Ar. 310.-32. Jahrg. RDonnttnentS'Btffliwmgtit BBoitnnnent*• SrnJ Jrtinumeranb«! Bietteljäötl 5JO Ml. monatL UO SB, wöchenlüch 25 Pfg. ftd in« Haut. Einzeln» Rummft 5 Ctg. Sonnlag t« nummet mit iHuItriertet Sonntags» Seilage»Die Zieue Welt» 10 Post» «lbonnement: l.10 Marl pro Monat. Einaerrage» w die Posl. Zeiluno s- vreiSlisle llnler ttreazdäno rOt DeutiSIan» und Oesirrreich> Ungarn 2,00 Mark für da« übrige«tu«Tand i Marl pro Monat voslabonnemenl» nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland, Italien. Luxemburg. Borrugah Rumänien. Schweden und die Schweis asnft. 5 Pfennig�) Die InlerflonS'GeWUr betrügt für die sechSgcfpaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg. für politische und acwerlschaftliche Verein?. und VersammlungS-Anzeigen SO Pfg. ,, Kleine Anreizen", das fettgedruälc Wort 20 Pfg. tzulüffig 2 fetlgedrulktc Worte), jedes weitere' Dort"10 Pfg, """ gcsuche_ und Schlafftellenaii Stellen zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes wertere Wort 5 Pfg. Worte über 15"' staben zählen für zwei Worte. Inseraie für die nächste Nummer müssen bis k Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Exveditiou ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Verlinev Volksblntk. relegramm- ildressel �»il!li!e-b?jlM««IV. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Reüakttoa: SW. 68, Linüenstraße 3. Fernsprecher t Amt Morttzvlatr. Nr. 131 S0— 151 97. Expedition: SN). 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morippla«, Nr. 1519V— 15197. einnähme von«irusevac. Englands Rückständigkeit und sein wehrspstem. Weim es zutrifft, was der„Labour Leader" vor kurzem über die Stimmungen und Absichten des englischen Kabinetts mitzuteilen wuZte, so ist seine Mehrheit mit Asguith an der Spitze entschlossen, nach Beendigung der Rekrutierungskam- pagne, die in diesen Wochen unter Lord Derbys Führung mit besonderem Nachdruck betrieben wird, ein Gesetz einzubringen, das das Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht aufstellt. Es soll einstweilen nur das Prinzip sein, denn angeblich will die Negierung Ausnahmen zugunsten der Arbeiter inachen, die in der Kohlen- und Eisenindustrie und im Transportgewerbe be- schäftigt sind. Aber trotz dieser Lücken würde der Entwurf den Bruch mit dem bisherigen System bedeuten, und England, tvas die Wehrfrage angeht, im großen und ganzen an die Seite der ihn: verbündeten und der ihm feindlichen Festland» mächte stellen. Es gibt innerhalb der deutschen Sozialdemokratie eine bestinnnte Richtung, die über eine solche Wendung nicht ge- ringe re Genugtuung empfinden müßten als die„Times", die „Daily Mail" und die übrigen Zeitungen des Lord North» cliffe, denn sie Hot sich seit einiger Zeit aufs eifrigste um den Nachweis bemüht, daß das Söldner Heer nicht nur eine mili- tärische Rückständigkeit sei, sondern auch für den reaktionären Geist der englischen Gesellschaftsordnung verantwortlich ge- macht werden müsse. Sie l)at die britische Arbeiterschaft der» höhnt, weil sie absolut nicht einsehen wolle, daß das Festhalten am� Werbeverfahren ausschließlich der Bourgeoisie und der regierungsfähigen Clique zugute komme, Ivährend es den Auf- stieg des Proletariats zu politischer Macht und zu ausschlag- gebendem Einfluß insbefondere auf die auswärtige Politik hindere. Kommt jetzt die Wehrpflicht, dann müssen diese unsere Genossen, die so besorgt sind uin die Entwickelung Eng- lands zur Demokratie und zum Sozialismus, an der Bekeh- rung Großbritanniens zu der von ihnen gepredigten Lehre eine reine Freude haben. Es verlohnt sich wohl, die Gedankengänge einer Schule, die in der Hauptsache von dem Genossen Lenfch geführt wird, etwas aufmerksamer zu verfolgen. Als berechtigt muß ohne weiteres ihre kritische Stellungnahme gegenüber der englischen Demokratie anerkannt werden. Man kann ja darüber im Zweifel sein, ob wir gegenwärtig nichts Besseres zu tun haben. als die Schaftenseften gerade der englischen Staats- und Ge- sellschaftsverfassung aufzuzeigen und den nicht gerade mehr allzuhäufig austretenden Irrtum zu bekämpfen, als ob in dem Jnselreich das Ideal der Demokratie verwirklicht sei. Wer die Tatsache bleibt bestehen: die politische Wirklichkeit ent- spricht in Großbritannien keineswegs dem Schein und der Phrase. Die Bedeutung des Parlaments ist verhältnismäßig gering. Es herrscht zwar nicht der König, aber der Premier- minister mit dem inneren Kabinett. Die Majorität der Volks- Vertretung folgt, von der Parteimaschine abhängig, in der Hauptsache ohne großen Widerspruch der aus den Führern ihrer Partei gebildeten Regierung, und wenn die Wahlen das Mehrlieftsverhältnis verändern, so ist der dann notwendig werdende Ministerwechsel in der Regel kaum etwas mehr als ein Wechsel der Personen. Ans Ruder kommen dann die Mitglieder anderer regierungsfähiger Familien, aber sie sind ebensogut die Vertreter bürgerlich-kapitalistischer Politik wie ihre Vorgänger. In den internationalen Fragen vor allem hat Sir Edward Grey keine wesentlich andere Linie verfolgt, als vor ihm Lord Lansdowne. Liberale wie Konservative wollen zur Wahrung der kapitalistischen Interessen die söge- nannte Weltherrschaft unangetastet erhalten, und ohne auf die friedlichen Absichten der Arbeiter Rücksicht zu nehmen. wenden sie sich gegen jeden Versuch, der der britischen Macht- stcllung gefährlich zu werden droht. Das englische Beispiel beweist eben, daß in einem kapitalistischen Staatswesen die Demokratie niemals voll verwirklicht werden kann, und daß weder das allgemeine Wahlrecht, noch die Beseitigung der königlichen Prärogative Garantien gegen die wirtschaftliche Ausbeutung und die politische Unterdrückung der arbeitenden Klasse bieten. Daß die herrschende Klasse in England es übrigens von jeher viel besser als die eines anderen Landes verstanden hat, den Wünschen der Arbeiter entgegenzukommen, sollte freilich auch nicht vergessen werden. Trotz der„Krähwinkelei" der Arbeiterbewegung hat England ein Wahlrecht, das dem zum Deutschen Reichstag nur wenig nachsteht, erfreut es sich einer sozialpolitischen Gesetzgebung, die in mancher Beziehung über die unserige noch hinausgeht, und treibt es eine Steuerpolitik. die zumal mit ihrer starken Heranziehung der großen Ein- kommen und der sllnfzigprozentigen Belastung der Kriegs- gewinne für Deutschland nur vorbildlich wirken kann. Jedoch wir erwähnen das nur nebenbei und kommen auf Miig des wn hWWMs. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. November 1915.(W. T. B.l Westlicher Kriegsschauplatz. Ju deu V o g e s e n schlosscu sich nordöstlich von Celles au die Besetzung eines feindlichen Minentrichters durch unsere Truppen lebhafte NahkSmpfe mit Handgranaten und Minen an. Am Hilsenfirst wurde dem Gegner ein vorgeschobenes Grabenstück entrissen. Leutnant Jmmelmann schoß gestern westlich von Douai das 6. feindliche Flugzeug ab, einen mit 3 Maschinen- gewehren ausgerüsteteu englischen Bristol-Doppeldecker. Oestlicher Kriegsschauplatz. ßeerttgiiippe des Gcncralfeldmarlchalls v. hindenburg. Südlich und südöstlich von Riga, ferner westlich von Jakobstadt, beiderseits der Eisenbahn Mitau— Jakobstadt und vor Dünaburg griffen die Russen nach starker Feuer- Vorbereitung mit erheblichen Kräfteo au. Ihre Angriffe fiud teilweise unter schweren Verlusten für sie ab- geschlageu. Heeresgruppe des Generalfeldmartdialls Prinz Leopold von Bayern. Seine wesentlichen Ereignisse. Heeresgruppe des Generals v. Clnflngea. Russische Angriffe nordwestlich von Czartorhsk blieben erfolglos. 3 Offiziere, 271 Manu fielen gefangen in unsere Hand. Balkankriegsschauplatz. Oesierreichisch-ungarische Truppen haben Jwaujica und den V i j e u a c(896 Meter) 7 Kilometer nordöstlich davon erreicht. Deutsche Truppen find im Augriff ans die Höhen süd- lich von Kraljevo. Zwischen Kraljevo und Krusevac ist die West- liche Morava au mehreren Stelleu überschritten. Krusevac wurde bereits in der Nacht vom 6. zum 7. November besetzt. U e b e r 3660 Serben sind uuverwundet gefangen genommen. Ueber 1566 Verwundete wurden in Lazaretten gefunden. Die Beute besteht, soweit bisher feststeht, in 16 Geschütze», viel Munition und Material, sowie erheblichen VerpflcgnngS- Vorräten. Im Tal der südlichen(Biuacka-) Morava wurde Praskovce durchschritten. Oberste Heeresleitung. »* Sa WmWW smrMMerM. Wien, 8. November.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbatt: 8. November 1S15. Russischer Kriegsschauplatz. Lei Eapanow an der Jkwa, am Kormmbach und westlich von Czattortzsl wurden russische Angriffe abgeschlagen. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe an der Südwcst-Front hielt im allgemeinen auch gester» an. Im Nordwest-Abschnitt der Hochfläche von Doberd» hatte» unsere Truppen wieder einzelne Borstöße des Feindes abtnweiseu. Um den Col di Lana wurde heftig gekämpft. Nach» mittags siel die Spitze dieses Berges in die Hände der Italiener; abends wurde sie von unseren Truppe» durch eine« Gegenangriff zurückgewonnen. Die feindliche Artillerie hat das Feuer auf die Süd-Front von Riva eröffnet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die beiderseits des Moravica-Tales vordringenden österreichisch-ungarischen Kolonnen warfen den Feind aus seinen Höhenstellungen nördlich von Jvaujica. Die deutschen Truppen der Armee des Generals der Infanterie von Koeveß kämpfen auf den Höhe» südlich von Kraljevo Flußabwärts, bei Trstcnik haben sich unsere Stteit- kräftc den Uebcrgang über die hochgehende Morava erkämpft. Krusevac und die Höhen östlich davon fiud in der Hand des Generals v. Gallwitz. Die bulgarische Armee gewinnt in erfolgreichem Fort- schreiten die Ausgänge m das Becken von LcSkovac. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS: v. H o e.f e r, Feldmarschalleutnant. den angeblichen Zusammenhang zwischen dem Wehrsystem und der politischen Reaktion zurück. In der Parvusschen„Glocke" stellt Lensch die These auf:„Daß das mächtigste Parlament der Welt, eben das englische, in der auswärtigen Politik nichts anderes ist, als das Feigenblatt des Absolutismus der kleinen regierenden Clique von Anno 1689, das ist nur möglich ge- worden auf Grund des Söldnersystems." Mit anderen Wor- teii: Hätte England die Wehrpflicht, so hätte sein Parlament größeren Einfluß auf die auswärtige Politik, so würden keine Eroberungskriege geführt usw. Eine Behauptung, die sich ebenso durch.Kühnheit wie durch Originalität auszeichnet. Ist sie aber richtig, dann mutz man doch wohl den Schluß ziehen dürfen, daß in Staaten mit allgemeiner Dienstpflicht, wenn anders ihre wirtschaftliche Ent- Wickelung ungefähr die Stufe der englischen erreicht bat, die Volksvertretung jenen Einfluß in Fragen der internationalen Politik besitzt, der dem englischen Unterhause abgeht. Leider sprechen die Tatsachen eine andere Sprache, und deshalb muß die geringe Bedeutung des Parlaments wohl auf andere Ur- fachen zurückzuführen sein. Es wäre ja auch zu sonderbar, daß die Arbeiterschaft eines Landes sich so konsequent und so ein- mütig gegen den Dienstzwang zur Wehr setzt, wenn er tat- sächlich eine Vermehrung ihrer politischen Rechte bedeutete, und daß ihn gerade diejenigen Kreise fordern, die durch seine Einführung ihre Vormachtstellung im Staate einbüßen sollen. Diese Erscheinung mit„Krähwinkelei" zu erklären, steht einem Manne, der sich auf seinen Marxismus soviel zugute tut, wahrhaftig schlecht an., � Kein Wunder, daß auch die Beweise, die Lensch für seine These anführt, auf schwachen Füßen stehen. Nachfeinen Dar- legungen ist die„regierende Clique" an der Söldnerarmee deshalb so stark interessiert, weil gerade sie� eine ausgesprochene Angriffs- und Eroberungswaffe sei. Die Welt- beherrschende Bourgeoisie brauche eine kleine, gut gedrillte Söldnertruppe, da ein Heer der allgemeinen Wehrpflicht fern vom Mutterlands in unterworfenen und noch zu unterwerfen- den Ländern schwer verwendungsfähig sei. Die Weltherr- schaft lasse sich eben nur mit dem jetzigen System aufrecht- erhalten. Wie steht es denn aber beispielsweise mit Ruß- land? Der Zar hat keine Söldner. Trotzdem hält er unter- worfene Länder besetzt und benutzt sein Heer, um weitere Eroberungen zu machen. Der Unterschied liegt höchstens darin, daß Rußland als Kontinentalstaat sich über seine Landgrenze ausdehnt, aber Eroberung bleibt Eroberung und Expansion Expansion. Gar nicht zu reden davon, daß sich England ja schließlich wie etwa Frankreich und Holland neben dem für Zwecke der Landesverteidigung geschaffenen Heer nach festländischem Muster noch eine angeworbene Kolonialarmee schaffen könnte. Nein, die Dinge liegen doch etwas anders als Lensch sie sieht. Freilich spielt ein Bourgeoisinteresse bei der Oppo- sition gegen die Wehrpflicht mit. Nur hängt es nicht mit der Aufrechterhaltung der politischen Weltherrschaft, sondern mit der Verteidigung der kommerziellen und finanziellen Stellung Englands zusammen. Man fürchtet, die Wehr- Pflicht zerstöre die Grundlagen des britischen Wirtschafts- lebcns, besonders im Kriege. Man weist nicht mit Unrecht darauf hin, daß England etwas andere Funktionen zu er- füllen hat als seine Verbündeten. Es ist ihr Bankier und finanziert den Fcldzug. Etwa der dritte Teil seiner Kriegs- ausgaben sind Anleihen an die Kolonien und an die Mit- kämpser. Frankreich und Rußland haben ihre Ausfuhr nahezu vollständig eingebüßt, und ihre Valuta kann sich nur durch Englands Beistand halten. Sein eigener Kredit wird aber auf das schwerste erschüttert, wenn seiner Export- industrie noch mehr Hände entzogen werden. Wir sehen schon die Schwierigkeiten, die ihm die amerikanischen Munitionslieferungen bereiten. Ferner aber ist nickst nur die britische, sondern auch die französische und italienische Flotte zun: guten Teil auf die Kohle angewiesen, die von englischen Arbeitern gefördert wird. Das französische und russische Heer wird mit Bekleidungsgegenständen englischer Herkunst versehen, Serbien und Belgien sind in großem Um- fang auf in England hergestellte medizinische Artikel ange- wiesen. Die englische Handelsflotte besorgt die Zufuhr an Munition und an Nahrungsmitteln für das eigene Land und für die Alliierten. Kurzum, es gibt Gründe genug, die den englischen Bürger vor der allgemeinen Wehrpflicht zurückschrecken lassen. Was aber den Widerstand erhöht, das ist die ablehnende Haltung, die die Arbeiterschaft bisher be- obachtet hat. Für sie ist die Sorge maßgebend, der Dienst- zwang könne das heraufbeschwören, was sie unter Militaris- mus versteht, er könne zu einer die Löhne der Männer drückenden Vermehrung der Frauenarbeit führen, und er könne die Arbeiterbewegung hemmen, indem er es einer kapitalistischen Regierung möglich mache, Streiks durch Ein- berufung zur Fahne und damit verbundenen Arbeitszwang zu erdrosseln. Der Gedanke an die Aufrechtcrhaltung der Weltherrschaft durch das Söldnersystem liegt dem englischen Proletariat vollständig fern. Wer auch wenn es anders wäre, so dürfte Lensch darin kaum eine Krähwinkelei sehen, denn er stellt sich am Schluß seines Glockenartikels selbst auf den Standpunkt, die englische Gewerkschaftswelt habe an der iMtherrschaft ein starkes materielles Interesse. Hier klafft ein Widerspruch, der die ganze Beweisführung von der mit dem Wehrsystem im Zusammenhang stehenden politischen Rückständigkeit Albions erschüttert. Anwendung marxistischer Terminologie genügt schließ- lich doch noch nicht, um eine Behauptung zu erhärten. Auch mit ihrer Hilfe lassen sich keine Tatsachen wcgdisputiercn. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 7. November.(W. T. B.) A m t I i ch e r B e r i ch t vom 5. November. Auf der ganzen Ausdehnung der Front verfolgen wir die geschlagene Armee des Feindes, der sich auf überstürztem Rückzüge befindet. Unsere nördlich der Nischawa operierenden Truppen haben sich dem Moravatal genähert und sind bei Paracin in direkte Per- bindung mit den deutschen Truppen getreten, die von Norden vorrücken. Um 3 Uhr nachmittags haben wir die Festung N i s ch genommen. Wir verfolgen schnell den auf dem Rück- zugc befindlichen Feind. Unsere im Tal der bulgarischen Rtorava vorgehenden Truppen sind in die Ebene von Leskowac vorgedrungen. Unsere Offensive in der Ebene von Kossowo wird auf der ganzen Front fortgesetzt. Bei Prilep, Kriwolac und Strumitza haben wir die Offensive der Engländer und Franzosen angehalten und den Feind unter beträchtlichen Ver- lusten für ihn zurückgeworfen. Viele Gefangene und noch unübersehbares Kriegsmaterial aller Art sind in unsere Hände gefallen. Schwierigkeiten ües französisch- englischen Ezcpeöitionskorps. Paris, 3. November.(28. T. 53.) Bläuermeldungen au» Saloniki zufolge sind die Bewegungen des Expeditionskorps in Süd- Mazedonien infolge Mangels an Eisenbabnen und Ströhen äußerst langsam. Die Hilssquellen des Landes seien außerdem durch die Aalkankriege erschöpit. Man begegne immer wieder unerwarteten Schwierigkeiten. Kürzlich hätten die Franzosen, da keine Pferde vorhanden waren, ihre Batterien mit Büffeln in Stellung bringen müssen. Ferner sei die Witterung äußerst ungünstig. Alle Straßen und Wege seien von den letzten Regengüssen ausgeweicht und grund- loS geworden. Paris, 8. November.(SB. T. B.).Petit Parisien' berichtet aus Athen: Der englische Gesandte in Athen meldet, daß zwei eng« tische Divisionen nach der bulgarischen Front unter- ipegs sind: andere Kontingente sollen folgen. Ferner wird gemeldet, daß die Alliierten täglich 15 bis 18 Eiienbahnzüge mit Truppen von Saloniki an die Front abgehen lassen können. Ein prophetisches Wort. Von Ed. B e r n st e i n. Der Zufall spielt mir eine Nummer der Pariser„Humamts' in die Hand. Sie ist alt, sehr alt, sie trägt das Datum des 16. Juli 1913, und was ist nicht alles seit jenem Tag« geschehen! Ein ganzer Erdteil ist in Flammen gesteckt. In der genannten Nummer aber wird der Brand vorhergesagt. Es geschieht dies in einem Leitartikel aus der Feder unseres verstorbenen französischen Parteigenossen de P r e f s e n s e. Der Artikel ist in den Tagen geschrieben, wo der zweite Balkankrieg zu Ende ging, Bulgarien entkräftet am Boden lag und seine Besieger sich anschickten, eS auf allen Seiten zu verstümmeln. Gegen dieses TerstümmelungSwerk, das mit nur wenig Abänderungen im Friedensschluß von Bukarest zur Ausführung gebracht wurde, Achtete sich der Artikel de Presienses. Er trägt die Warnends lleberfchrift:„Uns kaute qui coutera eher— ein Fehler, der sich icbwcr bezahlt machen wird." Eine Warnung nicht nur an die Adresse der Sieger auf dem Balkan, sondern zugleich auch an die Adresse Europas. De Pressense war befugt, an Europa sich zu wenden. Jahre- langer Dienst als Korrespondent des„TempS" erst in Berlin und dann in London hatte ihm eine Kenntnis der Minen und Gegen- minen im Spiel der europäischen Diplomatie verschafft, die kaum übertroffen werden konnte, sein Standpunkt als internationaler Sozialist ihn der Gefahr entrückt, sich in dies Spiel verwickeln zu lassen. Er, der Franzose, tadelt vor allem die guten Freunde Frankreichs, Rußlands und Englands. Rußland, weil es den verhängnisvollen Fehler mitmacht, wo nicht diktiert, England, well es ihn nicht verhindert. Allerdings hatten Bulgarien und diejenigen, die eS damals zur Entfesselung des zweiten BalkankriegeS angestiftet hatten, schwere Schuld auf sich geladen. De Presseilse beschönigt sie nicht. Hinsichtlich der Politik der Großmächte aber heißt eS in dem Artikel: „Wenn die Nolle Rußlands in dieser Sache etwas birgt, was die rechtlichen Gewissen empören kann, so ist sie auch ganz da- nach angetan, die Mißbilligung der klarblickenden Geister zu erregen. ES war der gegebene Schiedsrichter. Mit einem Wort konnte eS sein Richtcrault geltend machen und die Leidenschaften dämpfen, die sein Gesandter Hartwig in Belgrad entfacht hatte. Es hatte beim Handel zwischen Rumänien und Bulgarien prä- iidicrt; statt loval die Hand zur Durchführung dieses leonischen Vertrags darzubieten, hat es geduldet oder viebnchr angeregt, daß Rumänien rückfällig wurde. Dieser Dolchstoß in den Rücken meuchelte Bulgarien, von dem der Zar einen vielleicht glücklichen Widerstand befürchtete. Und so zerstört diese Politik durch die Art, wie sie die eigensinnige Unabhängigkeit eines kleinen Volkes züchtigt, auf lange hinaus seine Aussichten auf eine Vormacht- slellung auf dem Balkan. ES scheint, daß dies die schwerwiegendste Gefahr war. Die Untätigkeit der Mächte hat ihr den Weg geebnet. Europa wird zweifelsohne Bulgarien nicht zerstückeln lassen, es könnte aber, selbst wenn es dies wollte, seine Slussichten auf eine führende Rolle nicht wiederherstellen. Kurzsichtige Politiker beglückwün- schen sich ob dieses Resultats. Es hätte ihnen mißfallen, wenn diese Staaten endlich Herren bei sich geworden, in Freiheit um ein Zentrum gruppiert auf dem Festland ein Element der Ord- nung und des Gleichgewichts geworden wären. Wie armselig ist ihre Spekulation! Diese wenigen höllischen Wochen lassen eine Ernte und ein Erbe hinter sich von unversöhn- lichem Hasse und unheilbarer Eifersüchtelei. Statt einer Zu- kunst von Frieden, Eintracht, Slrbeit und Fortschritt ist das Feld von neuem allen Ränken und allen Konflikten preisgegeben. Ein geschioäcktes und von Groll erfülltes Bul« garten wird nch geloben, Rache zu nehmen. Rußland und Oesterreich werden in dunkeln, unterirdischen Kämpfen, auf dem Gruied von Minen und Gegenminen ihre Agenten von neuem durcheinander st oßen. Um die Untätigkeit Europas zu rechtfertigen, hat Sir Edward Gveh sie gestern als die unerläßliche Bedingung einer friedlichen Beilegung der Krise bezeichnet. Tatsächlich hat diese Abdankung einfach den Feinden eines autonomen Balkanbundes erlaubt, mit vollen Händen die Saat der Zwietracht und der Unruhe auszu- streuen. Ein wenig gesunder Meirschenverstand und Energie bätten für diejenigen Mächte, die ein Interesse an einem soliden Frieden haben, genügt, den Balkanvölkcrn diese grau- s a m e Prüfung un d sich s e l b st die schwere Buße für einen Fehler größerer Art zu ersparen." So de Pressense. Die Voraussetzungen, von denen er hin- sichtlich der Vorgänge ausgeht, die den zweiten Balkankrieg und dessen unmittelbare Resultate herbeiführen, sind natürlich durch die verschiedenen, inzwischen hierüber bekannt gewordenen Tal- fachen in mancher Hinsicht berichtigt worden, indes ist das eine Frage, die uns hier nicht zu beschäftigen braucht. Das heute Be- deutsame seines Artikels ist, daß er noch vor Abschluß de? Friedens von Bukarest die Folgen voraussagt, die diese Abmachung gehabt hat, nachdem sie in dem Geist erfolgt ist, den er so scharf brand- markt. Welche Wirkung in bezug auf die Endergebnisse des jetzigen Krieges die nunmehr von Bulgarien eingenommene Haltung haben wird, läßt sich nicht voraussagen. Sicher ist nur, daß sie die AuS- sichten derjenigen Koalition erheblich schmälert, der die Urheber des Bukarester Friedens angehören und ihr neue Opfer auferlegt. Man darf sogar mehr sagen. Hätten die Sieger im zweiten Balkankrieg Bulgarien gegenüber Maß gehalten, hätten sie sich darauf beschronkl, nur dasjenige von ihm besetzte Gebiet, worauf es nach der Nationalität und den Wünschen der Bevölkerung keinen Anspruch hatte, ihm wieder abzunehmen, im übrigen aber ihm solche Friedensbedingungen zu stellen, die bei der breiten Masse des Volkes nicht das Gefühl zurücklassen konnten, daß seiner Nation bitteres Unrecht zugefügt sei, hätten sie mehr Wert darauf gelegt, eine baldige Aussöhnung mit ihm möglich zu machen, als darauf, es zu demütigen und zu„strafen", so wäre es Oesterreich-Ungarn im vorigen Jahre schwerlich eingefallen, an Serbien jenes Ulti- matum zu richten, das den Weltkrieg nach sich zog. Eine den Grundsätzen der Demokratie entsprechende Regelung der strittigen Balkanfragen hätte den Frieden bedeutet. Ihre Behandlung nach dem Gewaltrecht und den Macht- und Rachegelüsten herrschender Kasten hat den Krieg heraufbeschworen. Die Geschichte hat de Pressense und allen, die mit ihm damals ihre warnende Stimme erhoben, recht gegeben. Der Friede von Bukarest war ein Verbrechen, das sich bitter bezahlt gemacht hat. Leider sind es die Völker, auf welche die Last der Kosten mit ihrer ganzen Schwere fällt. Mögen die Völler die Lehren aus diesen Vorgängen sich wohl zu Herzen nehmen. Die Geschichte ist eine unerbittliche Nachrichterin und grausame Rächerin. Sie rächt die Versündigung wider ihren Geist öfter als an denjenigen, die diese Sünden begangen haben, an denen, die sie geduldet haben. Europa zahlt heute mit dem Blute von Millionen Unschuldiger für den Frevel, daß es das Unrecht von Bukarest ohne Einspruch ge- schehen ließ. Sevorftehenöe Vertagung öer griechischen Kammer. Athen, 7. November.( W. T.©.) Meldung der Ag en c e a v a s. Nach Miltcilungen aus politischen Kreisen wird die ammer in zehn Tagen vertagt werden, da dann die verfasiungs- mäßig vorgesehene Dauer von drei Monaten für die regelmäßtge Session erfüllt ist. Die Vcnizelisten sollen dieser Lösung zustimmen, welche gestatten würde, eine Auflösung und Neuwahlen zu vermeiden, deren Ergebnisse angesichts der Mobilmachung ungewiß sind. Die türkische �auptquartiersmelöung. Konstantinopel, 7. November.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: An der Dardanellenfront beschoß unsere Artillerie bei Anafarta ein Torpedoboot und ein Transport- schiff mit Feinden, die bei Kemikliliman lagen. Es wurden mehrere Treffer erzielt; der Transport entfernte sich, in Rauch gehüllt. Ani 6. November beschädigte unser Feuer ein feind- liches Flugzeug, das in der Gegend von Kutschukkemikli inS Meer fiel,>vo unsere Artillerie es weiter beschädigte. Seine Trümmer wurden vom Feinde in der Nähe von Lazarettzelten ans Ufer gezogen. In diesem Abschnitt nahmeu drei feind- liche Panzer und ein Torpedoboot, wie gewöhnlich erfolglos, an dem Feuergefecht teil. Bei Art Burun Feuergefccht und auf dem linken Flügel lebhafteres Bombenwerfen. Bei Sedd ul Bahr versuchte der Feind im Zentrum nach einem Feuerüberfall gegen unsere Stellungen vorzustoßen, indem die Soldaten Bomben warfen. Der Versuch scheiterte unter unserem Feuer und der Feind wurde vollständig vertrieben. In diesem Abschnitt fand wie gewöhnlich anhaltendes Feuergefecht statt. Der Feind schleuderte innerhalb 24 Stunden gegen unseren linken Flügel etwa 1300 Granaten, ohne irgend einen Erfolg zu erzielen. An den anderen Fronten nichts von Bedeutung. Der französische Tagesbericht. Paris, 8. November,(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Zwischen Somme und Oise nahmen wir die deu'.schen Posten vor Andechy und unlerdrücklen durch Artillerie- lagen die Tärigkeit des Feindes mit Schützengrabenwerkzeugen im Llbschnitte von BeuvrargneS. In der Champagne wurde ein deulicher Angriffsversuch mit Granaten gegen unsere Siellungen östlich deS Mesniihügels leicht zurückgeworfen. In den Bogesen dauerten die gestern gemeldeten Kämpfe bei Chapelolte im Laufe der Nacht an. Ilnsere Schützengrabenkanonen und Feldkanonen bokämpften wirksam die feindlichen Minenwerfer. Die deutschen Flugzeuge warfen über dem Gebiet von Dünkirchen acht Bomben ab. Ein Kind wurde ver- wundet. Der Sachschaden ist unbedeutend. O r i e n t a r m e e: Im Laufe des TageS des 5. November trat wieder Ruhe bei unseren vorgeschobenen Schützengrabenposten bei Krivelac ein. Aus der Front von Lacerna ist nichts zu melden. Bei Rabrowo rückten wir weiter vor. Paris, 8. November.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Besonders lebhaster Kampf mit Schützengraben- kampfwerkzeugen wird aus belgischem Gebiet von Het Sas und Boesinghe gemeldet. Im ArtoiS zwischen Somme und Oise fanden im Laute des Tages, besonders in den Abschnitten deS Waldes von Givenchy und von Beuvraignes sowie in der Umgebung von Tahure lokalisierle heftige Artilleriekämpfe statt. Eine unserer Minen zer- störte in der Höhe 235 in den Argonnen eine deutschen Sappe, in welcher der Feind in voller Arbeit war. Auf der übrigen Front kein bedeutendes Ereignis. Orientarmee: Im Laufe des 6. November kein Infanterie« gefecht. In Richtung Rabrowo befestigten unsere Truppen die vor Kriwolak eroberten Stellungen. Die Bulgaren erneuerten am 5. No- vember ihre heftigen Angriffe während de? ganzen TageS. Sie wurden jedesmal zurückgeworfen. Belgischer Heeresbericht. Ruhe auf der ganzen Front. Der rujsische Generalsiabsbericht. Petersburg, 7. November.(W. T.B.) Amtlicher russischer Bericht vom 6, November. Westlich von Riga wiesen wir mehrere feindliche Angriffe ab. Die deutschen Gegenangriffe südlich des Swentensecs dauern an. Weiter südlich bis zum Prypec keine Ver- änderung. Nach genauen Feststellungen nahmen wir bei dem Kampfe bei Koseiuchnowka(7 lern westlich Rafalowka) 22 Offiziere und 712 Soldaten gefangen, erbeuteten 7 Maschinengewehre und zwei Kanonen. Bei B u d k a wiesen wir die feindlichen Angriffe ab und warfen den Gegner in Unordnung auf seine Gräben zurück. Die äußerst heftigen Kämpfe in der Gegend von Siemikowce und aus dem Westufer des Jszozkow-SeeS sind beendet. Der Handstreich und das rasche Unternehmen bei dem Uebergang auf das rechte Ufer der S t r» p a vor einigen Tagen hat uns, unserer Erwartung entsprechend, 3590 Soldaten eingebracht, mit noch nicht feststehender Anzahl Offizieren und Maschinengewehren. Unsere tapferen Truppen hatten die größten Schwierigkeiten mit dem Transport der großen Zahl von österreichischen und deutschen Gefangenen hinter untere Front durch die Srrypa und den JSzozkow-See. Die Deutschen vereinigten alle ihre Kräfte und ergriffen energische Maßnahmen, um ihre Gefangenen unieren Händen wieder zu entreißen, während diese letzteren noch auf dem rechten Strypaufer mit unserer Nachhut in vollem Kampfe waren. In heftigem Artillerie- und Jnfanlerie- teuer hielten unsere Truppen allen feindlichen Angriffen stand und sammelten sich unier dem Feuerschutz der eigenen Artillerie. Nach- dem die ganze Messe der Gefangenen über die Strypa geschafft war, hörte das Feuer kurz auf. Petersburg, 8. November.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern. Auf der Front von Riga machten unsere Truppen einen erfolgreichen Angriff bei dem Dorfe Olai(17 Kilometer süd- westlich Riga): der Feind wurde vorübergebend gezwungen den Ort zu räumen. In der Nähe von llexkül besetzien wir den Kirchhof des Dorfes Lager(2 Kilometer nordwestlich llexkül) und vereitelten in derselben Gegend einen Versuch der Deutschen die Düna zu über- schreiten. Nordwestlich des Swentensees besetzten wir die zweite Linie der deutschen Schützengräben, machten 399 Gefangene, er- beuleten 2 Maschinengewehre und einen Scheinwerfer, Hierauf machten die Deutschen 4 Gegenangriffe, aber ohne Erfolg, Aus dem linken Styruser griff uns der Gegner bei dem Dorfe Miedwicze (11 Kilometer nordwestlich Ezartorysi) an: der Angriff wurde ab- geschlagen. Der Kampf westlich des Dorfes Koseiuchnowka. das fett dem 4, November in unserem Besitz ist, dauert an. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 8. November.(W. T. B.) Amtlicher Kriegs- b e r i ch t vom 7. November. Löährend auf dem ganzen Kriegs« schauplatz die wirksame Tätigkeit unserer Artillerie andaueri, trugen uns die Angriffs unserer Infanterie einige neue Erfolge ein. Im Fellatale rückte eine feindliche Abteilung, welche weiße Mäntel an- gelegt halte, am 6. gegen unlere Stellungen am Tarondkreuzweg vor. Sie wurde angegriffen und unter schweren Verlusten zurück« geschlagen. Im Seebachtal vermochte eine unserer Erkundungs« abteilungen vor den Schützengräben der Sella Nevea zahlreiche gegnerische Kräfte auf sich zu lenken, die sodann durch unser Artillerie- und Jnfanteriefeuer zerstreut wurden. Gestern gingen unsere Jnsanteristen auf dem Karst, nachdem sie einen feindlichen Angriff im Gebiere deS Monte San Michele abgeschlagen hatten, zum Gegenangriff über und zerstreuten den Gegner, indem sie ihm 212 Gefangene abnahmen. General Cadorncu Der kleine Kreuzer„ilnüine� gesunken. Amtlich. Berlin, 8. November.(W. T. 83,) Am 7. November nachmittags wurde der kleine Kreuzer„Undine" bei einer Patrouillcnfahrt südlich der schwedischen Küste durch zwei Torpedos chüs sc eines Unterseebootes zum Sinke» gebracht. Fast die ganze Besatzung ist gerettet. Der Chef des Adwttalstabs der Marine. .Undine' hatte ein Deplacement von 27cX) Tonnen und 281 Mau» Besatzung. Ein englisiher posiüampfer torpediert. London, 8. November.(W. T. B.) Lloyds meldet, daß da» englische Dampfschiff.Lady Plymouth" hier mit 55 Mann von der Besatzung des französischen Dampfers.Cal- a v a d o s' an Bord eingelaufen ist. Der englische Post- dampfer„Alastair" wurde versenkt, drei Mann von der Besatzung wurden gerettet, die Leiche eines Steuermannes wurde geborgen._ Die amerikanische Note an England. London, 8. November.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau verbreitet die folgende ausführliche Meldung über die amerikanische Note an England. Die Note erklärt, die Behauptung Englands, es bestehe Gefahr, daß einige für militärische Zwecke brauchbare Waren aus neutralen Ländern zum Feinde ge- langen, können nicht als gerechte gesetzliche Grundlage für Gegenmaßregcln bettachtet werden, da sie zuviel Gelegenheit zu Mißbräuchen der Kriegführenden gäbe. Bei der Anlegung emes solchen Maßstabes könnten die Kriegführenden das Rocht der Neutralen auf freie See ganz hinfällig machen. Die Vereinigten Staaten könnten sich mit einer solchen Bestimmung nicht zufrieden geben und ver- langten das Recht, alle Güter, die neutrale Länder benötigen, zu ver- kaufen. Wenn Güter, die bedingte Bannware sind, über ein neutrales Land nach einem feindlichen Lande bestimmt seien, so sei diese Tat- fache allein nicht ausreichend, um die Beschlagnahme zu recht- ferrigen. Die Vereinigten Staaten müßten deshalb gegen die Beschlagnahme von Schiffen auf den bloßen Verdacht hin Beschwerde erbeben. Die Note wirft ferner die Frage auf, ob die Blockade effektiv sei. Es wird auf die bekannte Tatsache hinge- wiesen, daß die deutschen Häfen für den Verkehr mit Skandinavien offen stehen. Die Note erklärt ferner, daß es keinen genauer um« sckriebenen Grundsatz des Völkerrechtes gebe als den. der die Blockade neutraler Häfen in Kriegszeiten verbiete. Dann wird in der Note auseinandergesetzt, daß die Prisengerichte für den Schaden. der den amerikanischen Kaufleuten zugefügt wird, keine ge- nügende Vergütung zuolkennen. Die Regierung der Vereinigten Staaten macht die englische Regierung mit größtem Nachdruck daraus aufmerksam, daß sie dabei beharren muß, daß die Be- ziehungen zwischen den beiden Negierungen nicht durch Zweckmäßig- keilsgründe, sondern durch die bestehenden Regeln des internationalen Verkehrs geordnet werden. Die Vereinigten Staaten nähmen ohne Zögern die Aufgabe auf sich, für die Unverletzlichkeil der Rechte der Neutralen gegen Ungesetzlichkeiten der Kriegführenden einzutreten, die durch den großen Kampf, der jetzt die Länder Europas verwüstet, ver- Stttert find. Schwedens Neutralität. Die von der Freisinnigen Partei Schwedens in Stockholm abgehaltene Generalversammlung hat sich dahin ausgesprochen, daß die auf ft r e n g e Neutralität ge- richtete äußere Politik der gegenwärtigen Regierung von der überwältigenden Mehrheft des Reichstages und des schwedi- schen Volkes getragen werde. Die Generalversammlung trat für einträchtiges Zusammengehen der skan- dinavischen Länder zur Wahrung der Neu- tralität ein. Die Werbetätigkeit für den Anschluß Schwedens an eine der kämpfenden Mächtegruppen, die im Lande geführt worden sei, bezeichnete die Generalversammlung als unverantwortlich und stellte weiterhin fest, daß diese Werbe- tätigkeit den allgemeinen Willen des Volkes zu unverbrüchlicher loyaler Neutralität in keiner Weise erschüttert habe. Die Generalversammlung sprach endlich die bestimmte Erwartung aus, daß die vom schwedischen Volke geforderte ehrlich� und unparteiische Neutralität unter voller Wahrung der Selbst- ständigkeit und der Interessen Schwedens mft starker Hand durchgeführt wird. Eine Unterredung mit dem Fürsten Hülow. New Aorl, 7. November.(28. T. B.) SWeiouttg des Reuterschen Bureaus. Ein Vertreter der Preb Association hatte in Luzern eine Unterredung mit dem Fürsten B ü l o to. Dieser erklärte, er gehe weder nach Washington, um Wilson zu besuchen, noch nach Madrid, um König Llsons auszusuchen, noch bespreche er mit einem päpstlichen Delegierten oder sonst irgend jemandem Friedens« bedingungen. Der Krieg müsse ausgefochlen werden. Deutschland sei einig, und verfüge über alle Hilfsmittel. Man sei allgemein entschlossen, den Krieg bis zum Ende mit den Waffen auszulämpfen. Sozialiftifths Kritik der Kriegspoliti? in Italien. Lugano, 2. November.(Eig. Ber.) In einer Sitzung in Rom, an der auch eine Vertretung des italienischen Parleivorstandes teilnahm, hat die sozialistische Fraktion zu den ökonomischen und politischen Fragen Italiens Stellung genommen. Die Fraktion beruft sich auf eine von ihr be« reils im August angenommene Resolution, in der sie die Regierung aus die Folgen des Krieges aufmerksam machte und sie zu sozialen Maßregeln aufforderte. Die Regierung begnügte sich damals mit dem — Zensurverbot; und die in der Resolution enthaltenen Forderungen sind bisher keineswegs berücksichtigt worden. Die jetzige Resolution geht von dieser Haltung der Regierung auS und betont, wie der Krieg immer mehr benutzt wird, um die persönlichen und öffent« lichen Freiheiten einzuschränken. Die Jnternierungen und Aus» Weisungen auch auf Gebieten, die nicht zur Kriegszone gehören. ebenso wie zahlreiche andere reaktionäre Maßnahmen lassen sich nicht auf Rücksichten militärischer Art zurückführen. Die Resolution be- mängelt weiter, daß die Zensur in parteilicher Weise gehandhabt und damit offenbart wird, daß die Zensur nicht der militärischen Sicherheit, sondern gewissen Jntereffentencliquen dient. Die Fraktion lenkt die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Klaffen« Politik der Regierung, die im Widerspruch zur angeblichen nationalen Einigkeit steht. Die Gemeinden dürfen zwar keine Extrasteuern zugunsten der von der Krise Getroffenen erheben, aber andererseits läßt die Regierung ruhig die Kriegslieferanten skandalöse Gewinne einstecken. Di« Fraktion verweist ferner darauf, daß die Vorgänge auf dem Balkan, die Italien mit zum Eingreifen in den Krieg ver« anlaßten. allen Voraussagungen gespotten haben. Die Fraktion ist der Ueberzeugung, daß nicht durch die Kriege, sodern durch die Er- oberung der politischen Macht durch das Proletariat die wichtigen Fragen des Völkerlebens ihre Lösung erfahren werden und sie unter« streicht deshalb ihre Opposition gegen eine jede Erweiterung des Kriegsschauplatzes, die den imperialistischen Charakter des Krieges nur verstärken würde. Die Fraktion beruft sich vielmehr auf die Ideale der Gleichheit und des Friedens, die zu den Grundprinzipien des Sozialismus gehören, und begrüßt die internationale sozialistische Konierenz in Zimmerwald, in der sie das Anzeichen und den Vorboten eines zukünftigen, auf Freiheit und Gerechtigkeit gegrün« deten Friedens erblickt. Bezeichnenderweise erspart sich der größte Teil der bürgerlichen Preffe jeden Kommentar zu dieser Resolution. Nur der„Secolo" meint, daß die Fraktion zwar an den inneren Angelegenheiten eine berechtigte Kritik übe, aber wegen ihrer Stellungnahme zur Zimmer- walder Konferenz höchst verdächtig sei. Die„Jdea Nazionale", ein Organ des unver hüllten Imperialismus, geht zwar auf die Rc« folution nicht direkt ein, widmet aber dem Thema Krieg und Par« lamentarismuS einen Leitartikel. Darin wird bezeichnenderweise gesagt, daß irgendeine ministerielle Krise in Frankreich oder England. so verhängnisvoll sie auch sein sollte, nie so gefährlich werden könnte wie eine Krise in Italien. England und Frankreich verteidigen sich, bemerkt das Organ des italienischen Imperialismus, sie haben den Feind vor der Tür. Deshalb würde jede Regierung in den be« treffenden Ländern den Krieg bis zu seinem siegreichen Ende führen. »Unser Krieg ist aber ein anderer Krieg; seine Grenzen sind durch nichts anderes gezogen als durch die Kräfte, über die wir verfügen und den Gebrauch, den wir von ihnen machen. Die Gefahr besteht barin. daß ein sozialistisches oder giolittanischeS Ministerium das Land zu verhängnisvollem Verzicht veranlassen könnte. Diese Gefahr be« steht ausschließlich im Parlament. Würden wir auch früher über- zeugte Anhänger des Parlamentarismus gewesen sein, wir würden heute gegen diese Ueberzeugung auftreten." •• • Ein Leitartikel des„Avanti" vom 3. November weist sarkastisch die guten Ratschläge, die die Gegner den Sozialisten geben, zurück. Früher habe man den Soziali st en ihren Mangel an Augenmaß und ihre Inkompetenz in der auswärtigen Politik vorgehalten. Aber gerade die Vorgänge der letzten Zeiten erweisen umgekehrt die anderen als so unerfahren, daß alle ihre Konstruktionen einstürzen, wie ja heute die Minister des VierverbandeS einer nach dem andern demissionieren. Gerade die nichtsozialistische Preffe war eS, die im Frühjahr den Krieg gegen Oesterreich unter der Begründung forderte, man dürfe, da Oesterreich im Sterben liege, den Slawen nicht die Erbschaft überlaffen, ein weiteres Zögern Italiens wäre ein Verrat gegenüber dem kampfbereiten Bolkanbund, insbesondere gegenüber den Rumänen. Auch das lybische Unternehmen hatte man seinerzeit nur als einen militärischen Spaziergang angesehen I /lrbeiterftreiks unü Krankenkassen in Nußlanü. In der Denkschrift des russischen Mmisters für Hemdst und Industrie zum Etatentwurf für 1916 sind u. a. auch die amtlichen Angaben über die Arbeiterstreiks in Rußland für das Jahr 1914 enthalten. Die amtliche Stotisttf umfaßt zwar nur einen Teil der Betriebe— vornehmlich die Groß- betriebe, die der Fabrikinspektion unterstellt sind— � aber trotzdem stellt sie für das Jahr 1914 eine außerordentliche Steigerung der Streiks und der Zahl ihrer Teilnehmer fest. Gegen 2404 Streiks mit 887 096 Teilnehmern im Jahre 1913 weist die amtliche Statistik für das Jahr 1914 3684 Streiks ni i t 1 373 468 Teilnehmern auf. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die übergroße Mehrzahl dieser Streiks auf die Zeit bis zum 1. August entfiel, da nach der Proklamierung des Kriegszustandes und der Einberufung der tatkräftigsten Elemente zu den Fahnen eine starke Streik- bewegung vorderhand unmöglich gemacht war. Immerhin find vom 1. August bis 31. Dezember 1914 noch 41 Streiks mit 9661 Teilnehmern registriert worden. In diesem Jahr ist die Zahl der Streiks und ihrer Teilnehmer trotz drakoni- scher Matznahmen der Behörden stark gestiegen. Amtliche Angaben darüber fehlen aber vorläufig noch. Hinsichtlich des Charakters der Streikbewegung im Jahre 1914 stellt die ministerielle Denkschrift fest, daß 969 Streiks ni i t 278 000 Teilnehmern Wirtschaft- l i ch e r Natur waren. Demnach trugen 2565 Streiks mit 1 095 458 Teilnehmern einen politischen Charakter. Die meisten wirtschaftlichen Streiks entfielen auf die Metall- und Naphthaindustrie. Die Gesamtzahl der verlorenen Arbeitstage belief sich im Jahre 1914 auf 5 755 072 gegen 3 863 257 im Vorjahre. In derselben Denkschrift de» Minister» sind Angaben über die Zahl der 1914/15 gegründeten Betriebs- Krankenkassen enthalten. Trotz der Ungunst der Kriegszeit wurde die Arbeit auf diesem Gebiet fortgesetzt. Zum 1. Juli 1915 waren auf den Fabrikbetrieben im ganzen Reiche(inkl. Polen) 1973 Krankenkassen mit 1 583 241 Teilnehmern eröffnet worden. Außerdem funktionierten zu derselben Zeit auf verschiedenen Berg- werken 73 Krankenkassen mit 102 161 T e i l n e h- m e r n. Nach der Denkschrift waren zum 1. Juli noch etwa 700 Krankenkassen mit etwa 600 000 Teilnehmern im Ent- stehen begriffen, die inzwischen wohl auch schon in Funktion getreten sind._ politische Ueberflcht. Neue Bundesratsbeschlüffe. Berti«, 8. November.(W. T. B.j In der heutigen Sitzung des Bundesrat« gelangten zur Annahme: Der Entwurf einer Verordnung über Oele und Fette, der Entwurf einer Verordnung über den Ver- kehr mit Stroh und die Vorlage betreffend die anderweitige Ver- teilung der Prägung von Fünfpfennigstücken auS Eisen auf die einzelnen Münzstätten._ Die Beschlüsse des ReichSausschusseS derZentrumspartet. Di« Kölnische.Volkszeitung" schreibt: »Die Beichlüffe deS ReichSauSichuffeS der Deutschen Zentrum«- Partei, welcher am 21. und 26. Oktober in Frankfurt a. M. versammelt war, scheinen ein eigenartige« Schicksal durchmachen zu müssen, bis sie zur Kenntnis der Mitglieder der Zentrum»« Partei kommen. In Nr. 838 unserer Zeitung vom 22. Oktober teilten wir die Eingabe mit, welche der ReichSauSschuß an den Herrn Reichskanzler gerichtet hat in Sachen der Lebensmittelteuerung. Sofort erhielten wir nicht immer ganz höfliche Anfragen, wieso e« komme, daß unsere Mitteilung nicht übereinstimme mit demjenigen Wort- laut, welcher in Frankfurt beschloffen worden sei. Wir konnten nur antworten, daß wir nicht in der Lage seien, einen Grund für die Nichtübereinstimmung anzugeben. Auf weilere Anfragen, weshalb wir immer noch nicht den ve« s lchluß In Sachen der Friedensziel» veröffentlicht hätten, konnten wir ebenso nur antworten, daß wir diesen Beschluß vom Wolffschen Bureau, welchem er zur Veröffentlichung übergeben worden sei, immer noch nicht erhalten hätten. Nunmehr gestern endlich erhielten wir diesen Beschlutz in Sachen der Friedens ziele vom Wolffschen Bureau und veröffentlichten ihn selbstverständlich sofort. Jetzt erhallen wir schon wieder ziemlich er- regte Anftagen von Mitgliedern de« ReichsauSschuffeS, welche der Tagung in Frankfurt am 21. und 25. Oktober beigewohnt haben(es waren deren, wie wir hörten, über öl)), weshalb wir denn nicht den ganzen Wortlaut des Beschlusses veröffentlicht, sondern einen wesentlichen Satz weggelaffen hätten.... Wie wir hören und auch schon mitteilten, ist der Wortlaut am 21. Okiober mittags durch ein beauftragtes Mitglied des Reichs- ausschuffeS dem Wolffschen Telegraphenbureau in Frankfurt zur Ver- breitung an alle deutschen Blätter übergeben worden. DaS Wolffsche Bureau hat diesen Auftrag auch übernommen.... Einen Grund, weshalb in der Mitteilung von Wolff gegebenen- falls ein Satz weggelassen worden ist, sind wir selbstverständlich auch nicht in der Lage anzugeben, da Wolff uns iu seine Geschäfts» geheinmiffs nicht einzuweihen pflegt." Der»Burgfrieden" i« Hesse«. Da wlkhrend des gegenwärtigen Krieges ein noch nie bage- wesener Lehrermangel eingetreten ist, halben laut„Berl. Tagebl." die maßgebenden Schulbehörden des Großherzogbum» Hessen die Anregung gegeben, daß in den Gemeinden, in denen Mangel an evangelischen Volksschullehrern besteht, die Lehrer katholischer Kon- fesston den evangelischen Religionsunterricht in den Unter- und Mittekklassen erteilen; ist ein Mangel an katholischem Lehrkräften vorhanden, so können evangelische Lehrpersonen den katholischen Religionsunterricht in den Unter, und Mittelklassen der Volks- schulen geben. Ferner ist genehmigt worden, daß bei den Turn- fahrten der Volksschüler da, wo Mangel an Lehrkräften besteht. Turmvart« der„sozialdemokratischen" Arbeiterturnvereine zur Leitung der Turnsahrten herangezogen werden. Von dieser Er- lanbnis wurde bereits vielerorts, in erster Lim« in der hessischen Residenz Darmstadt, Gebrauch gemacht. das tägliche örot. Der Kartoffclpreis. Die Kartoffelverordnung sieht Produzenten- und Kleinhandels- preise vor. Ist nun der Landwirt berechtigt, bei direkter Lieferung an den Verbraucher den höheren Kleinhandelspreis zu fordern? In einer offiziösen Mitteilung wird diese Fragt mit folgender Be« gründung bejaht: Nach§ l der BundeSratsverordnung vom 28. Oktober gelten die Höwstpreise für Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei dem Empfange. Sie schließen die Kosten des Transport« bis zum nächsten Güterbahnhof, bei Wassertransport bis zur nächsten Anlege- stelle deS Schiffes oder Kahns, und die Kosten deS Verladen« ein. Alles, was an Unkosten darüber hinausgeht, kann demgemäß be- sonders berechnet werden. Es dürfen aber nur die tatsächlich ber- ausgabten Kosten berechnet werden. Die Kartoffeln dürfen jedoch nie teurer verkauft werden, als der Kleinhandelshöchstpreis am Ver- kaufsorte ist._ Regelung der �ettversorgung. Berlin, 8. November.(28. T. B.j Der Bundesrat hat in seiner heurigen Sitzung eine Verordnung über Oele und Fette be- schlössen. Sie hat den Zweck, die tierischen und pflanzlichen Oele und Fette, die für die menschliche Ernährung verwendbar sind, für diese sicherzustellen und die Grundlage für eine angemessene Preis- gcstaltung zu geben. Die Verordnung setzt eine Anzeigepflicht, eine Absatzbeschränkung und die Verpflichtung fest, die Vor- röte an Oelen und Fetten dem Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette in Berlin aus Abruf zu bestimmt vorge» ichriebenen Preisen zu überlassen. Dem Kriegsausschuß liegt die Verteilung der Robstoffe an die beteiligten Industrien und der von ihnen hergestellten Erzeugnisse ob. Der Reichskanzler erläßt die näheren Bestimmungen hierüber. Er bestimmt insbesondere, an welche Stellen und zu welchen Preisen die Waren abzugeben sind. SO Proz. Wasser in der Wurst. Diese Feststellung hat man in Konstanz a, Bodensee bei einer vorgenommenen Kontrolle der Konserven gemacht. In F r e i b u r g i. B. hat das Bezirksamt schon im September wegen zu großem Wasserzusatz zur Wurst eine Verwarnung an die Fleischermeister erlassen, nunmehr sind vier dieser LebenSmittelfälscher zur Anzeige gebracht worden; ihre Würste enthielten wiederum einen zu hohen Wafferzusatz. Gegen Butterknappheit. In Barmen wurde auf die Anzeige hin, daß die Butter« kuappheit künstlich durch spekulative Zurückhaltung der Butter ver- größert wird, in den verschiedenen privaten Kühlhäusern eine Revision abgehalten, die ein überraschendes Ergebnis zeitigte. Nicht weniger als 201 Zenmer Butler wurden entdeckt, die zumeist von Elberfslder Händlern für längere Zeit eingelagert waren. Die Butter wurde beschlagnahmt und der Elberfelder Stadtverwaltung übergeben- Aehnlnhe Resultate dürften Revisionen an anderen Orten auch er- geben._ FettersparniS. Um den Verbrauch von Fetten einzuschränken, hat der kommandierende General des 17. Armeekorps folgende Ver- fügung erlassen: „Es ist dringend erforderlich, den Genuß von Speisefett aller Art noch weiter einzuschränken, um einem etwaigen Mangel vorzubeugen. Ich bestimme deshalb auf Grund des § 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 9. Juni 1851 für den Bereich des 17. Armeekorps für die Dauer des Kriegszustandes: 1. Sämtliche Empfänger von Deputat tn Stadt und Land dürfen das ihnen vertraglich zustehende Deputat an Butter. Schmalz oder Speisefett nur noch in Höhe von 50 vom Hundert erhalten. 2. Die in Deputat stehenden Saison» arbeiter dürfen von jetzt ab nur noch 26 Gramm Fett für den Tag und den Kopf erhalten. 3. An Stelle der wegfallenden Fettmengen find die Deputatsempfänger durch Geld oder Gewährung von Mar» melade, Mus, Honig oder Sirup zu entschädigen. Zuwiderhandlungen gegen die Verbote zu 1 und 2 sowie die Aufforderung oder Anreizung zu solchen Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einen: Jahre bestraft." Die Verordnung trifft besonders die Landarbeiter, deren Lohn tn der Hauptsache aus Deputat besteht. Höchstpreise für Stroh. Amtlich. Dcrli», 8. November.(W. T. B.) In der heutigen BundesratSsitzung wurve eine Verordnung über den Verkehr mit Stroh und Häcksel verabschiedet. Die Verordnung ver- folgt den Zweck, dem Kriegsausschuß für Ersatzfutier durch Ver« Mittelung der Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte diejenigen Strobmengen zu angemessenen Preisen zu sichern, die er zur Her- stellung seiner Futtermittel braucht. Es handelt sich dabei Haupt- iächlich um Melassefuttermittel und um das sogenannte Strohkraft« futler. Demnach wird durch die Verordnung der Bezugsvereinigung ein Verkaufsrecht für diejenigen Strohmengen eingeräumt, die jemand absetzen will, sofern diese Mengen vier Tonnen bis zum 1. August 1216 übersteigen. Um die daraus herzustellen- den Eriatzfutter den Landwirten und sonstigen Verbrauchern zu angemessenen Preisen darbieten zu können, werden Höchstpreise s ü r Stroh festgesetzt, und zwar 15 M. für ungepreßtes Maschinen- druschstroh, 17,52 M. für gepreßtes Stroh und 50 M. für Flegel- druschftroh für die Tonne. Einbezogen in die Verordnung ist daS Stroh von Roggen, Weizen, Dinkel, Hafer und Gerste, nicht ober die Spreu dieser Geireideorten. DaS zum Absatz gestellte Stroh, das die Bezugsvereinigung für die oben angegebenen Zwecke, sowie für gewisse besonders dringliche Ausnahmefälle(zum Beispiel zur Versorgung ungünstig gelegener städtischer oder industrieller Ver- brauchszemrenj, nicht' braucht, wird dem Verkehr wieder ireigegebcn; es gellen dann die obigen Höchstpreise als Verkaufspreise für den Erzeuger. Beim Berkauf von Häcksel durch den Hersteller darf der Preis von 60 M. sür die Tonne ohne Sack nicht überschritten werden._ Ist der Bewucherte strafbar? DaS Reichsgericht hat entgegen den Urteilen anderer Gerichte in ständiger Praxis angenommen, nach dem Gesetz vom 4. August 1914 sei nicht nur der Verkäufer, de die fest- gesetzten Höchstpreise überschreitet, strafbar, sondern auch der Käufer, der solche zahlt. Mit dieser Auffassung des höchsten Gerichts ist zu rechnen, gleichviel, ob sie dem Gesetz entspricht. Deshalb ist aber dringend eine Aenderung des Gesetzes er- forderlich. Denn es liegt auf der Hand, daß vor einer Sttaf» anzeige der zurückschreckt, der durch sie sich selber oder Per- sonen auf die Anklagebank bringen würden, die aus Not den Wucherpreis bezahlt haben. Wird die bevorstehende Tagung des Reichstags der Notwendigkest einer Aenderung des Gesetzes Rechnung tragen, um Uebervorteilungen wirksamer entgegen zu treten? Mus?nöustrie und Handel. Dividendeusteigerung bei der A. E. G. Berlin, 3. November.(W. T. B.) In der beuligen AufsichtS« ratssiyung der A. E. G. wurde über das verflossene Geschäftsjahr Bericht erstattet. Die Zahl der zu den Fahnen berufenen Angestellten beträgt 23 928. Die Kriegsunterstützung der Familien der Einberufenen bclief sich für das erste Johr aus 1612111 M., die auS dem Be- triebe gedeckt sind. Die Werkstätten waren mit Friedensarbeit zu« reichend beschäftigt und standen in weitem Umfange der Landes- Verteidigung zur Verfügung. Das Bankguthaben beträgt 128.3 Millionen Mark. Der Buchwert einer Reihe von Industrie» beteiligungen ist durch Absetzung von rund 2 Millionen Mark auf den Nennwort gebracht. Nach Abzug von Unkosten. Steuern, Obli« gationSzinien und der Ueberschreibungen wird ein Reingewinn von 21 223 115 M.(im Borjahre 18 892 611 M.j ausgewiesen. Der auf den 12. Dezember einzuberufenden ordentlichen Generalversamm- lung wird die Verteiluno einer Dividende von 11 Proz.(im Vor- jähre 12 Proz.) aus 155 Millionen Mark Aktien vorgeschlagen werden. Die Eintragung der Kapitalserhöhung um 29 Millionen Mark in das Handelsregister ist erfolgt, nachdem 31 767 222 M. Stammaktien der B. E. W. zum Umtausch in 26 275 222 M. junge A. E. G.« Aktien angemeldet und die verbleibenden 2 925 220 M. von einem Bankenkonsortium übernommen worden waren. Die französische Waffenfabrit Schneider u. Ko. in Le Creusot erzielte einen Reingewinn von 9,177 Millionen Frank, woraus wieder 85 Frank Dividende verteilt wurden. Letzte Nachrichten. Ein französisches Kriegsgerichtsurteil. Marseille, 8. November.(W. T B.j(Meldimg der Agenc« Havas.j Das Kriegsgericht verurteilte wegen Unterschlagung im Truppenlager Marseille einen VerwaltungSosfizier zu fünf Jahren Einzelhaft, 1520 Franken Geldbuße und Degradation, den Soldaten Goupil zu fünf Jahren Einzelhaft und Degradation. Wegen Mit- täterschaft wurde ein Zivilist zu zehn Jahren Einzelhaft und 29 000 Franken Buße, zwei andere Zivilisten zu fünf Jahren Ge- fängnis und ein weiterer Zivilist zu einem Jahr Gefängnis ver- urteilt. Gewerkschaftliches. Teuerungszulagen und Hauunternehmer. Bekanntlich hat der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe dem Ersuchen der mit ihm im Tarifvertragsver- hältnis stehenden Arbeiterverbände nach einer Teuerungs- zutage nicht entsprochen. Die Begründung sür seine ableh- nende Haltung lautete schlechtweg dahin, daß die Arbeitgeber rm Baugewerbe sich in einer schlimmeren Notlage befänden als die Arbeiter. Um diese Begründung zu erhärten, unter- sagte der Bund seinen Mitgliedern ausdrücklich, Teuerungs- Zulagen zu gewähren. Für Zuwiderhandlungen sollen sogar Strafen angedroht sein. Wie dem„Zimmerer" jetzt mitgeteilt wird, ist unlängst in B r e s l a u die Firma Tuchscherer dafür, daß sie eine Teuerungszulage von 2 Pf. pro Stunde gewährt hat, durch den Arbeitgeberverband in eine Buße von 300 M. genommen worden. Das ist fürwahr ein starkes Stück. Aus anderen Orten, wo trotz des Verbots des Arbeitgeberbundes derartige Zulagen ebenfalls bewilligt wurden, ist bisher nicht bekannt geworden, ob ähnliche Strafmaßnahmen verhängt sind. Ausgeschlossen ist das indes keineswegs. Die Notlage der baugewerblichen Arbeitgeber ist natür- lich nur eine vorgebliche. Schon mehrfach wurde nachgewiesen, daß für Bauarbeiten, ganz besonders für Kriegsarbeiten, wesentlich höhere Preise bezahlt werden, als vor dem Kriege dafür berechnet wurden. Die höheren Preisfestsetzungen sind nicht selten ausdrücklich unter der Bedingung getroffen, daß auch die Arbeiter daran teilhaben sollten, besonders, wo es Kj um von Militärbehörden in Auftrag gegebene Arbeiten ndelt. Aber auch bei solchen Arbeiten weigern sich die Arbeitgeber durchweg, höhere Löhne zu zahlen mit dem Hin- weis darauf, daß die Arbeiten zu Preisen übernommen seien, denen die Löhne vor Ausbruch des Krieges zugrunde lägen. Das letztere war auch in E r f u r t der Fall, wo ebenfalls die Arbeiterverbände eine Teuerungszulage für ihre Mit- glieder zu erlangen versuchten. Da alle Bemühungen fehl- schlugen, wandten sich die Arbeitervertreter cm die stellver- tretende Intendantur des XI. Armeekorps in Kassel, die zu- ständige Behörde für die in Frage kommenden Arbeiten, mit dem Ersuchen, die betreffenden Arbeitgeber durch Nach- bewilligungen in den Stand zu setzen, eine Teuerungszulage zahlen zu können. Die Antwort, die sie von dort erhalten haben, ist äußerst interessant. Es wird darin zunächst das Be- streben der Arbeiter nach einer Erhöhung des Lohnes ange- Shts der herrschenden Teuerung für durchaus verständlich er- ärt. Der in dem Schreiben der Arbeiterverbände vorge- fchlagene Weg(Nachbewilligungen auf die Baupreise) sei jedoch für die Intendantur zu ihrem lebhaften Bedauern nicht gangbar, denn sie sei nicht in der Lage und nicht berechtigt, die mit den Unternehmern vertraglich festgesetzten Preise will- kürlich zu deren Gunsten zu erhöhen. In der Erwiderung heißt es wörtlich: »Zunächst beruht die mitgeteilt« Ansicht des Arbeitgeberverbundes, daß in Erfurt noch Bauten der Hseresverwatdung im Gange seien, für welche die Verträge schon vor dem Kriege abge- schlössen sind, aus einem Irrtum, wie'dies durch Umfrage bei den Erfurter Militär-Bauämtern ausdrücklich festgestellt worden ist. Es sind vielmehr für alle zurzeit im Gange befindlichen Militärbauten in Erfurt die Verträge erst nach Kriegs- beginn abgeschlossen. Die guten, zum Teil sogar sehr hohen Preise, letztere für die bereits im Frie- den verdungenen Mobilmachungsbauten(Kriegs- Verpflegungsanstalten usw.) sind unter der selbstver- ständlichen Voraussetzung bewilligt worden, daß auch die Arbeiter an der Preisaufbesserung teilnehmen würden.,, Weiter wird noch hervorgehoben, daß bei den Verhand- lungen mit den Unternehmern über die Preisfestsetzung von diesen stets betont worden sei, die verhältnismäßig hohen Prerse mußten im Hinblick mrf die gestiegenen Baustoffpreise und Arbeitslöhne(I) gefordert werden. Die Mittei lung der Arbeiterverbände, wonach die in Betracht kommen den Arbeiter zu denselben Lohnsätzen wie vor Ausbruch des Krieges beschäftigt würden, stehe damit nicht im Einklang. Die Hoeresleiwng sei seit Beginn des Krieges stets bemüht ge- Wesen, zur Behebung der Arbeitslosigkeit den Baubetrieb so- weit irgend möglich aufrechtzuerhalten in der selbstverständ- lichen Absicht, daß sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeiter Arbeit und Verdienst haben sollten. Von Interesse an der Erwiderung ist vor allem, daß die hohen Preise für die in Frage kommenden Arbeiten unter der selbstverständlichen Voraussetzung bewilligt worden sind, auch die Arbeiter sollten an der Preisaufbesierung teilnehmen. Bis jetzt haben daraus nur die Arbeitgeber Vorteil gezogen. Trotzdem befinden sie sich natürlich in einer noch schlimmeren Notlage als die Arbeiter, so daß sie eine Teuerungszulage unmöglich zahlen köimen._ Deutsches Neich. Der Sattler- und Portefeuiller-Verband. Wohl keine zweite Gewerkschaftsorganisation hat während der Kriegszeit ein so großes Auf u.id Ab der Mitgliederbewegung zu verzeichnen, wie der Sattlerverband. Die durch den Krieg be- dingte starke Beschäftigung dieser Industrie ist die Ursache dafür. Am Schlüsse des dritten Quartals in diesem Jahre zählte der Ver- band ll 426 männliche und 1692 weibliche Mitglieder, gegenüber 19 592 bezw. 998 am gleichen Tage des Vorjahres. Seit B e- ginn des Krieges sind dem Verbände 9211 mann- l i ch s und 2309 weibliche Mitglieder beigetreten. Infolge des jetzt verringerten Bedarfs an Lederausrüstungs- stücken wurden die meisten neuerrichteten Betriebe, von denen mehrere weit über 1999 Personen beschäftigten, wieder geschlossen. Die hiec Irirch hervorgerufene Arbeitslosigkeit betrifft fast aus- schließlich- nur Berufsftemde, die jetzt in anderen Gewerben Unterkunft suchen oder bereits gefunden haben. Die gelernten Sattler sind noch vollbeschäftigt und arbeiten vielfach noch mit Ueberstunden. Mit der Avbeitsaufgabe in der Ausrüstungs- industvie haben die neugewonnenen berufsfremden Mitglieder auch das Interesse fiir den Sattler- und Portefeuillerverband verloren. Daraus erklären sich auch die Massenausschlüss« wegen restierender Beiträge. 6888 männliche und 1698 weibliche gingen auf diese Weise dem Verband wieder verloren. Bis zum 39. September wurden 3521 Verheiratete und 4216 Ledige zum Heeresdienst eingezogen, von denen 139 bereits als gefallen gemeldet sind. Die Lederwaren-, Reiseartikel-, Auto- und Treibriemenbranche ist mit den wenigen noch zur Verfügung stehenden Arbeitskräften gut beschäftigt, während in der Galanteriebranche infolge der Be- schlagnahme von Gespinststoffen, große Arbeitslosigkeit herrscht. Im Laufe des 3. Quartals waren 751 männliche und 236 weib- liche Mitglieder arbeitslos, 423 arbeiteten verkürzt. In der Zeit vom 3. August 1914 bis 39. September 1915 wurden 258 542 M für Unterstützungen ausgegeben, davon 121 319 Dt. an Arbeitslose und 113 591 M. an die Familien der Kriegsteilnehmer. Trotzdem Streiks während des Krieges nicht geführt wurden, konnte doch manche Lohnerhöhung durchgesetzt werden, ab- gesehen von den Kriegszuschlägen in der Lederausrüstungsindustrie, wurden mit den Vereinigungen der Lederwarenfabrikanten in Offenbach und Nürnberg Teuerungszulagen vereinbart, wohin- gegen die Berliner Industriellen wohl eine Notlage anerkannten, aber von schriftlichen Vereinbarungen nichts wissen wollten; nur von Fall zu Fall wollten sie sich die Entscheidung vorbehalten. Allgemein wird auch hier eine Teuerungszulage gewährt. Der Reichstarif für die Lederausrüstungsindustrie hat sich bewährt. Unternehmer, die da glaubten, sich an die tarif- lichen Bestimmungen nicht halten zu brauchen, wurden durch SchlichtungskommissionSentscheidungen verurteilt, zu wenig ge- zahlt« Löhne nachzuzahlen. In einigen Fällen belief sich die Nach- zahlungssumme auf mehrere tausend Mark. Heber die geschäftliche Ausnutzung der Arbeit von Frauen und Jugendlichen klagt auch der Vorstand der Zahlstelle Leipzig deS Ver- bandeS der Buch- und Stemdcuckereihilssarbeiter In der Buch- druckerei Oskar Brandstetter zu Leipzig werden seit August d J„ ' wie alljährlich, an mehreren Schnellpressen und an der Rotations« Maschine Ueberstunden geleistet. Die vor dem Kriege an diesen Maschinen beschäftigten Hilfsarbeiter erzielten bei ihrem Wochenlohn von 23— 25 M.. für die Ueberstunden, die bis zu sechs an gewissen Abenden, fusgesamt bis zu 29 Stunden die Woche geleistet werden, eine Ueberstuirdenbezahlung von 55—79 Pf. pro Stunde. In der gegenwärtigen Kriegszeit werden die Brandstetterschen Auslegerinnen(Bogenfängerinnen) bei einem Wochenlohn von 19 bis 19.59 M. und gleichzeitig Burschen unter 16 Jabren(Kinder) ver- pflichtet, dieselben Ueberswnden und Nachtarbeiten zu leisten, die sonst alljährlich von Männern gemacht wurden. Es soll mehrfach vorgekommen sein, daß Mädchen und Burschen pro Tag 16 Stunden ohne Uiiteibrechung, mit einer halbstündigen Etzpause an zwei bis drei Tagen und Nächten arbeiten mutzten. Eine Weigerung bei solcher Zumutung gibt es nicht, weil sonst die Entlassung zu befürchten ist. Die Kinder unter 16 Jahren und die Mädchen erhalten nun pro Ueberstunde, auch für Nachtarbeit, sage und schreibe 16 bis 19 Pf., die Hilfsarbeiter erhielten für dieselbe Arbeit in den Vor» jabren 55 bis 79 Pf. Bei durchschnittlich 5 Stunden pro Abend hat ein Hilfsarbeiter 5 mal 69 Pf. gleich 3 M., ein Bursche unter 16 Jahren oder Mädchen und Frauen 5 mal 18 Pf. gleich 99 Pf. für dieselbe Arbeirsleiftung. Diese Stunden werden allwöchentlich 2 bis 3 mal nach einander nach der Taaesarbeit geleistet. Ein Hilfsarbeiter erreichte für drei Abende Ueberstunden 9,99 M., die Hilfsarbeiterin oder die Burschen, die an Stelle des erwachsenen Mannes stehen, erreichen für dieselbe Arbeit sür drei aufeinander- folgende Abende an Stelle der sonst gezahlten 9,99 M. nur 2,79 M. Der Profil der Firma Brandstetter an dielen seit Monaten ge- leisteten Ueberstunden beträgt an einer Hilfsarbesterin pro Abend hiernach 2,l9 M.. wenn drei Nächte gearbettet wird, steigt der Profit an einer Hilfsarbeiterin an den Ueberstunden allein an drei Abenden auf 6.39 M. Der Mitinhaber der Firma Oskar Brandstetter-Leipzig, Herr Otto Säuberlich, der in der Plinzipalsvereinigung mehrere Ehrenämier bekleidet, hat kürzlich in der Zeitschrift für Deutsch- lands Buchdrucker sehr warme Worte für die Kriegsinvaliden gefunden.»Aber", so ruft der Verband der Zahlstelle Leipsig deS Buchdruckerei-Hilfsarbeiier-Verbandes aus,»wo bleibt der Glaube daran, datz diese Empiehlungen Wirklichkeit werden könnten, wenn jetzt bei so drückender Teuerung nur ganz billige Arbeitskräfte ein- gestellt werden und besser zu entlohnende mehr als sechs Monate ohne Arbeit sind? Ist hier keine Hilfe möglich, weil Burgfriede besteht?"— flus öer Partei. Militärischer Masscnprozeß gegen schweizerische Parteiblätter. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Der Krieg begünstigt auch in der friedlich-neutralen Schweiz die Reaktion, die besonders durch die Auftichtung der Militär- Herrschaft neben der bürgerlichen Regierung gestärkt wird. Die Militärgcwalt hat zwar im Gerichtssaal mit ihrem Prozeßeifer schon bedeutungsvolle Niederlagen erlitten, auch hat sie der Bundesrat in der letzten Session der Bundesversammlung wegen verfassungswidriger Uebergriffe dreifach verurteilt; allein sie ist damit noch nicht gezähmt, und nun wagt sie gleich einem großen Wurf mit einem Massenprozetz gegen vier sozialdemokratische Blätter, nämlich die„Senturelle" in Chaux-de-Fonds,„Bündner Volkswacht" in Chur,„Freien Aargauer" in Aarau und„Volks- wacht" in Zürich. Der„Freie Aargauer" soll angeklagt werden wegen einer kritischen Anfrage an den Zensor und die anderen drei Parteiblätter wegen ihrer Kritik an dem Erlaß deS Kommandos der 5. Division bereffend die Kastenscheidung und Kastenbildung der Unteroffiziere gegenüber den Mannschaften, die geradezu die Vernichtung jedes freien Geistes im Dolksheer und eine Ver- höhnung der Demokratie bedeutet. Die daran geübte, durchaus notwendige Kritik soll nachträglich noch gerächt und fernerhin die freie Kritik unmöglich gemacht werden. Dabei war auch ein Teil der bürgerlichen Presse mit jenem Erlaß nicht einverstanden und wies ihn kritisch zurück. Ein anderer Teil der bürgerlichen Presse sah aber den Erlaß wohl nicht ungern, weil sein Zweck auch eine Stärkung der Position der herrschenden Klasse und ein« Schwäch- ung der Arbeiterklasse im Klassenkampf bedeutet. Während sich solche Dinge daheim abspielen, stehen Zehn- tausende Proletarier und Sozialdemokraten in der Uniform an der Grenze zum Schutze von Freiheit und Demokratie deS schweizeri- scheu Vaterlandes I Theater. Direktion: Max Reinhardt. T1/, Uhr: Maria Stuart. Mittwoch: Maria Stuart. Kamniernplele. 8 Uhr: Der Weioatenfel. Mittwoch; Der Welbstenfel. Tolkabflhne. Theater a.BDIowpl. S'l, ü.s Oer Kaufmann von Venedig. Mittwoch: Faust._ Dir. Meinhard-Bernauer. S Uhr: Amphltryon. Komödienhaus. 8 Uhr; Rausch. Berliner Theater. 8 Uhr; Wenn zwei Hochzelt machen. URANIA TaubenttraBe 48/49 8 Uhr: Generalmajor a. D. Bahn; Die KrleKSHchanplatse auf dem Balkan. Im Höreaal 8 Uhr: Direktor Prof. Dr. P. Sohwaho; Ole Bewegungen der Weltkörper. (Teil II. Von Keplera Zeit bia zur Gegenwart.) National-Theater. Köpenicker Strafie 07/68. 8nü.: s. M. der Dollar. Theater für Dienstag, 9. November. Dentschee Opernhaag Cbarlottbg. 8 Uw- gllÜMM Erzählunp. Frledrlch-WltbelmstSdt. Theater. 8 uhr; Der Togeihändier. o.br. Herrnfeld. Tb�u, 8 uhr: Bosenblatt's Gehelmtip Kleines Theater. s uhr; Ein kostbares leben. Komische Oper. s uhr; Jung muß man sein Deatacbeg Künstler-Theater. s uhr; Die selige Exzellenz. Lesslng-Theater. s uhr: Komodie der Vörie Metropol-Theater s uhr; Die Kaiserin tEU iHstsplelhaiiN. � D-iBerrscbaltl. Diener gesncht Lnstsplelbaus. Montls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Ein Tag Im Paradies. itealdens-Theater s-stuhr- Die Primessln m 1 Schiller-Theater O. b uhr; Jugend. Sehlller-Th.Charlettenbf. s Mir; Der Meister tob Palmyra. Thalia-Theater. s uhr; Drei Paar Schuhe. Theater am Kollendorf pl. 8'/, Uhr: Immer feste drnlT! Sonnt. 31/, ü.; Graf von Luzemburg. Theater des Westens 8 uhr. Polenblut. Trlanon-Theater. n.u.- Bodos Braolsehau Casino- Theater Lolbrtnger Str. 37. Tagt. 8 Uhr: Untergrundbahnh. Schönhauser Tor. Trotz des grossen Erfolges: Nur noch kurze Zelt! Familie Schnase. Seil August aus dem Spielplan. Sonnt. 4 Uhr; Der liebe Kridoli». Possen-Theater S'st(Folios Oaprioe) 8'st freund Locwe Seine€ante mit Baskel und Berlsch. Rose-Theater. s uhr- Des Vaters Schuld. Sormabendnachm.: Die 7 Raden. Walhalla-Theater. 8 Uhr: Gas Küthchen von Heilbronn. Mittwoch 4 Uhr: Aschenbröbel. 8 Uhr: Der Hüttenbesitzer. vireklloo Adoll Vogr{ 1 Tri«!: LOtrow 7341 Volgt-Tbeater. Badstr 58. Badstr. 68. Morgen Mittwoch, den 10. November: Nie Räuber. Schauspiel in 5 tasten von Friedrich v. Schiller. Kasseneröffmmg 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Bin anerreichtes Programm!! Uessems die grOfiten Equilibristik- Wunder der Welt II! I Donaf Licht- und |U6I ul Flamm.-Tänze 1 Otto Barra-Troppe 1 | gr. Instrumentalakt| mit■einen| Rekruten! j2BlrkenederSsÄi.|_ j Gussy HOLL] iSchneider-Dunckeri Cläre Waldoff nnd weitere Schlager! elae Preise I AnlS UhTI 1 BMIettvk. 1 1-1 a Invalidendank I Novembei�Spielplan. Eroot Porzina, Dressurakt: Kanarienvögel, Sittiche, Zwerjfpapageien. Jullska Hemeln, Ungar. Sängerin u. Tänzerin Jan Paul..... Komiker Parsifal-Ouartett Der kleine Pich 7 Antonets, akrobatischer Akt Solbrigs humorist. Pantomime Ernst Thorn. Zauberkünstler GebrQder Wolf Humoristen „Venns Im tirttnen" Operette in t Akt v 0. StrauB. Mitwirk.: Else Berne, Ida Ruseka, Gustav Matzner, Julius Spielmann. _ Kinematograph._ Verantw. Redakt.: Alfred Wielevo. Neukölln. Jnseratentell oeraMw. BeiehshaileD-Ttieater. Stettinsr SÄnger. Zum Sibluß: Ein Matrosen. bild von Meylel. Für Militärper. svnen volllomm freier Zutritt zu d.Stett. Sängern. Anfang 8 Uhr. Tägl. 8 Uhr. Sonnt. Sll, u. Otto Reutter mit seiner Illustrierten Kriegs- Gesehichle u. d. übr. Nov.-Schlag Emanuel Steiner, d. Mannm. d. Wunderhirn ad�neuergänzt�hochvrlH�tov�-P� Spezialarzt Dr. med. WockenfuB, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor), fDr Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- Störung. Teilzahlung.* Sprechstunden: 11— 2 und 5— 8 JU Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Täglich: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Fran�v.�ion! Anfang 8 Uhr. Eintritt 80 PI Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen Vachmittags-Konzert bei voUem Orchester und freiem Eintritt. Qewerksehaftshaus Sonnabend, den 13. Novbr. 1915, im großen Saal: Erösinnng 7'/, Uhr. Anfang 8 Uhr. Konzert der Kapelle des Garde-Kegiments in Uniform, zirka 40 Mann unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten. u« 11 Uhr: Zspjsnsirsiok unter Mitwirkung des ganzen TambourkorpS. SW To««tag, de« 14. November 1915:-W» tferbst- Feier der Jugendsebtion des Bentscben Transportarbeiter-Verbandes unter gütiger Mitwlrfung des Sängerchors„Namenlos" BolkSsied„Zu Strastdnrg aus der langen Brück-, gesungen van K Sängern. Ferner Chorgesang: „Au der schönen blauen Donau-, Walzer von Joh. Strauß. Trio-Vercinigung: Art. rrledhnrg(Klavier). Frl. Back(Biotine), Frl. DOpner(Violoncello). ««sang und{Rezitation; Herr Koppel(Humoresken von Peter Rosegger, Felix Janoske, Thvma usw.). Mittwoch und Donnerstag: Ein sehr billiger Schnell- verkauf, nicht unter 5 Pfund. a Pfund Ochteufleisch. schier.... 1.50 Hammelfleisch.... 1,40—1,50 Lauendurger Fettkälber ILO— ILO Ein Posten Schweine... 1,60 Prager Schweinerückeu.. 1,60 Pökel- Ochsenbrust.... 1.50 Suppeulnocheu..... 0,20 a Pfund Feste Dauerwurst.... 2,50 Gvthacr Zervelatwurst und Safttalami...... 2,20 Brauuschw. u. Fleischwurst, Land- u. feine Leberwurst 2,00 Knoblauchwurst und Plock- Wurst........ 1,50 _ Sonnabend kommt ein Posten 7ettgSnse und 7ettkS!der sowie Wild billig zum Berkauf. Th.ivilicke.Serlln. Druck u. Verlag: Bvrwär ts Buckior. a. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin S W. Hierzu 1 Beilage u. Untcrhaltungsbl. Nr. 310. 32. Iahryaug. grillige des Jormtfe" Inliiier Jlslblilatt. Diensillg. 9. November 1913. Mus Groß-öerlin. Zum Staütverorönetenwahlergebnis für Herlin. Das Ergebnis ber Berliner Stadtverordnetenwahlen der dritten Klasse wurde in unserer Montagsausgabe mitgeteilt. Die Wahlbeteiligung war gering— so gering, wie man es in Berlin seit vielen Jahren nicht mehr erlebt hatte. Im Hinblick auf die besonderen Zeitumstände wird niemand sich darüber wundern; eher dürften manchem Schwarzscher, der noch viel Schlimmeres erwartet hatte, die Stimmcnzahlen einiger Wahlbezirke sogar überraschend hoch erscheinen. Die Kriegszeit und der Burgfrieden hatten die Vereinbarung not wendig gemacht, daß an dem Besitzstand der Parteien diesmal nichts geändert werden sollte. Gegenkandidaten wurden nicht auf gestellt, von Wahlagitation war wenig zu bemerken, am Wahltag wurde auf Hcranholung der Säumigen verzichtet, der Wahlkampf mir seinem aufrüttelnden Ansporn fehlte. Die vielen Wahlberechtigten, die im Felde stehen, mußten ja von vornherein für die Wahlbeteiligung außer Betracht bleiben. Trotzdem haben die 16 Wahlbezirke dritter Klasse, in denen die Sozialdemokratie diesmal Kandidaten aufgestellt hatte, zusammen noch 18369 Stimmen für sie aufgebracht. Die Zahl der abgegebenen Stimmen mit der Zahl aller eingeschriebenen Wähler zu vergleichen, hätte selbstverständlich diesmal— schon mit Rücksicht auf die Abwesenheit der Lkriegstcilnehmer— keinen Sinn. Immerhin darf aber versucht lvcrden, auch an das unter so schwierigen Verhält- nissen zustande gekommene Ergebnis einen Maßstab anzulegen, der innerhalb gewisser Grenzen eine Wertung und Würdigung ermöglicht. Wir»vollen eininal schätzungsiveise annehmen, daß etiva sechs Zehntel der eingeschriebenen Wähler(was »vahrscheinlich noch zu hoch gegriffen ist) in der Lage gelvescn wären, ihr Wahlrecht auszuüben. Da in jenen 16 Wahl- bezirken 126 312 Wahlberechtigte eingeschrieben waren, so kämen für sie etwa 75 787 Wähler mit Bcteiligungsmöglichkeit in Betracht. 18 369 Stimmen für die Kandidaten der Sozial- dcinokratie sind 21� Prpz. der vermutlich in Betracht koniinenden Wähler. Das ist»venig, aber gewiß immer noch mehr, als nach dem Verzicht ans Agitation und Kampf zu erwarten geiocsen»väre. ES ist vielleicht nicht uimötig, die Vcr- gleichung der Stimmenzahlen mit den auf sechs Zehntel ermäßigten Wählerzahlen auch für die einzelnen Wahlbezirke durchzuführen. An» schlechtesten schneidet» der Wahlbezirk 4 (Teil der Schöneberger Vorstadt) ab, der bei 7369 Wählern nur 432 Stimmen brachte, nur 9�/« Proz. von sechs Zehnteln der Wähler. Aehnlich ungünstig ist da? Ergebnis in Wahl- bezirk 36(Teil der Oranienburger Vorstadt), in dem bei 8467 Wählern nur 523 Stiinmen, 10'/� Proz. von sechs Zehnteln der Wähler, abgegeben»vurden. Ein mäßiges Ergebnis sehen wir auch in Wahlbezirk 6 (Teil der Tempelhofer Vorstadt) mit 6496 Wählern und 600 Stimmen, 15'/, Proz. von sechs Zehnteln der Wähler, in .Wahlbezirk 39(Teil von Moabit) mit 8183 Wählern uyd �764 Stimmen, 16 Proz. von sechs Zehnteln der Wähler, und in Wahlbezirk 19(Teil des Stralauer Viertels) mit 9476 Wählern und 1129 Stimmen, 19�/« Proz. von sechs Zehnteln der Wähler. Nach demselben Berechnungsvcrfahrcn ergeben sich Ziffern von 20 bis 30 Proz. nach einander für die Wahlbezirke 17. 18, 47, 12, 20. 34. 43. lieber 30 Proz. von sechs Zehnteln der Wähler stimmten für die Sozialdcniokratie: in Wahlbezirk 40(Teil von Moabit) bei 8336 Wählern und 1539 Stimmen-=- 308/« Proz., in Wahlbezirk 45(Teil von Gesundbrunnen und Wedding) bei 5s46 Wählern und 1154 Stimmen=- 34-/, Proz., in Wahl- bezirk 10(Teil der äußeren Luisenstadt) bei 8132 Wählern und 1831 Stimmen 37'/, Proz., in Wahlbezirk 11(Teil der äußeren Luisenstadt) bei 7572 Wählern und 1729 Stimmen 38 Proz. Getviß, die Prozentberechnung ruht auf einer ganz un- sicheren, nur durch Schätzung gewonnenen Grundlage. Ohne »vciteres geben wir zu, daß den auf diese Weise gewonnenen Verhältniszahlen jede Zuverlässigkeit fehlt. Aber so ganz »vertlos sind die Ergebnisse doch insofern nicht, als sie für die Vergleichung der Wahlbezirke unter einander ein ziemlich zu- treffendes Bild gewähren dürften. In dieser Beziehung kann die Reihe der Bezirke manches zu denken geben. Daß in mehreren Bezirken auch unter all den erschwerenden Um- ständen die Kandidaten der Sozialdemokratie noch recht aiffehnliche Stimmenzahlen erhalten haben, das ist das Erfreuliche an diesen Stadtverordnetenwahlen in der Kricgszcit. Selber essen macht fett! Wo alles aus dem Krieg Profite herauszuschlagen sucht, wollen auch manche Buchhändler nicht zurückbleiben, selbst dann nicht, wenn solch ein Buchhändler„König l. Preußischer und Herzog!. Bayerischer Hofbuchhändler" ist. Herr Heinrich Gvund, Grotz-Lichterfclde, der sich rühmt, auch I a- haber der bayerischen silbernen und goldenen Verdienst medaille zu sein, versendet an die Sortiments- buchhändler ein Zirkular zur Anpreisung eines Werkes über die „H o h en zo l I e r n"; in diesem Zirkular heißt es u. a.: „An den deutschen Buchhanocl! Die Hohenzollerngabe für das Deutsche Volk liegt fertig zur Versendung vor Nehmen Sie, bitte, genaue Einsicht in die An- kündigung und überzeugen Sie sich von dem Werte des Werkes. DaS Buch war als Hohenzollcrngabe des Roten Kreuzes gedacht. Nach der neuen Bundesratsvcrordnung waren in diesem Falle von jedem verkauften Bande 1,2» M. dem Noten Kreuze zuzuweisen. Für den Buchhandel toar ein Verdienst von LS Proz. in Aussicht genommen.— Meine II m- fragen bei mir befreundeten Sortimentern haben mir aber die Notwendigkeit bewiesen, daß in vieser schweren Zeit der Buchhandel fest zusammenhalten muß.— Ich bin deshalb von dem Abkommen mit dem Noten Kreuz zurückgetreten und lasse dem Sortimenter die von dem Noten Kreuz be- ansprach ten 1,20 M. von jedem Bande zu» komme n." Dieser revidierte Wohltätigkeitssinn mutet recht hübsch an. Jedenfalls nimmt der gute Mann an, daß besser bezahlte Sorti- mentcr einen besseren Absatz garantieren als die Reklame mit dem Roten Kreuz.— Profit über alles I Konflikt zugunsten des Borstehers einer Armen« kommission. Die Witwe Ringek hatte für ihren Sohn von der Stadt Berlin sogenanntes Pflegegeld erhalten, so lange das Kind bei ihr»vor. AIS der Junge bereits außerhalb bei Verwandten untergebracht war und die zuständige Armenkonnnission schon davon Kenntnis hatte, glaubte die Frau, noch weiter Anspruch auf die Unterstützung(Pflegegeld) zu haben. Sie ging deshalb zu dem Armcnkommissions-Vorstcher Hufenbeck, das Pflcgegeld abzu heben. Husenbeck bedeutele ihr, daß es jetzt kein Pflege geld mehr gebe. Die Frau und ihre älteste neunzehnjährige Tochter suhlten sich durch Aeußerungen Hufenbecks beleidigt und verklagten ihn. Frau R. machte in der Klage geltend: Herr Hufcnbcck habe an jenem Tage zu ihr gesagt:„Ihre älteste Tochter Ch. hat ja selbst eine Jähre. Pflegegeld gibt es nicht. Machen Sie. daß Sie hinauskommen." Namentlich durch die Aeußerung über ihre Tochter sei sie und ebenso ihre Tochter beleidigt worden. Die Tochter habe tatsächlich kein Kind und sei ordentlich erzogen worden. Der Vor steher habe zu jenem Vorwurf keinerlei Anlaß gehabt. Der Oberpräsioent der Provinz Brandenburg und von Berlin erhob, bevor es zu einer Verhandlung kam, zugunsten des Armen- kommissiönSvorstehers den Konflikt, indem er geltend machte, daß eine zur Strafverfolgung geeignete Amtshandlung nicht vorliege. In der Verhandlung vor dem Oberverivaltungsgericht»vurde festgestellt, daß der Vorsteher der Armenkommission bei jener Aeußerung über die Tochter der Frau R. sich auf den Bericht eines Kommissionsmitgliedes gestützt halte, das als Rechercheur tälig ge- wesen war und in seinem Bericht gesagt hatte, die älteste Tochter der Frau R. habe ein uneheliches Kind. Tatsächlich hat das Mädchen kein Kind. Das Oberverwaltungsgericht erklärte den Konflikt des Obcrpräsidenten für begründet und entschied demgemäß.� daß das Verfahren gegen den Vorsteher der Acmenkommission endgültig eiw zustellen sei. Begründend»vurde ausgeführt: Es komme für die Entscheidung nur darauf an, ob dem Koni missionsvorsteher eine Ueberschreitung seiner Amtsbesugnisse zur Last falle. Der Vertreter der Frau R. habe geltend gemacht, der Armen- lommissionsvorsteher habe überhaupt keine» Anlaß gehabt, auf das angebliche Verhalten der Tochter einzugeben. Diese Ansicht sei unrichtig. Nach§ 10 der Instruktion für die Berliner Armenkommissionen hätte» die Mitglieder der Armenkommissionen über Sitte und Ordnung zu wachen und eine unordentliche Erziehung der Kinder zu rügen. Dieser Verpflichtung habe H. genügen wollen, als er die angebliche Vorhaltung gemacht habe. Bisher stehe noch nichts Abschließendes darüber fest, wie sich der Vorgang in der Tat abgespielt habe. Aber rechne man selbst mit dem, was für den Angeklagten am ungünstigsten wäre, so sei zunächst in Betracht zu ziehen die Erregtheit beider Teile und die Berliner Redeweise. Es bleibe übrig die Bemerkung, daß die Tochter ein uneheliche« Kind habe. Da komme für den Senat folgendes in Betracht: Ob der Vorwurf richtig sei oder nicht, darüber habe der Senat nicht zu befinden, denn der beklagte Vorsteher der Kommission habe sich gestützt auf den amtlich der Kommission erstatteten Bericht eines als Rechercheur tätig gewesenen KommisstonsmitglicdeS, in dem gesagt»var, die Tochter der Frau R. habe ein uneheliches Kind. ES komme darum nur noch in Betracht, ob der Kommissionsvorstehcr dem Ausfall der Recherche, der in dem Bericht tviedcrgegcben»var. Glauben schenken konnte. Der amtlichen Erklärung eines Konrmiisionsmitgliede«, das Recherchen angestellt hatte, durfte der Kommissionsvorsteber aber Glauben schenken. Unter diesen Umständen könne eine Ueberschreitung der AmtSbefug- niste durch den Vorsteher der Armenkommission nicht angenommen »verden._ �elix Weinberg. Wer kannte ihn nicht im. S. Wahlkreise/ den„kleinen Felix", der bei jeder Gelegenheit auf dem Posten'war,>vo die Partei rief. In früheren Jähren, wo wir noch stark auf die Sammlung frei williger Mittel angctvicsen waren, war der„kleine Felix" neben dem verstorbenen„Onkel Raschke"»nit einer der eifrigsten Samm lcr; er wartete auf Gelegenheiten,»vo er mit seinen Bons auf» »varten konnte, und von mancher Karfreitagspartie, die früher üblich war, konnte unser„kleiner Felix",»vie er allgemein genannt wurde, manchen ansehnlichen Betrag der Parteikasse abliefern. Uebcrhaupt konnte man vom„kleinen Felix" so ziemlich alleZ veo langen; Parteiarbeit leistete er unverdrossen und unermüdlich zu jeder Stunde. Und gleiche Mühe und Arbeit»vie der Partei lveir- dete er seiner gewerkschaftlichen Organisation, dem MctallarbeiteD verband, zu. Ungezählt sind die Werkstattsitzungen, zu denen der „kleine Felix" die Einladungszettcl verteilte. Jetzt kommt die Nachricht, daß der kleine, belvegliche Mann nach längerer Krank- heit die Augen für immer geschlossen hat. Er hat es sich verdient, daß die Genossen ihn in gutem Andenken behalten. Mus öen Gemeinöen. Neue Altersversorgungsanstalt in Charlottenburg. Eine schöne AltcrSversorgungsaustalt, die Pulssche Stif t u n g, ist jetzt ihrer Verivendung zugänglich gemocht worden. Der Charlotlenburger Bürger Moritz Puls und seine Gattin haben in ihrem Testament der Stadt Charloltenburg den Betrag von 2.3 Millionen Mark hinterlassen zur Errichtung eines Ällcrs- Heims für arbeitsunfähige Personen des Arbeiter- und kleinen Bürgcrstandcs. Aus diesem Nachlaß hat die Stadt Char- lollciiburg nach dem Entlmirf des Stadtbaurats Seeling in der Sophic-Charlollen-Straße unmittelbar am Schloßpark das schöne Heim erricbtet. Die ans einer Grundfläche von 8000 Quadrat- meter erstellte Gebäudcgnippe paßt sich vorzüglich der städtebaulichen Ausgestaltiiirg deS ganzen Anstaltsviertels am Charlottenburger Scvloßpark an, in dem bereits das Kaiscriir-Augiiste-Viktoria-HailS sür Säuglingspflege, das neue Cbariottenbnrger geburtshilfliche Krankeuhaus und das Bürgerhaus liegen. Die Pulsiche Stiftung bietet 150 alten Leuten ein Heim. Außer der freien Wobnung er- halten die Insassen noch aus der Stiitung jährlich einen baren Zu- schuß von 200 M., Ehepaare einen solchen von 400 M. Michkartenverteilung in Schönebcrg. Die Schötieberger HauShalitiiigcil erhalten in dieser Woche Milchkarten für alle seit dem Jahre 1002 geborenen Kinder gleich- zeitig mit den Brotkarten von ihren Hauswirten ohne besonderen Antrag. Die Milchkarten lauten für die im Fahre 1015 geborenen Kinder aus 1 Liter, für die 1912 bis 10l4 geborenen auf � Liier und sür d i e älteren Kinder aus Liter täglich und geben für diese TageSmenge ihren Inhabern cm Voirechl vor anderen Käufern. Alle Kleinhändler mit Milch in Schöncberg müssen die Hälfte ihres Tagesvorrats bis 10 Uhr vormittags, am Sonnlag bis 9 Uhr, ihnen zu demselben Preise ivie ihren übrigen Abnehmern zur Verfügung halten. Für Neu- geborene werden die Milchkarten bei der Anmeldung der Geburt von den Schöneberger Standesämiern ausgegeben. Wem ärztlich Milchgenuß verordnet ist, erhält seine Milchkarte ans schriftlichen oder mündlichen Antrag bei der LebenSmiltelstelle im Ratbause. Durcb die Ausdehnung des Vorzugsrechtes auf die Kinder bis zum 14. Jahre und durch die Uebersendung der für die Kinder be- stimmten Karten ohne Antrag soll erzielt werden, daß die vorhandene Milch in erster Linie für die Kinder in Anspruch genommen wird. Von der in Berlin vorgeschriebenen Voranmeldung des Bedarfs beim Milchhändler wird abgesehen, weil die vom freien Verkauf ohne Milchkarten ausgeschlossene Hälfte deS Milchvorrat» jedes Händlers zur Befriedigung der Ansprüche der Kinder und Kranken zurzeit genügt._ Kartoffelverkauf der Gemeinde Reinickendorf. Die von der Gemeinde beschafften Kartoffeln werden von heute ab täglich vvn 8 bis 3 Uhr aus dem Bahnhof Reinickendorf- Dorf(an der Graf-Röder-Allee) zum Preise von 3,50 M. pro Zentner verkauft._ Lebensmittelverkauf in Tegel. Die Gemeinde hat einen G emüsev erkauf eingerichtet in dem Laden an der Oberrealschule, Ecke Steinbergstraße. Dort wird verkauft Weißkohl mit 8 Pf., Wirsingkohl 10 Pp, Rotkohl 10 Pf. und Mohrrüben mit 10 Pf. das Pfund, serner Kohlrüben.� Eine zweite Verkaufsstelle ist Graf-Rödern-Korfo 2 eröffnet; dort erhält man Eier Stück 17 Pf., Fleischkonserven: Schweinefleisch in Brühe die Piundbüchse zu 1,45 M.. Blutwurst 1,40 M, Sülze 1,20 M., 2-Pfu»d-Büch!e 2,30 M. Hier werden auch die von der Gemeinde beschafften Fettvorräte zum Verkauf gelangen. Diese Verkaufsstellen sind täglich von 9—12 und>/z2—'/jB Uhr geöffnet. Sonnabends von 9—2 Uhr. Zum Warenbezug ist jeder Tegeler Einlvohner berechtigt, doch»ruß jede Haushaltung sich eine Warenbezugskarte in der Wirtschaftsabteilung der Gemeinde, Veitstr. 3, Zimmer 29, gegen Vorzeigung einer Legitimation(Steuer- quiltung, Mietvertrag, Rentenausweis usw.) vorher ausstellen lassen. Die bei der Gemeinde bestellten Kartoffeln werden jetzt angeliefert, und zwar rote Dabersche und»vsiße Magnum bonum zu 3,90 M. pro Zentner frei Hau?. Bei Selbstabholung(Sack mit- bringen) ans der Berliner Str. 4 8.70 M. Angehörige von Kriegs- tcilnehmern, die Ratenzahlungen beantragt haben, müssen bis zum 11. November im Zimmer 29 mitteilen, ob sie die Kartoffeln selbst abholen oder nicht. Im Kleinverkauf werden Berliner Str. 4 zehn Pfund Kartoffeln für 38 Pf. abgegeben. Angehörige von Kriegs- teilnehmern, die Unterstützung beziehen und den gelben Gutschein »och nicht erhalten haben, können sich diesen im Zimmer 2 von 9—3 Uhr abholen. Desgleichen erhalten diejenigen, die früher Reichsunterstützluig erhielten und jetzt eine Rente beziehen, gleichfalls den gelben Gutschein an der Hauptkasse von 9— 1 Uhr. Butter zum Preise von 2,20 pro Psund lGutschein Nr. 1»vird in Zahlung genommen)»vird an Angehörige von Kriegsteilnehmern nachmittags von 3—6 Uhr im BerivaltungSgebäude abgegeben. Die sonst auch vorzulegende Nummer ist dabei»rilzubringen; berücksichtigt werden nur die, die noch keine Butter erhalten haben. Aus der Gemeindevertretung Petcrshngen. In der am 0. d. Mts. stattgefundenen Gerneindevertretersitzung teilte der Schöffe B r e s e ck c mit. daß dem am 19. Juni d. I. als Gemeiiidevorstcher geiväbllen Wilhelm Abel die Bestätigung versagt »vurde. Sobald das nötige Material zur Stelle ist, findet die Neu- Ivahl statt. Mitgeteilt»vurde, daß der Kreis Niederbarnim daS ehemalige Weberscho Grundstück von der Gemeinde an sich übereignet haben möchte zur besseren Ausnutzung der an jener Stelle zusammen- lanfcnden Slraßeir. AIS Entschädigung würde der Kreis die Pflaste- rmig deS hinter genanntem Grundstücks befindlichen Straßenstückes (Verbindung zivifchen der Tasdorser und FrederSdorser Straße) übernehmen. Sobald daS wegen des Grundstücks noch schwebende Enteignmigsverfahrcn abgeschlossen, soll dem stattgegeben»Verden.— Es wird ferner beschlossen, Arztkosten für die Angehörigen der Kriegsteilnehmer, sofern Bedürftigkeit vorliegt, auf die Gemeinde- lasse zu übernehmcir._ Soziales. Einschränkung der Arbeitszeit in Spinnereien, Webereien und Wirkereien. Ter Bundesrat hat die Bundesratsverordnung vom 12. August 1915 neu geregelt. Durch$ 1 dieser Verordnung»var bestimmt, daß in gelverblichcn Betrieben, in denen Gespinste, Gewebe, Wirkstoffe oder Wirkivaren aus Baumwolle, Wolle, Kunstwolle, Flachs, Jute oder Hanf hergestellt»Verden, Arbeiter nur an hoch» stcns 5 Tagen in jeder Woche beschäftigt werden dürfen. Auch darf die tägliche Arbeitszeit nicht die im Juni 1915 üblich gewesene Dauer, keinesfalls 10 Stunden ausschließlich der Pausen über- schreiten. Der Bundesrat hat nun am 6. November als Betriebe, auf»vclche die Verordnung Anlvendung findet, im Z 1 außer den bisher geitamrieir noch die Betriebe,»velche Strick-, Flecht- oder Seilerlvaren, Maschinellspitzen, Watten oder Filze herstellen, aus- drücklich aufgeführt, da auch in ihnen»vegen der knappen Vorräte an Rohstoffen eine Streckung der Arbeitsgelegenheit erwünscht ist. Ferner fallen nunmehr auch Betriebe, in denen Ramie, Hanf oder sonstige Scilcrfasern verarbeitet»verden, unter die Bestim- mungtn der Verordnung. Weiterhin ist klargestellt, daß die Vcr- ordnung nicht nur Anlvendung findet,»venu Waren ganz aus den >n der Verordnung aufgeführten Rohstoffen hergestellt»verden, sondern auch»venu zu ihrer Herstellung neben anderen auch ein oder mehrere der in der Verordnung genannten Faserstoffe ver» »vendct werden. Endlich ist noch zum Ausdruck gebracht worden, daß die Bestimmung über die Höchstdauer der Arbeitszeit nicht nur für den einzelnen Arbeiter, sondern für den ganzen Betrieb gilt, und daß es daher nicht zulässig ist, die Arbeitszeit dadurch zu oerlänger», daß in zlvei oder mehreren Schichten Arbeiter beschüf- tigt»verde». Die Arbeiten, die zur Vorbereitung, Verschönerung und zum Fertigmachen der Gespinste und Geivebe dienen,»vie das Bleichen, Färben, Appretieren, Zivirnen, Drucken und dergleichen, sind gc- maß dem Zlvecke der Verordnung nunmehr ausdrücklich den gleichen Einschränkungen unterworfen wie die Herstellung der Ge- spinste und Geivebe. Für gclvöhnliche Betriebe, in denen neben Waren, die ganz oder teiliveise aus den in der Verordnung genannten Rohstoffen hergestellt werden, auch Waren aus anderen Rohstoffen hergestellt »verden, z. B. Seidenlvebcreicn, in denen neben halbseidenen Gc- »veben auch ganzseidcne hergestellt»verden, gilt der Grundsatz, daß die Herstellung der letzteren nicht beschränkt ist. Die neue Ver- ordnung trägt hervorgetretenen Wünschen dadurch Rechnung, daß allgemeine Ausnahmen für bestimmte Arbeiten zugelassen werden. Zunächst ist die handclSgeiverbliche Tätigkeit von den Bcschränkun- gen der Verordnung ausdrücklich ausgenommen lvoroen. Im übrigen sind in der Verordnung diejenigen Arbeiten aufgeführt, ür»velche Ausnahmen von den Beschränkungen der Verordnung juzulassen sich inzwischen als notwendig erwiesen hat; diese Be- timmungcn lehnen sich an die in der Gewerbeordnung zugelassenen Ausnahmen vom Sonntagsarbeitsverbot an. Es ist danach künftig zulässig, Arbeiten, von denen die Wiederaufnahme des vollen »verktätigen Betriebes abhängig ist, wie z. B. das Anheizen der Kessel, das Reinigen der Maschinen vor Beginn der eigentlichen Arbeitszeit oder nach deren Beendigung auszuführen. Ferner gc- hören hierzu Arbeiten, welche zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des Mißlingens von Arbeitserzengnissen erforder- lich sind sowie endlich die Beaufsichtigung des Betriebs, die Zu- und Abfuhr von Gütern und Brennstoffen und das Eni- und Be- laden der Eisenbahnwagen. Familicnuntcrstützung. DaS Gesetz über Unterstützung von Familien in den Dienst Getretener und seine AuSführungSbestiurmungen sind,»vie das Armee-Verordnungsblatt" darlegt, wie folgt erweitert worden: 1. Zu unterstützen stirb auch die erwerbsunfähigen Eltern und Großeltern solcher alnver Mannschaften, die im Frieden ats beten einzige Ernährer nach§ 8Z der Wehrordnung infolge bürgerlicher Verhältnisse aus dem aktiven Dienst hätten entlassen werden können. Diese Voraussetzung für die Unterstützungsbewilligung muß von dem Zivilvorsitzenden � der zuständigen Etsatzkommission anerkannt sein. 2. Vom 1. September 1915, ab sind auch die noch nicht erwerbs- fähigen Geschwister unter 15 Jahren und die erwerbsunfähigen Geschwister über 15 Jahre, zu unterstützen, sofern bie?zur' Erfüllung ihrer aktiven Dienstpflicht eingetretenen Mannschaften zur Zeit ihres Eintritts tatsächlich ihre einzigen Ernährer gewesen sind und die erwerbsunfähigen Eltern sie- nicht unterhalten können. 3. Die Familienunterstützung., wird während 3 Monate über den Zeitpunkt hinaus, von dem an die den Hinterbliebenen aus Grund des Gesetzes vom 17. Mai 1997 zu zahlenden Hinter-' blwbenenbezüge zustehen, woitergewährt. Etwa darüber hinaus gezahlte Familienuntcrstützungen gelten als Vorschußzahlungen auf die Hinterbliebenenbezüge und sind bei deren Auszahlung einzn- behalten. Alle früheren Bestimmungen über die Anrechnung von Familienunterstützungen auf Hinterbliebenenbezüge ändern sich entsprechend. 4. Die Mindestsätze der Familienunterstützungen sind für die Monate November 1915 bis einschließlich April lbsg auf 15 M. für die Ehefrauen und auf 7,50 M. für die sonstigen unter- stützungsberechtigten Personen erhöht worden. Das Kriegsministerium ersucht erneut um Belehrung der Mannschaften, daß ein Anspruch auf Familieminterstützung nicht allgemein, sondern nur im Falle der Bedürftigkeit gegeben ist. ?tas aller Welt. Grubenunglück. Durch einen vorzeitig entzündeten Spreng schütz wurden aus Zeche„Rheinpreußen" bei Essen zwei Kohlenhauer getötet.'■): _ Gewitterstürme und Erdstöße in Italien. Die Schweizer Blätter melden aus Rom: Der Tiber steigt infolge heftiger Wolkenibrüche fortdauernd; die Via Ostia ist.. völlig überflutet. Der Pegel zeigt 15 Meter Wasserhöhe..Die Dpabtlcitungen zwischen Süditalien und Norditalien sind infolge, von G e.w i t t e r st ü r m c n. unterbrochen. In Feanza, Rimini, Forli und Jmola sind neuer- dings starke Erdstoß« erfolgt, die große Panik hervorriefen. Drei Kinder die Opfer eines Brandes. Aus Köln wird be- richtet: Als die Kriegersfrau Decker, deren Mann sich in einem auswärtigen Lazarett befindet, von einem Ausgange in ihre Wohnung zurücklehne, fand sie ihre drei Kinder, Knäben von 1—4 Jahren, tot bor. Die Korbwiege des Jüngsten, die nahe dem Ofen stand. hatte Feuer gefangen. Das Kllid war verkohlt. Die beiden Brüderchen im Nebenzimmer waren erstickt.... Was heute alles geglaubt wird. Nach.einem Bericht bes„Mesiäggero" ist ein italienischer Soldat, der die unsinnige Nachricht in Umlauf setzte, daß er einen ö st erreichisckicn General mit dem Lasso gefangen habe, zu drei Neonaten militärischen Kerkers verurteil: worden. Der Staatsanwalt habe sich bei- der Ver- Handlung über die Leichtgläubigkeit der italienischen Presse lustig gemacht. � Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 374 der p-r e u tza s ch e n A r m-e e enthält Verluste folgender Truppen: Gouvernement Antwerpen. Infanterie usw.: Garde: Garbe-Reserve-Jäger-Dataillon. Gre> nabier- bzw. Infanterie- bzw. Füsllier-Reqimentcr Nr.' 1 ff. Ref.- Jnf.-Regt. Nr. 231 1, 8(f. Res.-Äazarett Beeskows, 13. 14. 15, 17, 18, 31, 26, 28, 30, 34, 35, 41, 42, 43, 44. 48, 52(f. Res.-Ins.- Regt/ Nr. 52), 53, 56, 61, 66(f. Jnf.-Regt. Nr. 153), 78 is. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 15), 83 bis einschl. 88, 116, 117, 118, 128, 129, 130. 131, 135, 136, 137, 138, 142, 144, 145, 146, 147, 151. 152, 1-53, 154, 156, 157. 165, 375, 376, 378. Reserve-Jnfänterie-Regimenter Nr. 8, 15, IT, 18, 19, 21, 31, 32, 35, 51, 52, 53, 55, 69, 87, 118, 209, 217 219, 222, 223, 224, 225, 227 bis einschl. 231, 250, 252 bis einschl. 257, 259, 261, 262, 263, 265. Landwehr-Jnfauterie-Regimenter Nr. 8, 18560) 3448 631 36 36 830 3022 71 164 286 339 65 487 558 75'803 4059 189 234(600) 71 329 413 612 915 5185 212 92 622 75 781 8095 272 90 332 463 699 745(600) 83 989 7047.63 179 262 351 WZ 627 32 8233 380 532 86 623 701 810 9007 83 113 202 482 10167 217 328 49 8«(1000) 550 92 653 757 902]8 llOU 23 79 188 219(600) 314 82 625(600) 617 704(6001 829 957 37 12007 98 113 44 68 620 41 48 686 747 62 73 837 1 3083 161 412 602 13 725 46 62 889 1 4033(1000) 293 423 035 719 839 945 1 6136(600) 60(1000) 233 71 87 375 413 526 66 627 732 885 87 10645 69 717 94 1 7142 48 211. 34 36 605 öl' 983 18077(600) 87 166 683 95 842 89 1 9101 40 233 348 407 64 622 86 2 0341 68 76 427 712 71 83 982 21098 131 258 346 446 616 61 839 79 2 2007 156 285 404 6 68 619 62 2 3031(600) 165 75 434(600) 47 682 620 741 843 64(3000) 901 6 29 24142 426 26 64 85 991 25034 72 492(600) ,98 817 2 8093 103 223 69 360 68 75 466 662 636(3000) 768 86« 75 2 7 027 62 186 461(600) 604 27 606 98 794 97 980 2 8006 23 101 13 74 205 439 615 93 611 62 90 827 967 2 9063 64(3000). 236 320 670 84 611(3000) 56 769 907 30092 123 285 318(600) 62 431 75 652 66 757(3000) 31011 114 291(1000) 602 73 662(600) 799 834 32168'267 315 43 493 665 86 640 64 837 74 3 8 031(1000) 149 325 73 (600) 647 647 837 3 4346 867 934 3 5164 260 317 816 36017 131 262 312 40 413 68 660 730(1000) 3 7034 146 448 661 39188 86 770 824 67 65 3 9026 129 32 58 94 364 626 9)9- 49007 130 86(600) 262 348 625 609 39 41003 35 140 43 201 79(500) 345 629 92(3000) 42052(500) 247 538 78 668 814 55( 600) 43043 202 88 480 526(500) 80 99 807 41 991 44063 77 334(1000) 408 631 80 805 19 4 5 036 44 03 73-98 115 417 20 68(1000) 621 693 708 886 917 64(800) 91 48149 365 458 603 6 879 4 7107 33 61 325 654 726 71 88 91 940 89 48099 404 67 533(1000)) 48 49 693 96 802' 49123(10001273 893 679 778 98 882 932 5 9056(3000) 207 408 621 896 81137 44 91 225.(600) 618 768(1000) 835 982 5 2087 187 361 757 5 3014 17 01 209 627 64 84 870 918 66 54009 45 124 268 694 892 927 (1000) 83 6 5076 202 86 490 547(3000) 866 5 9143 349 85 418(600) 676 619 803 95 928 6 7032 197 217 69 316 611(600) 812 99 943 6 8009(600) 199 205(1000) 50 76 493 002 09 (1000) 765 803 5 9089 168 278(600) 306 444(1000) 642 78 785 803 84 96 926 64 60022(500) 279 92 388 610(600) 30 64 73 765 69 77 61011 184 211 14 33 44 697 786 966 6 2164 420 79(500) 7Sl (1000) 981(500) 63208 64 485 96 630 98 872 900 14 6 4221 30 633 864 918 6 5 218 605 76 912 20 6 6057 102 206 34 694 610 44(500) 767 802 74(1000) 88 928 47« 7239 43 316(lOOb) 64 70(1000) 88 99( 500) 410 95 645 890 8 8007 26 281 87 630 650 76(500) 86 6 8074(1000) 234 326 617 876(3000) 7 6014 36 180 202(1000) 372 419 656 72 763 71109 273 494 653 80(600) 7 2047 76(3000) 270 85 626 74 946 7 8072 216 27 329 721 48(1000) 69 912 55 7 4053(3000) 105 618 23 44(600) 606 14 72 74 87 714 881 917 63 95(600) 7 5083 272 360 444(500) 590 808 31(3000) 68 86 908 7 6 291 336 943 (600) 56 7 7061 105 23 61(800) 623 89 720 927 62 76185 329 89 439 625 48 834 65 7 8122(1000) 69 87 83 313 39' 453 64 67 690 709 864 79(1000) 80242 589 681(1000) 702 801 7 81333 496 758(SOO) 71 829 3 t 973 8 2026 130 269 329 414 692 698 886 906 97 8 31E9 271 82 308 424 83 95 781(600) 941 43 67 8 4028 164(600) 490(3000) 663 712 14 814 47 8 6 055 69 179 678 845 944 60 8 6077 296 461 578(600) 769(1000) 94 852 68 6 7 048 52 174 617 8 8035 80 106 87 360 650 692 776 985 8 9032(500)48 96 164 212 43 304 61 417 608 69 75 90 620 62 755 843 90053 260 722(1000) 50 916 91091 161 508 37 708(1000) 33 826 919 8 2213 75 81 WO 649 625 43 805 9 3092 163 229 369 714 9 4241 90 441 621 607 36 746(lOOO) 9 8 028 42 43 334 431 41 67 654 967 9 8208 343 483 713 48 4g 990 «7054 241 39? 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Urcnszisch Süddeutsche (832.£iiul0l. Vreich.) Klassent-tterie b. Klaffe 2. Ziehungstag 8.' November ISIS Nachmittag Aus jede gezogene Nummer find zwei gleich hob« Gewinne gefalle», und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer tu deu beide» Abteilungen I u, II. Nur die Gewinne über bO M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.).t(Nachdruck verboten) 17(600) 73 128 60 239 308 499 730 1138 59 275 679, 770 2002 125 68 200(600) 93 639 61(1000) 644 60 84 707 67(800) 841 982 3 004 49 136 250 452(500) 58 661 744 4122 400 78 601 19 335 63 915 41 6113 393 417 94 685 953«014 124 97 231 95 637 80 816 7 229 324 460 98 543 883(500) 989 U232 83 302 43 670(1000) 88 700 10 659(3000) 903 77«218 404 48 611 26 30 603 9 716 63 983 IO099 376. 94 454 648 766 64 899(3000) 938 44(20001 11033 67 263 97 362 460 642 68 640 712 37 874 904 36 1 2163 269 65 78 492 93 741 800 33 1 3172 77(500) 55» 709 14(600) 065 1 4131 292 406 40 99 639 82(1000) 799 921 15024 62 314 448 624 734 35 845(600) 970(1000) 16222 28 71 610 745 850 953 79 85 1 7085 172 566 1 8191 225 65 423 98 610 80 84 843 80 1 9185 378 416 662 76 709 846 60 975 20093 199 231 323(3000) 78 88 681 688 746 70 96 855 60 62 905 21250 351 41 671 767 868 993 2 2048 62 431 534 86 721 871-938 2 3023 310 36 99 844 606 64 2 4219(10001 24 448 654 722 35 813 70 2 5322 627(600) 30 717 47 67 82 1600) 84 2 6 052 87 124 702 41 65 843(600, 2 7 006(3000) 49 220 30(1000) 68 404<600) 666 663(600) 781 28079 70 83 221 87 376(500) 95 414 54 2 9255 319 62 54 87 417 65 80117 68 60 287 501 879 91 31110 46 66 088 416(1000) 667 60 626 81 733 73 804 092 3 2020 51 342 70 690 630 1600) 939 3 3060 65 86 343 93 401 96 610«0 3 4068 306 439 641 734 3 8 002 333(500) 93 542 65 721 48 832(1000) 53 927 76 3 6088 181 83 536(600) 649(500) 37037 392 423 11000) 35 63 871 38O01 10 96 184 302 24 859 784(500) 94 821 33 985 89003 126 763 72(3000) 79 838 65 917(1000) 46021 70 411(1000) 30 55(3000) 748 845 74 41086(600) 224 396 494(1000) 748 867 4 2035 95 148 385 488 529€96 789 908 31 4 8034 125 84 87 236 437.87 631 711 15 4 4095 IIb 218(600) 67 70(500) 98 318(500) 92 669 83 869 908 48292 352 402 47 546 61 84 613 83 4 6 509£92 4 7 232 64 482 655 4 8224(1000) 372 625 732 90 915 29. 40137(3000) 47 290 348(608) 666 66 721 8« 801(600) 900 66079 195 235 77 303 646 Sil 76 706 51 84 886 69 962 87 51021 37 149 325(500) 493 614 728 5 2091 138 376 98 626 6 3113 630 838 39(3000) 5 4073 404 618 722 834 82 5 5060(600) 117 304 81 661 622 99 799 803 68 5 6266 339 438 661 822 64 87 900 41 5 7 296 325 90 670 85 920 25 76 56125 230 62 61 309(1000) 65 600 800 71 921 71 59170 313 99 452 634 86(£00) 6O039 156 233 89 334(500)' 498 596 622 24(10001 764 61147 68 72(1000) 286 471 614 29 7£0 830 62 917(1000) 62126 289(10Ö0) 424(600) 672 728 49 819(1000) 83 6 3069 141 322 64 423 44 65 654 790 853 951 8 4238 319 50 89 476 727 6 5003 248 346 401 66151 360 759.803 6 7008 3?6 82 401 84 538 677 724 6 6218 19 0 000) 24 340 81 94 609 48 607 6 0059 77 122 257 79 330-87(600) 444 666 679 711 869 943 70039 237 669 900(1000; 64 71005 137 85 229 43 569 615 98 711 34 7 2248 65( 500) 78 97 344 110001 62(600) 82 608 71 614 797 840 49 62 7 3146 370 552 65 86'929 74017 III 31 63 96 385 470 741 83 902 28 7 8 017 29 43 332 427 688 779 999 7 6110 30 259 363 414(3000) 842 7 7099(1000) 156 294 487 630 56 702 835(500) 993 95 7 6 285 445 63 91 655 7 8046 128 221 313 411 793(1000) 910 65(1000) 80 207 13 94(1000) 093 642 709 64 01 020 43 165 306 37 (1000) 43 412 628 76 753 67 76« 2069 316 24 51« 66 858 72 728 905 65 8 3025 28 168 281 94(5VI) 404 612 21 727 972 (600) 84192 685 804 95 911 88124 233 66 569 84 IlOOOl 6,3 736 827 923 40 87(1000)«6272 440 011 894 702 898 3 7 093 116 362 695 608 740 61 88120 258 76 399 426 631 763 924 60 61 72 8 9506 786 905 17(600) 99 8O008 16 19 520 89 604 711 81018 217 34 92 394 416 783 0 2011 62 90 157 32« 88 470 771 625«302« 31 33 186 422 31 52 84 668 814 37( 3000) 90$ 35- 9 4402(30001 672 77 (30001 798 819 0 8)95 265 850 901 8 6046 98 253(1000) 347 415 623(3000) 81 936>3000) 9 7059 136 213 51 98 314 96 446 87 593 896 903 40 0 8528 556 84 600(500) 29 4 2 759 75 81 94 807 80 923 42 60 9 9046 87 301 40(500) 482 508 612 649 10 0072 326 4SI(3000) 659 735 979 87 1 01176 298 304 9 47 589«67 761 95(600)'902( 500) 10 2087 95 319 68(5000)752 843 I03«59 152 245(1000, 337 424 623 750 94 1 64000 167 435 34 630 681«51 53 73. 10 8070 71 297 680 762 824 906. 89 136122 239 383 628 791 93(3000) 842 090 1 0 7 215 659 738 885 106024 70 736 1 0 6047 199 242 317 22(10OÜ) 436 596 064 823 11O080(6001 437 548 641 55 930 111325 619 687 858 112108(1000) 18 341 430 92 626 643 767 805 78 957(3000) 62 1130�6 171 436(500) 684 935 70 114108 18 19 218 8(7o96 523 600 69 722 98 115082 156 2)5 485 509>1000) 16 68SV96 978 110254 369 491. 660, 800 117,123 41 691(1000) 662 704 3? 956 118013 52 199(lOOOl 308 46 405(500) 78(500) 610 705 46 L04 80 119024 272 370 456 66 640 67 7A 906 v•;. 120393-(1000) 661 82 943(£00) 121105(30001 5Z--94 357. 613 88 600-05(500) 24 800 964 1 22134 69 247 61 456 610 41 604 74 765 842 697 1 23 013 23(3000) 39 367 72 760(600) 883 84 911 17 1 2 0 074 216 23 358 78 506 602 20 833 924 43 12 5008 307 66 427 666 798 832 1 2 6321 89 697 775 814 953 12 7 022(1000) 121 355 437 475 639 513(30001 43<10000» 53 628 59 76 03(1000) 128111 43 261 98 356 447 78 505 723 (1000) 845 47 62 1 2 9047 63 793 13000) 834 65 994 13 0 776 1 31623 826 43 64 908 1 3 2007 87 156 649 724 605(3000) 941 133109 77 632 69 76 666 74 911 31 50 iSOOfll 134173 63 243(1000) 62>10001 401(1000) 96 615 28 949 135200 69 609 19 605 97 794 844 933 49 62 1 3 6063 239 333 439 87 695 604 16 839 68 1 37101 281(600) 327 29 48(3000) 76 80 407 660 905 1 3 8 068 103 23 32 238-'S 563 79 703 76 807 1 39162 98 279<10 0 00) 378 421 061 384 944 14 0030 178 292 95 97 440 531 610(500, 18 001 61 141040 668 680 97 776 142106 31 37 305 469 74 92 705 32 827 969 1 4 3026(600) 40 689 964 1 4 4560 82 682 1 4 5 051121 490 606 51 64 626 792 907' 146023 62 123 235 62 310 47S 80 97£98 601 847 888(600) 14 7 030 44 97 219<30 000) 482 616 953 68(500) 140139 49 77 446(1000) 692 743 68 803 1 4 0053 64 83 160 289 428 99 660 611 ISO205 35 323 35 60 584 615 91 726 62 955 1 81046 83 (600) 129 651 637 61 762 1 52121 253 344 94 451 95 581(3000) 886 920 153175 02 99 246 395 607 636 862 69 75 164276 78 80 94 341 78 83 445 544 681 762 945 1 5 6 083 181 433 73(600) 89 632 708 77 90 811. 15 6218 411 80 719 22(3000) 32 802 46 967 1 5 7242 75 445(10C0) 63 665 655 63(500) 819 62 1 5 8001 196 216 373 436 527 619 812 158136 33 378 621 68 628 838 67 180010 54 237 79 320 87 432 652 707 9(500) 71 78 161005 74 276(500) 449 783 819 976 1 8 2017 100 69 257(500) 313 68 693'(600) 626 768 885 87(6001 034 1 6 3074 138 231 304 439(1000) 511 83 716 29 973 93 ,164074 243 77 308 24 78 503 740 70,978 1 8 5099(1000) 129(500) 689 96(3000) 703 913 166133 78 287 97 411 681 947 60(600) 16 7 002(3000) 13 263 485 319(3000)27 669 82637(600) 18 8025(5001 109 288(500) 311 (11)00) 37(500) 407 17 604(500) 662 ,765 802 70 938( 6 0080 130 211 39 65 402 625 604 170197 600 13 31 700 1 71192 272 306 452 63 641 836 85 17 2059 90 165 93 218( 600) 343 70 415 19 696 714 27 80 958 76 1 7 3 011 114 219 363 445 513 891 17 4007 91 210 87 531 61 962 1 7 5 387 414 98 532 609 39 863(10001 17 0299 331 63 448 77(1C00) 65« 88 701 972' 17 7089 188 296 396 432 79 600 823 1 7 8380 87 424 58 636.68 80 816 76(1000) 17 8030 33 43 141 249 629(1000) 43 852 81 795 18 8044(500) 142 243 329 42 658 957 93 181042 III 212 312 421 541 86 750 64 827 62>3000) 182061.73 86(1000) 91(500) 160.(500) 53 297 323 52 612 51 87 711(500) 870(500) 939 183090 165 265 337 402 21 652 77(3000, 776 903(1000) 184129 99 207 29(1000) 419(600) 29 89 928 1 8 5099 314 (10001 446 733(1000) 69 95 807 920 188177 218 25(600) 346 401 23 691 735 92(3000, 928 1 8 7 056 449 641 97(500) 891 945 1 8 8027 43(1000) 44 431 42 693(1000) 770 60 820 180094 147(500) 62 761 813 926 1S0054 88 136 67 207 371 470 608 91 639 1 91303 432 648 öS 958 1 0 2361 545 70(500) 644 68 842 47 68 78 1 0 3002 208 330 408 615 53 77 633 87 723 39 817 82 83 957)83 1 0 4262 647 77 700880(500) 83 1 0 8324 26 463 609 69 62 766(1000) 843 198112.24 51 94 905 27 48 49 1 9 7050 170 390>1000) 479 679 1 9 8081 112 362 422 54 602 65 60 692 94 735 37 975 18 9037 III 314(600) 699 606 36(600) 65(600) 735 97.881 20.0031(1000) 66 96 176 234 362' 500) 86 741 933(1000) 201068 153 75(3000) 815(600) 957 98 2 0 2091 240 350 61 784 862 13000) 203130 209 313 4 U 655 703'64 913 91 204161 89 235 496 732 66(1000) 847 2 0 8 097 180(500) 337 485> 500) 624 77 763 2 0 8045 487 638 89( 500) 703 830 60 2 0 7035 116 638 709 925 31 SS 2O8033 310 13 57 595 661 970 2 0 0097(1000) 147 267 340 62 583 650 73 795 823 903 81( 1000) 2181-12 232 336 431 39 63 524 48 724 84 802 932 64 211015 27 62 J12 266 377 435 11000) 42 81 614 648 863 77 212032 ISO 422(1000) 528 29 703 60 925 21 3428 80 574 90 603 719 890 922 21 4,65 83 91 f93(1000) 221 54 89 21 6078 220 418 31(500) 532 53 633 773 944 2 1 6002 37 417 626 33 673 96 763 800 12 95 977 21,192 323 415 35 688 811 22 82 98 941(1Ö00) 218193 284 317 79 414 674 960 93 218032 48 109 62 230 312 14 477(500) 646 76 811 60(10001 84 945 2 2 0)15 28 62 64 89 215(500) 96 639 703 2 21005 14 97 (500) 128 85 226 647 614 834 62 2 2 2221-305 403 610 37 843 2 2 3119 34 709(1000) 869 953 2 2 4048 63 100 640 41 647 22 6064 220 327(600/ 67 76 440 608 738 849 69(1000) 2 28)37 483 97 520 61-607 SS(500) 927 2 2 7089 109 64 439 669 815 228019 IIB(1000) 879 430 96 8£6 77 2 2 0023 181 293 307 23 691 770 72 877(500) 85 23O101 13 67 209 77 538«41 719 817 18(500) 918 231073 63 89(500) 180 354 52y 603 70 836 973 2 3 2008>500, 71 Iii 26(600) 85 464 613(600] 65 769 2 3 3069 308 67 623 64(600) 90 667 808 Sem Andenken unserer ins dem KriegsschnuPlah gcsallenen Genossen! Nl« 7. Oktober ISIS fiel aus dem Schlachtfelde unser Mitglied Artup Hesse Kottbuser Damm 15. Bez. 135. 206/17 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkr, Mm 31. Mai fiel der Schriftsetzer Aptup Beiz Blumenstr. 66. Bezirt 265. Mm 18. Oktober fiel der GeschästSdiener Franz Kiesling Mirbachstr. 68. Bezirk 366 I. Mm 9. Oktober fiel der Tapezierer Biekarck Schirmer Reichenberger Str. 56. Bezirk 200 II. Mm 16. September fiel der Töpfer «ilkolin Thiele Liegnitz er Str..7/8. Bezirk 206 1. Mm 8. Oktober fiel der Maurer Paul Wagner Friedrichsfelder Str. 32. Bezirk 305. Mm 16. Oktober fiel der Metalldreher Paul Prlemer Warschauer Str. 59. Bezirk 328. Mm 27. Februar fiel der Metallarbeiter FrHz Bräunig Liegnitzer Str. 11. Bezirk 206 1. Mm 12. Ottober fiel unser Bezirkssührer, der Zimmerer Milax Geisler Skalitzer Str. 51/52. Bezirk 195 II. Sozlaldemokr. Wahlverein t. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Mm 7. Ottober durch Kopsschuh gefallen der Stereothpeur Brunn Arlt Lichtenrader Str. 50, 22. Bezirk. Im Felde gefallen der Maurer Lugen Steinäcker Niemctzstr. 11, 11. Bezirk. Am 18. Oktober im Felde gefallen der Arbeiter Rickarä Timner Donaustr. 21, 5. Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlverein NeukSlln. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 14. Oktober 1915 unser Ge- nosse, der Klempner Bernhard Wedemeyer Bezirk 8. Gothenslr. 38. Am 12. August 1915 siel unser Genosse, der Rabitzputzer Paul Schmidt Bezirk 8. GotHenstr. 85. 16/1 Sozialdemokrat. Wahlverein Berlln-SchSneherg. Am 3. Oktober fiel unser Genosse Paul Wnznicki SchloHparkstr. 15. 247/2 Soziald. Wahlverein Niederbarnim, Bez. Oberschdneweide. 215/19 E» fiel unser Mitglied, der Genosse 223/6 Oskar Last SSinäftr. 14. Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 5. Berl. Relchstagswahlkreis, la Abt Mm 80. Ottober fiel in einem Gefecht der im 32. Lebensjahre stehende Packer_, Alfred Thiele Sihulstr. 103. 20. Abt.. Bezirk 790. Im Kampje-fiel der Schuhmachermeister Barl Westphal (fanbötet Str. 56, 45 Jahre alt. 13. Abt.. Bezirt 711. Am 24. September fiel der 35jährige Metalldrücker Paul Schäde Graunstrahe. 8. Abt., Bezirk 597. Mm 13. Ottober fiel im jugendlichen Alter- von 23 Fahren der HandlungSgehilse' Artur Salewski Schulstr. 17. 20. Abt.. Bezirk 790. Desgleichen fiel am 14. Oktober der in demselben Alter stehende Hausdiener Thendnr Balke Schivelb einer Str. 6. 6, Abt., Bezirk 559. 228/18 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. AIS Opfer des Weltkrieges fielen unsere Genossen, der Klempner Willi Milke und der Metalldreher Alfred Langhanky. 198/7 Sozlaldemokr. Wahlverein Köpenick. Gefallen am 14. Oktober Otto Jenoch Gruppe 30. 13/19 Soziald. Wahlverein Kreis Niederbarnim, Bez. Welfiensee. AIS Opfer deS Weltkrieges fiel am 23. Oktober er. unser Genosse, der Schlosser Alex Schultz ............ Bezirk. 4, Nordend.-------------------- 347/8 Soziald. Wahlver. Kreis Niederbarnim. Bez. NiederschSnhausen. Am 8. Oktober fiel unser Genosse 247/1 Bernhard Sturzhecher. Gruppe 14. � Soziald. Wahlverein Kreis Niederbarnim(Bez. Pankow!. Gefalle» am 6. Oktober der Landsturmmann Hermann Beuter. Verstorben am 17. Oktober im Lazarett der Unteroffizier Otto Hönsch. 198/6 Sozialdemokratischer Wahlverein Trebbin, Kr. Teltow. Sozlaidemokratiseber Wahlverein Id. i Frankfurter Viertel. Bez. 275. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genoff«, der Tischler Hermaim Schmidt FriedrichSberger Str. 10 gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am Mon- tag, den 8. Nooember, statt. Ter Vorstand. Görlitzer Viertel. Bezirk 166 II. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Genosse, der Gürtler Oswald Richweiler Mariannenstr. 41 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am 27. Ol- tober statt. 215/18 Ter vorstand. Yertand der Tapezierer. Filiale Berlin. Aus dem Schlachtfelde fiel am 14. Juli 1915 unser Mitglied psui Ltrdewt?. Ehre seinem Andenken! Aus dem Schlachtfelde. fiel am 9. Oktober 1915 unser Mttglied Richard Schirmer. Ehre seinem Andenken! 179/2 Tie Ortsverwaltung. Denisclier Bolzarheiterverband. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Tischler tlermann Schmidt FriedrichSberger Str. 10 im Alter von 51 Jahren ge- storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am Mon- tag, den 8. November, statt. Nachruf. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dah unser Kollege, der Tischler Wilhelm Tiesier Eckertstr. 4 im Alter von 66 Jahren ge« storben ist. Ehre seinem Andeuke«: Die Beerdigung fand am Mon- tag, den 8. November, statt. 89/20 Die Ortsverwaltung. I Als Opfer dieses Völkerringens fiel am 12..Oktober 1915 durch Granat-Bruslschuh von unteren vier im Felde stehenden Söhnen unser jüngster Sohn im 22. Lebens- jähre, der Gürtler 115A ' Hermann Peters Jägerbataillon Nr. 7. In grohem Schmerz Adolf Peters nebst Frau u. Geschwistern. Neukölln, Jägerstr. 65. Ruhe in Frieden aus Nimmer- Wiedersehn. In treuem Gedenken zum 39. Geburtstage, in grober Sehnsucht nach seinen Lieben, siel als Opfer des Unglück. seligen Krieges am 24. Juli durch Kopsschuh mein mir unersetzlicher, über alles geliebter Mann, meines Kindes| treusorgender, lieber und guter Vater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Wöhrmann b7?l\ Otto Grajek. In unsagbarem Schmerz Agnes Grajek, geb. Heubaum, und Tochter Klara. Oppelner Strohe 38. Lieber Schwager ruh' in Frieden— Ewig beweint von Deinen Lieben. � Familie Krenzlin, Oppelner Strohe II. Es war so schwer, das letzte Abschiednehmen, Als fort Du zogst in Feindesland, Doch ach, wie schrecklich war die Stunde, Als plötzlich Dir das Auge brach. Es hat der Tod Dich früh dahingenommen; Oft ist eS mir, weiin still der Tag verrinnt, AIS mühtest Du noch wiederkommen.— Es ist so schwer, wenn sich zwei liebevolle Augen lchliehen. Zwei Hände ruh'n, bist einst so viel, so froh geschafft, Und seine Tränen still und heimlich fliehen. Nicht vor der Well, daheim vor Deinem Bild, in stiller, dunkler Nacht. TieseS Schweigen herrscht an Deinem Grabe. Wehmut im verlassenen HauS, Und die Liebe spricht in diesem Nachruf ihre Schmerzen auS.— Aus grüner Wiese im Osten, Da senkte ein goldenes Herz man hinab. Zur Aussaat da nimmt man die Besten, Schlaf wohl, lieber Mann in fremdem Grab, Jede Träne wird zum Fluch, die Schuld'gen zu verderben. Ueberführung ist eingeleitet, sollte eS möglich werden, wird Beerdigung bekanntgegeben. Meinem lieben, unvergehlichen Manne Hermann Behauer Unteroff. im Landw.-Jnf.-Reg. 20, zum traurigen Gedenken gewidmet. Nicht, dah ich Dir ei» prächtig Denkmal bau', Mit tausend Tränen Deine Grust betau', Und heimlich hoff' dah uns der Tod vereint, Nicht dadurch ehr' ich Dich, geliebter Freund. Wenn ich daS Werk, das Dir nicht mehr gelang, Bis an sein Ende führ' mit Treu und Dank,' Wenn meine Hand die Blütenkrone hegt, DeS Baumes, den Du knospend einst gepflegt. Wenn dem, waS Du geliebt, mein Herz erglüht, So'dah in mir Dein Wesen'nochmals glübt, So dah ich leb' und schaff' in Deinem Geist: DaS ist's, wodurch ich Dich dem Tod entreih. In nie erlöschendem Schmerz Deine Alma. Deutsch. Mstallarlieiter-Verbaiii Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im �-elde: Heinrich, Gürtler, geb. 14. 2. 1881 in Colmar. Otto Häher, Dreher, geb. 25. 3. 1886 in Berlin. Otto Böttcher, Schmied, geb. 7. 8. 1886 in Lllienkecke. Brnst Braunsdorf, Graveur, geb. 13. 3. 1895 in Berlin. Paul Drescher, Klempner, geb. 12. 8. 1886 in Glogau. Oskar Frenzel, Schlosser, geb. 25. 7. 1881 in Berlin. Richard Heider, Klempner, geb. 30. 9. 1888 in Sommerfeld. Pran? Homann, Kernmacher, geb. 14. 7. 1890 in Berlin. Karl Hopp, Arbeiter, geb. 31. 12. 1883 in Drechtow. Hermann Juhnke, Maschinenformer, geb. 5. 2. 1881 in Witthow. Franz Kadler, Gürtler, geb. 24. 10. 1887 in Berlin. Willi Kaminsky, Dreher, geb. 20. 9. 1892 in Neuenburg. Karl Käfert, Schlosser, geb. 20. 11. 1881 in Zehlendorf. Richard Keil, Schlosser, geb. 10. 3. 1892 in Gnesen. Hermann Knape, Former, geb. 17. 4. 1879 in Wittenberg. Joseph Konieczny, Arbeite», gebi 21. 2. 1891 in Räcknitz. Hermann Köthe, Former, geb. 12. 5. 1886 in Aschersleben. Paul Krummbach, Drehe», geb. 24. 1. 1895 in Spandau. Willi Kumm, Werkzeugmacher, geb. 23. 8. 1894 in Biesenthal. Alfred Langhanky, Dreher, geb. 6. 3. 1881 in Berlin. Willi Linder, Schlosser, geb. 13. 4. 1887 in Berlin. Otto Martin, Dreher, geb. 15. 4. 1877 in Halle a. S. Hermann Meyer, Schlosser, geb. 16. 4. 1882 ,in Charlottenburg.. Max Neriich, Monteur, geb. 14. 2. 1884 in Berlin. Adolf Neye, Schlosser, geb. 30. 10. 1888 in Nauen. Paul Priemer, Dreher, geb. 30. 8. 1887 in Schweidnitz. Otto Riehe, Schlosser, geb. 27.. 5.'1883 in Colbatz. Walter Rieffenstahl, Form«*, geb. 25. 10. 1889 in Berlin. Wilhelm Sauer, Rohrleger, geb. 19. 5. 1870 in Lenmitz. Wilhelm Schröter, Schlosser, geb. 5. 11. 1888 in Rogsen. OttO SpUhl, Schlosser, geb. 30. 11. 1882 in Schwedt. Hans Stein, Dreher, geb. 12. 12. 1892 in Berlin. Bernhard Stürzbecher, Mechaniker, geb. 5. 4. 1882 in Berlin. Wilhelm Trappe, Gürtler, geb. 21. 2. 1886 in Berlin. Max Walter, Schlosser, geb. 15. 5. 1891. FritZ Wolf, Metallarbeiter, geb. 12. 10. 1886 in Brandenburg. Ehre ihrem Andenken! 121/11 Di ie Ortsverwaltung. Sparvereln Weihnaciitsfreude 14 Allen Freunden und Mitgliedern die traurige Nachricht, dah am 23. Oktober unser Mitglied Ueorx Bartsch als Opjer des Weltkrieges. ge- fallen ist." 286/13 Sein edler Charakter sichert ihm ein dauerndes Andenken. Charlottenburg, den 6. 11. 1915. _ Der Vorstand. Sängerchor„Wertding". Durch Kopffchnjt siel unser lieber SangeSbruder Brust(ieorxi. Während seiner mehrjährigen Mitgliedschaft hat er stets treu die Jnteresien des Vereins vei- treten. Ehre seinem Andenke»! 2805b Der Vorstsind. ■B Ortsgruppe Qroß=Berlm. Von unseren Kollegen sind gefallen: Ott« im Atter von 37 Jahren. �'trir im Alter von 2g Jahren. Jffiiltj'vrt llölimer, im Alter von 27 Jahren. Kichard Fiscli, im Alter von 31 Jahren. Erlcli Frenzel, im Atter von 24 Jakrcn. im Alter von 2S Jahre». Paul Friiscli, im Alter von 24 Jahren. Marl MtelsS) im Alter von 25 Jahren. Mart Hertner, im Aller von 25 Jahren. Marl Ilönieke, im Aller von 22 Jahren. Paul«JaeSatner, im Atter von 24 Jahren. Oskar Kaminski, im Alter von 33 Jahren. Oskar Koppenhagen, im Alter von 35 Jahren. Mlvkardi Mramer, im Mer von 25 Jahren. Paul Mimgas, im Alter von 24 Jahren. Mlvkartl MStznvr, im Mer von 32 Jahren. �ll'retl Nathan, im Alter von 24 Jahren. Panl Nenmann, im Alter von 31 Jahren. -A.rtnr©alewski, im Alter von 23 Jahren. Erlvh f�amnlskl, im Alter von 20 Jahren. Martin Sellin«Her, im Alter von 24 Jahren. Fritz Schlnng, im Alter von 26 Jahren. Panl Sehmldt, im Alter von 20 Jahren. Max Stange, im Alter von 21 Jahren. Ehre ihrem Andenke» k 78/10 Die Ortsverwaltung. Arlieiter- Radlahref- Band „Solidarität" Mitgliedschaft„Tegel". Allen BundeZgenosfen zur Nach« ! richt. dag unser langjähriger vportgenosse 28i9b �dolk Buchmann 1 infolge einer Verwundung im | Lazarett verstorben ist. Ehr« sein«« Andenk««: Die Ortsvenvaltunx. iSefriiinnwerein Vorwärts Berlin 1891 MS Opfer des Weltkrieges fiel unser lieber Schwimmgenosse Ulbert Schinkel Abt. Kerichtstrahe. Ehre feinem Andenken! z�gob Der Vorstand. I» Deutselier Baoarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Neukölln. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maurer Wilhelm Strauß am 3. November verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung fand am Mon» tag, den 8. d. Mts., statt. 142/16 Die örtl. Verwaltung. Als Ovser des Weltkrieges starb am 2t. Oktober 1915 durch einen KopfWug unser Kollege, der Maschinenarbeiter 94A Vttn Calhow im Alter von 22 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik Wittenau, Abt. Günther. MMUks�UUlIeiilzelilM Xslilstelle kerlin und Umgegend. Den Berirfsgenossen zur Nachricht, daß folgende I Mitglieder im Felde gefallen sind: Max �dler, Bezirk 28. Oeorg Clanß, Bezirk 27. Max Oeisler, Bezirk 5. Ehre ihrem Andenken! 255/3 Her Vorstand. imer Bezirk Groh-Berli«. Folgende Kollegen sind im Felde gefalle«: ThSOdOf BalkC, Industriearbeiter. Georg Brandenburg, Industriearbeiter. Anton Diß, Rollkutscher. Willi Grothe, GeschSftSdiener. Paul Gruse, Handtuchfahrer. Heinrich Güttier, Geschäftskntfcher. Franz Kiesling, Geschsstsdiener. Bruno Kirsch, Geschsftsdieuer. Adolf KOCh, Straßenbahner. Karl Lech, Industriearbeiter. August Merten, Lagerarbeiter. Franz Mertens, Geschsstsdiener. Max Möhrke, Geschästschanffenr. Paul Müller, Geschsstsdiener. Hermann Paul, Msllkntscher. August Plettau, Industriearbeiter. Johann Roggenbuck, Industriearbeiter. Artur Sprung, Lagerarbeiter. Erich Schefter, Kellerarbeiter. Wilh, Schmollmann, Geschsftskutscher. Bernh. Schwalenberg, Geschsstsdiener. Alfred Thiele, Geschsstsdiener. Max Valley, Geschsstsdiener. Oskar Woelm, Fensterputzer. 68/12 Ehre ihrem Andenke«! 1dl« Sv-lrknlvltnvx. JPUialc GroU-Berltn. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz solgende Kollegen ans dem Schlachttclde gefallen find: Geong Oappa, 13. Revier.Jnspektion. Hugo Rauhutj Straßenreinignng. Willi Thiel, 33. Revier-Jnspektio«. Wilhelm Degner, Rshrensystem. Reinhold Roß, Strasienmntgnng. Friedrich Vogel, Englische Gaswerke. Gustav Grobe, Englische Gaswerke. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenlen bewahren. 36/4 VI«>ne. AIS Opfer des Weltkrieges fiel am 23. Oktober 1915 unfer Spar- bruder, der Lanbsturmmann Brich Tolksdorf Rel.-Jns.-Regt. Nr. 7. Wir werden ihm ein dauernde? Andenken bewahren. 2798b Sparverein„Steil mi Feste" Retchenb erger Str. 90. Freie Türnerseliaft Spandau. AIS weitere Opfer deS Well- kriegeS fielen unsere braven lang. jährigen Turngenossen 186/18 Brich Gerecke Fritz Plage. Ehre ihrem Andenke»! Der Vorstand. II Mitglied des Arbeiter-Turnerbundes. Wiederum haben wir folgende Turngenofle» als Opfer des Weltkrieges zu beklagen: Baus Kliemeuz, i. MSnnerabteilnug. Gustav Hoffmann, 2. MSnnerabteilnng. Wilhelm Dorn, 3. MSunerabteilang. Ernst Kutzner, 3. MSnnerabteilnng. Gottlob Gantzert, 5. MSnnerabteilnng. Artur Gehnke, 5. MSnnerabteilnng. Hermann Förster, 7. MSnnerabteilnng. Otto Fechner, 10. MSnnerabteilnng. Karl Fischer, io. MSuner-bteilnng. Adolf Stanke, 11. MSnnerabteilnng. Erich Buchholz, 12. MSnnerabteilnng. Rudolf Brettschneider, 13. Männerabteilung. Ehre ihrem Andenken! 186/19 Allzu früh und scrn von seinen Lieben fiel als Opscr des Welt- trieges am 21. Oktober 1915 durch Salsschuk mein innig gclicblcr, herzensguter Mann, unser lieber Sohn und Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Neffe, der Land- flurmmann Franz Hornann Jnf,-Reg. 93, 8. Kompagnie, im blühenden Alter von 25 Jahren, Dies zeigen an in tiefem Schmerz Frau Gertrud Hamann geb. Janzen. Franz Hamann und Frau als Eilern und Geschwister. Johann Janzen und Frau als Schwiegereltern, Ein kurzes Glück war uns be- schieden,— Mein guter Mann, er ruht in Frieden,— Er war mein tteugeliebles Herz,— Wie fühle ich den Trennungsschmerz— Wer Irägt die Schuld an dem iicrbcn Geschick,— Was vernichte? bat mein Lebensglück?— Um mich ist'? traurig, um mich ist's schwer,— Ich habe Dich nun und nimmermehr,— Kein Fiebn und kein Weinen gibt ihn mir zurück,— Vorbei ist Liebe, Hoff- nung und Kiück,— O Schicksals- macht, noch sag ich's kaum,— Wo bist du hin, mein schönster Traum, — Fern sein Grab, ties mein Schmerz,— Nun ruhe sanft. Du treugeliebtes Herz. 2796b Im blühenden Alter von 30 Jahren starb als Opser dieses Weltkrieges am 25, September 1915 mein lieber, guter Mann, Sohn und Bruder Rlax Udler, Pionier bei der mittleren Minen- werserabteilung. Dies zeigen ttefbetrübt an Frau Anna Adler gcb, Böhm mit ihren zwei unmündigen Kindern nebst Mutter. Im heißen Kamps hast Du ge- stritten, Im Schlachtenwetter, stark und kühn, Wo viel den Heldentod schon litten, Floß auch Dein Blut für uns dahin, So schlaf nun wohl im fernen Grab, Beweint von uns mit Schmerzen, Die Liebe, die Dich stets umgab, Lebt fort in unfern Herzen. Brav, treu und bescheiden war sein Herz, Wer ihn gekannt, sllhlt unsern Schmerz. Ruhe sanft in fremder Srdei Unsere Liebe deckt Dich zu. Die Gröber, die nicht Kranz noch Dcnlmal tragen, Die einsam und verlaffe» Legen, ganz allein, Die schließen ost mtt ihren Klagen DaS beste Herz, den größten Dulder ein. Gewidmet von seinem Bruder Paul, zurzeit im Felde, nebst Swwägerin, 110Ä Am 16, ONober fiel mein innig. geliebter, guter Mann und treu- sorgender Vater seines Sohnes, der Landsturmmann Frust Biedrich im Atter von 41 Jahren. Im ttessten Schmerz 57A Frau Anna Dledrlch nebst Sohn, Krünauer Straße 25. Ruhe sanst, Du trcugciiebtes Herz, Dir der Friede, uns der Schmerz, MS Opser des Weltkrieges fiel am 12. Oktober 1915 mein inniggeliebter Mann und trcusorgender Papa seines einzigen KindeS, der Gre- nadler 57A Itflax Geisler . Skaiitzer Str. 51/52 im 32. Lebensjahr. Im tiefsten Schmer, Frau Klara Geisler und Tochter Erna. Allein zu sei»— drei Worte, leicht zu sagen, Und doch so schwer, so endlos schwer zu tragen. Geliebter Mann und berzensguter Papa schtas in Ruh, Unsere Liebe deckt Dich zu. Am Freitag, den 5, November, abends kurz vor 9 Uhr, entschltes sanst nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater, der Renten- empsänger 78A August rteumanu im 82. Lebensjahre. Dies zeigen im Namen der Hinterbliebenen an Karl Nenmann und Frau, Posener Str. 9. Die Beerdigung findet am Diensiag. den 9. November 1915 nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle de? Zentral-Fried- hoses in FricdrichSselde aus statt. Nachdem er 13 Monate im Felde stand, starb den Heldentod fürs Vaterland am 30, August 1915 durch Kopsschuß mein innig- geliebter Mann, treusorgcndcr Vater seines lieben Kindes, der Gesreite U5A Otto Scbilenski im blühenden Alter von 36 Jahren, Dies zeigen ttefbetrübt an Die trauernde Gatttn Pstiiine Sckilenslli geb. Herrmann nebst Kind Hildoben. Er ging dahin, den ich so innig liebte, Der gute Gatlc, meines Rindes Glück. Er ging dahin, der nie mein Herz beirübte, Und ließ imS einsam, trostlos hier zurück. Er hatte nie geglaubt, so früh zu sterben. Lieber Papa, schlaf in Ruh, Unsre Liebe deckt Dich zu. Fern von seinen Lieben siel am 13 21. Juli im Gefecht durch Kopi- schuß mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Schwiegersohn, der Land- wehrmann Kar! Höpfuer Jns,-Reg. Nr, 147. Im ttessten Schmerz Berta Höpfuer gcb, Schwarz, nebst Kindern Willi und Karl. Potsdamer Str. 37. Im Feindesland Dein treues Auge brach, Dein gutes Herz tat seinen letzten Schlag; Zum fernen Grab schweift tränend nun mein Blick, In weher Klage ums verlorene Gluck,, Groß war schon der TrcnnungS- Ichmerz, Jetzt aber brilht uns sast das Herz Ruhe saust in fremder Erde! Bler Wochen später solgte ihm sein lieber Bruder Hermann Höpfuer durch Bauchschuß in den Tod. Dies zeigen an im ticsslenSchmerz Frida Höpsner geb. Lange nebst Kind, zurzeit Neuendors. Sie schlasen wohl im sremden Grab, Erlöst von allen Schmerzen; Die Liebe, die sie stets umgab, Lebt sort in unsren Herzen, Allein zu sein, drei Worte, leicht zu sagen, Und doch so schwer, unendlich schwer zu tragen, Den Heldentod(ür*a Baterland erlitt am 12, September mein inniggeliebter Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwager, Schwie- gersvhn und Onkel 84A Emil Rove im 29. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz Emma Howe, geb. Krahne. Pankow, Gorschstr. 22. Du zogst hwauZ zum Kampfe Und lehrst nicht mehr zurück, Wir wagten noch zu hoffen, Doch traf Dich daS Geschick. Wir könncn'S gar nicht saffcn, Daß Du hinweggerafft In Deiner Jugend Blüte, Und Deiner jungen Kraft, Du gingst aus unsrer Mitte, ES war zu schnell gescheh'n. Gott hör' jetzt untre Bitte. Schlaf wohl, aus Äi-derseh'u. Fern von semen Lieben starb am 25, Ottobcr 1915 in einem Kwiegslazarett unser lieber Sohn, Bruder, Onkel, Schwager und Bräutigam, der Kohlenhändler Willi ßussian im Gren.»Regt, Nr. 11. 1. Komp., im kaum vollendeten 28. Lebens- jähre. 37A Wer ihn gekannt, weiß, waS wir an ihm verloren. Die tiefgebeugten Elteru, Geschwister und Nichte, Jmmanuelttrchstr. 22, Otto P, asser. Zt. wi Felde, Else Wiehr als Braut Danksagung. Fitr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres liebe- SohneS und Bruders Will! Mai sagen wir allen Verwandle» und Be- kannten, dem Wablvcrein, dem Per- band der Sattler und für die ttost- reichen Worte dem Genossen lZirdick unseren herzlichen Dank. 5721 Femilie(truno Mai, Ceprivistr. 25. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines Heben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir allen Verwandten und Be- kannten, dem Melallarbeilcrverband und den Kollegen unseren herzlichsten Dank. 115A Eenntin« Kölke und Kinder, Neukölln, Buchdruckere. u. Verlagöanstalt Paul Singet& Co. Berlm SW