Kr. 290.- 32. Jahrg. JlbonnemfntS'lkdlngungeBt BtonncmeiUS• VreiZ BiönusurmtMl BiemJjä&ü. 830 Mi. monatL UO SRt, wichenllich 26 Psg. frei in» Hau», Ein,«Ine Nummer S P'z. Sonmagt- nummer mit ifluftricnei Soraimo»- Beilag«.Die Neu« Welr» 10%' Ungar» L30 Mar!, für das übrige LuSIand t Mari vro Monat. Dostabonnenrent» «rebmen an: Belgien. Dänemart, Holland. Iialien. Luxemburg. Porluzaü Auniänien. Schweden und die Schweis s pksnnig) Vie Insertion. Lebühi' betrügt, für die sech.. efpalte�e Kolonel- geile oder deren Raun: iiö Pfg., für politifchc und gewerischaflliche Kercins- und Bersanimluiigs-A'.tzeig«! 30 Pfa. .kleine>ln-eig-n". das feuaedrume Wort 20 Sßfg. zulässig 2 fettgedruckte Wortef, jedes weitere Wort lv P'�g. Etellengesuche und Schlafsiellenan- zeigen das erste Wort n? Pfg.. jrdes weitere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müyen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Eivcbition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. «chelol lägnch. Verlinev Volksblakk. Deiegranun- Adrcfle: �i»ÄZltIeos>!iR lleeil»". ZcntraXovgan der rozialdemokratifcheti Partei Deutfchlands. Neöaktion: SW. v8, Linöenstraße Z. krerniprccher: Ami Moriuvlatz. Nr. 181 90—181 97. Dienstag, den 20. Oktober 1913. Cxpeüition: EW. öS, Linöenstraßr 2. pfernsvrrcher: Amt Moritzpla«, Nr. 181 99— 18197. m Ter vierte Tag der Zsonzo-Schlacht. MelSW des SriKeii ZwkWrlim. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 25. Oktober lillö. lW. S. B.I Wcftlichcr Kriegsschauplatz. In der Champagne griffe« die Franzose« bei Tahyre und gegen unsere nördlich von Le Mesuil vorgebogeue Stellung nach stärkster Feuervorbereitung an. Bei Tahnre kamen ihre Angriffe in nuserem Feuer nicht zur volle» Durchführung. Am späten Abend wurde an der vor- springenden Ccke nördlich von Le Mesuil noch heftig gc- kämpft, nördlich und östlich davon waren die Augriffe unter schweren Bcrlusten svr die Franzosen abgeschlagen. Oestlicher Kriegsschauplatz. ffeerezgruppe des GeneralfeldmarldialU v. ffindenburg. Südlich von Kekkau«südöstlich von Riga» wurden rnssische Darstöße abgewiesen. Gegenangriffe gegen die von uns am L3. 10. genommene» Stellungen nordwestlich von Düna- bürg scheiterten. Die Zahl der Gefangenen erhöht sich ans 22 Ofsiziere» 3705 Mau»., die Beute ans 12 Maschinen- gewchre, eine« Minruwerfer. Schwache deutsche Kräfte, die nördlich von Jlluxt über den gleichnamigen Abschnitt vorgedrungen waren, wichen vor überlegenem Augriff wieder auf das Wcstufrr aus. Nördlich des Drvswjaty-SceS blieben russische Angriffe gegen unsere Stellungen bei Gateni-Greoz- thal erfolglos. �. V,. Heeresgruppe des Generalfddmarlchails Prinz Leopold von Bayern. Die Lage ist uuverändert.• Heeresgruppe des Generals». lllnllngen. Westlich vou Komarow sind österreichische Truppen in die feindliche Stellung auf 4'/, Kilometer Breite ein- gedrungen. Balkaukriegsschauplatz. Bei Bisegrad ist der gewonnene Brückenkopf erweitert. Westlich der Kvlubara wurden die Tamuava-Uebergänge nordwestlich von M in Besitz genommen. Die Armee des Generals von Koeveß hat die all« gemeine Linie Lazarevac— nördlich vou Äraugjelovac— Rabrovac(westlich vou Ratari) erreicht. Tie Armee des Generals v. Gallwitz hat südlich der Jaseuica die beherrschenden Höhe» östlich vou Bauicina gestürmt, hat in der Morava-Ebenc in heftigen Kämpfen Dl. Livadica und Zabari gewonnen und ist östlich davon bis zur Linie Presedna-Höhe— südlich vou Petrovac— westlich von Meljuica gelangt. Im Pek-Tale wurden die Höhe« westlich und uord- westlich vou Kocevo besetzt. Die bei Orsova übergegangenen Truppen sind weiter nach Süden vorgedrungen und haben mit ihrem linken Flügel Sip(au der Donau) erreicht. Die bulgarische Armee des Generals Bojadjeff hat den Kamm zwischen den Gipfeln Dreuovaglawa und des Mirkovac(zwanzig Kilometer nördlich von Pirot) genommen. Ober st e Heeresleitung. Sn MreilSiWe KeRmMMM. Wien, 25. Oktober.(W. T. B.)" Amtlich wird ver» lautbar»: Wien, 25. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Angriffe westlich von C z a r t o r y s k ncbmcn einen günstigen Fortgang. Der Feind wird trotz heftigen Widerstandes gegen den Slyr zurückgedrängt. Gestrige Beute in diesen Kämpfen: 2 Osfizicre, 1009 Manu, 4 Maschinengewehre. Sonst im Nordosten nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Jsonzoschlacht dauert fort. Auch am gestrigen Dige, am vierten der großen Jnfanteriekämpfe, schlugen die Ber- leidiger alle italienischen Angriffe, die nicht schon im Feuer unserer Artillerie zusammenbrachen,.mtcr schwersten Verlusten des Feindes zurück und behaupteten überall ihre Stellungen. Fn der Tiroler Front griffen mehrere Bataillone unsere Vcrteidigungslinier aus der Hochfläche vou Vielgereuth(wir immer vergebens) ait. Ebenso scheiterten feindliche Angriffe auf die Cima di Mczzodi, den Ort Sief und im»bersten Rienztale. — Am H r n wurde ein Angriff gestern, ein zweiter heute nacht abgewiesen. Auch gegen de» M r z l i V r d mißlangen zwei Bor- stößt unter besonders schweren Berliiften der Jtalirncr. Südöst- lich dieses BergcS drang der Feind in ein kurzes Grabenstück ei», wurde aber durch einen Gegenangriff wieder hinausgcworfcn. Ei» nencr Lorstoß von zwei Alpinibatailloncu brach hier m unsrrm Feuer zusammen: diese feindlichen Abteilungen wurden fast vollständig aufgerieben.' Bor dem Tolmeiner Brückenkopfe richteten sich die Angriffe hauptsächlich gegen unsere Stellungen aus dem Rücken westlich Sock S. Lucia und bei Sclo, die sämtlich in unserm Besitz blieben. Der Abschnitt von P l a v a stand unter schwerem Geschütz- fcucr. Ansammlungen des Feindes bei Plava wurden durch die Wirkung unserer Artillerie zersprengt. Bei Z a g o r a bemäch- tigteu sich die Jtaliner unter tags eines vorspringenden Teils unserer Gräben; nachtS wurde» sie daraus vertrieben. Bor dem Monte Sabotino erstickte unser Artillerie- fever gestern vormittag noch einen Angriff. Hierauf unternahm der Gegner keinen ernste» Versuch mehr, sich den Linien des Görzer Brückenkopfes zu nähern. Am heftigsten waren die Kämpfe im Nordabschnitte der Hochfläche vonDoberd», wo'sehr starke italienische Kräfte wiederholt in Massen zum Angriff vor- gingen. Immer wieder mit verheerendem Feuer empfangen, mußte der Feind in seine Deckungen zurückflnchten. Ein Angriff gegen unsere Stellungen östlich Monsalcone teilte das Schicksal aller anderen Anstrengungen der Italiener. Trieft wurde gestern nachmittag von einem feindlichen Flieger heim- gesucht, der durch Bombenwurf zwei Einwohner tötete, zwölf verwundete. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oesterreich! sch-ungarische Rciterabtcilungen rückten in Bäk- j e v o ein. Die Armee des Generals v. Kocvrß nähert sich kämpfend der Stadt Äraugjelovac. Tic beiderseits der Kolubara vordringenden k. und t. Truppen dieser Armee befinden sich im Angriff gegen die Höhen südlich und südwestlich von Lazarevac. Ein anderer österreichisch- ungarischer Heeres- körper warf die Serben bei Ratari, zehn Kilometer südwestlich vou P a l a» k a. Deutsche Streitkräfte erstürmten die mit großer Erbittern' g verteidigten Stellungen südlich von Palanka und gewannen Petrovac im Mlavatal. Die bei Orsova üderschifftcn österrcichisch-ungarischen und deutschen Truppen drangen im Gr- birge östlich der Stromonge K l i s s u r a vor. Der Feind flüchtete und ließ Gewehre und Munition liege». Di« Bulgare» haben in den letzten Tagen den T i m o k von der Quelle bis zur Mündung au zahlreichen Punkten über- schritten. Ihre Angriffe auf die Höhen de§ linken Ufers und aas Zajerar, Knajczevac und Pirot schreiten vorwärts. Der Stellvertreter dcS ChcfS des Generalstabe»; gez.: v. Hveser, Feldmarfchalleutnant. Der große Kreuzer„Prinz Malbert� gesunken. Amtlich. Berlin, 25. Oktober.«W. T. B.) Am 23. Oktober wurde der große Kreuzer„PrinzAdalbert" durch zwei Schüsse eines feindlichen Unterseebootes bei Libau zum Sinken gebracht. Leider konnte nur ein kleiner Teil der Besatzung des Schiffes gerettet werden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Meldung der italienischen Heeresleitung. _ Rom, 35. Oktober.(SS. T. 93.) Kriegsbericht von gestern abend. Unsere Offensive im L e d r o t a l e hat einen neuen glänzenden Er- folg zu verzeichnen: unsere Truppen sind am 22. Oktober in das Vezecca-Vecken eingebrochen und haben den Orr und die daS Becken im Norden beherrschenden Höhen an beiden Seiten des Conoccetales beieyl. Im oberen Cordevole haben unsere Waffen dem steilen Walle des Col di Lana hart zugesetzt: zwei weiiere Vorwerke auf halber Höhe wurden erobert und 25 Mann gefangen. Im Rienztal�hat der Feind in der Nacht zum 23. einen Angriff gegen unsere Stellungen an der Mündung der unterea Popens gemacht, ist jedoch zurückgeschlagen worden. Im Fellatale haben weitere Zusammenstöße bei Pontafel und Leopoldskirchen statlgefunden. die für uns günstig verlaufen sind. Im Gebiete des Monte Nero haben wir die Besetzung des südlichen Kammes des Mrzii vervoll- ständigt und zwei heftige feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen auf dem Vodil abgeschlagen. In der Gegend von Görz sind einige Schützengräben auf dem Monte Sabotino und auf dem Hügel bei Podgora erobert worden. Auf dem Karst hat man sich gestern den ganzen Tag über mit großer beiderseitiger Er- bitlerung geschlagen. Trotz des mörderischen Feuers der feind- lichen Artillerie hat unsere Infanterie wiederholt ungestüm zur Eroberung der bereits durch das treffsichere und wirksame Feuer unserer Batterien erschütterten feindlichen Stellungen angesetzt. Der Feind eröffnete sofort heftiges Schnellfeuer aus vielen Geschützen und Maschinengewehren und setzie frische Truppen zum Gegenangriffe an: so wurden wichtige Stellungen mehrmals erobert, verloren und wiedergewonnen; endlich am Abend behaupteten unsere Truppen ihre auf dem lirckel Flügel und östlich von Peteano sowie im Zentrum gegen Marcottino errungenen Erfolge. 1003 Gefangene, darunter achtzehn Offiziere, drei erbeutete Maschinengewehre und anderes Kriegsmaterial beleuchten den Erfolg unser Waffen an der Fsonzoftont an diesem harten Tage. Eadorua. Frauenarbeit unö Krieg. Genossin Wally Zeplcr schreibt uns: Durch den Krieg ist eine Frage besonders aktuell geworden, die freilich auch sonst die Aufmerksamkeit aller sozialpolitisch inter- essierten Kreise verdient hätte: die Eingliederung der Frauen in die hochqualifizierten gewerblichen Berufe. Die weit über zwei Millionen Frauen, die in Deutschland industriell tätig sind, leisten bis aus ganz geringe Ausnahmen nur ungelernte oder sogenannte angelernte Arbeit. Ohne daß die Ursachen dieser Erscheinung an dieser Stelle einer eingehenden Erörterung bedürsten, sei nur darauf hinge- wiesen, daß die Frauenarbeit in der Industrie damit noch auf einer Stufe steht, die sie zunächst auf allen von ihr eroberten Gebieten durchlaufen mußte; überall stieg sie von ungelernten oder nur geringe Porbildung erfordernden Tütigkeiien erst a»mcLiIiÄ zn den höchstqualifizierten auf. Da die weibliche Berufstätigkeit in jedem Fach natürlich eine gewisse Konkurrenz für � die männlichen Arbeitskräfte bedeutet, ging es nirgends ohne einen Widerstand der männlichen Berufsangchörigen ab, einen Widerstand, der gewöhn, lich als Hauptargmncnt die angebliche geistige und körperliche Un- fähigkcit der Frauen zur gleichwertigen Ausübuna des umstrittenen Berufs benutzte. Tie Kämpfe gegen das akademische SftidiuM der Frauen, und ihr Eindringen in die akademischen Berufe sind bei uns noch in tebhaftester. Erinnerung, sie gehören auch durchaus noch nicht dlirchweg der Vergangenheit an; sobald die�Erschließung eines neuen BerufszweigS in Frage kommt, erscheinen vielmehr mit amüsanter Regelmäßigkeit die altbekannten Einwände wieder auf dem Täpct.. Auch die Geschichte. der.GewexksKaften � ist,_ wie ipir wissen, nicht' ganz frei von der Befürwortung dieses rein � imännlichen" Standpunkts...Besonders wo, jvie.iy England, die Gewerkschaften geistig reaktionäre Anschauungen nicht ganz abschütteln' können, mußten sich die Frauen immer von neuem die Gleichberechtigung mit den Männern in heftigen Kämpfen erringen. In Deutschland ist erst in allerletzter Zeit die Frage der fachgelverbftchcn Aus- bildung der Arbeiterinnen langsam in Fluß gekommen. Si: wurde hier mehr von bürgerlicher Softe angeregt, von Frauen, deren Interesse an dem Problem von dem Wunsch.nach Elctchsicllung der Geschlechter bestimmt war.(Daneben freilich auch von Handwerks- meistern und Unternehmern, die sich die Gelegenheit zunutze machen möchten, billigere Arbeitskräfte zu gewinnen:) Die weibliche Arbeiterschaft selbst oder die Familien der jungen Arbeiterinnen ergreifen nicht leicht die Initiative, um für die jungen Frauen neue Arbeitsgebiete zu erobern. Geistige Gründe, wie-bei den bürgerlichen Käurpferinnen, sprechen hier selten mit, an erster Stelle steht in den Erwägungen der Eltern und der Mäd» chen selbst die Möglichkeit raschen Vcrdiem'tes. Ilm Bresche für höherqualisizierie Frauenarbeit im gewerblichen Leben zu schlagen, bedarf es deshalb eines äußeren Anstoßes. Durch den Krieg ist er in einer Weise gegeben, die so leicht nicht wiederkommen dnrjie. Gertrud Hanna hat an anderer Stelle aus die Umwälzimgen hin- gewiesen, die der durch den Krieg entstandene Männermangel in der Frauenerwerbsarbeit erzeugt hat und vermutlich auch für die Zukunft erzeugen dürfte. Der Zwang der Not hat die Frauen in manchen Erwerbszweigen zur Ausführung von Arbeiten berufen, die mair früher fik zu schwierig für sie hieit, und es bat sick dabei gezeigt, daß dieser Glaube vielfach auf Loruricil beruhte und bessr- rer Erfahrung weichen mußte. Dazu bedarf es aber zunächst ein- mal des Versuchs. In einem der. höchstqualifizierten Berufe ist nun nv einem Fall, in dem Unternehmer einen derartigen Versuch machen wollten (gleichviel zunächst aus welchen Motiven), von der Gewerkschaft dagegen ein Veto eingelegt worden. Ter Vorsitzende de» Buchdruckerverbandes, Döblin, berichtet selbst im„Correspondcnzblalt" der Generalkommission über die Anrufung des Tarifamts gegen eine Firma, die Frauen an der Setzmaschine anlernen ivollte. Die Gründe, die das Tarifamt zu seiner ablehnenden Entscheidung ver- anlaßten, wie vor allem auch die rein gewerkschaftlichen Erwägun- gen, die in diesem Fall den Buchdruckerverband in seiner. Haltung bestimmten, erscheinen auch für den Außenstehenden unbedingt ein- wandfrei. Auch Gertrud Hanna erkennt sie in ihrem Artikel vor- behaitlos an. Dürfen nach den Tarifvereinbarungen Maschinen- sctzer nur aus den Reihen der Handsetzer genommen werdest, sind besonders Handsetzer und Handsetzerlehrlinge in genügender Zahl zum Anlernen an den Maschinen angeboten worden, so daß für die Unternehmer keine Notlage bestand, so lag für sie keinerlei Anlaß zur Durchbrechung der Tarifbestimmungen vor. Aber darüber hinaus erhebt sich doch nun hier eine Frage von sehr viel weiter- gehendem Interesse für die Oeffentlichkeit.. Döblin sagt im„Eorre- spondenzoloit";„Dem Gewerbe wird dadurch-durch die Eistschei- dung des Tarifamts) eine gefährliche Schmutzkonkurrenz ferngq- halten." Ich war äußerst betroffen, als ich diese Worte aus der Feder des Führers eines unserer bedeutendsten GewerkschaftSverbänd« last Denn hier'ist ja die weibliche Konkurrenz als solche ohne weiteres als gefährliche Schmutzkonkurrenz gestempelt. Das wäre nur dann zu verstehen, wen» der vetzbend sich ausschließlich gegen die mindettveriige oder imvrganlfi.örle �raltenvrdeil tvendele, der gelernten dagegen sympathisch und fördernd gegenüberstände. Es ist aber leider«ine allen Kennern der Verhältnisse genugsam bc- kannte Tatsache, daß dieS ganz und gar nicht der Fall ist. Zur Lehre in der Handsetzerei, der Vorbedingung der Maschinensetz- arbeit, werden Frauen von den Arbeitgebern in normalen Zeiten kaum zugelassen, da sie wissen, daß sie damit bei der Verbands- leitung auf Widerspruch stofcen, sich also jedenfalls Schwierigkeiten bereiten würden. Das gleiche Motib hält natürlich auch die jungen Arbeiterinnen von einer regulären Lehre in der Setzerkunst ab, die etwa sonst geneigt wären, einen solchen Beruf zu ergreifen. Gewig hat der Verband niemals prinzipiell gegen weibliche Setze- rinnen Stellung genommen; wo die Frage besprochen wurde, stoßen wir aber stets auf«ine ablehnende Haltung. Unter den Gründen, die gegen weibliche Buchdruckerinnen angeführt werden, treffen wir die mten Bekannten aus früherer Zeit: die Arbeit sei körperlich wie geistig für die Fähigkeiten der Frau zu schwer(die Frauen könnten zum Beispiel die Setzkästen nicht heben), sie schädige ihre Gesundheit usw. usw. So bedeutend nun aber die Leistungen eines tüchtigen Setzers auch sein mögen(abgesehen davon, daß es ja wohl auch untüchtig« geben wird, die der Verband dennoch nicht ausschließt), die Erfahrung hat gezeigt, daß Frauen eine große Zahl immerhin gleich schwieriger Berufe befriedigend ausfüllen können, für die man ihnen früher ebenfalls die Ouali- fikation absprach. ES handelt sich hier indes gar nicht etwa an erster Stelle um fraucnrechtlerische Gesichtspunkte. Die deutschen Gewerkschaften setzen mit Recht ihren Stolz darein, daß sie nicht wie(wenigstens bis vor kurzem) die englischen Trade Unions reine Berufsziele verfolgen, ihnen vielmehr die Interessen der Gesamt- gesell schaft, die wirtschaftlichen und geistigen Fortschritte der Ar- beitcrschaft mindestens ebenso schr am Herzen liegen. Ein Sich- wenden gegen die Frauenarbeit, wo sie momentane Schädigungen bringt, statt eines Versuchs, sie in die richtigen Wege zu leiten, stände sehr im Gegensatz zu dieser Auffassung. Durchgängig über- all angewandt, müßte dieses System dazu führen, daß zwar die „Schmutzlonkurrenz" der Frauen aus den hochqualifizierten Be- rufen ausgeschaltet wird, dagegen der Gesamtarbeiterschaft in der dauernd elend bezahlten weiblichen Arbeit eine ewige Schmutz- konkurrentin erwächst. Denn da die gewerbliche Frauenarbeit als solche nicht unterdrückt werden kann, cS auch den gewerkschaftlichen Anschauungen durchaus nicht entspräche, sie zu unterdrücken, sind die Mittel zu ihrer Hebung nur die gowerkschaftlilbe Organisierung und im Verein damit der qualitativ« Aufstieg der weiblichen Arbeitsleistungen in möglichst zahlreichen Berufen. Schr bcrcch- tigterweise sehen wir an sich den Ausdruck eines bedeutenden sozialen und kulturellen Fortschritts in der hockiqlialifizierten ge- lernten Frauenarbeit. Nicht nur wird die Gesamtsumme wertvollster Arbeitsleistungen in der Produktion des Landes dadurch um so viel größer, das wirtschaftliche wie das geistig menschliche Taseinsniveau deS weiblichen Geschlechts hebt sich zugleich durch den mittelbaren Einfluß einer Klasse tüchtiger, materiell und per- sönlich selbständiger Frauen. So lange die arbeitenden Frauen in ihrer Lebensführung weit unter den Männern der jeweilig gleichen Berufe stehen, wird die EntWickelung der Gesamtheit dauernd verlangsamt oder ganz zurückgehalten; dem Aufstieg der Männer stemmen sich immer wieder die schlcchtgcsielltcn Frauen als herab- ziehende Kraft entgegen. In der Industrie wirkt nun die quali- fizierte Arbeit in einer Anzahl von Gewerben wie eine Art Arbeits- standard regulierend auch ans die Übrigen. Wissen die jungen Arbeiterinnen, daß es ihnen überfynipt möglich ist. in der Arbcils- Hierarchie bis zu einer geistig und materiell relativ hohen Position aufzusteigen, so werden die intelligenteren es ablehnen, sick» ihr Leben lang mit halben Hungerlöhnen zu begnügen und ans jedes berufliche Vorwärtskommen zu verzichten. Wie bei den männlichen Arbeitern entstände dann ein dauernder EntwickelungSstrom von unten nach oben; die oberste Schicht zieht stufenweise fortwirkend langsam die anderen nach. Das alle? sind recht einfache Ilebericgungen, die sicher nicht den Anspruch der Neuheit erheben. Acußerungen wie die Döblins könnten aber nach außen den Anschein erwecken, als denke man anders in einem Verband, der gerade mit die höchststehenden unier den deutschen Arbeitern umfaßt. Deshalb glaubte ich hier gegen die Deutung protestieren zu müssen, die man Döblins Worten geben könnte. Hoffentlich werden Partei und Gewerkschaften nach dem Krieg auch der Frage der Berufsvovbildung der Frauen erhöhtes Jnier- esse zuwenden. der bulgarische Heeresbericht. Sofia, 25. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Be- r i ch t über die Operationen am 2 3. Oktober; Unsere Truppen haben den serbischen Truppen in der Umgegend von U e S k ü b eine entscheidendeNiederlage beigebracht und die Stadt endgültig besetzt; der Feind hatte über 500 Tote und Verwundete und wurde auf den Engpaß von Katschanik zurückgeworfen. Unsere Truppen verfolgen ihn stürmisch in dieser Richtung. An den anderen Fronten ist keine wesentliche Veränderung in der Lage eingetreten. Sofia, 25. Oktober.(W. T. B.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Eine auS Ü Serzten, 53 Krankenschwestern und 102 Krankenpflegern zusammengesetzte deutscheSanitäts- Mission i st hier eingetroffen. Mit ihr kam ein Lazarett- zug an, der für 240 Betten eingerichtet ist und einen Operations- saal sowie eine Desinfizierabteilung und SanitalSmaterial in ge- niigender Menge enthält. Der Lazarettzug wird die Verwundeten von der Front nach der Scnlptstadt und den anderen Städten bringen. Die Führer der Mission, Dr. Goldamar und Kaiserlicher Kommissar Eiste, wurden vom König»nd der Königin in Audienz empfangen. Gestern traf ein Zug mit Liebesgaben ein, die das Deutsche Rote Kreuz den bulgarischen Truppen sendet. Sofia, 23. Oktober.(W. T. B.) Meldung der Bul- aarischen Telegramm-Agentur: Die Beschießung von Dedeagatsch durch englische und französische Schiffe erfolgte ohne jede vorherige Verständigung und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung der Stadt, die nicht einmal Zeit hatte, sich zu retten. Bisher ist festgestellt, daß mehr als fünf- undz wanzig Frauen und Kinder getötet wurden und ein großer Teil der Stadt zerstört ist. Alle Gebäude am MeereSnfcr sind Trümmerstättcn. Durch die Beschießung find überdies zahlreiche Brände ver- ursacht worden, die den Rest der Stadt verheerten. Dedeagatsch bietet jetzt einen traurigen Anblick von Schutthaufen, unter welchen die Sappeure noch Leichen von Frauen und Kindern hervorziehen, den Opfern ohnmächtiger Wut der Engländer und Franzosen, die in Ermangelung von Siegen auf den Schlachtfeldern sich rühmen können, den Tod einiger Dutzend unverteidigter Wesen herbeigeführt zu haben. Dieses brutale und unmenschliche Vorgehen der Flotte der Alliierten ruft größte Entrüstung hervor. Der serbische Heeresbericht. Nisch, 22. Oktober.(W. T. B.) Verspätet eingetroffen. Ami- lich wird mitgeteilt: In der Nackt zum 19. Oktober wurde der Feind mit großen Verlusten von Wrschka Tschuka, welches er heftig angegriffen hatte, zurückgeworfen. Gefangene erklären, daß die Truppen, welche hier schon einmal angegriffen hätten, ersetzt werden müssen. Feindliche Abteilungen, welche am 19. Oktober bei Hoglewatz und Grekowo den Timok an einigen Stellen über- schritten hatten, sind aus den von ihnen besetzten Stellungen zurück- geworfen worden. Eine von Kraljcwo Selo kommende fcind- liche Kolonne wurde im Kampfe gegen die Grenze zurück- gedrängt. Unsere Truppen haben ihre Stellungen östlich von Knjazevac auf der Linie Malschak— Orsowa— Glawa— GradinSka— Tschuka wieder besetzt. Eine feindliche Abteilung ist auf der Wlaschka Planina auf dem linken Ufer der Nischawa bei Wlassinsko vernichtet worden. Bei Polato machte der Feind starke Angriffe, welche jedoch zum Stehen gebracht wurden. Auf der Front Rogaritschaue— Welesch finden Kämpfe statt. Am 20. Oktober haben an der Nordfront Kämpfe an der Morawa stattgefunden; unsere Truppen sind in ihren Stellungen geblieben. In der Belgrader Gegend Kämpfe nördlich von der Ralja. Sonst keine Aendeningcn an dieser Front. Von der Ostfront ist nicht» zu melden. Nisch, 23. Oktober.(W.T.B.) Amtlicher Kriegsbericht vom 21. Oktober. Auf der Nordfront in der Richtung der Morawa dauern die Kämpfe an. Unsere Truppen behaupten ihre gegen- wältigen Stellungen auf dem rechten Mlawaufcr. In Richtung Belgrad Kämpfe ohne Stellungsänderung. Die Stellung von Ma tschak, die der Feind nach einem Kampfe mit Bomben erobert halte, wurde von unseren Truppen denselben Tag wieder genommen. Auf dem rechten Nischawaufer nahmen unsere Truppen Stellungen bei Turska, Liwada und B a t o m s ch a, welche der Feind am Vormittag genommen hatte, wieder ein. Auf dem linken Nischawaufer fanden Kämpfe bei Wlaschkoi, Plannia und südlich von W l a s s i n bei Kumanowo statt, wobei der Feind über bedeutende Kräfte verfügt. Bei K r i w o l a k sind Kämpfe im Gange. Französische Truppen kämpfen mit uns. Englischer Truppentransportöampfer torpeöiert. Athen, 25. Oktober. CW. T. B.) Telegramm des K o r r c- spondcntcn von WolffS Tele graphischem Bureau. Hiesige Zeitungen melden: Englischer Transportdampfcr „Dtarkctti" init tausend englischen Soldaten, Maultieren, Munition und Krankenpflegern bei Tsngesi an Südost- küste des Hafens van Saloniki versenkt. Drciund- achtzig Mann gerettet. Die rumänische Opposition. Bukarest, 25. Oktober.(T. U.) Der lonscrvativ- dcinokratische Abgeordnete JlleSeu bringt in seinem Blatte„Altune* einen Drohartikel gegen den Ministerpräsidenten Bratianu, in welchem eS heißt, wenn Rumänien nicht auf feiten der Entente eingreife, tvürde der Ministerpräsident durch einen Revolverschuß deS Besseren belehrt werden. Sollte Bratianu sich nicht dazu entschließen können, so würde er eS sich selbst zuzuschreiben haben, wenn er morgen oder übermorgen von fanaliscke» Anhängern eineS lriegerischcn Eingreisens durch einen Rcvolverichuß gemahnt würde.— Demgegenüber fordert der halbamtliche„Vinorul" Take Jonescu und seine Partei auj. zu erklären, ob sie sich mit dieser Aufwiegelung zur Ermordung Bra- tianuS idenlifizierlen, damit die Regierung endlich klar sehen könnte, wie sie sich in Zukunft zu dieser Partei zu verholten habe. Das konservative Llait„Jnainle" schreibt: Wer diese Drohung tat, ist keine unverantwortliche Person, souderu es handelt sich um den im Hintergründe stehenden Take JoucScu, der sicherlich einen heißblütigen Menschen zu finden hofft, welcher den Mord begehen würde. In einer Zeit, Ivo überall die Parteien sick die Ha»d reichen, um dem Vaterlande zu dienen, ivolle der Klüngel JonueScuS, daß in Rumänien Revolverkugeln das Wort haben und Köpfe fallen. Dies sei eine Politik deS Verbrechens._ Der französische Tagesbericht. Paris, 25. Oktober. nutzt hätten. Die dcutiche Regierutig bat dabei nicht unerwähnt ge> lassen, dast sie zur Anwendung von Gegeninastnabmen um so eher in der Lage sei, als sich in deulschcr Kriegsgefangenschaft eine ganze Reihe russischer Soldaten besnndcn, die nachgewieiencrmasten oder nach ihrciii cigcnen Geständnis mit Tum-Tummunttion geschossen. Zrieüens-Vorfragen. Die»Neuen Zürcher Nachrichten" vom IS. Oktober schreiben: Schivcizerikchc und mlswärllge Gelehrte und Korporationen formulieren bereits Borschläge jnr den zu erwartcndeir Welt« f r i e d e n S k o n g re st. Die» ist vergebliche Mühe, denn, wie von autoritativer Seite geäustert loorden ist, wird ein solcher Kongreß von den Mittelmächten kaum noch beabsichtigt. Man plane dort vielmehr, toenn es einmal so weit sei, die Wiederher ftellung des Weltfriedens auf dem Wege gesonderter Friedensschlüsse, und man denke nicht an Sonderfrieden im elgeniltchcn Sinne. sondern an Friedensschlüsse von Macht zu Macht, zeitlich zwar inögltchst zusammenfallend, örtlich aber hinsichtlich der B er Hand- lungen getrennt. Denn von einem FriedenSkongrest etwa im Stil des Wiener Kongresses könne, da die Lage gegen damals eine grundverschiedene sei. gar nicht die Rede sein, Man kann es den Mittelmächten nachfühlen, wenn sie z. B. die Einmischung der Bereinigten Staaten in die ein zelnen FriedenSsragcn entschieden ablehnen, nach allem, waS die Regierung Wilsons in Sache».Neutralität" geleistet hat. Weiter könnte Europa den Mittelmächten nur Dank wissen, wenn sie Japan das Stimmrecht in rein europäischen Angelegenheiten ver fageii. Es wäre ferner undenkbar, dast ein Wellfriedenskongrest Friedcnsbediiigungen auf dem Wege der Majorität beschlösse.' Es wäre dann nur zu sehr zu befürchten, dast der Kongreß vielmehr der Anstoß zu neuem Kriege würde. Weiter ist zu erwägen, daß Oesterreich-Ungarn den FriedenSschlust mit Italien als seine allcrcigcnste Angelegenheit unter scharfer Ablehnung jeder sraiizösisch-cnglischcn Einmischung betrachtet, wobei e« allerdings bereit sein dürfte, die guten Dienste seines Veki büiideien und dcS Heiligen Stuhles anzunehmen. Genau denselben Standvunlt dürfte Deutschland wegen Belgiens einnehmen, ebenso der Bierbund für die Friedensverhandlungen mit Rußland. Ob nach einer gewissen Zeit der Ruhe— nach dem eigentlichen Friedensschluß— später»och ein Weltkongreß für die spe- zifisäi lincrualionalen Probleme erfordcrllich sein dürfte, bleibt da- hmgestctlt. Fällt nun die Möglichkeit eines Weltkongresses in sich zusammen, so müssen die neuiralen Staaten ihre Wünsche für die Friedens- schlüsse rechtceing bei den einzelnen kriegführenden Mächten einreichen, wobei jene Mächtegruppe nl» Anwalt für sie zu gewinnen wäre, die den Frieden zu dilticrcn in der Lage ist. das süüafrikanische Wahlergebnis. Kapstadt, 25. Oktober. sW. T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Das endgültige Ergebnis der Wahlen ist folgendes: ES wurden gewählt 54 Anhänger BothaS. 40 Unionisten, 27 Anhänger Herzogs, 5 Unabhängige und 4 Ar- bciterpartcilcr. Politische Uebersicht. Botschafter Freiherr v. Wangenheim gestorben. Ter deutsche Botschafter in Konstantinopel, Freiherr v. W a n g e n h c i m. ist am Sonnabend in Konstantinopel im Alter von 50 Jahren gestotben. Wangenheim übernahm 19! 2 als Nachfolger deo i>rcihcrrn v. Marschall den Posten in Konstantinopcl._ Kriegsstenern. Der„Courier", das Organ des Deutschen Transport- arbeiterverbandes. findet cS(in Nr, 22)„unbegreiflich", daß wir in einem Leitartikel(voni 3. Oktober d. J.j die Kriegs- finanzpolilik Englands nicht schlechtiveg verdammt haben. Der„Courier" verweist auf die in unserem Artikel von uns selbst mitgeteilte Tatsache,' daß die Mchrsteucrerträge Eng- lands im Owsaiiitbctrage von rund 100 Millionen Pfd. Stert. nur zu 77 Proz. aus Pcrsonalcinkommcn- und Kriegs gewinnstcuern und zu etwa 20 bis Steuern auf Zucker, Tee und Tabak sollen, und behauptet Iveiter, dag diese Programm auf die indirekten Steuern bezieht, sondern daß nur von uns allein die Tatsache unterstrichen wurde, daß England noch während des Krieges die Kriegökostcn aufzubringen stickst ohne die späteren Generationen mit dem Schuldendieiist sür die Kriegsanleihen zu belasten. Daß dieses System der KricgSkostcndcckiing den Vorzug verdient, sollte um so weniger bestritten werden, wenn die neuen Kriegssteuern ganz oder zum größten Teil das Einkommen und die KriegSgewinne treffen. Die bisher in Deutschland bewilligten 30 Milliarden Kriegskredite erfordern allein einen Zinsendienst von Milliarden pro Jahr, die zu den eigentlichen Kriegskosten hinzukommen und die gespart werden könnten, wenn man das englische System vollständig durchführen würde. Es ist daher eine grobe Irre f ü h r ii n g der Leser, wenn der„Courier" also gegen den „Vorwärts" Stimmung macht: „Es wird uns hier der„Vorteil" einer Steuerpolitik an- gepriesen, die daraus angelegt ist, den schon in dürftigsten Ber hätluisscn darbenden Kriegerfamilien, Witiven und Waisen den Brotkorb noili bedeutend höher zu hängen," Denn daß die Sozialdemokratie alle Kräfte anspannen würde, um aus den hohen Einkommen und den Kriegt gewinnen nicht nur 77, sondern 100 Proz. des Kriegs-Steuer bedarfs herauszuholen, ist so selbstverständlich, als daß cS hätte besonders gesagt werden müssen. ♦« * Tie„Franks. Ztg." weiß zu melden: Im Reichsschatzamt werden zurzeit die Borarbeitcn und Berechnungen vorgenommen, auf die sich die geplanten Gewinnsteuern stützen sollen, in dem Sinne, wie der Ncichsschatzsckretär Tr. Helfserich sie vor einiger Zeit dein ZicichStagc angekündigt hat. Als Grundlage wird voraussichtlich die zum Zwecke der Äehrstcuer auf den 1. Januar tllll abgegebene BorinögcnSdeflaration dienen, sowie der Durchschnitt der le�t jährigen Eiiikommcnstcuerveraiilaaungen. Davon ausgehend wird festgestellt werden, wie weit die Einnahmen der Kriegsjahre über die der Erträgnisse hinausgegangen sind und wie weit übernormale Bermögcnsan,ammlungen stattgefunden haben, denn nach den �n- formationen der EinschätzungSkommissionen besteht die Absicht, nicht nur erzielte KriegSgewinne, sondern auch den während dcS Krieges entstandenen oder entstehenden VcrmögenSzuwach» durch die neuen Steuern zu erfassen, lieber den Umfang der Besteuerung sind die Erwägungen noch nicht abgeschlossen. Teuerungskonferenz beim Reichskanzler. Wie die„Voss. Ztg." erfährt, hat der Reickisianzler die FraltionSl vorstände des Abgeordnetenhauses zu einer Konserenz über die Lebens iniitelfrage eingeladen. Die Besprechung ist für Mittwoch vormittag an gesetzt. An ihr werden vonparlomentariicher Seitcje drei Mitglieder vom Vorstand der Konservativen und de« Zentrinn«, je zwei vom Bor stand der Nationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei und je ein Vertreter der Freikonservativen. Polen und Sozialdemolcaten teilnehmen._ Kräfte und Gegenkräfte. Während der Bevölkerung durch offiziöse Mitteilungen Tag für Tag versichert wird, daß alle verantwortlichen Reichs stellen fortgesetzt fieberhaft tätig sind, um die Mißstände in der Lebensmittelversorgung zu beseitigen, wird uns plötzlich ebenfalls durch eine offiziöse Erklärung versichert, daß ein „Grund zur Beunruhigung überhaupt nicht vorliege". Ja an einzelnen Bundesratsvcrordnungen wird in dieser neuesten Veröffentlichung direkt Kritik geübt, und das Erstaunlichste ist, daß diese Erklärung ebenfalls von einer Regierung« stelle ausgeht. Wolffs Telegraphen-Bureau versendet folgen den Bericht: Berlin. 25. Oktober. Am vergangenen Sonnabend erörterte der LandwirtschaftSministcr die schwebenden Volksernährungtfragen mit den Vorsitzenden aller preußischen Landwirtschaft»- k a m m e r ii. Einmütig wurde, wie wir hören, der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die Ernährung unseres Volke» im kommenden Winter völlig gesichert sei. Einmütig und entschieden aber wurden auch die Preistreibereien auf dem Lebensmittelmarkt verurteilt. Zwar müsse die schwierige Lag« der Landwirtschaft, die besonders in der Futtcrmittelkiiappheit zum Ausdruck komme, ein« Verteue rung aller Erzeugnisse des Bodens und der Viehzucht zur Folge haben, unbegründet und zu verurteilen seien aber die sprunghaften Preiserhöhungen der letzten Wochen, die lediglich durch Tpeku lationen hervorgerufen worden seien. Diese Vorgänge widersprachen den Interessen der Landwirtschaft. Die allgemeine Festsetzung von Butterpr eisen durch die iaatsregierung wäre deshalb mit Freuden zu begrüßen, zumal dadurch der Verteuerung der inländischen Butter durch die aus ländische ein Ende bereitet würde. Wenngleich mit einem Rück ange der Milcherzeugung zu rechnen sei, so genüge doch c heimische Erzeugung völlig, um Kinder, Kranke und Schwach« zu versorgen. Erforderlichenfalls würden wir sogar ohne Butter und Käsczufuhr aus dem Auslände durchhalten, iveiin die Koiw mimen sich der VerbraiichSregelung nachdrücklich aiinähmen. Tie Einführung von Milchkarten sei eine praktische Maßnahme, auch mit der vom Landwirtschaftsminister vorgeschlagenen Regelung de» Marktverkehrs mit Schweinen erklärten sich die Landwirtschafts- kammerpräsidenten einverstanden, wenn gleimzeitig mit der Fest etzung von Schweinepreisen eine allgemeine Festlegung der Schwei iieflcischpreise verbunden werde. Die gegenwärtige Gestat tung der Echweineprcise sei der Landwirtschaft durchaus uner- Wünscht; ihre Vertretung sei nicht in der Lage, sie zu beeinflussen, da sich der Markt ihrer Einwirkung entzöge. Dringend gewarnt aber wurde allseitig vor einem staatlichen Eingriff in den Rinder markt. Weder sei dieser nach der Marktlage geboten, noch lasse er sich bei der Eigenart des GroßviehhandelS ohne Beeinträchtigung der Auszucht und der Milcherzeugung praktisch durchführen. Bei der Erörterung der Kartoffelfrage wurde allgemein die Ansicht vertreten, daß zu einer Beuiiruhigung überhaupt kein Grund vorliege. Wenn hier und da in den letzten Wochen eine Knappheit und Teuerung im Kar toffclhandcl eingetreten sei, so liege die« daran, daß die Ernte in den wichtigsten Kartoffelbaugcbieten noch nicht im Gange gewesen und bedeutend schwieriger al» in Friedenszeiten einzubringen sei. Obwohl die Kartoffel tn weit größerem Maße als sonst zu Futterzwecken herangezogen werden müsse, so vcr- blieben doch reichliche Kartoffelmeiigen für die menschliche Ernäh- rung. Dir Preise der Rrichskartoffelstclle seien allerdings im Vcr- hällnis zu den Futtcrinittelpreisen al» zu niedrig zu bezeichnen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Reichskartoffelstelle und die Gemeinde» trotzdem nach Kräfte» von der deutschen Land- Wirtschaft bei der Äartoffclversorgung unterstützt werden würden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dieser Bericht über eine vertrauliche amtliche Besprechnnff, die unter dem Vorsitz dcS L a n d w i r t s ch a f t S in i n i st e r s stattfand, von dem Landwirtschaftsmimsteriuin selbst ausgehen muß. Dieser Bcrickst gibt nun all die bekannten einseitigen Klagen der landwirtschaftlichen Kreise ohne Kommentar, ohne ein Wort der Kritik wieder. Da auch nicht mitgeteilt wird, daß der Landwirtschaftsminister von S ch o r l c in c r in der Be- sprechung der Auffassung der Landwirtschaftskammcrvorsitzen- 21 Proz. aus den entgcffciigctrcteii ist, so muß die Peröffentlichiing geradezu gedeckt werde»»ls eine Polemik gegen frühere und beabsichtigte Maßnahmen 8? mäßig verworfenen indirekten Steuern„den ArbeiterblattS" gefunden hätten. Wer den liest, wird ohne iveiteres erkennen, daß daS der Reichsbchörden aufgefaßt werden. Ilm so mehr werden Beifall eines. sich die Konsumenten, ihre wirtschaftlichen lind politischen Artikel sorgfältig« Vertretungen rühren inllssen, um alle Widerstände zu über- .Lob" sich nicht! winden und die Behörden vorwärts zu treiben, das tägliche Srot. Ter Butterprcis. Ter Bundesrat hat folgende Verordiimig erlassen: I. Der Preis sür Butter, den der Hersteller beim Verkauf im Großhandel frei Berlin, einschließlich Verpackung, fordern kann(Grundpreis), wird bis auf weiteres für Handelsware 1 aus höchsicns. 2i0 Mark „» 11» n• 230„ III,. 216. „ abfallende Ware,, 180„ für 50 Kilogramm festgesetzt. IL Der Zuschlag"für den Weiterverkauf darf höchstens betragen beim Verkauf im Großhandel.... 4 Mark im Kleinhandel.... 11» auf je 50 Kiloiranim. III. Diese Bestimmung tritt mit dem 1. November 1915 in Kraft. Danach stellt sich in Berlin der Äuttcrprcis im Klein- Handel ans 2.55 Mark pro Pfund. Der jetzige Höchst- preis von 2,80 Mark wird dadurch vom 1. November ab er- mäßigt loerden, leider aber nicht in dem Maße, um breiten Schichten den Genuß von Butter zu erlauben. Hohe Butterpreise mit deutschem Gruft. In der Reichshauptstadt befindet sich eine Exportfirma Bruno A ii t e l m a n n. die auf ihren Geschäftspapieren das preußisch« und daS mecklenburgische Wappen führt und sich stolz„Hoflieferant Sr. Majestät des Königs von Preußen und Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Mecklenburg" nennt. Diese Firma versendet an Detaillisten und Einkaufsvercinigungcn eine Preisliste, in der außer Wurst und anderen schönen Dingen auch Butter in Dosen angeboten wird. Bei einer Mindestabnahme von hundert Dosen wird für eine 200 Gramm Butter enthaltende Dose ein Engrospreis von 1,50 Mk. verlangt. Das ergibt einen Preis von 3,75 Mk. für das Pfund. Ter Händler, wenn er sich mit einem bescheidenen Verdienst begnügen will, ist also gezwungen, über 4 Mark für das Pfund Butter zu nehmen. Selbst wenn man berücksichtigt, daß auch die Tosen mitberechnet werden müssen, ist der geforderte Preis ein außerordentlich hoher. Daß die Firma Bruno Antclmann ihre Anschreiben„mit deutschem Gruß" be- schließt, klingt wie ein Hohn auf die Käufer. Eine bezeichnende Aufforderung. Tie„Deutsche Tageszeitung" druckt eine im„Neuen Münchs- ner Tageblatt" veröffentlichte Mahnung des BauernbündlerS Dr. Heim ab, in der es u. a. heißt: „Ich möchte unsere kartoffclerzeiigcnden Bauern bitten, die nächsten Wochen so viel Kartoffeln wie nur irgend möglich auf den Markt zu bringen. Wenn ein Verzicht auf einen erlaubten Gctoinn vertretbar ist, so ist das nie mehr der Fall, als wenn es sich um das Brot der Acrmsten handelt. Wollen wir nicht ver- gessen, daß gerade die Rartoffel das Hauptnahrungemittel des ärmlichsten Teils der Bevölkerung ist. Jetzt, wo fast alle Nahrung». mittel und alle», was der Mensch benötigt, im Preis gestiegen ist, soll wenigstens die Hauptnahrung der ärmsten und kleinsten Leute im Sinne dieser Verordnung zu einem möglichst annehmbaren und billigen Preis in genügender Menge zur Verfügung gestellt werden.... Laßt es nicht zu gewaltsamen Maßnahmen. Beschlagnahme und Enteignung kommen. Bringt freiwillig die Kartoffel auf den Markt.... Ich weiß zwar, wie schwer e» zurzeit hält, sich die notwendigen Gespanne zur Abfuhr der Kartoffel zur Verladestation zu ver- schaffen,' aber ich bitte Such, tut Euer AeußerstcS. Andernfalls werden die Tinge nicht besser. Kommen nicht genügend Kartoffel auf den Markt, so kommen neue gesetzliche Maßnahmen mit Preisfestsetzung, Beschlagnahme, Enteignung. Das muß verhütet werden...." Sofortige Enteignung der Kartoffeln forderte die Kölner Stadtverordnetenversammlung von der Regierung. Ein Stadt- verordneter, Ockonomierat und Gutsbesitzer, versicherte, daß weiteste Kreise der Landwirtschaft Westens selbst Höchstpreise und nättgenfalls Enteignung wünschen. Oberbürgermeister Wallrat er- klärte, er habe den Eindruck, daß sich großer agrarischer Einfluß in der Regierung geltend mache. Man werde erst weiterkommen, wenn, tote bei den Militärbehörden, ein einziger starker Wille, eine Art Diktator des Wirtschaftslebens, einfach verfüge. Letzte Nachrichten.- Tie rumiinische Opposition. Bukarest, 25. Oktober.(W. T. B.)(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korresv.-Bur) Gestern nachmtttag fand die feit langem angekündigte öffentliche Versammlung der Ilnionistiscken Föoe- ratio» statt, an der vorwiegend ein aiigcworbciics Publikum teil- nahm. Nach kurzen Reden der Führer der Bewegung iourde eine Entschließung gefaßt, in der eS heißt: Die versammeltcn Bürger des Landes weisen auf die Gefahr hin, in der sich das Land be- findet, da» sich von seinen Fciiioen jenseits der Karpathen und der Donau hat einkreisen lassen, ohne sein Schtvert in die Wagschale u werfen. Wir verlangen von der Regierung die Mobilisierung er rumänischen Armee und den sofortigen Eintritt in eine Aktion, um die Verbindung zwischen Deutschen, Ungarn und Bulgaren zu ver hin der v. Da die Führer das Hauptgewicht auf die Straheiikundgebung legten, dauerte die Versamlung kaum eine Stuiidc. Tarauf zog eine Menge von mehreren hundert Köpfen vom VersammlungSsaal in der Hauptstraße von Bukarest, der Ealea Victoria, durch die Stadt, a» der Spitze Arm i» Arm FilipeSeu und Take JorcScu. Die Regierung hatte zum Schutze der öffentlichen Ordnung Polizei und Militär aufgeboten, die ohne den Umzug in der Hauptstraße zu verbieten, beim Nationaltheater, wo der Weg zum königlichen Schloß führt, den Manifestanten den Weg versperrten. Unter Absingung nationaler Lieder war die Menge bis dorthin gelangt. Da der militärische Kordon nicht»achgab, blieb sie dort stehen, ohne daß eS zu einem Zusammenstoß kam. Die Führer entferuteii sich nach kurzem Partamciitiercn mit dem Kommandanten der Truppen nach dem nahe gelegenen Klubhause der Anhänger FilipeSeuS, von desscm Fenster aus der Sicbcnbürge Gaja Trumart und FilipeSeu Reden an die Menge und die Soldaten hielten, des Inhalts, es sei eine Schmach, daß die Armee, die gegen Ungarn zu marschieren be- 'timmt sei, gegen Rumänen verwendet werde. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 25. Oktober.(W. T. B.) Das Haupt- quartier meldet von der D a r d a n e l I e n f r o n t: Nichts von Bedeutung außer beiderseitigem örtlichen Feuer. Sonst nichts Wichtiges._ Ein italienischer Postdampscr torpediert. Paris, 25. Oktober.(W. T. B.) Ter„Matin" erfährt auS Saloniki: Der italienische Postdampfer„«Scilla" ist im Aegäischen Meere von einem Unterseeboot versenkt worden, \ Jüan verlange ausdrücklich: Ilnderber6«g Unentbehrlich im Felde! von vohlwendsler tdirkung hei Magen» und AarmslLrungen. Pfanfl-PacSimg (500 Gramm) Preis 1 Warle Feldpostbrief Kom�tii« _®sf«>t»n _ SahtHt _ Urmf fforpt __ Bioifion Regiment Tlr_ ________"Bataillon Kolonne Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. H. Underberg-Al brecht RHEINBERG(Rhld.) o Gegründet 1846 Verrmm? ÄedatL.: Mfred Wielevv, Z�ellkolln. Lnseratenteil vermwv. ÄGtocke,'öetL:n. H-erzu ZLrNagrnu. Gewerkschaftliches. Serlin unö Umgegend. Tie Frauenarbeit in der Metallindustrie. Der Einfluß der Frauenarbeit auf die Lohn- und Arbeits« Verhältnisse der Maschinenarbeiler beschäftigte am Sonntag eine Branchenversammlung der Maichinenarbetter und-Arbeilerinnen. Aus dem Referat Werners ist zu entnehmen: Von einer An- Wendung der Arbetlerinnenschutzvorfchriflen des K 137 der Gewerbe- ordnung in bezug auf Arbeitszeit. Nachtarbeit, Arbeit an den Sonn- abenden sei vieliach keine Rede mehr, wofür allerdings das Gesetz vom 4. August 1914 eine Handhabe bietet. Die Frauaenarbeit an den Maschinen habe während des Krtegcs dauernd zugenommen. Auch an solchen Maschinen, wo man es früher nicht für mögltch hielt, arbeiteten jetzt Frauen. Nun sollte man meinen, wenn die Frauen dieselbe Arbeil machten wie die Männer, niühten fle auch denselben Lohn erhallen. Wie sehe es aber damit aus. Die Firma Franz Stock in Treptow, die auch immer mehr Frauen eingestellt habe, zahle den Arbeilelinnen nur 49, höchstens öv Prozent von dem, was die Mätmer bekämen. 10, lO'/g, 11 und zum Teil 12 Stunden bei Tag- und Nachtschicht werde gearbeitet. Für gewisse Arbeiten, wo die Männer den Satz von 70 Pf. erhielten, bekämen die Frauen nur 30 Pf.— Auch bei der Firma C. P. G o e r z erhielten die Frauen nur 4Z bis 50 Prozent der den Männern gezahlten Sätze. Durch Verbandlungen sei zugesichert worden, daß die Frauen einen Siundenlohn von 50 Pfennig aus jeden Fall erzielen sollten. Wo er nicht erreicht werde iollien die Meister zulegen. Nicht immer sei dies von den Meistern beachtet worden. Wo die Frauen in einzelnen Ableitungen dieser Firma 56 und 60 Pf. pro Stunde verdienten,"seien seitens der Meisler zum Teil sogar Abzüge gemacht worden.— Eine andere Firma, wo die Frauen- löhne niedrig seien, sei Ehrich u. Graetz. Auch hier müßten die Frauen an der Nachtschicht ieilnebmen. Die Schicht betrage zwölf Stunden.— Auch bei der Firma Israel in der Britzer Straße sei der Lohn der Arbeiterinnen geringer und es werde Tag- und Nachtschicht gearbeitet. Einzelne Mißstände, die schon in einer Versammlung im März gerügt worden seien, beständen heure noch. Im Parterre beschäftigte Arbeiterinnen müßten vier und fünf Treppen steigen, um zmn Klosett zu kommen. Die Garderoben besoänden», Nägeln an der Wand. Als Waicheinrichtung dienten einzelne Waschbecken, die hinler eng zusammenstehenden Maschinen sich befänden. Der Anfangslohn der Arbeirerinnen sei 28 Pfennig. Im Akkord werde etwas mehr verdient, jedoch erhielten die Arbeilerinnen lange nicht die Akkordsätze wie die Männer.— Bei der Firma Jachmann in Borsigwalde betrage die Tag- und Nachtschicht 11 Stunden.— In der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik beirage die Arbeitszeit 11 bis 12 Stunden. Desgleichen bei Lorenz. in der Turbine, bei Ludwig Loewe; auch bei Kassierer betrage sie 11 Stunden. Ferner werde bei der Firma Borsig Il-Stunden-Schicht gearbeitet. Die Maichinenarberterinnen erbielien hier 35 Pf. Stundenlohn. In Akkord werde mehr verdient, jedoch bei weirem nicht das, was in anderen, kleineren Betrieben gezahlt werde. Bei Enes in der Oranienstraße, wo ein Stundenlchn von 24 Pf. sür Arbeite- rinnen festgesetzt sei, arbeiteien dieselben zum Teil ständig in Lohn. Auch die Akkordsätze seien gering. Die Schutz- vorrrchrnngen ließen viel zu wünschen übrig; es sei vor- gekommen, daß sich Arbeiterinnen an den Maschinen Finger arg verletzt häften, und daß sie bei dem engen Zusammenstehen der Maschinen sich Kleider beichmutzt oder zerrissen Höllen.— Bei Lorenz hätten für Arbeiterinnen bis zu Beginn des Krieges günstigere Ver- hällnisse bestanden, als das jetzt der Fall sei. Das liege an der Einstellung eines großen Teils von Arbeiterinnen, die noch nicht dort waren, die Verhältnisse nicht kannten und nun glaubten, durch lange Arbeitszeit verdienen zu können, was in kürzerer nicht möglich sei.-- Wie die Beschäftigung der Frauen an vielen Maschinen aus die Lohn- und.Arbeitsverhältittsse wirke, habe man schon erfahren. Es sei z. B. Arbeitern, die für eine Arbeil mehr haben wollten, gedroht worden: .ech5tt, dann stellen tvkr Frauen ekn*. Diese Drohung fei sogar schon in io manchem Falle wahr gemacht worden. Man wolle nun durch- aus niwts dagegen sagen, daß der Unlernehmer überhaupt Frauen aufnehmen. Aber das eine könne man verlangen, daß die Frauen denselben Lohn erhielten wie die Männer. Und dann sei außer- ordentlich wichtig sür die Frauen selber, daß die Arbeiterschutzvor- schristen zur Geltung kämen, daß die Frauen die normale Arbeits- zeit erhielten. Arbeitslose Kriegerfrauen, die jetzt gern arbeiten möchten und die bei kürzerer Arbeitszeit der andern noch eingestellt werden könnten, gebe es noch genug. In einer sehr ausgedehnten Debatte wurden noch die Verhält- niffe in einer Reibe anderer Firmen mit Bezug auf die Stellung der Frauen besprochen. Es wurden teils dieselben, teils ähnliche Verhältnisse festgestellt, wie bei den im Referat genannten Firmen. In Betracht kamen unter anderen noch die Firmen Franz Conrad, Fritz Werner, Butzke lBrandenburgstraße). Hans Boas, Knorrbremie, sowie Bergmann in Berlin und Roi'enthal und viele andere.— Von der Firma BoaS wurden noch besonders die Slrafgelder gerügt, sowie daß 150 Personen einen Abort benutzen müß'en. Auch sei die WasÄgelegenheil mangelhaft. Ein Redner verwies darauf, daß doch in einer früheren Ver- bandsversammlung der Ortsvcrwaltung des Metallarbeiterverbandes anheimgegeben sei, sich der Frage des Schutzes der Frauen an- zunehmen. Man habe noch nichis davon gehört. Adolf Cohen verteidigte darauf die Ortsverwaltung gegen den Vorwurf, nicht das ihrige getan zu haben. Was sich tun ließ, habe sie getan. Es hätten auch in der fraglichen Sache schon Ver- Handlungen mit der Militärbehörde stattgesunden, die demnächst noch fortgesetzl würden. Er befürchte allerdings, daß nicht viel dabei heraus- kommen werre. Bei der Außerkraftsetzung der Arbetterinnenichutzvor« schrifien der Gewerbeordnung bandele es sich um Maßnahmen aus dem Gesetz vom 4. August>914. die von der böhercn Verwaltungsbehörde ge- troffen seien. Gewiß sei die Befugnis durch das Gesetz gegeben. Es müßte aber doch verlangt werden, daß man auch die Ansicht der berufenen Arbeitervertreter vorher einhole. Nirgends sei dos geschehen. Wie bei den Rück'prachen mit Vertretern der Behörden von diesen stets betont werde, seien die mili- tärischen Rüstungsrücksichten das Ausschläggebende. Schön: so stelle man Frauen an Stelle der kriegseingezogenen Männer. Aber worum müßten Frauen 11, 12 und 13 Stunden arbeiten, wenn ge- nügend Frauen da seien, um die Arbeit auch bei kürzerer Arbeits- zeit zu bewältigen? Es läge doch viel mehr im militärischen und allgemeinen Volksinteresse, wenn noch arbeitslose Kriegerfrauen die Möglichkeit zum Arbeilen, wenn auch in kürzerer Aibeiiszeit, erhielten. Und dann werde doch auch die geringere Bezahlung der Frauen durch kein militärisches Interesse ersordert. Auf den Einwurf des Vorredners könne er nur sagen, daß die Ortsverwaltung in der Sache auch weiter tun werde, was möglich sei. Die Eisenkonftruktionsarbeiter nahmen am Sonntag den Kom- missionsbericht entgegen. Im letzten Quartal tonnten die Löhne teilweise erhöbt worden. Mit der Arbeitsgelegenheit steht es zur- zeit günstig. Um so mehr wurde der Wunsch nach einer allgemeinen durchgreifenden Lohnaufbesserung als durchaus berechtigt bezeichnet, zumal, wenn die Teuerung in Betracht gezogen wird, wie sie heute an der Tagesordnung ist. Die Frauenarbeit findet auch bereits Eingang in Konstruktionsbetrieben. In einein Betriebe arbeiten russische Arbeiter aus Lodz, in einem anderen Gefangene.— Durch Fragebogen wird demnächst eine Feststellung der Lohn- und Arbeits- bedi'ngungen in Groß-Berlin vorgenommen werden. veutscbes Reich. Die Ausdehnung des badischeu ZweckverbaudeS für arbeitslose Textilarbeiter auf das Boden seegebiet ist dieser Tage in einer Versammlung von Textilfabrikanten und Vertretern der Regierung und den beteiligten Gemeinden beschloffen worden. Interesse erweckten die Mitteilungen der Fabrikanten, daß die Stillegung der Betriebe Ende Dezember oder Anfang Januar notwendig werde. Deshalb traten auch die Bürgermeister sür den neuen Zweckverband ein. Als Vorbild dient der"Zweckverband Lörrach, dessen Organisation bereits gei'chiidert wurde.•' Mus?nöuftrle und Handel. Die Anmeldung des femdlicheu Vermögens. Die„Norddeutsche Allg. Zeitung" schreibt: Zu der Verordnung vom 7. Oktober 1915 über die Anmeldung des im Inland befindlichen Vermögens von Angehörigen feindlicher Staaten(ReichS-Gesetzbl. S. 633) sind unter dem 10. Oktober die Ausstthrungsvorschristen des Reichskanzlers ergangen(Rcichs-Gesetzbl. S. 653). Hiernach ist das im Inland befindliche feindliche Ver- mögen unter Benutzung besonderer Anmeldebogen bis zum 1 5. D e z e m b e r d. I. anzumelden. Die Landeszemral« behörden bestimmen, bei welchen Stellen die Anmeldung zu erfolgen hat. An diese Anmeldestellen haben sich die Anmeldenden zu wende», zunächst wegen Beschaffung der Anmeldebogen. sodann aber auch gegebenen'alls wegen Anfragen und Zweifel über den Inhalt der Anmeldepflicht. Die„Nordd. Allg. Zeitung" geht sodann des näheren auf den Inhalt der Bekanntmachung vom 10. Oktober 1916 ein. Japans Außenhandel. Im Handelsieil der„Morning Post" vom 16. Oktober liest man: Die Ausweise des japanischen Außenhandels im August zeigen, daß die Besserung weiter sorlschreitel. Der gesamte Wert der' Ausfuhr betrug 65 500 000 Den gegenüber 43 Millionen Den im August 1914. Die Zunahme betrifft hauptsächlich Seide- und Baumwollgcwebe und diverse bearbeitete Artikel, unter denen möglicherweise Munition enthalten ist, da gerade dieses Kapitel sich in dem einen Monat auf nicht weniger als 7 Millionen Den beläuft. Die gesamte Emsuhr betrug 39 500 000 Den uns nahm nur 750 000 Den gegen den gleisen Monat des Vorjahres zu. Die ersten acht Monate des Jahres ergaben einen A u s s u h r- Überschuß von 56 500 000 Den, während in den ersten acht Mo- naten des Jahres 1914 die Einfuhr 56 Millionen höher war, als die Ausfuhr._ Der amerikanische Außenhandel Die.Morning Post" berichtet aus Washinglon: Die amerikanische Handelsbilanz belrug während der letzten fünf Wochen durchschnittlich 35 Millionen Pfund Sterling wöchentlich zugunsten der Vereinigten Staaien. Der Betrag wäre noch höber gewesen, wenn mehr Laderaum zur Verfügung gestanden hätte. Nach den gegenwältigen Schätzungen wird die Handels- b i l a n z deS Finanzjahres ein Saldo von 400 Millionen Pfund Sterling zugunsten der Vereinigten Staaten aufweisen. Das ist d o v v e I t faviet wie das bisherige höchste Aktivsaldo des Außen- handeis der Vereinigten Staaten. Die Einzahlungen auf die dritte Kriegsanleihe betrugen bis zum 23. Oktober 8732,5 Millionen Mark oder 72,2 Proz. der insgesamt gezeichneten Summe. Kriegsgewinne. Nach der»Neuen Zürcher Zetrulig" hat die G e s e 1 1 s ch a s t sür chemische Industrie in Basel ein vorzügliches Geschäfts- jähr hinter sich. Das Warenkonto ist im Ertrage von 3,6 aus 8 Mil- lionen Frank gestiegen. Die Dividende soll 16 Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahre betragen snur einmal bisher, 1896/97, wurde eine höhere Dividende, 18 Proz., gezahlt). Die Vorräte sind von 6,8 Millionen auf 2,38 Millionen infolge Rohstoffknavpheit und guten Absatzes berumergegangen. Dabei wird verzeichnet, daß die Aktiengesellschaft für chemische Industrie in Pabianiee bei Lodz, a» der die Gesellschaft beteiligt ist, fast ganz schließen mußte. Dagegen arbeitete die Clayton-Aniline Comp. Ltd. in Manchester, eine andere Tochtergesellichaft, sehr gut. Dividenden von Zuckerfabriken: Zuckerfabrik Schroda 45(24) Proz..— Zuckerfabrik Tuczno(Kreis Hohe«» salza 30(15) Proz.— Zuckerfabrik Kujavien(Kreis Hohensolza) 29<15) Proz.— Die Zuckerfabrik Vahnhof Marienburg Akr.-Ges. in Marienburg(Wesrpr) 5(i. V. 0) Proz.— Die Böhmische Zucker- industriegesellschaft schlägt 12ftz Proz. Dividende vor. Augu st Wessels Schuhfabrik A,-G. in Augsburg ver- teilt eine Dividende von 18 Proz."(gegen 10 Proz. i.V.). Ar. 296. 32. lahrnatig. StüliU iw.Awiirts" ötrlintr WksblM Dieustag. 26. Oktober 1915. flus Groß-öerlin. Zweckverbanü Groß-öer!in. Die Vollversammlung des Zweckverbandes Groß-Berlin hatte gestern ihre erste Sitzung im Rechnungsjahre 1913. Den Vorsitz übernahm für den durch Beratungen in der Lebensmittel frage verhinderten Oberbürgermeister Wermuth- Berlin der Bürgermeister Reicke- Berlin. Bei der Wahl des Vorstandes wurden die bisherigen Mitglieder wiedergewählt. Die diesjährigen Ergänzungswahlen zur Verbands Versammlung, die ersten seit Bestehen des Verbandes, haben stattgefunden. Auf Antrag des Wahlprüfungsausschusses wurden sie und einige Ersatzwahlen sür gültig erklärt. Die Jahresrcchnung des Haushalts sür 1913 wurde nach dem Antrag des Haushaltsausschusses für richtig befunden und genehmigt. Ausschutzberichterstatter Stadtv. Liebeuow- Bcrlin richtete an den Verbandsdirektor die Mahnung, bei Aufstellung des Haushaltsentwurfs für 1916 auf vorhandene Ucberschüsse möglichst Rücksicht zu nehmen, um die dem Ver band angeschlossenen Gemeinden nicht zu sehr zu belasten. Von dem durch§ 5 des Zweckverbandsgesetzes für Grotz Berlin dem Verband gegebenen Recht, selber Fluchtlinien und Bebauungspläne festzusetzen, soll für den geplanten Breitenbachplatz, an dem die Gemarkungen von Wilmers dorf, Steglitz, Dahlem beteiligt sind, Gebrauch gemacht werden. Auf Veranlassung. des Ministers der öffentlichen Arbeiten hatte der Regierungspräsident zu Potsdam im Jahre 1912 den Plan des Platzes, in den nicht weniger als neun Straßen einmünden würden, dem Verbandsausschutz zur Begutachtung vorgelegt, um nötigenfalls eine bessere Ge staltung des Fluchtlinienplanes zu erwirken. Wegen dieser Dreihcrrenecke war zwischen Wilmersdorf, Steglitz und Dahlem sckon seit 1907 verhandelt worden, ohne daß über die Ab- änderung der Fluchtlinien eine Einigung zu erzielen war. Ein später von dem Stadtbaurat a. D. Beuster, dem Städte- baubeamten des Verbandes, aufgestellter neuer Plan führt die Straßen so in den Platz hinein, daß der Verkehr erleichtert und das Platzbild verbessert wird- Dabei wird unter anderem die mit der einen Baufluchtlinie zur Kolonie Dahlem gehörende Freiburger Straße noch wor dem Platz mit der zu Wilmersdorf gehörenden Dillcnburgcr Straße der- einigt, so daß sie nur durch diese mit dem Platz in Ver- binduug steht. Diesen Plan billigte neben den Gemeinden Wilmersdorf und Steglitz anscheinend im wesentlicken auch der Gutsvorstand von Dahlem, und nur an der nebensächlichen Meinungsverschiedenheit'über den der Stratzenvereinigung zu gebenden Namen schien es zu liegen, daß zwischen Gemeinde Wilmersdorf und Gutsbezirk Dahlem keine volle Einigung zustande kommen wollte. Schließlich überreichte die königliche Kommission zur Aufteilung der Domäne Dahlem für ihren Anteil an dem'Platz einen anderen Plan, der bereits früher die Genehmigung des Königs erhalten hatte, und drohte mit baldiger Aussührunm �der darin vorgesehenen Stratzenanlagen in der Umgebung oes Platzes. Nunmehr entschlosi sich der Berbandsausschust, selber die Fluchtlinien für den Breitenbach- platz festzusetzen, und empfahl der Vollversammlung den Veusterschcn. Plan, der die Zustimmung von Wilmersdorf und Steglitz hatte. Gestern beantragten die sozialdemokratischen Verbands- Vertreter, dieVorlage einem Ausschuß zu überweisen. Stadtv. Gc- nosseHeimann.Berlin führte zurBegründung etwa folgcndesaus: Gegen die Vorlage selbst haben wir nicht die geringsten Be- denken. Im Gegenteil, wir freuen uns, daß der Verbands- ausschuß beschlossen hat, durchzugreifen. Die Vorlage läßt uns aber wünschen, in einem kleineren Beratungskörper ein- mal Aufschluß über den ganzen Bebauungsplan der Kolonie Dahlem zu erhalten. Hätten wir's nicht in der Vorlage schwarz auf weiß, so würden wir nicht glauben, daß im 20. Jahrhundert eine königliche Behörde wegen derartiger Lappalien solche Schwierigkeiten niacht. Wir haben die Befürch- tuug, daß der ganze von dieser Behörde aufgestellte Bebauungs- plan der Kolonie Dahlem von eincni Geist erfüllt ist, der in unsere Zeit hineinpaßt, wie die Faust aufs Auge. Die An- gelegenhcit ist fast ein Schulbeispiel sür die Notwendigkeit der Anwendung von tz 3 deS ZweckverbandSgesctzes. Ich wage allein nicht zu entscheiden, ob er nicht ebenso anwendbar für die ganze Kolonie wäre, aber es lohnt wohl der Mühe, die Frage in einem Ausschutz zu prüfen. Will der Verband seine Existenzberechtigung beweisen, so darf er nicht mit ver schränkten Armen zusehen, daß der Fiskus unter Hiutansetzung jedes sozialcu Gedankens nach lediglich plutokra tischen Gesichtspunkten eine Kolonie gründet, die ihm hohe Grund- slückspreise bringt, und daß er einen Bebauungsplan auf- stellt, der nur den Wohlhabenden den Zutritt zu der Kolonie crniöglicht. Zur Erwiderung ergriff der Regierungsvertrcter, Ober- präsiöenr v. d. Schulcndurg. das Wort: Scharfe Vorwürfe sind Jjier gegen eine königliche Behörde gerichtet worden. Von der Sache habe ich, weil ich in der betreffenden Sitzung des Verbandsausschusses nicht zugegen war, erst durch die gedruckte Vorlage erfahren. Ich habe dann der Aufteilungskommission sofort Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Gcgenäußerung gegeben. Diese ist erfolgt zunächst durch kurze Erwiderung, die ich dem Landrot v. Achenbach zugestellt habe. Gestern abend ist dann noch ein längeres Schreiben von der Auf- teiluugskommission eingegangen. Sie verwahrt sich gegen den Vorwurf, daß kleinliche Grüude sie leiten. Den Schwerpunkt ihres Widerstandes legt sie darauf, daß die Freiburger Straße kurz vor dem Platz um volle 10 Meter eingeschnürt wird, ob- wohl sie die Verlängerung des Südwcstkorsos ist. Landrat v. Aclicnbach, der jetzt der Verbandsversammlung als Vertreter für Kreis Teltow angehört, hielt gleichfalls Aus- schußüberweisuug für nötig. Ausschußbcratung empfahl auch Verbandsdirektor Steiniger, der im übrigen bezweifelte, daß der Hauptpunkt in der Erwiderung der Aufteilungskommission begründet sei. Die Vorlage wurde einem Ausschuß überwiesen. Der im„Vorwärts" bereits mitgeteilte Plan zur Bewirt- schaftuug der Verb anSSwaldungeu fand Zustimmung. Eine Aussprache darüber wurde nicht sür nötig gehalten. Es folgte eine geheime Sitzung, in der über die Anstellung des Forstrals Dr. Laschke zu beschließen war. eine größere Reisegeschwindigkeit zu erreichen. Sie begründet die neue Maßnahme mit dem Hinweis auf die jetzt zulässige Höchst- geichwindigkeit der Straßenbahn in den Straßen Groß-Berlins. Diese bewegen sich in den Grenzen von 19, 29 und 2ö Kilometer in der Stunde. Da sie aber im Hinblick auf den großen Verkehr nicht erhöht werden könnte, bleibe nur eine Einschränkung der Hallestellen übrig. Die vorhandenen Hallestellen weisen eine Entfernung von 159 bis 299 Meter auf. In Zukunft soll die Entfernung auf den verkehrsreichen Strecken auf 899 Meter, auf den weniger Verkehrs- reichen Linien auf 199—599 Meter bemeffen werden. Uns scheint die neue Regelung viele Nachteile zu haben. So sehr man wünschen wird, möglichst schnell an das Reiseziel zu ge- langen, so muß in Zukunft der Fahrgast zunächst 4 bis 5 Minuten Zeit mehr aufwenden, um an die nächstgelegene Haltestelle zu ge- langen. An diesen Haltestellen wird sich das Publikum mehr als bisher zusammendrängen. Das Ein- und Aussteigen wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, ganz abgesehen vor der vermehrten Ge- fahr, beim Ein- und Aussteigen von vorüberkommendem Fuhrwerk angefahren zu werden. Zeit dürfte also durch längeren Aufenthalt an den Haltestellen kaum gewonnen werden. Die Ersparnis dürfte sich also im Wesentlichen auf den Stromverbrauch be- schränken, der bei Befahren längerer Strecken ohne Haltestellen sich vermindern dürfte. Dieser Zweck allein darf aber für eine Verkehrsänderung nicht ausschlaggebend sein. Die Rücksicht auf das allgemeine Verkehrsinteresse muß im Vordergrunde beabsichtigter Reformen stehen. � Preisprüfungsstelle für Grotz-Berli«. Im Berliner Rathauie fand gestern vormittag unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth eine Besprechung mit Vertretern der fünf Nachbarstädte statt. Man beschloß die Errichtung einer gemeindlichen Preisprüfungsstelle und einigte sich über ein einwilliges Vorgehen der Groß-Berliner Gemeinden. Verminderung der Haltestellen der Strastenbahn. Die Direknon der Großen Berliner Straßenbahn teilt mit, daß______ �..._________ n______________ � eine Vermillderung der Haltestellen iu Aussicht genommen ist, um j Wagen sichern der Ansahlt zur Haltestelle befand. Die neue Bierpreiserhöhuug ist dem Publikum recht über- raschend gekommen. Wie über Nacht wurde die Erhöhung beschlossen und auch sofort in Kraft gesetzt. Das Publikum wird geradezu überrumpelt. Die Gastwirte werden genötigt, die Gefäße von neuem zu revidieren oder sie müssen das Ein- schänken besonders regulieren. Sturz eines Kindes aus dem dritten Stockwerk. Ein bedauerlicher schwerer Unglücksfall hat sich am Sonnabend in Neukölln ereignet. Der achtjährige Willi Demmerr befand sich iür kurze Zeit allein in einem Zimmer der elterlichen Wohnung. Thomasftr. 38. Als er aui dem Hofe Spielkameraden wahrnahm, beugte er sich aus dem geöffnelen Fenster hinaus, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte aus der Höhe des drillen Stockwerks kopfüber auf den gepflasterten Hof hinab. Der Knabe, der schwere äußere und innere Verletzungen davongetragen halte, wurde in sehr bedenklichem Zustande nach dem Neuköllner Krankenhause in Buckow gebracht._ Feinkost-Ausstellung. Der Krieg hat die Einfuhr vieler vom Auslande bezogenen Produkte gehindert. Die NahrungSniittelindustrie hat sich mit den neuen VerhälMiffen abzufinden gesucht durch Bei Wendung heimischer Produkte. ES gibt noch viele Leute, deren Geldbeutel es gestattet, auch in schwerer, teurer Zeit sich noch fröhliche Stunden zu ver« schaffen und darauf baut sich die Existenz der Delikateßwarenhändler aus. Ilm den Fortschritt auf diesem Gebiete zu zeigen, hat der Ver- band deutscher Kaufleute der Dellkatesseiibranche im Äetuhaus Rhein- gotd eine Ausstellung für Händler und Publikum veranstaltet. Es soll gezeigt werden, daß auch deutsche Waren den Gaumen und den Magen voll befriedigen können, obwohl jetzt weite Kreise, auch die draußen im Felde stehen, sich mit Grobkost begnügen müssen. Die Ausstellung ist reich beschickt, alle Gebiete sind vertreten. Reich ist die Koniervenindustrie verbanden, auch die Schokoladen- iiidustrie mit deutscher Schokolade stellt Vertreter. Liköre der ver- schiedeiisten Sorten sind da; auch deutscher Schaumwein fehlt nicht und die Kostproben werden stark begehrt. Schmackhafte See- und Flußfi'che, prächtige Schinken und Würste reizen im Zeichen der Feit- und Fleischnot den Appetit an. Brat- und Salatöle werden als guter Feltersatz angepriesen. Tortenmehl ohne Brotmarke kann zu Torten verarbeitet werden. Bemerkenswert ist besonders der ver- ichiedentllch aligcpriesene flüssige Kaffee, auch Mokafin, der selbst dann ersrischend wirkt, wenn in eine Tasse kaltes Wasser ein Löffel voll hineingelan wird; er wird viel inS Feld gesandt, Gewürze und Gewürztuliken sind reich verlreten; auch die verschiedenem zum Brotaiisstrich empfohlenen Marmeladen. Tischgetränke aller Art sind für bessere Verdauung bestimmt. Bouillonwürfel der ver- schiedensten Marken sollen Suppencrsatz bieten. Alles in allem zeigt die Ausstellung, daß Magen und Gaumen auch heute noch befriedigt werden können trotz der Absperrung der Einfuhr, wenn man die nötigen Moneten hat. Die Ausstellung ist bis zum 28. Oktober geöffnet. In Konkurs. Das Tauentzien-Varietö im Tauentzin-Palast, als desicn Inhaber die Theatergeiellschast„Till Eulcnfpiegel", G. m. b. H., zeichnete, hat am Sonntag aus gerichtliche Anordnung seine Pforten geschlossen. Die Finanzierung des Unternehmens stand auf schwachen Füßen und wurde anscheinend nur auf die Pachtsummen der Unter- Pächter gestützt. Als die Künstler und Musiker am IS. d. M. nach iiiehrslündigem Warten ihre Gage abholen wollten, eröffnete ihnen der anwesende Konkursverwalter den Talbestand. Masse wäre nicht vorhanden. Niemand hat etwas bekommen. So sind denn die zahlreichen Angestellten um eine Hoffnung ärmer und nach Beginn der Saison auf die Straße geworfen. Die Kriegstagung des„Deutschen Bundes für Mutterschutz" findet statt am 29. und 39. Oktober ün Architeltenhause, Berlin IV., Wilhelm- straße 92/93. I. Abend am Freitag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr: „Krieg und Nachkommenschaft." Referenten: Jusiizrat Dr. Rosenthal, Breslau, und Reichstagsabgeordnetcr Dr. Eduard David, Berlin.— n. Abend am Sonnabend, den 39. Oktober: .�Kriegspsychologie". Referenten: a) Vom allgemeinen Standpunkt: Dr. Magnus Hirschfeld. Berlin: b) Vom iexualpsycho- logischen Standpunkt: Dr. Helene Stöcker, Berlin.— Eintritt frei. Gäste willkomnien. Die Delegiertensitzungen beginnen Sonnabend, den 39. Oktober, vormittags 19 Uhr, im Gelben Saale des Wein- Hauses„Rheingold", Potsdamer Str. 3.— Anmeldungen sowie alles Nähere durch Herrn Ernst Löwenthal, Berlin IV. 15, Kurfürsten- dämm 185. Illcinc Nachrichten. In der feldgrauen Uniform eines Sergcantell tritt ein Schlafstellenschtvindlcr auf, der schon mehrere Vermieterinnen heimgesucht hat. Er mietet sich unter allerhand Vorspiegelungen ein und machte die Frauen dadurch sicher, daß er zum Schein an An- gehörige um Geld und Zivilsachen schreibt. Daraufhin borgt er sie dann an und verschwindet. Der Schwindler ist mittelgroß und hat ein volles, frisches Gesicht. Die Farbe seiner Uniform eines Jnianterie- Regiments fällt ins Hellgraue.— Auf seiner Ärbeitsstells vergiftet hat sich gestern vormittag ein Konditor D., der in einem Geschäft in der Karlstraße tätig war. Man fand ihn noch lebend auf und brachte ihn nach der Charits.— Beim Abspringen von einem fahrenden Straßenbahnwagen ist am Montag r e Frau Schendel schwer verunglückt. Frau Sch. hatte gegen'llß Uhr vormittags einen Wagen der Linie 54 benutzt und verließ trotz der Wqrnung des Schaffners den Hinlerpcrrvn, als der gje jain fcaßgi zu Fall und schlug so heftig mit dem Kopf auf das Straßenpflaster auf, daß sie eine schwere Gehirnerschütterung erlitt. Die Schwer« verletzte erhielt auf der nächsten Unfallstation die erste ärztliche Hilfe und wurde von dort nach dem Krankenhause geschafft.— Bon einer Kraftdroschke überfahren und getötet wurde Sonntag nacht am Bahnhof Weißenfee der Stratzenreiniger Valentin Majewski, Colheniu-straße wohnhaft. Er wurde so schwerverletzt, daß er schon auf dem Wege nach dem Krankenhause verstarb. f\m öen Gemeinden. Lcbensmitteldebatte in Schöneberg. Die sozialdemokratische Fraktion hatte in der Stadtverord« netenversammlung folgenden Dringlichkeitsantrag eingebracht: 1. Der Magistrat wird ersucht, ohne jeden vermeidbaren Verzug allein oder im Verein mit anderen Gemeinden Groß- Berlins bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß durch einschneidendere Maßnahmen, als es bisher geschehen, die schon eingetretene und die breiten Volksmassen schwer bedrückende Verteuerung wichtigster Lebensmittel wirksam bekämpft und zeder weiteren Verteuerung durch künstliche Zurückhaltung dieser Lebensmittel in. den Händen wucherischer Produzenten oder Händler vorgebeugt werde. Solche Maßnahmen sind: Einheitlich festgesetzte Höchstpreise, abgestuft nach Kreis und Bezirken, Bestandaufnahmen, Beschlagnahmen und Enteignungen sowie Verhinderung von Verboten der Ausfuhr ins deutsche In- jand seitens einzelner deutscher Staaten und Landesteilc, Zu». sührung von Lebensmitteln zu angemessenen Preisen und in er- forderlichem Umfange auch an die stadtischen Gemeinden, und Leitung aller dieser Matznahmen durch eine Neichszentralstelle; 2. seinerseits ohne jeden vermeidbaren Verzug die gceig- neten Schritte zu wir, um die ausreichende Versorgung Berlin- Schönebergs mit den notwendigsten Lobensmitteln für den be- vorstehenden Winter durch. eigene Lagerung, durch Licferungs» Verträge sowie durch Abmachungen mir öffentlichen Zentral- ämtern nach Möglichkeit und zu mäßigen Preisen sicherzustellen. Dieser Antrag wurde von dem Gerrossen Bernstein ein- gehend begründet. Tic Liberalen hatten einen ähnlichen Antrag eingebracht, erklärten sich aber mit Punkt 1 des sozialdemo- kratischen Antrages einverstanden und verlangten, daß Punkr 2 einem Ausschutz überwiesen werden soll, der die Richtlinien dem- entsprechend festsetzen werde und feststellen soll, was bisher ge- schehen ist. Die Mehrheit schloß nch dem an, und so wurde der sozialdemokratische Antrag einstimmig angenommen. Herabsetzung der Brotpreise in Neukölln. Die Stadt hat es durch Verhandlungen erreicktt, daß die Aus« mahlunq des sür Neukölln erforderlnben Roggenmehles nur in Neu- köllner Mühlen erfolgen soll, wodurck die Stadt eine gewisse Konlroll- Möglichkeit erhält. Neukölln bat dafür allerdings aus die Mängel- rüge verzichten und sich zur Garanticübcrnahme verpflichten müssen. Für die Lagerung des Mehles hat die Stadt Lagerräume im städtischen Eiswerk eingerichtet, sür deren Benutzung die Mühlen- besitzer eine Vergütung befahlen. Durch diese Maßnahmen denkt es die Stadt Neukölln zu ermöglichen, daß die Brotprcise sür die Neu- köllner Bevölkerung herabgesetzt werden können. Stadtverordneter Hennings-Neukölln ff. Der Neuköllner Stadtverordnete und Lebrer am dortigen Kaiser-Friedrich-Realgymnasium Georg Hennings ist als ffiizeseldwebel auf dem serbischen Kriegs- ichauplatz gefallen. Der Verstorbene gehörte seil April 19lT dem Stadlparlament als Mitglied der kommunal-fortschrittlichen Fraktion an, außerdem war er Mitglied des Borstandes des Vereins der Fortschrittlichen Volkspartei und Vorsitzender der Schulpolitischeu Vereinigung in Neukölln._ Soziales. Einbehaltung einer Nähmaschine. Bor dem Gewerbcgericht wurde gestern eine Klage gegen einen mit Herstellung von Arbeiten für den Heercsbc'darf be- schäftigten Kaufmann verhandelt, der einer Näherin ihre Näh- Maschine einbehalten hatte und dessen Betriebsart sicher incht zu empfehlen ist. Kaufmann F e l d b l u m, der Näharbeiten für den Heeres- bedarf übernommen halte, stellte hierzu Näherinnen ein, die ihre eigenen Nähmaschinen mitzubringen hatten. Eine dieser Näherinnen hörte auf, weil sie es nicht aushalte» konnte, täglich bis Ii Uhr nachts zu arbeiten. Als sie dann einen Boten schickte, um ihre Nähmaschine zu holen, wurde die Herausgabe derselben verweigert. Als die Näherin noch mehrmals ebenso erfolglos versucht hatte, ihre Maschine abholen zu lassen, wandte sie sich an die Polizei und nun erst kam sie unter Mithilfe eineS Polrzerbeamten endlich in den Besitz ihrer Nähmaschine, die volle fünf Wochen nach dem Abgang der Arbeiterin von Feldblum zurückbehalten war. Die Näherin klagte, da sie ohne Maichine nicht arbeiten konnte, auf Schaden« e r s a tz, Erslartung der Kosten für die Boten und für Reparaturen. Denn die Maschine war, wie die Klägerin behauptet, während der fünf Wochen im Betriebe des Beklagten benutzt worden. Dabei waren einige Zubehörteile abhanden gekommen und das Schloß des Kastens, den die Klägerin verschlossen hatte, war mit Nachschlüssel geöffnet worden. Aus die Frage, weshalb er die Herausgabe der Maschine verweigert habe, antwortete der Beklagte, die von der Klägerin geschickten Boten seien nickt legitimiert gewesen. Ferner machte der Beklagte gellend, die Klägerin habe 18 Aermel verpfuscht, worauf der Vorsitzende, Ma- gistralsrat Dr. Leo bemerkte:„Dann haben Sie also die iviaschinc deshalb zurückbehalten, unr die Klä- gerin zu veranlassen, daß sie kommt, ums ich ioegen der Aermel mit Ihnen auseinanderzusetz en. Dazu waren S i e nicht berechtigt." Daß die Maschine in seinem Betriebe benutzt worden sei,. bestritt der Beklagte. Die Klägerin meinte aber, daß nicht nur der Zustand, in dem sie ihre Maschine zurückbekam, für deren Benutzung spreche, sondern auch die ganze Einrichtung des Feldblumicben Betriebes. Derselbe habe zwei- hundert Näherinnen beschäftigt und nur sechs eigene Nähmaschinen gehabt. Die übrigen Arbeiterinnen hätten sich selbst Maschinen mitgebracht. Da auch manchmal Arbeiterinnen ein- gestellt worden seien, die leine Maschine hatten, so sei von diesen die Maschine der Klägerin benutzt worden. Nachdem die Klägerin einige Nebenforderungen, über die erst Beweis hätte erhoben ivcrden müssen, fallen gelassen halte, wurde die Beklagte zur Zahlung von 69 M. für ArbeitSversäum- nis einschließlich 4 M. Reparaturkosten verurteilt. Gerichtszeitung. Kriegslieferungen. Welche Verlegenheiten bisweilen entstehen, wenn nicht» kapitalkräftige Handwerker sich auf das Gebiet der Liefe- rungen für Heereszwecke begeben, zeigte eine Verhandlung. die sich am Sonnabend vor der 3. Strafkammer des Land« gerichts I abspielte. Wegen Betruges war der S ch l o s s e r m c i st e r Richard Carl angeklagt. Carl hatte alle Anstrengungen gemacht, um Militärftefe» rungen zu bekommen, und stand mit einer ganzen Reihe von Unier- nehmern, die Proviantwagen, Räder zu Wagen und Kastenwagen zu liefern hatten, in Unterhandlung. Er hatte das Glück, von der „Bereinigten Holzindustrie in Breslau" einen großen Auftrag auf Lieferung von etwa 120 Wagen zu erhalten. Da jeoer Wagen etwa 1320 M. kostete, betrug der Wert des Auftrages etwa 200 000 M. Carl hatte nicht das notige Geld, um diesen Auftrag auszuführen, er fand aber einen Geldmann in der Person des früheren Hut- fabriianten, fetzigen Rentiers Emil Dcnzin. Dieser besaß reiche Mittel und trachtete danach, seine Gelder in Kricgsliefcrungcn recht gewinnbringend anzulegen. Durch eine Annonce kam er mit Carl in Verbindung und finanzierte dessen Unternehmen. Zur Einrichtung der Fabrik und Löhnung der Ar- beiter usw. gab er in kurzen Zwischenräumen viele Zehntausende her und ließ sich zur Sicherheit die Fabrik verschreiben. Der An- geklagte kam nun mangels an Rädern einigermaßen in Ver- legenheit, ob er den Breslauern gegenüber die vertragsmäßige Lieferungsfrist innehalten könne. Er wandte sich deshalb wegen Lieferung von 200 Rädern an den Wagcnfabrikanten Franz Hell- m u t h, der sich auch dazu bereit erklärte. Die ersten 100 Räder lieferte H. auf das Versprechen hin, daß die Begleichung sofort nach Versendung der hergestellten Wagen nach Breslau erfolgen sollte; für die Lieferung des zweiten Hunderts Räder verlangte er eine Sicherheit, und Carl gab ihm eine solche in Gestalt einer Zession über 42 000 M. auf seine Forderung an die Vereinigte Holz- industrie. Da es sich um eine sehr leistungsfähige Firma handelte, hielt sich H. auch für durchaus gesichert. Zu seinem Schaden war er so leichtsinnig, diese ganz sichere Zession einige Tage darauf wieder an Carl auf dessen Bitte zurückzugeben. Carl hatte ihm ge- sagt, daß die Breslauer es vielleicht übelnehmen könnten, wenn er eine solche Zession in die Welt setzte, dagegen wolle er dem H. eine ebenso sichere und sofort zahlbare Zession auf einen Herrn Guritz überlassen. Dieser Guritz war der Kommissionär für einen Herrn, der es übernommen hatte. Wagen für die Armee zu beschaffen: er sollte 300 Stück liefern. Er gab den Auftrag, der einen Wert von ca. 372 000 Mk. hatte, an den Angeklagten Carl weiter. Dieser hatte noch gar keinen Wagen geliefert, als er schon die Zession über 42 000 M. für Hellmuth ausstellte. Als letzterer das Geld von Herrn Guritz erheben wollte, wurde ihm natürlich bedeutet, daß die Zession vorläufig noch gar keinen Wert habe. Hellmuth hat sein Geld verloren, den» in dem Carlschen Betriebe erfolgte bald ein großer Krach: am 22. März verbreitete sich in der Fabrik das Ge- rücht, daß der Geldgeber Denzin sich weigere, weitere Arbeitslöhne zu zahlen, und die Folge war, daß die Arbeiter aufhörten zu ar- oeiten und die Fabrik stillstand. Herr Hellmuth machte noch den Versuch, die noch in der Fabrik befindlichen Räder auf dem Wege der Beschlagnahme zu retten. Er kam aber zu spät, denn es waren schon von anderen Gläubigern Beschlagnahmen vorgenommn war- den. Das Ergebnis dieser ganzen„W ahrnehmungderKon- junktur" ist hiernach so zusammenzusafsen: Herr Hellmuth, dem eine gute Zession abgeluchst und durch eine wertlose ersetzt worden ist, ist sein Geld los, Herr Dcnzin ist nicht nur sein Geld los, son- dern soll noch Schadenersatz leisten, da die vertragsmäßige Liefe- rung der Wagen unmöglich gemacht wurde, Herr Guritz hat seine Hoffnung, aus dem großen Geschäft 2000 M. an Vermittlungsgebühr einzuheimsen, zu Grabe tragen müssen, da die Wagen nicht geliefert wurden und Herr Carl saß auf der Anklagebank wegen Betruges.— Der Staatsanwalt hielt einen solchen für er- wiesen und beantragte ein Jahr Gefängnis, während Rechts- anwalt Dr. G l ü ck s m a n n die Freisprechung beantragte. Die Beweisaufnahme fichrte in ein Labhrinth von juristischen Un- klarheitcn der VcrtragLverhältnisse sowie der Befugnisse, die den einzelnen auftretenden Persönlichkeiten zustanden. Das G e- richt Isicft die Schuldbeweise nicht für ausreichend und sprach den Angeklagten frei. Aus einer Laubenkolonie. In der Laubenkolonie Baumschnlenweg herrschte eine Zeit- lang eine große Mißstimmung der Laubenkolonisten gegen den Gastwirt Heinrich Lehmann, der als Generalpächter das für die Kolonie bestimmte Land vom Berliner Magistrat überwiesen er- 5 alten harte und seinerseits die einzelnen Parzellen an die Lauben- olonisten vermietete. Die Pächter taten sich zu einem„Verein der Laubenkolonisten" unter Vorsitz des Herrn Schade- Wald zusammen und besprachen in öffentlichen Versammlungen die Beschwerden, die sie gegen den Generalpächter vorzubringen hatten. Sie erwirkten dann vom Magistrat die Anordnung, daß Herr Leh- mann ohne Zustimmung des Magistrats keinem Laubenpächter selbständig die Pachc aufkündigen dürfe. Als dies gegenüber dem Kraftwagenführcr Schulz doch geschah, begab sich Frau Schulz nach dem Rathause und trug dem Stadtrat Wagner ihre Beschwerde vor. Dieser erklärte ihr, daß es ganz darauf ankomme, welchen Vertrag sie mit Lehmann geschlossen habe und richtete eine darauf bczüg- liche telephonische Anfrage an den Obersekretär Bockmann. Als Frau Schulz diesen Namen hörte, will ihr eingefallen sein, daß Herr Lebmann bei einer drei Jahre zurückliegenden Gelegenheit sich in sehr eigenarkiger Weise der Freundschaft des Herrn B. ge- rühmt habe, und sie brachte dies nun an die große Glocke. Danach soll sich L. auf irgendeinen Vorhalt dahin geäußert haben:„Herr Sekretär B. sei sein guter Freund, mit dem er frühstücken gehe; er habe den Magistrat in der Tasche, und wenn er zum Magistrat komme, springe alles auf." Daraufhin wurde die Anklage wegen Beamtenbeleidigung gegen Herrn Leh»i a n n erhoben. Dieser bestritt ganz entschieden, jemals eine solche Aeußerung getan zu haben und erzielte vor dem S ch ö f f e n g e r i ch r seine Frei- spreckung. Der Staatsanwalt legte Berufung ein. Da Frau Schulz gestern vor der 2. Strafkammer des Landgerichts II ihre belastende Aussage unter ihrem Eide wiederholte und darauf verwies, daß der Angeklagte auch zu anderen Laubenkolonisten ähnliche Bemerkungen gemacht habe, so beantragte Staatsanwalr Zehn gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 300 Mark. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 100 Mark Geld- st r a f e eventuell 10 Tagen Gefängnis. Mus aller Melt. Grubenungliii? bei Vcutben. Am Sonnabeird ereignete sich auf der ersten Ticfbaufohle der im Stadtbereich liegenden K a r ft e n- Z c n t r u m s g r u b e, der Schlesifchen Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb in Lipine gehörig, ein schweres Unglück, dem sechs Leute des Maschinenbetriebes zum Opfer fielen. Die Ver- unglückten waren eben erst zur Schicht eingefahren und beauftragt, an untertägigcn Maschinen einige Reparaturen vorzunehmen. Un- befugterweise und in Unkenntnis der Gefahr öffneten sie, um zu ihrer Arbeitsstelle zu gelangen, eine tags zuvor zur Absperrung gegen Brandgase geschloffen« und abgedichtete Dammtür und fanden beim Eindriiigen in die mit Stickgasen erfüllte Strecke den Tod. Die Verunglückten wurden etwa eine halbe Stunde nach ihrem Verschwinden als abgängig festgestellt. Als man sie auffand und geborgen hatte, wurden sofort Wiederbelebungsversuche angestellt, doch waren alle Bemühungen vergeblich. Sämtliche Verunglückten waren verheiratet und Familienväter. Drahtlose Telcphonie Paris— Amerika. Es gelang, wie dem !„Lokal-Anzeigcr" aus Rotterdam gemeldet wird, eine drahtlose tele» ! pbonische Verständigung zwischen dem amerikanischen Marinemini- sterium mit dem Eiffelturm herzustellen. In Paris konnte man Sie Stimme des amerikanischen Beamten der drahtlosen Station in Arlington(Virginien) verstehen, aber der Eiffelturm verfügt nicht über eine» Transmissionsapparat und konnte daher nicht auf dem nämlichen Wege antworten. In Honolulu wurde das Gespräch abgelauscht. Lustmord an einem Kinde. Wie den Chemnitzer„Neuesten Nach- richten" aus Limbach gemeldet wird, hatie sich am Sonnabend- nachmitlag das sechsjährige Mädchen Schramm von dort mit seinem Großvater in den Rabensteiner Wald begeben, um Reisig zu holen. Dort Halle stw das Kind von dem Großvaier enifernt und konnte trotz eifrige» Suchens nicht wieder gefunden werden. An, Sonntag wurden die Nachiorschnngen fortgesetzt. Gegen Abend fanden auSgesandte Pfadfinder das Mädchen in der Nähe von Kandier tot auf. Der Kopf steckte in einem Sack; die Beine waren mit Reisig zugedeckt. Es liegt offenbar Lustmord vor. Die Gendarmerie»st mit den Ermittelungen beschästlgt. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 362 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: Garde-Gren.-Regimenter Elisabeth, Augusta und Nr. 2. Gven.-, bezw. Inf.-, bezw. Füs.-Regimenter Nr. 10, 12, 23 ss. Res.-Jnf.-Reg. Nr. II). 26, 33 ss. Jnf.-Neg. Nr. 373), 34. 3g, 40, 41. 42, 42 ss. Jnf.-Reg. Nr. 373), 51. 22. 23, 24, 22 ss. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 11), 2g, 61, 62, 62, 67 bis einschl. 72, 76. 77, 78, 7g. 81, gg. 141, 147, 121, 152. 124, 156 ss. Res.-Jnf.-Reg. Nr. II), 128, 153. 163, 167, 171, 173, 172, 373. Nes.-Jnf.-Regimenter Nr. II, 18, lg, 22, 48, 4g, 53 sf. Jnf.-Reg. Nr. 23), 61. 67. 76, 77. 76. 81. 32. 86, 201 ss. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 11). 204, 221. Landw.-Inf.-Regimenter Nr. 10, 11, lg, 21, 23, 24, 30, 47, 21. 72, 74, 76. Landst..Jnf.-Regimenter Nr. 7, 8, 10, 17. Brig.-Ers.-Bat. Nr. 78. Landst.-Jnf.-Bataillone: I Frankfurt a. Ct., Kattowitz, III Tilsit. Landst.-Inf.-Ers.-Bataillone: Cöln, 8. deS 6. Armeekorps sFreiburg i. Schief.), 12. des 4. Armeekorps sMagde- bürg), Mainz, 3. des 4. Armeekorps sOuedlinburg), 1. des 12. Ar- meekorps sStraßburg i. E.). Garnison-Bat. Marienburg. Jäger- Bataillone Nr. 7, g, 11 ss. Füs.-Reg. Nr. 39), 14. Gebirgs-Ma- schinengew.-Abt. Nr. 212 ls. Jnf.-01eg. Nr. 2g); Feld-Maschinengew.- Züge Nr. 62 ss. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 7g); 197 ss. Jnf.-Reg. Nr. 373), 242 ss. Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 8). Kavallerie: Reg. der Garde du Corps; 1. Garde-Dragoner; Dragoner Nr. 2.3; Husaren Nr. 14 und 16; Nes.-Husaren Nr. 7 und 8; Ulanen Nr. 2 ss. Jäger-Reg. zu Pferde Nr. 13) und 11; Res.-Ulanen Nr. 4; Jäger zu Pferde Nr. 6, 11 sf. Jäger-Reg. zu Pferde Nr. 13) und 18; Res.-Kav.-Abt. Nr. 80. Feldartillerie: 2. Garde-Reg.; Regimenter Nr. 14, 27, 30, 31, 34, 32, 37, 46, 24, 26, 28, 2g, 62, 92 ss. auch Feldluftschiffertruppe), 237; Res.-Rcgimenter Nr. 16, 19, 29, 43, 44, 4g. 22, 26, 67. 68. Gebirgskanonen-Batterie Nr. 2. Fußartillerie: 1. Garde-Res.-Reg.; Regimenter Nr. 1, 4, 6. 9, 10; Res.-Regimenter Nr. 8 und 18: Fußart.-Bataillone Nr. 21 und 26; Batterien Nr. 102, 208, 312, 316. Mörser-Reg. Nr. 6. Pioniere: I. und III. Garde-Bat.; Garde-Komp. Nr. 301; Regimenter Nr. 18, lg, 20, 23, 24, 22, 2g, 31, 36; Bataillone: I. und II. Nr. 1, I. und II. Nr. 2, II. Nr. 4. II. Nr. 2. I. und II. Nr. 8, II. Nr. II, I. Nr. 14. I. Nr. 12. I. Nr. 21, II. Nr. 27; Res.-Bat. Nr. 8g; Ers.-Bataillone Nr. I und 3. Kompaginen Nr. 112, 233, 247; Res.-Kompagnien Nr. 44, 45, 77, 78, 91; 1. Laitdw- Komp. des 1. u-nv 1. des 17. Armeekorps; 2. Landst.-Komp. des .3. und 1. des 17. Armeekorps. Mittlere Minenwerfer-Abt. Nr. 124; Schwere Minenwerfer-Abt. Nr. 42. Feldluftschiffer- und Feldfliegertruppe. Train: Schwere Proviantkolonne Nr. 4 des Gardekorps. Fuhrparkkolonn« Nr. 6 des 20. Armeekorps. Sanitäts-Formationen: Garde-Rest-Sanitäts-Komp. Nr. 2 der 2. Garde-Res.-Div.; SanttütS-Komp. Nr. 2 des 7. Armeekorps; Res.-Samtäts-Komp. Nr. 20 des 6. Reservekorps; Res.-Feldlazarett Nr. 21 des 4. Reservekorps. Freiwillige Krankenpflege. ArmierungS-Äataillone. ** Die sächsische Verlustliste Nr. 212 bringt Verluste der Inf.» Regimenter Nr. 107, 133, 162; Res.-Jnf.-Regimentcr Nr. 102, 103, 104; Landw.-Inf.-Regimenter Nr. 100, 101, 106, 138; Ers.-Jnf.- Regimenter Nr. 23. 24, 32, 40; Ers.-Bat., Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 101; Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 19; Jäger»Bat. Nr. 12; Res.-Jäger- Bataillone Nr. 12, 18, 22; Feld-Maschinengew.-Züge Nr. 68, 382; 2. Train-Abt. Nr. 19; Feldbäckerei-Kolonne Nr. 1, 19. Armeekorps; Nes.-Bäckereikolonne Nr. 2, 12. Res.-Armeekorps: Res.-Fuhrpark- Kolonne Nr. 2, 12. Res.-Armeekorps; Schwere Proviant-Kolonne Nr. 2. 19. Armeekorps. Die württembergische Verlustliste Nr. 289 enthält Ver- luste des Jnf.-Reg. Nr. 127; Res.-Jnf.-Reg. Nr. 248; 4. Landw.- Eskadron: Landw.-Feldart.-Reg. Nr. 1; Feldart.-Rey. Nr. 62; 1. Feld-Pionier-Komp.; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Zrauenleseabende. Mittwoch, den S?. Oktober, abends 8'/, Uhr i Brih-Bnckow. In Beckers Gesellschaftshaus, Chaufseestr. 97. Vor- trag der Genossin Demmning:.Der Einflutz de« Krieges aus da» Kind". Hermsdorf«nd WaidmannSluft. Gemeinsam in Hermsdors bei Eagcbrecht, Sllbrechtstr. l. Vortrag der Genossin Gertrud Hanna über: „Frauenarbeit nach dem Kiicge". Eingegangene Druckschristen. Kriegsproblemc der Arbeiterklasse. Heft 7: Groftinduftrie und Kricgswirkunge». Von R. Woldt. 10 Pf..Internationale Korrespondenz". Berlin-Karlshorft. Polntsche Blätter. Hest 3. Zeitschrift für Politik, Kultur und sozmlcs Leben. Monatlich 3 Hefte. Etnzeihcsl 40 Ps. K. CuriiuS, Berlin W 35. öriefkasten üer Reüaktion. Di« luristtsche Eprechltunde sindct tllr«bonnenien LIndrnftr. S, IT, Hol ceftt«, parterre, am Monlag bis Freitag von t bis 7 Ho», am Sonnabend von ü bis S Uhr ftatt. Jeder tllr den Brietlattin bestimmten klntrag, ist ein Vu-bstav« und«in« gadi als Merlzetchen beizufügen. Briefliche Antwort wird ntch! erlegt. Antragen, denen leine Abonnemenlsnuiilung beigefügt ilt. werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trag« man in der SprechsNlnde vor. Bertriigc, echrififtücke«nd dcrglcichen dring, mgr in die Sprechsliinde mit. M. B. SV. 1. Die Sachen sind für eine frühere Schuld nicht haftbar. Hat die Schneideri» eine Forderung, so muß sie dies« durch Zablungsoetchl geltend machen. 2. Nein. 3. Nein: wenn aber von der Schuldncitn, wie Sie selbst zugeben, nichts zu haben ist. so werden Sie sich zum Uebcrfluß nur noch weitere Koste» machen. 4. Durch ZahlungSbescbl bei dem Amts« grAcht, in dessen Bezirk die Schuldnerin wohnt.-- H. F. 2. Garniion. dienstunfähig, Erkrankung der Knochen.— F. Zt.<8. Bl. Dienstunsähig, herzkrank, lieber die fpätere Verwendungssäbigkeil Ihres Manne« zum Militärdienst entscheidet der Militärarzt.— F. 3. 77. Sie können aus Order warten zur nächsten Gestellung.— H. B. 100. Sie können weiter« Schritte nicht unternehmen.— E. 3. P. 18. 1. Ja. 2, Wenn der Mann siir ielddienitsäbig erachtet wird, ja. 8. Jetzt nicht, i. Wenn die Nranlheit nicht behoben ist. wird Jbr Mann sicher nicht für dienst- pflichtig erachtet werden, s. Ja.— O. BS. 80. Etwa 50 Mark. — Letvin. KriegSverwendtingsiähig. aber nicht für Jnsanterie, sondern für die Fußartilierie.— 1. M. 10. 1. Ja. 2. Wenn Sie nicht den Aimenarzt ionsultiert haben, sondern einen Arzt aus Ihren Wunsch und nach Ihrer Auswaht zur Htljeleistung geholt haben, müssen Sie ihn bc- zahle».— A. BS. 28. Ja.— H. B. K. 100. Wenn Sie zur Kriegs- arbeit kommandiert sind, wird die Firma die Zahlung der Unterstützung an die Frau einstellen.— P. 7. 1. Nein. 2. New, eS muß doch der aus Abschluß eines neuen LebrvertrageS gedrungen werden.— W. R. 41. Sie selbst können t» der Sache nichts machen, da Sie kein Erbrecht haben. Nur Ihre Kinder haben«lnipruch, iür diele muß der Vormund da« Erb- recht wahrnehmen. Wenn Sie nicht selbst Vormund sind, dann wenden Sie sich zunächst an den Vormund der Kinder.— M. B. 00. Nein. — Feldpost 1843. Zur vollen Erstattung der Kosten ist die Krankenkasse nicht verpflichtet. Wieweit sie Zahlungen leisten muß, kommt im wesentlichen auf die Bestimmungen des Statuts a». itvetkcrausstchtei, für das mittlere Storddeutlchlaud dt» Mittwochmittag. Im Westen vielfach heiter, aber noch veränderlich; östlich der Oder überwiegend bewölkt und an den meisten Orten öfter wiederholte, im allgemeinen geringe Niederschläge; an» Tage überall kühl, w der Nacht zum Mittwoch stellenweise Frost. Todes-Anzeigen|| SozialtakpaiisclierWalilvereiii I. Ii. 4. fiepl. Reiehstagswalilkpeis. Frankfurter Viertel. Bez. 273. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Wirker Heinrick Neuhauß (Friedenstr. 93) gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Freircligiüien Fried- hoses, Pappelallee 15—17, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 215/10 Ter Borstand. OentsüliEF BolziPheiterverlianl Zahlstelle Berlin. Den Mitglieder» zur Nachricht, daß unser Kollege, der Einsetzer (justsv-JAKuef (Bastianstr. 6) im Alter von 57 Jahren ge- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die EinSichtrung findet am Dienstag, den 26. Oktober, nach- mittags 3 Uhr, im Krematorium, G-richtstraße 33/3«, statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 89/6 Tie Ortsverwaltung. SozIallJeniokpatisElierWalifoEpelii NlEdEPbapnlm. Dczirk Bclnickendorf- Oft» Am Freitag, den 22. Oktober, verstarb unser Genosse, der Former ttugo Bodin, Naschdorffstraße 68. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet beute nachmittags 2 Uhr, vom Trauer- Hause aus nach dem Friedhos Pantow-Schönholz, Eisenbahn- slraße statt. 216/17 Rege Beteiligung erwartet Der Borstaud. liip Fedep- VEFEin dBf FPEldenker zu Berlin. Alt Ovser des Weltkriege? siel unser Mitglied, Herr Kurt Schmidt Kammacher gefallen am U. August 1915 durch Bauchschuß. Ehre seinem Andenken! 286/5 ver Vorstand. Am 16. Oktober fiel mein innig- geliebter, guler Mami und treu- sorgender Pater seine« einzigen SöhnchenZ, seine« Sonnenschein«, der gute Sobn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Wehr- mann tm Jnf.-Reg. Nr. 60 Karl ttoffmaim Neukölln, Okerstr. 33. In Feindesland Dein treues Auge brach, Dein gutes Herz tat seinen letzten Schlag; Zum fernen Grab ichweist tränen- schwer der Blick, In weher Klage um'« verlor'ne Gluck. Schlaf wohl, Du gute» Herz. Du hast den Frieden, wir den Schmerz, Es ist ein schmerzlich bittres Leiden, Aus nimmer, nimmer Wiederlchn; Ach. unter allen Erdenletden Kann tieser leins zu Herzen geh». Nicht einmal i» die Auge» blicken. Die mich so lieb stets angeschaut. Nicht einmal innig an mich drucken Das Liebste, dem ich fest vertraut Wir wollten beide glücklich werden, Doch grausam griff dasSchicksal ein, Nahm mir mein Liebstes aus der Erden. Und läßt mich hier im Schmerz allein. Kein Flebw und kein Weinen gibt Dich mir zurück. Verloren ist dasBeste, was ich batie: Vorbei ist Liebe, Hoffnung, Glück! Sein Wunsch war nur ein Wieder- lehn! 271, b Als Ovser des Welltriege» fiel nach 14 monatigen Kämpse» und Enlbchiungen am 26. Scvtember unser lieber Freund und Turn- genösse 84A (lekl-ke Gesr. tm Jnf.-Regt.»51, 2. Komp. Nur wer ihn gekannt, weiß, was mit ihm dahingegangeil ist. Sein Andenken wird uns un- vergessen sein. In treuer Freundschast Barl K.ehinnnn. Otto Olanclli, zurzeit tm Felde. Bax Xoak, zurzeit im Felde. Am 6. Oktober 1915 starb den Heldentod sürs Vaterland unser geliebter jüngster Sohn, Bruder, Schwager. Nesse und Cousin, der Grenadier im Grenadier-Regiment Nr. 12, 2. Kompagnie Willi Forner imnoch nicht vollendeten 20.Lebcns- jaare. 67A Tiesbetrübt zeigen dies an Reimund und Pauline Foruer als Eltern, Pankoio. Reimilnd Forner als Bruder, zurzeit im Felde. Marie Barnd» geb. Forner als Schwester. Frist Barudt als Schwager.|| Ernst Gleiuig nebst Familie als Onlel, Berlin. Ihm war der Tod, nnZ war der Schmerz beichiedcn. Schlas wohl geliebter Sohn. Ueber Dein Grab weht der Völker- frieden. Nachrull Am 12. September siel auf dem Schlachtfclde durch Herzickuß unser früherer Heimleiter, der Buch- drucker 67A Emil Rowe. Nur kurze Zeit war es ihm vergönnt, in unserem Kreise zu wirken, aber er erwarb unsere Liebe und unser Vertrauen in höchstem Maße und indem wir seinen Tod für sein Vaterland sleiS als schwcreu Verlust emp- sindcn, werden wir ihm allezeit ein dankbares Gedenken bewahren. Berlw-Pankow im Oktober 1315. Die Besucher des Arbeiter- Jugendheims. Am 30. August 1915 fiel in den Kämpsen unser lieber Kollege, der Arbeiter S2A Paul Freier im jugendlichen Alter von ein- undzivanzig Jadrcn. Seine kollegiale Pflichttreue sichert ihm in unseren Reihen ein ehrendes Andenken. Die Kolleginnen und Kollege» der Firma perä. Schuchhardf, Rnngeslr. 9._ DeuIseIiep BuctiblndEP-VEPliaiitL (Zahlstelle Berlin.) De» Milaliedern die traurige Nachricht, daß unser Mitglied, der Buchbinder Karl Knrfek im Lazarett in Franksurl a. O. verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 26. Oktober, nach- mittags'/,5Uhr, von der Leichen- Halle des Garnison- Friedhofes, Hasciiheide, aus statt, 23/19 Ilm zahlreiche Beteiligung er- sucht Oie Ortsverwaltung. I Ortskrankenkasse der 271/12 KltlMtt}ll Sellin. Bekanntmachung. Infolge AnSscheidenS eines Teile» der für die Wahlperiode vom I. Ja» nuar 1914 bis 3l. Dezember 1917 aus dm Reihen der Versicherlen ge- wählten Vertreter und Ersatzmänner zum Voi stand unserer Kasse muß eine Ersatzwahl stallsinden. Die Wahl sindel am Freitag, den 20. November 101.2. in den Räumen der Kasse, Wallstr. 08. vorn II, in der Zeit von 7 bis 8 Uhr in einer AuSschußsitzung statt. Berlin, 25. Ottober 19l5. Oer Vorstand I. A.: I o i e p h H a r t m a n n. Miinzell jfk milHuüeneniSIIenu. . fiaile,«-rschleimung /tj. tr finde! wntiame Hilfe d>> u-i-xoi» STy/JUMtU! Echte Aclhma- tropfen, deeltlimi butdi wie Widuva. ßnlilrtlrtie BtfoIcebetidiU fl. 2.50 IW. Vit» Relohal, Berlin 49, ttisendalinlitalie 4. H.Pfau, BinltsiM Direksensirafie 20 zwifwcn Babnbos Aletzanderplae und Pottzetprästdilim.— Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen-Bedienung.* Lieseranl iür alle ttraiikentasie»