Ar. 317.-M. Jahrg. flbonr.ementS'Bedlngungen: BSonncmeiüä• DreiZ ttänutnetoitb«» kierleljädrl. SSO MI. monatL 140 M4, wöchemlich 2S Psg. sie, ir.S Hau», Einzelne Nummer o Big, Sonntag». Nummer mit iHuftriraet Sonntag«. Beilage.Die Neue Seil' 10 P°v eiteren Ausbazi der Sozialpolitik. Wenn die Arbeiterschaft in den anderen Ländern auf dem gleichen Boden den gleichen Zielen zustrebt, wenn man von der Vorstellung sich frei macht, daß Deutschlands Zerstörung die Voraussetzung sreiheit- licher Entwickelung sei. dann können wir da« freudig begrüßen. Wie kein anderes Volk hat die deutsche Arbeiterschaft seine internationale Jntereffensolidarität praktisch bekundet. Das sollte man nicht über« sehen und sollte berücksichtigen, wie verbitternd eS wirken muß, wenn man uns nun schmäht und verdächtigt. Unser Solidaritätsgefühl und unseren Friedenswillen in Zweifel zu ziehen, hat nach unserem bisherigen Verhalten niemand ein Recht und allgemein sollte man auS der Erkenntnis, daß gewerkschaftliches Streben und Sozialpolitik die beste Quelle der Volkskraft sind, die erforderlichen Schlußfolgerungen ziehen— ohne unsere Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und sonstigen Versicherungen, ohne unser« öffentliche Hygiene und vor allem auch ohne das durch die Arbeiter« bewegung geförderte PersönlichkeitSbewußsein des deutschen Arbeiters wäre das Volk nicht zu solcher Kraft- entfaltung fähig gewesen, die es der Welt in diesem Kriege be- wiesen hat. Im Anschluß hieran möchte ich noch einen Punkt streifen, der bei dem Widerstand gegen gewerkschaftliche Forderungen eine gewichtige Rolle spielte. ES ist die Behauptung von der angeblichen Untergrabung unserer Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt als Folge sozialer Lasten. In Wirklichkeit bedeuten Aufwendungen für soziale Zwecke keine Belastung, es sind vielmehr d i e fruchtbarsten Kapitalanlagen. Die mit den Kosten der Sozialpolitik gehobene und vor ftühzeitiger Zerstörung gerettete Bolkskraft steht in gar keinem Verhältnis zu den Aufwendungen. Im sogenannten freien Spiel der Kräfte wird Volkskraft nutzlos ver- geudet; vernünftige Sozialpolitik steigert ihren Nutzwert. Deutsch- land steht mit seinen Ausgaben für Sozialpolitik an der ersten Swllc. Seine wirtschaftlichen Grundlagen sind damit nicht erschüttert, sondern in ungeahnter Weise gesteigert worden. Diese Tatsache hat der Krieg uns und aller Welt deutlich offenbart. Auch diese Lehre muß nutz- bar werden! Unsere Organisationen, unsere Sozialpolitik sind des deutschen Volkes allerbeste Nähr- und Kraftquellen I Düwell, Kriegsberichterstatter. vom v vootkrleg. London, 14. November.(W. T. B.) Lloyds berichtet: Der britische Dampfer«Sir Richard A w d r y" ist ver- senkt worden. Rom, 14. November.(W. T. B.) Meldung der Agenzia Stefani. Nachrichten aus Kreta besagen, daß der Dampfer ,,B o s n i a"(Ä61 Tonnen, Navigauzone Generale Jtaliana) bei der kleinen Insel Cande südlich Kl:eta durch ein I7.Boot mit österreichischer Flagge versenkt wurde. Die Besatzung und die Fahrgäste gingen in vier Boote, von denen drei bis- her die Insel erreichten. Das vermißte vierte Boot wird ge° sucht. Die Geretteten üer �ncona�. Rom, 14. November.(W. T. 23.) Messagero meldet: Nach den von der Auswanderungsbehörde überprüften An- gaben wurden von den SO? Fahrgästen und Mannschaften der „Ancona" 299 gerettet. Die Zahl der an Bord befind- lichen Amerikaner beträgt 19, davon wurde einer ge- rettet._ Süöafrikanische Truppen gegen Gftafrika! Kapstadt, 14. November.(W. T. 83.) Meldung des Reuterschen Bureaus. In einer Rekrutierungskonferen;, sagte SmutS, daß 10 000 Mann südafrikanischer Truppen nach Ostafrika geschickt werden sollen. Die Alliierten, sagte der Minister, hätten alle Hände voll zu tun. Man könnte von Großbritannien nicht erwarten, daß es für alle Feldzüge der Welt Mannschaften zur Verfügung stelle. Johannesburg, 14. November.(W. T. B.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. SmutS wird das Kontingent befehligen, das nach Deutsch« Ostastika geschickt wird. Wenn nötig, wird die Union LS 000 Mann entsenden. /tos Englanü. Soldatrnwerbung unter Gewerkschaftsfahncn. Am 7. Novem- her haben die an der Rekrutenwerbung teilnehmenden GeWerk- schastsführer und das Londoner Gewerkschaftskartell auf dem Tra- falgar-Square, der so manche mächtige Kundgebung der Londoner Arbeiter für ihr« Ideen gesehen hat, eine Demonstration ver- anstaltet. Die„Daily NewS" sagen, es sei die außerordentlichste Versammlung gewesen, die dieser berühmte Platz gesehen habe. Es sprachen u. a. Ben T i I l e t t, der Vorsitzende des GeWerk- schaftskongresseS GoSling, Will Thorne, der romantische Re- bell Ennntngham Graham. DaS Publikum war überaus bunt: Arbeiter, Bourgeois, belgische, kanadische, australische usw. Soldaten und viele Offiziere mit ihren Damen. Und über dem Gewimmel hingen etliche Gewerkschaftsfahnen in der traurigen Herbstluft. Am Schluß der Versammlung wurde eine Resolution angenommen, die daS Vertrauen in das Freiwilligensystem auS- spricht. » Krieg und Kultur. Der Londoner Grafschaftsrat hat sich ver- (anlaßt gesehen, sein Budget sehr beträchtlich einzuschränken. Und zwar sollen die größten Ersparnisse beim Unterrichtswesen gemacht werden. Nicht nur Iverden die Schulpreise und Medaillen eingestellt, sondern auch die Spielplätze und der Schwimmunter- richt im Winter aufgegeben, die Lehrerzahl vermindert und die Klassen möglichst verschmolzen. Ebenso soll die Zahl der Schüler, die Stipendien genießen, eingeschränkt werden. Im ganzen will man 208 000 Pfd. Sterl. ersparen— sechs Millionen Mark an der körperlichen und geistigen Ausbildung der Jugend.— Natürlich stehen London und England bei dieser aus dem Krieg geborenen „Oekonomie" nicht allein. Jede Schlacht, in der Millionen ver- pulvert werden, geht auf Kosten des künftigen Menschheitsgeschlechts. » Der Streik des Ministers. Im„Labpur Leader" finden wir folgende witzige Zuschrift abgedruckt, die Genosse William L e a ch nach dem Rücktritt Sir Edward CarsonS an den«Aorkshire Ob- ferver" gerichtet hat: „Geehrter Herr! Sie berichten heute, daß Sir Edward Carson die Arbeit eingestellt hat. In einem Augenblick schwerer nationaler Krisis hat er sein Werkzeug hingeschmissen und seine Bude verlassen, ver- mutlich wegen einer Meinungsverschiedenheit mit seinem Werk- führer. Natürlich kommen da einem eine Menge Fragen in den Sinn. Seine Arbeit war eben wohl wichtiger als die eines Südwalliser Bergarbeiters und die Fragen heischen Beantwortung. Können Sie mir vielleicht sagen, mein Herr, ob dieser Fall unter das Munitionsgesetz fällt? Zweifellos war Sir, Carson bei einer Kriegsarbeit in einem Regierungsbetrieb beschäftigt. Wird er eine titeldstrafe bekommen oder ins Gefängnis gesteckt werden? Wird sich jemand finden, der verlangt, daß man den Verbrecher an eine Mauer stellt und erschießt? Wird irgendein berühmter Schrift- steller oder Politiker ihn als Landesverräter denunzieren? Ist in seinem Fall kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß sein Streik auf geheime deutsche Einflüsse zurückgeht? Wird man ihm sein Entlassungszeugnis vorenthalten? Die Oeffentlichkeit hat das Recht auf Antwort über diese Gegenstände. Ich verbleibe usw.___ Der �/toanti" über üie französische Partei. Lugano, 11. November.(Eig. Bericht.) Im Anschluß an den jüngsten Beschluß des Exekutiv-Komitees (CA.?) der französischen Partei führt der„Avanti" aus: „Das Tagesorgan der französischen Sozialisten, das vor einigen Jahren u. a. dank einem bedeutenden Zuschuß der deutschen Partei (50 000 M.) gegründet wurde, hat sich jetzt vollständig in den Dienst des MinisterialiSmus und des Freimaurertums gestellt. Als eines der zahlreichen Organe der Union Sacree hat die„Humanite" stets systematisch eine jede sozialistische Opposition ignoriert, die ihre politische Zusammenarbeit mit den anderen Parteien irgendwie hatte kompromittieren können. Dementsprechend hält das seiner- zeit von JaureS redigierte Blatt einen Berichterstatter in der Schweiz, um genau über die Tätigkeit, die von der Opposition in Deutschland entfaltet wird, unterrichtet zu sein, ohne nur irgend- wie je etwas veröffentlicht zu haben, was darauf schließen ließe, daß auch in Frankreich eine Opposition vorhanden ist. Dadurch ist der französische offizielle Sozialismus nationalistisch geworden. Er beweist, daß er eine internationale Aktion nur seitens der deutschen Sozialisten wünscht.... In dieser traurigen und schädlichen Entgleisung der Richtung und der praktischen Tätigkeit ist die sozialistische„Humanite" soweit gekommen, daß sie gleich den famosen Organen der italienischen Demokratie bis jetzt die Konferenz von Zimmerwald total ignoriert hat. Damit aber noch nicht genug. Allen ist zur Genüge bekannt, auS dem. was verschiedene Zeitungen veröffentlicht haben wie anZ dem, was wir selbst veröffentlicht, daß die sozialistische Opposition in Frankreich von Tag zu Tag wächst und stärker wird. Ein be- zeichnendes Beispiel des wachsenden Einflusses der proletarischen Opposition liefert die Einstellung der„Bataille Syndi- ea liste", Organ der Confederativn Generale du Travail. Einige Mitglieder der Redaktion und der Verwaltung des erwähnten Blattes, das Leon Jouhaux ganz dem Burgfrieden unterwerfen wollte, hatten sich von der Notwendigkeit überzeugt, eine andere\ Bahn einzuschlagen. Sie waren der Meinung, baß eS notwendig sei, die Verantwortlichkeit de« organisierte» Proletariat» von der der regierenden Kreise zu trennen, die Bahn der nationalen Einig- keit zu verlassen, sich für immer vom Burgfrieden zu trennen, den unversöhnlichen Klassenkampf gegen diejenigen aufzunehmen, die im Frieden und im Krieg« die Herrscher sind. Nun ereignete sich in der Geschichte des proletarischen Zeitungswesens etioas ganz Neues: Angesichts der politischen Meinungsverschiedenheit entdeckte die für den Burgfrieden eintretende Mehrheit, daß es kein Mittel mehr gäbe zur Erhaltung des BlatteS. Da es nicht möglich gewesen Wäre, ohne großes Auf- sehen zu erregen, die rebellischen Redakteure an die Luft zu setzen, beschloß man die Zeitung zu unterdrücken. Am 2. November stellte die„Bataille Ehndicaliste" ihr Er- scheinen ein„aus Mangel an Mitteln", und am 3. November be- gann die„B a t a i l l e" zu erscheinen. Vom Titel des Blattes von Leon Jouhaux verschwand das Wort Syndikalismus und, was schlimmer ist, der revolutionäre Klassen-Shndikalismus ist aus dem Blatte verbannt worden, das die Confederation Generale du Travail geschaffen hatte, um bei den Arbeitern ein gesundes Klassen- bewußtsein zu entwickeln. Wie kam es, daß man die Mittel fand für das Erscheinen des neuen Blattes, während am Tage vorher keine Mittel vorhanden waren, um das alte Blatt am Leben zu erhalten? Geheimnisse der Klassenharmonie und des inter- nationalen Freidenkertums. Diese Meinungsverschiedenheiten hat die„Humanitä" nicht erwähnt. Sie hat sie nicht gemerkt. Ebensowenig wie sie bis jetzt die Beschlüsse der Federation der Haute Vienne gemerkt hat, ebenso wie sie die Beschlüsse der Federation de Limoges ignoriert; ebenso wie sie die Abstiininungen der Arbeitskammern von Lyon und Mar- seille nicht berücksichtigt; ebenso wie sie die starke oppositionelle Minorität der Federation de la Seine verschwiegen hat. Ebenso hat die„Humanite"— und cS ist nicht schwer, die Ursache zu erraten— vollständig die sich gegen den Burgfrieden innerhalb des Nationalrates am IS. Juli sich geäußerte starke Strömung vollständig verschwiegen. Wir befanden uns demgemäß vor einer systematischen hart- näckigen Wahrheitsentstellung seitens des Organs der französischen sozialistischen Partei. Aber gerade in der jüngsten Resolution der LA? kommt die Wahrheit zum Vorschein. Die„Humanite" hatte stets geschwiegen in der Hoffnung, daß daS Schweigen die Opposition zu unterdrücken imstande wäre. Das System hat sich nichts bewährt. Die LA? ist nun gezwungen worden Stellung zu nehmen und einen Bannfluch zu erlassen. Aber gibt es cliva noch Rebellen in Frankreich? Gibt eS dort Internationalisten, die die Absicht haben, im Sinne von Zimmer wald zu verfahren? Jawohl, eS gibt ihrer viele.... Und die Be- schwörungen, der Tadel, der Bannfluch der LA? werden nicht mehr ausrichten als das Schweigen der„Humanite"; sie werden das Wachstum der Opposition nicht verhindern. Ter Burgfrieden geht unter!! Gine merkwüröige Rechnung. Uns wird geschrieben: Die„Korrespondenz des Bundes der Landwirte" hat sich vor einigen Tagen bemüht, den Nachweis zu führen, daß die Höchstpreise für Kartoffeln die in der BundeSrativerocdnunß festgesetzt sind, unter den Preisen stehen, die in Friedenszeiten die Landwirte wicdcrboll bekomme» haben. Wir finden diese Berechnung in der„Deutschen Tageszeitung" vom 6. November wiedergegeben und möchten an dieser Buchung eine kleine Nachprüfung vornehmen. Die Korrespondenz nimmt aus dem.Statistischen Jahrbuch" die jährlichen Durchschnittspreise und vergleicht sie mit dem gegenwärtigen Höchstpreis von Sö M. pro Tonne, der für Berlin maßgebend ist. Diese Gegenüberstellung er gibt nun folgendes: Preise Steigerung gegenüber dem jetzigen Höchstpreis 0.70 M. 8.80„ 0.60, 4,70. 15,50. 4,10. Zahren; ystpreis 1883.:,. 55,70 M. 1891.... 68,00„ 1904.... 55,60„ 1911.... 59,70. 1912.... 70,50„ 1914.... 59,10. Annähernd erreicht wurde der Höchstpreis in den unter Hö 1802.... 64,70 in. 0,30 M. 1905.... 53,40. 1,60 1007.... 53,10„ 1,90 1908.... 64,00. 1,00 1913.... 54,10. 0,90 Zunächst muß gegenüber einer solchen Vergleichsstatistik betont werden, daß der Preis der Kartoffest wie aller anderen landwirt- sckafllicheu Produkte, von dem ErntcerträgniS abhängt. ES geht nicht, daß der Preis für Kartoffeln in Vergleich gestellt wird in einem Jahr mit günstiger Ernte zu dem mit ungünstigen Ertrag- nisten. Der hohe PreiS bei geringer Ernte kann dem Landwirt weniger Nutzen einbringen, als ein niedriger Preis bei reicher Ernte. Aber das wäre nicht der große Fehler in der Berechnung. Der hohe landwirtschaftliche Sachverständige im Bund der Land Wirte hat nämlich die Großhandelspreise für Berliner Eßkartoffeln gemeint und hat sie verglichen mit den H ö ch st- preisen, die jetzt der Landwirt bekommt. Verliuer Großhandelspreise bedeuten Einschluß aller Spesen. Fracht usw. bis zur Verkaufsstelle deS Kleinhändlers, Die BundeSratsverordnung hat für den Handel cineit Auf- schlag von 1,30 M. pro Zentner festgesetzt. Für den Großhandel wird von diesein Beirag 70—75 Pf. beansprucht. Um also zu richtigen Vergleichszahlen zu kommen, müssen wir von dem Berliner Großhandelspreis rund 14 M. pro Tonne in Abzug brmgen, dann erhalten wir den Preis, den der Landwirt voraussichtlich er- halieit hat. Eine solche Zusammenstellung würde nun folgendes Bild ergeben: Nack den Berliner Durchschrnttspreiseu erhielt der Landwirt pro Tonne Eßkartoffeln: ein Kilogramm Stärkewert der Kartoffel auf 28,9 Pf,, während der Futterwert der Kraftmittel auf durchschnittlich 88,20 Pf. steht. Dieser Berechnung fehlt gleichfalls die reale Grundlage, den» die dort genannten Futtermittel sind zu einem erheblichen Teil gar nicht zu haben, außerdem kaust sie niemand, da die Auslands- preise so fabelhaft hoch sind, daß keine Wirtschaft dabei bestehen kann. Diese Art der Berechnung wird nur Herborgesucht, um den An- schein zu erwecken, als(verde der Landwirtschaft eine unbillige Zu- mutung gestellt. Der Landwirt hat für die Kartoffel nicht den Wert der durch wüste Treiberei im Ausland im Preis gesteigerten Futter- mittel zu beanspruchen, sondern die P r o d u k t i o n s k o st e n plus Betriebsgewinn. Alle anders Spekulation muß die Be- vLlkerung zurückweisen und diese Forderung wird in den Kreisen verständiger Landwirte nicht beanstandet werden. So sieht die Rechnung etwas anders aus. Der Höchstpreis steht weit über den Durchschnittspreisen der vorausgegangenen Jahre, nur das Jahr 1912 mit einer außergewöhnlich ungünstigen Ernte macht eine Ausnahme. Wir müssen jede Berechtigung zu einer Klage über die niedrigen Preise für den Landwirt bestreite», ver» langen aber auch, daß nicht vom Bund der Landwirte dem Volke eine offenbar falsche Darstellung über die Preislage gegeben wird, In den weiteren Betrachtungen kommt sodann die Korrespon« denz des Bundes der Landwirte zu einer Berechnung des Futter- wertes der Kartoffel. Man berechnet nach dem Höchstpreis von 55 M. Rus Jnöustrie und Handel. Verbot der Ausfuhr lind Durchfuhr von Gold. Die Ausfuhr und Durchfuhr von inläudschem und ausländischem gemünzten Golde. Feingold und Goldlegierungen von jeglichem Ge- halt, wie insbesondere Barren, Llürner, Drähte, Bleche, Bänder, Blattgold, Schaumgold, sofern sie nicht weiterverarbeitet sind, sowie von Bruchgolv, ist nach einer neuerlich ergangenen Verordnung ver- boten. Das Verbot findet auf die Reichsbank keine Anwendung. Wer es unternimmt, dem Verbote des ß 1 zuwider Gold aus dem Reichsgebiet auszuführen oder durch das Reichsgebiet durchzuführen, wird, sofern nicht nach anderen Strafgesetzen eine höhere Sirafe angedroht ist, mit Gefängnis bis zu drei Jabren und mit Geld- strafe in Höhe des doppelten Wertes der Gegenstände, auf welche die strafbare Handlung verübt ist, jedoch mindestens in Höhe von dreißig Mark bestraft.__ Regelung der Tchwefelsänre-Judustrie. Amilich wird mitgeteilt: Eine vom Bundesrate beschlossene Verordnung, betreffend die private Schwefelwirtschaft, verfolgt den Zweck, außer dem sichergestellten Schweselsäurebedarf für Heer und Marine auch den Bedarf der deutschen Gewerbe und der Land- Wirtschaft für jede Dauer des Krieges unbedingt sicherzustellen. Zu diesem Zwecke sind für die Gewinnung von Schwefelsäure aus Rohstoffen, die sich im Inland in hinreichender Menge vorfinden, eingehende Borarbeilen unlernommen worden. Diese haben ergeben, daß sich Schwefelsäure aus Gips und Kiierit zu einem Preise her- stellen läßt, der den Preis derjenigen Säure nicht übersteigt, zu dem die auS ausländischen Kiesen derzeit erzeugt wird. Notwendig für den sabnkatorischen Betrieb ist die Errichtung größerer Anlagen im Werte von etwa 3l/3 Millionen Mark. Diese Summe ist vom Reich zur Verfügung gestellt worden. Für die Verwaltung des Geldes, den Bau der Anlagen und dergleichen soll eine. Verwaltung S- stelle für private Schwefel Wirtschaft" geschaffen werden. Gleichzeitig bezweckt die genannte Verordnung, für Schwefel- säure einen einheitlichen Preis zu schaffen. Hierfür müssen die Gestehungskosten des teuerste n Produktionsverfahrens maßgebend sein. Eine solche Preishöhe lvürde aber eine ungerechtfertigte Be- reicherung der billig produzierenden Industrien bedeuten, lim eine solche anszuschlreßen, soll von diesen eine entsprechende Uni- läge von der Verwaltungsstelle für private Schweselwirtschaft zum Ausgleich erhoben werden. Diese Umlage wird dazu verwendet werden, eine Amortisation der vom Reich zur Errichtung der er- forderlichen Neuanlagen zur Verfügung gestellten 37» Millionen Mark zu ermöglichen,' Ferner sind Bestimmungen getroffen worden, wonach entgegen dem allgemeinen Grundsatz der Verordnung bestehende Lieferung«- Verträge für Heer und Marine sowie für die Düngemittel- i n d u st r i e aufreibt erhalten und die Produzenten dieser Schwefel» säure hinsichtlich dieser von der Umlage befreit werden können. Eine solche Berücksichtigung der Düngemittelindustrie ist angezeigt, weil die Landwirtschaf: infolge dcr für ihre Produkte festgesetzten Höchstpreise keinen Ausgleich für die durch Aufhebung von Lieserungsverträgen sich ergebende Verteuerung der Düngemittel finden könnte. Für das eingeschlagene Vorgehen spricht vor allem die Er- wägung. daß sich daS Reich durch eigene Finanzierung bei privaten Unternehmungeil Anlagen zur Verwertung heimischer Rohstoffe sichert, die auch für später erhalten werden können und in denen es bei längerer fabrikatorischer Erfahrung vielleicht gelingt, ähnlich lvie beim Slickstoff und anderen Rohstoffen, dauernd auch für Friedcnszeiten vom Auslande unabhängig zu sein. Kriegsbekanntmachungen. Vorsicht beim Kartenverkauf. Berlin, 16. November.(W. T. B.) Wie bekannt geworden ist, leiden die in Saloniki gelandeten Streitkräfte unter dem Mangel an guten Karten des Kriegssckmuplatzes. Diesem Mangel wird durch Bestellungen bei deutschen oder österreichisch- ungarischen Karteugeschäflcn abzuhelfen gesticht, deren Karten bevor- zugt werden. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um den oeutschen Buchhandel zur äußersten Vorsicht beim Vertriebe von Karten des KriegsgebieleS zu bestimmen. Bei dem Ankauf wird naturgemäß die Vcrmittelung dritter in Anspruch genommen werden, Danach ist größte Zurückhaltung selbst Einzelbestellungen gegenüber am Platze._ Tie Löhnung erkrankter Marinemannschaften. Während die Krankenlöhnung der Angehörigen der Armee aus Antrag der Sozialdemokraten von 10 auf 33 Pf, erhöht worden ist, eihieUen die kranken und verwundeten Angehörigen der Marine diese höhere Löhnung nicht. DaS ist jetzt abgeändert worden. Vom 15. November ab erhalten auch die iranleu Augehörigen der Marine, soweit sie Löhnungsempfnngcr sind, mit rückwirkender Kraft bis 1. September 1015 die volle Friedenslöhnung. Letzte Nachrichten. Viehzählung. A»tili ch. Verlin, 13. November.(W. T, B.) Nach einem Bundcsratsbeschluß ans dem Jahre 1912 haben in allen Jahren, in denen eine Viehzählung er- weiterten Umfangs nicht stattfindet, sogenannte kleine Vieh- Zählungen am 1. Dezember stattzufinden. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 15. November 1915 beschlossen, daß die Zählung am 1. Dezember d. I. mit einigen kleinen Ab- änderungen gegen früher veranstaltet werden soll, die im Interesse der Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit den bisher während des Krieges veranstalteten Viehzählungen notwendig erschienen. Tie Zählung erstreckt sich auf Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine»ud Ziegen. Eine vorläufige Uebersicht der Zählungsergebnisse ist bis zum 15. Dezember 1915, die endgültige Zusammenstellung bis zuin 15. Januar 1916 dem Kaiserlichen Statistischen Amte einzusenden. Dcr dcutsch-englischc Austausch. Amsterdam, 15. November,(T. U.) In Rotterdam sind gestern abend mit dem Tampfschisf„Batavia III" aus London 17 Sanitätsoffiziere und 36 Mann, die unter Befehl des Oberarztes Dr. Beck stehen, eingetroffen. Die Herren kommen aus Lüderitz- bucht und anderen Orten Dcutsch-Südwestafrikas. Die Offiziere, die ausgetauscht werden, sowie die Akannschaften reisten sämtlich heute früh nach Deutschland weiter. Ferner brachte die„Batavia" nach 30 deutsche Untertanen, zumeist Frauen, ebenfalls aus Deutsch- Südwestafrika. Gewerkschaftliches. Frauenarbeit und Gewerkfthaften. Die schon in den beiden ersten Quartalen 1913 festgestellte Zunahme von weiblichen Beschäftigten hat auch im 3. Quartal angehalten. Noch nie war denn auch in diesem Jahre der Andrang weiblicher Arbeitsuchender zu den Arbeitsnachweisen so groß als jetzt. Allein im Laufe des Monats September erhöhte sich deren Zahl wieder von 146 000 auf 155 000. Bei den Krankenkassen, die schon im ersten Halbjahr 1915 eine Zunahme von rund einer halben Million weiblichen Beschäftigten verzeichneten, gestaltete sich im 3. Quartal die Mitgliederbewegung wie folgt. Es betrug die Zu-(ch) resp. Abnahme(—) der 2� männlichen weiblichen Beschäftigten Befchäfligten Juli 1916...— 91 185= 2,00 Proz.+ 40 594= 1,20 Sßroz. August 1915..—69 643= 1,60.-f' 22517= 0,64. September 1915.— 85 294= 1,76„-f- 8 629= 0,23„ Leider geht aus den Statistiken nicht hervor, wie sich diese Zunahme von weiblichen Erwerbstätigen auf die ein- zelnen Berufsgruppen verteilt. Zweifellos steht aber fest, und das ersieht man auch aus Einzelberichten, daß der weitaus größte Teil davon auf die Metallindustrie und das Verkehrsgewerbe entfällt. So sind allein zurzeit bei der Großen Berliner Straßenbahn über 3000 Schaffnerinnen eingestellt und in? Düsseldorfer Jndustriebezirk stieg die Zahl der beschäftigten Metallarbeiterinnen während der Kriegszeit von 913 auf 6023. Sicherlich haben auch die anderen Groß- städte ähliliche Steigerungen aufzuweisen. Das Eindringen von Frauen in Berufe und Arbeits- zweige, von denen sie bisher ausgeschlossen waren, mag zunächst als Notbehelf gedacht sein, der mit der Rückkehr normaler Zustände im Wirtschaftsleben sein natürliches Ende ffndct. Ob sich aber dann der Uebergang so glatt vollzieht, läßt sich schwer im voraus sagen. Ein hoher Grad von Währ- scheinlichkeit spricht dafür, daß die vorübergehende Besetzung mancher Industriezweige, insbesondere der Metallindustrie und des Verkehrsgewerbes, durch Frauen, we:?n auch nicht in dem jetzigen Umfange, zu einer dauernden wird. Den Gewerk- schaffen erwächst dadurch die dringende Aufgabe, nicht nur auf die Entlohnung der Arbeiterinnen zu achten, sondern vielmehr auch deren Organisierung zu fördern. Haben doch die besonders in Frage kommenden Gewerkschaften, der Metallarbeiter-, Transportarbeiter- und Fabrikarbeiterverband trotz der oben festgestellten riesigen Zunahme von weiblichen Beschäftigten jetzt immer noch gegenüber dein 2. Quartal 1914 einen Verlust von weiblichen Mitgliedern zu beklagen. Serlin unü Umgegenü. Tarifablauf im Tapezierergewerbe. Der Tarifvertrag der Berliner Tapezierer läuft am 15. Februar des kommenden Jahres ab. Eine Mitgliederversammlung der Filiale Berlin des Tapeziererverbandes nahm zu diesem Tarifablauf Stellung. Nack sehr eingehender Darlegung der ganzen kriege- rischen und wirtschaftlichen Verhältnisse durch den Vorsitzenden Zitze Witz und nach eingehender Diskussion beschloß die Ver- sammlung, den Tarif n i ch t zu kündigen. Derselbe gilt da- durch auf ein Jahr für verlängert. Die Teuerungszulage von 10 Pf. für Verheiratete, 6 Pf. für Ledige und Näherinnen pro Arbeitsstunde wird, von einze nen Firmen abgesehen, bezahlt; auch die Innung Charlortenburg hat sich der Vereinbarimg angeschlossen. Zu der vom Hauptvorstand zur Auszahlung kommenden Weih- nachlsunterstützung, die für die Frauen der vollberechtigten Einge- zogenen 10 M. und 6 M. für die Nichtvollberechligten beirägt, wurde beschloffen, dieselben Sätze auch au? dem Kriegsunter» stützungsi'onds der Filiale zu gewähren, auch sollen alle Ledigen 5 M. erhalten. Da der Sammelfonds nur noch 2000 M. enihält, wird beschlossen, diesem Fonds 6000 M. aus der Lokalkasse zu überweisen. Der Arbeitsuachweis für die Gips- und Zementbranche befindet sich bisher im Saal 9 des Gewerkschaftshauses. Um Kosten zu er- sparen, zeigte die Ortsverwaltung durch H a n k e in einer Versamm- lung der Gips- und Zementorbeiler an, die Vermitielung in den Räumen der Orlsverwaltung vorzunehmen. Desgleichen soll das Amt des Nachweisführers durch einen Verwaltungsangestellten aus- geübt werden/ um auch dabei 50 M. Gehalt monatlich zu ersparen. In der Versammlung wurde die Ansicht geäußert, daß man das Geld für das Lokal sehr wohl ersparen könne, hingegen sollte man dem bisherigen Arbeitsvermittlsr das Amt wenigstens den Winter über noch belassen. Es wurde beschlossen, den Vermittler bis Kriegsende zu beschäftigen. Gerügt wurde, daß es Berufskollegen gibt, die den Tarif nicht streng einhalten. veutsches Reicks. Die bayerischen Gewerkschaftskartelle nach zwölf Krieftsmonatcn. Der Gewerkschaftsverein München hat in sämtlichen Kartellen Bayerns Erhebungen gepflogen über die Verhältnisse der Getoerk- schaffen während des ersten Kriegsjahres vom 1. August 1914 bis 1. August 1915. Befragt wurden 89 Kartelle; von 67 Kartellen wurden die Fragen beantwortet, von 19 Kartellen konnte keine Aus- kuntt erlangt werden; 3 Kartelle haben sich aufgelöst, die noch vor- handenen Mitglieder wurden den Nachbarkartellen angegliedert. Aus den meisten Kartellen kamen Klagen über den großen Mitgliederverlust infolge Einberufung zum Heeresdienst und den dadurch eintretenden öfteren Wechsel der Äartcllvorsttzenden und Funktionäre der einzelnen Gewerkschaften. Vielfach war es auch nicht möglich, die Fragebogen von den einzelnen Kartellen zurück- zuerhalten, weil die leitcurden Personen zum Heeresdienst einge- zogen waren und eine Neubesetzung der Stellen nicht erfolgen konnte. Die nachfolgenden Zahlen gebc�i deshalb kein durchaus lückenloses Bild, sie lassen aber immerhin erkennen, ioelch große Opfer. die Gewerkschaften auch in Bayern durch Einziehung vieler Mitglieder zum Heeresdienst in finanzieller Beziehung sowohl fiir ibre Mitglieder wie deren■ Familien trotz bedeutend verringerter Mitgliederzahl und geminderter Einnahmen gebracht haben. Die meisten Leistungen haben sich die Mitglieder der fteien Gewerkschaften freiwillig' auferlegt. Die. Mitgliederzahl der 67 Kar- teste betrug nach'den eingelaufenen Feststellungen am 1. August 1914 im ganzen 207 856; davon waren 173 253 männliche und .34 603 weÄliche.(Im Jahre vorher waren es in 89 Kartellen 232 442 Mitglieder.) Am 1. August 1913 war die Gcsamtmitglieder- zahl 102.933 und zwar 75 702 männliche und 27 231 weibliche. Die Gesamteinnahmen bei den 67 Kartellen betrugen in der Berichkszeit 5 328 039,07 M., denen an Gesamtausgaben 5 335 687,41 Mark gegenüberstehen. An Arbeitslosenunterstützung wurden in derselben'Zeit, obwohl dieselbe vielfach gekürzt werden mußte, 1 962045,11 M. ausbezahlt. An Unteririitzungen für die Ärieger- famisien wurden 1 607 227,31 M. uitd für Krankenunterftützung, die allerdings bei Kriegsbegin?? in vielen Gewerkschaften ganz einge- stellt werden mußte, 233 269,03 M. verausgabt. Für Reiseunterstützung wurden 35 076,78 M. uitd für Liebesgaben für Mitglieder im Felde 72 489,14 M. aufgewendet. Da infolge des Krieges viele Familien in Not gerieten, waren die Organisationen genötigt. Not- standsuiiterstützilngen zu gewähren; es wurde hierfür eine tsumme von 318 036.20. M. ausgegeben. An Jnvalidenunterstützung wurden 39 409,13 M. gewährt. Die Gesamtirnterstützungen in den 67 Kartellen an die Mitglieder der Gewerkschaften und deren Angehörige im ersten Äriegsjahre beliefett sich demnach auf die Summe von 3'887 852,74 M., eine Summe, die dann noch an Bedeutung gewinnt/wenn man bedenkt, daß durch die Einberufung rund 83 000, durch Austritt, Wegzüg usw.'22000, zusammen also 105 000 Mit- glieder für die Beitragszahlung verloren gingen. Von den 67 Kartellen wurden 161 Zahlstellen gemeldet, die infolge' Einberufung sämtlicher Mitglieder aufgelöst wurden. Diese 161. Zahlstellen, von denen die meisten den Verbänden der Bau- arbeiter, Maler, Brauerei- uitd Textilarbeiter angehörten, hatten zusammen 1863 Mitglieder. Gründung von Unternehmerorganisakione« im Sattlergewerbe. Wie sehr die Unternehmer im Sattlergewerbe es sich angelegen sein lassen, die für sie günstige Situation organisatorisch auszunützei?, beiveiien einige Neubildungen von Uniernehmerverbänden. So haben die Fabrikanten der Heeresausrüslungsindustrie an Stelle deS am 31. Oktober aufgelösten Kriegslederausrüstungsverbandes, der bereits 950 Mitglieder zählte, auf einer Grllndungsversammlung in WieS« baden eine neue Organisation: Vereinigung deuticher Fabrikanten für Heeresausrüstungen E. V., Sitz Berlin, geschaffen. Trotz deS Einschreibgeldes von 250 M. und eines Jahresbeitrages von 500 M. haben fick die maßgebendsten Mlliläreffeklenfabrikanlen bereits dem neuen Verbände angeschlossen. Auf dem Bundeslage deutscher Sattler- innungen am 8. November d. I. in Berlin hielt ein Vertreier der neuen Fabrikantenvereinigung einen Vortrag über die Bildung einer In« teresiengemeinichaft im Seuricken Saltlergewerbe, die den Zweck haben ioll, die Interessen der Militäreffekten'aürikanten und der Jnnungs- Mitglieder den Arbeitern und den Behörden gegenüber zu vertreten. Einstimmig beichloß der Bundestag, dieser Jnlereffengememschaft beizutreten und einen jährlichen Kostenzuschiiß von 1000 M. zu leisten. Bezeichnend ist, daß die Geschäslsstelle sich in den Räumen der neu- gegründeten Arbeitgeberorganisalion befindet, deren Geschäfte ein Dr. jur. als Syndikus leitet. Einen breiten Raum auf dem Bundes« läge nabm die Gründung von Werkgenoffenichanen zwecks korpora» liver Arbeilsübeinabme iür Heer, Marine und sonstige Behörden ein. Durch direkte Aufträge der Behörden an diese Genosienichailen soll das Agenten- und Schieberwesen ausgeschaltet und die Selbsther« stellung in Siaatswerkstätten möglichst eingeschränkt oder gar ganz eingestellt werden. DerHandwerker- und Gewerbekammerlag übernimmt den Auftrag von den Bebörden. gibt ihn an die Lieferungsver bände weiter, welche ihn dann an die Werkgenosienschaslen noch der Zahl der Genossen verteilen. Diese GenossenschaflsbildungisteineKriegserrungen- schaff der Handwerker. Sie wird vom Handwerker- und Gewerbe- kammerlaggeförderl und nötigensallsdnrchKredilgewährung unleistntzt. Wegen der Fürsorge kriegsbeschädigler Saltlergehilfen beschloß der Bundestag, allen Innungen und Saillermeistern zu empfehlen, im Sinne der Arbeitsgemeinschaft für das Sattler- und Lederwaren« gewerbe zu wirken und zu handeln. Bor allem dürfen etwaige Renlenbezüge nicht als Vorwand zu Lohndrückereien dienen. Heiin« kehrende Krieger sollen unverzüglich wieder in ihre innegehabt« Arbeitsstelle kämmen.__ Tic Teuerungszulage der Schichauarbeiter. Vor kurzem teilten wir mit, daß die Verhältnisie die Danziger Schichauarbeiter zwangen, an die Firma um Gewährung einer Teuerungszulage heranzutreten. Der Arbeileraussckutz hat nun in zweistündiger Verhandlung die Fabrikleitung von der Noiwendigkeit der Zulage zu überzeugen versucht. Die Firma lehiite aber jede» Entgegenkommen ab. Immer wieder beteuerte sie, sie könne nicht mehr geben. Sie erkenne an, daß die Teuerung die Arbeiter schwer belaste; aber eS sei eben Krieg, da müssesich jeder e i n i ch r ä n k e n. Die Teueiuiig brauche nickt z»>ein, wenn ge- eignete Maßregeln ergriffen würden. Die Firma bekomme für ihre Schiffe auch nicht mehr als in Fliedenszeilen.(?) Zudem wisse sie nicht, welche Ausgaben sie noch für die Kriegsbeschädigten haben werde. Die Verhandlungen verliefen also völlig resultatlos. Auch die Aufbesserung 5er Löhne der- jenigen Arbeiter, die 18— 23 M. pro Woche ver« dienen, lehnte die Firma ab. Die Arbeiterschaft war über diesen Ausgang der Sache sehr mißgestimmt und wollte sich nicht damit zufrieden geben. Tags darauf erschien am schivorzen Brett der Fabrik eine Verfügung, wo- nach vom 20. November ab Lehrlinge und jugendliche Arbeiter unter 13 Jahren 50 Pf. für die Lobnperiode(14 Tage) zugelegt erhalten. Unverheiratete Arbeiter über 18 Jahre und die vom Militär ent« lassenen. die Familienunlerslützung bekommen, erhallen pro Löbnung 75 Pf. mehr. Den verbeirateten Arbeitern wurde 1 M. pro Löhnung zugelegt und außerdem erhallen sie für jedes Kind bis zu 14 Jahren 25 Pf.— ebenfalls für die Löbnung— zugelegt. Die Firma beschäftigt in Danzig zurzeit mebrere Hundert ausländischer Arbeiter. Diese erhielten kürzlich pro Woche eine Zulage von 3 M. llnsereMarme @ Beste 2Pf. Cigorelte Deutsches Fabrikat- Truslfrei GEORG A. OASMATZI AKTIENGESELLSCHAFT JOeutBcliet» Theater. Direktion: Mas Re nhardt. 7V, Uhr: Maria Stuart. Donnerstag: Maria Stuapt. Kammepspiele. 8 Uhr: Der Weibsteufel. Donnerst: Der Weibstenfel. Volksbühne. Theater a. Bülowpl. S'/jü.: Der Kaufmann von Venedig. Mittwoch TU U.: Legende*. der hl. Elisab. 12 Ü.: Oeflentl. Hanptpr. Dir- Meinhard-Bernauer. Theater i. d. Königgrätzerstr. 7'/, Uhr: Maria Stuart. Komödienhaus. Heute geschlossen. Voranzeige: Freitag 7'/, Uhr: Zum 1. Male: Die rätselhalte Frau. Berliner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. URANIA Taubenstr. 48/40. S.Uhr- Die DarMen, Konstantiflopel Diid der Bcspm Luisen-Theater. Heute S15: Der Glöckner tob Notre Dame. s4nnuhbre:nd SehneeweißcheD und Rosenrot KindrÄunfl' ___ Sonnlg.S'5: Die Haubenlerche Theater für Dienstag, 16. November. Deutscbes Opernhans Ctaarlottbg. s uhr: Fidelio. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 8 uhr: Der Adele Bauer. oebr. Herrnfeld.Th..t.r e uhr: Bosenblatt's Geheimtip Kleines Theater. 8 uhr: Der Prahlhans. Komische Oper. Wohltätlgkeitsvorstellung: 8 uhr: Jung muß man sein Metropol-Theater . uhr-. Die Kaiserin ÄaU Kontls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Ein Tag Im Paradle« Liastsplemaiis. */.u.:ßerrscliattL Diener gesnciit Residenz-Theater s'uuhr: Die Prinzessin vom 1 Schiller-Theater O. 8 uhr: Sctmin und Gertraude. Schiiler-Th.Charlo ttenbg. 1 uMaie: Die fünt Frankfurter. Thalia-Theater. s mu-: Drei Paar Schuhe. Totensonntag 8 ü.: Hüttenbesitzer, Theater am Kollendorf pl. sv.u.: Immer feste druff! Theater de. Westen. s uhr: Das Fräulein vom Amt mit Guido Tbielocber. Trlanon-Theater. s'/.u: Bodos Brautsehan National-Theater. Köpenicker Straße 67/68. 8'it u.: S. M. der Dollar. Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr: Komödie der Worte. Mittwoch geschlossen. Donnerstag: Komödie der Worte. Deutscbes Künstler-Theater. 8 Uhr; Die selige Exzellenz. Mittwoch geschlossen. Der bumoristisehe November- Spielplan. Possen-Theater S'U(Folies Oaprice) 8 st, freund Loewe Seine Haute mit Ha.kel und'Herl. ch. iecusiBusd) «IT Heute 8 U!ir: g Knbini, � Jer lebende Kraler u. d. übrig ersfklass. : Seltlager! 10 Uhr:, Michel4, 1 Gr. Pantomime in 3 Akt| Morgen BuBtag geschl. Rose-Theater. Gastspiel der Deutschen Volksoper: Martha. Sonnabend 4 Uhr: Die 7 Raben. Walhalla-Theater. 8 Uhr: Iiis Lanvlvi. Mittwoch: Die Schöpfung. Der Mozartchor(Direktor Battie). Adelheid Pickert, Leo Gollani, Kammersänger Peter Lordmann. Karten 75 Pf. bis 3 M. bei Bote u. Bock und Wertheim._ 3n Stelen Stiuiöen Wochenschrift für ArbeitersamiNev Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Reiebshallen-Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Em Matrosen. bild von MeyseL Für Militärper- sonen volllomm. freier Zutritt zu d.Stett. Sängern. Ansang 8 Uhr. Lssino- Theater Lothringer Str. 37. TägL 8 Uhr: Untergrundbahnh. Schönhauser Tor. Trotz des arotzen Erfolgest V u r noch kurze Zeit! Familie SrHnase. Seit August aus dem Spielplan. SonnL 4 Uhr: Ter liebe Fridolin. V oigt-Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Donnerstag, den 18. November: Die Stunde kommt. (Der Oberhof.) BolkssL m<55 es i. 3 Akt. v. Wild manu. Morgen, Bußtag, geschlossen. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ans, s Uhr 'UagLSUhr, Sonnt. 3 7, u. 8 Uhr Otto Rentter mit seiner Ballade von der Marmelade o. d. fibr. Novitäten-Schlagern. Dazu der große, neue und _ gute Nov.-Spielplan._ JU Dertiner Konzerthaus. � Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. �_______«.-14.-4 Haben Sie Täglich; Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Ar>fa.n� 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Morgen, Bußtag, geschlossen� empfehle nach Maß paffend earbeitete StQtzelnlagen sowie Brncbbandagen aller Art, Leibbinden, StütztorsetlS usw., Artikel zur Gesundheits- u Krankenpflege.« pollmann, Lundagiß, Berlin N. Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankenkassen. SZer'antw.Redakt.- Alfred Wielevv. N-"kö"n. Jns-rnt-nteii Mrantm. Dh.a>locke.Berl,n. Druck u- Verlaa: BorwärtS Luchdr. u. VerlagsanitaU Paul Singer& Co� Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. UattetzoltunöSbi. Hr. 8.7. 32. Hr«,||f0 LiWM" Kttlllttt MlKSlZlM. Literarische Runöschau. Pant Uvibreit, 25 Jahre Deutscher GcwerkschaftS- bettZcgunq 1890— 1915. Erinnerungsschrift zum fünf* undzwanzigjährigen Jubiläum der Begründung der General- kommission der Gewerkschaften Deutschlands. Berlin 1915. Verlag der Generalkommission(C. Legien). 185 S. Preis geb. im Buchhandel 3 M., für Gewerkschaftsmitglieder bei Bezug durch ihre Organisation 1,60 M. Nicht ganz ein Vierteljahrhundert einer Entwickelung unter bürgerlichen Rechtsverhältnissen war der deutschen Arbeiter- bewegung bisher vergönnt, seit sie ihre Kinderschuhe ausgetreten. Bis 1890 herrschte das Sozialistengesetz, das nicht nur die Sozial- demokranc, sondern die Arbeiterbewegung überhaupt außerhalb des bürgerlichen RechlS stellte, und seit dem August des vorigen Jahres herrschen Kriegszustand und Burgsriede. So brldct diese kurze Zeit- spanne von kaum 25 Jahren ein gewissermaßen in sich abgeschlossenes Ganzes, und wenn es schon in friedlichen und ruhigen Zeiten Brauch ist, den 25jährigen Bestand einer Einrichtung, die 25. Wiederkehr eines wichtigen Datums zum Anlaß rückichauender Betrachtung zu nehmen, so gilt das heule noch viel mehr. Denn dieser Krieg be- deutet sicherlich im Leben des deutschen Volkes und besonders in der Arbeiterbewegung eine Schicksalsstunde, von der ein anderes Leben beginnt, als das vor ihr war. und da ist es um so notwendiger. sich darüber Rechenschaft zu geben, was erreicht wurde und was wir infolgedesien erwarten dürfen. In diesen Tagen werden eS 25 Jahre, daß die deutschen Ge- werkschasten sich in der Generalkommission ein Organ und damit auch ein weithin sichtbares Zeichen ihrer Einheitlichkeit, ihrer Zen- tralisation schufen. Genosse Umbreit bat nun versucht, vor uns in dem engen Rahmen eines schmalen BändchenS ein Bild der Entwich- lung der deutschen Gewerkschaften seit dem Fall des Sozialisten- gcsetzeS auszurollen. Diese Ausgabe war nichts weniger als leicht, und wenn der Verfasser in seinem Vorwort bemerkt, seine Schrift wolle weder eine Geschichte der deutschen Gelverkschaften noch der Generalkommiision sein, so hat er insofern recht, als zu einer solchen Geschichte ein viel größerer Apparat notivcndig wäre, als der Verfasser hier ausbieten konnte und durfte. Aber trotz oder vielleicht gerade infolge seiner Selbsibeschränkung ist seine Schrift doch zu einem treffenden und lebendigen Bild des Werdeganges der gewerkschaftlichen Be« wegung und damit zugleich ihres Zentralorgans, der General- kommission, geworden. Daß sich diese beiden Aufgaben in solcher Weise zugleich und einheitlich lösen ließen, das ist auf eine Eigen- tüinlichkeit der deutschen Gewerlschaftsbewegung zurnckzilführcn. Ju keiner anderen gibt es ein Organiiationszentrmn, in dessen Geschickre sich in ähnlicher Weise die Geichichte der ganzen Bewegung spiegelt, das in gleicher Weise der getreue Ausdruck der Gesamidewegung ist, wie hier. Ist es doch charakiertstisch, daß sich die deutschen Gewerlschaften, sobald sich ihnen überhaupt die Möglichkeit dazu bot, sobald sie, noch unsicheren und tastenden Schrittes den ungeivohnten Boden der rieucn verhältnismäßigen Freiheit betraten, sich sofort ein Zentrum, ein Organ einheitlicher Zusammenfassung schufen und dieses durch all die wilden Stürme, die sie besonders in der ersten Zeit um- tobten, festhielten. Es ist nicht nur der dem Deutschen und be- sonders dem Preußen anerzogene Geist der zentralistischen Organi- sation, der hier wirksam war, sondern vor allem die sozialistische Erziehung der Arbeiter, die in de» gewerkschaftlichen Kämpfen mehr zu sehen gelernt hatten als Anstrengungen, in einzelnen Belrieben oder Gewerbe» eiwas besiere- ArbettSveihäiNiisse und Löhne für be- stimmte Arbeiterschschlen zn erringen, sondern diese Kämpfe von vornherein als Glieder in der Kette jenes gewaltigen Ringens der gesamten Arbeiterschaft nach Freiheit und Menschenwürde, nach dem Sozialismus betrachteleu. Obgleich durch diesen einheitlicheren Charakter der Bewegung die Aufgabe ihrer Darstellung erleichtert wird, stand Genosse Umbreit doch noch vor großen Schwicrigkeilen, denn er wollte nicht eme trockene Auszählung von Talsachen geben, sondern„mit dem warmen Herzen des Werbenden tür eine große Sache" das Jnteresie der Leser fesseln. Das konnte aber nur gelingen, wenn er die inneren Zu- samlnenhänge in den Vordergrund treten ließ, die die Ereignisse mit- einander verbinden. Mit Recht hat er deshalb für seine Darstellung nicht die einfache Wiedergabe der zeitlichen Abfolge gewählt, sondern den überreichen Stoff nach sachlichen Gesichtspunklen geordnet, dabei aber doch so, daß die geschichtlichen Zu- sammeubänge nicht zerstört wurden. Vollständig ließen sich dabei Wiederholungen allerdings nicht vermeiden, und hie und da mußte auch sachlich Zusammengehöriges in der Darstellung getrennt werden. So wird uns die" große Schlacht des Kölner Parteitages nicht im Kapitel„Partei und Gewerkschaft" vorgeführt, wohin sie sachlich gehören würde, sondern in dem Kapitel„Zur Ein- heil der Gewerkschaftsbewegung", das eben die gewerkschaftlichen Bestrebungen zur Zeit des Kölner Parteitages behandelt. Doch der- artiges nimmt man gern dafür in Kauf, daß durch diese Gaivprerung der Talsachen sowohl nach der Zeit wie nach dem Gegenstand die Lebendigkeit und Anschaulichkeit der Darstellung wesentlich ge- winn!. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich für Umbreit daraus, daß die Ereignisse, über die er berichlet, noch nicht weit zurückliegen, daß er selbst an den Kämpfen den regsten Anteil genommen, in ihnen oft in der ersten Linie gestanden hat. Wenn dadurch auch gewiß die Lebendigkeit gewonnen hat, so war es doch fraglich, ob es ihm auch gelingen werde, die Unparteilichleil und Unbefangenheit der Darstellung überall aufrecht zu erhalten Man kann, glaube ich, dem Genossen Umbreit das Zeugnis nicht versagen, daß er diese Objektivität überall angestiebt und daß er sie auch meist erreicht hat. Einige Stellen lassen allerdings erkennen, wie schwer ihm das mitunter geworden sein mag. Wenn er z. B.vo es in die Möglichkeit versetzt werde, Finnland vom russischen Reich loszureißen, um es Schweden anzu- gliedern, und der Inhalt einer vor einigen Monaten erschienenen, stark verbreiteten Broschüre„Der nordische Knoten" ist danach angetan, diesen Irrglauben zu verstärken. Da weist nun„Aftonbladet" sehr kühl auf die ethnographische Zusammensetzung der Bevölkerung Finnlands hin, die einer derartigen Eroberungspolitik im Wege stehe. „Wohnen dort 400 960 Schweden, so finden sich dort auch 3 Millionen Finnen, die einer ganz anderen Rasse wie wir Schweden angehören— denn eS sind ja Mongolen; und diese sprechen eine ganz andere Sprache, haben ganz andere Gedanken und Empfindungen wie wir Schlveden und sind allzulange gegen die schwedische Bevölkerung feindlich gestimmt gewesen, als daß wir es wagen tollten, auf diesen Grundlagen eine gefahrvolle, politische Zukunft aufzubauen." Ter Schweden Wunsch beschränkt sich nach dem„Aston- blad" auf die„Befreiung" Finnlands, wobei nicht näher ausgeführt wird, ob dieser Staat in irgend einer Form mit Rußland verbunden bleiben soll. Sie sähen es auch gern. wenn ihnen die Alandinseln zufielen, damit aber ist ihr Sehnen gestillt. Ihre Ziele hoffen sie zu erreichen, indem sie in herzlicher Freundschaft zu Deutschland stehen, gegen das sie niemals zum Schwerte greisen würden, aber sie wollen ihre Neutralität bewahren, für die, wie daS konservative Organ meint, ruhig denkende Deutsche ihnen dankbar sein müßten. Der kleinen, aber lebhaften Gruppe der schwedischen „Aktivisten" werden diese nüchternen Betrachtungen nicht durch- weg angenehm sein._ Ter Landesausschuff der wnrttembergischen National- liberalen war am Sonntag in Stuttgart versammelt und nahm Stellung zu den Fragen der Fürsorge für die Kricgersamilien, der Lebensmittel- Versorgung und zur politischen Lage. Ein Vortrag des Abgeordneten Keinath über die politische Lage lehnte sich vollständig an die Entschließung der Zentralleitung der Partei an. Innerhalb des Reiches müsse die große Zeit die Beseitigung schädlicher Uebenesie aller Zersplitierung, namentlich die Vereinheitlichung der deutschen Eisenbahnen und Binnenschiffahrtswege bringen. Ju: Rudolstädter Landtag wurde in der letzten Sitzung einstimmig ein Antrag angenommen, der die Mandate der LaildtagSabgeordnelen bis Ende 1916 ver- längert. Ebenfalls einstimmig angenommen wurde ein Regie- rungsvorschlag, der die Mandate der Stadtverordneten und Ge« meinderäle um ein Jahr verlängert. DaS Notgesetz über vorzeillgc Schulemlassung, welches das Ministerium ermächtigt, die Entlassung von Schulkindern aus der Schule ohne Rücksicht auf den ach!- jährigen Schulbesuch und aus die Bollendung des 14. Lebensjahres aus besonderen Gründen zu versügen, wurde einstimmig an- genommen, auch von der sozialdemokratischen Fraktion. Die von der Regierung vorgeschlagene Kapitalrentensteuer wurde ein- stimmig angenommen. Nach dem neuen Gesetz beträgt die Steuer von je vollen 100 M. deS steuerpflichtigen Einkommens aus Kapital- Vermögen bis 4000 M. 1.2 Proz., von 4100-8000 M. 1,5 Proz. und über 8100 M. 1,3 Proz. „Burgfriedliche" Stadtvcrordnetcnwahle«. Auch in der Stadt Dortmund ist es bei den diesjährigen Stadtverordnetenwahlen zu einer Verständigung gekommen. Ein Wahlkampf findet nicht statt. Die Sozialdemokratie besetzt ihr« drei Mandate, die sie vor sechs Jahren zum ersten Male eroberte und die sie unter anderen Umständen jetzt verteidigen müßte; ferner zwei Mandate in den neueingemeindeten Bezirken. Der Vertrag zwischen Zentrum und Nationalliberalen, der vor zwei Jahren abgeschlossen und laut welchem daZ Zentrum die Stadlverordnetenmandate der Sozialdemokratie und die Nationalliberalen das ReichStagsmandar erhalten sollen, wurde für dies Jahr außer Kraft gesetzt. „Burgfriedliche" Wahlen finden auch in der Dortmund benach- barten Stadt Lünen statt. Hier treten die bürgerlichen Parteien zwei Mandate, eins in der dritten und eins in der zweiten Ab- teilung, an die Sozialdemokratie ab. Gegen die Ectreidc-Einfuhrscheine. Den Bedenken gegen" das Einfuhrscheinsystem schließt sich jetzt einer der wissenschaftlichen Berater der Landwirtschaft an. In den offiziellen„Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts- gesellschaft" gibt Professor Skalweit, ein Schüler von Professor Sermg, zu, daß die Einfuhrscheine gelegentlich als Export- Prämie ausgebeutet wurden, und führt dann weiter auS: „Die bedenkliche Schattenseite, die ihm anhaftete, war mit die, daß es im Kriege verhängnisvoll werden konnte. Diesmal ist das zwar nicht geschehen, aber wäre der Krieg in einem Zeit- punkle ausgebrochen— sagen wir im Spätherbst—, wo das ostdeutsche Getreide abgefühn worden war, ohne daß entsprechende Mengen ausländischen Getreides schon hereingekommen waren, so konnte Deutschland in eine schwierige Lage kommen. Diese Ge« fahr war zwar nicht unbeachtet geblieben, aber doch auf die leichte Achsel genommen worden. Zurzeii denken wir anders darüber. Der Wunsch, die Bcr- sorgiiilg der Bevölkerung mit Brotgetreide möglichst aus eigenem zu bewirken, ist zu einer allgemein anerkannten Forderung geworden, daß es weniger denn je verstanden werden würde, wollte man auch in Zukunft guten deutschen Roggen ausführen, um ameri- lanischen Weizen dagegen einzutauschen. Mag das Getreide- Einfuhrscheinsystem, vom rein ökonomischen Standpunkt aus ge- sehen, noch so vorteilhast sein, aus jenen Gründen und aus denen der mititärischen Sicherheit wird man fordern müssen, daß die dadurch beförderte Ausfuhr a u s h ö r t und den deutschen Ueberichußgebicten durch Transporterleichterungen aller Art eine unmittelbare Abfuhr nach den westdeutschen Bedarfsgebieten er- möglicht wird." Es sind also nur militärische Bedenken, die Skalweit dazu peranlassen, die Forderung auf Beseitigung des Einfuhrschein- syslems zu erheben. Für uns sind die wirtschaftlichen und sozialen Rückwirkungen bei der Beurteilung des Systems mindestens ebenso ausschlaggebend. Aber da auch militärische Gründe die Aushebung des Systems nahelegen, scheint uns eine Verwirklichung dieser Forderung in Zukunft unum- gänglich._ Die Kartoffelnot. Trotz aller Ableugming werden seit Festsetzung der Höchstpreise die Kartoffeln von Produzenten und Händlern, großen und kleinen, zurückbehalten, in der Hoffnung, doch noch die festgesetzten Höchst- preise zu durchbrechen. Das bat in Kiel geradezu zu einer Kar- loffelnoi geführt. Auch in N c u m ü n st e r waren die Kartoffeln mir einem Male vom Markt wie weggeblasen. Wie rücksichtslos gewisse Händler vorgehen, zeigt ein Beispiel: ein Kartoffelhändler erklärte den Käufern, er habe keine Kartoffeln; bei der polizeilichen Kon- trolle wurde festgestellt, daß sein Lagerkeller mit Vorräien angesülll war. Die von den Interessenten hervorgerufene Kartoffelnot hat die Polizei veranlaßt, öffentlich die schärfsten Maßnahmen, Bestrafung, Schließung deS Geschäfts und EigciitumSübcrtragung anzudrohen für alle, die sich weigern, Waren für den festgesetzten Höchstpreis ab- zugeben und die Waren absichtlich zurückhalten. Kriegsgefangene Teutschrufscn als ländliche Arbeiter. Die LandwirtschaflSkammer für Westfalen teilt mit. daß deutschrusstsche Kriegsgefangene demnächst als Knechte, Viehwärtcr und Arbeiter für die Kriegsdauer gegen mäßige Entschädigung einzeln ohne Bewachung unter persönlicher Verantwortung des Arbeitgebers zur Verfügung gestellt werden. In Betracht kämen Landwirte, in deren Bezirk noch das Heuerlingsverhältnis besteht; es handle sich um evangelische Gefangene, die in die Familie des Arbeitgebers ausgenommen werden solle«. Ms öer Partei. Ter Partcitng der schweizerischen Sozialdemokratie. ?Nis der T ch lv e i z wird uns acschriebcn: Während der Nor Jahresfrist in Bern abgehaltene schweizc- rische sozialdemokratische Parteitag ein solcher der Sammlung und Lebensäußerung, der Stellungnahme gegen den 5trieg und für die Wiederherstellung des Friedens war, wird der diesjährige in Äarau stattfindende ein solcher reicher positiver Arbeit sein und dadurch eine außerordentlich hohe Bedeutung erlangen. Zu der seit Monaten eifrig und auch leidenschaftlich diskutier- tcn Frage der abermaligen Parteircorganisation haben die Berner Genossen Anträge gestellt, nach denen in fakultativer Weise an den Lrtcn mit mehreren Parteiorganisationen die kleineren Vereine nnt den größeren verschmolzen werden sollen. Tie einseitige Vcr- schmclzungsmethode des Grütlivereins, keine seiner Sektionen preiszugeben und zu deren Gunsten die Auflösung der anderen zu betreiben, würde damit ausgeschaltet. Er selbst als Zentralorgani- sation soll ebenfalls«US dem organisatorischen Nahmen der Partei ausgeschaltet werden, indem er nicht mcbr der Partei angehören soll, sondern seine Sektionen als unmittelbare Parteisektionen wie alle anderen sozialdemokratischen Organisationen auch. Als logische Folge dieser Aenderung des bisherigen Organisationsverhältnisses erscheint dann der weitere Antrag, daß der Grütliverein nicht mehr b Mitglieder in die elfgliedrige Geschaftslcitung der Partei wählen kann, sondern der Parteitag selbst ganz frei die 11 Mitglieder wählt. Damit wird dann endlich ein schwer empfundener undemo- kratischcr Zustand in der Partei beseitigt. Ter Grütliverein will jede Parteireorganisation ablehnen, um seine Privilegien zu bc- halten. Ter Parteivorstand beantragt, die Parteircorganisation grundsätzlich zu beschließen und die Geschäftsleitung wünscht vom Parteitag den Auftrag, dem Parteitag 1316 einen Rcorganisa- tionscntwurf vorzulegen. Zu seincni Referat über die Wirtschaftspolitik und Finanz- rcform des Bundes legt Genosse W u I l s ch l eg e r- Basel dein Parteitag umfangreiche Leitsätze vor, in denen er zunächst die Pflicht de? Bundes betont, in Verbindung mit den Kantonen, Ge- meinden, Konsumvereinen usw. in Friedens- und Kriegszeiten durch geeignete Einrichtungen und Maßnahmen, so auch durch das staat- liche Getreideniunopol ohne alle fiskalischen und andere brotver- tcüernde Tendenzen, die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen usw. sicherzustellen. Die Bundes- Verwaltung soll durch den Abbau der schwerfälligen und kostspieligen Bureaukratie vereinfacht und verbilligt werden. Die Zölle werden ibeanstmrdet als ungerechte indirekte Konsumsteuern, die Jiskalzölle als Erslbwernisse der Hairdelsvertragsunterhandlungen. aber eS werden ihnen keine bestimmten Forderungen entgegengestellt. Da- gegen werden direkte Buirdessteuern auf Vermögen und Einkommen natürlicher und juristischer Personen gefordert. Indirekte Steuern, wie Tabak- und Bierstcuer, werden abgelehnt und dem Talmfinonopol und anderen Monopolen nur zugestimmt, wenn sie den von der sozialdemokratischen Partei aufgestellten Bedingungen entsprechen, so namentlich ihre Erträge für sozialpolitische Zwecke (Alters- und Invalidenversicherung usw.) verwendet werden. Da- mit decken sich im wesentlichen auch die Anträge der Berner Ge- nossen, die aber gleichzeitig die Ergreifung einer Verfaffungs- initiative zur Einführung einer direkten und progressiven Einkommens- und Vermögenssteuer mit ausreichendem steuerfreien Existenzminimum und amtlicher Jnventarisation verlangen. Die Gcschäftsleitung erklärt sich mit allen diesen Anträgen einvcr- standen. Sie stimmt auch dem Vorschlag der Züricher Genossen auf ein Jnitiativbegebren betreffend Abschaffung des Mili ärstraf- rechts und der Militärgerichtsbarkeit in Friedcnszeiten zu, ebenso dem Jnitiativbcgehren der Luzerncr Genossen betreffend die ge- samte Ausrüstung der Soldaten auf staatliche Kosten und Gleich- stellung der Offiziere und Mannschaften mit der Verpflegung und Besoldung. Grürlianer von Zürich-Wiedikon wollen den sozial- demokratischen Abgeordneten durch Parteitagsbeschlutz verboten wissen, das Bundes- und insbesondere Militärbudget abzulehnen, denn das sei„undemokratisch, un sozialistisch und unschweizerisch". Die Geschäftsleitung ist gegen diesen Antrag und will in Heber- einstimmung mit dem Parteivorstand die Stellungnahme zum Militärbudget auf einen Parteitag nach dem Kriege verschieben. Der sozialdemokratische Frauenverein Bern beantragt die Er- grcifung der Initiative für die Einführung des Frauenstimmrechts im Bunde. Der Antrag soll der Geschästsleitung zur Prüfung überwiesen werden und der Antrag des Arbeiterinnenvereins Zürich auf Schaffung eines Bundesgcsetzes zum Schutze der Heimarbeiter mit Minimallöhnen und Lohnämtern der sozialdemokratischen Nationalratsfraktion. Zwei Anträge wollen aus der Parteikasse der sozialdcmokrati- schen Jugendorganisation einen Jahresbeitrag von 1530 Fr. bewilligt haben. In bezug auf die Zimmerwalder Konferenz stehen sich die An- träge der Züricher und Neuenburgcr Genossen sowie der Minder- bcit der Geschäftsleitung auf Zustimmung und der Mehrheit der Geschästsleitung auf Ablehnung gegenüber. Parteireorganisation und vier eidgenössische Jnitiativbegehren! Der Aargauer Parteitag hat reiche und bedeutungsvolle Arbeit zu leisten._ Professor Dr. Erismann gestorben. Der alte Schweizer Genosse Professor EriSmann, Stadtrat und Vorsteher des Gesundheitsamtes in Zürich, ist im Alter von nahezu 73 Jahren gestorben. Genosse Greulich widmet ihm im Zürcher„Volksrecht" folgenden vorläufigen Nachruf: „Geboren 1812, studierte Erismann Medizin und wurde schon früh Sozialist 1869 gab er eine Broschüre in Berlin heraus„Ver- brechen und Strafe", durchaus sozialistisch gehalten. 1873 und später gehörte er der Internationalen Sektion Zürich als eifriges Mitglied an. Dann ergriff er die akademische Lautbahn in Rußland, das rbm zur zweiten Heimat wurde. Ueber 23 Jahre war er Professor der Hygiene an der Universität Moskau und wurde zu einer in Rußland allgemein anerkannten Autorität in diesem Fach. 1895 wurde er von dem reaktionären Ministerium gemaßregelt und kam nach Zürich. Hier hätte er am liebsten seine akademische Laufbahn iortgesetzt, aber der Lehrstuhl war nicht offen. Er war der erne Präsident der von den Gcwcrk- schaslen gebildeten Arbeitskammer mit Lüchinger als ständigem Sekretär, die 1897 eröffnet wurde. Etwas gegen seine Neigung ließ er sich bei einer Ersatzwahl im November 1931 als Kandidat für den Stadtrat aufstellen in der Hoffnung, nicht gewählt zu werden. Seine Wahl erfolgte, und er erfüllte die auf ihn ge'etzten Hoffnungen als Vorsteber des Gekundbeitswesens in vollstem Maße. Erismann war nicht nur ein durchgebildeter und konsequenter Sozialist, sondern auch als Mensch eine edle Natur, hilfreich und gut. vamenwahlrecht. Der Deutsche Verband für Frauenstimmrecht bat eine Kriegs- tagung abgehalten. Bei dem bekannten Ruhebedürfnis dieser Orga- nisatlon besonders in den letzten Jahren, mußte die durch keinerlei äußere Ereignisse begründete plötzliche Einberufung einer regelrechten Generalversammlung ausfallen. Was ging da vor? Wollte man etwa miteinander einen großzügigen Plan für Friedensarbeil be- sprechen? Ach bewahre, das tut der Deutsche Verband für Frauen- stimmreckt nicht, denn auch die französischen Stimmrechtlerinnen lehnen jede Friedenspropaganda ab. Das könnte als Schwäche der Militärmacht des betreffenden Landes ausgelegt werden. Und da leine von den Organisationen den Ansang machen will, so darf man damit rechnen, daß die politischen Frauen des deutschen und sran- zösijchen Bürgertums ihre Kameradinnen aussordern werden für eine Verständigung und für den Frieden� zu arbetien, wenn einmal derkberpflichket und ihm die Reisekosten zu erstatten, falls sie vorher aust Friedensvertrag fertig zur Ratifizierung vorliegt. Wie sich das gehört! Aber waS mag es wichtiges gegeben haben? Geburtenpolitik? Die hat der Bund Deutscher Frauenvereine schon behandelt. Ueber die weibliche Dienstpflicht hat man nebenher etwas gehört. Aber der Kern der Verhandlungen, die Frage, um derentwillen die Mit- glieder zniommenberusen wurden, das war die Einigung der deutschen Frauen st im mrechtsbewegung. Unsere Leser und Leserinnen erinnern sich vielleicht noch, wie im Herbst 1912 heftige Kämpfe um die Frage des allgemeinen Wahlrechts den Deut- schen Verband für Frauenstimmrecht erschütterten. Damals bereits wurde von deni erweiterten Vorstand oder Beirat bc- schlössen, die Forderung des gleichen Wahlrechts fallen zu lassen. Eine Anzahl von Mitgliedern schied darauf- bin aus. Eine später stattfindende Generalversammlung stäligte zwar die alte Satzung, aber es fand sich nur deshalb keine Mehrheit für die Abänderung, weil die verschiedenen Gruppen, die die Forderung des allgemeinen gleichen Wahlrechts durch eine weniger demokralische ersetzen wollton, sich nicht einigen konnten. Wir sahen voraus, wie die EntWickelung weitergehen würde. aber als wir es aussprachen, daß in nicht allzulanger Zeit die Forderung endgültig beseitigt und dami die B«bn für das Zusammen- gehen mit der du-chweg nationalliberalen Deutschen Vereinigung für Fraucnstimmrecht frei sein werde, entrüstete man sich auf der Seite der bürgerlichen Frauen gar sehr. Nun ist es so weit. Die Absplilterung eines dritten Frauen- stimmrechtSverbandes, des Deutschen FrauenstiinmrechtSbundes unter Führung von Dr. Anita Augspurg erleichterte den Entschluß. Die radikaleren Mitglieder waren zu dieser Organisation gestoßen, nnd so waren im Deutschen Verband für Frauenstimmrecht keine erheb- lichen Widerstände gegen eine Rechtsschwenkung mehr zu befürchten. Die Generalversammlung in Dresden am 12. November hat denn auch die Verschmelzung mit der Deutschen Vereinigung für Frauen- stimmrechl grundsätzlich beschlossen. Eine Kommission soll die end- gültige Verschmelzung vorbereiten, das heißt das Einigungsprogramm ausarbeiten und die technischen Fragen lösen. Wie die grundlegende Programmforderung später lauten soll, darüber sagen die Presseberichte nichts. Aber es ist auch ganz gleichgültig, ob man einfach„das Wahlrecht für die Frauen" oder „Staatsbiirgerrechte" in den Satzungen verlangen will. Unter beiden Forderungen kann sich jeder denken was er will; auch die Frau, die für sich politische Rechte fordert, sie den arbeitenden Frauen aber versagen will, kann sie unterschreiben. Und daraus kommt es an. Man will die Frauenwahlrechtsbewegung salonfähig machen. Die Arbcilerinneu können dieser Entwicklung der bürgerlichen Frauenwahlrechtsbewegung gleichmütig zusehen. Ihr Weg geht ans ein anderes Ziel. Sie wollen nicht einigen wenigen zu politischen Rechten verHelsen, sie wollen für alle— für Männer und Frauen die volle politische Gleichberechtigung, denn sie wollen volitische Macht, um mit größerein Nachdruck für die Durch- setzung sozialistischer Ideen und Forderungen wirken zu können. ffStP" r, Parteigenossen\ Werbet unermüdlich für die politische und gewerkschaftliche Schulung der Arbeiterschaft! Hattet Treue . Euren Organisationen _____________...._____________ Soziales. Klagen polnischer Arbeiter. Von Arbeitern, die aus den von deutschen Truppen be- setzten Gebieten Polens nach Berlin zur Arbeit vermittelt werden, kann man öfter hören, daß sie sich enttäuscht fühlen, weil ihr hiesiges Arbeitsverhältnis ihren Envartungen nicht entspricht. Solche Enttäuschungen kamen auch znm Ausdruck in einer Klage, welche vor der Kammer 3 des Gewerbe- gerichts verhandelt ivurdc. Gegen die Tiesbaufirma Fritze u. Co. aus Magdeburg, die am Bahnhof Gesundbrunnen in Berlin Arbeiien ausführt, klagien sechs der deutschen Sprache un- lundige polnische Arbeiter, vertreten durch einen An- gestellten der Polnischen Beruisveretnigung, Wie der Vertreter aus- führte, sind die Kläger aus Warschau nach hier übermittelt. In Warstdau soll ihnen versiwert worden sein, daß sie, die sämtlicki ge- lernte Handwerker sind, hier in ihrem Beruf beschäftigt werden, Sehr enttäuscht seien die Kläger gewesen, daß sie bei der beklagten Firma Erdarbeiten verrichten mußten. Die Behandlung der Kläger durch den Schachtmeister sei entwürdigend gewesen. Der Slbachbneister habe die Benutzung des Abortes ver- boten. Zwei Kläger habe er ge'chlagen und die übrigen mit Schlägen bedroht. Sogar mit einer eisernen Brechstange vabe der Swachtmeister zu schlagen gedroht. Die Kläger hätten sich wegen dieser Behandlung an die Polizei gewandt und dort den Bescheid bekommen, wenn sie so behandeltwerden, dann könnten sie aufhören. Die Kläger haben dann auf- gehört. Die Firma hat ibnen den fälligen Lohn ntcktt ausgezahlt und auch die amllicben Legilimationskarten zurückbehalten, ohne welche die Kläger weder Arbeit finden noch abretien können. Die Kläger fordern Zahlung des Lohnes. Herausgabe der Legitimationskarten und Schadenersatz für die Zeit der Arbeitslosigkeit. Die beklagte Firma fordert dagegen von den Klägern die von ihr ausgelegten Reise- kosten im Betrage von je 33 M. Da der Lohn, welchen die Kläger zu fotdern haben, diesen Betrag nicht erreicht, so verlangt die Firma, daß die Kläger ihr nicht nur den verdienten Lohn übetlassen, sondern auch den Rest der Reisekosten abarbeiten. Ehe das nicht geschehen ist, will die Firma die Legittmationskarien nicht hetausgebcn. Im übtigen behauptet der Jntmber der Firma, er habe den polnischen Arbeitern, von denen er 83 beschäftige, das größte Entgegenkommen und die weitgehendste Fürsorge bewiesen. Aber im allgemeinen sei schwer mit ihnen auszukommen. Man könne mit ihnen nicht so umgehen wie mit deutschen Arbeitern. Einige von ihnen seien furchtbar faul. Die werde der Schachtmeister vielleicht mit Drohung von Schlägen zur Arbeit angefeuert haben. Der Abort sei von den Leuten aufgesucht worden, um sich von der Arbeit zu drücken. Deshalb habe der Schachtmeister einen Aufpasser vor dem Abort aufgestellt. Wenn sich die Kläger, ehe sie aufhörten, an ihn, den Inhaber der Firma gewandt hätten, dann würde er begründete Klagen gewiß berücksichtigt haben. Durch einen schriftlichen Arbeitsvertrag, der ihnen auf dem Grenzamt in Ostrowo vorgelesen word«n sei, hätten sich die Kläger ihm für die Dauer des Krieges hören.— Ein Vertrag dieses Inhalts wurde dem Gericht als Be- Weismittel vorgelegt. Das Gericht verurteilte die beklagte Firma, den Klägern die Legitimationspapiere heraus- zugeben nnd den schuldigen Lohn auszuzahlen. Auf die Widerklage hin wurden die Kläger verurteilt, der Firma die Reisekosten von je 33 M. zu erstatten. Mit ihren Schadenerlatzansprüchen wurden die Kläger abgewiesen, weil das Gericht der Ansicht ist, sie hätten nicht nötig gehabt, die Arbeit niederzulegen, obgleich sie Grund hatten, sich über das Verhalten des Schachtmeisters zu be- klagen. Sie hätten sich deswegen an den Arbeitgeber wenden und so die Arbeitsniederlegung vermeiden können. Tie Zeche mit doppelter Kreide votiert. Ein Kellner, der im Weinrestaurant von Gebr. Habel, Unier den Linden, tätig war und ohne Kündigung entlassen wurde, klagte beim Gewerbegericht auf Schadenersatz. Die beklagte Firma erklärte die Entlastung für begründet, weil der Kläger den Gästen mehr bc- rechnet habe, als sie zu zahlen hatten. Herausgestellt hat sich dies, als StaatSminister a. D. v. Podbielski eine Zeche bezahlen wollte, die er nach einer Aufsichtsratssitzung mit mehreren Freunden ge- macht hatte. Bei dieser Getefienheit hatte der Kellner für vier Flaschen Seit und zwei Flaichen Fachinger 1,53 Mark zuviel gesordertt Einer aus der Tafelrunde des Herrn v. Podbielski batte diese Differenz entdeckt. Dadurch kam sie zur Kenntnis des Geschäftsführers und der Kellner wurde entlassen. Er bestreitet, eine betrügerische Msicht gehabt zu haben und führt die Differenz auf einen in der Eile begangenen Irrtum zurück. Der Vertreter der Firma behauptet dagegen, der Kläger habe sich derartige Unredlich- leiten auch in anderen Fällen zuschulden kommen lassen. Nach- gewiesen wurde durch das Zeugnis eines anderen Kellners, daß sich der.Kläger in einem Fall für eine Tasse Mokka, die 75 Pf. kostel, 1 M. bezablen ließ.— Hiernach erklärte das Gericht die kündigungs- lose Entlassung für berechtigt. Der Kläger nahm schließlich die Klage zurück. Mus aller Welt. Nur Inder! Amtlich. Berlin, 11. November. Der Lentnanl der Reserve Schophaus beim 2. Ersatz-Bataillon des Jnf.-Reg. Nr. 39 hat seinem Truppenteil die folgende dienstliche Meldung erstattet: Während meines Kommandos als stellvertretender Adju- tant der Bahnhofskommandantur Opladen hatte ich am 8. und 9. Oktober Gelegenheit, mich mit englischen und sran- zösischen Gefangenen zu unterhalten, die Anfang dieses Monats in den Kämpfen bei Laos in deutsche Häude ge- fallen waren. Durch längeren Aufenthalt in England der englischen Sprache mächtig, unterhielt ich mich mit den eng- tischen Offizieren der Kitchener-Armee über die letzten Kämpfe in Flandern und Nordfrankreich. Hierbei machte mir ein eng- lischer Oberleutnant von einem Londoner Regiment folgende, für die Verwendung und Wertschätzung der farbigen Hitfsvölker in der englischen Armee recht bezeichnende Mitteilungen: Bei den Kämp- fcn um Loos haben die Engländer nach heftigem Artilleriefeucr und nach Verwendung von giftigen Gasen, in der Voraussetzung, daß die deutschen Stellungen sturmreif seien, zuerst die indischen Truppen zum Angriff vorausgeschickt. Ms diese Truppen jedoch bei ihrem Vorgehen heftiges Feuer erhielten nnd schwere Verluste erlitten, wurden ungeachtet der überaus zahl- retchen Verwundeten und der wenigen unverletzt gebliebenen Leute weitere giftige GaSwolken vorgetrieben, so daß die Verwundeten usw. elend umkamen. Dann erst wurden die engtischen Soldaten zum Angriff eingesetzt. Auf meine Frage, ob eine derartige rücksichts- lose Behandlung der eigenen Truppen nicht verwerflich sei, meinte der englische Oberleutnant spöttisch:„O, es sind ja nur Inder!" Untergegangenes Schiff. London, 13. November.(W. T. B.) Wie„Lloyds" meldet, ist der spanische Dampfer„Bernabe"(2263 Tonnen), von Cardiff nach Bordeaux unterwegs, unweit Bordeaux mit einer Besatzung von 16 Mann verloren gegangen. Familicndrama in Dresden. In der Nacht zum Montag bat sich in Dresden ein Familiendrama zugetragen. Die ArbeiicrSehefrau Selma S ä u b e r l i cb gab ihren drei Kindern Gift und trank dann selbst von der Flüssigkeit. Während die beiden ältcten Kinder gerettet werden konnten, waren die Mutier und das jüngste Kind, als sie heute früh aufgenindeit wurden, bereits tot. Ein Förster von Wilddieben erschossen. Am Sonnabend vor« mittag wurde, wie aus Kaltowitz gemeldet wird, der Förster Blaiczyk aus Gieschewald an einer versteckten Stelle mitten im Forst an der alten, schon seit Jahrzebnten nicht mehr betriebenen Postbahn Emamtelssegen— Gieschewald an einer vertieften Stelle des Babn- damms mit einer Schußwunde in der Brust tot aufgefunden. Der Förster ist vermutlich von Wilddieben erschossen worden. Mit einem geheimnisvollen Verbrechen beschäftigte sich die Dort- munder Kriminalpolizei. In einem Steinbruch bei Schüren sand man die Leiche einer besser gekletdeten Frau, die das Genick ge- brocken hatte. Ermittelungen ergaben, daß sie aus Essen stammt und von dort aus einem unbekannten Grunde verschwunden war. Ihr Ehemann befand sich in großer Sorge um sie und hatte ihr rätselba'tes Verschwinden bereits bei der Polizei angezeigt. Die Dortmunder Kriminalpolizei ist auf Grund der bis jetzt gemachten Feststellungen zu der Ansicht gelangt, daß die Frau nach Schüren ge- lockt worden ist und dort in den liefen Steinbruch hinabgeworfen wurde. Der Bildcrfälscher Lehmann verhastet. Mitte Oktober wurde bekanntlich iu München der aus Liegnitz stammende Maler Willi L e b m an n als Fälscher von Knaus-, Defregger-, W. v, Diez-, Hobler-, v. Keller-, Welti-Bildern uiw. entlarvt. Als die Polizei zur Verbaitung schreiten wollte, war der Fälscher nebst seiner Familie verschwunden. Nun ist, wie von Zllricb aus der Müncheiter Polizeidirektion telegraphisch milgeteilt wurde, Lehmann in Zürich verhaftet wotden. Der gegen Lehmanns Frau. Ida Leh- mann, erlassene Haftbefehl konnte noch nicht vollzogen werden. SSerrerauSstchren für das inirtlrrr Norddcutichtanv bt» Mittwochmittog. Zeitweise bciter, jedoch kühl und sehr veränderlich, mil öfter wiederholten, im allgemeinen geringen Regen- oder Schneesällen. In der Nacht zum Mittwoch leichter Frost. Vollständig mit Anleitung Leichtin derTas che u. im Tornister zu tra gm Preis 50 Pfennig Porto lv Pfennig_ Buchhandlung Vorwärts Berlin SV. öS, Lindenftratze Z Ms Groß-öerlin. die billige(Quelle. Eine der schlversten Aufgaben hat heute die Arbeiterfrau 5» erfüllen. Sic soll mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln haushalten, soll alles heranholen und Herrichten, was zur Bestreitung des Haushalts erforderlich ist. Die Lösung dieser Aufgabe ist eine äußerst schwierige; am schwierigsten die Beschaffung des Lebensunterhalts. Die wichtigsten Lebens� Wittel stehen hoch im Preise. Da muß kalkuliert und ein- geteilt werden, da gibt es Kopfzerbrechen über den Einkauf und über die Zubereitung des Essens. Jeden Tag soll etwas auf dem Tisch stehen und das magere Portemonnaie schrumpft pon jedem Ausgange erschreckend zusammen. Tie Hauptsache ist und bleibt der Einkauf. Die größte Sorge ist die nach billiger Einkaufsmöglichkeit. Da werden die großen Zeitungsinserate der Lebensmittelgeschäfte durchgesehen um herauszufinden, wie hoch die Preise'fiir Gemüse und bestimmte Fleischwaren sind. Auch andere Lebensmittelpreise, insbesondere solche für Marmeladen als Ersatzmittel der Butter und der Fette werden genau durchgemustert. Der Weg in die Halle ist vielfach umsonst, denn viele Hausfrauen kehren enttäuscht über die hohen Preise ohne Waren zurück. lieberall wird Umschau gehalten, wo das Fleisch oder auch sonstige Lebensmittel am billigsten zu haben sind. Einer er- kundigt sich beim andern. Und wenn der Kauf vollzogen ist, ist die Ausgabe immer noch zu hoch. Man bekommt nichts mehr für sein Geld! hört man allseitig rufen. Oft wird ein »veiter Weg angetreten, um einige Pfennige billiger einkaufen zu können. Oft aber inuß auch stundenlang geivartet werden, che man in der„billigen Quelle" seinen Kauf gemacht hat. Das kann man an den„billigen Tagen" in manchen großen Lebens- mittelgeschästcn beobachten. In manchen Fleischhandlungen erhält man eine ganz„anständige Knochenbeilage", und wenn man sich den Preis richtig berechnet, ist»nan auch da hinein- gefallen. Schlimm ist es mit den Eiern bestellt; sie sind nicht nur sehr teuer, sondern es kommt auch noch vor, daß schlechte Eier hier und dort nicht zurückgenommen werden, obwohl der Käufer doch brauchbare Ware verlangt hat. Nicht ganz so schlimm als auf dem Gebiete des Lebens- mittelinarktes sind die Verhältnisse auf dem Gebiete der Bc- kleidung. Ain schwersten ist noch die Beschaffung von Schuh- »verk. Die Preise für Schuhe und Stiefeln, selbst für Re- paraturen, sind für einen Arbeiterhaushalt kaum erschlvingliche. lind da komint es dann noch vor, daß Käufer noch besonders iibers Ohr gehauen werden. Kürzlich zeigte uns eine Arbeiter- frau voller Erregung ein Paar Schuhe für ein zwölfjähriges Kind, die sie für 11 M. 50 Pf. erstanden hatte, die aber noch an der Sohle den früheren Preisverinerk von 7,50 M. trugen. Danach sind die Schuhe ohne weiteres in Rücksicht auf die gcstiegencu Lcdcrprcise„umgeschrieben" worden, obwohl das Leder zu diesen Schuhen keine Preisände- r u n g erfahren hatte. Mit der Kleidung hat man eher noch Ailswahl. Die großen Konfektionsgeschäfte suchen sich durch reiche Auswahl der Situation am besten anzupassen, und reichlich ist das An- gebot ün Inseratenteil der Zeitungen. Wenn man auch nicht immer genau nach den angekündigten Preisen gehen kann und gut tut. da und dort etwas zuzulegen, um nicht gerade die schlechteste Qualität zu kaufen, so kann man doch immerhin bei der herrschenden. Konkurrenz noch»nanche billige Quelle entdecken. So mancher, der früher nur Maßanzüge vorzog, geht heute nach dem Konfektionsgeschäft und»vählt aus, was er braucht, und mancher andere ist wiederum froh, noch einen „Monatsanzug" sich zulegen zu können. Lediglich die Fülle oder die Leere des Portemonnaies ist für den Kauf entscheidend. Der falsche Gelderheber. Ein Hausbesitzer N. ist von einem falschen Gelderheber schwer geschädigt lvorden. In mehreren seiner Häuser sind Herrn N. Wasserrechnungen und Quittungen über Kanalisanonsgebübren präsentiert»vorden, bei denen der Stempel des Erhebers oder Vor- slehers fehlt, bei denen aber der Stempel„Städtisches Werk- einziehungsamt" vorhanden ist. Da auch die Formulare den bei den städtischen Werken üblichen gleichen, sind die Rechnungen anstandslos bezahlt worden. Hinterher sind die Beträge nochmals eingefordert worden und auf»einen Einwand, daß die Gelder doch offenbar von einem Angestellten der Werke kassiert sein müssen, ist dem Hausbesitzer ein vom Oberbürgermeister unterzeichnetes Schreiben zugegangen, das folgenden, auch für weitere Kreise interessanten Sachverhalt enthält: „Infolge der zahlreichen Einberufungen städtischer Beamten zum Heeresdienst sind wir genötigt gewesen, einen verhältnismäßig großen Teil des ständigen Personals der Werkseinziehungsabteilung durch Hilfskräfte zu ersetzen, so daß sich zurzeit unter 125 Gelderhebern 87 oder rund 70 Proz. und unter 37 Buchhaltern und Buch- halterinnen 32 oder 80 Proz. Hilfskräfte befinden. Dazu kommt, daß die Hilfskräfte bäufig wechseln, und wir bei ihrer Annahme meist nur eine beschränkte Auswahl haben und vielfach auch mit weniger geeigneten Kräften arbeilen müssen. Diese ungünstigen Personalverhältnisse lassen es erklärlich erscheinen, daß in dem umfang- reichen Geschäftsbetriebe der Werlseinziehungsabteilung, in dem vierteljährlich rund 550 000 Rechnungen und Gebührenquittungen «inzuziehen sind, vier auSgesüllle Rechnungs- und Ouittungsvordruckc, eben die Ihnen vorgelegten, abhanden kommen können, ohne daß ihr Fehlen sogleich bemerkt wurde. Als es später beim Viertel- jahrsabschluß festgestellt wurde, haben die Nachforschungen weder zu einer Aufklärung des Vorfalls geführt, noch einen Verdacht gegen eine bestimmte Perion begründe» können. Das wird verständlich. wenn in Betracht gezogen wird, daß die ausgefüllten Vordrucke nicht bis zur Uebcrgabe an die Geldcrheber dauernd unter Verschluß gc- halten werden können, sondern zur Vorbereitung der Einziehung an mehreren Stellen bearbeite! werden müssen und dort unter Um- ständen dem ganzen Personal der WerlsetnziehungSabteilung zu- gänglich find. Deshalb haben wir, um zu verhüten, daß solche Vor- drucke zur unbefugten Einziehung der Beträge mißbraucht werden, durch einen in die Augen fallenden Vermerk auf den Vordrucken daraus hingewiesen, daß die Quittungen nur gültig sind, wenn sie mit dem Amtssiegel des Vorstehers oder eines ErHebers der Werks- einziehungSabteilung nebst UnlerschriftSabdiuck versehen sind. Leider haben Sie diesen Vermerk, der vor 6 Jahren eingeiührt ist, bei Prüfung der Ihnen vorgelegten i Rechnungen und Quitlungs- vordrucke nicht beachtet. Wir sind hiernach nicht in der Lage, von der Forderung Abstand zu nehmen, ersuchen Sie vielmehr um baldige Abführung des Betrages an die Werlseinziehungsabteilung." Zur Warnung sür Interessenten sei die Sachlage mitgeteilt. Höchstpreisüberschreitungen beim Schweineeinkauf. Die Preisnotierungen des Berliner Schlachtviehmarktes vom letzte» Sonnabend haben ergeben, daß in einzelnen Fällen Schweine über den gesetzlichen Höchstpreis hinaus bezahlt worden sind. Es gilt dies für die geringeren Sorten im Gewicht von unter 80 Kilogramm. Der Vorgang wird damit begründet, daß manche Fleischer unter allen Umständen bemüht ge- Wesen seien, Schweine zu erhalten, um ihren Verpflichtungen auf Grund bestehender Lieferungsverträgs gerecht werden zu können. Eine solche Entschuldigung kann aber vor dem Zwange des Gesetzes nicht standhalten und es ist daher an die Direktion des Vieh- und Schlachthofes vom Magistrat die Anordnung ergangen, Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Höchstpreisgesetzes in jedem Falle zur strafrecht- lichen Verfolgung zu bringen. Die Strafanzeige wird gegen alle Beteiligten gerichtet werden. Mit derselben Schärfe werden die zuständigen Stellen gegen die Ladcnschlächter verfahren, die gegen die Vorschriften des Höchstpreisgesetzes verstoßen. Meischverkauf am fleischlosen Dienstag. In Nücksicht auf den dem fleischlosen Dienstag folgenden Bußtag hat der Oberpräsident der Provinz Brandenburg folgende Verfügung erlassen: Ich lasse in Berlin sür kommenden Dienstag die Ver- abfolgung von Fleisch, Flcischlvaren und Speisen, die aus Fleisch bestehen, an Verbraucher in Läden und offenen Vcrkaufsstätten zu. Bezüglich der Gast-, Schank- und Speisewirtschaften verbleibt es bei dem bestehenden Verbot._ Kontrolle der Wohlfahrtssammlungen. Das Polizeipräsidium teilt mit: Wiederholt ist darüber Klage geführt worden, daß von Haus zu Haus Zeichnungslisten umlaufen, durch die anscheinend Barspenden zu Kriegswohlsahrtszwecken ge- sammelt werden sollen, während sie in Wirklichkeit dem Verkauf von Bildern, Postkarlen, Marken usw. dienen. Die auf Grund der Bundesratsverordnung vom 22. Juli 1015, betreffend die Regelung der Kriegswohlfahrtspflege, vorgeschriebenen Listen weisen bereits deutlich daraus hin, daß es sich um Vertriebe von Gegenständen bandelt. Verkäufe in gleichzeitiger Verbindung mit Samnilungen für Kriegswohlsahrts zwecke sind verboten. Ilm jedoch unlauteren Machenschaften der Verkäufer und Ver- käufcrinnen nach Möglichkeit entgegenzutreten, dürfen vom 1. De- zember 1915 ab beim Vertriebe von Gegenständen zu Kriegswohl- fahrtszwecken nur noch Listen mitgcsührt werden, die am Kopf jeder Seite deutlich den Aufdruck tragen: „Nur Verkauf von...(Postkarten usw.). Den Verkäufern ist die Annahme von Beträgen über den Verkaufs- preis hinaus— Sammlung— untersagt." Außerdem müssen die Verkäufer und Verkäuferinnen polizeilich abgestempelte Ausweise bei sich führen. Ohne tatkräftige Mithilfe des Publikums lassen sich Ueber- trctuugen schwer feststellen. Es tvird deshalb gebeten, bei Auslauchen nicht vorschriftsmäßiger Listen nach dem 1. Dezember 1915 beim Vertriebe von Gegenständen zu Kriegswohlsahrtszwecken Namen und Wohnsitz des Verkäufers oder der Verkäuferin aus dem genannten Ausweise festzustellen und mündlich oder schriftlich dem iiächsten Polizeirevier mitzuteilen. Bargeldsammlungen von Haus zu Haus, sogenannte Haus- kollekten, dürfen nur mittels besonderer Listen erfolgen, die mit dem Kollektenstempel des Polizeipräsidenten Berlin versehen find. Wer ist der Tote? Am 11. November 1915 ist im Charlotten- burger Verbindungskanal an der Schleiisenbrücke Seestratze die Leiche eines unbekannten Mannes gelandet worden. Dieselbe hatte au- scheinend schon wochenlang im Wasser gelegen. Der Mann ist 40 bis 45 Jahre alt, 1,75 Meter groß, schlank und hat blondes, grau- meliertes Haar sowie gestutzten kleinen Schnurrbart. Bekleidet war die Leiche mit einem zweireihigen schwarzen Jackett, schwarzer Phantasieweste mit schwarzen Kugelknöpfen und kleinen Sternen, schwarzgestreifter Hose. schwarz- blau punktiertem Selbstbinder, schwarzen Strümpfen und schwarzen Schnürschuhen. Kein Rotbuch für 1910. Der Berliner Magistrat hat beschloflen, von einer Neuauflage der Personalnachweisung der Berliner Ge- meindeverwaltung, des sogenannten„Rolbuches", für 1910 abzu- sehen, da infolge des durch den Krieg veranlaßten starken Personal- Wechsels, insbesondere auch unter den städtischen Ehrenbeamten, eine sichere Unterlage sür amtliche Angaben in dieser Personalnachwcisung nicht zu gewinnen sein wird. Straßcnunsällc. Beim Abspringen von einem fahrenden Straßen- bahnwagen ist am Sonntag der 07jährige Jakob Bartuschebitz ver- unglückt. Er verließ an der Ecke der Leipziger und Charlottenstraße einen Triebwagen der Linie 43 während der Fahrt und kam dabei zu Fall. B. trug eine Gehirnerschütterung und eine Kopfwunde da- von und mußte nach dem Rudolf- Vircbow- Krankenbaus gebracht werden.— Zu einem Zusammenstoß eines Brauerlvagcns mit einem Straßenbahnwagen kam es am Montag gegen alii Uhr in Char- loltenburg. Der Brauerwagen bog an der Ecke der Berliner und Wallstraße vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie bl. auf das Gleis und wurde angefahren. In- folge des Anpralls stürzte der Kutscher Pesik von seinem Sitz und erlitt cure Gehirnerschütterung und Quetschungen des Rückens. Der Verwundete fand im Urban-Krankenhauie Aufnahme. — Ein Iveitercr Unfall ereignete sich in der Brunnenstraße. Vor dem Hause Nr. 3 wollte der Arbeiter Georg Schulz unmittelbar vor einem in der Richtung nach Moabit verkehrenden Straßenbahnwagen der Ringlinie 5 das Gleis überschreiten, wurde dabei aber um- gestoßen. Der Arbeiter geriet unter den Schutzrahmen und zog sich eine Quetschung der rechten Schulter sowie erhebliche Haut- abschürfungen an den Knien und Händen zu. Der Verunglückte wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Abendheime. Die Heime für Frauen und Mädchen, deren Adresien wir gestern veröffentlichten, sind, wie wir nachträglich erfahren haben, mit wenig Ausnahmen rein konfessioneller Natur. Jetzt hat die Kriegshilfsküche in Charlotten bürg im Hause Charlottenburger Ufer 3, ein Abendheim eingerichtet, dessen Räume für jeder- mann von 6—10 Uhr abends unentgeltlich offen stehen. Auch in Neukölln, Bergstr. 29, Laden, wird vom Nat. Fraucndienst und Vaterländischen Frauenverein am Donnerstag ein Heim eröffnet. das täglich von 7—10 Uhr geöffnet ist. Die Räume hat der Magistrat von Neukölln zur Verfügung gestellt. Kleine Nachrichten. Verhaftet wurde ein siebzehnjähriges Mädchen in einer Herberge in der Koppenstraße,»vo es einem Kinde das Leben gegebe» hatte. Das Kind wurde in einem Abort erstickt aufgefunden.— Ein Warenichwindler bestellt telephonisch Waren, nimmt sie dem Bolen ab und verschwindet damit. Der Schwmdler ist noch nicht gefaßt, er hat aber seine Schwindeleien in einer ganzen Reihe von Fällen erfolgreich betrieben. Ms öen Gemeinden. Umtausch von Milchkarten in Schöneberg. Nachdem der Reichskanzler bestimmt hat, daß nicht nur einjährige Kinder, sondern alle Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahre mit einem Liter Milch vorzugsweise berücksichtigt werden müssen, hat der Schöneberger Magistrat seine Brotkommissionen angewiesen, die bereits verteilten Literkarten sür die nach dem 15. November 1913 geborenen Kinder in 1 Literkarten umzutauschen. Beim Umtausch ist die polizeiliche Anmeldung oder ein sonstiger Ausweis über das Alter der Kinder vorzulegen._ Erhöhte Teuerungszulagen in Steglitz. In geheimer Sitzung beschloß die Gemeindevertretung: ES er« halten: a> Einmalige Teuerungszulagen alle Beamten und Ange- stellten der Gemeinde einschließlch der Lehrpersonen(jedoch mtt Aus- schlug der KriegshilfSkräfte), sofern sie verheiratet sind, ein steuer» pfltchtigcs Einkommen bis 3000 M. haben, und zwar, wenn sie an der bisherigen Teuerungszulage von monatlich 10 M. nicht beteiligt»varen, einmalig 75 M. und für jedes Kind unter 16 Jahren einmalig 15 M.; wenn sie bisher schon die Teuerungszulage von 10 M. monatlich erhalten, einmalig 50 M. ohne Rücksicht auf die Kinderzahl(neben der weiterbestehenden lau- senden Teuerungszulage von 10 M. monatlich bei Einkommen bis zu 2000 bezw. 2200 M.). b> Laufende Teuerungszulagen mit Wirkung vom 1. Oktober 1915 ab zunächst bis 31. März 1916 alle ständigen und nichtständigen(KriegsaushilfS-) Arbeiter der Gemeinde, und zwar ledige und verheiratete kinderlose Arbeiter monatlich 10 M., Arbeiter mit i und 2 Kindern unter 16 Jahren 15 M., mit 3 und 4 Kindern 20 M., mit 5 und mehr Kindern 25 M. Die Arbeiter des Elektrizitätswerkes sind auch jetzt wieder von der Teuerungszulage ausgeschlossen»vorden, da ihnen schon vor längerer Zeit eine Lohnerhöhung von 10 Pf. pro Stunde zugebilligt wurde. parteiveranftaltungen. Eharlottenburg. Der Verein Arbeiterjugendheim Charlottenburg hält Donnerstag, den 18. November, abends 8H, Uhr. im Jugendheim seine Generalversammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Katzen st ein„Kunst und Arbeiterjugend". 2. Geschäfts- und Kassen- bericht. 3. Wahlen. Oberfchöueweide. Heute Dienstag, abends 8h, Uhr, bei Kojchlitzki, Rathansstraße Ecke Schillcrpromenade: Mitgliederversammlung. Mikglicdsbuch legitimiert. Lichtcrfelde. Heute Dienstag, den 16. November, abend? 8'/, Uhr, bei Wahrendors, Hindenburgdamm 104: Mitgliederversammlung. Tages- ordnung: 1. Vortrag des Genossen L e d c b o u r. 2. Ersatzwahlen des Vorstandes. Nowawes. Freitag, den 19. November, abends 8h, Uhr, findet im Lokal„Vollsgartcn" die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt, Mitgliedsbuch legitimiert._ Iugenöveranftaltungen. Oberschöneweidc. Mittwoch(Bußtags, abends 8 Uhr, im Jugend- heim: Vortrag dcS Genossen Max S ch ü t t e- Berlin:„Die Kirche im Mittelalter". lsonntag, den 21. November, vormittags 11 Uhr: Bcfichtignng des Verkchrsmuscums unter fachmännischer Leitung. Absaht t von Nicder- schöneweide 10.10 Uhr vom Hauptbahnbof. Adleröhof. Morgen Mittwoch, den 17. November, findet ewe Partie nach den Müggelbcrgen statt. Trefspunlt: nachmittag 2 Uhr im Jugend- heim Bismarckftr. 31. TtzricdrichShagcn. Mittwoch(Bußtag), nachmittags 5 Uhr, findet in der Treplow-Sternwarte ein Vortrag„Potarbilder und Polarjagden" statt. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr im Jugendheim, bei schlechtem Wetter um 3 Uhr. Ter angekündigte Vortrag sällt an diesem Tage aus. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Treptow-Baumschnleutveg. Heute Dienstag, den IS. November, abends S Uhr, im Ratbaule, Nene Krngallee 3—5. Diese Sitzungen finv össenllich. Jever GcmcindrangehSrige iß be> rcchtigt, ihnen olS Zuhörer deizuwohncir. Gerichtszeitung. Betrügerische Heereslieferante«. Vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichlsdirektors Lieber begann gestern der von uns schon angekündigte große Prozeß, bei dem es sich um behauptete große Uu- regelmäßigkeiteu bei Hceresliefcrungen handelt. Die Anklage richtet sich in erster Linie gegen den Kaufmann Artur I a c o b y, Inhaber der Schiihtvarenfirma Emil Jacoby in Berlin und den Kaufmann Karl K o h n in München, die sich seit mehreren Monaten in militärischer Sicherheiishäft befinden, außerdem gegen fünf Angeklagte, die sich der Beihilfe zu de» Verfchlimgen der beiden Hauptangeklagten schuldig gemacht haben sollen. Es sind dies! der Kaufmann Ernst Schmidt-Mariendorf, Handlungsgehilfe Wilhelm L e h mann-Ber- lin, Lagerist und Schuhmacher Wolfgang U r b a n- München, Lagerist und Schuhmacher Franz E p p e l e- München, Kaufmann Fritz I a c o b h- Berlin und Reisender Joseph K o h n- München. Vor Eintritt in die materielle Verhandlung stellt der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Lieber die Frage zur Erörterung, ob ein Ausschluß der Oeffentlichkeit geboten sei. Gegen den Ausschluß der Oeffentlichkeit sprach sich in längerer Rede Slaatsanwalt G u t j a h r aus, indem er u. a. den Standpunkt vertrat, daß grundsätzlich in voller Oeffentlichkeit unter Zulaffung der Presse im weitesten Maße verhandelt werden möge. Nachdem die Verteidiger sämtlich für Ausschluß der Oeffentlich- keit eingetreten, beschließt das Gericht: die Oeffentlichkeit auszuschließen, weil sich ci.:e Gefährdung der Staatssicherheit besorgen läßt. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 380 der preußischen Armee ent- hält Verluste folgender Truppen: Jnfantericusw.: Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.-Regimenter Nr. 12. 14, 17. 18, 26 biS einschl. 31, 33. 34, 35, 38, 39, 40, 41, 42 bis einschl. 46, 49, 51, 53, 54, 55, 56, 62, 63, 65, 66, 69, 70, 77. 78, 79, 81, 82, 83(f. Landw.-Jnf.-Ncg. Nr. 83), 86(s. Rcs.- Jnf.-Reg. Nr. 75). 88. 91, 99, 109, III(f. Ers.-Jnf.-Rcg. Nr. 28 und Res.-Jnf.-Reg. Nr. III), 113(f. auch Nes.-Jnf.-Reg. Nr. III), 141(f. Jnf.-Reg. Nr. 343), 152, 153, 158(f. Jnf.-Reg. Nr. 335). 160, 163, 164(s. Nes.-Jnf.-Reg. Nr. 210). 169(s. auch Res.-Jnf.- Reg. Nr. III), 170(f. Res.-Jnf.-Neg. Nr. III). 175(f. Jnf.-Reg. Nr. 343), 332 bis einschl. 33«, 341, 342, 343, 344 und Regiment v. KurnatowZki. Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 12, 28 bis einschl. 32, 34, 35, 46, 51, 52. 55. 50, 64, 65, 66. 67, 71, 74 bis einschl. 78, 80. 81. 82(s. auch Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 83), III, 216, 219, 252. Ers.-Jnf.-Äiegimentor Nr. 28, Königsberg Nr. 1(s. Ers.-Jnf.-Neg. v. Nußbaum), v. Nußbaum. Landw.-Jns.-Regimenter Nr. 1(siehe Jnf.-Reg. v. Kurnatotvski), 5(s. Jnf.-Reg. Nr. 342), 26, 28, 31, 33, 34. 38, 39. 40. 47, 51, 53, 65, 66. 75, 76. 77. 81. 83. Landft.- Jnf.-Bataillone: 1. Saarlouis(siehe Jnf.-Reg. v. Kurnatowski), 1. Tilsit(s. Ers.-Jnf,-Reg. v. Nutzbaum), 3. Tilsit(s. Landw.-Jnf.- Reg.?!r. 28). Zusammengefetztes Landst.-Jnf.-Bat. Marienwerder- Rastenburg a st! n bestimmten Anfrage in c.;i ü'N.t stabe und eins Lahl a!S Merlzeicbsn beizufügsn. Brisflicoe Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AboniismentSauittiing be'grfiizt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Ei. niiids vor. KertrSg», Tchrififtsickc und dergleichen dringe mar in die Sbrcaiiliinse mit. B. B. Entschädigung kirmen Sie verlangen. Ob Sie mit einer KUze biüchdriiigen, ist}Wi*f dittenv, tieiüctrübt an WvHc, Anjpastc nelnnc nebst Kindern. | Jfim die, Rulle, uns der Schmerz! Am 23. Anglist 1915 siel als OPsec des VölkerringenZ unser | treuer Kolleg? 28Ö66 Karl Reimer Fahvstuhlmontenr. Wir werden seiner stets ge- deuten I 8* ReparafuroMontage C. Flohr. lüntralverfian!! iepleilsrariieiiep; untl-Artieüsrltuien UeDtscWanils. Filiale Berlin I. Kachmf. Am 9. November 1915 verstarb l uns« Kollege, der Handschuh- z l wacher Alksi'i s im 47. Jahre am Herzschlag. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung hat bereits- | stattgefunden. 133/13'■ Der Vorstand. Verliactl ßer Litliopplien, liebe Frau, meiner Kind« gute> Mutler 2888b j iliaiz an: 13. 11. 15 nachmittags g storben ist, Die Beerdigung findet am i Mittwoch, den 17. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- � balle des Lichlcnbcrg« Gemeinde- FriedhoseS in Marzahn auS statt.! vis irauornäen ittnterbliedenen.[ Johannes Mauz als Gatte und HanS, Grete und Max I Mänz als Kinder. Lrchlenbera. Normamienftr. 7. d.'aakr n,ei,riä»r!x«m, 5rsnsk»5«in Dasein jrn Olternimnss und ernjtlhrizeni Aukearlealt, in clor Irrenanstald za Tenpito{ I starb am 13. b7svs»l»sr unsere einzige liebe Tochter ua«! j A Schwester Erna SPqIi! j im 21. Lebecsjahi'e. Die trauernden Hinterbliebenen: Jlaa: und Aognsto Pohl, Klleru, Alfred und ficorgf Pohl. Brüder, Neukölln, Innstr. 28, früher Müuchener Str. 38. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. November, nachmittags 2% Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner i i'nodholes, Gottlieb-Dunkcl-Straße, aus stutt.« Bgaggg�awwMiiiiiMiJ�� Verantwortlicher Üieiafteui: Alfred Wictcpp, Neukölln. Für deu Keinen Aerger mit Augengläsern zu haben, ist ein Glück, das sonst nur wenigen beschieden ist, die genötigt sind, sie zn tragen. Unseren Kunden ist eö beschieden, denn wir garantieren nicht etwa nur gegen Fabrikationssehler, nicht nur für gute Qualitäl, sondern wir garantieren einfach für Zufrledenhett. Mag also die Brille oder der Kneifer durch eigene Undor- sichtigleil zerbrochen sein, mag das Glas schon bor längerer Zeit bei uns gekauft sein— wenn das Gestell zerbrochen, der- bogen oder sonst beschädigt ist, reparieren wir es und wenn die Gläser nichts mehr passen, tauschen wir sie um, alles ohne Kosten für Sie. Nur zerbrochene Gläser, zerbrochene Teile aus Schildpatt, Horn oder Celluloid sind von der Garantie ausgenommen. 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