Ar. 305.- 32. Jahrg. IlbonnenientS'Bedlngansra: Nbonnements• Stctä rianumeranh«« Biettelläfirl. 330 Ml. monatL UO Ml, wöchentlich 25 Piz. frei inj Hau». Einzelne Nummer 5 Big. Sonntag»» nummer mit lllustrieriee Sonntag»» Seilage.Die Neu? Seit' lg P-a. Joft» iiöonnemeM! 1.10 Marl vro Monat. Singetragen in die Boil- Zeitung»» Vrer-liste. Unter Kreuzband für Teulichland und Oesterreich. Ungar» 2.50 Marl>ür das übrige Ausland t Marl uro Monat. Boilabonncmem» nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Bortuzal, Uumanierl. Schweden und die Schweig Vtchcidl lZgNch. Verllner Volksblctkk. S pksnnls) vle InsertZons-Sebühl' ketrigt für die fechSgefpaltene Kolonei» »elle oder deren Raum W Pfg. für xolitifche und aewerlschaftliche Vereins- «md VersamtnlungS-Anzcigen L0 Pig Sixieine Xv:exgen", das fettgedruckte fort 20 Pfg. lSUlllsstg 2 fettgedruckt« Worte), iedeS weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenon- »eigen das erste Wort 10 Pfg., jede» weitere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buch- Staden zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nurnnier müssen bis i Nhr nachmittags in der Expeditton »bgegeben werden. Die Exvesitton ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. lelsgramm- lldreffv «ZeÄZllleiliokröl liekllo-, Zentralorgan der rozialdcmokratifcbcti Partei Deutrcblands. lteöaktion: EW. 6S, Linöenstraße Z. Nernivrecher i Ami Morittvlav, Nr. ISI 30— 1SI S7. Don»csrstag, deu 4. November IVI5. Expeöition: EW. bS, Linöenstraße?. Kernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 13190—181.97. iülDQIig Des GM« MMMz. Amtlich. Großes Hauptquartier, deu 3. November 1915. tW. T. B.> Westlicher Kriegsschauplatz. Keiue wesentlichen Ereignisse. Am Souchez-Bach �nordöstlich des gleichnamigen Ortesj wurde ein vorgeschobenes, der Umfassung aus- gesetztes Grabenstück von etwa 109 Meter Breite uachtS planmäßig geräumt. Oeftlich von Perouue mußte ein englisches Flugzeug im Feuer uoserer Infanterie landen; der Führer(Offizier) ist gefangen genommen. westlicher Kriegsschauplatz. sseeeezgiuppe äe; Leneralkelämselchsll! o. sslnäendueg. Vor Dünaburg setzen die Russen ihre Augriffe fort. Bei Jlluxt und Garbunowka wurden fie abgewiesen, viermal stürmten sie unter außergewöhnlichen Verlusteu vergebens gegen unsere Stellungen bei Gateni au. Zwischen Swcnten- und Jlsen-See mußte unsere Linie zurückgcbogen werden, es gelang dort deu Russeu, daS Dorf Mikulifchki zu befetzeu. heerezgruppe des Generalfeldmarfthalls Prinz Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Clntlngen. Am Ogiusky-Kaual wurde eiu feindlicher Borstoß gegen die Schleuse vou Osaritschi abgeschlagen. Beiderseits der Straße Lisowo— Czartorysk find die Russen erneut zum weitereu Rückzüge gezwuugeu; 5 Offiziere, 660 Mann fiud gefaogeu genommen, 3 Maschinengewehre erbeutet. Bei deu Truppe» des Geuerals Grafen vou Bothmer wird uoch im Nordteil vou Siemikowce gekämpft. Balkankriegsschauplatz. Ufice ist besetzt. Die Straße Cacak— Kragujevac ist überschritten. Beiderseits der Morava leistet der Feind noch hartnäckigen Widerstand. In Kragujevac wurden 6 Geschütze, 20 Geschützrohre, 12 Minenwerfer, mehrere Tausend Gewehre, viel Muuitiou und Material erbeutet. Die deutschen Truppen der Armee des Geuerals vou Koeveß machten gestern 350 Gefangene und erbeuteten 4 Geschütze.— Die Armee des Generals von Gallwitz nahm iu deu letzten drei Tagen 1100 Serben gefangeu. Die Armee des Generals Bojadjieff hat westlich vou Planinica beiderseits der Straße Zajecar— Paraciu deu Feind zurückgeworfen, 230 Gefangene gemacht uud 4 Ge- schütze erbeutet. Südwestlich von Knjazevac verfolgen die bulgarischen Truppen, haben den Brückenkopf vou Svrljig genommen, den Svrljiski Timok überschritten und dringen über den Ples-Berg 11327 m) und die Gnlijanska(1369 m) nach dem Nisava-Tal vor. 300 Gefangeue und 2 Maschinengewehre fielen iu ihre Hand. Die im Nisava-Tal vorge- gangenen Kräfte wichen vor überlegenem Angriff ans, der Bogov-Berg(1154 m) westlich vou Bela Palanka ist be- hauptet. Ober st e Heeresleitung. »» w WneilNe Meioümetii. Wien, 3. November.(2 lautbart: 3. November 1915. T. B.) Amtlich wird vcr- Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe au der S t r y p a dauern an. Die Russen setzen Verstärkungen ein. Nördlich von Buczacz brach ein russischer Angriff unter unserem Feuer zusammen. Nördlich von B i e n i a w a wurde den ganzen Tag erbittert um den Besitz des Ortes Siemikowce gekämpft. Der gestern mitgeteilte Gegenangriff österreichisch-ungarischer Truppen führte nach wechselvollem Ge- fechte in den Nachmittagsstunden zur Bertreibung der Russen aus Dorf und Meierhof. In der Nacht griffen neue russische Kräfte ei», so daß einige Hänscrgruppen wieder verloren gingen. Heute wird weiter gekämpft. Auch am Teich nördlich von Siemikowce sind Kämpfe im Gange. Die unter dem Befehl dcS Generals v. Linsingcn stehenden österreichisch-ungarische» und deutschen Streitkräfte brachen mit ihrer Stoßgruppe bei Bielgow westlich von Czartorysk in die russische Hauptstellung ein. Es wurden fünf Offiziere und scchshundcrtsechzig Mann gefangen genommen und drei Maschinengewehre erbeutet. Sonst ist die Lage im Nordosten unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener setzte» ihre auf G o e r z gerichteten An- strengungcn an der Front von Plava bis einschließlich deS nörd- lichen Abschnittes der Hochfläche von Dobcrdo ununterbrochen fort. Gester« griffe« wieder sehr starke Kräfte an; fie wurden überall abgewiesen. In diesen Kämpfen verloren mehrere italienische Regimenter die Hälfte ihres Bestandes. Heute nach Mitternacht warf ein Lenlluftschiff zahlreiche Bombe» aus die Stadt Goerz ab. An den übrigen Testen der Südwestfront fanden keine bemerkenswerten Ereignisse statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die gegen Montenegro kämpfenden öfterrcichisch-ungarischc» Streitkräfte erstürmten südlich von A v t e v a c die auf feindlichem Gebiet liegend» Höhe Bebija und drei andere, von den Monte« «egrinern zäh verteidigte Berggipfel. Beim Sturm auf die Bebija- Stellung wurde ein 12-Zentimeter- Geschütz italienischer Herkunft erobert. Bon de» in Serbien operierenden verbündeten Streitkräften rückte eine österreichisch-ungarische Kolonne in U z i c e ein. Andere k. und k. Truppen stehen südlich und süd» östlich von Cacak im Gefecht. Südlich der von Cacak nach Kragujevac führenden Straße und aus den Höhen südösstich vou Kragujevac und nördlich und nordöstlich von Jagodina gewinnen die Angriffe der österreichisch-ungarische» und deutschen Streit- kräfle trotz des zähesten gegnerischen Widerstandes überall Raum. In Kragujevac wurden 6 Geschütz«, zwanzig Geschützrohre, zwölf Miaenwerfer, einige tausend Gewehre und viel Munition und KriegSgrrät erbeutet. Ter Stellvertreter des ChefS deS Generalstabe»: v. Hoefer, Feldmarschalleutnaut. Meldung üer italienischen Heeresleitung. Rom, 3. November.(W. it. S.) Amtlicher Bericht von gestern. Im Ledrotale eröffnete der Feind, außerstande, uns aus dem Becken von Bezzecca zu verjagen, ein heiliges, anhaltendes Ar- tilleriefeuer auf� die Dörfer. Bezzecca und Locca sind beschädigt. Lemzumo ist in Brand gesetzt. Unsere Truppen behaupteten fest die eroberten Stellungen. Im Sexlenbochtale sDrava) waren seindliche Truppen, die am Jnnichriedellnoten beobachtet wurden, das Ziel des genauen Feuers unserer Artillerie. Im Fellatale bei Lusroa südlich Lusnitz wurde eine feindliche Abteilung von den Unirigen angegriffen und zerstreut. Sie ließ Gewehre und Munition zurück. Aus den Höhen von Podgora drückten wir eine vierfache befestigte feindliche Schützengrabenlinie ein, über- schritten sie und machten 114 Gefangene, darunter drei Offiziere. Ein feindlicher Gegenangriff aus die Flanke mit den von den Görzer Brücken heraufgeholten Truppen wurde unter schweren Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Aus dem Karst vermochten unsere Soldaten, nachdem fie während der Nacht heftige Gegenangriffe des Feindes zurückgeschlagen und dem Feinde starke Verluste zugefügt halten, während des Tages längs der Nordhänge des Monte San Michele und gegen San Martina und Delcarso vorzurücken. Allen- »halben gaben unsere Truppen bewunderungswürdige Beweis« von Widerstandskraft, Tapferkeit und Opfermut. der französische Tagesbericht. Paris, 3. November. fW. T. B.> il m t l i ch e r B e r i ch t von gestern nachmittag: Im Lauf» der Nacht wird keiue be- deutende Alliou gemeldet Paris, 3. November. fW. T.B.) Amtlicher Bericht von ge stein abend: Gegenseitige, ziemlich heftige Beschießung west- lich von Lievin im Gebiete des Grabens von Calonne. In vor- geschobenen Verbindungsgängen im Abschnitt von Neuville-St.Vaast fanden lebhafte?kahlämpfe statt. Südlich von der Somme im Ge« biet von Chaulnes und Fouque-Court richtete unsere Artillerie wirksames konzentrisches Feuer gegen deutsche Schützengräben und traf feindliche Ansammlungen im Augenblicke der Ablösung. In den Argonnen sprangen mehrere deutsche Minen, ohne unsere Ar- besten zu beschädigen. Unser Jnianteriefeuer verhinderte den Feind, die Minentrichter zu besetzen. Von der übrigen Front ist nicht» zu melden. Belgischer Bericht: Vergangene nacht und heute morgen Ruhe. Heute nachmittag leichtes Arlilleriefeuer um Rhckelhoek, Caeskerke, St. Jacques Capelle und das Fährmannshaus. Keine ßrieöensverhanölungen. Madrid, 3. November.(W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Die deutsche Botschaft stellt formell in Abrede, daß Fürst B ü l o w beabsichtige, mit Madrid und Washington die möglichen Grundlagen des Friedens zu prüfen. der Untergang ües U- Sootes«.Turquoife�. Part», ft. November.(SB. T. 0.) Da» Mariue- «tnisteri n» bestätigt, daß da» franHÜftfch« Unterseeboot .Turquoise" im Marmarameer beschossen und v« r s e n k t wurde. Zwei Offiziere, vierundzwanzig Matrosen wurden gefangen ge. nommen. Die Sozialöemokratie Frankreichs unö See Krieg. Von Ed. Bernstein. II. Dauds-Bancel spricht sodann davon, daß trotz„Vorsatz» licher Ungeschicklichkeiten" des deutschen Botschafters v. Schön in Paris es zu keinen feindlichen Demonstrationen gegen diesen gekommen sei, bezeichnet aber die Handlungen nicht näher, denen er jenen Charakter beilegt, so daß es dahin- gestellt bleiben mutz, ob für den schweren Vorwurf, den der Ausdruck„vorsätzlich" in sich begreift, ein triffiger Anhalt vor- liegt. Für die Beurteilung des Verhaltens der französischen Sozialisten ist aber die Frage, ob ihre Annahme gerechtfertigt war, daß Herausforderungen der öffentlichen Meinung Frank- reichs � erfolgt waren— denn das besagen die obigen Worte— von geringerer Bedeutung, als die Frage, was sie im Angesicht dieser für sie bestehenden Voraussetzungen getan haben.") „Wir wollten noch immer nicht an den Krieg glauben", fährt Dauds-Bancel fort. Aber schließlich hätten sie sich dem Augenschein ergeben müssen. Eine auf den 2. August 1914 vom Verbände der Sozialisten von Paris und Umgegend (Seine-Departcment) in den Saal Wagram einberufene Volks- versamnilung, die eine Demonstration für die Erhaltung des Friedens hatte sein sollen und in der Dubrcuil, Vaillant, Compöre-Morel. Cachin und Marcel Senibat sprachen, hatte schon den Einmarsch der deutschen Truppen in Luxemburg als Tatsache vor sich und stand außerdem unter deni Eindruck von Meldungen über den Einmarsch deutscher Vorposten in Frank- reich. Angesichts dieser Sachlage gab Sembat in der Ver- sammlung folgende Erklärung ab: „Ihr seid zum Kriege gezwungen durch die Nichtachtung der Neutralität Luxemburgs und durch den Uebergriff des deutscheu Kaisertums, aber Ihr bleibt Sozialisten! Ihr kämpft weder im Rausche der Rachgier noch aus toller Lust am Kampfe. Das unterscheidet Euch von den Chauvinisten! Ihr kämpft, um die französische Kultur zu verteidigen und— die Freiheit der Völker... Wir wollen unS tapfer schlagen, um die französisch« Kultur zu retten, aber wir wollen nicht die deutsch« Kultur Vernich t en." Tags darauf erklärte Deutschland an Frankreich den Krieg. Die Angabe, daß französische Flieger bei Nürnberg Bonibcn geworfen hätten, wird von Dauds-Bancel mit einem scharfen Ausdruck als unrichtig zurückgewiesen. Am Morgen des 4. August rückten deutsche Truppen gegen dm Protest der belgischen Regierung in Belgien ein, und am Nachmittag des 4. August fand in vereinter Sitzung von Kammer und Senat die Abstimmung über die von der Regierung der Republik ge- forderten Kriegskredite statt. Im Hinblick auf die aufgezählten Tatsachen stimmte die sozialdemokratische Fraktion nunmehr ein- mütig für die Kredite, denn—„der Kampf gegen den deutschen Imperialismus und Militarismus niußte als ein Kampf für den Frieden erscheinen, als ein dcmokratisch-republikanischer Feldzug, für die Freiheit und den Frieden Europas", wie Gustave Hervö sich später ausdrückte. Mit ziemlich den gleichen Ausdrücken begründete End« August 1914 ein Manifest der sozialdemokratischen Kanimer- fraktion und Parteileitung den mit deren Zustimmung er- folgten Beitritt von Jules Guesde uud Marcel Scmbat zu dem„Ministerium der nationalen Verteidigung", das am 28. August gebildet wurde, als die deutschen Heere sich in be- drohlicher Schnelle Paris näherten. Aus einem zu jener Zeit von den Parteileitungen der belgischen und französischen Sozialisten gemeinsam an die deutsche Sozialdemokratie ge- richteten Manifest, worin die Genannten diesen ihre An- schaunngen auseinandersetzten, zitiert Dauds-Bancel folgen- den Satz: „Wir kämpfen nicht gegen das deutsche Volk, dessen innere Freiheit und äußere Unabhängigkeit wir hochhalten wollen. Wenn die Sozialisten Frankreichs und Belgiens sich der harten Not- wendigkeit des Krieges fügen, so geschieht es in der Ueberzeugung, daß sie damit das Prinzip der Freiheit und daS Recht der Völker auf Selbstbestiminung ausreckt erhallen. Sie hegen die Zuversicht, daß fie, wenn einmal die Wahrheit festgestellt sein wird, auch den Beifall und die Mithilfe der deutschen Sozialisten finde» werden." Da einige der Unterzeichner dcS ManifestS dem geschästS- führenden Ausschutz des Jnternafionalen Sozialistischen Bureau? angehören, wurde von feiten der Parteileitung der deutschen Sozialdemokratie der Vorwurf gegen sie erhoben, sie hätten das Manifest in dieser Eigenschaft unterzeichnet, und ward gegen die darin liegende Ueberschreitung der Zuständigkeit Verwahrung eingelegt. Die Annahme stellte sich später alZ *) Dt« Innahm« selbst ward übrigen« auch von Jaurd« getektt. Er hat sich in der Sitzung de» Internationalen Sozialistische» Bureaus vom 29. Juli 1914 sehr bestimmt in diesem Sinne au«- gesprochen. Ed. B. trrig heraus und die ihr zugrunde liegende Verwechselung wurde auch als solche anerkannt. Aber über dem Zustandig- keitsstrcit ijt es unterblieben, vom Inhalt des Manifestes denen etwas bekannt zu geben, an die es gerichtet war. Tie weiteren Ausführungen Daudä-BancelS handeln von dem Gesinnungswechsel Gustav Herdes und anderer französischer Sozialisten, die aus leidenschaftlichen Verfechtern des AntiPatriotismus und Antimilitarismus zu energischen Ver- fechtcrn eines Patriotismus geworden sein,„der manchen übertrieben zu sein scheint". Letzteres ist offenbar auch die Ansicht Daudö- Paneels. Der Umschwung wird von ihm darauf zurückgeführt, daß die Agitation Herdes wohl in Frankreich schöne Erfolge erzielt, in Teutschland aber immer nur ein mattes Echo gefunden habe, während in der„Action Onvriere" Professor Charles Amdlcr Nachweise dafür habe erbringen können, das; eine graste Anzahl deutscher Sozialisten sich„zur Kolonialpolitik, zum Imperialismus, ja vielleicht sogar zum Kapitalismus bekehrt" hätten. In seiner Enttäuschung sei Herbe zum anderen Extrem übergegangen und könne„seit der Kriegserklärung sich in erbittertem Sozialismus nicht genug tun". Anzunehmen sei. dast er, solange der Krieg fortdauere, dieselbe Haltung bewahren werde. .Warum? Weil für einen Franzosen oder Belgier, selbst wenn er a n t i m i l t a r i st i s ch gesinnt ist. die einzige Frage, die er augenblickilch zu beantworten hat, die folgende ist: wie kann man die dniischcn Armeen, welche jetzt in Frankreich und Belgien, Luxemburg und anderen Gebieten lagern, aus allen diesen Ländern vertreiben?" Einer der bekanntesten Vorkämpfer des revolutionären Syndikalismus, dem Daudö-Bancel vorhielt, dast seine Hal- tung kauin noch von der cineS llltrapatriotcu sich unterscheide, habe auf diesen Vorhalt geantivortet:„Ja, und das wird so bleiben, solange deutsche Truppen französisches Und belgisches Gebiet besetzt halten." Räumung dieser Gebiete sei für die graste Mehrzahl der französischen Sozialisten die Vorbedingung, „bevor von irgend etwas anderem die Rede sein könne". Dieses Gefühl sei durch die eingangs erwähnten und andere Vorkommnisse im Lager der deutschen Sozialdemokratie bei den französischen Sozialisten bis zur leidenschaftlichen Ver- bittcrung gesteigert worden. Sie sei in die Gemüter einge- zogen, als deutsche Sozialisten„behaupteten, sie führten den Krieg nur gegen den Zarismus und als, um diesen Zweck zu verwirklichen, vor allem Frankreich und Belgien verwüstet wurden". Wenngleich Daudö-Bancel auch selbst mit großer Bitter- keit von diesen Dingen spricht und, von diesem Empfinden hingerissen, e? inanchmal sicherlich an Objektivität mangeln lästt, unterläßt er eS doch nicht, seinem festen Glauben an die Wiederherstellung der Jnter- nationale Ausdruck zu geben. So schreibt er von dem Syndikalisten, dessen Bekenntnis zum Ultrapatriotismus er wiedergibt,„dieser selbe Mann wird aber, wenn einmal die deutschen Truppen abgezogen sind, wieder leidenschaftlich für die Ideen der Internationale zu Felde ziehen." Wird das wirklich eintreten? Beziehen wir die Frage nicht auf die eine Person, sondern auf die ganze Bewegung, so sagt eine einfache Uebcrlcgung, dast mit dem bloßen Ab- zug der Truppen nur erst ein Hindernis der Wiederherstellung der Juteruationalität beseitigt sein wird, und nicht einmal das bedeuisamste. Was am schwersten ins Gewicht fällt, ist nicht dieses äußere Hemmnis— 1870/71 hat der Krieg keinen Angenblick dem Glauben an die Internationale Abbruch getan—, sondern die inneren Erschütterungen, die sich in der Bewegung vollzogen haben, die Einbrüche in das gegenseitige Vertrauen der großen Sektionen der Internationale zueinander. Ehe der HeilungS» Prozeß hier nicht einsetzt, iverdcn äußere Veränderungen wenig zur Wiederherstellung dcS alten Verhältnisses bei- tragen. Vorbedingung zum Beginn jenes Heilungsprozesses aber ist gegenseitiges offenes Aussprechen zum Zwecke gegenseitigen richtigen Verstchens. lind dazu ist der Artikel Taudö-Banccls ein geeigneter Anfang. Auch konimt er für diesen Zweck nicht zu früh. Selbstverständlich kann vor Beendigung des Krieges von einer Aufnahme aller bisherigen Funktionen der Internationale nicht die Rede sein. Aber nur erst, wenn die Landesscktioncn der Internationale einander verstehen, können sie daran mitwirken, dast auf den Krieg ein wirklicher Friede folgt.__ Der ruMche Generalftabsbericht. Petersburg, 3. November. lW. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern: Der am 3t. Oktober begonnene Kampf bei dem Dorfe Kcmmern(7 Kilometer westlich Schlok) dauert ohne nennenS- werten Erfolg an. Ein gleichzeitig mit dem Angriff bei Kemmern ausgeführter feindlicher Angriff westlich des BabitfceS hatte zunächst Erfolg. Durch einen Gegenangriff stellten wir die alte Lage wieder her. Oesilich Friedrich st adt versuchte der Feind an einigen Stellen mit Booten das rechte Dlinaufer zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Westlich DwInSk, in den Kämpfen südlich des Siventensces, drangen unsere Truppen am 3l. Oktober vorwärts. Bei dem Dorfe Wolka s20 Kilometer südöstlich Baranowitfchi) machten wir bei einem kleinen Nachtangriff 170 Gefangene. In der Nacht zum 1. No- vember gelang eS unseren Schützen östlich Huta Liiowska, nordwestlich EzartorySk, durch einen Handstreich die feindlichen Schützengrüben zu besetzen, 412 Oesterreicher und Deulsche gefangen zu nebmen und Maschinengewehre zu erbeuten. Der heftige Kampf bei Budka westlich Czarlorysk dauert an. Gegen Abend des 81. Oktober machte der Feind erneut einen Angriff bei Komarow: er wurde zurückgeschlagen, in die Sümpfe getrieben und vernichtet. Die Zahl der Getöteten ist schlver festzustellen, auf dem Schlachtfeld- liegen Haufen feindlicher Leichen. Bei einem erneuten Angriff erlitt der Feind von neuein grotze Berluste und zog sich auf seine Schützengräben zurück. SüdwcfUich Tarnopol(21 Kilometer) glückte unseren Truppen dcr Ucbcrgang über den JSzezkowsee, sie landeten in der Nacht auf dem anderen Ufer, überschritten mehrere Drahthindernrslinien, die zum Teil im Wasser errrichtet waren, griffen den Feind an, brachten Verwirrung in seine Reihen und töteten einen großen Teil der Deutschen und Oestcrreicher mit dem Bajonett. Etwa 400 Mann wurden gefangen genommen. Bei Siemikowee an der S t r y p a südlich des Jfzezkow-See» dauert der Kampf an. Am t. 1l. nabmen unsere Truppen das Dorf Rakowice<4 Kilometer füdlich Siemikowee) und den Wald von Rakowice im Sturm. Bis fest ist die Zahl der ge- iangenen Deutfchen und Oefierrcicher in den Kämpfen vornSl. 10. und 1. 11. an der Slrypa auf 30 Offiziere und 3300 Soldaten seftgeftcllt. fisquiths Kriegsreöe. London, 3. November.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau verbreitet den folgenden ausführlichen Bericht über die Rede des Premierministers Asquith. Asquith wurde mit lautem lang- andauerndem Beifall begrüßt, als er sich erhob, um seine Erklärung abzugeben. Nachdem er daS Bedauern und die Sympathie des ganzen Hauses für den König zum Ausdruck gebracht halte, dessen Verletzung glücklicherweise nicht schwer sei, sagte er: Die Erklärung, die ich abzugeben im Begriffe bin, wurde durch Umstände verzögert, die ich nicht ändern konnte. Die Verzögerung hatte eine Folge, die vielleicht von Borteil ist. Sie ermöglichte mir, von allen Seiten Vorschriften, Ratschläge, Ermahnungen und Warnungen zu erhallen.(Gelächter.) Ich fürchte, ich werde viele Erwartungen enttäuschen müssen, nicht zum loeniasten die Erwartungen derjenigen Ratgeber, die zu denken scheinen, daß eS meine Pflicht fei. heute hier entweder als Missetäter auf der Anklagebank zu erscheine», der, so gut er es vermag, eine zweifelhafte Sache verteidigt, oder als ein in wcitze Kleider gehüllter Büßer mit Kerzen in beiden Häilden, der Buße tut und um Vergebung bittet.(Heiterkeit.) Ich beabsichtige nicht, eine dieser beiden Haltnngeii einzunehmen.(Lauter Beifall.) Ich iverde als Haupt der Regierung sprechen/z3 Ilhr angesetzt, aber schon von 1 Uhr an kamen die Besucher von allen Seiteil, um sich ein Plätzchen in der voraussichtlich überfüllten Versammlung zu sichern. Gleich nach 2 ilhr wurde der Zugang zum Saal polizeilich abgesperrt. Nun staute sich die bis 8 Uhr an- lommende Menge vor dem Eingange und in den angrenzenden Straßen. Ein großer Teil von ihr hielt bis Bersammlungdschluß um 1li6 Ilhr au-s. Die aus dem Lokale strömenden Mengen wurden zu einem Teile von der Polizei nach der Boscstraße ge- wiesen, der andere sehr erhebliche Teil ging dem Promenadenring zu und verschmolz mit den Wartenden. Dann ging es ohne Ver- abredung, gleichsam als verstünde es sich von selbst, unter Gesang den Raihausring einlang in losen Scharen nach dem Rathaus zu. An der Ecke der Schulstraße bog man in diese ein, dann ging's die Burgslraße entlang, am Rathaus und Königsplatz vorüber, vor die Kreishauplmannschaft. Nach wenigen Minuten ging die Menge dann auseinander. In Braunschwelg fand eine Demonstration gegen die LebeiiSmittellenernng am Montagabend in Form einer besonders stark von Frauen besuchten Volksversammlung statt. � Reichstags- abgeordneter Genosse Antrick kritisierte die Tätigkeit der Reichs- und Landesregierungen wie deS Bundesrats in der Lebcnsmittclfrage. Neben einer Resolution mit Forderungen � an ReichSrcgicrilng und LandeSregieriliig wurde auch der Antrag einer Frau angenommen, eine Frauendeputatlon an das braun- ichweigische StaalSministerium und den Stadtmagistrat zu ein- senden. Tie Deputation, zu der die Mitglieder sofort � gewählt wurden, soll die Behörden auf den Ernst der Lage aufmerksam machen. kriegsbekanntenachungen. Geldsendungen an KnegS- und Zivilgefangene in England. Geldsendungen an deutsche Kriegs- und Zivilgefangene in Eng- land sind mehrfach Ivegen Gleichartigkeit des Namens oder wegen ungenügender Anhaltspunkte sür die Feststellung des richtigen Empfängers an Gefangene zur Auszahlung gekommen, für die sie nicht bestimmt waren. lim den daraus entstehenden Weiterungen und Ilnzuträglichkeiten für die Folge vorziibengen, wird empfohlen, gleichzeitig init der Aufgabe der Geldsendung dem kriegsgefaiigencn Angehörigen den Namen des Absenders, den Betrag der Sendung und den Aufgabe- ort besonders mitzuteilen. Auf Grund dieser Angaben kann die Anszahliiiig der Poslainveisiliigen an die Empfangsberechtigten Von der AussichtSbehörde konlrollien werden. Letzte Nachrichten. Eine Erklärung des Kabinetts Briand. Paris, 3. November.(W. T. B.) Meldung der Agence HavaS. Die Erklärung der Regierung, die heute nachmittag von B r i a n d in der Kammer und von V i v i a n i im Senate verlesen wurde, lautete: Meine Herren, erwarten Sie keine langen Erklärungen von uns. Die Stunde gehört der Tat. Aus die Tat hin müssen alleKräfte der Regierung angespannt sein. Aus klare, scharfe, schnelle Entschlüsse, auf eine von leeren Formalitäten, von jedem Zaudern ubd von jeder Ungewißheit freien und schnellen Ausführung wer- den wir unsere Sinne und unsere Tatkraft richten. Tie Haupt- sächlichste Aufgabe der Regierung ist, alle lebendigen Kräfte deS Volks durch.Gliederung im Hinblick aus den Krieg aus« zunützen, zu diesem Zwecke alle Bemühungen aller öffent- lichen Dienstzweige zusammenzufassen und zu vereuiigen. Durch enges und unaufhörliches Zusammemvirkeii eines jeden guten Willens wird der Sieg errungen werden. Jeder muß an seinem Platze der Anregung der Regierung folgen, seine Auf- gäbe erfüllen. Jeder Verstoß gegen die durch das Lebens- interesse des Vaterlandes gebotene Disziplin wird unver- züglich nach Feststellung der Verantwortlichkeiten energisch geahndet werden. Jedem Fehler und jeder Schwächeanwandlung wird die Sühne folgen. Auf der Grundlage dieses Programms wurde die Regierung gebildet, die sich Ihnen vorstellt. Sie wurde als das Ab- bild des Volkes selbst gebildet, welches aus eigenem Antrieb eine vollständigere Einigkeit aller Bürger gegenüber dem Feinde verwirk- lichte. Männer aller Parteien vergessen die Meiiiungsverschiedeii- heiten, die sie einst trennen konnten, und sie nähern sich einander mit der einzigen Sorge: Landesverteidigung! und mit dem Ziele: Sieg! Niemals hatte Frankreich eine würdigere Armee, um zu siegen. Die Regierung muß mit Hilfe der Kammern diesen Helden, die wir mit Bewegung und Stolz begrüßen, alle Mittel hierzu in die Hand geben. Soldaten und Führer, in gegenseitigem Vertrauen vereint, wetteifern in Mut und Selbstlosigkeit im Dienste des Vater- lnndes. Sie entwickeln in den Schützengraben wie auf vcii Schlacht- feldern die höchsten Eigenschaften unserer Rasse. Jeden Tag fügt ihr Mut dein Ruhinesglanze Frankreichs einen Strahl mehr hinzu. Bis dieses ihrer Tapferkeit gesteckte Ziel erreicht ist, werden ste, die auf die Meisterschaft Des großen Führers, der sie befehligt, voll und ganz vertrauen, und die seine ruhige Zuversicht in den End- erfolg teilen, kämpfen. Mit einer solchen Armee, die von einein solchen Führer befehligt wird, und mit einer Marine, die sie so wirksam unterstiltzt, sind alle Hoffungen erlaubt. So folgt das Land, das des Abschlusses dieses Krieges sicher ist, den Wechselfällen des Krieges mit miverwirrbarer Gelassenheit und Kaltblütigkeit. Sein Stoizismus zeigt es zu allen opjern, selbst zu den grausamsten und schmerzlichsten, bereit. Diese während fünfzehn Monaten be- wahrte hohe moralische Haltung veranlaßt die Regierung, die Zensurfrage in Erwägung zu ziehen. Diese Frage muß eine Lösung >, die schon seit einiger Zeit gesucht wird. Gewerkschaftliches. Otrfln and Umgegend. KriegSbeschSdigtenfürforge im Berliner Handels« und Transportgewerbe. Auch im TranSporlgewerbe find zwischen den beiderseitigen Organisationen Vereinbarungen über die Einstellung der Kriegs- beschädiglen zustande gekommen. Diese Vereinbarungen, die sich vorerst nur auf Grost-Berlrn erstrecken, wurden zwischen dem Verein Berliner Spediteure, dem Ortsverband Berlin der Arbeirgeber in den Transport-, Handels- und Verkehrsgewerben und dem Verband der Berliner Kohlengrosihändler einerseits und dem Transport- arbeiterverband l. Bei der Sachlage ist es bemerkenswert, daß ein gelbes Blatt, der.Bund Organ des Karlellverbandes deutscher Werkvereine es wagt, sehr energisch gegen die.Arbeitgeber-Zeitung' aufzutrumpfen, Der Philosoph der.Arbeitgeber-Zeitung'. Dr. Felix Kuh. der in diesem Blatt allwöchentlich liefsinnigk Gedanken über alle mög- lichen Probleme zmn besten gibt, hat sich kürzlich auch mit der Frauenarbeit beschäftigt und dabei Me Ansicht der fochten, daß es.im Jnteresie der deutschen Volkswirtschaft' liege auch naw dem Kriege die fiMge weibliche Arbeitskraft in weitgehendstem« Maße auszunutzen. Als besondere Perle leistet er sich die Behauptung, daß in den Fällen, wo die Frau für die gleiche Arbeil einen niedrigeren Lohn beziehe als der Mann, sie nicht zu gering bezahlt sei. Vielmehr werde diese Behauptung dahin„um- zudeuten' sein,„daß n i ch l d i e F r a u zu wenig, sondern der Mann zu viel erhält'. Drese Weisheit geht selbst dem sonst so braven Organ der wirtschaftsfriedlichen Werkvereins über die Hutschnur. In einer Polemik gegen den Herrn Dr. Kuh von der.Arbeitgeber-Zeitung' schreibt der.Bund': .Ein Betrieb, der nur dadurch aufrecht» erhalten werden kann, daß er übermäßig weib- liche Arbeitskräfte d e s ch ä f t i g t. w e i l sie erheb- lich billiger sind, der aus Wettbewerbsrück- sichten Löhne zahlt, die zu einer angemessenen Lebenshaltung nicht ausreichen, ist auf die Dauer nicht lebensfähig und nicht lebens» berechtigt.' Wir trauten unseren Augen kaum, als wir diele Worte an jener Stelle lasen. Sie sind übrigens auch im Original durchichossen; das gelbe Blatt will also einen bewnderen Nackdruck darauf legen. Man erichrickt ordentlich vor der Energie, die der„Bund' gegen das Unieniehmer- tum aufbringt, welches seine Existenz auf billige Arbeirkräfte auf- baut. Wir können uns aber beruhigen, die Sache ist nickt so schlimm gemeint, und die hinter dem.Bund' stehenden Werlverein« werden sich hüten, aus diesem Bekenntnis ihres Organs etwa die Konsequenzen zu ziehen. Der.Bund' selbst wird auch künftig wieder über die.Slrcikgcwerkickaflcn' wettern, die gegen Unter- nehmer austreten, welche„aus Wetibewerbsrücksicklen' Löhne zahlen, die zu einer angemessenen Lebenshaltung nickt ausreichen'. Der .Arbeitgeber-Zeitung' empfehlen wir, diesen Fehltritt des gelben Blattes nicht etwa der ganzen.wirlsckaftssriedllcken Arbeiter- bewegung' entgelten zu lassen. Sie bleibt auch weiter ein will- tädrigeS Werkzeug der Unlernehmerinieressen und verdient völlig das Wohlwollen, das ihnen von den Unlernehmerverbänden entgegen- gebracht wird._ Versammlungsrecht der Eisenbahner in Sachsen. Kürzlich sollte in Leipzig eine Eisenbahnerversammlung statt- finden mit einem Referat über„Tie jetzigen Lebensmittelpreise und die Entlohnung bei der sächsischen Staatsbatzn'. Die Polizei hatte die Erlaubnis zur Abhaltung der Versammlung erteilt und die Einladung dazu war durch Handzettel ergangen. Am Ver« sqmmlungstage nachmittags 3 Uhr wurden die Arbeiterausschutz- Mitglieder zum Bauamtmann R e u m a n n bestellt und dort wurde ihnen eröffnet, daß nach den Einladungszetteln zu urteilen, der Transportarbeiterverband die Absicht habe, den Burgfrieden zu brechen, denn die Herren könnten an der Teuerung auch nichts ändern, mithin würde nur der Zweck verfolgt, die Eisenbahnarbeiter zum Verbands heranzuziehen. Die Generaldirektion balts aber ihre vor dem Krieg erlassenen Verfügungen betr. Eisenbahnarbeiter und Transportarbeiterverband auch jetzt noch aufrecht. Die Arbeiter seien daher vor dem Besuch dieser Versammlung gewarnt. Tie Arbeiterausschußmitglieder bekamen den Auftrag, dies ihren Arbeitskollegen mündlich mitzuteilen. Die Warnung hat ibren Zweck natürlich nicht verfehlt. Zur Versammlung waren 9 Arbeiter erschienen, die von dem Verbot nichts erfahren hatten Die Generaldirektion der sächsischen Staats- eisenbahnen wird wohl noch Gelegenheit bekommen, sich zu der Angelegenheit zu äußern._ Der Verband deutscher Buchdrucker hat während der Kriegszeit sgenauer vom 2. August 1914 bis zum 36. September 19löj nicht weniger als 3 267 669 M. ArbeitSloienunterstützung gezahlt. In allen Unterstützungszweigen wurden b 63ö 722 M. ausgegeben, an Familienunteritützung 718 969 Dt. Sürtdor- Preis e AWERTHEIM Donnerstag ba Smnaabond Morgenröcke Morgenjacke Plauachstoff mft_ abstechendem Schalkragem....... a.D J Morgeniacke«a Rauschstofl mit.__ AUaskragen und Aermelauischlägen.. Morgen] acke«D halbwoflenera q nc Flauschstoff mit gesteppter Atlajgarnit Morgenrock aus Rauschstoff mit. g-. gepunktem Besatz............ Morgenrock aus Rauschstoff.« neuer Schnitt mit Sammetgainitur.. 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Golfblusen 6.90 Woll.Korsettschoner. gestrickt................. 1 aillentucher farbig £�""Beinkleider 2.90—.... 2.70 3.60 4.75 Unterröcke Rock aus Halbtnch mft Tresse besetzt 2.50 Rock tu» reinwollene» Velour»-. q/n Ansatz mit Tresse besetzt....... Rock aus reinwollenem Velour»- � Qrv Ansatz in Säumchen.......... O.i/U Rock aus Wolltrifcot m. angekraustem qz-v Atlas Ansatz und Hohlsaum-Garnitur i»yyJ Seidene Röcke aus guter weicher Seide, modern verarbeitet, Ansatz reich in Saumchen oder mit kleinen bogig aufgesetzten Frisuren.. 15.75 Regenschirme Damen- n. Herren-Regenschinne GloriaseMe o rjn Halbseiden. Surah c n/t mitFuttend D.i-U mltTaffet-Putterai D."U Seidener Serge mit Futteral...... 6.75 Damen-Regenschirme �«c halbseidener Serge mit Honigriffe».. O./ D Seide, In dunklen Farbe»....... 7»7 5 Zervelatwurst... Fwnd 2.70 Plockwurst..... Fl und 2.50 Teewurst....... Pfund 2.80 Mettwurst Pfund 2.70 Knackwurst Pfund 2.80 Berliner Mettwurst Rund 1.85 Jagdwurst...... Rund 2.10 Feine Leberwurst Rund 2.30 Landleberwurst.. Rund 1.75 Zungenwurst____ Pfund 2.20 jeden Sonnabend Frltchi Blil- 1. Seniillibirf irst Pfund 1.40 Sclmiortlelscll�.'� l.io Hanl dicke Rippe™ 1.30 Rlnderkamm____«malM. Haromeidüiifiufitj-w»« I.t5 ftoasttieef«, Kochen. Hund l.io �kelkcW..... Fln.dl.15 DinHoifiict i nn l-ekaeklez fleisch pi«d l.io «81(1161- �1.30 srathöhner Ptu. 1.70 1.90 Rinderquerrippe H-d90pt Süppenhütinerm.UO 1.80 Hammelkeule 1.40 fasanen.»»�2.75�4«. Hamraelr0cken!"oPSl.30(rammslsuhgel->-°» 50 PI Für Feldpost: Landleberwurst... Dose 2.30 Fleischwurst..... Dose 2.30 Kraftfleisch Dose 1.60 Bratwurst...... Dose 1.60 Zunge.......... Dose 2.25 Gekochter Schinken w Scheiben....... Dose 1.50 Fleischsalat SQlze Dom 85pi verantw. Redakteur: Alfred Scholz, Neukölln. Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verl«,: Vorwärts Buckor. u. VerlagsamtaU Paul Singer St Co., Berlin S\V. Hierzu 1 Beilage u. UtttcrijaliuagSbC Kr. 305. 32. Jahrgang. Stilnif des Jorniilrts" ßttlincr WIkdiR Dannerstag. 4. Navember 1915. Nmisteeialverfügung über öie Unter- ftützung öer Kriegerfamilien. Das soeben erschienene„Ministerialblatt für die Preußische innere Verwaltung" enthält den Wortlaut der Verfügung des Ministers des Innern vom 14. Oktober 1915 über die Erhöhung der Unterstützung der Kriegerfamilien. Die Verfügung enthält eine Reihe verständiger Hinweise darauf. daß jede Engherzigkeit bei der Gewährung der Unterstützung zn vermeiden ist. Zu wünschen wäre die cnd liche Befolgung dieser Mahnungen in der Praxis. Der Wortlaut der Verfügung geht dahin: „Mü Rücksicht auf die außerordentliche Steigerung der Preise fast aller Lebensmittel werden die nach Z 5 des Gesetzes vom 28. Februar 1888,4 August 1911 an die Kriegerfamilien zu zahlende» Mindestsätze der Familienunterstützungen für die Monate N o- v e in b e r bis einschließlich April auf IS Marl für die Ehefrauen und 7, ö 9 M a r l für die sonstigen unter- stützungsberechtigten Personen erhöht. Für die spätere Erstattung dieser Beträge aus Reichsmitteln ge möß Z 12 des Gesetzes wird Sorge getragen Werden. Die Erhöhung der Mindestsätze darf von den LieferungS- verbänden nicht etwa als Anlaß angesehen werden, nunmehr die von ihnen bisher g e tv ä h r t e it Zu- schösse entsprechend herabzusetzen. Die Maßnahme bezweckt keineswegs eine Entlastung der Lieferungsverbände, sie soll vielmehr den Familien von Kriegsteilnehmern in vollem Umfange zugute kommen. Die LieferungS' verbände müssen daher die ihnen hierdurch erwachsenden Mehr- ausgaben bis zur Erstattung durch das Reich ganz auf sich nehmen. Im übrigen gibt mir die Tatsache, daß bei den Zentralmstanzen täglich zahlreicheBeschwerden von unterstützungsberechtigten Ehefrauen und anderen Angehörigen von Kriegsleilnehmern einlaufen, die nicht immer für unbegründet erachtet werden können, Veranlasiung, erneut darauf hinzuweisen, daß eine von �jeder Engherzigkeit freie Prüfung der B e d ü r f ti g k e i t S f r a g e ein dringendes Erforder- n i S i st. Nur bei tv o h l w o l l e n d e r Prüfung der ge stellten UnterstützungSanträge wird erreicht werden, daß von dem vor dem Feinde stehenden Ernährer der Familie das seine Nervcnkraft beemträchtigende Gefühl ferngehalten wird, für seine Angehörigen werde nicht genügend gesorgt. In vielen Fällen wird die BedürftigkeilSfrage unter Hinweis auf die Ar beitSfähigkeit und Arbeitsgelegenheit für die Ehe- frau oder sonstige Angehörige verneint. Ganz gewiß müssen diese dazu beitragen, den zum Lebensunterhalt erforderlichen Verdienst möglichst selbst zn erwerben. ES darf aber hierbei nicht außer acht gelassen lv erden, daß die Ausnutzung der ArbeiSkraft der Ehefrauen nicht selten durch das Vor ha»den sei ii von kleinen Kindern, die der mütterlichen Aufsicht nicht entbehren können, er- schwert wrrd. In solchen Fällen wird des- halb, wenn nicht eine anderweite sachge- mäße Beaufsichtigung der Kinder möglich ist, die Unterstützung nicht unter Hinweis auf die Arbeitsfähigkeit versagt werden könne n. ES darf auch nicht unberücksichtigt bleiben, daß bei der langen Dauer deSKriegeS die Bedürftigkeit nicht nur in dem Fehlen von Mitteln zur Bestreitung des Lebens Unterhalts in die Erscheinung tritt, sondern sich auch in der Not wendigleit der Beschaffung von KleidungS stücken aller Art und— beim Nahen des Winters— von Brennmaterial äußert. Wenn derartige Bedürfnisse durch Naturallieferungen be friedigt werden, so ist dagegen nichts einzuwenden; für erforderlich halte ich es aber, daß diese Naturallieferungen angesichts des für sie notwendigen, im Verhältnis großen Kostenauf- wandeS nicht anf die Mindest Unterstützungen in Anrechnung gebracht, sondern als Zusatzunler- stützungen gewährt werden. Die Lieferungsverbände genügen ihren Verpflichtungen nicht schon, wenn sie von den Familien der Krieger die u n- mittelbare Not fern hallen, sondern sie sind darüber hinaus verbunden, ihnen— lvenn auch naturgemäß in bescheidenen Grenzen— ein Leben zu ge- währleisten, das neben der Existenz der Familie auch die Möglichkeit der Erziehung der Kinder durch die Mutter bei Abwetenheil des Vaters gestattet. Daß hierzu, wenn nicht andere Einnahmequellen hinzu- treten, die Mindestsätze trotz der Erhöhung bei den gegenwärtige� TeuerungSverhältnissen häusig nicht hinreichen werden, liegt aus der Hand. Die Familienunterslützungeit werden in der Regel auch dann an die Angehörigen von KriegSgefaiigenen oder Vermißten weiter zi, zahlen sein, wenn ihnen nach 8 der Kriegsbesoldungsvorschrift die ganze Löhnung des Ernährers oder ein Teil derselben bewilligt wird. Bei Beurteilung der Bedürftigkeit ist in diesen Fällen in Betracht zu ziehen, daß der Ernährer keine Erspainisie mehr nach Hause schicken kann, im Gegenteil selbst auf Zuwendungen von Hause angewiesen ist. Eine Kürzung oder Entziehung der Fa- milienunlerstützung wird daher nur in denjenigen Ausnahmefällen berechtigt fein, in denen nach Lage der Verbältniffe und mit Rück- ficht auf die Höhe der LöhnungSbelräge eine Bedürftigkeit nicht mehr anzuerkennen ist. Ferner mache ich aus Anlaß eines Einzelfalles darauf auf- merkiam, daß ollein auf Grund der Zeichnung eines mäßigen Be- träges auf eine Kriegsanleihe die Frage der Bedürftigkeit noch nicht zu verneinen ist. ES gilt hier dasselbe, Was in meinem Erlasse vom 3. Februar lölö von der Nötigung zum Verbrauch gemachter Eriparnisse gemgt ivorden ist; es können also lediglich die Zinsen Berücksichtigung finden. Ich ersuche die Lieferungsverbände, gefälligst erneut auf vor- stehende Gesichtspunkte hinzuweisen und erwarte, daß sie sich eine sorgfältige und w o h l w o l l e n d c P r ü f u n g d c r Gesuche� um F a in i I i e n u n t e r st ü tz n n g angclege n sein lassen, damit die ÄampfeSsreudigkeit unserer Soldaten unter allen Umständen erhallen bleibt." Mus öe? Partei. Eine Tournee Anton FendrichS. In Ergänzung unserer Richtigstellung in Nr. 301 sendet uns Genosse Anton Fendrich noch eine Berichtigung. Da er auf deren Wiedergabe besoiidercli Wert legt, kommen wir seinem Ersuchen hiermit nach: »Sie haben unter anderen Dingen die für die Beurteilung der Sachlage allerwichiigste Talfache ausgelassen, daß der Vortrag, bei welchem die angebliche in Wahrheit nicht einmal versuchte. Pfändung stattgefunden haben sollte, im RathauSfaal in Karlsruhe, also gewlsiermaßen i» einem ofstzielleil Lokal, IvaS mit der Partei mcht das geringste zu tun hat. gehalten worden sei. Der Vortrag, der um volle zehn Jahre zurückliegt— es können sogar ett ,ein— fo„d im Parteilokal an der Kaiierftraße in Karlsruhe in einer von der Partei und GeWerk» schasten zugleich veranstalteten Versammlung statt, �cu uverlafie es Ihren Leiern, zu beurteilen, was dazu ge- bort,>!>» aus diesem Taiöesiand Ihre Zuschrift zurecht zu destillieren. Ich stelle ferner reit, daß es sich bei dem Gläubiger um einen Parteigenoiicu gehandelt hat, der gegen mich ei» wohlhabender Mann war, und zwar gleichfalls Parteigenosse. Es ist gleichfalls wichtig, daß Ihre Leser das wissen, um zu beurteilen, wie bösartig es von Ihrem Korrespondenten war. eine ihm wohlbekannte, Harm- lose und in internen Parteikreisen vorgekommene alte Angelegenheit in sensationeller Aufmachung als literarischen Skandal zu berichten." Anton Fendrich. Mus Inöustrie unö Handel. Dividenden der Großbanken. Die„Frankfurter Zeitung" bringt unter dem üblichen Vorbehalt Dividendem'chätzungen der Berliner Banken: Bei der Deutschen Bank dürste eine Aenderung der Dividende si. V. 10 Proz.) erfolgen können. Ein angemessener Ueberschuß dürfte bei der Disko»lo-Ges ellschaft vorhanden sein, so daß dieses In- stitut mit Leichtigkeit den vorjährigen Dividendensatz(8 Proz.) wieder wählen kann. Bei der Dresdner Bank werden die reinen Ueberschüsse zweifellos die Verteilung der vorjährigen Dividende von 6 Proz. wiederum gestatten. Bei der D a r in st ä d t e r Bank ist zweifellos ein ähnlicher oder mindestens so hoher Gewinn wie sin Vorjahr zu gewärtigen, demnach keine geringere Dividende als da- malS, 4 Proz. Die Berliner Handelsgesellschaft dürfte bei weiter günstigem Verlauf einen ersten vorsichtigen Schritt nach oben tun, indem sie 0 Proz.(S Proz.) zur Verteilung bringen wird. Bei der N a t i o n a l b a n k verbieten eS die Zeitverhältnisse, die russischen Beziehungeii und die»och immer höchst unbestimmten AnS sichten des JmmobilienmarkteS, ohne weiteres den Gewinn voll aus zuschütten. Ob das mit einem Teil geschehen soll oder nicht, das sind Entschlüsse, auf deren Lösung die verschiedenen Vorfragen Ein- stutz haben, auf die die Verwaltung wohl erst im Frühjahr eine Antwort finden kann. Die Commerz- und DiSkontobank wird wie im Vorjahr ein ebenso reichliches Gewinnreiultat aufweise» und ohne Mühe l>/z Proz. mehr(l'/a Proz.) ausschütten können. Die Mitteldeutsche Creditbank wird bei der Dividende des Vorjahres(ö'/z Proz.) stehen bleiben. Das Bündnis mit Zwischenzölle». Der Bayerische Jiidustriellenverband faßte in einer kürzlich ab' gehaltenen Sitzung init Bezug auf eine wirtschaftspolitische Annähe' rung zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn folgenden Be schlüß: Die Gesamtvorstandschaft des Bayerischen Industriellen- Verbandes hält einen engeren handelsvolitischen und wirtschaftlichen Zusammenschluß Deutschlands mit Oesterreich-Ungarn nach dem Kriege für unbedingt notwendig. Zu diesem Zwecke ist es Wünschens wert, daß beide Staaten unter vorläufiger Beibehaltung der allmählich abzubailenden inneren Zollinie eine zielbewußte gemeinsanie Handelspolitik nach außen verfolgen und gleichzeitig auf möglichste Anpassung der gegenseitigen wirtschaftlichen, sozialpoli- tischen, verkehrspolitischen und verwaltiingSrechtlichen Gesetzgevung hinwirken. Soziales. Beleidigung einer HandluugSgehilfin vor dem Kanfmanns- gencht. Falschs, ehrenrührige Bezichtigungen, die leider die Be leidigte in den Tod trieben, spielten in der letzten Sitzung des Kausmannsgerichts eine erhebliche Rolle. Der Fall hatte leider einen tragischen Abschluß gefunden: DaS zn unrecht bezichtigte Mädchen, eine Verkäuferin, hat im Gefühle feiner Unschuld sich das Leben genommen. Es sollte von dem Chef, dem Inhaber eines P u tz g e s ch ä ft s, Oskar Franke, wegen eines Ware n mankos in Anspruch genommen werden und wurde außerdem von der Frau des Prinzipals in Verdacht gebracht, in Beziehungen zu ihrem Ehemann getreten zu fein. Die Ehefrau warf die jugendliche Verkäuferin selber aus dem Geschäft hinaus. Das hatte zur Folge, daß das in seiner Ehre lief gekränkle junge Mädchen sich vor Scham in die Spree stürzte. Nach dem Tode der Ber- käuferin sah die eifersüchtige Ehefrau selber ein, daß ihr Verdacht unbegründet gewesen war. Jetzt klagten die Erben der Selbstmörderin gegen deren früheren'Arbeitgeber auf Nach- zahlung der wegen des Krieges abgezogenen Beträge. Sie meinen, daß das junge Mädchen Anrecht hatte, bis über den Krieg hinaus behalten zu werden, nachdem sie in die Herabsetzung des Gehaltes willigte. Nur durch Verschulden der Firma sei Frl. L. vorzeitig aus der Stellung gekommen, die Be- klagte müsse somit wenigstens die gekürzten Beträge nachzahlen.— Das Kauf mannsgericht hielt den Anspruch der Erben leider für unberechtigt. Wie der Vorsitzende. Dr. L i s s a u e r, ausführte. sei der Fall zwar sehr traurig, aber das junge Mädchen habe keinen zwingenden Grund gehabt, deswegen aus dem Leben zu scheiden. Der Anspruch entbehre darum jeder rechtlichen Grundlage. Die Entscheidung ist irrig: Zum Unglück für die Kläger kani ihre Klage vor die Kammer des Dr. Lissauer, dessen von der Ansicht anderer Kamniern abweichende irrige Anschauung wir wiederholt besprochen haben. Zu der Sache selbst könnten die Erben vor dem ordentlichen Gericht viel weiter gehende Ansprüche wegen der hinfälligen üblen Nachrede erheben. Wichtiger als ein etivaiger Schadenersatzanspruch ist die Fest- stellung der völligen Hinfälligkeit der Beschuldigungen. Durch- aus unentschuldbar ist die leichtfertige Erhebung kränkender Beschuldigungen durch einen Chef oder seine Frau. Tief be- dauerlich ist es, ivenn die Beschuldigte in ihrer begreiflichen Erregtheit zu anderen Schritten als dem greift, volle Recht- fcrtignng vor dem Gericht zu verlangen. Ein prinzipieller Fall für die A. E.°G. Uiiicr dieser Ueberschrift berichteten wir am 20. Oktober über eine GewerbegericbtSklage, die eine Arbeiterin wegen einer Lohn- fordcrung von 9 M. gegen die A. E.-G. führte. Die Klägerin glaubte diese Forderung noch zu haben, weil sie infolge des mangel- haften KontrollsystemS der Finna einen Teil ihrer Alkordarbeit nicht bezahlt erhalten habe. Auch das Gericht kam in jener Sitzung zu der Ansicht, daß das Kontrollshstem bei den betreffenden Arbeiten durchaus nicht einwandfrei sei. Der beklagten Firma, die diesen Fall aus prinzipiellen Gründen durchfechten wollte, wurde aber Gelegenheit gegeben, in einem neuen Termin Gegenbeweis gegen die Behauptungen der Klägerin zu siihren. Das ist nun geschehen. In dem neuen Termin legte der Vertreter der A. E.-G. einen großen Stoß Bücher und Papiere vor, den das Gericht einsah und infolgedessen zu der Ansicht kam, daß die Buchführung der A. E.-G. doch zuverlässiger und beweiskräftiger sei, als die nachträglich ge- machten flüchtigen Aufzeichnungen der Klägerin. Hierauf nahm die Klägerin auf Anraten des Vorsitzenden die Klage zurück. Ein Kriegsbeschädigter als Kläger. Ein Schriftsetzer, der sich als Soldat im Felde außer einer Verwundung, die geheilt ist, auch ein Nierenleiden zugezogen hat, tvelcheS gegenwärtig noch ärztlich behandelt wird, war in der Buchdruckerei von Jäckel beschäftigt und klagte beim Ge- werbegcricht auf 76 M. Schadenersatz wegen kündigungsloser Entlassung. Diese steht, wie sich aus der Verhandlung ergab, in einem gewissen Zusammenhang mit der durch das Leiden des Klägers verursachten nervösen Reizbarkeit. Die Entlassung erfolgte, weil der Kläger gegen eine Buchhalterin seines Chefs tätlich geworden war. Der Anlaß zu diesem Konflikt war der: Die Buchhalterin, die sich nach Angabe des Klägers den Schriftsetzern gegenüber als eine Art Vorgesetzte ausspielte und sich dadurch nicht nur beim Kläger, sondern auch bei seinen Kollegen un- deliebt gemacht hatte, öffnete ini Arbeitsraum der Schriftsetzer eine Tür, wodurch der ttlüger der kalten Zugluft ausgesetzt wurde. Obgleich der Kläger die Tür schloß und sich das Oeffnen derselben nach- drllcklich verbat, sperrte die Buchhalterin die Tür nochmals wieder auf. Dadurch wurde der Kläger so erregt, daß er die Buchhalterin mit einem Handtuch, welches er gerade benutzte, ins Gesicht schlug. Nun rief die Buchhalterin den Chef telephonisch herbei und trug ihm unter reichlichem Tränenerguß den Hergang vor. Der Kläger ent- schuldigte sich wegen seines Verhaltens, wurde aber sofort entlassen. Der Beklagte ist der Ansicht, das tätliche Vorgehen des Klägers gegen die Buchhalterin sei ein ausreichender Grund zur kündigungs- loten Entlassung. Der Kläger— sagte Herr Jäckel— sei ohne hinreichende» Grund, anscheinend, weil er ein Weiberfeind sei, aggressiv gegen die Bnchhalierin vorgegangen. Dem widersprach der Kläger und sagte, als Mann, der sich die feindlichen Kugeln habe um die Ohren pfeifen lassen, wolle er sich nicht von einer jungen Danie wie einen dummen Jungen behandeln lassen. Nach der Be- ratung des Gerichts riet der Vorsitzende, M a g i st r a t S r a t S ch a l h o r n, zu einem Vergleich, weil der Fall nicht zweifelsfrei liege. ES stehe fest, daß der Kläger, der nervös ist, ge- reizt worden sei und die Buchhalterin sich ihm gegenüber nicht korrekt benonmien habe. Auch spreche für den Kläger, daß er sich entschuldigt habe. Der Beklagte ging schließlich auf den Vorschlag des Vorsitzenden ein und zahlte dem Kläger im Vergleichswege 30 Mark._ Vom Arbeitsnachweis vermittelt, aber nicht eingestellt. Die Inhaberin einer Bäckerei hatte beim Arbeitsnachweis der Bäckerinnung einen Gehilfen bestellt, aber auf mehrmalige tele« phonische Anfrage die Antwort erhalten, sie könne keinen Gehilfen bekommen, weil keiner da sei. Dann bestellte die Meisterin einen Gehilfen beim paritätischen Arbeitsnachweis der Bäcker in der Gor- mannslrahe, der die Bestellung sofort erledigte. Am nächsten Morgen traten dann bei der Bäckermcisterin zlvei Gehilfen an. Der eine kam vom paritätischen Arbeitsnachweis, der andere vom Arbeits- Nachweis der Innung. Der letztere wurde zurückgeschickt und klagte deshalb beim I n n u n g s s ch i e d S g e r i ch t auf Zahlung eines TagelohneS. Die Beklagte wurde zur Zahlung verurteilt, weil nach dein Statut des Arbeitsnachweises der Innung ein vermittelter Gehilfe nicht ohne zwingenden Grund � zurückgewiesen werden darf und der Kläger infolge seiner Zurückweisung tatsächlich einen Arbeitstag eingebüßt hat. In einem anderen Falle hatte derselbe Kläger auch vom Arbeitsnachweis der Bäckerinnung eine Stelle zum Antritt am nächsten Morgen erhalten. Er meldete sich aber schon am vorher- gehenden Nachmittag zwischen 4 und 6 Uhr auf der Arbeitsstelle. Dort war soeben der beim Militär stehende Bäckermeister auf Urlaub eingetroffen. Er erklärte, er mache jetzt seine Arbeit selber und brauche keinen Gehilfen. Die Klage des letzteren auf Zahlung eines TagelohnS wies das JnnungSschiedSgericht ab mit der Begründung: Wenn der Kläger nachmittags 5 Uhr nach dem Arbeitsnachweis ge- gangen wäre, dann würde er, weil jetzt stets Nachfrage nach Arbeits- kräften ist, sofort andere Arbeit bekommen und nichts eingebüßt haben. Da er den Arbeitsnachweis nicht sogleich aufjuchte, habe er den Schaden selbst verschuldet. „Unlantere" Nebenarbeit. Bei Verhandlung einer Klage, welche eine Zeichnerin gegen den Inhaber eines Reklamebureaus, Kurt Lissa, vor dem Gewerbe- gericht führte, kam zur Sprache, daß die Zeichnerin beim Beklagten mit einem Monatsgehalt von 7ö M. angestellt war. Um ihr ge- ringes Einkommen aufzubessern, hat die Klägerin nebenbei auch hin und wieder für andere Auftraggeber Zeichnungeu angefertigt. Weil diese Auftraggeber Konkurrenten Lissas sind, und einer derselben sein früherer Angestellter war, so erklärte Herr Lissa es als ein unlauteres Verhalten, wenn seine mit monatlich 75 M. entlohnte Zeichnerin auch für die Konkurrenz arbeite. Lissa hat deshalb die Klägerin ohne Einhaltung der Kündigungsfrist entlassen und ihr längere Zeit die Papiere vorenthatten. Die Klägerin forderte deshalb 75 M. Schadenersatz, erklärte sich aber im Vergleich» Wege mit(30 M. befriedigt._ Krebsleiden als Unfallfolgt. Daß als EntstehungSursache eines KrebsleidcnS auch Unfälle in Betracht kommen können, ist eine von ärztlichen Autoritäten an- erkannte Tatsache. Es müssen natürlich, um den Zusammenhang als gegeben erachten zu können, gewisse Vorbedingungen erfüllt sein. So sagt z. B. Prof. Dr. Thieme, daß für den Zusammenhang des Leidens mit dem Unfall der Stoß oder die Quetschung unter einer nicht unerheblichen Gewalteinwirkung vor sich gegangen sein, daß sich sofort Zeichen der Verletzung, wie Blutunterlaufung, Schwellung usw., bemerkbar gemacht haben muß. Auch bezüglich der Entwicke- lung eines KrebSleidenS nach einem Unfälle kommt die Zeitdauer in Betracht. Als kürzeste wird ein Monat, als längste der Zeit- räum von zwei Jahren angesehen. Der Nachweis des Zusammen- hangcS ist daher äußerst schwer zu führen, um so schwerer, wenn schließlich der erstbchaiidelnde Arzt der Verletzuiig nicht allzuviel Bedeutung beimißt. Im folgenden Fall gelang eS, den Nachweis des Zusammenhanges des Krebsleidens mit dem Unfall zu führen. Der Ankerwickler W. erlitt am 27. September 1911 dadurch einen Unfall, daß eine ca. 70 Pfund schwere eiserne Spule aus der Maschine sprang und ihm unterhalb der Brust gegen den Magen schlug. Kurze Zeit darauf hatte W. Blulspucken. Zeugen des Un- falls waren nicht vorhanden, W. erzählte jedoch seinen Mitarbeitern sowie dem von ihm in Anspruch genommenen Arzt den Vorfall. Trotzdem sich nach einiger Zeit Beschwerden einstellten, unterließ eS 28., seine Ansprüche bei der Berufsgenossenschaft geltend zu machen. Am 9. September 1912 erlitt dann W. einen zweiten Unfall. indem er beim Drahtziehen abrutschte und sich mit voller Wucht mit der Faust wiederum gegen den Magen schlug. W. wurde hierbei be- wußtloS. Am 28. Oktober 1912 verstarb W. Der behandelnde Arzt konstatierte als Todesursache Magenkrebs. Die Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektro- technik, bei der die Witwe nunmehr Anspruch auf Zahlung der Hiiiterbliebenenrente erhob, lehnte denselben ab. Die Ge- nossenschaft hielt einen Zusammenbang des Todes mit dem Unfall nicht für erwiesen. Sie stützte sich hierbei auf ihren Vertrauensarzt, obwohl der behandelnde Llrzt Dr. Sk., Spezialarzt für Magenleiden, auf Grund einer Röntgenaufnahine den Zusammenhang für gegeben angeseheii hatte. DaS OberversichernngSamt Groß- Berlin schloß sich der slusfassung der BerufSgenossenschaft an. DaS R e i ch s v e r s i ch e r u n g S a m t, bei dem Rekurs eingelegt wurde, forderte von dem behandelnden Arzt Dr. Sk. ein Gutachten ein. Dasselbe war für die Klägerin günstig. Es wurde die Sache tluter Aufheblilig der Entscheidung des Oberver- s i ch e r u u g S a m t S zur weiteren Verhandlung und Entscheidung au dieses zurückgewiesen. DaS OberversichernngSamt forderte nun ein Obergutachten vom Prof. Dr. W. ein. Auch dieser Arzt hielt den Zusammenhang deS zum Tode führenden Magen- krebseS mit dem von W. zuerst erlittenen Unfall für gegeben. Ter Frau wurde ihrem?lnlrage gemäß die H i n t e r b l i e b c n e n- r e» t e zugesprochen. Von der Einlegung des Rekurses nahm die Berufsgenossenschaft Abstand. Zu Ken Stadtveroröneten- Vahlen. OeffentNche Betriebe gehören in die Hand der Gemeinde sie müssen von ihr betrieben und verwaltet werden. Diesen Leitsatz hat die Sozialdemokratie in der Gemeinde von jeher verfochten, und die sozialdemokratische Fraktion im Rathause hat mit allem Nachdruck und mit aller Entschiedenheit diese Forderung bei den verschiedensten Gelegenheiten zur Geltung gebracht. Soweit es sich um den Betrieb der Strastenbahn handelt, hat die Gemeinde nur zun, kleinen Teil und auch uur als Gegengewicht eigene Straßenbahnlinien eingerichtet. Der größte Teil des Straßenbahnverkehrs ruht auch heute noch in den Händen von Privaten Verkehrsgescllschaften. Nur die Untergrundbahn Nord— Süd wird von der Stadt hergestellt, während die Linie Neukölln— Gesundbrunnen wiederum einer Privatgesellschaft überlassen worden ist. Wie es aber so oft geht, Forderungen an die heutige Gesellschaft ringen sich cud- lich durch, wenn sie mit Ausdauer und Zähigkeit verfochten werden. Das zeigt sich deutlich an der endlichen Berstadt- lichung der Berliner Elektrizitätswerke, die Anfang April von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde und die am 1. Oktober von der Stadt übernommen worden sind. Es wäre ein Kapitel für sich, die großen Hemmungen auf diesem Gebiete aufzuzeigen, welche Einflüsse und Interessen gerade jahrelang zur Geltung gebracht wurden. Wie oft ist unsere Forderung, diese Werke zu verstadtlichen, mit den verschiedensten Argumenten bekämpft worden, und trotzdem haben unsere Genossen unermüdlich ihre Forderung wieder- holt. Endlich ist das Eis gebrochen; und wenn schließlich auch der Kvieg zur Verwirklichung unserer programnmtischen Forderung sein Teil beitragen mußte: die Tatsache steht fest, daß nicht zum wenigsten dem stetigen Drängen der Sozialdemokraten im Roten Hause die endliche Berstadt- lichung der Berliner Elektrizitätswerke zu danken ist; nur die Widerstände sind durch die komplizierten Verhältnisse leichter überwunden worden. Leider hat das lange Widerstreben der Mehrheit im Rathause der Stadt die Uebenrahme der Werke nicht unerheblich verteuert. Die sozialdemokratische Fraktion im Rathause hat es als ihre Aufgabe betrachtet, sich der in den städrischen Betrieben Beschäftigten warm anzunehmen. Immer haben die Jnter- essen der städtischen Arbeiter und Angestellten in den sozial- demokratischen Vertretern ihre Fürsprecher gefunden. Das zeigte sich insbesondere bei der Beratung im Oktober und November 1914 über die Erhebung von Beiträgen zur An- gestelltenversicherung, bei der Frage des Ruhegeldes und der Hinterbliebenenversorgung Ende Oktober 1914, bei der von unseren Genossen beantragten Teuerungszulage für städtische Arbeiter und Angestellte Ende April 1915. Und schließlich ist es auch gelungen, der Organisation der städtischen Arbeiter selber die Anerkennung zu verschaffen, auf die sie Anspruch hat, indem ihre Vertreter offiziell mit den zuständigen Behörden in direkte Beziehung treten. Auch im allgemeinen hat die sozialdemokratische Fraktion ihrer Aufgabe, die städtische Sozialpolitik vorwärts zu bringen, in der umfangreichsten Weise genügt. Auch hier hat der Krieg Forderungen reifen lassen, die unsere Genossen seit Iahren mit großem Arbeitsaufwand vertraten. Die Sorge für die Arbeitslosen war nach Kriegsausbruch dringlicher als je; die Einführung einer Arbeitslosenunterstützung war nicht mehr abzuweisen. Und wenn auch die Höhe der von der Stadt im Oktober beschlossenen Unterstützung für Arbeitslose manches zu wünschen übrig ließ, so liegt doch darin, daß sie in engster Verbindung mit den gewerkschaftlichen Organi- sationen ein großer Vorzug für die Arbeiterschaft überhaupt ist. Was früher als utopisch bezeichnet und glatt abgelehnt wurde, jetzt setzte man unsere Vorschläge in Wirklichkeit um. Es ist immer eingewendet worden, daß diese Beschlüsse nur möglich waren durch Zustimmung der Mehrheit der Stadtverordneten. Das ist richtig. Aber niemals wären auf verschiedenen Ge- bieten der städtischen Verwaltung die Fortschritte erreicht worden, wenn nicht die sozialdemokratischen Stadtverordneten im Rathause gesessen hätten. Ihren Einfluß zu heben, zu stärken, ist die dringendste Aufgabe der Wählerschaft am 7. November. Mus Groß-öerlin. Tie Kartoffelhöchstprcise für Verlin. Der Berliner Magistrat hat eine Verordnung über Kartoffel- Höchstpreise im Kleinhandel erlassen, die gestern schon in Kraft ge- treten ist. Danach darf der Preis für 1 Pfund Kartoffeln in Berlin im Kleinhandel den Betrag von 4 Pfennigen nicht übersteigen, also 10 Pfund dürfen nicht mehr als 40 Pf. kosten. Als Kleinhandel im Sinne dieser Verordnung gilt der Verkauf an den Verbraucher, so- weit er nicht mehr als 50 Kilogramm zum Gegenstande hat. Zu- widerHandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit einer Geldstrafe bis zu 1l)l) M. bestraft. Daneben kann auf den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. » Eine Anzahl Händler weigerte sich, die Kartoffeln zu den vor- geschriebenen Preisen zu verkaufen; jedenfalls hatten sie denselben oder einen höheren Preis zahlen müssen. Die Zurückhaltung dieser Lebensmittel wird unter Umständen schwer bestraft. Der§ 1 der Bekanntmachung gegen übermäßige Preissteigerung vom 23. Juli 1915 lautet: Werden Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere Nahrungs- und Futtermittel aller Art sowie rohe Naturerzeuguisse, Heiz- und Leuchtstoffe, die vom Eigentümer zur Veräußerung er- zeugt und erworben sind, zurückgehalten, so kann das Eigentum . an ihnen durch Anordnung der Landeszentralbehörde oder der von ihr bezeichneten Behörde auf eine in der Anordnung zu be- zeichnende Person übertragen werden. Die Anordnung ist an den Besitzer der Gegenstände zu richten; das Eigentum geht über, so- bald die Anordnung dem Besitzer zugeht. Neben den strengen Strafen, die auf Zuwiderhandlungen gegen die Bekanntmachung ruhen, kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, ohne Unter- schied, ob sie dem Verurteilten gehören oder nicht. Ferner kann an- geordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten deS Schuldigen öffentlich bekannt zu machen ist. Zum Fleisch- und Fettverbrauch. Tie Bekanntmachung zur Einschränkung im Fleisch- und Fett- verbrauch hat im Gastwirlsgewerbe zu großen Verwirrungen Anlaß gegeben. Jnfolgedeffeu nahmen die Vertreter des GastwirtsgewerbeS von Berlin geitcrn Veranlassung, im Handelsministerium bei dein zu- ständigen Dezernenten um Aufklärung zu bitten. Geheimrat Hoff- mann legte dar, daß am Dienstag und Freitag weder Fleisch, Wurst oder Fleischwaren verkauft werden dürfen, auch nicht belegle Brote oder Brötchen mit Wurst, Speck, Schinken, Braten und Sülze. Diese Bestimmung, die im Z 1 enthalten ist, gilt für Fleischer, Fleischwarenhändler, Gast- und Schankwirtschasten, Speiscwirt- schaflen, Kantinen, Pensionen, Privalmillagstische und ähnliche Betriebs. Am Montag und Donnerstag dürfen verkauft werden Gemüse, selbst wenn es mit Fett zubereitet ist, gekochtes Fleisch in jeder Aufmachung, Wurst und Braten als Belag auf Brölchen oder Brot. _8liii Sonnabend darf Schweinefleisch nicht verkauft werden. Zulässig ist aber auch am Sonnabend Schweinebraten auf Brot oder Brölchen als Belag. Verteilung der neuen Zusatzkarten. Bei der nächsten Brotkartenverleilung werden von neuem auch Zusatzkarten verteilt. Die Verteilung wird gleichzeitig mit der der Haupibrolkartcn erfolgen, und zwar so, daß alle, die Miitelstücke der Ziifatzkaiten aus der veraangenen Periode beim Hausbesitzer oder dessen Stellvertreter abliefern, von diesem auch entsprechende Zusatz- karten für die nächste Periode erhallen. Es liegt daher im eigenen Interesse jedes Empiängers von Zusatzkarlen, die Mitlelstücke dieser Karlen mit Sorgiall aufzubewahren. Wer eine Zusatzkarre zugeteill erhalten Hai und seine Wohnung wcchielt, erhält von der Brotkommiision der neuen Wohnung wehere Zusatzkarten, wenn er sich bei dieier Broltoinmission unler Vorlegung der Zusatz- tarlen der laufenden Periode als berechtigt ausweist. Kann er dies nicht, so muß es ihm überlassen bleiben, einen neuen Anlrag zu stellen. Untersagte Handelsbetriebe. Das Polizeipräsidium teilt mit: Auf Grund der Bundesralsverorduung vom 23. September 1915, betreffend Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel lR.-G.-Bl. S. 693>. in Verbindung mit Ziffer 1 der Ausführungs- bestiminungen des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 27. Seplembcr 1915, bat der Polizeipräsident von Berlin dem Fabrikanten Wilhelm Müller hier. Kochstr. 6. den Handel mit Petroleum sowie jede milletbare oder unmiltelbare Beteiligung an einem solchen Handel wegen Unzuvcrlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt.— Aus den gleichen Gründen hat der Polizeipräsident von Berlin dem Agenten Theodor Buchholz hier, Bundesratsufer 13, jegliche Handelstätigkeit(insbesoiidere als Ver- mittler, Agent oder Verlreier) bei Lieferung von Gegenständen des Kriegsbedarfs untersagt. Ein Dpfcr unerlaubter Hilfe ist eine Frau geworden, deren Persönlichkeil noch nicht festgestellt werden konnte. Die Unbekannte hielt sich seit kurzem bei einer Frau G. in der Sorauer Straße aus und starb dort plötzlich. Ein Arzt, deir Frau G. rief, erkaunle, daß ein unerlaubter Eingriff zum Tode geführt hatte. Die Leiche wurde beschlagnahmt und zur Obduktion nach dem Schauhause gebracht. Die Polizei ermittelte, daß eine frühere Hebamme Bogahsky von der Friedrichsgracht 39, die ihr schon von früher her als gewcrbs- mäßige„Helferin" bekannt war, ihre Hand im Spiele Harle. Die Verhaftete bestreitet, daß sie die Tote keiine. Sie kennt sie aber ganz sicher, weil sie ohne Zweifel mit ihr in Briefwechsel gestanden hat. bevor sie nach Berlin kam. Sie Hai sie ja auch auf dem Bahnhof in Einpfang genommen. Die Verstorbene soll aus Ketzin sein. Warnung vor Neppern. An den Unrechten kam gestern ein aller Nepper, der länger nichts mehr hatte von sich hören lassen. Ein 42 Jahre aller. Arbeiter" Georg Zacher, der die Nepperei schon lange betreibt, machte sich in der Linienstraße an einen Mann heran, den er wohl für besonders geeignet hielt. Mit einem bezeichnenden Augenzwinkern vertraute er ihm an, daß er in Leipzig ein„Ding gedreht" und einen Osnick— eine Uhr— zu verkaufen habe. Der Mann ging zum Schein aut den Handel ein, zog aber die Verhandlung in die Länge, ließ auch durchblicken, daß er augenblicklich nicht soviel Geld in der Tasche habe, um eine so schöne Uhr kaufen zu können und brachte so den Verkäufer in die Nähe eines Schutzinanns. Hier wies er sich Plötz- lich als Kriminalbeamter aus und nahm Zacher fest. Sein Osnick war eine ganz wertlose Nepperuhr, die er an den Mann bringen wollte. Nach V Uhr keine Spirituosen. Es wird vereinzelt die Ansicht vertreten, daß in Gast- und Schankwirtschasten dem Neunuhrverbot unterliegende Spirituosen, die vor 9 Ubr abends bestellt und verabreicht worden sind, noch nach 9 Uhr genoffen werden dürfen. Diese Auslegung des Ausschank- Verbots ist rechtsirrtiimlich und wird als Umgehung dieses Verbotes angesehen. Nach 9 Uhr abends dürfen in Gast- und Schank- wirtschaften Spirituosen weder verabreicht noch genossen werden. Für die Befolgung dieser Vorschrift ist der Wirt verantwortlich. Zur Verkehrsregelung in der Friedrichstrafte teilt das Polizei- Präsidium mit: Während der Bauausführung der Nordsüdbabn in der Friedrichstraße zwischen der Bchrenstraße und der Straße Unter den Linden wird das Verbot, die Charlottenstraße zwischen den beiden letzlbezeichneten Straßen in südlicher Richtung zu befahren fBekanntmachung vom 23. 1. 11. X. E. 153/11), aufgshoben. Desgleichen wird im öffentlichen Verkehrsinteresse das Verbot, die Charlottenstraße in südlicher Richtung zu befahren, bis auf weiteres außer Kraft gesetzt._ Eisenbahnunfall bei Bernau. Amtlich. Berlin, 3. November.(W. T. B.) In Kilometer- station 21,00 der Strecke Berlin— Stettin zwischen den Bahnhöfen Bernau(Mark) und Zepernick(Kreis Niederbarnim) c»t- gleiste heute nachmittag 1 Uhr 23 Minuten der Personenzug 592 von Stettin niit Lckkomotive, Packwagen und einem Personenwagen. Menschen nicht verletzt. Der Personenzug 592 wurde nach Bernau zurückgezogen und mit dem Personenzug 444 vereinigt nach Berlin abgelassen. Er erlitt eine Verspätung von einer Stunde. Ter Betried wird zwischen Bernau und Buch eingleisig aufrechterhalten. Die Ursache ist noch nicht ermittelt. Die Gesangvereine„Männcrchor Ost" und„Sängcrchor Wcddiug" (M. d. D. A.-S.-B.) veranstalten am Sonntag, den 7. November, in ObigloS Konzertsälen, Koppenstr. 29, unter Leitung ihrcS ChormeisterS Emil Thilo ein Herbstkonzert. Zur Mitwirkung sind die Solisten: Kammersänger A. Sistermans(Baß), Igl. Kammermusiker Paul Treff (Cello) und"Komponist Karl Kämpf(Flügel) gewonnen. Anfang des Konzerts 6 Uhr. Kleine Nachrichten. Eine Bande von fünf Bauernsängern wurde gestern von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht.— Zwei Raubanfälle sind im Tiergarten wieder verübt worden. Die Täler, die noch nicht ermittelt werden konnten, sind in beideir Fällen wieder junge Burschen, die sich zur Abend- und Nachtzeit in dem Park herumtreiben.— Ein schweres Brandunglück hat sich in Johannis- thal ereignet. Dort wollte gestern die zehnjährige Schülerin Elli Altmann in Abwesenheit der Eltern Kaffee auf dem Küchenherde wärmen. Dabei kam sie der offenen Gasflamine zu nahe, die ihre Schürze ergriff, und in wenigen Augenblicke» stand die Kleidung des Mädchens in hellen Flamme». Glücklickwrwcise hatte die Schülerin die Geistesgegenwart, sich in die zufällig mir Wasser ge- füllte Badewanne zu werfen und so das Feuer zu löschen. HauS- bewohner, die auf die Hilferufe der Verunglückte» hiuzueilten, brachten die Verunglückte nach dem Krankenhause, wo festgestellt wurde, daß das Mädchen doch bereits so schwere Brandwunden am ganzen Körger erlitten hat, daß Lebensgefahr besteht. Mus öen Gemeinden. Kartoffelpreise für Charlottenburg. Die Preisprüfungsstelle Charlottenburg trat gestern Dienstag unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Maier zu ihrer ersten Sitzung zusammen, in der zunächst die Vereidigung der Mitglieder vorgenommen wurde. Den Haumgegenitand der Verhandlunaen bildete die Festsetzung des Kleinhandelspreises für Kartoffeln. Die Preisprüfungsslelle beschloß, dem Magistrat einen Preis von 4 M. für den Zentner Speisekartoffeln im Kleinhandel, also 40 Pf. für lv Pfund, als angemessen vorzuschlagen. Wenn es auf einem Charlottenburger Wochcumarkie zu Mißverständnissen zwischen Ver- käuseru und Käuferu tider den KaNoffelkleinhaiidelSpreis kam. io sind diese Mißverständnisse nicht begründet in st ä d t i> ch en Maßnahmen. da der Kleinhandelspreis tür Kartoffeln durch den Magiilral als zuständige Behörde für die Preisfestsetzung erst in den nächsten Tagen festgelegt werden wird. Die Stadt Coarlotienbutg wird sich an der Pteisprütungsstelle Groß-Berlin beteiligen und als-bre Vertreter in die Fachausschüsie die Herren Stadtrat Dr. Gottste.n, Direktor Dr. Badl'e, die Stadtverordneten Klick und Kantze». ach und das Mitglied der PreispriHungsstelle Charlottenburg, Hm» Hoppe, entsenden.___ Städtischer Gemüsebau in Charlottenburg. Da der Anbau von Gemüse auf städtischem Gelände in Char- lottenburg sich gut bewährt hat. hat der Magistrai auf den Vor- schlag der Parkdepiitation beschlossen, außer den bisherigen 50 Morgen noch weitere 50 Morgen im Jahre 1916 mit Gemüse zu bebauen. Lebensmittelversorgung in Weiffensee. Auf Grund der Interpellation unserer Genossen bat die Finanz- lommiision be'chlossen, alles aufzubieten, um die bestehende Teuerung zu lindern. In der Verkaufsstelle, Langbansstr. 103, sollen jetzt schon zum Verkauf gelangen: bunte Bobnen das Pfund zu 50 Pf.. weiße Bohnen zu 55 Pf., Bohncnmehl zu 45 Pf., Erbiemnebl zu 55 Pf., Speck nur in Bieitgen bis zu 1 Pfd.. und zwar tür 1,70 M. das Pfund. Eier 18 Pr. das Stück. Jeder Käufer bat sich mit einer AuSwciskarte zu versehen, die aut dem Rathauie erhältlich ist. Betcchligt zum Kauf sind nur solche Personen, die ein Einkommen bis 2500 M. versteuern. Den Herings- und Fiichverkaus hat der Gemeinnützige Verein übernommen, dessen Vcrkaussstelle sich in der Gäblerstr. 9 befindet. Weiter sollen noch angetauft werden 100 Zentner Butter und mehrere tausend Zentner Kartoffeln, die zum Teil gratis an die Kriegcifraucn verteilt iverden sollen. So- weit dteselben noch Kartoffeln lauten wollen, sollen Ratenzahlungen gestattet sein. Es ist werter geplant, einen größeren Posten Milch zu pachten und diese zum Selbstkostenpreis an die mit AiiSwciskarie Venehencn zu verkaufen. Brennmaterialien sollen zum Teil au die Kriegerttauen zur unentgeltlichen Verteilung gelangen und zum Teil auch an andere verkaust werden, soweit der Vorrat reicht. Die hiesige Gasaniialt ist nicht in der Lage, an die Gemeinde Koks ab- zugeben, da die Großhändler alles aufgekauft haben. Schon i»t vorigen Jahre zeigten untere Genossen, daß die englische Gasanstalt keine Rücksicht aus die hiesigen Einwohner nebme. Der Großhändler Bahr hat seinen Vorrat an Koks für l,45 M. den Hektoliter zur Verfügung gestellt._ Sitzung der Gemeindevertretung Adlcrshof. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde die Dringlichkeit zweier Anlräge anerkannt. Der Antrag des Herrn Kruft empfahl Reichsregietung und Reichstag zu ersuchen, eine Kriegsgewimisteuer einzuführen und den Gemeinden zu gestatten, Kommunalsieucr- zuichläge davon zu erheben. Der Antrag unserer Genossen ver« langte Maßnahmen gegen die unerhörteit Preissteigerungen aller notwendigen Lebensmittel.— ES fanden zunächst einige Ersatzwahlen zu den einzelnen Ausschüssen statt. Neu in den Kreisausschuß wurde an Stelle des zum Kriegsdienst einberufenen Genossen Kronewald, Genossin Hoppe, an Stelle der ausgeschiedenen Herren Mielke und Dr. Linne, die Herren Weber und Metzger geivählt.— Bei der Aufstellung der Gemeindewählerlisie für das Jahr 1916 wurde von bürgerlicher Seite beantragt, die Liste des Jahres 1915 bei den nächsten Wahlen zugrunde zu legen und von einer Neu- aufstellung Abstand zu nehmen. Genosse Büttner verlangte Neu- ausstellung der Liste und Aufnahme der Kriegsteilnehmer mit ihren alten Steuersätzen, weil sonst bei den im nächsten Jahre notwendigeit Wahlen ein Teil der Einwohner ihres Wahlrechts verlustig gehen. Gegen die Stimmen unserer Genossen wurde von einer Neuaussiellung der Liste abgesehen. Für die Errichtung eines Mieteinigungsamtes beantragten unsere Genoffen, 6 Beisitzer, von jeder Abteilung 2, zu wählen. Die bürgerlichen Vertreter bestandeit aus ihrem Vorschlage, nur die Wahl von 4 Beifitzern vorzunehmen. Genosie K l o d t begründete den soziaidetnokraiischeit Vorschlag, indem er daraus hin- wies, daß bisher, um die Parität zu wahren, von allen Abteilungen die gleiche Anzahl Vertreter für die von der Gemeinde eingesetzten Kommissionen gewählt wurden. Der letzte Vorschlag sei daher ein Bruch der bisherigen Gepflogenheit. Gewählt wurden nur 4 Beisitzer: von bürgerlicher Seite die Hausbesitzer Kruse und Luft sowie der Mieter Lehrer Paul Wilde, von den sozialdemokratischen Kandidaten nur Genosse K l o d t als Mieter. Den Vorsitz soll Herr Rechtsanwalt Dr. Rosenbaum übetnehmcn. Der Arbeiterlurnvcrein hatte beantragt, ihm die Kosten für die Benutzung der Gemcindc- turn Halle während des Krieges_ zu er lassen. Von unseren Vertretern wurde daraus hingewiesen, daß die umliegenden Ge- meinden bereits in diesem Sinne beschloffen hätten. Bc- schloffen wurde: Die Vereine tragen die Kosten für Be- leuchtung und Reinigung. Die Heizungskosten usw. über- nimmt die Gemeinde. Der Antrag betreffend Kriegsgewinnfteuer wurde angenommen. Bei der Teueriingstnterpcllation unserer Ge- nossen wurden umfaffende Maßnahmen der Reichsregic- rung gegen die Lebensmittelsteigerung verlangt und die Ver- sorgung der Bevölkerung mit billigen Lebensmitteln durch die Gemeinden gefordert. Die Vertretung schloß sich ein- stimmig den in der Berliner Stadtverordnetenversammlung an« genommenen Anträgen an. Vom Gemeindevorsteher wurde zugesagt, alles zu tun um billige Lebensmittel den Einwohnern zuzuführen. Kammcrmusik-Konzert der Stadt Tchöncberg. Die„Deputation für Volksunterhaltungcn" veranstaltet zum ersten Male wieder in diesem Jahre ein Volkskonzert am Sonntag, den 7. November, nachmittags 4fl, Uhr, in der Hobenzollernichulc, Belziger Str. 48—52. Das Programm bestreiten die Kammermusil- Vereinigung der königl. Kapelle und die Sopranistin Frau Grum« bacher de Jony. Zum Bortrag gelangen: W. A. Mozart, vtvsrtüuLuto, Fr. Schubert: Lieder, L. van Beethoven: Großes Septctt._ Gerichtszeitung. Verwässerte Butter. Wegen lmsscntlichen Vergehens gegen das Nahrungs- mittelgesetz tvar der Buttergroßhändler Ernst A l b r c ch t vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte angeklagt. Von seinem Geschäftslokal in der Trcsckowstraßc aus ver- sorgte er Kleinhändler in Berlin und den Vororten zu Ver- kaufszloecken. Der NahrungSmittelpolizei, die im Februar und März dieses Jahres bei solchen Kleinhändleru Butterproben ankaufen ließ, fiel der sehr hohe Wassergehalt der untersuchten Butter aus. Während der gesetzlich zulässige Höchstgehalt an Waffer für gesalzene Butter 16 Proz. beträgt, wurde hier ein Wassergehalt von 26,21 Proz. fest- gestellt. Durch diese Untersuchungen wurde die Spur aus den Lieseranten Albrecht gelenkt. In dessen Geschäftslokal fand als- dann eine Probeentnahme statt, bei welcher Gelegenheit fest- gestellt wurde, dast Mreckit seine Vutter bon der Eroßfirma Muller u. Braun bezog und sie sür seine Zwecke mit einer Mischmaschine bearbeitete. Während die iCriginalbuUer einen normalen Wassergehalt von 12,92 Proz. hatte, harte die von A. bearbeitete Butter einen Wassergehall von 26.21 Proz. und 23,76 Proz., so daß Zweifel- loa Wasser in die Buller künstlich hineingearbeitet sein muhte. Vor Gericht gab der Angeklagte an, mittels Maschine verschiedene Buttersorten vermischt und zu diesem Zweck auf je 109 Pfund Butter >/., Liter Wasser gebraucht zu haben: das sei erforderlich, um die Butter weich zu machen. Durch denSachverständigenProf.Dr.Juckenack wurde dagegen dargelegt, daß zum Mischen von Buller gar kein Wasser nötig sei und ein Zusatz von Liter auf 100 Pfund unmöglich einen so hohen Prozentsatz an Wasser ergeben könne, wie er hier durch die amt- lichen Untersuchungen festgestellt sei. Es liege hier eine starke Per- sälschung vor, die bewirk! habe, dah das kausende Publikum nach den damaligen Preisen bei jedem Pfund Butter allein tür Wasser 29 Pf. habe bezahlen müssen.— Der Amts- «nwall beantragte 199 M. Geldstrafe.— Das Gericht ging über diesen Antrag hinaus mit der Begründung, dah die Triebfeder der Handlungsweise des Angeklaglen schnöde Gewinnsucht gewesen sei, die in der heutigen schweren Zert besonders verwerflich erscheine. Der Angeklagte wurde zu 209 M. Geldstrafe verurteilt. Bus aller Welt. Ein Polizeibcamtcr von einem Einbrecher erschossen. Als Dienstag nachmittag der Polizeibeamte Luedccke im Bureau des Elberfelder Polizergefängnisses zwei Einbrecher vernahm, die in Essen 1190 M. gestohlen hatten, feuerte plötzlich einer der beiden Burschen drei Nevolverschüsie auf den Beamten ab. die ihn auf der Stelle töteten. Die Verbrecher suchten zu entfliehen, wurden aber noch im Hausflur des Gebäudes festgenommen. Die Burschen, die 12 und 18 Jahre alt sind, geben sich als Gebrüder Neumann aus Essen aus._ Mordversuch eines Fünfzehnjährigen. Aus Ulm wird ge- meldet: Der bereits vorbestrafte und wegen verschiedener Per- brechen angeklagte fünfzehnjährige Arbeiter ikaver Burg- Hardt in Günzburg, gegen den die Zwangserziehung verfügt ist, kam vormittags 9 Uhr in die Wohnung der Trödlerin Sophie D i r r in Günzburg und machte den Versuch, die Frau zu der- gewaltigen und zu ermorden. Zur Ausführung seines Vorhabens brachte er ein Tuch mit, das er der Frau um den Hals schlang und zuzog. Mit dem Daumen drückte er seinem Opfer dann die Kehle zu. Ztur dem Umstände, dasi die Ueberfallcne noch zu schreien vermochte, ist es zu verdanken, daß der jugendliche Ver- brecher von der Frau abließ und die Flucht ergriff. Er wurde jedoch nach kurzer Zeit verhaftet. Explosion einer Pulverladung. Reuter meldet aus Wilmington sDelware): 17 Mann wurden bei der Explosion einer Waggonladung Pulver in der Fabrik der Dupont Powder Co. ernstlich verwundet. Der Waggon war aus un- bekannter Ursache in Brand geraten. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 379 der preußischen Armee ent- hält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: 112. Jnf.-Div., Jnf.-Pionier-Komp. siehe Pioniere. Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.-Regimentcr Nr. 2, 9, 19, 13. 16, 18, 22, 23, 25, 26, 39. 33, 34, 36. 37, 38, 49, 41. 49. 29 94. 96, 97, 98, 99 ts. Res.-Jnf.-Neg. Nr. 69), 199, 112, 113, 116, 117, 118, 128, 129, 139, 131(f. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 4 und Res.- Jnf.-Reg. Nr. 69). 136, 141, 142, 146, 129. 121, 122, 123, 152. 156, 158, 159, 169, 164, 165, 166, 171, 173, 172, 176, 351, 352, 323, 354. Nes.-Jnf.-Regintenter Nr. 5, 9, 19, 11. 29, 34, 46. 48, 55. 56. 69, 75. 79 ls. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 82). 81, 86. 87, 88, 91. 93. 118, 291 ss. Nes.-Jnf.-Reg. Nr. 11), 293, 219, 213 bis einschl. 217, 219, 229, 223, 228, 238, 259, 252, 253, 262, 265, 266. Ers.Jnf.- Reg. Nr. 29. Res.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 4. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 4. 2. 9. 19, 18, 19. 21, 31. 34, 39, 46, 51, 52. 57, 61, 75, 76, 85, 99. Landst.-Jnf.-Regimenter Nr. 3, 7 und 8. Jäger- Bataillone Nr. 8 und 11; Res.-Bataillone Nr. 3 und 21. Rad- fahrer-Kompagnien Nr. 45 und 59. Feld-Maschinengewehr-Züge Nr. III(s. Jnf.-Reg. Nr. 91), 295 ss. Jnf.-Reg. Nr. 83), 219(siehe Jnf.-Reg. Nr. 3), 295(s. Nes.-Jnf.-Reg. Nr. 220). Kavallerie: Garde-Res.-lllanen; Schwere Res.-Reiter Nr. 2; Dragoner Nr. 7, 8. 14. 18, 24; Husaren Nr. 11, 12, 14; Res.- Husaren Nr. 1; Ulanen Nr. 3, 6, 7, 14, 16; Jäger zu Pferde Nr. 3, 6, 8. 2. Landst.-Esk. des 5. Armeekorps. Feldartillerie: 1. Garde-Res.-Reg. Regimenter Nr. 1, 2, 8, 9. 24, 35. 22, 53. 58, 61, 79, 75, 299; Res.-Regimenter Nr. 7. 36. 59, 67, 69. Landw.-Abt. des 9. Armeekorps. Fußartillerie: Reg. Nr. 3(s. Feldart.-Reg. Nr. 3); Res.-Re- gimenter Nr. 8 und 18. Futzart.-Bataillone Nr. 24 und 39. Pioniere: Regimenter Nr. 18, 19, 24, 29, 39, 35, 36; Bataillone: I. Nr. 4, II. Nr. 27; Ers.-Bataillone Nr. 6 und 26. Pionier-Komp. Nr. 393; Rcs.-Komp. Nr. 43. Jnf-Pionier-Komp. der 115. Inf.- Div.; Pionier-Abt. der 2. Kav.-Div. Verkehrstruppen: Eisenbahn-Hilfsbataillon Nr. 2. Eisenbahn- bau-Kompagnien; Res.-Eisenbahnbau-Kompagnien. Festungs- Eisenbahnbau-Komp. Posen. Armee-Fernsprech-Abteilung Nr. 17 der Bugarmee, Fernspr.-Abt. Nr. 39 der Südarmee sowie Nr. 89 der 78. Res.-Div.; Res.-Fernspr.-Abt. Nr. 41 des 41. Reservekorps und Nr. 24. Feldluftschiffer- und Feldfliegertruppe. Last-Kraft- Wagenkolonne des Gardekorps. Leichte Etappen-Kraftwagenkolonne Nr. 92. Etappen-Kraftwagenpark Nr. 9. Train: Train-Abt. Nr. 7. Fuhrparkkolonne Nr. 6 des 4. Armee- korps. Magazin-Fuhrparkkolonne Nr. 5(Strantz). Jnfanterie-Munitionskolonne Nr. 2 der 4. Landw.-Div. Sanrtäts-Formationen: Res.-Sanitäts-Komp. Nr. 12 des 8. Reservekorps. Etappcn-Sanitäts-Kraftwagen-Abt. Nr. 8 der 19. Armee. Freiwillige Krankenpflege. Armierungs-Bataillone Nr. 8, 19, 12, 29, 87, 41, 47, 49, 66, 74, 84, 88, 119; Armierungs-Bat. Posen, Landst.-Armierungs-Bat. des 7. Armeekorps. Kriegs-Bekleidungsamt des 14. Armeekorps. Tie sächsisch c Verlustliste Nif. 218 meldet Verluste des Ins.- Reg. Nr. 197; Rcs.-Jns.-Regimenter Nr. 100, 107; Res.-Jager-Bat. Nr. 12; Res.-Feldart.-Reg. Nr. 23. Die württe in bergische Verlustliste Nr. 293 veröffentlicht Verluste des Brigade-Ers.-Bat. Nr. 52; Inf.- und Landlv.-Jnf.- Reg. Nr. 129; Jnf.-Reg. Nr. 12l; Füs.-Rcg. Nr. 122; Gren.-Ncg. Nr. 123; Landst.-Jnf.-Bat. II Ludwigsburg. Feldart.-Reg. Nr. 29; Ers.-Feldari.-Rcg. Nr. 65; 1. Landw.-Pionicr-Komp.; 5. �eld- pionier-Komp.; Korps-Brücken-Train; Artillerie-Munitionskolonne Nr. 6. Verluste durch Krankheiten. Berichtigungen früherer Ver- lustlisten._ öriefkaften der Redaktion. Tie turiMschi Svrechllunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Hof reKIs, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Ngr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briest asten bestimmten Ansrage ist ein Buchstabe und eine Lahi als M-rtzeichen beizusügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Ansragen, denen leine Abonnementsguitning beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechftunde vor. Verträge, Schriftstülte und dcrglcichen bringe man in die Sprechstunde mit. Friede. Sie werden nicht mehr nachgemustert.— 97. 82 b. Sie müssen den Wirt auffordern, die vorhandenen Mängel zu belcitigcn, eaentucll mühten Sie sich von der Baupolizei ein Gutachten be- schaffen und dann aus Lösung des Vertrages klagen.— W. 19. Nein. —e>ie vom Hauswirt verlangen, daß er sür einen Verschluß sorgt. WettermiSsichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitag mittag. Westlich der Oder zeitweise nebelig, sonst vorwiegend heiter und trocken. Weiter westlich noch vielfach bewölkt, ohne erhebliche Niederschläge. In den Tagesstunden mild. In der Nacht zum Freitag bc- sonders im Osten kühl. UnsereMarine" Beske 2PI Cigaretle Deutsches Fabrikat-- Trust-frei GEORG A. 0A3MATZ1 AKTIENGESELLSCHAFT -i'iiniÄ ��MW-Zssssssss <5r Ö) Unferm lieben Freunde und alten, treuen Parteigenossen, ® dem Gastwirt Julius Urajiniek nebst Gemahlin Swinemllnder Straße 27 die ausrichügsten Glückwünsche i» zur Silber-Hochzeit. 4/ Robert Schultie. Luiic fp Schröder. Karl'Driebusch. Emmi Schleuder. Julius Gruudmann. Clemcntine v* Frauke. Paul Kohlberg. iucih. Robert Madlowski. Paul Galleiske. f27k4b »[27o4ü ffj I.-!. 4. Eerl. Reiclistigswatiikreis. Stralauer Viertel, Bez. 297 II. Den Mtgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Packer Artus« Manns (Marlgrasendamm 33) gestorben ist. Ehre seinem Audcnlen k Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. November, nachmittags 4'/, Uhr, von der Halle des Thomas-Kirchhofcs in Neukölln, Hermannstrahe, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Ter Vorstand. teajEijl Als Opfer des Weltkrieges oirN starb den Heldentod am 26. Oktober 1915 int Kriegs» lazarctl in Schaulcn an den Folgen seiner am 16. Ottober crhaltcncn schweren Verwundung mein lieber, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam, der Ersahrescrvist 2788h yiniiiehn ßämiscli Res.-Jlls.-Regt. Nr. 35 im blühenden Alter von 25 Jahren. DieS zeige» stesbcttrübt an Frau Berta Rämisch als Mutter, Elfe Gocdc geb. Rümiecd als Schwester, Karl Gocdc als Schwager. Anna Beck als Braut nebstElterii und Geschwister. Adtershos, 4. November 1915. Es gibt kein größeres Leid, Abs in den Worten liegt: Es ist bestimmt, zu scheiden Bon Menschen, die man liebt. i.il.6, Berl. Reictistagswahlkrels. 1. Abt., Bez. 479. Am Sonntag, den 31. Oktober, verstarb unser Genosse, der Kürschner 228/11 Julius Herde Metzer Straße 40. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle deS St. Hedwigs- Kirchhoses in Weißensee, Wörth- straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Itvi- V«rNte»nd. Iferbanil der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Pankow-Rosenthal. Am 2. d. Mts. verstarb nach schwerem Leiden die Frau EnistiDi! aoncgcuKarl ÄbDOElfOtb im 51. Jahre. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung sindet am Freitagnachmittag 2'/, Uhr von der Halle des III. Friedhofes, Schönholzer Heide, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 74/14 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, morgens 8 Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe, gute Frau, unsere herzensgute, unvergeßliche Schwester, Mutter, Schwieger- mutter, Tante und Schwägerin Frau Lroeslille Ademinrid geb. Abcndi-oth im 51. Lebensjahre. 6731 Dies zeigten mit der Bitte um stille Tctlnahmc an Karl Abeudroth»ebst Kindern und Verwandten. Berliu-Pankow, Müblcnstr. 3l. Die Beerdigung sindet am Freilag, den 5. November, nach- mittags um 2ll, Uhr, von der Leichenhalle des dritten Fried- böses der Gemeinde Bcrlin- Pankow, Schöltholzel Heide, aus statt. Deutscher Bolzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen- arbeiter Hermann Voß Grünauer Straße 37, im Mter von 67 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung sand am Mit- woch, den 27. Oktober, auf dem alten Thomas-Kirchhof in der Hermannstraße statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mechanikarbeiter Max Früh auf Koloniestr. 77, im Mter von 69 Jahren gc- starben ist. Ehre seinem Andenkenk Die Beerdigung fand am Diens- tag, den 2. November, aus dem Friedhos der Elijabeth-Gemeinde in Pankow statt. 89/18 Der Vorstand. Deutscher Dauarbeiter-Verband. Zweigverein Berlin. (Bezirk N I.) Am 1. November starb unser Mitglied, der Hilssarbetter HermannHaß. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 2>/, Uhr, von der Halle des Segens- Kirchhofes in Weißensce, Gustav- Adols-Straßc, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die örtl. Verwaltung. G Am 16. Okiober ver- starb tut Feldlazarett an Lungenschuß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwager, Onkel und Schwieg«- söhn, der Schinied �dolk ßuehmann im 31. Lebensjahre. Er ruht in Frieden in rusfischer Erde I 2789b Bcrlin-Borsigwalde Biisabeth Buchmann und Söhne Marie und Rudolf Arendsee. Fern von seinen Lieben als Opser des Weltlrieges starb mri 10. Oktober 1915 nach 13 Monate langem, schwerem Ringen injolge Brustschusses im Feldlazarett unser inniggeliebter Sohn, Herzens- guter Bruder, Schwager und Onkel, der Schütze Lried 8eliröller (Nes.-Lns.-Regt. 268) im blühenden Alt« von vierundzwanzig Jahren. Dies zeigen schmerzersüllt an Pnul Schröder(z. Z. Res.-Laz. Baden-Baden) u. Frau Berta geb. Bohr. Else und Erna als Schwestern. Gerhart(z. Z. im Felde) und Herbert als Brüder. Heinrich Köhler als Schwager. Heinz Köhler als Neffe. Neukölln, Richardplatz 7, No- vember 1915. Mit Nun Kugel gefällt. Nicht der hcihersehnte Urlaub brachte Dich einmal zurück, Darin Kaken Eltern wohl selten Glück. Nichts heilt die Wunden, nichts den Schmerz. Die Kugel, die Dich traf, ging auch uns ins Herz. 39A Plötzlich und unerwartet starb am Dienstag an den Folgen einer Lungenentzündung unser lieber Kollege und �langjähriger Mit- arbeiter, der Schriftsetz« Otto Bergheimer im 53. Lebensjahre. Wir werden diesem allezeit liebenswürdigen Menschen ein Irenes Andenken bewahren. Das Personal der Hofbuchdrnckcrei W. Mörser. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Gemeinde-Fricdhoscs in Marzahn aus statt. 2786b Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieb«, Tochter Elsbetb Demmers lagen wir allen Miseren herz- lichsien Dank. 2799b Hermann Hemmers und Frau, Neukölln, Sanderstr. 9. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der HauS- diener(Vertrauensmann) kT\w Manns (von der Firma Tietz, Stlexander- platz) am 39, Ottober im Alter von 41 Jahren durch tödlichen Unfall verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. November, nachmittags 4'/, Uhr, von der Leichenballe des Thomas-Fried- hoses, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern fern« zur Nachricht, daß uns« Kollege, der Hausdiener Walter Werthmüller (von der Firma Handelsstätte Belle-Allianee) am 1. November im Alt« von 35 Jahren ver- storben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. November, nachmittags 3 Uhr, von derLeichen- halle des Simeons- Friedhofes, Berlin- Britz, Tempelhos« Weg, aus statt. 68/11 Die Bezirksverwaltung. Westmann's Trraermasnzln Größte Auswahl. Billigste Preise. L MohrenstraDs 37a (Kolonnaden) II. Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andreasstr.) Auswahlsendungen sofort Amt Zentrum 7890. Sonntag 12—2 Uhr geöffnet. DeutscherMetallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß uns« Mitglied, der Dreh« KaH Rolke, Neukölln, Karlsgartenstraße 57, am 30. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. November, nachmittags g>/, Uhr, von der Halle des neuen Jakobi-Kirch- Hofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 121/15 Die Ortsverwaltung. ■S" St. Mobs-Balsam JlanHinlttoI l�ltange» von Apotheker C. Trautmann, Basel. Eingetr. Schutzmarke.— Bew. Heilsalbe f. Wunden u. auch Verletzungen jeder Art, öS. Beine, Krampfadern, Brandschaden, Ausschl., Hämorrhoid., Flechten. In den Apotheken a M.1.60 Gen-Depot: St. Jakobs- Apotheke, Basel. Depots Berlin.: König Salomoap., Charlottenstraße, Falkenap.,Reichcnborgor Straße, Viktonaap., Eriedrich- straße, Reichsadler- Apotsieke, Gr. Frankfurter Str. 134.(9442S.) 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Direktion: Max Bernhardt. 71/, Uhr: Maria Stuart. Freitag: Judith. Uammcrspiel«. fi Uhr: Der Vater. Freitag zum ersten Male: Der liicbestrank. Volksbühne. Theater a.BOlowpl. S'/.U,: Faust. Freit.: Der Sturm. Dir. Mclnhard-Bemauer. üieaterinäerKöDigirätzerStraße 8 Uhr: Der Vater. Komödienhaas. 8 Uhr: Bausch. Berliner Theater. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. URANIA Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Von den Karpathen bis Brest-Litowsk. Rose-Theater. s uijr: Des Vaters Schuld. Sonnabend i Ufjr; Aschenbrödel. Walhalla-Theater. 'SiSSS4' Tannliäuser. Freitag: Der Hütten besitzer. Theater für Donnerstag, 4. November. Metropol-Theater s uhr: Dia Kaiserin ÄU Montls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Ein Tag Im Paradies. Residenz-Theater sv. u.: Die Priözessin vom 1 Schiller-Theater O. s uhr: Sctiirin und Gertraude. Schlllep-Th.Charlo ttenbg. 8 uhr.- Der Meister von Palnp. Thalia-Theater. s uhr: Drei Paar Schuhe. Berliner Theater 8 Uhr:' Deatsches Opernhaus Charlottbg. 7 Uhr: Die Meistersinger von NDrn- berg. Sachs: Kammers.Plaschke. Friedrich-Wllhelmslädt. Theater. 8 uhr: Der Vogelhändler. o.br. Herrnffelcl.Tha.t.r s uhr: Rosenblatt's Geheimtip Kleines Theater. 8 uhr; Ein kostbares leben. Komische Oper. e uhr: Jung muß man sein Kombdlenhans 8 TJhr: RaUSCll. Deutsches Küostler-Theatar. s uhr: Die selige Exzellenz, Eesslne- Theater. 8 uhr: Komödie der Vorte Enstsplelhans, 8V. .nstsplelhans. /4u.:ierrsehaftl. Diener pclit Theater am Xollendorfpl. 8'/, Uhr; Immer feste