Ar.SIS.-M.Jichrs. Abonnements-Bedingungen: Bbonnemfatä• Stctä Picnumetoni«! BietleliöbtL 330 MI. monatl. 140 SDU, wöchentlich 2S ütg. frei ins Haus. Einzelne Nunnner ö Big.«onmags- Nunimer mit illustrierter EomUagS» Beilage.Die Zieue Welt' 10 Pvi Post» LionnemeM: 140 Marl uro Monat. Eingerragen in die Post- Zeitung»» Preisliste Unter Kreuzband rät Deutschland und Oesterreich. Ungarn 230 Marl, für das übrige Ausland s Marl vro Monat. Poitabonnements nebmen an: Belgien. Dänsmart, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Binniimen. Schweden uns die Schwei» VIchelol tZgllch. Verlinev Volksblnkk. Zcntralorgan der rozialdemokratifchcn Partei Deutfcblands. r 5 Pfennig) Die Tnfertlons-Gcbülir betrügt für die sechsgefpaliene Kowneb- »eile oder deren Raum SO Pfg., siir poAische und aewerlschastlichc Lereins- »md Lersammlungs-Anzeigen 00 Psa. „Kleine Hnieiscn", das fcltgedruclte Wort 20 Pfg.(zulässig 2fcttgedruc?ie Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Säilasstellenatt- »eigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nmnmcr müssen bis K Uhr nachmittags in der Expedition tibgegeben werden. Die Expedition iA bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm.Adresse! wSosizIlieiiisIirät nsrlüT. Görz und Riva unter Artilleneseuer. Umgruppierungen im fernen Gstem Ueber den Ereignissen auf den europäischen Zdriegsschau- Plätzen werden die politischen Vorgänge� und die großen Machtvcrschiebungen in den Ländern am Stillen Ozean, vor ollem in Ostasien, verhältnismäßig wenig üeachtet. Nur wenn Fragen auftauchen, die wie etwa die Entsendung eines japanischen Hilfskorps nach Europa, mit dem europäischen Krieg unmittelbar in Zusammenhang stehen, wendet sich das allgemeine Interesse den Dingen des fernen Ostens zu. In der Politischen Literatur jedoch beginnt man in letzter Zeit diesen Fragen eine größere Beachtung zu schenken und für die sich ankündigende Umgruppierung der Mächte auch im fernen Ostenjftichtlinien für die deutsche Politik zu ziehen. Sehr beachtenswert ist in dieser Beziehung die kürzlich erschienene Schrift von Dr. Georg I r m e r„Völkerdämme- rung im Stillen Ozean". Der Verfasser, der fast zwei Jahr- zehnte im diplomatischen Dienst in der Süösee geweilt hat, hat die Verhältnisse dort aus eigener Anschauung kennen �e- lernt und verfügt über einen genügend weiten Gesichtskreis, um die gewaltigen Machtverschiehungen im Stillen Ozean mit den treibenden Kräften der Weltpolitik in Verbindung zu bringen. Zusammenfassend bemerkt er:„Ueber dem Ent- stehen neuer Staaten und der Wiedergeburt von alten Kultur- Völkern zu modernen Mächten ist die englische Weltherrschost im Stillen Ozean kampslos'beiseite geschoben worden. Ueber den Vorbereitungen zum Kampf gegen das Phantom einer deutschen Gefahr hat England seine Mission im Namen der weißen Rasse aufgegeben und damit seine Wellstellung im zukunftsreichen Osten leichtsinnig geopfert. Die neuen Groß- mächte, das amerikanische und japanische Volk, die in wenigen Jahren die Herrenvölker der östlichen Halbkugel geworden sind,(stauben nicht mehr an die alte weltbeherrschende, unüberwindliche Seegewalt Englands... Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so ist der Traum von der englischen Well- Herrschaft im Stillen Ozean ausgeträumt... In Amerika und Japan glaubt man schon den Uebergang der Weltpolitik aus den europäischen Meeren auf den Stillen Ozean zu sehen. Und noch mitten im Weltkrieg steckt man schon im fernen Osten den neuen Kampfplatz ab, auf dem die Entscheidung über die Macht- frage in dem größten Meere der Erde ausgefochten werden soll." Ausgespielt ist nach Dr. Jrmers Darstellung auch die Rolle Deutschlands als einer Kolonialmacht im Stillen Ozean. Nicht etwa, weil er ein Gegner der Kolonialpolitik wäre. Im Gegenteil.„Wir müssen— erklärt er— eine neue Erde haben in der Welt: und wenn es irgend angeht, muß sie mögliwst nahe vor den Toren des Deutschen Reiches liegen." An anderer Stelle spricht er von der K o n z e n t r a- tion der gesamten deutschen kolonialen Arbeit:„Unsere koloniale Zukunft wird in der Nähe von Europa liegen müssen, zunächst in Afrika." Damit ist aber nicht gesagt, daß Deutschland der kommenden Auseinandersetzung im Stillen Ozean teilnahmslos und untätig gegenüberstehen soll. Er emvfiehlt vielmehr eine Neuorientierung in der ostasiatischen Politik, die in den Worten angedeutet wird:„Man sollte doch endlich damit aufhören, von ethischen Werten in der Politik noch viel zu reden, von Solidarität der christlichen Welt- anschauung oder der weißen Rasse, von Volkerrecht oder gar von Dankbarkeit, die Völker aneinanderkctten konnte." Was er an anderer Stelle von dem„unglücklichen Schlagwort von der gelben Gefahr" und von den Irrungen der deutschen Chinapolitik sagt, ist deutlich genug, um die ihm erwünschte Richtung dieser Neuorientierung erkennen zu lassen. Es ist anzuerkennen, daß Dr. Jrmer die Zusammenhänge zwischen der deutschen ostasiatischen Politik imd der Annäherung Deutschlands an Rußland in der zweiten Hälfte der Wer Jahre— nach dem Rücktritt Caprivis— freimütig aufdeckt.„Die erste Probe auf unsere neu aufkeimende Freundschaft mit Rußland, sozusagen das erste Liebespfand Deutschlands, war unsere Wkehr von Japan, unsere Hilfsaktion zu- gunsten der russischen Politik im fernen Osten. Blieb Ruß- land dort in ßhina festgelegt, so berechnete man nebenher folgerichtig, dann war eine erneute kriegerische Auseinandersetzung des Deutschen Reiches auch mit dem unruhigen stanzö- sischen Nachbarn für längere Zeit wieder außer Sichtweite ge- rückt. So schloß sich das Deutsche Reich dem russischen „(Jnas ego" gegen Japan an und trug damit wesentlich dazu bei, daß den Javanern der Siegespreis des Friedens von Shimonoseki snach dem Chinesisch-Japanischen Kriege von 1894�5) arg geschmälert wurde." Eine weitere Verschärfung der deutschfeindlichen Stim- mung in Japan brachte, nach Jrmer, die deutsche Besitzergreifung von Kiautschou.»Bei dem Reigen der chinesischen Miig des(Stögen smlmtlim. Amtlich. Grohes Hauptquartier, 18. November 1»1l».(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Engländer versuchten gestern früh einen Hand- streich gegen unsere Stellung an der Straße Messines — Armeutieres; sie wurden abgewiesen. In den Argonnen wurde die Absicht einer französischen Sprengung erkannt und der bedrohte Graben rechtzeitig geräumt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeine» unverändert. Balkaukriegsschauplatz. Die verbündeten Armeen haben in der Verfolgung die allgemeine Linie Javor— nördlich RaSka— Kursumlija— Rädan— Oruglica erreicht. Unsere Truppen fanden Knrsnm- lija von den Serben verlassen und ausgeplündert vor. ES wurden mehrere hundert Gefangene und einige Geschütze eingebracht. O b e r st e H e c r eZ l e i t u u g. *» M SslmMMe SenemlWMW. Wien, 18. November.(W. T. B.) Amtlich wird der» lautbart: 18. November 1915. Russischer Äriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Beim Aufräume» deS Schlacht- selbes von Czartorysk ist erst die volle Größe des jüngst er- rungenen Erfolges zutage getreten. Der Feind hatte schwere Verluste: bisher wurden zweitauscndfünfhundert Russen begraben und vierhundert frische Gräber gezählt. Mehrere tausend Ge- wehre und große Mengen Munition sind die Beute, die noch steigen dürfte. Der Gegner besaß am westlichen Styrufer vier hintereinander liegende starte Stellungeu mit Drahthindernissen, Stützpunkten und Flankierungsanlagen; ausgedehnte Hüttenlager mit Blockhäusern und große Stallungen beweisen, daß er sich schon für den Winter eingerichtet hatte. Italienischer Kriegsschauplatz. Auch im Laufe des gestrigen Tages nahmen die Italiener ihre Angriffstätigkeit nicht wieder auf. Nachts versuchten sie schwache Borstöße gegen Zagora, am Nordhange des Monte San Michcle und gegen den Abschnitt südwestlich San Martina; alle wurden abgewiesen. Seit heute zeitlich ftüh steht Görz wieder unter heftigem Geschützfeucr. In der ersten Stunde sielen etwa vierhundert Geschosse in die Stadt. Der alte StadtteU von Riva war gestern vom Altissimo her unter Feuer. Unsere Flieger warfen Bombeu ans die Kasernen von Belluno ad. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgung macht trotz schwerer Unbilden der Witterung gute Fortschritte. Nördlich von Nova Baros nähern sich unsere Truppen dem Abschnitt des Uvac. Der Ort Javor ist in Besitz genommen. Südlich von Jvanjica schoben wir nnS im Räume um die Höhe Jankov Kamirn nahe an die Paßhöhen der Golija Planina heran. Deutsche Truppen find bis etwa halbenwrgs Usce-Raska vorgedrungen, während österrcichisch-ongarische Kräfte von Ost gcge« den Idar vorgehend, die Kopaonil Planina am Weg nach Karadag überschritten haben. Die Truppen der Armee von Gallwitz sind über das von den Serben geplünderte Kursumlje südwärts vorgerückt. Bulgarische Kräfte gewannen kämpfend die Höhen des Radan und den Raum südöstlich davon. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes: von Hoefrr, Feldmarschalleutnant. „Pachtungen", wie man diesen friedlichen Einbruch der euro- päischen Großmächte in China euphemistisch nannte, gingen wir Deutsche voran; Rußland folgte mit Port-Arthur, Eng- land mit Wei-Hai-Wei, Frankreich mit Kwang-Tschou-Wau." Tie Folge war, daß die Japaner die Deutschen weit mehr zu hassen anfingen, als die Franzosen und die Russen. Kiant- schon war deshalb bei der Mächtegruppierung vor Ausbruch des Weltkrieges— nach einem Worte des Grafen Reventlow —„wirtschaftlich eine Zukunftshoffnung, politisch eine Sorge, militärisch ein verlassener Posten." In bezug auf die Wiedergewinnung dieser Kolonie scheint Dr. Jrmer recht pessimistisch zu sein.„Selbst nach entscheiden- den Siegen Deutschlands auf der ganzen Linie und auch beim besten Willen Englands... wird die Rückgabe der deutschen Erde im Stillen Ozean ganz gewiß nicht so leicht sein wie es ihre Wegnahme war." Die Auseinandersetzung mit Japan, das offenbar gewillt sei, seine eigenen Wege zu gehen, werde schwieriger sein als die mit den Mächten der Entente. Deutlicher äußert sich Jrmer über die Möglichkeiten ettirt solchen Auseinandersetzung nicht. Aber aus seiner ganzen Darstellung' ist der Schluß zu ziehen, daß er gegebenenfalls einer AnnäherunaDeutschlandsanJapan, das China mehr und mehr beherrscht, das Wort reden würde. Klarer drückt sich in dieser Richtung der Kunsthistoriker Dr. H. Smidt aus, der in einer Broschüre„Japan im Welt- kriege und das Chinaproblem" seine Eindrücke in Japan zu Beginn des Krieges und die wirtschaftlichen und politischen Faktoren des ostasiatischen Problems in interessanter Weise beleuchtet. In vielem decken sich seine Ausführungen mit denen Dr. Jrmers, in manchem anderen heben sie sich vorteil- , hast Von ihnen ab durch die kühle Ablehnung jeder nationalisti- I schen Phrase und ein näheres Eingehen auf die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Japans und Chinas. Seiiie Darstellung gipfell in der Forderung:„Vertragen wir uns mit Japan!" und diese Forderung verteidigt er mit dem Hinlveis auf die großen Vorteile, die Teutschland in Anbetracht des Fortrückens Japans von England-- aus einem Zuscunmengehen mit Japan erzielen könnte. Nüchtern wie Dr. Smidt die Grundlagen des japanischen Imperialismus analysiert, zieht er die Richtungslinien für die� künftige Politik des deutschen Imperialismus im fernen Osten. Es liegt uns fern, in den angeführten Aeußerungen An- zeichen einer beginnenden Neuorientierung in der ostasiatischen Politik zu erblicken. Aber als Feststellungen von Leuten, die Deutschlands Politik iin fernen Osten an Ort und Stelle studiert haben, verdienen sie nicht minder Beachtung wie etwa die Stimmen einflußreicher japanischer Preßorgane, die in letzter Zeit einem' deutschen Bündnis an Stelle des eng- lischen das Wort reden. Man vergesse nicht, daß die Dinge im fernen Osten sich gegenwärtig wieder im Fluß befinden: daß Probleme aufgerollt sind wie: ein russisch-j apanisches Bündnis, eine Auseinandersetzung zwischen Japan und den Vereinigten Staaten, die Konsolidierung des chinesischen Staatswesens usw.; und daß die Lösimg aller dieser Fragen mehr oder minder in AbhängigkeiMMst vom Ausgang des Völkerringens auf den europäischen Schlachtfeldern.� Anderer- seits muß auch die begonnene und durch den Krieg außer- ordentlich beschleunigte Umgruppierung der Mächte im Stillen Ozean auf die zukünftige politische Gestaltung Europas zurückwirken._ Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 18. November.(W. T. B.) Amtlicher Heeres« b e r i ch t von gestern. An der ganzen Front starke Artillerie- tätigkeit. Die feindliche Artillerie versucht nicht nur unsere Vcr- teidigungswerke zu beschädigen, sondern sie verlegt sich auch darauf, die von uns eroberten Ortschaften zu zerstören, selbst wenn sie tat- sächlich von unseren Truppen nicht besetzt sind. So wurden aur 11. November die Dörfer Locca und Bezzecca im Tale von Concei mit 30.3 Zentimetergeschossen bombardiert. Gestern beschossen die feindlichen Batterien die einstmals blühenden Marktflecken Mosia und Lucinico in der Jsonzo-Ebene, die heute nur noch rauchende Ruinen sind. Auf den Anhöhen nordwestlich von Görz nahm unsere Infanterie starke Verichanzungen de§ Feindes im Sturm. Wir fanden in den eroberte» Werken Haufen feindlicher Leichen und reichliches Kriegsmaterial. Auf dem Karst erneuerte der Feind in der Gegend des Monte Sa» Michele in der Nacht vom 15. zum 1ö. und am folgenden Morgen die Angriffe gegen die von uns jüngst eroberten Stellungen. Er wurde immer zurückgeschlagen und lieh zwei Maschinengewehre und sechzig Gefangene, darunter einen Offizier, in unserer Hand. Feind- liche Flieger warfen gestern Bomben auf A l a. ES wurde niemand verletzt und kein Sachschaden angerichtet. Ca d o r n a. Saumwollvorräte unü Munitionserzeugung in Deutschlanü. Berlin, 18. November.(W. T. B.) AuS der Schweiz wird gemeldet, daß die Entente den schweizerischen Spinne- reien die Zufuhr von Baumwolle sperrt mit der Begründung, die Baumwolle ginge nach Deutschland weiter, wo sie zur Spreugstoffherstellung benutzt werde. Frankreich habe die feste Ueberzeuguug, daß, wenn die schweizerischen Zufuhren wegfielen, Deutschland in aller Kürze wegen Mangels an Baum- wolle zur Sprengstoffabrikation den Krieg werde einstellen müssen.— Demgegenüber ist festzustellen, daß wir allein an jetzt in Deutschland vorhandener Baumwolle für diesen Zweck auf Jahre hinaus genug haben, daß wir ferner über den neuen Donauweg Baumwolle aus der Türkei erhalten werden, und daß selbst wenn kein Kilogramm Baumwolle mehr in Deutschland wäre, wir doch immer noch für unabsehbare Zeit Zellstoff genug hätten.— Der Gedanke, wir müßten wegen Mangels an Baumwolle zur Sprengstoffabrikation den Krieg einstellen, ist so absurd, daß er als ein bewußt unrichtiger Borwand aufgefaßt werden kann, die Schweiz dazu zu zwingen, ihre Grenzen überhaupt gegen uns zu sperren. Gefterreichijcher Zliegerangriff auf Helluno. Belluno, 18. November.(W. T. B.) Gestern früh erschien ein feindliches österreichisches Flugzeug über der Stadt und warf fünf Bomben ab. Eine explodierte, drei Personen wurden leicht verletzt, Sachschaden wurde nicht angerichtet. De? französische Tagesbericht. Paris, 18. November. sW. T. 33.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Von der Nacht ist nichts zu melden außer Artilleriefeuer im Aisne-Tal, in der Gegend von Fontenoy, in der Champagne, im Woevre und nördlich Flirey. Paris, 18. November.(28.£. 33.) Amtlicher Bericht von gestern abend: Bei LooS, AngreS und Souchez sehr heftiges, gegenseitiges Eefchützfeucr. Wir richteten gegen den Wald südlich Fay(südwestlich Peronne) ein konzentrisches Feuer, dessen Wirk- samkeit festgestellt wurde. In der Champagne, bei dem Navarin- Gehöft und bei Tahure dauert der Slrtilleriekampf unvermindert fort, In den Argonnen brachten wir zwei Minen zur Explosion, die d:e deutschen Schützengräben in einer ziemlich großen Aus- dehnung zerstörten. Belgischer Bericht. EZ herrscht fast vollständige Ruhe an der Front. Orientarmee. Im Laufe des 15. November haben die Bulgaren keine weiteren Angriffe gegen unsere Front auf dem linken Oernaufer unternommen. Westlich Kriwolak zogen sie sich auf die Höhen von Arkangcl, nördlich des Dorfes Cicewo zurück und ließen zahlreiche Tote am Platze. In drei Kampftagen haben die Bulgaren 4000 Mann verloren. Unsere Verluste sind gering. Nördlich Ra- browo beschossen wir eine feindliche Proviantkolonne, die auf dem Wege nach der bulgarischen Stadt Strumitza in der Nähe des gleichnamigen Flusseö war._ De? rujsifche Generalftabsbericht. Petersburg, 18. November.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 17. November 191S: Auf der Rigafront nur beiderseitiges Artilleriefcuer. An der Düna bei Friedrichstadt und Jakobstadt herrscht Ruhe. Flußabwärts von Dünaburg versuchten Teile deS Feinde? an mehreren Stellen über die Düna zu gehen, wurden jedoch zurückgeworfen. Westlich Dünaburg in der Gegend de-Z Swentensecs gaben deutsche Abteilungen ihre Gräben auf und zogen sich zurück. In den Gräben fanden wir Gewehre, Patronen und viele Kartuschen. Ein Zeppelin überflog in der Nacht zum 16. die Gegend von Dünabnrg und warf Bomben, von denen ein Teil in die deutschen Gräben fiel und dort große Verluste und Verwirrung unter den Deutschen anrichtete. Zwischen Dünaburg und dem Prypec ist Ruhe. Auf dem linken Slhr-Üfer dauert der Kampf bei dem Bahnhof Czartorysk noch an. In der Nähe von Czarlorh'k machte der Feind hartnäckige Angriffe. Unsere Artillerie zerstreute den Feind mehrere Male, als er sich dem Fluß näherte. Weiter südlich und in Galizicn Artillerie- und Jnfanteriefeuer.— Auf der Kaukasusfront keine Veränderung. Engüfchss tzofpitalschiff gesunken. London, 17. November.(25. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Das H o s p i t a l s ch i f f, A n g l i a" lies heute im britischen!danal auf eine Mine und sank. Es hatte 385 Manu an Bord; ungefähr 300 wurden durch ein Patrouillenboot gerettet. Ein anderes Schiff, das ebenfalls helfen wollte, stieß ebenfalls auf eine Mine und sank au ch.— Ein späteres Telegramm besagt: Als die„Anglia" auf eine Mine tief, setzte das Kohlen- schiff„ L u f i t a n i a", das sich in der Nähe befand, sofort zwei Boote aus. Während die Leute nach der„Anglia" ruderten, sahen sie, wie ihr eigenes Schiff in die Luft"flog. Sie waren jedoch imstande, den Rest der Besatzung zu retten. Torpedoboote retteten zahlreiche Ueberlebende der„Anglia". Die„Lusitania" hatte 183� Bruttotonnen.— Der britische Dampfer„Treneglos"(3386 Bruttotonnen) ist versenkt ivorden._ £or6 Nobert Cecil über Sie �armenksihen Masiekers". London, 17. November.(W. T. B.) Meldung deS Reuterschen Burenus. Unterhaus. Bei der Erörterung der armenischen Massakers sagte Lord Robert Cecil, es gebe in der Welt- geschichte kein schrecklicheres Verbrechen. Die Massakers seien ganz ohne Grund erfolgt. Die Behauptung, daß britische Agenten die Armenier zur Empörung aufstachelten, sei völlig falsch. Der größte Schutz der Armenier würde ein britischer Sieg sein. In diesem Kriege müßten alle Hilfsguellen verwendet und die Feinde gezwungen werden, unsere Friedensbedingungen anzu- nehmen. Deutschland allein sei imstande, den Massakers Einhalt zu tun. Seine mittelbare Mitschuld sei jedoch zweifellos festgestellt. DaS Glaubensbekenntnis des deutschen Militarismus führe logischer Weise zu solchen Verbrechen, weil es den Staat an die Stelle setze, die bei anderen Völkern von der Religion und der Moral eingenommen werde. Es gebe keine Grenze für die Dcgradierung eines Volkes, das einen solchen Glauben an- nimmt. England würde eine derartige Lehre niemals annehmen. Lord Cecil schloß: Wir stimmen mit Edith Cavells letzten Worten überein:„Patriotismus allein genügt nicht." Das ist die tiefe Wahrheit, die von einer großen Patriotin ausgesprochen wurde. Wenn die Deuischcir die Vergötterung deS Staates nicht aufgeben, werden sie sogar noch tiefer sinken als jetzt. Dazu bemerkt das W. T. B.: Lord Robert Cecil soll vor einiger Zeit die Aeußerung getan haben:„Wenn mein ver- storbener Vater noch lebte, so wäre dieser Krieg nicht ausgebrochen." Das möchten wir auch glauben. Wenn die Leitung der englischen auswärtigen Politik in den Händen eines Staatsmannes von der Bedeutung und der Energie Lord Salisburys geruht hätte, so wäre zweifellos die russische Regierung an der frivolen Entfeffelung des Weltkrieges verhindert worden. Gelang das aber nicht, so hätte Lord Saiisvury wenigstens England die furchtbaren Wunden er- spart, die ihm der gegenwärtige Krieg geschlagen hat. Was würde der streitbare Führer der englischen Konservativen wohl sagen, wenn er die leichlfertigen, jeder tatsächlichen Begründung entbehrenden An- klagen gegen Deutschland und die hohlen Phrasen hören könnte, mit denen sein Sohn dem Unterhause aufgewartet hat? verhmKerte Vrotestversammlung in£onüon. London, 18. November.(W.T.B.) Eine große Protest- Versammlung sollte heute in der Mberthalle stattfinden. Frau Paukhurst sollte den Vorsitz führen, unter den Rednern sollten sich Lord Willoughby de Broke. der liberale Abgeordnete Bryce und die Anhängerin des Frauenstimmrechts Kenney befinden. Die Anzeige sagte:„Der Verrat an Serbien ist ein endgültiger Beweis, daß die Ehre und die Interessen Englands in den Händen der Regierung nicht sicher und nament- lich Asquith und Grey für verantwortungsvolle Posten ungeeignet sind." Die Versammlung wurde ab- gesagt. Im Unterhause sagte Sir John Simon, die Regierung verbiete die Versammlung nicht, aber die Eigentümer der Alberthalle würden sie wohl verhindern. Der VinterfelSzug. Von Richard Gädke. Berlin, 16. November. Wie bor einem Jahre geht auch diesmal der langdauernde Krieg um die Mitte des November auf den meisten KriegSschau» Plätzen in eine Art von Winterschlaf über. Die unerhörten Iln- strengungen, die damals wie jetzt von allen Seiten während des Spätsommers gemacht wurden, erklären diese Zeit Verhältnis- mätziger Ruhe zur Genüge. ES gilt die Verluste zu ersetzen, und eS gilt vor allen Dingen, die verschossene Munition zu ergänzen und für kommende neue Schll achten Bestände unmittelbar hinter der Front�aufzuhäufen. Die industrielle Tätigkeit keines der be- ibeiligten Staaten, selbst nicht mit Hilfe der amerikanischen Kriegs» induftrie, geht so weit, ein Massenfeuer, wie eS die September- und Oktoberschlachten im ArtoiS und in der Champagne gebracht haben, beliebig lange fortzusetzen. ES liegt immerhin etwas Trost- licheS darin, daß größere Ruhepausen durch die eherne Nottvendig- keit der Tinge erzwungen werden. Auch finanzielle Rücksichten spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Denn die Kosten einer solchen Schlacht sind nicht nach Millionen, sondern nach vielen Hunderten von Millionen zu veranschlagen. Ihr letzter großer An- griff gegen die deutschen Stellungen in Frankreich mag den Frau- zosen und Engländern wohl reichlich eine halbe Milliarde Mark für Geschütz- und Gewehrpatroncn gekostet haben. Nach dem Ab- schluß dieser Kämpfe drängt sich ein« Zeit der Sparsamkeit den Heeresleitungen von selbst auf; bis in das Schlachtfeld hinein sprechen nicht nur rein strategische, sondern auch ökonomische Rück- sichten mit. Vielleicht wird die Menschenökonomie zuletzt einen entscheidenden Einfluß auf die Beendigung des Krieges gewinnen. Beiläufig bemerkt sei hier, daß ein wesentlicher Vorteil Deutsch- landZ darin liegt, daß unsere Beute an Gefangenen eine sehr viel größere ist als die unserer Gegner. Aber auch die Zahl der in den Lazaretten bis zur Felddienstpähigkeit wiederhergestellten Ver- wundeten ist in Deutschland sehr viel größer als in Rußland und auch als in Fr«nkre>ch. Das wirkt neben anderen Umständen ausgleichend gegen'die höhere Volkszahl unserer Gegner ein. Wie lange diese Zeit der Ruhe dauern wird, läßt sich nicht an- nähernd übersehen; das hängt von zahlreichen Verhältnissen ab, die uns unbekannt sind. Im vergangenen Jahr kündigte Jofsre bekanntlich kurz vor Weibnachten in einem berühmten Armeebefehl die Aufnahme des französischen Angriffs an. Aber diese Offensive verlief schließlich in erfolglosen Einzelstößen, die sich nicht zu einem großen, einheitlich angesetzten, allgemeinen Versuche verdichteten. ES blieben Episoden in dem Gange des Krieges, die von vornherein zur Unfruchtbarkeit verurteilt waren. Erst im März kam es zu der stärkeren Kraftentfaltung in der Champagne, wahrend gleichzeitig Großfürst Nikolaus seine gewaltigen Angriffe gegen den Karpatbenwall mit rücksichtsloser Hartnäckigkeit ansetzte und bis gegen die Mite des April fortsetzte. Sie erreichten in den Oster- stürmen zwischen Lupkower Paß und Duklasenke ihren Höhepunkt und gleichzeitig ihren NiederganF. Auch diesmal scheinen unsere Gegner für den Beginn des Frühjahrs ISIK zu einem letzten mächtigen Anlauf d«S KriegSßliick noch' einmal zwingen. Zu diesem Zweck suchen sie einen gemein- schaftlichen KriegSrat zu bilden, zu diesem Zweck in England und in Frankreich Einrichtungen zu schaffen, um die Kriegführung cnt- fchlossener zu gestalten, zu diesem Zweck auch mit Italien eine cnt- sprechende Ucbereinkunft herbeizuführen. Denn dessen Heeres- leitung ist bisher ihre eigenen Wege gegangen und hat der Sache der Entente nicht diejenigen Dienste geleistet, die im Mai 1915 der Dreiverband mit hohen Hoffnungen erwartet hatte. Daß solche Verabredungen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, ist klar; trotzdem aber werden wir uns natürlich nicht auf den an sich un- bestiimnten Zeitpunkt des nächsten Frühjahrs verlassen. Auch im vergangenen Frühjahr brach eine starke deutsche Teiloffensive mit glänzendem Erfolge in Masuren mitten in die feindlichen Vor- bereitungen hinein; sie legte den ersten Baustein zu den großen Erfolgen des Frühjahrs«nd des Som-mcrS. Bereit sein und zuvor- kommen: das will viel bedeuten, vielleicht alles! Daß die Zeit der Windstille aber noch einige Zeit anhalten wird, dürfen wir wohl annehmen. Dafür spricht das Scheitern der russischen Angriffsbeweguntzen unter der nominellen Acgide des Zaren. Zweifellos sind diese zeitweise mit großem Ernst und piachdruck geführt worden und nicht ohne jeden Erfolg geblieben. Sowohl an der Strypa in Ostgalizien, wie in Wokhynicn und be« sonders am unteren Styr, südlich der Pripjät-Sümpse, gelang es de» Angriffen der Heeresgruppe Iwanow, zeitweilig die Front der Verbündeten einzudrücken. Aber schließlich mißglückte die Offen- five dennoch, und am 14. November ist der stärkste der russischen Angriffe, der etwa am 17. Oktober angesetzt hatte, endgültig ge- brachen und zurückgewiesen, das westliche Ufer des Flusses Styr vollständig vom Feinde geräumt worden. Im ganzen haben die Kämpfe um den Styr seit dem Auftreten der Heeresgruppe Lin- fingen südlich der Priipzät-Sümpfe vom b. Oktober an, also volle 41 Tage, gedauert. Im Norden haben die Russen es überhaupt nicht zu einem ein- heitlichen Angriff gebracht, sondern nur zu örtlichen, mehr oder weniger ausgedehnten Vorstößen, bald an der unteren Düna ober an der Secnlinie zwischen Düna und Njemen oder rückwärts Barcmowitschi. Das harte Klopfen Hindenburgs an die Tore DünaburgS mag Wohl die Zusammenfassung der russischen Armee verhindert haben. Dian hat den zähen Widerstand dieser Festung auf ihre aus Sand bestehenden Schanzen zurückgeführt, die der zerstörenden Wirkung unserer schweren Geschütze besser wider- ständen als Eisen und Beton. Das Entscheidende ist vielfach, daß die Festung in unmittelbarer Verbindung mit einer starken und kampffähigen Feldarmee steht. Es wiederholt sich damit die ewige Erfahrung dieses Krieges: die vereinsamte Festung ist schwach und zu raschem Falle verurteilt, im Zusammenhange mit dem Feld- Heere unterstützen sich beide gegenseitig und gewinnen daraus eine große Widerstandskraft. Ilur auf einem Kriegsschauplatz geht der Krieg ungeachtet des Winters seinen Gang weiter und drängt einer großen Entscheidung entgegen: auf dem Balkan.� Mit Genauigkeit können wir die augenblickliche Lage noch nicht übersehen. Wir wissen aber, daß die verbündete Offensive vom Norden und Osten ununter- brachen vorwärts geht, wenn auch in dem Tempo, das Jahreszeit, Gebirge, Wegearmut gebieten. Die Besetzung von Prokuplje im Toplicatale, 28 Kilometer südwestlich Nisch, zeigt, daß nun auch die bulgarische Armee rascher vorwärts kommt. Vom Norden her nähert sich die Armee Gallwitz dem gleichen Tale und damit der toichtigsten Wegeverbindui� Kurschumlje— Pristina, auf der ein beträchtlicher Teil des serbischen Haupthoeres abzieht. Die?!ach- hüten haben bis in die letzten Tage hinein noch lebhaften Wider- stand geleistet und dabei natürlich viel Gefangene verloren. Deren Zahl ist bereits auf über 25 000 Mann gestiegen und damit der Gesamtverlust der Serben seit 23egtnn des Donauüberganges schätzungsweise auf über 100 000 Mann. Die kampffähige Masse des aus Alt-Serbien zurückgehenden Heeres— abgesehen von den in Mazedonien nördlich und nordöstlich Monastir stehenden schwachen Kräften— wird somit nur noch wenig über 100 000, vielleicht 125 000 Mann betragen; vielleicht auch weniger. Doch scheint es, nachdem aus ftanzösifcher, italienischer und auch aus bulgarischer Quelle stammenden Nachrichten, als ob die Spitzen der Marschsäulen sich nördlich Katschonik in hartem Kampfe gegen die von Süden vorgehende bulgarische Armee befänden— eine sehr interessante Nacbricht, wenn sie sich bewahrheiten sollte. Ob es den Serben gelingt, mit Teilen des Heeres das noch wegeärmere Albanien zu erreichen und in welchem Zustande, das muß sich bald herausstellen. Von Franzosen und Engländern haben sie in ihrem schweren Kampfe keine Unterstützung zu erwarten; deren Angriffe an der Wardar-Linie und über die Crna Rjeka, die seit dem 4. November wiederholt versucht wurden, sind gescheitert. Es scheint, daß die dort stehenden Bulgaren nach Anlagen von Verstärkungen über das Babunagebirge hinaus in Richtung auf Monastir vorgedrungen find. Auch Italien kann das Los der Serben nicht mehr wenden, wenn es nach dem Scheitern seiner vierten Jsonzo-Qffensive am 14. November wirklich Kräfte für Zllbanien verfügbar machen kann. Die Hoffnung unserer Gegner geht vielntehr augenscheinlich dahin, daß wenigstens ein Teil des serbischen Heeres in gewaltsamem Durchbruch den?knschluß an die sranzösisch-englischen und die in Valona landenden italienischen Streitkräfte gewinnen könnte, und daß sich dann eine genügende Dtacht zusammenfinde, um im süd- lichen Balkan einen sich in die Länge ziehenden Feldzug zu organi- steren und vielleicht doch noch Griechenland zur Beteiligung zu zwingen. In der Not klammert man sich an einen Strohhalm wehrpsiichtürbatte im Unterhaus. London, 18. November.stage zu- erst verhandelt werden. Zugleich mit dem Etat werden die ht.'' träge auf Steuerreform und Teuerungszulagen verhandelt. Acht t�age später werden die Lorberatungen zum Etat beginne� sind glänzend im Ertrag. Weniger gut war die Kleernte, Hafer und Gerste. Aber für die Viehhaltung des Gutes bringt sie keine Bedrängnis, trotz der Beschlagnahme von Gerste und Hafer zur Hälfte. Aber der Znstand, daß Hafer und Gerste bei der Beschlagnahme nur 1ö M. den Zentner ergab, während man früher 6—7 M. erhielt, gehört zu den Leiden der Landwirte, die nie genug bekommen. Rechnet man nun hinzu, daß man vor einige» Wochen den Zentner Schiveine mit löö M. und darüber bezahlt erhielt, während jetzt auf 116 M. der Preis herabgedrückt wird, allerdings noch doppelt soviel als früher, so muß der Unmut sich Bahn brechen. Der Tagelohn für die Frauen ist um Die Bürgerlichen und das Direktorium möchten auch die Anträge>2ö Pf. erhöht, auch eine Last, die der Landwirt tragen muß. So "—.■-r"'"'' st�ht es hier in unserer Gegend in der Landwirtschaft aus; nur gibt es �uneben auch Landwirte, die behaupten, Anlaß zur Klage haben wir itstjü, die Preise sind reichlich hoch. zur Erwerbslosen- und Kriegsfürsorge mit beim Etat behandelt wissen, damit ist aber die sozialdemokratische Fraktion nicht einverstanden. Der sozialdemokratische Antrag über den Belage- rungszustand wird gesondert in allgemeine Vorberatung ge- nommen werden. Die übrigen noch in Frage kommenden Anträge sollen nach einem Vorschlag und Wunsch des Präsidiums und entgegen der Geschäftsordnung ohne allgemeine Vorbcratung sofort den De- putationen überwiesen werden. Sie kämen dann im Plenum nur bei der Schlußberatung zur Geltung, d. h. wenn in den nichlöffent- lichen Verhandlungen der Deputationen die Sache bereits so gut wie zum Abschluß gebracht ist. Soweit weniger bedeutsame Anträge in Frage kommen, stinimt auch die sozialdemokratische Fraktion diesem Verfahren zu; sie sordert aber gesonderte Vorberatung für ihre Anträge über das Wahlrecht, das Koalitionsrecht und ein Knappschaftsgesetz. Da von der Geschäftsordnung nicht abgewichen werden darf, wenn in der Kammer widersprochen wird, muß dem sozialdemokratischen Verlangen ohne weiteres Rechnung getragen werden._ Die sächsische Presse gegen die Zensur. Dem sächsischen Landtag ist eine Petition des Landesverbandes der sächsischen Presse über die Handhabung der Zensur zugegangcn� Diese Petition und insbesondere die entsprechenden Anträge unserer Genossen dürften zu lebhaften Debatten führen. Wieder versöhnt. Vor einiger Zeit sind die sächsischen Landtagsabgeordneten Merkel und Langhammer, letzterer nicht gerade freiwillig, aus der nationalliberalen Fraktion ausgeschieden und wurden„Wilde". Im Zeichen des Burgstiedens hat man sich jetzt aber wieder versöhnt; beide Herren gehören jetzt wieder der Fraktion an. Eine deutsch-österreichische Konferenz. Nach Blättermeldnngen haben vor kurzer Zeit in München und in Salzburg Beratungen reichsdeutschcr und deulschösterreichischer Abgeordneter stattgefunden, die dem Zweck dienten,„die führenden Abgeordneten der beiden Reiche über die auf beiden Seiten be stehenden Anschauungen iu unterrichten, auf denen die Grundlagen für eine wirtschaftliche Annäherung der beiden verbündeten Reiche herbeizuführen und auch sonstige wirtschaftliche und politische Fragen gemeinsam zu behandeln und die Richtlinien vorzubereiten, nach denen zu gegebener Zeit von den dazu berufenen Körperschaften daS wirtschaftliche und politische Verhältnis zwischen den beiden Ver- bündeten festzulegen wäre." Als Teilnehmer an diesen Konferenzen werden auf deutscher Seite genannt die Abgeordneten Gothein, Junck, Liesching, Müller- Meiningen. Naumann, Oeser. v. Payer. Schiffer-Magdeburg und Waldstein. DaS sind sieben Fortschriitler und zwei Nationalliberale. Ans Oesterreich waren neun Deutsch-Liberale erschienen, und man ist demnach, so interessant und lehrreich die Debatten auch gewesen sein mögen, nicht berechtigt, so wie es geschieht, von einer inter- parlamentarischen Konferenz zu sprechen. Die Herren vertreten doch im besten Fall nur einzelne Gruppen der beiden Parlamente. Das teure Schuhzeug. Eine Eingabe des KricgsausschusfeZ für Konsumentenintereffcn an die Regierung fordert Herabsetzung der Lederrichlpreise und die Aufhebung der Wohlfabrrsabgabe der Lcdersabrikanten an die Reichsmitilärkasse. Daraufhin ist ihm vom Reichsamt des Innern der Bescheid zugegangen, daß die dazu notwendigen Schritte bereits eingeleilct sind und in der Richtung der in dem Schreiben vor- gebrachten Wünsche verfolgt werden. Aus dem sächsischen Landtag. Nach einer Aussprache zwischen Seniorenkonvent und Direktorium der Zweiten Kammer rechnet man damit, daß der Landtag mindestens bis Ostern dauern wird. Wie sich weiter aus dieser Besprechung ergeben hat, wollen Nationalliberale, Fortschriitler und Sozial- demokraten dafür eintreten, daß der Landtag, wenn er seine Ar- beiten beendet hat, nicht geschlossen, sondern vertagt wird, damit er später schnell wieder zusammenberufen werden und Das tägliche örot. Preisregclung für Kakes. Zwischen der Reichsgetreidestelle in Berlin und dem Vorstand des Verbandes Deutscher Kakesfabrikanten ist ein Verlrag abgeschlossen worden, laut welchem allen Kakes-, Zwieback-, Waffel-, Honig-, Leb- und Pfefferkuchenbetrieben unter gewissen Bedingungen durch die Vermittlung des Vorstandes des Kakcsfabrikantenverbandes, d. h. durch das von diesem dafür eingerichtete Mehlkontor in Celle, das Mehl geliefert wird unter der Verpflichtung, für ihre Erzeugnisse., soweit... deren Herstellung Mgelassen ist, bestimmte H ö ch st p'r e l i e einznbalten. Mib solche Betriebe sind von der Reichsgetreidestcllc diejenigen anerkannt, die ihre Er- zeugniffe überwiegend zum Weiterverkauf an Händler herstellen und einen vorwiegend über den Ort ihres Betriebes hinausgehenden Absatz haben, nicht aber solche, die wie die kleineren Bäcker aus- schließlich Waren zum unmittelbaren Verkauf an die Verbraucher an- fertigen. Zum Zwecke der einheitlichen Preisgestaltung sind die Kakes in drei Gruppen qualitativ unterschieden worden, in eine Kons um- Gruppe, in eine Haushaltungs-Grupve und eine Albertkakes-Gruppe. Für diese drei Gruppen sind bestimmte Ladenhöch st preise festgesetzt, die die Händler sich auf An- ordnung der Reichsgetreidestclle schriftlich verpflichten müssen nicht zu überschreiten. Ebenfalls ist durch Festsetzung der Aufschlag des Zwischen- und des Kleinhandels genau geregelt. Die Ladenpreise sind für die billigste Gruppe. die Konsum-Gruppe... pro Pfund 1,— M. „ Haushaltungs-Gruppe.„„ 1,20„ , Albertkakes-Gruppe..„„ 1,40„ Den Ladenpreisen für Original Rollen- und Pakeipackungen sind obige Pfundprcise zu Grunde gelegt. Die Waffeln, Leb- und Honigkuchen unterliegen keinen PreiSfestsetzimgen, dagegen ist ihre Herstellung auf die Hälfte des Umfanges in den letzten Fricdensjahren herabgesetzt tvorden. Für die Schokoladen- kakes, die aus Kakes der genannten drei Gruppen hergestellt sind, gelten die von den Fabriken jeweils dafür festgelegten Preise. Alle diese Erzeugnisse sind ohne Brotmarken käuflich, ebenso Zwieback, soweit er fabrikmäßig hergestellt und in Original- Packungen der von dem Verbände mit Mehl belieferten Betriebe ge- handelt wird. Die von der Reichsgetreidestelle mit Mehl belieferten Betriebe dürfen außer den unter diese Bestimmungen fallenden Fabrikaten andere im Preise nicht gebundene KakeS nur insoweit herstellen, als in ihnen nicht mehr als 10 Proz. Weizenmehl enthalten ist. In allen dem Verkauf dienenden Räumen haben die Händler auf Anordnung der Reichsgetreidestelle eine dem Käufer leicht sichtbare P r e i s l i st e auszuhängen, auf welcher die Preise der Gruppen und die dazu gehörigen Sorten Kakes verzeichnet sind. Ueber- tretungen gegen diese Vorfchristen sowohl seitens der Kakes- fabrikanten als auch des Zwischenhandels, sowie der Kleinhändler find strengen Bestrafungen ausgesetzt. Der unzufriedene Landwirt. Man schreibt uns: Die kleine Episode, die der„Vorwärts" in der Montags- nummer aus dem Dorfe Herreden bei Nordhausen brachte, bedarf einer kleinen Ergänzung. Der unzufriedene Landwirt, der seinem Abnehmer in Nordhausen künftig keine Butler mehr zu dem Höchst- preis liefern will, hat im Kriege schon schwere Opfer bringen müssen. Wir wollen einige aufzählen. Er besaß vor dem Kriege drei Pferde, davon mußte er der Militärverwaltung zwei überlassen. Den übrigen Großgrundbesitzern im Orte ging es ähnlich, auch sie stellten ein und zwei Pferde. Die Militärverwaltung ist mithin hier mit sehr großer Rücksicht verfahren, und die Landwirte konnten ohne Beschwerde ihr Feld bestellen. Sonderbar, was bei den drei Pfund Hafer in diesem Ort für prächtige Pferde gedeiben, ein Rückgang in der Ernährung der Tiere ist nicht zu bemerken. Die Landwirte müssen hier ein ganz vortreffliches Eisatz- uttermittcl haben. Noch überraschender ist die Wirkung der Futter- mittel für die Aufzucht der Schweine. Unser rabiater Landwirt bringt Schweine zum Verkauf, die annähernd drei Zentner wiegen. Ein Gewicht, das mit Kortoffelslltterung nicht zu erreichen ist. Der Vorgang hat aber beim Landrat soviel Aufsehen erregt, daß eines Tages unserem Landwirt, auch einigen feiner Freunde, die Schrotmühle versiegelt wurde. Man faßte den gewiß unberechtigten Verdacht, daß er Frucht verschrotet, deren Verwertung für Viehfutter bisher nicht erlaubt war. Die Milch wird von dem Gut im Kleinverkauf in der Stadt abgesetzt, desgleichen die Butter. Aber auch dieser Nutzen genügt nicht, wie wir gesehen haben. Die Futterernte ist in der dortigen Gegend nicht schlecht gewssen. Kartoffeln und Futterrüben Zur NaHahmung. Auf dem Wochenmarkt in Güstrow hatten Händler aus d< Umgegend 28 Gänse zum Verkauf gestellt, darunter elende, magere Ter 1916-_vormittags zu begleichen. Durch die Vcröffenllichripg der Abrechnungskurse wird den Be» sitzern von Wertpapieren seil KiliegsauSbrucki zum ersten Male Wied«: eine amtliche, öffentlich bekalürtgegebene Kursfeststellung ge� boten. Wir geben nachstehend die AbrechnungSkurje(neben den Kursen vorn Juli 1914) wieder: 3°/. Reichsanleihe... 30)o Prß. Konsols... Buen. Air. P.. Oestr. 4-,-% Anl. 13. Russ. 40i0 von 1902.. Türken unis....... Türk. 400 Fr. Lose.. Ung. 4°/« Goldr.... Ung. Kronenr...... Lübcck-Büchen..... Schnntuiig Eisenb... Elcktr. Hochdahn... iKr. Bert. Straßb.... Oest.-Nng. Staatsb... Orient Eisiib. Betr. Südöstr. tLomb.).. Baltimore-Ohio.. Eiumda Pacif.... Peunsylvaiita.,.. Anatol. OOX.... Jtal. Meridional... Lux. Prince Henri.. Deut. Austrälische... Hambg. Pakets..... Hb. Sudam. Dpfsch. Hansa.......... Nordd. Lloyd..... Azolv-Don....... Berk. HandclSant.... Comiw u. Disconlobk. Darmstädler Bank.. (Die Namen der Juli m-r 74,70 74,70 60,00 83,00 83,75 80,00 140,00 74,00 74,00 160,00! 162,25 96,00 110,50 115,001 125,00 130,00 135,75 125,00! 132,00 160,00 150,00 16,00 14,75 105,00 77,50 185,00 175,50 140,001 107,00 110,001 107,00 Nov. li>15 70,00 70,00 50,00 78,00 02,00 70,00 150,00 70,00 65 00 85,00 122,00 145,00 105,00 143,00 220,00 90,00 170,00 137,00 95,06 100,00 100,75 126,50 153,00 112,00 129,00 227,00 93,00 198,00 142,50 104,00 111,00 Wertpapiere, Deutsche Bank,.. Disconto-Comm..., Dresdner Bank.... Naizonawank f. D... Ocstopr. Credit..... Petersbg, Int. Handel Rufs. Bk. f. a. H.... Allg. Elekr.-Gej..... Aunretz-Friede..... Bochum. Gußstahl. Dtsch, Lnxembg... Dt. Ueberf. Elckt.... El. Licht u. Kraft'... Gelsenkirch, Bergiv... Grs, f. elcktr. Untern. Harpener Berg?.... Hohenlohe Werk.. Kattowtti....... Laurahütte...... Naphtha-Nobcl... Oberschl. Eiscnbd.. Oberschl. Eifen-J.. Orenüein u. Kappet. Phönix Bergb...... Rhein. Stahlw..... Rombach. Hütten... Schlickert'tKlckrr... Siemens». HalSke Consolidation..... South West Asrica.. Türk. Tabak..... die seit dem Juli 1914 Nov. 1915 225.00 175,00 135,00 85�0 165,00 115,00 105.00 220,00, 122,00 210,00 115,00 143,00 115,00 150.00 125,00 155,00 125,00 200,00 140,00 300.00 120,00 95,00 125,00 210,00 135,00 125,00 125,00 200,00 275,00 85,00 190,00 eine Juli 1911 223,00 175,50 141,00 104,00 177,00 130,0» 121,00 221,00 128,00 201,00 107,25 152,75 118,00 165,00 141.75 159,00 94,25 181,75 133,25 285,50 76,00 63,00 130,00 214,00 138,00 129,00 122,50 195,50 290,00 93,50 181,00 Kurs- stcigcrung erfahren haben, sind in der Uebersicht fett gedruckt worden.) Es sind danach nicht überall Kursermätzigungen gegenüber dem Stand bei der Juliprolongation 1914 eingetreten, sondern teilweise auch Kurserhöhungen. DieS gilt namentlich von Montanwerten, wie den Aktien des Bochumer Bereius, der Deutsch-Luxemburgischen Gesellschaft, der Hohenlohewerke, der Oberschlesischen Eilenbahn- bedarfs-Ges., der Oberschlestschen Eisenindustrie. Ferner sind auch manche Bahnen-Atlien, so die der Kanada-Bahn, der Baltimore- und Pennsylvania-Ges., der Oricutbahiien, der anatolischen Bahne» gebessert. Bankakiien haben zum Teil ihre Kurse behauptet, ebenso die meisten Elektrizilätsaklien._ Deutsches Kapital in Rufflaud. DaS russische Finanzministerium hat eine Liste der indu- striellen Unternehmungen aufgestellt, an denen deutsches Kapital beteiligt ist. Der Aufsicht iiiiterstehen 402 Unternehmen, davon 143 in Petersburg, 170 in Moskau, 20 in Odessa, 17 in Charkow, 12 in Rostow, 9 in Baku, 8 in Kiew, 6 in Wladiwostok, 4 in Oren- burg und 4 in Saratow. Von diesen gehören 121 Einzelbesitzern, 156 Handelsfirmen und 124 Aktiengesellschaften. Das dchiffche Kapital ist hauptsächlich interessiert in der Metall- und Mineral- bearbeitung(107 Betriebe), in der chemischen Industrie(40 Be- triebe) und in der Textilindustrie(26). Die Handelsunternehmen befassen sich besonders mit Metallen, Maschinen, chemischen Er- zeugiiisscii, Drogen und Galanteriewaren. Ziemlich stark ist auch die Beteiligung deutschen Kapitals an Versicherungsgesellschaften und Hotels. Kricgsgcwinne. Die Rhein mühlen A.-G. in Düsseldorf erhöht ihre Divi« dende von 9 auf 15 Proz. Die Norddeutsche Waggonfabrik A.-G. in Bremen zahlt nach reichlichen Abschreibungen eine Dividende von 10 Proz., gegen 5 Proz. im Vorjahre. StaStverorönetenversammlung. 2it.SitzungvomDonnerstag. den 18. November 1915, nachmittags 5 Uhr. Die Sitzung wird vom Vorsteher Michelet nach Uhr eröffnet. In gemeinsamer Sitzung beider städtischen Behörden unter Vorsitz des O b e r b ü r g e r m e i st e r s wird in die Wer- bandsversammlung für Groh-Berlin als Vertreter für Schulze sf) Stadtv. B r u n z l o w, als Ersatzmann für Dr. Paul(f) Stodtv. Dr. Ritter gewählt. Stadtv. Sonncnfrld(Linke) berichtet über die Ausschutzverhand- lung zur Magistralsvorlage wegen Erhöhung der Bezüge der Angehörigen der Kriegsteilnehmer. Der Allsschuß hat sich auf folgende Anträge an die Versammlung geeinigt: 1. Die vom Reich beschlossene Erhöhung wird aus der Stadt- hcmptkasse verauslagt. 2. In den Wintermonatcn November-April 1915/16 werden den Kriegerfamilicn und Einzelunterstützten auf Kosten der Stadt Berlin Briketts im Werte von je 3 M. monatlich verabfolgt. (Der Nachweis besonderen Bedürfnisses ist hier in Wegfall ge- bracht.) 3. Der Magistrat soll um eine Vorlage ersucht werden, wonach auch den vom Reich unterstützten Kindern seitens der Stadt eine Zulage in Höhe von 199 Proz. der Reichsunterstützung gewährt wird. Am 15. November hat der Magistrat beschlossen, den Gesichts- Punkt des.besonderen Bedürfnisses" fallen zu lassen, dagegen nun- mehr die beabsichtigte Zuwendung statt in Kohlen in bar mit 3 M. für die Frauen, mit 1,59 M. für die Einzelunterstützten zu ge- wahren. Dar Referent spricht sein Befremden über den über- raschenden neuen Vorschlag des Magistrats aus, nachdem der Aus- schuß einstimmig sich für die Kohlcnlieferung ausgesprochen hatte. Die Besorgnis, daß es nicht möglich sein werde. Kohlen in dem -erforderlichen erweiterten Umfange zu beschaffen, werde von der Versammlung nicht geteilt werden; mindestens fakultativ sollte man den Frauen, die es wünschen, Kohlen liefern. Der Antrag betr. Gleichstellung auch der Kinder in bezug auf die Erhöhung der Unterstützung mit dem Reich bleiben auch nach der neuesten Stel- lungnahme des Magistrats in der Schwebe. Man sei es den Krie- -gern im Felde schuldig, sie vor jeder Sorge um Frau und Kinder zu befreien. Die Teuerung dauere fort, ein Herabgehen der Preise sei nur bei einigen Lebensmitteln und auch hier nur vorübergehend erfolgt; die Preise für Kohlen-, Schuhwerk seien unverhältnismäßig hoch, eine Wirkung zum Teil auch der unverhältnismätzigcn Ansprüche die in bezug auf die Höhe des Arbeitslohnes heute gestellt werden. Stadw. Hiiltze(Soz.): Der Herr Berichterstatter hat sehr aus- führlich über den Ausschuß berichtet, ja fast zu ausführlich: denn er hat sich sogar über den Wucher ausgesprochen, der mit der Ztrbeitskraft getrieben wird, gleich als wenn an hoben Arbeits- löhnen anstatt der horrenden Teuerung die Arbeiterschaft schuldig wäre. Der neue Magistratsvorschlag ist bis jetzt im einzelnen obne Begründung geblieben. Für die neue Vorlage stimmen wir, um die Einheitlichkeit der Unterstützung und ihre leichtere Durch- führung herbeizuführen. Es bleibt aber die Versorgung der ärmeren Bevölkerung und der Kriegerfamilicn eine dringende Notwendigkeit. Man sollte von Stadt wegen einen Kohlenverknuf, etwa durch die Gasanstalten, ermöglichen. Sodann habe ich den Magistrat-erneut zu ersuchen, sein Versprechen, den llnterstützungs- kommissionen erhöhte Beiträge aus dem Sammelfonds zur Ver- fügung zu stellen, umgehend einzulösen. Einzelne Kommissionen sind am Ende ihrer Mittel. Die Not ist ungemein groß, zahlreiche Kriegerfrauen können zu der Unterstützung nichts hinzuverdienen, und kommt der Man» auf Urlaub, so ist zwar die Freude groß, aber oft ist nichts zu essen da. Für die Bezirksvorsteher, die sich der Zahl der Hilfesuchenden gar nicht mehr zu erwehren wissen, wäre damit auch eine große Erleichterung geschaffen. Die bessere Versorgung de-r Kinder ist ein einstimmig vom Ausschuß erhobenes Verlangen; ich ersuche den Magistrat dringend, diesem Antrage bei- zutreten. Die Lebensmittelpreise haben ein« ungeahnte Höhe er- reicht. Für ein Pfund Schmalz muß schon die ganze Unterstützung e-iner Kriegerfrau mit 4 Kindern~ 2,59 Mark geopfert werden. Und noch viel größer wäre die Not, wenn nicht die Frauen von selbst sich um Arbeit bemüht hätten. Aber da hat es auch Vorsteher von Kommissionen gegeben, die die Unter st ützung ganz oder teilweise entzogen, weil die Frau 15 oder 29 Mark verdiente! Viele Frauen aber können keine Arbeit leisten, weil sie dazu unfähig sind oder weil die Familie ihre Kraft in Anspruch nimmt. Die knappe Reichszulage von 1,59 Mark für ein Kind g-enügt nicht; aber der Magistrat scheint hier eine weitere Zulage nicht für nötig zu halten. Der Oberbürgermeister hat früher jcnisgeführt, das Ziel aller Schritte müsse sein, die Not von den Ätiegersamilien serngubalten; ein sächsischer Ministerialerlaß hat �».nerdin-gs demselben Gedanke-n den Lieferungsverbänden gegen- über sebarfen Ausdruck gegeben. Möge der Magistrat danach handeln! Stadtrat Doflein: Die Zusage der Erhöhung der Sammelfonds wird gehalten werden. Der Magistrat hat in der Fürsorge für die Kriegerfrauen bisher nicht zurückgestanden, auch der Antrag bezug- lich der Kinder wind warmherzige Erwägung finden. lB»>fall.) Stadw. Cassel(Linke): Wenn die Durchführung des Ausschuß- beschlusses betreffs der Kohlen untunlich erscheint, so müssen wir uns eben bescheiden. Für den Ausschußantrag betr. die Kinder treten auch wir ein aus den schon Verlautbarten Gründen. Von den gewährten Extraunterstützungen sollten all« Kommissionen den geeigneten Gebrauch machen, damit nicht durch engherzige Handhabung in einzelnen Kommissionen Mißstimmung in der Be- Völkeruno entfielst.(Zustimmung.) Den Antrag bezüglich der Kinder hat der Ausschuß nur in die Form einer Resolution ge- kleidet, wir halten aber auch seine Annahme und Durchführung für eine uni>«di»gie Notwendigtsit. Finanzielle oder gar fiskalische Rücksichten Dürfen dabei nicht ausschlugg�end sein. Die Erhöhung der Gesamtunt-erstützung für ein Ktnd von 13,59 M. auf 15 M. ist angesichts der herrschenden Teuerung trotz der Rückwirkung auf die städtischen Finanzen absolut geboten.(Beifall.) Stadtv. Rosenow: Wir verkennen keineswegs, daß uns eine neue Belastung aus den neuen Bewilligungen und dem Verlangen der Erhöhung der Kinderunterstützung erwachsen wird; aber wir haben hier eine n-ationale Pflicht zu erfüllen, wir haben durch- zuhalten und trotz aller schon gebrachten Opfer das Notwendige zu gewähren. Die Engherzigkeit, die gewisse Kommissionen beherrscht, füllte doch endlich einmal beseitigt werden. In der AbWmmung werden der neue Magistratsvorschlag und daneben die Nummern 1 und 3 der Ausschuhanträge ein- st immig angenommen. Die neue Magistratsvorlage über die Aufgaben, Ziele und die Organisation der Kriegsbeschädigtenfürsorge ist in der Ausschutzberatung mit einigen Aenderungen angenommen worden. Der Hanptausfchuß soll entsprechend den Wünschen der sozialdemakratifchen Fraktion durch je zwei Vertreter der Arbeit- geber und Arbeit» ehmer ergänzt werden, die Wahl derselben soll durch die Iiat>»vero»dn«tsnvers«n-mtung erfolgen. Die Beftim- mung, daß für die Teilnahme«n Foribildmigsburfen oder an L»hr- kursen zur Ausbildung für einen neuen Beruf die Gewährung barer GeldunterFützung ausgeschlossen ist, soll gestrichen werden. Referent ist der Ausschußvorsitzende Stadtv. Tove(Linke). Stadtrat Dr. Preuß: Der Magistrat muß Wert derauf legen, daß kein Zweifel darüber bleibt, daß die Stadt zur Ergänzung der ungenüg»>ch-en Militärrenten nicht berechtigt und nicht verpflichtet ist. In bezug auf die Umschulung und eventuell dafür zu gewährende bave Un-tevstützung wird jedes statthafte Entgegen- kommen geübt werden. Die Versammlung erhebt die Ausschußanträge zum Beschluß. Zur Anschaffung von Weihnachts-Liebesgaben für die Berliner Truppen sollen nach einem Magistratsantrage vom 6. November 299 999 M. aus dem Vorbehaltskonto für 1915 entnommen werden. Für 89 999 Mark von der Stadt selbst angeschaffte und einzeln mit der Be- zeichnun-g„Weihnochtsliebesgaben der Stadt Berlin" versehene Pakete sollen der„Sammlung" überwiesen werden, die für die Gardetruppen in Berlin durch einen Vorstand veranstaltet wird, dem auch der Oberbürgermeister angehört; 79 999 M. soll der „Nationale Frauendienst" erhalten zur Beschaffung und Versen- dung von Paketen an die im Felde stehenden Angehörigen solcher Berliner Kriegsunterstützungsempfänger, die die Absendung eines derartigen Pakets beantragen, 59 999 M. sind für solche militä- rifchen Form-ationen bestimmt, deren Angehörige im wesentlichen -aus Berliner Bürgern bestehen. Die Ausführung dieser Beschlüsse soll einer besonderen Anfchasfungskommission(zwei Stadiräte, drei Stadwerordnete) obliegen. Stadtrat Sausse empfiehlt die Vorschläge des Magistrats. Die Borlage beanspruche einen Betrag von 299 999 M. gegen 159 999 M. im Vorjahre; es solle versucht werden, auch den Berliner Truppen, die nicht zur Garde gehören, zu Weihnachten eine Freude zu machen, wenn auch das Ideal, jedem Berliner im Felde den Gabentisch zu decken, nicht erreichbar sei. Nachdem noch die Stadtvv. S e ck e l s o h n(Soz.) und M o d l e r (Linke) die Vorlage befürwortet, wird diese einstimmig genehmigt und in die Kommission die Stadtvv. Dyhrenfurth(Fr. Fr.), Modler und Seckelfohn delegiert. Der Vorsteher lenkt die Aufmerksamkeit des Magistrats darauf, daß es der Versammlung an erster Stelle am Herzen liege, hier der städtischen Angestellten und Arbeiter zu gedenken; diese ständen nicht nur bei der Garde und beim 3. Armeekorps und 3. Reserve- Armeekorps, sondern auch bei anderen Truppenverbänden. Die einzelnen städtischen Verwaltungen besäßen Adressenverzeichnisse. Auf den Einwand, daß dann einer oder der andere zwei- oder drei- mal bedacht würde, könne er nur erwidern: Na, wenn schon! (Heiterkeit und Beifall.) Der Annahme der Erbschaft von 239 999 M. von dem prak- tischen Arzt Dr. Ernst Unruh(die Zinsen sind zur Beschaffung von Frühstück oder Mittagbrot für arme Schulkinder lediglich nach dem Gesichtspunkt der Bedürftigkeit bestimmt) stimmt die Versammlung zu. Ebenso gelangt eine Nachtragsvorlage zur Annahme, nach welcher die noch nicht erwerbsfähigen Geschwister unter 15 Jahren und die erwerbsunfähigen Geschwister über 15 Jahre von aktiven Mannschaften neben der Kriegsunter- st ützung, die sie von Reichs wegen ab 1. September 1915 er- halten, wenn die Eingezogenen ihre einzigen Ernährer waren und die erwerbsunfähigen Eltern sie nicht unterhalten können-, auch den üblichen städtischen Zuschuß von 6 M. erhalten sollen. Schluß 7 Uhr._ flus Groß-öerlin. Die Kinderunterstützung der Kriegsteilnehmer. Die neue Magistratsvorlage, die auf Grund der vom 1. November erhöhten Reichsunterstützung aus Gemeinde- Mitteln den Frauen der Kriegsteilnehmer 3 M., den Einzelunterstützten 1,50 M. pro Monat in barem Gelde zuwenden will, schließt, entgegen unserer ursprünglichen Mitteilung, die Kinder von einer erhöhten Zuwendung aus Gemeinde- Mitteln aus. Der Berliner Magistrat ist der Ansicht, daß die jetzige Unterstützung ausreichend sei, während die Stadt- verordnetenversammlung dieser Meinung nicht beitreten kann. Ein Stadtverordnetenausschuß hat deshalb beschlossen, den Magistrat um eine Vorlage zu ersuchen, die auch für die Kinder einen lOOprozentigen Zuschuß zu der erhöhten Reichs- Unterstützung vorsieht. Dieser Antrag wurde gestern von der Stadtverordnetenversammlung zum Beschluß erhoben. Hoffent- lich kommt der Magistrat diesem Ersuchen der Stadtverord- netenversammlung baldigst nach. Um die Frauen und die Einzelunterstützten möglichst bald in den Genuß der neuen gemeindlichen Zuwendung gelangen zu lassen, wurde gestern der neuen Magistratsvorlage zugestimmt. Danach gestalten die zu zahlenden Unterstützungssätze sich folgendermaßen: die Frauen der Kriegsteilnehmer erhalten pro Monat für sich 30 M. Unterstützung, die Einzelunterstützten(wie Mütter u. dgl.) bekommen monatlich 15 M., und für jedes Kind be- träat die monatliche Unterstützung 13,50 M. Hoffentlich be- willigt der Magistrat in Kürze die für jedes Kind geforderte Erhöhung von 1,50 M. noch nachträglich. Aus der gestrigen Nathaussttzung. Im Anschluß an die Berichierstattung des Ausschusses kam es gestern zu einer nochmaligen Erörterung der Grundsätze, die der Gemeinde als Richtschnur für die Unterstützung der Kriegerfamilien dienen sollen. Unser Genosse H i n tz e forderte Einheitlichkeit in der Behandlung der Unterstützungsanträge, Weitberzigkeit bei der Ent« scheidung der Bedürfnisfrage, Nichtanrechnung etwaigen Arbeits- Verdienstes der Kriegerfrau, Festhalten an der Unteilbarkeit der Unterstützungen. Er betonte die Notwendigkeit, auch für die Kinder zu der Erhöhung der Reichsunterstützung den Gemeinde« zuschuß in gleicher Höhe zu geben. Dem Wunsche des sozialdemo- kratischen Redners, daß die Sammelsonds gemäß einer Zusage des Magistrats reichlicher ausgestattet werden möchten, versprach Stadtrat Doflein baldige Gewährung. Möglichste Weitherzigkeit bei den Unteestützuiigsbewillizungen wurde auch von den Stadt- verordneten Cassel und Rosenow als Pflicht der Gemeinde bezeichnet._ Doppelselbstmord.' Ein Doppelselbstmord, dessen Ursachen noch nicht festgestellt sind, hat in dem Hause Schillerftr. 13 in Lichtenberg große Aufregung hervorgerufen. Dort wohnten im Dachgeschoß der äljährige Arbeiter Max Hantle und der 46 Jahre alte Schlächter Richard Schramm. die ihre gemeinschaftliche Wohnung ichon längere Zeit inne hatten. Am letzten Sonnabend sind die beiden zuletzt von Hausbewohnern gesehen worden, doch fiel das nicht weiter auf. da Hantle und Schramm öfter ihrer Wohnung fern zu bleiben pflegten. Gestern fiel dem Wirt auf, daß aus der Wohnung der Beiden ein starker Gasgeruch drang. Er ließ die Tür öffnen und fand die Wobnungsinhaber tot auf dem Fußboden des vollständig mit Gas gefüllten Zimmers vor. Ein sofort hinzugerufener Arzt stellte fest, daß der Tod der beiden Männer schon vor mehreren Tagen eingetreten sein muß. Es liegt Selbstmord vor, denn die an der Decke befindliche Gasleitung war geöffnet und das Berschlutzstück fand sich in der Wohnung vor. Der Grund zu dem gemeiniamen Selbstmorde konnte bisher nicht ermittelt werden. Die beids« Seichen wurden nach der Halle des RummelSburger Friedhofes ge- schafft._ Ein Ehedrama spielte sich gestern früh in dem Hause Kochhann- straße 25 ab. Der 41 Jahre alte Arbeiter Paul Exner war auf seine Frau Emilie, die drei Jahre jünger ist als er, eifersüchtig geworden. Ob sie ihm wirklich Veranlagung gegeben, ließ sich noch nicht feststellen. Gestern früh zwischen 5 und S Uhr gerieten die Eheleute, als Exner feine Frau zur Red« stellt«, in einen heftigen Streit. Exner ergriff endlich ein Küchenmesser und stieß es seiner Frau mehrmals in die Brust. Dann brachte er auch sich selbst mehrere Stiche bei und schnitt sich in das linke Handgelenk, um sich die Pulsader zu öffnen. Mann und Frau wurden, beide schwer verletzt, nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Der Bezirks-Bildungsausschuh Groft-Berlin versucht auch in diesen schweren Kriegszeiten nach Möglichkeit seinen Aufgaben gerecht zu werben. Auf wissenschaftlichem Gebiete läßt er sich angelegen fein, wenigstens die Ar- beiter-Bildungsschule auch in den Kriegsjahren weiter im Betrieb zu erhalten. Um auch seinen künstlerischen Aufgaben gerecht zu werden, veranstaltet er im Laufe dieses Winters drei Konzerte. Diese finden in der F e st- halle des Berliner Stadthauses statt, die zu di««em Zwecke vom Berliner Magistrat freundlichst zur Ver- fügung gestellt wurde. Das erste Konzert wird am Sonn- abend, den 4. Dezember, abends 8� Uhr, veranstaltet werden. In ihm wirken mit: der Berliner Volks-Chor und das Waldemar-Meher-Quartett. Um weiteren Kreisen der Arbeiterschaft einen künstlerischen Genuß zu vermitteln, ist der Eintrittsvreis auf 30 Pfennig festgesetzt. Einlaßkarten für dieses Konzert können schon jetzt in folgenden Verkaufsstellen bezogen werden: a) Berlin: Restaurant Paersch, Nfiß., Oldenburger Str. 10; Restaurant Schade, N., Cösl-iner Str. 9; Restaurant Bähr, N., Badstr. 44; Restaurant Dobrohlaw, N., Swinemünder Str. 11; Restaurant Doms, N., Schlegelstr. 9; Vorwärts-Spedition Mars, Greifswalder Str. 22; Restaurant Rochhaus, Schliemaunstr. 39; Vorwärts-Spedition Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12; Zigarreugoschäft Weise, Georgenkirchstr. 61; Vorwärts-Spedition Hanffch, Ackerstraße 174; Restaurant Stein, An der Stralauer Brücke 3; Nestau- rant Reguhl, Bischofstr. 12; Restaurant Weihnacht, Grünstr. 21; Wahlvereinsbureau des 4. Kroi-ses, Stralauer Platz 19/11; Zi- garrengeschäft Dietrich, Romintener Str. 46; Restaurant Mix. Skalitzer Str. 59c: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 15; Nestau- rant Felsmann, Oranienstr. 139; Zigarrengeschäst Baier. Schön- leinstr. 23; Zigarrengeschäft Lazarus, Steinmetzstr. 69; Zigarren- geschäht Schröder, Hagelberger Str. 53; d) in den Vororten: S t e g li tz- F r ied e n a u: Fritz Hellimmn, Steglitz, Schildhornstr. 88; Lichterfelde: Restaurant Wahre ndorf, Hindenburgdamm 194; Schöneberg: Vor- wärts-Spsdition Bäumler, Martin-Luther-Str. 68; Char- lottenburg: Hilde-brand, Wallstr. 23 lKonsumgeschäft); Neu- kölln: Bureau des Wahlvereins, Neckarstr. 3; Treptow- B«umschulenwcg: Restaurant Scholze, Treptow, Grätzstr. 49; Lichtenberg: Bureau des Kreiswahlvereins, Neue Bahnhof- straße 31; O b e r sch ö n e w e id e: W. Badelt, Edisonstr. 59 (Konsumgeschäft); Pankow: W. Graßmann, Kreuzstr. 14; Weißensee: Vorwärts-Spedition Roßkopf, Berliner Allee 11; Reinickendorf: Vorwärts-Spedition Gurfch, Provinzstr. 56; Wilmersdorf: Konfumgefchäft, Wilhelmsaue 25; Tempel- Hof: Konsumgeschäft, Dorfstr. 21/22. Mus den Gemeinden. Aus der Pankower Gemeindevertretung. Vor Beginn der letzten Sitzung gab Stadtrat S t a w i tz be- kannt, daß ihm von der Firma G a r b a t y eine Spende von 25 999 Mark zu geeigiieler Verwendung für bedürstige Einwohner Pankows überwiesen worden sei. Ueber die Art der Verwendung sollen außer ihm noch der Dieekror des jüdischen Waisenhauses und ein Prokurist der spendenden Firma weiteres bestimmen.— Ein Antrag des Grundbesitzervereins, für infolge des Krieges leerstehende Wohnungen den Hausbesitzern einen entsprechenden Teil derGrrnidwert- steuer nicht in Anrechnung zu bringen, wurde an die Finanz- kommrssion zuriickvenviesen.— Die Mietsbeihilfen für Angehörige von Kriegsteilnehmern wurden bis zurHälKe der venraqs- mäßigen Monatsmiete und bis zur Höbe von 20 M. gewährt. In Anbetracht der gffteigerten Notlage beschloß die Vertretung, vom 1. De»ember ab diese Peihilfen auch ferner bis zur Hälfte der Miete zu gewähren, den Höchstsatz aber v o n 2 0 a u t 3 0 M. zu erhöhen. Gemäß der bald nach Kriegsbeginn beschlossenen Unterstiitzungs- grundsätze sind die Unterstützungslommissionen ermächtigt, in Fällen besonderer Notlage und unter besonderer Begründung über vor- stehenden Satz hinauszugehen. Für Mieisunterstüyungen usw. wurden weitere 250 900 M. bewilligt.— In der Erwartung, daß die wohl- habende Einwohnerschaft Pankows dem guten Beispiele recht wirkungs- voll folgen werde, bewilligte die Vertretung als Grundstock für eine Weihnachtsspende für sämtliche im Felde stehenden Pankower Bürger sowie ins Feld ausgerückte Truppen der hiesigen Krirgsgarnison die Summe von 1999 M. Stadtverordnetenwahlen in Potsdam. Am 22. und 23. d. MtS. finden die Stadtverordnetenwahlen der dritten Abteilung in vier Wahllokalen von 1 Uhr mittags bis 8 Uhr abends statt. Pflicht eines jeden Genossen ist es, seine Stimme den aufgestellten Kandidaten der Sozialdemokratie zu geben. Ohne Ausweiskarte kann keiner wählen. Diejenigen Genossen, die arbeitslos sind oder über freie Zeit verfügen, werden ersucht, sich beim Wahkkomitee, Kaiser-Ailhelm-Str. 33, bis mittags 12 Uhr zu melden. Soziales. Eine Streitfrage aus dem Militärsattlertarif. Der Reichstarif der Militärsattler setzt einen Stunden- lohn von 57V2 Pß für Hilfsarbeiter und 78 Pf. für Sattler fest. Ferner bestimmt der Tarif, daß berufsverwandte Arbeiter(Schuhmacher usw.), wenn sie mit Sattlerarbeiten beschäftigt werden, den Sattlerlohn v»n 78 Pf. erhalten. Um die Anwendung dieser Bestimmung drehte sich eine vor der Kammer 2 des Gcwerbegerichts verhandelte Klage. Der Kläger, ein gelernter Schuhmacher, hat längere Zeit bei der Militärlcdcrausrüstnngssirma Pretzcl«. Co. gearbeitet und den Hilfsarbciterlohn bekommen. Er war damit zufrieden, weil er die angeführte Tarifbestimmung nicht kannte. Nach seinem Ab- gange von der Firma ist ihm dieser Passus erst bekannt geworden, und dann klagte er wegen Nachzahlung der Lohndiffcrcnz, denn er beansprucht für sich den Sattlerlohn. Die beklagte Firma erkennt an, daß der ReichStarif für sie bindend ist. Sie bestreitet aber, daß der Kläger den Sattlerlohn zu beanspruchen habe. Der Kläger könne nur als Hckfsarbeiter gelten, denn er sei nur mit Schärfen und Vorrichten beschäftigt worden. Das seien Arbeiten, die von Hilfsarbeitern ausgeführt werden. Stepparbeiten habe der Kläger so mangelhaft ausgeführt, daß er damit nicht habe beschäftigt wer- den können. Er könne also den Sattterlobn nicht beanspruchen. Als Sachverständiger wurde der Vorsitzende der Taristom- Mission und UorstandsmitgliÄ» des Sattleivevbandes Riedel ver- nonemen. Er sagte, wen« das Schärfen und Parrichien jetzt oft ven Htlfsaibeitsrn ausgeführt werde, s« feien dies doch Sattler- arbeiten. Bei der angeführten Tarifbestimrnung sei die Kam- mifsivn davon ausgegangen, daß berufsverwandte Arbeiter solche Arbeiten, wie Schärfen und Vorrichten, besser und schneller aus- führen werden wie Arbeiter, die noch nie mit Leder umgegangen sind. Hiernach würde der Kläger den Sattlerlohn zu beanspruchen haben. Auf Grund dieses Gutachten? verurteilte das Gericht die be» klagte Firma, dem Kläger die Lvhndifferenz von 134,69 M. zu zahlen. NichiLezahlte Ueberstunden. Die Firma Berli/ier GÄrtelindrrstrie G. m. b. H. stellte einem Werkführer für MilÄärarbeit ein und vereinbarte mit ihm, daß er einen Wochenlohn von 11l) M. bekomme, die Ueberstunden aber nicht bezahlt erhalte. Der Werkführer war damit einverstanden. Denn er nahm an, daß Ueberstunden nur ausnahmsweise und in beschräntter Zahl gemacht würden. Anfangs war es auch so. Später aber mußte der Werkführer täglich drei Ueberstunden machen und auch Sonntags arbeiten. Da die Firma unter Be- rufung auf die Äereinkiarung die Bezahlung der Ueberstunden und esorintagsarbeit verweigerte, klagte der Werkführer beim Gewerbe- gericht auf nachträgliche Bezahlung derselben. Er forderte dafür 43» M. Die Kammer des Gcwerbcgerichts verurteilte die Beklagte zur Zahlung von 216 M. Die Begründung des Urteils besagt im wssentttchen: Es ist mit dem 5» läge r vereinbart, daß ihm Ueber- stunden nicht bezahlt werden. Alle Vereinbarungen sind aber nach Treu und Glauben und unter Berücksichtigung der Verkehrssitte auszulegen.� Hiernach ist anzunehmen, daß dem Kläger eine ge- tviffe Ueberschrettuna der regelmäßigen Arbeitszeit um etwa eine Stunde nicht bezahlr werden sollte. Die Ueberstunden- und Sonn- tagsarbeit des Klägers geht weit hinaus über das, was nach Treu und Glauben Gegenstand der Vereinbarung sein konnte. Die diese Vereinbarung übe«schreitende Arbeitsleistung des Klägers muß besonders bezahlt werden. Gedchtszeitimg. Freigesprochen. Die Notlvenldigkeit-der Einführung her Berufung gegen Siros tanrnterurfeile wurde wieder einmal durch einen Fall illustriert, der gestern zum zweiten Male die Strafkammer des Landgerichts n beschäftigte. Die Witwe Karoline Spiestcke aus Trebbin war im April d. I. wegen V«rgehens gegen§ 49a St.G.B.(Aufforderung zur Begehung eines Verbrecklens bzw. zur Teilnahme an einem Verbrechen) zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht hatte ange- nommen, daß die Angeklagte in einem Falle einer anderen Frau ihre»weisen Künste" gegen Entgelt angeboten hätte; ein Antrag der Verteidigung auf Vernehmung weiterer Zeugen war vom Ge- richt abgelehnt worden. Das Zirichsgcricht hob das Urteil der Strafkammer aus, weil die Anträge der Verteidigung zu Unrecht nicht beachtet worden seien. Zu der erneuten Verhandlung waren nun sämtliche von der Verteidigung vorgeschlagenen Entlastungs- zeugen geladen worden; es waren dies in der Hauptsache Frauen, mit denen die Angeklagte angeblich zu tun gehabt haben sollte. Die erneute Verhandlung bot denn auch ein ganz anderes Bild als die erste. Es stellte sich heraus, daß die Belastungszeugen nicht ganj einwandfrei waren. Das Gericht erkannte diesmal auf Frei- sprcchung und legte sämtliche Kosten der Staatskasse auf. aller Weit. Schweres Bauunglück in Fürstenwalde. Am Tonnerstag früh stürzte in der Treibriemenfabrik der Firma Schwarz u. Co. in Fürstenwalde infolge von AusjchachtungSarbeiten ein Gewölbe ein und begrub drei Arbeiter unter seinen Trümmern. Der Maurer Hildebrandt konnte nur noch als Leiche ge» borgen werden, während die beiden anderen Arbeiter zwar der- letzt, aber noch lebend hervorgeholt wurden. Stürme und Schiffskatastrophen nn der Südwestküste Frankreichs In West-Südwest-Frankreich wüteten dieser Tage sehr heflige Slürme, die besonders in Nantes und Brest von außerordentlicher Heftigkeit waren und große Verheerungen anrichteten. Der Sach- schaden, besonders in Brest, wo die Slürme zu einem Zpklon aus- orteten und von wolkenbruchartigem Regen begleitet waren, ist sehr groß. Zwei Schiffe wurden von ihrem Ankerplatz losgerissen, andere, die sich auf hober See befanden, scheiterten. Der französische Dampfer »Admiral de Vorponi* scheiterte im Sturm und sank mtt der gesamten Besatzung. Aus Bordeaux wird ge- meldet, daß der spanische Dampfer.Bernabe-Bilbao". der von Cardiff mit einer Kohlenladunz an Bord kam, gleichfalls untergegangen ist. Von der 24 Mann starken Besatzung konnten nur 14 gerettet werden, die anderen ertranken. Der Dampfer hatte eure Wasserverdrängung von 2250 Tonnen. Starke Schnecsälle im Reiche. In Kurhessen, Thü- ringen, im Sauerland und im R b ö n g e b i e t ist starker Schneefall eingetreten. Auch die Stadt München war am Büß- tag mit tiefem Schnee bedeckt. Ebenso wurde au» anderen Gegenden Bayerns starker Schneefall gemeldet. Die älteste Frau Deutschlands gcswrbe». Im 107. Lebensjahre starb in diesen Tagen in Grünendeich(Hannover) die dort an« fässig gewesene Witwe Meto Müller. Die Verstorbene, die während eines Zeitraumes von 40 Jahren als Bezirks- Hebamme tätig war. war wohl die älteste Frau Deutschlands. Sie war am 16. März 1809 geboren. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 382 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 1. Garde-Res.-Reg.; Garde-Gren.-Re- gimenter Alexander, Franz, Augusta und Nr. 5; Garde-Jäger Bat. (f. llkef.-Jnf.-Reg. Nr. 259). Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.-Regimenter Nr. 2 bis einschl. 6, 8 bis einschl. 13. 15, 16, 17. 18. 21, 22, 23. 25, 26. 27. 29, 30. 31, 33, 34. 35, 40, 41(s. auch Jnf.-Reg. Nr. 43 und Nes.-Jnf.-Neg. Nr. 1), 42, 43. 48(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 48). 49, 52, 53, 56, 58, 59, 61, 62, 63, 66(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 66), 67, 69, 70, 72, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81(s. Jnf.-Reg. Nr. 72). 82 bis einschl. 89, 91 bis einschl. 99, 110, 112, 113, 114(s. Ref.- Jnf.-Reg. Nr. III). 115, 118, 131, 132, 136, 138, 140 bis einschl. 147. 150 bis einschl. 155, 156, 157 bis einschl. 164, 166, 167, 168, 169, 170(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. III), 171, 172, 174, 175, 176, 329, 332, 335, 343, 345, 347, 352, 361, 369, 370, 371, 375, 376, 377(s. Erst- Jnf.-Reg. Königsberg Nr. 1), 378, 380. Komb. Jnf.-Reg. Sick. Res.-Jnf.-Reg imenter Nr. 1, 3, 5, 8, 9, 11. 12. 16, 17, 18. 20. 21. 22, 24, 27, 31(s. auch Komb. Jnf.-Reg. Sick), 34, 37(s. auch Ins.- Reg. Nr. 345), 39, 48. 52, 57, 59, 61. 64, 66. 68, 72, 74. 75. 76, 77, 79, 81, 82, 83. 84, 86(s. auch Komb. Jnf.-Reg. Sick), 87, 88. 91, 92, III. 116(s. auch Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 83). 202. 203, 204. 205, 207, 208, 209(s. auch Miiwnwerfer-Komp. Nr. 246), 212, 213 (s. auch Jnf.-Reg. Nr. 74), 214 bis einschl. 220, 222, 223, 224, 229. 230, 236, 239, 240, 252 bis einschl. 256, 259, 262, 266, 272. Ers.- Jnf.-Reg. Königsberg Nr. 1. Landw.-Jnf.-Negimenter Nr. 2, 4, 5. 6, 8, 9, 11. 12, 13. 15. 20. 22, 24, 26(s. auch Jnf.-Reg. Nr. 72). 29, 31, 33, 34. 37, 39, 40. 47. 48, 49, 51. 60, 66(s. Jnf.-Reg. Nr. 72), 73, 76, 78. 82. 83, 84, 87. 93. 118. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 2. Landst.-Jnf.-Regimenter Nr. 3, 8 und 23. Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 16(s. Jnf.-Reg. Nr. 361) und 55. Londw.-Brig.-Ers.-Bat. Nr. 21(s. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 2). Landst.-Jnf.-Gataillone: 1. Allenstein, Bartenstein, 1. Lotzen, MuSkau, 2. Osterode, 4. und 5. Posen, I. Saarlouis, I. Tilsit(letztere beiden s. Landst.-Jnf.-Rcg. Nr. 23). 1. Landst.-Jnf.-Ers.-Bat. Allenstein. Jäger-Bataillone Nr. 3, 7, 11; Res.-Bataillone Nr. 1, 16. Gebirgs-Maschinengew.» Abteilungen Nr. 8, 202, 217(s. Nes.-Jnf.-Neg. Nr. 52); Ersatz- Maschincngew.-Abt. des 16. Armeekorps; Laichw.-Maschinengew.- Komp. Nr. 7; Feld-Maschineugew.-Zug Nr. 198(s. 1. Garde-Res.» Regiment). Kavallerie: Kürassiere Nr. 1; Schwere Re.-Netter Nr. 1; Dra- gouer Nr. 23; Husaren Nr. 7 und 14; Ulanen Nr. 13 und 16; Ref.- Ulanen Nr. 3; Jäger zu Pferde Nr. 1(s. Feldfliegertruppe) und 7. Feldartillerie: 6. Garde-Reg.; 1. Garde-Nes.-Reg. Regimenter Nr. 1. 7, 8, 10. 11, 18, 23. 26. 35, 39, 50, 51, 53. 60. 62. 67. 70, 80. 88, 89, III, 112; Nes.-Regimenter Nr. 1. ö, 15, 17. 19, 20, 29, 44, 60, 61, 62, 63; Landw.-Reg. Nr. 3; 2. Landw.-Batt. des 9. Armeekorps. Fußartillerie: 1. und 2. Garde-Reg. Regimenter Nr. 1, 7, 9, 11, 15, 18, 20; Res.-Regirnenter Nr. 2, 6, 13, 15, 16, 20; Landw.- Bat. Nr. 8. Futzart.-Batterien Nr. 485, 487 und 490. Pioniere: Stellvertr. Jngenieur-Komitee. 2. Landw.-Komp. des Gardekorps. Regimenter Nr. 19, 23, 30; Bataillone: I. und II. Nr. 3. I. Nr. 6. l. und II. Nr. 9. I. Nr. 10, I. und III. Nr. 16. I. und II. Nr. 27, I. Nr. 28; Ers.-Bat. Nr. 27. Pionier-Komp. Nr. III; Nes.-K'ompagnien Nr. 45 und 81; 1. Landw.-Komp. deS 4.(f. III. Pionier-Bat. Nr. 16) und 2. des 16. Armeekorps. Res.- Scheinwerserzug Nr. 33. Minenwerfer-Komp. Nr. 246; Leichte Mineuwerfer-Abt. Nr. 210; Mittlere Minenwcrfer-AbteiUmgen Nr. 102 und 179. Verkehrstruppen: Militär-Eisenbahn-Direktionen Nr. 1, 2, 4 und 5. Eisenbahn-Betriebsämter Nr. 1 Cassel und Lodz II. Eisew bahn-Rcgimenter Nr. 1 und 2. Eisenbahnbau-Komp. Nr. 30; Rest Eisenbahnbau-Äompagnien Nr. 10, 13, 15, 17, 20. Förderbahn-Bo triebskolonne A Muschaken. Feldfliegertruvpe. Train: Garde-Train-Ers.-Abt. Train-Abt. Nr. 4. Train-Erst Abt. Nr. 1. Proviantkolonnen Nr. 2 und 6 des 7. Armeekorps, Nr. 2 der 56. und Nr. 1 der 119. Jnf.-Div. Leichte Proviant-Kol. Nr. 1 des 5., Nr. 2 des 15., Nr. 1 und solche ohne Angabe der Nummer des 18. Armeekorps, Nr. 1 der 107. Jnf.-Div., Nr. 6 dw Landw.-Div. ff. Bredow; Schwere Proviant-Kol. Nr. 2 deS 5. Armeekorps und Nr. 3 der 1. Jnf.-Div.; Res.-Proviant-Kol. Nr. 17 des 7. Reservekorps. Fuhrpark-Kol. Nr. 1 des 15. Armeekorps, Nr. 96 des 38. Reservekorps, Nr. 5 der 1., Nr. 6 der 4., Nr. 3 der 56., Nr. 1 der 113., Nr. 1 der 123. Jnf.-Div. und Nr. 2 Mainz; Res.- Fuhrpark-Kol. Nr. 69; Magazin-Fuhrpark-Kol. Nr. 8 der 8., Nr. 1 der 9., Nr. 16 der 12. Armee, Nr. 39 der 10. Etappen-Jnsp., Nr. 29 des 17. Armeekorps, Nr. 273 des 17. Reservekorps, Nr. 17, 159 und 162; Etappen-Fuhrpark-Kol. I) der Südarmee, Nr. 138 und 200 der Njemen-Armee, Allenstein Nr. 2 der Armee-Abt. Woyrsch, Nr. 2 des 5. und Nr. 2 des 9. Armeekorps sowie Nr. 152 nnd 244. Korps- schlächterei des 24. Reservetorps. Reserve-Jnf.-Munitionskolonne Rr. 49. Armierungs-Bataillone Nr. 1, 10, 19, 26, 34, 39, 42, 47, 53, 66, 70, 74, 77, 79, 94. 98. 99, 192, 105, 107, 108, 117, 120. -j:-i- Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 234 bringt Verluste der Landw.-Jnf.-Regimcnter Nr. 6, 8; Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 2, 11; Landst.-Jns.-Batailloue: Augsburg II, Erlangen, Kaisers- lautern, Mittelstauken; 1. und 2. Schweres Reiter-Reg.; 1. und 6. Chevaulegers-Reg.; Res.-Fekdart.-Reg. Nr. 6; Fußart.-Batt. Nr. 302; Res.-Fußart.-Negimenter Nr. 1, 2, 3; Pionicr-Bataillone: 1. München, 2. Speyer, 3. Ingolstadt; Pionier-Komp. Nr. 19; Flieger-Abt. 9; Schwere Minenwerstr-Abt. Nr. 9; Leichte Minen- werfer-Abt. Nr. 203; Res.-Pionier-Bat. Nr. 3; Res.-Scheinwerfer- Zug 19; 2. Landw.-Pionier-Komp., 3. A.-K.; Nes.-Feldlazarett 4; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Die sächsische Verlustliste Nr. 226 meldet Verluste der Ins.- Regimenter Nr. 100, 101, 105, 106; Nes.-Jnf.-Negimenter Nr. 103, 133, 242; Landw.-Jnf.-Negimenter Nr. 100, 107; Garde-Reiter-Ncg. Die württembergische Verlustlist« Nr. 3v». bringt Ver- luste des Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 121; Füs.-Reg. Nr. 122; Landw.- Jnf.-Reg. Nr. 123, 125; Jnf.-R«giment«r Rr. 126, 127, 180; Landst.- Jnf.-Bat. Ellwangen; Ulanen-Reg. Nr. 19, 20; Feldart.-Reg. Nr. 116; Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten._________ Jugenöveranftaltungen. Neukölln. Sonntag, den 28. November, abends 7 Uhr, findet in den Pafiagesälen, Bergstr. 151, ein Heiterer Abend statt. Mitwirkende: Frl. Marianne Geher(Lieder zur Läute). Frl. Lüh Freud(Rezitation), Herr- Willi Bardos(Musik). Emtrittslarten a 20 Ps. werden in den Heimen Rogatstr. 15 und Fuldastt. 55)5«(Jdcalpassagc) abgegeben. ßrauenlefeabenüe. Karlshorst, Heute Freitag, abends 8'/, Uhr, in der„Sonne", Dönhoststraße. Bortrag des Genossen Schmidt-Lahr über.Bcvölkerungs- Politik".__________ Hriefkasten üer Rsöaktion. K. P. 127. 1. AIS EmPsängniSzeit gilt die Zeit vom t8t. bis zum 302. Tage vor dem Tage der Geburt, mit Einschluß des 181. und 302. Tages. 2. Die Meldung über die beiden Rennen Ist seinerzeit in der Presse erjolgt. auch daß der Betreffende sich mit einem Flugzeug von einem Renn- platz zum anderen befördern ließ. Nicht aber ist dabei das Pferd mit transportiert worden.— R. K. LI. 1. Ja. 2. Wann die Emberusung er- folgen kann, wissen wir nicht. 3. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Verband selbst.— Nachlaß«1. Sie sind nur verpflichtet, die Gegenstände aus dem Nachlaß anzugeben, die Eigentum Ihrer Frau sind.— G. W. LS. Licht müßte Ihnen gclicsert werden. Sic müßten sich beschwerdeführend an den Vorgesetzten wenden.— M. F. 4L. 1. Nein. 2. An den Deutschen Kaiser. 3. Nein.— h. kl. 47. 1. Nochmalige Musterung wird wnhrschein- lich nicht mehr erfolgen. 2. Lungenkrank. 3. Nein.— M. Z. 113. Sie können jrühesten» zum 1. April kündigen, da der Mietspreis in Berliner Mietsocrträgen allgemein jährlich bemessen ist.— P. K. 76. j. Nachmusterung wird nun nicht mehr erfolgen. 2. Nein.— T. 96. Zu der Unterstützung von 3« M. monatlich muß vom 1. November die Erhöhung von 3 M. für Sic und 1.50 M. für das Kind gezahlt werden. Die Mictsunterslützung kann Ihnen in dem Fall verweigert werden. Für die Miete kommt nicht, wie Sie annehmen, der Staat auf, sondern Sie bzw. Ihr Ehemann sind zur Zahlung der Miete verpflichtet. —<£. R. LS. Ihr Mann muß für die Micsschuid später auskommen. Auch kann Psändung der Möbel und eventuest des Lohnes erfolgen. Laden Sie doch de» Wirt vor das Mielcinignngsamt.— M. B. 3L. Dazu bedarf eS keines Rechtsanwalts. Sie können durch Zahlungibesehl, den Sie beim Amtsgericht desjenigen OricS aufgeben, an dem der Schuldner wohnt, Zahlung der Schuld erwirken.— W. 166. Der Vater ist in diesem Falle, da die Tochter erkrankt ist, zum Unterhalt verpfltchtet. sie müßten die Kosten für die Gewährung des Unterhalts vom Vater ein- klagen.— A.®. 41. Wochentags von 10 Uhr vormittags bis K Uhr abends, Sonntags von 11 bis 3 Uhr.— P. R. 57. Nein. ASetteranSfichte» für das mittlere Norddeutichland dt» Sonnabend mittag. Vorwiegend trübe und nebelig mit weitverbreiteten. im Nordosten meist geringen, in den anderen Gegenden vielfach starken Niederschlägen; Temperaturen wenig verändert. Todes-Anzeigen Zlüiiillieiiililff'stiMi'Viililvemii! liUßErl. fieistetagswahlkreis.! 12. AdL Bez. 730. Nachruf! Am Freitag, den 12. November, verstarb unser Genosse, dcrf Tischler Ernst Wlullep Birken straße 8. Ehre seinem Andenken t Die Beerdigung hat bereits I stattgcsunoen. 228)19 Ter Vorstand, j VefdAili d.BiiEli-ii.SlEin[iriickErfii- 1 BHsarteiler unil ArliBitErinnEn DEütsclilamls. ----- Ortsverwaltung Berlin.----- Am 15. November verstarb nach kurzem Krankenlager unser Mit- glied Miinns Wtaupvp im Aller von 30 Jahren. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Fieilag, den 19. November 1915, nachmittags 2 Uhr, aus dem Neulöllner Gemeinde- Friedhof, Gottsrted-Duntel-Straße, statt. 27/13 Die Ortsverwaltung. Zfnlral-RpsnkEi!- u. SlefMasse dEr deuisclien WagenliaüEr. v. a.«. Berlin, Bezirk S. Am 15. November verstarb unser langjähriges Mitglied, der Dreher RKsx Drews Koloniestraße 15. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. November, nachmittags 3»/, Uhr, von der Halle de» Eiisabeth-Kirchhojes in der Prinzen-Allee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 258/8 Die Ortsverwaltung. i Zentral-KrankEii- llntEfsiiitzungs- verein der Scbniiede u. verw. Gewerbe Deutschlands Zahlstelle N r r l i n 5. Nachruf I Am 3. November verstarb nach kurzeui Krankenlager unser Mitglied Emil Birk. Ehre seinem Andenke«! Z87/1 Die Ortsverwiltung. Allen Freunden, Bekannten I und Kolleginnen die traurige I Nachricht, daß meine liebe, treu- I sorgende Frau S878b Minna Maurer 1 am Freitagabend'/<10 Uhr im I Krankenhause Buckow nach kurzem | schwerem Leiden verschieden ist. Im Namen der Hinterbliebenen als Gatte LLilh. ivtaurer. Neukölln, Leineftr. 54. Die Beerdigung süidct heute Freitag, nachmittags 2 Uhr, von der Leichcnballe des Neuköllner Gemeinde- Friedhoscs, Gottlieb- Duntel-iL-traße, aus statt. AUgemeiae Kranken- u. Sterbekasse der deutswimi Drechsler nnd deren Berufegenossen Lcrwaltu»gs?Ä!e�Berlin B. Xaclirut. Am 10. Noveinbcr verstarb Plötz- lich mrser Mttglled öuslav Schmidt. Ehre seinem Andenken t Die Beerdigung fand am 15. No- oevlber 1315 statt. 39/6 Am Ttenslag, den 16. Ro> vember, ist unser Großpapa Lrnst Hecht sonst entschlafen. 1942 Die Beerdigung findet statt am Freitag, nachmittags 3'/, Uhr, auf dem Emmaus-Kirchhofe. Familie Bruns. Kuncitlionic;.[98)12 Tüchtiger, miMärjr. Meister oder Porarbeiter, mit Kochen v. Kunst- Honig oder Bonbons vertraut, für bald gcf. Auss. Off. u. Gh. V. 965 Bud. Moese, CHarlottenbg., Kantslr. 34. ■b.» taust Ball, MUnZßH Münzenhandlung, m Uili�U Wtlhelmstr. 46/47. Alien Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser jüngster Sohn Bttn Block nach schwerem Leiden an der Proictarierkrankheit am t«. Ro- vember 1915 verstorben ist. Die traurigen Elter» und Geschwister Familie 5?arl Block. Scharrnstraße 28. Die Beerdigung findet am Sonnabend nachmittag 2 Uhr von der Halle, gürstenbrunncr Weg. Westend, aus statt. A Ruhe saust! Stoffe lilf MaHnziigö. Paletots, ütster Meter 6, 8. 10- 1« M. Dameo-KostQm- und Dister-Stoffe „Neuheiten" Meter 3, 3, 7 M. Seiden-Plllsclie, Persianer imit Astrachan Meter 10, 15, 20 M. Koeh& Seeland, Tuchuger Gertraudtenstraffe 20—21.* Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. Ueri. Beiehstagswahikreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser alteS Mitglied, der Tischler Lrnst Hecht Görlitz« Str. 75 im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittag» 3'/, Uhr, aus dem Emmaus-Kirchhos Itatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borftand. Allgemeine Orts- Krankenkasse Ktrliil-Klllikm. Die ordentliche AnsschnPhnng findet am Montag, den'20. vlo- vember 1015. abendS 8 Uhr, im Restaurant Kocaz'vlil. Berlin- Pankow.«reuzstr. 3/4. statt. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung. 2. Bericht über den augenblicklichen Stand der Kasse. 3. Wahl des RechnunaSauSschuffc» zur Prüfung der Jahrcsrechnung für 1915. 4 Feslictzung de« BoranschtageS für 5. Wahl von elnem Vertreter des Ausschusses nnd drei Eriatzmännern nach A 97 letzter Absatz der Satzung. 6. VcrichiedeneKaffcnangeieg,«Helten. Anträge oder Beschwerden, welche in der Sitzung verhandcll werden sollen, müssen mindesten» eine Woche vorher dem Vorstande bekanntgegeben werden. Die Herren Vertreter d« Arbeit. geber und der Berstcherten werden gebeten, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Sin Ausweis wird denselben noch zugesandt. Berlin-Pankow, 272/13 den IS. November 1915. Karl L übt g. Vorsitzender. ue (Schwere Arbeit in der Fabrik bedingt oft einen Aufenthalt in schlechter tust. Klein» Metall- oder Stanb-Deilchen sehen sich im Halse fest und führen zu Reizerscheinungen oder ErkSltunzen. i-TKEM schmecken angenehm lösend und durstlöschend, ihr« wert- vollen Bestandteile bewirken erhöhten Opeichelfluß und somit eine natürliche Steinigung, die zugleich vor Ansteckungsgefahr schuht. Schachtel mit 400 Tadletten In allen Apotheken und Drogerien Mk. 1.-. Warnung vor Nachahmungen!-»erlangen sie stets»Wybert«. Serres- und fiurseiien- Winter-Ulster! Terkanft jetzt Eiurros-Geschäft im Emzelverkanf zu bill. Preisen Serie I 28,00. Sepie 11»».00. Sepie in»0,00 ■'■''■■■ sowie einzelne Maflsttioke.- 1 1- r- Verkanl nur kreltag yon 10— 7, Sonnabend 10— 8 Uhr abends. Sonntag 12—2 Uhr. O. Lachotzki, Könicstraße 46 m 6. PrenMch-Suddentfche (ZZA. Köttigi. Prrnft.) Alasfenlotterke K. Klasse 10. Ziehlingstag 13 Novemver ISIS Vormittag Ptde ßcsrnent Nummer sind zwei gleich hohe nne gefallen, lind«( gleich hohe (Ncwtnnc gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beide» Abteilnngen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigesügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 66 67 106 316(3000) 44 410 31 49(1000) 666 716 63 874 989 99 1162 93 99 305 69 472 841 63 944 79 2 060 344 405 673 714 996 3062 92 137 235 478 792 958 61 71 4215 471 (600) 606 20 63 70 779 839(500) 911(500)»178 200 27 610 853 79 997 6002 109 251 398 626 68 722 807 7141 7? 293 347 446 706 13 376»320 422 26 609 641 792(3000) 864 933 (600) 9125 29 59(500) 337(1000) 67(1000) 449 67 662 779 (3000) 935 70 93 10175 630(500) 758 11811 12061 87 230 79 88 401(300C) 670 660 753 811 970 74 1 3678(600) 892 911 14003 27 97 657 77 1 5086 105 275(500) 77 88 607 16 19(600) 50 69 624 711 68 18040 487 867 93 743 1 7188 254 329 86 756 853 947 1 8146 (600) 231 41 337 61 72 676 87 795 930 37 39(600) 89(1000) 10066 204 63 323(1000) 81 740 65 66 843 6$ 71 978 2 0061 263 393 459(1000) 67 604 7 86 946 21178 272 430 636 96 664 857 69 2 2237 69 338 463 625 664(1000) 953 2 3070(3000) 83(1000) 332 616 69 743 2 4005 83(1000) 164 324 84 477 600 716 835 917 30 2 5101 263 347 641 43 95 611 729 95 803 976 84 26117 29 86 253 60 336 410 51 67 608 13 98 768 93 965 2 7 287 89(1000) 312 82 91 686 SO(3000) 869 (600) 618(100§) 53 66 2 8051 169 72 236 434 704 26 821(600) 933 2 9121 23 368 608 700 834 68 30161<3000) 62 309 607 778(600) 66 930(500) 31206(500) 450>500) 623 3o(500) 608 737 47 886 928 8 2161 91 92 206 49 314 78(1000)506 97 616 991 3 3023(500) 194 238 369 587 643 724 98 903( 500) 10 82 3 4022 166 316 682 666(600) 721 848 70 (600) 921 35144(1000) 70 378 630 52(1000) 874 960( 600) 36167 85 202 21 66#5001 314 473 560 65 975 3 7118 248 317 "405 674 693 736(500) 48 933 3 8021 30 667 72» 902 84 30095 398 400 603 27(500) 29 87 764 809 989 40043(600) 645 778 849 41490 624 643 4 2671 97 984 (600) 43129 219 49 609 652 722 829 960 67 4 4134 90 222 313 30 431 540 624(600) 886 4 5 043(500) 69(3000) 83 90 92 28(3000) 143 322 445 646 850(600) 48187(3000) 364 417 79 867 74(1000) 47111 90 206 385 662 721 48056 107 9 34 289 829(500) 4 9 079 197 382 602 709 885 85(600) 974 5 0038 132 63 449 517 719 36 939 51032 45 272 347 423 35 578 715 66(500) 85 921 5 2420 634 77 86 636 742 877 6 3 08 43 60(1000) 98 142 79(1000) 227 41 83 651 606 735 805 64710(500) 84 836( 600) 956(1000) 6 5086 195 201(1000) 39 362 67 409 75 611 32 97 880 6 6220 67 327 402 783(600) 843 5 7 063 98 275(500) 99 636 5 8027 477 628 631 6 0082 208 46 328 423 69 744 800 13 79 91 60149 60 284 88 698 766 76 94 816 903(500) 61323 83 617 634 54(500) 76 709(1000) 26 876 962(1000) 66 8 2373 660 711 829 76 6 3142 66(1000) 281(600) 360 76(500) 99 518 697 716 874 6 4055 139(1000) 60 76 200 659 65 713 65 962 6 5 027 77 95 241 343 416 66 690 700 27( 600) 35 0 6027 69 213 380 470 633 733 980 6 7 087 203 78 324 632 716 844 864 6 8119 203(600) 622 61 90 6 8 004 71 377 489 626 66 693 721 70029 89 129 94 63) 46 726 817 23 35 912 48 71484 775 943 7 2067 69 155 83 222 493(lOOOi 683 08 7 8014 301 4 476 605 22 709 22 59 64 864 88 7 4048 270 372 92 691 815 7 5 039(1000) 72 73 119 69 261 304 62 443 680 611 828 7 6 038 108 260 476 80 610 36(600) 753 802( 500) 63 7 7178 248 346 68 481 648 95 936 70 7 8012 70 251(600) 763(3000) 937 65 81 7 0361 467(600) 785 80139 405(600) 830 81154 316 425 687 824(1000) 848 955 82474 611(500) 604 736 90 822(1000) 30 926 37 70(1000) 83 005 62 84 13S 71 76 33 272(600) 356 76(1000) 672 720 87 906 21 84176 230 46 392 686 641 60(600) 8 5 242 67 366 482 502 60 �9 11(600)»6033 167 200 49 63 679 970 8 7 017 193 602 59 861 88 418 633 63 738(500) 878 931 32 35 79(3000) 80072 84 141 64 359 402 604(1000) 638 OO004 23 204 48 401 61 82 706 01249 304 89 426 85 619 82)39 21» 330 418 42 62 90(500) 530 84(600) 86»70 78(600) 7W 9»2 35(1900) 0Z339 448 617 26 603 38 9 4021 Ii U3 oo 811 B5166 234 69 325 427(600) 50 98 628 ' 77 8 6047 1K2(600) 79 319 629 880 9 7270 ooni? 811 64 9 8024 364(600) 660 641(600) 818 loa 9� 40 98 127 356 66 77 460(600) 6»! 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Glicht, Berlin, Druck u.Lerlaa:BorwSrt««uchdrurlerei u. verlagSanstaU Paul Singer& Co, Berlin SW,