Sonntag, den 81. Oktober 1915. Cxpeüittoa: SW. öS, Linüenstraße Z. l Keroivrecher; Amt Moritzplatz, Nr. läl 90—151 97. 32* Za�rgang. Vevlinev VolKsblakk. äer so�ialäemokratiscken Partei DeutfcKlanäs. VIe InferNoni-Sedllhk beträgt für die lechZgcspaltene Kalonel- geile oder deren Raum an Pfg., für poütische und gewerkschaftliche Vereins, und Bersnnunlungs-Aiizeigen W Pfg. „Kleine Anreizen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis i> Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Xelegramm- Adresse: „SräasiKmoknit RerHa". Neüaktion: EW. 68, Linüenftraße 5. Fernsprecher: Ami Moritzvlat,. Nr. 15199—15197. Kr. 391. Kdoonements-Secklnginigeo: Abonnements■ Preis pränumerando Bierteljäbrl SM Ml. monatt, 1.10 Mb, wöchentlich 25 Pfg, frei WS Haus. Einzelne Nummer S Pfg, Sonntag». nutnoier mit illustrierter Sonntag». Beilage.Die Neue Welt-' 10 P-a Post- llbonnemeitt: l.I» Mart pro Monat. Eingerragen m die Post. Zeitung». Lreisliits Unter Kreuzband für Deutschland und Lesterretch• Ungarn 2,50 Dkür! für das übrige Ausland t Marl pro Monat Poiiabannemem» nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal. kumänien. Schweben und die Schwei» CrsdKini tägnd Zcntralorgars Me Me in ki GWh«%mmi britische Verlufte und Rüstungen. London, 29. Oktober.(33. T. B.) Nach amtlicher Mit- teilung betragen die gesamten britischen Verluste auf allen Gebieten 493 294 Mann, davon 191 652 tot, 317 465 verwundet und 74 177 vermißt. London, 29. Oktober.(W. T. 93.) Nach„Times" wird Kanada im Dezember insgesamt 299 999 Mann und im nächsten Frühjahr insgesamt 259 999 Mann Sol» d a t e n aufgestellt haben. Der Verteidigungsminister HughcS habe erklärt, daß es unmöglich sei, bis zu diesem Zeiträume mehr Truppen auszurüsten und auszubilden. Der französische Tagesbericht. Paris, 29. Oklobcr.(W. T. B.) Amtlicher Nach« m i t t a g S b e r i ch t. Gestern abend fanden besonders heftige Kämpfe mit Bomben und Lufttorpedos nördlich der Aisne im Ab- schnitte Puisaleine und Ouennevieres statt. In der Champagne wurde die bereits gemeldete gegenseitige Beschießung im Laufe der Nacht in denselben Gebieten von Tahure, in den Maisons de Cham- pagne sowie bei dem Stbanzwerk Lacourtine fortgesetzt. Auf der übrigen Front ist nichts zu melden. Paris, M.Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von g c st e r n abend. Im Laufe der unaufhörlichen Kämpie, die in der Champagne um den Besitz der von den Deutschen noch besetzten Teile des Schanzwerks La Courtine durchgeführt werden, erzielten wir heute einen sehr merklichen Fortschritt, indem wir dem Feinde auf etwa 139 Meter Front mehrere Schützengräben entrissen, die er bis zum letzten Augenblick mit äußerster Erbitterung verteidigte. Wir machten 299 unverwundete Gefangene, darunter einen Kom- pagnieführer und zwei Offiziere. Die Deutschen verloren außerdem nahezu 499 Mann an Toten und Verwundeten. Auf der lothringischen Front wird ein besonders heftiges deutsches Bombardement zwischen dem Parrey-Watde und Vezeuse gemeldet. Unsere Artillerie erwiderte durch ein wirksames Feuer gegen die feindlichen Batterien der Schanzwerke und traf einen Eisenbahnzug im Bahnhof von Bnrthocurt. Todesurteile wegen Spionage. Amtlich. Berlin, 39. Oktober.(W. T. B.) In Belgien und Nordfrankreich sind in den letzten Tagen wieder zwei neue große Spionageunternehmungen aufgedeckt worden. In Belgien bandelt es sich um eine weitverzweigte Organisation, der insgesamt einundzwanzig Festgenommene angehörten. Nachdem sie sich monatelang auf die Vermittlung von Spionagenachrichten über Holland nach Frankreich beichränkl hatlen, gingen sie im September auch dazu über, Sprengattentate auf Eisenbahnbauten, Brücken und andere Kunstbauten vorzubereiten. Nebenbei betrieben sie die Beförderung von Wehrpflichtigen aus Belgien nach Frank- reich. Unter der Zahl der Festgenommenen befinden sich wiederum vier Frauen, die mit m erster Linie die gegen die Sicherheit des deutschen Heeres gerichteten Verbrechen be- gangen haben. Die in Nordfrankreich aufgedeckte Spionageorganisation wurde von der Frau eines in der französischen Armee dienenden Offiziers geleitet, die in Paris persönlich von der Miliiärbebörde für ihre Aufgaben unterrichlet und nach Nordfrankreich entsandt wurde. Unter ihren aufgenommenen Helfern befinden sich zwei weitere weibliche Personen. In welchem Maße die Spionage organi« siert ist, geht aus dem Umstand hervor, daß die Festgenommenen vom französischen Nachlichlendienst unter hoben Nummern in seinen Listen geführt wurden. Auch die in dieser Sache Verbasletn sind bereits überiübrt, daß sie in zahlreichen Fällen durch Beförde- rung militärischer Nachrichten nach Frankreich sich des Verbrechens der Spionage schuldig gemacht haben. In einer dritten Spionage-Angelegenheit in Belgien ist am 26. X. das Urteil gefällt worden, welches gegen neun der Angeklaglen aus Todesstrafe lauiete. Dieses Urleil ist ?estern vollstreckt worden. Unter den zehn weiteren zu Zucht- ausstrafen verurteilten Schuldigen befinden sich wiederum drei weibliche Personen. Der rujftsche Generalftabsbericht. Petersburg, 39. Okiober. lW. T. B.) Amtlicher russi« scher Bericht vom 29. Oktober 191 S. Auf der ganzen Front keine weieniliche Veränderung. Auf dem linken Siyr-Ufer rn der Nähe des Dorfes Kosciuchnowkä(7 Kilometer westlich Rafalowkaj griff der Feind an. wurde aber zurückgeworfen. Westlich Czariorysk heftige Zusammenstöße bei Dörfern Huta, Lisowska und Rudka, die mit Bajonelikampi endeten; diese Kämpfe veränderten die all« gemeine Lage nicht. Durch eine Mine versenkt. Dronthei«, 89. Oktober.(W. T. B.) Der hiesige Dampfer .Turid' hat im Weißen Meer 22 Mann des englischen Dampfers „Empreß os Britarn" geretiel, der ans eine Mine gestoßen war. Sieben Mann der Beiatzung sind umgekommen. Die Geretteten »„rd," in«inem Patrouillenboot nach Archangelsk gebracht. Mmg Oes Men Manttlets. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 30. Oktober 1915. st e r s„überwacht und nachhaltig beeinflußt". Vielleicht werden die Herren Landräle, die von ihrcin obersten Vorgesetzten als Wcrbeagemcn für die neue Korre'pvndenz eüigespanni werden, gut lun, bei ihren Besuchen in den Verlags- und RedaktionsbnreaiiS diese letzte Versicherung nicht zu auffällig zu beioiic». Der Minister ist offenderzig genug, gerade heraus zu sagen, welche Zwecke er mit seiner Korreipondenz verfolgt. Nicht um die„Pflege der Beziehungen zur Presse", um die „gesteigerte Aufmerksamkeit für die publizistischen Slrömungen und Stimmungen" ist eS ihm zu tun... sondern eine Einflußnahme der Regierung, welche eine selbständige Uiteilsbildung. eine selbständige politische Ueberzeugung bei den Lesein der kleinen Pi vvliizprrsie iinmer mehr hiiilanhätl. Umiomehr ist es Sache der Ver- fechicr elgener politischer Gesinnungen im Publikum wie in der Piesie, diesem unlauteren Wettbewerb mit den eckten Ouellen der öffentlichen Meinung die kalte Schulter zu zeigen. Von der Regierung verlangt kein Einsichtiger den Verzicht auf Mittel und Wege, ihre An- schauungen der Oeffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen. Nur daß dies irickt aus dem Wege versteckter Stimmungs» mache, sondern in offenen, jedermann kenntlichen Darlegungen ge» schehen sollte, die durch überzeugende Kraft und nicht durch»zeitungS« technischen Nutzen' sür die Verleger wirken." Steuerscheu oder Steuerstolz. Die„Essener Volkszeitung" und mit ihr eine Reihe anderer ZenirumSbläiter bringt einen Artikel über Geld und Steuern. Darin wehrt sich das Blatt gegen die Behauptungen der ausländischen Presse, daß es mit Deutschlands Finanzverhält« inssen schlecht stehe. Dann heißt es: Das deutsche Volk hat Geld, eS hat reichlich Geld und ver- fügbares Geld, das dem Reiche iür den künftigen Bedarf ebenso wenig fehlen wird, wie sür den bisherigen Bedarf. Der Krieg macht unsere Nation nickt ärmer, sondern reicher. Das ist die glänzende Vorderseite der Medaille. Die Rückseite trägt leider die weniger liebliche Inschrift: Steuern. Es muß für die Verzinsung und Tilgung der Kriegsanleihen gesorgt und zugleich sür die sonstigen neuen Ausgaben im Reich und Staat, die der Krieg herbeiführt, Deckung beschafft werden. Wir hoffen auf eine riesige Kriegsentschädigung von den unter- liegenden Feinden; aber auch bei der günstigsten Lösung dreier Frage bleibt doch eine schwere Steuerlast sür unsere eigenen Schultern übrig. In diesen Ausführungen wird besonders der eine Satz auffallen, daß unsere Nation durch den Krieg nicht ärmer, sondern reicher wurde, insbesondere in Verbindung mit dem anderen Satz, daß wir — trotz der zu erhoffenden„riesigen Kriegsentschädigung" immer noch eine schwere Steuerlast zu tragen haben werden. DaS Blatt weist dann hin ans die bei uns beabsichtigte KciegSgewinnsteuer und die Vorgänge in England, dessen Steuerlünstler bereits mit einer Besteuerung des Einkommens bis zu 50 Proz. gedroht hatte. Daraus habe man bei UNS schließen wollen, daß die Abgabe vom VermögenSzuwachS sich wohl ans die Hälfte, also auf 25 Proz. be- laufen könne. Derartigen Vermutungen tritt das Blatt beschwichti- gcnd entgegen, indem es schreibt: Dabei würden wir immer noch gnädiger davonkommen als die Engländer. Im übrigen ist eS ja auch noch keineswegs aus- gemachr, daß diese Vermögenszuwachsstcuer wirklich so heiß gegessen werden muß. wie sie i» der ZeitungSlücke gekocht wird. Bange machen gilt nicht... Gerade der Um- stand, daß Vermögen und Einkommen im großen und ganzen so stark gewachsen sind, berechtigt zu der Hoffnung, daß die kommende Steuer sich trotz des großen Gesamtbedarfs in mäßigen Grenzen bewegen wird. Das Blatt äußert zum Schluß den Wunsch, daß man die Steuer scheu patriotisch überwinden und sich lieber einen gewissen Steuerstolz aneignen möge. UnS will scheinen, daß die Aussührungen deS Blattes eher der Steuerscheu als dem Steuer- stolz das Wort reden._ Nachmusterung der Dienstuntauglichen. Da« neueste„Armeeverordnungsblatt" enthält fol- gende Mitteilung: Zur Beseitigung von Zweifel» wird darauf hingewiesen, daß von dem Gesetz zur Abänderung des ReichSmililärgesetzeS vom 4. 0. 15 lA.-V.-Bl. S. 391) alle am achten September 1870 und später geborenen, als dicnstunbrauchbar ausgemusterten und als dauernd ganzinvalide oder dauernd garnisondienstunsähig au« dem Heer und der Marine entlassenen Wehrpflichtigen betroffen werden. Von der Nachmusterung befreit sind nur die zum aktiven FriedcnSsland des Heere» und der Marine gehörkgen, dagegen nickt die aus Anlaß des Kriege« von der Heeres- und Marineverwaltung in Stelle» außerhalb der Front z. B. als Beamte usw.. Mitglieder der freiwilligen Kranke n p s l e g e des Kaiserlich Frei- willigen Auloinobil-CorpS oder des Freiwtlligm Mororboots-CorpS und io ivciier verwendeten Wehrpflichtigen. Soweit solche Personen außerhalb des Heimatgebictes im Dienste des Hecvo« oder der Marine verwendet werden, ist die Entscheidung über ihr Militär« der Wchrordnung auf schriiltichem We�e herbeizuführen. Tie mililärärztliche Uiitersuchung ist von der Dienststelle an veranlassen. zu der der betreffende Wehrpflickiige gehört. Diese sendet den Be- fand unmiltelbar an daS zuständige Be�irkskommando, da» die Enlichcidung herbeiführt.— Die tatsächliche Verwendung dieser Personen spricht dasür, daß sie mindestens arbeitsverwendungs« fähig sind._ Tie Wahlen in Südafrika. Aus A m st e r d a m wird uns geschrieben:! Da» Ergebnis der Wahlen in der südafrikanischen Union ist für die Regierung nnstreitig günstig. Die nalionalistiiche Partei, die sich von der iüdairikaniichen Partei Boihas losgelöst hatte, dal nicht die erhoffte Mandatzahl erobert und die Arbeiterpartei ist so gm wie zerschmettert. Die südafrikanische Partei und die Uniomsten gebe» der Regierung eine starke Mehrheit und es ist nur die Frage, wieweil Bolha, der sich ja gerne auf das hollandische Bcvöikerungselement stützen möchte, in seinen Konzessionen an die englischen— Unionislen wird gehen müssen. Ganz ungemischte Freude ist allerdings Botha nicht zu teil ge- worden. Der ganze Oranje- Freistaat Hai geschlossen gegen ieme Politik gestimmt und sämtliche siebzehn Sitze den Nationalisten zugewandt. Auch sind drei Minister durchgefallen. Die drei sührende» Persönlichleiten der Regierung, B o t h a. S m uts und Thomas Smartt, sind wiedergewählt worden. Die Niedertage der Arbeiterpartei, die auf etwa 20 Sitze gerechnet Halle rn�d nur vier heimbringt, hat verschiedene Ursachen. Sicher fehlten diesmal die Momente, die ihr seinerzeit, nach der brutalen Niederwerfung des Generalstreils durch Botha zugute gekommen waien. Die nationale Erregung, die die Wirkung de« Kriege», deS Aufstande» und deS Zuges gegen Deulsch-Südwest ist, bat ihr viele frühere Anbänger abspenstig gemacht. Erwähnt sei. daß z. B. Dr. P o u t S m a. der noch vor nichr langer Zeit Sozialist und sogar enten te freundlicher Sozialist war und der seinerzeit zu den von der Regierung Bolha dcvorlierten Arbeiter- iübrcrn gehört hat, diesmal als nationalistischer Kandidat ausgeireten und unterlegen ist. Vor allem aber war es die Spaltung der kriegsfreundlichen und krieg- feindlichen Elemente in der Arbeiterpanei. die eine kraflvolle Wahlakiion unmögliw gemacht hat. Es ist bemerken«- wert, daß sowohl der Führer der lriegSireundlichen Gruppe C r e«- iv e l l, wie der der int.'riiationalen, kriegSfeindlichen Organiiallon Ge» nosie Andrews umerlegen ist. Beide haben eine vollständige Niederlage zu verzeichnen. Andrews bekam in Georgetoivn nur 63 gegen 2029 uirionistische Slimmen Aber auch Creswell brachte eS in Krügersdorp nur auf 339 Slimmen. während der gewählte Un- abhängige, den die Südafrikaner und Nationalisten unlerslützien, U53 und Poulsma immer noch 523 Slimmen bekam. das tägliche örot. Ter Nachahmung empfohlen! Budapest, 30. Oktober(23. T. 25.) Das„Amtsblatt" veröffentlicht eine Regierungsverordnung über die �R e q u i- rierung aller Vorräte an Getreide- und Hülsen- fruchten, die' nicht freiwillig der Kriegsprodutten-Aktien- aesellschaft angeboten werden. Diese Vorräte werden, vom 25. Dezember angefangen, nicht mehr zu Höchstpreisen, sondern 4 Kronen billiger für den Doppclzentner übernommen. Wucherpreise für Weistkohl» Das„Düsseldorfer Tageblatt" befaßt sich in seiner Nr.2Ü5 mit den unerhörten Preisen, die zurzeit für Weißkohl(Kappusj genommen werden. Obwohl dies Produkt gut geraten sei und in der oberen Rheinprovinz von den Bauern zum Höchstpreise von 2,20 M. pro Zentner verkauft werden müsse, werde im nieder- rheinischen Gebiet der Preis auf 4,20 bis 6 M. hinaufgetrieben. Da? Blatt schreibt dazu: „Der Kappus ist auch ein Nahrungsmittel der ärmeren V o l l ö k r e i s e und darf daher erst recht nicht zur AuSwucherung dieser Kreise dienen. Was soll dann denen eigentlich überhaupt noch zum Leben bleiben? Die Kar-' toffeln werden schon hoch genug sin Preise steigen. An Fleisch denken die überhaupt nicht mehr. Auch die jetzigen Höchstpreise sür Butter sind gewiß lobenswert. Aber den Leuten, die doch keine Buner kaufen, nicht kaufen können, denen kann es letzten Endes gleich sein, wie die Bulterpreise sich gestalten. Das Gemüse, und darunter speziell daS Kraut, wird letzten EndeS das einzigste sein, was sllr den Winter etwas Abwechselung in daS ewige Einerlei: Brot und Karioffetn— Kartoffeln und Brot, bringen wird. Mit einem Appell an das Verantwort- lichkeitSgefühl der Interessentenkreise kommt man nicht weiter. Die Konsumenten können nur durch scharfes und energisches Eingreifen der verantwort- lichen Lnstanzen und Androhung schwerer und entehrender Strafen vor der rücksichtslosen Profitsucht aller jener, die die schwere Zeit zu einer enormen persönlichen Bereicherung benutzen, geschützt werden!"_ Gemeindliche Milchversorguug. Ter Magistrat in Stolpin Pommern hat die Milckversorgung für die ärmere Bevölkerung in die Hand genommen. Die Milch wird gegen Milchkarlen zum Preise von 18 Pf. an diejenigen minderbemittelten Familien verteilt werden, in denen Kinder vis zu sünf Jahren sich befinden. Eine lehrreiche Tabelle. Der Abrciß-Kalender der„Vorwärts'-Verlagsanstalt bringt die folgende interessante Tabelle, die angesichts unserer gegenwärtigen Brot- und Getreidepreise trotz ihres Atters auf einmal hochaktuell geworden ist. Die Ziffern beziehen sich aus Preußen, dürften aber auch anderwärts Geltung haben. Ein Blick auf diese Tabelle zeigt, daß beinahe auf jeden Preisabicklag aus Roggen- und Weizenprcise ein Jahr mit -z um e hm«n d er-Geburtenziffer folgte... Gingen dagegea. Jue Geiretdepieise in die Höbe, so war die Quittung darauf fast unweigerlich ein Rückgang der Gebnrleiiziffern im nächsten Jahre. Die Ursache dieser Erscheinung hier ausführlich zu eröriern, würde zu weil gehen. Die Tatsachen sprechen für sich. Sie zeigen, daß eine Regierung mit Verantwortlichkeit»- gesühl alle Veranlassung hat. den Teuerungspreisen— und nicht nur denen für Brot und Getreide— mit aller Energie entgegen- zutreten._ Kriegsbekanntmachungen. Lieferung von Strickwolle. Berlin, 30. Oktober.'(W. T. B.) Der K r i e gö a u S s ch u ß für warme Unterkleidung Berlin(Reichstag) hat aus den Beständen des KriegSmimsieriumS in der Zeit bis zum 28. Oktober dieses Jahres für Millionen M a r k S t r i ck- wolle an gemeinnützige Unlcrnehmungen zur Unterstützung Be- dürftiger verteilen lasten. Der Kriegsausschuß teilt zur Vermeidung von Nuckfragen und Verzögerungen mit, daß den bestehenden Bestimmungen gemäß gleichzeitig mit der Bestellung von Strickwolle der dafür zu ent- richtende Betrag einzuzahlen ist. Die Zahlungen geschehen am besten an das Banthans des KrieflsauSschusses, Mendelssohn u. Co.» Berlin, Jägerstr. 49/50, Postscheckkonto Berlin Nr. 1812, oder durch Reichsbankgirokonto._ Lette Nachrichten. Das neue französische Kabinett. Paris, 30. Oktober. lW. T. B.)(Meldung der Ägence Havas.) Ministerpräsident Briand stellte dem Präsidenten Poincar« die neuen Minister und die Unterstaaissckretäre heute vormittag vor. Im Laufe des ersten Wimsterratcs, der alsdann stattfand, tauschten die Minister ihre Meinungen über die politische und militärische Lage auS. Die mintsterielle Erklärung wird in einem KabinettSrat am Montagvormittag festgelegt und dem Präsidenten Poincare am Dienstag unterbreitet werden. Joffre in London. London, 30. Oktober.(W. T. B.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Generalissimus Joffre hat heute vormittag im Buckingham Palast«inen Besuch abgestattet und der Königin seine Teilnahme auS Anlaß des Unfalls deS Königs ausgedrückt. Tarauf stattete er auch der Königin Alexandra einen Besuch ab. Später hatte er eine Unterredung mit Lord Kitchener.— Die für gestern vorgesehene Sitzung des Kabinetts ist wegen einer wichtigen Besprechung mit Joffre verschoben worden. Eine amtliche Mitteilung besagt, daß der Zustand deS Königs sich weiter gebessert hat. Der König hat ein wenig geschlafen, die Schmerzen haben anchgelassen. Temperatur und Puls nonnal. Der Handelsverkehr nach dem Kriege. Basel, 30. Oktober.(W. T. B0 Laut einer Zuschrift an die „Basler Nachrichten" befaßt sich nach einem Rundschreiben der Bel- forter Handelskammer an ihre Mitglieder daS französische Handelsministerium seit heute im Einverständms mit dem Kriegsmini- sterium mit der Vorbereitung der Bedingungen, unter denen sich nach Friedensschluß im Verkehr mit den feindlichen Lnädern sie gegenseitigen wirtschaftlichen und Handelsbeziehungen ordnen lasten. Zwecks Erhaltes der Unterlagen werden jetzt, schon Er- Hebungen vorgenommen über den Stand von Schulden und Gut- haben, welche feindliche Untertanen in Frankreich sowie französische in den feindlichen Ländern haben. Es handelt sich nur um Schulden und Guthaben aus Industrie- uiü» Handelsverkehr. Gewerksthastliches. Sn Mahnruf an öie Kn'egsbejchäükgten. Der Drang, nröglichst bald der Einförmigkeit des Lebens in den Lazaretten zu entgehen und zur Erwerbsarbcit zurückzukehren, ver- anlaßt viele Kriegsbeschädigte, entgegen dem Willen der behandeln- den Aerzte auf ihre Entlassung aus den Lazaretten zu dringen. Vielfach werden solche an sich verständlicben Wünsche gefördert! durch Anzeigen in den Tageszeitungen, die zum Teil von gewerbs- mäßigen Stellenvermittleru ausgehen. In diesen Anzeigen werden Kriegsbeschädigte oftmals bei hohen Lchnangeboten für die ver- schiedensten Arbeiten gesucht. Zum Teil erhalten die Kriegsbe- schädigten auch von ihren Angehörigen aus der Heimat solche An- zeigen zugesandt. Das letztere mag gut gemeint sein. Die An- gehörigen hoffen, daß sie dem Kriegsbeschädigten hilfreich zur Seite stehen können, wenn er in der Heimat irgendeine Arbeitsstelle findet. Dem Interesse der Kriegsbeschädigten wird jedoch vielfach durch solche von liebevollem Hilssbedürfnis ausgehenden Vorschläge und Angebote nicht gedient. Solche Angebote von Arbeitsstellen kommen häufig infolge des gegenwärtigen Mangels an Arbeits- kräften oder auch aus der Absicht, eine billige Arbeitskraft zu er- halten. Wird dann bei Abschluß des Krieges der Arbeitsmarkt von den aus dem Felde heimkehrenden Millionen überschwemmt, dann verliert der Kriegsbeschädigte wieder die ihm früher fremde und auch während seiner Arbeitstätigkeit nicht heimisch gewordene Stelle. Die Last, die dann den Angehörigen obliegt, wird nicht immer ge- tragen werden können, auch wenn die Liebe zu dem Kriegsbe- schädigten nach wie vor die gleiche bleibt. Der Hilfsbedürftige steht dann allein. Es wird ihm, bei dem großen Angebot von Erwerbs» tätigen, schwer, vielleicht unmöglich werden, einen seinen Fähig. keilen entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Sein Leben ist ver- fehlt. Nichts wäre für ihn trauriger, als von der Rente allein leben zu müssen und sich nicht mehr als nützliches, durch Arbeit dem Ganzen dienendes Glied der Gesellschaft zu fühlen. Es kommt nicht so sehr darauf an, daß der Kriegsbeschädigte schnell, sondern daß er dauernd, auch über die Kriegszeit hin- aus, vielleicht für sein ganzes späteres Leben Arbeitsgelegenheit erhält. Deswegen sollen die Kriegsbeschädigten nicht ohne genaue Prüfung Arbeitsstellen annehmen, die ihnen oft aus gutem Herzen, häufiger aus gewinnsüchtigen Absichten ange- boten werden. Die Kriegsbeschädigten müssen in erster Linie den Vorschlägen und dem Rate des behandelnden oder leitenden Arztes folgen und das Lazarett nicht verlassen, ehe die Heilbe- Handlung abgeschlossen ist. Sie sollten die Vorschläge der Fürsorgestellen für ihre Berufsberatung beachten. Die Für- sorgestellen folgen dem Grundsatz, den Kriegsbeschädigten möglich st in seine frühere Arbeits st e.lle zu brin- gen, um ihm dort dauernde Arbeit zu sichern. Gelingt dies nicht, so soll ihm in seinem früheren Beruf Arbeits- gelegenheit verschafft werden. Mit den Berufsverhältnissen ver- traut, der Mithilfe seiner Arbeitskollegen sicher, wird er Freude an der Arbeitstätigkeit und Aussöhnung mit seinem Schicksal finden. Nur, wenn die Kriegsbeschädigung beides nicht ermöglichen läßt, soll die Erlernung eines neuen Berufes erfolgen. Die Hilfe der Fürsorgestellen und der Berufsberater, sei es bei Unterbringung der Kriegsbeschädigten in ihrer früheren Ar- beitsstelle in ihrem früheren Beruf oder bei Erlernung eines neuen Berufs, erfolgt nicht, um eine Kürzung der Rente herbeizuführen, sondern dem Hilfsbedürftigen das Dasein zu erleichtern. Dafür, daß den Kriegsbe- schädigten aus den Kreisen ihrer Arbeitsgenossen geeignete Berufsberatung zuteil werden kann, ist Vorsorge ge- troffen. Die Kriegsbeschädigten haben deshalb keine Ursache zu irgend- welchem Mißtrauen gegen die lediglich zu ihrem Nutzen geschaffenen Einrichtungen. Sie sollten insbesondere dann, wenn für ihr wei- teres Fortkommen die Erlernung eines neuen Berufes oder die unter den veränderten Verhältnissen notwendige Anpassung an die frühere Berufstätigkeit sich notwendig macht, den guten Ratschlägen, die ihnen von Aerzten und sachverständigen Berufsberatern gegeben werden, vertrauensvoll Beachtung schenken. Jedenfalls sollten sie auf Anzeigen in den Tageszeitungen oder auf Angebote von Arbeitsstellen unter der Hand nicht eingehen, wenn sie nicht die Sicherheit haben, eine dauernde Arbeitsstelle zu erhalten. Vermögen auch die Fürsorgcstellen solche nicht in allen Fällen zu beschaffen, so bleiben die Kriegsbeschädigten doch, wenn sie deren Vermittlung in Anspruch nehmen, mit diesen Hilfsorgani- sationen in Verbindung und finden in ihnen einen stetigen Rückhali. Berlin, den 2. Oktober lölö. Arbc�sgemcinschaft für das einheitliche Angestclltcnrecht. Soziale Arbeitsgemeinschaft der kaufmännischen Angestellten Tcutschcr Wcrkmcistcrbund. Gcncralkommission der Gewerkschaften Teutschlands. Gcsamtvcrband der christlichen Gewerkschaften Teutschlands. Verband der Deutschen Gcwerkvcreine idiofflsdi• korlerteai Slolt, ml Seide und Knöplen 6.90 BiuSe aui«Marblger Parti eflotlde, hodigetdiloncne Fora. 6.90 Bluse am idioltbdi-karterleai Slofl mfl QlavMurtkrogee.. 7.25 BluSe am Pallleltnetde, ml) sdiotlbdi-liarlerter SeMenkraverte 7.90 BlUSe aui guier Portlelleseide, neue gezogene Form;.,,,, 9.75 �uiMergawe/ialldt prelsmarl Elegante Wollblusen I» eendued. AmlOhrungen 9.75 Kleiderröcke Glockenrock 7!� 6.90 Glockenrock G7.el: 7.90 Glockenrock �,p,enCh.e.v.10!-.."T..zum.Au|: 16.75 av, braunem Poul�. mit Sammcl besetzt 9 C KOvJx(vornehme Form)...............,,,,. O Sammelrodr;"T."T 25.50 Weisswaren Sfraussfederrüsche Zeslut 1.30 Jackenkragen am Pik«, mit rekher Handslkkerd. 1.35 Glasbalisl- Weste MÄÄÄ 170 � tlcyeJillCI, weil CT_ jm liehe form, Knoplsarnllur. hodig«.-TCJ Olodienrode.)a o, � i „TaS Resultat ist nur dem Drucke Brantings zu verdanken. der an dem deutschfreundlichen Verhalten der Ausgeschlossenen bei Kricgsbeginn Anstoß genommen hat. Di« jetzige Anklage gründete sich auf ein Sammelwerk über die schwedische Auslandspolitik, an dem die Ausgeschlossenen mit- gearbeitet baben sollen. Steffen z. B. ist aber gar nicht Mitarbeiter gewesen. Das war dem Parteivorstand wohlbekannt, aber auch er wurde ein Opfer der Inquisition." Durch diese Darstellung soll der Eindruck erweckt werden, als ob dank der unerträglichen Tyrannei des.Deutschfeindlichen" Ge- nossen Branting diejenigen schwedischen Genossen, die mit ihren Sympathien auf deutscher Seite stehen, aus der Partei hinaus- geworfen wurden. Obwohl wir dieser systematischen Irreführung der öffentlichen Meinung in der deutschen Sozialdemokratie schon wiederholt entgegengetreten sind, stellen wir noch einmal den Tat- fachen entsprechend fest, daß die Teutschfreundlichkeit der Stessen, Larsson und Zärte an sich für ihren Ausschluß nicht in Betracht gekommen i st. Was ihnen den Hals brach, war der Umstand, daß sie mit ihrer Borliebe für das Deutsche Reich eine Agitation zugunsten des Eingreifens Schwe- d e n s in den Weltkrieg verbanden. Von den dreien und dem Genossen Helge Lindholm nahm die Stockholmer Organisation an, daß sie an der Abfassung des im Sommer erschienenen Werkes„Schwedens Auslandspolitik in der Beleuchtung des Weltkrieges" beteiligt seien, und es wurde an sie Anfang September eine entsprechende Anfrage gerichtet. Wäh- rend nun Lindholm die Mitarbeiterschaft in Abrede stellte, weiger- ten sich die anderen, eine Antwort zu geben. Sie sprachen aber recht deutlich aus, daß sie im allgemeinen mit Inhalt und Tendenz des Buches einverstanden seien. Sie erklärten, daß die Fragen der auswärtigen Politik„über den Parteien" ständen, und Pro- fcssor Steffen insbesondere, von dem die„J. K.* sagt, er sei bestimmt nicht Mitarbeiter, schrieb, daß die in der Schrift nieder- gelegten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Anschauungen seiner Ansicht nach mit den sozialdemokratischen Auffassungen ver- einbar seien und den Prinzipien der schwedischen Partei und der Internationale nicht zuwider liefen. Nun ist aber das Buch„Schweden? auswärtige Politik" nichts anderes als ein Bekenntnis zum Angriffskrieg und außerdem eine Ablehnung aller innerpolitischen Bestrebungen, die das Land für einen solchen Angriffskrieg ungeeignet machen würden. Schon im Vorwort heißt cS, daß Schweden sich mutig an Deutschlands Seite stellen müsse, und in den Beiträgen der anonymen Mit- arbeiter wird dieses Programm historisch, wirtschaftlich und kulturell unter scharfer Ablehnung der auf die Erhaltung des Friedens gerichteten demokratischen Tendenzen begründet. Wenn Steffen und offenbar mit ihm die Leute der„I. K." meinen, diese„aktivistischen" Auffassungen vertrügen sich durchaus mit dem sozialistischen Programm, so müssen sie das mit sich aus- machen. Der schwedische Parteivorstand war jedenfalls anderer Meinung und er ist gegen die drei ebenso vorgegangen wie der deutsche Parteitag vor dem Krieg gegen Gerhard Hildebrand, der ja auch den Sozialismus mit dem Imperialismus versöhnen wollte. Er würde genau so verfahren sein, wenn bei anders ge- arteten internationalen Verhältnissen jene Genossen für ein be- waffnetes Eingreifen an der Seite der Entente Stimmung gemacht hätten. Davon, daß Branting einen besonderen Druck zugunsten des Ausschlusses ausgeübt hätte, ist uns nichts bekannt. Wer erwarten für diese Behauptung die Beweise der„I. K.". Aber auch wenn sie erbracht werden könnten, so wäre auch für Branting nicht die Deutsch-, sondern die Kriegsfreundlichkeit des Prof. Steffen und seiner Freund« ausschlaggebend gewesen, und das Bemühen, seiner Haltung eine andere Auslegung zu geben, gehört zu den an ae- wissen Stellen leider zur Gewohnheit gewordenen Versuchen, die deutsche Sozialdemokratie gegen alle diejenigen ausländischen Ge- nossen einzunehmen, die es wagen, gegenüber der Politik der deut- schen Fraktionsmehrheit«inen kritischen Standpunkt einzunehmen Aus der holländischen Arbeiterpartei. Tie Parteileitung der holländischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei hat beschlossen, in einer Adresse an die Rtgierung das Streben des niederländischen„Anti-ONog-Rats" zu befür- ivorten, der die Regierungen der neutralen Staaten bewegen will, sich für eine Initiative zur Friedensvermittelung im geeigneten Augenblick vorzubereiten. Ferner hat die Parteileitung beschlossen, dem Parteitags- beschluß entsprechend eine wissenschaftliche MonatS- s ch r i s t herauszugeben. Die erste Nummer soll im Januar ISIS erscheinen. Es mag daran erinnert werden, daß die altbekannte Monatsschrift„Nieuwe Tijd" kein Organ der Partei ist, son- dorn Sozialisten verschiedener Richtungen zu Mitarbeitern hat. Das Ende der„Bataille Syndicaliste". Aus Amsterdam schreibt man uns: Die Pariser„Bataille Syndicaliste" bat am 23. dieses Monats ihren Lesern bekanntge- geben, vaß sie so..an ra>>>. er>r.. ancincn werde. Es ist der Krieg, der dem Blatt das Weiterleben unmöglich gemacht hat. Mit finanziellen Bf-'i von allem Anfang an zu kämpfen gehabt und eigentlich hat es sich in den vier Jahren und paar Nonaren, die eS durcygcqat.cn hat, immer nur mühselig weitergeschleppt. Ein Tageblatt kann in Paris nur leben, wenn es eine an hunderttausend reichende Auflage, zweideutige Zuwen- düngen von der Grotzsinanz oder— was doch nur als Ausnahme vorkommen wird— b-'mttte"- r.rr.vr-.v cvifi-r hat Zu einer starken Auflage hat es die„Bataille Syndicaliste" nicht gebracht, aus unsauberen Quellen bat sie nie schöpfen wollen, und die außer- ordentliche Opferwilligkeil einiger Gewerkschaften, besonders der Bauarbeiter, mußie endlich ihre Grenze erreichen, besonders da der Krieg das nicht sehr starke organisatorische Gefüge der GeWerk- schaffen erschütterte und ihre schtvachen Finanzen noch mehr her- unterbrachte... �.,,., Die Geschichte der„Bataille Syndicaliste wird nicht leicht zu schreiben sein, da ihr Charakterbild nicht wenig schwankend war. Sie war als ein Organ der in der„Confederation Generale du Travail" vorherrschenden syndikalistischen Tendenzen gegründet worden— nicht eigentlich als Organ dieses Verbandes selbst— und man darf wohl sagen, daß diese Gründung nicht ohne polemische Hintergedanken gegen die„Humcmite" erfolgt war. Aber im Grunde erfolgte diese Gründung zu spät, da die syndikalistische Bewegung nach einer Reihe ungenügend vorbereiteter großer Streikaktionen ihren Höhepunkt schon überschritten hatte und der Zersetzung verfiel. Die„Bataille Syndicaliste" hat diese nicht aufgehalten, aber sie widergespiegelt Daß sie manchen verdienstlichen Artikel gebracht, manche? junge Talent geschult hat, soll anerkannt werden. Viel Idealismus ist ihr geweiht worden, ohne reiche Frucht allerdings.— Auch während des Krieges hat sich die prinzipielle Klarheit des Blattes n cht erhöht. ES hat sich zwar von nationalistischen Exzessen löblich freigehalten, andererseits Mitarbeiter, die dem von einigen Gcwerkschaftoführern wie Jouhaux angenommenen Burgfrieden allzu kritisch gegenüberstanden, kaltgestellt. Die AbschiedSnummcr des Blattes enthält eine von einer An- zahl von Gcwcrlschaftlcrn gezeichnete Erklärung, die die Heraus- gäbe eines neuen Blattes„La Bataille" ankündigt, das die Ueber- gangsperiode bis zum Wicdererscheincn der„Bataille Syndicaliste" ausfüllen soll. Ob dieses Blatt täglich erscheinen soll, ist nicht ersichtlich, indes ist dies aus den oben dargelegten Gründen kaum anzunehmen. Ein Organ für die selbständige Aktion der Ar- beiterschait hätte aber wohl eine wichtige Rolle zu erfüllen in einem Zeitpunkt, wo eine Wiederbelebung der gewerkschaftlichen Propa- ganda versucht wird und die sozialistische Partei und ihr Tageblatt ihre Politik der„heiligen Einigkeit" anscheinend„bis zum bitteren Ende" durchzuführen gewillt ist. Die Zimmerwalder Konferenz und die Arbeiterschaft in der Schweiz. Fast täglich berichtet die Partcipresse über Kundgebungen von Arbeitervcrsammlungen für die internationale sozialistische Kon- fcrcnz in Zimmerivaid und ibrc Beschlüsse, denen auch der kam- inende Parteitag in Aarau zustimmen soll. Die ablehnende L>al- tung der Mehrheit der Geschäftsleitung der Partei wird mißbilligt, und nun erklärt auch der„Basler Vorwärts", die veröffentlichte ablehnende Erklärung der genannten Mehrheit war so überflüssig als nur etwas überflüssig sein kann. Aber sie hat damit die Differenzen innerhalb der schweizerischen Partei zu ihrem eigenen Schaden nur weiter verschärft. Unbeirrt durch diese Vorgänge erläßt das Zentralkomitee des Schweizerischen Grütlivcreins im„Grütlianer" einen Alarmruf an die Sektionen zur zahlreichen Beschickung des Parteitages durch Delegierte, um die notwendige und zeitgemäße endliche Pereinheit- lichung der Partei neuerdings zu vereiteln und der nationalen Richtung des Grütlivcreins zum Siege in der schweizerischen Sozialdemokratie zu verhelfen. Dafür besteht freilich trotz Alarm- ruf keine Aussicht._ Vom Uhrenarbeitcr zum Professor. In Biel("Schweiz) ist Genosse Louis Eggcr, Pro- fessor am dortigen Technikum, im Alter von erst 4L Jahren gestorben. Er war zuerst Schalenmacher und brachte es durch Selbststudium dazu, sich für den Lehrer beruf auszubilden, so daß er dann am Bieler Technikum als Professor mit gutem Erfolg wirken konnte. Seinen proletarisch-sozialen Jugendidealen ist der Verstorbene auch in seiner gehobenen Stellung als Professor treu geblieben._ Tod eines früheren Parteigenossen. Ganz plötzlich ist in Florenz der frühere �Parteigenosse Pompeo Ciotti gestorben, der jahrelang Sekretär des italie- nischen Parteivorstandes war. Ciotti wendete unserer Partei den Rücken, als diese auf dem Parteitag von Rcggio im Juli 1912 den Ausschluß der Rechtsrsformisten beschloß. Sozialist war er seit früher Jugend und hat besonders in Toskana viel für die Aus- breituug unserer Bewegung getan. Seit seinem Austritt aus der sozialistischen Partei war er, bis wenige Monate vor seinem Tode, Sekretär des reformistischen Parteivorstandes. Ciotti ist 98 Jabrc alt geworden._ Eine Tournee Anton Fcndrichs. Zu der unter vorstehender Uaberschrift von uns in Nr. 298 des „Vorwärts" gebrachten Notiz sendet uns Herr Anton F cn d r i ch ein Berichtigungstelegramm. Danach ist so ziemlich alles, was in der Notiz steht,„erlogen". Die Pfändungögeschichte erklärt F. so, daß es sich nicht um eine Pfändung, sondern um eine Mahnung an eine kleine Schuld gehandelt habe. Der Vorgang liege aber zehn Jahre zurück. Dann weist es F. zurück, daß er die Anregung zu seinen Vortragszyklen gegeben haben soll, er folge vielmehr nur den Einladungen, die an ihn herantreten. Möglich ist es, daß sich spekulative Unternehmer um Herrn Fendrich reißen, denn er hat sich interessant genug zu machen verstanden. flus Industrie und Handel. Beschlagnahme von Torfstreu. Die Bezugsvercinigung der deutschen Landwirte. G. m. b. H. Berlin, gibt bekannt, daß sie, um eine gleichmäßige Verteilung von Torfstreu und Torfmull vornehmen zu können, sich genötigt sieht. vom 1. Noveniber d. I. ab bei sämtlichen Torfstreuwerken Deutsch- landS das Uebertassungsverlangen auf alle vorhundenen und noch herzustellenden Mengen Toristreu und-Mull aui,zusprechen. Seitens der W-rke dürfen daher keinerlei direkte Verkäufe oder Ablieferungen erfolgen, da alle seither bestehenden Vertröge ausgehoben sind. Torfstreu kann nur noch durch die Kqmmunalvcrbändc, Torfmull dagegen nur direkt bei der Bezugsvereinigung angefordert werden. Äriegi'gewillne. Die Victoriawerke A.-G. in Nürnberg konnte ihrcn Reingewinn gegen das Vorjahr trotz wesentlich ahöhtcr Abschreibungen versechsfachen. Nach 399 999 M. Abichreibuuqen(i. V, 67 499 M.) verbleibt ein Reingewinn von 1.37 Millionen Mark(gegen 9,21 Mill. Mark i. V.) Die Dividende wird von 4 auf 20 Proz. erhöht. Die Schokoladenfabrik Hartwig u. Bogel« Dresden konnte ihren Bruttogewinn von 8,47 auf 4,26 Millionen Mark steigern. Nach erhöhten Abschreibungen verbleibt«in Rein- gewinn von 726 149 M.(gegen 498 799 M. i.V.), woraus 19 Proz. Dividende(gegen 7 Proz. i. V.) gezahlt werden. Die Lothringer Lederwerke A.-G. in St. Julian(bei Metz) steigerten ibren Rohgewinn von 62 999 auf 659 686 M. Nach erhöhten Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 199 929 M. (gegen 39 499 M. i. V.s. woraus 19 Proz. Dividende(gegen 3 Proz. i. B.) gezahlt werden. Die Deutsche Mineralöl-Jndustri« A.-G. in Wietze (Hannover) erzielte einen Bruttogewinn von 2,17 Millionen Mark (gegen 1,76 Mill. Mark). Der Reingewinn stieg von 247 429 auf 616 939 M. Während im Vorjahre keine Dividende gezahlt wurde, bringt die Verwaltung diesmal 6 Proz. in Vorschlag. Die Alt.-Ges. Wülfing, Dahl u. Co. in Barmen hat einen Betriebsgewinn von 816 265 M.(i. V. 799 680 M.) erzielt. Die Dividende wird von 6 auf 8 Proz. erhöht. Die Staßfurter Chemische Fabrik vorm. Vorster u. Grüneberg A.-G. erhöht ihre Dividende von 6 auf 7 Proz. Die Zuckerrafsinerie Halle erhöht bei reichliche» Rückstellungen und Abschreibungen ihre Dividende von 19 aus 26 Proz. Die Nene Walzwerk A.-G. in Bösperde schloß ihr Ge< schästSjabr mit einem Ileberschnß von 283 449 M.(gegen 99 125 M. im Vorjahre) ab. Während im Vorjahre die Aktionäre leer aus- gingen, werden diesmal 9 Proz. Dividende verteill. Die W e r i e l m a n Ii Bohrer Co. A.-G. in Frohen erzielte einen Warengewinn von 385 585 M.(im Vorjahre 334 349 M.) Aus ! dem Reingewinn von 324 918 M. werden wie im Vorjahre 12�/z j Prozent Dividende gezahlt. Die F. E. R e in e ck e r A.-G in Chemnitz erhöht ihre Divi- dende von 12 aui lg Proz. Ter Reingewinn stieg trotz vermehrter Abschreibungen von 0.92 auf 1.16 Millionen Mark. Die Maschinen» und Armatur-Fabrik(vorm. Klein, Schanilin u. Becker in Frankenthal zahlt aus dem von 217 439 M. auf 343 025 M. gestiegenen Reingewinn eine Dividende von S Proz. tgegen 6 Proz. l. V.). Die Z ii ck e r i a b r i k ll n> S l a w erzielte bei einem Aktien- kapital von 429 699 einen Reingewinn von 357 962 M., d. h. der Reingewinn betrug rund 88 Proz. des Kapitals. Die Vereinigten Chemischen Werke A.-G. in Char- lottenburg erzielten bei einem Kapital von 3 Mill. Mark einen Nctio- gewinn von 1,21 Mill. Mark. Das Bankguthaben beträgt allein 1.17 Mill. Mark. Unter den Aktivposten wurden das Gebäude- Konto um 38 Proz., das Maschinen- und Utensilicn-Konto völlig ad- grschrieben. Die Kabelwerke Rheydt A.-A. zablen aus ihrem Rein- gewinn von 2,8 Mill. 18 Proz. Dividende. Während die Tantieme an den Aufsichtsrat 163 349 M. beträgt, überweist die Gejellschasl für KiriegSwohlfahrtszwccke voll?— 69 999 M, Soziales. Arbeitsverdienst und Kricgerfrane». Ter lliiierstiitzuilgSauSschust der Stadt Dortmund bat beschlosten, daß vom 1. November d. I. ab der Arbeitsverdienst der Krieger- frauen, namentlich soweit sie als Arbeiterinnen auf industriellen Werkcu beschäftigt sind, in der Regel nicht mehr bei der Festsetzung der KriegSuntcrstiitzung berücksichtigt werden soll. Eine Kürzung der Unterstützung findet bei diesen Familien in der Regel also nicht mehr statt. Ein verständiger, mit dein Gesetz übereiiistimmender Veschlnfi. dem man Gültigkeit sür alle Gemciiidcn wünschen mutz. Erleichternng zwecks Einstellung weiblicher Arbeitskräfte. TaS sächsische Ministerium des Innern hat die Gewerbe- Inspektoren ermächtigt, um in der Kriegszeit die Einstellung weiblicher Arbeitskräfte in den Fabriken zu erleichtern, die Vorschriften, die die Beschäftigung erschweren, zu mildern. Die dadurch ermöglichte Beseitigung von Arbeiterinnenschutz- Vorschriften ist bedauerlich, da sie unheilvolle Folgen zu- Ungunsten der Arbeiterinnen und des Nachwuchses nach sich ziehen kann. Deshalb wäre zu wünschen, daß nur in den allerdringendsten Fällen eines Notstandes von der Ermächtigung Gebrauch gemacht wird. „Moralische Führung" im Zeugnis. Das Handlungsgehilfen und Gewerbegehilfen auf ihr Verlangen über ihre Führung auszustellende Zeugnis bat sich nur auf die Führung im Dienst, nicht auf die außerdienst- liche Betätigung des Arbeiters zu erstrecken. Eine Verletzung dieses Grundsatzes spielte in einem vor dem hiesigen Kauf- mannsgericht jetzt geführten Prozeß eine Rolle. Ein im Kaffee-Großgeschäft von Schöning beschäftigt gewesener Verkäufer verlangte dort Schadenersatz, weil cS ihm nach seiner ?lngabe unmöglich sei, mit dem ihm von der Beklagten auSge- bändigten Zeugnis eine Stellung zu finden. In dem Zeugnis steht nämlich: Seine moralische Führung ist zum großen Teil zufrieden- stellend gewesen. Daran hätten, wie Kläger behauptet, alle Arbeit- gcber Anstoß genommen. Nach dem Grund dieser Testierung ge- fragt, gab der Geschäftsführer der beklagten Kaffce-Großhandlung an, Kläger habe sich zwar i m Geschäft nichts zuschulden kommen lassen, aber privatim ein auSschlvcifendeS Leben geführt. Das Kaufmannsgericht fällte folgenden Schiedsspruch: Die Beklagte ändert das Zeugnis dahin ab, daß die„Führung als zufriedenstellend" bezeichnet wird. Das Wort „moralisch" fällt fort. Außerdem zahlt die Beklagte eine Entschädi- guug von 00 M. Nach einstimmiger Ansicht dcö Kollegiums denke man, wenn man im Zeugnis bon einer nicht ganz einwandfreien „moralischen" Führung lese, an einen Griff in die Kasse oder äyn- liche Vergehen, niemals aber an feine private Lebensführung. Man könne eine derartige Lebensweise vielleicht sehr mißbilligen, aber fchlietzlich fei der Chef nicht der Vormund und Sittenwächter seines Angestellten. Mit dem ausgestellten Zeugnis brauchte sich auch G. gar nicht um Stellung zu bemühen, denn darauf hätte ihn doch kein Chef enflagiert. Der Schiedsspruch wurde von beiden Parteien angenommen._ Gerichtszeitung. Micksschwindler. Ein Verbrcchcrpaar, ivdches zahlreiche Vermieter und Vermieterinnen in der Umgegend von Berlin geschädigt hat, wurde gestern der 3. Strafkammer dcS L-andgerichts III aus dem Zuchthausc vorgeführt. Heinrich Haberland und die Plätterin Anna U h l c, beide schon erheblich vorbestraft, verübten zahlreiche Diebstähle in der Weise, daß sie als Ehepaar, bisweilen auch als Brautpaar, auf- traten und in den verschiedensten Teilen Groß-Berlins sich bei Vermietern ein oder zwei möblierte Zimmer mieteten, dann die erste sich bietende Gelegenheit benutzten, um Geld oder Geldeswert zu stehlen und auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Beide sind vor einiger Zeit zu t Yt bezw. it Jahre n Zuchthaus ver- urteilt worden. Jetzt lag noch ein Fall zur Beurteilung vor, in tvelchcm die Angeklagten in der geschilderten Weise bei einer Wittvc einen Schrank erbrochen und eine Summe von 28 M. gestohlen hatten. Haberland erhielt eine Zusatzstrafe von einem Monat, die UHIe eine solche von zwei Monaten Zuchthaus. Der Mord in Berkenbrück. Das Sckstvurgericht von Frankfurt a. O. vcrurteiltc den Schlosser Otto Göttschau wegen Ermordung des Schlossers Will» Kmuse aus Berlin im Forst bei Berkcnbrück zum Tode. Der jetzt 22 Jahre alte Gottschau ist wiederholt wegen Ein- bruchs vorbestraft. Da er mehrere Sachen auf dem Kerbholz hatte, faßte er einen raffinierten Plan, um sich in den Besitz von fremden Legitimationspapieren zu setzen. Er inserierte in einer Zeitung nach Schlossern, die für ein Unternehmen auf dem Flug- platz bei Berkenbrück monatlich 200 M. Gehalt erhalten sollten. Von den etwa 50 Bewerbern suchte er den Schlosser Willy Krause, dessen Staiur seiner ähnlich war, au» und engagierte ihn angeblich für den Flugplatz. Dan» schoß er ihn auf dem Wege nach dem Flugplatz im Forst bei Berkcnbrück von hinten nieder, raubte die Legitimationspapiere und schleifte die Leiche an einen versteckten Platz im Walde. Dort wurde sie am 30. August von einer Arbeiterfrau beim Pilzesuchen entdeckt. Tie Radfahrkarte Krauses führte zur Feststellung seiner Persönlichkeit. Weitere Nach- sorschungen lenkten den Verdacht auf den Angeklagten als den Mörder. Dieser wurde Anfang September in der Edisonstr. tO in Obcrschöneweide verhaftet. Er hatte unter dem Namen des Ermordeten Beschäftigung als Schlosser in den Elektrizitätswerten gefunden. Bor Gericht bestritt der Angeklagte, daß ein überlegter Mord vorliege, es habe nur Totschlag vorgelegen. Als er dem Krause die Papiere gewaltsam entreißen wollte, habe dieser sich gewehrt. Ohne Ueberlegung habe er dann mit dem Revolver los- gefeuert. Die Äbschwächungen der gemeinen Tat konnten bei den Geschwocencn Glauben nicht finde». flus aller Welt. Das Los der Kriegerfraue«. In welcher verziveifelten Lage sich jetzt ein großer Teil der Kriegerfraue» befindet, davon gibt der Brief einer Frau Zeugnis, den die„Schlesifche Bergwacht" dieser Tage zum Abdruck brachte. Da dieser Brief typisch ist für die Verhältnisse, in denen die Äriegersrauen mit ihren Kindern leben, die nur auf die Unter» stützungen angeiviesen sind, bringen auch wir ihn auszugsweise zur Kenntnis. Die Frau schreibt: Werte Redaktion!....... Um meiner Erregtheit über so manche Ungerechtigkeit etwas Luft zu machen, möchte ich mich einmal Ihnen gegenüber aus- sprechen, wie„hinreichend", wie Ministerialdirektor Langner im Reichstage sagte, für uns Kriegerfamilien gesorgt wird. Ich erhalte für mich und zwei Kinder, fünf und sieben Jahre, in vierzehn Tagen 10,50 Mark. Davon geht ab pro Woche 1,50 M. auf Feuerung und 00 Pf. Versicherungsgeld sür die Viktoria. iJch will das nicht gerne einbüßen, da wir schon zwölf Jahre zablen.) Was bleibt mir da nun aus Lebensunterhalt und Miete? Bis April konnte ich noch zahlen, trotzdem mein Mann schon seit 0. August 1914 im Felde steht; April und Juli hatte mir der Frauciwercin zehn Mark Mietzuschutz bewilligt. Nun aber bei dem ständigen Steigen der Lebensmittelpreise war cö mir nur möglich, einige Mark Miete aufzubringen, so daß ich nun eine Mietschuld von 44 M. auf dem Halse habe. An Liebesgaben für meinen armen Mann kann ich nicht denken. Ich kann ihm von meinen Hungerpfennigen ebenso wenig schicken, als er mir von den seinen. Mein jüngster Bruder starb den Heldentod, da schrieb man mir von zu Hause— ich möchte meiner alten Mutter nach diesem schweren Schlag etwas in der Häuslichkeit behilflich sein. Auf Antrag hatte mir der Frauenverein alle 14 Tage seit Januar 1015 eine Kleinigkeit an Naturalien gewährt. Da ich aber nun hier bei meinen allen Eltern bin. Wurde mir die Unterstützung, die aucb in Geld gewährt wird, einfach entzogen. Ich muß aber auch bei meinen Eltern von meiner Unterstützung leben, denn mein alter Vater ist Invalide, hat acht Kinder aufgezogen, wovon nun drei Söhne und zwei Schwiegersöhne im Felde stehen. Da möcbtc auch jeder gerne von Zeit zu Zeit eine Liebesgabe. Wo bleibt da „hinreichend gesorgt", wenn man nun schon ein Jahr ohne Butter, Fleisch und Milch lebt. Wir leiden alle schon an U n t c r e r n ä h r u n g. Mein j ü n g st e s K i n d ist an Ab- zehrung gestorben. Die Herren im Reichstage, die be- haupten, es sei hinreichend gesorgt für uns, sollten sich nur ein- mal unsere hohlwangigen Kinder ansehen. Wo soll man sich aussprechen, soll ich meinem Mann das Herz noch schwerer machen? Soll ich meinen, selbst ganz armen Eltern klagen, daß es kaum noch auf Kartoffeln und Brot reicht? Selbst verdienen kann ich mir nichts, denn ich bin.eine durch und durch kranke Frau. Schwere, fast alljährliche Entbin- düngen, und schwere körperliche Arbeit von früher haben mich so geschwächt, daß meine Kraft kaum noch aufs Häusliche reicht. Vermögen besitze ich nicht. Hätte ich auch nur einigennaßen ctlvas, so würde ich keinen Schritt irgendwohin um Hilfe tun. Füntzehnmal möchte man darum betteln geben,— und sick> dabei anschnauzen lassen. Lieber verzichtet man auf man- che?. ES tut einem nur so leid, wenn die Kinder so herunterkommen, denn die sollen sich doch auch e inm a l ihr Brot verdienen I Ich wünschte mir die Herren, die von �hinreichend gesorgt" sprechen, nur vier Wochen in meine Kost— dann würden sie sicher anders sprechen. Ich bin fünfzehn Jahre verheiratet. Mein Mann ist nur Fabrikarbeiter, aber er bat immer rechtschaffen für die Seinen gesorgt— und nun mutz man Miete und alles Mögliche schuldigblcibcn. Wenn wenigstens der Hauswirt noch Nachsicht übte, doch daran ist nicht zu denken. Soeben war die Wirtin bei mir, ob ich nicht die Miete bezahlen könnte, da ich doch gestern gewiß 20 bis 30 M. Konsumgcld erhalten hätte. 30 M., du lieber Gott, wo sollten die bei dem Wenigen, das ick kaufen kann, herkommen. Für 5 M. hatte ich Warenschulden, die ich in Abzug bringen ließ, und etwas kaufte ich noch, so daß mir noch ganze 3 M. verblieben. Als mein Mann noch zu Hause war. baden wir uns stets für das Geld Kraut und Kartoffeln und Winterkleider geläutt. Diesmal ist nickt daran zu denken, ob- gleich die Kinder halb nackend geben. Wenn den Hauswirt zu seiner Handlungsweise die Not drängen würde, dann würde ich nichts sägen. Doch dem ist durchaus nickt so. Am Sonntag erst hat er ein Schwein geschlachtet. Wenn das noch weiter so geht, dann weiß ich nicht mehr, was ich noch anfangen soll. In diesem Sinne schreibt die Frau noch eine Weile weiter, einfach und schlicht. Man sieht, daß sie trotz ihrer Verzweiflung allzukrästige Ausdrücke vermeidet, was auf einen geduldigen Cha- rakter der Frau, die in P o l s n i tz(Kreis Waldonburg) ansässig ist, schließen läßt, lind doch, welcher Jammer und welche Empörung über das ihr aufgezwungene unverdiente Schicksal spricht aus dem Briefe dieser Frau. Es ist eine einzige Anklage nicht nur gegen das Schicksal selbst, sondern auch gegen die Menschen, die es nicht zu mildern verstehen, besonders aber gegen die, die es noch durch ihre Unersättlichkeit verschlimmern. Verzweiflungstat einer Mutter. Aus München wird gemeldet: In Lauen bei Bad Schönau hat die Frau des wegen Betrüge- reien im Gefängnis sitzenden Arbeiters Lukas Eckerlein ihren drei Kindern das Leben genommen. Sie brachte den Kindern mit einem Rasiermesser schwere Schnittwunden am Halse bei. Das älteste Mädchen konnte trotz der schweren Ver- letzungen fliehen, brach aber bald daraus tot zusammen. Die anderen beiden Kinder starben sofort. Die Mutter brachte sich selbst schwere Verletzungen bei und liegt hoffnungslos im Krankenhaus. Der Gvund der Tat liegt in der Verzweiflung über die Vergehen des Ehemannes. Zwei Brüder durch eine Granate getötet. Einen gemeinsamen Tod durch einen und denselben Schuß eines russischen Geschützes fanden im Oktober dieses Jahres die Zwillingsbrüder Friedrich und Gustav Frey aus Pr.-Holland. In einem Gefecht bei den Kämpfen um den Brückenkopf von.... schlug eine Granate die vor- stürmvnden Heide» und tötetcbeide Brüder. Von den Käme- raden wurden beide in einem gemeinsamen Grabe zur Ruhe gc- bettet. Eisenbabnunfällc. Auf dem Bahnhof N i m k a u in Schlesien fuhr ein Güterzug einem anderen in die Flanke. Die Lokomotive des zweiten Zuges und eine Anzahl Wagen entgleisten. Zwei Per- sonen des Zugpersonals wurden verletzt.— Von der Lokomotive des O-ZugeS Breslau— Berlin gestürzt ist der Lokomotivhcizer Paul Knack aus Guben. Kurz vor Erkner vermißte ihn plötzlich der Führer, und nach kurzer Zeit fand man die Leiche auf der Strecke. K. hat sich jedenfalls hinausgvbcugt und ist mit dem Kops gegen eine Signalftange gestoßen. Der Pariser Militärskandal. Wie„Matin" meldet, sind in der Angelegenheit der betrügerischen Befreiung vom Militärdienst einige weitere Personen verhaftet worden, besonders einige verwundete Unteroffiziere, welche durch Bestechung eine Urlaubs- Verlängerung erwirken wollten. Bisher wurden insgesamt dreißig Verhaftungen vorgenommen. Verband der Sattler n. Porteteuiller Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Achtung! Vagen-, iuto- u. Flugzeugbranche! Mittwoch, den 3, November 1915, abends 8'/z Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15; M?" Versammlung"WU Tagesordnung wird in der Berfammlnug bekannt gegeben. DM- Das vollz-dlige Erscheinen der zurzeit in der Branche be- jchästigten Arbeitskräfte erwartet nie nennelrealvttaas. Militärbranche! Die Branchenversammlung im Monat November findet nicht statt. 158/15 nie Brancklenletennz;. FürH bringen wir preiswerte Neuheiten von üeltener Schönheit an eo Sliefet ja-Öoppeifotilen i KopK2wirc�enroniefi Mollige Mänlel �besonders preiswert J. Mantel a. elnfarb. Flausch- OO Tl vJCI QQ jioif. hübsche Qlockenform D j f« Mantel aus etnlarb. Flauschstoif, Q Q 50 rula weite Glockentorm mit Gürtel aus Stoff mit angeweblem Dieselbe Form ohne Gürtel....... 2/ � aus Stoff mit angeweblem Q /i 50 Futter................ 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Sonntg. 31/, Uhr: Lehmanns Kinder. 8'/, Uhr: Bodo'z Hrnntschau. Mauerstr. 82. Zlmmerstr. 90/91. AS Berliner Konzerthaus. DV- Xea: Weln-Tcrrazze.'MF Heute Sonntag: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Franz Kv0.nSion! Anfang 4 Chr. Dienstag, den IDInfar VnnTOrt<äes Berliner- Künner- 2 Xovember: niulcr'ÄUUZivI• De«anxs erein», Chonnstr. Paul Thomas, u. d. Ucctliovon-QaartctU», Chonnstr. H. Miesnnr. URANIA TaubenstraBe 48/49. Sonntag 4 Uhr(Halbe Preise): Der Ihoiizo nnd Oester reich» Adriakttate. S Uhr: Von den Karpathen bl» Breat-Utowak. Montag 8 Uhr: Generalmajor a.D. Bahn: Die Krleg»HchunpIiltzo auf dem Balkan. Metropol Theater OV Heute 8 Uhr:-MF Die Ealserin (Maria Theresia). Gr. Operette in 3 Akten v. I. Brammer u. Alsr. Grünwald. Musik v. Leo Fall I» Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. Prltzl Massary Molly Wessely Albert Kutzner Rolf Branner Rosa Valetti Josef Ludl a. G. etc. Heute Vorstellg. 3Vt Uhr(kleine Preise) Kinder nachm. d. Hälfte j 8 Uhr: Letzter Tag des Oktober-Spielplans.— 9 Uhr: „Venus im Grünen4 Operette von Oskar St raus. Mitwirkende; Else Berna— ida Russka Gustav Matzner.Julius Spielmann. C. Richter. Chausseestr. 110. Jeden Sonntag; PaulHantheys ii ml Konzen. Anf. d. Konzerts 6, d. Vorst. 7 U. Jed. Mittwoch: Lustige Sänger. Die xerbroeheB© pupp© SUmoolU mit«»"t p-u»»- Wetnveraiwig, Morttzpla?' vnv;ctt,o4p. � m v � t.\W Sein schwierigster Fall Der beste Detektivfllm. Regie: Joe Ray. Mit Mia JIay und Maf Landa. Unter den Linden. Echoneberg Hauptstrabe. Direktion Adolf Vogei 1 I Tpfef.: LUtzow 7841 I ieüteiiiäil 2 Vorstel'. 1£ Nacbn.: K leine Preise! �TTerTaJl des Okiober Pro nr a m ms' Morgen, Montag, den 1. November: Neue Kunstkrdfte! 1 BiUeltverk. 11-1 u InvslidsnO. I frcusiBusdi Zum letzten Male: Unthan, d. armi. Rätsel. 9 Grix-Grigorls II. Meislersp. BChines.- Baren. Kralftv.N. Aneferb. die übrig. Schlager. Besonders hervorzuheb.: »i-liol-..0» Hungergepenst" u. „InlCUbl Reuter-d, nackte Wahrh Morgen nontag. Erstaufführung des Toilstündle ncaca November-Spielplan»— u. a.: DerVulkanmensch? Rose-Theater. 3 Uhr: Die Krlcjciibraut. 8 Uhr: Aaz der JuKendzelt. Moni; Aus der Jugendzeit. Walhalla-Theater. 3 Uhr: Wilhelm Teil. 8 uhr: Die Kriegsbraut. Heute 2 Vorstellungen O 3'/, und 8 Uhr. � Kachmittag jeder Erwachsene 1 Kind frei I nfnfnn Tzn des großen Oktober- LClilCl lay Programms.— In beid. Vorst.: Robert Steidt, Otto Reutier, in ihr. neuest. Vorträg. Reiehshallen-Tlieaier. Stcttiuer Hllnger. Zum Schluh Ein Matrosen- bild von Meyset. Anfang SonntagS 7-/-»Hr. Berlin HD, an der Wiener Brücke. Lohmühlenstreße. Vorletzter Tag l 2 Sonntag, den 31. Oktober: ft Vorstellungen/ 4 Uhr nachm. u. 8 Uhr addS, In beiden VoreteU. ungekürzte* Klesen-Progromm.Morg. Hon tag: Letzte Vorst*. Vorverkauf bei A. Wortheim Possen-Theater 8','.(Folie» Capriee) 8'/» freund Locwc Seine€ante mit Haskcl und Berlech. 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Paul Hoffmann, Gubener Str. 5. 11. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Artnr Ttadt- hagcu, Schöneberger User 18. 12. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Wilhelm Mann, Wilhelm-Stolze-Str. 4. 17. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Paul Schneider, Revaler Str. 17. 18. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Wilhelm Börner, Rittcrstr. 15. 26. Kommunab- Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Leo Zucht, Jmmanuclkirchstr. 13. 34. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Johann Barthel- mann, Kiautschoiistr. 14. 36. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Adolf Ritter, Engelufer' 16. 39. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Oskar Cohn, Levetzowstr. Iba. 46. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: �Gcwerkschaftsbcamtcr Karl Hctzschold, Bethanicnufcr 6. 43. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Emil Kcrsin, Pankstratze 66. 4ö. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Dr. Kurt Roscnfcld, Holsteiner Ufer 26. 47. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Heinrich Mctzkc, EberSwaldcr Str. 19. * Im 6. Wahlkreis werden sich am Dienstag 4 Mitgliederversammlungen mit den Stadtverordnetenwahlen beschäftigen. Die Versammlungen finden abends SVo Uhr in nachfolgenden Lokalen statt. Böses Festsäle, Gartenstr. 6: Frankes Festsäle. Badstr. 19; Patzenhofcr Brauerei, Turmstr. 25/26 und Pharus-Sälc, Müllerstr. 112. Tie Tagesordnung lautet: 1. Die Stadtvcrordnetcnwahleu; 2. Diskussion. Referenten sind die Genossen Adolf Ritter. Dr. Hermann Weyl, Karl Hetzschold und Heinrich Metzle. Lhnc Mitgliedsbuch kein Zutritt. � * Rcscrvc- und Landwchrmänncr dürfen an Stadtvcrorductcn- wahlcn teilnehmen. Im vergangenen Jabre legten wir dar, datz Reservisten und Lairdwehrlcute, überhaupt sänstlühe zum Heer einberufenen Personen, mit Ausnahme der Soldaten, die noch nicht aus dem aktiven Dienst entlassen sind, sowie der Berufssol- doten(Offiziere, Acrzte und Militärbeamte des Friedens- standcS sowie Kapitulanten), nach der Städteordnung wähl- berechtigt sind, denn sie gehören nicht zu den„scrvisberech- tigten Personen des aktiven Dienststandes" im Sinne des § 3 der Städteordnung. Unsere Auffassung ist am Donners- tag vom OberverwaltungSgericht in einem von der Stadtver- oronetenversammlung in Stendal angestrengten Prozetz vollinhaltlich bestätigt. Bei zwei Ersatzwahlen zur Stadtverordnetenversammlung in Stendal hatte Herr Petersen auch die Stimme des Landsturm- unteroftiziers Wessel erhalten, der in der Wäblerlisse eingetragen war. Mit dieser Stimme hatte Petersen von 7ö in der ersten Ab- keilung abgegebenen Stimmen 33 erhalten, also gerade die absolute Mehrheit. Der Wahlvorstand erklärte aber bei der Zusammen- i rechnung die Stimme Wessels als ungültig, weil er als aktive ! Militärperson an den Stadtverovdnctcnwahlen nicht teilnehmen ' dürfe. Fehlte die Stimme Wessels, so mutzte eine Stichwahl zwischen Petersen und dein Mühlcnbefitzer Weidling stattfinden. Der Wahlvorssand ordnete auch die Stichwahl an. In dieser wurde Weidling gewählt. Petersen focht Weidling? Wahl mit der De- grilndung an, datz die Stimme des Landsturm mannes(Landsturm- unteroffizier?) hätte mitgezählt werden müssen. Dann wäre aber er(Petersen) im ersten Wahlgang gewählt gewesen und die Stich- wähl hätte nicht stattfinden brauchen. Der B c z i r k ö a n? s ch n tz i n iv! agdcburg erklärte darauf auch die Wahl de? Weidling für ungültig. Zj-.-ar hätte, so wurde ausgeführt, ein Landsiurinmann kein materielles Wahlrecht; seine Stimme aber hätte zugelassen wcvden müssen, weil er in der ordnungömätzig znstandegctoinmcnen Wählerliste stehe. Die Stadtverordnetenversammlung legte De- ru s u n g ein. Das Oberverwaltungsgerich! bestätigte die Ungültigkeitserklärung der Wahl W e i d l i n g s. Es ging aber weiter als der B e z i r k s a u S s ch u tz, in- dem c s den Landsturmleuten auch das materielle aktive Wahlrecht für die Stadtverordneten- wählen zuerkannte. In der Beziehung führte das Gericht aus: Unzutreffend sei die Annahme, Satz Wessel als Land- sturmmann materiell nicht im Besitze des aktiven Stimmrechts ge- wescn iei. Zu den vom Wahlrecht ausgeschlossenen serviSbcrcch- tigten Militärpersonen de? aktiven Dienststandes gehören nur die Personen des aktiven Friedensstandes, die ß 33 des Reichs milttär- gesevec- vom 3. Mai 1871 unter Buchstaben A anfsührt(da? sind die eingangs angeführten Personen). Zu diesen könne aber Wessel als Landsturmmann nicht gerechnet werden. Er habe also das aktive Walssrecht sowohl materiell wie formell gehabt. Seine Stimme Vätte deshalb bei der Hauptwahl mitgezählt werden müssen. Dann hätte sich die Stiäiwahl erübrigt. Reserve- und Landwehrlcuto dürfen sich also an der Stadt- verordnetcnlvahl beteiligen. Bei dieser Gelegenheit heben wir hervor, datz sie sozialdemokratisch wählen können, ohne etwa dadurch dem kriegsininisteriellen Erlatz vom 2 l. Januar 1891 entgegenzuhandeln, der„jede Tritten er- kennbar gemachte Betätigung revolutionärer oder svziatdemo- kratischer Gesinnung" dienstlich verbietet. Bereits im Jahre 1966 hatten wir dies gegenüber irrigen anderen Ansichten ausgeführt. Es wurde darauf ein Strafverfahren gegen nnS eingeleitet, aber alsbald eingestellt. Tann erging unter dein 28. Februar 1967 ein Erlatz des KrtegsniinisteriumS, der jeden Zweifel in dieser Frage beseitigte. Dieser Erlatz(Aktenzeichen 571/2. 67. 0 3) weist aus den kriegsministeriellen Erlatz vom 2l. Januar 1891 und das in Verfolg desselben von den Generalkommandos erlassene Verbot hin und fährt dann fort: DnS Bcrbot erstreckt sich auch aus die zu Hebungen und Kon- trollversammlungen einberufenen Personen des Beurlaubten- standes und wird diesen zufolge Bersiigung vom 7. Mai 1893 besonders bekannt gegeben. Hieraus ist schon gefolgert worden, datz die zu Kontrollvcrsmnnllungen einberufenen Personen des Bc- nrlaubtenstandcS am Tage der Kontrollversammlung auch in der Freiheit der Stimmabgabe bei Wahlen für städtische Vertretungen — die Reichs- und Landtagowahlen kommen wegen 8 19 R.M.G. und§ 113 W.O. nicht in Frage— beschränkt seien. Dem ist entgegenzuhalten, das; Verbote militärischer Kom m andobe Hörden ein ans gesetzlicher B e- st i m m u n g beruhendes Wahlrecht, wie über- baupt die Ausübung gesetzlicher Rechte oder die Erfüllung gesetzlicher Pflichten weder beruh- reu l ö n n e n noch iv o l l e n. Mit Allerhöchster Ermächtigung wird von vorstehendem er- gebenst Mitteilung gemacht. gez. v. Einem. �us Groß-Serlin. Herlms Sutterverbrauch. TaS Lieferungsgebiet der Butter für Berlin liegt von der Hauptstadt reichlich weit entfernt. ES beginnt erst jen- seits eines Kreises, der einen Durchmesser von 266 Kilometern hat und innerhalb dessen die Produktion von Frischmilch vor- wiegt. Lieferanten sind aber nicht mir die westlichen und nördlichen preutzischen Provinzen, sondern aucb Dänemark, Schweden und besonders Rußland. Seit ungefähr 15 Jahren hat sich die sibirische Butter den Berliner Markt erobert. Da- gegen ist die Einfuhr ans Dänemark beständig geworden. Die rasche Entwickelung der deutschen Landwirtschaft bat auch die im Jnlande hergestellten Butterqnalitäten so verbessert, daß der Bezug der dänischen Onalitätsware nicht mehr notwendig ist. Dagegen wird die sibirische Butter zur Vermischung mit den heimischen guten Qualitäten eingeführt. Sie hat noch den besonderen Vorteil, datz sie wegen ihrer Wasserarmut leicht mit Wasser verschnitten werden kann. Mit einem Wort: sie erlaubt das Mogeln, das gerade in der Nahrungsmittel- brauche so unheimlichen Umfang angenommen hat. Interessant Ist die Verteilung der Butterzusuhr auf die einzelnen Bahnhofe. Im Jabre 1911 betrug die Zufuhr auf: Anhalter Bahnhos 656, Haniburg-Lchrter Bahnhof 8976. Potsdamer Bahnhof 66. Görlihcr Bahnhof 26, Stettiner Bahnhof 14 916, Ostbahnhof 13 856, Schlcsischcr Bahnhos 1166 Tonnen. Nicht zu ermitteln ist die im Stadtgebiet sechst hergestellte und mit der Post oder mit anderen Beförderungsmitteln in die Stadt geschaffte Butterineuge. Schon die Verteilung der Butterzusuhr aus die Bahn- Höfe läßt einen Rückschluß auf die wichtigsten Licserungs- gebiete zu. Nach einer Schätzung partizipieren an der Bnttcrverjorgung Berlins: Pommern mit 26, Westprcutzcn mit 16, Ostpreußen mit 15. Posen mit 15, Brandenburg mit 16. Mecklenburg mit 13, Schlcswig-Holstein mit 3, Schlesien mit 3 Proz. Berlin bezieht nach einer Schätzung vom Jahre 191t 379 666 Doppelzentner Butter aus der Eiseubahn. wovo.u nicht weniger als 131 666 Doppelzentner ausländische Butter waren. Zwölf Jahre früher, im Jahre 1899, wird die Zufuhr an Butter aus dem Auslande auf 151 Doppelzentner oder 6,3 Proz. des Bedarfs berechnet. Im Berliner Butterbandel waren 1913 tätig III Grossisten, 2 Importeure, 12 Agenten, 226 Detaillisten. Doch unterhalten einige Grotzsinnen auch Filialen. Ihre Zahl übertrifft sogar die der selbständigen Händler beträchtlich, deren Lage nickst immer die beste ist. ES stillt schwer, mit den gut ausgestatteten Filialen der Grotzgeschärte in Wettbewerb zu treten. Tie von den Grossisten aufgenommenen Kredite können nur langsam reguliert werden. Als Grotzfirmen mit Detailgeschäiten seien erwähnt: Vereinigte Pommersche Meiereien A.-G. mit etwa 56, Gebrüder Manns mit etwa 56, Gebrüder Groh mit etwa 46, R. Schröter mit etwa 45, G. GiiiowSki mit etwa 15, G. F. Atzmann mit etwa 30 Filialen. Tie Butterpreisc sind bis vor Kriegsausbruch relativ wenig gestiegen. Doch hatten darunter die Landwirte nicht zu leiden. Tie steigenden Fleischpreiie erlaubten eine immer profitablere Verlveudung des Rückstandes bei der Verbutie- rung, der Magermilch, die zur Mast der Schweine und Aus- zucht der Kälber verwendet wird. Gestiegen ist auch nickst nur die Milchergicbiakeit des ViebeS, sondern auch die Milch- ausbeute dank der bessereu Technik, besonders der Verweu- duug des Separators in den zahlreichen Molkereien. Viel- leicht hat aber die ungemeine rasche Znnabine der Kunst- spciscfettfabrikation eine iäbe Steigerung der Bnttcrpreise ver- bindert. Tie bessere hygienische und technische Herstellung der Margarine, ihre weitgehende Annäherung an den Buttergeschmack und endlich die Benutzung von pflanzlichen Oelen und Fetten neben dem Rindertalg haben viel zur Popularisierung dieles Surrogates beigetragen. Auch ist Deutschland das gelobte Land der Schweine. Neben der Butter und Margarine ist viel Schweineschmalz verwendet worden. Im Kriege ist Schwein eichmal; selten und teuer, Margarine nickst nur selten und teuer, sondern vielfach auch schlecht geworden. Das hat die Nachfrage nach Butter noch gesteigert. Tie Regelung der Biittcrversorgimg ist im Kriege im- gemein wichtig, weil bei der Knappheit au anderen Fetten der Bezug billiger und guter Butter notwendig ist. Der Körper braucht Fett als Wärme- und Energiequelle. Das gilt besonders für die körperlich viel arbeitende Bevölkernna im Winter. Tic Organisation einer einwandfreien Fcttversor- gung ist schwer, weil die inländischen Produzenten leicht versa- gen und die ausländischen überhaupt autzerbatb jedes staatlichen Zwanges stehen. Aber sie ist möglich, wenn die inländische Produktion an Butter durch Zwaugsgcnosssnschaften der Pro- duzenten, durch planmäßige Verteilung der Futtermittel, durck restlose Ausbeutung der Milch mittels modernster Verfahren in ihrer Ergiebigkeit gehoben wird. Schnee im Oktober. Die wcitverbreiterca Schneefälle der letzten Tage stellen in- sofern eine ungewöhnliche Erscheinung dar, als sie in einem grotzen Teile Deutschlands bereits zu einer zusainmenhänaendcn. ziemlich l?ohen Schneedecke geführt haben. Das gehört im Oktober in den ebenen Teilen des Landes zu den größten-Seltenheiten. Nur der äutzerste Nordosten Deutschlands, dessen Herbst- und Wintcrklima n-eit kälter ist als in den übrigen Landesteilen, bat gelegentlich t'chon im Ottober eine zusanimenhängende Schneedecke. Diesmal gibt es eine solche aber auch in den mlüleren Landes teilen, z. D. in Berlin und der Probinz Brandenburg, Ivo seit länger als einem halben Jahrhundert eine Oktoberschneedecke uichl mehr beobachtet Ivordcn ist. Nicht minder ungewöhnlich ist auch der Ilmssand, datz gleich der erste Schneefall zu einer Schneedecke geführt hat; meist fällt der erste Schnee bei Tauwetter und verschwindet in demselben Augenblick wieder, in dem die wäffrigcn Flocken den Erdboden berühre» Nach der wertvollen Unter- suchung über...Das Klima von Berlin" von Otto Behre sind im Verlaufe von 72 Jahren im Oktober vierzelmmal Schneefälle, im Oktober 1889 sogar vier Schneetage vorgekommen. Int Durchschnitt fällt der erste Schnee in Berlin am 11. November. Ter diesjährige Oktoberschnee bat sich danach also ohnehin schon reich- lich früh eingestellt, wenngleich diese Brrfrühung weit weniger ausfällig ist als das Jusammentrefsen mit einer Frostperiode, in- folge der der Schiree bereits liegen blieb. Denn sogar im Tep- leiiiücr sind in Berlin sefwu-Schneefälle beobachtet worden, und zwar zweimal am 21. September, nämlich in den Jahren 1898 und 1993. ES sind das allerdings autzerordentliche Seltenheiten, Fälle. die in sedem Jahrhundert mir ein einziges Mal beobachtet worden sind. Im 18. Jahrhundert war es der 29. September 1739; im 19. und 20.� Jahrhundert waren es die beiden Hereitz erwähnten Tage. Der späteste Termini de? ersten Schneefalls wurde nach den Berliner Untersuchungen am 31. Dezember 1888 beobachtet. Im Jabre lfi63 fiel in Berlin am 23. Dezember der erste Schnee. Diese beiden Fälle deS ersten Schneefalls in der zweiten Tezcmberhälfte stehen aber vom Beginn des 18. Jahrhunderts an bis beute einzig da. Im 20. Jahrhundert hat eS in Berlin bisher dreimal Oktoberschnee gegeöcii, und zwar am 11. Oktober 1901, am 21. Okiover 1993 und am 28. Oktober 1913. Bestimmungen über Kucheubereituug. Auf Grund des$ 3 der Verordnung des Magistrats Berlin über die Einschränkung der Kuchenbereitimg vom 25. März 1915 wird in Abweichung von der Bestimmung des 1 dieser Verordnung und in Verlängerung der bereits bis zum 1. November 1915 geltenden Erlaubnis zugelassen, datz bis� zum 31. Dezember 1915 Obstkuchen an Roggen- und Weizenmehl bis zu 20 Proz. des Knchengewichts enthält und mit Hefe, Backpulver nud ähnlich wirkenden Mittel» Kuve- stellt wird._ Bor der Freilmuk. In Zeiten der Fleischteuerung wächst der Andrang zu der Freibank, die das als minderwertig befundene Fleisch seillsseU. Zwar bleibt auch die Freibank nicht ganz unberührt von der allgemeineil Steigerung der Fleischpreise, aber selbstverständlich hält sich der Preis des minderwertigen Fleisches jederzeit weit unter dem des vollwertigen. Hiernach ist begreiflich, datz die Freibank-Vcrkaufs- stellen noch mehr als die von der Stadt eingerichteten Verkaufs- stellen für vollwertiges Fleisch umlagert werden. Wie die Käufe- rinnen des minderwertigen Fleisches vor der Freibank sich an- sammeln und geduldig ausharren, darüber wurde iin„Vorwärts" schon berichtet. Jetzt geht uns über die Frcibank-Verkaufsftelle in der Vcllcrmanstratze die Klage zu, datz man dort trotz aller Geduld und Beharrlichkeit nicht immer zu dein Ziel gelangt, sein bitzchcn Fleisch kaufen zu können. Es ist vorgekommen, datz Frauen vor dieser Verkaufsstelle vom Vormittag bis in den späten Nachmittag hinein(auch über die Mittagspause von 1 bis 4 ilbr, Ivo die Vor- kaufLstelle geschlossen blieb) warteten und schließlich doch nichts mehr erhielten. Soll eS denn nicht möglich sein, im voraus zu über- schauen, wieviel Ware noch verfügbar ist, und bekanntzugeben, wie- viel Käuferinnen ungeiähr nocki befriedigt werden können? Weiter wird geklagt, datz der Inhaber dieser Verkaufsstelle anscheinend im Punkte de? Warten? nicht alle Kunden mit gleichem Maße initzi. Gelegentlich sei beobachtet worden, wie ein Schutzmann, der vor der Verkaufsstelle die Wartenden zu überwackwn hatte, nach Ab- lösung ein Paket auSgdiäiidigt erhielt und es von bannen trug. Man ninunt an, datz auch der Schutzmann die Gelegenheit benutzte, an dem billigen Fleischkauf teilzunehmen. Sein Recht dazu ist im- zweifelhaft und wird ihm nicht bestritten. Aber man fragt. warum ein Schutzmann, wenn er nach Beendigung seine? Ticnstcs als Flcischkäufer auftreten will, sich nicht wie andere Leute den SBarfcubcn anrcifjt. Fehlt c§ ihm selber dazu an Zeit, so wird fiewiß die Gattin sich gern der lohnenden Mühe unterziehen, mit den anderen sich auf der Straße aufzustellen und zu harren, bis sie abgefertigt wird. Bevorzugungen von Käufern, die nicht Lust haben, in Reih' und Glied auf Abfertigung zu warten, sollten unter allen Umständen vermieden werden. Zur Bekämpfung der Diphtherie. Der Magistrat hat in seiner Sitzung voni 2S. d. M. beschlossen, die Zahl der seit Anfang Oktober zur Bekämpfung der Diphtherie in den Familien tätigen städtischen Fürsorgeschwcstern auf zehn zu erhöhen, ferner Diphtherieheilserum nicht nur durch die Armen- ärzte sowie in städtischen und nichtstädtischen Krankenhäusern, son- dcrn auch nach ärztlicher Verordnung auf Ausweis durch den Kriegsunterstützungsschein Einwohnern der Stadtgemcindc koste n- l o s zur Verfügung zu stellen. Handfertigkeitsarbeiten unserer feldgrauen. Kine Ausstellung von Handfertigkeitsarbeiten unserer Feld- grauen aus Berliner Lazaretten veranstaltet in den Räumen der Deutschen Werkstätten, Bellevuestr. 5 s, das Rote Kreuz von Berlin. Das Note Kreuz von Berlin hat unter Zustimmung der zu- ständigen militärischen Stellen und durch Vermittelung �dcs Pesta- lozzi-Fröbel-Hauscs die Einrichtung getroffen, durch Einführung des Bescbäftigungsunterrichtes in den Lazaretten, den Verwun- beten nicht nur Unterhaltung und Zerstreuung zu verschaffen, sondern auf diese Weise auch die Genesung zu fördern. Die Ausstellung wird am Montag, den 1. November, nach- mittags 3 U h r eröffnet und kann täglich von 9 bis 7 Uhr besichtigt werden. Eintrittsgeld wird nicht erhoben; auch findet ein Verkauf der ausgestellten Gegenstände nicht statt. Am ganzen Körper brennend stürzte am Sonnabendmorgen gegen 8 Uhr aus einem Keller des Hauses Prinzenallee 1 die dort wohnhafte Frau Briese auf die Straße. Die Kleider der Unglück- lieben hatten beim Anzünden eines eisernen Ofens Feuer gefangen. Mit schweren Brandwunden wurde die Frau durch die herbei- gerufene Feuerwehr nach dem Jüdischen Krankenhause überführt. Vom Eisenbahnzuge getötet. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich auf dem Bahnhof Ma- riendorf zugetragen. Dort war der Briefträger Ostrowski aus Neukölln dienstlich tätig und befand sich gerade auf dem Bahnkörper, als von Berlin her ein Zug herannahte. Der Beamte trat, um dem Zuge auszuweichen, auf das Nebengleis, wurde aber doch noch von der Lokomotive erfaßt und zur Seite geschleudert. Er war auf der Stelle tot. Arbeiter-Bildungsschule. Heute Sonntag, den 31. Ok- tober, abends 7� Uhr, beginnt der ans 4 Abenden bestehende Vortragszyklus, der der Musik gewidmet ist. Der Zyklus, der die„Musik als Gefühlsausdruck" behandelt, soll eine Einführung in das Wesen der Instrumentalmusik mit Erläuterungen ain Klavier geben. Am ersten Abend wird das Thema„Die �ecle der musikali- scheu Elemente" behandelt und durch Beispiele aus Beethovens Sonate, Opus 1l>, 2 erläutert werden. Vortragender ist Ge- nosse Leo Kestenbcrg. Das Eintrittsgeld beträgt 10 Pf. Tie Vorträge finden im Hörsaale der Arbeiter- Bildungsschule, Lindenstr. 3, 4. Hof, 3 Treppen, statt. Berliner Vergnügungen. Im Palast-Theater am Zoo finden heute zwei Vorstellungen statt. In der Nachmittagsvorstellung kann seder Erwachsene ein Kind frei einführen. � Auch im Wintergarten sind heute zwei Vorstellungen vorgesehen. In der um 3Vz Uhr beginnenden Nachmittagsvorstellung bei kleinen Preisen kosten Kinder die Hälfte.— Im Zirkus Busch wird in der Nachmittagsvorstellung Nenner Kulickes Abenteuer mimisch dargestellt werden, an der vor allem die Kinder große Freude haben. Abends gelangt wieder die Pantomime„Michel" zur Aufführung.— Im Apollo-Theater finden heute die letzten zwei Vorstellungen des großen Oktoberprogramms statt.(Nachmittags 4 Uhr zu kleinen Preisen das ungekürzte Pro- gramm und abends 8 Uhr.)— Im Kasino-Theater ist Familie Schnase auf dem Spielplan. Nachmitlags 4 Uhr: Der liebe Fridolin. Für unsere gefangenen Laudsleute in Sibirien hat bekanntlich das Rote Kreuz von Berlin in Gemeinschaft mit der„Hilfe für kriegsgefangene Deutsche" eine Sammlung veranstaltet, die dazu beitragen soll, daß aus ganz Deutschland insgesamt 109 999 Pakete nach Sibirien gesandt werden. Der rauhe sibirische Winter er- fordert gebieterisch die schleunigste Hilfe und aus diesem Grunde sei nochmals ausdrücklich auf die Sammlung des Roten Kreuzes von Berlin hingewiesen. Geldbeträge und die benötigten Gegenstände sind abzugeben in der Geschäftsstelle deS Roten Kreuzes von Berlin, Markgrafen- straße 49. Gesperrt. Die Brückenstraße zwischen Rungestraße und Köpe- nicker Straße ist wegen der Ausführung von Untergrnndbahnbau- arbeiten bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt worden. Ms öen Gemeinden. Erhöhung der Ertverbslosenunterstützung in Charlottenburg. Die Steigerung der Lebensmittelpreise hat den Magistrat zu einer Erhöhung der Normalunterstützungssätze für völlig erwerbs- lose Nichtkriegsteilnehmer veranlaßt und die Stadtverordneten� um deren Zustimmung ersucht. Da besonders in kinderreichen Familien der bisherige Unterstützungssatz für Kinder nicht mehr zureichend erscheint, hat der Magistrat beschlossen, den Normalsatz für jede Person, ob Erwachsener oder Kind, vom 1. November d. I. ab um 1 M. wöchentlich zu erhöhen. Die sich danach ergebenden Normal- sätze sind für alleinstehende Männer oder Frauen� 7 M., für ein Ehepaar oder zwei erwachsene Personen mit gemeinsamem Haus- halt 11 M., für jedes Kind unter 15 Jahren 2,59 M. und für jede erwachsene Person desselben Hanshalts 4 M. wöchentlich Tätigkeit der Lichtenberger Tarlehnskaffe. Die städtische KriegsdarlehnSkasse, die nunmehr bereits ein Jahr m Tätigkeit ist, hat bisher 49 Darlehen im Gesamtbetrage von 68 829,69 M. gewährt. 7 Darlehen im Betrage von 12 599 M. sind bereits wieder zurückgezahlt, während von 6 Darlehen Teil- betrüge in der Gesamtsumme von 4149 M. abgelöst worden sind. Da die Darlehen nur auf die Tauer eines Jahres geivährt worden sind, durch den Krieg jedoch ein Teil der Darlehnsnehmer nicht in der Lage sind, schon jetzt zurückzuzahlen, hat die letzte Stadtver- ordnetensitzung beschlossen, die Deputation der Darlehnskasse zu ermächtigen, die Darlehnsfrist erforderlichenfalls um weitere 6 Monate zu verlängern.— Die Verzinsung der Darlehen ist um % Proz. höher als der jeweilige Wechseldiskontsatz der Reichsbank; es wurden demnach bis Mitte Dezember 1914 6% Proz., später 5% Proz. Zinsen erhoben. Dieselben sind mit ganz geringen Aus- nahmen pünktlich eingegangen. Pctrolcumverkauf an Heimarbeiter in?keukölln. Mit dem Verkauf der zur Verteilung an die Heimarbeiter und landwirtschaftlichen Betriebe überwiesenen Petroleummengen wird am Montag, den 1. November 1915, in der Hauptfeuer- wache Erkstraße 22/25 begonnen. Nur Personen mit Berechtigungs- scheinen erhalten Petroleum. Der Verkauf erfolgt werktäglich von 19— 12 Uhr vormittags. Auf jeden Berechtigungsschein werden bis auf weiteres 2 Liter Petroleum wöchentlich verabfolgt. Einstellung des Kartoffel-Grostverkaufs. Wie uns der Neuköllner Magistrat mitteilt, wird wegen des eingetretenen Frostwetters der Grotzverkauf von Kartoffeln auf dem Anschlußgleis beim städtischen Eiswerk solange eingestellt, bis gelinderes Wetter eintritt. Lebensmittelkarten in Tegel. Vom 1. November ab werden die von der Gemeinde zum Per- kauf gestellten Lebensmittel nur noch gegen Ausweiskarte ab- gegeben. Die Ausweiskarten sind täglich während der Dienst- stunden von 8— 3 Uhr im Zimmer 29 gegen Ausweis(Steuerzettel, Ausweis über Reichsunterstützung usw.) unentgeltlich zu haben. Tie Gemeinde wird auch die Versorgung von Kartoffeln über- nehmen. Bestellungen sind ebenfalls im Zimmer 29 aufzugeben. Den Familien, die Unterstützung beziehen, werden die Kartoffeln gegen Ratenzahlung geliefert; es sind acht Raten vorgesehen. Durch diese Erleichterung ist es den Kriegerfamilien möglich, ihren Bedarf an Kartoffeln für das ganze Jahr einzudecken, ohne den großen Preisschwankungen während der Wintermonate ausgesetzt zu sein. Alles Nähere wird durch Säulenanschlag bekanntgegeben, und bitten wir, den Bekanntmachungen Beachtung zu schenken. Lcbensmittelfürsorge in Britz. Um der drohenden Knappheit an Lebensmitteln zu steuern, hat die Gemeinde viele Nahrungsmittel eingekaust, die im Laufe dieses Jahres entweder direkt oder durch die Gewerbetreiberiden am Orte an die Verbraucher abgegeben wurden. Dem Verkaufe von Kartoffeln und Heringen zu Beginn des Jahres folgte die Abgabe von Konserven aus Rind- und Schweine- fleisch. Größere Mengen von Schweinefleisch in Brühe und Sülze (Braunschweiger Fabrikat) sowie von Gulasch stehen noch zur Ver- fügung und werden zu den billigen Preisen von 1,45, 1,29 bzw. 1,23 M. für die Pfunddose im Rathause— Zimmer 3— abgegeben. Gefrierfleisch gelangt zu angemessenen Preisen in fünf Schlächterläden zum Verkauf; es waren insgesamt 459 Schweine angeschafft, die bei den jetzigen bohen Schweinepreisen und dem großen Mangel an Fetten gute Dienste leisten werden. Für den kommenden Winter hat die Gemeinde vorläufig 139 Tonnen Heringe angekauft. Die Abgabe soll direkt an die Verbraucher er- folgen; der Preis ist auf 49 Pf. für 3 Stück festgesetzt. Die Vorräte an Reis und Makkaroni sind an die Händler des Ortes abgegeben worden, die diese Nahrungsmittel mit 79 Pf. für dos Pfund an die Bevölkerung verkaufen. Auch Erbsen, Bohnen und Graupen werden in nächster Zeit zum Verkauf gelangen können. Mangel an städtischen Arbeitern in Spandau. Während täglich eine große Anzahl Arbeitsloser aus Groß- Berlin und der Provinz Brandenburg sich zum Teil vergeblich auf den königlichen Fabriken um Arbeit bemüht, kann die Stadt selbst für ihre Betriebe keine Arbeiter bekommen. Das liegt aber nicht nur an dem Mangel an männlichen Arbeitskräften, sondern auch daran, daß der Magistrat seit jeher mit den Organisationen auf dem Kriegsfuß gestanden hat, in Friedenszeiten niedrige Löhne zahlte und mit Vorliebe junge Arbeitskräfte aus rückständigen Gegenden einstellte. Die Stadwerordneten hatten sich daher am Donnerstag mit diesem Mangel an Arbeitskräften zu beschäftigen und bewilligten 2599 M. für die Unterbringung von Gefangenen auf der Gasanstalt, die dort ständig beschäftigt werden sollen. Bei der Straßenbahn macht sich der Mangel an männlichen Arbeitskräften besonders unangenehm bemerkbar, und die Direktion ist da- durch nicht in der Lage, den gewaltigen Verkehr zu bewältigen. So kann zum Beispiel die Nonnendamm-Bahn, die schon immer als Stiefkind behandelt wurde, nicht mehr bis zum Bahnhof Spandau- West fahren, sondern nur noch bis zum Markt. Trotz aller Be- mühungen und wesentlichen Lohnerhöhungen ist es bisher nicht ge- lungen, genügend brauchbare Ersatzkräfte für die zu den Fahnen einberufenen Mannschaften zu erhalten. Der Magistrat sieht sich daher genötigt, Fahrer, Streckenarbeiter und Handwerker aus der Schweiz herüberzuholen. Die Reisekosten für diese angeworbenen Kräfte wurden bewilligt. Von den übrigen Vorlagen sei noch erwähnt die Beteiligung der Stadtgemeinde an der errichteten Reichs-Karwffel-Gefellschaft mit einem Kapital von 4999 M.— Für den Ausbau der Brunnen- anlagen wurden 89 999 M. bewilligt. parteiveranftaltungen. Schöneberg. Für die Mitglieder des Vereins Arbeiter- Jugendheim findet am Donnerstag, den 4. November, abends Y.9 Uhr. in den Neuen Rathausjälen, Martin-Luther-Straße S9, eine wichtige Zusammenkunft statt. Iugen�veranstaltungen. Arbeiterjugend Berlin Süd-Südost-Weft. Heute Sonntag, abends 6 Uhr, Saalöffnung 5 Uhr, findet in den Arnimhallen, Koinman- dantenftr. 58/59, ein Lichtbildervortrag statt über: Der«-iegeslaui der Technik. Im Anschluß daran geselliges Beisammensein, bestehend aus Musik, Rezitation und Gesang. Alle jungen Arbeiter und Arbeiterinnen, besonders die schulentlassene Jugend und deren Eltern, find steund- lichst eingeladen. Der Eintritt ist vollständig frei; Garderobe 10 Ps. Eharlottenbnrg. Die Arbeiterjugend feiert heute im Jugendheim, Rosinenstr. 4, das Fest ihres zehnjährigen Bestehens. Neukölln. Sonntag, den Jl. Oktober, abends 7 Uhr, Eröffnung 6 Uhr, in den Paffage-Festsälen, Berqstr. 151, Herbstjeier, bestehend aus Gesaug, Konzert, Rezitationen. Eintrilt 20 Pj. Die Heime bleiben an diesem Tage gclchloffen. Heim 1. Dienstag: Mädchenabend. Mittwoch: Vortrag. „Russische A r b e i t e r k ä in t> i e." Donnerstag: Diskussion. Heim II. Dienstag: Diskiffsionsabend. Mittwoch: Vortrag. „ I u g c n d s ch u tz." Donncrslag: Rcädchcnabcnd. Weistensee. Heute Sonntag, abends S Uhr, findet im Restaurant „Albiechlshos", Weißensce, Parkstraßc, die Feier des 1. Stistungssestes des Arbeiter-Jugendheims statt. Das Programm beitcht aus Männergcsang, Festrede, Lieder zur Laute, Theateraufführung und lebende Lieder. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma H e r in a n n T i c tz hat gestern in ihren beiden Häusern Leipziger Straße und Alcrandcrpiatz Spiciwarcnausstcllungen eröffnet. Wäb: end in der Leipziger Straße die sotdalischcn Lebenswege des riesigen Landsiürmers Latte und seines Kameraden, des(leinen Weh: Mannes Steppke in sehr künstlerisch schön ausgeführten Bildern gezeigt werden, stellt der Alcxanderplatz das Kriegsspiel der Berliner Jugend dar. Die Aus- stellung war gestern schon von Grog und Klein stark belagert. Die Firma Bauern. Co. empfiehlt in einem der heutigen Auflage beigelegten Prospekt ibre Formamint-Tableiten zur Verhütung von Er- kältungskrankheiten und als Schutz vor Ansteckung. Empsohten wird in dem Prospekt sür die Krieger im Felde die Formamini-Feldpostbriej- Packung._ Eingegangene Druckschristen. Lebenswende. Roman von W. v. Molo. 1 M. Kronenverlag, Berlin 8W 68. Besitzt die Menschheit hinreichende Organe für Erforschung und Wahrung ibrer GemeinschaftS-Jntereffeu? Von Pros. R. Broda. 1,25 M. M. Drech'el. Bern. Tie Fürstin. Roman von B. Frank. 3 M.. geb. 4,50. A, Langen, München._ Sriefkasten üe? Reüaktion. Die lurlstlslde Sprechstunde findet sür Abonnenten Lindenstr. Z, IV. Hof rechts, parterre, am Montag biS Freitag von 4 bis 7 Uur, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder sür den Briefkasten besiimmien Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird mch: erieiii. Antragen, denen keine Abonnemenlsauitiung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Lcrirägc, Schriststücke und dergleichen bringe ma» in die Sprechstunde mit. 92. A. 3k. Sie gehören jetzt zur immobiien Truppe und haben des- balb nur Anspruch auf diese Löbnung.— H. S. 29. 1. Wenn die Sachen Eigentum der Frau sind, kann sie die Herausgabe verlangen. 2. Der Vater mutz sür den Unicrbalt des Kindes zablcn. Er bat aber das Bersiigunas- und Erziebungsrecht über das Kind. 3. und 4. Rein.— M. 16. Das Obcrvcrwaltungsgericht ist die letzte Beschwerdeinstanz sür Sie. Wollen Sie zu Ihrer Verteidigung einen Rechtsanwalt haben, so können wir Ihnen wegen der hohen Kosten von hier aus keinen empsehlen. Sie müssen sich ilhon dort am Orte nach einem solchen umsehen.— E. K. Li. Derjenige, der Familienunterstützung bezog, kann einen Antrag aui Löbnung stellen, und zwar beim Ersatzbataillon desjenigen Truppenteils, zu dem der Be- treffende eingezogen ist.— Zl. P. 34. Sie haben keinen abjoluten An- spruch aus die Zulage.— Alter Abonnent, Lortzingstraste. Das Tcsta- mcnt ist in der von Ihnen mitgeteilten Form rechtsgültig, wenn Kinder nicht vorhanden find. Es bedarf(einer Bestätigung durch das Gericht oder durch Zeugen.— Streitfrage 7. Nur sür FortbildungsschMer kann der Zwang, an den Hebungen der Jugendwchr teilzunehmen, ausgeübt werden, wenn diese Hebungen planmäßig in den Lehrvian ausgenommen worden sind. Sachsen. Das Gesuch mützic an das sächsische Kricgsministenum gerichtet werden, es scheint uns aber sehr wenig Aussicht aus Erfolg zu haben.— R.L.32. Die Nummer bedeutet: schicchies Gebiß. Tie Buchstabenbezeichnung haben Sie schon richtig angegeben.— W. R. 78. 1. Ja. 2. u. 3. Nein. — XI. 1613. 1. Nein, nur sür vier Wochen. 2. Vom Tage der Ein- berusting an.— Heinz 333. Der Wirt kann nicht zum Mietsnachlaß ge- zwungcn werden.— A. 1. Lichtenberg. Der Betreffende muß den Ver- Inst deS Geldes ersetzen.— E. H. 39. Sie müssen das Alter des Kindes angeben, können aber beantragen, die Unterstützung für dasselbe Ihnen weiter zu zahlen, wenn das Kind noch keinen Verdienst dat.— A. S. Elcttrotcchniker kann Ihr Sohn werden, auch wenn er von cincr Volksschule abgeht. Ersorderlich ist Lehre und praktische Tätigkeit, außerdem Besuch einer Fachschule. Von den Fachschulen Berlins kämen für Elektrotechniker in Betracht die beiden Handwerkerschulen und die höhere technische Lehr- anstalt Beuibschule, die eine weiter gehende Ausbildung gibt, aber auch von ehemaligen Voilsschülern besucht werden kann. Wegen näherer Aus- kunst(vagen Sie mündlich an zunächst bei dem Direktor einer der beiden Handwerkerschulen(Lindenstr. 97 und Andreasstr. 1). Knocken en gros cn detail Rinderknochen............ Rund 25 r. Krauseknochen............ 25, Schweineknochen und Rippen... 30» Röhrenknochen............ 35, Ab Montag zur Eröffnung kosten Rinderknochen 20 r Sonthardstrajie, Stadtbahnbogen 16-17. Klclnverkanf von 8— 1 Uhr und 4— 8 Uhr. Großverkaaf von 8— 9 Uhr vormittags, 12— 1 Uhr mittags und 7—8 Uhr ab'ends. 92/6 Wir liefern direkt an Private als Spezialität: BQrserllcheliloIinunss-Elnrichtunsen Sertmer Jlsdifer'- Cfcfiezkrermeisfa* k> seder Holz- und Stilart, nur erstklassiger Ausführung zu konkurrenzlos billigen t» Jahre Garantie, CchlafzimmeP:«.183,219,270, 326,428, 532 bis 3500. Beste Verarbeitung. Speicezimmer: M. 296, 333, 426, 506 bis 4000 I Wohnzimmer: M. 242, 363, 429, 543 bis 2500 Herrenzimmep: M. 209,323,487, 550 bis 3000 I Neuzeitl. Küchen: M. 51, 58, 75, 93 bis Ständiges Lager von ca. 500 Einrichtungen. Enorme Auswahl bis zum Auserlesensten. ___ Illustrierter Katalog mit Referenzen liste gratis. 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IM >1 Verwaltung Berlin. Montag, den 1. November, abends 8 Uhr, im GewerkschaftShause Engelufer 15, Saal 3: Odontliehe General-Versammlung. Tagesordnung: I. Bericht des Vorstandes und der Revisoren über daS 3. Quartal ISIS. 2. Anträge betreffend Aenderung mnereS Stellenvermiltelungs-Regle mcnis sür die Kriegsdancc. 3. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 20/7 Der Torstand. Verwaltung Berlin. Teü-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30 Ilorgen Montag, 1. Xovembor 1015, abends 81/, Uhr. im Gewerkschaftshaas, Saal 1, Engelufer 15: Krauchen Versammlung BCisienmacher! Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Unternehmern wegen der Teuerungszulagen. 2. Branchenangclegcnheiten. .is Ko n s iea � d e rtens Mittwoch, den 3. November, abends 9 Uhr, bei Greife, Nungestr. 30. Bezirk Bberschoneweides Mitglieder-Versammlung Ticnstag, den X. November, abends 8'/, Uhr, bei ITarneke, Wilhelmincnhofstr. 18. Vertrauensmänner-Versammlungen: Abteilung szlugplaH. Mittwoch, den 3. November, abends&'/, Uhr, im»Lindenhof", Johannisthal, Friedrichftr. 00. Laloiisiearberter. Mittwoch, de» 3. November, abends 8 Uhr, bei Greife, Nungestr. 30. Stellmacher. Mittwoch, den 3. November, abends 8'/, Uhr, bei Nmnmel, Sophienstr. 5. Achtung: Bezirk Neukölln. Achtung: Tic Zahlstelle 83, Pannirrstr. 9a, ist während der Dauer des Krieges geschloffen. 89/15 89/12 vle Ortsf crwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein für öen H. berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den Ä. November, abends 8V»Uhr: Vier Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Böses Festsäle, Gartenstr. 6 jlatztnhoftr Srauerei, Turmstr. 25/26 Frankes Festsäle, Badstr. 19 Pharns-Säle, Müllerstr. 142 Tagesordnung: i. Die Stadtverordnetenwahlen. 2. Diskussion. Referenten: Adolf Ritter, Tr. Hermann Wehl, Karl Hctzschold und Heinrich Metzke. .....- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt._ 228/10* Der Vorstand. AkiiWcr tapMiritrr|(rliiiiili. Eugelufer 14/15, II. Bezirk Grofj-Berlin. Telephon: Amt Moritzplatz Nr. 2382 und 4747. Delegierte zur örtlichen Generalversammlung der Bezirksvcrwaltung Groft-Berlin! Am Montag» den 22. November 1915, abends SVa Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer Nr. 14/15(Saal I): Mfiitlidjk Gkecrel-Nnseminlung pro 3. Oiiortol 1915. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen- und Arbeitsnachweis- bericht pro 3. Quartal 1915. 3. Erledigung etwa eingegangener Anträge und Geschäftliches. Es ist Ehrensache eines jede» Delegierten, sein Mandat auszuüben und in dieser Versammlung anwesend zu sein. Mitgliedsbuch und Legitimationskarten sind am Eingang des Saales zwecks Ab- stempelung vorzulegen. Ohne Buch und Karte kein Zutritt. Wer niit seinen Beiträgen über acht Wochen im Rückstand ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. 68/3 Tie Bczirksverwaltung. I. A.: A. Werner. Zoiisjtaolll'slizeK. Wahlverein Charlolieuhurg. Mitglieder Versammlung Dienstag, den X, November 1915, im Bolkshause, Rostnenstr. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl. Bortrag des Stadtverordneten Gen. Ii lieh.»Tie Lebensmittel- fürsorge der Stadt Charlottenbnrg.« VetlchiedencS. 251/19 Her Torstand. Marmeladen- Detail-Verkauf zu Engrospreisen. Montag letzter Tag. Ausverkauf zu extra billigen Preisen. losusrstrsBo 2, Ecke SchiitzenstraBe. Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschrlinkter Haftpflicht. Kontor u. Zcntrallager: Berlin-Elchtenbcrg, Itlttergntstr. 16—20. Bilanz vom 30. Juni 1915. 1914/15 Aktlfa Passiva 1914/15 1. Grundstntfe n. Gebäude: M. I Lichtenberg, Ritiergut- strahe 19'26 2 993 733.88 III AdlerShos, Bismaickstr. 170 364,78 IV Lichtenberg, Riltergut- (trajjc 16/18 668 189,75 V Tempelhos...... 233 396,60 VI Tegel, Bahnhosftr,... 145 959,09 VII Lichtenberg, Bornitzstrahe 146 353,82 VIII Lichtenberg. Straffe 32 104 117,56 2. Inventar und andere Einrichtungen: Wäsche....... 1,— SeizungS« a. Lichtanlage.. 234 207,58 leisanlage...... 20 486,50 Backösen........ 144 501 29 Auszüge........ 45 662,83 Uhren u, Telephonanlage. 15 981,10 Einrichtungsgegenstände,. 7 535,73 Inventar....... 905 203,66 Gummireifen...... 2 500,— Maschinen....... 212 822,26 Automobile....... 7 391,29 Werkzeuge....■,■_ U— 3. Beteiligung an anderen schafitichen Nniernehm. 1. Zinsbar angelegte Gel- der und Auffenstände: Bankdepot....... Eine Hypothek..... Effekten........ Hinterlegte Kautionen.. Auffenilände sür Kohlen.. Bankeinlage GEG.... 1 Sicherheitskonto GEG sür die Kautionen unserer An- gestellten...... 50 000,- Sanf guthaben...... 1 030 102,45 Debitoren......■. 536 474,86 genonen- 4 000,— 100 000,- 520 177,63 15 094,31 4 394,80 977 160,18 5. Bestände an Waren und Materialien: stzastagen....... 12 378,30 Material in der Schlosserei. 16 182,32 Material in der Tischlerei. 962,60 Warenbestände...., l 875 648,18 6. Kasscnbcstand........ 1914/15 M. 4 462 115,48 1 596 294,24 191 858,23 4 287 404,23 1 905 171,40 28 155,67 1. Geschäftsanteile der M. Mitglieder: X. Reserven: Spczial-Refei veioiidS.. 41 513,31 ProduktionSsond-Z.... 57 937,56 Personal-Unterstützungsfonds 18 067,50 RcservesondS...... 119 360,98 NotstandssoudS..... 12 134,82 DiSposilionssoiidS.... 31 221,06 3. Noch zu zahlende Zinsen utid Unkosten: Personaloersichcrung... 3 777,66 Hausanteilzinsen.... 6t 626,27 Nicht abgehobener Rabatt, 14 323,65 4, Betriebsschutdrii: Kreditoren...... 7 591,27 Noch einz rlösendc Kulicheine 436,75 Sparsonds II(Rabatt)., 735 087,08 Frachten....... 4 966,15 Warenschulden..... 334 034,56 Bauschulden...... 130 827,53 5. Aufgcnommette Gelder: Hypoldeken...... 998 000,— Reservierte Spareinlagen II 53 776,87 HauSantcile...... 1 509 920,— Sparmarkc»...... 32 232,37 sparsonds I..... 6 652 689,95 Kautionen....,., 48 909,72 6. Reingewinn....... 12 470 999,25 Mitglledcrbewcgung. ... 86 514 ... 16 929 Die ßrikettproduktion betrug im Jahre 1885 21 500 t .... 1895 67000 t 1905 693511t und betragt„„ 1915 1900000 t Mitgliederbestand am 30. Juni 1914... Neu eingetreten sind........ Ausgeschieden sind durch Ueberlragunz ., Tod..... Freiwillia ausgeschieden....... Ausgeschlossen wurdet:........ Bestand am 30. Juni 1915 Summa 103 443 Mitglieder 9148 1914/15 M. 1 359 964,76 280 268,23 79 727,58 1 212 943,34 9 295 528,91 242 566,43 12 470 999,25 94 295 Mitglieder Die Summe der GeschäftSguIhaben erhöhte sich im Laufe des GeschästSjahreS um. 298 121,38 M. Die Hastsummc erhöhte sich im Lause des GeschästSjahreS um........ 233 770 M. Die Hajisumme betrug am 30. Juni 1915................ 2 828 850 M. Konsnnigenosseiisehnft Iterlin nnil Pmgegcnd. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Der Aufsirhtsrat. Der Vorstand. J. A.: 5. Güttier. R. Junger. 0. Schultze. W. Lamm. A. Mirus. P. Müller. JUST" Wirtschafterin töäB sucht Witwer mit 2 Kindern, 8 und 11 Jahre. Offerten unter Angabe der Ansprüche unter Vk, 3. an die Hauptexpedition des Blattes. KckBMitwBchililg. Ztllgemeine Orts-Krankenkaffe sür Adlershof und Umgegend. Zu der am 271/16 DtenStag, den 9, November abends 7 Ubr, im Restaurant Katskeller zu AdlerShos, Lismarcksir. b8, stattsindenden ordentlichen Ausschus;- Sitzung lade ich hiermit die Vertreter der Ar- beilnehmer und der Arbeitgeber ein. Tagesordnung: i. Wahl eines Stellvertreters sür den Ausschuff-Vorsitzenden. 2. Bcschluffsassung über die Dienst- ordnung, 3. Wahl des RechnungsauSschuffcS sür die Prüfung der Rechnung dcS lausenden JahrcS, 4, Betriffl Festsetzung deS Vor- anschlagcS. 5. Sonstige Kaffcnangclegcnhcitcn. Adierslios. den 29. Oktober 1915. Dr. Auerbach, Vorsitzender. Kragen. FuchSiorm, echt Natur, breit, jetzt 50,—, SkunkSmuffen, Skunks- Kleiderbesatz. Skunls-Capes mit Her- melin, Steinmarder- Garnituren, Alaska-,'suchskragcn jetzt 13,—.Alaska- suchsm»ffen. Seatbiiammäutet seinster Ausiü- nng, Pelzmäulet 150, Felle aller tut. Alles Geicgenheitskäujc, Ucbcrzcugem Sie sich selbstl* Blauer Bazar, Kajser-Witbclm-«-traffe 16, gleich beim Alexandcrvlatz, ?e!Z!Msren lüadril: unel OaZer von Ltollls, kvfllvvntten, Pe\z- hüten, Muften, Pelzjacken, Pelz., Kinder-Garnituren, Pelzwest., Offizierspelzen Nur reelle Ware, von der einfachsten bis zur elegantesten. Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billigoa Preisen. Sonntags geöffnet. Ferd. Kaiman, Kürschnermstr. nur Kommandantenstr. 15, I, gegenüber Beuthstraße. Tel.: Ztr. 3917. Gegr. 1894. Ueslmsnn's Trauermafuzin Größte< Auswahl. ßiiiiorste Preise. L MohrensiraBo 37« (Kolonnadeni II. Gr. Frankfurter Str. 115 (nahe Andrcasstrj Auswählst ingen softrU Amt Zentrum 7890 SonntaT 12- 2 Uhr Reöftnat Spezialarzt Dr. med. Wockcnfuß, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. 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In den drei Nach- »nittagsftunden von ö bis 8 Uhr erstatteten sechzehn Redner und Rednerinnen Bericht über ihre Erfahrungen in der Jugend- pflege seit Kriegsbeginn. Kennzeichnend für den Geist dieser Jugendpflege war es, daß von den Referenten sieben evangelische bzw. katholische Geistliche waren, eine Diakonissin und ein offizieller Vertreter des Kriegsministers. Unter dem Titel„Deutsche Jugendpflege seit 1913" erstattete Dr. Hertha Siemering einen Geschäftsbericht, der zwar recht wenig Tatsachenmaterial enthielt, aber um so nach- drücllicher betonte: Tie gesamte Jugend ist mit einer, allen gc- lneinsamen, Weltanschauung zu durchdringen; zur Erfüllung dieser Aufgabe sind Schule und Kirche berufen; zum Erfolg ist not- iweudig der Zwang des Eintritts in Jugendvcreine von der Schulentlassung an bis zum Tage des Eintritts in die Kaserne. Da.zu sind alle Mittel reckt. So führte die Referentin beispiels- weise aus:„In einer Reihe von deutschen Städten hat man mit Glück den Gedanken durchgeführt, den�arbcits- losen Jugendlichen Unter slützungen nur dann zu gewähren, wenn sie sich gleichzeitig einer Art von obligatorischer Jugendpflege unterwarfen." Major Karwiese, als offizieller Vertreter des K r i eg s m i n i ft e r s, erklärte kurz und schneidig, daß die Heeresverwaltung in der militärischen Vorbereitung der Jugend keineswegs eine Spielerei erblicke, fondern sie als Bindeglied be- trachte zwischen Schule und Kaserne. Die Zeit vom 14. bis zum 17, Jabre bleibe den Leibesübungen vorbehalten/ dann habe die militärische Vorbereitung einzusehen. Mit der Freiwilligkeit komme man aber nicht weit, deshalb gehe es nicht ohne gesetz- lichcn Zwang, der baldig st zu erwarten sei. Mei- nungsverschiedertheit bestehe eigentlich nur noch über die Zeit, in welcher die militärische Vorbereitung stattfinden solle, doch werde man auf die berechtigten Wünsche der Kirche und der Unternehmer soviel wie in ö g I i ch Rücksicht nehmen. Alle nun folgenden Redner fangen dasselbe Lied, nur mit einem nach ihren speziellen Bedürfnissen abgeänderten Text. Nur einer der Redner, Gencralpräscs Mosierts- Düsseldorf,- sieht in dem Zwang der militärischen Jugcndvorbe- rcitung eine grundsätzliche Umwälzung der bisher geübten �Jugend- Pflege, der er sich nur beugen will, wenn es durchaus sein muß. Tann soll aber auch dem katholischen Einflpß mehr 91 a ii m a ls bisher geschaffen und der obligatorische Religionsunterricht in die Fortbildungsschule eingeführt werden. Auf keinen Fall aber lvcrde die katholische Jugendpflege den C o n n tag zur militärischen Vorbereitung bewilligen. Dann aber lenkte er ein und sagte: ein Sonntag monatlich könne der mili- tärischen Vorbereitung überlassen werden. Als regelmäßiger Ucbungstag erschien dem Herrn Präses der„blaue Montag" am goeignetsten. soweit die anderen Redner Vertreter der Kirche waren, deckten sich ihre Ausführungen mit den hier wiedergegebenen. Eine neue Note in dieses Lied brachte Walter Classen- Hamburg, der lebhafl die Auswüchse des Jugendwanderns beklagte und so mancherlei zu sagen wußte, was auf alle Jugend- lichcn aller Klassen zutrifft. Von- der„sogenannten sozialdemokratischen" Jugend sprach Pastor Dehn als der speziellen männlichen Arbeiterjugend. Bon unserem Heim in der Brunnen st raße hat er den denkbar besten Eindruck gewonnen; er nannte es ein„Para- dies" für die G r o ß stad t j u g e n d, aber von den dort an- tvesenden Jugendlichen hatte er den Eindruck, als bemühe man sich nickt genug,„die Jugend mit dem Geist unserer großen Zeit zu erfüllen". Er warnt vor dem Glauben, daß die Jugendkompagnien imstande seien, die sozialistische Jugend zu erfassen; selbst wenn dies infolge Zwanges Jiußerlich geschehe, so ließen sich diese Jungen doch nicht„in die.Stimmung des unreslektierten Patriotismus bincinnötigeü." Er hat den lebhaften Wunsch, die sozialistische Arbeiterjugend, die er für die beste und tüchtigste zu halten geneigt scheint, im„völkischen Gesamtbownßtsein" aufgeben zu sehen. Klang durch alle Referate der männlichen Jugendpfleger die Klage über die Verrohung der Jugend und der Wunsch nach dem gesetzlichen Zwang militärischer Vorbereitung und kirchlicher Be- ciuslussung, so plätscherte der Redestrom der weiblichen Referenten ganz sanft in das Fahrwasser der besseren Hausfrau- I i ch e n A us b i l d u n g der M ä d ch e n als Allheilmittel gegen alle Sckäden, die kapitalistische Wirtschaftsordnung und der Krieg dem Volke schlagen. Rur Dr. Alice Salomon verwies aus die schweren Zeilen, denen die weibliche Jugend von heute durch Verringerung der Heiratsaussichten entgegengehe und forderte viel Rücksicht für die, denen das Schicksal ohne eigene Schuld die Erfüllung ihres höchsten Berufes verwehre. Leider verlor sie sich völlig in das rein Gefühlsmäßige dieser Frage; eine Llrmk an den Ursachen und an den wahrscheinlichen Folgen dieser schweren Fvaucnschicksale versagte sie sich.— So verlief diese Tagung wie so viele ihrer Art. Alle Macht- mittel von Staat und Kirche sollen dazu dienen, die Jugend in einer ganz bestimmten Richtung zu beeinflussen, was außer durch gesetzlichen Zwang erreicht werden soll durch Bevormundung und Beaufsichtigung der Jugend von der Kindheit bis zum reifen Alter. Man begnügt sich mit der Feststellung vorhandener Schäden, ertvähnt fast nie ihre wahren Ursachen, weil man sie weder be- seitigen kann noch will, sieht in der Rückkehr zur religiös-national- patriotischen Erziehung das einzige Mittel gegen die unausbleib- lichen einer nur auf Gelderwerb und Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft gestellten Zeit und erhofft von dem Kriege, daß er eine versittlichende, erhebende Wirkung auf die Jugend ausüben werde. Alles Hofftrungcn, die auf sehr schwankem Boden erbaut sind! /tos öer Frauenbewegung. Von den Lescabenden. Der Sozialdemokratische Verein in Köln hat nach längerer Pause seine Frauenleseabende wieder aufgenommen. Obwohl für die Zusammenkünfte keine größere Propaganda entialtet wurde als in FriedeuSzeiten, war der Besuch doch sehr viel besser als im Frieden. Bezirke, in denen vor dem Kriege Abende mit 2g bis 40 Genossinnen als gut besucht galten, weisen jetzt 100, 100 und 200 Besucherinncn aus. Dabei wird in den Zusammenkünften fast nur die Lebensmittelversorgung und ähnliches besprochen. Es würde sich jedenfalls sehr empfehlen, daß unsere Vereine sich über- all der Frauen annehmen, die in solchen Zusammenkünften eine Aufrichtung und Beratung finden. Fraueulöhnc in England. Die Beweriuug der Frauenarbeit steht auch während des Krieges fast überall in argem Mißverhältnis zu den Leistungen der Arbcilerinnen. Gerade in dieser Zeit, wo soviel auf den Ersatz militärpflichtiger Männer durch fähige Frauen in den Fabriken au- kommt, findet man oft erstaunlich niedrige Löhne und ein geringes Entgegenkommen an die Wünsche der Arbeiterinnen in bezug'ans die Arbeitszeit. Die Ueberanstrengung der weiblichen Kräfle geht mitunter so weit, daß man crusie'Bciorgnissc hegen muß, ob nicht die Ilebcrlasiung der Frauen bedenkliche Folgen für ihre Gesundheit und die der konimenden Generation haben werde. Die Klagen über das unralionclle Wirlschaften mit den Frauenkräften beschränkeu sich nicht auf ein Land. Sie kommen von überall her, und daß auch den englischen Frauen die Ausbeutung nichts llnbekanntcs ist, beweist ein kurzer Aussatz inr«Labour Leader" über ein Interview mit Isabel Sloan, einer der Organisntorinncn der Federation of Womcn Workers. Die Vereinigung verlaugt für die Frauen dieselben Stücklöhne, die Männer erhalten, und bei Zeitlöhnen ebenfalls den gleichen Lohn, wenn das gleiche geleistet ivird. Ist bei bestimmten Verrichtungen die Hilfe des Mannes nötig, so soll der Lohn für die Arbeit des Mannes von dem Lohn der Frau abgezogen werden. Das Minimum, das eine Frau bei 4Sstüiidigcr Arbeitszeit verdienen müsse, sei 1 Pfd. Sterl., etwa 20 Mark, und zwar solle dieser Minimallohn bei einem Alter von 13 Jahren einsetzen. Man kann nicht behaupten, daß das nnbescheidene Wünsche seien, und doch werden sie in vielen Industrien bei weitem nicht erreicht. Miß Sloan erzäblt, daß manche Frauen für 2'li Pence setwa 19 Pi.) die Stunde an Regicrungsaufträgen arbeiten müssen, und sie verlangt, daß die Gesetze über Schwitzarbeit auf alle Industrien ausgedehnt werden, in denen weniger als 3 Pence— 2S'/-z Pf. pro Stunde bezahlt wird. In der Flaschenbereitungsindustrie und in den Wäschereien werden die Frauen außerordentlich schlecht bezahlt, für gewisse Arbeiten in der Tuchiudustrie erhalten sie durchschnittlich 9 Schilling 0 Pence letiva 10,20 M.l wöchentlich. Isabel Sloan befürchtet, daß die billige Frauenarbeit eine üble Wirkung auf die Mäuncrlöhiic ausüben werde und sie sieht die einzige Möglichkeit, den Frauen einen anständigen Lohn zu sichern und da-Z Sinke» der Mänuerlöhue zu verhindern, in einer ilmfassende» Organisation. Die Straßenbahnichaffucr von Retveastle haben bewiesen, daß bei der restlosen Durchführung der Organisation beide Teile sich am besten stehen. Sie weigerteii sich, Frauen als Schaffner zuzulassen, wenn sie nicht den gleichen Lohn wie die Männer erhielten und nicht der Organisation bei- träten. Ihre Forderungen wurden bewilligt. Jetzt erhalten die Schaffnerinnen 28 Schilling(ungefähr 23 Mark) die Woche. Die Männer erhielten 30 Schilling, aber 2 Schilling geben die Schaffnc- rinnen an die Wagenführer ab, die bestimmte Arbeiten für sie zu verrichten habe». Wenn in den größten Waffensabriken Frauen 70 Stunden in der Woche arbeiten, toenn sie in Bristol für Re- gierungsarbeit bei 00 Stunden wöchentlich nur 14 Schilling ver- dienen, so müsse durch die Organisation Wandel geschaffen werden. „Das Dreischichteniystem von 8 Stunden mit einem Mindestlohn von 1 Pfd. Sterl.(20 M.) die Woche würde der Himmel auf Erden für die Frauen sein." so schloß Miß Sloan ihre Ausführungen. Wie bescheiden diese Wünsche sind, und doch wieviel Tausende von Ar- beileriuncn gibt es in England und Frankreich so gut wie in Deutsch- land und Oesterreich, deren Verdienst nicht im entferntesten an diesen Betrag heranreicht! Und wie wird es erst nach dem Kriege werden, wenn die Konkurrenz verschärft wird und Frauen die Männer unter- bieten, um nur ja ihre Arbeit zu behalten! WctterauSsichten für das mittlere Norddeutschland biS Moutagmittag. Langsame Erwärmimg, im östlichen Küstengebiete viel. fach heiter, in den anderen Gegenden überwiegend bewölkt und ziemlich zahlreiche, meist geringe Regen- iiiid Schneefälle. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 367 der preußischen Armee bringt Verluste folgender Truppenteile: Infanterie usw: Garde: 1. und 2. Garde-Reserve-Regimcnt; Garde-Grenadier-Rcgimentcr Augusta und Nr. 3; Garde-Füsilier- Regiment. Lehr-Jnfantcric-Negiment. � Grenadier- bzw. Infanterie~*.......'~. O»..«... 20, Inf....„......... (letztere beiden f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 80), 82(f. auch Ncs.-Jnf.-'Reg. Nr. 83l, 85(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 73), 87, 88, 89, 91, 92, 93, 131, 136, 140(s. auch Jnf.-Reg. Nr 49), 141, 142, 143, 147, 150 ('s. 1. Garde-Res.-Reg.), 151, 153, 160, 161, 165, 168, 170, 173, 175 (s. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 61), 176, 372, 375, 377, 378, 381. Neserve-Jnfanterie-Regimcnter Ar. 17, 53, 56, 60, 61, 65, 66, i0, 73, 80, 81(s. Res--Jnf.-Ncg. Nr. 80», 82. 83, 88. 90. 91. 92, 209. 210, 218, 221, 219, 256, 257(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 17), 260. 261, 262. Ersatz-Jnsanterie-Rcgimcnter Königsberg Nr. 1(s. Jnf.-Nca. Nr.---------• 19(f. Jnf.-Reg................... 87(f. Res.-Jnf.-Neg. Nr. 17), 379, Tietz(f. Landw.-Jnf.-Reg, Nr. 379). Landsturm-Jnfanterie-Rcgimenter Nr. 8 und 17. Reserve-Jägcr-Bataillonc Nr. 2. 3, 14, 19. Nadfahrer-Kompaguie Nr. 152, 1. Radfahrer-Kompagnie Königsberg(Spieß)(f. Radi.- Komp. Nr. 152). Maschinengewehr-Abteilungeu Nr. 2 und 9; Feld- Maschinengewehr-Züge Nr. 91(f. Nes.-Jäger-Bat. Nr. 19», 107 (s. Jnf.-Reg. Nr. 143), 198(s. 1. Garde-Res.-Reg.); Ersatz- Festnngs-Maschinengewchr-Aibtcilung Nr. 2 Graudenz(f. Land»'.- Jnf.-Reg. Nr. 21); Festuugs-Maschinengewehr-Kompagnie Nr. 5 (f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 70). Kavallerie: Garde-Kürassiere; 1. Gardc-Dragoaer(s. Ma- schincngewchr-Abteilung Nr. 9). Feidartillcrie: 5. Garde-Regiment; 1. und 3. Garde-Reservc- Ncgiment. Regimenter Nr. 9, 10, 18, 26, 37, 38, 47, 51, 52, 51, 57, 59, 60, 67, 72, 74, 82, 85, 88, 69, III, 205; Reservc-Regimentcr Nr. 7, 45, 47, 51, 56, 58; Feldartillerie-Wteilung Nr. 185. Fußartillerie: 1. und 2. Garde-Regiment; 2. Garde-Rcservc- Ncgimcnt. Regimenter Nr. 9, 10, 15; Ncserve-Regimenter Ar. 6, 7, 9, 13, 16, 18, 20; Fußartillerie-Bataillone Nr. 22 und 56; Batterien Nr. 431, 486, 488. Park-Kompagnic Nr. 6 der 15. Reserve- Division. Pioniere: l. und III. Gardc-Bataillon; Regimenter Nr. 10, 24. 29, 30, 31. 36; Bataillone: I. Nr. 2. I. Nr. 9. I. und II. Nr.- 11, II. Nr. 27; Ersatz-Bataillou Nr. 9; Reserve-Kompagnie Nr. 78. Schwerer Festungs-Schcinwerferzug Nr. 5. Mittlere Minenwcrfer- Abteilung Nr. 116; Schwere MineiNvcrfer-Abteilmig Nr. 23; Minenwerfer-Kompagaien Nr. 10, 209, 252. Verkehrstruppen: Militär-Eisenibnhndirektion Nr. 3. Ciseu- bahn-Betriebskompagnie Nr. 21. Armce-Fernsprech-Abtciluug Nr. 19. Feldflicgertruppe. Train: Schwere Proviantkolonne Nr. 1 sowie Fuhrparkkolonne Nr. l des 3. Armeekorps. Munitionskolounen: Artillerie-MuuitionSkolonne Nr. 6 des 7. Armeekorps; Neservc-Artillerie-(b)Munitionskolonne Nr. 83. Sanitäts-Formationen: Rcserve-Sanitäts-Kompagnie Nr. 16 der 6. und Nr. 46 der 46. Reserve-Diviston. Armierungs-Bataillone: Nr. 14, 28, 29, 33, 47, 56, 87, 115. Ter Schluß der b a b e r i s ch c n Verlustliste Nr. 230 bringt.. Verluste des 19., 20., 21., 24. Jui.-Rcg.; 2. Jäger-Bat. Aschaffcn- bürg; Gebirgs-Maschiiiengewelir-Abt. 206; Nes.-Jns.-Regimeuier Nr. 2, 3, 4, 5, 6. 7, 8, 10, 11, 12, 13, 15. 17, 19, 21, 22, 23; Laud- Wehr-Jnf.-Rcgimentcr Nr. 5, 6, 7, 8, 15; Evsatz-Jnf.-Reg. Nr. 1; Brigade-Ersatz-Bataillone 2fr. 6, 7, 8, 11; Landsturm-Jns.- Bataillone: Aschaffenburg, Schweinfurt; 7. Chevaulegers-Rcg. Straubing; 5., 6., 9., 10., 19., 20., 21. Feldart.-Reg.; Nes.-Feldart.- Neg. 2fr. 1; 1. und 2. Fußart.-Reg.; /-iißart.-Batterien 2fr. 301, 303; Res.-Fußart.-Rcgimeliter 2fr. 1, 3; Res.-Fußart.-Bat. 2fr. 6; Landwchr-Fußart.-Bat. 2fr. 2; 1. Laudst.-Fußart.-'Bat.. 1. Llrmce- korps; 2. Landst.-Fußart.-Bat., 3.?lrmeekarps; Pionier-?feg.; Pionier-Bai. 1. München, 2. Speyer; Korps-Brücken-Train 2. Armeekorps; Nes.-Pionier-Bataillone 2!r. 2, 3, 4; Res.-Pionier-Komp. Nr. 6, 18; 2. Laudwehr-Pionier-Komp., 2. LlriueekorpS; Vcr- messungs-Abt. 2fr. 15; Etappen-Hilss-Komp. Nr. 5; 2. Munition?- kolonneii-?lbt., 1. Llrmcekorps; Landwehr-Samtäts-Komp. 4; Feld- lazarett 2, 3. Zlrmeekorps; Kriegslazarctt 6, Res.-Div.; Landwehr- Feldlazarett 5. Berichtigungen zu den Verlustlisten 2fr. 1 mit 155 (Vermißte). Die w ü r t t em b e rg i sch e Verlustliste Nr. 291 bringt Ver- luste des Landsturm-Jns.-Neg. Nr. 13; Ersatzbat. Grenadier-2tcg. Nr. 119; Res.-Jnf.-Reg. 2fr. 119; Landwehr.Jnf.-Reg. 2fr. 119; Jnf.-Rcgimeutcr Nr. 120, 121; Laudwehr-Juf.-Reg. 2fr. 121; Landwchr-Jnf.-Reg. 2fr. 122; Grenadier-Rcg. Nr. 123; Inf.- Regimenter 2fr. 124, 125; Landwehr-Jns.-Neg. 2fr. 125; Jnf.-Regi- mellter 2fr. 126, 180; Laudsturm-Jnf.-Bat. II Ludwigsburg und Biberach; Gebirgskomp. 2fr. 1; Ulauen-Regimcntcr Nr. 19, 20; Laudwehr-Fcldart.-Reg. 2fr. 1; Feldart.-giegimenter 2fr. 29, 116; 1. Feld-Pioiner-Komp., 2. Feld-Pionier-Komp.; 2. Res.-Piomer- Komp.; 3. Ifes.-Pionier-Komp.; Pionier-Komp. 2fr. 116; Schwere Mineuwerfer-?lbt. 2fr. 33; Magazin-Fuhrpark-Kolonue 2fr. 17; Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisieu. T?eleMeulidutei�»AUei�UniHgi}e Prei/e Cilht, Rhrkma, Ntrvtkschmrztu. Togal schlug gleich wunderbar nw Frau Ncltor ProPosch, Berlin-Friedeuau. schreibt:„Seit Jahren schon leide ich an Gichb DaS Leiden trat in diesem Winter so heftig ans, das; ich wochenlang das Zimmer nicht Der- lassen lonnlc. Kein Medikament war im- stände, mich von den heftig bohrenden , Schmerzen zu befreien, nur Togal schlug gleich wunderbar a». Alles in allem:»Togal ist ein vorzügliches Mittel". Aehnliche Ersahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Gicht, sondern auch bei allen Arten von Nerven- und Kopsschmerzen, Hexen- schuft, Ischias, Schmerzen in den Gc- iciitili und Gliedern, Rheuma sowie bei Neuralgie gebrauchten. Togal löst die Harnsäure, da? verheerende Selbstgist, wodurch ebenso rasche wie anhaltende Erfolge erzielt lvcrden. Alle Apotheken sührcn Togal- Tabletten. -MM MM| Todes-Anzeigen I MM Nach kurzem, schwerem Kranken� lager verstarb am LS. Oktober ineinc liebe Frau, unsere einzige Tochter Im Milmann geb. Schulz im Alter von 25 Jahren. DieS zeigen ti csbctrübt um stille Teilnahme bittend an lhraliz Grahlmann und Kinder. tlarl Schutz und Frau. lS/l7A Die Beerdigung findet am Montag, den l November, nachmittags 3 Uhr statt, Absahrt: Lichieutr-idriedrickislelde 2. 14 Uhr. Allen Dcrwandtcn, Freunden I und Bekannten die traurige Nach- richt, datz unser lieber Sohn und | guter Bruder 57A Willi Mai 1 am 27. Oktober, früh>/,1 Uhr. j sanjt entschlafen ist. Dies zeigt tiesbetrübt an Familie Bruno Mai, Caprivistrafte 2ö. Die Beerdigung erfolgt am Montag, den 1. November, nach- j mittag 3 Uhr, von der Leichen- balle des Zentral-Friedhoses w Friedrichsicloe. Suziaiiieniokralisclier Watilverein I. d. 4. Berl. RelchstagswaJilkrels. Stralauer Viertel. Bez. 293. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser BezirkSsllhrer, der Saltler Willi Mai Caprivistr. 25 gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 1. November, nach- mittags 3 Ubr. von der Halle des Zcntral-FriedhoseS in FricdrichS- scldc aus statt. Um rege BeteUigung ersucht 215/15 Ter Vorstand. Als Ovser des Weltkrieges stet I am 5. Oktober auch unser zweiter unvergeßlicher guter Sohn und Bruder, der Piuskcticr Lrieli Baeuscb. DieS zeigen tiesbetrübt an pomille Hermann Baensch. Den ersten Schmerz noch nicht vergessen, Schon bist auch Du hinweggerissen. Noch nicht einmal ganz 20 Jahr Das Leben Dir beschicken war. Dem Elternhause, Deinen Lieben, Dein Wiedcrschm ward nicht be- schieden. Ruhe sanst geliebter braver Sobn und Bruder. 2754b AIS Opser dcS Weltkrieges fiel am 7. Ottober 1915 Insolge Kopf- schusscS nach 14 Monate schweren Kämpfen beim Sturmangrist, mein inniggcliebter, unvergeßlicher Wann, der Wehrmann Artur Hesse im 39. Lebensjahre. 27346 Im tiefsten Schmerz Helene Hesse geb. Lehmann, Berlin, ttottbuserdamm 15. Sein einziger Wunsch war nur ein srobeS Wicderseh'n. Nun ist alles dahin. verein der Scliinieile n. verw. Gewerbe Deutschland« Zahlstelle Oberschöneweide. Heinrich Schuster geb. am 25. Oktober 1889 26 Jahre alt. Karl Dähne geb. am 28. Januar 1878 37 Jahre alt. Robert Böttger geb. am 2. Mai 1870 45 Jahre alt. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. 286/6 Die Ortsverwaltung. Zentral-yerlianil der Bötteher, WeinkiiIerD.llil!sarbeit.Deutsetil. Filiale llcrlin. Als Opfer des Weltkrieges fiel aus dem �chlachstclde am 9. Ok- tober 1915 unser langjähriges Mitglied Paul Lehmann im Alter von 38 Jahren. Vierzehn Monate hast Du den schweren Kamps mitgemacht und jetzt hat Dich das Schicksal getroffen. Nun ruhe sanst in sremder Erde. Wir werden Dein Andenken stetS in Ehren halten! 22/10 Der Vorstand. Als Opser des Weltkrieges starb am 18. Oktober mein lieber Mann Willi Krliger Die trauernde Hinterbliebene Helene Kriljxes-, gcb. Köhn. AIS Opfer dcS Weltkrieges starb den tzcUentod am 20. August I 1915 im Fcldlazarctt 70 an den Folgen seiner schweren Verwundung I am 10. August kurz vor Vollendung seines 28. LcbcnSjabrcS unser I lieber, guter Sohn, Bruder und Onkel, der Landsturmrckrut Franz Kadler, Jnsantcric-Rcgiment 49, 8. Kompagnie. Die« zeigen im tiefften Schmerze an 10SL Ernst Kndlrr und Frau, als Eltern, Berlin, Skalitzer Straße 69. Ernst Stadler, zurzeit im Felde. Richard Kadler, zurzeit im Felde. Max Kadlcr, zurzeit im Felde. Hermann Stadler, zurzeit m Garnison. Paul Stadler. Aljred und Erwin Stadler. Johanna Rabe gcb. Stadler als Schwester. Oskar Rabe als Schwager. Lieschen Stadler geb. Leurner als Schwägerin. Frida Kodier gcb. Voran als Schwägerin. Anna Kadler geb. Grund als Schwägerin. ES war so schwer, das letzte Abschiednehmen— MS fort Du zogst in Feindesland— Doch ach, wie schrecklich war die Stunde— AIS Plötz- lich kam die Traucrkunde— ES hat der Tod Dich früh dahin- genommen— Ost ist es uns, ivenn still der Tag verrinnt— AlS müßtest Du noch einmal wiederkommen— Dann schluchzt mein Herze wie ein müdes Kind— Dann eilen ruhelos wir durch alle Zimmer — Und halten Zwiesprach leiS mit Deinem Bild— Das von der Wand beim blassen Lampenschimmer— Herniedersteht aus unS so lieb und mild— Es ist so schwer, wenn fich zwei Augen schließen— Zwei Hände ruh'n, die einst so froh geschafft— Und unsere Tränen still und heimlich fließen— Nicht vor der Welt, daheim in dunkler Nacht — Ob wir den Ort, in dem Du starbst— wohl jemals sehen werden?— Fern von der Heimat ruht Dein Leib— In kalter, lühler Erde— Nicht durften wir zum letzten Mal die liebe Hand Dir drücken— Nicht Deines Grabes Hügel still mit LiebcSroscn schmücken — Wer weift, ob Deinen Todesjchrei ein anderes Ohr vernommen— Ob Du in Durst und Ficbciqual nicht elend umgekommen— Wer weiß, ob Deines Lebens Laus in Siegesrausch geendet— Ob nicht den stolzen, jungen Leib sie martervoll geichändet— Das aber weiß ich, daß als Held mein Sohn gewußt zu sterben— Und jede Träne wird zum Fluch die Schuldige» oerderben. Ruhe sonst!— Geliebt, beweint und unvergessen. I BoMeWkraUrVadMi Neukölln. Am 28. Oktober starb tot Elisabeth-Hospital der zum Heeresdienst eingezogene Genosse Reinholä Groger Steinmetzstr. 75.— 21. Bezirk. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montag, den 1. November, nach- mittags 3 Ubr. aus dem Gemeinde- griedhos in Oberschöneweide, Eich- gestell, statt. Zahlreiche Beteiligung erivartet 239/18 Her Vorstand. Am 28. d. M. verstarb uiiser lieber Kollege und Mitarbeiter, der Setzerinvaiide Otto Blaumann im Alter von 79'/, Jahren. Ruhe sanst l Beerdigung: Montag, 1. No- vcmber. nachm.'/.3 Ubr, von der Kapelle des ThomaS-Kirchhofcs, Hermannstraße. Das Personal der Bachdruckerei H. S. Hermann. Jim 22. September fiel aus dem Schlachlselde unser lieber Mit- arbeiter, der Setzer �ax Rieß im Aller von 33 Jahren. 2752b Ruhe sanst in fremder Erdel Das Personal der Buchdruckerel H. S. Hermann. Nachdem wir durch den Welt- krieg ichon den jüngeren Sohn verloren hatten, fiel am 26. Sep- t cmder durch Kopsschuft auch unser ältester Sohn, der Grenadier Karl Kurka Leibgrcnadier- Regiment Nr. 8, 4. Kompagnie, im Alter von 24 Jahren. 39A Dies zeigen tiefbetrübt an dl« trauernden Eltern nebst Geschwistern. Berlin, Seeslr. 119. Möge ihm die srcmde Erde leicht sein! Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe älteste Tochter und Schwester BIshelh Demmers im blühenden Mtcr von 23 Jahren am 29. Oktober, abends bll, Uhr, nach langen, schweren Leiden sanst entschlafen ist. Die trauernden Elter« und Geschwister. Neukölln, Sanderstr. 9. Die Beisetzung findet Dienstag, den 2. Novrinber, nachmittags 3'/, Uhr, aus dem Neuköllner(Sc- meuidc- Friedhof, Martendorser Weg, statt. 2756b Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht. datz am Dienstagabend 10 Uhr meine liebe Frau 27576 Marie Walter geb. Mtnmpf im 42. Lebensjahre nach lchwerem Leiden sanst entschlafen ist. DieS zeigt an mit der Bitte um stille Teilnahme Lndsvlzr Walter. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 3t. Oktober, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Halle des St. Hedwig- Friedhofes in Hohenschönhausen aus statt. MS Opfer dcS Weltkrieges starb am 20. Oktober insolge eines KopIschuffcS unicr jüngster lieber, unocrgchlichcr Sohn, Bruder und Onkel im 30. Lebensjahre, der Musketier 2723b Fritz Bölling im 48. Jns.-Regt. Die tiestrauernden Eltern und Geschwister Friedrich Bölling u. Pauline Bölling als Eltern. Hugo Bölling Max Bölling Martha Glagow geb. Bölling als Geschwister und Enkelkinder. Ihm war der Tod, uns war der Schmerz b-schieden. Schlaf wohl, geliebter Sohn, lieber Dein Grab weht der Völker- srieden. Allen Bekannten und Ver- wandten die traurige Nachricht, daß am 28. Oktober meine liebe Frau, unsere gute Mutter pauline Rlopsch geb. Grübor nach langen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. 1V4A DieS zeigen an Friti Klovich nebst Söhnen Artur, Aljred, Walter, Paul. Die Beerdigung findet heute mittag Iff. Uhr auf dem Dankes- Kirchhof statt. VeM der Sattler ood Forteleuiller. Ortsverwaltung Bert In. MS Opser deS Weltkrieges fielen die Kollegen 158/14 (ieorg Schubert 32 Jahre alt. Hermann Stewin 37 Jahre alt. Ehre ihrem Andenken! Vendanil der Lillioyraptien, StelndFDCkern.?erwanillenßeriiIe (Deutscher Scnefclder-Bund). Nachruf. Unseren Mitgliedern hierdurch die traurige Mitteilung, datz unser langjähriger Kollege, der Litho- graph Paul Walser nach kurzer Krankheitsdauer am 25. Oktober an Herzschwäche ver- storben ist. 109/4 Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Die Verwaltung Berlin III. Verband der Sattler nnd Portelenlller. Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen hiermit zurNach- Acht, daß unser Mitglied, der Wagensattler 158/13 Willi May verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montag, den 1. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle dcS Zentral-Friedhoses in Friedrichsseide aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Tie Ortsvcrwaltung. Fern von seinen Liebe» fiel am 28. September 1915 mein derzenSgutcr Mann und treu sorgender Vater, unser lieber Sohn, Schwager, Schwiegeriohn, Bruder, Onkel, Neffe und Eoufin, der Gefreite im Res.-Futzartilleric- Regt. 18 30A Karl Piepenhagen durch einen Volltreffer im 35. Le- bcnsjahre. Im tiefften Schmerz Die trauernde Gattin km Piepenhagen und Sohn Karl nebst Verwandten. Die FeindeSkugel traf das Herz, das treue, vielgeliebte, wir sind allein in unwrm Schmerz, er tot, der uns niemals betrübte. Er war ja unser Sonnenschein, stets lustig, voller Freude, nun wird cS um uns dunkel sein, zu unicrm größten Leide. In unsrcr Mitte wird nun fehlen ein gutes Herz, ein Name, rein, in unsrem Herzen sollst du leben, sollst ewig unvergessen sein. Lieber Vater ruh' in Friede». Gedenken! Heute vor einem Jahr fiel mein einziger Sohn Keopolä Jeetze im 24. Lebensjahre. In tiejer Trauer HartHa Jcelzc. Herzliebstc Mutter: S o schriebst vor 18 Monaten Du, in 100 Tagen sind wir alle Leute. Wenn meine Dienstzeit wird vorüber sein, dann werde ich weiter sür Dich sorgen. Lebensmut und Kraft werden mich stärken zur Erfüllung der kindlichen Pflicht. Erfahre ich doch täglich— was Mutter und was Heimat heißt.--- Und nun? Wer weiß, ob Du nicht durch den Fortichritt der Technik in Atome zerschmettert Wer weiß, ob der Arm eines Kameraden in Deiner Todes» stunde Dich stützte l Wer weiß. ob Du nicht einsam gestorben, den brechenden Blick nach der Heimat gewandt. Wer weih, ob cm Hügel Dich deckt in Flandern. Das Eine weiß ich: Es kann nicht mehr gcschch'n, wie Du so oft geschrieben! Es grüßt und küßt Dich in lindlichcr Liebe 2760b Dein Sohn. Nach langen, schweren Leiden verschied am 28. d. MtS. unser lieber Freund und Turngcnosse Wilhelm Bache im blühenden Alter von 17Lahren. Turnverein„Jahn", Treptow 186/7(M. d. A.-T.-B.) Abteilung Baumschutenweg. AIS Opfer des Weltkrieges starb am 13. Oktober infolge seiner Verwundung im KriegSIazarett unser lieber Neffe und Cousin Fritz Haake im 24. Lebensjahre. DieS zeigen tiepelrübt an Kurt Haake. zurzeit im Felde, nebst Familte, Familie Kohler, Familie Burghardt. Rübe sonst! 112A Bei einem Sturmangriff fiel am 6. Oktober 1915 unser lieber. herzensguter Bruder, Schwager und Bräutigam Otto k�Hber im blühenden Alter von 24 Jahren. Dieses zeigen tiesbetrübt an Brllder Artur. Oxkar Fölber nebst Kran Hileachen l'nger alsVerlobte Ein einsam Grab, vom Sturm umgrollt. Keine Blume d'raus, leine Schrift von Gold, DaS alles nur ist ibm geblieben Vom Jugendlcnzc. vom Leben und Lieben. Ein Fluch dem Schürer dieses Weltenbrandes! USA Als Opser des Unglücks cliaeu Krieges starb am 16. Oktober 1915 infolge seiner schweren Kopf- Verwundung im Kriegslazarett mein geliebter, treusorgender Mann und Vater, der Landsturm- mann Kai*! Urtel |(Regt Runge, 3. Komp.) im 46. Lebensjahre. 109SI Dies zeigen tiesbetrübt an ITrauZIlnnaUrtrl geb. Koch nebst Söhnen Karl Urtel, z. Zt. im Felde Georg Urtel. R«>e sanst in fremder Erde! AlS Ovser dieses Weltkrieges starb am 12 Oktober 1915 infolge eines RückenichuffeS im Feld- lazarett unser lieber Sohn, Bruder, Enkclsohn u. Neffe, der Musketier II»! 152. Jnf.-Reg im blühenden Alter von 23Jahren. In tiefstem Schmerz Tie trauernden Eltern H. Ruppreoht und Frau. Rene Grünstr. 31._ 2753b Frida Rupprecht, als Schwester. Bruno Rupprecht. als Bruder, zurzeit im Felde. »ans Rupprecht. als Bruder. VkHhelm und Emma Rupprecht, als Onkel und Tante. Dir ist nun die Ruh beschieden, Uns der Schmerz Und Dir der Frieden. AIS Opser des Weltkrieges starb durch Bauchschuß im Feldlazarelt am 16. Sevtember 1915 unser geliebter älkester Sobn, unser lieber Bruder, der Musketier 74A Ernst ßraunsdorf Res.-Jnfant.-Reg. 269, 9. Komp. im blühenden Alter von 2V Jahren. Die trauernden Eltern Wilhelm Braunsdorf nebst Frau Walter u. Else als Geschwister. Neukölln. 29. Oktober 1915. Magst Du in fremder Erde Zur Ruh' gebettet sein, Du wirst in unseren Herzen Doch nie vergessen sein. SIIS Opier deS Weltkrieges fiel am 5. Ottober»ach 14 monat- tigen langen, schweren Kämpse» und Entbehrungen mein innigst- geliebter Mann, unser Herzens- guter Vater. Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Uni er- ossizier der Landwebr und Ritter des Eisernen Kreuzes Hermann Ltewien 13, Komp. Landw.-Jns.-Reg. 4, im Alter von 38 Jahren. DieS zeigen an im tiefen Schmerz Berlin. Sonnenburger Str. 11. Frau Anna Strwlcn geb. Müller Hermann u. Bruno als Kinder Frau Ww. Richter geb. Müller Familie Siewien Familie Philipp. Ob wir den Ort, Fn dem Du starbst, wohl jemals sehen werden? Fern von der Heimat ruht Dein Leib in fremder, kalter Erde.— Nicht dursten wir zum letztenmal die liebe Hand Dir drücken. Wer weiß, ob Deines Todes Schr-i ein ander Ohr vernommen, ob Du in Durst und Fieberqual nicht elend umgekommen? Wer weift, ob Deines Lebens Laus im Sieges- rausch geendet, ob nicht den stolzen, jungen Leib sie martervoll ge- schändet? Das aber misten wir. daß Du nie geglaubt, so jung zu sterben, und icde Träne wird zum Fluch, die Schuldigen zu verderben! Rube sanst, mein lieber Hermann. Ewig beweinl von deinen Lieben. tongveran„Vorwärts" Friedrichsfelde-Karlshorst. (M. d. D. A.-S.-B.) 3lls weiteres Opfer deS Krieges j [fiel unser langjähriger Sanges- [bruder 60/17 Willi üetsche [im 30. Lebensjahre. Wir betrauern in ibm den Ver- [ luit eines arbeitsfreudigen. treuen Mitarbeiters jür unsere Sänger- [ bewegung. Stumm schläft der Sänger. Als Opfer bei Weltkrieges starb j | am 28. September mein heiß- J geliebter Mann, der Wchrmann mm\ i mm im Alter von 38 Jahren. In tiefem. Schmerz htathllds v. Trzebiatowski 109A geb. Trebesz. Leicht sei ihm die fremde Erde! 3llS Opfer deS Wellkrieges fiel am 2. September mein lieber Mann und Papa, unser unver- geßlicher Sohn. Bruder. Schwager. Onkel und Schwiegersohn Willi Hofkmann im blühenden Alter von 28 Jahren. DieS zeigen betrübt an tohanna Hoffmann nebft Söhnchen. Adolf Hottmann und Frau, ats Eltern. Haut Schmidt, a!S Schwager. Gertrud Schmidt, Schwester, nebst Kindern. Frida. Otto, Lucia als Geschwister, fj Herr Steinführor und Frau als Schwiegereltern. 94A Allzu srüh verließest Du die Deinen, Die in der Heimat bittre Tränen um Dich weinen. Ach hätten wir noch einmal Dich geieh'n, Oder könnten wir zu Deinem Grade geh'n. Drum lieber Willi ruh' in Frieden, Geliebt, beweint von Deinen Lieben. Rube sanst in fremder Erde. Als Ovser des Weltkrieges siel am 8. Oktober mein lieber Mann und Vater Paul Wageuer. Im tiefften Schmerz Margarete Waganer nebst Sohn Herbert. Anna Wagener als Mutter, und Angehörige. 78A FriedrichSsekder Str. 32. Wer ihn gekannt fühlt unfern Schmerz. Leicht sei ihm die srcmde Erde. Als Opser deS Weltkrieges siel am 14. September, nachdem er nur süns Wochen im Felde ge- standen hatte, mein inniggeliebicr. gmcr Mann und lreusorgender Vater meines einzigen Söhnchens. der Landsturmmann Eranz Schieuter vom 332. Landwehr-Inf.-Reg. im 25. Lebensjahre. Im tiefsten Schmerz Frau Tclma Schlcnter geb. Hochhäuser »nd Söhnche» Willi. Charlotlenburg, Schillerstr. 69. Er ging dahin, den ich so innig liebte, Der gute Gatle, meines Kindes Glück. Er ging dahin, der nie meto Herz belrübte, Und ließ uns einsam, trostlos hier zurück. Er hatte nie geglaubt, so srüh zu sterben, Und unlere Träne wird zum Fluch, Die Schuldigen zu verderben. Lieber Papa, schlaf in Ruh, Unsrc Liebe deckt Dich zu. Wer ihn gekannt hat, weiß, was I wir verloren. 10931[ Bei einem Sturmangriff fiel ans dem Felde der Ehre am 22. Mai meto lieber IMann, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, der Untcrosstzicr Möi! Arcliner Res.-Jns.-Reg. 3, 2. Komp. Ritter des Eisernen Kreuzes II. KI. im blühenden Aller von 26 Jahren. In tiefer Trauer Trudchen Archncr nebst Eltern u. allen Verwandten. Du zogn so Int rig fort Und bofftest aus em Wicdcrsehn. Die Schcideslunde schlug zu srüh. Doch Gott der Herr bestimmle sie. Du guter Mann, ruh still in Frieden, 61A Ewig beweint von Deinen Lieben. Ruhe sanst im Feindesland. mma Dem Andcnlttll«nfcrct onf dem fitifpfdjnnplflfe gefnllentn(Stnofen! 21m 22. September fiel der Gastwirt Christian Biallas Loigtstr. 25, Bezirk 367 II. Im Oktober fiel unser Bezirksführer, der Brauereiarbeiter Richard ICaSImann Hcidenfeldstr. 7, Bezirk 412 I. Am 14. Oktober fiel der Metallfchleifer Karl Wandert Wiener Str. 44, Bezirk 197 III. Am 2S. September siel der Brauereiarbeiter Rar! Rrausa Stratzmannftr. 12, Bezirk 410. Im Oktober fiel der Arbeiter Reinhold Menzel Libauer Str. 10, Bezirk 328. Am 24. September fiel der Maurer Heinrich Marquardt Lübbener Str. 19, Bezirk 196 II. 215/14 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Relchstagswahlkr. Am 11. Oktober fiel durch Kopfschuß der im 31. Lebensjahre stchende Schloffer Lrnst Georgi Antwcrpener Str. 43. 21. Abt. Bez. 764. In einem Gefecht fiel der Schmied August Lonzek (87 Jahre all). Brüsseler Str. 47. 21. Slbt. Bez. 7S4a. Am 7. Oktober fiel der 32jährige Chauffeur Max Möhrke Gartenstr. 47. 9. Abt. Bez. 626. In der Nacht vom 16. zum 17. wurde im Schlaf erschaffen der Arbeiter Otto Bornkamp (23 Jahre alt), Nostocker Str. 41. 14. Abt. Bez. 690a. Am 17. September fiel der im 31. Lebensjahre stehende Schlaffer Reinhold Bohnert Kopenhagencr Str. 39. 7. Abt. Bez. 532a. Am 3. Ollober fiel der 26jährigc Handlungsgehilfe itaton Will Stolpijche Str. 30. 6. Abt. Bez. 569. Am 23. September fiel infolge eines Brustfchuffes der Buchdrucker Raul Maecker (26 Jahre alt, Scharnhorststr. 8. 11. Abt. Bez. 641. Im Kampfe siel durch Kopfschuß der 26jShrige Gürtler Karl Stenzel Brunn enstr. 57. 9. Abt. Bez. 586. 21m 5. Oktober fiel in einem Gefecht der im 38. Lebensjahre stehende Arbeiter Hermann Stewien Sounenburger Str. 11. 7. Abt. Bez. 584. 2lm 21. Oktober siel der 27jShr!ge Modelltifchler Karl Müller Buttmannstr. 18. 18. Abt. Bez. 806a. 2lm 21. Ottober fiel im Kampfe der Tischler Franz Mau (28 Jahre alt), Bellermannftr. 93. 18. Abt. Bez. 813. 228.4 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Relchstagswahlkr. Am 18. September fiel durch Brustschuß der Bäcker Max Hoeth Steinmetzstr. 16, 19. Bezirk. Am 21. September fiel der Steindrucker Willi Sonntag Treptower Str. 21, 11. Bezirk. I» feiner Garnison verschied Plötzlich der Schriftsetzer Emil Wolf Steinmetzstr. 32, 18. Bezirk. 21m 4. September starb an einer Verwundung der Former Raul Hottmann Mareschstr. 15, 11. Bezirk. Am 7. 21ugust ist gefallen der Händler Hermann Schöne 239/17 Knesebeckstr. 118, 14. Bezirk. Soziaidernakratischer Wahlverein NeukSlln. Kanonier Buchdrucker Georg Dörnhrak gestorben an den Folgen einer Blinddarmoperation im Mer don 30 Jahren in Danzrg. Jnsanterist Landarbeiter .los. Roggenbuk. 246/18 Am 1. Monteur Sozlald. Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Frledrlehslel de. 15/20 -epternber fiel durch Kopfschuß unser Bezirksführer, der Franz Sümnich Goltzstr. 26, Bezirk III. Sozialdemokrat. Wahlverein Berlin-Schüneberg. 2ttä Opfer des Weltkrieges fiel der Genoffe Max ReischoMss. 198/5 Sozialdemokrat. Wahlvereln Tempelhof. Bei den Kämpfen fiel Genoffe Krtur Keltsch Eitelstr. 73, 5. Viertel 71. Gruppe. Bei den Kämpfen fiel Genoffe Willi Uetsche Wilhelmjtr. 13, 5. Viertel 71. Gruppe. Am 26. September fiel unser Genoffe, der Steinmetz Emil Boger Wismarplatz 3, Gruppe 16 im Wer von 36 Jahren. An den Folgen einer schweren Verletzung starb der Genoffe, Tischler Fritz Haacke Gabriel-Max-Str. 13, Gruppe 6 im Alter von 24 Jahren. Durch Kopfschuß fiel am 4. ONober 1915 der Genoffe, Kaufmann Bskar Koppenhagen Niederbarnimstr. 6, Gruppe 1 im Wer von 34 Jahren. Am 28. August 1915 fiel der Genoffe, Tischler Rodert Herzog Wühlifchftr. 30, Gruppe 8 im Mer von 29 Jahren. Am 29. Juni am Knie verwundet, verstarb im Krankenhaufe zu Nürnberg unser Genosse, der Maler- Emil Frank Finowstr. 6, 26. Gruppe. Er ruht auf dem Berliner Garnifonsrtedhos in der Hafenheide. 14/8 Soziald. Wahlverein Niederbarnim, Bez. Liehtanberg. eruiunirciitsehli Zahlstelle Berlin und Umgegend. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß folgende! Mitglieder im Felde gefallen sind: Reter Rau, V-M 2. OttO Schüttler, Bezirk 12. Heinrich Raue,«-zirk 16. Otto Urban, Bezirk 20. Ehre ihrem Andenken! ! 255/1 Der Vorstand. Allzusrüb und fern von feinen Lieben fiel ais Opfer diefes furcht- baren Weltkrieges bei einem Sturmangriff am 20. Oitober 1915 durch! Brustfchuß unfer inniggeliebter. hoffnungsvoller Sohn Und lieber| Bruder, Neffe und Vetter, der Mustetier Max Stange im blühenden Alter von 21. Jahren. 21uch war er zum Ritter des Eifernen Kreuzes in Vorschlag gebracht. Dies zeigen in tiefem Schmerze an •Pnlla» füttange und Frau als Eltern .Paal und Herbert Stange als Brüder, Schioelbeiner Str. 46. jm Feindesland Dein treues Auge brach, Zern gutes Herz tat feinen letzlen Schlag; Zum lernen Grab schweift tränenschwer der Blick, In weher Kluge ums verlorene Glück. Wir denken Dein inil Schmerzen/ Das Blei, das D>ch zu Sode iraf, Zerreißt daheim die Herzen. Und jede Träne wird zum Fluch. Die Schuldigen zu verderben. 2740b Verbandsbureau der Lithographen, Steindrucker und verw� Berufe Berlin. Unseren Mitgliedern hierdurch zur Kenntnis, daß folgende Kollegen j als Opfer des Weltkrieges zu verzeichnen find: Hanz Hindenburg, Kopierer, gefallen am 8. Oitober, Karl Mehnert, Positiv-Retoucheur, verstorben am 25. Sevtember infolge schwerer Verletzungen, Oskar Woblack, Lithograph, gefallen Ende September, Otto Bengs, Lithograph, verstorben am 18. Oitober infolge schwerer Verwundung, Erich Kunert, Lichtdrock-Photograph, gefallen Ende September, Ernst Eitner, Lichtdrucker, gefallen am 5. Ottober durch Granatfchuß. Ein ehrendes Andenke» werden wir unseren Kollegen dauernd bewahren. 109/3| Die Verwaltungen Berlin II, III, IV. mmmmBmmammmmmmmmmmmmmmmmmmam Jw De 8114 Oofer des Weltkrieges ist uns am 25. September, in der Blüte der Jugend, unser lang. jähriges Mitglied 2744b Otto Saegebrecht enlriffen worden. Sein eifriges Streben soll»nS als gutes Bei- -piel dienen. Ehre seinem Andenken! Mandolinen-Klub „Sempre vivo". diadottenliiiiw Liedertafel. M. d. A.-S.-B. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der SangeSbruder Paul Schiffmann infolge einer Verwundung im Lazarett verstorben ist. Ehre seinem Andenkeu k 60/19 Ter Borstand. Deutsch JetallaMer-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: l�rteh Breiter, Schlosser, geb. 23. 11. 1885 in Hirschberg Brost€reorge, Schlosser, geb. 9. 1. 1884 in Langenbach Rieli. Haberland, Silberarbeiter, geb. 1. 11. 1881 in Berlin lieopold Hacker, Elektromonteur, geb. 12. 1. 1886 in Berlin Helnrieh Heinke, Monteur, geb. 6. 5. 1890 in Hamburg Wilkelai Heyde, Gürtler, geb. 26. 11. 1884 in Berlin Paul HolTiiiann, Former, geb. 24. 2. 1881 in Berlin Martin Jordan, Schlosser, geb. 20. 1. 1887 in Hohenstein OttO Koch, Dreher, geb. 4. 4. 1881 In Berlin Robert Kluge, EmaiMerer, geb. 23. 9. 1889 in Dobrin Henna im Kolm, Schmied, geb. 12. 4. 1881 in Gunten Franz Küuecke, Bohrer, geb. 20. 3. 1889 in Berlin Otto Martin, Dreher, geb. 15. 4. 1877 in Halle a. S.{; Frust Meitz, Former, geb. 30. 12. 1888 in Klepiow Wilhelm Nicht, Metallarbeiter, geb. 29. 2. 1879 in Berlin Karl Nitschke, Maschinenarbeiter, geb. 2. 11. 1895 in Berlin Otto Preuße, Schlosser, geb. 21. 5. 1886 in Berlin Karl Plotek, Ziseleur, geb. 13. 3. 1879 in Ostritz Franz Kedepenplng, Dreher, geb. 31. 10. 1889 in Damm Hudolf Roclielmeyer, Schleifer, j geb. 22. 10. 1878 in Absteinen FrUSt Schulz, Dreher, geb. 26. 2. 1881 in Berlin Paul Schulz, Dreher, geb. 11. 3. 1890 in Berlin OufStaT Sclawolow, Metallarbeiter, geb. 17. 7. 1675 in Meitzow Bruno Seiler, Maschinenarbeiter, geb. 6. 3. 1891 in Berlin Otto Hplehs, Schleifer, geb. 28. 1. 1886 in Gummelsburg Frust Wegner, Schlosser, geb. 25. 12. 1877 in Sleinhösel Karl Weudorfi, Schleifer, geb. 5. 6. 1889 in Greifenberg Ehre ihrem Andenken! 121/11 Die Ortsverwaltnug. Nachruf! Meinem lieben, unvergeßlichen Manne Hormonn Gebauer Unteroff. im Landw.-Jns.-Neg. 20, zum traurigen Gedenken gewidmet Nicht, daß Ich Dir ein prächtig Denkmal bau', Mit taufend Tränen Deine Gruft betau', Und heimlich Host', daß uns der Tod vereint, Nicht dadurch ehr' ich Dich, geliebter Freund. Wen» ich das Werk, das Dir nicht mehr gelang, BIS an fein Ende führ' mit Treu und Dank, Wenn meine Hand die Blütenkrone fegt DeS Baumes, den Du knospend einst gepsiegt. Wenn dem, waS Du geliebt, mein Herz erglüht, So daß in mir Dein Wesen nochmals glüht, So daß Ich tieb' und fchaff' in Deinem Geist: Das ist'», wodurch ich Dich dem Tod entreiß. 61A| In nie erlölchendem Schmerz Deine Alma. I miiinai n i Ein Opfer des WellkriegeS I wurde unser tapferer Sportgenosfe! I am 26. September 1915, das! | Mitglied Robert Olmesorge. Wir werden ihm ein ehrendes I Andenken bewahren. 286,' 9 j Hg-Menvereia forwärts Liehteulieri. Ais Opfer des Welttriege» siel am 14. September 1915 unser lieber Kollege krun? Schieuter geb. den 15. 1. Ol. Wir werden ibm stets ei» treues Andenken bewahren. Tie Kollege» der stzirma Hr. Walter CiErarü, Gharlottenburg. 109A Sehöiielierger Männerchoi1. Dem Völkerkrieg fiel auf dem I KncgSfckauPlatze unfer lieber | Sangesbruder Franz SQmnich J zum Opfer. Wir betrauern in >hm ein eifriges Mitglied und reges Vorstandsmitglied und I werden sein Andenken stets in | Ehren hallen. 27566 Ter Vorstand. Danksagung. Für die vielen Bcivciie herzlicher Tcllnahme sowie für die überaus reichen Kranzipende» anläßlich der Beerdigung unserer uiivergcßiichen Gatiin und Mutier, Frau Beiene Hegewald geb. Tiede. sprechen wir auf diefcm Wege allen Freunden und Belannlcu unfern verzlichsteu Dank aus. LmU UegctTuld liebst tliuderu. iVetband der Brauerei- und Mühlenarbeiter! und verwandter Berufsgenossen. Zahlstelle Itcrlln. Als Opfer des Weltkrieges sind folgende Kollegen im Felde gefallen: fLnünanll Sroho, St.llma«n, Berliner Kindl- Brauerei. �UgU8t klaiiniZVLki, Müller, Bcrthcim-Mühle. �lialk He»l5ej!e!. Brauer, Pscfferbcrij-Braucrci. Hermami Briese, Flascheubiermitfahrer, Brauerei Engelhardt, Abt. I. Hermami Rollieuburg, Flaschenkellerarbeiter, Schullheib-Braucrci, Abt. II. Ulbert Lekrexer, Hofarbciter, Brauerei Patzcnhoser, Abt. I. Älllielm Haseloll, Flafchenbiermitfahrcr, Brauerei Schuliheiß, Abt. II. Hermann Pfelir, Betriebsarbeiter, Viktoria-Brauerei. Willi Hollmann, Flaschenkellerarbeiter, Brauerei Patzcnhoicr, Abt. II. 5rani k�oraUSiii, Flaschenkellerarbeiter, Schultheib-Brauerei, Abt. IV. Georg KÖlbl, Brauer, Schüliheiß-Brauerei, Abt. II. l5hre ihrem Zlndeiikc»! 13/11 Die OrtSverwaltung. Ardejler-ksUssIirer'Slliill �itgliedsolraft Berlin. Dem Zliidenkeu unserer olS Lpfcr des Weltkrieges ge- fallenen BnndcSgenosse»: Am 11. September Pciul HgÜIBQj 6. Abteilung. Am 27. September f S'itZ WfCSCPj 3- illbteilung. Am 3. Oktober|L(ilS(3l,Ci ScIllllZy Abteilung. Am 8. Oktober PauS Wagenvn, 4. Abteilung. Am 15. Oktober FrailZ KlvSllNg, 5. Ableilung. Ehre ihrem Andenken! 10/12 vle vrtsvei-rraltaax. MM-U.W« Filiale GroB-Berliii. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß sokgendc Kollegen aus dem Schlachtscldc gcsallcn sind: Pau? Wählisch, 14. Revier-Inspektion. Paul Yoegelke, 12. Revier-Inspektion. Ott© Schulze, Wasserwerk Fricdrichshagen. Otto Fellner, Gasanstalt Danziger Straße. Fiermann Schneller, Kanalisation. Otto S��o�v, 17. Revier-Jnspektion. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. zg/J vle OetsveiMvaltlMlie. r Bezirk Groß-Bertin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Paul Droschkenchauffeur. FVaNZ Hausadelj Lagerarbeiter. Hanl Heyder, Bierfahrer. Artus* töSSSe, Geschäftsdiener. Alhert Hufnagel, Straßenbahner. Oswald Krüger, Geschäftsdiener. Krüger, Kellerarbeiter. Erich Kuheiert, Industriearbeiter. Bernhard Naumann, Kellerarbeiter. Karl Rank, Geschäftsdiener. Wilhelm Reichardt, Geschäftsdiener. Alfred Reinhardt, Geschäftsdiener. Otto Sawade, Droschkenchauffeur. Fritz Setzkorn, Geschäftsdiener. fölax Stabenow, Kellerarbeiter. Bruno Walter, Geschäftsdiener. Konrad Weinert, Industriearbeiter. Gustav Winkler, Industriearbeiter. Ehre ihrem St»denken: vie Bexlrkslcitnnfr. Deutscher Bauarbeiterverhand. Zweigverein Berlin. Im Felde sind folgende Kollegen gefallen: Becker, Gustav, Maurer, Bezirk Lichterfelde. BeblOW, OÜO, Fliesenleger, Bezirk Schmargendorf. Blumenau, Albert, Maurer, Bezirk Wedding. Heinelt, Paul, Mimr«, Bezirk Südwest. Hollmann, Max, PuhertrSger, Bezirk Mahlsdorf. Xantowsky, Otto, Fahrftuhlarleiter, Bezirk Friedenau. Xärgel, Prleörlcb, F°hrstnhlarbeiter, Bezirk Osten kl. Knabe, Willi., Maurer, Bezirk Lichtenrade. tossack, Paul, Hilfsarbeiter, Bezirk Süden. Radioif, Emil, Putzer, Bezirk Pankow. kapscll, Herrn., Nabititrögcr, Bezirk Chnrlottcnburg. 8eldler, Karl, Hilfsarbeiter, Bezirk Südost. Seilliensky, Otto, Rabitzpuncr, Bezirk Neukölln. Bclllmke, Hieb., Isolierer, Bezirk Südost. SCllUlZ, FrltZ, Hilfsarbeiter, Bezirk Schönederg. Il'zeblatovskl, Wllb., Hilfsarbeiter, Bez. Schönederg. Wagner, Paul, Nabibpttbrr, Bezirk Osten l. Ehre ihrem Andenken! 112/14 Vle vi-tlloho Vorvaltans. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäscbearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Ten« Andenken unserer auf dem Kriegsschauplatz gefallenen Kollegen! Am 21. September starb im Lazarett der Herrenmagschneider, Kollege Johann IVIosiniak geb. 23. 4. 18S6. Ferner am 10. Oktober im Lazarett infolge BauchschusseZ der HerrenkoniettionSschneider Max Trogisch geb. 16. 8. 1877. Ebenso starb im Lazarett am 20. August der Herremnaßschneider Otto Schindelmeiser geb. 11. 2. 1890. 163/6 vie OrtsTcrwaltang:. In einem Reservelazarett starb am 11. Oktober unscr lieber Freund und Kollege, der Schritt- setzcr 115A Willi Dallüge. Ebre seinem Andenken k Willi u. Franz lenze. Als Lpicr des Weltkrieges ficl l am 21. Oktober 19l.'> unser lieber| Sohn, Bruder und Schwager Kari Müller IX Äcsreiter im Jns.-Regt. Nr. 263, 2. Kompagnie im 28. Lebensjahre. 57A Tics zeigen an in tiefer Trauer Wilhelm Müller und Frau als Eltern, Bultmannstr. 18. Wilhelm und Reinhold Müller als Brüder, zurzeit im Felde. Luise nno Minna Müller als Schwestern. Uns ist ein braver Sohn gc- nommen. Ziuhe saust in srenider Erde. Zum Sterbetage meines lieben, unvergeßlichen MannrS. Bor cincin Aahr, da nahm der Weltkrieg mir mein höchstes Glück Du. mein geliebter Mann, lehrst nimmermehr zurück. Verlassen bin ich und die Deinen, Die beiße Tränen um Dich Gc- liebten weinen. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: HermallN Berner, Maschinenarb-iter. 36 Lahre alt. Richard Fischer, SUllmach-r, 21 Jahre ait. Ott«(lUrSCh, Klavlerarbeiter, 32 Jahre alt. Frit? Haake, Tischler, 24 Jahre alt. Georg Kälbere r, anotclltischler, 29 Jahre alt. Paul Kiank, xü«;«, 27 Jahr- an. Otto Kranert, sw«,»3 Jahr- qu. Paul Leipziger, tw«, 23 J-hr- au. Franz Mau, XWer, 27 Jahre alt Karl Müller, Modelltischler, 27 Jahre alt. Heinrich Profe, Tischler, 38 Jahre alt. Willi Schoßtag, Beizer. 27 Jahr- alt. Gustav Siegfried, Einsetzer. 3S Lahre alt. Gustav Sprick, mi«. 33 Jahr- a». Kasimir Stachowski, Jalouste-Arbelter, 30 Jahre alt. Paul Syrbe, Drechsler. 39 Jahre alt. Ehre ihrem Zl» d e» k e n! 1 vie OrtsverMvaituas. Tb7(Ll«cke. Berlin. Druck u. Verlag:«orwärtF''uchdruckerei u. BerlagSanstatt Paul Singer& 6� Berlin SVY. i Fern von seinen Lieben fiel in treuer Pfltchlersüllung als Opser I dieles unglückseligen Krieges am 17. September durch Kopsschuß mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Wehrmann Heinrich Profe | im 39. Lebensjahre. 27326 DieS zeigt im Namen allerHinterbliebenen in tiefstem Schmerz an .Anna. Ppok6 geb. Cudeplcy. Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah. Herzlichen Donk allen bcncii, die fciucc im Felde gedachten. Ite» Am 20. August fiel auf dem Schlachtfelde mein über alles geliebter Mamr. der treus orgende gule Vater seines Sohnes, mein lieber B Sohn, Bruder. Schwiegersohn, Schwager und Lnlcl �dolk Hentschel Unterosfizier im Nes.-Jnf.-Regt. 61, 1 12. Komp. im 30. Lebensjahre. Dies zeigt im Namen aller! Hinterbliebenen ichmerzgebeugt an I Berta Hentschel geb. Fiedlers nebst Sohn Kurt. Berlin, Kottbus. 24A I Ein Opser deS furchlbaren WeitkrieaeS wurde mein lieber S'iniin, der treusorgende Vater miierer Kinder, Sohn, Bruder und Schivager, der Landsturm- niaun 74A stzul UoltMünn Z!es.-Jns.-Reg. Nr. 3, 3. Komp. Im tiesen Schmerz Zl. Ilnffinann als Galtin, Neukölln, Mareschstr. 16. Nun ruhst Du ohne Totenschrein In bliltgetränltem Bette. Es jchiitückl kein Kranz, lein Lcirfjcuftcin Die unbekannte Stätte. >!-o schläfst Tu jetzt den letzten Schlaf. Wir denken Dein mit Schmerzen. Das Blei, das Dich zii Tode traf, Zerreißt daheim die Herzen._ Fern von seinen Lieben siel als Opser des Weltkrieges nach 14 Monate langem, schiverem Ringen insolge eines Bauchichusses unser lieber Sohn, Bruder. Schwager und Onlel, der Schütze M Wendorir Infanterie- Reg. Nr. 377 im blühenden Alter von 26 Jahren In tiesslem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen W. Wendorft" mib Frau, nebst Kindern, Wiener Straße 44. Mit der Hoffnung auf ein Wieder- i-hn zogst Du in- Feld. Nun bist Tu so jlmg durch die Kugel gefällt. Nicht der heißersehnte Urlaub brachte Dich eiunial zurück. Darin babeu Eltern wohl selten Glück. NichtZ heilt die Wunden, nicht» den bitteren Schmerz, Die Kugel, die Dich traf, gmg auch uns ins.Herz. 7.7 A Alle» Bekannte» zur Nachricht t Am 23. Oktober fiel unser! Freund 109A! Georg Bartsch! Stets die natioiialen Gegensätze i bekämpfend, ruht er auch in| fremder Erde im Vaterland! llrniitt! B«-i-tn Brunimvi%| Cipete.Inns, Cliarlottenbiirg. Fern von seinen Lieben siel als Opser dc§ Weltkrieges, nachdem er 14 Monate im Felde stand. am 28. September 1915 durch Kopsschuß mein unvergeßlicher Mann, der liebende Vater seiner Kinder Hilda und Elschen, der Wehrmann Otto Goksch geb. am 11. 1. 84 Grenadier-Reg. Nr. 12 1. Komp. Dies zeigen im tiefsten Schmerz an 2716b Gmma Goksch nebst Kindern, als Freund Georg Thin nebst Frau. Ob wir den Ort, an dem Du starbst, wohl jemals sehen werden? Fern von der Heimat ruht Dein Leib in kalter, lübier Erden. Nicht dursten wir zum lebtenmal die liebe Hand Dir drücken, Nicht Deines Grabes Hügel still mit Liebe-rosen schmücken. Wer weiß, ob Deinen TodeSschrei ein andres Ohr vernommen. Ob Du in Durst und Fiebergual nicht elend umgekommen. Wer weiß, ob Deines Leben» Laus im Siegesrausch geendet, Ob nicht den stolzen, jungen Leib sie martervoll geschändet. Das aber weiß ich. daß mein Mann alSHeld gewußt zu sterbe». Und jede Träne wird zum Fluch. die Schuld'gen zu verderben. Ruhe saust in fremder Erde' D Allen Verwandten, Freunde» und Bekannten iotvie meiner ver- ehrten Kundschasl die traurige Mitteilung, daß ineine liebe Frau. untere gute Mutter, Schwieger- mtd Großmniler Prielterlkö Gumptow geb. Oarbrecht nach kurzem, schwerem Leiden im 65. Lebensjahre sauft entschlasen ist. Dies zeigen liesbetrnbt au .�nxn««t<]iuni(itow. Putzer, nebst Kindern. Schwiegertochter und Enkelkindern. 2743b Die Beerdigung sindet Montag, den 1. November, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gnaden- Kirchhofs, BarsuSstraße, aus statt. Du warst mein Glück, vom Schick- lal mir erkoren, Mein Leben, meine Sonne, warst nur Du, Die Sonne schwand. Dein Leben S ging verloren, Wie ger n ging ick mit Dir zur Null. Doch leider iit die-Z Los mir nicht beichieden, Drum tchtummre saust, Du liebes gutes Her,. Galt schenle Dir den ewigen Frieden, Und wenn mir auch bricht daS blutende Herz. (Ich muß nun ertrage» den furcht- baren Schmerz. Es gibt ein Weh, das keinen Trost erduldet. Und einen Schmerz, den sonst nur heilt die Zeil. Schlaf wohl, mein lieber Willi, schlaf wobi! In tiesslem Schmerz Ww. Frida Herrmann Berlin, 30. Ollober 1915. Kaiserstr. 9. Oswald Res.-Jiif.-Regt. 1, Fern von der Heimat und seinen Lieben siel am 3. Oktober als Opser des Weltkrieges, in folge Nopfschusses, nach kurzer. überaus glücklicher Ehe, mein herzensguter, inniggeliebler Mann, seiner beiden Lieblinge treu- sorgender Papa, unser guter Sohn, Bruder. Schwiegersohn. Schwager und Onkel,' der Landsturmmann Krüger 7. Komp. im vollendeten 30. Lebensjahre. Im Namen allerHinterbliebenen vis traueeniio ktsllin Ella Krüger geb. Ruvp nebst Kinliorn. Mein ganzes Glück ist nun dahin, Dein Trost, wenn ich verlastcn bin, Dein Miileid, wenn ich leides Mir selstt des Gatten rechte Hand. Mir jehlt das Herz, was mich verstand, Mir fehlt des LebenS Freude. So schlaf den» wohl, gelicblcs Herz, Du hast den Friede», wir den Schmerz. Lieber Papa, schlaf in Ruh, Uns're Liebe deckt Dich zu. Dein Heini und Jrmnnaus. Der ihn gekannt, weiß was loir verloren. Als Ovser deS WelllriegeS fiel am 3. Oktober mein unvergcß- licher Mann, unser guter Bater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onlel, der Land- sturmmann Otto Haustein im Aller von 34 Jahren. Ties trauernd 57N Marie Haustein nebst Soh» (Reichenberger Str. 104) und allen Angehörigen. Ob wir den Ort, an demDustarbst, wobl jemals sehen werden? Fern von der Heimal ruht Dein Leib in kalter, lühler Erden. Nicht dursten wir zum iehtenmat die liebe Hand Dir drücken. Nicht Deines Grabes Hügel still mit LiebcSrosen schmtickcn. Der weiß, ob Deinen TodeSschrei "ein andres Ohr vernommen, Ob Du in Durst und Fiebergual nick! elend umgekommen, Wer weiß, ob Deines Levens Laus im Siegesrausch geendet, Ob nicht den stolzen, jungen Leib sie martervoll geschändet, Das aber weiß ick, daß mein Mann als Heid gewußt zu sterben, Und jede Träne wird zum Fiuch, die Schuldigen zu oerderben. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meines liebe» Mannes und Bruders sagen wir unseren besten Dank. 57A Witt»» Fickweiler. Emma Fickweiler.