Ztr. 303.-ST. Jahrs. RbennanentS'Btdlngingfat «bormemeiUS• Kreit ptfimimerank.» i8iettc!iäbtL 330 M!» monatt. 140 Nl. WSchemlich 26 Ksg. frei mä Haut. Sinzeine Stummer 5 Ksg. Eomuagt« nummer mit illustrier! er Eomuagt- Beilofle.Die Steue Seif 10 SS'«. Kost- EBonnemciU: 140 Mari eto Monat Einzeiragen in die Soft, Scitunafc Lrei-Iiste. Unter Kreuzband für Deuislbland und Oesterreich. Ilnaarn r.Z0 Marl, für das übrige»usland t Mari»ro Monat Sostabonnernemt nebmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Sortugal, Kumönien, Schweden und die Schwei. onam ttm. ( 8 Pfennig} Die TnlertlonS'GeMljr dedigt für die sechsgespallene Kolonei- »eUe oder deren Raum SO Pfg.. für xolltifche und gewerischafiliche Vereine» Und VerfaminlungZ-Anzeigen 80 P!g. 4Neine Anrcigen", das fetigedruriie Wort 20 Pfg.(zulafsig 2 fettgedruiite Sorte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen cm. I eigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buch- ''oben zählen für zwei Worte. Inserate ': die nächste stummer müssen bis _ Uhr nachmittags in der ExvedMon �gegeben werden. Die Expedition iji biS 7 Uhr abends geöffnet Verlinev Volksblskk. Zentralorgan der foztaldemokrattfchen Partei Deutfcblande. Telegramm,«dreff« «SwialäfBjffnt BerHo", Neöaktion: 6XD. 6$, Linöenstraße 3. strrnfvrecher- Omi Morisviatz, Str. 151 90— 151 VT. Expeültloa: Sw. 68, Linüenstraße Z. Mrrnfvrecher i Amt Wtoritzplatz, Nr. 151 90—151 ST. ieiOnng Oes SuSeii öaitonBiflets. Amtlich. G r o tz c» Hauptquartier, de« t. November 1915. lW. I. B.) Westlicher Kriegsschaupluq. I« der Champagne schritte» die Franzose» bei Tahur« nachmittags znm Gegenangriff. Sie wurden ab- gewiesen. Die von unseren Truppen am 19. Oktober ge- stürmte Bntte de Tahnre ist fest in unserer Hand geblieben. Die Zahl der in den letzten Tagen gemachten Gefangenen ist auf 31 Offiziere, 1277 Mann gestiegen. Bei C o m b r e S kam eS zu lebhafte» Kämpfe» mst Nahkamp fmitteln. Leutnant Boelcke hat am 39. Oktober fädlich»»» Tahnre einen ftauzöfischen Doppeldecker zum Absturz ge- bracht and damit daS sechste feindliche Flugzeug außer Gefecht gesetzt.— In der Gegend von Belfort fandex mehrere für die deutsche» Flieger erfolgreiche Luftgefecht statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. ffeeeezgruppe des Generalfeldmarlchalls?. fiindenburj. Beiderseits der Eisenbahn Tnckum-Riga gewänne« unsere Truppe» im Angriff die allgemeine Linie Rag- gasem— Kemmern swestlich von Schloks— Januse«. Feindliche Gegenstöße wurden zurückgeschlagen. Westlich und südwestlich von Dünabnrg wurde» starke r«sfische Angriffe abgewiesen. Zwischen dem Sweaten- und Jlseu-See war der Kampf besonders heftig; er dauert dort au einzelneu Stellen noch an. Vereinzelte feindliche Bor- ftöße nördlich des Dryswjatq-SeeS scheiterte» ebenfalls. Der Gegner hatte große Verlufte. Bei Olai(südwestlich von Riga) wurde ei» r«sstscheS Flugzeug zur Landung gezwungen; Führer und Beobachter sind gefangen genommen. httrezgeuppe des Generalfeldmarlthalls Prinz Ctopold von Bayern. Ocstlich von Baranowitschi wurde ei» russischer Rächt- angriff nach Nahkampf abgeschlagen. heerezgruppe de» General» v. Clnflngen. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Ein feiud- licher Gegenstoß nördlich von Komaro« hatte keine» Erfolg. » Deutsche Truppen der Armee deS Generals Gräfe» v. Bothmer worden bei Siemikowce(an der Strypa uörd- lich von Bnrkanow) angegriffen und stehe» dort uoch im Kampfe. Balkankriegsschauplatz. In Fortsetzung des Angriffes wurden die Höhen süd- lich von Grn. Milanovac in Besitz genommen. In Rich- tung auf Kragujevac ist der Feind über den Pettovackar- und Lepenica-Abschnitt zurückgeworfen; Kragujevac ist in deutscher Hand. Oestlich der Morava ist gegen zähen Widerstand der Serben der Trivuoooo-Berg genommen. ES wurden einige hundert Gefangene gemacht. Die Armee des Generals Bojadjieff war am 39. 19. unter Nachhutkämpfen dem Feinde bis in die allgemeine Linie Höhen von Planinica(südwestlich von Zajecar) — Slatina(nordwestlich von Knjazevac)— östlich von Vlaso- tiuce gefolgt. » Die Zahl der im Oktober von deutschen Truppe» im Osten eingebrachten Gefangenen und die von ihnen gemachte Beute beträgt: .- Hill Gefangen t Erbeutet> Bei der Heeresgruppe v. Hindenburg 98 Offiziere, 14 482 Maua 49 Maschiueaqewehr« Bei der Heeresgruppe Prinz Leopold BZ Offiziere, 4 134 Manu 2 Maschinsagwoehr« Lei der Heeresgruppe d. Linsingen 56 Offiziere, 8 871 Manu 21 Maschinaegewehre Bei der Armee des Gräfe« v. Bothmer 3 Offiziere, 1 525 Mann 1 Maschinengewehr 55 Offiziere, Bei der Heeresgruppe v. Mackensen 11 937 Mann 23 Geschütze») 16 Maschinengewehre 254 Offiziere, 49 949 Ms»» 23 Ge 89 Maschinengewehr« •) Abgesehen von einer große» Zahl aufgefundener Geschütze älterer Ferngung. Oberste Heeresleitung. »* Set DMisdje SenmMMnW. Wien, 1, November.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lantbart: 1. November 1915. Russischer Kriegsschauplatz. vn der S z c z a r a haben k. und k. Truppen eine» Nacht« angriff nach heftigem Handgemenge abgewiesen. An der Kormyn- front haben wir mehrere starke Nachtangriffe abgeschlagen. Nord- lich Bieniawa an der Strypa entwickeln sich nach einem ab- gewiesene? Angriff neuerlich heftige Kämpfe. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplay beträgt die Ottober- beute der dem k. und k. Oberkommando unterstehenden Armeen 142 Offiziere 26 999 Mann, 44 Maschinengewehre, 1 Geschütz, 3 Flugzeuge und sonstiges Kriegsmaterial. Italienischer Kriegsschauplatz. Der am 18. Oktober eingeleitete, am 28. mit ftsschen Truppen erneute dritte Ansturm der Italiener gegen unsere küstcnländische Front beginnt zu erlahmen. Gestern stieß der Feind zwar noch gegen den Nordrand der Hochfläche von Doberdo mit starken, an mehreren anderen Stellen mit schwächeren Kräften vergeblich vor. Sein Angriff ist jedoch nicht mehr allgemein. Mag der Kampf auch nochmals aufflammen, die von der italicni- scheu Heeresleitung mit großen Worten angekündigte, an der Hauptfront mit wenigstens 25 Infanteriedivisionen versuchte Offensive ist an der unerschütterlichen Mauer unserer siegeS- sichcren Truppen zusammengebrochen, die zweiwöchige Jsonzv- Schlacht für unsere Waffen gewonnen, unsere Kampffront durch- weg unverändert. Ebenso behielten die Verteidiger von Tirol und Körnten ihre seit KriegSdeginn heldenmütig behanptcten Stellungen fest in Händen. Durch diese Erfolge hat unsere bewaffnete Macht neuerdings bewiesen, wie eitel und haltlos alle Ansprüche des einstigen Verbündeten auf die südwestlichen Grenz- gebiete find, die er durch hinterhältigen Rückcnangriff leichthin erobern zu können vermeinte. In den Kämpfen der zweiten Ottoberhälfte verlor der Feind mindestens 159 999 Mann. Südöstlicher Kriegsschauplatz. I« Räume westlich der Großen Morava haben die ver- bündctcn Streitkräfte unter stellenweise heftigen Nachhutkämpfen die Höhen südlich und südöstlich Grn. Milanovac und Kragu- jevar erreicht. Zwischen 7 und 8 Uhr vormittags wurde heute auf dem Arsenal und der Kaserne von Kragujevac die öfter- reichisch-ungarische und kurz nachher die deutsche Fahne gehißt Im Flußwinkel zwischen der Morava und Rcsava haben deutsche Truppen nach heftigen Kämpfen die beherrschende Höhe Triounovo-Brdo genommen. Bulgarische Kräfte haben auf der Straße nach Parazin die Höhen westlich Planinica und im Nisava-Tal die Höhe» westlich Bela-Palanka erkämpft. Die bisherige Gesamtbeutc der deutschen und österreichisch« ungarischen Truppen des Generals von Kocvcß beträgt 29 Offiziere, gegen 6699 Mann, 32 Geschütze, 9 Maschinengewehre, über 39 Munitionsfuhrwcrke, einen Scheinwerfer, viel Gewehre und Artillcricmunition. NebcrdicS wurden 45 alte oder gesprengte Geschützrohre erbeutet. Der Stellvertreter de? EhefS de» Generalstabel: v. H« e f e r, Feldmarfchalleutnant. Zur Lage in Serbien. Athen, 1. November.(28. T. 23.) Die Agence Havas meldet: Die Operationen in Serbien dauern an. Ter bulgarisch-deutsche Plan ist, den Rückzug der Hauptmacht des nordserbischen Heeres gegen Süden abzuschneiden. Das Bestreben des serbischen Ge« ncralstabes ist, den Rückzug in guter Ordnung auf eine Ver- teidigungslinie zu sichern. Griechische Militärkreise halten� die Lage des serbischen Heeres für schwierig, aber nicht verzweifelt. Die Wiedereinnahme von Veles durch die Bulgaren bestätigt sich. Der serbische Heeresbericht. Atsch. 81. Oktober. wundet, 2999 vermißt. Sofortige Einberufung öer Parlamente! Wie wir in unserer Montagsnummer bereits mitteilten, hat der Vorstand der sozialdemokratischen ReichStagSsraktion beim Reichskanzler beantragt, den Reichstag unverzüglich ein- zuberufen, weil die Lebensmittelfrage und der Belagerungs- zustand eine schleunige Erörterung erheischten. Diese Forderung wurde erhoben im Einvernehmen mit dem Parteiausschutz, der Ende voriger Woche zur Verhandlung zusammengetreten war. Und auch der Parteiausschutz hinwiederum machte sich mit dieser Forderung nur zum Sprachrohr der Gesamtpartei, die eine sofortige durchgreifende Beseitigung der Miß- stände für dringend notwendig hält, die sowohl auf dem Ge- biete der Nahrungsmittelversorgung, wie dem der ganzen inneren Politik hervorgetreten sind. Die sozialdemokratische Partei und die Gewerkschaften haben seit Ausbruch des Krieges immer wieder und mit ge- steigerter Dringlichkeit die Forderung der sozialen Kriegs- fürsorge und insbesondere auch die der Versorgung des Volkes mit ausreichenden und dem Preise nach erschwinglichen Lebens- Mitteln erhoben. So weit auch über andere durch den Krieg aufgeworfene Fragen die Meinungen innerhalb der Sozial- demokratte auseinander gingen und auseinander gehen: über die Frage der Volksversorgung zur Abwendung der Not der Massen hat es niemals Differenzen gegeben. Wie gerade schon in den ersten Tagen nach Kriegsausbruch energische An- regungen zur Inangriffnahme durchgreifender wirtschaftlicher Fürsorgematzregeln von Personen ausgegangen sind, die dem entschiedenen linken Flügel der Partei angehörten, so haben eS auch die Anhänger der Kredttbewilligung in Partei und Ge- werkschaften niemals an immer neuen Vorstellungen, Ein- gaben und Anttägen fehlen lassen, die auf die Be- schaffung ausreichender und wohlfeiler Lebensmittel, auf organisatorische Verhütung eineS Nahrungsmittelmangels, auf Festsetzung von Höchstpreisen usw. abzielten. Ja, es muß darüber hinaus sogar zugegeben werden, daß auch von bürgerlicher Seite wiederholt und dringlich ähn- liche Forderungen erhoben worden sind und daß auch den ver- antwortlichen Regierungsstellen keineswegs der gute Wille zur Milderung der Notlage der breiten Massen abgesprochen zu werden braucht. Es wäre ja auch sonderbar, wenn eS anders wäre. Denn unter den enorm in die Höhe getriebenen Preisen und unter dem Mangel an notwendigen Verzehrsartikcln leidet ja das ganze minderbemittelte Volk, leiden christliche Arbeiter nicht minder wie sozialdemokratische, leidet der kleine Mittel- stand ebenso gut wie das Proletariat. Und die Regierung und die Heeresleitung wissen nur zu gut, daß nichts die Volks« stimmung mehr beeinträchtigen könnte, als wachsende und an- dauernde Not der Massen. Trotzdem ist es eine nicht zu bestreitende Tatsache, daß alle Eingaben und Anträge, alle Bestürmungen aus den ver- schiedensten Parteien und Volkskreisen zu einer durchgreifenden Abhilfe noch nicht geführt haben. Bis zum gegenwärtigen Augenblick nicht. Im Gegenteil: auch alle Maßnahmen und Preisregulierungen, die erst in den letzten Tagen auf die gut- achtliche Befürwortung der Reichsprüfungsstelle für Lebens- mittel hin vom Bundesrat beschlossen und angeordnet worden sind, beweisen zwar erneut den guten Willen der Regierung, aber zugleich auch ein Zurückschrecken vor solchen Maßregeln, die wirklich geeignet wären, den Notstand der breiten Schichten der Bevölkerung zu besettigen. Wir wollen an dieser Stelle das oft Gesagte nicht wiederholen, sondern nur einige Punkte andeuten: Die Höchstpreise für Kartoffeln sind noch immer beträchtlich zu hoch, zumal die Kartoffel längst znm Haupt- bcstandteil der proletarischen Ernährung geworden ist. Der Kartoffelnot im weitesten Umfange konnte nur durch eine all- gemeine Beschlagnahme derKartoffeln begegnet werden, wie denn überhaupt eine solche Beschlagnahmung auf die verschiedensten Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände auszudehnen wäre. Dringend erforderlich wäre die Einführung von Fleischhöchst- preisen und eine Rationseinteilung der verfügbaren Fleisch- mengen, da die fleischlosen Tage weder die Preise in dem not- wendigen Maße herabzusetzen noch auch den nichtbcmittclten Schichten die erforderliche Quantität Fleischnahrung zu sichern vermögen. Dasselbe gilt für die Butter- und Fettvcrsorgung, für die Versorgung mit Fischen, Käse, Eiern, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse. Da weder Reichsprüfungsstelle noch Bundesrat das Not- wendige veranlassen, ist es unbedingt notwendig, daß die Volksvertretung selbst als berufenster Vertreterin der Volksinteressen nachdrücklichst eingreift. Zumal doch ange- nommen werden sollte, daß inzwischen der Reichstag aus diesem Gebiete wenigstens.hinzugelernt" hat und sich nicht durch die üblichen Einwendungen interessierter Schichten und Wider- strebender Kreise abspeisen läßt. Mindestens aber wäre vo« > der Vertretung der Arbeiterschaft zu erwatten, daß sie hinter lihre Forderungen den nöttgen Nachdruck zu setzen versteht. D a r u ni gilt es, die Forderung der unge- säumten Einberufung deS Reichstags mit allerEntschiedenheitzu erheb etil Auch gibt es ja noch mancherlei andere, nicht minder dringliche Forderungen, die von den Mandataren der breiten VolkSmassen zu stellen sind. Die Frage des Bclagerungs' z u st a n d e s hat ja bereits der sozialdemokratische Fraktions� vorstand erwähnt. Sie ist für die Arbeiterklasse eine politische Lebensfrage, die mit der gebotenen Entschiedenheit und Aus- führlichkeit nach Lage der Dinge zurzeit nur im Parlament behandelt werden kann I Mit ihr im engsten Zusammenhang steht die Zensur, die sich ja längst nicht mehr auf die Presse ausschließlich erstreckt und über den Kreis der„militärischen" Angelegenheiten— selbst wenn man diesem Begriff die denk- bar ausgedehnteste Auslegung geben wollte— weit hinaus- gewachsen ist. Daß dem Parlament auch während des Krieges ein weit- gehendes Kontroll- und Mitbestimmungsrecht eingeräumt lverden kann, daß auch einschneidende Kritik möglich stst, be- tveisen die Verhältnisse in anderen kriegführenden Ländern, namentlich in England, lind wir sollten meinen, daß es nach all den offiziellen Komplimenten an die Adresje des deutschen Volkes, das seine„Reife" während des Krieges so eindring- sich bewiesen habe, nicht mehr angängig sein' könnte, diesem deutschen Volke Rechte und Betätigungsmöglichteiten vor- zuenthalten, die das Volk in feindlichen Ländern genießt I Darum vereinigt die ganze deutsche Arbeiterklasse ihre Forderung mit der Reichstags fraktion zu dem Rufe nach s o- fortiger Einberufung d er Parlamente, in-s- besondere des Reichstagsl der bulgarifthe Heeresbericht. Sofia, 81. Oktober.(W. T. B.) Amtlicher Bericht über die Operationen vom 29. Oktober. Die bulgarischen Truppen setzten die Verfolgung deS Feindes auf der ganzen Front fort. Sie erreichten westlich von Knjazevac die Wasserscheide zwischen Tiinok und Morava. Südwestlich von Knjazevac eroberten »vir nach erbittertem Kampfe den Kamm des Tresibaba, von »vo die Straßen nach Nisch und Bela-Palanka führen. Im Tale der bulgarischen Morava nahinen wir nach heftigem Kampfe die Stadt Grdeljica, einen Zdnotenpunkt der Straße Vranja— LeSkovac und der Straße durch das Vlasinatal. In der Gegend von Katschanik griffen die Serben eine dort vor- rückende Kolonne an, wurden aber zurückgeworfen. Im Verlauf der Verfolgung deS Feindes erbeuteten wir zivet GebirgSgeschütze mit Bespannung und viel Kriegs- munition. Bisher fanden wir in Usküb 19000 Gelvchre verschiedener Systeme, 950 Kisten mit Pulver, 15 000 Kisten Patronen und eine große Menge anderen Kriegsmaterials. Sofia, I.November.(W. T. B.) Amtlicher Be» richt über die Kämpfe vom 80. Oktober. Unsere Truppen setzten die Verfolgung des Feinde? fort. In der Richtung Zajecar— Bolevac vorrückende Abteilungen nahmen nach hartnäckigein Kampfe die Höhe 482 und 492 westlich des Dorfes Planinitza und erbeuteten eine Batterie Feldgeschütze mit Bespannung. Tie im Tale der Nisava vorrückenden Truppen bemächtigten sich der Stadt Bela-Palanka und erreichten die Linie Dorf Sadovize— Dorf Vragondinac— Höhe 489— Bpgourh. Im Moravatal nördljch. von Vranja xstckM.vnkere Truppenabteilungen infolge deS erbitterten Widerstandes des FeindeL langsam vor. Auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz ist die Lage unverändert."'-— Sofia, 1. November. Die Bulgarische Telegraphen« Agentur ist ermächtigt, den von der Pariser Balkan- Agentur verbreiteten verleumderischen Meldungen über da» Verhalten der bulgarischen Truppen in Serbien ein volles energisches Dementi entgegenzusetzen. Das Märchen von den be- riichtigten bulgarischen Grausamkeiten, das man jetzt wieder erzählt, um die Bulgaren als barbarische Horden hinzustellen, die alles auf ihrem Durchzuge plündern, Männer, Frauen, Kinder und Greise niedermetzeln, die Verwundeten töten und die Gefangenen nieder- säbeln oder sie lebendig verbrennen usw., ist eine alberne Erfindung. Desgleichen ist die Meldung russischer Blätter erfunden, wonach tür. lisch« Truppen mit den Bulgaren in Mazedonien zusammen wirkten und sogar die Städte UeZküb und VeleS von den Türken genommen worden seien. Nontenegrknische Nelüung. Pari», 81. Oktober.(W. T. B.) Der.TempS' bringt den folgenden amtlichen Bericht auS Cetinje: Der Feind entwickelte am 27. Oktober an der Drina bei Visegrad lebhafteste Tätigkeit, ohne irgendwelchen Erfolg zu erzielen. Die Montenegriner griffen die Oesterreicher, die in Gora Ausstellung genommen hatten. »»ray™»..inl»»............— III■——MM—M i IIIIII i Der Srief einer Amerikanerin. New Dork, 8. Oktober. Gewehre und viel Munition. Am höchsten Punkte des Rienztale» griff der Feind in der Nacht auf den 39. Oktober mit beträchtlichen Kräften unsere vorgeschobenen Stellungen am Sextenstein an. Nach erbittertem Widerstand mutzten die Unseren weichen, aber am Morgen erhielten sie Verstärkungen, schlugen in hefligem Gegenangriff den Feind zurück und befestigten sich stark in den eroberten Stellungen. Längs der Jsonzofront gab es am gestrigen Tage starke Artillerietätigkeit und einige Jnfanterieangriffe von beiden Seilen. Auf dem Hügel von Santa Lucia eroberten wir einen feindlichen Schützengraben und machten dabei 15 Gefangene. Auf den Podgora versuckte der Feind mit starken Kräften zwei Angriffe, um unsere Fortschritte gegen die Kammhöhe auf- zuhalten. Unter dem vernichtenden Feuer unserer Artillerie und unserer Maschinengewehre mutzte er beide Male zurückgehen. Der Kampfplatz war von feindlichen Leichen bedeckt Am 29. Oktober erneuerten unsere Flugzeuge ihre kühnen Angriffe auf den Hoch- fläcben von Bainzizza und am Karst. Die Bahnstalionen von Santa Lucia Tolino und San Pietro, sowie zahlreiche Lagerplätze und Baracken des Feindes wurden beschossen. Trotz der ungünstigen WitterungSverhältniffe und des Feuers zahlreichen Abwehrgeschütze kehrten unsere Flugzeoge unversehrt zurück. C a d o r n a. Meldung des türkisihen Hauptquartiers. Konstantinopcl, 1. November.(W. T. B.) Tcis Haupt- quartier teilt mit: Auf der Dardanellenfront nichts von Bedeutung, abgesehen von örtlichen, teilweise heftigen, teilweise schlvachen Feuergefechten. Bei Sedd ul Bahr nahmen zwei feindliche Kreuzer an dem Feuer teil, in- dem sie verschiedene Stellen wirkungslos beschossen. Bei Sedd ul Bahr und Ari Burun zerstörte unsere Artillerie drei Minen- Werferstellungen des Feindes. Unsere Batterien in den See- engen zerstreuten feindliche Truppenansammlungen, die bei Mortoul und Elias Burun gesichtet wurden. Auf der Front des Kaukasus schlugen nur nnt Erfolg ztvei Ueberfallversuche des Feindes in zwei Abschnitten zurück. Sonst nichts Neues._ falsche englische Meldung. Berlin, 1. November. sW. T. B.) E n g li s ch e Z e it un g en verbreiten lügenhafte Berichte über die Mitwirkung der von „Goeben" und.Breslau' auf Gallipoli ausgeschifften M a- schinengewehrabteilung. Diese Angaben entstammen, wie festgestellt wurde, au« dem amtlichen Bericht des Generals Sir Jan Hamilton vom 28. August. Danach sollen 5 deutsche Osfiziere gefangen, der Führer der Ab- teilung gelötet und„das Maschinengewehr' zerstört worden sein. Tatsachlich ist nur ein schwerverwundeter Offizier in der feind- lichen Stellung in Gefangenschaft geraten, während die au« zahl- reichen Maschinengewehren bestehende Landungsabteilung weiter mit guteni Erfolge Swulter an Schulter mit den türkischen Bundes- genoffen auf Gallipoli ficht. Diese Feststellung der unwahren englischen Berichterstattung läßt deutlich erkennen, wie weit man den amtlichen englischen Berichten von den Dardanellenkämpfen Glauben schenken darf. Hie öeömgungen See französischen Sozialisten. lieber England kommt die Nachricht, daß die sozialistische Fraktion der französischen Deputiertenkammer die Beteili- gung am Kabinett Briand keineswegs einmütig gebilligt hat. Bon den etwa 100 Mitgliedern der Fraktion sprachen sich nur 55 dafür aus, daß den Genossen Sembat, Guesde und Thomas der Eintritt ins Ministerium zu gestatten sei, 10 waren dagegen, der Rest enthielt sich der Stimme oder blieb der entscheidenden Sitzung fern. Es hat wahrhaftig Gründe genug für die französischen Genossen gegeben, sich das Einsteigen in das Schiff des Herrn Briand zweimal zu überlegen, und Gründe genug sind noch immer vorhanden zu zweifeln, ob der zustimmende Beschluß der Fraktion die freudige Billigung der Partei im Lande finden wird. Der Ministerialismus»var schon bisher für manche ein Stein des Anstoßes. Man erinnert sich des Widerspruchs, der im vergangenen Frühjahr im Departeinent gespielt»Verden, das so kriegsbereit war wie die Deutschen. Ihr da drüben kennt nicht die diplomatischen Winkelzüge. Dazu mutz man mit den Leuten leben und sie reden hören, wie ich in Paris vor zehn Jahren, als alles dies anfing und der deutsche Gesandte fast so isolier: dastand wie nach 1679. Wie Sie»vollen können, daß unser Land an dieser Mensche»:- schlächlerei wilnimmt, kann ich nich: verstehen. Sie würden es nicht verstehen, wenn Sie hier wären und sähen, waS es bedeutet. Als ich in meinem Briefe vom letzten Monat von„den Leuten, die den Krieg verursacht haben,' sprach, meinte ich die Clique von Leuten, die seit fünfzehn Jabren Deutschland.unterkriegen' wollten. Ich glaube überhaupt nicht, daß der Krieg eine Notwendigkeit war, hätten wir eine andere Art auswärtiger Politik betrieben. Wenn Sie jene ausstaffierten Frauen hätten sehen können und dann daran denken, was der Krieg den armen Frauen und den kleinen Kindern bedeutet. Habe ich Ihnen erzählt, daß Lady-- mir sagte:„Ich wollte, wir hätten diesen Krieg im Jahre 1911 haben können, aber sie wollten in der letzten Minute nicht aufspielen.' Und dann vor« zugeben, daß Deutschland ein friedserrigeS, unschuldige» Europa angriff! Wenn Sie die Franzosen im Jahre 1911 hätten können reden hören! Nun. ich will nicht fortfahren. Ich kann es aber nickt ertragen, daß mein eigenes Volk von den heuchlerischen Phrasen, die die Eng- länder stets gebrauchen, betrogen wird. Wenn sie so freimürig in den Druckschriften wären wie sie in der Unterhaltung sind, wäre es besser. Unsere Regierung(die der Vereinigten Staaten) erfährt natürlich durch ihre geheimen Agenten die Dinge, die ich höre, und deshalb fühlt sie auch nicht, daß das Recht auf der einen und das Unrecht auf der anderen ist. Zum Beispiel, gebrochene Ver- sprechen in Aegypten, Tibet, China, Persien. Glauben Sie nicht, daß ich die Deutschen für bester halte. Sie find wahrscheinlich noch um einige Grade schlimmer. Aber die Regierungen Englands. Frank- reichs und Rußlands sind nicht so fromm, daß ich sehen möchte, daß sich die Vereinigten Staaten ihretwegen in den Strudel stürzten. „Das Volk" baßl überall den Krieg und leidet schrecklich. ES heißt, daß Franzosen und Deutschen in den Schützengräben kaum davon zurückgehalten werden können, zu fraternisieren. Ein Offizier von der Front kam und sagte dem sozialistischen Kon- greß, daß die, die vom Kampfe jusqu' au bout(Kampf bis ans Ende) redeten, in den Schützengräben fern sollten. So reden unsere Soldaten auch. Wir Engländer haben nur bis jetzt sehr wenig von der Arbeit in Frankreich getan.' Haute Vienne erwachte, der seine Wellen in die Nationalrats- tagung vom 14. Juli schlug und der letzthin an der Seine, in Paris selbst, lebhaftere Unterstützung zu finden schien. Diese Opposition hat jetzt neue Nahrung erhalten, und wenn Hervs in der„Guerre Sociale" den Arbeitern in den Schützengräben und in den Werkstätten freundlich zuredet, zu B r i a n d, dem Abtrünnigen, kein Gesicht zu ziehen und über den Reaktionär Galliens nicht zu knurren, so wird er wohl wissen, daß solche Ermahnungen notwendig sind. Ihre Wirkungen müssen wir abwarten, und für den Augenblick ist ja auch etwas anderes wichtiger: die franzö- fische Fraktion hat, wie ebenfalls über England gemeldet tvird, ihren Eintritt in das Ministerium von B e d i n g u n- g en abhängig gemacht. Sie lauten: Das Kabinett muß auf Eroberungen und Annerionen verzichten: es muß sofort ein Gesetz zur Beschränkung der Kriegsgewinne einbringen und die Zensur über politische und militärische Nachrichten einschränken. Die Kammer soll regel- mäßig in gewissen Abständen Geheimsitzungen abhalten. Dieses Programm könnte uns und wahrscheinlich auch die Opposition in Frankreich mit dem Ministerialismus der französischen Genossen durchaus noch nicht versöhnen, nichts- destoweniger aber hätten wir anzuerkennen, daß der Fraktion in Frankreich der ständig wiederholte Hinweis auf die Pflicht der Jnlandsverteioigung den Blick für die Pflichten, die sie als Sozialisten und Demokraten erfüllen müssen, nicht vollends getrübt hat. Die französischen Sozia- listen sind, wenn anders die vorliegenden Meldungen nicht völlig in die Irre führen, entschlossen, ihre Unterstützung nur einem Kabinett zu leihen, das den Kriegszustand nicht be- nutzt, um die politische Diskussion lahmzulegen. Sie wollen sich nicht hinter ein Ministerium stellen, das nicht den Mut findet, sofort zum wenigsten einen Teil der durch den Krieg erzielten Profite in die Staatskasse zu leiten, und sie lehnen es vor allem ab, einer Regierung den Rücken zu decken, die nicht klipp und klar den Verzicht auf Eroberungen und Annexionen ausspricht. Steht eine sozialistische Partei einmal auf dem Stand- Punkt, daß die Rücksichten auf die nationale Verteidigung sie zwingt, im Kriege von der grundsätzlichen Bekämpfung einer bürgerlich-kapitalistischen Regierung abzusehen, so sind hier vortrefflich die Mindestforderungen formuliert, die an diese Regierung gerichtet werden müssen. Mit Spannung erwarten wir eingehendere Berichte ab. Wir hoffen, daß sie nicht enttäuschen. Aber sollten wir wirk- liich genötigt sein, unser günstiges Urteil über die französi- schen Genossen zu revidieren, so behielte die Darstellung, die uns heute gegeben wurde, doch immer ihren Wert, weil sie bewußt oder unbewußt den Sozialisten einen Fingerzeig und eine Mahnung erteilt. ** • Manchester, 1, November.(2B. T. B.)„Manchester Guardian" mclder aus Paris: Das neue Kabinett ist in hohem Maße eine persönliche Schöpfung Poincarös, der, wie man sagt, wider die Gewohnheit die Präsidenten des Senats und der Kammer nicht um Rat gefragt hat. Dieser Verstoß gegen den Brauch wurde im Senat und in der Kammer stark kritisiert. Clömenceau lehnte aus diesem Grunde einen Sitz im Kabinett ab. Die Aufnahme des neuen Kabinetts im Parlament ist lau. Man zweifelt, daß es lange bestehen wird. Die radikale Partei hatte einstimmig eine Entschließung angenommen, in der sie Biviani auf- forderte zurückjutreten, aber der lliücklritt war bereits DienSlag abend beschlossen. Vivionis Versuche, das Kabinett unter seinem eigenen Vorsitz neu zn bilden, waren infolge allseiliger Ablehnungen gescheitert. Auf Poincares Ersuchen willigte Viviani ein, seinen Platz mit Briand zu wechseln. Mimfterwechfel in Nußlanü. Ein Reuter-Telegramm meldet aus Petersburg: Es heißt, baß G o r c m y k i n zum Reichskanzler ernannt wurde. Wie die„Börsenzeitung"(„Birshewija Wjedomosti") meldet, hat Goremykin die oberste Kontrolle über die auswärtigen Angelegenheiten und-wird von dem früheren Botschafter in Wien S ch e b e k o unterstützt werden. Der Zar hat, wie be- richtet wird, die Rücktrittsgesuche Ssasonows, Kriwo- s ch e i n s und des Reichskontrolleurs C h arittnow an- genommen und den Minister des Innern C h w o st o w zum Ministerpräsidenten ernannt. Gleichwie in London und Paris hat nun auch in Petersburg ein Ministerwechsel stattgefunden. Aber während in den beiden anderen Hauptstädten der Entente-Länder bei dem Wechsel am inersten etwaige Aenderungen der auswärtigen Politik interessieren, kommt der Neubildung deS russischen Ministeriums vor allem eine inner- politische Bedeutung zu. Der viel angefeindete reaktionäre Gore- mykin, der vor ein paar Monaten beinahe zu Fall gebracht worden wäre, hat nicht nur inzwischen seine Stellung be- festigt, sondern ist jetzt durch besonderes Vertrauen des Zaren auf den lange unbesetzten Posten eines Reichskanzlers berufen worden. Er wird die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten in der Hand haben und, ähnlich wie Briand durch den früheren französischen Botschafter in Berlin JuleS Cambon. durch den früheren Botschafter in Wien S ch e b e k o unterstützt werden. S s a s a n o w, der bis- herige Minister des Aeußern, verschwindet damit ebenso von der Bildfläche wie Delcasss. Zeigt schon die Beförderung GoremykinS, daß der alte zaristische Kurs eine Befestigung erfährt, so bietet die Ernennung des erz- reaktionären C h w o st o w zum Minislervräsidenten erst recht eine Bestätigung dafür. Alle Hoffnungen, daß die militärische Situation Rußlands zu einem Sturze des Zarismus führen würde, erweisen sich immer mehr als illusionär: Die schwankende Haltung der bürgerlichen Dumafrakrionen hat das zaristische System keineswegs erschüttert, und es scheint, daß der Kampf um die politische Macht unter dem Gesichtswinkel der best>mözlichsten nationalen Verteidigung unter Anerkennung der imperialistischen Ziele überall notwendig zur Festigung der reaktionären Herrschaftssysteme führt. die italienischen Sozialisten gegen öie Regierung. Aus Lugano wird gemeldet: Die sozialistische Kammerfraktion beschloß nach dreiMgiger Besprechung, der innerpolüischen und außerpolitrschen Fchliritte des Kabinetts Salandra sowie der Erschöpfung der italie- nischen Staalsfinanzen sich jeder Erweiterung der italie- nischen Kriegführung auf neue Kriegsschauplätze z u widersetzen, für Wiederherstellung des Friedens rege zu wirken und das Kabinelt bei der Ende November erfolgen- den Wiedereröffnung des Parlaments heftig anzugreisen. Auch die onderweite Opposition tritt jetzt entschiedener, nach dem Fehlschlage der neuen Offensive und angesichts der katastrophalen Wendung der Balkanereignisse hervor. Demgegenüber wird in allen Großstädten eine neue Agitation zur Unterstützung des Kabinetts gegen die so- genannten.Internen Feinde" und für eine energischere Weiter- sührung des Krieges unternommen. politische Uebersicht. Eine„zeitgcmäsic" Erinnerung. Graf R e V e n t l o w hat dieser Tage in einer Samm- lunz politischer Aufsätze des russischen Dichters Dostojewski geblättert und beeilt sich nun, einige Lesesrüchte den Abonnenten der„Deutschen Tageszeitung" zu unterbreiten. Der Artikel zeichnet sich, wie immer, wenn Reventlow von Rußlands und nicht Englands imperialistischen Plänen spricht, durch eine gewisse Ruhe des Tones aus. Es ist auch nicht zufällig, daß Reventlow gerade mit einem Worte Dostejewskis (aus den 70er Jahren) über ein deutsch-russisches Bündnis schließt. Dostojewski schrieb damals:„In jedem Falle aber ist eines klar: wir find Deutschland sogar weit nötiger, als wir es denken. Denn Deutsch- land braucht uns nicht zu einem zeitweiligen poli- tischen, sondern zu einem ewigen Bündnisse." Und Reventlow fügt hinzu:„Dostojewski träumte von einer „westlichen Menschheit" sür Deutschland und einer östlichen für Rußland, also in der Art. wie Napoleon I. und Alexander I. sich einmal über die Teilung Europas einig zu werden versucht hatten. Der heutige Krieg beweist, wohin Rußland durch eine Deutschland gegenüber aggressive und treulose Politik gekommen ist." Das klingt fast so, als ob Reventlow sich nicht nur um Deutschlands Schicksal sorgt und Rußland bestimmte Finger- zeige sür eine bessere Politik im eigenen Interesse Rußlands geben will._ Vereinheitlichung des Verkehrs. Unter den Projekten, die nach dem Kriege ihre Verwirklichung finden sollen, befindet sich auch die Vereinheitlichung des Verkehrs auf Eisenbahnen und Wasserwegen. Einer der Vorkämpfer dieses Projektes, Geheimrat Dr. Kirchhoff, sagt darüber im„Berliner Tageblatt" i „Das jetzt neuerwachto Bewußtsein in der Zusammengehörigkeit aller deutschen Stämme, ihre ungekünstelte Begeisterung für alles Deutsche gibt mir den Gedanken ein: Jetzt sollte auch die alte Bismarcksche Reichsbahnidee in ihrer ganzen Reinheit und poli- tischen Größe wieder aufgegriffen und nach Beendigung des Weltkrieges verwirklicht werden. Man brauchte nicht einmal die Slaatsbahnen an das Reich abzutreten, schon bei einer pachiwcisen Ueberlassung ließen sich die Interessen des Reiches und der Einzelstaatcn wahren. Noch besser wäre natürlich die Eigen- tumsüberlragung. Man dürfte aber bei der Vereinheitlichung deS deutschen Eisenbahnwesens nicht stehen bleiben. Die über ganz Deutschland sich erstreckenden Kanalprojekte, die Regulierung der deutschen Ströme erheischen eine einheitliche Politik für alle Per- kehrswege. Die Eisenbahn- und Wasserwege greifen mit ihrer Tarifpolitik immer mehr ineinander." Dr. Joseph Nevcn-Tu-Mont-j». In Köln a. Rh. verschied an den Folgen eines Unfalls der Geheime Kommerzienral Dr. jur. Joseph Neven-Du-Mont, Verleger der„Kölnischen Zeitung" und der„Straßb. Post". Vorsitzender der Handel?kammcr in Köjn. Mitglied des Stadt- verordneten-Kollegiums, des Rheinischen Provinzial-Landtages, des Ausschusses des deutschen Handelstagcs, im Aller von 69 Jahren. Das tägliche örot. Tie Schweinepreife. Graf Schwerin-Löwitz, der Präsident des Deutschen LandwirlschaftsratS, hat gegenüber einem Vertreter der„Leipziger Abendzeitung" geäußert, die Schweinepreise seien exorbitant hoch und in keiner Weise berechtigt. Sie seien nach seiner Meinung durch die vollkommen falsche Meinung von einem Notstand hervorgerufen worden durch die Einbildung, daß es an Schweinen sowohl wie an Futter fehle. Graf Schwerin betonte, daß er bei dieser Ansicht die maßgebenden Kreüe der deutschen Landwirtschaft und ihrer Vertretungen hinler sich habe. Als Höchstpreise sür Schweine seien nun 119 M. anzusetzen. Die Neichsrcgierung wolle Höchstpreise schaffen, die stellenweise da- rüber hinausgingen und sich zwischen 199 und 129 M. bewegen. Auch der„Post" wird von parlamentarischer Seite geschrieben, daß als Höchstpreis für 199 Pfund Schlachtgewicht eines Fettschweines von 199—299 Pfund ein Preis von 199 M. und für den Kleinverkauf 1,29 M. sür Rippen- sowie 1,49 M. für Bauchfleisch in Aussicht genommen ist.— Auch diese Preise sind viel zu hoch I Podbielski über die Fettnot. Auf eine Umfrage der„Allg. Fleiicher-Ztg." hat sich der Mi- nister a. D. V. Podbielski folgendermaßen geäußert: „Die Festsetzung von Höchstpreisen sür einzelne Waren sind nur Prämien für schlechte Waare. Um dem nicht zu ver- kennenden Mangel an Schweinefleisch und Schmalz abzuhelfen, muß versucht werden, aus den neutralen Staaten Schweine nach Deutsch- land einzuführen. Es gilt, die jetzige Fleisch« und Fett- knappheit etwas zu mildern. Von großer Wichtigkeit ist aber die Frage:„Wie wird die Zukunft sich auf diesem Gebiet ge- stallen?" Denn auch nach dem Kriege wird die Teuerung und der Mangel an Fleisch und Fett in doppelt fühlbarer Weise hervortreten. Von den neu eingesetzten fleischlosen Tagen erwarte ich keinen bedeutenden Erfolg. Wer mit den Bedürfnissen des praktischen Lebens>n allen Kreisen des Volkes vertraut ist, muß wissen, daß solche Eiiirichtungen wenig dem Wesen unseres Volkes entsprechen, und ebensowenig die Erwartungen erfüllen werden, welche von diesen Bestimmungen erhofft werden." Konservative zur Lebensmittel- und Wohnungsfrage. Wie man selbst in konservativen Kreisen über die Lebens- mittelteuerung urteilt, ergibt sich aus folgender Erklärung der Lorstände des Konservativen Vereins Stadt Königsberg und der Königs.berger konservativen Vügervereine: 1. Schleunige durchgreifende Maßregeln der Zentralstelle in Staat und Reich zur Beseitigung der unerträglich gewordenen Lebens mittelteuerung sind geboten. 2. Die Kri»gSangehörigenzul In den Gesuchen muß dargelegt sein: a) daß eS sich um ein Einzelgrab handelt. Massen- und Reihen- gröber dürfen nicht geöffnet werden; b) Ivo das Grab liegt— die Angabe muß so genau wie irgend möglich sein; tunlichst ist eine Skizze beizufügen; bei kleinen, schwer auffindbaren Orten ist auf die nächste größere Ortschaft(Stadt usw.) Bezug zu nehmen; cj wer die Ueberführung bewirken soll— grundsätzlich muß ein Lerwanoter oder Freund zugezogen werden, der bei Erkennung der Leiche mitwirkt; bei Begräbnisanstalten ist deren Vertrauens- Würdigkeit darzulegen; 6) daß sich der Gesuchstellcr aller Bedingungen unterwirft, die von der Militärbehörde gestellt werden. Reise und Ueberführung dürfen nur mit der Eisenbahn und mit Pferdefuhrwerk geschehen. Die Verwendung von Kraftwagen ist verboten. Die Beförderung der Leichen auf den im Militär» betrieb befindlichen Bahnen erfolgt frachtfrei, auf den übrigen Bahnen nach den Bestimmungen der Verkehrsordnung. Für Ueberführung der Leichen der an übertragbaren oder ge- meingefährlichen Krankhesfen Verstorbenen gelten die gleichen Be- ftimmungen wie im Friedein__ Letzte Nachrichten. Erdbeben in Japan? Erbbebenwarte Hohenheim, 1. November. Heute vormittag wurde von den hiesigen Instrumenten ein sehr starkes Fernbeben verzeichnet. Ter Herd liegt etwa 9239 Kilometer von hier ent- fernt(vielleicht in Japan) � Die ersten Bebenwcllen trafen hier um 8 Uhr 36 Minuten 23 Sekunden ein. Ein Meites schwächeres Fernbeben schloß sich um 19 Uhr 12 Minuten 42 Sekunden an, dessen Herd in noch größerer Entfernung zu liegen scheint. GewerksthaMchss. die Not öer Textilarbeiter. Keichstag und Rsichsregierung haben sich bekanntlich einmütig dahin ausgesprochen, baß die durch die Kriegsmatz- nahmen arbeitslos werdenden Textilarbeiter in ausreichender Weise unterstützt werden müssen. � Schon am 2 0. August gab im Auftrage der Reichs- regierung der Staatssekretär Dr. Helfferich die Erklärung: ..... aus den neuen Kriegskrediten werden weitere 200 Mil- Honen Mark den Gemeinden und Gemeindeverbänden zu Unterstützungszwecken zur Verfügung gestellt." Der Reichstag selbst stärkte den Willen der Regierung da- durch, daß er am 2 6. A u g u st beschloß: „Es ist Pflicht des Reiches, die durch das Herstellungsverbot für Baumwollstoffe, die damit zusammenhängenden Perord- nungen und infolge des Mangels geeigneter Rohstoffe arbeitslos werdenden Textilarbeiter und Arbeiterinnen, soweit ihnen ander- weite geeignete Arbeit nicht beschafft werden kann, ausreichend zu unterstützen; der Herr Reichskanzler wird ersucht, die erforderlichen Mittel aus den für Zwecke der Kriegswohlfahrtspflege bereitgestellten 200 Millionen Mark bereitzustellen." Der Wille der höchsten Instanzen zu ausreichender llnteD stützung der Kriegsopfer ist also vorhanden. D e st o g r ö> ßeres Befremden erregt es in den betroffen neu Arbeiterkreisen, daß die Umsetzung der Beschlüsse in die Praxis eine so mangelhafte i st. Nur in einem wahren Schneckentempo wird die Frage— aber nicht einmal überall— ihrer Erledigung entgegengebracht. Es hat den Anschein, als ob man gar nicht weiß, wie groß die Not und das Elend in den betroffenen Arbeiter- kreisen ist, sonst wäre so eine zögernde, tastende Regelung der notwendigen Maßnahmen überhaupt nicht zu verstehen. Wie groß die Not in Wirk'ichkeit ist, zeigt eine Schilderung der Lohnverhältnisse in Sorau. In Sarau hat man den Verdienst von mehr als SOO Textilarbeitern und Arbeiterinnen in der Zeit vom 6. September bis 9. Oktober zusammengestellt. Aus Raumgründen geben wir hier nur die letzten zwei Wochen bekannt Bei den geringen Beträgen sind aber auch noch für mehr als ein Drittel der Personen Kriegszulagen in Höhe von 5 bis 10 Proz. mit eingerechnet. Die Zahlen näher zu erläutern. erübrigt sich, sie sprechen für sich selbst. Die Gemeinde Sorau zahlt ja nun auch Arbeitslosen- Unterstützung, und zwar in Höhe von 60 Pf. pro Tag für männliche und 40 Pf. für weibliche Personen, ferner für jedes Kind pro Tag 30 Pf. Da aber die hier aufgeführten Arberter immer noch einige Groschen wöchentlich verdienen, so sind sie nach den Sorauer Bestimmungen nicht„arbeitslos" und er- halten dementsprechend auch die städtische Unterstützung nicht. Der ganze Aufbau der städtischen Unterstützung ist wider- 'Ifcmfg. Wer ganz arbeitslos ist, kann„8,60 M." Itnier stützung bekommen, wer aber noch zwei oder drei Tage arbeitet und dabei nicht ganz 3 M. verdient— die Fälle sind durch aus nicht selten—, der bekommt nichts. Die Sorauer Unter stützungssätze, und mit wenigen Ausnahmen die im ganzen Reiche, sind durchaus ungenügend. Diese Sätze entsprechen auch nicht im geringsten den berechtigten Anforderungen. Selbst dort, wo man das Doppelte und Dreifache dieser Sätze bezahlt, ist die Unterstützung als unzureichend zu bezeichnen. Man greift sich an den Kopf und fragt: Wie bringen die Leute es fertig, mit solchen winzigen Einnahmen durchzukommen? Aber hier darf es bei Fragen und Staunen nicht bleiben! Die Leute gehen körperlich und geistig zugrunde, wenn nicht unverzüglich Hilfe geschaffen wird. _ Hier haben die obersten Behörden, hier hat die Reichs- regierung die Pflicht, ihren Willen— die als Kriegsopfer arbeitslos gewordenen Textilarbeiter ausreichend zu unter- stützen— auch in die Tat umzusetzen. Sie muß gegebenen- falls auf die buudesstaatlichen Regierungen einwirken, daß diese in Gemeinschaft mit den Gemeinden und Unternehmern ihre volle Pflicht tun, wenn nicht die Erklärungen der Regie- rungsvertreter und die Beschlüsse des Reichstages einzig und allein nur schöne Worte bleiben sollen. Verlin und Umgegenü. In einer Branchcnvcrsammlung der Maschinenschlosser wurde folgender Vorfall aus Spandau berichte:. Die Kollegen in der königlichen Gewebrfabrik zu Spandau hätten durch eine Petition versucht, eine Aufbesserung des Stundenlohns zu erlangen, der jetzt 8g Pf. betrage. Daraus habe der zuständige Belriebschei eine ab- lehnende Antwort erteilt. Er habe dte Forderung nach mehr Lohn für ungehörig erklärt und gesagt, die Kollegen sollten künftig kein Schweinefleisch mehr essen und weniger für Zigarren ausgeben, dann würden sie auskommen Ferner hätte der Herr geäußert, solange die Arbeiterinnen noch Lackstiefel und seidene Blusen trügen, sei unter den Arbeitern noch keine Not vorhanden.— Man wird sich nunmehr in der Sache an die höhere militärische Instanz, eventuell an den Kr'egsminister wenden. Auch in der Branche der Mafchinenichlosserei wird jetzt der Versuck unternommen, Frauen anzulernen. Man wird dieser An- gelegenheit große Aufmerksamkeit zuwenden. Bei Beginn der Versammlung hielt S i e r i n g einen Vor- trag, in dem er im Zusammenhang mit der jetzigen Gestaltung des wiriichafrlichen Lebens hauptsächlich die Frage erörterte, wie sich die Verbältnisse voraussichtlich nach dem Kriege gestalten werden. In der Diskussion über den Vortrag wurde mehrfach das„Buch der Zwanzig" als Fehler bezeichnet und auf einen Antrag aus der Versammlung beschlossen, der Branchcnleitung aufzugeben, in der nächsten Branchenversawmlung ein Referat und ein Korreferat über dieses Buch halten zu lassen. Aus der Berliner Textilindustrie. Die diesmalige Ouarialsveisammtung deS Textilarbeiter-Verbandes war erfteulicherweise gut besucht. Der Kassenbericht wies eine Einnahme von 14 176,49 M. und eine Ausgabe von 8839.90 M. auf. In dieser Ausgabe waren für Unterstützung enthalten: Arbeits- losen- 491,79 M., Sterbe« 49 M. und Notunterstützung 19 M. Für Agitation wurden ausgegeben 231,29 M. An die Hauplkasie konnten 4236,29 M. abgeführt werden. Der Filialkassenbestand hatte sich von 5195,14 M. aus 5345,59 M. erhöht. Auf Kosten der Sladtkasse Berlin zahlte die Verwaltung an 43 Mitglieder 965,75 M. ArbenSlosenumerstützung aus. Der Mitgliederbestand ist von 1635 auf 1479 gesunken. Seit dem 1. August d. I, unterliegt der Arbeitsnachweis der Berliner Textilarbeiter laut Ministerialerlaß vom 26. Mai 19l5 dem Stellenvermittlungsgesetz, da mehr als 299 Stellenvermittelungen im Jahre vorkommen. Durch die damit verbundene Meldepflicht ist eine Mehrbelastung an Arbeit entstanden, die aber durch die hieraus entstehenden Vorteile für die Mitglieder völlig ausgeglichen wird. Durch Errichtung einer Zentralausgleichsstelle sind iätn'liche Nachweise Groß Berlins in steter Verbindung zum Austausch freier Stellen und Arbeitsuchenden, e« soll dieser Austausch sich sogar auf das ganze Reich erstrecken. Wenn dieses auch nur der Anfang zum Aufbau einer geregelten Arbeitsvermittelung ist, so können die Textilarbeiter doch die berechtigte Hoffnung hegen, daß durch die ständige Mitarbeit der Gewerkschaften die bisherigen unhaltbaren Zustände auf diesem so wichtigen Gebiete beseitigt werden. Außerordentlich segensreich kann diese neue Einrichtung wirken, wenn nach Beendigung des Krieges die Millionen- beere wieder in das wirtschaftliche Leben zurückfluten. Die Tarif- bewegung in der Dekaturbranche endet« zur Mekttgen Zufriedenchest: sämtliche Einstellungslöhne werden ab 1. Januar 1916 um je drei Mark erhöht. Die Seiler und Spleißer erreichten teils Lohn- teil» Teuerungszulagen in einer Höhe von 2 bis 5 M. wöchentlich. Die Teppich« und Plüschbranche hat immer noch schlechten Geschäftsgang, ebenso die Slickerbranche. Die Bundesratsverordnung vom 12. August d. I. hat in den Betrieben, wo noch voll gearbeitet werden konnte, durch die Verkürzung der Arbeitszeit auch entsprechende Minderverdienste im Gefolge gehabt. Zirka 1999 Personen sind hier» von betroffen, was bei den enorm teuren Lebensmitteln doppell zu bedauern ist. Die Geschäftsleitung hat Schritte unternommen, um das Augenmerk der Staats- und Gemeindebehörden auf die daraus entstehende Not zu lenken und Vorbeugungsmaßregeln zu ver« anlassen. Auf dem Gebiete der Kriegsbeschädigtenfürsorge ist von der Geschäftsleitung eine rege Tätigkeit entfaltet worden. Es wurden aus den verschiedenen Branchen 7 Berufsberater gewählt, die iestzu- stellen haben, wie weit die in den Lazaretten liegenden Kriegsver- letzten nach ihrer Entlassung ihrem ursprünglichen Berufe wieder zu- geführt werden können. Leider haben die von der Behörde be- stimmten Aussichlssiellen bis jetzt sebr wenig Tätigkeit entwickelt. Um dieser ganzen Frage mehr realen Wert zu verleiben, ist die Filialleitung mit den Arbeitgeberorgannalionen der Textilindustrie in Verbindung getreten zwecks Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zur Arbeitsbeschaffung für die Kriegsbeschädigten, die in den Groß-Berliuer Textilbetrieben vorher beschäftigt waren. Die Verhandlungen haben bis jetzt einen guten Verlauf genommen und da ein beiderseitiges Interesse vorliegt, haben sich die beteiligten Organisaiionen mit dem von der Vertretung der Arbeiterschaft gemachten Vorschlage einverstanden er- klärt. Wenn auf diesem Gebiete von beiden Seilen(Arbeilgeber und Arbeitnehmer) nickt mit der größten Gewissenhaftigkeit ge« arbeitet wird, kann es eintreten, daß bei der Zabl der Kriegsver- letzten einzelne Betriebe mil Krüppeln beietzt werden zum Schaden der Industrie und der Gesamtheit. Einer etwa auf der Beschäm- gung von Kriegsverletzlen aufgebauten Schmutzkonkurrenz muß ebenso vorgebengt werden, wie der Ansnutzung der armen Kriegs« invaliden durch Anrechnung der Rente bei der Lohnzahlung. Die Lederarbeiter hatten in ihrer Verbandsfiliale Berlin I zu Anfang des dritten Quartals einen Mitgliederbestand von 417 der am Schluß des Quartals auf 389 zurückgegangen war, was größten- teils auf Einberufungen zum Heeresdrenft zurück-uführen ist. 79 männliche Mitglieder waren im Laufe des Vierteljahres 786 Tage und 2 weibliche Mitglieder 45 Tage arbeitslos.— Die am Sonntag abgehaltene Mitgliederversammlung ermächtigte den Vorstand. auS der Lokalkasie die Mittel zu entnehmen, welche erforderlich find, um je 5 M. Zuschuß zu leisten zu den Weibnachtsunlerstützungen. welche der Zentralvorstand den Familien der eingezogenen Mitglieder sowie den Arbeitslosen gewährt. Für diese Nnrerslützung werden etwa 159 Mitglieder des Filiale in Frage kommen. Die Filiale Berlin deS Schneidrrverbandes schloß das 3. Quartal wie in der Versammlung am Sonnabend berichtet wurde— mit einem Mitgliederbestande von 5697 ab. Im Laufe des Quartals wurden 454 Neuaufnahmen gemacht. Demgegenüber steht ein Ab« gang von 679. so daß die Mitgliederzahl um 225 zurückgegangen ist. Für' Unterstützungen wurden 18 235 M. ausgegeben, Hinsichtlich der Verhandlungen über den Lohntarif für die neuen Offizieruniformen teilte der Vorsitzende Kunze mit, daß der Be- ichluß der Militärschneiderversammiung: Die Anfertigung der neuen Offizierbluse zu verweigern, falls die Verhandlungen nicht in acht Tagen abgeschlossen seien, den Unternehmern übermittelt und darauf die'Antwort eingegangen ist, daß die Verhandlungen zwischen den beiderseitigen Hauptvorständen am 19. November beginnen. Sollte der Lohn höher festgesetzt werden als der jetzt gezahlte, so erfolge selbstverständlich Nachzahlung.— Da unter diesen Umständen ein Lohnverlust nicht zu befürchten und der Zweck des Beschlusses der Militärschneider, die Verhandlungen zu beschleunigen, erreicht ist, so beschloß die Versammlung auf Kunzes Vorschlag, die Anierligung der Bluse nicht zu verweigern und das Ergebnis der Verhandlungen abzuwarten._ Bnsland. Vom Tischlerstreik in Zürich. Die bereinigten Tischlermeister in Zürich haben den Vorschlag deS EinigungsamteS, sämtlichen Arbeitern, die weniger als 86 Cts. Stundenlohn haben, eine Lohnerhöhung von 2—3 Cts. per Stunde zu gewähren,„wegen deS schlechten Geschäftsganges" abgelehnt. Fünf Möbelfabriken beschäftigten vor dem Kriege 359 Arbeiter, gegenwärtig infolge Arbeitermangels nur noch 156, die im Streik stehen. Denkt an uns ©endet GalemAleikum GalemGold 3igaretiett Wlllkommensfe Liebesgabe! DrpsÄ N2 3/4 4 5 6 ö 10 3� 4 5 6 ö 10 PfgdSfck. SOSfckieldposfmdssigverpackf porfod&xa! �OSfdLfeldposlmässigvexpadkf 10P£Porfo! Orient. Tabük-nQgareifen-Fabr.yertidse'Drcsden 3nhHugo2ieizJiofliefeimf SJldKonigsvSadisen. Tmsifrei! Ständiger Verkauf von im Lombard verfallener und anderer besonders billig erstandener Waren. Kostümröcke ,Ämr»Äkih. US 2,30 3,36 4,75, 640 7,50 Zirk* 1000 Herbst- Jacketts Damen Damen-Mäntel Damen-Ulstei M. M. M. M. M. 3.75 4.95 6.50 8.50 10.50 M. 12.50 o. bess. Zirka 1606 Herren-Anzüge Herren-Paletots Herren-Ulster M. 18.- M.24.- M. 28— M. 32— M. 35__ M. 40— Ein Posten Knabenanzüge, Gr. 1— 7: M. 3,25, 4.50, 5.50, 0.75, 8—. uo W, WJLX« JL|£a e'i,5-,6-.7 Ein gr. Post. Astrachan-Paletots u. Mäntel weit unter regul. Preis. Ein Posten BluSCU IQ MPIlt. WOÜB l SPllle, M. I—,».25, 3.50, 4.50 u. bess. ca. 1500 31tr. Stoffreste zu Blusen, Kleidern, Kostümen usw. spottbillig on'nfin unto, feinste Herrenstoffe .cd UJU lTlsrern, Daraenkostfimen o. Mänteln M. Hausjoppen M. 6,25 7.75 10.25 11.50 j Au°h besonders �eei�et km unsere Krie«,. ...? jrv.._ J beschädigten; mit Kucksicht darauf sind die Schlafröcke M. 9.0O 17.50 15.50 lo.Zdj Preise außerordentlich niedrig gestellt Herreozlmmer,,, M. 250.— bis 650.— 1 Schlafzimmer,,.. M. 235.— bis 700.— Speisezimmer,,, M. 260.— bis 1200.—| Klaviere,... M. 275.— bis 450.— Ein groß. Posten Schreibmaschinen aller Systeme zn MergeMnlleli billigen Preisen. Zigarren We ne B-Pf.-Zlg. 100 St. 4.E0> It-PI.-ZlB- 100 St. 7.00 I Msselwela... 0.65 Kognak.... 8.00 8-Pf.-Zlg. 100 Sl. B.SO H-Pt.-Zig. 100 St. 8.00 Rotwein.... 1.10 Rum. Arrak,. 2,00 I0-Pf.-Zig 100 St. 6.50 I I5-Pf.-Zig. 100 St. 9.50| Portwein.... 1.45 di*. Lik6r0... 2.25 Norddeutscher Speditionsa u. Lombardspeicher W. H a m p e 1 Königstr. 62b, Ecke Helllgegelststraße. Ztr. 6028. Bitte, cenan»ot Firma nnd Eingang en nebten.-MW Ztr. 6028 Q > Sonntags von 12— 2 Ubr geöMnet/ aiti(uitenantSUnt a. Jlctlei•ftj ,.*b«»tiftante HUI» bunt Bwlehela Echte Aslhi tropfen, btiDSml durch Ute Kütfmtd. Zahlreiche ErwlMerichie, Fl. 2.50 M, | Ott* Reichel, Berlin 48, Sijendahnftrahe 4. Obre*/ SlnmkN' und ürainlmiderkl von koderl«exer.' Ind.: P. GoIIetz Marianncuftr. 3. Tel. Mpl. 346. Kragen. Fuchsform, echt Natur, breit, jetzt 59.—, Slunlsmussen, Slunks- Kleiderbefatz. Skunks-Capes mil Her- melin, Steinmarder- Garnituren, Alaska-Fuchskragen jetzt 18.— Masta- fuchsmuffen, Sealbifammäntel feinster Ausiübiung, Pelzmäntel 159. Felle alle: Art. Alles Gelegenheitskaufe. Ueberzeugen Sie sich felbstl• Blauer Bazapj Kailer-Wilhelm-Stratze 16, gleich beim Alexanderplatz. i» Ziehung 9. und IC. November h (ißld-LoM rur WleOerherstBlIunj der 8t. Lorenzklrche In Nürnberg 125000 Lose, 4356 Geldgewinne-- M. 125000 1 50000 120000 t IOOOO Bu- ohne Abzug. __■ SO PL I» iIIcd Lotterlegescbaficn und durch Lud. Müller Berlin W./EÄ' mm Telegr.-Adr. aiücksmUler. WM, 3n Steitn Simmn - Die- Wochenschrift für Arbeiterfamilie« Wöchentlich 1 best für 10 Pf. Berantw. Redatt.: Alfred LZielcvv, NeuMo. Inseratenteil verantw. Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Luchdr.u.VerlagSanita1t Paul Singer L Co., Berlin L W. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltuugsbl. st.m 32. Seiillße dts„VlZriNlts" Kerlimr PolksdlM. � „VolkZlribüne" für Ost- und Westpreußen und der„Märkischen Volksstimme- in Frankfurt a. O. etwas eingeengt. Von den heute in Schlesien bestehenden Partelblättern find die.Görlitzer Volkszeitung- und die„Schlesische Bergwacht" aus der „Volkswachr" hervorgegangen. 5(300 und 11 000 Leser konnte sie diesen Blättern gleich am Beginn mit inZ Leben geben. Aber so viel Leser sie auch au neugegründete Blätter ab- trat, wachs doch die eigene Leserzahl immer noch rascher. Die „Volkswacht" steht damit beute in der Reihe unserer Parteiblätter an zehnter Stelle. Als Kopfblatt gibt sie noch die„Licgnitzer Volks- zeitung" heraus. Die Feier des 25 jährigen Bestehen? ihres Organs hatten sich die Breslauer Genossen anders gedacht. Die Errichtung einer eigenen Druckerei war geplant, und an diesem Tage sollte sie eröffnet werden. Das Grundstück war erworben, alle Pläne fertig, als plötzlich der Krieg hereinbrach. Nun mutzte die Ausführung des Planes bis zum Frieden verschoben werden. Breslau galt in unserer Partei stets als besonders heißer Boden und in ihrem JubiläumS-Artikel weist die„Volkswacht" denn auch darauf hin. daß in den 25 Jahren rund sechzehn Jahre Ge- fängnis über ihre Redakteure verhängt wurden, neben ungezählten Geldstrafen. Aber auch das hat der Entwicklung eher genützt als geschadet.__ Das Ende eines PreßprozesseS. In Bahreuth hatte vor Beginn des Krieges der Vorsitzende des liberalen Wahlvereins, Reallehrer Dr. Hiendlinahr, den verantwortlichen Redakteur des dortigen Parteiblattes l.Frän- tische V o l k s t r i b ü n e"), Genossen Hacke, wegen Beleidigung verklagt.'Der Prozeß wurde vertagt, weil der Beklagte sowohl wie der Kläger zum Kriegsdienste einberufen wurden. Inzwischen sind zwei wichtige Zeugen des Beklagten und auch der Kläger im Felde gefallen. Das Verfahren wurde daher jetzt eingestellt und die Kosten haben die Erben des Privatklägers zu tragen. Organisationsfrageu in der schweizerischen Sozialdernokratie. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Am 20. und 21. November wird die schweizerische Sozialdemo- kratie in A a r a u, der Hauptstadt des Kantons Aargau, ihren dies- jährigen ordentlichen Parteilag abhalten. Im Mittelpunkt der Vcr- Handlungen steht wieder einmal die Aenderung der Parteioraani- sation, da die 1011 in Ölten beichlosseue Parteicinheit als Kom- promitzwerk leider doch die Zweiheil— Partei und Grütliverein— fortbestehen ließ. Der Umstand, daß die Sektionen des Grütli- Vereins nach Art. 4 der Parteiorganisation durch ihren Gesamtverband der Partei angehören, während die allgemeinen sozialdemokratischen Mitgliedschaften der Partei unmittelbar angehören, führt immer wieder zu unangenehmen Nuseinimdcrsetzungen in den lokalen Organisationen. Mit Recht sind die Genossen ollerwärtS be- strebt, die Doppelspurigkeit, die unnütz Kraft und Geld kostet, durch Fusionen möglichst zu beseitigen. Geht eine sozial- demokratische Mitgliedschaft in einer Sektion des GrütlivereinS auf, dessen Vereinsstatulen übrigens in der P«rlei«rganisaliou neben dieser vorbehalten blieben, io hat die Zentralleitung des Grütli- Vereins nichts dagegen. Löst sich aber umgekehrt eine schwache Sektion des GrütlivereinS gegenüber einer stärkeren örtlichen Mit- gliedschnfr auf, dann erhebt die Zentralleitung des Vereins ein großes Lamento und geht wohl gar so weit, die eingegangene Sektion zum Schaden der Parteieinheit wieder neu aufleben zu lassen. Zu diesen mehr äußerlichen Reibereien gesellen sich innere. Die Geschäftsleitung der Partei, die wie das Grütlizenlralkomitee ihren Sitz in Zürich hat, besteht aus elf Mitgliedern, von denen aber nur sechs, je für drei Jahre, vom Parteitag gewählt werden. Die andern fünf Mit« gliedcr werden vom Grütli- Zeittralkomitee aus seiner Mitte ab- i geordnet. Zu ihrer Wahl bat die Gwamtpartei nichts zu sogen. Man steht hingegen vor der Tatsache, daß die Mitglieder des Grütli? Vereins ein doppeltes Wahlrecht haben. In ihrer geschlossenen Dele- giertenversammlung wählen sie ihre Zentralleitung, die hernach von sich fünf Mitglieder in die schweizerische Bartei-GeschäftSleitung ab- ordnet, und dann nehmen die gleichen GrütlivcreinSd'elegierten als vollberechtigte Teilnehmer des schweizerischen Parieitages wiederum teil an der Wahl der übrigen sechs Mitglieder der Geschäftsleitung. Eine auf solche Weise zusammengesetzte GeichäftSleitung läßt nun die gerade in der gegenwärtigen, alles ins Wanken bringenden Zeit die notwendige Homogenität vollständig vermissen. Mit dem Produkt ihrer cinsigcii Tätigkeit sind daher die Genossen im Lande nur iir den seltensten Fällen zufrieden, wenngleich der unvorcin- genommene Beobachter auch zugtben muß, daß die Geschäftsleitung von gewisser Seite nur deshalb stark angefeindet wird, weil sie eS bisher nahezu einstimmig ablebnte, die oppositionellen Minderheiten der kriegführenden Länder als Vertreter der Partei und Vollstrecker des Willens der betreffenden Glieder der Internationale mizu- erkennen. Die schweizerische GeschäflSleitung steht auf dem Stand- Punkt, daß die Arbeiterklasse nach dem Kriege zur Abwehr und Niederkämpinng der Reaktion ihrer Geschlossenheit mehr denn je bc- dürfen wird, und es daher eine schwere Versündigung an derJnier- nationale wäre, die vorhandenen Gegensätze innerhalb der Bruder- Parteien vom neutralen Auslände aus noch zu vertiefen. Jeder Parteikörper müsse die ihn schädigenden Krankheitsstoffe selbst aus- scheiden und werde dazu auch noch die Kraft besitzen.—, Wie nun die Aenderung der schweizerischen Parteiorganisation herbeigeführt werden wird, bleibt abzuwarten. Die Herren Möchte- gern und Könnte sind wie immer für das Hinauszögern und„Er- dauern", doch scheint gerade in den Hauptorten des Landes der Wille zu bestehen, die Aenderung sogleich zu �vollziehen, damit die Partei in den kommenden kritischen Zeiten schon in besserer Gc- schlossenhcit dastehe. Ms Industrie und Handel. Kricgsgewinne. Die Buhl u. NLIte A.-G. für Zündwarenfavrikation in Kassel überweist aus ihrem Reingewinn von 338 220 M. an dcit Arbeiter-UnterstützungsfondS 1235 M.; an Aufsichtsrat, Vorstand und Beamte werden dagegen 73 667 M. Vergütungen gezahlt! Die T e l e p h o n- A.- G. vorm. I. Berliner in Hannover konnte trotz doppelt hoher Abschreibungen ihren Reingewinn fast verdreifachen; er stieg von 828 000 auf 2 010 000 M. Die Dividende wird von 10 auf 18 Proz. erhöht. Die W o t a u- W e r k e A-G. in Leipzig erzielten einen Rem- gewinn von 414 605 M. gegen 370 670 M. im Vorjahre. Aus dem Reingewinn von 213 205 M. sim Vorjahre 163 100 M.) gelangen 20 Proz. Dividende(im Vorjahre 15 Proz.) zur Ausschüttung. Die„ArchimcdeS" A. G. für Stahl« und Eisen- industrie in Berlin und Breslau konnte ihren Fahrikations- gewinn von 0.70 auf 1,27 Millionen Mark steigern. Aus dem Rein- gewinn von 680 780 M., der doppelt so hoch ist als im Vorjahre, werden 12 Pioz. Dividende(gegen 5 Proz. i. B.) gezahlt. Steuern und Kriegsgewinue in England. DaS Budget des Schatzkanzlers Mc Kenna belastet nicht nur schwer die Vermögenden, sondern auch die Arbeilerschaft des Insel- reiches und diese weit mehr als jene. Zwar muß ein„armer Schlucker", der nur 100 000 Pfund Sterling im Jahre zu verzehren hat, lünftig mehr als ein Drittel davon als Einkommensteuer an die Staatskasse abführen, aber was bedeutet dieses Opfer gegenüber den Lasten, die das Budget direkt und indirekt der Volksmasse aus- erlegt? Nainentlich die erhöhte Steuer auf Tee und Tabak wird vott den armen Schickten schtver empfunden werden. Der Tee- und Tabakhandel befindet sich in England in den Händen von Trusts. Einige Riescnfirmen besorgen den Handel mit Tee, diesem Getränk, das im Leben der unteren Volksschichten eine äußerst wichtige Rolle spielt. Der Tabaktrust, der sein Entstehen einer patriotischen Propaganda gegen den amerikanischen Tabaktrust, der sich vor etlichen Jahren in England häuslich einrichten wollte, verdankt, hat so ziemlich daS ganze Geschäft an sich gerissen. Am Tage nach der Bekannnnachimg des Budgets erhöhte der Tabaltnist seine Preise, und zwar weit über das Ausmaß der neuen Steuer hinaus. Die neue Steuer beträgt l'/g Pennt) auf die Unze, der Preisautichlag des Trusts jedoch 2 Pence die Unze, � so daß et an jedem Pfund fortan 8 Penee(63 Pf.) mehr verdient. Noch größer ist der Preisausschlag für Zigaretten. Den Preis der Paketchcn, die weniger als eine Unze wiegen, hat man um 25 Proz. erhöht. Die meisten Verkaufsfilmen berechnen 2 Penee mehr für cm Paketchen mit zehn Zigaretten, von denen zwölf auf eine halbe Unze kommen. Für die Preiserhöhung des Tees ist das Vorgehen der Firma Lyons bezeichnend, die in London allein Hunderle von Tcewirt- schaflen und überall die Bahnhofswirtschaft in Händen hat. Diese Riesenfirma war von jeher die wütendste Gegnerin der Arbeiter- organiiationen und zeigt sich jetzt auch alS eine RiesenauSbeuterin des Publikums. Die Teesteuer ist um vier Pence das Pfund erhöht worden, und daö hat die Firma Lyons bewogen, ihren Kunden für jede Tasse Tee Vz Penny mehr abzunehmen. Früher verkaufte sie die Tasse zu zwei Pence, jetzt koster die Taste 2t/„ Pence. Da man nun auS einem Pfund Tee mindestens 100 Tasten brauen kann, werden die bescheidenen Lyons ihren Kunden für jedes Pfund Tee etwa vier Schilling mehr abnehmen. Die Kunden der Firma und anderer großen ähnlichen Geschäfte sind meistens männliche und weibliche Arbeiter und Angestellte, denen Tee ein Hauptbedürfnis ist. Man kann sich leicht die Millionen austechnen, die der Tcc- und der Tabaklrust aus der Preiserhöhung, zu der die Steuer- erhöbung einen so willkommenen Anlaß gegeben hat, herauSichlagen werden. Dabei ist nickt zu vergessen, daß der Steuerzuschlag aus lange Zeil nicht bezahlt werden wird. Denn kurz vor der Bekannt- mackung des Budgets im Parlament zogen beide Trusts große Massen Waren aus den Lagerhäusern der Zollbehörde, so daß sie mit Waren, die zu dem alten Satz versteuert wurden, gut veriorgt sind. Zwar versuchte der Schatzkanzler diesem Treiben in der letzten Stunde Einhalt zu gebieten, aber er kam. wie eS heißt. etwas zu spät. Der Staat wird auf seine Steuern warten müssen, während die Großkapitalisten das Publikum ungestört brandschatzen können. Iugenöpfleger über Sie gesetzliche Iugenöwehr. Die Zentralstelle ffür BolkZwohlfahrt hatte, wie wir bereits be- richtet haben, eine Jugendpfkegekonferenz, die sechste, einberufen. Wir wollen hier nur noch einmal auf die dort gemachten Acusienrngen über die militärische Vorbereitung der Jugend zurückkommen. Nach der Stimmung der Versammlung zu urteilen — es kamen nur einige Richtungen zum Wort— halten alle Jugendpfleger die Einführung der gesetzlichen Jugedwehr als eine selbswerständliche Notwendigkeit. Nur soll ihre Arbeit darunter möglichst keinen Schaden erleiden. Der Vertreter des Kriegs Ministers, Major Karwicse- Berlin, wies einleitend aus den letzten der Erlasse des Ltriegsministers zu dieser Frage hin, wonach im Interesse der Jugendpflege jeder Uebereifer bei den militärischen Hebungen zu dämpfen sei. Tie militärische Vorbereitung der Jugend sei nach den Ersahrungen des Krieges auch für die Zukunft eine Sdotwendigkeit. Jeder Soldat müsse bei seinem Ein- tritt in die Kaserne bestimmte Vorkemitnisse mitbringen. Die militärische Vorbereitung der Jugend sei weder Soldatenspielerei noch Magendrill. Es handele sich um ernste Arbeit als Vorbereitung für den Militärdienst. Der militärische Einschlag müsse der Aus- bildung vorbehalten bleiben. Tie Jugendpflege soll durch die militärische Jugendvorbereitung nicht beeinträchtigt werden. Diese soll ein Bindeglied zwischen Schule und Jugendpflege cinersciis und Heer andererseits sein. Jugendpflege und Jugcndwehr unterscheiden sich in ihrer Arbeit und ihren Methoden grundsätzlich von- einander. Die Jugendpslegearbeit beruht aus Freiwilligkeit. Bei der militärischen Jugendvorbereitung könne man sich nicht danach richten, was den Jungen Spatz macht, sondern danach, was nötig ist. Darum wird man ohne den Zwang nicht auskommen. Man rechne auf die Mithilfe der Jugendpfleger. Die Ausführungen fanden bei der Versammlung starken Beifall. Pfarrer Jäger, Leiter des in der evangelischen Jünglings- vcreinsbewegung links stehenden Wartburg-Bereins in Frankfurt am Main, richtete„die herzliche Bitte an die Militärvertoaltung", die regelmäßige Jnansvruchnabme des Sonntags und der Wochen- tagabende nicht vorzusehen. Militärisches Kommando und freie Tätigkeit der JugendvereinSpsleger lasse sich in einer Person schwer vereinixen. Der Generalpräses der katholischen Jugendvereine Deutschlands. M o st e r t s- Düsseldorf, nahm von der Erörterung des von ihm gewählten Themas:„Zukunftsfordernng an die Jugendpflege" wegen angeblicher Beschränkung der Redczeii Abstand und sprach ebenfalls zur militärischen Jugendbildung. Er meinte: Ist die militärische Vorberoituag der Jugend eine Notwendigkeit, wie ge- sagt worden ist, so fügen wir uns dieser. Man sollte aber auch allgemeine Maßnahmen zur sittlichen und religiösen Kräftigung der Jugend treffen, so vor allem die Schundliteratur bekämpfen und den Religionsunterricht in die Fortbildungsschulen allgemein einführen. Gegen die Benutzung des Sonntags für militärische Hebungen beständen große Bedenken. Familien- und religiöse Erziehung müßte darunter empfindlich leiden. Schon jetzt, wo die Teilnahme an den Uebungen noch freiwillig ist, suchen sich die Jugendlichen für den verlorenen Sonntagvormittag durch Wirts- bauSbesuch und Tabakrauchen nach den Uebungen zu entschädigen. (Widerspruch.) Höchstens dürfe ein Sonntag im Monat von der Jugendwehr in Anspruch genommen werden. Am besten geeignet für militärische Uebungen erscheine der Montagvornnttag. (Heiterkeit.) Es bestehe auch die Gefahr, daß innerhalb der Jugendwehr sich FreundschaftsklubS bilden, in denen Nörgler und Hetzer willige Ohren finden würden. Der evangelische Pal cor Wartmann begrüßte als einen Erfolg per großen Zelt die Erkenntnis, daß Jugendpflege nicht der Jugend wegen, sondern des Staates wegen betrieben lverden müsse. Pastor Dehn-Berlin beklagte es, daß die sozialistische Ar- beiterjugend fait ausnahmslos der militärischen Jugendborbercitung ferngeblieben sei. Es werde auch nicht gelingen, die Arbeiter- jugend später„herumzubringen", wenn die alten Widerstände wieder eintreten. Trotzdem glaube er an den„verborgenen Patrio- tismus der Arbeiterschaft". Man müsse sich befleißigen, ihn zur Blüte zu bringen. Mus öer Partei. Presiejubiläum. Auch die„Volkswacht" in Breslau blickt in diesen Tagen auf ein 25jähriges Bestehen zurück. Am 1. November 1800 löste sie als täglich ericheinendeS Blatt die bereits bestehenden„Schlcsischen Nachrichten" ab. die wöchentNch erschienen.'Mit knapp 3S00 Lssern, denen sich noch 5000 Leser einer Wochenausgabe zugesellten, begann die„Vollswacht" ihr Dasein. Ihr Verbreilungsgeviet reichte über ganz Oftdeutschland. Später wurde eS durch die Gründung der Ms öer MbeiterbeWegung Vilnas. il. Ostvreffequartier. den 8. Oktober. „Im Traume sah ich ein sünfpfündigeS Weizenbrot; früher träumte ich nur von der Polizei." Mit diesen Worten begrüßte mich heute früh Gen. M. Der Wechsel seine? Traumbildes reflektiert die Veränderren Verhältnisse, die Stimmungen, Wünsche und Sorgen der Arbeiterschaft. Das Schreckgoipenst der allmächtigen brutalen politi- schen Polizei des Zaren tritt in den Hintergrund, Frau Sorge schwingt das Zepter der Lebensmittelteuerung. Gen. M. war lange Jahre in Sibirien. Ohne Urteil, ohne Verhandlung gelangte er als Verbannter nach dort. Dazu genügte, daß ihn ein Polizist der Ver- sasserickaft eines legalen Aussatzes in einer legalen Zeitung be- schuldigte, der lediglich das Unglück hatte, das Mißlalleii des Volizei- manneS erregt zu haben. Der begreifliche Haß gegen die VolkSgechcl hat aus dem Wunsch den Glauben geboren, die geflüchtete Polizei mitsamt dem Gouverneur sei nachträglich doch noch von den Deut- schen gesanaengenommen worden. Nun atmet man erleichtert auf, weil die gefürchtete Erscheinung deS Polizisten von der Straße ver- schwunden ist. Trotzdem kann sich die Arbeiterschaft noch nicht so bewegen, nicht io die soziale Initiative ergreifen, wie eS ihrem inneren Drange entspricht. Die illegalen Verbindungen sind noch nicht anerkannt, öffent- liche Verhandtungen nicht gestattet, das Binde- und Verständigungsmittel der Presse iehlt. D«S ist ein großer Mangel. Früher erschienen in Wilna ungefähr 50 Zeitungen und Zeitschriften. DieRedakteure mtd Journalisten haben an den Oberkommaiidierenden petilioniert, um die Zulassung des WiedercrscheinenS der Blätter zu erwirken. In dem engen Rahmen der BewegmigSmüglichkcit versuchen die professionellen Vereine die dringendsten sozialen Ausgaben zu erfüllen. Die Kittlur- sBildunoS)arbeit steht dabei nicht an letzter Stelle. Mit dem Schul- weien für die Armen war es bisher traurig bestellt. Die offiziellen Schulen standen gänzlich in dem Dienst der Ruisifiziernngs- bestrebnngen. Die Muttersprache der Nichtrussen war darin verpönt. Die zahlreichen Privatschulen unierwcrsen sich willig de» Einflüssen der russischen Polizei, dem Gebot der Reaktton im zarischen Geiste. Die Folge dieser Mißstände war. daß sogar viele Kinder von Juden als Analphabeien aufwuchsen. Um die arbeitende Jugend aus der Tiefe der Finsternis herauszuheben, gründeten die professionellen Vereins schon vor zwölf Jahren cine legale Arbeitsrschule. Ihr Unlerrichtsplan umfaßt das elementare Wissensgebtel, räumt aber auch der Muttersprache, serner theoretischer und praktischer National- ökonomie den notwendigen Platz ein. Die Schule bedarf der Er- gänzung. Um nicht Analphabeten darin aufnehmen zu müssen, sollen Kinderschulen ins Leben gerufen werden. Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Zentralkomitee ebenfalls in den letzten Sitzungen. Eine Verständigung über die Ausbringung der Mutet und Weckung des Interesses für die KnUnreinrichlungen der professionellen Vereine war der praktische Niederschlag der Er- örterungen. Wie weiter mitgeteilt wird, besteht augenblicklich keine Aussicht. durch daS Gäßlein der Kooptation(Zuwahl) eins Veriretung in die Siadlduma hineinspazieren zu lassen. Nack Auskunft des deutschen Bürgermeisters ist die ganze Duma ausgeschaltet. Die deutsche Ver- Wallung arbeitet jetzt nur mit dem Magistrat. Die Duma sei unter den gegebenen Verhältnissen, wo schnell reformierend eingegriffen werden müsse, zu schwerfällig und schwierig, um mit ihr Ersprieß- liches leisten zu können. Schnelle Arbeit in sanitärer und sozialer Hinsicht sei jedoch dringend erforderlich. Zudem wolle inan an den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen vorläufig nicht« ändern. Eine Neuordnung der städtischen Verwaltung sei zu erwarten, wenn der Obei kommandierende eine Slädteordnung für dieses Gebiet erlasse. — Man einigte sich dahin, die Ansichten der Arbeiter über Miß- stände und erforderliche Maßnahmen dem deutschen Bürgermeister von Fall zu Foü vortragen zu lassen. In der Aussprache machte sich wohl die gewohnte Neigung zu theoretischen Tüfteleien bemerk- bar, aber doch nur als Einzelstimmen und kleine Seilensprünge; der Wille zu praktischer iozialer Arbeit beherrschte die Stimmung und wies die zu wandelnden Wege. Ein Zusammenarbeiten mit der deutschen Verwaltung ist auch bereits erfolgt. Oberbürgermeister Pohl besuchte die Küche, ließ sich alle Einrichtungen zeigen, ksstete die Speisen und sprach sich anerkennend über da? von den Arbeitern Geschaffene aus. Vcr- trauensleute der professionellen Bereine werden legitimiert, Waren von auswärts heranzuholen: für die neueinzurichtende Küche garan- tierl die Verwaltung kostenlose Hergabe der erforderlichen Räume. In den geschlossenen Zusammenküniten der legalen professio- nellen Vereine pulsiert ein starkes Leben. Selbst die Erledigung von VerwaltungSangclegenheiten nimmt das Interesse der An- wesenden vollständig in Anipruch. Davon war ich Zeuge bei den Schneidern und Schneiderinnen. Die Organisation zählt annähernd 700 Mitglieder. Fast die Hälfte davon, ein sehr großer Teil Arbeite- rinnen, hatte sich in das nicht allzugroße Lokal hineingepreßt. Mit gespannter Ausmerkiamkeit nahm man die Verwallungsberichtc. ferner die Milleilungen über die Arbeiten der Zentralkommission entgegen. Impulsiv, sprudelnd sprachen die Berichterstalter und Diskussionsredner. Die große Arbeitslosigkeit und Teuerung erklärt eS zur Genüge, daß man sich sehr viel mit der Frage der Vergrößerung der Küche und der Ein- richtung einer Produktivgenossenschaft beschäftigte. Aber niemand sprach von seinen eigenen Sorgen. In diesen Fragen war man ganz sachlich. Die allgemeine Not blieb das einzige Thema. Aber auch ohne persönliche Noten waren die Schilderungen anschaulich und farbenreich. Schon in normalen Zeiten ist daS LoS der Berufs- angehörigen durchaus nicht rosig. Bei voller Beschäftigung erzielen Schneiderinnen wöchentlich 5 bis 6 Rubel, Schneider bringen es im Durchschnitt auf 10 bis 12 Siubel. Das ist für Wilnaor Lebens- bcdmguiigen wenig. Einmal sind die Erwerbsgelegenheiten sehr un- regelmäßig und zweitens ist die Lebenshaltung teuer, wenn man über die allerbeicheidensten Bedürfnisse hinausgehen will. Die An- iprüche. die ein Lohnarbeiter in Deutschland zu befriedigen gewohnt ist, namentlich in bezug auf seine Wohnung, Kleidung, Erholung, Fortbildung, kann man sich hier nicht mit demselben Einkommen er- lauben. Nun sind die meisten Schneider und Schneiderinnen arbeitslos. Die von den professionellen Vereinen eingerichtete Küche ist daher als eine außerordentlich segensreiche Einrichtung zu begrüßen. Die Mitteilung, daß eine zweite Küche in einem anderen Stadlteil. Ivo vorwiegend polnische Arbeiter wohnen, eingerichtet werden soll, wurde mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Die jüdische Arbeiterschaft liefert damit einen schönen Beiveis ihrer Solidarität. Den Schluß der Zusammenkunft bildete die Neuwahl des Vorstandes, die halbjäbrlich erfolgt. Dabei zeigte sich, daß die Ar- beitcrinnen als durchaus vollberechtigt und gleichwertig betrachtet werden. Die meisten der Vorgeschlagenen Ivaren weibliche Vereins- Mitglieder. Alle Vorgeschlagenen stelltcu sich den Anwesenden vor. Dann wurden die Stimmzettel verteilt. Jeder schrieb seine Kandi- daten auf und gab den Zettel beim Verlassen des Lokals ab. Trotz der drangvoll fürchterlichen Enge entfernte sich niemand, ehe nicht alle geschäftlichen Angelegenheiten erledigt waren. Dann ergoß sich ein breiter Strom von dem Lokal zur Küche, um dort das'frugale Abendbrot einzunehmen. D ü w c l l, Kriegshcrichlerstattcr. Mus Groß-öerlin. Zu öen Staütverorüneten-Wahlen. Wer ein Bild von der Tätigkeit der Stadtverordneten octv innen will, mutz sich zunächst vertiefen in die einzelnen VerwältungSzweigc der Gemeinde: er mutz die Wechselwirkung zwischen Reich, Staat und Gemeinde kennen lernen, um zu ermessen, datz kaum ein Gcviet des öffentlichen Lebens der Gemeinde existiert, an dem nicht die breitere Masse der Bevölkerung ein mehr oder minder grotzes Interesse hat. Tie Shadt Berlin insbesondere mit einem Etat von 400, zu- letzt 330 Millionen Mark, bildet nicht ein Gemeinwesen im gewöhnlichen Sinne, sondern kann cS mit manchem mittleren Staatsgebilde im Deutschen Reiche auf- nehmen; fallen doch der Stadt Berlin in ihrer Eigenschaft als Kommunalverband auch Aufgaben des Provinzverbandes zu. Ucbcr die einzelnen von der Gemeinde zu ergreifenden Matznahmen, auch wenn sie nur ausführenden Charakters sind, haben die Stadtverordneten schon vermöge ihres Etatsrechts mitzubestimmen und soweit die Stadt allem verwaltet, auch mit zu verwalten. Die verwaltende Tätigkeit liegt in den einzelnen Verwaltungsdeputationen, Kuratorien und ständigen Ausschüssen. Als Mitglieder dieser Körperschaften, die von Stadtverordneten und Magistratsmitgliedern gebildet werden, üben die Stadtverordneten einen bestimmenden Ein- stutz auf den Gang der Geschäfte der Stadt aus und diese Tätigkeit ist es, die eine autzerordentliche Aufwendung an Zeit und Mühe den einzelnen Mitgliedern verursacht. Es ist von grotzer Bedeutung, datz in diesen Verwaltungskörpern auch unsere Genossen vertreten und: sind doch die hier gc- faßten Beschlüsse oft von grotzer Tragweite. Im Laufe der Jahre ist es unseren Genossen gelungen, in allen matz- gehenden Deputationen und Kuratorien vertreten zu sein. Am Anfang dieses Jahres wurde nach vielen Mühen endlich auch ein Sozialdemokrat in die städtische Schuldeputation gewählt, aus der wir ständig ferngehalten worden waren, und erst in einer der letzten Stadtverordnetenversammlungen fiel uns auch eine Vertretung in der Stiftungsdeputation zu. Der Fernerstehende ahnt nicht, welche Arbeit hier aufgewendet wird, um die Interessen der Allgemeinheit gegen Sonder- interessen wahrzunehmen, ohne datz sie in der Oeffentlichkeit in die Erscheinung tritt. Die sozialdemokratische Fraktion im Rathause ist immer bemüht gewesen, auch den Frauen den Weg in die städtische Verwaltung zu öffnen. Ihre Bemühungen sind schlietzlich auch von Erfolg gekrönt worden. Seit einem Jahre sitzen Frauen in der Berliner Armendirektion sowie in der städtischen Waisenverwaltung, und neuerdings sind Frauen auch in die Fachausschüsse für die Preisprüfungsstellen berufen werden, wenn auch in ganz unzulänglicher Weise. DiS Mitarbeit der Frau im Armenwesen, in der Waisenpflege und in neuerer Zeit auf den Antrag unserer Genossen hin in den Schulkommissionen zeigt zur Genüge, wie nützlich diese Tätigkeit der Frauen in der Gemeinde ist. Die Frau wird, dessen sind wir sicher, auch in der Wohnungsfrage sehr fach- verständig tätig sein können, wenn das auf fortgesetztes Drängen unserer Freunde neugegründete städtische Wohnungs- awt seine Arbeit wieder aufnimmt, was hoffentlich recht bald geschieht. Auch in diesem Falle hat die sozialdemokratische Fraktion mit allem Nachdruck die Betätigung der Frau auf dem Gebiete des Wohnungswesens gefordert und nicht ohne .Erfolg. Die Tätigkeit unserer Genosseil im Rathause auf dem Gebiete der Verwaltung stellt einen wesentlichen Teil unseres Gemeindelebens dar, und sind auch viele Anregungen und Wünsche nicht erfüllt worden, so legt diese Arbeit doch Zeug- Iiis ab, in welch' weitem Umfange die Interessen der arbeiten- den Bevölkerung wahrgenommen worden sind und wie sehr die Wahl sozialdemokratischer Vertreter in die Stadt- verordnetcnversamnilung not tut. 4c« ♦ Am 7. November stehen folgende Wahlbezirke zur Wahl: >4. Kommunal-Wahlbqfirk. Kandidat: Stadtv. Hugo Woldersky, Brückenallee 4. 6. Kommunal- Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Ferdinand Ewald, Schönleinstr. 6. 10. Kommunal- Wahlbezirk. Kandidat: Landtagsabg. Paul Hoffmann, Gubener Str. 5. 11. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Artnr Stadt- Hagen, Schöneberger Ufer l8. 12. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Wilhelm Mann, Wilhelm-Stolze-Str. 4. 17. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Paul Schneider, Revaler Str. 17. 18. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Wilhelm Börner, Ritterstr. 15. 19. Kommunal- Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Bernhard Bruns, Görlitzer Stratze 75. 20. Kommunal- Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Leo Zucht, Jmmanuelkirchstr. 13. 34. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Johann Barthcl- mann, Kiautschoustr. 14. 36. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Adolf Ritter, Engelufer 15. 39. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Oskar Cohn, Levetzowstr. 16a. 40. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Gewerkschaftsbeamter Karl Hetzschold, Bethanienufer 5. 43. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Emil Kerfin, Pankstratze 60. 45. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Dr. Kurt Rosenfeld, Holsteiner Ufer 20. 47. Kommunal-Wahlbezirk. Kandidat: Stadtv. Heinrich Mclike, Eberswalder Str. 19. Löhne für die Herstellung von Sandsäcken. Amtlich wird bekanntgegeben:„Um der trotz aller Vorbeugung-- maßregeln der Behörden immer wieder zur Sprache kommenden Ausbeutung der weiblichen Arbeitskräfte durch Lohndrückern vor- zckbeugen, wird bekanntgegeben, datz die reinen Näh löhne von der Eandsacklieferungen vergebenden Behörde(dem stellvertretenden Jwgenieurkomitee in Berlin) festgesetzt werden. Sie betragen für.das Nähen von hundert Sanbsäcken ohne Trageschlaufe in Berlin und den meisten anderen Herstellungsorten 3,00 M., für das Nähen von hundert Sandsäcken mit Trageschlaufe 8,00 M. ItaS Nähgarn mutz hierbei den Arbeiterinnen kostenlos geliefert, der Nählohn muh ihnen ohne jeden Abzug, außer dem der gesetz- lichen Beiträge zur Krankenlasse und Fnvaliditätsversicherung, gezählt werden. Die Stoffe sind den Arbeiterinnen in der rich- tigen Größe zugeschnitten auszugeben. In dem Nählohn ist das Einknüpfen der Kordel zum Verschließen der Sandsäcke nicht mlteirtßegriffeü. Diese Arbeit muß besonder! bezahlt werden; fie wird meistens im Tagelohn ausgeführt zu einem Lohnsatz von 3,00 M. bei zehnstündiger Arbeitszeit. Unter„militärischem Schutz". Täglich muß die Kriminalpolizei sich mil Gaunern beschäftigen. die die feldgraue Uniform zu den verschiedensten Schwindeleien be- nutzen. Fast durchgängig sind es Burschen, welche sich eine Uniform verschaffen und, damil ausgerüstet, Leute beschwindeln. Am letzten Mittwoch hat ein solcher Bursche sich folgendes Stückchen geleistet: Mittwoch früh meldete sich in dem Bureau der städtischen Markthalle 0(Ackerstraße) ein Unteroffizier, geschmückt mit dem Bande des Eisernen Kreuzes und der Rcttungs- medaille, und erklärte, daß er den Auftrag habe, die Halle zu besetzen. Der polizeiliche Schutz sei nicht aus- reichend und er sei beauftragt, bei großem Andränge und bei eventuellen Unruhen militärischen Schutz zu requirieren. Der Herr Unteroffizier stolperte überall umher und machte sich recht wichtig. Da ani gleichen Tage die Markthallcndeputation Sitzung hatte, gab der Markthallendireklor in der Sitzung den Vorfall be- kannl und es wurde beschlossen, daß Herr Stadtrat Kaiisch durch den Oberbürgermeister die sofortige Aufhebung der militärffchcn Be- setzung verlangen solle. In der Markthalle„amtierte" der Herr Unteroffizier rubig weiter. Der gewissenhafte Mann erschien auch am Nachmittag 3 Uhr, nachdem die Halle erneut geöffnet wurde, wieder und waltete seines Amtes, soll auch Zuwendungen angenommen haben, die er gerade erhalten konnte. Dem Wachtmeister des Reviers kamdieSache aberdoch nicht geheuer vor, zumal der„Herr Unteroffizier" reichlich viel von seinen Heldentaten erzählte. Der Wachtmeister be- gab sich nach dem Revier, wo von einer militärischen Besetzung der Halle nicht das iirwdesie bekannt war. Es wurde bei der Kommandantur an- gefragt, ob wirklich die militäriiche Besetzung verfügt sei. Die Ant- wort ging dahin, daß man dort von einer solchen Verfügung nicht das geringste wüßte. Als sich daraufhin die Polizei den Herrn Unteroffizier näher besehen wollte, hatte er sich aus dem Staube gemacht. Der Schwindler hatte den Braten gerochen. Der Verkauf«ud die Verwendung von Fette» nach der neuen Bundesratsbestimmung: wie Butter und Butterschmalz. Ocl, Äunstspeisefette aller Art, Rinder-, Schaf- und Schweine- fett, ist nur für Gastwirtschaften verboten und bezieht sich nicht auf Lebensmittelgeschäfte, wie wir ergänzend und berichtigend zugleich mitteilen möchten. Demnach können die genannten Fettwarcn am Dienstag und Freitag feilgehalten und gekauft werden. Ein Liebespaar in den Tod. Eine Liebestragödie, die noch nicht ganz aufgeklärt ist, fand gestern vormittag einen traurigen Abschluß. In einem Gasthof in der Nähe des Alexanderplatzes kehrte Sonntag abend spät ein Paar ein, das sich Kaufmann Schleunitz und Frau nannte. Gestern vor- mittag hörte der Pförtner des Hauses einen Schuß fallen. Er forschte nach und fand, daß er in dem Zimmer des jungen Paares abgegeben sein mußte. Man öffnete jetzt die von innen verschlossene Tür mit Gewalt und sah sich zwei Leichen gegenüber. Der Mann hatte seine angebliche Frau erschossen und sich dann selbst am Bett- Pfosten erhängt. Beide Körper waren noch warm. WiederbelebungS- versuche blieben aber trotzdem erfolglos. Die Leichen wurden von der Revierpolizei beschlagnahmt und einstweilen noch in dem Zimmer belassen. Die Persönlichkeit des Mannes ist noch nicht bestimmt festgestellt. In seiner Begleiterin erkannte man eine 28 Jahre alte Schneiderin Magda Locus, die ans Mansfeld stammt, hier in Berlin in einer MunilionsfabrikPeschäftigt war und seit einiger Zeit im Zentrum der Stadt wohnte. Die Erhöhung der Pflegegcldsätze für Waisenkinder der Stadt Berlin, die sich in Privalpflcge befinden, wird von der Stadt« verordnetenversammlung am kommenden Donnerstag beschlossen werden. Verhaftung eines Mehlhändlers. Die Firma Kosterlitz in Schöneberg. Cranackiftraße, hat es fertig gebracht, unter der Hand sich größere Vorräte an Mehl zu beschaffen, als ihr nach der Zahl ihrer Abnehmer zustand. Der stellvertretende Inhaber der Firma. Dagobert Lippickiütz, ist gestern festgenommen und der Staatsanwaltschaft vorgeiührt worden. Die polizeiliche Schließung des Geschäftes ist verfügt. Mus öen Gemeinden. Teuerungszulage in Charlottenburg. Die Teuerungszulagen für die städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter sind in dem von der Stadtverordnetenversammlung einßesetzteii Ausschuß solgendeimaßen festgesetzt: Ledige mit einem jährlichen Diensteinlommen von nicht mehr als 2000 M. erhalten 12 M. monatlich. Verheiratete erhalten Teucrungstulagen bis zu einem Diensteinlommen von 3V00 M., und zwar Verheiratete ohne Kinder 13 R.. Verheiratete mit einem Kind bis zum vallenäeten 16. Lebensjahre 18 M., mil zwei Kindern 24 M. usw., für jedes weitere Mnd 6 Al. mehr. Lebensmittclverkauf in Lichtenberg. Die Verkaukstage in den städtischen Fleischverkaufsstellen sind vom gestrigen Montag ab verdoppelt worden. Der Verkauf erfolgt in der Scharnweberstr. 4S: Mantags, Dienstags, Donnerstags und Freitags von g— 12 und 4—7 Uhr; in der Türrschmidtstr. 2: Dienstags, Mittwochs, Freitags und Sonnabends von 9—12 und 4—7 Irnr; in der Magdalenenstr. 14; Montags. Mittwochs, Donnerstags und Sonnabends von 9—12 Uhr; iit der Friedrichstraße 14: Montags, Mittwochs, Donnerstags und Sonnabends von 4-7 Uhr._ Zu den Spandauer Stadtverordnetcnwahlen. Bis in die letzten Tage hinein dauerten die Verhandlungen zwischen den bürgerlichen Parteien, um eine Verständigung über die Verteilung der Stadtverordnetenmandaie zu erzielen. Insbesondere die Konmiunale Vereinigung faßte den Burgfrieden dabin auf. daß sie von den Liberalen die Abtretung von einem Mandat oder mehrere» Mandaten verlangte. Kaum ist nun aber eine Verständigung unter den bürgerlichen Parteien zustande ge- kommen, wonach die Kommunale Vereinigung von den anderen bürgerlichen Parleien die Hausbeutzermandate im 6. und 8. Bezirk, die bisher der Partei gehörten, zu- gesprochen erhielt und dafür auf Mandate von den Liberalen der- zichlete, als auch schon die„unparteiische"„Spandauer Zeitung" auf donr Plan erscheint und in einem Artikel die Sozialdemokratie be- schuldigt, den Burgfrieden ohne Grund gebrochen zu haben. Dem- gegenüber sei nur folgendes festgestellt: Die bürgerlichen Parteien hauen schon längere Zeit über Wahrung de? Burgfriedens ver- handelt und auch schon eine gemeinschaftliche Sitzung abgebalten. ohne die örtliche Parteileitung zu benachrichtigen. Erst am 21. Oktober erhielt dieselbe eine Einladung zu einer Sitzung am darauffolgenden Tage. Infolge dieser späten Einladung konnten die zwei zu der Sitzung erschienenen Parteigenossen keine bindenden Erklärungen abgebe», sondern nur ihre persönliche Ansicht dahin zum Ausdruck bringen, daß eine Ver- Mibrgung nur möglich wäre, wenn der Partei an Steile des einen Hausbesitzermandates wegen Mangel an Hausbesitzern ein Nicht- Hausbesitzermandat eingeräumt würde. Die Sitzung verlief jedoch völlig ergebnislos, da die Kommunale Vereinigung erklärte, daß sie das Nichthausbesitzermandat im siebenten Bezirk unter keinen Umständen abtreten könne. Ihre Vertreter erklärten sich sogar gegen die Bereitwilligkeit der Liberalen, der Sozialdemo- kratie m der 2. Abteilung ein Nichthausbesitzermandat einzuräumen. Unter diesen Umständen faßte die Spandaucr Parteileitung ein- stimmig den Beschluß, ein Wahlavkommen mit den bürgerlichen Par- teien abzulehnen und wird daher am Montag, den 8. November, den Wähllampf gegen alle bürgerliche Parteien aufnehmen. Lebensmittelwünsche für den Mariendorfer Gcmeindevorstand. Kürzlich begab sich eine Kommission, bestehend aus fünf in der letzten Generalversammlung gewählten Mtgliedern des Wahlvereins zum Gemeindevorsteber, um diesem die Wünsche der arbeitenden Be- völkerung in bezug auf die Lebensmittelteuerung vorzutragen. Unter Anerkennung des bisherigen guten Willens des Gemeindevorstandes und der Lebensmittelkommission betonte die Deputation, daß die von der Gemeinde unternommenen Schritte doch nicht ousreickuen, um eine nackbaltige Wirkung auf die Herabsetzung der Lebensmittel- preise auszuüben. Es müsse daher versucht werden, entweder durch einen Konkurrenzverkauf größerer Mengen von Lebensmitteln die Preise herabzudrücken oder aber den Bezug von Lebensmitteln durch die Gemeinde und die Ueberlassung des Verkaufs durch die Händler zu bestimmten von der Gemeinde festgesetzten Preisen zu vcran- lassen. Der Gemeindevorsteher legte das vergebliche Bestreben der Lebensmiuelkommission dar, neue Vorräte zu beicbaffen, und betonte die Machtlosigkeit der Gemeinde, wenn nicht die Regierung eingreife. Nach wie vor soll jedoch versucht werden, nocki Lebensmittel ein- zulaufen, die dann nach den Anregungen der Kommission in mehreren Verkaufsstellen abgegeben werden sollen. Soziales. Kriegsbefchädigteu-Fürsorge der Rcichspostverwaltung. Das Reichspostamt betrachtet mit Reckt eine Versorgung der Kriegsbeschädigten durch Gewährung regelmäßiger Beichäsligung als die beste Hilfsregel. Das Reichspostamt hat die Oberpostdirektionen angewiesen, soweit irgend möglich die durch Einberufung von Beamten freigewordenen Dienststellen vorläufig Kriegsbeschädigten zu übertrugen. Kriegsbeschädigte— billigere Arbeitskräfte für die Landwirtschaft? Der kommandierende General des 20. Armeekorps zu Allenstein weist öffentlich die Landwirte darauf hin. daß sie, wenn sie Kriegs- beschädigte einstellen, billigere Arbeitskräfte bekommen. Er teilt mit. daß er VersorgungSabteilungen eingerichtet habe, die den Kriegsbeschädigten eine angemessene Verwendung in der Heimat verschaffen und sie für diesen Beruf praktisch und theoretisch aus- bilden sollen. Sodann schreibt er: „Die Bestrebungen dieser Abteilungen haben bisher sehr günstige Ergebnisse geliefert, zunächst nur im Interesse der arbeitsuchenden Kriegsbeschädigten. Sie werden noch bessere Ergebnisse zeitigen, wenn die Arbeilgeber im Bedarfsfalle sich von den Vcrsorgungs« stellen unmittelbar ihren Bedarf holen. Dort, wo die geforderte Arbeitskraft bei einer Versorgungsanstalt nicht vorbanden ist, wird sich diese mit anderen' Versorgungsstellen in Verbindung setzen. Auf diese Art erhalten die Arbeilgeber, namentlich auch die über A i b e i t e rm a n g e l klagenden Land- Wirte, nicht nur ein zuverlässiges und sogar billiges Arbeitspersonal(die Leute sind wohl nicht voll arbeitsfäbig, aber im Besitz einer Rente), sondern sie bandeln bei der Beschäftigung und Verwendung dieser Kriegsbeschädigten auch im vaterländischen und volkswirtschaftlichen Sinne und tragen dazu bei. daß dem bisherigen Arbeitermangel in der Provinz abgeholfen und für die weitere Zukunft auch durch Seßhaslmackung ver Familien die Provinz wieder reichlicher und günstiger bevölkert wird. Die- jenigen Arbeitgeber, die weniger auf diesem idealen Standpunkt stehen, mackie ich darauf aufmerksam, daß erfahrungsgemäß auch die schwerer Kriegsbeschädigten durch die Gewohnheit in der Regel sehr bald bedeutend bessere Arbeitsleistungen erzielen, als zu Ansang." Die Löhne in der Landwirtschaft sind sehr gering; sollen die Kriegsbeschädigten noch niedrigere Löbne erhalten? Dadurch würde man weder den Arbeitermangel beseitigen noch den von allen Par- teien und von der Regierung im Reichstage erhobenen Wunsch seiner Erfüllung näher bringen, den Kriegsbeschädigten den vollen Lohn zu zahlen._ Unfallversicherungspflichtige Heimarbeiter. Die Gesetzgebung läfit außerordentlich viele Unklarheiten darüber, welche Heimarbeiter mvaliden- und unfallversiche- rungspflichtig sind. Das Reichsvcrsicherungsamt hat versuchst den Begriff zu umgrenzen. Danach gehören die Arbeiter und Arbeiterinnen, die wirtschaftlich abhängig die Arbeiten für Firmen in ihrer eigenen Behausung herstellen, die da be- stimmte Lieferzeiten haben, die für kein zweites Geschäft Ar- beiten übernehmen können und deren Tätigkeit der Kontrolle des Arbeitgebers unterworfen ist, zu den gegen Unfall und Invalidität versicherten Heimarbeitern. Und doch zeigt nach- stehender, schlietzlich vom ReichsversicherungSamt zugunsten der Arbeiterin entschiedener Prozeß, wie schwer es für die Instanzen ist. diese Richllinien festzuhalten. Die Schirmnäherin H. war seit Jahren als Arbeiterin in ihrer Behauiung für die Firma F. tätig. AIS sie am 2. Januar 1914 den Fabrikraum der Firma betrat, rutschte sie aus. kam zu Fall und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Die Bekleidungs- i n d u st r i e- B e r u f s g e n o s s e ir s ch a f t, bei der Anspruch auf Entschädigung für die Folgen des Unfalls erhoben wurde, lehnte denselben ab, weck Frau H. iu keinem kontraktlichen Verhältnis zur Firma stand und daß es ihr nicht verboten war, sür andere Firmen zu arbeiten. Die dagegen eingelegte Berufung wurde vom Oberversicherungsamt Grotz-Berlin zurück- gewiesen, weil sich die Klägerin in keinem persön- lichen Abhängigkeitsverhältnis zur Firma befunden habe. Zu einer anderen Auffassung gelangte das R e i ch s v e r s i ch e r u n g s- amt. Es gab dem Rekurs statt. Aus der Begründung:..... daß die Kiägerin die Genehmigung des Arbeitgebers nachsuckieii muß, wenn sie einen Tag seiern will, daß sie täglich zu einer beslimmlen Zeit(zwischen 8 und 9 Uhr vormittags) die fertiggestellten Waren in die Fabrik abzuliefern und hier nicht bloß Aenderungen, sondern auch sonstige eilige Arbeiten sofort zu erledigen hat, so daß sie im Durchschnitt täglich zwei Stunden in der Fabrik anwesend sein muß. Bei manchen Austrägen werden ihr nach der Auslage des Buchhalters Gr. auch Lieserfristen gestellt, bei deren Nicht- einhaltung sie immerhin mit der Möglichkeit der Entziehung der Beschäftigung rechnen muß. Die Klägerin ist infolge dieser Verhältnisse nicht nur ausschließlich durck die Firma in Anspruch ge» nommen, so daß sie 30 Jahre lang nur für diesen Auftraggeber tälig gewesen ist. sie ist auch bei der ganzen Sachlage nicht so selbständig in der Verwertung ihrer Arbeitskraft, wie es das Kennzeichen der Hausgewerbetreibenden ist. sondern steht in persönlicher Abhängig- keir vom Auftraggeber. Jusolgedessen hat sie der Senat nur als unselbständige AußensHeim-jarbeiterin angesehen und demgemäß für versichert gegen Unfälle im Betriebe erachtet. Die Verletzung, die sie sich am 2. Januar 1914 zugezogen hat. ist überdies auch in der Fabrik selbst ersolgr. Hiernach hat die beklagte Beruisgenossenschast sür den Unfall einzutreten." In 1102/13 12 L. All' die Unterscheidungen zwischen Heimarbeiter und Hans- gewerbetreibende zwischen den im Handwerk und in den Fabrik-- betrieben beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen würden weg- fallen, wenn in der Reichsversicherungsordnung ausgesprochen wäre:„Alle gegen Lohn und Gehalt beschäftigten Personen unterliegen der Unfallversicherung". Dringend nötig ist es, den Kreis der Versicherten zu erweitern. Aus dem Artisteuleben. Eine Sängerin war für das Variete„Skandinavia" in der Dircksenstrahe gegen ein TageShonorar von 6 M. enga- giert worden. Der schriftliche Engagementsvertrag sieht eine dreitägige Kündigung vor. Trotzdem wurde die Sängerin schon am ersten Abend ihres Auftretens entlassen. In einer Klage vor dem Gewerbegericht beanspruchte sie nunmehr Bezahlung des Tages, an dem sie aufgetreten ist, sowie die drei Kündigungstagc. Der Beklagte gab an, neben dem schriftlichen Vertrage sei mit der Klägerin vereinbart worden, wenn sie bei ihrem ersten Austreten nicht gefalle, dann könne sie soforr wieder entlassen werden. Dieser Fall liege vor, denn das Fräulein könne gar nicht singen. Ihr Gesang könne nur als Krächzen bezeichnet werden. Das Publikum sei über diese Leistung sehr unwillig gewesen. Man habe zu dem artistischen Leiter gesagt: Wo habt ihr denn die her. Die laugr zu einer Kuhmagd, aber nicht zu einer Sängerin.— Andere Gäste hätten gemeint, sie würden lieber in den Schützengraben gehen, als diese Sängerin noch einmal hören. Die Klägerin wies diese Angaben mit einer Gebärde ge- kränkten Künstlerstolzes entrüstet zurück. Sie berief sich auf von ihr gestellte Zeugen, welche ihre Gesangsleistungen als gut bezeichneten und angaben, daß das Publikum lebhaften Beifall gespendet habe. Hiergegen behauptete der Beklagte, diese beiden Zeugen habe die Klägerin bei ihrem ersten Auftreten als Claqueure mitge- bracht, was aber von den Zeugen und der Klägerin entschieden be- stritten wurde. Eine vom Beklagten gestellte Zeugin, welche den Gesang der Klägerin als schlecht bezeichnete, mutzte auf Vorhalt zu- geben, daß sis der Sängerin persönlich Anerkennung ausgesprochen habe. Der Rechtsstreit endete mit einer Verurteilung des Be- klagten zur Zahlung der geforderten 24 M. Zur Begründung führte der Vorsitzende, Magistratsrat Schultz, aus: Da in dem schriftlichen Vertrage keine Rede davon sei, daß der erste Tag des Auftretens als Probe zu gelten habe, so stand der Klägerin die ausbedungene Kündigung zu. Datz das Publikum in- folge der angeblich fiblechten Leistungen der Klägerin unwillig wurde, fei nicht erwiesen. Wie es mit den Leistungen selbst stehe, sei zweifelhaft. Die Klägerin gehöre augenscheinlich zu den Sängerinnen, die in der Jugend anerkannt und viel umschwärmt wurden, von denen man aber, wenn sie verblüht sind, nichts mehr wissen wolle. Daraus möge sich auch die Bemerkuno erklären, datz man lieber in den Schützengraben gehen, als die Klägerin nochmals hören wolle. Nicht der Gesang, sondern die äutzere Erscheinung der Klägerin werde wohl Anlaß zu solchen Bemerkungen gegeben haben. Aus einem Nachtlokal. Die Gastwirtin Kunze betreibt in der Jäger- und der Behren- straße einige Nachtlokale. Eins dieser Lokale:.Fritz Dreher" in der Jägerstraße, wurde, weil es sich nicht rentierte, geschlossen und die Büfettdame ohne Kündigung entlassen. Diese klagte deshalb beim Gewerbcgericht auf Zahlung eines Monatslohns von 30 M. sowie der entgangenen Provision und des Trinkgeldes, im ganzen 127 M. — Die Beklagte meinte, die Klägerin habe sich als gekündigt be- trachten müssen, denn ihr sei gesagt worden, wenn das Schnaps- verbot komme, werde sie entlasten. Weiter gab die Be- klagte an, die Klägerin habe abgelehnt, während der Kündigungs- zeit in dem Lokal.Reklam" iu der Behrenstraße zu.arbeiten". Die Klägerin führte unter Widerspruch der Beklagten aus, sie habe sich aus Verlangen der Wirtin vor die Tür des Lokals stellen müssen. um Gäste anzulocken, die dann im Lokal gerupft würden. Bei .Reklam" babe sie nicht arbeiten, sondern nur im Lokal sitzen sollen für eine Mark Tagelohn. Trinkgelder würde sie dort nicht be- kommen haben, weil Kellnerinnen tätig seien. Das Gericht kam zu dem Urteil, daß die sofortige Eni- l a s s u n g nicht berechtigt sei. Die Klägerin habe Anspruch auf 14 lägige Kündigung, doch nicht, wie sie meine, zum Monats- ersten. Der Hinweis auf das Schnapsverbot sei nicht als Kündigung anzusehen und eine derartige.Arbeit", wie der Klägerin für die Kündigungszeit angeboten sei, babe sie nicht annehmen brauchen. Der Klägerin wurden 57 M. zugesprochen. Gerichtszeitung. Ein raffiniertes Bubenstück. Zur Ausführung eines raffiniert ausgeklügelten Raub- und Mordplanes sollten die Straftaten dienen, die den früheren MusiNebrer, späteren Hausdiener Friedrich Bergemann gestern unter der Anklage der wiederholten schweren Urkundenfälschung vor die 1. Strafkammer des Landgerichts I führte. Der Angeklagte ist wiederholt vorbestraft. Nach seiner eigenen Erzählung hat er sich eine Zeitlang als.Musikdirektar" ernährt, obgleich er keine Spur musikalischen Talents in sich entdecken kann. Im Jahre 1906 ist er von der 6. Strafkammer wegen Heiratsschwindels zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, aber nach Verbüßung deS größten Teils dieser Strafe vorläufig entlassen worden. Die Entlastung wurde jedoch zurückgenommen und Bergemann sollte den Rest seiner Strafe verbüßen. Er war aber plötzlich verschwunden, so daß ein Steckbrief hinter ihm erlassen werden mußte. Er hielt sich hier in Berlin ver- borgen, wohnte unter dem Namen Berger bei seiner Braut und trat als Hausdiener in eine Pianofortefabrrk ein. Nun schmiedete er, da seine Braut immer stärker auf Hochzeit drang, einen teuflischen Plan, um auf verbrecherische Weise zu Geld zu kommen: er wollte irgend jemand, der mit Geld versehen wäre, nach Leipzig locken und ihn dort ermorden. Zu diesem Zweck erließ er in der .Leipziger Zeitung" eine Anzeige des Inhalts, datz ein möbliertes Zimmer bei einer gänzlich alleinstehenden Dame von einer ebensolchen Dame zu mieten gesucht werde. Es- meldeten sich daraus auch mehrere Frauen, er fuhr nach Leipzig, sah sich eine in der Johannisa Lee belegene Wohnung an und mietete sie, da cS ihm vor allem daraus ankam, daß die Vermieterin ganz allein dastände. Nun erließ er in einer Berliner Zeitung ein Inserat, durch welches er für ein großes Leipziger Geschäft eine Vertrauensperson im Alter von 80 bis 40 Jahren suchte. Es entwickelte sich infolge dieser Annonce eine recht rege Korrespondenz zwischen ihm und einem Kaufmann Stachel, der sich auf das Inserat gemeldet hatte. St. fand da« Geschäft sehr verlockend, steckte die Summe von 10 000 M. zu sich und reiste nach Leipzig. Inzwischen war der Angeklagte mit einer Reisetasche bei der Vermieterin in Leipzig eingetroffen und halte die Ankunft der mietenden Dame für nächsten Tag angekündigt. Er machte es sich bequem und sann auf die Ab- Passung einer Gelegenheit, um die Vermieterin zu erschlagen, damit er den für den nächsten Tag mit dem Gelde erwarteten St. ohne jede Störung berauben könnte. Als er sich auf einige Zeit entfernt hatte, kam der Vermieterin der Mann doch etwas sonderbar war: sie östnete die Reisetasche und der aus zwei Hannnern be- ftebende Inhalt machte sie so bedenklich, datz sie die Polizei benach- richtigte, welche nun die Wohnung durch zwei Beamte beobachten ließ. Am nächsten Morgen wurde dem Angeklagten die Mordtat leid. Er rückte aus, wurde aber ergriffen. Bald darauf traf der mit 10 000 M. ausgerüstete St. ein, er wurde von der Polizei zu- nächst für einen Komplicen des Angeklagten gehalten und fest- genommen: es stellte sich aber sehr bald heraus, datz er als Opfer auserkoren gewesen und nur durch Zufall einer großen Gefahr ent- rönnen war.— Der Angeklagte hatte in ziemlich konfusen Briefen an den Rechtsanwalt Dr. Karl Löwenthal, der fein Verteidiger war. angedeutet, datz er wohl nicht recht bei Sinnen gewesen sein müste, als er die Tat geplant hatte. Der ganze Inhalt dieser Briefe gab dem Verteidiger Anlaß, zum gestrigen Termin den Geh. Medizinalrat Dr. Hoffmann als Sachverständigen laden zu lassen. Zu einem Eingreifen des letzteren kam es aber nicht. Denn der Angeklagte wehrte sich selbst gegen den Gedanken, daß er geisteskrank sei und war im übrigen nur der Urkundenfälschung ge- ständig. Das Verfahren wegen versuchten Mordes ist seiner Zeit von der Leipziger Staatsanwaltschaft eingestellt worden, da das, was der Angeklagte getan, nur vorbereitende Handlungen seien. Staatsanwalt Kiesel beantragte mit Rücksicht aus die Schwere der geplanten Taten, von denen ja nun nur ein kleiner Abschnitt zur Verhandlung stehe, vier Jahre sechs Monate Zuchthaus. — Das Gericht erkannte auf vier Jahre drei Monate Zuchthaus._ />us aller Welt. Schnelle Anpassungsfähigkeit. Die Einführung der fleisch- und fettlosen Tage sollte nicht nur Ersparnis an Fleisch und Fett bringen, sondern auch denen, für die der Preis keine Rolle spielt, den Ernst der Situation etwas beut- sicher zu Gemüte führen. Die Gewohnheit, fast alle Speisen mit Fleisch oder Fett zubereitet zu genießen, hatte die Besorgnis erweckt, datz diese Zutaten nicht entbehrt werden könnten. Besonders schwierig stellte man sich die Lage der besseren Restaurants vor, denen eS nicht gelingen würde, die verwöhnten Gaumen ihrer Gäste zu befriedigen. Wohl oder übel mutzten sich aber auch diese Stätten frohen Genusses mit der gegebenen Tatsache abfinden. Wie vortrefflich ihnen das gelungen ist, das zeigt die Speisenfolge, die das erstklassige Hotel Adlon in Berlin seinen Gästen bietet. Das Gabelfrühstück bestand am ersten fettlosen Tage aus: Kraftbrühe Tapiokasuppe. Eier mit Spinat. Kabeljau gekocht. Rinderbrust, Meerrettich. Hammelkeule, Kaperntunke mit Gemüsen. Kaller Aufschnitt. Karamelspeise. Käse. Für den ersten fleischlosen Tag wurde für das Abendessen folgende Speisenfolge festgesetzt: Rotkohlsuppe oder Krebssuppe. Barbenschnitten nach AdmiralSart oder Gebackene Eier mit Tomaten. Lachskroketten, Trüffellunke, Spinat und Kartoffelbrei oder Hummerpasteten oder Seezungenschniltcn geröstet oder Belegtes Brot. Gemischtes Eis. Backwerk. Käse. Der schnellen Anpassungsfähigkeit des deutschen Wirtschaftslebens ist schon so manches Loblied gesungen worden. Der Chor der Gäste des vorerwähnten Restaurants wird nicht versäumen, ebensalls einen KantuS steigen zu lassen. Wie einfach ist es doch, den Feinden Deutschlands ihre Pläne zu durchkreuzen. Man verändert ein wenig den Speisenzettel und dreht dann den Engländern eine lange Nase. Aetsch!_ Vierfacher Mord. In Hoch stäblau bei Preußisch- Siargard sind die Schwiegermutt�r, die Ehefrau, ein vierjäh- r i g e r und ein fünfzehnjähriger Sohn des Müllers S ch w e d o w s k i in der Nacht zum Sonntag ermordet worden. Die Mörder zündeten das Gebäude an, so datz alle Leichen ver- brannten. Ein siebzehnjähriger Sohn des Müllers wurde von den Mördern schwer verletzt, rettete sich durch einen Sprung aus dein Fenster und wurde dann ins Krankenhaus gebracht. Der Verdacht, die schwere Bluttat verübt zu haben, ist auf drei entwichene Zöglinge der Erziehungsanstalt Könitz gelenkt worden. Durch Sturz aus einem fahrenden Eisenbahnzuqe ist der acht Jahre alte Knabe Paul Säger aus Löwenberg schwer ver- letzt worden. Auf einer Fahrt nach Gransee lehnte er sich gegen eine Tür des Abteils, die nachgab, so datz der Knabe auf den Bahn- körper fiel und mit dem Kopf auf die Schienen aufschlug. In der Berliner Charit«, wohin der Verunglückte gebracht wurde, stellten die Aerzte eine schwere Gehirnerschütterung fest. Zerstörung amerikanischer Hafenanlagen durch Feuer. Das Reutersche Bureau meldet aus Seattle: Der Pier der Blue Funnel-Linie ist durch Feuer zerstört worden. Der Schaden wird aus 100 000 Pfd. Sterl. geschätzt.— Dasselbe Bureau meldet aus Baltimore: Zwei Piers der Baltimore— Ohio— Erie-Bahn wurden mit allen, meist für London und Liverpool bestimmten Gütern durch Feuer zerstört.— Die Feuersbrünste werden auf Brandstiftung zurückgeführt. Verlustlisten. Di« Verlustliste Nr. 368 der preußischen Arurce enthält Verluste folgender Truppenteile: Infanterie usw.: Gvenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 1. 2(s. auch Nes.-Jnf.-Reg. Nr. 13 und 206), 3, 8(s. Jnf.-Reg. Nr. 375), 12, 21(f. Jnf.-Reg. Nr. 375), 22. 35(siehe Res.-Jnf.-Reg. Nr. 206), 36, 48, 49, 57, 58, 59, 61, 78, 79. 80. 85, 86. 88, 90. 92 bis einschl. 97. 99. 109 bis einschl. 117, 129, 131, 136, 138, 140, 141, 148, 149, 150, 151, 155, 156, 157, 159, 161, 162, 163, 165, 166, 167, 169, 171, 176, 184, 193, 352, 353, 359, 360, 361, 369, 373, 375, 376, 377, 378. Nescrve-Jnfanterie-Regi- incnter Nr. 1, 2, 3, 18, 21, 29, 36, 37(st auck Res.-Jnf.-Reg. Nr. 206), 38, 39, 49, 51, 59, 60, 76, 83, 84, 88, 93, 94, 98, 109, 110, 206, 207, 209 bis einschl. 214, 216, 217, 210 bis einschl. 224, 261. Ersatz-Jnfanteric-Regim-cntcr Königsberg 1, 2, 3(s. Jnf.-Reg. Nr. 377, 376 bzw. 378). Referve-Erjatz-Jnsantcrie-Regimentcr Nr. 1 und 2. Landwehr-Jnfanterie-Negimcuter Nr. 2, 17, 21, 24, 39, 48, 49, 57, 80, 84, 93, 109, 118, 349. Laudwehr-Ersatz-Jnsanterie- Regimenter Nr. 1 und 2. Landswrm-Jnsanterie-Regiment Nr. 8. Landwehr-Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 9, 13(beide st Landw.» Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 2), 26, 27 fbeide s. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 1). Lmidsturm-Jnfanteric-Bataillone: 1. Aachen, 2. Bochum, Calau, I und 2. II Cöln, Cosel, 2. Cüstrin, 1. Glogau, 1. Gotha, Landsberg a. W., 1. und 2. Lützen, 4. Metz, 3. Münster, 2. Saar- brücken, 1. Wesel. Landsturm-Jnfanterie-Ersatz-Bataillone: 4. Braunschweig, 4. Diedcnhofen, 2. Erfurt, 4. Hannover, 1. des 15. Armeekorps(Stratzburg i. E.). Landsturm-Jnsanterie-Aus- bildungs-Tataillon Friedrichsfeld. Jäger-Bataillone Nr. 2, 4, 5, 7; Reserve-Bataillone Nr. 18 und 22. Ncserve-Radfahrer-Kom- pagnie Nr. 49. Feld-Maschinengowebr-Züge Nr. 42, 106(st Inf.- Reg. Nr. 78), 129(st Res.-Jnf.-Reg. Nr. 51), 170(st Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 118), 197(st Jnf.-Reg. Nr. 373), 273(st Jäger-Bat. Nr. 5); Festungs-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 5(Posen). Kavallerie: Regiment der Gardes du Corps; 1. Garde- Dragoner; 3. Garde-Ulancn; Kürassiere Nr. 4 und 7; Schwere Reserve-Reiter Nr. 3; Dragoner Str. 4, 9, 10, 12, 16, 18, 21, 23, 24; Husaren Nr. 2, 3, 6, S, 12, 15, 16; Reserve-Husaren Nr. 8; Ulanen Nr. 9, 10 Ist»üch LandN.-Kab.-Reg. Nr. 1); Jäger zu Pferde Nr. 2 und 7; Kavallerie-Regiment Nr. 88; Landwehr-Kavalleric- Regiment Nr. 1; 3. Landwehr-Eskadron des 7. Armeekorps. Rescrve-Kavallerie-Abteilung Nr. 50. Feldartillerie: 1., 2., 3. und 6. Gavde-Regiment; Regimeniec Nr. 1. 5, 9. 11. 14, 17. 23(f. Res.-Feldart.-Reg. Nr. 50). 31, 37. 38, 43. 46, 47. 59(st Res.-Fcldari.-Rcg. Nr. 15), 62, 63, 67, 71, 73 (st auch Feldart.-Rcg. Nr. 71). 74, 88, 101, 107, 112, 217, 229 und Regiment der 4. Landwohr-Tivision; Reserve-Megimenter Nr. 10, 15, 16. 17, 47, 50, 56, 59, 69; 1. und 2. Landsturm-Batterie des 17. Armeekorps. Gebirgskanonen-Batterie Nr. 3. Ballon- abivebr-Kanonen-Zug Nr. 59. FußartillerleiRegimentcr Nr. 10 und 15; Rcservc-Regimentcr Nr. 7. 8, 9. 10(f. Fcldart.-Reg. Nr. IOi, 14. 18; Fußartillerie. Bataillone Nr. 27 und 36; Ersatz-Bataillon Nr. 22; Landweh c- Baiaillon Nr. 6; Fußartillerie-Batterien Nr. 240, 332, 359, 480, 483. Schwere Feldhaubitz-Batterie Nr. 216. Pioniere: l. Garde-Bataillon; Regimenter Nr. 20, 23, 24, 25, 36; Bataillone: I. Nr. 7. III. Nr. 16, l. Nr. 17; Reserve-Bataillon Nr. 32; Pionier-Ersatz-Bataillon Nr. 26; Pionier-Kompagnie Nr. 100; Reservc-Kompagnic Nr. 43; 2. Landwehr-Kompagnie des 4., 2. des 5., 1. des 6. und 2. des 7. Armeekorps. Pionier- Zlbtcilung der 7. Kavalleric-Diviswn. Scheinwerfer-Abteilung mit erbeutetem Gerät(Schont); Scheinwerse-rzug des 7. Armeekorps. Minenwerfer-Kompagnie Nr. 161; Miftlere Minenwerfer-Aib- teilung Nr. 156; Schwere Minenwerfer-Abteilung Nr. 43. Verkehrstruppen: Rcservc-Eisenbahnban-Äompagnic Nr. 7. Eisenbahn-Betricbskompagnie Nr. 29. Feldeisenbahn-Betriebs- kompagnie Nr. 196. Armee-Telegrapchen-Abteilung Nr. 13; Etappen-Tclegraphen-Direktioit Nr. 13 der Bugarmee. Armee- Fernsprech-Abteilung Nr. 17 der Bugarmee; Fernsprech-Abteilung des 1. Reservekorps. Feldflicgertruppe. Train: Train-Abteilung der 119. Jnfanterie-Division; Rc- scrve-Train-Abteilung Nr. 82� des 41. Reservekorps. Divisions- Brückentrain Nr. 20 der 20. Jnfanterie-Division: Reserve-Divi« sions-Brückentrain Nr. 3 der 3. Neserve-Diviswn. Proviantkolonne Nr. 1 der III. Jnfanterie-Division; Schwere Proviantkolonne Nr. 2 des 14. Armeekorps. Fuhrparkkolonne Nr. 206 der Njemen- armee, Nr. 2 des 5. Armeekorps, Nr. 3 und 5 deS 1., Nr. 5 des 11. sowie Nr. 25 und 212 des 18. Armeekorps; Reserve-F uhrpark. kolonne Nr. 71 des 23., Nr. 110 des 41. Reservekorps; Nr. 95 der 95. Reserve-Division; Magazin-Fuhrparkkolonne Nr. 41 der 8. Armee. Nr. 10 des 14. Reservekorps und Nr. 159; Etappen- Fuhrparkkolonne Nr. 1 der 4. Armee, Nr. 4 des 5., Nr. 29 deS 10. und Nr. 11 des 20. Armeekorps. Neserve-Bäckereikolonne Nr. 26 des 2.3. Reservekorps. Munitionskolonnen: Reserve« Infanterie- MunitionSkolonne Nr. 35 der 2. Garde-Reserve-Division und Nr. 49 der 47. Reserve- Division; Lanidwehr-Jnsanterie-Munitionskolonne Nr. 1 des Landwehrkorps. Artillerie- Mnnitionskolonnen Nr. 3 und(?) 9 des I., Nr. 8(Götz) des 18. Armeekorps und Nr. 1 der 35. Reserve- Division; Landwechr-Ariillerie-Mumtionskolonne Nr. 6 deS Land- Wehrkorps. Reserve-Futzartillerie-MunitionSkolonne Nr. 2 der 50. Reserve-Division. Samtöts-Formationen: Sanitäts-Kompagnie Nr. 1 des 4. und Nr. 2 des 14. Armeekorps. Kaiserliche Ersatz-Sanitäts-Kom- pagnie Brüssel. Etappen-Sanitäts-Kraftwagen-Abteilung der 6. Armee. Sauitätsdepot der Etappen-Jnspekticm der Bugarmee. Feldlazarette Nr. 10 und 12 des 1.. Nr. 1 des 2.. Nr. 6 und 9 des 11. Armeekorps und Nr. 1 der 107. Infanteriedivision; Reserve- lazarette Coburg, Swlp Und Stuchm. Armierungs- und Straßenbau-Formationen: Armierungs- Bataillone Nr. 1, 28, 73, 86, III. Armierungs-Kompagnie Lüttich I. Straßenbau-Bataillon der Armee-Abteilung Woyrsch; Straßenbau-Kompagnie Nr. 45. Kommandanturen: Etappenkommandantur Nr. 10 des 3. Armeekorps und Kommandantur Altengraöow. Feldpost: Feldpostamt des 17. Reservekorps. Feldpost- expedition der 47. und 48. Reserve-Division. Post-Pserde- und Wagendepot der Bugarmee. Feldzeugmeisterei: Inspektion der technischen JnstitutÄ�der Artillerie. Tie Liste Nr. 8 der aus England zurückgekMr- ten preußischen Austauschgefangenen wird ver- ösfentlicht. � � Tie sächsischen Verlustlisten Nr. 216 und 217 melden Ver- luste der Jnfanterie-Regimenter Nr. 100, 101, 178; Rcserve-In- fanterie-Rcgiment Nr. 106; Landwehr-Jnfanterie-Rcgimcnt Nr. 107; Reserve-Eisenbahn-Bau-Kompagnie Nr. 7. Jnfanterie-Regi- menter Nr. 102, 106; Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 101, 102, 103, 104; Ecsatz-Jnsanterie-Regimenter Nr. 23, 24, 32, 40; Ulancn-Negiment Nr. 21; Reserve-Illanen-Regimcnt; Husaren- Regiment Nr. 18; Feldartillerie-Regimenter Nr. 68, 115. Die w ü r tt e m b erg i sch e Verlustliste Nr. 292 enthält Verluste des Ersatz-Jnsanterie-Regiments Nr. 52; Landwehr- Jnsanterie-Regiment Nr. 120; Reserve- und Landwehr-Jnfan- terie-Regiment Nr. 121; Landlvckhr-Jnsanterie-Regimenter Nr. 123, 126; Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 247; Reserve-Feld- artillerie-Regiment Nr. 26; Feldartillerie-Regiment Nr. 49; 4. Feldpionier-Kompagnie; 4. Landwehr-Pionier-Kompagnie; Fernspvech-Doppelzug Nr. 27; Schwere Proviantkolonne Nr. 5. Weitere Verluste. Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten._ parteiveranftaltungen. 4. Wahlkreis. Jugendsektio n. Am Mittwoch, den 3. November, abends 8'/» Uhr, findet in den Andrcas-Festsälen, Andreasstr. LI, eine Ver- lammiung der jungen Wahl« ereinsmitglieder im Alter von 18 bis 21 Jahren statt. Tagesordnung: 1. Vorwag des Schriftstellers Genossen Diederich über:„Maschine und Dichtung." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. (öliarlottcnburg. Dienstag, den 2. November, im VolkShausc. Nofinensw. 3: Mitgliederversammlung. Ausstellung der Kandidaten zur Stadtv erordnctcnwahl. Vorwag des Stadtverordneten Genoffen Klick:„Die Lebensmittel- sürsorgc der Stadt Charlottenburg." Verschiedenes. Martendorf. Dienslag, den 2. November, abends°/,g Uhr, findet der Vortrag des Genoffen Dr. Rtch. Breitscheid über:„Europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts" im Restaurant Bcnschcch Chauffcestr. 27, statt. Eintritt jiw zwei Vorwäge 10 Pf. Kriegerjrauen und Jugendliche haben freien ZuWitt. Sitzungstage der Stadt« und Gemeindevertretungen. Xreptow-Baumschulcnwcg. Dienstag, den 2. November, abends 6 Uhr, im NatbauS. Ncue-K:ug-Allee 3. Diese Sitzungen sind öfsenUich. Jeder Bemelndcangehirige ist be» rechtigt. ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Hriefkaften üer Reöaktwn. Die luristilch« Evrelbstunde findet sür Abonnenten Lindcnstr. S, IT. Pof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Nor, am Sonnabend von b bis L Uhr statt. Jeder sllr dcn Brteslasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichcn beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnementSguittung beigefügt ist, werden nicht Beantwortet. Eilige Fragen wage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und drrglrlchcn bringe man in dir evrrchstunde mit. M. R. 25. ES kommt darauf an, ob sür den Fall im Statut noch etwas Besondere» vorgesehen ist. Wenn nicht, können Sie nur durch Klage die HerauZzahlung des Guthabens bewirken.— Erich 25. Die Tochter hätte Anspruch aus Unterstätzung. Da sie aber Ihrem Berus Wetter nach- zeht, wird die im Gesetz vorgeschriebene Bedürftigkett verneint und Unterstützung nicht gezahlt werden.— E. G. 3/2S. Der Truppenteil, dem Sie angehören, ist sür immobil erklärt und haben Sie mfoizedessen nur die immobile Löhnung zu beanspruchen.— G. M. 16. 3«.— R. 28. Sie müssen fich mit Ihrem Antrag an das Srfatzbntailon deS Regiments, bei 6cm Ihr Man» gestände» hat. wenden.— Lditm. 318. Wegen Verlust jioeier Kinger find Sie für zeitig dienstuntauglich erklärt.— Ä. Schl. 1883. 1. Eine zweckmäßige Anlage des Kapitals wisteii wir auch nicht. 2. Nein. 3. Sie können ein solches ärztliches Attest sofort einsenden.— E. L. 3. ssür die Kolonisten gilt der mündliche Pachtvertrag: dieser kann zum 31. März gekündigt werden.— P. S. 1913. 1. Tie Frau erhält Wöchnerinnenunterstützung aus Grund Ihrer Mitgliedichast bei der Kranken- kasse. 2. Nein.— W. Sch. 39. Sie mützten sich an den Kriegsausschuß für die Metallindustrie in der Wusterhausener Strage wenden. — C H. 100. t Ja. 2. lMterstützung wird für Kinder bis zum Alter von 13 Iahren gezahlt.— Vt. M. Diantenffelstraste. Nein. Cingsgangene Druckschristea. Ter Rubin der Herzogin. Roma» von R. Presber. 4 M., geb. 5 SB. Tculsche Verlagsanstalt, Stuttgarl. Qefterreichiicher Arbeiler. Notizkalender 191«. Taschenformat. 8l) S. I. Brand u. Co., Wien 6. DaS Auslunftei-Wefeu. Von H. Wehner. Broich. 1. M. Spree- Per?»». Berlin SW 87. <5harlcs L. Hallgartcn. Von R. Hallgarten. 2. M. Sn ziert u Schloffer, Frankfurt a. Dt. Natur. Jllustrierle Halbmonatsschrift für Naturtreunde. Heft 2. Jährl. 24 Hefte uud 3 Buchbeilagen 6'M.— Vom Wetter." Von Dr. Zt. Hennig. 1 M. Tb. Thomas, Leipzig. Jahrbuch deS Zentralverbaudes dcntschcr Konsumvereine 19X5, In zwei Bänden 10 M. Selbstverlag des Verbandes m Hamburg 3. WetterauSsichten für das mittlere Norddeutschlaud bis Mittwoch mittag. Ein wenig wärmer, vorwiegend trübe und elwas nebelig, mit weiwei breiteten, un Osten geringen, im Westen etwas stärkeren Regsrnällen. Dazwischen zeitweise ausklarcnd. SozisliIeinoliraOsclierWalilyEreiB I. i 4. ßefl. Reisiistagswaiiikfeis. Frankfurter Viertol. Bez. 258. Ten Mitgliedern zur Nachrich!, dasz unser Geitosse, der Haus- diener Robert Pfeiler (Holzmarltstr. 34) gestorben ifl. Ehre seinem Andeukeu! Die Beerdigung findet am Vüiiitwoch. den 3. November, nach- mittags 3 Uhr. von der Halle des chlarkuS-Rirchhojes üi Wilhelms- berg aus statt. .Um rege Beteiligung ersucht 2tb/lS Der Voritand. I ß ZozZsIiIeivlik'Mellei' Mtmü KeuiflUfl. S a c h r u f. Am Donnerstag, den 28. Okto- ber, verstarb unser Parteigenosse Lrnst Hintz Warthestr. 51, 10. Bezirk. Ehre seinem Zlndcuke»! Die Beerdigung fand am 1. November aus dem Neuköllner Gemeinde- Friedhof, Maricndorser Weg, statt. Ferner verstarb am SS. Oktober unsere Parteigenofsm Wissmannstr. 1, 24. Bezirk. Ehr« ihrem Zlndenken! Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. 233/19 Der Vorstand. veuizeke? ftuiMgMtf-serbM Bezirksverwaltung GroB-Borlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Droschken- sührer >Vllkelm krsuer am 29. Oktober im?llter von 72 Jahren verstorben ist. Ehr« seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 2. November, »ächmittagS 3 Ubr, von der Leichenhalle des städtischen Fried- hoss in FricdrichZjelde aus statt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Packer pokert Pfeiler von der Firma Vorell, Spittel- mcrrlt, am 30. Oktober im Alter von- 30 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 3. November, nach- mittags 3 Nbr, von der Leichen- balle des Mvrkus-Kirchhojes in WiihelmSberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 08/9 Die Bozirksverwaltung. Fern von seinen Lieben als Ovser deS WslllriegcS starb am 10. Oktober 1915 nach 13 Monate langem, ichwerem Ringen insolge Brustschusses im Feldlazarett un'cr inniggeliebter Sohn. Herzens- guter Bruder, Schwager und Onkel, der Schütze prick Lcdrüöer sNel.-Jns.-Negt. 203) im blühenden Alter von vierund- zwanzig Jahren. Dies zeigen schmerzersüllt an Paul Schröder(z. g. Rel.-Laz. Baden-Baden) u. Frau Berta geb. Bohr. Else und Erua als Schwestern. Gerhart(z. Z. iui Felde) und Herbert als Brüder. Heinrich Köhler als Schwager. Heinz Köhler als Nesse. Neukölln, d. 1. 11. 15, Richardpl. 7. Mit der Hoffnung ans ein Wieder- seh'n zogst Du ins Feld, Nun bist Du, so jung, durch die Ziegel gesälll. Nicht der heifierselmte Urlaub brachte Dich einmal zurück, Darin Hube» Eltern wohl selten Glück. Nichts heilt die Wunden, nichts den Schmerz, Die Kugel, die Dich tras, ging auch unS ins Herz. 30A MteiUllviWsSl'eiliAllilZt. Allen Freunden und Mitgliedern die traurige Nachricht, da» unser Kassierer, der Sportsgenoffe Franz Redepenning am 3. September er. verwundet wurde uud drei Tage später seinen Verletzungen erlag. Wir verliere» in ihm einen treuen Mitarbeiter und werden seiner stdS gedentcu. 27026 Der Vorstand. YerM ßep FahMeifep ÜeQlSCllläQliS. Zahlstelle Grost-Berlin. Am Donnerstag, den 28. Ol tober, verstarb unser Mitglied Xar! Kuriz. Ebre seinem Zlndenken l Die Beerdigung findet h e u t e z Dienstag,»en 2. November, nach-! mittags 3 Uhr, von der Halle! des GememdcsriedhoscS, Zieinicken-! darf, Humbeldlstraße, aus statt. I Rege Beteiligung erwartet Tie OrtSverwaltung. »elZÜaktieilep-YEPtiZiül! VerwaNungseielle Berlin. Ten Kollegen zur Nachricht, daß( unser Mitglied, der Arbester Huxo Reibestein, Siemensstr. 3, am 30. Oktobei gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Tie Beerdigung findet am Dienstag, den 2. November, nach- milUgS 2 Uhr, vom Trauerhaule nach dem neuen JohanniS-Kirch-' Hofe in Plötzensee statt. Rege Betestigung erwartet 121/12 Tie OrtZverwaltung. fieütsclier BolzarteilerverbaniL Zahlstelle Berlin. Den Mstgiiederrr zur Nachricht. daß uuser Kollege, der Drechsler �rtui* Griebsch Palisadenstr. 58, im S Liter von 39 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigimg findet heute Dienstag, den 2. November, nach- mittags 2 Uhr. von der Leichen- Halle deS Zentrei-FriedhofeS in Jricdrichäseloe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 89/17 Tie OrtSverwaltung �zillWennM�ei' WalilvereiD 5 IfEis üieiierhaim Bezirk Reinickendorl-West. Donnerstag, den 28. Oktober,[ starb nach langem, schwerem Lei- j den im Aster von 23 Jahre:,[ unser Parteigenosse ECaH ECurz an der Proletarierkrankheit. Die Beerdigung findet heute s DienStag, den 2. November, nach-! mittags 3 Uhr, aus dem Ge-l meindc-Friedhos, Humboidtftraße, statt. 240/19! Um rege Betestigung der Partei-\ genoffcn wird gebeten. Ter Borstand. zum heutigru Sterbetage! HeM' vor einem Jahr, am 2. November 1914, fand den Heldentod mein lieber Sohn, unser tieber Bruder. Schwager und Onkel, der Füsilier 2770b Hermann Schröder. Nach blut'gem Kampfe hingestreckt, Nn Jahr Dich schon die jrcmde Erde deckt. Bist Deiner Mutter srüh entrissen; Auch Deine Geschwister Dich sehr »ermtflen. In trauernder Erinnerung: Deine Mutter. Geschwister «nd Verwandten. Nach langem, schwerem Kranken- lager starb am 30. Oktober mein lieber Mann und guter Vater, Bruder und Onkel 2702S Robert Pfeiler im 51. Lebensjahre. Dies zeig::: tiefbetrübt, um stille Teiinabme bittend, an Frau Marie Pfeiler. geb. H a n d s ch a ck, nebst Tochter und Verwandten. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 3. November, nach- mittags 3 Uhr, in Wilhelmsberg, Markus.Gemelndesriedhos, statt. Nach kurzem, schwerem Kranken- lager verstarb am Sonnabend, den 39. Oktober, meine innig» geliebte, unvergeßliche Frau, Schwester, Schwägerin und Tante .Axnes Sommer geb. UTagrner im Alter von 48 Jahren. In tiefstem Schmerz FrleelHcl» Sommer. Nieder-Schönhauscn, Lindenstr. 3. Die Beerdigmig findet am Dienstag, nachmittags 4st. Uhr, von der Halle des neuen Schön. Häuser Friedhofes in Schöicholz aus statt. 67A ßer VmtMt GroU-Berlins. Am Sonnabend, 30. Oktober. « früh VI, Uhr, verschied insoigc « Gehirnschlag im Alter von 39 Jahren unser langjähriges Mitglied, der Kamerad Albert Banraann GreifSwaider Str. 80. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. November, nach- mittags o'l, Uhr, von der Leichen. Halle des BarthowmäuS-Kirch- Poles in Weißeusce, Futkcnberger Cbauflee, aus statt. 2772b Der Vorstand. Am 28. Oktober 1913 starb mein I lieber, guter Mann, unser guter Vater,«ob::, Schwiegerfoim, Bruder, Neffe und Vetter, der �Feldwebel 10 A Franz Cieslick 1 int 2. Eardc-Ncs.-Regt., 2. Garde, lReserve- Division, lt. Konsti., im {40. Lebensjahre an den Ver- «letzungen eines schweren Bein- s schusses im Lazarett zu Lübeck. Dies zeigen ticfbetrübt an l li'raiitsislra Cieslick geb [ Rosenkranz nebst seinen lieben drei Kindern I DaS Schicksal nahm mir mein| höchstes Glück. f Du mein geliebter Mann, kehrst nimmermehr zurück. [ Vevlasscn bin ich und die Deinen, l Die heiße Tränen um Dich Geliebter weinen. Sszialöemokratischer Wahlverein für den b. Serliner Reichstagswahlkreis. Heute Dienstag, den 3. November, abends 8% Uhr: Vier Mitglieder» Versammlungen in folgenden Lokalen: Böses Festsäle, Gartenstr. 6 pahkühofer Sraukrel, Tunnstr. 23/26 Frankes Festsäle, Badstr. 19 Pharus-Säle, Müllerstr. 142 Tagesordnung: i. Die Stadtverordnetenwahlen. 2. Diskussion. Referenten: Zldolf Ritter, Dr. Hermann Wcyl, Karl Hctzfchold und Heinrich Mctzkc. _ Ohne Mitgliedsbuch kein Zuttitt.— 228/10» Der Vorstand. Die Beerdigung findet [ Mittwoch, den 3. Nor» morgen I llooember, nach-! i mittags 3 Uhr, in Berlin auf dem j Garnison-Kirchhof in der Hafen- Heide statt. Münzen kaust Ball, Münzenhandlung Withelmstr. 40/47. ReukersWerke ■ 3 Bänö,« Märt• Allen Freunden und Belannlen a die traurige Nachricht, daß mein herzensguter Mann, unser lieber, guter Vater, der Reltauratour Karl Keil am 30. Oktober nach langem Leiden im Alter von 03 Jahren sanft enlschlasen ist. TieS zeigen tieibetrübt an Ww. Emilie Kell, nebst Kindern, Admiralstraßt 18. Die Beerdigung findet an: Donnerstag, den 4. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des ThomaS-Kirch- hoscS, Neukölln, Hcrmannstraße. aus statt. 277lb Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie jür die überaus reichliche Kranzspende und Herrn Virow für die trostreichen Worte an- läßlich der Bcerdigmig unserer unver- geßlichen Gattin und Mutter, Frau paulme Klopsch geb. Gräber sagen wir aus diesem Wege allen Verwandten und Bekannten unseren _„. v,_.. herzlichsten Dank 104A Buchhandlung Vorwärts__ Frii, Klopsch nebst Kindern. Äerhsnä ü«? Us.ler, Lsokiersr, InZtrsisker st«. Bureau: Melchiorstr. 28, pari. ZllI«oI»0o«ltn Arb.-Nachw.:Garmannst.1L Fernspr.-Amt Moritzpl. 4767. AtttUlr zptltttt. Fernspr.: Norden 3791—37 Tonnerstag, den 4. November, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschastshause, Engelufer IS: Sektions-Versammlung der Lackierer Tagesordnung: BerSandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet 137/7___ Die Scktionsleltang, Verwaltnns Berlin. Tck-Amt Moritzplatz 10623, 8578. Bureau: Rungestraße 20 �slousivsnkvitei'. Mittwoch, den 3. November, abends 9 Uhr, bei Drelve, Siuligcstr. 30. Bezirk Oberschöneuveide. Mitglieder-Versammlung Dienstag, den L. November, abend? 8'/. Uhr, bei �Varaeke, Wilhelminenhofstr. iS. Bezirk Mittwoch, den 3 Südost. November, abrndö 8 Uhr, bei Eier, Nanichnstr. 9. OestSieke Vororte. Mittwoch, den 3. November, abends 8'/, Uhr, bei Schulz, Kronpriiizenftr. 47. Vertrauensmänner-Versammlungen: Abteilung Flugplatz. Mittwoch, den 3. November, abendS ö'l, Uhr, im„Lindcnhof« Johannisthal, Friedrichstr. 00. �slousiesrkeitsr. Mittwoch, den 3. November, abends 8 Uhr, bei Drelre, Rungestr. 30. Stelimacher. Mittwoch, de» 3. November, abends 8�2 Uhr, bei Hammel, Sophicnftr. 5. Korbmacher. Mittwoch, den 3. November, avcnds 8 Uhr, bei Krause, Mariannenplat: 8. Achtung! Bezirk Neukölln. Tie Zahlstelle 8t!, Pannicrstr. 9a, Ungeghnw iÄuS Möglichkeiten bietet dio nÄchsto Zukunft. Eine tiefgrcifcode Änderuc? unseres gesamten öffentl, Lebens, ein gewaltiger Aufschwung unseres Handels und der Industrie steht bevor, muahlige Stellen werden neu geschaffen und es werden überall geprüfte und geschulte Kräfte gesucht sein. Beamte, Lctorer, Auges teilte des Handels and der Industrie sollten nicht versäumen, Ihre Vorbereitungen ru treffen, un» teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen. Das beste Mittel, rasch und gründlich, ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht auf ein Esamen vorzubereiten, die Einj.-Freiw.-Prüfung u. das Abitur.-BKamen nachzuholen oder die fehlenden kaufmäan. Kenn tn. zu ergänzen sowie eine vortreffl. Allgemeinbildung usw. sich anzueignen, bietet die Solbstuntcr- rlclits-Mothode„Rosttn", AuiitUlirliche 60 Seiton Mtarke "»»teolo'.6 Bonness& Hachfeld, Potsdam. Postfach Krieges geschlossen. 89/12 Achtung! ist während der Dauer deS 89/13 IMe Ortsverwaltunjc. H.& P. Uder, »Silin so. 10, Sngel-Qfer 5. Tabak-Großhamiliing und Tabakiabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q. A. Kanewacker, strimm% 7riepel. - Stets frisch zu den äaBersten Engrospreisen. �---- _------- Amt Horltzpl. S014.---------- »SHwUoL A5 5� ShvXtth, 15 o Haben Sie Vis TJor&üge unöcr'cr' 3tlefe£ dornen■■03ö�bcsatz>■ScfumrcKnopf- Sti&d m farbigen(einsötzai, "50 Damen■jJiaJr'eau-äcfuTLLrt Stie/cf.-gsH JacKhoppe, neue omeriK: Tom■ w,QO JKamethaan- Schuhe emgcncfm fürt /zaus «mpfeble nach Maß paffend gearbeitete Ltiilzeinisgen sowie Braeitbandnse» aller Art, Leibbinden, Stützkorsetts usw., Artikel zur Gesundheils- u. Krankenpflege.* Pollmann, �nabagifi, Berlin N, Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankenkassen. Stempelfabrlk Robert Hooht, Inh.:AlIr. Schneller BerUn S. 42, Ritterstr. 116. liefert schnell und billig alle Arten Stempel irTbcller Ausführung. Sl Jbertin, frLCcirLdi5tr':1i)1t a.cL. Korbt | Trauer- Magazin! gegründet 183» SBrunnenstr. 56-571 ] Auf Wunsch Auswnhlsendung. 1 Test Norden 834o.»| {Blusen°°n 2.90 M.°"I Röcke von 4.75 M.< | Maßanfertigung in S Stunden| fSan�rtnle�iafteu�äihn) Skiw, ftraiSfln. Ärr �nfmhnhn wrtmto.; Td. Glocke.»öerltn. Dtucl u.B«rla�:iLvrwSr»!SuchdruScrci u. Vvrlagöatiltail Paul Singer& Co, Berlin SW