigerungen auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung zu schützen, noch weiter aus- gedehnt werden auf andere zum Lebensunterhalt ebenso notwendige Bedarfsgegenstände. In der Debatte vertrat Bürgermeister Dr. Maier namens des Magistrats den Standpunkt, datz es sich bei den Matznahmen einer einzelnen Gemeinde immer nur um Versuche handeln wird, die Stückwerk bleiben. Was die Gemeinde leisten könne, liege im wesent- lichen auf dem Gebiete der Verbrauchsregelung, sie könne die ihr überwiesenen Mengen so verteilen, datz der einzelne gegenüber dem anderen nicht benachteiligt wird. Für die nächste eit sei die Einführung von Milchtarten geplant, um für Kranke und inder den Genutz von Milch zu sichern. Die Fleischvorräte der Stadt reichen vorläusig noch aus, wenn auch die Fleischversorgung in Zukunft nicht mehr so einfach wie bisher vor sich gehen werde. Im Anfchlutz daran gab Stadtrat Dr. Gottstein Auskunft über die bisherigen Einkäufe von Charlotlenburg. Namens der sozial- demokratischen Fraktion bekämpfte Genosse Katzen st ein mit scharfen Worten die ungerechtfertigten Preistreibereien, er verlangte, datz die Städte rühriger als bisher werden und sich nicht mehr eine so grotze Zurückhaltung auferlegen. Das Resultat der Debatte war die Annahme des national- liberalen Antrages und der Ziffer 1 des sozialdemokratischen An- träges. Die übrigen Teile des sozialdemokratischen Antrages wurden zusammen mit dem fortschrittlichen Antrag einem Ausschutz überwiesen. Gleichfalls an einen Ausschutz ging die Magistratsvorlage be- treffend Gewährung von Kriegsteuerungszulagen an städtische Angestellte und Beamte. Ucber den Inhalt dieser Vorlage hat der.Vorwärts" bereits berichtet. In der Debatte vertrat Genosse Gebert den sozialdemokratischen Standpunkt; er erklärte sich mit der Tendenz des Antrages einverstanden, wünschte aber eine grötzere Berücksichtigung der Forderungen der städtischen Arbeiter. Neukölln. Während im Rathause die Interpellation der sozialdemokca- 'tischen Fraktion zur Verhandlung stand, sammelte sich vor dem Rathaufe eine grotze Menschenmenge, die in lebhaften Ausdrücken den Kampf gegen die Lebensmittelteuerung forderte. Auch die Tribünen im Rathause waren von Frauen überfüllt. Die sozialdemokratische Fraktion brachte folgenden Antrag ein: .Die Stadtveroronerenversammlung von Neukölln ersucht den Magistrat, beim Bundesrat dahin vorstellig zu werden, datz 1. eine Bestandaufnahme der notwendigsten Lebensmittel stattfindet; 2. diese Lebensmittel beschlagnahmt werden; 3. eine zentrale Verteilungsstelle eingerichtet wird; 4. die Gemeinden in den Stand gesetzt werden, ihre Ge- uicindeangehörigen mit Lebensmitteln zu angemessenen Preisen zu versorgen." Diesen Antrag begründete Stadtv. K l o t h(Soz.) in ein- gehender Weise unter der lebhaften Zustimmung der Tribünen- besucher. SlimenS deS Magistrats plädierte Oberbürgermeister Kaiser für die Annahme dieses Antrages. Er stimmte dein Vorredner dahin zu, datz bei einigermatzen gutem Willen der Lebensmittel- teuerung ein Ende gemacht werden könnt«. Der Magistrat werde seinerseits alles tun, datz der Antrag in die Tat umgesetzt wird. Der Stadtrat Mier, sowie die Sprecher der bürgerlichen Fraktionen, nahmen sich ebenfalls des Antrages mit grotzer Wärme an und wandten sich entschieden gegen die durch nichts gerechtfertigte Lebensmittelteuerung. Einige Frauen hatten die Gelegenheit wahrgenommen, um dem Oberbürgermeister eine Eingabe, welche Abstellung der Notlage fordert und verschiedene Anregungen gibt, persönlich zu überreichen. Ter Oberbürgermeister versprach, nach besten Kräften den Wün- schen der Frauen gerecht zu werden, doch wies er auf die Notwerwig- keit hin, datz die Städte mit vereinigten Kräften auf die Reichs- regierung einen Druck ausüben mützten, um die jetzigen Zustände zu beseitigen. das tägliche Srot. Die Tätigkeit der Prcisprüfungs-Ausschüffe. Amtlich. Berlin, 21. Oktober.(W.T.B.) Der Aus- schütz für Milch, Butter, Käse und Eier des Beirats der Reichs- Prüfungsstelle für Lebensnüttelpreisc bat bereits zweimal, am Montag und Donnerstag dieser Woche unter dein Vorsitz des Ministerialdirektors Lnsensky getagt; derjenige für Vieh, Fleisch, Wurstwaren und Fische am Dienstag unter dem Vor- sitz des Unterstaatssekretärs Richter. Allseitige Uebereinstim- mung herrschte über die Notwendigkeit der Preisregelung für Butter, und zwar auf der Grundlage eines von Zeit zu Zeit nachzuprüfenden Grundpreises für die Berliner Notierung. lieber die Verbrauchsregelung für Butter, Fette und Milch fanden eingehende Erörterungen � statt. Tie Sicherstellung der Milchversorgung für kleine Kinder, stillende Mütter und Kranke wurde allgemein für uotlvendig und durchführbar gehalten. Unter verschiedenen Anregungen fand besonders die eines Verbots der Herstellung von Fettkäse Zustimmung. In der Vieh- und Fleischfrage erstreckte sich die Besprechung in der Hauptsache auf die allseitig für notwendig gehaltene Preisregeluug für Schweinefleisch. Wieder„ein Einzelfall". Der Verein der Milchproduzenten für Breslau war durch Verhandlungen mit den Militär- und Zivilbehörden gegen eine Teuerung ziemlich gebunden, mutzte wenigstens mÜ starken behördlichen Repressalien rechnen, wenn er den Preis der Milch von sich aus heraufsetzte. Daraufhin sandte er an den Verein der Milchhändler folgenden Wink: „Ich benachrichtige Sie ergebenst, datz der Vorstand vor« läufig von einer Erhöhung der Milchpreise beim Kleinverkauf in Breslau absieht. Wir verhandelten dieserhalb mit dem Magistrat und wird u n s v o n d o r t d e r V o r w ur f, datz wir die Notlage ausnützen und dadurch die ärmere Bevölkerung in ihrer Nahrungsmittelbeschaffung binden. Wir geben Ihnen gern anHeim und sind e i n v e r- standen, wenn von feiten der Händler der Milch- preis heraufgesetzt wird(!). Ich halte dies sogar für dringend notwendig, wenn Sie für die Zukunft wenig- stens das jetzige Michguantum auch erlangen wollen. Hochachtungsvoll Der Vereinsvorstand der Milchproduzenten Breslaus. gez. Stiller, Geschäftsführer." Es wird also der stille Boykott den Milchproduzenten an- gedroht, wenn man die Preise nicht erhöht— in den Profit wird man sich nach der Erhöhung schon teilen. Die Händler verstanden den Wink und kündigten die Erhöhung des Milch- Preises von 24 auf 30 Pf. an. Daraufhin hat das stellv. Generalkommando des VI. Armeekorps sofort einen Höchst- preis von 26Pf. für das Liter Milch und 2,8t) M. sür das Pfund Butter festgesetzt und Androhung der üblichen Gc- fängnisstrafe bis zu einem Jahre oder 10(XX) M. Geldstrafe. Wo die Preise für Milch oder Butter zur- zeit niedriger sind, dürfen sie nicht erhöht werd enl_ Butter-Höchstpreise. Der Magistrat von Frankfurt a. M. hat für Butter Höchstpreise festgesetzt, und zwar 2,40 M. sür Sützrahmbutter und 2,10 M. sür Landbutter. Die Stadtverwaltung Münster in Westfalen verkauft geaenwärtig Butter zu 1,90 M. das Pfund, Eier zu 15 Pf. da- Stück und Holländer Käse zu 1,25 M. Pfund. Der.Magdeburgischen Zeitung" zufolge hat der stellvertretende Kommandierende General für den Bereich des 4. Armeekorps den Höchstpreis für Bulter auf 2.80 M. festgesetzt. Für den Bereich des 6. Armeekorps einschl. der Festungen G I a tz und Breslau wurden die Höchstpreise für Bulter auf 2,80 M. für das Pfund festgesetzt. Wo niedrigere Preise bestehen, dars keine Preiserhöhung stattfinden._ Die Freikonservativcn zur Ffutteruutteluot. In der„Post" erörtert Freiherr V. Z e d l i tz die bestehende Futtermittelnot und kommt dabei zu folgeuder Forderung: .Bet Erörterung der einschlägigen Fragen in de» Kreisen der freikonservativen Parter ist man daher zu der Auf- fassung gelangt, datz die Reich-einkaufsstelle die Preise sür von ihr aus dem Auslände bezogene Futterstoffe für die heimische Vieh- Haltung nicht unbedingt nach der Höhe ihrer eigenen Kosten be- messen, sondern sie nötigenfalls unter Verzicht auf einen Teil deS Einkaufspreises jenen zu einem im richtigen Verhältnis zu den Höchstpreisen ihrer Erzeugnisse stehenden Preise abzulassen habe. Die Differenz zwischen Einkaufs- und Wieder- Verkaufspreis würde mit Rücksicht auf das in Betracht kommende Gesamnnteresfe des Reiches billigerweiie die Reichskasse zuzuschießen haben. ES handelt sich dabei um mittelbare Kosten des Krieges, die genau wie die Kosten der Kriegführung selbst billigerweise der Ge- lamlheit zur Last fallen." Gegen diesen Vorschlag ist nichts einzuwenden, sobald die Regierung Höchstpreise für Fleisch und Fleischwaren, Molkerei- erzeugnisse und Eier festsetzt. Geschieht das nicht, so käme die Ueberlassung billiger Futtermittel nur dem einzelnen Land- Wirt zugute, ohne daß die Konsumenten niedrigere Preise er- Warten könnten. Zur Milderung der Ffleischuot. Im Laufe der nächsten Woche sollen Matznahmen gegen die Fleischtenerung zu erwarten sein. Wie das.Berliner Tageblatt" er- fährt, ist zunächst eine Preisregelung für Schweine- fleisch in Aussicht genommen. Unentschieden ist nur noch, ob die Höchstpreise sür Lebendgewicht oder für Fleisch im Grotz- bzw. Klein- Handel festgesetzt werden. Für die Streckung unserer Vorräte, namentlich in Fett, kommen folgende Matznahmen in Betracht: Ein- führung von.fleischlosen Tagen" in allen öffentlichen Gast- wirtschaften, Einführung von Tagen, an denen nur gekochtes(nicht gebratenes) Fleisch abgegeben werden darf, Einführung von Be- stimmungen, wonach neben Wild und Geflügel nur höchstens zwei bis drei Fleischspeisen auf der Speisenlarte der Gastwirtschaften ge- führt werden dürfen usw. Die Aermsteu kaufen am teuersten. In dem Lebensmittelbureau der Stadt Aachen war dieser Tage unter Mithilfe des Konsumentenausschusses eine Ausstellung von Wurstwaren und Eiern aufgebaut, die aus Geschäften der ver- schiedensten Stadtteile entnommen waren. Die Ausstellung, die von objektiven Sachverständigen begutachtet wurde, bewies, datz d i e Kramläden in den Arbeitervierteln bei schlechteren Qualitäten die höchsten Preise haben. Sie bewies ferner, datz die Fleischwaren der armen Leute die teuersten sind. Wo Metzger--zwei Sorten Blutwurst,.beste" und.gewöhnliche", ver- kaufen, zeigte sich, datz es sich meist um dieselbe Ware handelt. Bei Eiern zeigte sich in den verschiedenen Stadtteilen ein Wertunterschied Von nahezu 20 Pf. bei gleicher Qualität. Reichstagsabgeordnete i« der Reich sprüfnngsstelle. Der.ReichSanzeiger" veröffentlicht die Liste der Mitglieder der Reichsprüfungsstelle für Lebensmittelpreise. Dieser Körperschaft ge- hören neben einer Reihe Mitglieder des Bundesrats, Bürgermeister und Kauflcuten folgende Mitglieder des Reichstages an: Baffer- mann, Behrens, Dr. Böhme, Eberl, Fischbeck, Giesberts, Herold, Dr. Roesicke, Schniidt-Berlin, Graf v. Schwerin, Seyda, Stnbbendorf und Dr. Wendorff an. Außerdem sei noch erwähnt Seiffert, Ge- schästsführer der Grotzeinlaussgenossenschaft in Hamburg, und Dr. Müller-Hamburg vom Zentralvcrband deutscher Konsuinvercine. Ms öer Partei. „Naturgemästc Gefühle". Die„Chemnitzer V o l k s st i m m c" knüpft an die Eingabe des Parteivorstandes und der Generalkommission wegen des Lebens- mittelwuchers eine Polemik gegen die frcikonservative ,,P o st", die wie folgt aussieht: „Die„Post", die auch auf dem Standpunkte steht, schleunigst der Lebensmittelteuerung durch Regicrungsmatznahmen zuleibc zu gehen, gibt sich trotzdem den Anschein, als halte sie den Feldzug unserer Partei gegen die Teuerung für ein Pronunziamento der auf dem Boden der FraktionSminderheit stehenden Parieigenos- sen. Das ist völlig irrig. Wen» überhaupt in diesem Zusammenhang von einem Unterschied der Ansichten in der Par- tei gesprochen werden kann, so nur in dem Sinne, daß das Gefühl der Erbitterung darüber, datz so gar nichts in der Teuerungsfrage geschieht und da- mit ihrem freudigen Eintreten für des deut- schenVaterlandesWohlsonamenloseSchwierig- leiten gemacht werden, bei den Anhängern der F ra k ti o n s m e h r h e i t naturgemäß noch weit grö- tzer istalsbei denender Minderheit. Hoffen wir deS- bald, daß die Wolfffche Depesche ihre Bestätigung und sofortige Ausführung findet, und datz sie nur der Vorläufer so tiefgreifen- der Wirtschaftsmatznabmen ist, wie sie der Parteivorstand in seiner Eingabe fordert." Die Elberfelder„Freie Presse" bemerkt dazu treffend: „Auch die Unterstreichungen entnebmen wir dem Chemnitzer Parteiorgan. Es sagt, wie wir sehen, kurz und kühl, datz die an- gebliche Parteiminderheit weniger mit dem entbehrenden arbeiten- den Volke fühlt, weniger auf Abstellung der bösartigen Teuerung bedacht ist, als die sogenannte Mehrheit. Ja, dieses Partei- organ läßt sogar durchblicken— man beachte die Bemerkung über das„Eintreten für des deutschen Vaterlandes Wohl"—, daß die Teuerung, weil sie Erbitterung zeugt, den Anhängern der Fraktions- Minderheit gar nicht so übel gefällt! Die„Chemnitzer Volks- stimme" ist es, die wiederholt über den schlechten Ton der Minder- heit geklagt hat. Wir erinnern uns keiner Aeutzerung von Minder- heitsvertretern in der Partei, die tiefer stände als das, was dieses Parteiblatt Parteimitgliedern zu unterschieben wagt. Wüßten wir nicht, daß man in Chemnitz den Parteijournalismus mehr vom Temperament als von der Vernunft befruchten läßt, so hätten wir anderes auf den obigen Anwurf zu sagen, den wir für heute mit diesen kurzen Bemerkungen zu dem übrigen legen." Soziales. Geisteskrankheit durch Sturz. Die Unzuverlässigkeit ärztlicher Diagnosen tritt in den vor dem Oberversicherungsamt anhängig gemachten Renten- streitigkeiten oftmals recht deutlich hervor und immer wieder verschuldet die Fehlbarkeit menschlichen Urteils, das in be- stimmten Fällen überhaupt nur auf eine Eindrucksgewinnung aus Akten oder fremden Angaben angewiesen ist, langwierige Verfahren. Mit einem solchen Geschick ist auch der Renten- streit ber Frau des Zimmerers Karl Schüler bebastet. Sch. stürzte 1912 bei der Arbeit mit dem Kopf gegen einen Balken. Der Unfall wurde zuerst mit 30 Prozent abgegolten, schließlich aber für belanglos gehalten und weitere Vergütung von der Versicherungsträgerin abgelehnt, weil eine Verschlimmerung nicht merkbar war. Mittlerweile wurde jedoch der dieser Ab- lehnung zugrunde liegende Befund durch die Tatsache Lügen gestraft, daß Schüler wegen Geisteskrankheit nach der Irrenanstalt Eberswalde gebracht werden mutzte. Dort er- kannte man sofort den Zusammenhang zwischen Unfall und Erkrankung. Auch Medizinalrat Leppman als Obergutachter gab im selben Sinne seiner Ucberzeugung Ausdruck. Ohne ihren früheren Bescheid zurückzuziehen, erließ die beklagte Bau- berufsgenoffenickiaft am 26. Augnst einen neuen, und bewilligte der Frau für ihren Mann die Vollrenle. DasOberversicherungs- amt nahnt den Standpunkt der letzten beiden Gut- achtet ein und erblickte in dem Unfall die Ursache der Geistes- krankheil. Somit war auch die Beschwerde der Frau gerechtfertigt und ihrer Berufung gegen den ersten Bescheid wurde stattgegeben. Der erste Gutachter, dem die Rentenaufhebuug zuzuschreiben ist, hat dies also in völliger Berkennung der Tat- fachen getan._ Mehrung der Volkskrast. Zu der Tagung für.Erhaltung und Mehrung der deutschen Volkskraft", die die Zentralstelle sür Volkswohlfahrt für die Zeit vom 26.-28. Oktober im ReichstagssitzungSsaale veranstaltet, können, wie unS mitgeteilt wird. Teilnehmerkarten nicht mehr ausgegeben werden, da die zulässige Zahl bereits vergriffen ist. Gerichtszeitung. Spielerei mit Schiestwaffen. Das leidige Spielen mit einer Schußwaffe hat wieder einmal einen Unfall verursacht, der leicht recht böse Folgen hätte haben können. Als Angeklagte hatte die noch jugendliche Frida K n i s p e l vor der Strafia nimer des Landgerichts ll zu erscheinen, um sich auf die Beschuldigung der fahrlässigen Körperverletzung zu verantworten. Am Spät'abcnd deS 5. Jult kam die Angeklagte in Begleitung eines jetzt zum Militär eingezogenen jungen Mannes von einem Ausfluge heimkehrend, durch die Hermannftratze in Neukölln. Der junge Mann hatte einen Taschenrevolver bei sich, der nach seiner Meinung nicht geladen war. Der junge Mann ließ sich überrede». dem Mädchen den Revolver in die Hand zu geben, da sie sich für die Konstruktion einer solchen Waffe und die Hantierung mit ihr sehr interessierte. Die Angeklagte drückte zwei- mal los, ohne daß etwas erfolgte, beim dritten Male aber entlud sich eine Kugel, die ihren Weg bis über die Straße nahm und einem auf der anderen Seite mit ihrem Vater an der Straßenbahn- Haltestelle wartenden zwölfjährigen Mädchen in den Rücken drang. Die Verletzte ist einige Zeit krank gewesen, jetzt aber wiederher- gestellt; sie hat dauernden Schaden an ihrer Gesundheit nicht er- litten, obgleich die Kugel noch in ihrem Rücken steckt.— D-r Staatsanwalt beantragte gegen die leichtfertige Angekkagte 1 W o ch e Gefängnis, der Gerichtshof verurteilte sie zu 10 0 M. Geld st rase event. 10 Tagen Gefängnis. Schließung einer Schaukwirtschaft. Das Oberverwaltungsgericht sprach sich dieser Tage über die grundsätzliche Frage aus, ob gegen Polizeimaßnahmen auch dann das Verwaltungsstrcitverfahrcn zulässig ist, wenn die polizeilichen Maßnahmen nachträglich ausdrücklich vom Oberbefehlshaber gebilligt worden sind. Es verneinte diese Frage. Die Polizeiverwaltung zu Frankfurt a. O. hatte eine Schank- Wirtschaft im September 1914 geschloffen, weil in der Wirtschaft in sittlicher Beziehung Ungehörigkeiten vorgekommen seien. Der mili- tärische Oberbefehlshaber sprach nachträglich seine Billigung in Form einer nachträglichen Ermächtigung aus. Die Wirtin klagte gegen die Polizeiverwaltung auf Aufhebung der Schließung. Der Bezirksaus schütz wies die Klage ab. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte dies Urteil mit folgender Begründung: Die Klage im Berwaltungs- streilverfahren sei in diesem Falle überhaupt nicht gegeben. Ein Berwaltuirgsstreitverfahren gebe es nur in den Fällen, wo es aus- drücklich durch Gesetz zugelassen sei. Nun sei es ja gegen Polizei- liche Verfügungen im Sinne des§ 127 und der folgenden Para» graphen des LandesverwaltungSgeietzeS gegeben. Um eine solche polizeiliche Verfügung handle es sich hier aber nicht. Es stehe fest, datz der Oberbefehlshaber in den Marken die Schließung gebilligt habe. Damit habe der militärische Oberbefehlshaber zu erkennen gegeben, datz die Verfügung gleichsam als seine eigene Ver- sügung zu erachten sei. In solchen Fällen gebe es keine Klage im Verwaltungsstreitverfahren. Dagegen könne sich die Klägerin höchstens beim Kaiser beschweren. Die Klage sei daher mit Recht als unzulässig abgewiesen worden. /lus Groß-öerlin. Petroleumverkauf gegen Warenabnahme. NnZ wird geschrieben: Durch die Festsetzung des Höchstpreises für Petroleum, das Liter aus 32 Pf., wollten die Behörden sicherlich dazu beitragen, die minderbemittelte Bevölkerung, die zum größten Teil auf diesen Brennstoff für Licht in ihren Wohnungen noch an- gewiesen ist, beim Einkauf vor Uebervorteilung zu bewahren. Ge- wisse Geschäftslcule scheinen aber trotz der behördlichen Anordnung aus der Not eine Tugend zu machen. Schreiber dieser Zeilen konnte das am Montag, den 13. d. MtS., feststellen. An diesem Tage, nach- mittags 6 Uhr, hatte ich in dem Hause Neue Jakobstraße 14 ge- schästlich zu tun. Bei meiner Ankunft vor dem Hause fand ich eine große Menschenansammlung vor, welckie wohlgeordnet in Reih und Glied auf dem Bürgersteige sich ausgestellt hatte. Drei Schutzleute bemühten sich, die Mcnschenmasse in Ordnung zu halten und sorgten auch ferner dafür, daß Neu- ankommende sich hinten anschließen mußten. Auf meine Erkundi- gung erfuhr icki, daß alle diese Leute, darunter viele Kinder, ge- kommen wären, Petroleum einzukaufen. In dem genannten Hause befindet sich eine Firma.Luisen-Drogerie', welche seit ungefähr zehn Tagen einen Petroleumverkauf betreibt. Viele Frauen klagten, daß sie von weit her aus dem Südosten der Stadt gekommen seien, stundenlang warten müßten, ihre Zeil opferten und dann noch in- direkt das Petroleum teurer kaufen müßten. Auf meinen Einwurf, daß das Liter doch 32 Pf. koste und darüber hinaus niemand gehen dürfe, erklärten mir die Umstehenden,„da kommen Sie schön bei dem Mann an, der verkauft nur Petroleum wenn man andere Waren gleichzeitig mitlauft. Wenn man für über 50 Pf. bis 1 M. noch andere Waren kauft, erhält man 1 Liter, unter 60 Pf. Vz Liter, wer keine anderen Waren kauft, erhält mit Mühe und Not höchstens V« Liter Petroleum." Um mich zu über- zeugen, betrat ich vom Hausflur aus den Laden. Der Geschäfts- inhaber fragte sofort nach meinem Verlangen. Ich gab ihm zur Antwort,„daß ich mich für die Art des Petroleumverkaufes inter- eisire." Ter Herr wurde gleich aufgeregt und ersuchte mich, den Laden zu verlassen. Von einigen Frauen, die mir bereitwilligst ihre Adreffen nannlen, erfuhr ich dann folgendes: Eine Frau, welche in der Cuvrystraße wohnte und seit 2 Uhr nachmittags gestanden hatte, erhielt um �6 Uhr einen halben Liter Petroleum, nachdem sie sich bereit erklärt hatte, ein Schauertuch zum Preise von 28 Pf. mit einzukaufen. Tie Frau zeigte den Umstehenden das Schaucrtuch und meinte, daß sie einen solchen Schauerlappen in jedem Seifengesckiäft für 20 Pf. erhalle, das Vz Liter Petroleum kostete somit 40 Pf. Eine andere Frau wiederum bekam einen Liter Petroleum, mußte aber ein Paket Sunlichtseife zum Preise von 60 Pf. entnehmen, wie sie erklärte, um bloß einen Liter zu erhalten, mithin hatte sie 92 Pf. geopfert und dazu 4 Stunden gewartet. Noch eine andere Frau, die von der Andreasstiaße gekommen war und ebenfalls 4 Stunden warten mußte, hatte für einen Liter Petroleum und Entnahme anderer Waren zusammen V7 Pf. gezahlt. Ei» Knabe, ebenfalls Andreas- straße wohnhaft, zahlte für Va Liter Petroleum unter Zu- kauf anderer Artikel 50 Pf. Solche Geschäftspraktiken dienen sicherlich nicht dazu, der minderbemittelten Be- völkerung in diesen so ernsten und schweren Zettverhältnissen das Leben erträglich zu gestalten. Es wäre dringend notwendig, daß die ärmere Bevölkerung gerade beim Einkauf dreses für sie so notwendigen Brennstoffes nicht genötigt wird, in dieser Weise zu Petroleum zu kommen. Hoffentlich wird auch auf diesem Gebiete eine bessere Ordnung geschaffen. Petroleumverkauf in der Lindenstrahe. In der Lindenstraße drängten sich gestern Hunderte von Frauen zu der dort eingerichteten Pctroleuniabgabe. Leider fehlt es au der Möglichkeit, in geordneter Weise zu dem ersehnten Oel zu gelangen. Und zwei Beamte, die da ordnend eingreifen wollten, lichteren durch ihr Puffen und Stoßen in unschuldig dastehende Frauen und Kinder mehr Unheil an, als daß sie halfen, während die beiden Berittenen sich sehr taktvoll und verständig benahmen. Würde es sich nicht empfehlen, die Ankommenden mit numerierten Karten zu versehen, damit die zurrst Gekommenen auch zuerst abgefertigt werden könnten? Fahrprciserhöhung für Kraftdroschken. Zu der Notiz„Fahrpreiserhöhung für Kraftdroschken", welche am 13. d. M. eine Runde durch die Tagespresse machte, wird uns von der Seklionsteilung der Kraftdroichkenführer im Deutschen Transportarbeiterverbande folgendes geschrieben: „Zu der Erhöhung des Droschkeniariss sei bemerkt, daß unserer Organisation von einem Antrag der Kraftdroschkenführer an die Verkehrspolizei nichts bekannt ist und es sich wohl nur lediglich um einen Antrag der Krafldroschkenbesitzer handett. Nach der Erfahrung, welche die Führer bei der Taxerhöhunq im Mai d. I. gemachl haben, wonach die daraus enlstehende Mehreinnahme nur den Be- sitzen, allein zusteht, dürfte den Führern eine weitere Fahrpreis- erhöhung wenig interessieren. Nach dem Vorgehen der Kraftdroschkenbesitzer zu urteilen, hat es den Anschein, als ob sie die beantragte Mehreinnahme auch dies- mal für sich beanspruchen wollen. Andernfalls hätten sich diese Herren im jetzigen Zeichen des Burgfriedens bei ihrem Vorgehen vorher mit unserer Organiialion verständigt. Nach dem bisherigen Uius und den in den meisten Betrieben abgeschlossenen Lohntaris stehen den Führern pro Schicht 00 Pf. an Lohn und 2ä Proz. von der Gesamleinnahme zu. Leider gibt es einen Teil Unternehmer, die diesen LohnusuS heute nicht mehr innehalten und den Führern noch olle möglichen Abzüge machen, trotzdem die Führer ebenso unter den jetzigen teuren Lebensverhältnissen zu leiden haben, als die Unternehmer. Zu dem Antrag der Hoteibesitzer bemerken wir, daß unseres Er« achtens heute noch genügend Pferdedroschken auf den Bahnhöfen halten. Dagegen sind die wenigen sich noch im Berkehr befindlichen Autodroschken vom Publikum so begehrt, daß die Führer gar nicht erst dazu kommen, sich i» genügender Zahl auf den Bahnhöfen auf- zuhalten."_ Futtcrmittclversorguug für Geflügelhaltungen. Für die Zeit von Mitte November ab wird das Königlich preußische Landesamt für Futtermittel den Kommunalverbänden Körnerfuttcr für Geflügelhaltungen zur Verfügung stellen. Zu diesem Zweck hat der Magistrat den für den Gemeindebezirk in Betracht kommenden Bedarf rechtzeitig anzumelden. Bei der Verteilung dieses Körnerfutlers� sollen jedoch nur be« rücksichrigt werden Zuchttiere solcher Rassen, die für den Wieder- auibau der Wirtschafisgeflügelzucht von Nutzen sein können, und solche H ü b n e r, die zur Produktion von Eiern gehalten werden. Wassergeflügel« Gänse und Enten), ferner Puten, Viergeflügel(Zwerg- Hühner) und Tauben werden nicht berücksichtigt. Die Halter von solchen Zuchiställen und von Nutzhühnern müssen, soweit sie ihre Tiere im Stadtteil Berlin ballen, ihren Bestand an Zuchtgeflügel oder Nutzhühnern unter Einreichung einer Bescheinigung des Hauswirts, Verioalters oder Verpächters des Grundstücks, auf dem die Hübner gehalten werden, über deren Stückzahl auf dem Bureau für Futlermiltelverteiluug Berlin L! 2, Stadtbaus, Stralauer Straße 15/22. IIL Stock, Zimmer 311, binnen einer Woche s ch r i f t- lich anmelden.• Ter städtische Schmalzvcrkauf. In den städtischen Verkaufsstellen für Fleisch und Fettwaren wird zunächst Schmalz nicht mehr ausgegeben werden. Der Magistrat hat beschloffen, die noch vorhandenen Vorräte von Schmalz an bedürftige Familien, insbesondere an Angehörige der Kriegs- teilnehmer abzugeben. Die Verkaufsorganisation ist dem Nationalen Frauendienst übertragen, der nach Prüfung der Bedürftigkeit Berechtigungskarten für bestimmte Mengen ausgeben wird, lieber den Beginn des Verkaufs wird Näheres nach mitgeteilt werden. Ein Ehcbruchsdrama zwischen Himmel und Erde spielte sich gestern früh in Wilmersdorf ab. In der Prinzregentenstraße flüchtete die 18jäbrige Frau de» Eisenbahnbeamien T., Wexstraße wohnhaft, aus der Wohnung ihres Liebhabers, ließ sich, als sie von dem be- trogenen Ehemann überrascht wurde, aus dem dritten Slockwerk an einem Seil herab und stürzte dabei ab. Sie wurde schwerverletzt nach dem Schöneberger städtischen Krankenhause gebracht. Der Mann war seil längerer Zeil im Felde und erhielt in letzter Zeit mehrere anonyme Briefe, in denen ihm mitgeteilt wurde, daß seine junge Frau, mir der er erst kurze Zeit verheiratet war, es mit der ehelichen Treue nicht sehr genau nehme. T. ließ sich Urlaub nach der Heimat geben und traf vorgestern Nacht in seiner Wohnung in Wilmersdorf ein. Er fand die Anschuldigungen gegen seine Frau besläligt. Aus Furcht vor ihrem Mann unternahm dann die junge Frau den wagehalsigen Fluchtversuch, der auf so furchtbare Weise mißglückte. Eine Schwindlerin, die Kindern Geld und Waren ablockt, tritt seit einigen Tagen besonders in den Stadtgegcnden aus, in denen viele Konfektionsarbeirerinnen wohnen. Gestern erbeutete sie von einem neunjährigen Knaben vier Astrachanmäntel mit gelbem Seiden- futter und von einem zehnjährigen Knaben zwei Anzüge. Die ge- jährliche Person ist etwa 36 Jahre alt, groß und schlank und trug bisher ein schwarzes Jackett mit gelben Punkten. Kleine Nachrichten. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich am Mittwoch in der Siemensstadt in Spandau. Der Chauffeur Franz Wetzet aus der Tauroggener Straße 15 in Charlottenburg wurde dorl beim Ueberschreiten des Fahrdamms von einem Kraft- wagen der Protoswerke umgerissen und überfahren. W. erlitt innere Verletzungen und eine tlaffcnde Kopfwunde. Er wurde nach An- legung von Notverbänden nach dem Krankenhause Westend geschafft.— Beim Abspringen von einem fahrenden Straßenbahnwagen der Linie W kam Mittwochabend in der Straße Alc-Moabil eine Frau Rosalie Rakow zu Fall, geriet unter die Vorderplattform des Bei- Wagens und erlitt Nippenguetschungen und Hautabschürfungen an den Beinen. Die Verunglückte fand im Rudolf Virchow- Kranken- hause Aufnahme. Das Apollo-Thcatcr bietet auch im neuen Monat ein recht ab- Wechselungsreiches Programm. Neben der Opercltendiva Mia Werber debütiert Claire Waldoff in ihrer Eigenart und trägt ihre Berlinerei in der bekannten Schnoddrigkeit zum Ergötzen des Publikums vor. Nicht minder erringt sich die schlanke, sogar sehr schlanke Kabarettistin Gussy Holl die Gunst der Zuhörer, insbesondere durch ihre prächtige Parodie auf ihre Kollegin Claiie Waldoff, Und Schneider-Dunker, auch einer vom Kabarett, fügt einige hübsche Chansons hinzu. Ein Weltmeister der Jongleurkunst ist Salcrno, der geradezu verblüffende wohlgelungene Tricks vorführt. Die Komik wird durch Clemens Belling mit seinen Zöglingen, Esel und Hunde, präsentiert. Man- sred Harvell stellt sich als ein Künstler der Geige vor. und die fünf Ogrilas sowie die Patty-Frank-Truppe zeigen bei ihren gymnastischen und akrobatischen Akten, was Gewandtheit und Kraft vermögen. Gebrüder Herrnfcld-Thcater. Am Sonnabend, den 23. Oktober, findet die Uraufführung der neuen dreiaktigen Sportkomödie„Rosen- blatts Geheimlip' von Anton und Donat Herrnfeld mit beiden Ver- fassent in den Hauptrollen statt. ftus öen Gemeinden. Mastregel der Köpcnicker Polizei gegen die Lebensmittelteuerung. Die Köpenickcr Polizeiverwaltung erläßt nachstehende amtliche Bekanntmachung: Für einen Teil von Nahrungsmitteln sind Höchstpreise festgesetzt; auch ist ein Wucher mit Lebensmitteln gesetzlich verboten worden. Diejenigen Bürger und Bürgerinnen, welche bei ihren Einkäufen die Aufsaffung erlangen, daß von Verkäufern gegen diese Be- stimmnngen verstoßen wird, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen alsbald der Polizeiverwaltung, Rathaus, Zimmer 3, zu Protokoll zu geben. Die Polizeiverwaltung wird in allen Fällen, wo sich die Rich- tigleit dieser Anzeige ergibt, ohne Ansehen der Person rücksichlS- loS gegen den Schuldigen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen vorgehen. Dagegen wird darauf aufmerksam gemacht, daß ein Einschreiten des Publikums selbst gegen den Beschuldigten in Form eines tätlichen Angriffs oder durch die Beschädigung von Waren, Geschäftsgeräten usw. strafbar ist und gegen solche Täter mit aller Strenge des Gesetzes vorgegangen werden wird. Während der Kriegszeit werden derartige Vergehen außerordentlich hoch bestraft. Fettverkauf in Lichtenberg. In den städtischen Fleischverkaufsstellen wird außer den bisher feilgehaltenen Fleisch- und Teigwaren ein größerer Posten Rinder- fett verkauft. Der Preis beträgt 1,40 M. für das Pfund. Der Verkauf erfolgt nur gegen Vorweisung der Fleischbezugskarten, die jeden Wochentag nacknniltags von 5 bis 7 Uhr und Sonntags vor- mittags von 0 bis 12 Uhr im Rathause, Möllcndorfstr. 6, verabfolgt werden. Petrolcummarken für Potsdamer Heimarbeiter. Die Stadt Potsdam hat ihre Kriegsfürsorge jetzt auch auf die Petroleumbcschaffung für Heimarbeiter ausgedehnt. Das Stadtgebiet ist in fünf Bezirke eingeteilt, in denen je ein Kaufmann das städtische Petroleum zum Preise von 32 Pf. pro Liter gegen Bezugs- schein(Petrolcummarken) abgibt. Bezugsberechtigt sind nur solche Heimarbeiter und-arbeiterinnen, die sich durch eine Bescheinigung der Orlskrankenkasse als solche ausweisen und durch eine weitere Bescheinigung des Hauswirts nachweisen können, daß in der be- wohnten Wohnung weder Gas noch elektrisches Licht vorhanden ist. Die Petroleummarken sind nach Erfüllung der Vorschriften im Militärbureau erhältlich. Klndcrveranstaltungcn in Rcinickcndorf-Ost. Sonntag, den 24. Oktober, nachmittags, finden im Jugendheim, Hoppestr. 32, für die Kinder unserer Parteigenossen zwei Kaspcroeran Haltungen statt, und zwar die erste von 4—5 und die zweite von 5— ö Uhr. )?us aller Welt. Gepökeltes Walfischfleisch. Die„Deutsche Tageszeitung" meldet: In Burg bei Magdc- bürg hat ein Fleischermeistcr große Mengen Walfischfleisch an- gekauft und stellt es für 65 Pf. das Pfund zum Verkauf. Das Fleisch sieht wie Rindfleisch au» und eignet sich sowohl zum Kochen wie zum Braten. Tie glücklichen Einwohner von Burg sind zu beneiden. Nun können sie sich doch wieder einen saftigen Braten gönnen. Hoffent- lich ist ihnen nach dem Genuß desselben nicht tranig zumute. Vergiftung durch verdorbene Nahrungsmittel. Nach dem Genuß von Bohnensuppe ist in Bilshausen die aus fünf Per- sonen bestehende Familie eines Stellmachers unter schweren Ver- giftungserscheinungen erkrankt. Ein neunjähriges und ein fünfjähriges Mädchen sind bereits gestorben, während die übrigen Familienmitglieder noch sehr krank danieder liegen. Ein Wilderer erschossen. In dem Jagdbezirk des Offizier- Jagdvercins in G o d s h a v n wurde am Montagabend der 50 Jahre alte Arbeiter R., der beim Wildern betroffen wurde, von einem Jagdaufseher nach einmaligem Kugxlwcchscl erschossen. R. iü Vater van sieben zum Teil ulwersorgten Kindern.— lrürzlich lasen wir. daß infolge des Jägermangels das Wild überhcmdnehnie und viel Schaden anrichte. Explosionen in Munitionsfabriken. In Paris hat am Mittwoch- nachmittag in einer Fabrik in der Rue Tolbiac eine heftige Explosion stattgeflliidcil, bei welcher 87 Personen getötet und viele ver- letzt wurden. Einige Nachbarhäuser sind eingestürzt; alle Fenster jenes Stadtviertels sind zertrümmert. Die„Neue Zürcher Zeitung" meldet aus Genf: In der Munitionsfabrik von Chedde in Hochiavoyen hat sich eine Explosion ereignet, durch die mehrere Personen getötet und verwundet worden sind. Einzelheiten fehlen, da über den Fall mög- lichstes Stillschweigen bewahrt wird. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 359 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 1., 4. u. 5. Garde-Regt. z. F.; 2. Garde- Reserve-Regiment; Gavde-Grenadier-Regimenter Alexander, Franz und Elisabeth; Garde-Füsilier-Regiment. Lehr-Jnsanterie-Regi- ment. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier-Regimenter Nr. 4, 5 6, 10, 22 ls. auch Jnf.-Regt. Nr. 157), 23 bis einschl. 29, 32. 33. 34, 38, 46, 49, 51, 54, 55, 57, 58, 61, 62, 63, 65. 66, 67, 69. 74, 76. 77, 78. 82. 86(s. Jnf.-Regt. Nr. 157), 118(s. Jnf.-Regt. Nr. 157), 146, 147, 148, 157, 171, 172, 173, 187. Reserve-Jnfanterie-Regimen- ter Nr. 10, 22, 24, 29, 35, 38(s. Jnf.-Regt. Nr. 223), 52, 56, 61, 64. 66, 68, 74, 78, 81. 82. 202 bis einschl. 219, 226 bis einschl. 230, 232, 233, 235, 236, 237, 250. Landwehr-Jnfanteoie-Regimenter Nr. 7, 9, 1l, 22, 23. 24. 27, 30, 33, 34, 46, 47, 48, 57, 61(s. auch Fest.-Ma- schinengew.-Abt. Nr. 1 Graudenz), 06, 77. Garnison-Bataillon Straßburg. Jäger-Bataillone Nr. 4, 6, 11, 14; Reserve-Bataillone Nr. 3 u. 24. Garde-Maschinengewehr-Abteilurrg Nr. 1(f. Res.-Jnf.- Regt. Nr. 228); Maschinengewehr-Abteilung Nr. 6; 2. Ersatz-Ma- schinengewehr-Kourpagnie des 20. Armeekorps; Feld-Maschinen- gewehr-Züge Nr. 125(f. Jnf.-Regt. Nr. 27), 166(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 228); Festungs-Maschinengewehr-Abteilungen Nr. 1(Graudenz) und Nr. 13(Gouv. Posen); Reserve-Festungs-Maschinengewehr- Abteilungen Nr. 2 und 8. Kavallerie: Garde-Reserve-Dragoner; Garde-Husaren(f. Komb. Kav.-Regt. der 1. Garde-Jnf.-Dwision); Kombiniertes Kavallerie- Regiment der 1. Garde-Jnfanterie-Division; Kürassier« Nr. 1, 3 und 6; Dragoner Nr. 6 ss. Komb. Kav.-Regt. der 1. Garde-Jnf.- Division), 12, 13, 16, 19, 23; Husaren Nr. 1, 4, 8(s. Ulanen-Regt. Nr. 16), 10; Ulanen Nr. 2(f. Jnf.-Regt. Nr. 63) und 16; Reserve- Ulanen Nr. 5; Jäger zu Pferde Nr. 2 und 9; 3. Landwehr-Eskadron des 1. Armeekorps. Feldartillerie: 3. Garde-Reserve-Regimeni; Regimenter Nr. 2, 4, 10, 11, 16, 17, 19, 21, 26, 31, 30, 37, 41, 70, 71(f. Feldart.-Regt. Nr. 93), 73(f. auch Feldart.-Regt. Nr. 93), 93(s. auch 9-cm-Batterie Breidenbach), 229; Reserve-Regimenter Nr. 15, 16, 17, 19, 25, 30, 46, 55, 56, 61; Landwehr-Regiment Nr. 9. Feldartillerie-Abteilung Nr. 231. Feldartillerie-Schießschule(s. 3. Garde.-Res.-Feldart.- Regt.). Fußartillerie: 1. und 2. Garde-Megiment; Regimenter Nr. 4, 6, 7, 16, 20; Reserve-Regimenter Nr. 1, 2, 8, 14; Fnßartillerie-Batail- lone Nr. 27, 36, 56; Ersatz-Bataillon Nr. 27; Fußartillerie-Batte- rien Nr. 232, 332, 339. 9-cm-Batterie Breidenbach. 1. Landsturm- Bataillon des 3. Armeekorps; Landsturm-Fntzartillerie-Bataillon des 11. Armeekorps(s. Fntzart.-Regt. Nr. 6). Mörser-Regiment Nr. 6. Pioniere: Regimenter Nr. 23, 24, 25, 30, 35; Bataillone: II. Nr. 5, I. Nr. 6, II. Nr. 16, 1. Nr. 21, II. Nr. 26, II. Nr. 27, I. Nr. 28; Reserve-Bataillon Nr. 33; Kompagnie Nr. 221; Reserve-Kompagnien Nr. 75 und 88; 2. Landwehr-Kompagnie des 14. Armeekorps. Leichte Minenwerfer-Abteilungen Nr. 212 und 297; Mittlere Minenwcrser-Abteilung Nr. 120; Schwere Minenwerfer-Abteilun- gen Nr. 45 und 47. Verkehrstruppen: Linien-Kommandantnr Brüssel. Mlitär« Eisenbahndirektion Nr. 3. Eisenbahnbau-Konipagnien Nr. 26 und 31. Leichte Funkenstation Nr. 5 der 8. Kavallerie-Division. Feld- luftschiffer- und Feldfliegertruppe. Train: Train-Abteilungen Nr. 2, 5 und 18. Landwehr-Fuhr- park-Kolonne Nr. 3; Etappen-Fuhrpark-Kolonne Nr. 4 des 5. Armeekorps. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Kompagnie Nr. 2 des Garde- korps und Nr. 1 des 6. Armeekorps; Landwehr-Sanitäts-Kom- pagnie Nr. 13 des 10. Armeekorps; Etappen-SanitätS-Kraftwagen- Abteilung der Bugarmee und Nr. 9. Armierungs-Bataillone. Artilleriewerkstatt Spandau und Festungs-Artilleriewerkstatt Metz. Kriegsbekleidungsämter. Bezirkskommandos: Kreuznach und Metz. ** Die bayerische Verlustliste Nr. 228 bringt Verluste folgen- der Truppen: Jnfanterie-Leib-Regiment; Jnfanterie-Regimenter Nr. 2, 3, 4, 7, 11, 15, 16, 17, 18, 26, 22; Reserve-Jnfanterie-Regi- menter Nr. 2, 8, 16; Jnfanterie-Pionier-Abteilung; Reserve-Jn- fantcrie-Regimentcr Nr. 13, 17, 18, 20, 21, 22; Landwehr-Jnfan- terie-Regimenter Nr. 1, 6; Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 2, 5, 6, 8; Landsturm-Jnfanterie-Bataillone: Aschaffcnburg, Hof; Chevau- legerS-Regimenler Nr. 2, 3 und 5; Ncserve-Kavallerie-Regimenter Nr. 1, 2, 4, 8; Feldartillcric-Ncgünent Nr. 20; Reserve-Feldartille- ric-Regiment Nr. 1, 6; Ersatz-Feldartillerie-Regiment; Futzartillc- rie-Regiment Nr. 1; Fußartilleric-Negiment Nr. 2; Fußartillerie- Batterie Nr. 300; Reserve-Fußartilleric-Regimenter Nr. 1, 2, 3 6; Pionier-Bataillone: 1. München, 2. Speyer; KorpL-Brückentrain des 2. Armeekorps; Armee-Flugpark Gaede; Schwere Minenwerfer- Abteilung Nr. 3; Neserve-Pionier-Bataillon Nr. 2, 8 und 4; Re- serve-Pionier-Kompagnien Nr. 6, 17 und 18; 1. Landwehr-Pionier- Kompagnie des 1. Armeekorps; 1. Landwehr-Pionier-Kompagme des 3. Armeekorps; 2. Landwehr-Pionier-Kompagnie des 8. Armeekorps; 2. Landstnrm-Pionier-Kompagnie des 1. Armeekorps; 1. Landsturm-Pionier-Kompagiiie des 3. Armeekorps; Armierungs- Bataillon Nr. 1; Rcserve-Artilleric-Munitions-Kolonne Nr. 6; Jnfanterie-Munitions-Kolonne Nr. 3; Reservc-Bäckerei-Kolonne Nr. 1; Feldlazarett Nr. 9 des 2. Armeekorps; Kriegslazarett-Ab- teilung der 6. Reserve-Division; Etappcn-Sanitäts-Kraftwagen- Abteilung 6a; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Ter Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 209, deren Inhalt gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Jugenüveranftaltungen. Rcinickeiidorf-Ost. Sonntag, den 24. Oktober: Freie Be. t ä t i g u n g.— Dienstag, den 26. Oktober: Vortrag.— Mittwoch den 27. Oktober: Erster Trnuabcnd im Schvnholzer Kastanicnwäldchen bei Ramlow.— Donnerstag, den 28. Oktober: GcsangSübungen. Bernau. Sonntag, den 24 Oktober, abend 8 Ubr, findet im Restaurant Gesellschastshaus. Kaiserstr. 79, ein Elternabend statt be- stehend aus Konzert, Rezitationen, Lieder zur Laute und Festvortrag, zu dem besonders die schulentlassene Jugend und deren Eltern eingeladen smd. Programme a 20 Pf. find in der„Vorwärts'-Spedifion bei H. Brofe, Muhlenstraße, zu haben. Die jetzt aus der Schule«a&chnic Jugend hat Eingegangene Druckschriften. Cqti der»Neuen Zeit« ist soeben daS 4. Heft vom i. Band de» 34. Jahrgangs erschienen. i'Iuä dem Inhalt des Heiles beben wir hervor: Imperialistische Tendenzen in der Sozialdemokratie. Von K. KantSkp.— Die Kriegswirtschaft. Von Zlugnst Mai.(Fortsetzung.)— Kriegsinvalide und Hausindustrie. Von"Idols Braun.— Feuilleton: Romantik und Zarismus. Ndam Miekiewicz'.Totenfeier". Von Franz Diederich.(Schlutz.) — Literarische Rundschau: Alexander Kossowitz, Professor in Wien. Lehr- buch der Chemie, Bakteriologie und Technologie der Rahrungs- und Aenuß» mittel. Von Lipschütz. Nrturo Salucci, II vraciimorito di Marx(Marx' Verrat). Von O. B. Literatur zu den KricgSnotgesetzen. Von Siegsried Weinberg.— Anzeigen: Th. Seipart, Vorsitzender des Deutschen Holz- arbcitcrverbandcS. Kriegsinvaliden und Vewerkschaste». Die„Neue Zeit" erscheint wöchevtiich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Poslanstallon und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Ouartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Luartc.l abonniert werden. Das einzelne Hcst kostet 25 Psennig. Probcnummcrn stehen jederzeit zur Verfügung. Das Oktobcrhest der von Dr. Alfred H. Fried herausgegebenen »Blatter mr zwischenstaatliche Organisation«(Zürich, Art. Institut Orell Füstli), enthält zwei Ausruse. deren einer von einem„Deu schen Frauenausschuß für dauernden Frieden" ausgeht, während der andere, dem gleichen Zwecke dienend, von einem»Französischen Frauenausschuß" er- lassen wurde. Im Leitartikel wird aus den internationalen.Studien- kongreß zur Vorbereitung etiles dauernden Friedens" hingewiesen. Aus dem weiteren Inhalt: Professor Sieper, München,.Weltkrieg und Wahr- heil". Dr. Friedrich Curttus,.Die Demokratisierung der auswärtigen Politik". Von großem Interesse sind die in der selben Nummer ab- gedruckten Eingaben an den deutschen Reichskanzler..Strategie und Divlomatie" von Pros. Munroe Smith,.Geistiges Elend", von Hermann Fernau,„Wer jrcut sich des Krieges" von Tr. Oskar Iazi,.Bruchslücke" aus dem Kriegslagebuch des Herausgebers. Ldeskaften der Redaktion. A. X. 103. Ihre Ansicht ist zutreffend.— W. 100 Wenden Sie sich an den Metallarbeitcroerband. Linienilr. 83— 83.— J. H. 2. 1. Beim Schneiderverband, Sebaftianitr. 37/38, oürsten Sie darüber am ehesten Auskunst erhalten. 2. Gesellschaft sür private Fürsorge, Flotlwellstr. i, I, — Jy. H. 7. Aus den 25. März.— F. B. 100. In diesem Falle sind wir leider nicht in der Lage, Ihnen dienen zu können.— A. R. 250. Unseres Wissens ist Konservierung ausgeschlossen.— Gmma. Aus den unS zur Verfügung stehenden Karten konnten wir diesen Ort leider nicht ermitteln.— G. H. Der Bericht gab damals die Zahl 3600 an. Näheres ist inzwischen weiter nicht gemeldet.— I. H. Ursprünglich aus der wie Flachs zubereiteten Bastsafer der größeren Nesselpflanzeu. Jetzt mittelfcine und gröbere ungebleichte Baumwollzeuge.— C. 92. Arbeiterlekretariat, Gewerkschastskommission, Engeluser tö.— Keichel. 1.— 3. In beiden Fällen ist akademische Ausbildung(Theologie) ersorderlich.— A. K. 11. Vorbereitungs- und Prüsungsbücher sür Lokomoliosührer und Heizer de- kommen Sie in der Buchhandlung VorwirtS. Lindem'tr. 3. Wenden Sie sich bitte dorthin.— A. B. 55. 1. Ja 2. Nein.— B. F. 7«. Ja. — G. 20. Die Gegenstände sind anmeldepstichtig.— BS. B. 1884. Der Kronleuchter und die Gardinenstanien sind nicht anmeldepstichtig— K. P. 60. Nein.— R. B. 56. Die Armenunterstützung kann in diesem Falle doch unmöglich entzogen werden. Anspruch aus andere Unterstützung besteht nicht.— Z. 20. Ja.— 21. H. 99. Sie gelten jetzt als endgültig ausgemustert.— K. G. 22. 9. l. Aus sechs Wochen. 2. Der Lehrherr hat dazu leine Berechtigung. Wetterausstchten für das mittlere Norddeutschland dlS Tonnabendmittag. Im Norden trocken und vielfach heiter, nur zuweilen nebelig, am Tage überall ein wenig wärmer; im Süden noch überwiegend bewölkt. 8li?is!i!Wl!!ii'Stize!!ei'MI?e!'elli |L li. B. Beii. RelsiistagswalWs. 7. Abt. Boz. 579 u. 581. Am Mittwoch, den 20. Oktober, I verstarb unser Genosse, der � Schlosser Fritz Billerbeck Gaudystr. 19. Ehre(einem iklndcnken! Tie Beerdigung findet am öonnabcnd.deu 23. Oktober, nach- I mittags 3 Uhr, von: Trauerhause aus nach dem Gethsemane-Kirch- voj in Niederschönhausen- Nord- | eud statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. IB�iällleiiiolii'MIiei'VsIiIvei'eii! Boiinsilorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, I daß am 9. Oktober unser früherer | Vorsitzende, der Glasbläser Heimiin Bachmann Ersatzreservist im Reserve. Insant.. Regiment Nr. 59 alS Obser des Weltkrieges fiel. Derselbe steht im 32. Lebensjahre und war unS stets als Genosse ein treuer Berater, lieber Freund und Vcrbretler uniercr Ideen. Ehre seinem Zlndenken k 198,2 Ter Borstand. vevtzcRei' ksMdeller-Vei'liaiii!. 7»»oigvoroin Berlin. Bezirk Tempelhof. Am 17. Ollober starb unser Mitglied, der Maurer .IsKoK Gelbe. Ehre seinem Andenken I Tie Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 2>/, Uhr, auf dem Gemeindc-Zriedhos, Ger- maniastraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht B 112/9 Dor Torotand. Als Opier des Weltkrieges fiel i am 25. September durch Kopfschuß mein innigstgelicbter Mann I und Vater menies einzigen Kindes, unser lieber, guter Sohn, Bruder, s Schwager und Onkel, der Reservist Karl FeuerKerm Jint Alter von 28 Jahren. DicS zeigen tiesbetrübt an Witwe Gertrud Feuerherrn geb. Schulz und Tochter. Heinrich Feuerherrn und Frau als Eltern. ! Luise Halatseh geb. Feuerherrn ! Martha Thornsen Schwestern geb. Feuerherrn 9 Marie Feuerherrn | Paul Halatseh] | Adolf Tbornsen[ Schwager. j Max Laniprecht J Nowawes. Neukölln. Ruhe sonst in fremder Erde l de» Wcltkrieaes fiel mein tnncgst. Als Opfer am 9. Oktober geliebter Mann, meines Sohnes treusorgendcr Vater, Bruder, Schwager und Schwiegersohn Nerm. Bachmann Ersatzreservist Im Nes.-Jns.-Rgt. 59, 3. Komp., im 32. Lebensjahre. 662 Bohnsdorf, 20. Oktober 1916. Die trauernde Gattin 5sh7»U Bachmann geb. Plum nebst Sohn. Die Gräber, die nicht Kranz noch Denkmal tragen, Die einsam und verlassen liegen ganz allein, Die schließen oft mit allen ihren Klagen Das beste Herz, den größten Dulder ein. Sem einziger Wunsch war ntn ein Wiedersehn. Ihm der Friede, unS der Schmerz. Am Dienstag, den 19 Oktober.! mittags V2'l, Uhr, enlichlies sanft I nach langem schweren Leiden mein! lieber Mann und guter Vater.| der Kontrolleur Friedrich Wolter im 69. Lebensjahre. Berlin-Nosenthal, 20. Oktob. 1915. Die? zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonnadend, den 23. Oktober, nach- mittags 4 Uhr, vom Trauerhauie. Fonianestr. 25, aus stalt. 94?! Den Heldentod fürs Vaterland stard am 9. Oktober durch Brust- schuß unser geliebter Sohn, guter Bruder und Neffe, der Jnsanlerist Hermann Hau. In liesstem Schmerz die trauernden Eltern und Brüder. Schlaf wohl in Deinem Heldengrab, erlöst von allen Schmerzen. Die Liebe, die Dich hier umgab, lebt sort in unfern Herzen. Ruhe sanstk TerwaltnnG: Uerlin. Tel.-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30 Heute Freitag, den 22. Oktober, abends 8'/z Uhr: Zrteisnci der ßi«tsverwaBtung. Montag, den 25. Oktober, abends S'/z Uhr i Kranchen-Uersammlung der Sargtischler im Lokal von Karl Rott. Strastmannftr. 29, zwischen Petersburger und Ederthslraße. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheiten. 89/15 vi««rtarei'fralteiaU. Am 26. September fiel durch Kopfschuß mein lieber treuer Freund und Kollege, der Bau- anfchläger Karl 5trel(m Musketier im 45. Jnfanterie-Rgt. wohnhast Pankow, Schulstr. 25. In langjähriger Freundschait erprobt, bat mich sein Tod aus das schwerste getroffcn. S4A Max Stenzel, Schwedenstr. 13. Auf dem Kriegsschauplätze siel im hoffnungsvollen Aster von 24 Jahren unser lieber Kollege, der Maschinenmeister 26S2b Faul iVtaecker. Sein eifrißes Mitarbeiten in allen OrgantsationSfragen sowie sein stets freundliches und kollegi- aleS Wesen sichern ihm bei uns allen ein dauerndes Zlndenlen. Das Personal der kgl. Hofbuchdruckerei E. S. Mittler& Sohn, Berlin. Dankstgunz. Allen Freunden und Bekannten sowie den: Wahloerein Niederbarnim. Bezirk Lichtenberg sür die herzliche Teilnahme und schönen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes 14A Karl Todtenhausen herzlichen Dank. Besonderen Dank sür die trostreichen Worie des Herrn TrlnkS. Im Namen der Hinterbliebenen Ms«e Rosalie Todtenhausen. Verband der Sehneider, Schneiderinnen und Wäschearheiter Dentsehlands. Filiale Berlin. Sebastianftr. 37/38. Telephon: Zlint Moritzplatz 9737. Achtung! Achtung! MMsrsekneiüer! Sonntag, den 23. Oktober, abends 8'/. Uhr, in d en Arminhallen, Kommandantenstr. 57/58 s Militärschneider-Versammlnng. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern wegen der Arbeits. löhne sür die neuen Osfizierunisormen. 163/3 2. Diskussion. 3. Berich! über die Erhöhung der Furniturengelder. 4. Versdsiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Tie Kommiffiou. iarmeladen. Frischobst. 89/16 Verhau! an Frlvate zu Engrospresien in Enner a 25 Psd. zu 35, 40, 45 und 50 Ps. pro Pfund. Verkauf solange Vorrat reicht von 9—12 und 2—6 Uhr, Sonnabends bis 8. Wiedervei läusern Preisermäß. Mauerstr. 2, Ecke �chützev.straßc. lMemciit. Teilnehmer an einem englischen Zirkel für Anfänger werden gesucht; ebenso sür Konversationszirkel. Preis monatlich 4 Mari(2 Stunden wöchentlich). Privatstunden billig. G. Swicnly, Cbarlottenburg. Stutt« garlerptatz 9, Gartenhaus IV. Sl* IV Wunderba fCeine Petroleum-Noi! Wunderbar helles Licht durch unsere vorzügl. Carblt-Vlschlanipcn. Viel heller und billiger als Peiroleum.(Brennkosten p. Stunde nur 1'/, Vf.) Vollständ. Lampe nur 4.50 M., sein vernickelt nur 7.50 M. Zahlr. Dankschr. Versand P. Zkachnahme von Kogge& Biihr, Berlin» Mauerstr. 83/84 fConig sslbsi bereiten kann man auf folgende einfache Weise: Zwei Pfund Zucker, ein viertel Liter Wasser und ein Päckchen Salus-Honig-Aroma sür 10 Psennig löse man über Feuer aus. lasse die Lösung einmal kurz aufk, chen und erkalten. Dieser Zuckerhonig ist leicht verdaulich und schmeckt ebenso gut wie Bienen- Honig. Salus-Honig-Aroma ist in allen Drogen- und Nahrungsmittel- Geschäften erhältlich.— Zehn Päckchen portofrei sendet die Eoriolan-Gesell- schalt m. b. H.. Berlin-Schmargendors. geeen Einsendung von 1 Mark._ �__. W BBh«■ hb rm■| MM mm MM ii j i i.- wascht und schont V.' y-,'»'�>45 fi- V. k V;>' �V.- _. #■'* fl I ■ I I , Atz»,'i-■■■;?■»■'•}■ Henkels Bleich- Soda. Central-Haus Jägerstr. 13 I. Conc. liCihhan» Zebn Prozent Rabati Vorwärts- leiern. Steppdecke», Timiliseide, vor- nehme Aussübrung 4,85, 5,75, 6,50. 7.85, 9,50, 12,50, 14,50 ulw. Große Frnnkiurterstraßel25, imHauIe der Möveliabrik. 43K Gardinenreste, Fenster 2,45, 2.85. 3.50, 4.25, 5,50, 6,65 usw. E. Weißenbergs Gardinen- und Teppichbaus, Große Frantiurler- straße 125, im Hauie der Möbeliabrik an der Kopvcnstraße. Restbestände, 1—3 Fenster Tuch. Portieren, Plülchportieren, Madras- Portieren, neueste Muster, Fenster 2,85, 3,50, 3.95, 4,85, 5,75, 6.50. 7.50, 9,50, 11,50, 14,50, 18.50 illw.Portiereiv baus. Große Franksurterstraße 125. Tuchdecke», Letnendecken, Plüsch- decken 1.35, 1,65, 1,95, 2,45, 2.95. 3,65, 4.25. 4.35. 5,50, 6,75, 8,50, 9,70 bis 45 Marl. Teppiche mct Webefeblern 7.50, 9.50. 11,50, 13,50, 16,50, 19,50,22,50, 25,50, 29,60 usw. Teppichhaus. Große Franliurterltraße 125, im Hause der Möbeliabrik. Halbumsoust! Pelzgarnituren. extra- billige erstklassige Skunksitolas. Fuchs- stolas.Opossumskunkse.Fuchsganiiturcn Tkuuksmuffcn. Riesenauswabl spots- dillige Peizneubeiten. Herrenanzüge, Herrenulster, Herrenboien, Winter» paletois, Burschenanzüge, Bauch- anzüge. Spottbilliger Bettenverkaui, Wäichevertaus, Kardinenverkaus, Tevpichverkaus, Ubrenverkaus, Gold- lachen. Großberlms allerbilligste Einkaufsquelle: Pfandleihhaus, Her- mannplatz 6. Teppiche mit kleinem Fehler, sehr billig. Gardinen, Portieren. Stepv- decken, Tiichdeckcn, Diwandecken, seb: billig. Borwärtsteier 5 Prozcni Rabatt. Tevvtchhalis Brünn, Hackcichei Markt 4(Bahnhos Börse). Sonnta S geöffnet. 246/4' VorsRhrige elegante Herrenanzüge Paletots und Ulster aus seinsten Maß- stoffen r'5— 60 Mark, Hosen 6— 18 M. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. SK' Tepvlch-Thomas, Oranicnstr. 44 spottbillig iarbieblcrbafte Teppiche, Gardinen. VorwärlSIeiern ö Prozent Extrarabatt. KU)" Vorjährige Herrenuliler aus fewsten Magslossen 18—45 Mark, Paletots 14-38, Anzüge 16-38, Beinkleider 4— 10, Jünglingsgarderobe. Deutsches Garderobenhaus. Große Franksurterstraße 116 l.* MonatSanziige. Wintcrpaictots, Gehrockanzüge, sait neu(auch leih- weile). Einzelveriaus zu Engros- preisen. Alcxandcrstraße 28a, eine Treppe. 124K" Leibbaus Mvriupiatz S8a lausen Sie spottbillig von Kavalieren wcnig getragene sowie im Beriatz ge- weiene Jackett-, Rockanzüge, Ulster, Paletots, Serie 1: 10—18, Serie II: 20— 30 Marl, größtenteils auf Seide. Gelegenheitskäuse in neuer Maß- garderobe, enorm billig. Riesenvosten Kleider, Kostüme, Plüschmäntel, aus Seide, früber bis 150, jetzt 20-35 M. Große Posten Pelzstolas in Skunks, Marder, Nerz, Füchsen, früher bis 200, jetzt 20—75 Mark Große Aus. Wahl in Herren-Gehpelzen, Gelegen- heit in Damen-, Reise«, Wagenvelzcn. Extra-Angebot in Lombard geweicner Teppiche. Gardinen, Portieren, Betten. Wäsche, Ubren, Brillanten, Goldwaren enorm billig nur Moritz- platz 5s a I. ßK» Leihhaus Prinzenstraße 105 knuse» Sie von Kavalieren wenig getragene Jackett-, Rockanzüge, PaletolS, größten- teils auf Seide gearbeiteb Gelegen- heitSkäusc in neuer Maßgarderobe, Gold-, Silberwaren. Höchste Be- keihung aller Wertsachen.' 89/19» «Sdel. Möbel gegen soso tige Kaste sehr preiswert zu verkaufen, Brunnen- straße 7 und Müllerstratze 174. Sonn- tag geöffnet von 12—2. S2K Möbel aller Slrt aus Kredit, be- queme An- und Abzahlung. Möbel- Lechner. Bxunnenslrage 7. Zweites Geschält Müllerstraße 174. Sonntag von 12—2 geöffnet. 81K" WohnungZein rtch tu n g.�ell st vn< big nagelneu, nur 180,—, Rosenthaler- straße 57. vorne III rechts(gewcrb- lich). Händler zwecklos. 89/3" Möbelkredit. Komplette Kob- nungseinrichtungen. einzelne Möbel- stücke. Geringste Anzahlung, be- auemsle ZIbzabluug. Krcdilbaus Luiicnstadt, Köpenickerstraße 77/78, Ecke Brückenslraße, nahe Jannowitz- brücke._ 58K* Nur im Kriege diese Preiie, nie wiederkehrend. Kleiderfpind, Vertiko mit Verglasung 42.—. Bettstelle englisch 38,—, Nußbaum-Diplomat 56,—, komplette Küche 56,—, An- kleideichrauk mit Spiegel 68,—, tztuSzieblüch mit Verbindung 26,—, Kommode 20,— und viele Einzel- möbel für jeden annehmbaren Preis. Ehrlich,?lltc Schönbauierslrape 32." Slllergünstigste! Getegenhests- kauje! Schrank 30.—, Vertiko 35,—, Moguettsola 55,—, farbige Küchen 70,—, Zylinderbureau 30,—, Damen- schreiblisch 35,—. Möbelhaus Osten, AndieaSstraße 30. 94K Et» Postcichk triegshalber nicht abgenommener Möbel, dai unler Herr- tiche Speise-, Herren-, Schlaszimmer, gelangen bis 15. November zum Sonderverkaus! Teilweise bedeuiend ermägigt!.Berliner Möbelhaus" nur Südosten, Skalitzerstraße 2ö. 85K" .>iu»ikin»lrumenre. Gitarre, Mandoline 9,50, Solo- laute, gut eingespielte Orchestergeige mit Formetut 18,—, Gitarrzubern mit siinsundachlzia Unterlegnoten 8,50, oerkaust Ernst, Oranien- straße 166 III. 2675b Kaui�esuLhe. Zabngebiste! Bruchgold I Silber» lachen, Plalinaabsälle. Quecksilber, Stanniolpavier. Kupfer, Messing, sämtliche'Metalle höchitzablend. Schmelze Ebristlonat, Kövenicker- straße 20a(gegenüber Manteuffel- Iiraßis. 74/4' stzahrradgeiuch. Webcrstraße 42.' Plaiin, ttioldiachen, silberiachen, Zahngcbissc, Stanniol 2.—, Quecksilber, Glübitrumpiaiche kamt Biü- mel, Augujtilraze 69. 252/14' Vefschieclenes. Patentanwalt Müller, Ditschiner- siraße 16 � Landstu rmmann in Belgien sucht billig Touffatnt-Langcnschcidl» Frau- zösische UnlcrrichtSbrtese. Angebote uitter I?. I an Hauptexpedttton oc« .Vorwärts" erbeten. 267S>> �rdeitsnisfta. Stellenangebote. Kürschner sür seine Galanterie und Einiüttcrung bei hohem Lohn gesucht. Joseph Landsberger, Leip- zigerstraße 79 II._ 213/4* Zimmerlcute verlangt Mai u. Rietz. Neukölln, Zeitzerstraße 3 1.' Tüchiige Schleifer sür kleine Eisen- teile verlangt I. Mehlich, Att.-Ges.. Berlin, Sophienslraße 21. 89/15' Kontoristinnen, jüngere, die gut rechnen können, sofort gesucht. Mel- düngen 12— 1 Uhr mittags oder 7 bis 8 Uhr abends. A. Jandorf u. Co., Spittelmarkt 16;17. 89K Zimmerleute. Zirka 30 geübte Gesellen werden eingestellt. Arbeitsdauer 6— 8 Wochen. O. Bcneliilin, Zimmermeister. Schwerin i. M.• Lokomotivführer und Löffelbaggerfiihrer werden zum sofortigen Antritt ge- sucht. Angebole an lulius Borger Tiefbau-A.-Q,, Berlin W. 9. 9t!n«tl»ltl"P militarsre:, welche nus Gasglühlicht gearbeitet haben, sofort gesucht. Wochcnlohn 38,— M. Meldungen 11—12. Auergesellschaft, Stadt- abteilung, Notherstraste k-7. (lahaber im Felde.) verkauft von Kavalieren wenig getras. sowie im Versatz gewesene JaekettanzUge, Kookanziigo, Paletots u. L'lster, 12, 15, 18, 20, 25 bis 36 M., Prima. Ferner©elegenlieltskftnfe in neuer Mafigarderobe enorm billig. Riesenposten Kostüme. Ulster und PlUsohmäntel. auf Seide, enorm billig. Große Posten Pclzatolaa In Skunks, Marder, Nerz usw., aufierardentllch billig. Qrofia Auswahl in Herren-Gehpelzen, Gemen», Reise- und Wagen-Pelzen. Extraangebot in Lombard gewesener Bplllanten, Uhren und Goldwaren zu enorm billigen Preisen.—„Vorwärts''-Leser erbalten 10 Proz. extra. Beraiittvortlicher Neöclteur: Atired Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantto.: Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& To, Berlin SW.