Nr. 313.-3Ä. Jahrg. Hbonncments-BcdlnguDgtn: Hlonnementä■ Stet« ptänumctanb«! BictteljdfitL 830 Ml. moitatL 140 Ml. wöchenllich 25 SfS- frei inj Hau«. Einzelne Nummer 5 Viz. Sonntag»- »Ummer mit illustrierte: Sonntag»- Beilage.Die Neue Welt' 10 M. Oktober die Eroberung des Dorfes Tahure in der zweiten deutschen Stellung, dann aber war die Angriffokraft seiner In- fanterie völlig erschöpft. Auch der grosse Angriff, zu dem sich Mar- schall Frcnch ani 13. und 11. Oktober nördlich Arras in der Front Loos— Hulluch— Haisnes aufraffte, brach tu sich zusammen. Sehr bald begannen die Gegenstöße deutscher Truppen auf verschiedenen Punkten der Front. General Iofrre hatte sein nächstliegendes Ziel, die Deutschen aus Frankreich hinauszuwerfen, nicht erreicht, war ihm nicht ein- mal in merklicher Weife nähergekommen. Aber eS war ihm noch weniger gelungen, einen Einfluß auf die Entwickelung der Dinge am Balkan zu gewinnen. Am 0.. 7., 8. Oktober begann der lieber- gang der Heeresgruppe Mackensen über Donau und Save, am 9. Oktober war Belgrad genommen, der anfänglich hartnäckig« und heldenmülige Widerstand der Serben wurde an allen Punkten über den Haufen geworfen, am 11. Oktober trat auch die erste bulgarische Armee an der serbischen Ostgrenze in Tätigkeit und nötigte in hart- näckigen Kämpfen die hier mit starken Kräften auftretenden Geg- ner zum Rückzug« aus den Timok und die südliche Morawa. Gerade auf diesem 5priegsschauplatze ist es sehr lehrreich, die ver- schiedenen Ergebnisse unserer Kriegführung und der unserer Feinde zu verfolgen. Wir sahen, daß diese schon am 5. Oktober in Saloniki erschienen, während wir erst am 8. Okwbcr die ersten staffeln über die Donau setzten. Jetzt stehen jene noch immer im südlichsten Mazedonien, an oen meisten stellen hart an der griechischen Grenze, und erwehren sich mit Mühe der bulgarischen An- griffe, vor denen sie schon mehrfach weichen mussten; die Heeres- gruppe Mackensen hingegen hat am 7. November bereits die west- liche Morawa überschritten, den Zusammenhang des serbischen Heeres schwer erschüttert, ihm 25 000 Gefangene abgenommen, gegen 130 Geschütze erbeutet und bereits die Höhen südlich der Morawa erstiegen. Ihr rechter Flügel bedroht den Rückzug der Serben gegen Montenegro und Albanien ernstlich und ist gleich- zeitig im Vormarsch gegen den Idar und gegen Novibazar; die Bulgaren haben Pirot und Nisch erstürmt, das Tal der südlichen Morawa erreickt und in diesem Augenblick wahrscheinlich die grosse Bahnverbindung Belgras— Nisch— Sofia— Äonstantinopel in die Hand der Verbündeten gebracht. Ter eiserne Ring, den die Gegner um Deutschland und Oesicrrcich-Ilngarn zu schmieden versuchten, ist gesprengt, unsere strategische.Grenze reicht bereits bis zum Modo»es Wen SnUMlim. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 11. November 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Au verschiedeuen Stellen der Front Artilleriekämpfe sowie lebhafte Minen- und Handgranatentätigkeit. Ein englisches Flugzeug mußte nordwestlich von Ba- paniiic landen; die Insassen sind gefangen genommen. westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Gcncrnlfddninrschails v. hindenburg. Bei K e m m e r n(tocstlich von Riga) wurden gestern drei Angriffe, die durch Feuer russischer Schiffe unterstützt wurden, abgeschlagen. In der Rächt find unsere Truppen planmäßig und ungestört vom Feinde ans dem Wald- gclände westlich und südwestlich von Säjlok zurückgezogen worden, da es durch den Regen der letzten Tage in Sumpf verwandelt ist. Bei Bersemünde �südöstlich von Riga) kam ein feindlicher Angriff in unserem Feuer nicht zur Durch- führnng. Bei einem kurzen Gegenstoß nahmen wir über 100 Rnsscn gefangen. Heeresgruppe des Lenerzlfeldmsrschslls Prinz Leopold von Rayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals v. Llnsingen. Unterstützt von deutscher Artillerie Warfe nöstcrrcichisch- ungarische Truppen die Russen aus Äosciuchnowka inörd- lich der Eisenbahn Kowel— Sarny) und ihren südlich an- schließenden Stellungen. 7 Offiziere, über 200 Mann, 8 Maschinengewehre wurden eingebracht. Südlich der Bahn scheiterten russische Angriffe. Balkankriegsschauplatz. Die Verfolgung der Serben im Gebirge süd- lich der westlichen M o r a v a hat gute Fortschritte gemacht. Ueber 4000 Serben wurden gefangen genommen. Die Armee des Generals B o j a d j i e f f hat die M o r a v a an mehreren Stellen überschritten. Ober st c Heeresleitung. O* ♦ 9n MmWW GelmmwMcW. Wie«, 11. November.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: 11. November 1913. Russischer 5lricgsschauplatz. Westlich von Czartorysl wiesen wir einen russischen Angriff ab. Westlich von ffiafalowka warfen öftcrrcichisch-unga- rischc Truppe», vom Feuer deutscher Batterien begleitet, de» Feind an den Styr zurück, wobei sieben Ofsizicre, zweihundert Mann und acht Maschinengewehre in unserer Hand blieben. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener nahmen ihre Anstrengungen, Görz zu gc- Winnen, von iicuci» auf. In der Pause nach der dritten Jsonzo- Schlacht hatten sie Ersaymannschaftcn eingereiht und weitere Truppen im Görzischcn zusammengezogen. Gestern setzten sie nach mehrstündiger heftiger Artillcrirvorbcrcitung an der ganze» Front von Plava bis zum Monte Dciscibnsi mit starken Kräften zum allgemeinen Angriffe an. Wieder schlugen die tapferen Ver- tcidiger alle Stürme teils durch Feuer, teils im Handgemenge unter schwerste» Verlusten des Feindes ab, deffea Angriffslust in einem abendlichen Unwetter für diesen Tag vollends er- lahmte. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ocstlich von T r e b i n j e schlugen wir einen starken mon- tencgrinischcn Angriff ab. Der Feind erlitt grosic Verluste. Die von Uzice südwärts vordriiigendcn österreichisch- ungarische» Truppen hatten gestern den halben Wrg nach Nova Varos zurück- gelegt. Nordöstlich von Jvanjica warfen wir den Feind aus mehreren Stellungen auf dem Ccmcrno- Rücken. Die deutschen Divisionen des Generals». Koeveß drängen die Serben im Gebiete der Stolovi Planina zurück. Ocstlich davon er- kämpften sich k. und k. Streitkräfte den Aufstieg auf die Kraja Jela und den Po gl ed. In Trstcnik firlcn tausend Serben in unsere Hand. In Brnjacka Banjn südwestlich Trstcnik haben die Serben ein Fcldspital mit tausend verwundeten Soldaten und Offizieren»nd einem Arzt zurückgelassen. Die Armee des Generals von G a l l w i tz kämpft»ordöst- lich von Brus und an den Nordflüffc» des Jaslrebac-Gcbirges. Bulgarische Streitkräfte überschreiten bei Alcksinac die M o r a v a. Ter Stellvertreter dcS Chefs dcS GcncralstabeS: v. H o r f c r, Fcldmarfchallcutnaut. unteren Mesopotamien und zur Siuai-Halbiusck. Mau kann den Unterschied zwischen der Kriegführung Deutschlands und öer seiner Gegner nicht scbärfcr kennzeichnen; sehr begreiflich, daß sie jetzt nach einer gemeinschaftlichen Leitung ihver Operationen jammern. ?tur daß die Sonderintcrejsen der Alliierten einer durchgreifenden Aenderung entgegenstehen. England könnte lvobl noch mehr leisten, möchte aber den Heimatbodeii durch weitere Entsendung— iwch dazu wenig leistungsfähiger Streitkräfte nicht mehr entblößen; Frankreich ljat für Saloniki seine letzten Sparbüchsen geleert. Augenblicklich kann es auch aus diesem Grunde zu einem neuen Schlage aus seiner Nordfront noch nicht ausholen; die Dardanellen- front ist ohnehin geschwächt, die dortige Armee schwebt zwischen Leben und Sterben— und die Armee um Saloniki wagt immer noch nicht ihren Vormarsch zur Rettung des serbischen Heeres an- zutreten, gegen dessen Rücken die bulgarische Armee Todorow bereits bis zur Linie Leskovac— südlich Pristina— vorgedrungen ist. Inzwischen versucht die russische Heeresleitung, die einen un- mittelbaren Angriff auf Bulgarien sowohl loegen � des Wider- strebcns Rumäniens als auch aus Mangel an genügend starken Streitkräften nicht unternehmen kann, wenigstens mittelbar ihren guten Willen zu zeigen, indem sie seit dem 17. Oktober zu einem sehr starken Angriff gegen den linken Flügel der Verbündeten, in Wolhynien schritt, dem bereits am 7. Oktober ein mehrtägiger An- griff gegen die Strypa in Ostgalizien vorausgegangen war. Beide Angriffe haben vorübergehende Erfolge gebracht und ihre Truppen streckenweise aus das westliche llfcr beider Flüsse geführt; im Norden, in der Gegend von CzartorhSk, scheint sogar einen Augen- blick hindurch ebenso wie drei Wochen vorher in der Cbarpagnc die Möglichkeit eines Durchbruchs vorgelegen zu haben. Aber die ein- zelncn starken Angriffe der Russen sind schliesslich niemals zu einer grossen, einheitlichen Kampfesbandlung zusammengefaßt worden; zu einer allgemeinen, gleichzeitigen Offensive ihrer drei großen Heeresgruppen haben sie weder die Entschlossenheit noch die Kräne aufgebracht— und so ist auch dieser Versuck', den Serben Hilfe zu bringen, die Deutschen zu erzwungenen Verschiebungen ihrer Massen zu veranlassen, wirkungslos verpufft. Zu gleicher Zeit etwa mit dein rpssischcn Anstrengungen holten auch die Italiener zu ihrem dritten Schlage gegen'die Jsonzosront der Oesterrcichcr. aus, den sie diesmal mit einem. Angriff aus �iidtirol verbanden. Am 20. Oktober begann der Angriff, er ist nach verschiedenen notwendig gewordenen Pausen nach mehrfach mit entschiedenem Mut wiederholt worden. Auch er hat, besonders an der Tiroler Grenze,'einige' Fortschritte der Italiener bewirkt, nach einer Kricgsdaucr von 3 Monaten sind sie jetzt endlich soweit, die.südforis von Riva— am Nordend«: des Gardasecs— beschießen zu können. Aber alle Hauptstellungen der Ocsterrcicker sind unerschütterlich fest in deren Hand; die Italiener haben lediglich ihren an sich schon grossen Verlusten ein neues Opfer von mehr als 130 000 Mann hinzugefügt.' So sehen wir also, daß die Angriffsversuche der Gegner ans allen Kriegsschauplätzen im Laufe der Monate September und Oktober gescheitert sind; erfolgreich schreitet allein unser« Offensive auf dem Balkan fort, und sie scheint sich rasch einer großen Eni- scheidung zu nähern. Ausammenstoß zwischen Engländern und vulgaren. Mailand, 10. November. sW. T. B.) Ter Sonderberichterstatter des„Seeolo", M a g r i n i, drahtet aus Saloniki, Sonn- abend seien die Bulgaren zum erstenmal mit den Eng- län d ern zum K a in p f gekommen, die bei Do ir an 13 Tote und Ncrivundete gehabt hätten. Der serbische Oberst Leschianin, der zu General Sarrail entsandt worden ist, teilte Magrini mir, daß er seit vier Tagen ohne Nachrichten aus Alt-Serbicn sei. die Aktion gegen den Chauvinismus in England. Am 21. und 22. Oktober hat in London das National- lomitee der Unabhängigen Arbeiterpartei unter Vorsitz des Abgeordneten I o w e t t getagt. Sie beschloß, im ganzen Land Versammlungen gegen die allgemeine Wehrpflicht zu organi- siercn. Weiter traf sie eine Reihe van Maßnahmen zur Sicherung des Rechtsbeistandes für die vor die Gerichte gezogenen Parteimit- glieder. Zu Vertretern der Partei in der Exekutive der Arbeiter- Partei wurden die Genossen Mac Donald und Anderson bestimmt. Die Delegation der Unabhängigen Arbeiterpartei wird auf der bevorstehenden Konferenz der Arbeiterpartei Resolutionen über folgende Gegenstände vorlegen: 1. Wiederaufbau der Jnter- nationale; 2. Munitionsgesetz und industrielle Unterdrückung; 3. Steuer- und Finanzpolitik; 1. Geheimdiplomatie und auswärtige Polink. Die Konferenz lehnte mit Hinweis auf die traditionelle Selb- ständigkeit der Politik der llnabhängigcn Arbeiterpartei die Ein- ladung des«Bundes gegen den D i e n st z w a n g" auf Teilnahme an einem Zentralkomitee der den Dienstzwang be- kämpfenden Organisationen ab. Sie sprach jedoch dem Bund ihre Sympathien aus. Der genannte Bund macht rasche Fortschritte und zählt schon 12 Ortsgruppen. Ordentliche Mitglieder können nur Männer, im dienstfähigen Alter sein, die entschloffen sind, dem Dicnstzwang Widerstand zu leisten. Frankreichs Kriegsziele. Erst jetzt gehen uns die französischen Zeitungen zu, die ausführliche Berichte über den Verlauf der Kammcrsitzung ent- halten, in denen der neue Ministerpräsident sein Prograinin entwickelte und Genosse Renandcl seine Rede gegen die Annexionen hielt. Tie Ausführungen Renaudels besitzen dokumentarischen Wert und wir geben sie daher nach dem Be- richt der„Hnmanitö" im Wortlaut wieder. Auch die Unter- brechungen, die ein Licht auf die Stimmung im bürgerlichen Lager werfen, fügen wir hinzu: R e Ii a u d e l: Sie haben gesagt. Herr Ministerpräsident, datz die Anstrengung AranlrciÄs bi! zum Ende gehen müsse. Sie haben gesagt, datz diese Anstrengung gehen müsse bis zu dem Siege, der den Feind aus allen besetzten Gebieten vertreiben wird, aus denen, die unter der Invasion seit mehreren Monaten leiden wie ans denen, die ihr feit so viel Jahren unterworfen sind. Wir sind einig, Herr Ministerpräsident. Und wir, meine Freunde und ich, akzeptieren das als ein formelles Ver'prechen, das nach alledem erneuert wurde, dost Frankreich in diesem suicge außer der Wiederherstellung des Rechtes für sich selbst, außer der Wiederheistellung Belgiens in seiner politischen und wirtschastlichen Selbständigkeit— und man mutz heule hinzufügen, der Wiederherstellung der politischen und wirk- schaftlichen Selbständigkeit Serbiens-- datz, sage ich, darüber hinaus Frankreich weder Annexionen noch Eroberungen verfolgt. sVeifall auf den Bänken der Sozialisten. Zurnfe und Lärm au? vielen Bänken.) Abg. L e B a i l- M a i g n a n: Vergessen Sie Syrien nicht. Der Präsident: Gestatten Sie dein Redner, fortzuiahren. R e n a n d e l: Wenn ein Zweifel bat entstehen können, so ist das sehr sonderbar, da ich mich derielben Worte bedient habe, wie der Ministerpräsident.(Zurufe und Unruhe.) Abg. de 23 a u& r Ii d' A s s o n: Der Ministerpräsident hat in cinein berühmten Jnterpicw erklärt, datz man bis zur Zerschinetterung des preutzifchen Militarismus gehen müsse. Das ist die einzige Formel, die Frankreich akzeptiert, Renan d el: Ich bin, ich wiederhole es, erstaunt, datz ein Zweifel hat entstehen können, denn ich bediene mich derselben Worte wie der Ministerpräsident, um mich ihnen anzuschlieheii. und ich habe gesagt, datz seine Formel, nach welcher die Feinde aus den besetzten Gebieten verjagt Iverden mützten... Abg. Paul E S c u d i e r: Das ist selbstverständlich. Abg. Fernand Rabier: Ter Sieg zuerst, nachher werden wir sehen.(Sehr richtig!) Der Präsident: Ich bitte, meine Herren, nicht zu unter- brechen, besonders in diesem Augenblick. R e ii a u d e l: Ich glaube, datz cS von Wichtigkeit ist, wenn Sie wollen, datz hier die Einmütigkeit herrscht, die Sie beanspruchen, datz dann kein Zweifel zwischen Ihnen und uns besteht. Wir unsererseits haben gesagt, datz wir in einen nationalen Verleidigungskricg verwickelt seien, in einen Krieg, in dem Frankreich angegriffen war, in einen Krieg, der kein Eroberungskrieg ist,(Unterbrechungen auf derschicdenen Bänken der Rechten. Beifall bei den Sozialisten.) Und das haben Sie selbst gesagt, jedesmal vor der ganzen Welt. Sie haben erklärt, datz Frankreich das Neckit verteidige. Sie sprachen von der moralischen Rüstung. Aber ich wage zu sagen, datz für unsere Soldaten im Schützengraben eine der stärksten Unier- slützungeii ist daS Bewutziscin, für ein Land zu kämpfen, daS nie, l e l b st wenn e S mit den Waffen siegreich ist, s i ch dazu hergeben wird, anderen Rationalitäten Gewalt an zutun.(Lebhafter Beifall bei den Sozialisten.) Jawohl, das ist eine grotze Stärke(Unterbrechungen ans verschiedenen Bänken der Rechten), eine moralische Stärke für unsere Soldaten. Und ich wage zu sagen, es ist eine moralische Schwäche für die Soldaten des Feindes. Demi ihnen ist e-S sicher, datz in der einen oder der ondcrcii Stunde die Unruhe des Gewissens sie befallen wird.(Rufe und Lärm. Beifall bei den Sozialisten.) Meine Herren, ich sagte, datz wir Unrecht daran tun würden, die materielle Stärke des Gegners zu uiiteischntzcii. Aber Sie würden ebenso Unrecht tun, die Ursachen der moralischen Schwäche zu unterschätzen und sich ihrer nicht zu bedienen. Welchen Nutzen, ich bitte Sie, können Sie sich davon ver'prechen....(Unter- brechungen.) Abg. Paul EScudier: DaS ist nicht der Weg. den Sieg zu erringen. Re naudel: Aber, meine Herren, der Sieg! Wir wollen ihn wie Sie ihn wollen, und weil wir(Zurufe und Lärm)... Ich frage mich wahrhastig, gegen was Sie protestieren. Mehrere Mitglieder der radikalen Linken: Gegen Ihre Worte. Re naudel: Ich sage Ihnen, meine Herren, datz je mehr wir Anstrengungen machen zu siegen, es um so wichtiger iverden kann, selbst in den Augen gewisser deutschen Elemente, datz Frankreich als der Soldat des Rechts erscheint.(Beifall bei den Sozialisten.) Abg. Jules Delahaye: Und waS machen Sie aus dem Patriotismus unserer Soldaten'i Nenaude l: Ich sage, datz es ein moralisches Element ist. deni wir Rechnung tragen müssen. Sie verstehen sehr wohl, datz wenn wir eine derartige Sprache führen, es sich nicht darum handelt zu behaupten, datz man für eine ich weitz nicht wie entfernte Hoff- nung auf die Tätigkeit unserer Waffen nach einem Ersatz suchen müsse. Aber ich sage, datz die Aktion unserer Waffen sich verstärki sehen wird durch die Gewitzheit, die unsere Soldaten ebenso wie wir selbst haben, zu kämpfen für dieses Frankreich der Revolution, für dieses Frntifrcich, das immer in den Augen der Welt als der Soldat des Rechts erschienen i st.(Beifall bei den Sozialisten.) AnZ diesen Gründen werden Sie gut daran tun, klar zu reden. Und nach allem, wenn wir das Recht haben, diese Sprache zu führen(Nein, ueini bei der radikale» Linken.), so deshalb, weil Sie(der Redner wendet sich an die Rechte) eine Propaganda entfaltet haben, die wir für schlecht zu halten be- rechiigr sind. (Ncnaudel geht dann auf die Bcrbreitung der Karte von Europa ein, von der im„Vorwärts" schon die Rede ivar.) Nach verscknedenen Unterbrechimgen fährt er fort: Glauben Sie denn, datz dieses schreckliche Opfer, daS man vom Lande fordert und das allen kriegführenden Ländern auferlegt ist, glauben Sie, datz dieses Opfer mit einigen Streifen Landes bezahlt sein kann?(Beifall bei den Sozialisten.) Sie haben, wie lvir sagten, das Recht wiederherzustellen. Sie haben, wie der Ministerpräsident sagte, den Feind ou-Z allen besetzten Gebieten zu verjagen. Gleichzeitig ist cS, wie Sie soeben sagten, Aufgabe unserer Soldaten, den preutzischen Militarismus zu zerschmettern, weil die» der letzte Krieg sein mutz.(Beifall bei den Sozialisten.) Ich wage zu bchaupien, datz Sie dieses Ende der Kriege nicht aufbauen können auf Eroberungen, Sie können e? im Gegenteil nur ausbauen können auf der Kraft des Idealismus der französischen Nation und ihrer Verbündeleii.(Beifall bei den Sozialisten und auf einigen Bänken der Linken. Unruhe und zahl- reiche Proteste auf anderen Bänken.) Ans Renaudcl hat später Briand noch einmal geantwortet. Er suchte in einer wortreichen Rede die Kluft, die sich zwischen den Sozialisten und den Bürgerlichen aufgctan hatte, zu über- brücken, aber es muff zugestanden werden, datz er. abgesehen von der Phrase der Zerschmetterung des deutschen Mili- tarismu?, den hitzigen Gegnern Renaudels keine sachlichen Zugeständnisse machte. Das; leider diese unglückselige Phrase in Frankreich noch immer ihre verhängnisvolle Rolle spielt, geht ans einer Kundgebung des leitenden Ausschusses der sozialistischen Partei hervor, die jetzt die Agcnce Havas der- breitet. Es wird darin Einspruch erhoben gegen eine Propaganda, auf Grund von Erklärungen einer in der Schweiz abge- haltencn Versammlung wegen der Friedensfrage. Tie Kund- 'gebung erinnert daran, daß die französischen Sozialisten sich geweigert hätten, an jener Versammlung teilzunehmen. Sie versichert, ein dauernder Friede sei nur möglich auf der Grundlage des Sieges der Verbündeten und des Sturzes des deutschen Militarismus. Jeder andere Friede wäre nur ein Waffenstillstand oder eine Kapitulation. Der Ausschutz fordert dringend sämtliche Verbände und Sektionen auf, eine Propa- ganda zu vermeiden, die den Interessen der Landesverteidigung sowie der ilationalen und der interiiationalen Organisation des Sozialismus schädlich wäre. Man wird genauere Mitteilungen abwarten niüfsen. Aber schon heute kann gesagt werden, datz die französischen Sozia- listen die Hoffnungen, die wir ans ihre Haltung in der Kammer setzten, wieder herabstimmen, wenn sie aufs neue die Schlag- Worte der Bourgeoisie übernehmen und ihren Waffen eine Aufgabe zuweisen, die am allerwenigsten auf den Schlacht- selbem gelöst werden kann. Der französische Tagesbericht. Paris, 11. November.(W. T. B.) A m t l i ch e r B e r i ch t V o n g e st c r n nachmittag. Im Artois versuchten die Deutschen gegen den Westrand des Waldes von Givenchy einen Angriff von geringer Ausdehnung, der durch unser Sperrfeuer leicht ongehalten wurde. In der Champagne beantworteten unsere Batterien sehr wirksam ein neues heftiges Geschützfener auf unsere Stellungen nord- östlich Tahure. Oestlich der Argoniien in Bauquois und im Walde von Malancourt wurden die heftigen Kämpfe mit Bomben und Amdgranalen im Laufe der Nacht fortgesetzt. Paris, 11. November.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. In Belgien beichotz unsere Artillerie in der Gegend von Dcvenen und im Abschnitte von Boesinghe planmätzig und sichtlich sehr wirksam die deutschen Anlagen. In der Champagne versuchte der Feind nach der heute vormittag gemeldeten Beschießung nacheinander zwei heftige Sturmangriffe gegen unsere Stellungen auf den Hängen des Hügels von Tahure. Der erste wurde durch uuier Sperrfeuer angehalten und konnte nicht an unsere Schützengräben gelangen, der zweite wurde, nachdem die Deutschen an einer Stelle in unsere Schützengräben eingedrungen waren, durch cincn sofortigen Gegenangriff zurückgeworfen. Zwischen Maas und Mosel beanl- worteten unsere Bauerien da» seindliwe Geschiitz'euer sehr tatkräftig und zerstreuten auf der Siratze St. Maurice— Woel eine auf dem Marsch befindliche Jnfanleriekolonne vollständig. Belgischer Bericht. Die Nacht war ruhig. Der Tag war durch eine gewisse Täligkeit der feindlichen Infanterie gckemi- zeichnet.___ Der rusiische Generalsiabsbericht. Pelersburg, 1l. November.(W. T. B.) Amtlicher russi- cher Bericht vom 1». November. In der Gegend von Schlot legten unsere Truppen, welche auf dem linken Ufer der Aa in Kurland die Offensive ergriffen halten. Befestigungen bei Kemmern an und besetzten auch Oding<ü Kilometer südlich Schlok.) In der Gegend I a k o b st a d t und westlich Dünaburg sind die Kämpfe weniger heftig als am Zlbend vorher. Weiter südlich bis zum Pripet keine Veränderung. In der Gegend nördlich Kolki dauert der erbitterte Kampf an: alle gegen das Torf Huta-LisowSka gerichteten Angriffe des FeindeS wurden abgeschlagen. Wir zwangen die feind- lichen Linien südöstlich deS Dorfes B u d I a(ö lern westlich Czar- torysk), als sich der Gegner zurückzog, besetzten wir auch das Dort und die nördlich und südlich gelegenen Wälder. Gegen mittag machten wir 50 Offiziere und mehr als 2000 Soldaten, zur Hätfle Deutsche, zu Gefangenen und erbeuteten W Maschinengewehre. Autzerdem ertrank eine grotze Anzahl von Feinden in der Tscher- neawka. Dieser Erfolg wurde durch die hervorragende Unterstützung unserer Aitillcrie erreicht. Am O k o n k a f l u tz erstürmten unsere Truppe» einen Teil der feindlichen Gräben. Zwei Angriffsvcrsuche der Oesterreicher in der Gegend von Zaleszczyki wurden vereitelt._ Englisches Transportschiff durch Unterseeboot beschädigt. London, 11. November.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Das auf der Ausreiss begriffene Tr a n s- p o r t s ch i f f„ Vt e r c i a il" ist im?R i t t e l l ä n d i s ch e n Meere durch ein feindliches Unterseeboot be- schössen worden, aber nicht gesunken, sondern hat den Hafen erreicht. 23 Personen an Bord sind getötet, öv verwundet und 30 werden vermißt. Ein französische? Posidampfer torpediert. Rom, 1l. November.(W. T. B.) Meldung der Slgence Havas. „Giornale d'Jialia" erfährt auS Eagliari, datz ein deutsches Unter- seeboot am Sonntag vormittag den französischen P o st- dampfer„France" torpediert und versenkt habe. Die Besatzung wurde gerettet und in Cagliari gelandet. Die Versenkung der �ncona*. Paris, 11. November.(W.T.B.) Dia Agence Havas meldet vom Kap Bon folgende Einzelheiten über die Tor- pedierung der.Ancona': Gegen 12 llhr mittags bemerkte das Schiff zwei Unterseeboote, die, vom Lärm der Sirene und der wegen des dichten Nebels veiminderten Geschwindigkeit des Schiffes begünstigt, die„Ancona" hatten entdecken und sich ihr nähern können. Das Unterseeboot, welches am besten zu sehen war, maß etwa 100 Meter Länge und trug am Vorderteil ein<0-Millimeter-Geschntz. ein anderes am Hinterteil. Das zweite Unterseeboot stellte sich quer vor die Fahrstratze der„Ancona", die zu f l i e h e n v e r s u ch t e. Kaum war die„Ancona" getroffen, als der Kapitän die Rettuiigs- boote aussetzen Uetz. Sofort nachdem da? achte Rettungsboot zu Wasser gelassen war. ging die»Ancona' unter, indem ihr Heck sich hoch aufrichtete. Die Reisenden und die Besatzung, die an Bord geblieben und auf das Hinterdeck geflüchtet waren, wurden mit dem Schiffe in die Tiefe gerissen. Die acht Rettungsboote fuhren sodann noch Süden. Gegen S Uhr bemerkten sie ein Schiff, dessen Lichter gelöscht waren, dem sie mit Hilfe bengalischer Feuer Zeichen machten. DaS Schiff näherte sich. Aber als die Unterseeboote, die den Schiffbrüchigen folgten, die Scheinwerfer, mit denen sie den Horizont absuchten, oufleuchten ließen, änderte das Schiff den Kurs und verschwand in der Nacht. Jedes Nettungsboot setzte sodann einzeln seinen Weg fort. Eine« davon, daS den Leutnant Salvemini und 26 Personen an Bord hatte, landete am Dienstag vor- mittag um S llhr am Strande von Sidi Daoud auf der Halbinsel von Kap Bon, wo die Ueberlebenden von der europäischen Bevölke- rung aufgenommen wurden. Leutnant Salvemiiii glaubt, datz acht Rettungsboote mit 210 Personen und der Nest der Besatzung verloren sind. Ein anderes Rettungsboot mit dem Kapitän der „Ancona' und 2S Personen wurde am Mittwoch von einem aus Sidi Daoud koinineiideii Schiffe auf der Insel Zembra aufgefunden, daS die Reisenden aufnahm. Von einem andern Schiffe unterstützt, stellte es in der Nähe von Kap Bon Nachforschungen an und kehrte sodann i» den Hasen zurück. London, 10. November.(SS. T. B.) Lloyds meldet: 41 Man» von der Besatzung und 40 Passagiere der„Ancona' sind in Malta angekommen. 300 Personen von der„Ancona' sind ertrunken, m e i st e n s Frauen und Kinder. ES bc- fanden sich auch einige Ll in e r i k a n e r an Bord. London, 11. November.2. Armee. Infanterie usw.: Garde: Garde-Jäger- und Garde-Res.- Schützen-Bat. Gren.-, bezw. Inf.-, bezw. Füs.-Regimenter Nr. 14, 18, 19, 22, 23. 39(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 39), 35. 36. 49(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 271), 44 is. Jnf.-Reg. Nr. 372). 63, 58, 69. 69, 61. 77, 78. 79. 83, 84, 89 bis einschl. 93, 98. 129, 131, 132, 135, 137, 138, 149, 141, 144, 145, 147 bis einschl. 153. 156, 166, 169. 172, 173, 175, 176, 184, 186, 188. 352, 353, 354, 367, 359. 369, 361, 363, 364, 365, 368, 369, 371 bis einschl. 376, 377(f. auch Maschinengew.- Abt. Nr. 6), 378, 389, 381. Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 13, 18 bis einschl. 23, 39. 32, 56 ls. Jnf.-Reg. Nr. 53). 72, 77. 78. 87, 88, 91. 92. 93, III, 293, 296, 298, 299, 214, 216, 222, 223, 225, 227, 223, 229, 233, 238, 239, 249, 249, 261 bis einschl. 258, 26l, 262, 263, 264, 266, 279, 271. Ers.-Jnf.-Regimenter Nr. 9(f. Jnf.-Reg. Nr. 354), Königsberg Nr. 1 is. Jnf.-Reg. Nr. 381). Landw.-Jnf- Regimenter Nr. 18 ss. auch Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 84), 19, 29, 21, 24, 28, 61, 78, 83, 84, 87, L49, 379. Landst.-Jnf.-Regimenter Nr. 3, 7, 9, 17, 23, 116. Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 41(f. Jnf.-Reg. Nr. 365) und 66. Landw.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 38. I. Landst.-Jnf.-Bat. Tilsit(s. Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 23). Garnison-Bat. Kulm. Etappen- Sammel-Komp. Nr. 22. Jäger-Bataillone Nr. 4 und 6; Res.-Bat. Nr. 23. Garde-Maschinengew.-Abt. Nr. 2; Maschinengew.-Abt. Nr. 6; 2. Ers.-Maschinengew.-Komp. des 9. Armeekorps; Feld- Maschinengew.-Züge Nr. 116 is. Jnf.-Reg. Nr. 77i. 236 is. Landst.- Jnf.-Reg. Nr. 3), 273 is. Jäger-Bat. Nr. 6), 329 ls. Füs.-Reg. Nr. 99>. Kavallerie: Pionier-Abteilungen der Garde und der 6. Kav.- Div. siebe Pioniere. Kürassiere Nr. 1, 2, 4, 5, 6; Schwere Res- Reiter Nr. 2; Dragoner Nr. 18; Husaren Nr. 19; Res.-Husaren Nr. 8; Ulanen Nr. 9; Jäger zu Pferde Nr. 3; Landw.-Kav.-Rcg. Nr. 1; Res.-Kav.-Abt. Nr. 89. Fcldartillerie: 1., 4. und 6. Garde-Reg.; 1. Garde-Res.-Req. Regimenter Nr. 1, 6, 19, 15, 16, 17, 18, 21. 22, 25, 39, 31, 36, 43, 46, 59, 57. 69, 62, 72, 76. 81. 83. 88. 92, 95. 99. 191. 193. 197, 225 is. Res.-Feldart.-Neg. Nr. 21); Res.-Regimenter Nr. 12(s. aucki Res.-Feldart.-Reg. Nr. 21), 19. 21, 36. 43, 46. 47. 59. 69. 63. 66; Ers.-Reg. Zossen; Feldart.-Abt. Nr. 231. Feldart.-Schießschulc ss. 6. Garde-Feldart.-Reg.). Fußartillerie: 1. und 2. Garde-Reg. Regimenter Nr. 1, 3, 4, 6, 5. 9, 13, 15, 18, 29; Res.-Regimenter Nr. 2, 3, 4. 5, 9, 11, 14, 15, 29. Futzart.-Bat. Nr. 26; Landw.-Bat. Nr. 15. Fußart.-Batte- rien Nr. 192, 129, 232, 262, 487. 8. überplanmäßige 9-Zentimeter- Baltcrie. Pioniere: Pionier-Abt. der Garde-Kav.-Div. Regimenter Nr. 19, 29. 23, 24. 39. 35; Bataillone: I. Nr. 1. I. Nr. 2. I. Nr. 7. I. Nr. 16; Ers.-Bat. Pionier-Bat. Nr. 7; Res.-Bataillone Nr. 32 und 39. Pionier-Kompagnien Nr. III, 186 und 237; Res.-Kom- pagnien Nr. 48, 78, 89 is. Res.-Pionier-Bat. Nr. 39), 99; 2. Landw.» Komp. des 4., 1. des 7. und 1. des 16. Armeekorps; 1. Landst.-Komp. des 1., 1. und 3. des 2., 5. des 3., 1. deS 8., 3. des 9. Armeekorps und 1. Metz. Pionier-Abt. der 6. Kav.-Div. Landst.-Piouier-Park- kompagnie Nr. 3 des 3. Armeekorps. Schwere Minenwerfer-Abtei- lungen Nr. 19 und 86; Leichte Bebelfs-Minenwerfer-Abt. Lanz Nr. 2. Verkehrstvuppen: Militär-Eisenbahndirektion Nr. 4. Eisen- bahn-Negiment Nr. 1. Eisenbahn-Hilfs-Bataillon Nr. 3. Eisen- bahnbau-Kompagnic Nr. 39; Rcscrve-Eiscnbahnbau-Kompagnic Nr. 39. Felobahn-Betriebs-Kompagnie Nr. 196. Armee-Telc- graphen-Abteilung Nr. 2 der 2. Armee. Reserve-Fernsprech-Abtei- lung Nr. 41 des 41. Reservekorps. Fernsprech-Toppelzüge Nr. 83 und 197. Feldfliegertrnppe. Train: Train-Abteilung Nr. 18. Feld-Train-Eskadron des 7. Armeekorps. Korps-Brnckentrain des Gardekorps. Leichte Proviantkolonne Nr. 2 der 5. Kavalleric-Diviston. Fuhrpark. kolonnen Nr. 6 des 1. und 11. Armeekorps, Nr. 3 der 193. und Nr. 1 der 197. Jnfanterie-Tivision; Reserve-Fubrparkkolonncn Nr. 71 und 73 des 23. Reservckorps; Ueberplanmätzige Fuhrpark- kolonne Nr. 3 der 19. Landwehr-Division; Magazin-Fuhrpark- kolonne Nr. 142 der Armec-?lbteilung v. Strantz; Etappen-Fuhr- Parkkolonne Nr. 159 der II. Armee; Etappen- Magazin-Fubrpark- kolonne Nr. 66 der 9. Armee. Etappen-Pferdedepot der 11. Armee. Munitionskolonnen: Jnfanterie-Munitionskolonne Nr. 1 dos 1. und Nr. 3 des 2. Armeekorps. Artillerie-Munitionskolonncn Nr. 2 und 7 des 1., Nr. 7 des 11., Nr. 9 des 15. Armeekorps, Nr. 5 des 18. Reservekorps und(?) Nr. 9 des 29. Armeekorps; Reserve- Artillerie-Munitionskolonne Nr. 69 der 48. Reserve-Division und solche(?) Nr. 99 und 192 des 41. Neservekorps. Feldhaubitz- Munitionskolonne Nr. 4 der 1. Jnfanterie-Division. Fußartillerie- Munitionskolonne Nr. 6(ohne nähere Angaben). Etappen- Munitionskolonne Nr. 392 der Bugarmee; Leichte Etappen-Muni- tionskolonne Nr. 314 des Korps Bothmer. Samtäts-Formationen: SanitätS-Kompagnie Nr. 2 des 2. Ar- meekorps sowie Nr. 59 der 69. und Nr. 113 der 113. Infanterie- Division; Reserve-Sanitäts-Kompagnien Nr. 2 der 3. und Nr. 47 der 47. Reserve-Division. Feldlazarette Nr. 1(ohne nähere An- gaben), Nr. 19 des 1., Nr. 3 des 19. Armeekorps, Nr. 11 des Bes- kidenkorps, solches der 197. Jnfanterie-Tivision und Nr. 167; Rc- serve-Lazarette Braunsbcrg� und Neiße. Armierungs- und Straßenbau-Formationen: Armierung?- Bataillone Nr. 19. Nr. 26. 33. 3-1, 47. 66. 79. Straßcnbau-Kom- pagnien Nr. 16. 19. 37, 42. 83. Proviantamt des 17. Armeekorps. Feldpostexpeditionen der 193. Infanterie- und der 59. Reserve- Division. Bczirkskommandos Bremerhaven und Düsseldorf. ** * Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 223 wird ver- öffcntlicht, deren Inhalt wir bereit? gestern mitteilten. Ter Deutfche Arbeiter-Wandcrbund»Tie Naturfreunde«, Ortsgruppe Neukölln, veranstaltet am Sonntag, den 14. Nov., abends 6 llhr, in den Passagc-Säleii, Lergitratze 151. einen Lichtbilder- Vortrag mit dem Thema„Die vier Jahreszeiten im nord- deutschen Flachland«. Einlaßkarten a 39 Pt. sind bei den Führern und in der Gcschästsstelle, ferner im Holländischen Cass, Berliner Str. 14, und bei F. Kruse, Berlin, Mariannenslr. II, zu babcn. Sentscde» Theater. Direktion: Max Reinhardt. 71/, Uhr: Jfnrla Stuart. Sonnabend; Maria Stuart. Somita.g2ll,(kleinePreise): Hamlet. Kamm erspiele. 8 Uhr: Der Weibstenfel. Sonnab.: Der Weibstenfel. Sonntag 2'/, Uhr(kleine Preise): Die deutschen Kleinstädter. Tolksbtitane. Theater a. BDIowpl. 8 Uhr: Der Sturm. Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i. d. Königgrätzerstr, Heute geschlossen. Komodienhaus. 8 Uhr: Rausch. Berliner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. URANIA Taubcnstr. 48/40. 8 Uhr: Die Dardanellen, Konstantinopel und der Dosporos. Rose-Theater. s uhr: Des Vaters Schuld. Sonnabend 4 Uhr: Hänsel und Grete!. Walhalla-Theater. s uht: Das Kätlielien f. Heironn. Sonnabend, z. 1. Male: Die Loreley Theater für Freitag, 12. November. Metropol-Theater Deutsches Opernbaus Cbarlottbg. 7 Uhr: Tannhäaser. (Wolfram: Kammers. Plasohke.) Frledrich-WilhelmstSdt. Theater. Zum 1. Male: e uhr: Der Adele Bauer. o*br. Herrnfeld. Th.at.r & uhr: Bosenblatt's Geheimtip Kleines Theater. |-Tjh?; Der Prahlhans. Komische Oper. s uhr: Jung muß man sein Sonntag 3'/,: Gold gab ich für Elsen, Last spiel haus, 8'/, Dontls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr; FJnTasr Im Paradies. .nstspielhans, ■/, u.:BerrseliattL Diener iBsncht 8 uhr: Die Kaiserin Äa). Residenz-Theater 8-,.Uhr- Die Prinzessin m Dil. Schiller-Theater O. s uhr: Der G'wissenswurm. Schiller-Th.Charlottonbg. 8 uhr: Jugend. Thalia-Theater. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am NoIIendorfpI. 81/. Uhr: Immer feste drulT! Sonnt. 3'/, U.: Graf von Luxemburg. Theater des Westens Morg. Sonnab., m. Guido Thielscher 7■/, u.; Das Fräulein vom Amt. Trianon-Theater. 8-.u.: Bodos Brautsehau National-Theater. Ktfpcnlcker Straße 67/68. 8',«u.: s. M. der Dollar. Casino a Theater Lothringer Str. 37. Tägl. 8 llhr: Untergrundbahnh. Schönhauser Tor. Trotz deS grossen Erfolges! \ur noch kurze Zeit! Familie Schnafe. Seit August aus dem Spielplan. Sonnt 4 Uhr: Ter liebe Fridolin. Der bumoristisehe NoYember- Spielplan. ■ Sonntag:« 1 Nachm.- SVj Uhr-Vorst. I | KXPreis«! Kind, d. HiÜfte\ Possen-Theater S1/.(Folies Caprice) 81/« freund Loewe Seine€ante mit Haskel und Berlsch. Lessing-Tbeater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr: Don Juan. Sonnabend: Komödie der Worte. Sonntag: Komödie der Worte. Deutsches Künstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die sellgrc Exzellenz. ircusÜMisd* [Täglich 8, Sonnt. 31/, u. 8 Uhr: Der ? Yulkanniensch? [und die übrigen Schlager [des reichhalt. Programms 10 Uhr: Michel von Paula Busch. U. a.: „Germanlas Sieß". Tägl. 8 Uhr. Sonnt. S1� u. 8 Uhr. R. Steidl mit seinem Brief ans dem Schützengraben. Otto Rentier mit seiner Ballade von der Marmelade und der neue ergänzte große November-Spielplan. ReutersWecke —— 3 Sänt« 4 hlotf——— Buchhandlung vorwärts Reiebsbalien-Tbeaier. Stettiner SUnz-er. Zum Schluß: Ein Malrosen- bild von Meniel. Für Mililärper- sonen vollkouun. freier Zutritt zu d. Stell,«ängern. Ansana 8 Uhr. Hsrrsn» Mäntel Olsler.Palelols. lozOge verkauft große Herren-Kleider-Fabrik jetzt auch an Private. Stralauer Str. 42 43, ITr. | Sonntags 12—2 llhr geöftnel V oigt-Theater. Badstr 38. Badstr. SS. Freitag, den 12. November: Die Räuber. Sonntag 3 Uhr: Torn's Rest. Ab Montag: Tie Stunde kommt! Kllsseneröffnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Täglich; Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester rranz�ion.1 Anfang 8 Uhr. Eintritt 80 Pt Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen Xachmlttags-Konzert bei vollem Orchester und freiem Eintritt. Lerantw. Redakt.: Alfred Wielep». NeuMn. Jnleratentejl vergnt«. Ttz.w1-cke,BerllN. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchör.u.Verlagsanitalt Paul Singer L- Co., Berlin SW, Hierzu 1 Beilage u. Untcrhaltungsbl, Nr. 318. 32. IichkMg. SeilliU des LmW" Kerliiin UcksbIM. Freitag.!2. November 1915. Der Gefunöbeter-Prozeß. Tcr Fall, dcr den Tod der Hofschauspielerin Alice V. Arnauld fkiriffi, liegt ähnlich wie der der Behandlung der Frau Nuscha-Butze> Fräulein v. Arnauld litt an einer sehr silllveren Hautkrankheit, zu deren Besserung von Acrzlen verschiedene Mittel— Schwefelbäder, Bluttransfusion, Arien, Röntgenbestrahlung, Wasserumschläge— angeordnet waren, die teilweise eine erhebliche Linderung dcr Leiden herbeiführten. Durch Frau Buye wurde die Leidende veranlaßt, zu der„christlichen Wissenschaft" ihre Zuflucht zu nehmen. Dadurch kam sie in die Behandlung der Angeklagten Ahrens. Diese liest erst Fernbchandlung eintreten, besuchte sie dann wöchentlich, später täg- tich. Der Zustand der Kranken verschlechterte sich zusehends. Schließ-- lich wurde die Erkrankte durch Bekannte dein St. Norbcrt-Kranken- Hause zugeführt. Dort trat vorübergehend Linderung, dann der Tod ein. Im Krankenhause bat Frl. v. Arnauld noch Zeugenaussagen in� Bezug auf die„christliche Wissenschaft" und auf die In- anspruchnahme der Angeklagten unter anderen geäußert: „Wie konnte ich doch so töricht seilt? Aber, wenn man gesund werden will, da tut man alles Mögliche" und„wenn sie ge- lvustr hätte, daß sie so krank werden würde, hätte sie nie an die Llhrens sich gewandt". Auf ihre Klagen über Schmerzen habe die Ahrens stets geantwortet:„Die Materie kennt leine Schmerzen." Die Angeklagte AhrcnS führt zu ihrer Berteidigung an: Dcr jäh- zornige Charakter der Verstorbenen, ihre Todesfurcht hätten der Heilung entgegengestanden. Die Zuziehung eines Arztes habe sie nicht direkt verboten. Aber aus der Besprechung nril ihr habe die VxHtorbcne ersehen können, daß ihrer Ucberzeugung nach ärztliche Wissenschaft mit dcr„christlichen Wissenschaft" nicht Hand in Hand gehen können. Es sei unsere Christenpflicht zu helfen, denn Jesus habe gesagt:„Gebet hin und lehret das Evangelium und heilet die Kranken." Die Arbeit der Scientifisten sei kein Mumpitz. Honorar habe sie nicht gefordert. Erhalten habe sie 50 M. In der Verhandlung spricht sich die Pflegerin, Frl. Oesterreich, zugunsten der Angeklagten aus, in entgegengesetztem Sinne bekunden die iidrigcn Zeugen. Die Zeugin Oesterreich kommt auch auf einen seelisch-religiöscn Konflikt der Verstorbenen zu sprechen. Diese sei evangelisch geiaufl und aus Wunsch der Grostniultcr katholisch ge- sinnt gewesen. Einen Kaplan, dcr sie besuchte, habe sie nicht empfangen wollen, und sei dann aus der katholischen Kirche ausgetreten und in die evangelische wieder eingetreten. Im Gegensatz hierzu fleht die Aussage des Kaplans. Dieser hat die Verstorbene zunächst auf ihre Einladung hin besucht. Auch ist er von ihr noch iin Krankenhause wiederholt gerufen und hat ihr die Sakramente gereicht. Auch in den Fall Arnauld spielen TestamentSverfügungeu hinein. Tie allerdings nicht wohlbabcnde Verstorbene hat das Fräulein Oesterreich zu ihrer Erbin eingesetzt. Die Erbin bestreitet, jemals über solche Erbeinsetzung mit der Verstorbenen gesprochen zu haben. Im Gegensatz hierzu steht die Bekundung einer Zeugin Vogel, daß Fräulein Arnauld ihr im Krankenhause erzählt hat: als sie von Hause wegfahren sollte, habe sie ein Testament zugunsten der Oesterreich machen müssen. Steinhergs Krawattenakaöemie. Der bekannte Krawattenfabrikant, Kaufinann C. F. A. Stein- borg erschien am Donnerstag wieder als Beklagter vor der Kamme? 2 des Gewerbegerichts. Es handelte sich um die Fort- setzung des Prozesses, über dessen ersten Termin wir am 15. Oktober berichtet haben. Die Klägerin, Frau Kreist, syrderie vom Beklagten Steinberg die Rückzahlung des Lehrgeldes von 20 M. und 13,M0 M., die sie für Material gezahlt hat. Sie begründet ihre Klage damit, daß sie durch Sleinbcrg arglistig getäuscht worden sei, denn sie habe weder die ihr versprochene Ausbildung noch die ihr zugesagte lohnende und dauernde Beschäftigung erhalten. Zum Beweise für diese Behauptung wurden einige Zeuginnen ver- nonimen. Nach deren Angabc» ist die Sieinbergsche Geschüftspraxis im wesentlichen die: In hiesigen Zeitungen erlästr Steinberg Inserate, wodurch er Heimarbeilerinnen inchl, denen er guten Verdienst in Aussicht stellt und denen, loelche sich noch nicht auf Krawattenarbeit verstehen, Gelegenheit zm» ungenierten Anlernen verheißt. In einem derartigen Jnieral lverden gesucht: Damen besserer Kreise, welche das Kraivallcnnähen lernen ivollcn und prima Arbeiterinnen für die Arbeits- stnbe bei einem Wochenlohn bis 30 M.— Frauen, die. durch derart ver- lockende Aussichten angezogen, das Rrawatlennähen lernen möchten und sich deshalb bei Steinberg melde», bekommen einen Pro'pekt in die Hand gedrückt, mit dem sie nach Hause gehen können. In dem Prospekt empfiehlt Frau Gcrtrude Steinberg ihre Krawatten- okademie. wo gegen ein Lehrgeld von 20 M. das Krawattennähen in 11 Tagen gelernt werden soll. Wenn sich nun eine Refleklanlin an Frau Steinberg wendet, dann schließt diese einen Lehrverlrag mit ihr ab, läßt sich 20 M. Lehrgeld zahlen und der Unterricht beginnt. Ist dcr Lehrkursus zu Ende und die ..Ausgelernte" erwartet nun die lohnende und dauernde Beschäfti- gung, dann erfährt sie, daß Frau Steinberg nur Unter- r i ch t e r l c i l t, f ü r d e n s i e G e I d nimmt, aber keine Arbeil ausgibt, für die sie Geld zahlt. Die„Aus- gelernten", die auf lohnende und dauernde Beschäftigung hoffen. müssen sich an den Krawatiensabrikantcn C. F. A. Steinberg wenden, der zwar als Ehe m a n n, aber nicht als Geschäftsmann in Beziehung zu Frau G. Steinberg steht. Er betreibt die Fabrik, und die Akademie seiner Frau sowie deren Lehrdamen gehen ihn gar nichts an. Ob C. F. A. Steinberg überhaupt willens und in der Lage ist, lohnende und dauernde Beschäftigung, die er in Zeitungsinscraten verheißen hat, zu erteilen, das ist die wesentlichste Frage in diesem Prozeß. Die durch Frl. Dr. Gvbel voin Verein für Hcimarbeitreform ver- tretene Klägerin behauptet, dcr Beklagte habe weder die Absicht noch die Möglichkeit. Arbeiterinnen lohnend und dauernd zu beschäftigen. Er mache solche Versprechungen nur, unr Lehrdamen für dasJnstilul seiner Frau anzulocken. Dem Stein- bergschcn Unternehmen seies nur um die Erlangung des Lehrgeldes zu tun, Diese Angaben ivurden auch durch eine Zeugin be- stäligt, die aus Grund eines Inserats mit Frau Stein- berg in Verbindung getreten ist. Wie die Zeugin sagte. bat ihr Frau Steinberg wiederholt ausdrücklich ver- sichert, daß sie. die Zeugin, nach beendeter Lehrzeit auf eine sichere Existenz rechnen könne. Als Lehrgeld habe sie 20 Mark„deponieren" müssen, die sie, einem Passus im Lehrvcrlrage zuiolge, nach einer Beschäftigung von einem Vierteljahr wieder zurückerhalten sollte. Den Unterricht habe erst Frau Steinberg, später Herr Steinberg erteilt, der ihr gegenüber so schroff aufgetreten sei, daß sie zitterte, wenn er den Raum betrat. Nach beendetem Lehrkursus habe sich die Zeugin um Arbeit an Steinberg gewandt. Dieser habe kurz und unfreundlich auf ein Plakat gewiesen, auf-dem zu lesen stand, daß nur an bestimmten Tagen und Stunden Arbeit ausgegeben werde. Als sich die Zeugin zur be- slimmien Zeit einfand, habe ihr Steinberg ein halbes Dutzend Krawatten hingeworfen. An dieser Arbeil habe sie i n einem D r c i v i c r t c lr a g e 15 Pf. verdient. Nachdem sie dann dreimal vergebens wegen Arbeit hinbestellt worden fei, habe sie ein Dutzend erhalten, wofür sie 75 Ps. Arbeitslohn erhielt. Um diese Arbeit zu erlangen, habe sie 00 Ps. Fahrgeld ausgeben müssen. Ihr sei also ein Verdienst von 15 P s. übriggeblieben, wovon sie noch Garn und Licht zahlen mußte. Nach einem Viertel- jähr hat die Zeugin ihre„deponierten" 20 M. zurückgefordert, aber nicht erhalten. Ihr Manu hat deshalb Strasantrag gl Steinberg gestellt. Aehnliche Angaben machte auch eine zweite Zeugin. In lebhaftem Redefluß, den der Vorsitzende nur mit Mühe ein- dämmen konnte, trat Steinberg den Behauptungen der Klägerin und den Angaben der Zeuginnen entgegen. Energisch wehrte er sich da- gegen, daß sein Institut ein unreelles Unternehmen sei. ES könne nicht auf eine Stufe gestellt werden mit den Krawaltenlehranstalten, vor deren betrügerischem Treiben das Oberkommando vor kurzem öffentlich gewarnt habe. Was er verspreche, das halte er auch. Natürlich könnten die Damen, wenn sie 11 Tage gelernt haben, noch nicht als perfekte Arbeiterinnen angesehen werden und also auch nicht die in Aussicht gestellten hohen Löhne verdienen. Das könnten sie erst, wenn sie sich längere Zeit eingearbeitet haben. Das sage er jeder Dame, die bei ihm arbeite. Die Institute, tvelche versprechen, in 11 Tagen Krawattennäherinnen auszubilden, beruhen auf Schwindel. Vorsitzender, I u st i z r a t M a r k u s e: Aber in Ihrem Prospekt steht doch:„Dcr Unterricht dauert 11 Tage." Steinberg: Das bezieht sich auf das Institut meiner Frau, aber nicht auf meine Fabrik. In seinen weiteren Ausführungen bemühte sich der Beklagte, sich als den redlichen Mann hinzustellen, der von übelwollenden Leuten verfolgt werde. Nachdem man ihn jahrelang in Ruhe ge- lassen habe, eröffne jetzt der Verein für Heimatarbeilrcform eine Verfolgung gegen ihn. Dieses Vorgehen sowie die Presseberichte über den vorigen Termin hätten bereits sechs Klagen zur Folge gehabt, die in Moabit gegen ihn erhoben worden seien. Er selbst habe auch eine Klage gegen den „Vorwärts" eingeleitet.—. Steinberg erbot sich, zu beweisen, daß er die in den Inseraten gemachten Versprechungen erfüllt habe. Hierauf bemerkte dcr Vorsitzende, Steinberg' solle Zeuginnen benennen, welche bei ihm annähernd 30 M. wöchentlich verdient haben. Steinberg: Das habe ich den Heimarbeiterinnen nicht versprochen, sondern nur perfekten Werkstubenarbeiterinnen. Vorsitzender: Sie haben lohnende Arbeit versprochen. Wie hoch ist denn ihrer Meinung nach ein lohnender Verdienst? Stein berg: 18—20 M. ivöchentlich. Vorsitzender: Das halten Sie sür einen lohnenden Verdienst? Tie Verhandlung wurde hierauf vertagt und dem Beklagten Steinberg aufgegeben, Zeuginnen zu benennen, die bei ihm als Heimarbeiterinnen 18—20 Wochenlohn verdient haben. Das dürfte ihm jedenfalls nicht leicht fallen. MMWAWMWWAWWWMMMUGZMM Parteigenossen! Lerbt in Bekanntenkreisen für Euer Blatt, den .Vorwärts" ig gegen /lus Groß-öerlin. Die Schwemefleischpreife. Uns wird geschrieben: Zur Regelung des Verkaufspreises für Schweinefleisch soll Zeitungsberichten zufolge in einer Versammlung der Berliner Flcischcrinnnng die Mitteilung gemacht sein, die Stadtvertval- tung habe sich damit einverstanden erklärt, daß von nächster Woche ab die Fleischer berechtigt sind, Schweinefleisch zum Einheitspreise von 1,-W M. pro Pfd. zu verkaufen, und um einen einheitlichen Preis zu erlangen, zu den besseren Fleisch- sorten ein bestimmtes Ouantunl geringerer Sorten wie Spitz bein oder Kopf als Beilage zu geben. Es ist durchaus mv richtig, daß die Stadtgenieiude eine derartige Ermächtigung erteilt hat, schon aus dem einfachen Grunde, weil sie zu einer solchen überhaupt nicht befugt ist. Räch der am Freitag in Kraft tretenden Verordnung zur Regelung dcr Preise sür Schlachtschwcine und für Schweine- fleisch darf auf dem Berliner Schlachtviehmarkte für Schweine der Klasse v, d. h. solcher im Gewicht von 160—200 Pfund Lebendgewicht, kein höherer Preis als 1,— M. pro Pfund Lebendgewicht gezahlt werden. Andererseits ist der Ladenschlächter gehalten, rohes Fett nicht über 1.80 M. und rohes Fleisch nicht über 1,40 M. pro Pfund zu handeln. Die Gemeindcvorstände sind be- rechtigt, unter Festhaltung dieses Höchstpreises von 1,10 M. für die besten Fleischstücke, geringere Preise sür Teile mindern Wertes festzusetzen. Der Einkaufs preis für das lebende Schwein vermindert sich, sobald der Fleischer nicht Schweine im Gewicht von 90 bis 100 Kilo gramm, sondern leichtere Tiere schlachtet, da für diese nur ein Lcbendgewicht-Höchstpreis von 0,85 bezw. 0,70 M. pro Pfund festgesetzt ist. Ebenso stellen sich Sauen unter den Satz der Klasse D, da sie nur zu einem Höchstpreise von 0,95 M. ge handelt iverden dürfen. Nach den Ermittelungen über das Lebendgewicht der in Berlin gchandelten Schiveinc er gibt sich aber für die letzten Wochen ein Durch- schnittsgewicht von 180 Pfund, das heißt durchschnittlich wurden Schweine der Klasse D zu einem Lebendgcwichtpreis von einer Mark pro Pfund geschlachtet. Von dieser Tatsache mußte der Magistrat bei der Prüfung dcr Tatsache ausgehen, ob und eventuell welche Höchstpreissätze er für die gering- wertigcn Teile des Schweines vorschreiben sollte. Die an- gestellten Kalkulationen ermöglichen es bei den bestehenden hohen Unkosten überhaupt nicht, irgendwie nennens- werte Preisunterschiede vorzuschreiben, lvenn dcr Fleischer auf seine Kosten kommen soll. Anders läge die Sache, wenn das Gesetz den Gemeindebchördcii das Recht ließe. sür gclvissc besonders wertvolle Stücke, wie sie bisher in den wohlhabenderen Stadtgcgendcn vielfach verkauft sind, einen höheren Preis als 1,10 M. zuzulassen. Es besteht die Befürchtung, daß der Fleischer, falls ihm bchörd- licherseits ein zu niedriger Preis vorgeschrieben lvird, die Fette und andere Teile des Schweines verarbeitet, um an ihnen einen höheren Verdienst zu erzielen und sich so für anderweit entstehende Verluste schadlos zu halten; ein allgemeiner Höchstpreis für verarbeitetes Fett und Schmalz ist bekanntlich in dcr BundcsratSverordnung nicht vorgesehen. Der Fleischer ist aber schon heute in der Lage, geringivertigerc Stücke zu einem niedrigeren Preise zu verkaufen, falls er leichtere und daher billigere Schweine einschlachtet, ein Vor- gang, der allerdings vom allgemein volkswirtschaftlichen Standpunkte, der dringend die Schonung der leichten Schweine verlangt, nicht erwünscht sein kann. In städtischen Kreisen hat man sich vorerst dahin schlüssig gemacht, die EntWickelung der Dinge an den nächsten Markt- tagen abzulvartcu. Schon heute kann gesagt werden, daß der Fleischer in dcr Lage ist, Schweinefleisch der geringeren Klassen auch in einzelnen Teilen zu einem geringeren Preise als 1,40 Nk. zu verkaufen. Ergibt sich aus dcr Gewichts- feststcllung dcr nächsten Markttage, daß tatsächlich in Berlin in erheblichem Maße diese geringeren Sckstveine zur Schlachtung gelangen, so ist nicht zu zweifeln, daß der Magistrat entsprechend auch niedrigere Höchstpreise für die gering- lvcrtigcrcn Waren festsetzen wird. Ebenso sind diese niedrigen Höchstpreise berechtigt, falls hinreichend Schweine auf den Markt kommen und infolgedessen es nicht crsordcrlich ist, den Höchstpreis für das lebende Tier zu zahlen. Extrafutterration für Pferde. Der Magistrat Berlin beabsichtigt, in der Zeit vom 16. bis 30. November d. I. eine einmalige Verteilung von inländischer Roggen- bezw. Weizenkleie an die Pferdehaller vorzunehmen, und zwar sollen für jedes Pferd 30 Pfund Kleie zu dem durch Bundes- ratsverordnung festgesetzten Preise abgegeben werden. Die Ausgabe der Kleie geschieht auf Grund von Anweisungen, die im Bureau dpr Ein- und Verkaussgenossenschaft der Berliner Molkereibesttzer, hier X. 1, Novalisstr. 5, vormittags von 8—12 Uhr gegen Vorlegung der vom Magistrat ausgegebenen Kleiescheine und gegen Bezahlung des Kaufbetrages verteilt werden. Das übrige ergeben die Veröffent- lichungen an den Anschlagsäulen. Bom Spiel in den Tod. Beim Spielen ertrunken ist gestern nachmittag der 14 Jahre alte Schüler Johannes Blazeiewski aus der Reuchlinstr. 2 a- Der Knabe spielte mit mehreren anderen vor dem Hause Kaiserin- Augusta-Allee 7 am Spreeufer Zeck. Hier befinden sich mehrere Kiesplätze, vor denen das Wasser tief ist und das Ufer ziemlich steil abfällt. Im Eifer des Spiels kam Blazeiewski dem Uferrande zu nahe und fiel ins Wasser. Als er wieder auftauchte, versuchte ein Spielkamerad, ihm noch die Hand zu reichen, um ihn wieder aus das Ufer zu ziehen. Vor Schreck und in der Todesangst sah er aber wohl diesen Rettungsversuch nicht mehr. Dann wurde er gleich vom Ufer abgetrieben und ging bald wieder unter. Erst jetzt holten die anderen Kinder einen Schiffer herbei, der mit seinein Kahn nicht weit ab von der Unglücksstelle lag. Der Mann suchte mit seinem Beiboot die Umgebung noch länger ab, der Verunglückle kam aber nicht mehr zum Vorschein. Seine Leiche ist noch nicht gefunden._ Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich durch das Scheuwerden zweier Pferde Donnerstagvormiltag vor dem Hause Hauptstr. 80s. in Tegel zugetragen. Durch das Geräusch, das beim Beladen eines Müllwagens entstand, wurden die Pferde eines vor dem Müllwagen haltenden Wagens der Schultheißbrauerei scheu, sprangen aus den Bürgersteig und verletzten zwei nahe der Bordschwelle vorüber- gehende Kinder. Das eine Kind hat scheinbar recht bedenkliche Ler» letzungen erlitten. Beim Warten an dcr Freibank vom Tode überrascht wurde am Mittwoch morgen die 65 Jahre alte Ehefrau Marianne de? Renten- empfängers Andreas Whsieckc aus der Chodowieckistraße 41. Die Frau, deren beide Söhne im Felde stehen, ging öfter nach der Frei- vank des städtischen Schlachthofes in dcr Thaerstraße. um billiges Fleisch zu kaiffeii. Die betagte Frau brach in der Nacht zum Mitt- woch schon um 1 Uhr auf und stellte sicd in die lange Reihe der Wartenden. Gegen 7 Uhr wurde sie plötzlich besiimuiigslos und bracki zusammen. Wahrscheinlich hat sie der Schlag gerührt. Im Krankenhause am Friedrich-shain konnte der Arzt nur noch den Tod feststellen. Ei» schrecklicher Straßeiiunfall ereigneie sich gestern vormittag kurz nach 11 Uhr im Norden Berlins. Der 17 jährige Straßenfeger Georg Stock wollte vor dem Hause Jnvalidenstr. 110 die Hinter- Plattform des Triebwagens eines vorbeisahrenden Zuges der Straßen» bahnlinie 51 besteigen. Dabei glitt er vom Trittbrett ab, fiel und geriet unter den Beiwagen und wurde überfahren. Beide Füße wurden dem Bedauernswerten über dem Knöchel abgequetscht. Der Verunglückle wurde in sehr bedenllichem Zustande nach dem Lazarus- Krankenhause geschafft. Die Berliner Feuerwehr hatte am DonnerSiag einen größeren Brand in dcr Manlcuffclstr. L5 zu löschen, wo im rechten Seilen- flügel der große Fcstsaal von Behrcnd in Flammen stand. Es brannte das Zwiscbcngebält mit dem Dachgeschoß und�im Erdgeschoß die Garderobe solvie im ersten Stock Kisten, Türen, dcr Fußboden u. dergl. Die Feuerwehr hatte mehrere Stunden mit dcr Löschung und Auftäumung zu tun. Das zweite KriegsverzeichniS der Fernsprechteilnehmer von Groß- Berlin. Von dem Verzeichnis der Teilnehmer an den Feriisprech» netzen in Berlin und Umgegend hat die Kaiserliche Obeipostdireltion eine neue Ausgabe hergestellt, die Mitte November verteilt werden wird. Das neue Verzeichnis ist das zweile, daS seit Ausbruch dcS Krieges erscheint, nachdem zum erstenmal im Kriege im Januar 1915 eine Neuanslage ausgegeben worden ist. Das neue Buch unifaßt t281 Seiten. Der Krieg macht sich insofern bemerkbar, als mannig- fache Anschlüsse von Kriegsgeiellschaften, Kriegsausschüssen usw. auf- genommen sind. Der Kampf um die erste Stelle in dem Buche scheinl endgültig zugunsten der Aaba-Expreß-Buchdruckerei entschieden zu sein. In der letzten Ausgabe hatten sich zwei Unternehmungen diesem vorgeschoben. Eine setzte vor ihren Phantasienainen drei A. A. A., die andere nannte sich A Tempo. Beide Anschlüsse er- scheinen in dem neuen Verzeichnis nicht mehr. Ms öen Gemeinden. Stadtvcrordnetcnwahlen in Charlottenburg. Sonntag, den 14. November, vormittags 11 Uhr bis nachmittags 5 Uhr finden in Charlottenburg die Wahlen zur Stadtverordneten- Versammlung statt. Eine besondere Benachrichtigung der Wähler per Karte durch den Magistrat findet diesmal nicht statt. Die Wahlen gehen unter dem Zeichen des Burgfriedens vor sich. Die Parteien haben sich infolge- dessen gegenseitig verpflichtet, Gegenkandidaten nicht aufzustellen. Die Kandidaten unserer Partei sind: Am 1. Bezirk der Stadtverordnete Heinrich Bogel. A b st i m m u n g s b e z i r k �: Westend und Spandauer Berg. Wahllokal: Restaurant Klabundc, Spandauer Chaussee, Ecke Kastanien- Allee. Ab sti m m n Ii g s b c z i r k B: Schlohviertel 4 und 5. Wahllokal: Restaurant Haseloff. Potsdamer str. 0. A b st i m m u n g S b c z irk 0: Stadtbezirke 6, 8 und 9, Schloß- Viertel. Wahllokal: Restaurant Erstling. Am Bahiihoj Westend 2. Am 3. Bezirk dcr Sladtvcrordncte Tr. Bruno Borchardt und dcr Schlosser Max Zu ein. v A b st i in m u n g S b c z i r k A.: Stadtbezirk KalowSwecder, Am Noniicndam. Am Königsdamm nördlich und lüdlich. ätz.n h l l.o f a.lV"" Turnlinlle der tAciiieindeschulc V.. Kaiseiin-Augusta-Allee 71.,'' A b st i in in u n g S b e z i r l B.: Stadtbezirk pjchstmcketifesd.c." W lokal: Ernst, Reuchlinstr. 0._-'„. A b st i m m u Ii g s b c z i r k 0: Stadtbezirke' Hajbinsal l�lkiid .....:„Helmholtzquelle", Helmhökzstrt 21., :a� Wahllkali„Heunyoitzqueue",.ycrmyoizint 21..>VvV\-vv A b st i in müngs bezirk D; Städlbezirkd'Subow 3 und 4.: 55 o 61» lokal! Schloßparl-Restaurant, Berliner Sir. LI�Ecke Linsciiplatz. O Im 5. Bezirk der Stadtverordnete Wilhelm Richter. St b st i m m u n g s b e z i r k A: Stadtbezirke Lühow 1 und 2. Wahllokal: Restaurant.Prinz Luitpold", Berliner Str, 46. Abstimmungsbezirk B: Stadtbezirke Innere Stadt 2 und 3 Hochschulviertel 7. Wahllokal: Restaurant Haustein, Krummestr. 65. AbstimmunaSb ezir k C: Stadtbezirke Innere Stadt 4 und 5. Wahllokal: Ncslaurant Sens, WIlmersdorser Str. 157. Bin 0. Bezirk der Stadtverordnete Alfred Welk. Abstimmungsbeziri A: Stadtbezirke Innere Stadt 1 und 11. Wahllokal: Restaurant Einspom, Pcstalozziflr. 25. A b st i m m u n g s b e z i r k B: Stadtbezirke Innere Stadt 6 und 7. Wahllokal: Restaurant Reimer, WilmerSdorfcr Str. 21. Ab st i m m u n g s b e z t r k C: Stadtbezirke Innere Stadt g und 16 Wahllokal: Restaurant srüher Wcrnickc, Bismarlkstr. 38, Ecke Scscn heimer Straste. Es ist Pflicht aller Parteigenossen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Stadtverordnetenwahlcn in«chöneberg. Am Sonntag, den 14. November, von mittags 12 Uhr bis nachmittags 5 Uhr finden in Schöneberg die ErgänzungSwahlen zur Stadtverordneten- Versammlung statt. Gelvähll wird in nachfolgenden Bezirke der dritten Abteilung: Im 2. Wahlbezirk, der von den Liberalen vertreten ist, bat die organisierte Arbeiterschaft davon Abstand genommen, einen eigenen Kandidaten aufziistelleu. Tie Sozialdemokratie übt daher in diesem Bezirk Stimmenthaltung, 3. Wahlbezirk. Kandidat der Sozialdemolratie: Etadtverordneler ltiustav Hossmann, GledUlchstr. 14. Der Bezirk urnsastl die Slrasjen: Akazicnstrastc, Bclziger Str. 65—66, Eiledilschstr. 1— 21,(Lolvslraste,«Ärunelvaldstr. 12— 16 u. 78—102, Lcr- längerlc Klcditschstrastc, Vorbergstrasje. Wahllokal: Restaurant von Hardt, Vorvergstr, 8. 4. Wahlbezirk. Kandidalen der Sozialdemokratie: Sladtv. Crnst Obst, Martin-LutherSir. 69, und Stadls. Eduard Bernstein,?.>!artin-Lutber-Str. 59. Der Bezirk«nnsaht die Strahen: Am Msthlenberg, dem Rathaus, Am See- park, Apostel-Paulus-Slrestc, Badcniche Straste, Belziacr Sir. 1—24, Bozciicr Slraste, Ehrwaldcr Straste, üiscnachcr Str. 42— 82, Gothacr Straste, Inns» brucker Str. 1—17 u. 43—58, Klirstrah«, Kusstetner Sir. 1—16 und zwischen Badenschcr und Frbr.-vom-Stein-Strastc, Marlln-Luther-Str. 25—50 u. 67—75, Meininger Straste, Meraner Platz, Merancr Straste, Merseburger Straste, Rudoli-Wilde-Platz. Salzburgcr Straste, Stciuach-r Straste, Sterzinper Straste, Waohäuseler Straste, Wartburgttraste. Wahllolol: Restaurant.Zum Nordstern", Martin-Luther Str. 30, 2. 1—3, feurig- 7. Wahlbezirk. Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Wilhelm Fintel, Bessemerstratze. Der Bezirk umsastt die Straste»: Brunhitdstraste, Gestlerstrastc. Hohew friedbergslrastc, Kolonncnstr. 32— 66, Kricinbildstraste, Mililärsiskaltsche' tlraste, Monumentenstr. 1—14 u. 31—39, Siegsriedstraste, Wahllokal: Restaurant von Wiittopf, Monumentenstr. 23/34. 8. Wahlbezirk. Kandidat der Sozialdemokratie: Siadlverordncler Albert Wvlframm, Gleditschstr. 19. Der Bezirk unisaht die Slrastcn: Kotenstrastc, Sedanstrastc. Wahllokal: Restaurant„Zum Goten", Golenstr, 1. V. Wahlbezirk. Kandidat der Sozialdemokratie: Stadtverordneter Otto Reiche, Hobensriedbergstr, Der Bezirk nmiastl die Strasten Cheruskerstraste, Ebcrsstr. i—a, a straste 1— 24 u. 53—68, General-Papc.Straste. Giiuav-Müllcr.Platz, Gustav Miiller-Slraste, Herberlslraste, Kaiser-Wildclm-Platz, KönigSwcg 1—42 und Oftseite nördlich der Ringbahn, sowie Westseite zwischen Bcrbtndungs- und Ringbahn, Kolonncnstr. 1—31, Lcuthenstraste, Rogbachstraste, Torgaucr Straste. Wahllokal: Restaurant„Goldener Schlüssel", Kolonnenslr. 8/9. Andere Kandidatei, kommen süc die organisierte Arbeiterschaft nicht in Betracht. Die Wähler wollen sich zeitig und zahlreich an der Wahl beteiligen. Gewählt wird nach den im porigen Jahre aus- gelegten Wählerlisten._ Mzs aller Welt. Ein Gattcnmord. In Neustadt bei Pinne erstach ein Fleischer seine junge Frau, weil sie ihm die Herausgabe von Geld ver- weigerte, nachdem er kurz vorher in Berlin das von seiner Frau für Näharbeiten verdiente Geld durchgebracht hatte. Der Mörder wurde verhaftet. Feuersbrunst in Graubiinden. Wie gemeldet wird, zerstörte in O b e r s a r e n in Graubünden eine Feuersbrunst 14 Wohn- Häuser, sowie das Postgcbäude und das Hotel Piz Mundaun; IS Familien sind obdachlos. Großfcuer in den Bethlehem- Stahlwerke». Eines der grostten Maschinengebäude der Bcthehem Steel Company, daö Kanonen und Kriegömaleriai im Werte von vielen Millionen Dollars enthielt, ist durch Feuer vernichtet worden. Man glaubt, daß mutwillige Brandstiiiung vorliegt. 300 Arbeiter konnten sich nur mit Mühe und Not retten. Ein neuer HccrcSlicfcrungSprozcß in Paris. Vor dem Pariser Kriegsgericht hat ein neuer HeereslieferungSprozeh begonnen, der grosteS Aufsehen erregt. Angeklagt ist die französische Gesellschaft „Morus Fran�aiie", die mit der Lieferung von fünf Millionen Kilo- gramm Stockfisch beauftragt wurde uiid sich dabei Schwindeleien zuschulden kommen liest, so dast der Staat einen Schaden von 130000 Frank erlitt, �n die Taschen von zwei Ver- waltungsräten flössen bei diesem einträglichen Geschäft 264 000 Frank. Beide sind angeklagt, das Geld unrechtmüstig verdient zu haben. parteiveranftattungen. Groh-Lichtcrfclde. Insolge der Versüpnng des Oberkommandos in den Marten, wonach auch nicht öffentliche Versammlungen 48 Stunden vor Beginn derselben angemeldet werden müssen, kann die sür Freitag an- gesetzte Versammlung nicht stattfinden. Jugenüveranftkltungen. Neukölln. Heim l, Fuldastr. 55/56. Für die Besucher des Heim I findet Sonntag, den 14. November, eine Besichtigung des Neuköllner Eleltrizitätswerkcs statt. Treffpunkt ll1 10 Nhr am Hertzbergplatz. Die Besichtigung beginnt pünktlich um 10 Uhr. Briefkasten üer Reüaktion. P. Tch. 777. 1. Nein. 2. Auch gegen eine Bescheinigung diirsen Sie die Sachen nichl aushändigen, denn die Erben»erlangen die Sachen von Ihnen.— M. H. 100. Die Herrschast must für die weiteren Kurkosten auskommen.— A. B. 43. Die Arbeiter haben ielbstverständtich Anspruch aus vierzehntägige Kündigung. Eine Entscheidung, wie die vom Meister angegebene, hat da« Gewerbegericht ntchl gefällt.— 8. B. 20. Ja. — F. M. 34Ö, Neukölln, i. Die Emschädigung wird vom Tage de? Stellung deS Antrages gezahlt; Kriegsmonate werden niÄt doppelt g&» rechnet. 2. Nach Ablaut der Zeit kann der Anlrag erneuert werden. 3. Die Unterstützung wird bei einem Wechsel des Ausenthaltsortes weiter gezahlt, 4. Ja.— B. Ai. 40. Wenn Beiträge an die Krankenlasse nach der Einberufung des Ehemanns nicht weitergezahlt wurdcn und wenn die Erkrankuiig nicht innerhalb drei Wochen nach dem Ausscheiden aus der Krankenversicherung crsoigte, so besteht kein Anspruch aus Krankengeld.— K. 100. Eine nochmalige Musterung von der� Obcrersatzkommiision ist immerhin nicht ausgeschlossen.— B. N. 28. sie gelten jetzt als dienst- tauglich für die Jnsanteric.— Gertrud Klavp. l. Die Uiiterllütznug wird überwiesen. 2. Der Mann must Alimente sür das Kind zahlen. 3. Die Beslrasung kann nur aus Ihren Anlrag crsolgcn, wenn die Ehe deshalb geschieden ist.— R. 61. X. Nein. 2. Nein, dazu bedarf es erst der Zustimmung des Reichstags.— X. Ja. — Fred 43. Nachmusterung wird nicht mehr erfolgen. Sie sind nur für garuisondienstsähig erachtet worden.— M.®. 23. Sic müssen«mächst einen beruiungisäbigen Bescheid von der BerutSgcnosscnlchasl erhalten, dann erst können Sie dagegen klagbar werden. Mahnen«ie nolbinuls bei der Bcrussgenofsenschast um Erteilung des Bescheide».— A. B. 76. Ja. WKanil[i.CenieintlE-ii.Staalsafti. Filiale Orolt-Berlln. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Paul Eileisberg von den Berliner Markthallen. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, de» 12. November, nachmittag» 31/, Uhr, vom Heilands» Kirchhos in Plötzensee, auS statt. Um rege Beteiligung bei der Be- itattung des Kollegen ersucht 36/5 lZie 0rt«»er«sltung. ZeulralvertiMil flerleilerarheltef i und-Artieiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin I. Den Kollegen zur Nachricht, dast unier Mitglied, der Hand- schuhmacher ft-ieäridi Nischke am 9. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung siude! Heu c Freitag, nachmittag» 3 Uhr, in FricdrichShagen von der Halle aus statt. 137/12 Um rege Betetltgung ersucht Der Borstand. Vsrn'altluitr JUerlln. Teb-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungeftraste 30 Die Hezirksversammlungen der KinsetTer finden Tonntag, den 14. November, vormittag» 10 Uhr, in den bekannten Lokalen statt. Dienötag, den 16. November, abends 8 Uhr, im I-lval-Biaslno, Wetchsrlstr. 8 s Gemeinsame ISezirhsverfammlung der Sau- nnd Möbeltischler Keuhötlns. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Genossen Itlttei- über„KriegbeschSdigtenfllrsorgc". 2. Diskussion. 2. VerbandSangelegenheiten. 96/4 Dl« Qi»t»v«i-valti»aN. SINGER NÄHMASCHINEN für ÜJausgebrnucl» und für den Erwerb. Zu haben in den Läden mit nebenstehendem Schild oder durch deren -------------------- Agenten.===== Singer Co. Nälunasciiinen Act. Ges, Filialen In allen Stadtteilen. �ounftenvercin „Die Naturfreunde�!! Ortsgruppe Berlin. Sitzangen jedou vierten Mittwoch im Monat Im„Berliner Klnbhuuti", Okmstr. 2. Bunter Abend zur Feier des 7. Gründungsfestes am Sonntag, den 14. November 1915 In den„Pharus- Sälen"(groQcr Saal), Müllerstr. 142. Slandolinen- nnd Gitarrenkonzert unter Leitung ihres Dirigenten Herrn R. Hildebrandt. Elcdcr zur Eaute, Zlthersolo, Theater, Bezitationcu, Volkstänze. ErStfnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Garderobe 20 Pf. Programm SO Pf. 2/14 Die Ortsgruppenleitung. Dienstagabend verschied nach langem Leiden meine liebe Frau, die gute Mutter ihrer Klndcr, Frau A Anna ICoch geb. Bonat im Alter von 34 Jahren, In ttescm Schmerz Der trauernde Gatte Ebrlstlaa Koch Sohn Walter u. Tochter Erna. Beerdigung Soiinabcndiiachm. 2'l.j Uhr aus dem Neuköllner Elc- mcinde-Friedhos, Martendorser Weg. m tss Wichtig für Herren! Wegen Einberufung! sollen schnellstens nnd nach MaO Ulster, Paletots, Anzüge, fertig im Einzelverkauf von Erster Herrenkleider-Fabrik ausverkauft werden. Verkaufszeit 10—6, Sonnabends 10— 8, Sonntags 12—2. süolkcnmarkt 7-8, IV., Ecke Etergasse. Fahrstuhl. , illgem. Grtskrankenkasse für den Stadtkreis Charlottenburg. Bekanntmachung. Vom 1, November 1915 ist die Zahlung cliie» Fomiliensterbe- gelbe» beim Tode des Ehegatten oder eines Kindes bi« zu 14 Jahren eines Kassenmitgliedes nach den in A 31 Absatz 2 der Satzung angege- denen Sätzen wieder eingeführt worden. Von dem gedachten Tage ab wird ferner das Krankengeld so- wie das Hausgeld nicht mehr wie bisher für jeden Arbeitstag, sondern sür jeden Kalendertag mit Aus- nähme der Sonntage gezahlt. Eharlottenburg, 10. November ISIS. Ter Kassenvorstand. gez. AhrenS. 272/3 Rotkohl. Weistkohl und Kohl- rüben stehen zuui Verlaus Güter- bahnhos Halensce. 96/10 Max Frankel, (Charlottenburg. Amt Wilh. 6709.) Verkäufe. LesohSttsivit 8'/,— 7'/. Peek& Cloppenburg BeRLIN C Gertnudtenitr. 25-28-27 Neue gemusterte SaHKo-Anzüge für Harren. Fertig am Lager: Nr. 26281. Dunkelgrüner gemusterter Cheviot-Anzug z«W Nr. 21317. Dunkelbraun, gemust Cheviot-Anzug Nr. 21308. Dunkelgrauer fein gestreift Cheviot-Anzug ,'�W Nr. 26186. Blaugrün getönter, ganz mod. Cheviot- Anzug�l Nr. 25872. 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Meldung beim Polier Kazorla.__ 96/11 Rammmeister« Zimmerpoliere, Zimmerleute, Maschinisten für den Betrieb von Rammen, Grcisbaggern und Dainpswinden werden zum sosortigcn Antritt sür Kriegsaibeitcu in Russisch-Poien ge» sucht, Bewerbungen sind sosort zu richten an Julius Berger, Ttesbau- A,-G., Berlin W 9.