Ar. SN.-SL.5915. Russischer Kriegsschauplatz. Nördlich von Jazlovier an der untere» Ltrypa und westlich von Czartorysl am Styr wurden rusfischr Angriffe abgeschlagen. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist nnvrrändert. Mehrere feindliche Angriffe an der Jsonzofront auf Zagora, in den Dolomite«, auf dem Col di Lana und de« Sirfsattcl wurden abgewiesen. Südöstlicher Zlriegsschauplatz. An der montenegrinischen Grenze ist die Lage unverändert. Bon den in Serbien kämpfenden k. und k. Truppen hat eine Gruppe Jvanijica besetzt, eine andere den Feind aus seinen an der Straße Jvanijica— Kraljevo angelegten Höhenstellnngen geworfen. Deutsche Kräfte vertrieben den Gegner au? feinen Ser- fchanznngen südlich von Kraljevo. Südlich von Trstril stehe« unsere Bataillone im Kampf. Die im Räume von Krusevac operirrenden deutschen Divisionen dringen südwärts vor. Die Bulgaren haben Lrskovac in Besitz genommen. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS: v. H o e f e r. Feldmarschalleutnant. Ermangelung einer geeigneteren Beschäftigung dazu berufen, durch Straßenbewegungen die eine Regierung zu stürzen, um eine den Anschauungen dieser Schuljungen entsprechendere Regierung ans Ruder zu bringen— jetzt versuchen es die- selben studierenden Jünglinge unter der Leitung ihrer Pro- fessorcn, ebenfalls durch Straßenaktionen der äußeren Politik die Direktive zu geben und über Krieg und Frieden zu be- stimmen." Daher die Unsicherheit, die Oberflächlichkeit, der Stim- mungswechsel und die Widersprüche in bezug auf Fragen der äußeren Politik nicht nur von Partei zu Partei, sondern auch innerhalb derselben Partei, wie sich dies bei den DebaKen dn- läßlich des Balkankrieges offenbarte und bei den jüngsten Vorgängen in der konservativen Partei wiederholte. Die erste unglückselige Frucht des Eingreifens dieser neuen Faktoren in die äußere Politik Rumäniens war der Krieg von 1913 gegen Bulgarien. Was die unheilvolle Folge eines Krieges Rumäniens gegen Oesterreich-llngarn sein könnte, zeigt Gherea in deni ersten Teil seiner Broschüre, die eine Reihe von Artikeln ver- einigt, die der Verfasser in den ersten Monaten des Krieges im Zentralorgan der runiänischen Sozialdemokratie„L n p t a" veröffentlicht hat. Bei Kriegsausbruch würde die einzige Verkehrsader Ru- mäniens mit dem Zentrum und dem Westen Europas— da die Dardanellen gesperrt sind— abgeschnitten und der Schwer- Punkt seines wirtschaftlichen Lebeils nach Rußland hin ver- legt werden. Was das bedeutet, erhellt daraus, daß der weit- aus größte Teil des rumänischen Handels und sein Kredit von Deutschland abhängig sind. Rußland dagegen ist ebenso wie Rumänien Agrarland. Das würde aber den Wirtschaft- licheu Zusamnienbruch bedeuten. Ferner würde ein Argrtffs- krieg gegen Oestercick-Ungarn zu einer nlilitärischcn Koopc- ration mit Rußland führen, ivas gleichbedeutend sei mit einer völligen Einverleibung und Unterordnung der runiänischen Armee unter die Militär- strategischen Ziele Rußlands. Das revanchelüsterne Bulgarien würde diesen günstigen Augen- blick ausnützen, um für die ihm 1913 zugefügte Deniütigung Vergeltung zu üben. Ein Krieg nach zwei Fronten und der sich bald fühlbar machende Mangel an Geld und Munition, ohne die ein mo- derner Krieg undenkbar ist, würden das übrige tun, um den Zusammenbruch zu vollenden. Das Hauptargument der rumänischen Kriegshetzer ist, daß dieser Weltkrieg die Dekomposition Oesterreichs zur Folge haben wird, und daß es nationaler Verrat wäre, diese seltene Gelegenheit, die die Weltgeschichte bietet, die nationale Eini- gung der Rumänen zu vollziehen, unansgenützt vorübergehen zu lassen. Diesem Trumpf hält Genosse Gherea mit Recht die Erwiderung entgegen, daß die sich gegenüberstehenden Koa- litionen zu stark seien, um voneinander vernichtet werden zu können. Auch sei der Zweck dieses Krieges, der als imperia- listischcr Krieg bezeichnet werden müsse, nicht die vollständige Vernichtung des Gegners, sondern die Unterwerfung von weniger entwickelten, schwachen, kleinen Ländern. Die Folge dieses Krieges würde eine allgenieine Erschöpfung aller Par- teien sein, und es könnte der von Sir Edward Grey prophe- zeite Fall eintreten, daß die erschöpften Großmächte außer- stände, sich auf Kosten des unterliegenden Gegners zu entschädigen, dies— wie oft in der Geschichte— aus Kosten der kleinen Staaten versuchen würden.„Dann aber wehe den- jenigen Ländern, die durch ihre Stellungnahme in dem gegen- wärtigen Kriege den Zorn der einen oder anderen Partei er- regt haben, und die, durch die Teilnahme am Kfflieg ebenfalls erschöpft, keine andere Rechtfertigung ihres Handelns haben werden, als die diplomatischen Versprechungen und die Dank- barkeit— Rußlands I..." Unter solchen Umständen einen Krieg vom Zaune zu brechen, wäre Wahnsinn. Die schwere Verantwortung dafür würde jedoch die rumänische Oligarchie allein zu tragen haben. Die Parole der rumänischen Sozialdemokratie ist daher: AbsoluteNcutralität. Ein Rücktrittsgesuch Kitcheners? London, 9. November. lW. T. B.) In der Sonnlibendiminmer des„Globe", die der Anlaß zur Beschlagnahme war, heißt es: Wir haben gestern gemeldet, daß K i t ch e n e r dem Könige da? Riicktrittsgesuch überreicht hat, daß dieses aber nicht an- genommen worden ist. Eine Stunde nachher veröffentlichte das Preffebureau die amtliche Ablengming. Wir wiederholen heute unsere Feststellung. Kiichener hatte Donnerstag Audienz beim König und überreichte sein Rücktrittsgesuch, das nickt angenommen wurde. Die Veröffentlichung dieser Mitteilung halte die gewünschte Wirkung Sie verhinderte, daß ein völliger Wechsel in der verantwortlichen Kriegsleitung hinter dem Rücken der Nation ausgeführt wurde. „Globe" sagt weiter: Kitchener wurde durch Umtriebe und Machen- schaffen der Politiker da-u gebracht, dem König seinen Rücktritt an« zubieten. Ein dringendes Ersuchen des PreßbureauS macht es uns unmöglich, über die weiteren Entschlüsse KitchencrS zu berichte, i. Aber wenn die Nation erfahren wird, wo er ist, wird sie beurteilen können, ob die Erklärung, daß AsguitH KitchenerS Tätigkeit während seiner vorübergehenden Abwesenheit fortführen werde, ehrlich � ist, und wird die Notwendigkeit erkennen, daß das Parlament in der nächsten Woche in vollem Maße von seinen Befugniffen Gebrauch macht. Glücklicherweise gibt die Kreditbewillignng Gelegenheit, die Nation die volle Wahrheit wissen zu lassen. Der französische Tagesbericht. Paris, 0. November,(ffi.£.<ö.) Amtlicher Bericht von !U st e r ii nachmittag: Dem vorhergehenden Berichte ist nichts hinzuzufügen. Paris, 0. November. fW. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend: In: Laufe des TageS wurden heftige Artillerie- tänrpfe an mehreren Frontgebieten durchgeführt, besonders im A r t o i S in den Abschnitten von Laos und de§ WaldeS von T i V e ii ch h nördlich von Avre, in der Umgebung von Andechy und in der Champagne östlich von Tahure soivie nördlich von Massiges. Unsere Batterien zerstörten nördlich Saint Mthiel ein deutsches Flugzeugabwehrgeschiitz. In den Bogesen war der Kampf auf kurze Entfernung mit Petarden und Bomben in der Umgebung von La Pellolte fortgesetzt sehr lebhaft.— Belgischer Bericht: Ruhe auf der ganzen Front. Dsr nljsische Generalftabsbericht. Petersburg, 0. November.(SB. T. 55.) Amtlicher Bericht vom 8. November. In Kurland gelang cS unseren Ab- teilungen uliter Mitwirkung der Artillerie die Gegend von Franken- darf(L Kilometer südlich Schlok» zu besetzen und südlich des Babit- fccs Fortschritte zu machen. In der Gegend von Mitau gingen unsere Truppen in südlicher Richtung vor und besetzten die Linie Jaunsem— Olai, während westlich Ücxkül(8 Kilometer) das Dorf Tupelje genominen wurde. Auf dem Westufer des Swentensees dauerte der wiederbegonnene heftige Kampf noch an. In einigen Abschnitten drangen unsere Abteilungen in die erste Graben- Unis des Feindes ein. Westlich des Demmeniees heftiger Artillerie- und Jnfantcriekampf. Durch kräftige Angriffe gelang es unseren Truppen, mehrere Linien der feindlichen Stellung bei dem Dorfe Huta-LisotvSla zu besetzen, 400 Soldaten gefangen zu nehmen und Maschinengewehre zu erbeuten, deren Zahl noch nicht festgestellt t. Nördlich des Okonka-Flusses, nördlich Kolli(11 Kilometer) drangen wir in die feindliche Front ein, besetzten die de- festigten Stellungen, nahmen 400 Soldaten gefangen und erbeuteten ö Maschinengewehre. Der erbitterte Kampf dauert noch an. Bei den Dörfern Komarow und Kuliloivicze. südlich deS Okonka-Flusses, entwickelt sich ein hartnäckiger Kampf. Der Angriffsversuch südöstlich llscieczko(17 Kilometer nordwestlich Zaleszczyki am Dnjester) wurde durch unser Feuer zurückgewiesen. fim einem rusiifthen Hefehl. In einein Befehl an die russische 2. Armee der Nordwestfront vom 20. Juli ISIS lauten die Ziffern H, 1, 2 und 3 in wörtlicher llebersctzung wie folgt: Die Berluste betreffend. 1. Verluste bis zu SOProz. sind als normal zu erachten. Bei der heutigen Entwickelung des Feuergefechts sind geringere Verluste bei einem einigermaßen ernsthaften Kampfe ausgeschlossen. 2. Nur Berluste, die 7ö P r o z. erreichen, sind als schwer zu erachten. 3. Keinerlei Berluste rechtfertigen das Verlassen der Stellung. Einen guten Truppenteil dürfen auch noch so große Verluste nicht znnr Rückzug zwingen. Auch muß man sich ständig bewußt sein, daß der Feind, wenn man selbst schwere Verluste erlitten, aus jeden Fall keine geringere» hat. Die Eni- 'cheidung hängt nicht von den Verlusten, sondern vom Geiste ab. Wer an Geist, Charakter und Hartnäckigkeit sowie Ausdauer sich als der Stärkere erweist, der trägt den Sieg davon. Alle Führer müssen von solchem Geiste durchdrungen fern und dürfen sich auch durch die schlversten Verluste nicht erschüttern lassen. Im Gegenteil, gerade hier ist dem Führer Gelegenheit gegeben, seine Taiitast und Entschlossenheit zu beweisen, dadurch die zaghafte Mannschaft zu neuen kraftvollen Taten emporzureißen und so durch den Sieg des Geistes dem Feinde den realen Sieg zu entreißen,(vi-�rvr-stz realnuju pobjedu u wroga.) Der Arinecführer. General der Infanterie gez. Smirnow. Gegengezeichnet: Der Chef des Stabe?: Teneralleutnant gez. KwiccinSli. Der Befehl zeigt zweierlei. Welch gewaltige Verluste müssen die Russen gehabt haben, wenn sie 00 Proz. als.normal' be« ,dchncil! llnd wie muß das deutsche Feuer auf Körper und.Geist' der russischen Truppen vernichtend gewirkt haben, wenn diese trotz der obenbezeichneten Anweisungen doch immer Stellung auf Stellung räumten. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 9. November.(W. T.B.) Amtlicher Kriegsbericht V o»n 8. N o v e m b e r. Im Daonctal stürmte eine unserer Patrouillen bei Ponte Murandin zwischen den Ortschaften Daone und Kiber gegen feindliche Abteilungen vor und jagte sie in die Flucht. Im Hochcordevole war unsere Offensive gegen das feste Bollwerk Col di Lana von Erfolg gekrönt. Die außerodent- iichen Geländeschwierigkeiten, erhöht durch zahlreiche starke Ber- eidigungswerke, der erbitterte Widerstand des Feindes und die Unbilden des frühzeitigen Winters vermochte» nicht, den Vormarsch unserer tapferen Truppen aufzuhalten. Gestern nachmittag be- inächtigte sich unsere Infanterie nach wirksamer Artillerievorbereitung in einem letzten wütenden Angriff der feindltchen Stellungen und '. stanzte unsere Fahne auf dem steilen Gipfel auf. der inmitten des Schnees zu einer Höhe von 2404 Metern sich erhebt. Wir machten außerdem gegen 100 Gefangene, darunter 4 Offiziere, die dem 0. Kaiserjägerregiment angehören, und erbeuteten ein Maschinen- ewehr und eine große Menge Munition und anderes Kriegsmaterial Längs der Jsonzofront dauerte die Tätigkeit unserer Artillerie oll. Mit deren Unterstützung unternahm unsere Infanterie kühne Anstürme gegen die feindlichen Verteidigungswerke. Wir machicn außerdem einige Gefangene und erbeuteten zwei Bombenwerfer, ein Maschinengewehr und viel Munition. Cadorna. von öer daröanellensront. Koostanthropel, 8. Novbr.(W. T. B.) Das Haupt- n u a r t i e r teilt mit: An der D a r d a n e I l e n f r o n t bei Anafarta machte unsere Artillerie ein Geschütz einer feindlichen Batterie bei Purnatepe unbrauchbar und brachte ein Munitionsdepot zur Explosion. In diesem Abschnitt fand das gewöhnliche Infanterie- und Artilleriefeuer sowie Kämpfe mit Bomben statt. Unsere Bomben führten in den feind- iichen Schützengräben beträchtliche Wirkung herbei. Bei Scdd nl Bahr auf dem linken Flügel lebhafteres Artilleriefeuer. Eine Mine, die der Feind auf dieser Front springen ließ, ver- ursachte in seinen Schützengräben Schaden infolge einer Gegen- uüne. Sonst ist nichts zu melden. Der montenegrinische Dericht. Paris, 9. November.(W. T. B.) Amtlicher monte« n e g r i n i s ch e r Bericht. Der Kampf bei Grahowo dauerte am a. November den ganzen Tag und die Nacht hindurch wütend fort- Wie am Vortage warfen wir den Feind, der schwere Verluste er- ' it, siegreich zurück. Wir zerstreuten Ansammlungen von öfter- rcichischen Truppen. Aus der übrigen Front heftiger Artilleriekampf. die Kampfe gegen Serbien. Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Als sich in der zweiten Hälfte des Monats September der Auf- inarsch der verbündeten Heere aus dem nördlichen Donauuser voll- zog, dachte man in Serbien noch nicht an die von dort her drohende Gefahr. Der Feind harte wohl Kenntnis von Truppenausladungen, er rechnete aber nur. wie spätere GefangenenauSsagcn bestätigen, mit einer stärkeren Besetzung der Verteidigungsstellung der ungarischen Donauseite. Wie konnte auch an eine Offensive der Verbündeten in einer ganz neuen Richtung gedackt werden, zu einer Zeit, in der die Enrenle Angriffe größeren Stils auf allen Kriegsschau- Plätzen vorbereitete. So vereinigte Serbien seine Hauplkrait gegen den Erbfeind Bulgarien, dessen Haltung sich immer mehr der der Entente zu entfremden schien. Es galt für die Verbündeten, den Serben möglichst lange in seinem Glauben zu belassen, um dann überraschend mit starler Kraft an verschiedenen Stellen gleich- zeitig serbischen Boden betreten zu können. Welche Schwierigkeilen es macht, einen Fluß zu überwinden, dessen Breite durchschnittlich 700 Meter und mehr beträgt, dessen Wellen bei der herbstlichen Kossava denen der See gleichkommen und der zumesst von Höhen überrag! ist, die einer feindlichen Artillerie denkbar günstige Wirkung ermöglichen, wird auch jedem Fernstehenden klar sein. Hielten auch nicht die Hauptkräfte der Serben das südliche Donau- ufer besetzt, so ergaben doch die angestellten Erkundungen, daß der Feind ebenfalls hier auf der Hut war und die Nordgrenze seines Reiches mit fonlaufenden Verteidigungsanlagen versehen hatte, zu deren Besetzung nicht unerhebliche Truppen und Artillerie bereit standen. Den Hauptslützpunkt der Verteidigungsanlagen bildete die Festung Belgrad, jenes alte Bollwerk, das seiner Zeit von den Türken angelegt, der ruhmvolle Kriegsschauplatz Prinz Eugenscher Truppen gewesen war. Hier sollten 200 Jahre später die Nachkommen jener siegreichen Heere, wiederum zum Bunde vereint, sich ihrer Vorsobren würdig erweisen. Unter dem Oberbesehl des Generalfeldmarschalls V. Mackensen hatte sich der Aufmarsch der Armeen Koeveß und Gallwitz planmäßig voll- zogen. In den ersten Oktoberlagen standen die deutich-österrelchlich- ungarische Armee im Save— Donau-Dreieck, die deutsche Armee zwischen Temes- und Karas-Fluß. An der Savemündung und an dem Donaubogen bei Rain sollte zuerst der Uebergang erzwungen werden, dort war die Masse der Geschütze in Stellung gebracht, dort hatten die Pioniere in mühevoller nächtlicher Arbeit Brücken und Uebersetzmaterial aller Art bereitgestellt. Vom Feinde war in den Zeiten der Vorbereitungen wenig zu merken; hin und wieder feuerte serbische Artillerie vom südlichen Ufer, doch ohne Erfolg, hier und dort inahnten serbische Flieger, noch nicht zu offen die Karlen auf- zudecken. Ihrem zu häufigen Erscheinen wurde indessen bald von den inzwischen eingetroffenen deutschen Fliegerableilungen ein Ziel gesetzt; in breiter Front überflogen sie serbisches Gebiet. bekämpnen im Luftkampf ihre Gegner, belegten die Arsenale und Miliiärlager auSgiebig mit Bomben und ergänzten durch-ihre Aufklärung jenes Bild, das man sich an oberster Stelle durch den serbischen Aufmarsch gemacht hatte. Am 0. Oktober begann an genannten Stellen das sich von Stunde zu Stunde steigernde Artillerie- feuer und mit ihm die unmittelbare Vorbereitung zum Donau- Übergang. Das Oberkommando beabsichtigte zunächst aus den Höhen südlich Belgrad und beiderseits der Anatema-Höhe. spälcr rechts und links der Morava, Brückenköpfe zu schaffen, unter deren Schutz die Truppe befähigt sein sollte, das zur Offensive erforderliche Material auf das südliche Donauufer zu ziehen. Gleichzeitig ausgeführte kleinere Unternehmungen längs der Drina, an der mittleren Save sowie an der Donau zwischen Bk. Gradiste und Orsowa sollten den Feind über die Absichten ver Verbündeten im unklaren lassen. Am späten Nachmittag des 6. Oktober stießen im Beisein deS Generalseldmarschalls 0. Mackensen die ersten Freiwilligen bei Palanl vom ungarischen Donauufer ab. In schneller Fahrt wurde der reißende Strom überwunden und in geipanntem Schweigen' begleiteten die zurück- gebliebenen Kameraden jene braven Thüringer, die als erste Deutsche serbischen Boden betraten. Noch immer hatte sich beim Feind nichts gerührt, zeitweise grüßte ein serbischer Kanonenschuß von der Analema-Höhe aus, sonst schien das feindliche Ufer wie ausgestorben. Direkter Widerstand war demnach hier nicht zu erwarten. Trotzdem entschied man sich, den Uebergang der Massen an dieser Stelle nicht in die Nacht hinein vorzunehmen. Die steil vom User aus steigende Gorika-Höhe konnte in ihren Schluchten feindliche Kräfte bergen, deren Vorstoß bei Dunkelheit den Unseren verhängnisvoll worden konnte. Am frühen Morgen des 7. begann der Uebergang der Infanterie an drei verschiedenen Stellen. Komitatichis sFreischärler). die sich in dem Dorfe Ram und seinem hart am Fluß gelegenen malerischen Kastell zur Wehr setzen wollte», wurden überrannt. Was den deutschen Kolben nicht kennen lernte, wanderte auf den zurückfahrenden Pontons in guten Gewahr- iam. Mit Bergstöcken ausgerüstet, begleitet von zahllosen kleinen Pferden, deren Rücken Munition und Maschinengewehre trugen, so erkletterte unsere Jnsaalerie daS wegelose ungewohnte Höhen- gelände. Schwache, mit ungenügenden Kräften geführte Gegenstöße der Serben vermochten daS Fortschreiten deutscher Truppen nicht aufzu- halten. Bis zum Abend war die Gorica-Höhe in unbestreitbarem deutschem Besitz, starke Infanterie hatte sich eingegraben, Maschinengewehre waren eingebaut und GebirgSgeichlltze lauerten in Stellung auf den Versuch des Feindes, uns das be- setzte Gebret wieder zu entreißen. Anders stand es um den Uebergang bei Belgrad: dort verfügte der Feind schon zum Schutze seiner Hauptstadt über starke Artillerie. Englische und französische Geschütze krönten gemeinsam mit serbischen den jlalimegdan, jene der Hauptstadt vorgelegene werthin sichtbare Zitadelle, und mittlere und schwere Kaliber harrten auf den überragenden Höben des Topcider und Bar novo ihrer Ziele. War die Wirkung von der Karas-Mündung her eine mehr moralische, so galt es hier im schweren Artillerieduell erst seine Ueberlegenhert zu beiveisen. Noch war es nicht geglückt, die zum Teil gut«ingedeckten schwer auffindbaren Geschütze zum Schweigen zu bringen, als bereits die Zeit für den Uebergang gekommen war. Die gegen Sicht schützende Nacht mutzte hier helfend beistehen. Als der Morgen graute, lagen vier österveichisch-ungarische Bataillone am Fuße der Belgrader Zitadelle. Notdürftig durch einen Bahndamm gedeckt, mutzten jene Tapferen in schwerem Kampfe 12 Stunden ausharren, bis die Nacht ersehnte Verstärkung brachte. Deutschs waren unterdessen in fortlaufendem Uebersetzen aus die vom Feind besetzte südwestlich Belgrad gelegene Große Zigeunerinsel gewesen. Hier lauerte im dichten Buschwerk ein gut bewaffneter, zäh sich verteidigender Gegner. Trotzdem viele Pontons von Schüssen durchbohrt kenter- ten oder auf Minen liefen, trotzdem die Strömung manches Fahrzeug mit sich riß, trotzdem durch Handgranaten und Maschinen- gewehrfeuer große Lücken in die Reihen gerissen wurden, die braven Mannschaften ließen sich nicht aufhalten, sie drangen vor- wärtS und entrissen im Bajonettkampf dem Feinde Schritt für Schritt. Die Verbindung zum nördlichen Ufer war abgerissen, da sämtliche Uebersetzgelegenhetten zerstört, die sie bedienenden Pioniere außer Gefecht gesetzt waren. Sechs Kompagnien aber hielten gegen starke Ueberlegenheit im heldenhaften Kampfe eine notdürftig mit dem Spaten geschaffene uneinnehmbare Stellung. Der Abend brachte Verstärkungen, und bis zum frühen Morgen des 7. war das östliche Drittel der Großen Zigeunerinsel in deutschem Besitz. Unverzüglich wurde der Uebergang auf serbisches Festland jetzt fortgesetzt, das Säubern der Insel von dem noch haltenden Feind war nunmehr in zweite Linie gerückt, der Vormarsch zu den die Stadt beherrschenden Höhen war in den Vordergrund getreten. Aber auch dieser Weg mutzte den sich zäh verteidigenden Serben mit Blut entrissen werden. Auch hier waren es wieder die schweren Kaliber, die der Infanterie den Weg zum Siege ebneten. Ihre verheerende Wirkung war den Serben bis dahin nicht bekannt. Am Abend des 8. stand die Infanterie eines deutschen Armeekorps auf den Topcider-Höhen und besiegelte damit den Fall der Stadt Belgrad. Tort kämpften österreichisch- ungarische Truppen am Norbrand um die Zitadelle einen erbitterten Straßen» und Häuser- kämpf. Eine von Topcider aus zur Verbindung mit den Ver- bündeten entsandte deutsche Abteilung erreichte am frühen Morgen die Mitte der Stadl Ihr Führer war jener Hauptmann, der in den Augusttagen in Südpolcn als erster mit seiner Truppe eines der Weftwerke von Brest-Litowsk erstiegen hatte. Er erstürmte cnn 9. Oktober bei Tagesanbruch das serbische Kömgsschloß, das noch vom Feinde besetzt gehalten wurde, und hißte auf ihm die deutsche Flagge. Gleichzeitig hatten sich die Verbündeten den Zugang zum Kalimegdan erkämpft und die Zitadelle mit der österreichischen Kaiserstandarte gekrönt. Um dem Druck der Umfassung zu weichen, hatten die Serben Hals über Kopf ihre Hauptstadt geräuml Von Belgrad und der Gorica-Höhe schritt die Offensive lang- sam vorwärts. In der berechtigten Annahme, der Feind werde dorthin die Kräfte seiner Nordfront' zusammenziehen, konnte zur schwierigsten Arbeit, dem Uebergang gegenüber der Mvrava- Mündung, geschritten werden. In einem deckungslosen, beiderseits des Sttoincs von«üinpfcn durchsetzten Gelände, ohne ausreichende Artilleriestellungen, von serbischen Höhen überragt, mußte hier der Strom überwunden werden. Brandenburger und Bayern sollten an jener Stelle Schulter an Schulter den Feind deutsche Ausdauer und Kraft lehren. Die einsetzende Kvsscrva erhöhte die Schwierig- kcil Nach mehrtägigem Ringen mit menschlicher und elementarer- Kraft wurde auch hier die Arbeit vollbracht. Im Anschluß an die Truppen, die mittlerweile in mehr ober weniger leichten Kämpfen die Anatema-Höhe überschritten hatten, ging es in fortschreitendem Angriff nach Süden weiter, während sich Teile noch dem starr ver- teidigten Semendria und dem westlich gelegenen vom' Feinde be- setzten Höhengelände wendeten. Es kam jetzt darauf an, möglichst schnell die Verbindung mit dem linken Flügel der Armee Koeveß herzustellen, um den Donamveg von Belgrad her frei zu machen und der Armee Gallwitz das stromaufwärts bereitgehaltene Brückenmaterial zuführen zu können. Tatkräftig konnte hier die Donauflottille, die sich schon bei Belgrad Lorbeeren erworben hatte, die Kämpfe auf dem Lcmbe unterstützen. Am 18. Oktober räumte der Feind die hartnäckig verteidigten Höhen bei Grocka. Die Ver- bindung der beiden Arureeflügel war hergestellt, das Donauufer von Belgrad bis Bazias vom Feinde frei. Der Weg zur 11. Armee war ojsen. Nunmehr schien den Serben die Erkenntnis zu kommen, daß ein starkes Heer mehr von ihnen fordere, als sie geahnt hatten. AuS allen Teilen des Reiches wurde hevangeschoffl was irgendwie verfügbar war. Aber selbst bei den kurzen Entfernungen war es nicht möglich, mit den mangelhasten Beförderungsmitteln und den trostlosen Wegeverhälttiissen Truppen schnell zu verschieben. Immerhin wuchs die Aussicht, einen starken Feind vor die Klinge zu bekommen und damit, ihm einen entscheidenden Schlag zu ver- setzen. Von der Drina wurden Truppen herangezogen, die Macva wurde geräumt, der Negotincr Kreis nach Möglichkeit frei gemacht und von der bulgarischen Front rollten Divisionen auf der Bahn über Cuprji« in das Moravatal. Bon jener Front etwas Erhebliches wegzunehmen, dazu war es jetzt zu spät geworden. Am 14. Oktober hatte der Zar der Bulgaren dem König Peter den Krieg erklärt. Vergeblich wandten sich die serbischen Blicke nach dem ersehnten Vormarsch aus Saloniki, dem erhofften italienischen Durchmarsch durch Montenegro, dem versprochenen russischen Expeditionskorps. Der Serbe sollte aus sich selbst ange- wiesen bleiben. Selbst sein bester Bundesgenosse, der unaufhatt- sam mederströmende Regen, und das miserable Wegenetz seines Landes vermochten den Vormarsch seiner Feinde nicht auszuhalten. Im Timoktal gelang es allerdings starken serbischen Kräften, der bulgarischen Offensive zwischen Zarzecar und Knjazevac Ein- halt zu gebieten. Dafür rückte aber ein starkes bulgarisches Heer von Südosten unaufhaltsam vorwärts. In den Tagen vom 20. bis 22. wurden die Bahnen bei Valjevo und Veles. der Lebensnerv für die serbische Armee vom Meere her, in Besitz genommen, am 23. Oktober zog ein bulgarischer Königssohn in Uesküb ein. Währeich so die Heere der Verbündeten schon tief im Innern der serbischen Monarchie standen, bereitete sich an der rumänisch- österreichischen Grenze gegenüber dem Eisernen Tor die letzte Phase zur Herbeiführung des ersten großen Erfolges auf diesem Kriegsschauplatz vor. Dort erzwangen Truppen der Verbündeten den Uebergang gegenüber der noch vom Feinde besetzten Donau- strecke und säuberten den mit Minen und Ketten verlegten Donau- weg. Am 30. Oktober fuhr das erste MunitionSschisf nach Lom, der Weg zum Reiche des Halbmonds war erzwungen. Drei ver- bündete Mächte reichten sich auf serbischem Boden tue Hand. _(W. T. A.) Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 9. November.(W. T. B.) Heeresbericht vom 7. November. Unsere Truppen, welche die geschlagene serbische Armee zu verfolgen fortfuhren, sind am 7. November auf ihrer ganzen Front bis an die Morava gelangt und bereiten sich vor. auf ihr linkes Ufer überzusetzen. Besetzt wurden die Städte Aleksinac, Wlasottnce, Jltowac und in Mazedonien die Stadt Tetowo. Auf den anderen Fronten keine Aenderung.— Unsere Truppen wurden in Nisch von der Bevölkerung mit Blumen, Freudenrufen. Hurra und„Willkommen Befreier I" empfangen. Die Stadt war von den abziehenden serbischen Soldaten geplündert worden. Als Kriegsbeute wurden in Nisch und Umgebung bis jetzt gezählt: 42 Festungsgeschütze, Tausende von Gewehren und Kisten mit Munition, 700 Eisenbahnwaggons, die Mehrzahl beladen mit Lebensmitteln, viele Automobile, viel Sanitäts« Material u. a.. 12 Desinfektionsmaschinen, 500 Wasserpumpen, 500 neue Fahnen, Hunderttausende von Soldatenwäschestücken und Uniformen. Es sind noch viele Pulverdepots in der Stadt und Umgebung. Weiter ließen die Serben bei ihrem Rück- zuge noch zahlreiche Geschütze, Maschinengewehre und Gewehre zurück, die noch nicht gezählt sind. Bis jetzt wurden bei Nisch 5000 Gefangene gezählt._ Vom v-Sootkrieg. London, 8. November.adlos. Besldens-Theater s.,. Uhr- Die Prinzessin fom 1 Schiller-Theater O. s uhr; Sctiirin und Gertraude. Schlller-Th.Charlottenbg. 3 Uhr: Wilhelm Teil. 8 Uhr: Wallenstetns I.ager. Die Piccolomlnl. Thalia-Theater. 8 uhr; Drei Paar Schuhe. Deutsche» Opernhans Cbarlottbg. 7 Uhr: Erstauff.; TannhÄuser. (Woliram: Kammera. Plaschke.) Fiiedricb-Wlibelmstödt. Theater. s uhr; Der Troabadour. o.br. Herrnfeld. Tb..t.r & uhr: Rosenblatt's Geheimtip Kleines Theater. s ehr; Ein kostbares Leben. Komische Oper. s uhr; Jung muß man sein Deutsches Künstler-Theater, 8 uhr: Die selige Exzellenz. I-essing-Tbeater. s uhr; Komödie der Worte Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin g�ia). Theater am Noilendorfpl. 8'lt Uhr: Immer feste druff! Sonnt. 3'/, ü.: Graf von Luxemburg. Theater des Westens s uhr Polenblut. Trlanon-Theater. s-/.u.- Bodos Brautsehau National-Theater. Köpenicker Straüe 67/08. 8'uü.: s. M. der Dollar. Casino- Theater Lothringer Str. 87. Tögt. 8 Uhr: Untergrundbahnh. SchSnbauler Tor. Trotz des groben Erfolges: Nur noch kurze Zeit! Familie Schnase. Seit August auf dem Spielplan. SonnL 4 Uhr: Der liebe Fridolin. Pozzen-IIiealeT S'U(Polles Caprioa) 81/, freund Locwc Seine Onte mit Baskel and Berlsch. V oigt-Theater. Budttr 58. Badttr. 58. Mittwoch, den 10. November: Die Räuber. Schauspiel in 5 Allen von Friedrich v. Schiller. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Üi&ül Tlgl. 8 Uhr. Sonnt. 8'l, u 8 Uhr. Der neu erghnzte, hochoriginelle November-Spielplan. Die berühmte Künstlerfamilie Heui Adelmann neu! E. Steiner— W. Schaff— R Steidl— O. Reatter usw. Uirekiion Adolf Vege< 1 Telef.: Lüttow 7341| GroBei Erfolg! UESSEMS Klara 3erat Barra-Truppe Jülich mit seinen Rekruten! QussyHoll iScbneider-Ounckei Cläre Waldoff | und weitere sechs| Schlager! rTnelMeTrelseTÄnTSTJSTj 1 Billettvk. IM u tnva'idf ndank I November-Spielplan. Ernst Perzina, Dressurakt: Kanarienvögel, Sittiche, Zwergpapageien. Jullska Nemetn, Ungar.Sängorin u. Tänzerin Jan Paul..... Komiker Parsifal-Ouartett Der kleine Pich 7 Antonets, akrobatischer Akt Solbrlgs humorist. Pantomime Ernst Thorn. Zauberkünstler Gebrüder Wolf. Humoristen „Venus InT Grünen" Operette in l Akt v. 0. Straud. Mitwirk.: Else Berna, Ida Rustka. Gustav Matzner, Julius Spielmann. _ Kinematograph, Reichsbaiien-Tbeater. 8tettiner bänger. Zum Schluß: Ein Matrosen- bild von Meyset. Für Miliiärver- sonen vollkomm jrei er Zutritt zu d. stet!. Sängern. Anfang 8 Uhr. JL Bertiner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Täglich: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Fran/rSion! Anfang 8 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen Bfuchmlttags-Kongert bei vollem Orchester und freiem Eintritt ircusiBusd) Täglich B. Sonnt. 3'/, u. 8 Uhr: Der ? Vulkanmensch? and die übrigen Schlager des reichhalt. Progiamras. 10 Uhr: Michel von Paula Busch- ü. a.: „Gernianiat» Sie�4« tteerfindet 1 864» waren en grom Einzelverkauf wie alljährlich zu bflliottan Preis««. S. Schlesinger tUICD PBid und uiidit. Neue Königstr.2l kela Ladea. IL Btoek. Boantag geöffaet M—® Ubr. ü Bitte pena« a.FIrms Ol z« und Hausnanimtr«*acht«r| n 3n Stelen Slnnnen - Die-- wocheuichrist für Arbeiterfamlsieu wöchentlich t Heft für 10 Pf. Verantw. Rebakt.: Alfred Wielevv. Reukölln. Inseratenteil verantw. ltz. Gloite. Berttu. Druck n.«erlag: Lorwärts Buchor. u. LerlagSanitatt Paul Singer LrEo., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage b. UnterhaUungsbl, ür 311. 32. Mrm, Sellllge iicö.FljMliltg" Kerlimr Wlksdllltt.»**'*■ 10»-'Mb'- Heute Wtwoch, den 10. November: �abladend in GroB-Berlln. das tägliche örot. Höchstpreise für Fische. Infolge der fleischlosen Tage sind jetzt die Fische erheblich teurer geworden. Wie verlautet, steht jetzt auch die Festsetzung von Höchstpreisen für Fische und die Einführung von Fleischkarten bevor. Die offiziösen„Berliner Politischen Nachrichten" melden nämlich: Die Festsetzung von Höchstpreisen für Fische hat sich als unum- gänglich erwiesen, nachdem die stark vermehrte Nachfrage nach Fischen an den beiden ersten fleischlosen Tagen zu einer gänzlich ungerecht- fertigten, in vielen Fällen sogar geradezu wucherischen Verteuerung der Waren ausgebeutet worden ist. Wenn jetzt der Erlast einer Bundesrats- Verordnung über Höchstpreise für Fische als unmittelbar bevorstehend anzusehen ist, wird damit jenem gewissenlosen Treiben, daS das Publikum mit Recht empört hat, hoffentlich schnell ein Ende ge« macht werden. Ebenso wird man sich von der gleichfalls angekün« digten Einführung von Fleischkarten, die die Möglichkeit der Bor« Versorgung beseitigen sollen, jene vorbeugende und verhütende Wirkung versprechen dürfen. Tas Mistverständnis. In der konservativen„Kreuz-Zeitung" sucht Oekonomie- rat H ö s ch die herrschende Verstimmung über die Teuerung auf das berühmte„Mißverständnis" zurückzuführen: „Es ist das Mist verstehen zwischen den einzelnen Gruppen der schaffenden Stände, was uns für die weitere Zukunft Sorge macht und das nicht als eine unabänderliche Begleit- erscheinung unserer wirtschafilichen Entwicklung hingenommen werden darf. Um so schwerwiegender ist die Sorge, als die dunkelste Slbatlenseite derselben in der Tatsache zu erkennen ist, dast in bedenklicher Weise die graste Masse der Verbraucher ein Verständnis für die Verhältnisse der hauptsächlichsten in- ländischen Nahrungsmittelerzeugung verloren hat." Natürlich leiden gerade die Verbraucher an diesem Miß- Verständnis; während die Frage, ob es nicht die Erzeuger und Händler vielfach an Verständnis und Empfinden für die Lage der breiten Schichten fehlen lassen, gar nicht erst auf- geworfen wird. Die Verbreitung der nötigen Kenntnisse soll die Regierung in die Hand nehmen(in der Tat wäre ja der neue von L ö b e l l geschaffene Apparat zur Beeinflussung der Presse sehr geeignet): „Nun ist auch derjenige Teil der Bevölkerung, welcher Land- Wirtschaft betreibt, bei steigender Berufsleistung, sowohl relativ wie absolut, immer mehr hinter unserer Gesamtbevölkerung zurückgeblieben, und er befindet sich vor allem hinsichtlich der Tagesliteratur unseren Groststädten gegenüber allzusehr im Nach- teil, als daß er selbst für eine genügende Aufklärung des ganzen Landes hätte Sorge tragen können. Somit fällt einer vor- sorgenden Regierung und allen denjenigen, welche sich öffentlicken Autgaben widmen, die Pflicht zu, das unlängst von einem Parlamentarier gesprochene Wort zur Ueberzeugung des ganzen Volkes werden zu lassen, dast nämlich die Landwirt« . sch a st sürderhinals Sache der gesamten Na« tion, nicht eines einzelnen Berufsstandes anzusehen und zu be- handeln sei." Mit dem letzten Satze wird man einverstanden sein können, wenn wirklich der Staat die Landwirtschaft als seine Sache ansieht und sie nicht völlig einem einzelnen Be- rufsstaiide, der dabei seinen eigenen Gewinninteressen nachgeht, überläßt._ Eine Tagung der badischen Konsumentenvertretungen. In Offenburg waren am Sonntag im Rathaussaale über 30 De- legierte aus dem badischen Lande versammelt, um auf eine Ein- ladung des Bezirksausschusses Karlsruhe(KriegsauSschust für Kon- sumenteninteressen) eine Aussprache zu pflegen. An die Kritik des Referenten über die bisherigen Mastuahmen der Regierung und Gemeinden sowie über weitere Praktiken schlost sich eine lebhafte Aussprache. Folgende Resolution wurde ange- nommen: „Die am 7. November in Offenburg versammelten Vertreter der im Kricgsausichust für Konsumenlenintercssen. BezirksauSschust Karls- ruhe, vereinigten Verbraucher des GrostherzogtumS Baden hoffen zu- versicktlich, dast die neuerdings erlassenen Verordnungen gegen den Lebensmiuelwucher und die Mastnadmen für eine angemessene Bcr- teilung der Vorräte von Ersolg begleitet sind. Die Versammlung richtet an den Reichskanzler und die Grost- herzoglich badlsche Regierung die dringende Bitte, zur Steuerung der alle Volkskreise schwer belastenden Teuerung der Lebensmittel und wichtigen Bedarfsartikel und zur Vermeidung weiterer wucherischer Ausbeulung des Volkes auch fernerhin die schärfsten Mahnahmen zu ergreifen, da nur durch rücksichtsloses Eingreifen der Regierung Besserung zu erwarten ist und ein„wirtschaftliches Durchhalten" er- möglicht wird." Von sozialdemokratischer Seite wurde angeregt, es nicht mit der Vorstellung bei der Regierung bewenden zu lassen, sondern an die jetzt in Berlin und Karlsruhe zusammentretenden Volksparlamente energische Eingaben zu richten. Der Vorsitzende sagte zu, dast auch dieser Wunsch erfüllt werden soll. Die Tagung war vorwiegend von Vertretern der Beamten- und Arbeiterorganisationen aller politischen Anschauungen besucht. Einen Hirtenbrief gegen die Preissteigerung haben die drei G e ii e r a l i u p e r i n l e n d e n l e n der Provinz Sachsen soeben an ihre Genieindeu gerichtet. Es heistt darin:„Wenn jetzt die Not des Volkes Erzeuger und Händler vcrsühren kann, ihre Vorräte zurück- zuhalten, die Preise für die Nahrungsmittel hinaufzutreiben, über- mästig hohe Gewinne einzustreichen, so zeugt ein solcher Wucher in dieser schweren Zeit von Gewissenlosiakeit und barter Selbstsucht, gegen welche das Volksbewustlsein mit Recht sich empört... Unser Volk weist seine Kriegslasten mit Geduld zu tragen. Den gegen- lvfirligcn Preissteigerungen aber liegt offenbar vielfach die Absicht zugrunde, plan mästig die Notlage des Volkes zu eigener Bereicherung auszubeuten. Gewinne solcher Art erwecken nicht nur tiefe Bitterkeit, sondern bringen auch dem Erwerber erfahrungsgemäst keinen Segen. In der heiligen Schriit allen und neue» Testamenls wird deshalb aus das eindringlichste vor der Aussaugung der Armut gewarnt und der Wucher als schweres Verbrechen gegen die göttliche und menschliche Ordnung ge- brandmarkt... Jeden, der es mit unserem Volke treu meint, mutz es auf das tiefste betrüben, dast in Tagen, wo wir so Grestes von Gott er- fahren und noch vor so ungeheure Aufgaben gestellt sind, eine so niedrige Gesinnung, um des schnöden Mammons willen, auftauchen kann. Die Bestrafung der Schuldigen und die Besserung des UebelS durch gesetzliche und polizeiliche Mastnahmen ist nicht unsere Sache. Aber wir ermahnen und bitten alle wahren Vater- landsireunde in Stadt und Land, an ihrem Teile mitzuhelfen, dast dem Unwesen gesteuert werde, ehe durch die bereits vorhandene Er- biltcrung ein neuer Rist im Volte sich auftut~ schlimmer als er vor dem Kriege gewesen ist... Auch eine Pfarrerkonferenz in Bielefeld bezeichnet die un- gerechtfertigte Verteuerung der Lebensmittel als„das Ernsteste, das im moralischen und vaterländischen Sinne Bedenklichste, was wir seit Ausbruch des Krieges erlebt haben". Norwegischer Ausfuhrzoll für Heringe. Nach einer Meldung des Ritzauschen Bureaus ist durch einen königlichen Erlast die Ausfuhr von gesalzenen Heringen. also nicht nur von Fettheringen, bis auf weiteres aus Norwegen verboten worden. Die Ausfuhr kann jedoch gestattet werden, wenn der Ausführende beim Zollamt eine Abgabe entrichtet, die vier Kronen für die Tonne bei einem Gewicht bis zu hundert Tonnen netto beträgt. Der Landwirtschaftsministsr wurde ermächtigt, diese Beträge dafür zu verwenden, dast die Bevölkerung Heringe zu einem annehmbaren Preise erhält, und zu diesem Zwecke verschiedene Verkaufsstellen einzurichten. /lue öer Partei. Genosse Davidsohn verwundet. Unser Genosse ReichZtagsabgeordneter Georg Davidsohn ist bereits zum zweitenmal verwundet, diesmal bei den Kämpfen in Serbien. Er befindet sich jetzt in einem Lazarett in Dutschina (Serbien). Der Schutz ging durch den Mund und verletzte Lippe, Zunge und Gaumen. Die Zähne, von denen mehrere zerstört wurden, hemmten die Gewalt der Kugel, sodast der Verwundete die Kugel gleich ausspeien konnte. Der erste sozialdemokratische Gemeindevorsteher in West- Preußen. In Parparen, einem Korbmacherdorfe von etwa 100 Einwohnern im Wahlkreise Stuhm-Marienwerder, wurde im August dieses Jahres ein langjähriger Parteigenosse, der bereits mehrere Jahre als sozialdemokratischer Gemeiudevertreter amtiert hat, zum Gemeindevorsteher gewählt. Vor kurzem traf die Bestätigung der Regierung ein._ Die schwedische Sozialdemokratie und der Krieg. Der Ausschlust von Professor Gustav Steffen, Angv» Larsson und Otto Järte aus der schwedischen Sozialdemokratie erregt nicht nur in Schweden, sondern auch in deutschen Parteikreisen viel Aufsehen. Die Angelegenheit interessiert in Deutschland ja des» halb, weil das Verfahren gegen die drei Genannten mit dem Krieg und Schwedens Stellung zur europäischen Verwicklung im engsten Zusammenhang steht. Von der schwedischen konservativen Presse und auch von be- stimmter Seite in Deutschland wird nun dem schwedischen Partei- vorstand, der mit 18 gegen S Stimmen(zu den S gehörte die des in der entscheidenden Sitzung abwesenden Genoffen Hermann Lindquist) den Ausschlust resp. die Suspendierung bis zum nächsten allgemeinen Parteitag beschlossen hat, zweierlei zum Vorwuf ge- macht: 1. er habe sich zu seiner Matzregel durch die Deutsch- freundlichkeit der drei Genossen bestimmen lassen, und zweitens die zur Begründung des, Urtmls angeAhrteolTMachew-Sgen in Wirklichkeit gar nichb vvx." v-,..'l V t..?; vic,------; Demgegenüber' muh folgendes festgestellt wevdenü An Steffen, Larsson und Järte wurde von feiten der Parteiinstanzen zweimal die Frage gerichtet, ob das Gerücht, sie seien an einem anonym er- schienenen Buche, das Schweden zum Eintritt in den Weltkrieg an der Seite Deutschlands auffordert, als Mitverfasser beteiligt, auf Wahrheit beruhe. Die Befragten lehnten die Antwort ab, gaben aber deutlich zu verstehen, daß sie die in der besprochenen Ährist niedergelegten Ansichten im wesentlichen teilten. Di« auswärtige Politik steht über dem Parteiprogramm. Es scheint nun so, als ob Professor Steffen jedenfalls nicht zu den Autoren des Buches ge- hört, dafür aber hat er in anderen von ihm mit seinem Namen ae- zeichneten Werken dem Aktivismus und dem Imperialismus die denkbar weitgehendsten Zugeständnisse gemacht, und von den beiden anderen steht, ganz von der Frage ihrer Mitwirkung bei der er- tvahntsn Schrift abgesehen, nicht minder fest, dast sie Wenfalls Auf. faffungen vertreten, die mit den Beschlüssen der Internationale und der von der großen Masse der schwedischen Arbeiterschaft be- folgten Friedenspolitit nicht in Einklang zu bringen sind. Ihre Freundschaft für Deutschland ist für die Beurteilung deS Falles an sich vollkommen belanglos. Sie erhält ihre Bedeutung nur durch die praktische Forderung, an Deutschlands Seite den Krieg zu wagen. Eine auf die Erhaltung des Friedens bedachte Partei hat nicht danach zu fragen, ob dte aktivistische Propaganda. die sie bekämpft, das Schwert für die«ine oder für die andere Seite gezogen wissen will. Die, denen der Ausschluß trotzdem als eine Härte erscheint, sollten sich die Umstände vergcgeruvärtigen, unter denen die schwe- dische Sozialdemkratie gegenwärtig zu arbeiten hat. Die konser- vativen Elemente des Landes führen einen zum Teil recht leb- haften Feldzug zugunsten der Teilnahme am Krieg. Stellt sich die Partei nun einmal auf den Standpunkt, daß der Krieg unbedingt vermieden werden müsse, so ist es ihre Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß die Gegner sie nicht mit Argumenten von Leuten be- kämpfen können, die ein Recht haben, sich Sozialdemokraten zu nennen. Wenn die deutsche Partei Gerhard Hildebrand mitten im Frieden ausschloß, so kann man den schwedischen Genossen keinen Vorwurf daraus machen, daß sie in einer so kritischen Zeit wie der gegenwärtigen zwischen sich und den Aktivisten eine deutliche Trennungslinie zieht. Die Meinungsverschiedenheit innerhalb einer Partei hat oben dort ihre Grenzen, wo die Voraussetzungen ihrer Existenz in Frage kommen. Mus Industrie und Handel. Englische Kohle für Schweden. „Berlingske Tidende" meidet aus Stockholm: Die sckiwedisckie Regierung hat ein besonderes Kohlenbureau eingerichtet, das dem von der englischen Regierung errichteten Londoner Bureau für die Kohlenaustuhr nach Schweden entspricht. Dos schwedische Bureau kauft den gesamten schwedischen Bedgrf an Kohle ein, sorgt für die Verfrachtung und verkauft die Kohlen an die Lebensmittelkommission, die sie weiter verteilt. Die Errichtung des Bureaus war eine Bedingung für die genügende Versorgung Schwedens mit Kohle. Kriegsgewinne. Die Zuckerfabrik Bedburg A.-G. schloß im vergangenen Jahre mit einem Verlust von 84 600 M. ab. In diesem Geschäfts- jähr erzielte sie einen Reingewinn von 84 146 M., trotzdem die Ab- schreibungen mehr als verdoppelt wurden. Aus dem Ueberschust wird ein Kapitalgewinnanteil von 5 Proz. gezahlt. Der Reinerlös für Rohzucker stieg von g,3ö auf 16, 58 M., der für Melasse von 2,80 M. auf 3.50 M. Die Zuckerhandelsunion A.-G. in Hamburg erzielte einen Ueberschust von 1,14 Millionen Mark gegen 16 610 M. im Vorjahre. Die Dividende beträgt 25- Proz.(gegen 0 Proz. im Vor- jähre). Die Auweiler Email- und Metallwerk« vorm Fr. Ullrich Söhne steigerten trotz erböhter Abschreibungen ihren Rein- gewinn von 0,32 aus 0.43 Mill. Mark. Nach verstärkten Rücklagen verbleibt eine Dividende von 10 Proz.(gegen 8 Proz. i. V.j. Die Maschinenfabrik Hasenclever A.-G. zu Düsse!- dorf erhöht ihre Dividende von 15 auf 25 Proz. Der FabrikalionS« Überschuß stieg von 1,26 auf 1.40 Mill. Mark. Nach erhöhten Ab- schreibungen verbleibt ein Reingewinn von 643 820 M.(gegen 479 000 M. i. V.), wovon 350 000 M. als Dividende verteilt werden. Die Stärke- Zuckerfabrik A.-G. vorm. C. H. Koehl- mann u. Ko. in Frankfurt a. O. zahlt wie im Vorjahre 20 Proz. Dividende und stellt außerdem eine halbe Million Mark als Spezial- reserve zurück._ Soziales. Wirkung der Verteuerung der Lebensmittel. Wie die Verteuerung der Lebensmittel auf die Erhöhung des Preises der großen Güter wirkt, zeigt eine Mitteilung der „Frankfurter Zeitung" über die Pachtsteigerungen mecklen- burgischer Güter. Die„Frankfurter Zeitung" ,chreibt: Sehr interessante Angaben erfährt man aus Mecklenburg über die Summen, die jetzt, mitten im Kriege, bei Neuverpach- t u n g e n von Gütern und Höfen an Pacht anstandslos mehr gezahlt werden. Hier einige Beispiele: Hof Malow: bisherige Pachtsumme 9000 M.. künftige 11 500 M.. also mehr pro Jahr 2500 M.; Gut Penkow: bisherige Pachtsumme 17 250 M.. künftige 22 500 M.. also mehr pro Jahr 5250 M.; Hof Scharpow: bis- hertge Pachtsumme 18 000 M., künftige 27 000 M.. also mehr 0000 Mark; Kammerpachthof Ganzotv: bisherige Pachtsumme 22 800 M., künftige 28 500 M.. also mehr pro Jahr 5700 M. Die erzielten Pachtsummen würden noch ganz andere sein, wenn di� meisten Neuverpachtungen nicht unter der Hand geschehen würden, so daß eine Preistreiberei also nicht stattfindet. Auch die obigen Ver- Pachtungen haben unter der Hand stattgefunden, und besonders bemerkenswert ist, daß in allen Fällen die Pächter, die feit langen Jahren auf den Höfen sitzen, dieselben geblieben sind, sie also die Ertragsfähig keil ihrer Pachtungen sehr wohl einzuschätzen wissen. Kriegsschein mit einem Kennzeichen. Ein Schlosser, der bei der Firma Ludwig Löwe beschäftigt war, erhielt bei seiner Entlassung einen KriegSfchein, welcher die Bemerkung enthält der betreffende Schlosser dürfe nach ärztlichem Attest nur mit leichten Arbeiten in geräuschlosen Betrieben be- schäftigt werden. Richtig ist, dast ein ärztliches Attest vorliegt, welches besagt, der Schlosser, welcher nervenleidend sei, dürfe nur leichte Arbeiten verrichten. Von geräuschlosen Betrieben steht nichts in dem Attest. Nachdem der Schlosser bei L u d w i g Löwe auf- gehört hatte, war er 12 Wochen bei der Firma David Grove beschäftigt. Diese Firma kommt für das Kriegsscheinabkommen nicht in Frage, der Schlosser brauchte deshalb den Kriegsschein von Ludwig.. Löwe. bei Grove uicht. vorzuzeigen. Als- seine Arbeit hier zü Ende war..bewarb' er sich bei der T.e u i s ch e n'.W.a.f f e n- und Nun Vt-i on.s fa b r ik. Der Entlassungsschein von Grave, den er hier vorwies, genügte der Firma nicht, sie verlangte noch einen Ausweis über seine frühere Beschäftigung. Deshalb übergab der Ählosser den noch in seinen Händen befindlichen Kriegsschein von Ludwig Löwe. Weil dieser Schein die Bemerkung enthalt, dast der Schlosser nur leichte Arbeiten in geräuschlosen Betrieben verrichten dürfe, wurde er nicht eingestellt. Denn geräuschlose Ar- beiten gibt eS in der Deutschen Waffen» und Munitionsfabrik nicht. Auf leichte Arbeiten würde sie aber den Schlosser«ingestellt haben. Er ist also durch die auf geräuschlose Arbeit bezügliche Bemerkung im Kriegsschein geschädigt worden und verlangte deshalb durch eine Klage beim Gewerbegericht Schadenersatz von der Firma Ludwig Löwe. Das Gericht(Kammer 5) entschied, dast eS unzulässig sei, eine Bemerkung der bezeichneten Art in den Kriegsschein auf- zunehmen. Aber es fehle der Nachweis des u r i ä ch l i ch e n Zusammenhanges zwischen dieser Bemerkung und der Nicht- einstellung des Klägers, denn es sei zweifelhaft, ob der Kläger über- Haupt nötig hatte, nachdem er 12 Wochen in einem nicht zum Kriegsscheinabkommen gehövenden Betriebe beschäftigt war, von dem gekennzeichneten Kriegsschein Gebrauch zu machen. Das Ge- richt beschlost, Auskunft von der Feldzeug meisteret darüber einzuholen, ob im vorliegenden Falle die Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik den Kläger nicht ohne Kriegsschein hätte einstellen können. Hierauf verglichen sich die Parteien dahin, dast die Be- klagte dem Kläger, der 25 M. gefordert hatte, 10 Ä. zahlt. Granatendrchen ist keine Lehrlingsausbildung. Ein Dreherlehrling, der bei der Firma Gebr. Tellfchow feit Oktober vorigen Jahres auSfchliestlich Granaten geschruppt und ge- schlichtet hat, klagte beim Gewerbcgericht auf Lösung des Lehrvertrages wegen mangelhafter Ausbildung.— Die Kammer 5 gab durch Urteil diesem Antrage statt, mit der Begründung, bei der angeführten Arbeit könne der Kläger nicht ordnungsmätzig als Dreher ausgebildet werden. Die Ar- beiten an Granaten würden auch von AvbeitSburfchen geleistet. Die Gelegenheit, Dreherlehrliuge ordentlich auszubilden, sei jetzt überhaupt schwach, der Kläger werde wohl auch solche Gelegenheit nicht finden, aber er sei im Recht und könne nicht abgewiesen werden. Kriegsbekanntmachungen. Freigabe von beschlagnahmten Decken. Amtlich. Berlin, 8. November.(W.T.B.) Im„Reichs- anzeiger" wird eine Freigabebewilligung zu der Bekanntmachung IV. il. 231/9. 15. K R A betreffend Beschlagnahme von Schlafdecken. Haardecken und Pferdedecken(WoilachS) veröffentlicht. Danach find alle Decken und Dcckenstoffe, die mindestens zu 25 Prozent auS Kamel- haar bestehen, freigegeben, gleichgültig, in welchen Mengen sie vor- handen sind, jedoch nicht sogenannte.Kamelhaarimitate". Ferner, sind freigegeben die Vorräte eines und desselben Eigentümers, die unter Berücksichtigung der am Tage der Beschlagnahme(1. Oktober 1915) vorhanden gewesenen, zuzüglich der nachher fertiggestellten Decken geringer sind als(Mindestvorräte) a) bei Decken: 50 Stück von einer einzigen Qualität, gleichgültig, wie grost die Gesamtbestände sind. d) bei Deckenstoffen: 100 Meter Deckenstoff einer einzigen Qualität, gleichgültig, welche Breite die Stücke haben. Unterschiede in Farbe, Größe und Gewicht begründen für sich allein keine Verschiedenbeit der Qualität. Jede Teilung der Bor- rate, durch die sie der Beschlagnahme entzogen werden, ist verboten und strafbar. Exmission gegen Kriegsteilnehmer. Am 23. August erklärte der Staatssekretär des Reichs- justizamts im Reichstag, daß eine Räumungsklage gegen einen Kriegsteilnehmer oder dessen Familie während des Krieges ausgesetzt werden mutz, datz eine Exmission unzulässig ist. Wiederholt haben wir dargelegt, auf Grund der verfehlten, mehrfach von uns angegriffenen Bundesratsverordnung vom 1-L Januar 1915 stehe es in der Praxis leider anders. Wir führen wieder aus verschiedenen Teilen Deutschlands derartige Fälle an, damit der Reichstag endlich bei seinem Zusammen- tritt die Aufhebung oder Aenderung der Bundesratsverordnung vom 14. Januar 1915 verlange und das zum Schutz der Kriegsteilnehmer erlassene Gesetz vom 4. August 1914, daS die Aussetzung auf Räumungs- und Mietzinsklagen gegen Kriegsteilnehmer vorschreibt, endlich wieder zur Geltung komme. 1. Im.Vorwärts� vom 10. September hatten wir die Ver- urteilung eines im Felde stehenden Landsturmmannes und seiner Frau durch das Amtsgericht in M e m e l mitgeteill. Die Frau erbat dann das Armenrecht für ihren Mann. Das Landgericht und das Oberlandesgericht lehnten die Erteilung desselben ab, weil die Nechtsverfolgung aussichtslos sei. Das Amts-, Land- und Ober- landesgericht stehen also entgegen der Begründung der Verordnung vom Januar 1915 aus dem Standpunkt: die Nichtzahlung von Miele ist eine Unbilligkeit, gegen die die weit größere Unbilligkeit nicht in Betracht kommt, datz der im Felde stehende unbemittelte Landsturm- mann durch Ausübung seiner Wehrpflicht an der Möglichkeit, Miete zu zahlen, verhindert ist. 2. Der Hausbesitzer Schnitthemmer in Elberfeld klagte gegen die Kriegerfrau Bartolomai, deren Mann seit Beginn des Krieges im Felde steht, auf Räumung. Die Frau, die kränklich und nichts mitverdienen kann, bezahlte von der Kriegs- unterstütznng an Miete soviel, wie sie dafür aufbringen konnte. Mietunterstützung wurde von der Gemeinde nicht gewährt, weil der Hausbesitzer nichts nachlassen wollte. Deshalb mutzte die Frau im Mietrückstand bleiben. Die Angelegenheit kam vor das Mieteinigungs- amt. Dort kam ein Vergleich dahin zustande, datz die Frau von dem rückständigen Mielbetrag, sobald sie Arbeit bekomme, jede Wöche 7 M. abzutragen hätte. Die Frau mit 2 Kindern bezog anfänglich 52 M. Unterstützung, dann nur 42 M.. da ein ll�jähriger Sohn als Lausbursche inzwischen etwas Arbeit gefunden hatte und dafür keine Unterstützung mehr gewährt wird. Trotz ihrer Kränklichkeit war die Frau bestrebt, ihren Verpflichtungen nachzukommen und lernte noch daS Nähen von Drillichjacken. Als sie ausgelernt hatte, hörte diese Arbeit auf, so datz auch dieser Verdienst abgeschnitten war. Anderer Verdienst war trotz aller Bemühungen nicht möglich. Sie konnte also den Verpflichtungen nicht nachkommen, während die Mietschuld sich vergrötzerte. Sie war auf 55 M. ausgelaufen. Hätte die Frau Mietunterstützung bekommen, hätte sie keine Miet- schulden. Die Frau wurde zur Exmission verurteilt. Der Gerichtsvoll- zieher lehnte die Durchführung der Exmission ab. Das Voll- streckungSgericht wies den Gerichtsvollzieher aber an, die Exmission.nicht au s� dem Grunde abzulehnen, weil der Mann der SchuldnerinKriegs- teilnehmer ist.' g. Der Kaufmann Erich Buch in Karlshorst, Rheinstein- stratze 12 wohnhaft, befindet sich seit 13. April d. I. als Landsturm- mann beim Heer, zurzeit beim Ostheer in Rutzland. Die Familie besteht aus Frau und zwei Kindern im Alter von sechs und sieben Jahren. Vermögen und Einkommen ist nicht vorhanden. Die Familie bekommt vom Reich und Kreis insgesamt 48 M. Unterstützung pro Monat. Die Miete beträgt 46,67 M. pro Monat. Da die Familie sonst mittellos ist. hatte der Kriegsausschutz 30 M. Mietebeihilfe angeboten. Der Hauswirt Emil Schneider in Berlin- Steglitz, Lichterfelder Str. 39 Uetz durch seinen Verwalter sagen, datz er auf die Zahlung der vollen Miete bestände. Als Zahlung natürlich mcht erfolgen konnte, wurde die Räumungsklage beim Amtsgericht Berlin-Lichtenberg eingereicht. Durch Beschluß dess elben Amtsgerichts wurde die Ehefrau als Vertreter ihres im Felde stehenden Ehemanns bestellt. Die Ehefrau lehnte es ab, ihrem Mann zur Verurteilung zu verhelfen und wies auch dem Gericht nach, datz die Voraussetzung für die Bestellung eines Vertreters gemäh der Bundesratsverordnung vom 14. Januar 1915— erheb- liche Schädigung des Gläubigers— nicht vorliege. In dem münd- lichen Termin am 8. September 1915 beantragte die Ehefrau Ab- Weisung der Klage. Gegen den im Feld befindlichen Ehemann wurde trotz Einspruchs des Gegners ein neuer Termin für den 3. O t o b e r d. I. anberaumt. Die Ehefrau überhörte hierbei, datz sie für ihre Person zur Zahlung von 186,68 Mark und zur Räumung durch den amtierenden Richter Herrn Amtsgerichtsrat Sterling, verurteilt wurde. Inzwischen hatte sich auch ein Mieter gefunden, der, obwohl von dem ganzen Sachverhalt in- formiert, dennoch die Wohnung zum 1. Oktober d. I. mietete. Der Hauswirt reichte durch seinen Anwalt einen dringlichen Antrag ein, den am 3. Oktober angesetzten Termin vor dem 1. Oktober d. I. stattfinden zu lassen. Begründet wurde der Antrag damit, datz der neue Mieter Bereitstellung der Wohnung zum 1. Oktober d. I. fordere, andernfalls mit Schadenersatzklage drohe. Es wurde zugleich auch ein Vertreter für den Kriegsteilnehmer in Person eines Rentiers Gustav Hertel auS Berlin-Steglitz, Potsdamer Str. 4 seitens des Hauswirtes vorgeschlagen. Dem- entsprechend wurde vom Gericht beschlossen. Der zum 3. Oktober angesetzte Termin wurde aufgehoben und auf den 29. September verlegt. Hier erkannte der Vertreter des Kriegs- teilnehmers ohne Einvernehmen mit dem Kriegs- teilnehmer die Forderungan. Es erfolgte Verurteilung auch des Kriegsteilnehmers zur Zahlung und Räumung zum 1. Oktober 1915. Die Ehefrau sowie deren Mann hatten von diesen Vorgängen keine Ahnung, bis am 30. September nachmittags der Gerichtsvollzieher das Urteil vom 8. September übergab, das Urteil vom 29. September gegen den Mann vorla» und mit Hilfe der mitgebrachten Arbeiter"die Wohnung räumte bis aus einen Raum, die Schlafstube. 4. Der Landwebrmann StiblewSki in Berlin steht seit dem August 1914 im Felde, wurde bei Dixmutden verwundet und rückte nach seiner Wiederherstellung wieder in« Feld. Er hat an zahlreichen Schlachten, bald im Osten bald im Westen, teilgenommen. Ueber d,e gegen ihn und seine Frau vom Hauseigentümer Siegemund, Ebelingftr. 15. eingereichte Exmissionsklage be- richteten wir seinerzeit. Die Klage gegen die Frau wurde abge« wiesen, weil sie den Vertrag nicht unterschrieben hatte. Sie lehnte ab, ihren Mann zwecks Durchsetzung der Exmissionsklage gegen ihn zu vertreten. Darauf wurde ihrem Mann ein Rechtsanwalt N e i tz k e zum.Vertreter' bestellt. Der Landwebrmann teilte seiner Frau jetzt entrüstet mit, der Anwalt habe ihm geschrieben, er habe .Versäumnisurteil gegen ihn ergehen lasien, weil der Landwehrmann seinem Vertreter wider Willen keine Information erteilt habe! Die Frau hat um sofortige Einlegung des Einspruchs im Namen ihres Mannes den Anwalt ersucht. Merkwürdige Anschauung, einmal, datz der in Schlachten stehende, bald hier, bald dort kämpfende Krieger die Möglichkeit habe,.In- formationen zu erteilen' und ferner, datz der Vertreter eines Kriegers, dem bis heute die Klage nicht zugestellt. ist, dazu da sei. durch Nichterscheinen die Verurteilung seines Klienten wider Willen zu erzwingen! Als ob das Bestreiten der Klage- behauplungen, die Anführung, datz die Löhnung eines Landwehrmannes zur Mietszahlung nicht ausreicht und die Voraussetzung der LundesratSverordnung vom Januar 1915 nicht vorliege, zur Ab- Weisung der Klage nicht ausreichten. Hinzu tritt, datz aus den Akten ersichtlich ist, datz dem vermögenden Kläger seitens der Gemeinde monatlich 18 M. Mielszuichutz gewährt wird, er also kein Recht auf Klage oder gar auf Exmission hat. Die angeführten Fälle ließen sich erheblich vermehren. Die Regierung und alle Parteien haben erklärt, in solchen Fällen dürfe Räumungsklage nicht angestellt, Räumung nicht durchgeführt werden. Wann endlich wird der Reichstag es unmöglich machen, daß die Bundesratsverordnung vom Januar 1915 weiter zu Exmissionsklagen gegen bedürftige Krieger und Kriegerfamilien mißbraucht werde? Wann end- lich wird das Reich für unsere Krieger Mittel zur Bezahlung der Miete bereitstellen? Mus Groß-öerlin. Die treue fibonnentin. Mit ihren 73 Jahren kam sie neulich nach unserer Re- daktion heraufgehumpelt, um uns eine Beschwerde vorzu- tragen. Sie war eine alte„Vorwärts"-Leserin und treue Parteigenossin und war gegen das kleinste Unrecht sehr emp- findlich. Sie konnte es nicht verstehen, wie Frauen das Blatt abbestellen in dem Augenblick, wo der Mann ins Feld niuß, und noch weniger, daß Frauen eine andere Zeitung anschaffen der Annoncen wegen, wie das eine Anzahl tun. Ohne meinen „Vorwärts" kann ich nicht leben, versicherte uns die Greisin. Mehr wie ein Dutzend Jahre sind es Wohl her, daß wir sie kennen lernten. Damals betrieb sie noch in der Linden- halle einen Handel. Von ihrem Verdienst half sie manchem armen Teufel und manche Träne hat sie trocknen helfen. Auch der Partei gab sie, was sie konnte. Aber die alten Knochen wollten dann nicht mehr; sie mußte den Handel aufgeben. Der schwerste Gang, den sie je in ihrem Leben angetreten hatte, war der zum Armenvor- sicher. Lange hatte sie, die immer andere gegeben, sich ge- sträubt, vom Armenvorsteher Unterstützung zu erbitten. Aber es blieb ihr kein anderer Weg., Schließlich hat eine Frau, die sich so lange ehrlich und brav durchgeschlagen, auch ein Anrecht auf die Inanspruchnahme öffentlicher Mittel der Ge- meinde. Mit tränenfeuchten Augen erzählte uns die kreuz- brave Alte ihr Schicksal. Und doch, fügte sie hinzu, auch unter den jetzigen schwierigen und teueren Verhältnissen kann ich meinen„Vorwärts" nicht missen. Vor kurzem wurden die Freiexemplare aufgehoben, weil es nicht anders ging; auch ich hatte in letzter Zeit ein Freiexemplar erhalten, das ich nur notgedrungen annahm. Es fällt mir ja nicht leicht, von dem Wenigen noch die 25 Pf. die Woche zu bezahlen, aber ich sehe ein, was dem einen recht ist, ist dem andern billig. Gibt man dem einen ein Freiexemplar, kann man es hundert anderen nicht verweigern. Und so darbe ich mir lieber die 23 Pf. ab, lieber esse ich noch eine Stulle trocknen Brotes weniger, aber meinen„Vorwärts" muß ich haben. Mir ist nicht wohl, wenn ich des Morgens mein Blatt nicht habe. Sprach's, verabschiedete sich und humpelte von einem unserer Boten begleitet und unterstützt die vier Treppen hinab. Das ist Treue, goldene Treue I Und vorbildlich für viele, denen es noch besser geht als unserer 73 jährigen Abonnentin. Parteigenossen! Werbet unermüdlich für die politische und gewerkschaftliche Schulung der Arbeiter- schaft, haltet Treue Euren Organisationen! Die Stadtverorduetenwahle« lud gestern zu Ende gekommen. Wesentliche Personenänderungen treten nicht ein. An Stelle des verstorbenen Stadtverordneten Bankiers George tritt Bankier Wallach und für den verstorbenen Dr. Paul Herr Professor Dr. Ehlers. Die Beteiligung in der 2. und 1. Abteilung war eine kaum erwähnenswerte. Die österreichischen, ungarischen und bosnisch-hcrzegowinischcn Wehrpflichtigen interessiert folgende Veröffentlichung des L u. k. Generalkonsuls: 1. Alle in den Jahren 1873 bis 1877, ferner 1891, 1895 und 1896 geborenen österreichischen und ungarischen Staats- angehörigen bezw. bosnifch-hcrzegowinifchen Landesangehörigen, welche schon gemustert worden sind oder bereits gedient haben, werden in der Zeit vom 23. November bis 20. Dezember 1915 einer erneuerten militärischen Untersuchung unterzogen werden. Die Untersuchung findet in den Räumen der Landwehrinspektion, Berlin-Schöneberg, General-Papestratze in der Zeit von 9stz Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags statt. Zu erscheinen haben: An einem der borbezeichneten Tage haben ferner im Sinne der früheren Kundmachungen auch alle Landsturmpflichtigen zu erscheinen, die den Geburtsjahrgängen 1873 bis 1890 und 1892 bis 1894 an- gehören und seit dem 25. Mai(im Auslande seit dem 30. Juni) 1915 noch nicht nachgemustert sind, ferner die Landsturm- Pflichtigen des Geburtsjahrgangs 1897, die überhaupt noch nicht ge- mustert sind. 2. Dieser Aufruf gilt für alle diejenigen der vorgenannten Jahr- gänge, welche in Grotz- Berlin, Provinz Brandenburg, Provinz Sachsen oder im Herzogtum Braunschweig ihren ständigen Wohnsitz haben. Die Musterung eines Landsturmpflichlrgen darf nur an jenem Musterungsorte stattfinden, der für den ständigen Aufenthaltsort des be- treffenden Landsturmpflichtigen zuständig ist. Eine anderwärts vorgenommene Musterung ist ungültig, sofern der Befund auf„nicht geeignet' lauter. Eine persönliche Vorladung erfolgt nicht. »versammlungswescn während des Krieges. Die Monatsberichte des Statistischen Amtes der Stadt Berlin enthalten auch eine Nachweisung über öffentliche Ver- sammlungen, die während des Krieges stattgefunden haben. Es wurden öffentliche Versammlungen angezeigt iin September 1914— 25, während im September 1915 35 angezeigt wurden. Die größte Zahl enthält der Februar mit 65 öffenl- lichen Versammlungen, von denen 13 überwacht wurden. 63 Versammlungen weist der Monat März auf, davon wurden 3 überwacht. Eine Versammlung im Mai 19l5 ist polizeilich aufgelöst worden._ Die Bekanntmachungen des ÄRagistrats. Die amtlichen Veröffentlichungen des Magistrats erfolgten bisher an den Anschlagsäulen stels in roter Farbe. Nach einem Magistratsbeschlutz sind künftig alle amtlichen Veröffentlichungen der Reichshauplstadt nicht mehr in roter, sondern nur noch in w e i tz e r Farbe mit einem roten Rande und dem Kennzeichen des Wappens (Bären) zu erlasien._ Städtisches Fleisch nicht für Gast- und Schank- wirtschaften. Bezüglich des städtische» Fleischverkaufes ist zufolge öffentlicher Bekanntmachung die Anordnung ergangen, datz die aus den städtischen Verkaufsstellen entnommenen Fleischwaren in den Gast- und Speise- wirtschaften nicht zur Ausgabe an das Publikum gelangen dürfen. Aus mehrfacher Beobachtung ergibt sich, datz diese Anordnung von sesten einzelner Gastwirte keine Beachtung findet. Der Magistrat hat sich daher in der letzten Zeit veranlaßt gesehen, gegen Ueber- tretung dieser diesbezüglichen Anordnungen Sirafantrag bei der zu- ständigen Staatsanwaltschaft einzureichen. Bekanntlich werden die Zuwiderhandlungen gegen die für den städtischen Fleischverkauf er- gangenen Anordnungen mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Geldsttafe bis zu 1500 M. belegt. Liebesgaben zum Weihnachtsfeste. In allen Herzen regt sich beim Rahen des Weihnachtsfestes wohl der Wunsch, unseren im Felde befindlichen Kriegern zu zeigen, wie ihrer in der Heimat gedacht wird. Bei keinem Anlaß tritt der Wunsch, bestimmte Personen, be- stimmte Truppenteile, mit denen man durch heimatliche Bande und Beziehungen verknüpft fft. durch Liebesgaben zu erfreuen, so in den Vordergrund, wie zu Weihnachten. Diesem Wunsche Rechnung tragend hat die Heeresverwaltung verfügt, datz alle in einem Korpsbezirk gesammelten Liebesgaben auch den Truppenteilen und Formationen, die in diesem Korps« bezirk ihren Ersatztruppenteil haben, zugeführt werden sollen. Die Versorgung aller Verbände mit Weihnachtsgaben aus der Hestnat ist aber eine gewaltige Ausgabe und nur dann durchführbar, wenn alle Sonderbestrebungen unterbleiben, wenn alle sammelnden Vereine, Zeitungen uiw. die eingehenden Spenden den Stellen zuführen, die zu ihrer Verteilung berufen sind. Dabei sollen die von den Spendern geäußerten Wünsche nach Berück- sichtigung bestimmter Truppenteile und Formationen weitgehend beachtet und erfüllt werden. Besonders erwünscht sind Einzelpakete in ungefährem Umfang einer Zigarrenkiste. Der Wert derselben soll den auf den einzelnen Empfänger entfallenden Betrag von 5 M. nicht übersteigen. ES bleibt dem Spender unbenommen, die WeihnachtSpakete durch Aufkleben der Sdreffe der Geber kenntlich zu machen. Die Versorgung der in den Lazaretten des Kriegsschauplatzes befindlichen Verwundeten und Kranken mit Weihnachtsliebesgaben- Paketen hat daS Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz übernommen. Im übrigen wird auf die demnächst erscheinenden Aufforde- rungen der Wohltätigkeitsvereinigungen zun, Spenden von Liebes- gaben hingewiesen, deren Beachtung zum Gelingen des Ganzen er- forderlich ist und einem jeden deshalb dringend empfohlen wird. Aufgehobene Verfügungen. Das Polizeipräsidium teilt mit: Die Verfügung des Polizei- Präsidenten in Berlin vom 8. v. M.— A. 473. IX. D. 15—, durch welche den Kaufleuten Ernst Wiederhold, hier, Wilhelmstr. 120, und Karl Enke in Berlin-Wilmersdorf, Nestorstr. 13, auf Anordnung des Oberkommandos der Handel mit Heiz- und Leuchtstoffen sowie jegliche unmittelbare Beteiligung an einem solchen Handel unter- sagt wurde, ist auf Anordnung des Oberkommandos wieder auf- gehoben worden._ Straßenunfall. Am Ringbahnhof Tempelhof versuchte gestern mittag der 68 jährige Arbeiter Bernhard Jakob aus Tempelhof kurz vor einem in der Richtung nach Berlin fahrenden Straßenbahnwagen der Linie 96 da« Gleis zu überschreiten. Da der Führer trotz größter Bemühungen den Wagen auf so kurze Entfernung nicht mehr zum Stehen bringen konnte, wurde der alte Mann umgestoßen. Er erlitt bei dem Sturz auf das Stratzenpflaster einen Schädelbruch. Der Verunglückte wurde nach dem Kreiskrankenhause in Britz gebracht._ Kleine Rachrichteu. Weil ihm sein kleiner Leierkasten immer weniger einbrachte, hat sich der 37 Jahre alte verkrüppelte Wilhelm Lüdke auS der Kolberger Stratze das Leben genommen— Beim Rangieren ist wieder«in Mann tödlich verunglückt. Der Hilfs- rangierer August Unruh vom Stralauer Platz 23, ein junger Mann von 17 Jahren, war gestern auf dem Lehrter Hauptbahnbof tätig. Dort fiel er so unglücklich hin. datz er unter die Räder geriet, über- fahren und getötet wurde. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht.— Das Opfer eines Unfalles ist auch der 81 Jahre alte Hoipitalit Karl Dubil au» der Kaiser-Friedrich- stratze 71 zu Pankow geworden. Der Greis erlitt am Freitag voriger Woche auf dem Bahnhof Schönhauser Allee bei der Aus- fahrt eine« Zuge« einen Schwindelanfall, fiel auf das Gleis und geriet unter die Räder, die ihm einen Arm abguetfchten. Gestern starb er im Krankenhaus am Friedrichshain an den Folgen der Verletzungen.__ Mus öen Gemeinden. Resultat der Spandauer Stadtverordnetenwahle». Bei der Wahl am Sonntag erhielten Stimmen im 1. Wahl- bezirk Genoffe Borchardt 5, Stadv. Lierow(Sammelkandidat der Bürgerlichen) 100; im 5. Bezirk Genosse Götze 23. Genosse Borchardt 25, Stadtv. Huth 38. Tiefbaumeister Schulz(Sammel- kanidaten) 34; im 6. Bezirk Genoffe Borchardt 35. Vorarbeiter Soppe(Sammelkandidat) 34; im 7 Bezirk Genoffe Pieser 70, tadtv. Bartel(Sammelkandidat) 193; im 8. Bezirk Genosse Götze 70, Schlosser v. BresinSki(Sammelkandidat) 75, zersplittert 1. Es sind demnach gewählt Genosse Gustav Borchardt(z. Z. im Felde) und fünf bürgerliche Sammelkandidaten. Die Partei, die zwei Mandate zu verteidigen hatte(im 6. und 8. Bezirk), hat demnach da» Mandat im 8. Bezirk verloren, wo Genosse Götze mit nur wenigen Stimmen in der Minderheit blieb. Besonders Ijeife gekämpft wurde um den 7. Bezirk(sogenannten Beamtenbezirk). In diesem Bezirk hatte der bürgerliche Sammel- kandidat bis Mittag schon 95 Stimmen, ebensoviel wie bis zu dieser Zeit in allen übrigen Bezirken zusammen. Alle alten Pensionäre, Post« und Bahnbeamte, ebenso die Straßenbahner wurden zur Wahl kommandiert, nur die Staatswerkstättenarbeiter ließen dieses Mal keinen Druck auf sich ausüben lind blieben zum großen Teil der Wahl fern. Wenn auch das Wahlresultat hätte besser ausfallen können, so sind die Spandauer Parteigenossen doch zufrieden damit, aus eigener Kraft gegen alle bürgerlichen Parteien einen Kandi- baten durchgebracht zu haben. Lebeusmittelfrageu in Neukölln. Die Lebensmittelkommission beschäftigte sich unter anderem auch in der gestrigen Sitzung mit den Brot- und Gebäckpreisen. All- gemein wurde lebhaft bedauert, daß es Neukölln nicht möglich war. als Selbstwirtschastsverband aufzutreten, zumal es sich bereits mit ländlichen Kreisen über die Lieferung von Roggen und Weizen der- ständigt hatte. Der Regierungspräsident hat jedoch kurzerhand diesen Wunsch abgelehnt. Nach den Bekundungen des Dezernenten wäre die Stadt bei Selbstversorgung in der Lage gewesen, Roggen- mehl für 23,50 M. pro Sack herzustellen. Die Kriegsgeireideslelle verlange aber 33,50 M. pro Sack für das der Mehlverteilungsstelle Berlin gelieferte Roggenmehl. Besonders der hohe Gewinn der Kriegsgelreidegesellschafr erregte lebhaften Unwillen in der Kom- Mission. Bezüglich der Milchlieferung glaubt man mit den jetzt bestehenden Milchkarten,— die zur Entnahme von Milch, pro Liter 28 Pf., für kleinere Kinder und Kranke bei der Firma Schmidt berechtigen— auskommen zu können. Leb- hafte Klagen wurden erhoben über die nach den städtischen Verkaufsstellen gelieferten Kartoffeln und Eier. Es wurde versichert, daß jetzt wieder bessere Ware zur Verfügung stände.— Ein Antrag auf Herabsetzung der Portionenpreise in der Kriegsnotstandsküche auf 25 Pf. für Unterstützungsberechtigte wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Ein anderes Angebot auf Liefe- rung von Kunsthonig wurde angenommen und beschlossen, denselben zum Preise von 40 Pf. pro Pfund in den städtischen Verkaufsstellen in nächster Zeit zu verkaufen. Die von der Stadt vorläufig beschafften 350 Zentner dicken Speck sollen zum Preise von 2,20 M. pro Pfund zunächst nur an unterstützungsbedürftige Kriegerfrauen oder Arbeitslose abgegeben werden. Da andere Räume als die Freibank zur Ausgabe dieser Ware nicht zur Verfügung stehen, so soll die Ausgabe dort erfolgen. Eine Anregung, die Verkäufstage auf dem Markt Schillervromenade umzuändern, ist bereits dem BezirksauZschuß unterbreitet worden. Die Verkaufspreise für Kartoffeln in den städlistben Verkaufsstellen sind vom 10. November ab auf 35 Pf. für 10 Pfund herab- gesetzt worden. Auch werden jetzt Mengen zu 5 Pfund verkauft, der Preis hierfür beträgt 18 Pf. Der Preis für den Zentner Kartoffeln im Großverkauf auf den städtischen Eiswerken wird ebenfalls er- mäßigt und beträgt vom 10. November ab 3,25 M. je Zentner. Aus der Neuköllner Magistratssitzung. Der Magistrat erklärt sich mit der Errichtung einer Preis- prüsungsstelle für Groß-Berlin gemäß der Bundesratsverordnung einverstanden und wählte nachstehende Vertreter der Stadt- gemeinde Neukölln in die Groß-Berliner Fachausschüsse: In den Fachausschuß A: Stadlverordneten K l o t h, als Vertreter Stadt- verordneten Zoufall; in den Fachausschuß B: Stadtverordneten Sorge, als Vertreter Obermeister Starke; in den Fach- ausschuß C: Stadtverordneten T h u r o w, als Vertreter Mich- Händler Richard Schmidt; in den Fachausschuß V: Stadtverordneten Scholz, als Vertreter Stadtverordneten Weber. Neben der Preisprüfungsstelle Groß-Berlin wird für unsere Stadt eine besondere Preisprüsungsstelle gemäß der Bundesrats- Verordnung vom 25. September d. I. errichtet. Zum Vorsitzenden dieser Preisprüfungsstehe wird der Stadtrat M i e r und zu seinem Stellvertreter der Stadtbaurat W e i g a n d gewählt. Als Mitglieder � der Neuköllner Preisprüfungsstelle fungieren die Ntitglieder der "• Lebensmittelkommission. Der Magistrat erklärt sich damit einver- standen, daß für Zwecke eines neu zu errichtenden Abendheims städtische Räumlichkeiten unentgeltlich unter Ucbernahme der Kosten für Heizung und Beleuchtung auf die Stadtgemeinde zur Verfügung gestellt werden. Der Beschluß über die Gewährung von Metbeihilfen aus Ge- meindemilteln wird vom 1. Oktober 1915 ab auch auf die sogenannten HauSreinigungsfrauen ausgedehnt. Der gegebenenfalls zu schätzende Wert der für die Besorgung der Hausreinigung überwiesenen Woh- nung soll als Barverdienst bei der Berechnung des Gesamt- «inkommenS berücksichtigt und dann, wenn nach den beschlossenen Grundsätzen die Voraussetzungen für den Bezug der Mietbeihilfe gegeben sind, die Sonderbeihilfe an die Frauen direkt gezahlt werden. Der Hauseigentümer ist von der Bewilligung der Sonder- beihilfe zu benachrichttgen._ Stadtverordnetenvers ammlung in Schöneberg. Die Versammlung am Montag nahm zunächst Kenntnis von der Wahl der Beisitzer und Stellvertreter zu den am 15. d. Mts. stattfindenden Ergänzungswahlen zum Stadtparlament. Hierauf wurde der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion betreffend die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln verhandelt. Der Referent betonte, daß die Teuerung der Lebensmittel durch die Aufkäufe der Gemeinden mit herbeigeführt worden sei. Um derartiges zu der- meiden, müsse die Stadt der Preisprüfungsstelle Groß-Berlins bei« treten. Es müsse eine scharfe Prüfung durch ehrenamtliche bezw. besoldete Kräfte stattfinden, damit keine ungerechten Preise erhoben werden. Die Käufer dürfen nicht überteuert und in den Besitz un- brauchbarer Waren gelangen. Die Versammlung stimmte dann der von uns in der gestrigen Nummer erwähnten Ausgabe von Milchkarten zu. Die Liberale Fraktion brachte sodann noch einen An- trag ein, der den Magistrat ersucht, bei dem Reichskanzler auf Erlaß einer Verordnung hinzuwirken, wonach bei Grundstücksgeschäften die Regelung gekündtgter erster Hypotheken bis IVa Jahre nach Beendigung des Krieges zurückgestellt werden soll. Der Antrag wurde einem Ausschuß überwiesen. Dem Bulgarischen Roten Kreuz wurden 2000 M. überwiesen. Gerichtszeitung. „Dreiklang" als Liebesgabe. Die Kaffee-, Tee- und Kakaotabletten, die von der de- kannten chemischen Fabrik Dr. Schweitzer u. Co. in Packungen unter dem Namen„Dreiklang" als Liebesgaben auf den Markt gebracht hatten, beschäftigten am Dienstag noch einmal die 1. Strafkammer des Landgerichts II. Der Geichäflssührer jener Firma, Herr Dr. Seng er, war vom Sckiöffengericht wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel- gesetz zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil die Kaffeetabletten nicht reinen Kaffee darstellten, sondern nur 40 Proz. Kaffeegehalt aufwiesen und im übrigen mit Malzkaffee gemisckit waren und einen kleinen Zuiatz von Zuckersirupp enthielten. Nach dem Gutachten des Professors Dr. I u ck e n a ck hätte der Zusatz von Malzkaffee deklariert werden müssen; ohne eine solche Deklaration liege eine Nahrungsmittclfälschung vor, denn das Publikum glaube reinen Kaffee zu erhalten und erhalte ein Gemisch mit einem Kaffeesurrogat. Hiergegen hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Er wies darauf hin, daß seine Reisenden instruiert seien, auf die Bei- miichung von Malzkaffee aufmerksam zu machen. Auch beantragte er die Vernehmung anderer Sachverständiger. Das Gericht lehnte die vom Verteidiger beantragte Hinzuziehung anderer Sachver- ständiger ab. Wer solche Kaffcetabletten kaufe, wolle ein Natur- Produkt, gemahlenen Kaffee, erhalten, der nur aufgebrüht zu werden brauche. Da nach den Feststellungen des Nahrungsmittelamtes Zittau hier aber nur 50 Proz. Kaffeegehalt vorgelegen, so sei gegen das Nahrungsmittelgesetz verstoßen. Rit Rückficht auf die voll- kommene Unbescholtenheit des Angeklagten ermäßigte die Straf- kammer die Strafe auf 300 M. Geldstrafe eventl. 30 Tagen Gefängnis._ Was ist Lebcnsmittelwucher? Unter der Anklage des Lebensmiitelwuchers hatte sich der Kaufmann Josef Zobler vor der 3. Strafkammer des Landgerichts III zu verantworten. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, dadurch Kriegswucher in erheblichem Umfange getrieben zu haben, daß er Konservenbüchsen, die mit Sauer- kohl und Würstchen gefüllt waren, bei der Fabrikantenftrma für 83 Pf. eingekauft und an seine Abnehmer für 1,25 M. weiter abgesetzt halte. Der gerichtliche Sachverständige Prausnitz hielt diesen Zwischen- verdienst an sich für durchaus unangemessen und übermäßig, um so mehr, als die Würstchen und der Sauerkohl nur einen t a t s ä ch- lichen Wert von 20 Pfennigen repräsentierten.— Der Ver- teidiger Rechtsanwalt Dr. Julius Meyer l hielt nichtsdestoweniger eine Freisprechung für geboten, da nach dem Wortlaut der Bundesralsverordnung bei der Beurteilung der Straftat die ge- samten vorliegenden Verhältnisse zu berücksichtigen seien. Sticht der objektive Wert der verkauften Ware oder die erzielte Gewinndifferenz seien der Beurteilung zugrunde zu legen, sondern die gesamte Ge- fchästskalkulation. Vorliegend habe der Angeklagte auS dem Ge- schästsgewinne feine Frau und fünf Kinder kaum nähren können. Da auch der Sachverständige begutachtete, daß der kleine Betrieb mit großen Spesen gearbeitet hat und ein allzugroßer Endverdienst kaum übrig geblieben sein dürste, kam das Gericht zur Frei- s p r e ch u n g des Angeklagten. Parteigenossen! w Betamt-n. kreisen für Euer Blatt, den„ vorwärts" Mus aller Welt. Grubeukatastrophe auf Zeche„Deutscher Kaiser". Aus Hamborn wird gemeldet: Auf Zeche 3—7 der GeWerk- schaft„Deutscher Kaiser" ereignete sich Montagnachmittag gegen 5 Uhr eine lokale Schlagwetterexplosion in Flötz 12 auf der fünften Sohle, bei der neunzehn Berg- leute zu Tode gekommen sind. Zwei Bergleute wurden schwer und fünf leicht verletzt. Die Verunglückten und die Verletzten sind sämtlich geborgen. Jede weitere Ge- fahr ist beseittgt. Die übrigen Grubenbauten sind durch die Explosion nicht in Mitleidenschaft gezogen. Eisenbahnunglück. Am Montagnachmittag wurden im Tunnel zwischen Barmen-Loh und Barmen-Heuibruch sieben Arbeiter beim Ausweichen vor einem Güterzuge von einem anderen Güter- zuge überfahren. Ein Arbeiter wurde sofort getötet, zwei Arbeiter schwer und vier leicht verletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Explosion in einer französischen Munitionsfabrik. Der„TempS" meldet: Am Freitag hat in einer Munitionsfabrik in Saint-Catais (Departement Sarthe) eine Explosion stattgefunden. Ein Soldat und mehrere Arbeiter wurden verwundet. Mißglückter AttentatSverfuch. In B u k a r e st explodierte am Montag auf der Straße eine Höllenmaschine, die einem Dienstniann zur Beförderung an einen Seminarprofessor namens JcmeirleScir übergeben worden war. Der Dienstmann wurde schwer verletzt, ei» gerade vorübergehender junger Mann erlitt leichte Ver- letzungen. Man nimmt an, daß ein Rocheakt an dem Professor geplant war. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 375 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 2(f. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 206), 5(s. Res.-Jnf.-Rcgt. Nr. 61), 9, 11. 12, 18, 25, 35. 42, 43, 46, 48(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 90). 49, 51, 53(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 17), 55(f. Res.-Jnf.- Regt. Nr. 255), 56, 59, 62(f. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 265), 63 bis einschl. 70(letzteres s. auch Lantov.-Jnf.-Regt. Nr. 17), 83, 85, 86 (f. auch Jnf.-Regt. Nr. 63), 88, 90, 93, 95, 96, 97, 128(s. Landw.- Jnf.-Regt. Nr. 17 und Res.-Jnf.-Regt. Nr. 61), 132, 135(s. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 255). 138, 141(f. auch Res.-Jnf.- Regt. Nr. 255), 145, 147, 150, 151, 153, 154, 157, 158, 159, 162(f. auch Res.-Jnf.- Regt. Nr. 90), 163, 164, 165, 166, 168 bis einschl. 176. Rcserve-Jn- fanterie-Regimenter Nr. 5(f. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 61), 9, 11, 12, 13, 16(letztere beiden f. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 255), 18, 20, 48, 52, 59, 60. 61, 64 bis einschl. 68, 84, 86, 87. 88, 90, 92. 93, 130, 206, 208, 211, 213, 214, 216, 217(s. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 255), 218 bis einschl. 224, 230, 231, 254, 255, 256, 259, 260, 263, 267, 268. Landwehr- Jnfanterie-Regimenter Nr. 9, 10, 11, 17, 19(s. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 255), 23, 31, 37, 39(s. Ref.-Jnf..Regt. Nr. 231), 48, 66, 68. 83, 93. UeberplonmäßigeS Landwehr-Jnfanterie-Bataillon Nr. 5 des 4. Armeekorps(f. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 17). Landsturm-Jnfan- terie-Regiment Nr. 115. Feld-Maschinengewehr-Züge Nr. 163(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 83). 191(f. Jnf.-'Regt. Nr. 150). Kavallerie: Kürassiere Str. 1 und 7; Dragoner Nr. 1, 5, 18, 22, 24; Husaren Nr. 1 und 14; Reserve-Husaren Nr. 9; Ulanen Nr. 2, 3, 4, 8, 12; Jäger zu Pferde Nr. 6 und 9. 3. mobile Land- sturm-Eskadron des 4. Armeekorps(Torgau). Feldartillerie: 2., 3. und 5. Garde-Regiment; Regimenter Nr. 2, 6, 16, 18, 21, 33, 37, 52. 54, 53, 70, 83, 99, III, 112, 201; Reserve- Regimenter Nr. 15, 22, 43, 48, 51, 56, 67; Landwehr-Regiment Nr. 15. Fußarttllerie: Regimenter Nr. 13, 18; Reserve-Regimenter Nr. 4 und 20. Fußartillevie-Bataillon Nr. 22; Batterien Nr. 245, 293 und 404. Schwere lö-cm-Kanonen-Batterie Nr. 6. Pioniere: Regimenter Nr. 23, 30, 36; Bataillone: II. Nr. 2, II. Nr. 5, I. Nr. 6, I. Nr. 8, II. Nr. 17, II. Nr. 21, II. Nr. 27. III. Nr. 23; Neserve-Bataillon Rr. 39. Pionier-Kompagnien Nr. 99 und 112; Res erve-Kompagnien Nr. 52 und 88. 2. Landwehr-Pio- nier-Kompagnie des 15. Armeekorps. Feld-Scheinwerferzug Nr. 52. Verkehrstruppen: Feldfliegertruppe. Ewppen-Kraftwageupark Nr. 7. Train: Etappen-Fuhrparkkolonne Nr. 3 Posen. Artillerie-Munitionskolonne Nr. 1 des 4. Armeekorps. Reserbe-Smiitäts-Kompagnie Nr. 6. Ä- Die bayerische Verlustliste Nr. 232 meldet Verluste des Jnfauterie-Leib-Regiments; 1., 4., 5., 6., 10., 12., 13., 16., 17. Infanterie-Regiment.(Schluß folgt.) Parteiveranstaltungen. Zweiter Wahlkreis. IB. Abteilung(Fttedttchstadt). Zahlabend: tcute Mittwoch, den 10. November, bei Rathmann, Wilhelmstraße 118.— ahlnacht: Heute Mittwoch, bei Schirm, Charlottenstr. 6.— Z a h I- morgen: Donnerstag, den 11. November, bei Krüger, Jernsalcmer Straße 63.— Alle nicht im Felde befindlichen Genossen werden dringend um ihr Erscheinen ersucht. Der V o r st a n d. 5. Kreis. 2. Abteilung. Gemewschaftticher Zahlabend beim Ge- nassen Feist, Neue Königstt. 7. Vortrag. Ansang pünktlich 8'/, Uhr. Schöneberg. Bezirk 7. Der gemeinschaftliche Zahlabend findet bei Arndt, Bautzener Str. 10, statt. Die Genossinnen sind hierzu besonders eingeladen. Reinickendorf-West. Heute Mittwoch, de» 10. November, abends 8'/, Uh: G-meinschajtlicher Zahlabend in dcu Eichborn-Säleu, Eichborn- straßc 60. Weißensee. Die Zahlabende fallen heute aus. Statt besten findet Dienstag, den 16. November, abends 81/, Uhr eine Mitgliederversammlung in der Borussia-Brauerei, Berliner Alle« 211, statt. Treptow-Baumschulenweg. Heute abend: Gemeinsamer Zahl- abend für alle 13 Bezirke bei Friedrich Kubat, Am Treptow-Park 66. Odcrschöneweide. Heute abend 8 Uhr: Zahlabend in den ein- z einen Bezirken. Stralau. Heute abend 8'/, Uhr: Zahlabend bei Schulz, Markgrasen- dämm 6. Britt. Heute Mittwoch, den 10. November, findet ein gemeinsamer Zahlabend im Lokal von Westsahl, früher Domnick, Rudower Straße 63, statt. Mitgliedsbuch legitimiert. Lankwit». Heute Mittwoch, den 10. November, abends 81/, Uhr: Zahlabend bei Giegl-Dohn, Ecke Kaiser-Wilhelui- und Seydlitzilraße. Schmargendorf. Heute abend 8'/, Uhr-: Gemeinsamer Zahlabend im Restaurant Waldkater, Warnemünder Str. 14/15. Steglitz. Gemeinsamer Zahlabend bei Schcllhase, Ahornstr. 15a und bei Jacob, Stephanstr. 9. Adlershof. Der Zahlabend fällt beute aus. Zeuthen. Der Zahlabend Zeuthen-Miersdors findet heute abend 8'/. Uhr im Lokal deS Genossen Fritz Oldenburg statt. Kaulsdorf-Biesdorf. Der gemeinsame Zahlabend findet heute abend 9 Uhr in Biesdorf, Restaurant Schillcrsälc(E. Wille), König- straße 120, statt. Die Genossinnen und Genossen von Kaulsdors treffen sich um 8'/, Uhr auf dem Bahnhof, um gemeinsam nach Biesdors zu sahren, Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertrctuugcu. Reinickendorf. Donnerstag, abends 5 Uhr, im Nathause, Hauv!- straße 38 II(großer Sitzungssaal), Mnriendorf. Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, im Rathaus- Sttzungssaale, Kaiserstraße, Steglitz. Freitag, den 12. November, abends 6 Uhr, Diese Sitzungen sind össenllich. Jever GcmeindeaugchSrige ist be. icchtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Sriefkasten üer Reüakti'on. H. 1O0. Sie haben Anspruch aus Löhnung. Stellen Sie einen An- trag an das Ersatzbataillon deS Landwehr-Jnsanteric-RegimentS Nr. 4.— A. B. 35. Sie werden von den in der Notiz angegebenen Personen nicht betroffen.— W. H. 102. Sie werden keine Order mehr erhalten. — R. G. 25. Untorleibsbruch und Herzleiden; landswrmpflichiig.— — A. B. C. 18. Wenn keine Kinder vorhanden sind und kein Testament errichtet ist, erbt der Ehemann die Wirtschaftsgegenftändc im Voraus und die Halste des Nachlasses, die andere Hälfte erbt die Schwester. Der Ehe- mann wird zur Einreichung eines NachlaßverzeichnisteS vom Nachlaß- gcricht aufgefordert werden.— A. S. 1875. Ja,— A. U. 5. Sie haben keinen Anspruch aus Uiiterfttitzung.— U. 73. Sic werden nicht mehr eingezogen,— Willy 20. New.— M. 1. Ja. — Pankow 7. Mit derartiger Adresse können wir leider nicht diene»— W. S. 18. Genauen und zuverlässigen Bescheid erhalten sie auf dem nächsten Güterbahnbos. Die einzelnen Bestinmrnngen darüber sind uns leider nicht zur Berfngting.— I. Z. 36. Am Montag, den 8. November haben wir darüber berichtet. Mehr können wir auch jetzt nicht mitteilen.— Ideal 16. Wenden Sie sich an die Austunftstelle des Kriegsministettuins, Dorochecnsiraße 43.— E. F. 35. Wenden Sie sich an einen derartigen Verein, deren Adressen Sie im Adreßbuch finden, 2. Band, Teil 2, unter .Vereine".— H. M. 1774. AuS Zellsurgründen ist Auslunjtcrtcüung darüber ausgeschloffen.— Pankow 15. 1. Wenden Sie sich an die Geschäftsstelle des Arbeitersängerbundes, Alex Kaiser, BraimSberger etr. 43. 2. Ist nicht überall gleich.— I. H. 38. Diese Behauptung ist uns aller- dings auch zu Ohren gekommen. Positives konnten wir jedoch nicht in Er- fahrung bringen.— G. P. 22. Ist die lateinische Bezeichnung für König. — M. 75. Hat die Bedeutung von geheimen Anschlägen, Ränke schmieden, wodurch dem andern sein Vorhabe» durchkreuzt werden soll Rabattmarken der KoimnmgcnoaiicHMchatt. Mut* Stunden"0°h wind mit niedrigen Pnelmen mu neohnen»ein. .'S- 1> . ts0 PlUsctimänlei in 3»»1, glabt o. Biosanform, lang o. halblamg. nur nach Stunden nooh 69.— 92.— IIB.— su neuen Preisen.,. 90.— 115,— 146.— in SeidenpIüUeh, samtartig nur aaoh Stunden nooh 33.— 48.— zu neuen Preisen..• 50.— 70.— in Krimmer, Weilpldsoh, kurs und laag, mit bestem Futter, gediegene Qualitäten nur nach Stunden nooh 42.— 6L— 82.— sn neuen Freisen.. 601— 80.— 105.— in Mohair- Astrachan, gans lang u. halblang, auf bestem Futter nur nach Stunden noch 27— 86.— 48.— zu neuen Preisen». 40.— 50.— 65.— •4.* 4A Ei- kP- Auswahlen nach ausserhalb gegen kleine Anzahlung. Umtausch gestattet. 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I aufDerlangen gratis undportofre-! Allen Freund traurige Rachrtiyt, datz unser Kollege »den und veipnnte» gebe» in de» langen Jahre« seiner guter Kamerad. Wir werden t'eHx Weinberg am Montag, de» 8. d. Mts., im 43. Lebensjahre schwerem Lüden gestorben ist. Der Verstorbene war uns Tätigkeit ein stets opferwilliger, sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Freitag, de« IL. d. Mts,, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle de» Zentral-Friedhose« in Friedrichsseide aus statt. 122/3 vi« Angegtelllea des Dentscheo Mctallarbelterverbandes Verwaltungsstelle Berlin. Zum Andenken an unseren lieben Freund psu> Schmidt. Stn 6. November 1916 war es ein Jahr, daß Du, teurer Freund, Dew junges Leben lassen mutztest. Frau Bethfeld. Georg Qothfeld, Willi Bothfeld, beide z. Z. im Felde. UoIIweln. Wolnki. Böller. Kiefer. Stornltzki. Berohardt. Itaaschnick. Fnantmann. Weber. linde. DUlbcrg. Ladwlg. WcnglerekT. KianB. FronkeL Dahnke. Galllnnkl. Heering. Glleaehe. TUbbenthal. WelU. Kleiner. Brodke. Fischer. Deine Freunde, Badstratze SS. �aiüIliWliiss'aiiZllWMIVMill !. i 6. ßOi'l. ReiütislagswalilkPEis. 17. Abt. Bez. 74S. Am Montag, den S. November, verstarb unser Genosse ?ellx Weiuderx (Ravensstr. 7). Sbre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. November. nach> '"I Ldchr .I�rii mittags 2 Uhr, von der balle des städttschen en- ed- hoieS in Friedrichs felde au« statt, Um reg« Beteiligung ersucht 228/14 Der Vorstand. DeutschcrMetaliarbeiter-Verbanii Verwaltungsstella Berlin, Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Mitglied, der Metall arbetler k�elix Weinkerx Ravenästr. 7 am S. November gestorben ist. «hre seinem Andeute«! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. November, nach. mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des Fentral-Friedhose« w Friedrtchsselde au« statt. Rege Beteiligung erwartet 122/2 Die Vrrsverwaltnng. ümtzeter TraKportarbeller- fefhanl Bezirkseerwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, Hätz unser Kollege, der Lpedt- iionS-Arbeiter Erast Hosenfelder am 6. d. Mts, im Alter von 54 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 11. November. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenkalle des Lftlirchhoses in Zkhrensselde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 88/ 13 Die Bezirkaverweitung. j Statt besonderer Nachricht. Am Sonntag, den 7. November, z nachmittags>/,» Uhr. entichlies i iaMt nach schwerem Leiden unser ! Ueper Bater, Grotzoater und j Schwiegervater, der Friseur Ldusrä prexer Müucheb-chger Stratz« S ZS. Leoensjahre herzlicher Iben bei U im LS. Dt« EinSscherutrg findet morgen Donnerstag, de» 11, November, nachmittags 2Uhr, im Krematorium Serichtttraxe statt, 2828b Bie trauernden Hfeierbllebenen Kranzspenden höflichst verbeten, meine« lieben Mannes teilnahmen, meinen innigsten Dank. 8«* Anna Retßner, Kurzestr.' 1 Danksagung. Mir die herzliche Teilnahme nnd Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unleres guten BaterS, des ReftauraieurS Karl Keil tagen wir allen Freunden und Be- lärmten unseren herzlichsten Dant. Witwe Emilie Keil nebst Kindern. Tanksägunal Für dt« vielen Beweise Teilnahme und Kranzspenden der Beerdigung meine» lieben ManneS Emil Birk sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Herren Meistern, Kollegen und Kolleginnen und den Sängern meinen herzt. Dank. _ Ww. Gertrud Birk geb. Peter. Danksagung. Fllr die Beteiligung bei der Be- erdrgung meines liebe» Mannes, unseres guten Vaters A Wiltielm liesler sage ich hiermit allen Verwandten und Bekannten sowie dem Holzarbeiter» verband, Zahlstelle Berlin, meinen innigsten Dank. Die trauernden Hwlerbltebenen i Ww, Marie Ttesler nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nabme bei der Beerdigung meiner lieben, nnocrgetzlichen Mutter Ksroliae kecker sage ich hiermit allen Verwandten und Bekannten, insbesondere meiner werten Kundschaft für die otelen Be- weise herzlicher Testnadme und sür die vielen Ktanzspenden meinen tief» gesühltesten Dank. Der Sohn Walter Becker, Liegnitzer Str. 20, VerW der Schneider, Schneiderinnen nnd Väsehearheiter Seatsehlands. Filiale Berlin. Sebastian ftr. 37/88._ Telephon: Amt Morthplatz 3737. WA. Bin-, Heu- id WraMe. Montag, den 15. November 1916, abends»Vi Uhr, im Lokal von Schulz. Am Königsgraben ti, an der Münzftraste WM(Nähe des Mexanderplatzes): HQ Tagesordnung! 1. Die Lage der Wäsche», Blusen-, Krawatten- nnd Schürzen- arbeiterinnen, und wie ist es möglich, daft die für Hecresardeiten festgesetzten Löhne die Näherinnen dezahlt erhalten? R e s« r e n t: Kollege F. Könne. 2. Frei« Ausspräche über die Zustände in de« Berliner Nähereien. 103/7 PV Wir bitten alle.Vorwärts'> Leser, welche Herren-, Damen« und Kinderwäsche, Blusen, Schürzen, Krawatten, Lazarett- u. Krankenhau«. Wäsche ansertigcn, diese sür jede Näherin so wichtige Versammlung zu besuchen und alle Bekannten, welche zurzeit HeerrSarbeitcu, wie: Militär. Hemden, Unterhosen, Futz-, Knie-, Brust- und Kopswärmer, Dkelljacken und -Hosen, Pattonenhalter, Gewehr- und Helmbezüge, Halsbinden, Schutz- kappen, Brotbeutel, Sanitätstaschen, Feldbahnen, Wagendccken, Sandsäcke und dergleichen anfertigen, edensall« zu dieser Versammlung einzuladen. Die«ommiffiou. I.: W. S u e. Lingstwexsue Gsnossensastslt mit besohr&nkter Haftpflicht Zentrale; Llchtenbergi Rittergutstraße 16-26. Berichtigung z» d« in Nr. 301 de».vorwärts' veröffentlicht«» Bilanz: Di« Hastsumme erhöhte fich im Laufe de« Geschäftsjahres um 2Z» 4S0 Mark. nicht um LS» 770 Mark. Konsnm-Genossenschaft Berlin und Umgegend. Tingetragene Genossenschast mtt beichränkler Hastpflicht. Der Auffichtörat. Der Vorstand. I.«.: F. Güttler. R. Junger. O. Schnitz«. S. Lamm. A. Mirn». P. M ü l l« r. 10S/d .«« nnnahmellellen kür„lileine ffnrelae» Berlin C. A. Hadntsch, Ackerftr. 174. «. Karl Melle, Petersburger Platz 4. R. WengclS, Markusftratze 3S. H>C. L. Zucht. Jmmanuelkirchstr. 12. X. A. Wolgast. Wattstratz« 3>. H. Fischer, Bastianftratz« S. Karl Mars, Sreiseuhageuer Str. 22. I. Hönisch, Müllerstr. 34» H. Bogel, Lortzingstr. 37. .VW. Solomon Joseph, vilhelmShaveuer Str. 43. b W. G. Schmidt, Bärwaldstr 42. S. St. Frist, Prinzenstr. 31. H. Lehmann, Kottbuser Daun»». StO. Paul Bödm, Lausitz« Platz 14/>5. P. Harsch, Engews« 16. �.dlershok. Karl Schwarzloie, BiSmarckstr. 23. Baornschoienoreg. H. Hornig. Marirntbaler Str. 13, I. Borsigwalde. Paul»ienaft. Räuichftr. 10. Fhariottenborg, Gustav Scharuverg, Seienbeimer Str. 1. Friedricbsbagen. Ernst Werkmann. Köpenicker Str. 18. Grönau. Franz Klein, Friedrichstr. 10. dobannistbai. Max Gonschur, Parlstr. 23 Karisborst. Hermann Pllling, Dönhoffstr. 23. Köpenick. Emil Wttzler, Kietzeritr. 6, Labes. Lichtenberg 1. Ctto Settel. Bartenberg str. L Lichtenberg II. A. Stoseutrauz, Alt-Boxhagen 6a. Xcakölta. M. Heinrich- Neckarstr. 2. E. Rohr, Siegsried. stratz« 28/23. N leder-Schönewelde. Wilh. Unruh, Brückenstr. 10. stiowawes. Karl Krähnberg, Friedrichlirchplatz 27. Obor-hcböaeweide. Alfred Bader, Btlhelmmenhosftr. 17, Laden Faakovr. Ctto Ritzman». MühlensN. 30. Uciulckeadort. P. Gursch, Provmzstr. 6«, Laden. hchöaeberg. Wilhelm Baumler, Marlin-Luther-Str. S3 im Laden. hpaadaa. Schuhmacher, Bretteslr. 64. htegiit». H. Beruiee, Alsenstr. 5. A'ernpeibof. Iah.«rohu, Borusfiastr. SL. I'reptovr.»taveri Eramenz. Kieidolzftr. 412. Lade». 44 ciuensce. Gustav Rotztopf» Berliner Allee 11. 44 Umersdort. Paul Smudert, Bilu-lmsaue 27. pievan L» dtest� o» frort davon Anzog vd. Hztaiot maek Mas»,»chick. efouarA. ß vj von 2i Mark am. 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