Ztr. S98.-IÄ. Jahrg. ntonnemcnts-Bcdlngungen: BBonntmcntä• Breis»rönumetanbai vierteliSbri. 3£0 Ml. mortatL UO SKI, wöchentlich 2ö Big frei ins Hau». Einzelne Nummer ö Pfg. Sonnlagt- numnier mU illustrierter eorattag», Beilage.Die Neue SSell* 10 V'» Soft« AbonnemeM: 1.10 Mari pro Monat. «ngeirugen m die Soft- Zeimng»- Breieiiite Umer Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungar» 2�0 Marl, illr das übrige Ausland t Marl pro SKonat. Sofiaboimcmnu» nehmen an; Belgien, Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Borwgal. limnanien. Schweden im« die Schweis «»ti» tZgna. � S pksnmg) Die Insertion!- Lebühs Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel« »eile oder deren Raum SO Psg., für politische und gewerlschaflliche Vereins- Und Versainntlungs-Anzeigen LO Psg. 6 kleine Zsnreigen", das fettgedruckte Zort 20 Psg,(zuläfstg 2 fettgedruckte Worte?, jedes weitere Wort lO Psg, Etellengefuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes wettere Wort ö Psg, Worte über lSBuch» stoben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expeditton abgegeben werden. Die Sxpebitwtt ijt bis 7 Uhr abends geösjnet. Verlinev Vollislrlntk. Zentralorgan der rozialdemokratifchcn parte» Deutfchlands. relegramm> Adresse: .Sozialdemokrat BtrUo", Redaktion: EW. bS, Linöenstraße Z. flernivrecher: Amt Mortttplatt, Str.»5» SV— 15197. Expedition: SV). 68, �inöenstraße Z. Nsernsprecher: Amt Moritzplav, Str. 151 SV— 151 S7. MnmW MWislMtWWl m hiWstzn Innei lelöDng Oes Stolen SWWlkleis. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 27. Oktober 1915. Meldung de» Reuterfchen Bureaus. Im Oberhause richtete Lord L o r e b u r n an die Regierung eine Anfrage, in der er nähere» über die Unter- nehmung auf dem Balkan zu erfahren verlangte. Lord LanSdowne erörterte hierauf die Umstände, die zur AuS» fendung der Expedition geführt hätten. Es handle sich im Augenblick nur um eine kleine Truppen- macht, da gegenwärtig keine größere herangezogen werden könne. Inzwischen werde aber eine größere Streitmacht für den Dienst in Südostcuropa vorbereitet. Auch für Trans« portschiffe sei gesorgt, um die Truppen nach ihrem Bestimmungsorte zu bringen. Diese Matzregeln seien in aller Eile getroffen worden. da Schnelligkeit von größter Wichtigkeit sei und Serbien nur so entsetzt werden könne. Der Gebrauch, der von der großen Streitmacht gemacht werden solle, hänge zum Teil vom Stand der Dinge im Augenblick ihres Eintreffens ab. Die Ereig- nisse entwiclclten sich in Südosteuropa sehr schnell. Zwei Ereignisse der jüngsten Zeit hätten eine einschneidende Veränderung der militärischen und politischenLage mit sich ge- bracht. Erstens die Aenderung in der Haltung der griechischen Re« gierung, die zu dem woblüberlegten Entschluß gelangt sei, daß daS Land durch seine vertraglichen Pflichten nicht gebunden sei, Serbien in der heutigen folgenschweren Krise zu Hisse zu kommen. Dies sei«ine gründliche Veränderung der Lage. Lansdowne fuhr fort: Außerdem— eS tut mir aufrichtig leid, dies sagen zu müssen— nimmt der Feldzug in Nordserbien einen derartigen Verlauf, daß die serbischen Truppen höchstwahrscheinlich dem Angriffe, dem sie von den österreichisch-ungarischen und deut- s che n Truppen ausgesetzt sind, während die Bulgaren diesen durch einen Dolchstich in den Rücken der Serben beisteben, nicht sehr lange werden widerstehen können. Bei dieser militärischen Lage sind die Alliierten darin völlig einig, daß die A u f st e l l u n g der neu ankommenden Ver- stärkungen mit Umsicht gewählt und eine E n t« s ch e i d u n g angestrebt werden müsse. Wir werden ver- suchen, die englilchen Truppen dazu zu verwenden, daß sie den Durchzug der Mittelmächte durch Bulgarien hindern. Hierüber wird noch beraten. Sir Charles Monra hat den Auftrag, so schnell wie möglich einen Bericht hierüber vor- zulegen. Die Regierung wird sich nicht zu übereiliem Auftreten hinreißen lassen, das sich aus unbestimmte Gefühle stützt, oder nur dem Wunsche folgt, ein begrenztes Ziel zu erreichen. Alle Schritte werden mit Berücksichtigung der besten Ratschläge, die auf mili- täriichem und maritimem Gebiete zur Verfügung stehen, unternommen werden. der französische Tagesbericht. Paris, 27. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Der Kampf um jeden Fuß Bodens gegen daS Schanzwerk La C o u r t i n e wurde mit Schwankungen von geringer Ausdehnung fortgeführt. Der erbitterte Widerstand unserer Truppen und ihr sofortiger offensiver Rückstoß brachen die Be- mühungen der feindlichen Gegenangriffe. Durch plötzlichen Angriff nordöstlich von Massiges machten wir unS zu Herren eines deutschen Schützengrabens in der Nähe der Stellung, welche wir kürzlich eroberten. Orientarmee. Am 22. Oktober griffen die Bulgaren bei Strumitza an. Sie wurden völlig geschlagen. Di, Nachrichlen. wonach die Franzosen auf das rechte Wardarufer zurückgeworfen seien, sind falsch. Paris, 27. Oktober. kW. T. B.) Amtlicher Bericht von g e st e r n a b e n d. ES ist nichts zu melden seil dem vorhergehenden Bericht. Einer unserer Flugzeugführer auf einsitzigem Flugzeug machte nördlich Dormons Jagd auf ein feindliches Flugzeug, welches er auf kurze Entfernung angriff, nachdem er es eingeholt halte. Das deutsche Flugzeug, dessen Motor an mehreren Stellen von Maschinengewehrgeschossen getroffen war, mußte bei Jaulgonne im Marnetal landen. Di« beiden darin befindlichen Oifiziere, ein Hauptmann und ein Leutnant, wurden in dem Augenblick gefangen- genommen, als sie ihr Flugzeug zu zerstören versuchten. Dieses blieb unversehrt in unseren Händen. Es ist ein zweisitziger, sehr chneller, mit den letzten Vervollkommnungen ausgerüsteter Apparat. Der rustlsche Generalstabsbericht. Petersburg, 27. Oktober.(W.T.B.) Amtlicher Heeres- b e r i ch t vom 26. Oklober. Auf dem linken Dünaufer südlich von Jlluxt versuchten die Deutschen, sich ohne Artillerievorbereitung durch«inen Angriff eines unserer Gräben zu bemächtigen, wurden aber noch rechtzeitig durch unser Feuer zurückgeworfen. Bei Linden an der Düna, flußabwärts von Friedrichstadt, Artillerie- und Jnsanteriefener. westlich Jacobstadt auf dem linken Düna- user, lebhafter Artilleriekampf. Erneuter Angriff der Deutschen östlich Jlluxt war ohne Erfolg. Der Kampf bei dem Dorfe Weinjuny westlich deS Boginikoje-SeeS(7 Kilometer) endete mit der Besitznahme dieses DorseS durch unsere Truppen. Weiter südlich bis zum Pripjet nichts von Bedeutung zu melden. Nordwestlich Nafalowka<13 Kilometer), auf dem linken Styruser, drangen unsere Truppen in das Dorf Wolka Holusta ein, erbeuteten Maschinengewehre und machten Gefangene. Der Angriff des FeindeS gegen das Dorf Miedwieze, nordwestlich Czartorysk(11 Kilometer), wurde zurückgeschlagen. Der Feind griff unS mit starken Kräften bei dem Dorfe Kulte, nördlich Kolli, an. Nach heftigem Kampf faßten unsere Truppen den Feind in der Flanke, warfen ihn zurück und machten 7 Offiziere und mehr alS 200 Mann zu Gefangenen. In dem gestrigen Bericht bekanntgegebenen Gefechten bei dem Dorfe Komaro verdanken wir unsere Erfolge den hohen Eigenschaften und der gegenseitigen Unterstützung unserer Truppen. Dank dieser gelang es uns, den Feind, welchem eS zuerst geglückt war, eine unserer Abteilungen zurückzuwerfen, zu umzingeln und unter großen Ber- lusten zurückzuwerfen. Die Zahl der gestern bekanntgegebenen Ge- fangenen wächst. Sie enthält zahlreiche Deutsche. Westlich vom Dorfe Wolica, nördlich Nowo Äleksiniec(6 Kilometer) griff der Feind dreimal an, wurde jedoch jedesmal zurückgeworfen. Haufen feindlicher Leichen bedecken das Schlachtfeld. Melüung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 27. Oktober. in den neuen eroberten Stellungen verstärkt. Wir schlugen gestern kleine Gegenangriffe im Räume von Plava und auf dem Karst zurück und machten SS Gefangene. Am 24. bombardierten unsere Flugzeuge wirksam die feindlichen Lager auf den Hochebenen von Bainsizza und auf dem Karst. Ein feindliches Flugzeug wurde von einem unserer Flugzeuge mit Maschinengewehren angegriffen und in die Flucht getrieben. Alle unsere Flugzeuge kehrten unversehrt in unsere Linien zurück,_ General C a d o r n a. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 27. Oktober.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: Auf der Dardanellen front machten bei Anaforta unsere Patrouillen, indem sie sich den feindlichen Gräben näherten, einen Teil der feindlichen Sol- daten mit Handbomben nieder, die bei Perschanzungsarbeiten beschäftigt waren. Sie verhinderten deren Wiederherstellung und brachten die Drahtverhaue einiger feindlicher Gräben als Beute mit. Bei Anafarta und Ari Burun fand ein Artillerie- kämpf zwischen unserer Artillerie und den Land- und Schiffs- geschützen des Feindes statt. Feindliche Verproviantierungs- kolonnen, die bei dem AuSschiffungSpunkt von Ari Burun gesichtet wurden, wurden durch unsere Artillerie zersprengt. Bei Sedd ul Bahr warf der Feind gegen unsere Schützen- grüben am linken Flügel ungefähr siebenhundert Granaten und Bomben, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Auf der Front am Kaukasus wurde am rechten Flügel nach einem Gefecht zwischen unseren Patrouillen und feindlichen Kompagnien der Feind gezwungen, sich zurückzuziehen. Sonst nichts Neues. Unterürückung armenischer Unruhen. Berlin, 27. Oktober.(W. T. B.) Die Kaiserlich Türkische Botschaft teilt mit: In der Nacht vom 16. September haben armenische Banden einen Aufruhr veranstaltet. Sie hatten sich in starken Gebäuden auf den beherrschenden Punkten der Stadt U r s a ver- schanzt und eröffneten das Feuer gegcn unsere Gendarmerie- Patrouillen, von denen zwei Mann getötet und acht ver- wundet wurden. Unsere Gendarmerie wurde überall mit Feuer empfangen. Nachdem die Armenier sich der fremden Niederlassungen bemächtigt hatten, stellten sie dort Schieß- scharten her. Da diese Tatsachen bewiesen, daß die auf- rührerischcn Banden entschlossen waren, bewaffneten Widerstand zu leisten und die Unzulänglichkeit der in geringer Zahl Vorhände- nen Gendarmerie auszunützen, und da sie sich schließlich der Stadt- teile der Muselmanen bemächtigt hatten und die Einwohner niederzumachen begannen, wurden einige für die Front bestimmte Truppen nach Urfa abgeschickt. Der Schlupswinkel der Banden wurde zerstört und der Aufruhr war am 3. Oktober unterdrückt. Die Zahl der bei diesem Vorfall getöteten Soldaten und Gen- darmen beträgt 20, die der Verwundeten öO. Der Zweck, den die Banden mit ihrem Auffuhr verfolgten, war einerseits der, Schaden anzurichten, fremde Niederlassungen zu zerstören und Untertanen der mit der Türkei im Kriege befindlichen Staaten zu töten, um die Folgen dieser Morde dann auf die Türken abzuwälzen, andererseits wollten sie einen Teil der Kaiserlichen Truppen an ihre befestigten Schlupfwinkel fesseln und sie so vom Kriegsschauplatz abziehen. Dank den kräftigen und schnellen Maßnahmen der Kaiser- lichen Behörden hatte der Auffuhr nicht den gewünschten Er- folg. Er wurde unterdrückt, ohne daß einem Untertanen der mit der Türkei im Kriege befindlichen Länder oder einem Neutralen Schaden zugefügt worden ist. �ur Versenkung ües Transportöampfers Marquette". London, 27. Oktober.(W. T. B.) DaS Kr»egZamt meldet: Der englische Transpor'.dampfer.Marquette' ist im Aegä- ischen Meere torpediert worden. Wie verlautet, werden nur 99 Mann vermißt.(Noliz deS W. T. B.: Der Vergleich mit unfern am 25. und 27. d. MlS. veröffentlichten Meldungen über die Ber- senkung dieses Schiffes zeigt, daß die absichtlich unbestimmt ge- halten« englische Mitteilung über die Zahl der dabei zugrunde ge- gangenen Mannschaften nicht richtig sein kann. Nach den früheren übereinstimmenden Meldungen sind von den 1000 Soldaten, die das Schiff an Bord hatte, nur>2 gerettet worden.) Zur Seschkeßung öes Avalen/ Berlin, 27. Oi tober.(SB. T. B.) liebet die Beschießung des schwedischen Unterseebootes.Hoalen" durch ein deutsches Vorpostenboot geht uns von unterrichteter Seite so'.- gende Darstellung zu: Am 21. Oktober zwischen 7 und 8 Uhr vormittags sichtete der Kommandant eines deutschen BewachungsbooteS ein verdächtiges Fahrzeug südlich der schwedischen Küste zwischen Trelleborg und Fstadt. Er erkannte, daß es ein Unterseeboot war, auf dem trotz schärfster Beobachtung kein« Flagge ausgemacht werden konnte. Der Kommandant wußte, daß in diesen Tagen ein schwedisches Unterseeboot auf dieser Streck« passieren sollte, und fuhr daher, ehe er zum Angriff ansetzte, aus Vorsicht erst noch auf 1600 Meter heran, um eine Verwechselung auszuschließen. Auch aus diese sehr nahe Entfernung wurde kein« Flagge auf dem U-Boot gesichtet; ein Be- gleitfahrzeug, wie eS fiir das schwedische U-Boot zur Kenntlich- machung in Aussicht gestellt war, war nicht zu sehen. Nur einige Handelsschiffe waren in verschiedenen Entfernungen zu erkennen. So mußte der Kommandant de? WachtschiffeS zu der Ueberzeugung kommen, ein feindliches U-Boot vor sich zu haben. Hierin wurde er bestärkt, als er bemerkt«, daß e» stellenweise in der ziemlich be- wegten See verschwand, etwa so, wie ein U-Boot, das wegtaucht, wenn es sich zum Angriff anschickt. Do stand für den Komman- danten, dem seine Vorgesetzten das Zeugnis eines ruhigen und entschlossenen Charakters geben, fest, daß er einem Feind sich gegenüber befand, den zu vernichten seine höchste Pflicht sei. Er entschloß sich daher dazu. Feuer zu eröffnen und fuhr gleichzeitig mit höchster Fahrt auf da» U-Boot los, um eS durch Rammen zu vernichten. Auf 300 Meter vor dem U-Boot wurde plötzlich eine kleine Flagge sichtbar, die bisher durch den Turm des U-Bootes verdeckt worden war. Nach Einstellung des FeuerS wurde sie als schwedische KriegSflagge ausgemacht. Inzwischen hatte sich auch ein Fahrzeug, das anfangs etwa 4 Seemeilen vom U-Boot ent- fernt und für ein Handelsschiff gehalten worden war, auf l'A Seemeilen genähert und trat mit dem U-Boot in Signalverkehr; es war das schwedische Werkstattschiff„Blenda". Der Kommandant des Vorpostenbootes bemerkte auf Befragen des schwedischen U-Bootskommandanten, ob er denn die Flagge nicht gesehen hätte, mit dem Ausdruck des Bedauerns, daß weder er noch sein« Mannschaften eine Flagge gesehen hätten, sonst wäre selbstverständlich die Beschießung unterblieben. Ein« sofort angebotene Hilfeleistung wollte der schwedische U-Bootskommandant nicht annehmen. Der Ort des Vorkommnisses liegt etwa 414 Seemeilen von der schwedischen Küste entfernt, wie durch einwandffeie Doppelpeilung eines herbeigeeilten zweiten Wachschiffes am Orte des U-Bootes festgestellt wurde. Demgemäß entsprechen auswärtige Pressenach- richten über eine Verletzung de» schwedischen HoheitSgewässers nicht der Tatsache. Mit lebhaftem Bedauern«rsahren wir heute, daß der ver- mundete Steuermann des schwedischen Unterseebootes leider seinen Verletzungen erlegen ist. politische Uebersicht. Versammluugsverbot für Ausländer. Der Gouverneur der Festung Köln hat eine Verordnung erlassen, nach der die Abhaltung von Versammlungen von Ausländern— auch wenn es sich um Besprechung von Arbeits- Verhältnissen eines bestimmten Werkes handelt— verboten ist, ebenso ist die Einladnng zum Besuche solcher Versammlungen verboten. Die Leiter von Versammlungen sind verpflichtet, darauf zu halten, daß anwesende Ausländer sich vor Eintritt in die Beratungen entfernen. Unter dieses Verbot fällt auch die Gründung von Vereinen und die Veranstaltung von ge- selligen Zusammenkünften jeder Art. Zuwiderhandlungen werden— sofern die Strafgesetze keine höheren Strafen be- stimmen— mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Haussuchungen und Vernehmungen iu Düsseldorf. Am Montag wurde im Düsseldorfer Parteisekretariat wieder einmal durch Beamte eine Haussuchung abgehalten, ebenso in der Wohnung de« Schriftführers des Sozialdemokratischen Vereins. Gesucht wurde daS Protokollbuch des Verein». Weiter wurde eine Anzahl Genossen zur Polizei zitiert und darüber vernommen, ob in letzter Zelt unangemeldete Zusammenkünste der Partei stattgefunden haben. Haussuchungen und Vernehmungen verliefen resultatlos. Ausländer auf deutsche« Universitäte«. Auf eine neuerdings wieder stark betriebene Presiepolemik gegen die Anwesenheit ausländischer Studenten an deutschen Hochschulen antwortet die llnterrichtsverwaltung durch WolffS Telegraphen- Bureau: In bezug auf das Studium der Ausländer an den Universitäten sind neuerdings mehrfach unrichtige Auffassungen hervorgetreten. Schon lange vor dem Kriege, nämlich durch Erlaff vom 24. Sep- tember tS13. hat das Ministerium durch Festsetzung von Höchst- zahlen für die einzelnen.Universitäten dem übermäßigen Andrang der Ausländer Schranken gesetzt und als der Krieg aus« brach, sind alle studierenden Ausländer aus den feindlichen Staaten von den Universitäten entfernt worden. Hierbei mußte aber die Möglichkeit von Ausnahmen vorbehalten werden, weil eS Fälle gibt, in denen, man denke nur an Balten, Buren. Inder, das deutsche Interesse eine solche Ausnahme geradezu erfordert. Jeder Fall ist daraufhin ebenso wie auch die Persönlichkeit des Studenten genau geprüft worden. Die Gesamtzahl der so bewilligten Aus« nahmen ist gering. Es sind nämlich seit Beginn des Krieges, alle preußischen Universitäten zusammengerechnet, nur in 69 Fällen solch« jungen Leute zum Studium zugelaffen worden. In der Hauptsache handelt es sich dabei um die Balten. Die Kriegsgewinnsteuer. Dieser Tage wurde die Nachricht verbreitet, daß man im Reichs- fchatzamt eitrig an der Kriegsgewinnsteuer arbeite, um den Gesetz- entwurf möglichst bald an den Reichstag zu bringen. Wie der «Verl. Lokal-Anzeiger" von maßgebender Stelle erfährt, ist das nicht zutreffend. Bei dieser Gelegenheit erfährt man aber doch folgende Einzelheiten: .Selbst wenn das Reichsschatzamt in so kurzer Frist die umfangreichen Vorarbeiten fertigstellen könnte, wäre doch nicht zu erwarten, daß der Reichstag das Gesetz in der diesmaligen, doch nur kurzen Tagung verabschieden könnte. Sodann bringt der ganze Aufbau der Kriegsgewinnsleuer es mit sich, daß die Steuer» Veranlagung, die der in Rede stehenden Abgabe zugrunde zu legen ist, erst am Ende des Krieges erfolgen kann; denn die ganze Steuer soll ja nach dem in' der ganzen Kriegszeit erzielten Gewinn be- rechnet werden. Hierbei kommt die Erwägung in Betracht, daß es natürlich sehr leicht möglich ist, daß jemand im ersten Kriegsjahr einen ansehnlichen Gewinn erzielt und ihn im zweiten wieder ver- loren hat. Was die Gestaltung der Kriegsgewinnsteuer selbst anlangt, so wird an dem seinerzett vom Staalsiekrelär vertretenen Standpunkte festgehalten, daß niwt nur der durch den Krieg, sondern überhaupt der während des Krieges entstandene Gewinn besteuert werden soll. Der Grundsatz, daß derjenige, der im Lande bleibt und hier ein Vermögen erwirbt, während andere ihr Blut für das Vaterland einsetzen, von ihrem in dieser Zeil erzielten Gewinn ohne Rücksicht auf die Art des Erwerbs eine Abgab« zahlen soll, hat von Anfang an allgemein einleuchten müssen. Irrtümlich ist die hier und da hervorgetretene Auffaffimg, als ob das Einkommen dabei in erster Linie maßgebend sein solle. Es handelt sich vielmehr vor ollem um den Äermögenszuwachs. Wie bock> die Steuer bemessen werden wird, steht noch nicht fest: sicher ist aber, daß man ziemlich habe Prozentsätze nehmen wird, was auch durchaus berechtigt er« scheint. In den Fällen, in denen nicht nur ein Vermögenszuwachs, sondern auch eine ansehnliche EinkommenSerhöhung vorliegt, wird selbstverständlich am schärfften zugegriffen werden." Zwangsweise Beteiligung an der Jugendwehr. Der Vorstand der Fortbildungsschule in Bramstedt sHolstein) hat für die Fortbildungsschüler über 16 Fahre die Teilnahme an den Uebungen zur milttärischen Jugendvorbereiiung lehrplanmäßig in den Fartbildungsschulplan aufgenommen. Diese Einführung der Zwangs« jugendwehr stützt sich aus die bekannten Urteile des Oberverwaltungs« gerichts. Da in letzter Zeit ein Ort dem anderen folgt, ist es bis zur obligatorischen Einführung der Zwangsjugendwehr für die Fort- bildungsschülcr nicht mehr weit. Militärischer Jugendschutz. Der stellvertretende kommandierende General des 29. Armeekorps zu Allen stein bat folgende Verordnung erlösten: „Jugendliche beiderlei Geschlechts, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und nicht dem Heere oder der Flotte an- gehören, dürfen in den Abendstunden keine Wirtshäuser besuchen. Gastwirte oder deren Vertreter dürfen abendlichen WirlShausbesuch von Jugendlichen nicht dulden. Unter Abendstunden wird bis aus weiteres die Zeit von b Ubr an verstanden. Besuch von WirtS« Häusern in Begleitung der Eltern, Erzieher oder deren Vertreter, sowie eine notwendige Einkehr auf Reisen und Wanderungen fällt nicht unter daS Verbal. Jugendliche dürfen nur mit Genehmigung ihrer Eltern oder deren Vertreter und außerhalb der Wohnung nur in deren Beisein Alkohol enthaltende Gelränke zu sich nehmen oder räuchert. Die Bcrabsolaung von alkohol« enthaltenden Getränken und Tabak an Jugendliche zu ver- botenem Genuß ist untersagt. Jugendliche dürten keine Ltchtspiel« schaubühnen besuchen. Die Inhaber von Lichtspielhäusern oder deren Vertreter dürfen den Besuch Jugendlicher nicht dulden. Vom Verbot ausgenommen bleiben besondere Jugendvorstellungen, die al« solche von Polizei« und Schulbehörden vorher geprüft und genehmigt wurden. Zuwiderhandlungen werden bestraft mit Geldstrafe bis zu 160 M.— an deren Stelle, falls sie nicht beigeirieben werden kann, Haftstrafe bis zu 6 Wochen tritt— oder mit Geiängnis bis zu einem Jahre. Gleiche Strafe trifft den. der in schuldhafier Weite verabsäumt, die seiner Beauisicktitzung unterstehenden Jugendlichen zur Befolgung der Befehle hinreichend anzuballen. Eine Straf- Verfolgung gegen Jugendliche, die daS 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, findet nicht statt. In diesem Falle werden aber die zur Aussicht Verpflichteten zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen._ Eine unwesentliche Berichtigung. Wolffs Telegrapben-Bureau meldet: In unserem Bericht über die Erörterung der schwebenden Volks- ernährungssragen durch den Landwirnschaslsminister und die Vorsitzenden der preußischen Landwirtichaftskammern isiehe„Kräfte und Gegcnkräsle" in Nr. 296 des ,®.") sind einige bei dem Druck ent- standene Abweichungen vom urspiünolichen Text richtig zu stellen. Am Schlustc des Benchis muß es beißen: „Obwohl die Kartoffel in weit größerem Maße al» sonst zu Futterzwecken herangezogen werden müsse, so verblieben reich- liwe Kartoffel mengen suichl: doch reichliche Kartoffel- mengen) für die menschliche Ernährung. Die Preise der Reichs« kartoffelstelle seien allerding« im Verhältnis zu den Futtermittel- preisen als niedrig zu bezeichnen snicht: als z u niedrig zu be« zeichnen). Es unterliege aber keinem Zweifel, daß die Reichs- kartoffelstelle und die Gemeinden lroydcin nach Kräften von der deutschen Landwirtschaft bei der Kartoffclversorgung unterstützt werden würden." In die Zivilverwaltung von Warschau berufe»». Der LandtagSabgeordnele Hammer ist in die Zivilverwaltung von Warschau berufen worden. Rersmonopol in der Schweiz. Der schweizerische Bundesrat hat die Einführung deS RelS- monopols, gewissermaßen als Ergänzung des Getreidemonopols, beschlossen und zu diesem Zwecke folgende Verordnung erlassen. die bestimmr: 1. Die Einfuhr von Rei» und von Mahlprodukten auS Reis, Reisfuttermehle und ReiSkleie inbegriffen, ist ausschließlich Sache des Bundes. Diese Waren sind für den Gebrauch in der Schweiz bestimmt. 2. Ankauf, Einfuhr und Wiederverkauf der in Artikel 1 ge- nannten Waren werden vom Oberkriegskommissariat besorgt. Das neue schweizerische Reismonopol ist namentlich als ge- eignetes Mittel zur Verhinderung spekulativer Preistreibereien mit dem zur Volksernährung so wichtigen Reis zu begrüßen. An- scheinend hängt der Schritt aber auch mit dem neuen, mit den Bierverbandsmächten abgeschlossenen Einfuhrtrust zusammen. das tägliche Brot. Neue Maßnahmen. Wie bestimmt verlautet, stehen Maßnahmen der Regierung unmittelbar bevor, durch die der Verkehr mit Butter, Milch, Käse und sonstigen Speisefetten, ferner mit bestimmten Arten von Fleisch, Gemüse, Eiern, Wild. Fischen und Kakao geregelt werden soll. Die entsprechende Bundesratsverordnung wird in den allernächsten Tagen erfolgen. Berlin, 27. Oktober.(W. T. B.) Der Reichskanzler hatte heute Vertreter aller Frattionen des Preußischen A b- geordneten Hauses zu einer Besprechung über Fragen der Volksernährung eingeladen. Man stimmte dem Reichs- kanzler darin zu, daß energische Schritte getan werden müssen. um solche notwendigen Nahrungsmittel, deren Menge gegen- über dem FriedenSzuftand erheblich zurückgegangen ist. allen in möglichst gleichem Maße zugänglich zu machen. Auch bei den Kartoffeln, die in überreicher Menge geerntet stnd, erkannte man an, daß weitere Maßregeln zur Regelung der Marktverhältniffe ergriffen werden müßten, da die bisherigen nicht genügt hätten. Alle Anwesenden waren darin einig, daß wir mit ausreichenden Vorräten für die Ernährung des deutschen Volkes versehen sind, daß es aber darauf ankommt, einer unsozialen Verteilung entgegenzuwirken und die Preise auf einer töhe zu halten, die zwar der durch den Krieg hervorgerufenen rschwerung der Produktion entspricht, aber auch eine un- gerechtfertigte UebErteuerung der Bevölkerung vermeidet. Es wurde der Zuversicht Ausdruck gegeben, daß die bevorstehenden vom Reichskanzler in ihren Grundzügen mitgeteilten Verord- nungen dieses Ziel erreichen werden. Die Pretsregelung für Kolonialwaren. Amtlich. Berlin, 27. Oktober.(23. T. 23.) Der Beirat der R e i ch s p r ü f u n g s st e l l e für Lebensmittelpreise trat gestern nachmittag in seinem Ausschuß für Kalo- nial-undTeigwarenzu einer Sitzung unter dem Vor- sitz des Ministerialdirektors LufenSky zusaminen. Zur möglichsten 2Aermeidung wesentlicher Steigerung der Kaffee- preise und zur Sicherung der LieferungSregelunfl nach allen Teilen Deutschlands wurde die Gründung eines Einkaufs« fyndikats fürKaffee allgemein gewünscht. Für Tee wurde jedes Eingreifen für überflüssig erachtet, da aus- reichende Vorräte vorhanden sind. Von einigen Seiten wurde eine Verbrauchsregelung für Kakao gewünscht. Für alle drei Warengruppen wurden 23estandsaufnahmen angeregt. Tie für Teigwaren, Grieß und Roggenkaffee in die Wege ge- leitete Regelung, insbesondere die Preisgestaltung, wurde mit Genugtuung begrüßt._ Eine Richtigstellung. Verlin, 27. Oktober.(W. T. B.) In der Presse hat ein Ar- tikel der„Frankfurter V o l k s st i m m e" Verbreitung ge- funden, in dem gesagt wird, es habe der preußische Land- wirtschaftsminister das im Interesse der Stadt Frankfurt a. M. von einem Kreise erlassene Ausfuhr« verbot für Kartoffeln aufgehoben, weil Landwirte und Händler, die einen höheren Preis erzielen wollten, beim Landwirtschastsminifter darum nachgesucht hätten. Diese Darstellung entspricht nicht den Tatsachen. Der LandwirtschaftSmmister hat ernc solch« Anordnung nicht er- lassen. 2ZZ«il die an sich gesetzlich unzulässigen Ausfuhrverbote ein- zclner Kreise usw. zu schwersten Unzutraglichkeiten für die Ver- oraucher, insbesondere die einzelner großer Städte geführt haben, sind sie allgemein aufgehoben worden. Und zwar von der zu- ständigen Behörde. Durch eine Ausdehnung der Bundesratsverordnung vom 9. Oktober d. I. auch auf geringere Anbauflächen wird den Bedarf. gemeinden im Westen die Möglichkeit gegeben werden, ihren Kar- toffelbedarf auch in der Nähe zu decken. Auch ist eine allge- meine Beschränkung der Preise für Speise- kartoffeln zu erwarten. Tie Unzulänglichkeit der Richtpreise. Die Richtpreise für Kartoffeln sollen im Westen 3,65 M. be- tragen. Die Stadlverwaltung in Dortmund ging über diesen Satz hinaus und setzte Höchstpreise für Produzenten auf 3.56 M. fest. Wer nun glaubt, Kartoffeln für diesen Preis erstehen zu können, der irrte sich. Als die Bauern aus dem Wochenmarkle erschienen und von den Höchstpreisen hörten, fuhren sie einiach wieder nach Hause, ohne zu verkaufen, oder sie übergaben ihre Kartoffeln den Händlern. Und dies« kehrten sich nicht an die festgesetzten Höchstpreise, die ja nur für Produzenten bestimmt waren. So kam es. daß die Preise noch erheblich anzogen; trotz des Höchstpreises von 3.50 M. kostelen die Kariofteln 4.80 M., 6 M. unv 6,60 M., ja 6,50 M. wurden verlangt. Die Verbraucher waren wieder einmal bitter enttäuscht. Tie„Notlage" der Landwirtschaft. Wir erhallen au« NordjchleSwig folgende Zuschrift: In Nordschleswig wird von den Bauern vornehmlich Viehzucht betrieben. Die Mehrzahl des anbaufähige» Landes wird als Weide benutz!. Es gibt hier eine Anzahl Bauern, die 40, 50 und noch mehr Hekiar Land ihr eigen nennen, aber dennoch nicht genügend Kartoffeln bauen. Der Viebhandel geht dem Bauern über alles. Man kann beobachten, daß gegenwärtig fast jeder Bauer versucht noch Vieh zu kaufen, um daran zu verdienen. Der Verdienst ist dabei nichl gering, da kaum ein Risiko enlsteht. Ein paar Beispiele. Sin Wirl kommt zu einem Nachbarn, sieht dessen fünf Schweine. die gerade nicht fett, aber dennoch schlachireif sind. Beide werden handelseinig und der Landwirt kaust drei Schweine zum ßreiie von 105 M. für den Zentner Lebendgewicht. Der Landwirt verkauft dann an einen Viehhändler aus Flensburg die drei Schweine zum Preise von 120 M. Lebenvgewichi. Die diei Schweine wogen zusammen 528 Piund, mitbin beträgt der Verdienst 79.20 M. Außer dieien drei Schweinen lieferte der Landwirt noch vier andere, die er ebenfalls von Bauern gekauft hatte, die aber schwerer waren und teilweise mit 125 M. bezahlt wurden. Insgesamt wogen die sieben Schweine rund 1300 Pfund. Nehmen wir für die übrigen vier Schweine den gleichen Verdienst wie bei den drei ersten an, also t pro 100 Pfund 15 M., so hat der gute Mann im Handumdrehen seine 195 M. verdient. Ein Landschlächler laufte«ine junge Kuh zum Preise von 360 M. Eine Stunde später trifft er einen Viehhändler und dieser kauft die Kuh ungesehen zum Preise von 430 M. und 20 M. Provision. Diese Vorkommnisse sprechen sich herum und der Erfolg ist. daß die Bauern immer höhere Preise für ihr Vieh verlange». Mir haben Viehhändler versichert, daß sie heule an den Bauern 60 bis 70 Proz. höhere Preise für ihr Vieh zahlen, als in Friedens- zeiten. Natürlich gehen auch die Viehhändler nicht leer aus. Auch an der Milch verdienen die Bauern ein schweres Stück Geld. Die Milch wird mit wenigen Ausnahmen verbuttert. Fast in jedem Dorf ist eine Meierei, an die die Milch geliefert wird. Die Magermilch erha len die Bauern zurück. Jede Bultersteigerung bedingt eine Milchsteiaerung. Die Butler kostet hier zurzeit 2,85 M. Man richtet sich nach den Hamburger Nolierungen. Vor dem Kriege erhielten die Bauern 8—10 Pf. pro Liter, heute aber bekommen sie 15—18 Ps. Das ist eine Steigerung von 80 Proz. Nun ist ohne weiteres zuzugeben, daß die Futlermittel knapp und teuer sind, aber das wirkt aus' die Viehhaltung nur insoweit ein, daß man weniger Vieh wie sonst hält. Futtermittel werden nur wenig gekauft. Das Rindvieh geht genau so zur Weide wie sonst. Kaust man wirklich etwas Futter, so wird die dadurch bedingte Mehrausgabe durch die erzielten höheren Milch- und Biehpreise wieder mehrfach eingeholt. Einsichtige Bauern geben daS auch zu. Wenn nun die der Landwirtschaft nahestehende Preffe alle Ein- wände gegen die hohen Preise damit abzutun glaubt, daß sie von hohen Produktionskosten und den noch höheren Löhnen spricht, so trifft das aus diese Gegend gar nichl zu. Es ist wohl in diesem Jahre viel weniger Arbeit verrichtet worden wie sonst und Dünger hat das Land nicht mehr als in früheren Jahren erhalten. Bleiben die hohen Löhne. Aber davon kann am allerwenigsten gesprochen werden. Die zurückgebliebenen landwirtschaftlichen Aibeiter erhalten, von Ausnahmen abgesehen, leine höheren Löhne. KriegSgefailgene erhalten die Kost und pro Arbeitstag 30 Pf. Rechnet man hinzu, daß auf je zehn Geiangcne ein Wachposten kommt, der von den Bauern verpflegt werden muß, dann kostet der Kriegsgefangene höchstens 1,80 pro Tag._ Kartoffelhöchstpreise. Der Bürgermeister von Mülhausen hat einen Höchstpreis für Kartoffeln von 8 M. für 100 Kilo lbei sack- weiser Abgabe) und von 10 Pf. für ein Kilo(im Kleinverkauf) fest- gesetzt. Klndermikch— 0,80 M. Ein Leser schreibt der„Tgl. Rundsch.": Ich habe immer von der Milchkuranstatt Viktoriapark die Milch für meinen 2�/ffShrigen Jungen bezogen, und zwar bis August 1915 Hausbaltungsmilch, das Liter zu 28 Pfennigen. Als ich Milte «ugust nach kurzer, etwa achtlägigrr Unlerbrechung die Milch wieder bestellte, eröffnete mir die Milchkuranstalt, daß sie mir nur noch Kindermilch für 40 Pf. liefern könnte. Diese bezog ich bis jetzt. Gestern, Sonntag, erhielt ich nun ein Schreiben folgenden Wortlauts: „vw. Hochwohlgeboren teilen wir eracbenst mit, daß auch wir leider gezwungen stnd, wegen der erheblich gesteigenen Herstellungskosten den Preis unserer K t n d e r m i l ch auf 0, 8 0 M. für das Liter zu erhöhen. Milchkuranstalt am Vikloriopark." Ich kann mir nicht denken, daß selbst die erhöhten Futtermittel- preise und Betriebskosten eine dcrarlige sprunghaft« Steigerung um 160 Proz. rechtfertigen, und finde es unbegreiflich, daß solchem Ge» ichäftsgebaren nicht sofort ein Riegel vorgeschoben wird. Bessere Fürsorge für Kindcrnahrung. Auch die Haferflocken und andere Haferpräparate, die für die Ernährung von Kindern und Kranken unentbehrlich sind, sind ganz ungeheuerlich im Preise ge- stiegen und sogar(janz aus dem Handel perschwunden. Der Schutz- vcrvand der iheiniich-westfätifchen LebenSmittelhändler Hai sich deswegen an das Reicheamt des Innern gewandt und ersucht, genügend viel Haser zur Herftellling dieser Nahrungsmittel den Fabriken zur Verfügung zu stellen. DaS llteichsamt des Innern hat dem Schutz- verbaud mitgeteilt, daß es nach Prüfung der Sachlage die Eingabe der Reichsfuilermitielstelle gegeben hat. Hoffentlich gibt diese Stelle nur Hafer her, wenn die Fabriken sich verpflichten, auf Konjunktur- gewinne zu verzichten. HeringSverkauf durch Gemeinden. Um Preissteigerungen für Heringe zu vermeiden, gibt die Deutsche Heringshandelsgesellschaft, wie die Zentral-Einkaufsgesellschast den Gemeinden mitgeteilt hat, vorläufig leine Heringe mehr an Händler ab. Die vorhandencil Beslände sollen ansschließlich durch Vermittlung von Gemeinden ver- kauft werden, damit der Preis für dieses VolksnahrungSmiitel niedrig bleibt. Die Gemeinden sollen ihren Bedarf bis zum 1. De- zember anmelden. Schließung von Mühlen. Der Landrat des Kreise? Grünbcrz (Schlesien) hat eine Anzahl Mühlenbesitzer des Kreises wegen Ver- gehens gegen die Brotgelreideverordnung durch die Schließung ihrer Mühlen bestrasen müssen. Unter anderen sind auf die Dauer von einigen Wochen die Mühlen der Mühlenbesitzer Giviadowski in Nitt- Witz, Walter in Günthcrsdorf, Ludwig in Siittritz, Pietsch in Schloin und Jakob in Schweidnitz behördlich geschlossen worden. Dem Besitzer Rahmke in Schloin ist das Recht der Selbstversorgung auf Grund der Brotgeireideversorgung entzogen worden. Lette Nachrichten. Rücktritt des Kabinetts Viviani unmittelbar bevorstchend? Genf, 27. Oktober.(T. U.) Letzte Depeschen aus Paris melden, daß das Kabinett Viviani aufs allerschwerste gefähr- det ist. Die Unterredungen, die Ministerpräsident Viviani heute vormittag mit dem Präsidenten Poincarä gehabt hat, haben das Vorhandensein einschneidender Gegensätze zwischen dem Präsidenten und dem Kabinett aufgedeckt. Tie Sonder- ausschüsse der Parteien in Senat und Kammer sind in aller Eile zusammenberufen worden. Man hält es nicht für aus- geschlossen, daß heute noch der Rücktritt des gesamten Kabinetts erfolgt. Paris, 27. Oktober.(W. T. B.) Die Blätter melden, daß der Deputierte Franklin Bouillon morgen die Negierung über die Gefahr, die der Landesverteidigung aus der Verzögerung der Ernennung eines neuen Ministers des Aeußcrn erwächst. zu interpellieren gedenkt, falls bis dahin die Kabinettskrise nicht gelöst ist._ Die Lage in Serbien. Genf, 27. Oktober.(T. 11.) Lhoner Blätter melden aus N i s ch vom 26. Oktober: Die Lage in Serbien ist sehr ernst zu nehmen. Sie könnte nur durch schnelles Vorrücken der Verbündeten gebessert werden. Serbien könne den zwischen Vranja und Krivolac befindlichen aus zehn Infanteriedivisionen mit 300 Ge- schützen geschätzten bulgarischen Streitkräften nur geringe aus Sol- daten der dritten Kategorie zusammengesetzte Kräfte entgegen- stellen. Dir Einberufung der Kirgisen. Kopenhagen, 27. Oktober.(T. 11.) Nach der„Nowoje Wremja" wird die Einberufung der Kirgisen zum Kriegsdienst ge- plant. Der frühere Kriegsminister Suchomlinow hatte die Ein- berufung der Kirgisen wegen panislamitischer Strömung unter ihnen abgelehnt. Dieses Bedenken ist jetzt überwunden. Durch die Einberufung der Kirgisen erhält das russische Heer 400 000 aus- gezeichnete Reiter. Gewerkschaftliches. Serlin und Umgegend. Der Berliner Arbeitsmarkt. Auf dem Eroh-Berliner Arbeitsmarkt trat nach dem Bericht des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise in der Woche vom 9. bis 16. Okiober nach den Ergebnissen der öffentlichen Arbeitsnachweise ein deutlicher Nnckgang in der Zahl der männliche» Stellensuchenden ein. Wenn auch die offene» Stellen einen leichteren Rnrkgang auf- weisen, so blieb doch die allgemeine Lage sür Männliche durchaus günstig, und die Nachfrage nach männlicher Arbeitskraft konnte in vielen Fällen nickt befriedigt werden. Besonders wurden wieder Arbeiter sür die Metallindustrie, Schlosser, Klempner und Rohrleger angefordert, und Vau« und Erdarbeiter, Maurer und Zimmerleute wurden lebhaft verlangt. In grötzerer Anzahl wurden offene Stellen für männliche Arbeitskräfte von auswärts gemeldet. i Der ArbeitsmaiH für weibliches Personal erhielt einen starken Zusirom von Arbeitsuchenden, die �um ersten Male gezwungen waren, den öffentlichen Aibeitsnachwers in Anspruch zu nehmen. Die Zahl der neu eingeschriebenen weiblichen Slelleiisuckenden er« höhte sich dadurch beim Zeiitralvereili für Aibeilsnachwcis in Berlin um 1940 gegenüber der Borwoche. Ein größerer Teil dieser Frauen konnte im Bekleidungsgewerbe Heimarbeit aus Militärnäherei er« halten, eine Arbeit, die wegen der geringen Verdienstinöglichkeil nur als Nebenbeschäftigung in Frage kommt. Für kaiiffnänniiche Weib« liche Angestellte war der Arbeitsmarkt noch unbefriedigend. Für Haus« arbeit blieb ein hohes Ueberangcbot weiblicher Dienstboten bestehen. Die Berliner Sattler. Der ungewöhnlich grotze Bedarf an Militärarbeiten brachte den Sattlern, wie der Vorsitzende Schulze in der letzten General- Versammlung des Berliner OrtsvereinS mitteilte, einen sehr starke» Zugang aus anderen Berufen. Jniolgedessen verdoppelte sich die Mitgliederzahl in der Zeit des flotteste» Geschäilsganges. Mit dem Abflauen der Arbeit nahm die Mitgliederzahl wieder ab. Schon im zweiten Quartal mußten rund 2006 Restanten gestrichen werden. Der Rückgang setzte sich im dritten Quartal fort. Es wurden wieder 1742 Mitglieder wegen rückständiger Beiträge gestrichen. Andere gingen zum Heere und 66 wurden aus anderen Gründe» abgemeldet. Insgesamt wurde ein Abgang von 2«46 Mitgliedern festgestellt, dem 1021 Neuausnahmen gegenüberstehen, so dag sich ein Rückgang von 1225 ergibt. Am 30. September betrug die Mitgliederzahl 3886. Das sind etwa 300 mehr als vor dem Kriege vorbanden waren, olio immer noch ein sehr günstiges Verhältnis, namentlich wenn man die Zahl der Eingezogenen berücksichtigt, die nicht mitgerechnet sind.— Luch die Beitragsleistung ist, wie der Kassierer Weyher aus- führte, eine sehr günstige. Aus Antrag der Ortsverwaltung beschloß die Versammlung, zur Unter st ützung der Frauen der zum Heeresdienst einberufenen Mitglieder 12 000 M. aus der Lokalkasse zur Verfügung zu stellen. Die Höhe der Unterstützung soll in jedem Falle 15 M. betragen. Unterstützungsberechligt sind die Ehefrauen derjenigen Kollegen, die bisher noch keine Unterstützung erhalten haben und die vor ihrer Einberufung mindestens einviertel Jahr als Mitglied der Berliner Verwaltungsstelle angehörten und für diese Zeit Beiträge entrichtet haben. Ferner alle Ehefrauen derjenigen Kollegen, die der Organisation vor ihrer Einberufung bereits länger als 26 Wochen angehörten und für diese Zeit Beiträge geleistet haben. VorauSietzung zur Zahlung dieser Unterstützung ist aber in allen Fällen, daß das Mitglied bereits vor dem 4. Oktober zum Heeresdienst einrücken mutzte. Hieraus machte der Vorsitzende Schulze Mitteilung von dem Abschluß einer Arbeitsgemeinschaft zur Fürsorge sür kriegSbeschädigteBerussangehörige. Das Abkommen, welches sich auf Grotz-Berlin erstreckt, ist vereinbart zwischen der OrtSverwoltung des Saitlervcrbandes und der Innung sowie den in Frage kommenden Arbeitergeberorganisationen. Die Arbeitsgemeinschaft ist gebildet, um kricgZbeschädigten Be- russangehörigen bei der Erlangung von Beschäftigung— entsprechend ihrer Befähigung und ihrem körperlichen Zustande— behilflich zu sein. Anspruch aus die Fürsoige der Arbeitsgemeinschaft haben alle BcrufSangehörigen, die infolge ihrer Teilnahme am Kriege in ihrer Erwerbsfähigteit vorübergehend oder dauernd beschränkt sind, soweit sie vor Ausbruch bezw. während des Krieges in irgendeinem Zweig des Sattler- und Lederwarcngewerbes Groß-Berlins beschäftigt waren; sowie alle diejenigen triegSbefchädigten Berussangehörigen, die zwar bei Ausbruch des Krieges oder während des Krieges be- ichäfriguitgslos waren, aber nachweislich vor dieser Zeit im Gewerbe beschäftigt wurden. Die Füriorgelätigkcit ist unabhäugig davon, ob der Kriegsbeschädigte einer Berufsveremigung angehört oder nicht. Bei der Unterbringung der Kriegsbeschädigten wird nach fol» genden Grundsätzen verfahren: ch Es wird zunächst versucht, den Beschädigten bei derjenigen Firma unterzubringen, bei der er zuletzt beichättigt war. Ks Ist dieses aus irgendeinem Grunde nicht angängig, wird die Unterbringung des Beschädigten in einem gleichartigen Be- triebe veriucht werden, wobei möglichst darauf gesehen wird, daß der Beschädigte in einer seiner früheren Tätigkeit entsprechenden Weise beschäftigt wird. 6) Soll,? der körperliche Zustand oder die Art der erlittenen Beschädigung die Weuerbeschäsligung des Beschädigten in, Gewerbe unmöglich machen, so soll versucht werden, eine andere passende Beschäftigung— eventuell durch Inanspruchnahme von ander- weitigen Füiiorgestellen— ausfindig zu machen. Die Entlohnung der Kriegsbeschädigten richtet sich im all- gemeinen nach den im Gewerbe, bezw. in den einzelnen Zweigen des Berufes üblichen Grundsätzen. Soweit tarifliche Lohnverab- redungen bestehen, gelten diese auch für die Kriegsverletzten. Eine Anrechnung eventueller Remenbezüge darf nicht erfolgen.— Ist die Art der erlittenen Beschädigung eine derartige, daß die Arbeitskrail des Beschädigten erheblich hinter der eines geiunden Arbeiters zurück- steht, so kann dieses bei der Vereinbarung des Zeitlohnes berück« sichiig! werden. Fühlt sich ein bereits in Arbeit gebrachter Kriegsbeschädigter gegenüber seinen gesunden Kollegen benachteUigt, oder glaubt er, die ihm übertragenen Arbeiten nicht onsillhren zu lönnen, io wird die Arbeitsgemeluickast versuchen, eine Verständigung berbeizukllhren. falls dieses vorher zwischen dem beteiligten Arbeitgeber und Arbeit« nehmer nicht möglich gewesen ist. In gleicher Weife wird verfahren, wenn ein Arbeitgeber in ähnlichen Fällen die Vermittelung der Arbeitsgemeinschaft in Anspruch nimmt. Die Entscheidungen der Arbeitsgemeinschaft sind endgültig. Die dritte Teuerungszulage. Die Firma Warenhaus H. I o i e p h u. Co.. Neukölln, hat durch Verhandlung mit der zuständigen Organisation ihrem verheirateten Diencrpersonal eine weitere, jetzt die dritte, Teuerungszulage ge- wäbrt.— Es wäre dringend zu wünschen, daß �uch andere Arbeit« geber des Warenhausgewerbes. angesichts der täglich steigenden Lebensmittelpreise dem Beispiele der obengenannlen Firma folgen. DeutstKes Reich. Eine Weihnachtsgabe. Vorstand und Ausschuß des Fabrilalbeiierverbandes haben be- schloffen, den Familien der zum Heeresdienst eingezogenen Mitglieder für den Monat Dezember dieses Jahres eine cinmalrge Unterstützling auszuzahlen. Diese soll 6 M. für jede Familie— ohne Rücksicht auf die Zahl der Kinder— betragen. Den Zahlstellen, die über die erforderlichen Geldmittel verfügen. ist es gestaltet, einen lokalen Zuschuß zu gewähren, der den Betrag von 4 M. nicht übersteigen soll. Insgesamt können demnach bis zu >0 M. an jede Familie ausgezahli werden. Die zu Lasten der Ver- bandskasfe zu verrechnenden 6 M. sind auch den Kriegerwrtwen zu gewähren, ebenso den Ellern oder sonstigen Perionen, für ivelche ledige eingezogene oder gefallene Kollegen den Unterhalt bestritten hoben. Die Unterstützung wird für alle Weihnachten 1915 zum Heere?« dienst eingezogenen Mitglieder ausbezahlt, die mindestens ein Jahr dem Verbände angehören, nicht weniger als 52 Wochenbeiträge ge« leistet haben und bei ihrer Abmeldung zum Heeresoienst nicht länger als 4 Wochen mit ihren Beiträgen im Rückstände waren. Heil« behandlung im Lazarett wird dem Heeresdienst gleickgeachtet. Bei der großen Zahl der eingezogene» Muglteder im Fabrik- arbeitcrverband berechnet man die Ausgabe, die der Hauptkasse und den Einzelzahlstellen des Verbandes aus dieser Weihnachtsgabe er- wachsen, auf reichlich eine halbe Million Mark. Nustan». �rauenarbett in der österreichischen Branindnstrie. Auch in der österreichischen Brauindustrie und ihren Neben« betrieben hat die Frauenarbeit während des Krieges große Bedeutung gewonnen. Sogar bei der schwierigen Arbeit des Bierführens und Verladens find Frauen bescväitizl. Der Verband der Brauerei« arbeiler hat nun mit der mederöslerreichiichen Unlernehmerorgani« iation eine Abmachung über die Entlohnung dieser Frauen getroffen, wanach die Löhne über die Sätze des Tarifvertrages erhöbt wurden, gleichzeitig aber wurde prolokollaiisch bestätigt, daß die Verwendung von Frauen an Stelle der männlichen Arbeitskraft nur als Kriegs« Provisorium gelten soll._ Mus der Partei. Eine T»«r«ee Autou Fendrichs. Uns wirb geschrieben: Die.Frankfurter Nachrichten'(Jntelligenzblatt) vom 24. Oktober bringen folgende Bekanntmachung: Konzertagentur C. A. Andrs. Kleiner Saal des Saalbau. Samstag, den 30. Oktaber, abends 8 Uhr: Vortrag des Schriftstellers Anton Fendrich über seine Krregserlebnisse. Karten M. 3, 2, 1. Wir zweifeln nicht, daß infolge des bewährten Unternehmer« talentes Fendrichs auch andere Agenturen es den Genossen anderer Orte ermöglichen werden, Tonis«ang an Mars kosten zu dürfen. Bei einem früheren Vortragsabend ist eS dem.Genosien' Fendrich in Kailsruhe schlecht gegangen. Ein lehr promüch veranlagter Genosse und Gläubiger lietz die Konzertlaffe am Eingang in den Rat- Haussaal pfänden. Es ist deshalb eine gute Kriegslist Fendrichs, sich in den Dienst eines Unternehmers gegen Gehalt zu stellen. TaS Mandat Keir Hardus. Im Bezirk Merlbyr Tydril batle die Unabbängige Arbeiter- Partei den Genosien S m i kl i e, Sekretär des britischen Bergarbeiter« Verbandes als Nachfolger Keir Hardies vorgeschlagen. Bei der im Bcrgarbeilerverband des Bezirks vorgenommenen Abstimmung hat Smillie indes nur eine Minderheit der Stimmen erhalten. Es bekamen die Kandidaten Slanlon 2694, Wurstone 2641, Williams 2508, Smillie 1816, Morrell 1623 Stimmen. Zwilchen den drei erster«» findet eine engere Wahl statt und die endgültige Entscheidung steht der am 30. tagenden Konierenz aller gewerkschaftlichen und sozialistischen Organisationen des Wahlkreise» zu. Das vorläufige Ergebnis ist trotz des Zurückbleibens Smillie? siir die entschieden sozialistische Richluug recht günstig. Denn Slanlon, der als Mitglied des sozialpalriotischen.Sozialistischen Nationalverleidigungskomitees' die Stimmen der kriegssteundliche« Elemente auf sich vereinigt hat, hat eine große Mehrheit sozio- listischer Stimmen gegen sich. Sowobl Winstone als Williams sind Mitglieder der Unabhängigen Arbeiterpartei, die. wie man sieht, trotz ihrer Kriegsgegnerichakt und oppositionellen Haltung gegen die Regierungspolink das Berrrauen der Südwalliser Berg« arbeiter bewahrt hat. B»U»£fe KirfersnimM! :. v'�v, ,>.v; löerantw. öiedakt.: Allred Wielevv. Neukölln. Inseratenteil vercmtw. Ttz. Glocle. Berlin. Druck».«erlaa. vorwärts Buchdr.u.«erlagsanstnli Paul Singer Sc Co� Berlin 5W. Hierzu 1 Beilage n. Unterhaltuogsbl. « 32. nw jfiia je ko„Ponnörtö" Kerliller öolfoliliitt Der veröienft öer Schlächter- meifter. Die.Allgemeine Fleischerzeiiung�, das Blatt der Fleischermeister, veröffentlich! eine Kallulaiion über Rindfleischverkauf, die vom Fachausschuß des Magistrats von Berlin, bezw. dessen Unterausschuß für Fleischpreise aufgestellt ist. Danach stellt sich der Verdienst des Fleischers an einem ganzen Rind auf 10,39 M. Darob in Interessentenkreisen großes Frohlocken. weil bewiesen sei, daß die Fleiichcrmeister nicht nur wenig der- dienen, sondern noch Geld zuietzen, denn von den 10,89 M. sollen noch sämtliche Geschäklsunkosten bestritten werden. Das Unwahrscheinliche dieser Kalkulation fiel uns sofort in die Augen. Wir machten uns deshalb daran, die Sache näher zu untersuchen und kamen zu recht interessanten Feststellungen, die es verdienen, der Oeffenllichkeit unterbreitet zu werden. Vor allem deshalb, weil die Kalkulationen des Ausschusses dazu dienen sollen, Unierlagen für festzulegende R i ch t- oder H ö ch st p r e i s e zu schaffen. In der genannten Kalkulation sind die Verkaufspreise viel zu niedrig angesetzt und entsprechen durchaus nicht den im Handel üblichen Preisen. Um allen Konsumenten die Möglichkeit zu geben, selbst zu urteilen, lassen wir die Kalkulation des Unterausschusses für das Fleischergewerbe hier folgen: „Ein Rind von 500 Pfd. Schlachtgewicht kostet im Einkauf vom Großschlächter für 100 Pfund 101,32 M. oder 500 Pfund 506.00 M. Dagegen stehen folgende Einnahmen für den Fleischermeister: Von den Vordervierteln: 25 Pfund Fehlrippe zu 1,25......... 31,25 M. 00, Brust» und Querrippe zu 1,25....— 75,00, 145. Kamm und Bug zu 1,20......— 174,00, 20, Suppenfleisch(Heffe, Stich, Flankenzipfel mit Knochen) zu 75 Pf.......--- 15,00 � 295,25 M. Von den Hintsrvierteln: 20 Pfund Filet unausgeschält zu 1,60.....— 32,00 M. 40, Rostbeef unausgeschält zu 1,25....— 50,00„ 150, Oderschale, Schwanzstück, Blume mit Knochen zu 1,40.........=210,00. 30, Suppenfleisch, Heffe, Dünnung zu 75 Pf.--- 22,50, 10. Talg zu 1,00..........= 10,00„ 324,50 M. Dazu noch Verdienst aus dem.Kram"....— 8,30, das macht eine Gesamleinnahme von. 623,05 M. Ausgegeben hat der Schlächtermeister für das Fleisch 506,60 Ps., dazu wiro ihm in der Kalkulation 6 Proz. für Gewichtsverluft für Einwiegen und Eintrocknen gut gerechnet, das sind 30 Pfund. In Geldeswert 30,30, insgesamt also 536,90 M. 6 Proz. sür Gewichtsverlust ist viel zu bock gegriffen, 3 Proz. ist ausreichend. Ein- genommen hat er 623,05 M., mithin hätte der Schlächtermeister einen Verdienst von 86,15 M. an einem Rind erzielt. Damit ist aber der wirkliche Verdienst keineswegs erfaßt, denn wir sagten schon oben, daß die Preise viel zu niedrig angesetzt sind und der Magistrat bat unseres Erachtens alle Ursache, sich die Tätigkeit dieser Kommission etwas näher anzusehen. Von einer Kommission, die von einer Millionenstadt eingesetzt ist, und die die brenuendste Frage, die gegenwärtig die Bevölkerung bewegt, untersuchen soll. fätfit Man verlangen, daß sie sich über die tatsächlichen Preise erst informiert, ehe sie Kalkulationen aufstellte. Es scheint, daß die Interessenten, die in der Kommission fitzen, die Preise aufgestellt haben. Heute ist doch auch dem Unbefangensten bekannt, daß es für 75 Pf. kein Suppenfleisch gibt und keinen Talg für 1 M. Wie stellten sich in einem Geschäft in der Zentralmarkthalle die Preise. Wir lasten diese Preise im einzelnen folgen und bitten den Vergleich mit den obigen Zahlen vorzunehmen. Vorderviertel: 25 Pfund Fehlrippe zu 1,30 M........ 32,50 M. 60. Brust und Querrippe zu 1,30....=- 78,00. 145, Kamm und Bug mit Knochen zu 1,35.=- 195,75, 20, Suppenfleisch zu 1,20.......= 24,00, 330,25 M. Hinterviertel. 20 Pfund Filet unausgeschält zu 1,60.....= 32,00 M. 40, Rostbeef unausgeschält zu 1,40....= 56,00, 150. Oberschale, Schwanzstück, Blume, mit Knochen, zu 1,50........=225,00. 80, Suppenfleisch zu 1,20.......= 36,00. 10. Talg zu 2.00..........--- 20,00, 369,00 M. Dazu der Verdienst aus dem.Kram" mit 3,30 M.� das ergibt eine Einnahme von 702,55 M. Ausgaben hat der Schlächtermeister 506,60 M., dazu 3 Proz. für Gewichtsverlust, das sind 15 Pfund, in Geldwert 15,15 M., insgesamt also 521,75 M. An Einnahmen hätte der Schlächter 702,55 M. erzielt, das entspricht einem Nutzen von 180,80 M. für ein Rind. Von diesem Nutzen sind dann die Geschäftsunkosten in Abzug zu bringen. Die angeführten Preise werden von den Geschäften in den einzelnen Stadtvierteln des Ostens und Nordostens, wie wir feststellen konnten, für eine mittlere Qualität teilweise noch um 10 Pf. pro Pfund überschritten. Im Westen da- gegen stellten wir ein Ueberschreiten dieier Preise für gute Qualität bis zu 20 Pf. pro Pfund fest. Gewiß findet man in einzelnen Ge- schäften und Warenhäusern auch billigere Preise. DaS betreffende Fleisch ist dann meist auch geringer Qualität. Das Fleisch, worauf sich die Kalkulation der Kommission stützt, ist mit 113,00 M. pro Zentner Schlachtgewicht angesetzt, entspricht also einer guten Mittel- qualität. Wir haben hier nur die Kalkulation für den Detailverkauf kritisiert. Die Kalkulation für den Engroshandel bringt nach dem Bericht der„Allgemeinen Fleischerzeitung" für den EngroS- schlächter einen Verdienst von nur drei Mari pro Zentner Niildfleisch. Hier trifft dasselbe zu wie beim Detai. Handel. Die Verlaufspreise sind viel zu niedrig in Anrechnung gebracht. Wir könnten auch hier eine Kalkulation entgegenstellen, die sich mehr an die Wirklichkeit hält und einen weit höheren Nutzen sür die Engrosschlächter ausweist. Für beute dürfte dies eine Beispiel genügen. Eine Frage gestatten wir uns vor allem an den Magistrat von Berlin: Wenn Fleischermeister zu dieser Rommission hinzugezogen werden, weshalb werden nicht auch Vertreter der Arbeit- nshmer im Fleischergewerbe der zuständigen Organisation mit herangezogen? Diese Kreise verstehen von den Dingen doch auch etwas, haben kein persön- Itches Interesse an der Preisgestaltung und ihr soziales Empfinden geht mit der Allgemeinbett konform. Eine unzu- treffende Kalkulation wäre dann sicher nicht zustande gekommen. /tos Industrie und Handel. Der Arbeitsmarkt i« England nach dem Kriege. B, Scebohm Rowntree sein bekannter englischer Nationalökonoin und Direktor m der großen Kakaofirma Rowntree, ein Quäker) ver- öffentlickt tm Qkloaerhest der„Eonleniporary Review" folgende Aus- führungen: Wenn auch der Krieg noch nicht seinem Ende zuzugehen scheint, muß England sich schon jetzt auf die Frage vorbereiten, was nach dem Kriege werden soll. Gleichgültig, wie die Friedens- bedingungen aussehen werden, so ist doch sicher, daß nach dem Kriege zunächst eine gewaltige Arbeitslosigkeit einsetzen wird, weil etwa eine Million entlassener Soldaten innerhalb drei Monaten auf den Arbeitsmarkt geworfen werden, und im Augenblick keine Arbeit für sie vorhanden sein wird. Eine Menge von Kriegsartikeln, die bis setzt Tausende von Arbeitern ernährt haben, werden plötzlich nickt mehr nötig sein. Die aus diesen Industrien entlassenen Arbeiter werden den Arbeits- markt überschwemmen. Wahrscheinlich wird diese erste Periode nicht allzu lange dauern, sondern plötzlich durch eine Hochkonjunktur von stärkster Intensität abgelöst werden. Von allen Seiten werden Aufträge für Friedensmaterial kommen, die nicht in genügendem Umfange hergestellt worden find. Neue Schiffs werden an Stelle der versenkten gebaut werden, Frankreich, Belgien, Nußland ge- waltige Aufträge an das Ausland senden, um die Verwüstungen des Krieges möglichst schnell wieder gutzumachen. Ueberall werden mit Rücklicht auf die Hochkonjunktur neue Maschinen bestellt und neue Fabriken errichtet oder erweitert werden. Wie lange diese zweite Periode dauern wird, wird sich danach richten, wie stark die Verwüstungen des Krieges gewesen sind, die wieder gut gemacht werden müssen. Jedenfalls aber wird die Hochkonjunktur relativ bald durch eine ebenso scharfe Depression abgelöst werden. Der Krieg hat die Menschheit ärmer gemacht. Unendlich viel Eigentum ist zerstört worden. Millionen von Arbeitern sind tot oder durch Ver- wundung zur Untätigkeit verurteilt, unendliche Summen sind durch den Verlust von Handelsbeziehungen verloren gegangen. Wahr- scheinlich wird die Macht des Kapitals durch den Krieg größer und die Macht der Arbeiter geringer geworden sein. Kapital wird selten sein und daher überall freudig begrüßt werden, während nur ver- hältnismäßig wenig Arbeit verlangt werden wird. Außerdem ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß die Kosten des Lebens- unter Halts jahrelang so hoch bleiben werden, wie sie es vor dem Ausbruch des Krieges gewesen sind. Die stärkere Heran- ziehung der Frauenarbeit wird nicht mit Friedensschluß ein- fach aufhören. Aus diesem Grunde schlägt der Verfasser vor, schon jetzt die Frage zu prüfen, welche großen nationalen NolstandSarbeitcn nach Ende des Krieges begonnen werden können. Es müsse schon jetzt eine besondere Kommission, au« Vertretern des Finanzministeriums, des Bautenministeriums, des Landwirtschastsministeriums, des Local Government Board, des Kriegsministerinms und der Admiralität eingesetzt werden. Weiter müßte auch ein starkes Element von Laien zu den Arbeiten hinzugezogen werden. Es würde sich in erster Linie handeln um den Bau von Arbeiterwob nungen im großen Stile, ferner um die Aufforstung oder sonstige nutzbringende Behandlung der Oedländereien, um den Bau von Straßen und die Niederlcgung übcrfüllter Stadtviertel. Zu den dringendsten Friedens- aufgaben würde dann weiter gehören die Einführung der obliga- torischen Fortbildungsschulen nach deutschem Muster. Deutsche Banken in Amerika. Die„Affociated Preß" meldet aus Chikago, daß in New Dork, Chikago und Cincinnati deutsche Banken in der Gründung begriffen sind, die sich besonders mit deutschen und österreichischen Geldtrausaklionen befassen werden. /tos Groß-Serlin. Sn Sesuch im Gstar-tzelene-�eim in Zehlenüorf. Drausien im Westen, auf freiem, durch keine Nachbar- gebäude eingeengten Gelände, liegt das mit einem Kosten- aufwand von l'/z Millionen Mark erbaute Oskar-Helene-Heim, das im Mai v. I. seiner Bestimmung übergeben wurde. Schon durch seine architektonisch geschmackvolle Einfachheit im Aeustercn macht der im übrigen imposante Bau einen ange- nehmen Eindruck. Dieser Eindruck wird verstärkt, wenn man das Innere in Augenschein nimmt und beobachten kann, mit welcher Sorgfalt den Krüppclkindern, für die das Heim be- stimmt ist, eine Unterkunst geschaffen wurde. Herr Professor Bisalski, der dem Heim als Direkor vor- steht, hatte in zuvorkommender Weise die Führung einer größeren Anzahl von Stadt- und Gemeindevertretern aus Neukölln, Lichtenberg und Lichterfclde übernommen. Ehe zur eigentlichen Besichtigung der Räume geschritten wurde, stellte der Anstaltsleiter den Besuchern eine Anzahl verkrüppelter Kinder vor, bei denen durch entsprechende operative Eingriffe eine erhebliche Besserung der Vcrkrüppelung erreicht werden soll, und da zurzeit in der Anstalt auch eine erhebliche Zahl von Kriegsbeschädigten untergebracht ist, dehnte Herr Professor Bisalski seine Erläuterungen auch auf die markantesten Fälle unter den Verwundeten aus. Wir hatten gleich im vorhinein die Empfindung, daß die in Behandlung stehenden Kinder trotz ihrer schweren Ver- krüppelung frisch und munter in die Welt guckten, offenbaren dem Gefühl, daß sie im Heim gut aufgehoben sind. Welch großes Gewicht die Anstaltungsleitung auf die Einwirkung von Licht und Luft legt, bewies das durchwegs gute Aussehen der Kinder, von denen besonders die an Knochentuberkulose bc- handelten auffielen, die auch in der Nacht auf der offenen Veranda des Hauses untergebracht werden. Ein anderes Bild bieten die Kriegsverletzten, die durch künstliche Ersatzteile ihre Arbeitsfähigkeit ganz oder zum Teil wieder erlangen sollen. Professor B. legt, wie er erklärte, nicht besonders großen Wert auf den Gebrauch künstlicher, fein ausgearbeiteter Gliedmaßen, die außerordentlich teuer, sehr empfindlich und wenig widerstandsfähig sind. Er ver- wirft z. B. die amerikanischen Erfindungen, von denen u. a. ein künstlicher Arm allein 1500 Mark kostet, also für die allermeisten Verkrüppelten zur Anschaffung gar nicht in Frage kommt. Die Prothesen, die Prof. B. anwendet, be- stehen in einfachen, aber praktischen Klammern und Klauen, soweit der Ersatz einer Hand in Betracht kommt. So sahen wir einen Kriegsverletzten, der an Stelle des verlorenen linken Armes mit einer ganz einfachen Vorrichtung einen Karren- griff erfaßt und sich so bei der Fortschaffung von Erde im Gartengrundstück des Heims betätigt, wie ein gesunder, un- verletzter Arbeiter. Ein anderer wieder hantierte mit einer Hacke, deren Stiel er mit einer Klammer festhielt, bei Gärtner- arbeiten. Dann sahen wir in den zum Heim gehörigen Werk- stätten einen Tischlerlehrling, der mit einem Ersatzteil des rechten Armes absolut tadellose Tischlerarbeiten ausführt, von denen wir eine Probe besichtigen konnten. Ein junges Mäd- chen besorgt mit dem Ersatzteil des rechten Armes das Ein- fädeln der Nadel und näht dann flott an der Nähmaschine. Die Werkstätten, in denen die Leute beschäftigt werden, sind mit den modernsten maschinellen Einrichtungen versehen, und auf diese Weise ist es möglich, alle erforderlichen Ersatzteile durch die Krüppelinsaffen der Anstalt anfertigen zu lassen. Außerdem werden aber noch verschiedene andere gewerbliche Arbeiten gefertigt. So ist z. B. auch eine Schneiderei, Uhr- macherei, Korbmacherei, Böttcherwerkstatt usw. vorhanden, in denen absolut einwandfreie Arbeit hergestellt wird. Alle diese Räume sind im Erdgeschoß untergebracht, während im ersten Stock Schulräume und sonstige den Unterrichtszwcckcn dienende Räume zu finden sind. Wir sahen hier selbst- gefertigte Tonbildungen der Krüppelkinder, die eine ungewöhn- liche Geschicklichkeit verrieten. Auck die Herstellung und daS Schnitzen von Bilderrahmen ist offenbar eine sehr beliebte Beschäftigung der größeren Kinder. Eine Gesangsprobe und die nach bestimmten sehr einfachen Methoden geübte Rechen- probe bewiesen, daß die Anstalt auch in bezug auf den eigent- lichcn Schulunterricht anderen Schulen in keiner Weise nach- steht. Der Unterricht im Heim selbst ist insofern von Be- deutung, als er den Kindern bei der Behandlung zu teil werden kann, so daß die geistige Fortbildung derselben keinerlei Unter- brcchung erleidet. In den oberen Stockwerken befinden sich die Operations- sälc und die Zimmer und Aufenthaltsräume der Aerzte und Pflegerinnen; alle diese Einrichtungen zeigen eine wohltuende Einfachheit, die trotzdem eine geschmackvolle Vornehmheit er- kennen läßt. Im Waldgarten, der sich an das Grundstück anschließt. sind große Spielplätze angebracht, und Lichtluftbäder für Mädchen und Knaben; ebenso eine mit den einfachsten Mitteln hergerichtete Freilichtschule, die im Sommer benutzt wird. Und so weist die Anstalt, in der etwa 300 Betten aufgestellt sind, noch eine Anzahl außerordentlich praktischer Vorkehrungen auf, die auf eine umsichtige und weitsichtige Fürsorge schließen lassen. Alles in allem vereinigt das Oskar-Helene-Heim in glück- lichster Weise alle Erfordernisse, die geeignet sind, den jungen verkrüppelten Menschenkindern, die dort untergebracht sind, ihr Unglück in weitgehendstem Maße erträglich zu gestalten. Und das geschieht bezw. wird erreicht, wenn die Kinder, so- weit ihnen das Verständnis dafür ausgegangen ist, und auch die erwachsenen Krüppel, mit festem Willen über ihre körpcr- lichen Gebrechen hinwegzukommen versuchen, und wenn sie daS Bestreben zeigen, möglichst vollwertige Mitglieder der mensch- lichen Gesellschaft zu werden. Wann beginnt die Ernte? Vor einiger Zeit wiesen wir die städtischen Behörden auf die ihnen offenbar unbekannte Tatsache hin, daß auf dem Exerzierplätze an der Schönhauser Allee ein reichgesegneter Kartoffelacker der Ernte harre. Wir glaubten damals, daß es in dieser Zeit der allgemeinen Teuerung nur des Hinweises bedürfe, um die in Betracht kommenden städtischen Stellen zur Einbringung der Ernte zu veranlassen. Aber eine geraume Frist ist verstrichen und nicht« ist geschehen, die Erdfrüchte vor der drohenden Vernichtung durch Kälte zu bewahren. Sollte die Stadt Berlin kein Verlangen nach dem ihr ohne ihr Zutun in den Schoß gefallenen .Segen haben— der recht umfangreiche Kartoffelacker ist entstanden auf dem Plätze, auf dem im letzten Winter städtische Kartoffeln ein- gemietet waren—, zahlreiche recht bedürftige Kriegerfrauen würden gern die Kartoffeln einernten, um wenigstens am notdürftigsten etwas Vorrat zu haben. Wieder eine Kricgerfamilie exmittiert! Schlimmes hat eine Kriegerfrau durchmachen müffcn, die in Berlin im Haufe Marien burger Str. 16 wohnte. Die An- gelegenheit, die jetzt für sie ein so bitteres Ende genommen hat, reicht mit ihrem Anfang bis in die Zeit des Kriegsausbruches zurück. Schon vor dem Kriegsausbruch hatten Mann und Frau die Wohnung zum Oktober 1914 gekündigt, nachdem aber der Mann im August 1914 eingezogen worden war, hätte die Frau gern die Wohnung noch behalten. Sie er- klärte sich außerstande, die Miete in der bisherigen Höhe weiter- zuzahlen, doch versuchte sie es bei der Frau des Hauseigentümers mit einer Bitte um Weiterüberlaffung der Wohn- räume zu billigerem Preise. Den Vorschlag, statt 40 M. WohnungS- miete künftig nur 20 M. zu zahlen, lehnte die Wirtin ab; gegen Zahlung von 20 M. pro Monat wollte sie nur gestatten, daß einst- weilen die Sachen in der noch nicht wieder vermieteten Wohnung stehen bleiben durften. Die Kriegerfrau ging hierauf nicht ein, aber sie räumte nun auch nicht zum Oktober die Wohnung, weil für sie noch kein neuer Mieter gefunden war. Einen Schuppen und einen Stall, die der Mann zu seinem inzwischen eingestellten Ge- werbebetrieb gegen besondere Miete benutzt hatte, konnte der Hauseigentümer anderweitig vermieten. Wegen der Wohnung ging er mit Klage gegen die Frau vor, und er erwirkte ein R ä u ,n u n g S u r t e i l. Die Vollstreckung unterblieb zunächst, weil der Gerichtsvollzieher erfuhr, daß er eS mit einer Kriegerfrau zu tun hatte. Die Frau behielt weiter die Wohnung, ohne den Micteanspruch des Hauseigentümers bestiedigen zu können und wurde später auf erneute Klage wiederum verurteilt. Schließlich schritt dann im Auftrage des Hauseigentümers ein Gerichtsvollzieher zur Vollstreckung des Räumungsurteils. In der vorigen Woche ließ er, während die Frau mit ihrem Kinde zu Besuch bei einer Verwandten war. die Wohnung öffnen. Die ganze Habe des Ehe- Paares wurde hinausgetragen, aber nicht im Hause selber in einstweiliger Verwahrung behalten, sondern auf einen Wagen gepackt und nach der Pfandkammer geschafft. Als die Frau heim- kam, fand sie an der Tür einen Zettel des Gerichtsvollziehers, der ihr die Räumung mitteilte und Aushändigung der in der Pfand- kammer verwahrten Sachen anbot. Da sie weder in die Wohnung hineingelangen, noch bei dem Verwalter sich Zutritt und Auskunft verschaffen konnte, geriet sie in große Erregung, wobei sie auf dem Treppeuflur eine Fensterscheibe zerbrach. Ein Schutzmann führte die Frau mit ihrem Kinde zur nächsten Polizeiwache, von wo sie nach dem Gewahrsam des Polizeipräsidiums gebracht wurde. Die Rächt hindurch behielt man sie dort, während das Kind im Waisenhaus Auf- nähme fand. Am folgenden Tage wurde die Frau entlasten, so daß sie ihr Kind aus dem Waisenhaus abholen und Zuflucht bei Ver- wandten suchen konnte. Der Ehemann, der nach einer in Rußland erlittenen Verwundung in einen Garnisonort der Mark überwiesen worden war, kam auf schleunige Benachrichtigung mit sofort er- haltenem Urlaub nach Berlin. Aber an der vollzogenen Exmission, deren Opfer nicht nur seine Frau, sondern tatsäch- lich auch er geworden war, vermochte er nichts zu ändern. Mit dem Angebot, die in der Pfandkammer verwahrten Sachen dort aus- zuliesern, ist der Frau auch nicht genutzt, weil sie die Kosten des Rücktransports bezahlen müßte. Bei der Räumung ist auch das Unentbehrlichste mit in die Pfandkammer geschafft worden, dar- unter die Bellen, die Kleider, vorhandene Nahrungsmittel, allerlei Schriftstücke, selbst der bei Abhebung der Kriegsunterstützung vor- zulegende NnterstiZtzungSschein. Der BezirlSdorsteher, dem die Frau ihre Sache vortrug, gab für-Z erste eine sofortige Beihilfe von einigen Marl. Dem Armenvorsteher, zu dem sie ein paar Tage später ging, sagte sie. dast ihr zur Beschaffung einer anderen Wohnung die Mittel fehlen uchd ihr auch Verwandte nicht dauernd Unterkunft gewähren tonnen. Sie erklärte, ins Obdach gehen zu wollen. S8Ä Arzneimittel verteuert. Der soeben erschienene Nachtrag zur Deutschen Arzneitaxe bringt eine Verteuerung von nicht weniger wie 382 Arznei- Mitteln. Von den gewöhnlichen Hausarzncimitteln kosten fortan 10 Gramm Perubalsam 95 Pf.(bisher 55 Pf.), 10 Gramm Kamphor 30 Pf.(bisher 20 Pf.), 10 Gramm Lanolin 15 Pf. (bisher 10 Pf.), 10 Gramm Opium 2,10 M.(bisher 1,25 M.), 10 Gramm Vaseline 15 Pf.(bisher 5 Pf.), das halbe Kilo- gramm 4M.(bisher 1,40 M.). Sowohl für Private als auch für die Krankenkassen wird diese Verteuerung nicht zu unter- schätzen sein. Kriegsopfer! Städtischer Schmalzverkauf. Wie wir bereu» mitgeteilt haben, findet zurzeit ein städtischer Verkauf von Schmalz nicht statt. Erst vom 1. Noventbet ab wird die Abgabe von Schmalz aus städtischen Beständen durch den Ratio- nalen Frauendienst, aber nur an bedürftige Kriegerfrauen, erfolgen. Da» Nähere über die Art der Verteilung wird noch be- kanntgegeben werden._ Gegen hohe Marmeladenprcise. Der Fachausschuß der Preis- Prüfungsstelle Berlin bat sich von neuem mit der Piüsung der Mar- incladenpreise im Groß- und Kleinhandel befaßt und beschlossen, sich nunmehr auch an die Reichsprüfungsstelle mit dem Antrage zu wenden, sofort Maßegeln zur Verhinderung einer weiteren Sieigerung der bereits sehr hohen Preise zu treffen. Tödlicher Eisenbahnunfall. Einen entsetzlichen Tod hat der SZjährige Kesselschmied Hermann Selchow aus Heiligensee gesunden. S., der in einer dortigen Fa- brik beschäftigt war, hatte am Montag bis 12 Uhr nachts ge- arbeitet. Der späten Stunde wegen wollte er sich den Heimweg abkürzen und ging deshalb den Bahndamm entlang. Beim Ueber- schreiten der Gleise geriet Selchow in der Dunkelheit mit dem rechten Fuß in eine Weiche, in die der Stiefel fest eingeklemmt wurde. Ehe sich S., der zu Boden gestürzt war und sich wohl da- bei verletzt hatte, befreien konnte, nahte ein Personenzug, dessen Führer die Hilferufe des Verzweifelten nicht hörte und den Verunglückten auch nicht sehen konnte. Selchow wurde überfahren, wobei ihm beide Füße über den Knöcheln abgetrennt wurden. Da der Unfall von dem Zugpersonal nicht bemerkt worden war, blieb der Bedauernswerte bis zum frühen Morgen in seiner entsetzlichen hilflosen Lage. Als er gegen ö Uhr von Bahnarbeitern aufgefunden wurde, gab er nur noch ganz schwache Lebenszeichen von sich und starb bald darauf infolge Verblutung. Vorsicht bei Liebesgabensendunge». Von amtlicher Stelle wird mitgeteilt: Wie schon früher werden auch neuerdings wieder vielfach Klagen laut über Konserven aus Fleisch, Schinken, Schmalz. Obst, Fleisch mit Gemüse usw., die unseren Soldaten von ihren Angehörigen als Liebesgaben ins Feld gesandt werden. Trotz hoher Preise sollen solche Konserven vielfach entweder nur ganz geringe Mengen genießbarer Nahrungsmittel enthalten oder gänzlich ungenießbar sein. Größte Vorsicht beim Ankauf ist daher am Platze, damit nicht durch die Uebersendung minderwertiger oder schädlicher Konserven bei unseren Kriegern Enttäuschungen oder Gesundheitsstörungen verursacht werden. Konserven sollte man als Liebesgabe nur dann zum Versand bringen, wenn man sich von ihrer Güte zuvor durch Er- probung der gleichen Marke überzeugt hat. Aehnlich liegt der Fall mit Genußmitteln, die als Milchersatz, als Grogwürfel, als Punsch-, Tecpunsch-, Grog- usw. Tabletten in den Handel gebracht werden. Auch bei der Herstellung dieser Liebesgaben wird oft mit unlauteren Mitteln gearbeitet. Das Publikum wird maßlos überteuert und die Ware besteht oft aus ganz kvertloscn Präparaten. Liebesgaben dieser Art und Konserven, die auf der Verpackung nicht außer der Inhaltsangabe die Firma und den Wohnort des Fabrikanten tragen, sollten überhaupt nicht gekauft werden. Gegen Fabrikanten und Händler aber, die in betrügerischer Weise Konserven mit einem ihrem Inhalt auch nicht annähernd entsprechenden Preise in den Handel bringen, sollte jeder einzelne im Interesse der Allgemeinheit auf das schärfste vorgehen. Derartige Fälle ge- hören unbedingt vor den Staatsanwalt. Sendungen nach dem Kriegsschauplatz. Die„Spoditions- und Schiffahrts-Zeitung" schreibt: Die Praxis hat ergeben, daß Sendungen nach den im Militärbetriebe befinidlichen Eisenibahncn des westlichen und östlichen Kriegsschauplatzes vielfach in einer unvorschrifts- mätzigen Verpackung zur Auflieferung gelangen, wodurch mit Kosten verbundene Verzögerungen der Sendungen veranlaßt werden. JnAbesondere werden für die innere Verpackung der Sen- düngen sehr häufig bedruckte oder beschriebene Papiere verwendet. was durchweg unstatthaft ist. Denn wenn solche Verpackungs- mängel bei der amtlichen Nachprüfung vorgefunden werden, so unterliegen die Sendungen der Beschlagnahme durch die Militär- behörde. Solche Sendungen werden dann nach den Grenzstationen zurückgeleitet, damit die Verpackungsmängel beseitigt werden können. Im Interesse eines geregelten Güterverkehrs sollte der Verpackung von Sendungen nach den besetzten Gebieten der Kriegs- schauplätze größte Aufmerksamkeit zugewendet werden. Eine neue städtische Kinderlesehalle wird Donnerstag, den 23. Oi- tober 1915, nachmittags 3 Uhr, im städtischen Dienstgebäude, Bad- stratze Iva, eröffnet werden. Das ausgesetzte Kind. Eine KindeSaussetzung beschäftigt die Kriminalpolizei. Als eine Bewohnerin des HaufeS Koppenstr. 74 gestern morgen kurz vor 9 Ubr über den Flur kam, börte sie etwas wimmern. Sie sah nach und fand in einer kleinen Nische zwischen der Haustreppe und dem Äelleretngang ein Bündel, das ein etwa drei Tage altes Mädchen enthielt. Das Kind war in ganz sauberer Watte eingepackt und in ein weißes, wollenes Schuliertuch, wie polnische Frauen sie wohl zu tragen pflegen, und in ein graues braunkariertes Umschlagetuch eingewickelt. Die Pförinerftau, der die Mieterin den Fund übergab. nahm sich de« Kindchen» an und brachte es in ihre Wohnung. Hier fand sie in dem Paket folgenden Brief: Eine unglückliche Mutier bittet den Finder de» KindeS, dasselbe in Pflege zu nehmen oder anderweitig in gute Pflege zu geben, da die Mutter hofft, ihr Liebstes noch einmal wiederzusehen. Das Kind heißt Gabriele. Nur eine liebende Mutter kann empfinden, was es für einen Kampf ge- kostet bat. das arme Geschöpf auszusetzen. Die Not der Zeit er« fordert dieses Opfer. Dem Schreiben war ein Zwanzigmarkschein beigelegt. Die Pförtnerfrau brachte das Kind nach dem zuständigen 95. Revier in der Fruchtstraße und nahm es dann zur Pflege einst- weilen wieder mit nach Hause, bis es gestern nachmittag nach dem Waisenhause abgeholt wurde. Die Mutter ist noch nicht ermittelt. Tödlicher Unglücksfall bei einem Flicgeraufstieg. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde auf dem nach Neukölln zu gelegenen Teile des Tempelhofer Feldes in der Nähe der Herriurihstraße bei dem Aufstieg eines dort gelandeten Fliegers ein achtjähriger Knabe angefahren. Der Kleine wurde von einem Pro- peller erfaßt, der ihm den Schädel zertrümmerte und einen Arm ausriß. Der Knabe war sofort tot. Tie Ermäßigung der Brennspirituspreise. Um die Verbilligung des Brennspirilus dem Publikum schneller zu-tängig zu machen, hol die Spiritus-Zentrale sich bereit erklärt, den Klemhändtern, die ihre alten Bestände schon jetzt zu den um 15 Pf. ermäßigten Preisen verlaufen Ivollett, den Preisunterschied zurücknivergüteit. Der Kleinhandel ist sonach in der Lage, seine Kundschaft alsbald zu den herabgesetzten Preisen, nämlich 45 Pf. für 1 Literflasche zu 95 Proz., 42 Pf. für 1 Literflasche zu 99 Proz. zu bedienen. Liebcstragödie. Eine Liebestragödie bat allem Anschein nach bei Grünau mit dem Tode eines jungen Paares ein Ende gefunden. Dort iand man Dienstag früh in der Fotst am Uier der Dahme einen Männerhut, eilten Ueberzteher und einen Spa perstock und dabei einen Frauenhut und eine Handta'che. Wie festgestellt ist, gehören die Sachen einem 19 Jahre alten Dreher Otto Wutstock ans der Badstraße und einer 17 Jahre alten Atbettertn Matiha Hirschberg aus der Finnländischen Straße, die seit einigen Tagen vermißt werden. Die jungen Leute. die miteinander ein Liebesverhältnis uttlerhieUen, sollten sich heute Iretttten, glaubten aber, das nicht überleben zu können. Sie sandten von Grünau aus den Eltern Abschtedsbrieie und das Geld, das sie noch besaßen. Nach diesen Briefen und dem Funde am Ufer ist daS Paar wohl an der Dahmeforst ins Wasser gegangen. Die Leichen sind noch nicht gefunden. Wegen Unzuvcrlässigkeit verboten. Das Königliche Polizeipräsidium teilt mit: Auf Grund der BundeSratsverordnung vom 23. September 1915 beireffend Fernhaliung unzuverlässiger Personen vom Handel in Verbindung mit Ziffer 1 der AusführuttgSbestimmungen des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 27. Scptentder 1915 hat der Polizeipläsident der Firma Sigmund Dellbeim, G. m. d. H., Bertin L>, Sch'.cklerstr. 3. durch Verfügung den Handel mit Großvieh- häuten wegen Unzuverläfsigkeit tn bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt._ Tie Leistung der städtischen Zentrale in Buch. Die die städtische Anstalt in Buch versorgende Zentrale in Buch hat soeben ihren VeiwaliungSbertchl für das Elatsjahr 1914 ver- öffentlicht, aus dem wir einige interessante Zahlen entnehmen. ES wurden in dem Rechnungsjahre 135 804 394 Kilogramm Dampf und 1 575 999 Ktlowaltnunden eleltrtichen Stromes erzeugt. Etwa 529999 Äubtlmeter Wasser wurde durch die Zentrale gefördert. Dre Zeniral-Waichansiali wusch 798 859 Kilogramm Wäsche und in der Bäckerei der Zentrale wurden 975 999 Kilogramm Brot und Semmeln gebacken._ Gefunden wurde am letzten Sonntag in den Mila-Sälen (beim Lichtbildervortrag für die Arbeiterjugend) ein Armband. Das- selbe kann abgeholt iverden bei Kurt Schönfelder, bl 58, Kopen- Hagener Straße 42. Kleine Nachrichten. Die 42 Jahre alte Schuhmacherfrau Marie Ringl aus der Bernauer Str. 23, deren Mann als Landsturmmann eingezogen ist und die das lleine Geichäfl seitdem allein betrieb, bekam vor sllns Wochen einen so schweren Anfall von Geistes- gestörthert, daß sie nach Herzberze gebracht werden mußte. Nach 14 Tagen tonnte sie als gebesiert zutücktehren. In einem neuen Anfall vergiftete sie sich Dienstag mit Leuchtgas.— Die 94 Jabre alte Tffchlermeisterwitwe Ida Hammermann aus der Bellermann- straße 99 wurde Dienstag, nur mit Nachijacke und Unterrock be- kleidet, in der mit Gas angefüllten Küche tot neben dem Herde liegend aufgefunden. Der Hahn des Kochers stand auf. Die alte Frau litt feil Jahren an Schwindelanfällen und ist wahrscheinlich verunglückt, als sie Kaffee kochen wollte. /tos den Gemeinden. Erhöhte Unterstützung der Kriegerfamilie» in Lichtenberg. Vom 1. November ab werden in allen Fällen, in den bis- her volle KrtegSunterstützung und Mietsbeihilse gewährt wurde, folgende Sätze gezahlt: Ehefrau ohne Kind 8 6 M., mit Kind 47 M., mit zwei Kindern 69 M. und für jedes weitere Kind 15 M. pro Monal mehr. Die gleichen Sätze werden auch gewährt, wenn die Miere deswegen nicht gezahlt, weil gegen Hausreintgung und Ver- waltung freie Wohnung gewährt wird. Das Mietsamt wird ermächligt, in Fällen großer Bedürftigkeit 69 Proz. des Mietszinses als Miels beihtlfe zu gewähren, auch wenn der Vermieter 15 Proz. des Mietszinses nicht nachzulassen in der Lage ist. Das Mietsamt ist berechtigt, Mietsbeihilfe auch dann zu ge- währen, wenn zwar Nebeneinkünfle vorbanden sind, aber eine große Bedürftigkeit die Gewährung der Mteisbeihilfe erforderlich macht. Hietbet werden NebenetnkLnste bis 19 M. pro Monat überhaupt nicht berücksichtigt. Ein monatlicher Arbeitsverdienst bis 29 M. wird ebenfalls nicht berücksichtigt. Von dem darüber hinaus- gehenden Arbeitsverdienst ist nur die Hälfte zu berück- sichtigen.erdurch erforderlich werdenden Ergänzungs- wählen sind für die dritte Abteilung auf Sonntag, den 14. November d. I., von mittags 12 Uhr bis nachmittags 5 Uhr, für die zweite Abteilung auf Dienstag, den 16. November d. I.. von 1— 6 Uhr nachmittags und für die erste Abteilung auf Donnerstag, den 13. November d. I., von 3—5 Uhr nachmiilaas angesetzt. In der dritten Abteilung scheiden aus: Rechnungsrai Marsch<2. Be- zirk), Lagerhalter Reiche(3. Bezirk). Schriflsteller Eduard Bernstein(4. Bezirk), Restaurateur Obst(4. Bezirk), Gast- Wirt Fintel(7. Bezirk), Maurer Woltram(8. Bezirk), Rentner Bismark<9. Bezirk), Tischlermeister G. Hoffmann(9. Bezirk). Es sind zu wählen von der dritten Abteilung acht Stadtverordnete, von der zweiten Abteilung sieben Stadtverordnete und von der ersten Abteilung ebenfalls sieben Stadtverordnete. Durch das Los ist be- stimmt, daß mindesten» je ein Hausbesitzer gewählt werden tttuß in der dritten Abteilung im 2., 4.. 7., 8. und 9. Bezirk. Milchkarten in Neukölln. Die Krtegsnotstandskommnsion hat sich veranlaßt gesehen. Maß- nahmen zu treffen, die die Versorgung der milchbedürftigen Ein- wobner gewährleisten. Die Milchabgabe soll nach folgender Gruppen- einleilung erfolgen: 1. Säuglinge im Alter bis zu einem Jahre, 2. stillende Mütter und Kranke, 3. Kinder im Atter von 1 vis 6 Jahren. Gruppe 1 hat unbedingten Anspruch, Gruppe 2 soll bei Milch- knappbeit in geringem Umfange beschränkt und Gruppe 3 auf die halbe Milchmenge herabgesetzt werden können. Nach dem gegenwärtigen Stande der Milcherzeugung bezw. Zu- fuhr wird es noch möglich sein, daß die Mtlchlieferanten ihre bis- herigen Kunden mit Milch befriedigen können. An diesen Zuständen soll so lange nichts geändert werden, als die vorbezeichneten milch- bedürftigen Personen noch ihren Milchbedarf decken können. Um je- doch den minderbemittelten Einwohnern schon jetzt Gelegenheit zu einem billigen Milchbezuge zu geben, ist mit der Meierei I. Schmidt Söhne eine Vereinbarung dahin getroffen, daß vom 1. November d. I. ab den milchbedürftigen Personen zumPteise von 2 8 P f. täglich ein Liier Vollmilch geliefert wird. Minder- bemittelte Einwohner, insbesondere Kriegerfamilien, welche vois ihrem bisherigen Lieseranten keine Milch mehr erhalten, können- vorausgct'etzt, daß sie zu den vorstehend unter 1—3 bezeichneten Personen gehören, bezw. solche zu unterhalten haben— Anspruch auf den städtischen Milchbezug erheben. Mtlchkarien für die vor- bezeichneten Personen können vom D o n n e r s l a g, den 23. d. M. ab, im Rathause, Eingang Donaustraße, 1 Ttepve. Zimmer Nr. 136 7 beantragt werden. Es enwfiehlt sich den Nachweis der Berechtigung durch Vorlegung der Familienstammbücher oder ähnlicher Ausweis- vaprere zu führen. Für Kranke genügt zunächst die Angabe der Krankheit. Die Karte berechtigt zum vorzugsweisen Milchbezug nur bis 19 Uhr vormittags. Fleischkarten in Pankow. Die von der Gemeinde durch Gewerbetreibende zum Verkauf gelangenden Lebensmittel dürfen vom 1. November an nur gegen Vorzeigung der vom Einwobner-Meideamr, Rathaus, Zimmer Nr. 15, ausgegebenen Lebensmiltel-BezugSkatte gekauft werden. Familien, die in Pankow ansässig sind, haben bis zu drei Köpfen Anspruch aus eine, größere Familien Anspruch aus zwei solcher Karten. Es darf wöchentlich Speck nur 1 Pfund, Schmalz nur'/e Pfund, Reis nur 1 Pfund gekauft werden. Beim Kaufe von Fleischkonierven gilt die Beschränkung, daß nickt mehr als zwei Büchsen der gleichen Sorte, bei Eiern, daß nicht mebr als acht Stück auf einmal gekauft werden dürfen. Die Ge- schäfte, in denen die Lebensmittel der Gemeinde feilgehalien werden, müssen durch Aushang der rolen bezw. gelben Plakate kenntlich sein, auf denen die Prciie der Lebensmittel verzeichnet sind. Preis- änderungen auf den Plakaten sind nur verbindlich, wenn sie durch daneben geletzten Amtsstempel beglaubigt sind. Zuwidei Handlungen gegen diese Vorschriften find dem Gemeindevorstande mitzuteilen. Vergebung von Ackerland. Dem Köpenicker Magistrat sind wieder von Grundeigett- lümern Ländcreien für Bestellung mit Feldsrüchten für den Sommer 1916 zur Verfügung gestellt worden. Dtejettigen Inhaber von Landparzellen, denen bereits in diesem Jahre Landflächen überwteirit und die für das nächste Jahr wieder daraus reflektieren, müssen einen neuen Antrag stellen. Diesbezügliche Anträge und Meldungen von Neubewerbern werden im Stadlbauamt Montags und Dienstags vormittags von 19 bis 12 Uhr bis auf weiteres entgegengenommen. Tas Steglitzer Mietseinigungsamt erstattet seinen ersten Bericht, der die Zeit vom 25. März bis 28. September umsaßt. In 29 Sitzungen wurden 374 Streitigkeiten verbandelt, von denen 239— 62 Proz. zu einem Vergleich führten, 14 Parteien erklärten sich außergerichtlich einigen zu wollen. In 76 Fällen konnte eine Einigung nicht herbeigeführt werden. 32 Per- sonen leisteten der Vorladung leine Folge und 19 Personen konnten erst durch Strafandrohung zum Erscheinen bewogen werden. 5 An- träge wurden zurückgezogen und 17 mal mußten die Termine ver- legi werden. Vom November votigen Jahres ab bis zur Errichtung des Mietsetnigungamtcs in seiner jetzige» Gestalt hatte es Herr Gcmeindevcrordneter Korlhaus übernommen, die widerstrebenden Jnteresien zwischen Vermietern und Mietern auszugleichen. Es gelang ihm dies in 227 Fällen von insgesamt 284 Termittssachen; in weiteren!8 Fällen erklärten sich die Parteien zu außergerichtlicher Einigung bereit. 39 mal waren auch seine Bemühungen, eine Einigung zwischen den Parteien zu erzielen, leider vergebens. Das Hypotheken-Einigungsamt wurde nur viermal in Anspruch genommen. Drei Vergleiche waren der Erfolg. Kunstabend der Stadtgemeinde Neukölln. Mittwoch, den 3. No> vember 1915. abends 8�/.z Uhr. veranstaltet die Stadtgemeinde Neu« kölln in der Aula der Realschule, Boddinftraße 34—41, einen Lieder- und Arienabend mit dem Kgl. Hofoperniänger Johannes B i s ch o f f vom Kgl. Opernhaus, unter Mitwitkung von Professor Mayer-Mahr. Herr Bischoff bringt neben Werken von Schubert und Richard Strauß das Lied an den Abendstern aus dem.Tannhäuier' sowie Wotans Abschied und Feuerzauber aus der.Walküre" von R. Wagner zu Gehör, während Herr Profesior Maqer-Mabr die Rhapsodie Nr. 6 von F. Ltszt vortragen wird.— Eintrittskarten zu 59 Ps. für Saalplätze und zu 39 Pf. für Balkonplätze sind bei den Vorwärts- spedttionen Neckarstraße 3 und Siegfriedstraße 27 sowie an der Abendlasse erhältlich._ Soziales. Werkvertrag oder Arbeitsvertrag? Eine Zuständigkeitsfrage hatte gestern die Kammer 3 des Gewcrbegcrichts zu entscheiden. Den Anlaß dazu gab eine Klage von vier Zimmerern, die für die B a u f i r m a Franz S ch e r e r Baracken im Osten aufgestellt und noch einen Rest- lohn von 1097,90 M. zu fordern haben. Die Firma hat die Auszahlung des Restlohnes verweigert, weil ihrer Behauptung nach die in Akkord gemachten Arbeiten mangelhaft ausgeführt waren und deshalb nachgearbeitet werden mußten. Die beklagte Firma bestritt die Zusländigketi des Gewerbegerichts mit der Begründung, sie habe mit einem der Kläger, dem Zimmer- meister Hensel, einen Wetkverirog abgefchlosien. Danach sei Henkel selbständiger Gewerbetretbender, die übrigen drei Kläger seien seine Arbeiter. Nut Hensel habe eine Forderung an die Firma. Für seine Klage sei das ordentliche Gericht zuständig, da werde die Firma Beweis führen für die mattgelhafle Aussübrung der Arbeiten. In dem vorgelegten Vertrage, den die Firma Scherer mir Heniel abgeschlossen hat, ist im wesentlichen folgendes vereinbart: Hensel übernimmt für einen bestimmten Lohnsatz die Aufstellung der Ba- racken. Er verpflichtet sich, noch weitere drei Zimmerer anzustellen, mit diesen in den Dienst der Firma j;u treten und die Ver- sicherungsbeiträge siir sich und seine Kolonne aus seine Kosten zu übernehmen. Der Kläger Hensel erklärt das Zustandekommen des Vertrages so: Er habe als selbständiger Zimmermeister ge- arbeitet, die drei Mitkläger seien bei ihm beschäfligt gewesen. Als seine eigene Arbeit zu Ende war, habe er die Arbeit bei der Firma Scherer angenommen, aber nicht als Unternehmer, sondern als Arbeiter. Bei seiner Einstellung habe ihm die Firma gesagt, er solle die bisher von ihm beschäftigten Zimmerer mitbringen und der Einfachheit wegen sie nicht bei der Krankenkasse abmelden, sondern sie auf seinen Namen stehen lassen und auch den Beitrag für sie zahlen. Das sei denn auch geschehen. Daß sein Vertrag mit der Firma kein Werk-, sondern ein Arbeitsvertrag sei, gehe aus dem Passus hervor, daß er mit den übrigen Klägern in den Dienst der Firma trete. Hierzu sagte der Vertreter der Firma: Ihr gegenüber sei Hensel selbständiger Unternehmer gewesen. Dem Mililär-Bauamt gegenüber habe er aber nicht als selbständiger Unternehmer gelten dürfen, weil das Bauamt mit Zwischcnunter- nebmern nichts zu tun haben wolle. Das Gericht erklärte sich für zuständig, weil nach dem vorliegenden Vertrage der Kläger Heniel nicht als selbständiger Gewerbetreibender, sondern als Arbeiter anzusehen sei. Unter diesen Umständen hätte die Be- klagte die Arbeilen während der Ausführung prüfen und etwaige Nachbesserungen verlangen müssen. Zurückbehaltung des Lohnes wegen nachträglicher Bemängelung der Arbeiten sei dem Arbeiter gegenüber nicht zulässig. Aus diesen Gründen wurde die Firma zur Zahlung der von den Klägern geforderten Summe v e r- urteilt. Hartnäckiger Streit um die Unfallrente. Wie ein Unfallprozetz sich in die Länge ziehen kann, zeigt ein jetzt vorm Reichsversichcrungsamt zugunsten des Verletzten geführter Prozeß. Ein Maurer aus Berlin erlitt am IS. Oktober 1910 bei dem Ausbau des Westminster-Hotels einen Unfall, bestehend in einem Knöchelbruch des rechten Fußes. Da der Ausbau in eigener Regie ausgeführt wurde und der Direktor erklärte, daß der Verrieb bei der Nahrungsmittelindustrie- Berufsgenossenschast versichert sei, wurde zunächst bei dieser Anspruch erhoben. Diese erklärte, daß die Nordöstliche Baugewerks-Berufs- g e n o s s e n s ch a f t in Betracht käme. B. wurde jedoch von dieser an die Nordöstliche Eisen- und Stahlberufs- genossenschaft verwiesen..Da einer von dem anderen nicht leiden wollte, daß er zahlte, zahlte keiner von den beiden/ Auf erhobene Beschwerde beim Reichsversicherungsamt erklärte sich dann die Nordöstliche Baugewerks-Berufs- genossenschaft bereit, in das Entschädigunasverfabren einzutreten. Diese setzte für die Folgen des Unfalls eine Rente von 16 Proz. fest. Auf eingelegte B e r u fu n g beim Schiedsgericht kür Arbeiterversicherung(Stadtkreis Berlin) wurde dann diese Rente für die ersten acht Monate auf 2S Prozent erhöht. Jniolge eingetretener Verschlimmerung der Unfallfolgen— es war Schüttellähmung eingetreten— wurde im November 1912 ein Antrag auf Erhöhung der Rente und Uebernahme des Heilverfahrens gestellt. Der Antrag wurde abgelehnt, weil ein Zusammenbang zwischen den Zittererscheinungen und dem Unfall nicht vorhanden sei. Die dagegen eingelegte Berufung wurde im Februar 1913 vom Oberversicherungsamt Groh-Berlin zurückgewiesen. Es wurde Rekurs beim Reichsversicherungsamt eingelegt. Dies forderte Gutachten und Oberguiachten ein. Die Genossenschaft wurde zur Zahlung einer SO proz. Rente für die Zeit vom 22. No- vcmber l9l2 bis 80. April l9l3 und vom 1. Mai 1913 ab zur Zahlung der Vollrente statt der 15 proz. Rente verurteilt. Folgende Sätze aus der Begründung der Entscheidung seien wiedergegeben:.Es ist hiernach nicht zu verkennen, daß die Unterlagen, die dem erkennenden Senat aus medizinischem Gebiet zur Verfügung standen, keine u n- bedingt sicheren sind und bei der Art des Leidens und seiner viel- fachen Entstebungsmöglichkeit erklärlich ist. Jnsolgedessen war dem Senat eine zwciselsfreie Beantwortung der Streitsrage auch nicht mög- lich. Gestützt auf die Ausführungen der Sachverständigen Dr. K., Dr. B., Geh. Medizinal-Rat Dr. L. in Verbindung mit dem Tat- sachenmaterial, das insbesondere ergibt, daß der Kläger bis zum Uniall ein gesunder und vollwertiger Arbeiter gewesen ist, hat der Senat aber die Ueberzeugung erlangt, daß im vorliegenden Falle ein hoher, und zwar ein an Sicherheit grenzender Fall von Wahrscheinlichkeit dafür besteht, daß dem Unfälle die Schuld an der Entstehung der Schüttel- lähmung beizumessen ist/ I. a 3999/13— 15 A. Damit hat ein nahezu drei Jahre währender Rentenstreit sein Ende erreicht. Der schweizerische Arbeitcrschutz in den Jahren �313/14. Das Volkswirtschaftsdepartement in Bern veröffentlicht die Berichte der 25 Kantonsregierungen über die Durch- führung der Arbeiterschutzgesetze in den beiden Jahren 1913/14, in denen auch die Kriegswirkungen auf die schweizerische In- dustrie zum Ausdruck kommen. So ist im Jahre 1914 die Zahl der dem Fabrikgesetz unterstellten Betriebe um 23 auf 6098 zurückgegangen, der erste Rückgang von einem Berichtsjahr zum anderen während des 38jährigen Bestehens des Gesetzes. Da- bei verzeichnen 10 Kantone einen Rückgang der Betriebe, 13 eine Zunahme und zwei ein Gleichbleiben. Der Rückgang der Betriebe würde noch ein größerer sein, wenn nicht den 229 Streichungen auf der Fabrikliste 206 Neuuntcrstellungen gegenüberstehen würden. An den Streichungen ist die Stickcreiindustrie stark beteiligt. Manche Betriebe wurden wegen Mangel an Aufträgen, andere wegen Kon- kurs eingestellt; mehrere Betriebe wurden wegen Verminderung der Arbeiterzahl von der Fabrikliste gestrichen oder auch wegen der Fusion von Firmen. Besonderes Interesse bietet die Vermehrung der Uhrenfabriken im Kanton Neuenbürg von 509 auf S16. Bei den Neuunterftellungen handelt es sich um neuentstandene wie auch um solche Betriebe, die ihre Arbeiterzahl vermehrten und so unter das Fabritgefetz kamen. Fast völliger Stillstand trat ein in der in- dustriellen Bautätigkeit während der Kriegs- zeit. So hatte im Kanton Zürich die Regierung in den ersten sieben Monaten 40 Pläne für Fabrikneubauten zu begutachten, in den fünf Kriegsmonaten aber nur noch acht. Einen Rückgang haben auch die Fabrikunfälle im Äriegsjahr erfahren. Im Kanton Solothurn, wo kürzlich in der Mümliswiler Kammfabrik das große Explofions- und Brandunglück stattfand und wobei 32 Personen getötet und 40 verwundet wurden, war am 25. August 1914 in der Zellulose- und Papierfabrik Baistal der Zellulosekocher explodiert, der fünf Arbeitern das Leben kostete. Tie nachherige Untersuchung des explodierten Kochers ergab das Vorhandensein alter technischer Mängel; allein er war nicht re- visionspslichtig und es hatte sich so niemand um ihn geküm- mcrt. Im übrigen macht der kantonale Fabrikinspektor in Solo- thurn für die Vermehrung der Unfälle zutreffend die heutige Pro- duktionsweise verantwortlich,„die dazu nötigt, möglichst viel in kurzer Zeit herzustellen und die Erzeugnisse recht billig auf den Markt zu bringen. Tritt dann eine weitere Besserung der Geschäfts- läge ein, so müssen die günstigen Konjunkturen besonders ausgenützt werden; das Hasten und Jagen nimmt zu, damit aber notgedrungen auch die Zahl der Betriebsunfälle". Konsequenterweise hätte der solothurnische Fabrikinspektor gegen die von ihm so schwer beschul- digte Produktionsweise Stellung nehmen und ihre Ersetzung durch ein vollkommneres System voqchlagen müssen. Aber mit solchem Sozialismus würde er seine Existenz aufs Spiel gesetzt haben. Aus den Kantonen Tessin und Genf werden die Tagelöhne von verunglückten Arbeitern mitgeteilt. In dem industriell rückständigen Tessin werden Tagelöhne von 1,20 Frank, 1,60 Frank, 1,70 Frank, 2 Frank bis 9,46 Frank im Maximum ver- zeichnet. Nur 14 von 77 verunglückten Arbeitern hatten einen Tagelohn von mehr als 5 Frank, 63 einen geringeren. Im Gegensatz zu Tessin bilden im Kanton Genf Ardeiter mit Tagelöhnen von unter 6 Frank mit nur 13 gegen 70 Arbeiter mit höheren Löhnen bis zu 10 Frank eine Minderheit. Die Kantonsregierungen berichten von Mißstände« aller Art in den Fabribetrieben und von häufigen Uebertretungen aller Bestimmungen der Arbeiterschutzgesetze. Gegen die deswegen ver- hängten milden und unwirksamen Geldbußen wendet sich der Solo- thurner Bericht mit den Worten:„Da vermutlich nur ein Teil der vorkommenden Gesetzübertretungen ermittelt wird, sollte der Richter im Interesse eines der sozialpolitischen Absicht des Gesetzgebers ent- sprechenden Gesetzesvollzuges durch die Urteile warnende Exempel auch für andere fehlbare Unternehmer statuieren." Gerichtszeitung. Versuchte Bestechung eines Feldwebels. Gtne Anklage wegen versuchter Bestechung eines Mitgliedes der bewaffneten Macht beschäffigte gestern die 3. Strafkammer des Landgerichts I. Ter Angeklagte, Kaufmann Hermann Winterfelder in Charlottenburg, ist Vertreter einer großen Tüllfabrik. Er hatte gehört, daß die Militärbehörde Bedarf an Mückennetzen und Fliegenschleiern habe und begab sich eine? Tages nach dem Kriegs- Ministerium, um eine Offerte zu machen. Im Vorzimmer des zu- ständigen Oberstabsarztes Dr. Niehues fertigte ihn zunächst der Sanitätsfeldwebel Meidele ab, der laut einer angeschlagenen Be- kanntmackung dafür zu sorgen hat, daß Dr. N. nicht durch persön- liches Vorsprechen solcher Lieferanten von seinen Dienstgeschäften abgebalten wird. Nach der Bekundung des Feldwebels habe der Angeklagte ihm die Bitte ausgesprochen, doch die mitgebrachte Kollektion dem Oberstabsarzt vorzulegen, und als er dahin be- schieden sei, daß es so etwas nicht gebe, er sich vielmehr schriftlich an die Medizinalabteilung wenden müsse, habe ihm der Angeklagte eine Zigarre angeboten, die aber abgelehnt worden sei. Nach einigen Tagen sei der Angeklagte mit einer neuen Kollektion wieder erschienen und habe versucht, Zutritt zum Oberstabsarzt zu erhalten. Bei dieser Gelegenheit soll nun der Angeklagte dem Feldwebel z w e. Fünfmarkscheine haben in die Hand stecken wollen, und als' er damit entschieden abgewiesen wurde, die beiden Scheine unter einen Aschbecher geschoben haben mit der Bemerkung: er habe nichts gesehen. Der Feldwebel hat sofort dienstliche Anzeige von dem Vorfall gemacht und damit die Strafanzeige wegen B e- stechung und Beleidigung veranlaßt. Der Angeklagte erklärte, daß er von der Hingabe von Geld absolut nichts wisse und wohl bei dem Belastungszeugen ein Irrtum in der Person vorliegen müsse. Zeuge Meidele erklärte aber jeden Irrtum für ausgeschlossen und sprach die Vermutung aus, daß er durch Geld wohl veranlaßt werden sollte, sich für den Angeklagten zu interessieren und ihm vielleicht recht frühzeitig Mitteilung zu machen, ob er Aussicht habe, die Lieferung zu erhalten.— Der Staatsanwalt hielt den Talbestand der Bestechung für vorliegend, da der Zeuge zweifellos zu einer Verletzung der Amts- und Dienstpflicht veranlaßt werden sollte. Ein solches Vorgehen sei in der heutigen schweren Zeit doppelt verwerflich. Er beantragte, mildernde Umstände aus- zuschließen und den Angeklagten zu einemMonatGefängnis zu verurteilen.— Rechtsanwalt Dr. Alsberg beantragte Frei- sprechung. Es sei der eigenen Erwägung des' Zeugen überlassen gewesen, welche Personen er bei dem Oberstabsarzt vorlassen wolle und deshalb wäre es keine Verletzung der Dienstpflicht gewesen. wenn er auch dem Angeklagten den Zutritt gewährt hätte. Auf keinen Fall würde sich bei der ganzen Sachlage das vom Staats- anwalt beantragte Strafmaß rechtfertigen. Das Gericht sprach den Angeklagten im Sinne der Anklage schuldig und verurteilte ihn nur zu 300 M a r k G e l d st r a f e event. 30 Tagen Gefängnis. Ist eine Militärkantine konzesfionspflichtig? Anfang Dezember v. I. und Ende Januar 1915 wurde die Ka- ferne des Kraftfabrer-Bataillons in Berlin-Lankwitz vorübergehend mit Ersatztruppen belegt. Seitens des Kommandeurs des Bataillons wurde die Schultheiß-Brauerei ersucht, für die Zeit der Belegung der Kaserne mit Truppen dort einen Ausschank einzurichten. Die Brauerei beauftragte den Gastwirt M., einen ihrer Oekonomen, mit der Einrichtung der Kantine und Uebernahme des Ausschanks. Dieser begann am 6. Dezember. Eine Konzession besaß M. n i ch t. Es erging daher gegen ihn ein a m t s r i ch t e r l i ch e r Strafbefehl, weil er ohne die vorschriftsmäßige Genehmigung den Schankbetrieb in den Räumen der Kaserne des Kraftfahrer- Bataillons unternommen habe. Hiergegen trug M. auf gerichtliche Entscheidung an. In der Verhandlung vor dem Lichterfelder Schöffengerichr machte Justizrat Dr. S ch o e p S u. a. folgendes geltend: Von dem militärischen Vorstand der Kaserne sei dem M. erklärt worden, daß er einer Schankkonzession für den Kantincnbelricb nicht bedürfe, da es sich um eine militärische Ein- richlung bandele. Gleichwohl sei M. bei dem zuständigen Kreis- auSschuß um die Schanikonzession eingekommen, das Gesuch sei aber unerledigt geblieben, weil der Kreisausschuß die Einreichung von Zeichnungen der Kaniinenräume verlangte und der militärische Vorstand der Kaserne dem M. erklärte, daß derartige Zeichnungen im militärischen Interesse nicht gefertigt und eingereicht werden dürfen. Der Verteidiger sührle ferner aus. daß nach§ 33 Gew.-O. eine Schank- konzession nur für die gewerbsmäßig betriebene Schankwirlschast er- fordert werde, eine solche hier aber nicht vorgelegen habe. Bei der Frage der Einrichtung der Kantine habe es sich lediglich um eine militärische Dienstangelegenheit gehandelt, so daß für den An- geklagten die Ermächtigung des Kasernenvorstandes, die Kantine zu eröffnen, allein maßgebend gewesen sei.— Das Schöffengericht sprach hierauf den Angeklagten frei. Die hiergegen eingelegte Berufung des Staatsanwalts hatte keinen Erfolg. Die dritte Strafkammer des Landgerichts II erklärte die Freisprechung schon aus dem Grunde für gerechtfertigt, weil der Angeklagte vom Kasernenvorstande, dem zuständigen Major, ausdrücklich die Erlaubnis zum Betriebe der Schankwirtschafl erhalten habe und daber an- nehmen durste, auf Grund dieser Erlaubnis hierzu ohne weiteres berechtigt zu sein. flus aller Welt. Eine Verhandlung vor dem Pariser Kriegsgericht. In den Parlier Blättern finden wir folgenden Gerichtsbericht: Am 4. Juli war der Soldat Grsgoire vom 4. Zuavenregiment dienst- frei. Da er sich am Abend verpätet hatte und eine Bestrafung fürchtete, lies er nach seiner Kaserne und rannie dabei ein junges Mädchen an, das sich in Begteilung eines Feldwebels befand. Dieser stellte den Soldaten, weit er ihn nicht salutiert habe, worauf der aufgeregte Soldat erwiderte:„Ich pfeif' drauf!" Der Feldwebel veiseyre ihm nun einige Ohrfeigen und zwei Fußtritte in den Bauch und führte ihn dann als Arrestanten ab. Am nächsten Tag bekam der Feldwebel dreißig Tage strengen Arrest. Das Pariser Mililärgouvernement aber stellte sowohl den Feldwebel wie den Zuaven vor das Kriegsgericht— den ersteren wegen Mißhand- lung eines Untergebenen, den zweiten wegen Beleidigung eines Vorgesetzten. Bei der Verhandlung wurde zunächst festgestellt, daß sich beide im Kriege ausgezeichnet gehalten haben. Während des Verhörs des Feldwebels sagte der Vorsitzende zu diesem:„Ein Vor- gcietzter darf niemals einen Unlergedeneii mißhandeln I Ueberlasien wir das den... In der französischen Armee schulden Vorgesetzte und Untergebene einander Achtung und Vertrauen." Der Rcgierungs- kommissär beantragte, mit einiger juristischer Freiheit, die Bestim- mung des Bürgerlichen Gesetzbuchs über die Kompensation in Anwendung zu bringen. Sie lautet:„Wenn zwei Personen einander als Schuldner gegenüberstehen, tritt zwischen ihnen eine Kompen- sation ein. die die beiden Schulden löscht." Der Gerichtshof machte sich diesen wohl mehr geistreichen, als vom strengen Rechlsstandpuntt zu verteidigenden Einzelsall, der aber jedenfalls in diesem Fall humaner Absicht diente, zu eigen und sprach beide Auge- klagten frei. Brandkatastrophe auf einem englische» Dampfer. Der englische Dampfer„ I l a r e" von 2799 Tonnen mußte am Montag brennend im kurzen Abstände vom Lande bei North Dial Anker werfen. Eine große Anzahl von Schiffen gingen sofort zur Hilfelefftung ab und schleuderten große Wassermengen auf das brennende Schiff. Infolge des scharfen Ostwindes fing jedoch das ganz«Schiff Feuer, und am Dienstag mittag erfolgte eine entsetzliche Explosion, durch die das ganze Schiff vernichtet und zum Sinken gebracht wurde. Zahlreiche Trümmer flogen in die Luft und ein Teil der Bemannung kam auf schreckliche Weise ums Leben. Eine Anzahl Matrosen wurde gerettet, einige davon in schwerverletztem Zustande. Ein französisches Flugzeug abgestürzt. Ein Flugzeug des Marine- fliegerparks in Dünkirchen, in dem zwei Matroien saßen, ist infolge einer Motorexplosion aus etwa tausend Meter Höhe auf die Be- festigungen voir Saint Pol sur Mer abgestürzt. Beide Insasse» sind getötet. Schneefall. In der Nacht zum Mittwoch ist in Stettin Schneefall eingetreten; der Schnee liegt 1 Zentimeter hoch. Die Temperatur fiel in den Morgenstunden auf minus 3 Grad.— Auch im Thüringer Wald ist in der Nacht zum Dienstag Schnee gefallen. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 364 der preußischen Armee enthält Verlufte folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: Garde-Jäger-Bataillon. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier-Regimenter Nr. 3(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 12), 9, 10, 11, 13, 14. 16. 16, 18, 22, 23, 24(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 9). 26, 30, 33, 36, 37, 49, 61, 56, 57, 68, 61. 63, 65, 66. 69, 72. 84. 85, 88. 91 bis einschl. 96, 98, 99, 110, III, 112, 114, 117, 130, 132, 135. 140, 141, 151, 152, 153, 155, 156, 157, 169, 164, 165, 167, 351. Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 9, 11, 12, 18, 21, 23, 24, 25. 26, 36, 37, 39, 49, 62(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 12), 56, 69, 60. 65. 68, 79(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 85), 81, 84, 87. 90, 91, 93, 98. 99, 109, 110, 205, 208, 227, 229, 231, 235, 237, 252 bis einschl. 257, 264(s. Jnf.-Regt. Nr. 153). Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 9, 13, 18, 22, 23. 26, 31, 32, 34. 37. 72, 84, 86. 99, 116, 349. Landsturm-Jnfanterie-Regimenter Nr. 7, 8, 20, 115. Brigade- Ers.-Bat. Nr. 66. Landsturm-Jnfanterie-Bataillone: 2. Aachen, Anklam, 1. Görlitz, Hildesheim, 2. Jnsterburg, 1. Karlsruhe, 1. und 2. Königsberg, Könitz, Lennep, Lüneburg, 2. Mannheim, Marien- bürg, Mülheim a. d. Ruhr, Muskau, 1. Naugard, Neufahrwasser, Neutomischel, 2. Oldenburg, 1. und 2. Osterode, 2. und 10. Posen, Schweidnitz, Striegau, 2. II Trier, 2. Wahn. Landsturm-Jnsan- terie-Ersatz-Bataillone: 4. Hannover, 3. Karlsruhe, Mainz, 3. des 4. Armeekorps(Quedlinburg), Saarburg, Saargemünd, 4. des 6. Armeekorps(Schweidnitz), 1. des 15. Armeekorps(Straßburg), Treuenbrietzen; 6., 7., 10., 20., 26., 30. und 36. des 7. Armeekorps (Sennelager, Münster, Minden, Stralkowo, Wesel, Neuenkirchen und Wesel). Landsturm-Jnfanterie-Ausbildungs-Bataillon Tarno- witz. Jäger-Bataillone Nr. 1, 6, 9; Reserve-Bataillone Nr. 1, 2 und 21. Radfahrer-Kompagnien Nr. 54 und 152, 1. Radfahrer- Kompagnie Königsberg(Spieß)(s. Radf.-Komp- Nr. 152). Mo- schinengewehr-Abteilung Nr. 10; Reserve-Maschinengewehr-Abtei- lung Nr. 5; Maschinengewehr-Kompagnie Schmidt(s. Jnf.-Regt. Nr. 159); Feld-Mafchinengewehr-Züge Nr. 56, 58(beide f. Jnf.- Regt. Nr. 159), 155(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 85), 217(s. Landw.- Jnf.-Regt. Nr. 13) und 244; Festungs-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 1 Königsberg; Feswngs-Maschinengewehr-Kompagnie Nr. 1 Stratzburg. Kavallerie: Garde-Kürassiere(f. Dragoner-Negt. Nr. 19); 1. und 2. Garde-Dragoner; 1. Garde-Ulanen(f. Dragoner-Regt. Nr. 19); Kürassiere Nr. 8; Schwere Reserve-Reiter Str. 2; Dra- goner Nr. 11, 13, 19; Reserve-Dragoner Nr. 2 und 7; Husaren Nr. 15 und 16; Ulanen Nr. 1; 2. mobile Ersatz-Eskadron deS 5. Armeekorps. Feldartillerie: 1. Garde-Regiment; Regimenter Nr. 14, 16, 23, 38, 42, 43, 47(s. auch Res.-Feldart.-Regt. Nr. 57). 52. 53. 57, 62(f. Res.-Feldart.-Regt. Nr. 57), 71, 75, 79, 84(s. Res.-Feldart.-Regt. Nr. 57), 92, 104, 217, 233; Reserve-Regimenter Nr. 3, 14, 15, 48, 57, 60. 63, 64, 69. Fcldartillerie-Abteilung Nr. 231. Fußartillerie: 1. Garde-Regiment; Regimenter Nr. 7, 9, 13; Neserve-Regimenter Nr. 13 und 17; Landwehr-Bataillon Nr. 6. Fußartillerie-Batterien Nr. 117, 316, 481, 482. 9-cm-Kanonen- Batterien Breidenbach und Curtius. Schwere Küsten-Mörser- Batterie Nr. 6. Pioniere: Bataillone: II. Nr. 2, I. Nr. 4, l. Nr. 8, I. Nr. 10, I. Nr. 11. I. Nr. 16, I. Nr. 21, I. Nr 26; Resevve-Bataillon Nr. 39; Neserve-Kompagnien Nr. 79(f. Res.-Pionier-Bataillon Nr. 39), 85, 86, 87, 90. Leichte Minenwerfer-Abtcilung Nr. 262. Verkehrstruppen: Festungs-Eisenbahnbau-Kompagni« Nr. 13. Armee-Telegraphen-Abteilung Nr. 3. Fernsprech-Abteilung des 1. Refervekorps; Referve-Fernsprech-Abtsilung der 77. Reserve- Division. Feldfliegertruppe. Kroftwagenhilfspark Nr. 9 der 9. Armee. Train: Train-Ersatz-Abteilung Nr. 2. Divisions-Brückentrain Nr. 5. Proviantkolonne Nr. 3 des 7. Armeekorps und Nr. 1 der 117. Jnfanterie-Divifion. Magazin-Fuhrparkkolonne Nr. 10 des 5. Armeekorps; Etappen-Fuhrparkiolonne Nr. 18 der 1. Armee. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Kompagnien Nr. 1 des 7. Armeekorps, Ztr. 85 der 85. Landwehr- und Nr. 113 der 113. In- fanterie-Division. Feldpostexpedition der 103. Jnfanterie-Divifion. *» Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 229 bringt Verluste der Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 7, 8, 12; Brig.- Ersatz-Bataillone Nr. 1, 3, 4, 7, 12; Landsturm-Jnfanterie-Ba- taillone: Bayreuth, Kaiserslautern, Landshut, München III, Passau II, Schweinfurt; Landsturm-Hilfsdienst-Komp.z 3. und 9. Fclldart.-Regi.; Res.-Feldart.-Regimenter Nr. 6, 6, 8, 9; Ersatz- Feldarü-Regt.; 1. Fußart.-Regt. München, Neu- Ulm; Fußart.- Batterien Nr. 257, 303, 368,, 493; Res.-Futzart.-Rcgt. Nr. 2, 1. Landsturm-Fußart.-Battevie, 1. Armeekorps; Landsturm-Fuß- artillerie-Batterie Germersheim Nr. 2; 2. Pionier-Bar. Speyer; Pionier-Kompagnien Nr. 20, 106; Schwere Minenwerfer-Abteilung Nr. 1; Mineur-Abt. 1(Ers.-Div.); Res.-Pionier-Komp. Nr. 16; 1. Landw.-Pionier-Komp.; Armierungs-Bat. Nr. 1; Leichte Kraft- fahr-Kolonnen(Etappen-Jnspektion 61- B«u-Direktion 6; Artillerie- Munitionskolonne 1; Res.-Fuhrpark-Kolonne Nr. 1, 4; Schwere Proviant-Kolonne 1; Sanitäts-Kompagnie Nr. 2, 2. Armeekorps; Sanitäts-Kompagnie 1, 3. Armekorps; Pferde-Depot 1, 3. Armeekorps; Ardeiter-Bat.(Armee-Abt.„von Strantz"); Berichtigungen früherer Verlustlisten. Die sächsische Verlustliste Nr. 213 enthält Verluste der Inf.- Regimenter Nr. 102, 133; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 103, 242, 244; Jägcr-Dataillon Nr. 13. Siyungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Adlcrshof. Heute Donnerstag, abends 7 Uhr, im aitzunassaal, Bismarckftr. 1. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Teuerungsinlcr- pellation»nfercr Genossen. Diele Sitzungen sind»kkenttich. Jede» Semeindcangehörige ist be- ccchtigl. ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Deutscher Arbeiter-Absiinrntcn-Bund. Ortsgrubpe Groh-Berlin. teute Donnerstag, abends 9 Uh, cm Gewcrkfchaftshaus, Engeluser IS, aal 2, Versammlung. Vortrag deS Genossen Dr. Drucker. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutichland bis Frritagmittag. Ucberall sehr kühl zeitweise heiter, jedoch unbeständig: östlich der Oder, besonders an der Küste vieljach starke, weiter westlich meist geringe Regen- und Schneefälle. öriefkasten öer Reüaktion. Die!uri!tilch« Sprechstunde findet str ildonnenlen Lindenstr. 8, IT. Hol tcjiu, parterre, am Montag dt» Freitag von 4»t» 7 Ut)t, am«onnadend von ü tlt 6 Uhr(talt. Jeder für den B r i s s k a st e» bestimmten Anfrage Ist-in Buchstabe und eine Zahl al« Mertzcichen beizufügen. Brieflich« Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnementbguitlung beigefügt ist. werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechftunde vor.»ertrSge, echriftstücke nnd dergleichen»ringe mar w die Sprechstunde mit. (S. 2 it. Sei Eingehung des ArvelfsderhältnlffeS kann die KllndigungZ- zeit festgesetzt werden. Ist darüber keine Vereinbarung getroffen, so gilt nach der Gewerbeordnung für den Unternehmer sowohl als auch für den .'Ubeiter die 14täzige Kündigung. Sie muß von beiden Teilen eingehalten iverdcn. Nach Lstwöchcntl. Krankheit können Sie Antrag aus Invalidenrente an.— H. G. 50. 1. Die Keburtsurkimden. 2. Besorgen Sie die An- Meldung möglichst sofort Beim Standesamt. 3. Ja.—'91. P. 50. Der Bei dienst hat keinerlei Einfluh aus die Rente.— W. U. 90. Nein. K. H. W. Wenn die Tochcr vermögend ist. ist sie zum Unterhalt der Mutter sowohl als auch zum Unterhalt des unehelichen Kindes verpflichtet. Klage ist beim Amtsgericht einzureichen, in dessen Bezirt die Beklagte ihren Wohnsitz hat.— A. P.»4. Nein.— NeuköNn 50. Wenn die Mit- giiedschast bei der Ortskranken lasse nicht fortgesetzt ist, haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld.— feldgrau S1. 1. Wenn ihm Brot nicht ge- liefert wird, muß er Brotgeld bekommen. 2. Nur beim Heimaisurlaub ist die Fahrt frei. 3. Auch die in der Gantifon stehenden Mannschaften haben, wenn die Garnison nicht mehr am Wohnort gelegen ist und etwa Sonntags- urlaub gewährt wirb, Anspruch aus freie Fahrt. 4. New.— U. 4t. t. Ja. Der Rentenantrag ist beim Bezirkskommando einzureichen. 2. Die Mindest- leistungen find w Kraft geblieben.— O. K. 333. Feldartillerie, kriegs- verwendungsfähig.— H. 2. 38. Auch die staalliche Unterstützung kann verweigert werden; sie wird nur gezahlt, wenn Bedürftigkeit oorltcgt. Die Bedürftigkeit wird bei dem Einkommen Ihrer Frau verneint.— M. K. 34. Wenn die Mitgliedschaft für den Mann fortgesetzt wird, hat er Ansvruch auf die statutarischen Lelstungen der Kasse.— M. M. 1000. Nein. — Klara 11. Da der Sohn den Mietsvertrag unterschrieben hat, haftet nur er für die Mieilchuld. Sie könnten also eventl. die Wohnung räumen. Da« hätte aber praktisch wenig Wert, denn der Wirt würde sür die Miet- schuld das dem Sohne gehörige Klavier und Harmonium einbehalten. Wenn der Wirt, trotzdem er es wiederholt versprochen hat, das Gas nickt legen läßt, so könnten Sie aus Lösung des Vertrages klagen. Sie müßten aber zu diesem Zweck erst eine Bollmacht Ihres Sohnes haben, denn nur der Sohn als Vertragschließender kann klagen, nicht Sie. Da der Sohn der Mieter ist, könnten Sie sür ihn eine Mietuntcrstützung beantragen.— R. L. New.— E. K. 5. Laden Sie doch den Hauswirt einmal vor das MietcinigungSamt, vielleicht kann dort sür sie ein größerer Miet- nacklaß erwirkt werden.— H. B. 1:4. Ob die Ueberfübrung der Leiche wird stattfinden können, erscheint uns sehr zweiselhasl. Die Kosten sind sehr erhebliche, fie belausen sich auf einige hundert Mark. Sie müßten sich zunächst mit der Kirchenbehörde deS Ortes in Verbindung setzen, in dem der Betreffende beerdigt ist.— Helene 24. Sie haben keinen Anspruch aus Löhnung. Für das uneheliche Kind erhalten Sie doch wohl die KriegSunterstützung.— O. Kit. 88. Die Frist beträgt drei Monate. — M. B. 4. KriegSunterstützung wird nur gezahlt, ivenn Bedürftigkeit vorliegt. Diese wird in Ihrem Falle wahrscheinlich verneint werden, weiiii Sie aus dem Geschäft Ihren Unterhalt bestreiten lönnen.— Erika 3. Sie an de nur klagbar werden; die Klage erschewt uns Einkommen gerechnet werden. könnten liegen die Gemeinde nur klagbar aber völlig aussichtslos, da die Renten zum — Sch. 15. Gegen die Berechnung des Pauschsatzes w Höhe von 4 Marl läßt sich nichts unternehmen.— Adolf, Neukölln. Wegen der Schul- Versäumnis kann die Strafe verhängt werden.— Wenn Sie mit der Brot- karte nicht ausreichen, so können Sie doch durch Antrag beim Vorsitzenden der Brotkommifston eine Zufatzkarte verlangen.— A. H. 38. 1. Die tinterbliebenenrente ist für Unterofsiziere und Sergeanten die gleiche; sie eträgt 500 Mark jährlich für die Witwe. 2. Während des KriegSdienslcs wird die Militär-Jnvalidenrenle nicht gezahlt.— A. D. Kusel. Unter Angabe der genauen Perfonalien deS Sohnes wenden Sie sich an das Zenlral-Nachweife-Burcau des KriegSministeriumS. Dorotheenstr. 48. An- ipruch auf Löhnung können Sie nicht geltend machen.— Spandau. Die Bezeichnung ist uns nicht bekannt.— G. R. 888. t. Sie könnten sich mit einer Beschwerde an den KreiSausfchuß(Landratsamt) wenden. 2. Wenden Sie sich au die angegebene Pflegistelle, eventuell auch an dctt Waifenrat.— M. K. 46. 1. Die Militär-Invalidenrente wird Ihnen während des Kriegsdienstes nicht gezahlt, sie wird auch nicht nachgezahlt. 2. Nein. Hriefkaften üer Expedition. Patienten w Beelitz, Buch und anderen Heilstätten. Diejenigen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heil- statte bleiben, wollen ihrem bisherigen Spediteur wegen der Ueberweisung von Freiexemplaren sofort ihre genaue Adresse (Abteilung, Pavillon usw.) einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats von der Post nicht geliesett werden. All« Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. grateew Banartriter-YertMl Zweigverein Berlin. Am 26. Oktober starb unser Mitglied, der Putzerträger ABberi Schulz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Frei- lag, den 29. Oktober, nachmittags 3>f, Uhr, von der Halle des alten V cutis- Kirchhofes in der Sccstraße aus statt. 142/12 Um rege Beteikigimg ersucht Die örtl. Verwaltung. Dentsetep Trsnsportarlielter- Yerbanil. Bezlrksverwaltung GroB-Berlin. Den Mltgitedern zur Nackricht, daß unser Kollege, der Bureau- diener Franz Skriboleit vom Theater des Westen? am 23. Oktober ftn Alter von 48 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 23. Oktober, nach- mittag» 2»/, Uhr, von der Leichen- balle de» Friedhofes w StahnS- darf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 68/5 Bio Bezlrkmrwaltunn. II III IIIIII1WII IM— f WIM Am 25. Oktober verstarb iich unser lieber Kollege, der Setzer üngnst Förster im 67. Lebensjahre. In den langen Jahren, welche wir mit ihm zusammen gearbeitet haben, war er uns stets ein treuer Freund. Sein echt käme- radschastlicheS Wesen sichert ihm ein bleibendes Andenken. Die Setzer S7t7b de»»Berliner Tageblattes". Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 29. Oltober, vor- mittags 10'/, Uhr auf dem Fried- Hofe der Heiligen Kreuz-Gcmeinde, Mariendorf, Eifcnacher Straße. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines guten Mannes, unseres lieben Vaters, Bruder», Schwagers und Onkels, des Formers ttagu Bedien sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten, lowie dem Chef und den Mitarbeitern der Firma Röffemann u. Kühncmann, dem Rauchklub Kornblume und Raucher. bung, der Allg. Kranken- und Sterbe- lasse der Metallarbeiter, dem Metall- arbeftcr-Berband und dem Sozial- demokratischen Wahlveretn unseren herzlichsten Dank. L7l8b Iran Meu-ta Bodten und Kinder. beim Hinscheide« meines treusorgenden, unvergeßlichen ManneS Fritz Billerbeck sage hiermit der Firma C. Flohr, allen Meistern, seinen lieben Kollegen sowie dem Lehrpersonal, insbesondere dem 6. Berliner ReichStagSwablkretS, dem Deutichen Metallarbeiterverband, Ortsoerwaliimg Berlin, auch allen sonstigen Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dank. A llllanbetli BUIerdeok geb. BSfke nebet Ellern und Geschwistern. Hierdurch allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein herzensguter Mann und treusorgender Bater temer beiden Kinder, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegersohn, der Kanonier Dörndrsck Georg im viter von 30 Jahren Insolge einer Blinddarm< Operation am 22. Oktober im HtlsSlazarett zu Danzig gestorben ist. A Um stille» Beileid bitten Bis tistbstrllbten ttlnterdiiebenen. Schmerzbewegt teilen wir allen Bekannten mit, daß unser lieber Sohn, mein guter Bruder, Neste und Vetter A Franz Könecke am 13. Ottober gefallen ist. Hermann KOnecke und Frau geb. Flebag, Agnes Künecke, Prinzenallee 46 h, Anton Flebag, Franz Flebag z. Z. im Felde, Stoffe lllr M-lrtge, Paletots. Otsler Meter 6, 8, 10, 12 M. Dainen-Kostli- nml Ulster-Stoffe „Neuhelten" Meter 3, 5, 7 M. SeideB-PUe, Persianer initt Astrachan Meter 10, 15, 20 M. KOCh& SCCland, Tncb-Lager Gertraudtenstratze 20—21.* Uestmann's TraBermaSDZIn Größte AaswakU BUligite Preise. L MohrsnetrsBe 37« (Kolonnaden i II. Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andreaastr.) AMwahitendungan isfen. Amt Zentrum 7890. Senntag 12— 2 Uhr getltnet. 800 Mark Anzahlung andparzelle von 2000 M. an verlc. Grothe, Alexanderstr. 32, II, vom. Kuihhandlung Vorwärts Stndenstraste 3. Soeben erschien: Knegflhrung Im* Flotte Militärische Fachausdrucke Gemeinverständlich erläutert von Lrnst Däumlg. Preis 10 Pf. Eri Kkllllniitmchiliig betreffend sicherten zum Borstande der Orts-Krankenkaffe der (wurttar zu Berli«. Insolge Ausscheiden» von Bor- standSmftgliedern und der bisherigen Ersatzmänner der Verfichetten zum Vorstande find sür den Rest der Dabiperiode, reichend bis zum 31. De- zember 1917, von den Vertretern der Verficherten im Ausschuß 1 vor- standSmitglied und 16 Ersatzmänner zu wählen. Die vorstehend bezeich- neten Vertreter werden hiermit gemäß K 24 der Wahlordnung zur Vornahme der Wahl eingeladen. Die Wabl ersolgt in der am 20. Bio. vember 1915, im GrwerkschaftS- hanse, Engcluser lS, Saal 3, statt- findenden AuSschußsitzung. WahlzeU von 6—6'/, Uhr abends. Die Wahl ist geheim, gewählt wird nach den Grundsätzen der Verhält- niSwahl nach näherer Bestimmung der Wahlordnung. Die Vertreter der Berfichrrten im Ausschuß werden hiermit ausge- fordert, Wahlvorschläge aufzustellen und dem unterzeichneten Vorstande svätestenS bis zum 15. November 1915 einzureichen. Später eingehende Wahl- Vorschläge find ungültig. Für die Wahlvorschläge gelten die ßß 7 und 8 der Wahlordnung entsprechend, jedoch genügt sür die Wahlvorschläge der Wahlberechtigten die Unierschrtst von drei Wahl« berechtigten. Die Dahlvorschläge werden von dem Vorstand nach der Rethensolge ihres Eingange» mit Ordnungsnummern versehen und können, soweit fie zugelassen find, von den Wahlberechtigten Im Kassen- lokal während der Dienstswnden von 3—1 Ubr eingesehen werden. Die Sttmmabgabe ist an diese Dahlvor» schläge gebunden. Im wer! Mitglieder zu wählen sind, so gelten fie gemäß§§ 10 und 26 der Wahlordnung als gewählt. Die Vertreter der Versicherten im Ausschuß erhalten gemäß tz 25 der Wahlordnung noch eine schrtstliche Mitteilung über die Vornahme der VorstandSwahl. 271/14 Berlin, den 28. Ottober 1915. Der Borstand. Evrnld Lilesack, Vorfitzrnder. 3n Sielen sinnden - Die- Wochenschrift für ArbeikerfamMeii Wöchentlich 1 Heft für Ist Vi fSsssssssssssySt ine MW M Der Mriegsausfchuß für fette und Die (dem IRe)(l)$l{aDZler untcrftellf) empfiehlt als Ersatz den Gebrauch von <4 Kunsthonig! Sie können sich denselben mit meinem echten Bernh. fieickellMkn Vrim SMIsoniMliicr davon viele mit pro Pfund für 28 Pf. selbst herstellen. Dieser Kunsthonig schmeckt so schön, daß alle Kunden damit höchlichst zufrieden sind. 40000 Bestellungen in diesem Jahre schon erhalten, Anerkennungen, wie folgt: Nr. 45 654. Daß Ihr Honigpulver wirklich über alles Lob erhaben ist. schrieb ich schon auf meiner letzten Karte. Ich werde natürlich nicht verfehlen, Ihre Fabrikale auch weiterhin in Bekanntenkreisen zu empfehlen. Senden Sie wieder 12 St. Nr. 45 718. Durch eine Dame bekam ich ein Päckchen Ihre« Honigpulver« und erfuhr Ihre«drefle. 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Ottober» abends SV, Uhr, im Roseothnler Hof, Rofrnthalrr Strafte U/12. Tagesordnung: 1. Bericht deS ObmannS. 2. Branchenangelegenhetten. Verband der Sebneider, Sebnetderinneni Zentralverband der Lederarbeiter und Vräsebearbeiter Seutseblands. Sebastianstr. 37/38. Filiale Berlin. Telephon: Amt Morltzplatz 9737. Sonnabend, den 30. Ottober 191 S, abends 8'/z Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Ersatzwahl zum vorstand, ArbeilSnachweiSkuratortum und OrtSverwaltunz. 8. Bericht über den Stand der Verhandlungen wegen der neuen OsfizierSunlsormen. NM- Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe oder mit mehr als a ch t restierenden Wochenbeiträgen kei« Zutritt. Pünktliches Erscheinen erwartet 163/5_ Ple Ortnvcrwaltnng. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Ortagruppe GroB-Berlin. Uhr, in den Heute Donnerstag, den 28. Ottoder, abend» 8'/, »Arminhallen», Kommandantenstr. 58/59: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Ergänzung» wählen zum AkttonSauSschuß. zum Haupworstand. 3. Verschiedene». «tatritt nur gegen Vorzeigung de» 9 Um vollzählige» einen ersucht Ergänzungswahlen Mitgliedsbuches. 78/9 nie OrtarreriraltaiiU. und Arbelterinnen Deutschlands. --- Filiale Berlin 1. Sonntag, den 31. Ottober 1915, vormittags 10 Uhr» bei Schmidt, Prinzen- Allee 33: Versammlung. 133/11 Tagesordnung: Aufruf des Zentralvorstaudes. Um zahlreiches und pünttlicheS Erscheinen ersucht Der Toratond. und vervandter Benifsposseii. Geschäftsstelle: C 54, Mulackstr. 10 I. Zahlstelle Fernspr.: Amt Norden 4518. SM. Sonntag, den 31. Ottober, nachmittags 2 Uhr: General- Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 1k, großer Saal. Ta g eSor d nung: 1. Vortrag de» Reichstagsabgeordneten Genossen G. Dauer: „Die Gewerkschaften nach dem Kriege". 2. Geschäfts- und Kassenbericht vom 3. Omartai 1015. 3. Die KriegSsürforge in den Brauereien. 4. VerbandSangeiegenheiten. Bei der jetzige« schwere» Zeit ist eS Pflicht eines jede» Kollege«, ta dieser Versammlung ,» erscheine». Der Eintritt zur Versammlung ist nur gegen Bvrlegung des Mitgtiedsbuches«der der Kontrollkarte gestattet. 43/10» III« Ort-svcrwaltnn;;. 8B/10 Die Ort»Verwaltung;._______________. — Weraniworllicher'Neoalisurl Alire�Wielevv, Neukölln. Für den Lnseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck».Verlag-Vorwärts Buchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer Li Co. Berlin SW