Nr. 80. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit tHuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ansland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919 Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlius Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 7. April 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Auf den speist sie die hungernden Kinder mit Bettelsuppen ab. Und vielgerühmte preußische Volksschul- System. dann setzt sie allem die Krone auf, indem sie alle Schalen ihres Fortbildungsunterricht namentlich in Preußen wollen wir Volksschule und Sozialdemokratie. Born über die Verwahrlosung" dieser Kinder ausgießt. So beshalb lieber garnicht mehr zu sprechen kommen. Er ein kleines Wesen sieht oft auch Mittags die Eltern sollte die regelrechte Fortsetzung der Volksschule sein; Anläßlich des von Breslauer Volksschülern veranlaßten nicht, die in der Großstadt zu weit entfernt arbeiten, um wenn man aber für diese schon nicht viel übrig hat, so Standals in einem Schulhofe hat die„ gutgesinnte" Presse in die Wohnung zurückkehren zu können. Eine Nachbarin bleibt für die Fortbildungsschule garnichts. Am letzten wieder einmal alle Schleußen bürgerlichen, widerlichen hat dann das vorher bereitete Proletarieressen für die Donnerstag haben unsere Genossen im Reichstage dies ge= Pharisäerthums aufgezogen. Nur eine Probe für viele! Kinder zurecht gestellt und gewärmt; im übrigen sind die- bührend festgenagelt. Die" Schlesische Zeitung" leistet sich in einem Kommentar selben auf die Straße angewiesen. Abends gehen Vater, Nicht die Sozialdemokratie, sondern der heutige Klassenzu dem Vorkommniß, der ihr von dritter Seite zugeht, und Mutter ermüdet heim und sind froh, wenn sie Ruhe staat ist also der ärgste Feind einer guten Volksschule, die folgende Säße:„ Es giebt heute, besonders in den größeren haben. Woher soll da ein Einfluß auf die Kinder kommen? sich mit seinen kapitalistischen Interessen nicht verträgt. Aus Städten, weite Schichten der Bevölkerung, welche über Gott, Ein Interesse für die Schulfortschritte des Kindes sucht sich kapitalistischen Zuständen wachsen Schülerkrawalle heraus, Religion, Schule und Obrigkeit ganz andere Begriffe haben, manchmal durchzuringen, dann erlahmt es vor der Ueber wie der Breslauer, und die Sozialdemokratie mit ihrer als die Schule lehrt. Wizblätter und sozialdemokratische macht des Elends. Kein Wunder, wenn Tropfen der Ver- scharfen Kritik der kapitalistischen Zustände ist nicht die Schriften sorgen dafür, daß alles, was der Schule heilig ist, bitterung und Gedanken der Auflehnung auch in die Förderin, sondern die größte Feindin der Verhältnisse, verhöhnt und verlästert wird. Die Eltern, welche diesem Gemüther der Kinder hinüberfließen. Sind die Kinder welche solche Dinge hervorrufen. Wenn es überhaupt denkmodernen Frrthum verfallen find, glauben nicht früh genug einmal unter solchen Umständen bis zu 10 Jahren bar wäre, daß der Klassenstaat ein Machtbereich an die ihren Kindern ihre Aufklärung" beibringen zu müssen, wodurch alt geworden, geworden, dann ist auch nichts mehr an proletarische Bewegung abträte, ehe diese nicht auch alle Zweifel und Zwiespalt in den jungen Gemüthern erzeugt wird. ihnen zu bessern. Und wo find die Einrichtungen, mit übrigen Gebiete erobert hat: die Volksschule wäre unter Was die Schule mühsam aufbaut, wird vom Hause oft in welchen die bürgerliche Gesellschaft diesem Massenelend be- sozialdemokratischem Regime jedenfalls in besseren Händen, turzer Zeit niedergerissen." Mehr ſittliche Entrüstung gegnet? Man sucht sie vergebens! Da und dort ein paar als im heutigen Junker- und Kapitalistenstaate. wegen eines einfachen Schülerkrawalls fann man nicht ver- Kinderhorte, die Menschenfreunde errichtet haben. In langen! Selbstverständlich sind auch wir dafür, daß übrigen läßt man die Dinge gehen, wie sie wollen. Disziplin in der Schule herrscht; es ist nur merkwürdig, Das ist aber nur die eine Seite der Sache; die Unterschülern immer so empfindsame Nerven hat, während sie anderen, der Schulseite, mindestens ebenso groß. Es giebt Berlin, den 6. April. die gleichen oder schlimmere Exzesse von Gymnasiasten und feine Stadt in Deutschland, das kann man ruhig sagen, Aus dem Reichstage. Wie wir an anderer Stelle Studenten regelmäßig weit milder beurtheilt. Wir wollen die ausreichend für ihr Volksschulwesen gesorgt hätte. des näheren mittheilen, erzählt man sich in Reichstagsdafür die Erklärung zu geben versuchen sie liegt in dem Schlechte Miethsräume für überfüllte Klassen, schlecht be- kreisen, daß die Regierung beabsichtige, das Reichsparlament ungeheuren Schuldbewußtsein, welches die bürgerliche Gesell- zahlte Lehrer, unvollkommen ausgebildete Schulsysteme dieses Jahr ungewöhnlich früh nach Hause zu schicken. schaft den Proletarierkindern gegenüber hat. und ganz unzureichende Lehrmittel trifft man noch überall, Wenn man sich die Präsenz des Hauses ansieht, wird Die Voltsschule kann nämlich als eine Art Sünden in den Großstädten so gut, wie in den Mittel- und Klein- man begreifen, wieso ein solches Gerücht entstehen konnte. spiegel alles desjenigen bezeichnet werden, was die bürger- flädten oder gar auf dem Lande, wo ein Lehrer oft 120 Mit Ausnahme der in Berlin wohnenden Abgeordneten, liche Gesellschaft der jungen Arbeitergeneration anthut. In bis 150 Voltsschüler bändigen und gleichzeitig unterrichten einiger Parteiführer, die Schandenhalber da sein müssen und der Volksschule zeigen sich zunächst die grauenhaften soll. In Berlin haben 62 pet. aller Volksschulklassen der Mitglieder des Bureaus, fehlen fast alle Abgeordneten. Wirkungen des heutigen Wirthschaftssystems auf törper- mehr als 40 und zur Hälfte bis zu 70 Schüler, in Freilich heute war auch die Tagesordnung darnach, liches und geistiges Befinden der Arbeiterkinder. Daß ein München, um einen recht weit abliegenden Ort zu nennen, daß man es niemandem verdenken kann, wenn er den mit großer Theil dieser Arbeiterkinder mangelhaft genährt und sogar 92 pet. aller Volksschulklassen, und hier steigt die erbärmlicher Stickluft gefüllten Reichstagsräumen fernblieb. gekleidet zur Schule kommt, ist etwas ganz Gewöhnliches. Maximalzahl der Schüler sogar bis zu 74. Welchen Nugen Eine Rede Kardorff's über die Vorzüge des Bimeta Hunderte von Lehrern und Lehrerinnen haben schon be- da der einzelne Voltsschüler von einer solchen Massenein- lismus gehört mit zu dem langweiligsten und abgedroschensten stätigt, daß vielen dieser armen Wesen jedes warme Früh- trichterung haben kann, liegt auf der Hand. Die sogenannte Zeug, was dem Reichstag geboten werden kann. Taß diese stück abgeht. Wohlthätige Vereine und hie und da Gemeinde erzieherische" Wirkung der Schule muß bei solch einem Nede nichts neues bringen konnte, wußte man vorher, nicht verwaltungen vertheilen deshalb Bettelsuppen, Milchportionen Hürdensystem vollständig verloren gehen. Bücher, Hefte aber fonnte man erwarten, daß ein anderer Agrarierund Brot an die Kinder. Aber in jedem Bericht über solche und Schreibmaterialien können sich zwar viele Kinder kaum Häuptling heute das wirkliche Münzprogrammi dieser Wohlthätigkeitseinrichtungen kann man lesen, daß die Noth anschaffen, aber keine deutsche Voltsschule hat sich noch dazu interessanten Partei offen und ohne Umschweife darlegen noch nicht zum zehnten Theil gesteuert sei. Man könne die entschließen können, grundsäßlich die Lernmittelfreiheit ein wurde. Kosten nicht erschwingen, und müsse sich deshalb auf die zuführen. In Bayern dauert die Volksschulpflicht über Herr Graf v. Kanit bereitete dem Reichstag diese Stillung des größten Hungers beschränken. Das ist die haupt nur bis zum 13. Jahr, und dieses Reservatrecht" Ueberraschung. Dieser Herr forderte offen die Ausprägung Art und Weise, wie die bürgerliche Gesellschaft hungernde imponirt den preußischen Agrariern so, daß sie es lieber von 2500 Millionen Mark Silbermünzen nach dem VerVolksschüler behandelt. Auf der einen Seite zwingt sie heute als morgen bei sich einführen möchten. Erhielten hältniß von 1 zu 151/2, d. h. ebenso unterwerthig, wie. Mann und Frau, so früh am Tage als nur möglich zu fie doch dadurch ein Jahr früher billige Arbeits- unsere Scheidemünze heute thatsächlich ist. Er rechnete einem Erwerb auszugehen, der oft noch nicht einmal zur fräfte. Einstweilen durchlöchern sie auf dem Lande dabei wie folgt: Gilber tostet heute 38-40 M. das Pfund, Beschaffung des Nöthigsten für die Familie hinreicht. Dann mit Hüteschulen und abgekürztem Sommerunterricht das prägen wir daraus 90 M., so profitiren wir 50 m. pro daß die bürgerliche Preſſe für die Bubenstreiche von Volks lassungssünden der bürgerlichen Gesellschaft sind auf der Politische Mebersicht. Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. „ Ei, was sprichst Du?" fragte Jochai ängstlich den Sohn." So ich nicht schon begraben liege an dem Ort der Lebendigen), wirst Du nicht das Mädchen von meiner Seite nehmen. Wer soll mich hüten, wer mich pflegen, bist Du fern?" " Gieb Dich zufrieden, Vater!" antwortete Ben David! der gute Kuecht Zodick wird an Dir thun, wie an seinem Bodid?" fragte Jochai zweifelhaft:" Bodick, der das Gesetz der Väter so wenig beachtet, daß er noch jetzt sich im Hause nicht sehen ließ?" " Bater." -Herzklopfen, der lebhaft voranschreitenden Grethe die Treppe also sprach:„ Ich will Dir Auskunft geben, Jude! Ich bin hinab, durch den Hausgang an die Pforte, die von wieder der Schmied Albrecht dort an der Ecke dieser Gasse, und holtem Pochen ertönte, und vor welcher das Gesumme kam vor kurzem aus unserer Herberge. Wie ich nun kaum 9 einer ansehnlichen Menschenmenge sich vernehmen ließ. zwanzig Schritte von meinem Hause bin, so stolpere ich Wer pocht so ungestüm?" fragte Ben David durch das über den Rothkopf da, der halb besinnungslos in der Gasse Schlüsselloch, und zurück schrie eine klagende Stimme die liegt, wie ein Trunkener. Da ich ihn beleuchte mit dem Antwort: Herr! öffne! Dein Knecht Zodic ist's! öffne! bei Lichtstümplein, das ich in Händen trug, erkenne ich ihn deines Vaters Haupt beschwöre ich dich: laß mich nicht zu wohl, und auch er macht die Augen auf, fährt zusammen, Schanden werden vor den Edomitern hier auf der Schwelle und ruft: Laßt mich los! ich bin unschuldig!"" Es war deines Hauses!"- Und Gemurre und einzelnes Spott leicht zu sehen, daß der Bube in augenscheinlicher Vergelächter rings umher. Ben David, die Verzweiflung wirrung befangen war, und nicht im Rausche. Ich begütigte des hilferufenden Hausgenossen nicht verkennend, befahl ihn daher, und nun hat er, da er mich erkannt, erzählt, seinen Leib dem Gott seines Bundes, und gebot der Magd, daß ihn auf dem Fischerfelde, von wannen er nach Hause zu öffnen. Das Schloß ging auf sammt den Riegeln, gehen wollte, mehrere Gesellen mit roth und schwarz geund kaum klaffte die Thüre, als ein Haufe gemeinen Pöbels färbten Gefichtern überfallen, geplündert und mit einem sich hereindrängte ins Haus: neugierige und höhnisch ge- Streithammer verletzt haben; daß jedoch zum Glück der zogene Gesichter, von wenigen Laternen und Rienspänen Streich schier fehlgegangen und nur gestreift habe, und er schwach beleuchtet; in deren Mitte der Diener des Hauses, dem Tode entgangen sei, indem er sich zur Erde fallen Zodick; Gesicht, Hemde und Gewand von Blut befleckt, das laffen, gleich als habe er die letzte Delung. Da er zu dir Ich dachte, er sei schon in seine Rammer gegangen!" reichlich herabftrömte aus einer breiten Stirnwunde. verlangte, hab ich ihm erlaubt, sich an meinem Arm zu erwiderte Ben David, und wollte noch einige Bemerkungen Ben David fuhr bei diesem Anblick erschrocken zurück, führen, und auf sein klägliches Geschrei sind die Nachbarn über Bodid's früheres Benehmen hinzusehen, als ein hob beide Hände gen Himmel, und rief in heiligem Eifer: herbeigelaufen." fürchterlicher Tumult vor dem Hause laut wurde, auf dessen" Bodick! unseliger Knecht! Hat dich der Fürst der höllischen Nach dieser Erzählung lief ein Gemurmel durch den Pforte Schlag auf Schlag fiel. Erschrocken fuhr die Familie Nacht berückt, daß du also trunken und blutend von einem Haufen, bedauernd, daß der Jude nicht umgekommen war in die Höhe, und Grethe stürzte herein, durch ihre heftigen Falle eintrittſt in die Hütten Israels, und verbrecherisch unter den Streichen seiner Verfolger, und sich auflösend Geberden etwas Außerordentliches verkündend, das sich auf schändest die liebliche Königin Schabbath, die allhier ihren in ein rohes Gelächter, das sich den an der Stubenthür lehnenden, keines Wortes mächtigen Menschen als Ziel der Straße zugetragen. Entseßen ergriff den Alten und die Sitz genommen?" Bodid winkte verneinend mit der Hand, sant jedoch, scheibe sezte. Ben David, ungeduldig, dem störenden Aufs Esther, denn ein Boltsauflauf, mit einer neuen daraus entspringenden Schlacht der Judenschaft, stand wie ein un- unfähig zu reden, auf die Schwelle der Unterstube. Ben tritt ein Ende zu machen, dankte höflichst dem wohlbeleibten geheures Gespenst vor ihren Gedanten; aber Ben David David sah fragend umher in dem Kreis der Nachbarn, die Schmied für seinen Beistand, und öffnete die Stube, um beruhigte sie mit wenig Worten, ermahnte sie, die Thür zum Theil in schmutzigen Nachtgewändern, erst dem Lager den Diener hineinzubringen. Die Menge quoll aber auch des Hintergebäudes fest zu verriegeln und die Kostbarkeiten entflohen, als gaffende und schadenfrohe Zeugen den Ver- in das Gemach hinein, und musterte mit Luchsaugen die bei Seite zu bringen, und folgte, wenn auch nicht ohne wundeten umstanden. Was hat's gegeben, liebe Freunde?" elenden Geräthschaften, die darin an den Wänden umherfragte er mehrmals vergebens, bis endlich ein ältlicher standen. Mehrere junge Burschen hatten nicht wenig Lust, *) Begräbnißplah. Wann von rechtlichem Aussehen sich hindurch drängte, und mit ihren flackernden Lichtspänen über Gang und Treppe " Pfund, diesen Profit aber können wir zur Zahlung der Reichsschulden benützen. Herr Graf von Kunitz will also Münzfälschung auf höchstem Stufenleiter durchgeführt haben. Er will die Gläubiger betrügen, indem er ihre Guthaben in unter. werthiger Münze zurückzahlt, er will alle gegen Gehalt oder Lohn Beschäftigten um einen Theil ihres Ein- kvmmenS prellen, indem er sie mit Minderwerth, gem Geld ablohnen will. Warum Graf von Könitz sich nicht gleich für die Aus- gäbe ungedeckter Noten mit Zwangskurs ausgesprochen hat, die dann die„nothleidenden Landwirthe" in kurzem pfund- weise für ein paar Goldfüchse kaufen und damit ihre Schulden zahlen könnten, ist eigentlich nicht recht ver- ständlich. Papier ist noch billiger wie Silber, und wenn schon einmal geschwindelt werden soll, dann ist nicht ab- zusehen, warum es nicht in der ausgiebigsten und radikalsten Weise geschehen soll. Natürlich war es für die Gegner sdieser Sorte Münz- reformer ein Kinderspiel, die Schwärmer für das weiße Metall gründlich abzuführen.! Bon allgemeinem Interesse war die ganze Debatte nur insofern, als sie zeigte, bis zu welchem Grade von Unver- schämtheit die agrarische Agitation bereits gediehen ist. Bundesrath. In der am 5. d. M. unter dem Vorsitz des Präsidenten des Staatsministeriums, Staats- sckretärs des Innern Dr. von Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurden der Antrag Preußens, betreffend einen Nachtrag zu dem Antrage aus Ab- äwfcerung der Gewerbe-Ordnung, den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Justizwesen, und die vom Reichs- tage bei der Berathung des Reichshaushalts-Etats für 1894/95 gefaßten Resolutionen dem Reichskanzler über- wiesen. Von der Vorlage, betreffend Ausprägung von Reichs-Gold-.und Silbermünzen im Jahre 1893 wurde Kenntniß genommen. Endlich wurde über die dem Kaiser zu unterbreitenden Vorschläge wegen Besetzung dreier Rathsstellen beim Reichsgericht und dreier Mitgliedsstellen beim Reichs-Versicherungsamt, sowie über eine Eingabe, betreffend Schwundvergütung für verarbeiteten Branntwein, Beschluß gefaßt. Schiebungen? Am Montag, 9. April, sollte die Steuer- r o m m r s s i o n des Reichstages zusammentreten, um mit der Berathung des Tabaksteuergesctz-Entwurfs zu beginnen. Es liegt natürlich nicht blos im Interesse des Hauses, sondern vor allem der Steuerzahler und Verbraucher, der großen, durch die fort- gesetzten Belastungspläne auf das schwerste gefährdeten und be- unruhigten Interessentenkreise, der Tabalindustriellen, der Tabakhändler, der ISO ovo Tabakarbeiter und ihrer Angehörigen, der Winzer und der anderen Weininteressenlcn, daß so rasch und so gründlich wie möglich reiner Tisch gemacht werde. Jede Verzögerung ist gefährlich, das Volk will nicht, daß man eine Angelegenheit verschleppe, deren schleunigste N e g e l u n g zu Nutz und Frommen der Steuerzahler eine oberste Pflicht der Volksvertretung ist. Wird der Rest der Miquel'schen Steuervorschläge von der Komniisfion ohne Aufschub ins alte Eisen geworfen, so ist auch das Plenum in Bälde damit fertig, der Reichstag kann in etlichen Wochen geschlossen werden. Was sich aber als verständig und nothwendig darstellt, gefällt der Reichsregiernng keineswegs. Der stellvertretende Vorsitzende der Steuerkommission, Herr Rin< telen, der Zentrumsabgeordnete, hat von dem Reichs-Schatz- sekretär, Grafen v. P o s a d o w s k y, am S. April ein Schreiben erhalten, worin um die Vertagung der Kommissionsberathunge» bis zum 16. April ersucht wird. Warum? Weil, so schreibt Gras Posadowsky, die zweite und wohl auch die dritte Lesung des Slempelsteuer-GesetzentwurfeS in der nächsten Woche stattfinden, und weil, man staune, die Silberkommission dann gleichfalls zusammentreten werde. Die Tagung der Silberkommission aber, die nur das rückgrat- schwache Zugeständnih der Regierung an die schreienden Junker, sonst aber ganz überfljlssig ist, aufzuschieben gehe nicht an, weil deren Mitglieder, soweit sie Professoren seien, sonst an der Erfüllung ihrer„Dozentenpflichten" verhindert würden. Welch zarte Rücksicht auf die Herren Universitäts- lehrer, die doch gewiß den Beginn ihrer Vor- lesungcn aus eine kurze Zeit hätten verschieben können! Das kommt an deutschen Hochschulen ja in jedem Studienhalbjahre vor, wie uns die Kommissionsmitglieder, die Professoren Dr. Lexis und Dr. Lötz gern bezeugen werden. Dem gegenüber steht das Wohl und Wehe hundert- taufender deutscher Produzenten, die Lebenshaltung von Millionen deutscher Staatsbürger. Die können, die dürfen nicht warten! Herr Rintelcn aber hat, ohne sich mit der Kommission in in das Oberhaus zu dringen. Aber Gretens abweisende Geberden, und noch mehr die Einflüsterung älterer Leute, die ihren Uebermuth vor den in jedem Juden- Hause verborgenen Fallthüren und mit Vorbedacht offen gelassenen Kellergruben warnten, hielten die Ver- wegenen von ihrem Vorsatz ab. Zugleich drängten sich auch einige benachbarte Juden herein, schwatzend, neugierig wie die übrigen, und zudringlich mehr, als hilf- reich in ihren angebotenen Dienstleistungen. Vergebens bat Ben David diese Letztern, den Mißhandelten ihm ganz allein zu überlassen,— sie wichen nicht; vergebens flehte er die anwesenden Christen an, endlich doch mit seinem besten Tanke das Haus zu räumen. Sie gingen nicht,»nd forderten endlich ziemlich trotzig ihren Lohn, daß sie den Judenknecht nach Hause geleitet hatten. Ben Dapid, solcher unziemlichen Forderungen nicht ungewohnt, be- gnügte sich nur, die Ungestümen auf den Sonntag zu ver- trösten, da ihm das Gesetz verbiete, am Sabbath Geld an- zurühren; allein damit machte er das Uebcl nur ärger. „Seht den Juden an!" rief einer aus der Schaar;„Gälte es, unsere Taschen zu leeren, würde er sich wenig um das Gesetz kümmern."—„Am Sonntag haben wir SchabbeS!" rief ein Anderer:„also muß er heute zahlen, der Hunds- jude."— Umsonst suchte Ben David die Ungerechtigkeit zu be- schwichtigen; der Pöbel wurde schwierig; die Habsüchtigsten erwischten von den in der Kammer umherliegenden Trödel- waaren, was ihnen am dienlichsten schien, und machten sich damit davon. Die Händellustigen aber brachen aus in Schimpsworte, und mehrere geballte Fäuste schlugen durch ihre drohende Bewegung die Nachbarjuden in die Flucht, die ihre Glaubensgenossen feig im Stich ließen, und die Luft nur von ihrem mörderischen Hilssrnf erschütterten. Eine gute Folge schien jedoch ihr Zetergeschrei herbei- zuführen, denn der Oberstrichter der Reichsstadt, der gerade zufällig die Straßen durchritt, um die Nachtschwärmer und Trinkbrüder zu Paaren zu treiben, hörte das Getöse und erschien in schnellem Trab auf dem Schauplatz, wo Ben David gerade in Gefahr stand, körperliche Mißhandlmmen zu erfahren. Die Rathskncchte. die des Oberstrichters Roß umgaben, wiesen mit ihren Hakenstangen die Angreiser Verbindung zu setzen, dem Reichs-Schatzsekretär die Vertagung zu- gesagt! Wir halten es für selbstverständlich, daß die Steuer- kcmmission gegen die leichtbegreifliche Verschleppungspolitik Ein- spruch erhebt und auf die umgehende Durchberathung der Tabak- und Weinsteuer-Gesetzentwürfe mit aller Energie drückt. Die Regierung möchte die unbequemen Vorlagen in der Kommission verschwinden lassen, um ihren Fall im Plenum, ihre offene Ablehnung vor versammeltem Kriegsvolk zu verhüten. Dann könnte sie mit neuen Steuermachenschasten die nächste Session heimsuchen, ohne daß ihnen der Makel der Verwerfung von vornherein anhastete. In der Hand des Zentrums liegt es, ob die Manöver der Regierung gelingen oder nicht. Sie gicbt in der Kommission mit der Linken den Ausschlag, so gut wie im Plenum. Hilft es hier mit, dann erscheint seine„Volks- freundlichkeii" in seltsamem Lichte, und der Vorwurf, daß es Schachergeschäfte treibe, wird nachdrücklich erhoben werden. Zugleich nimmt das Gerücht immer festere Gestalt an, daß die Reichsrcgierung den Reichstag bis zum Herbst vertagen lassen wolle. Also Verschleppung wichtigster Tinge! Der Präsident v. Levetzow soll die Absicht haben, die erste Lesung des Seuchengesetzes auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen zu setzen. Geschähe das. dann hätte man einen „Grund" für die Vertagung. Man kann doch nicht, wird man sagen, das Gesetz wieder in der Versenkung verschwinden lassen. In Wirklichkeit kommt es der Reichsregiernng nur darauf an, die Steuersache versumpfen zu lassen. Daß dies nicht geschehe, dafür möge der Reichstag sorgen! Nachschrift. Die von uns erörterte Angelegenheit ist nach Erledigung der Tagesordnung vom Abg. Richter in der Reichstags- sitzung vom 6. April zur Sprache gebracht worden. Richter fragt nach kurzer Darlegung des Thatbeftandes an, ob der Präsident geneigt sei, sich bei der Regierung über die Sachlage zu unter- richten. Der Präsident von Levetzow erklärt, daß nach seinen Informationen die Session nicht schon in drei Wochen werde geschlossen werden. Er wollte zuerst die Stempelsteuer-Vorlagen, dann die anderen Vorlagen, die die erste Lesung bereits passirt hätten, zur Verhandlung bringen. Ter Reichstag wird, falls die folgende Mittheilung des„Berliner Tageblatts" auf glaubwürdiger Information beruht, seine Arbeiten vielleicht schon irr etwa drei Wochen beendigen. Die Regierung hat den Wunsch aufgegeben, die Steuerverhandlungen, die doch, von Börsen- und Lotteriestcuer abgesehen, diesmal kein praktisches Er- gebniß versprechen, noch in die Länge zu ziehen. Sie ist dem baldigen Schluß der Session nicht abgeneigt und ge- denkt, die Zwischenzeit bis zum Herbst zur Ausarbeitung neuer Steuerprojekte zu verwenden. Eine Vertagung der Session ist niemals ernstlich in Frage gekommen. Mit dem Schluß der Session fallen, wie üblich, die meisten Initiativ- antrüge unter den Tisch.— Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" nimmt zu den Gerüchten über die baldige Beendigung der Reichs- tagsarbeiten in so unklarer Weise Stellung, daß dadurch die in vorstehender Notiz aufgestellten Behauptungen nicht entkräftet werden. Die nicht in der bekannten offiziösen Schrift erschienene Mittheilung lautet: Nach dem jetzt vorliegenden Bericht über die Berathung des dein Reichstage vorliegenden Entwurfes eines Gesetzes wegen Abänderung des Reichs-Stenipelabgaben-Gesctzes in der Kominissioii wurde vom Herrn Staalssekretär des Reichs- Schatzamtes unter anderem hervorgehoben, daß die verbündeten Regierungen auf eine Dnrchberathung der Sleuervorlagen ent- scheidenden Werth lege» müßten, jedoch im einzelnen entgegen zu kommen durchaus bereit seien. Es könne zugegeben werden, daß, wenn man sich lediglch auf dieBalancirung derUeber- Weisungen und der Matrikularbeiträge im gegenwärtigen Etat beschränken wolle, es einer so wesentlichen Vermehrung der Ein- nahmen des Reichs, wie siedurchdienochzur Berathung st ehe n den Steuervorlagen herbei- geführt würde, nicht bedürfen würde. Die ver- kündeten Regierungen ständen aber auf dem Standpunkt, daß die Durchführung der von ihnen geplanten Finanz- reform ein dringendes Bedürsniß sei, und daß die finanzielle Auseinandersetzung des Reiches und der Einzelstaaten ohne Schädigungung der Interessen der Reichs-Finanzverwaltung und der Einzelstaaten sich nicht länger aufschieben ließe. Von anderer Seite wurde daraus hingewiesen, daß man im Allgemeinen dem Grundgedanken der Steuer- reform und der Nothweudigkeit einer Auseinandersetzung des Reichs mit den Einzelstaaten in finanzieller Beziehung durchaus zustimmen müsse � insbesondere empfehle sich auch im finanziellen Jntereffe des Reichs diese Auseinandersetzung, weil von den Reichsbchörden eine sparsamere Verwaltung erwartet werden dürfe, wenn das Reich die Verpflichtung hätte, die bald zur Ruhe, und der Friedensstifter erfuhr in wenig Augenblicken, wovon hier eigentlich die Rede sei. Gleich- giltig zuckte er die Achseln und' sprach mit verächtlichem Tone zu Ben David:„Was hat Dein Knecht in später Dämmerung auf dem Fischerfelde zu schaffen? Kein Wunder ist's, daß er in die Hände der Blutzapfer fiel, die jetzo wiederuni innerhalb und außer der Stadt ihr Wesen treiben sollen, wie mir der Küsermeister Andreas von Liebfrauen- berg vor einer Stnnde geklagt hat, der auch von den Mordbuben nächst dem Hirschgraben angefallen worden ist, sich aber durch seine Faust befreit, und einige von den unden übel zugerichtet hat. Das vermag freilich ein ebräer nicht." Ein wieherndes Gelächter der nmstehenden Knechte und Bürger lohnte das Witzwort des Gewaltigen, der Stille gebietend, also fortfuhr: „Ich befehle Dir daher, Jude, daß Du Deinen Knecht ehrlich zu Hause haltest. Für die heut verursachte Störung hergebrachter Ordnung— denn die lange Glocke ist schon geläutet worden— büße ich Dich um fünf Goldgulden, die Du unerläßlich nächsten Montag auf dem Reutenthurm zu erlegen gehalten bist. Auch hast Du von Rechtswegen diesen wackern Bürger zu zinsen, jedem einen dicken Groschen, daß sie Dir den Knecht nach Hause geführt; denn die Menschenliebe, die sich um einen Juden künimert, muß be- lohnt werden. Sie mögen am Sonntagsmorgen das Geld bei Dir in Empfang nehmen." Geschmeidig bückte sich Ben David und küßte den Mantelzipfel des Oberstrichters.„Erlaubt, o Herr!" sprach er demüthig,„die meisten dieser Leute haben sich schon ge- pfändet an meinem Eigenthume und sind mit Zeug und Linnen davvn gegangen." „Kannst Du die Leute nennen?" fragte der Oberstrichter streng, und fuhr � ohne eine Antwort abzuwarten, fort: „Nein; Du kannst es nicht. Und wärst Du's auch im stände, auf Deiner Seite wäre immer die größte Schuld. Warum giebst Du nicht gutwillig, und warum hältst Du sDein Auge nicht auf Deine Lilmpen? Schließe jetzt Dein Haus und verhalte Dich still. Die leiseste Widerrede kostet Dich zehn Gulden. Geht nach Haus brave Bürger! Gute Nacht, liebe Freunde!"(Fortsetzung folgt.) Ausgaben, welche es leiste, auch durch eigene Einnahmen ze. decke». Man sei deshalb bereit, in eine ernste Weiter- berathung der von der Regierung dem Reichs- tage vorgelegten Steuergesetze zu treten, um die für die Durchführung der Steuerreform nothwendigen Mitlei zu beschaffen.— Im Abgeordnetenhause fand heute bei der Be- rathung des Eisenbahn-Etats ein Stelldichein aller Re- aktionäre statt. Man debattirte wenig über die uoth- wendige Tarifreform und gar nicht über die elende Lage der niederen Beamten und Arbeiter des Ressorts des Herrn v. Thielen, dafür desto mehr über die Genußsucht der Ar- beiter, welche in die großen Städte ziehen und den patriarchalischen Zuständen auf den Gütern unserer die Hundepeitsche schwingenden Junker die Rücken kehren. Graf Kanitz gab den Ton an und Herr Thielen stimmte zu, nur meinte er, besser als eine Erhöhung der übrigens nicht niedrigen Eisenbahntarife wäre ein Gesetzesvorschlag des Grafen Kanitz zum Zwecke der Einschränkung der Freizügigkeit, Herr Bneck, der wohlbezahlte Kominis der reichsten Schlotbarone Preußens, war der Dritte im Bunde. Wir können unseren Lesern aufs wärmste empfehlen, die heute von uns besonders ausführlich wieder- gegebenen Landtags-Verhandlungen zu lesen. Die Debatten sind nicht nur deswegen beachtenswerth, weil die Herren ungenirt, wie sie sich im Abgeordnetenhause wegen der Abwesenheit von Sozialdemokraten geben können, zum schärfsten Klassenhaffe ausreizen, sondern auch weil sie ivieder beweisen, daß dieses Parlament die einseitigste Klasscnver- tretung ist, die sich ausdenken läßt.— Regelung der Verhältnisse der Landarbeiter. Wie nach der«Voss. Ztg." verlautet, suchen die preußischen Staatsbehörden dem Kontraktbruch ländlicher Arbeiter dadurch zu steuern, daß sie konkraktbrüchig gewordene länd- liche Arbeiter nicht mehr beschäftigen. Ilm dem Kontrakt- brnch zu steuern, haben die Abgg. Dr. Müller-Sagan und Genossen von der Freisinnigen Volkspartei dem Reichstag folgenden Antrag vorgelegt:„Der Reichstag wolle be- schließen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage in der nächsten Tagung einen Gesetzentwurf, be- treffend die Rechtsverhältnisse der in Haus- und Land- wirthschaft beschäftigten Personen, die nicht unter die Be- stimmungen der Gcwerbe-Ordnung oder des Handelsgesetzes fallen, vorzulegen."— Ter Bismarck'sche Fartcatcher, der in der„Zu- kunft" sein Wesen treibt, begeht in der letzten Nummer jenes Blattes die Unvorsichtigkeit, Gegnern des Ex-Kanzlers ihr„Verhältniß" zu großen Bankiers vorzuwerfen, und dem Ex-Kanzler selbst den kühnen Griff, den derselbe zu gunsten eines seiner früheren Handlanger in den Reptilien- fonds gethan hat, als Verdienst anzurechnen. Das ist denn doch zu arg. Weiß denn der Herr Fartcatcher nicht, daß Fürst Bismarck Jahrzehnte lang mil Bleichröder und anderen Börsengrößen die innigsten Geschäftsbeziehungen hatte? Weiß er nicht, daß Fürst Bismarck, der als er in die Regierung eintrat, keinen unverschuldeten Ar und Halm oder sonstigen Besitz irgend welcher Art hatte, in seinem A m t einer der reichsten Männer Deutschlands geworden i st?— Tr. Franz Schmaykal, der Führer der deutsch- böhmischen Bourgeoisie, ist im Alter von 67 Jahren plötz- lich gestorben. Er war ein persönlich durchaus ebrensester, selbstloser Mann. Politisch stand er auf dem Boden eines verwässerten Liberalismus, bekannt wurde er durch die rast- lose Vertretung der nationalen Interessen der deutsch- böhniischen Bourgeoisie.— Otto Hermann's Rede am Grabe Kossuth's, deren Inhalt wir in unserer letzten Nummer veröffent- lichten, hat nicht den Beifall seiner Parteigenossen gefunden. In der Bourgeoisie sind eben alle revolutionären Instinkte erstorben. Die Organe der äußersten Linken erklären sich mit der Rede Hermann's nicht einverstanden, sie ver- langen die Vermeidung aller Dinge, welche die Krone verletzen könnten. Keine Gegensätze zwischen dem König und der Nation dürfen mehr heraufbeschworen werden. Die Regierung und das Parlament mögen loyale Manifestationen veranstalten, damit der Herrscher, der großmüthig soviel vergessen hat, keinen neuen Anlaß zur Verstimmung erhalte. Auch die Regierung dürfe jetzt nicht gestürzt werden. Ein Glück für den alten Koffuth, daß er von diesen Kundgebungen einer Partei, welche sich so oft als Acht- undvierziger- oder Kossuthpartei bezeichnet hat, nichts mehr vernehmen kann.— Die schweizer Schande ist vollendet: auch der N a t i o n a l r a t h hat das Anarchistengesetz angenommen. Und das einen Tag, nachdem in Paris durch das neueste Attentat jeder halbwegs denkfähige Mensch zu der Uebcr- zeugung gekommen war, daß Ausnahmegesetze gegen sog. anarchistische Verbrechen und Bnbenstreiche absolut macht- und darum sinnlos sind.— In Frankreich arbeiten die Sozialisten eifrig an der Organisation, und zwar der gewerkschaftlichen so- wohl als der politischen. Neben verschiedenen Kongreffen, die in letzter Zeit tagten, ist eine Konferenz von Arbeiter- delegirten zu erwähnen, die vor kurzem in Vierzon— Departement Eher Mittel-Frankreich— statt- fand, und zwar zum Behuf emer Föderation und Konzentration aller Arbeiter-Organisation.n Mittel- Frankreichs. Die Konferenz hat ihren Zweck erreicht. Und wohlgemerkt, es handelt sich hier nicht um ein sich Abschließen von der Gesammtheit, sondern um eine bessere Organisation innerhalb der G:- sammtheit.— Aller Unfinn tödtet sich selbst durch seine Uebertreibungeu und seine Wirkungen. Das bewahrheitet sich wieder an der Dynamitpolitik, auf welche die Panama- gesellschaft in Frankreich als aus daS letzte Rettungsmittel verfallen war. Die von der Polizei so künstlich gezüchteten Anarchisten-Attentate sind nicht nur programmwidrig ver- lausen, sondern haben jetzt auch zur rockaotio nä absurdum, d. h. aus Deutsch zur Beschämung und Blamirung ihrer intellektuellen Urheber geführt. Die Polizei hat des Guten zu viel gethan. Die Attentate hätten von der neulichen Kaffeehaus« Bombe des Seidenhemds Henry aufhären müssen. Aber dieser halb idiotische Bubenstreich, die anderen Bubenstreiche, die folgten— die entdeckten anarchistischen Bettel- und Spitzbuben- Gesellschaften— die Seidenhemden— und jetzt wieder das neueste Kaffeehaus- -G Attentat, das einen der lautesten Schreier unter den gung angeklagt und schließlich zu einem Monat Gefängniß und Feldwebel Melbe- Abtheilung VI. Provinzialanarchistisch- thuenden Laffen der Pariser Presse zu einem 50 m. Geldstrafe verurtheilt wurde, sagte der Staatsanwalt: tragikomischen Märtyrerthum verholfen hatobgleich blos verantwortlicher Stelle schreibt sie das unverantwortlichste Zeug. obgleich blos Es ist unglaublich, was sich die Preffe herausnimmt. An ein bischen geschrammt, jammerte der tapfere Herr Tailhade Auf die Mittheilung eines Dritten hin nimmt sie Dinge auf, stundenlang wie ein kleines Kind das alles war doch welche einen Beamten tief herabzuwürdigen nur zu ge eignet, ja so wenig verträglich mit dem, was man fich unter einer berechnet scheinen, während sie durch eine Nachfrage bei zu politischen Aktion oder auch Propaganda der That" ständiger Stelle alsbald über die wahre Sache hätte Klarheit ervorstellt, daß mit elementarer Kraft die Ueberzeugung zum halten können.". Durchbruch gekommen ist: es handelt sich um ganz gemeine Kurz nach der Verurtheilung wandte fich die Redaktion an Verbrechen und Bübereien und die sogen. Ausnahmegesetze die Chemnizer Staatsanwaltschaft, um Klarheit in einer Sache find völlig finnlos. Die Blätter so ward der zu erhalten. Sie wurde jedoch, wie sie schreibt, von der zu " Vossischen Zeitung" gestern Abend aus Paris telegraphirt ftändigen Stelle ohne Antwort gelaffen. 11 " " stellen a bfällige Betrachtungen über die Polizei Uebt Vorsicht, Genoffen! Wegen Majestätsbeleidigung an, deren Haussuchungen nichts genügt hätten. Die rabi- ward vor der Dessauer Straftammer in geheimer Sigung wiederum talen Beitungen fragen, wozu die Ausnahmegefeße ein Arbeiter zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Wir geben und die Mehrausgaben für die öffentliche unseren Parteigenossen wiederholt den dringenden Rath, auch Sicherheit dienen?" unter angeblichen Genossen" vorsichtig zu sein. Die harmloseste Aeußerung hat oft schon Beranlassung gegeben zu Denunziationen. Bedenke man, daß durch Schimpfereien auf Personen der Partei auch nicht im mindesten genügt, daß aber oft namenloses Unglück über sich und die Familie herbeigeführt werden kann. Nun, es wird noch geraume Zeit dauern, ehe die Saat, welche Herr Andrieux mit seinem gesellschaftrettenden Bombenunterricht ausgestreut hat, bis auf den letzten Rest ausgerottet sein wird so weit die bürgerliche Gesellschaft, als Nährmutter, des Anarchismus, des überhaupt vermag. Ueber das neueste Attentat schreibt man aus Paris unterm 5. April: Was all die Ausnahmegefeße, all die Hausdurchsuchungen und Verhaftungen gegen Attentate nützen, das hat das be gestern im Restaurant Foyot stattgehabte aufs neue wiesen. Als das Attentat vom Café Terminus erfolgt war, hatten die ministeriellen Blätter aur Rechtfertigung des Aus nahmezustandes und Beschönigung der Polizistennuslosigkeit nichts Besseres vorzubringen gewußt, als daß sich das Uebel nicht mit einem Male beseitigen lasse. Nun fanden seit dieser furzen Zeit nicht weniger als vier Bombenattentate statt: die in den beiden Hotels garni, das der Madeleinekirche und endlich das gestrige. Weit entfernt also das Uebel zu beseitigen, scheinen alle die neuen Polizeibrigaden und Polizeikommiffäre fammt ihren täglich vorgenommenen Hausdurchsuchungen nur danach angethan, dasselbe vielmehr zu vergrößern. Das wird aber dieselben Blätter nicht hindern, nach neuen Reaktionsgesehen und mehr Polizei zu rufen und alle diejenigen, die fich gegen das ganze arbeiterfeindliche Treiben und Streben der Regierung und ihrer Trabanten auflehnen, als die Mitschuldigen der Propagandisten der That", als die eigentlichen Urheber dieser Attentate zu bezeichnen. " " Gewerbegerichtswahl. Bei der am vorigen Mittwoch stattgefundenen Ersatzwahl des Gewerbegerichts Mülheim a, b. für die Bürgermeistereien B.- Gladbach, Bensberg und Odenthal burde als Arbeitgeber Genosse Brennereibefizer Jos. Renfenheuer zum Beisiger gewählt. " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. - Ronfiszirt wurden 57 Eremplaren des Beiger Boltsboten' vom 22. März Es handelte sich um einen Artikel, in dem die schamlojen Empfehlungen unfittlicher Schriften Unsere Blätter, die eine derartige angenagelt worden waren. Verrohung gebührend brandmarken, werden beschlagnahmt; von einer Wegnahme der illustrirten Blätter, deren Leser in der besseren" Gesellschaft zu suchen sind und in denen solche Rataloge" und Bilder" angepriesen werden, haben wir noch nichts gehört. " Soziale Ueberlicht. Jäger der Jahrgänge*) 1881**) 1882 am Mittwoch, den 18. April, Borm. 10 Uhr, Ererzierhaus und Kasernenhof des EisenbahnVorm. 10 Uhr, 1883, 1884, 1885 am Donnerstag, den 19. April, Regiments Nr. 1 auf dem Tempelhofer Felbe. 1886, 1887, 1888 am Dienstag, den 24. April, Borm. 8 Uhr, 1889, 1890, 1891, 1892 am Mittwoch, den 25. April, Borm. 8 Uhr, Grerzierhaus und Rafernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 2 auf dem Tempelhofer Felde. Provinzial- Pioniere der Jahr.*) 1881**) 1882 am Freitag, den 20. April, Borm. 10 Uhr, 1883, 1884, 1885 am Sonnabend, den 21. April, Borm. 10 Uhr, Exerzierhaus und Rafernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 1 auf dem Tempelhofer Felde. 1886, 1887, 1888 am Donnerstag, den 26. April, Vorm. 8 Uhr, 1889, 1890, 1891, 1892 am Freitag, den 27. April, Vorm. 8 Uhr, Exerzierhaus und Rafernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 2 auf dem Tempelhofer Felde. Feldwebel- Melbe Abtheilung VII. Provinzial. Train des Jahrgangs*) 1886 am Mittwoch, den 18. April, Vormittags 8 Uhr, 1887 am Donnerstag, den 19. April, Vormittags 8 Uhr, 1888 am Freitag, den 20. April, Vormittags 8 Uhr, 1889, 1890 am Sonnabend, den 21. April, Vormittags 8 Uhr, Ererzierhaus und Rasernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 1 auf dem Tempelhofer Felde. 1891, 1892, 1898 am Montag, den 23. April, Vormittags 8 Uhr, Provinzial- Krantenträger des Jahr. gangs*) 1886 am Dienstag, den 24. April, Vormittags 8 Uhr, 1887, 1888 am Mittwoch, den 25. April, Vormittags 8 Uhr, 1889, 1890 am Donnerstag, den 26. April, Vormittags 8 Uhr, 1891, 1892 am Freitag, den 27. April, Vormittags 8 Uhr, Bro vinzial- Militär- Bäcker der Jahrgänge*) 1881**) bis 1892 am Freitag, den 27. April, Vormittags 8 Uhr, Exerzierhaus und Kasernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 2 auf dem Tempelhofer Felde. Feldwebel Melbe Abtheilung Vlll. ProvinzialTrain des Jahrgangs) 1881**) am Montag, den 28. April, Vorm. 10 Uhr, 1882 am Dienstag, den 24. April, Vorm. 10 Uhr, 1888 am Mittwoch, den 25. April, Vorm. 10 Uhr, 1884 am Mittwoch, den 25. April, Vorm. 10 Uhr, 1885 am Donnerstag, den 26. April', Vorm. 10 Uhr, Provinzial- Kranfenträger des Jahrgangs) 1881**) am Donnerstag, den 26. April, Vorm. 10 Uhr, der Jahrgänge*) 1882, 1888 am Freitag, den 27. April, Vorm. 10 Uhr, 1884, 1885 am Freitag, den 27. April, Vorm. 10 Uhr, Grerzierhaus und Kasernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 2 auf dem Tempelhofer Felde. Feldwebel- Melde Abtheilung IX. Marine ber Jahrgänge*) 1886, 1887, 1888 am Mittwoch, den 18. April, Der Streik der Maurer in Freiburg i. Br. ist ein Vorm. 8 Uhr, 1881**), 1882, 1883 am Mittwoch, den 18. April, allgemeiner geworden. Eine zahlreich besuchte Versammlung der Vorm. 10 Uhr, 1889, 1890, 1891, 1892, 1893 am Donnerstag, Das geftrige Attentat hat aber nicht nur die Nuglosigkeit Streifenden beschloß einmüthig, an den gestellten Forderungen den 19. April, Borm. 8 Uhr, 1884, 1885 am Donnerstag, den des ganzen Polizeiapparats gezeigt, sondern auch die ganze Ver- festzuhalten. Der Referent Boemelburg aus Hamburg be- 19. April. Borm. 10 Uhr, Provinzial- Zahlmeister- Aspiranten, rücktheit der Attentäter. Wie in all den letzten Attentaten, woonte, daß 80 000 m. als Unterstützungsgelder zur Verfügung Provinzial- Büchsenmacher und Arbeitssoldaten der Jahrgänge*) nicht wie beim Attentat der Madeleinekirche der Attentäter ständen. 1887 bis 1892 am Freitag, den 20. April, Vorm. 8 Uhr, felbft zum Opfer feiner Propaganda der That" wurde, nur arme Teufel davon betroffen wurden, war es auch bei dem Achtung, Metallbrücker! Ein Privattelegramm von Bien 1881**) bis 1886 am Freitag, den 20. April, Borm. 10 Uhr geftrigen. Ein armer Kellner, und noch dazu ein Aushilfs. theilt mit, daß der Streit bei Dietmar noch immer fort- Provinzial- Defonomie- Handwerker der Jahrgänge*) 1887, 1888 fellner, das ist einer jener armen Teufel, die bei ihrer Arbeits- dauert und daß der Unternehmer sich nach Berlin und am Sonnabend, den 21. April, Vorm. 8 Uhr, 1881**), 1882 am losigkeit froh sind, wenn sie da oder dort den einen oder andern Fürth um Arbeiter wenden wird. Es werden die Genossen Sonnabend, den 21. April, Borm. 10 Uhr, Grerzierhaus und Tag gegen Roft und einige Sous dienen tönnen, war das Haupt- ersucht, jeden Zuzug von Wien strengstens fern zu halten. opfer dieses Attentats. Neben ihm trug nur noch ein junger " wenn Witterungsübersicht vom 6. April. Schriftsteller der allerjüngsten Schule" schwere Verlegungen davon. Und dieser war einer ihrer Fronie des Schicksals Freunde, war jener selbe Laurent Zailbade, der am Abend nach dem Vaillant'schen Attentate auf einem Bankette begeistert ausrief: Was liegt an dem Tode gemeiner Heerdenmenschen, das Individuum dabei Stationen. zur Geltung tommt? Welch' schöne Geberde die des Bomben werfenden Vaillant!" Wir fürchten aber, daß das gestrige Attentat ebenso wenig die" Propagandisten der That" wie die Regierung von ihrem Wahne heilen wird. So mögen Swinemünde fie denn beide ihrem Schicksal entgegengehen. Sie werden, was Hamburg fie auch unternehmen mögen, dem Sozialismus nicht die Wege Berlin versperren, die Arbeiterklasse nicht von der Erringung der politi- Wiesbaden. schen Gewalt, der Vorbedingung ihrer wirthschftlichen Emanzipation, München abzuhalten vermögen. Wien Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. 769 770 NO 768 MD 765 Still 765 • 765 NW 774 SW 774 SO 760 D& D 771 GO O 761 SO Windstärke (-222631 Wetter Temperatur ∞∞( nach Celsius 50 G. 40 R.) Kasernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 1 auf dem Tempel. hofer Felde. Provinzial- Dekonomie- Handwerker der Jahrgänge) 1889, 1890, 1891, 1892 am Montag, den 23. April, Vorm. 8 Uhr, 1883, 1884 am Montag, den 23. April, Vorm. 10 Uhr, 1885, 1886 am Dienstag, den 24. April, Borm. 10 Uhr, Ererzierhaus und Kafernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 2 auf dem Tempelhofer Felde. Settion II. Offiziers- Aspiranten der Provinzial- Jäger, Provinzial- Kavallerie, Provinzial- Feld- Artillerie, Provinzial- FußArtillerie, des Provinzial- Trains und der Marine der JahrEgänge") 1881**) bis 1893 am Mittwoch, den 18. April, Borm. 10 Uhr, Exerzierhaus und Rafernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 1 auf dem Tempelhofer Felde. Settion III. Dauernd und zeitig Halbinvaliden ber Provinzial- Jäger, Provinzial- Kavallerie, Provinzial- Feld- Artillerie, Provinzial- Fuß- Artillerie, des Provinzial- Trains, der Marine, der Provinzial Zahlmeister- Aspiranten, Provinzial- Büchsenmacher, Provinzial- Dekonomie- Handwerker und Provinzial- Krankenträger der Jahrgänge 1881**) bis 1898 und die zur Disposition der Erfah- Behörden entlassenen Mannschaften aus Berlin mit den Namen- Anfangsbuchstaben P, T bis Z am Donnerstag, den 19. April, Vorm. 10 Uhr, Ererzierhaus und Kasernenhof des Eisenbahn- Regiments Nr. 1 auf dem Tempelhofer Felde. * Welchem Jahrgang jeder Mann angehört, ift auf dem Deckel des Militär- Paffes angegeben. * Vom Jahrgang 1881 haben nur diejenigen Mannschaften au erscheinen, welche noch nicht zur Landwehr II. Aufgebots übergeführt find. bedeckt 4 bedeckt bedeckt wolfenlos wolkenlos wolkenlos Mebel bedeckt Regen 8 wolfig 7 wolkig 11. Ein neuer Panamafchwindel in Sicht. Frgend Haparanda Petersburg ein findiger Kopf hat den unglücklichen Opfern der Herren Cook. Lesseps u. Ko. den Floh ins Ohr gesetzt, wenn man noch Aberdeen 60-80 Millionen ausgebe, sei wenigstens ein Theil der Paris Milliarden zu retten, die in das Panama- Unter nehmen gesteckt worden sind. Und da soll denn eine neue Witterung in Deutschland am 6. April, 8 Uhr Morgens. Gesellschaft gegründet werden. Ob sie zu stande kommen ist in ganz Norddeutschland bei langsam abnehmendem Luftdruck Während im Süden allgemein wolfenloser Himmel herrscht, wird? Nun die Dummheit vieler Menschen hat keine und schwachen östlichen Winden ziemlich trübes Wetter einGrenzen. Thatsächlich würde das Zehnfache der ges getreten; doch finden nirgends wesentliche Niederschläge statt. forderten Summe nicht zur Vollendung des Baues aus- Die Temperaturen sind im Norden etwas gesunken, im Süden reichen. Von Vollendung" kann überhaupt eigentlich gar ein wenig gestiegen; die niedrigste Morgentemperatur meldet nicht die Rede sein. Denn in Wirklichkeit ist auf heute Hannover mit 2 Grad, die höchste Mülhausen i. G. unb der Panama- Landenge so gut wie gar nichts gebaut wors Wiesbaden mit 10 Grad Celsius. Berliner Wetterbureau. den. Und das Bischen, was gebaut wurde, ist längst wieder verdorben und verfallen, so daß man ganz von Frischem an- Wetter- Prognose für Sonnabend, den 7. April 1894. fangen müßte. Die Panamaſchwindler waren vorsichtige Trockenes, vorwiegend heiteres Wetter mit mäßigen östlichen Leute sie ließen nicht viel Geld seinen Beruf verfehlen Winden und etwas zunehmender Erwärmung. Berliner Wetterbureau. und nach Panama gehen. An der montenegrinisch- türkischen Grenze fam es gestern zu einem der im Lande der Hanimeldiebstähle landesüblichen Zusammenstöße zwischen Montenegrinern und Albanesen, dem internationale Bedeutung nicht beizus messen ist. Die amerikanische Silberbill hat bei der zweiten Abstimmung im Rongreß nicht die nöthige ZweidrittelMehrheit erlangt. Sie ist also durch das Veto des Präsidenten endgiltig beseitigt. Bekanntlich hat der amerikanische Präsident tein unbeschränktes Betorecht, wie manche europäische Monarchen. Er kann seine Zustimmung zu einem von der Voltsvertretung angenommenen Gesetz nur einmal verweigern. Wiederholt die Volksvertretung mit Zweidrittel- Mehrheit ihren Beschluß, so ist das Veto hinfällig. Frühjahrs- Kontroll- Versammlung 1894 im LandwehrBezirk IV Berlin. Dieselbe wird mit den in Kontrolle obigen Landwehr- Bezirks stehenden und in Berlin wohnenden Dis positions- Urlaubern, Reservisten, Land- bezw. Seewehrleuten 1. Aufgebots, sowie den zur Disposition der Ersatz- Behörden entlassen en Mannschaften wie folgt abgehalten: V = # Ausgeschlossen von dieser Versammlung sind diejenigen Kavalleriften, welche in der Beit vom 1. April bis letzten September 1884 als Bierjährig- Freiwillige eingetreten find, sowie diejenigen vom 1. April bis legten September 1882 eingetretenen Mannschaften.- Die Mannschaften haben sich unter Mitführung ihrer Militärpapiere pünktlich zu geftellen. Weitere Befehle gehen den Mannschaften nicht zu. Versäumnisse haben die gefeßlichen Strafen zur Folge. Gelegentlich der Kontroll Versammlungen finden Füßmessungen statt und haben die Mannschaften mit gewaschenen Füßen zu erscheinen. Besuchszeit verschiedener Museen und sonstigee Sehenswürdigkeiten. Altes und Neues Museum am Buffgarten. Besuchszeit täglich, mit Ausnahme des Montags in den 6 Wintermonaten von 10-3 Uhr, in den uhr, Oftober und März 12-6 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, 6 Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis Dezember und Januar 12-3 Uhr( unentgeltlich). Die National= gallerie in der Museumsstraße. Besuchszett Wochentags von 10-3 Uhr ( Montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis 6 Uhr, im März und Ottober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis 4 Uhr, Januar und Dezember 12-3 Uhr( unentgeltlich).- un ft gewerbeMuseum, Prinz Albrechtstr. 7. Geöffnet an den Wochentagen( Montags ausgenommen) im Sommer von 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 Uhr, Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Ottober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-8 Uhr( Unentgeltlich). Museum für Bölterkunde, Königgrägerftr. 120. Besuchseit wie im Kunstgewerbe- Museum( unentgeltlich).-ygiene- Museum, Klosterfir. 85. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außer dem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( unentgeltlich). Museum für Naturtunde, Invalidenstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außerdem Montags und Sonnabends von 11-8 Uhr. Museum für deutsche Bolt strachten und Erzeugnisse des Sausgewerbes, Klosterftr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs In der Reitbahn und auf dem Kasernenhof des 1. Garde Dragoner- Regiments, Belles alliance Straße 6. Feldwebel Melde Abtheilung I. ProvinzialKavallerie der Jahrgänge*) 1890, 1891, 1892 am Mittwoch, den 18. April, Vorm. 8 Uhr, des Jahrgangs) 1889 am Donnerstag, den 19. April, Vorm. 8 Uhr, 1888 am Freitag, den 20. April, Borm. 8 Uhr, 1887 am Sonnabend, den 21. April, Vorm. 8 Uhr, 1886 am Montag, den 23. April, Vorm. 8 Uhr. Feldwebel Melde Abtheilung 11. ProvinzialIn Pennsylvanien, dessen Erde weit mehr als die Kavallerie des Jahrgangs*) 1885 am Mittwoch, den 18. April, des ehemaligen Stlavenstaates Kentuky den Namen der Vorm. 10 Uhr, 1884 am Donnerstag, den 19. April, Borm. 10 Uhr, 1883 am Freitag, den 20. April, Vorm. 10 Uhr, 1882 Beretne Gonntags 10 Pf. denn die Arbeitermezeleien blutigen Erde verdiente spielt in diesem Augenblick eine montag, den 23. April, Vorm. 10 Uhr. am Sonnabend, den 21. April, Vorm. 10 Uhr, 1881**) am hören dort nicht auf neue Tragödie. Klar sind die Telegramme noch nicht, aber Feldwebel Melde Abtheilung Ill. Provinziales ist wieder ein Streit, und gegen die Ausständischen Feld- Artillerie der Jahrgänge*) 1891, 1892 am Mittwoch, den nicht Auf ständischen, wie ein Telegramm besagt ist 18. April, Vorm. 8 Uhr, des Jahrgangs) 1890 am Donnerstag, Militär und Polizei requirirt worden ein Gefecht scheint den 19. April, Vorm. 8 Uhr, 1889 am Freitag, den 20. April, stattgefunden zu haben, in dem die Ausständigen unter Vorm. 8 Uhr, 1888 am Sonnabend, den 21. April, Vorm. 8 Uhr, lagen. Und da ist denn von den Behörden Ordre gegeben 1887, am Montag, den 23. April, Vorm. 8 Uhr, 1886 am worden, die Flüchtigen zu fangen oder zu erschießen". Dienstag, den 24. April, Borm. 8 Uhr. Und eine Anzahl seien schon erschossen! Wir wollen weitere Nachrichten abwarten, allein das ist gewiß, den vielen Verbrechen, die in diesem vom Blut der Arbeiter gerötheten Staate begangen worden sind, hat sich ein nenes hinzugesellt. Parteinachrichten. Feldwebel Melde Abtheilung IV. ProvinzialFeld- Artillerie des Jahrgangs) 1885 am Mittwoch, den 18. April, Borm. 10 Uhr, 1884 am Donnerstag, den 19. April, Vorm. 10 11hr, 1883 am Freitag, den 20. April, Vorm. 10 Uhr, 1882 am Sonnabend, den 21. April, Vorm. 10 Uhr, 1881**) am Montag, den 23. April, Vorm. 10 Uhr. = von 11-2 Uhr geöffnet. Gintrittsgeld: Erwachsene 50 Bf., Kinder 25 Pf., Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. Geöffnet Sonntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von 11-2 Uhr( unentgeltlich). Rathhaus, tönigstraße. Geöffnet täglich außer Donnerstag und Freitag von 11-3 Uhr( unentgeltlich). Aussichtsthurm 50 Pf. Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler, Wilhelmstr. 92. Sonntags 11-2 Uhr, Wochentags 10-4 Uhr. 50 Pf. Entree. Sternwarte, Endeplatz 3a. Mittwochs und Sonnabends vol. 9 bis 11 Uhr Vormittags. Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. Invalidenstr. 57-62. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% Uhr Abends. Aquariuin, Entree 50 Bf. Buschlag für Theater von 50 Pf. bis 2 M. Schadowstr. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Pf., an jedem testen Sonntag im Monat 25 Pf.- Caftan's Panoptikum, Friedrichftraße. Geöffnet 10-10 Uhr. Gintrittspreis 60 Pf. Panoptitum anorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. 50 Pf. zum ersten Male fett feiner Wiedereröffnung bez. Der Neueröffnung feiner beiben neuen Dioramen: Katakomben des Kapuzinertlofters zu Palermo und und Charlottenburger Pferdebahn leicht zu erreichen und bis 17 Uhr Abends 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 f. Passage= Marine= Entree Das Neapel- Panorama am Bahnhof Thiergarten hat heute Vesuvausbruch, 25 Pf. Eintrittsprets. Das Panorama ist mit der Stadtbahn zu besichtigen. Zoologischer Garten, Lüzowufer. Sonntags Feldwebel Melbe Abtheilung V. Provinzialintrittspreis 50 Pf. 50 f.--Borsig's Garten mit Palmenhaus, Alt- Moabit 85-86. Fuß- Artillerie der Jahrgänge*) 1890, 1891, 1892 am Mittwoch, den 18. April, Vorm. 8 Uhr, 1888, 1889 am Donnerstag, den 19. April, Vorm. 8 Uhr, 1886, 1887 am Freitag, den 20. April, Im der Anklage zu entgehen, wissen jetzt die fozial- Vorm. 8 Uhr, 1884, 1885 am Sonnabend, den 21. April, Vorm. demokratischen Redakteure wenigstens, wie fte es anzufangen 10 Uhr, 1882, 1888 am Montag, den 23. April, Borm. 10 Uhr, haben. In seinem Plädoyer gegen Genossen Starte, des Jahrgangs) 1881**) am Dienstag, den 24. April Vorm. Redakteur der Burgstädter Boltsstimme", der wegen Beleidi- 10 Uhr. Gerichts- Beitung. Prozeß Löwy. Das Reichsgericht hat am Freitag die von dem Bankier Hugo Löwyn gegen das Urtheil des Landgerichts I Berlin vom 27. Dezember vorigen Jahres eingelegte Revision verworfen. Für den Inhalt der Inferate über Am 5. April, Nachmittags 61/2 Uhr, Adolph Ernst- Theater. starb nach schwerem Leiden der Schank. Albert Wassmann, Heute: nimmt die Redaktion dem Publikum Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 7. April. Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. 3. Abend: Götterdäm merung. Schauspielhaus. Die Jungfrau von Orleans. wirth 2833b Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Brih, Werderstr. 15. Dies zeigt tiefVorher: betrübt an Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gefang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Mufit von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Deutsches Theater. Der Talisman. Sanssouci", Berliner Theater. Maria und Magdalena. Kottbuserstr. 4a. Leug- Theater. Ein Millionar a. D. Sonntag, den 8. April 1894: Sonntag, den 8. April 1894: Stettiner Niobe. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Residenz- Theater. Der Maskenball. Neues Theater. Die Journalisten. Central Theater. Geschlossen. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Melusine. Die schöne Alexanderplat- Theater. Berlin wie's lebt und liebt. National- Theater. Das Damenbad. Hierauf: Heinrich Heine. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Galathée. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. . Reichshallen Theater.Spezialitäten Borstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Sänger Anfang 7 Uhr.. Entree 50 Pf. Bum Schluß: Neu! Die Zigeunerkapelle Benzin Gullasch. Parodistisches Ensemble von Mensel. Montag: Viktoria- Brauerei. Donnerstag, 12. April, in Sanssouci: 4000. Soirée der Stettiner Sänger in Berlin, verbunden mit gr. DoppelKonzert, Fest Programm und TanzSpezialitäten Kränzchen Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellug. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Gastspiel des Herrn Carl Pander, Heinrich Heine. Lustspiel in 3 Atten von Mels. Regie: Mar Sam ft. Borher: Das Damenbad. Schwank in 3 Aufzügen von Fr. Schäfer Raffeneröffnung 6/2 Uhr. Anfang PassageDie trauernde Wittwe nebft Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 4/2 Uhr, von dem Trauer: hause nach dem Kirchhof an der Rudower Chaussee, Brig, statt. Am 3. d. Mts., Morgens 2 Uhr, verschied unser lieber Sohn und Bruder, der Kaufmann 2834b Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Sonntag, den 8. April, Vorm. präz. 11 Uhr, im oberen Saale des Restaurant Boltz, Alte Jakobstraße 75: General- Versammlung. Von 9-11 Uhr ebendaselbst: Uebungsstunde. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Vor Anzeige. = Sonntag, 22. April, Abends 6 Uhr, in den Concordia- Fettsälen; Vokal- und Instrumental- Konzert. Eintrittskarten à 40 Pf. sind bei Herrn Stolle( Vereinsbureau), Oranienstr. 126 und im Seßerfaal des Vorwärts", Beuthstr. 2, Hof 4 Tr., D. 0. Paul Carow, zu haben; an der Staffe 50 Pf. in seinem 18. Lebensjahre. Die Beerdigung erfolgt am Sonntag, den 8. d. Mis., von der Leichenhalle des Heiligen Kreuz- Kirchhofes in Mariendorf aus. Um stilles Beileid bittten Die traneruden Hinterbliebenen. Franz Caro w und Familie. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Arbeiter- Bildungsschule Heute Sonnabend, Abends 82 Uhr: Diskutier- Uebungen. S.O.: Waldemarstraße 14. Genoffe Dr. Lux. Nord- Schule: Müllerstraße 178a: Genoffe M. Pfund. Schulgeld wird hierfür nicht erhoben! Die Mitglieder, wie Schüler, werden ersucht, recht zahlreich zu erDer Vorstand. Ethische Gesellschaft. Unterstützungs- Vereins fcheinen. Deutscher Hutmacher zur Nachricht, daß der Kollege Theodor Wiegand 175/9 ( Filiale Berlin) gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. April, Nachmittags 4 Uhr, von der Reichenhalle des städtischen Krankenhauses am Friedrichshain nach dem St. Marfuskirchhof( Wilhelmsberg) aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Todesanzeige. [ 150/ 14* Sonntag, den 8. April d. F.: Zwei Versammlungen. 1. Nachm. 4 Uhr, Beginn präzis 5 Uhr, in ,, Cohn's Fest- Sälen", Beuthstraße Nr. 20: Vortrag des Herrn Stüve aus Hamburg über: Photographie und Verbrechen", illustrirt durch 40 in Chicago mit den höchsten Preisen prämiirten Entree 10 Bfg. Original- Lichtbildern. Allen Genossen, Freunden und Be- 2. Abends 6 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, tannten die betrübende Mittheilung, Panopticum. Daß meine liebe Frau Die von Fr. v. Schiller. Musik von Romberg. Dargestellt in Marie Lehmann, geb. Denschel, 2837b Glocke am 5. April, früh 1/42 Uhr, nach kurzen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittag 145 Uhr, auf dem Neuen Schöneberger Kirchhofe, Marstraße statt. Der trauernde Gatte Maurer Gustav Lehmann nebst Kindern. 15 lebend. Bildern. Castan's Panoptikum. Im 9. Kreise der Hölle: Der Rutsch a. d. Rafirmesser. Central- Theater. Elite- Damenkapelle Austria. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alte Jafobstr. 30. Sonnabend, den 7. April 1894: Geschlossen wegen der Generalprobe zu: Der neue Kurs." Sonntag, den 8. April 1894, Zum 1. Male: Novität! Novität! Der neue Kurs. Poffe mit Gesang in 3 Atten von Leopold Ely. Mufit von Julius Einödshofer. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Heute: Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster Familien- Aufenthalt. Täglich: Gr. Theater- Vorstellung. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 7 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. Verwaltungsstelle Berlin B. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Zahlstelle V von der Boeckhstr. 7 Kommandantenstr. 79: Vortrag des Herrn Hansen über; „ Ethik und Sozialdemokratie". Nach dem Vortrag: Gemüthliches Beisammensein. Gäste( Damen und Herren) sehr willkommen. Der Vorstand. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 8. April, Vorm. 101/4 Uhr, im gr. Saale, Rosenthalerstr. 38: Vortrag des Herrn Dr. B. Wille: Seligiöse Vergewaltigung. Nachmittags punkt 5 Uhr: Feier des 49. Stiftungsfestes in den beiden Concordia- Festsälen, Andreasstr. 64. Die Festrede hält Herr E. Vogtherr. Einlaßtarten mit Programm zu 20 Pf. find für Mitglieder und eingeführte Gäste vor und nach dem Vormittags- Vortrag und an den bekannten Stellen zu Andreasstr. 64. nach der Grimmitr. 3 bei 25 wertet haben, wenn nicht bis dahin vergriffen, auch Nachmittags in der verlegt ist. 301/12 Die Ortsverwaltung. Mittheilung. Die nächste Vereins- Versammlung des Beerdigungs Vereins Berliner Zimmerleute findet am 15. April im Vereinslokale statt. 2836b J. A.: W. Bandelow. Am Dienstag, den 10. April, finden die Wahlen statt. Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend Sonntag, den 8. April, Vorm. 10 Uhr, Tages- Ordnung: Freunden und Genossen empfehle ich im Lokal des Herrn Hensel, Invalidenstraße Nr. 1. meinen tägl. Fleischverkauf von Rind, Kalb- u. Hammelfleisch zu den billigst. Preisen. Frau J. Schulze, Eisenbahnhalle, Stand 15. 28396 Rummelsburg. Empfehle allen Genossen, Freunden mein Restaurant Lumpensusanne ratweil'schem djattigem Garten und oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen.„ Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. müa G Bierhallen Kommandantenftr.77-79. Welt. u. größt. Etablissem. Bert. Täglich bei freiem Entree Die Bombe, Aftervermietherin im Mün abwechselndes Programm " wintel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. Brunwald mit bewegter Vergangenheit. Martin Bendix. Neu! Auftreten des Neu! Instrumental- komikers Mr. Barna. Ferner u. a.: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. Referent Genoffe Mäther. 2. Disfuffion. 3. Wahl der noch fehlenden Vertrauensmänner. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 445/14 Achtung! Der Vertrauensmann: H. Girke. Achtung! Fizschuh Arbeiter. 5964L* Am Sonntag, den 8. April, Vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Seefeld, Grenadierstraße 33: Wilh. Schrepffer, Prinz Albrechtstraße 13/14. Grosse öffentl. Versammlung. Arbeiter- Buchhandlung Tagesordnung: H.Pilzer Serlin O, Madaiſtr. 3, wir uns den Maßregelungen gegenüber? 4. Verschiedenes. 1. Vortrag des Genossen Rohrlack. 2. Diskussion. 3. Wie stellen empfiehlt sich zur Lieferung d. gesammt. modernen Literatur. Auslieferung von ieß, Wörlein, Wiest, Verlag b.„ Border österreichischen Damenkapelle wärts" 2c. 2c. Die Auslief. v. d. Verlagsmagazin f. Voltsliteratur, Harnisch u. Co., erfolgt zu Verlegerpreisen. 28356* Wiederverkäufer höchsten Rabatt. " Ditti" in kleinrussischen Nationalkostümen. Auftreten von Künstlern. Spezialitäten Medaillen 1. Ranges, Direktor Hippe" fowie Auftreten der nordamerikanisch zum 1. Mai 1894. von Martin Bendix, sowie Eugen 3ocher, Sächsischer Original- Humorist. Anfang: Wochentags 7½ Uhr. Sonntags 62 Uhr. Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonnabend, den 7. April, Abends 71/2 Uhr: Auf auf zur fröhlichen Jagd! Parforce- u. Kastadenritt. Ballet von Negergesellschaft Mr. Brown. Pro 100 Stück 3 Mart. 59622* Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Konsum- Vereins- Zeichen, Vereins- Ab3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro zeichen billig bei C. Balmberger, Stunde 60 Pf. C. Koch, fr. Gambrinus. Nürnberg. Säle für Versammlungen Volksbazar und Festlichkeiten sind noch verschiedenen Tagen zu haben. Sub was an en Zam Achtung, Hallenser! Berlin, Köpenickerstraße 127a empfiehlt sein großes Lager fertiger Die Kollegen der Fabrit von Hinge, Jakobs und Struck sind bes sonders eingeladen. 451/12 Es ist Pflicht, daß jeder Kollege pünktlich erscheint. Möbelpolirer! Weissensee! Morgen, Sonntag, Nachm. 2 Uhr, bei Pfeifen- Müller( Weißensee), Königs- Chauffee 38: Versammlung. I Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Gustav Reuter. 2. Bericht des Kassirers und Bevollmächtigten und Neuwahl derselben. 3. Verschiedenes. Sonntag, den 15. April cr., Versammlung in Friedrichsberg, Frankfurter Allee 174 bei Susott. 449/12 Flugblätter zur Agitation für die April- Versammlungen werden heute Abend in allen Zahlstellen ausgegeben. Kollegen, welche diese verbreiten wollen, mögen sie dort in Empfang nehmen. Der Vorstand. Fachv.d. Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 9. April, Abends 8 Uhr, Es soll im Lofal des Landsmanns Herren- und Knaben- bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a; Herrn Osang, Reichenbergerstr. 47, 100 Damen. Meute von 40 Hunden. ein aus lauter Landsleuten von Halle Außerdem: Der ostpreußische Hengst a./S. bestehender Verein gegründet Blondel und Monstre- Tableau von 60 werden, und können demselben Herren Garderobe. Bestellungen nach Maaß werden in Pferden, vorgeführt vom Direktor Fr. wie Tamen vom 28. Lebensjahre ab eigener Werkstatt angefertigt. 5804L* Renz. Colmar und der Steiger Alep, beitreten. Ernstliche Besprechung SonnGeneral- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1894. 2. Abrechnung vom Maskenball. heiten. Mitgliedsbuch legitimirt. geritten von Fel. Oceana Renz. Der tag Borm 11 Uhr. Zahlreiche Betheili- SO. Köpenickerstr. 127a 8. Fetiebung der Höhe der Maßregelungs- Unterſtügung. 4. Vereinsangelegenfautanische Jockey Wassiliams. Die gung wünschen Mehrere Hallenser. Luftgymnastiker Gebr. Wortley. Die Handakrobaten Gebr. Detroit u. f. w. Sonntag: 2 Verstellungen. Nachm: 4 Uhr( 1 Kind frei): Divertissement Auf Helgoland. Abends 71/2 Uhr: Auf auf zur fröhlichen Jagd. Fr. Renz, Direktor. Musik- Instrumente. Alle Blas, Streich- u. Schlag- Instru mente, Spieldusen zum Drehen u. selbst. spielend, Musik Automaten fertigt Aug. Kessler, Laufiberstr. 51. = nahe der Adalbertstraße. Verkauf 475/1 Die Kollegen werden auf§6 des Statuts aufmerksam gemacht.- G3 ist Pflicht der Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. vormals G. Feuerstein Amt I. Boltz' Festsäle, Alte Jakobstr. 75. r. 1082. nur gegen Baar! äle zu Feſtlicht. u. Berſammlungen Sommergarten Katteoküche, auch Sonnt Für d. Sommermonate empf. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2 zu Vergnüg. fostenlos. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vomiirts" Berliner Volk Sonnabend» den H. AnrU 1894. 11. Jahrg. Ur. 80. Nnrlnlnenksver echte. Deutscher Reichstag. as. Sitzung vom 6. A p r i l 1894. I Uhr. 51m Tische des Bmidesraths: v. Caprivi, v. Bötticher. v. Marschall, Graf Posado wsky, Reichsbank-Präsident Koch. Nachdem die allgemeine Rechnung über den Reichshaushall für das Elatsjahr 1899/91 der Rechnuugskommission überwiesen rst, kommt zur Verlesung die Interpellation der Abgg. v. Kardorfs und Graf Mirbach: I. Soll die vom Herrn Reichskanzler im Bundesrath beantragte Neuausprägung von 22 Millionen Mark Reichssilbermünzen trotz des Rückganges des Silberpreises auf etwa 89 Mark für das Kilogramm nach den Vor- schristen des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 stattfinden, wonach aus dem Kilogramm 299 Mark geprägt werden, oder ist eine Abänderung des Münzgesetzes m Aussicht genommen? 2. Sollen die beantragten Neuprägungen stattfinden, ehe die Berathungen der Kommission beendet sind, welche der Herr Reichskanzler wünschte, um Mittel zur Hebung und Festlegung des Silberwerthes zu finden, obwohl.die Ergebnisse dieser Kommissionsberathungen zu einer so- fortigen Umprägung der beantragten Neuprägnngen führen können. 3. Ans welchen Silberbeständen sollen die Neuprägungen hergestellt werden? Reichsschatzsekretär Graf PosadowSky erklärt sich zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit. Zur Begründung der Interpellation bemerkt Abg. v. Kar- vor ff: In dem deutschen Münzgesetz ist die Ausprägung von silbernen Scheidemünzen analog dem Vorgange Englands vor- gesehen; sie darf in ihrem Gesammtbetrage den Satz von 19 M. pro Kopf der Bevölkerung nicht übersteigen. Nun ist entsprechend der gestiegenen Bevölkerungsziffer eine weitere Ausprägung von silbernen Scheidemünzen im Betrage von 22 Millionen in Aus- ficht genommen. Die Voraussetzungen für diese Ausprägung sind aber seit 1373 ganz andere geworden. Niemand dachte damals an eine Silberentwerthung, wie sie seitdem eingetreten ist und Folgen der allerschlimmsten Art gezeitigt hat. Außerdem ging man damals von der Voraussetzung aus, daß die Thaler cnt- weder in Silberscheidemünzen umgeprägt oder aus dem Verkehr gezogen und gegen Gold eingewechselt werden würden. Das ist nicht geschehen. Die Reichsregierung war gewiß damals fest entschlossen, die Goldwährung durchzuführen; es müssen also sehr schwerwiegende Gründe gewesen sein, welche sie gleichwohl davon zurückgehalten haben. Die Thaler sind als vollwerthige Zahlungsmittel beibehalten worden. Man glaubt an den Be- siaud der Werthrelation von Silber und Gold und nahm das allmälwe Verschwinden der Thaler als selbstverständlich an. Beide Voraussetzungen sind also nicht eingetroffen. Offenbar fürchtete man, den Preis des Goldes durch Umtausch von 4S9 Millionen Mark silberner Thaler zu hoch hinaufzutreiben oder den Silberpreis zu sehr zu drücken. 1373 sistirle Frankreich seine Silberausprägungen; die Nachfrage nach Silber hörte auf. 1876 wurde von der Reichsregierung der Plan verfolgt, die Thaler allmälig durch Umprägung in Scheidemünzen abzustoßen; sie wollte 15 M. pro Kopf Silber- Scheidemünzen prägen lassen, ein Plan, welcher von Bamberger, Soelbeer und den übrigen Autoritäten der Goldwährung am heftigsten bekämpft wurde. Es wurde aus diesem Vorschlage nichts; aber 1879 suspendirte die Reichsregierung die Silber- Verkäufe vollständig. Diese Thatsache fiel zusammen mit dem Tagen des Pariser Kongresses. Wir glaubte», die Frage würde dahin gelöst werden, daß das Silber in seine alten Rechte wieder eingesetzt würde. Anders die Goldwährnngs-Parleien, welche mit dieser Suspendirung sehr unzufrieden waren. 1889 wollte man die Bestände dadurch reduziren, daß man die Aus- Prägung auf 12 M. pro Kopf steigern wollte. Jetzt war Herr Soetbeer dafür. Die Thalerbestände würden dadurch um 99 Millionen Mark vermindert worden sei». Wir haben dem Projekt opponirt und es wurde fallen gelassen. 1836 entledigte sich die Regierung eines Theiles ihrer Silberbarren und Vorräihe durch den Verkauf nach Egripteu. Auch damals hat Graf Mirbach sich entschieden gegen diese Maßregel ausgesprochen. Der frühere Bankpräsident Dcchend verfolgte gerade im Interesse der Gold- Währung eine sehr vorsichtige' Politik; er zog die 19 Markstücke möglichst aus dem Verkehr, um den Goldbesitz der Bank möglichst zu vergrößern, und gab Thalerstücke in den Verkehr. Und mit Recht! Unsere ländlichen Arbeiter wollen nicht kleine Goldmünzen, sondern grobe Silbermünzen in der Hand haben (Widerspruch bei den Sozialdemokraten). Seit 1899 aber, seit dem Tode Dechend's, sind große Mengen Zehnmark-Stücke ge- prägt und in den Verkehr gebracht worden. Die neue Maß- nahine wird mit dem gestiegenen Bedürfniß nach silbernen Mark-, Zweimark- und Fünfmark-Stücken begründet. Wie kann man solche Argumente verwenden, angesichts der kolossalen Silber- vorräthe in den Kellern der Bank? Von den 797 Millionen Bankbestand Ende 1893 waren nur 338 Millionen Gold; 469 Millionen sind Silber, Thaler und Scheidemünze. Man theilt uns ja leider rncht mit, wie sich der Vorrath jedes Mal auf Gold und Silber vertheilt. Wird diese Geheimnißkrämerei nicht endlich aufhören? Ist unter solchen Umständen heute eine Vermehrung der Scheidemünzen nothwendig? Es ist bereits amtlich auf die Ueberhandnahme der Falschmünzerei hingewiesen worden. Die Prägung falscher Silber-Scheidemünzen aus gutem vollwerthigem Silber wirft ja bei der heutigen Entwerlhung kolossale Prämien ab. In Amerika ist die Nachprägung fremder Münzen kein Münzverbrechen; wir können uns davor also gar nicht bewahren. Ein Fünfmark-Stück zu prägen, welches in Wirklichkeit 2 Mark Werth ist, das ist ein Zustand, der noch in keinem Jahrhundert erhört war! Und zu derselben Zeit beruft die Reichsregierung eine Währungs-Enquete! Daß das Silber remonetisirt werden wird, ist meine unumstößliche Ueberzeugung. Wird die Umwandlung vorgenommen, werden ' Thaler in Scheidemünze verwandelt, so ist diese Maßregel das- selbe, als wenn für 13 Millionen Papiergeld ausgegeben wird. Die heutigen Zustände lassen sich unter keinen Umständen auf- recht erhallen. Entweder wird das Silber wieder zum Münz- metall gemacht, oder diese Möglichkeit wird definitiv beseitigt und dann muß die Silberscheidemünze erst recht abgegeschaffl werden. Die Landwirlhschaft hat die Berufung der Enquete- kommission als einen Sonnenstrahl angesehen, obwohl ihre Zu- sammensetzung zu gunste» der Goldwährungspartei vorgenommen ist; wenn die Landwirlhschaft aber gleichzeitig diese neueste Maß- regel sieht, so wird sie das bisherige Vertrauen auf den Eristt der Regierung verlieren. Nur durch internationale Verein- barungen kann wirkliche Abhilfe geschehen. Daß die Regierung den Professor Wagner nicht in die Kpmmission berufen hat, be- daure ich auf's ledhafteste. Staatssekretär Graf Posadowsktz: Die Vertreter der bimetallistischen Partei vermuthen hinter der beabsichtigten Maß- regel den Versuch, durch eine Umprägung der Thaler schneller zur reinen Goldwährung zu kommen. Bei dem Antrage des Reichskanzlers an den Bundesrath hat erstcrcm jeder pro- grammatische Gedanken fern gelegen, und nur das praktische Bedürfniß hat ihn geleitet; das formell" Recht dazu wird auch nicht bestritten, sondern nur die Opportunität und die sachliche Berechtigung. Die vermehrte Ausprägung wird erfordert durch die starke Ver- uiehrung der Bevölkerung seit 1899 und könnte sehr leicht noch höher gegriffen werden. Es steht thatsächlich nur ein vermehrtes Bedürfniß des Verkehrs in Frage. Im Mai 1892 betrug der Baarbestand der Reichsbank an Silbermünzen 96 Millionen, und trotz der in der Folgezeit erfolgten Neuprägungen ist der Be- stand stetig gefallen. Die Behauptung, daß der Bestand an Silber so groß sei, daß Neuprägungen nicht erforderlich seien, ist nicht stichhaltig. Die deutsche Reichsbank steht dem Geld- Umlauf gegenüber ganz anders wie die Banken von Frankreich und England; sie hat den Geldumlauf zu regeln und braucht dazu einen erheblich größeren Bestand an Silbermünzen als jene anderen. Am 31. März 1894 betrug der Bestand 91 Mil- lionen; dieser Bestand vertheilt sich auf 164 Bankstellen, die alle von der Reichsbank aus mit silbernen Scheidemünzen versehen werden. Sieht man sich den einzelnen Bankbestand an, nament- lich in industriellen Gegenden, so erkennt man, daß er keines- wegs hoch, sondern den Bedürfnissen des Verkehrs gerade an- gemessen ist. Daß im Laude ein Bedarf an silbernen Scheide- münzen vorhanden ist, geht aus den verschiedenen Bemerkungen hervor, welche in den letzten Jahren hier im Reichstag laut ge- worden sind; Herr von Mirbach hat 1887 selbst daraus ver- wiesen, ebenso der doppelwähiungssreundliche Herr v. Pfeilen. Man hat nur die Ausprägung von 5 Mark-Stücken besonders getadelt, und diese Münzen als unpraktisches Stück verworfen. Das mag für die Städte zutreffe», für das Land gilt es nicht. Die Nachfrage nach diesen 5-Markstücken ist eine so lebhafte, daß die Reichsbank ihr nicht entfernt gerecht werden könnte. Die Bankanstalten haben anderseits beobachtet, daß der Verkehr die Thalerstücke nicht ausnehmen will. Aus dem rheinisch-westfälischen Jndustriebezirke sind noch in jüngster Zeit zahlreiche Anträge auf vermehrte Zuführung von 5- und 2-Markstücken an die Bank gelangt. Ein Mangel an Silber ist nicht vorhanden, wohl aber ein solcher an silbernen Reichsscheidemünzen, während die Thalerrolle» unversehrt mit demselben Siegel den Banken wieder zufließen. Währungsexperimente kann Deutschland allein nicht anstellen; das geben auch alle Bimetallisten zuf; nur internatio- nale Vereinbarungen können eventuell zu einen, Ergebniß führen und auch dann wird es nur möglich sein, auf grund einer ver- änderten Werthrelation Silber umzuprägen. Aber allseitig wird auch zugegeben, daß bis dahin noch ein weiter Weg ist. Dem tinweis aus die Unterwerthigkeit des Silbers, auf die offizielle alschmünzerei ist zu entgegnen, daß Thaler und Scheidemünzen davon in gleichem Umfange betroffen werde» und daß es doch reeller ist, Scheidemünzen auszuprägen, welche über 29 M. hinaus nicht abgenommen zu werden brauchen, als die Thaler beizubehalten, welche in jedem Betrage als Zahlung angenoinmen werden müssen. Bei großen Katastrophen ivird nicht blas das Silber, sondern der gesauimte Verkehr in Milteidenschaft gezogen. Das Silber hat ja heute blos noch den Charakter von Kredit- geld, von einer metallene» Assignate; diese Erscheinung zeigt sich aber in der gesammten Kulturwelt. Sollen wir jetzt etwa Silber- münzen vollwerthig ausprägen? Solche Münzen würde der Ver- kehr garnicht brauchen können. Und Ausprägungen nach einer anderen Relation sind ebenso unzulässig, so lange der Silber- preis so erheblich schwankt. Eine Stabilirung wird aber nur durch internationale Vereinbarungen zu erzielen sein. Das Gesetz von 1873 beinißt das Quantum auf„vorläufig" 19 M. pro Kopf; eine andere Bemessung hat man sich damals aus- drücklich für de» Zeitpunkt der Einziehung der Landes- Silber- münzen vorbehalten. Die Gefahr der echten Nackprägung ist lange nicht so groß als diejenige der betrügerischen Nachahmung von Papiergeld; die große Schwierigkeit der Nachprägung liegt in der Schwierigkeit, tadellose Mrtrizen und Stempel herzustellen. Wer verbrecherisch nachprägt, wird nach wie vor nicht echt, sondern in Legierung»achprägen. Die Thaler sind doch ührigens der Gefahr der Nachprägung ganz ebenso ausgesetzt, wie die neuen Reichssilbermünzen. Die Zahl, welche Herr v. Kardarff für unsern Geldbestand angab, ist gvttseidank unrichtig, er hat blos den Bestand an Goldbarren angegeben.(Heiterkeit links.) Ueber die Frage, ob die Bestände an Gold und'Silber getrennt beim Bankausi»eis angeführt werden sollen, schweben Ver- Handlungen. Die Enquete ist kein taktisches Manöver, sondern ans dem Bedürfniß hervorgegangen, die so schwerwiegende Erscheinung des unerhörte» Preisrückganges des Silbers auf ihre Ursache und die Mittel ihrer'Abhilfe zu prüfen. Alle Mitglieder segeln in dem Kielwasser der auf die Hebung des Silberpreiscs gerichteten Bestrebungen. Die Reichsregierung beabsichtigt keine Aenderung des Münz- gesehes. Der Gedanke der Neuprägung der Silbermünzen kann erst Gestalt gewinnen, wenn wir zu festen internationalen Ver- einbarungen gelangt sind, dann aber wird die Umprägung von 22 Millionen gar keine Rolle spielen. Die letzte Frage der Interpellanten beantwortet sich aus dem Münzgesetz, wonach bei Neuausprägung von Scheidemünze zunächst ein Betrag vor- handener alter Scheidemünze eingezogen werden soll; wir werden die eingezogenen österreichischen Silbermünzen in erster Linie dazu verwenden. Herr von Frege hat eine solche Maßregel selbst be- fürwortet. Die Reichsregierung denkt gar nicht daran, diese 22 Millionen aus einmal auszuprägen, sie wird allmälig, dem Verkehrsbedürfniß folgend, die Ausprägung veranlassen, zunächst nur den vierten oder fünften Theil der ganzen Summe. Auf Antrag des Abg. Barth tritt das Haus in eine Besprechung der Interpellation ein. Abg. Müller-Fulda(Z) kann die formale Berechtigung der Reichsregierung zu der in Rede stehenden Maßregel rncht bestreiten. hat auch sachlich gegen die vermehrte Ausprägung von größeren Reichs-Silberscheidemünzen nichts einzuwenden. Sollte die Interpellation vielleicht den Zweck gehabt haben. die Währungsfrage als solche anzuschneiden, so habe das Zentruni nicht die Meinung, daß eine Diskussion darüber im gegebenen Augenblick angezeigt ist und werde sich an einer solchen nicht belheiligen. Reichsbank-Präsident Koch: Die ReichSbank ist die Haupt- Beobachtungsstation für den Bedarf an Münzen jeder Art. Aus ihren Beobachtungen läßt sich das Bedürfniß nach Silberscheide- münze genau erkennen. Die Reichsbank besitzt 239 Stellen mit Kassenverkehr, auf jede kommen durchschnittlich 499 999 M. Scheidemünzen. Die Ausprägungen haben mit dem wachsenden Bedürfniß nicht Schrilt gehalten. Die Hauptbankstellen in Chemnitz, Dortmund, Dlannbcim mit ihren zahlreichen Unter- anstalten besaßen jetzt im März 1394 an S-Markstücken nur einige Tausend Mark. 1893 sind zwischen den selbständigen Anstalten allein 95 Millionen Mark zur Befriedigung des un- abweislichsten Bedürfnisses bin- und bergeschickt worden. Die Thaler werden von dem Verkehr andauernd zurückgewiesen; alle Maßregeln der Bankanstalten haben bieran nichts ändern können. Nicht erst 1899, sondern 1839, 1384, 1887- sind große Mengen von 19-Markstücken ausgeprägt worden; nach 1399 bin ich es gerade gewesen, der sich dem Wunsche einer Bundes- regierung auf weitere Ausprägung von 19-Markstücken entgegen- stellte. Erst im vorigen Jahre hat eine weitere Ausprägung stattgefunden und dieses Quantum ist bereits wieder vollständig verbraucht. Damit werden die Behauptungen des Abg. v. Kar- dorff widerlegt. Trotz der kostspieligsten Veranstaltungen, um ie Verschickung der Scheidemünzen von Orten, wo Ueberfluß, nach Orten, wo Mangel daran herrscht, ist es uns nicht ge- lungen, den Anforderungen vollständig gerecht zu werden. Die Zahlen, die ich anführe, sind nicht auf Täuschungen des Volkes berechnet, sondern können jederzeit mit den Büchern der Bank belegt werden. Die Ziffer des Geldvorralhs ist von Herrn v. Kardorff unrichtig wiedergegeben worden; jene Ziffer umfaßt nur den Bestand an Barren und ausländischen Goldmünzen. Abg. Barth(frf. Vg.): Die Interpellation hat offenbar die Bedeutung einer währungspolitischen Demonstration. Wäre Deutschland 1373 nicht zur Goldwährung übergegangen, so hätte es einen günstigen Moment verpaßt und wir würden jetzt in den Schwierigkeiten stecken, wie sie Frankreich jetzt bedrohen. Schon 1873 hat man im Reichstage die Möglichkeit eines starken Sinkens der Silberpreise in Betracht gezogen und mit den möglichen, ja wahrscheinlichen Verlusten gerechnet, welche sich aus der Durch- führung der Goldwährung ergeben könnten. Das haben damals schon Dr. v. Moh und Bamberger hervorgehoben. Was Herr v. Kardorff in dieser Beziehung vorbringt, ist also lediglich eine Legende. Daß wir die Reichs-Silbermünzen nicht vermehren sollen, weil die vorhandenen unterwerthig sind, ist doch geradezu ein Exzeß münzpolitischer Gewissenhaftigkeit. Aus(diesem Grunde müßten doch die ganzen Silber- scheidemünzen sammt den Thalern ganz aus dem Verkehr gezogen werden. Während sich die deutschen Bimetallisten em- pören über eine so harmlose Mehrausprägung, haben es die nordamerikanischen Bimetallisten gerade durchgesetzt, daß das Zehnfache an unterwertigem Silber ausgeprägt werden sollte, was allerdings durch das Veto des Präsidenten Cleveland ver-> hindert ist. Bimetallisten sind das doch auch!(Abg. v.Kar- d or s f: Aber eine andere Sorte! Große Heiterkeit.) Um so genauer muß man sich doch diese Sorte ansehen. In dem An- trage der Grafen Kanitz und Mirbach wird mit der Unterstützung auch des Herrn v. Kardorff eine unterwerthige Ausprägung von 3399 Millionen Mark verlangt.(Abg. v. Kardorff: Aber nur unter der Voraussetzung internationaler Vereinbarungen!) Keineswegs! Die Herren haben ein sehr kurzes Gedächtniß. Die Gefahr der Nachprägung laufen alle anderen Staaten ebenso wie wir, Frankreich mit seinen Fünfsranksstücken, Amerika mit seinen Silberdollars; diese Gefahr kann zur Bekämpfung der geplanten Maßregel nicht ins Feld geführt werden. Auch ist in der Schweiz die Nachprägung fremder Silbermünzen nicht etwa gesetzlich erlaubt; ebenso wenig in Amerika, wenn auch möglicher- weise dort die Gesetze weniger strikte gehandhabt werden und die Justiz lockerer sein mag. Wenn Herr v. Kardorff so empört ist über die minderwerthigen Silber-Scheidemünzen mit dem Bildnisse des Kaisers, so müßte er doch noch ergrimmter sein über die Reichskassenscheine, welche doch auch nur den inneren Werth des bedruckten PapierS haben, und bei den 3899 Millionen unterwerthiger Scheidemünze, welche die beiden Herren Grafen uns vor einem halben Jahre bescheeren wollten, kam doch auch das Bildniß des Kaisers in Frage. Mit der Befriedigung des praktischen Ver- kehrs-Bedürsnisses können wir nicht warten, bis die Reichs- Silberkoinmission den Stein der Weisen gefunden hat. Diese Kommission wird genau so enden, wie alle bisherigen ähnlichen Kommissionen; man wird eine Reihe von Monaten berathen und nachher steht die Sache auf dem alten Flecke. Ich halte das außerdem für die glücklichste Lösung der Frage(Heiterkeit). Inzwischen hat ja die Legende von der knrzen Golddccke als Legende thatsächlich sich erwiesen; es hat sich herausgestellt, daß die Goldfunde sich immer stärker entwickeln und daß zur Zeit mehr Gold gefunden wird als je vorher. Ein Schlußantrag, gestellt von den Abgg. Möller und R i» t e l e n, wird abgelehnt. Abg. Graf Kunitz(dk.): Nicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen anderen Ländern wird die Hebung des Silber- Preises verlangt und durch Ausprägung von Silbermünzen an- gestrebt. Wird Silber angekauft und vollwerthig ausgeprägt, so ergiebt sich daraus ein Gewinn von 13 Millionen aus 22 Millionen. Dieser Profit ist auch gar nicht zu vermeiden. Was aber wird aus dem Gelde, welches dergestalt dabei gewonnen wird? Es würde doch sehr zweckmäßig zur Schuldentilgung verwendet. In derselben Weise ist mein hier angezogener Antrag gedacht. Geht es mit dem Wohlstande des Landes werter, so sehe ich kein Bedenken in einer vermehrten Silberausprägung. Die ganze Reichsschuld könnte auf diese Weise getilgt werden. Das Münzgesetz von 1373 hat ein totales Fiasko erlitten, wie es gerade Herr Mohl voraus- gesagt hat. Ter Preissturz des Silbers ist eingetreten und hat die heillosen Zustände heraufgesührt, welche wir diesem Gesetz verdanken. Mit gutem Willen und ein wenig Energie brauchten wir den Weg zur Remonetisirung des Silber» gar nicht zu lang machen. Die Zustände sind überhaupt unhaltbar geworden, seit wir Handelsverträge mit Ländern mit unterwerthiger Valuta abgeschlossen haben. Unsere Bauern begreisen sehr wohl, was die unterwerthige russische Valuta bedeutet.(Lachen links.) Ein solcher ostpreußischer Bauer hat mir gesagt: Wäre das Deutsche Reich nicht gegründet worden, so hätten wir noch die Silberwährung und der Scheffel Roggen kostete noch heute 2 Thaler.(Zuruf R i ck e r t' s: Ich kann Ihnen eine viel schönere Geschichte erzählen! Große Heiterkeit.) Warum sollen die Thaler nicht das Bedürfniß decken? Ich nehme sie gern. Wenn die Leute nicht heran wollen, sagt man einfach': Der Bien muß! In der geplanten Maßregel erblicke ich ein Miß- trauensvotum gegen das Ergebniß der Berathung der Silber- kommission. Statt der Maßregel hätte ich die Einbringung eines Gesetzentwurfes zur Erhöhung des Umlaufs von 19 auf 12 M. vorgezogen. Abg. Meyer-Halle(FVg.): Daß die Agrarier die Thaler ungern nehmen, hat der Bankpräsident auch wohl nicht behauptet (Heiterkeit); es handelte sich dabei um das große Publikum. DaS Vorhandensein der Thaler ist der Schönheitsfleck, der auf unserm Münzwescn ruht und denzu beseitigen wir ernstlich bemüht sein müssen. Eine Münze, ivelche nur im Tresor der Bank liegt, ist keine Münze. Wen» wir das Silber zu 99 M. auf das Pfund ausprägen, so wird sich doch der nationale Reichthum um nichts vermehren. wenn mit der Gewalt des Gesetzes dekretirt wird, daß der Silberwerth von nun an ein höherer sei. Der Reichthum der Nationen wächst nur durch Vermehrung der Produktion; eine solche liegt aber nicht darin, daß man dem Silber einen höheren Werth aufdekretirt. John Law hat schon vor 159 Jahren ganz ebenso mit Scheinwerthen gerechnet.(Heiter- keit links.) Graf Kanitz zeigte heute, wie man mit einem Federstriche Geld schafft. Jeder solcher unberechtigte Ein- griff führt dazu, eine Klasse zu bevorzugen auf Kosten der Benachtheiligung der anderen Klaffen der Bevölkerung. Der Werthsturz des Silbers war schon vor dem deutschen Münz- gesetz eingetreten.(Widerspruch rechts.) Von einer empörten Slimmung im Lande weiß ich nichts und werde davon auch nicht erschüttert; Unzufriedenheit hat es zu jeder Zeit gegeben. Wenn der Bauer des Grafen Kanitz glaubt, der Scheffel Roggen würde heute noch 2 Thaler kosten, wenn wir nicht die Gold- Währung hätten, so widerspricht das allen Ausführungen der Agrarier seit 29 Jahren von der Ueberfchwemmung mit fremdem Getreide, von der Verkehrtheit unseres Eisenbahntariss. Schatzsekretär Graf Posadowsktz: Der Begriff der voll- werthigen Ausprägung kann doch nicht nach dem Thalcrfuß. sondern muß nach dem Metallwerth ausgedrückt in Goldwerth verstanden werden. In diesem Sinne haben die Ausführungen M des Grafen Kanit sich selbst widersprochen. Daß bis zur inter-| der Monat März ungefähr die gleichen Einnahmen bringen wird,| Die Entleerung Der Miethstafernen durch Ansiedlung der Arnationalen Regelung der Silberfrage noch ein weiter Weg ist, wie im Vorjahr. Der Personenverkehr wird mit Rücksicht auf beiter in den Vororten ist ein sozialer Fortschritt, den die Eisenwird ernstlich nicht zu bestreiten sein. Der holländische Minister das Osterfest etwas höher sein, der Güterverkehr ungefähr der bahnen fördern müssen. Je mehr es gelingt, eine große Zahl Pierson, ein filberfreundlicher Mann( Widerspruch des Abg. gleiche. Unter dieser Annahme wird sich das Gesammtergebniß Bewohner in die Vororte zu bringen, desto mehr vermindert sich v. Kardorff), hat derselben Ansicht Ausdruck gegeben. Von für 1893/94 cuf rund 960 Millionen stellen. Was die Gesammt die Nachfrage nach Wohnungen und dadurch werden die Miethen einem Mißtrauensvotum gegen die Kommission fann schon des ausgaben betrifft, welche 92/93 rund 583 Millionen betrugen und in Berlin verhältnißmäßig herabgedrückt. Es ist zweifelhaft, ob halb feine Rede sein, weil es auch Wege giebt, den Silberpreis im Etat für 93/94 auf rund 595 veranschlagt waren, so wird die Tarife ausreichen, um eine solche Entwicklung zu fördern. zu heben, die eine Umprägung von Silber gar nicht nothwendig nach den letzten Schägungen ungefähr die Höhe des Vorjahres Das zeigt namentlich die Entwicklung der Berlin zunächst gemachen. des erreicht werden. Es wird sich damit gegen Den eine Er legenen Vororte wie Friedenau 2c. Die erste Zone des NahAbg. Paasche( nl): Die phantastischen Ausführungen des sparniß an Ausgaben von etwa 13 Millionen ergeben. Die verkehrs, die jetzt 71/2 Rilometer beträgt, sollte erweitert werden, Grafen Kanib hätte ich von einem so bedeutenden Vertreter des Schäzung der Ausgaben ist eine etwas schwierige Aufgabe und ich damit die Möglichkeit wächst, die Arbeiter ansässig zu machen. Bimetallismus nicht erwartet. Wie wir 3800 Millionen Mark bitte Sie daher, mich nicht auf die gegebenen Ziffern fest Die Einführung des Zonentarifs im Nahverkehr war eine GroßSilber ausprägen sollen, ohne es theuer zu bezahlen, ist uns zunageln. Das System weifer Zurückhaltung von laufenden that und die Regierung sollte auf diesem Wege zum Heile der nicht nachgewiesen. Nach diesen Ausführungen tönnte man fast Ausgaben ist auch im Jahre 1893/94 zum Ausdruck gekommen, Bevölkerung fortfahren.( Beifall links.) Die Tarife im Berglauben, die Bimetallisten arbeiten nur im Interesse der Silber- wenn auch nicht in demselben Maße wie 1892/93 Große Etats- liner Vorortverkehr entsprechen den Selbstkosten der Eisenbarone! Dann fann man ja wirklich auch statt Silber Papier überschreitungen sind also nicht zu befürchten. Weun meine bahnen und bringen der Staatstaffe Vortheil. Nicht nehmen, dann würden an 100 m. nicht mehr 50, sondern Zahlen richtig sind, hat sich der Betribskoeffizient von 65,44 pCt. blos die Arbeiter, sondern alle Bevölkerungsklassen haben 100 m. verdient werden. auf 60 pt. ermäßigt. Die finanzielle Lage der Eisenbahn- ein Interesse an dem erleichterten Verkehr. Die Mittheilungen Abg. v. Kardorff: Die Mittheilung, daß nur etwa fünf verwaltung ist daher wohl unzweifelhaft eine günstige, und ich des Ministers haben gezeigt, daß der Pessimismus, der in früheren Millionen zunächst ausgeprägt werden sollen, hat mich wesentlich darf wohl die Hoffnung aussprechen, daß, wenn nicht nichtvor Jahren in bezug auf die Eisenbahneinnahmen herrschte, unberuhigt. Einen Punkt umgehen unsere Gegner auch heute herzusehende Ereignisse auf die Einnahmen und Ausgaben berechtigt war. Redner verweist darauf, daß der Reichstag die wieder geflisfentlich: die Steigerung des Goldwerthes und die einen ungünstigen Einfluß ausüben, wir im Jahre 1894 nicht Einnahmen aus den Reichseisenbahnen der Wirklichkeit entdamit wissenschaftlich festgestellte Entwerthung der Güter feit ungünstige Erfahrungen in der Eisenbahn- Verwaltung machen sprechend erhöht habe und beantragt die Einnahme aus dem 1878( Lebhafter Widerspruch fints). Unter diefer Entwerthung fann werden. Personenverkehr um 2300 000 M. zu erhöhen. Von Reformen die deutsche Landwirthschaft nicht bestehen, weil sie ihre Schulden Bei den Einnahmen aus dem Personen- und Gepäck habe man bei der jetzigen Verwaltung nichts bemerkt; nicht in Gold bezahlen muß und für ihre Produkte nur Silber vertehr weist Abg. Graf Kanit( f.) auf das rasche Anwachsen einmal die zehntägigen Rückfahrtkarten die man in Südbekommt. Ich will die deutsche Landwirthschaft kräftigen und der Bevölkerung der großen Städte hin. Auf allgemeine Klagen deutschland jetzt auf eigene Fauft eingeführt hat, will man in aufblühen lassen, und das kann bei dem heutigen Münzfystem will sich Redner nicht einlassen; die Entwickelung des Verkehrs- Preußen einführen. Eine Neuerung ist nur das System der nicht geschehen. Herr Cleveland ist kein Golds, sondern ein lebens hat diesen Mißstand herbeigeführt. Die Normirung der Blattarten, durch welches 134 Millionen Mark Mehreinnahmen internationaler Doppelwährungsmann. Die Sorte, wie Herr Beförderungspreise auf der Eisenbahn ist von weittragender Be- erzielt werden. Wer eine Fahrkarte gekauft hat, dem muß doch Dr. Barth, giebt es in Amerika garnicht( große Heiterkeit). Der nieder- deutung für die Bewegung der Bevölkerung. Das faiserliche ein Platz gegeben werden? Wozu noch den Zuschlag, der für ländische Minister Pierson hat seine Meinung gewechselt, er ist statistische Amt hat dieser Angelegenheit seine Aufmerksamkeit furze Strecken ebenso hoch ist, wie für lange Strecken? Ueber Goldwährungsmann geworden, und zwar, soweit ich weiß, seit zugewendet und darüber schon vor 10 Jahren eine sehr inter- diese indirekte Zariserhöhung beschweren sich namentlich die er feine jetzige Stellung inne hat. Aus der jetzigen Enquete- effante Arbeit veröffentlicht. Die Privatbahnverwaltung hat nahe aneinander liegenden Stationen. Daß die Reisenden Tommission wird doch wohl etwas mehr als aus den früheren immer die großen Werfrachter bevorzugt und dadurch sind die sich einen besonderen Platz aussuchen können gilt nur herauskommen, weil die anderen Staaten, zumal England wegen Plätze der Großindustrie begünstigt worden. Solche Bevorzugung für die Kopfstationen, nicht für die Zwischenstationen. Indien und die Vereinigten Staaten, sich in viel größerer Wäh- sollte mit der Verstaatlichung der Eisenbahnen aufhören. Aber Die Reisenden werden an ihren Platz gefesselt und können nicht rungsschwierigkeit als vordem befinden. trohdem wir das Staatsbahnsystem 15 Jahre haben, find die ge- einmal tauschen. Selbst die Restaurationsverhältnisse sind bei Abg. Graf Kauit wendet sich gegen die Abgg. Meyer und schilderten Mißstände nicht geschwunden; imGegentheil hat die letzte dem starten Schütteln der Wagen nicht besonders günstige. Paasche. Er habe feineswegs gemeint, daß man am Pfund Volkszählung vor 1890 noch schärfere Mißstände als früher ergeben. Jedenfalls sollte man das System nicht weiter ausdehnen, durch Eilber 50 oder 60 Mark verdienen würde; er nehme eben an, Die Arbeiterschaft und das Großfapital ringen um die Herrschaft. Alle welches das System der Rückfahrtkarten durchbrochen wird. daß mit der sukzessiven Ausprägung der Preis des Silbers steigen großen Städte sind im Reichstage durch die Sozialdemokratie ver- Minister Thielen: Ueber die Harmonikazüge oder wie sie und mit der legten Ausprägung der Ueberschuß völlig schwinden freten! Die deutsche Bevölkerung hat sich in den verschiedenen Landes- amtlich heißen, über die D- Züge ist bereits im Vorjahre gesprochen würde. Er habe sich deshalb auch sehr gehütet, bestimmte Zahlen theilen sehr verschieden vermehrt; im Osten hat sie abgenommen worden. Die Züge bieten gewisse Vortheile, die der Vorredner für diesen Ueberschuß zu nennen. und zwar nicht blos auf dem platten Lande, sondern namentlich nicht erkannt hat, weil er nicht oft genug gefahren ist. Die Züge Abg. Paasche: Graf Kanit hat ausdrücklich auf den Betrag auch in den kleinen Städten. Damit geht eine Verschiebung der sind Luxuszüge, man ist nicht an das Koupee gefeffelt, man fann der Reichsschuld hingewiesen, der durch den zu machenden Profit Altersklassen Hand in Hand. Die arbeitskräftigen Altersklassen sich bewegen und auch dem Bedürfniß nach Speise und Trank gedeckt werden könne und die Reichsschuld beträgt 2 Milliarden. von 21-30 Jahren machen in Ostpreußen 14, in Westfalen genügen, worauf viele Reisende großen Werth legen. Es handelt Abg. Graf Kanik: Die Reichsschuld beträgt 1600 Millionen. 15 pGt., in Berlin aber 20 pCt. ber Bevölkerung aus. Die fich hierbei um einen Fortschritt, den zu machen wir angeregt ( Widerspruch links.) Kinder unter zehn Jahren machen dagegen in Ostpreußen 25 pCt., sind von allen Seiten, namentlich unter Hinweis auf Amerika. Damit schließt die Diskussion. Der Gegenstand ift erledigt. in Berlin 19 pбt. aus; ebenso liegt es bei den nicht mehr ganz Die Amerikaner erkennen unsere Wagen als beffer an als In die zweite Berathung des Stempelsteuer- Gefeßes wird erwerbsfähigen Personen über 60 Jahren. Man spricht von die Pullmann- Wagen. Dieser Luxuscharakter der Züge rechtnicht mehr eingetreten. der Wanderlust der ländlichen Bevölkerung. Aber wenn man fertigt den Zuschlag; in anderen Ländern erhebt man noch höhere Abg. Richter bemerkt zur Geschäftsordnung: E3 turfiren die Löhne in Berlin ansieht, wenn die Bauhandwerker Buschläge. Man kann vielleicht später den Zuschlag für die unter uns Gerüchte, daß die Regierung beabsichtigt, in etwa drei 36 Mart wöchentlich verdienen, wenn alle Löhne, selbst fürzeren Entfernungen ermäßigen. Aber erst müssen wir ErfahWochen die Session zu schließen oder zu vertagen. Andererseits die Gesindelöhne höher sind als auf dem Lande, so rungen sammeln. Herr Brömel tabelt, daß wir die zehntägigen hat heute der Schatsekretär an den Vorsitzenden der Steuer- ist dieser Wandertrieb erklärlich. Berlin ist reich und kann diese Rückfahrkarten nicht eingeführt haben. Die Einheit des deutschen tommiffion das Ersuchen gerichtet, erst nach 10 Tagen die nächste Löhne bezahlen; nach der Einkommensteuer ist der Berliner drei Verkehrs ist wünschenswerth; aber dadurch werden wir nicht der Sigung anzuberaumen. Da von der Erledigung der Steuer- mal reicher als der Westfale und viermal reicher als der Ost- Pflicht entbunden, Reformen, die andere einführen, zu kritisiren. vorlagen die Dauer der Session abhängt, so möchte es angezeigt preuße. Gegenüber dem Anwachsen Berlins steht die rückläufige Wir halten die zehntägigen Rückfahrkarten nicht für zweckmäßig. sein, wenn der Präsident sich hierüber informirte und dem Bewegung auf dem platten Lande. Gegenüber den Anregungen, In Süddeutschland hat man auch herausgefunden, daß mit diesen Hause oder dem Seniorenkonvent von den Absichten der Re- den Fernverkehr zu erleichtern, verhielt sich der Minister aus Starten und mit anderen Neuerungen Mißbrauch getrieben wird. gierung Kenntniß gäbe. wirthschaftlichen und sozialen Gründen ablehnend. Dieselben Der Minister beruft sich auf Auslassungen des Staatsanzeigers Wirkungen aber, welche die Ermäßigung des Fernverkehrs für Württemberg". Die Rückfahrkarten werden bei uns meist mit sich bringt, haben auch die Ermäßigungen im Nah- schon am ersten Tage zur Rückreise benutzt; zehntägige verkehr. Sie üben eine große Anziehungskraft auf Karten würden auf Karten würden also die Möglichkeit eines Mißbrauches die Bevölkerung aus und fördern den Bauschwindel für neun Lage schaffen. Früher hat Herr Brömel die EtatsDas steht im Widerspruche mit den Versprechungen, die bei der anschläge für zu hoch erachtet, heute hält er sie für zu niedrig. Berstaatlichung der Eisenbahnen gemacht wurden( Zustimmung Wenn man das Cholerajahr ausschaltet, würde der Ansah rechts). Meine Begeisterung für die Verstaatlichung hat deshalb höher anzunehmen sein, aber wenn ich auch hoffe, daß der Etatsansah sehr abgenommen( Hört! links. Zustimmung rechts). Die erreicht wird, so fann ich doch nicht rathen, ihn zu erhöhen. Gütertarife, die Klassifikation der Güter entsprechen nicht den Die Auslaffungen des Grafen Kanig waren mir sympathisch; Erwartungen. Gegenüber den geheimen Begünstigungen, die ich habe mich vor einigen Jahren ebenso geäußert; aber die früher stattfanden, besteht ein Heer von Ausnahmetarifen, die Vorortzüge waren damals schon in Geltung. Das Anwachsen 42. Sigung vom 6. April. 11 Uhr. wesentlich der Großindustrie und den Großstädten, in denen die der Industriezentren ist bedauerlich; aber ich hätte als Schluß Am Ministertische Thielen, Miquel und Kommiffarien. Rapitalisten wohnen, zu gute tommen. Im Berliner Nahverkehr feiner Rede einen Antrag auf Abschaffung der Freizügigkeit, Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Berathung geht der Fahrpreis für den Kilometer zurück bis auf 1 Pfennig nicht einen solchen auf Erhöhung der Personentarife erwartet der Vorlage, betreffend den Iberave Kanal. alfo bis auf ein Biertel des normalen Sazes. So billige Fahr-( Sehr richtig! links). Nicht die billigen Eisenbahntarife führen Ohne General- und Spezialdiskussion wird dieselbe un- preise bestehen in feinem anderen Staate. Die billigen Arbeiter die Bevölkerung in die Stadt, sondern namentlich auch die verändert genehmigt. billets haben einen nicht zu unterschäßenden Werth, weil sie den wachsende Genußsucht. Uebrigens bestehen die Arbeiter- WochenDarauf wird die zweite Berathung des Staatshaus- Arbeitern das Wohnen in den Vororten gestatten; denn farten zc. nicht blos für Berlin, sondern für das ganze Land. halt Etats für 1894/95 fortgesetzt und zwar beim Etat Wohnungen unter 200 Mark giebt es in Berlin kaum noch. Die Vororttarife und die Arbeiter- Wochenkarten haben einem der Eisenbahnverwaltung. Bei den Einnahmen Aber die Arbeiter werden dadurch in die Vorstädte und schon vorhandenen Nothstande abgeholfen, nicht ihn hervor= referirt Abg. Sattler namens der Budgetkommission über die die Vororte in bestimmte Quartiere zusammengedrängt. gerufen. Berlin ist seit der Einführung der Vororttarife Verhandlungen derselben, welche sich auf die Aenderungen des Eine folche Trennung der Gesellschaftsklassen verschärft die weniger gewachsen als vorher. Es galt nicht blos die Ar Eisenbahn- Garantie- Gesetzes, auf die Güter- und Personentarise, Gegenfäße und fördert die Sozialdemokratie. An den Arbeiter beiter in den Vororten anzusiedeln, sondern auch die außer auf die Staffeltarife 2c. erstreckt haben. fasernen verdienen die Grundstücks- und Bauspekulanten; mit halb sich ansiedelnde Industrie mit Arbeitern aus Berlin Minister Thielen: Die gesammte Betriebseinnahme des den gefunden Wohnungen ist es auch in den Vororten nicht weit zu versehen. Die Arbeiter in den Vororten fizzen Jahres 1892/93 betrug 921 Millionen. Wiewohl sie die Ein- her. Die Wohnungen in Berlin selbst find nicht billiger, sondern mit ihrer Familie in den Gärten in ihren primitiven Lauben; nahme des Vorjahres um 1 200 000 m. überfstieg, blieb sie gegen theurer geworden. Berlin allein hat mehr Thalermillionäre als in Berlin würden sie nicht bei der Familie, sondern im Wirthsden Etat um 45 Millionen zurück. Ich habe daraus die heil- die fieben östlichen Provinzen mit einer zehnmal größeren Be- hause sitzen( Sehr richtig! links). Wenn die Staatsbahnen das fame Mahnung entnommen, für die Zukunft mit den Etats- völkerung. Die Wohnungsmiethen in Berlin sind auf 268 Mill. auf diesem Gebiete herrschende Bedürfniß nicht befriedigt hätten, voranschlagungen vorsichtiger zu fein und einen Sicherheits- Mark, d. h. zwei Drittel des Grundsteuer Reinertrages ganz dann hätten Pferdebahnen und demnächst auch die elektrischen foeffizienten vorzusehen. Das ist 1894/95 geschehen und muß Preußens geschätzt worden. Das sind die Konsequenzen einer Bahnen das gethan. Ueber die zukünftige Reform der Personenauch bei einem so großen Betriebsunternehmen geschehen, welches Begünstigung des Nahverkehrs. Wer eine billige Wohnung in tarife hier zu verhandeln, empfiehlt sich wohl nicht. Unser von allen möglichen Knnjunkturen abhängig ist. Es muß die den Berliner Vororten bezieht, betrachtet es als eine Pflicht des Tarifsystem tann unmöglich bestehen bleiben. Es ist ein Wahrscheinlichkeit vorhanden sein, daß unter normalen Verhält- Staates, ihm eine billige und bequeme Fahrgelegenheit zu ver- Konglomerat mit hunderten von Kämmerchen und Stübchen nissen sich ein höherer Ueberschuß ergeben wird, als im Etat vor schaffen; die Fahrpreise sind vielen noch nicht billig genug.( Sehr geworden, es muß vereinfacht werden. Wir werden ein gesehen ist, damit wir den ungünftigen Konjunkturen mit einiger richtig! links.) Die Bauspekulation verdient Millionen und wird Tarifsystem ausarbeiten müssen, welches weder RückfahrtRuhe entgegensehen können. Andererseits weisen die Ausgabe- immer mehr angereizt; der Anspruch an Pomp und Lurus der farten noch Rundreisehefte noch andere solche Dinge titel dieses Jahres einen ziemlich erheblichen Rückgang auf. Wohnungen wächst. Die Bauhandwerker stellen im Winter fennt. Solche Dinge sind für die Konkurrenz gemacht. Während früher der Betriebskoeffizient, das Verhältniß der Aus- das Hauptkontingent der Arbeitslosen. Dann wird der Wann der Moment für solche Reformen gekommen sein gaben zu den Einnahmen 65 pet. erreicht hatte, gingen 1892 die Nothstand proklamirt und die städtischen und staatlichen Behörden wird, läßt sich nicht absehen. Ohne die schlimmste FinanzAusgaben um den verhältnißmäßig erheblichen Betrag von sollen für die in Berlin angehäuften Arbeitermassen sorgen! lage wären wir vielleicht schon dazu gekommen. Wir werden 141/2 Millionen zurück. Dies Ergebniß ist in erster Linie zu ver- Durch die billigen Fahrpreise haben die Arbeiter die Möglich- die Unbequemlichkeiten noch eine Weile ertragen müssen, bis wir danken der Pflichttreue und der Umsicht der mir unterstellten teit, billiger in den Vororten zu wohnen. Das kommt auch den wieder festen Boden für solches Risiko unter den Füßen haben. Beamten. Es ist hier die Erkenntniß zum Ausdruck gekommen, Fabrikanten in der Form billigerer Löhne zu gute Ich gönne( Beifall.) Präsident v. Leveys: Ich glaube befugt zu sein zu erwidern, daß nach den Unterredungen zwischen mir und den Vertretern der verbündeten Regierungen an einen nahen Schluß, wie ihn der Abgeordnete Richter bezeichnete, nicht zu denken ist. Wir werden jedenfalls Zeit haben, eine ganze Menge von Vorlagen zu erledigen. Schluß 42 Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 1 Uhr ( Stempelsteuer- Gesetz). Abgeordnetenhaus. Abg. v. Brand( f.) empfiehlt eine Petition in Eisenbahnangelegenheiten, die aus Friedeberg und Driesen an den Minister gegangen ist. daß eine sparsame und sorgsame Verwaltung der gegenwärtigen der Industrie alles Gute, aber weshalb sollen zum Schaden Abg. Wurmbach( natl.) bedauert, daß die für EisenbahnFinanzlage des Staates eine doppelte Pflicht ist. Es sind anderer Landestheile die Arbeiter fünstlich in Berlin zufammen- bauten bewilligten Gelder nicht schneller verwendet würden, daß namentlich Ausgaben zurückgestellt worden in der Absicht, getrieben werden? Der Minister sollte die Fahrpreisermäßigungen sich zum Schaden der Industrie die unverwendeten Kredite verfeinerlei Ausführungen vornehmen zu laffen, die sich einschränken, welche nur die Sozialdemokratie fördern und im mehren. Die Verwendung der Kredite würde die Arbeitslosignicht in dem gegebenen Moment als durchaus noth- Widerspruch stehen mit dem, was bei der Verstaatlichung ver- feit vermindert haben. Man würde bei den jetzigen billigen wendig herausstellen, und in der Absicht auch im sprochen ist. Ich weiß sehr wohl, daß ich in ein Wespennest Preisen die durch die Realisirung der Kredite nothwendig laufenden und namentlich in diesem Jahre noch Summen zur gegriffen habe. Das Berliner Spekulantenthum und die mächtige werdenden Binsen herausgeschlagen haben, vielleicht sogar für Verfügung zu haben für sich ergebende dringende Ausgaben. Die haute finance hat ein Interesse an den Fahrpreisermäßigungen. mehrere Jahre. Die Arbeiten der Eisenbahnen sollten möglichst Ersparnisse des Jahres 1892/93 find daher nicht erzielt dadurch, Man wird auch das Arbeiterinteresse gegen mich geltend machen. gleichmäßig vertheilt werden und nicht zu der Zeit aufgegeben daß man nothwendige Ausgaben unterlassen oder sie der Sorge Aber ich bitte trotzdem den Minister, meine Bedenken zu prüfen; werden, wenn ohnehin schon ein Aufschwung der Industrie ein= der späteren Jahre überlassen hat, sondern es sind diejenigen der Segen einer Reform auf diesem Gebiete wird im ganzen getreten ist. Gerade die geschäftsstille Zeit sollte von der EisenAusgaben, welche in dem Etat als nothwendig vorgesehen waren, Lande gefühlt werden.( Beifall rechts.) bahn- Verwaltung benutzt werden. Ueberhaupt kommt der Fiskus auch abgesehen davon, ob sie wirklich bereits zur Realisation mit seinen Bauausführungen vielfach, wenn die Bausaison in gekommen waren oder nicht, dem Etatsjahr 1892/93 zur Last der Hauptsache vorbei ist. Das liegt vielleicht zum Theil daran, gesetzt und soweit deren Uebertragung nach den Etatsvor daß der Etat so spät zur Verabschiedung gelangt. fchriften zulässig ist, in das Etatsjahr 1893/94 übernommen worden. Abg. Brömel( frs. Vgg.): Mich wundert, daß Graf Ranih Abg. Sieg( ntl.) bemängelt, daß die Ladestellen an den Die Summe dieser Ausgaben betrug 30 Millionen Mark. Es ist nicht einen Antrag gestellt hat, alle Tarifermäßigungen abzu neuen Bahnen, namentlich im Osten zu klein angelegt feien. also in dieser Beziehung vorsichtig gewirthschaftet und nichts zu schaffen. Denn nur ein Beschluß des Hauses würde eine Wir- Minifter Thielen: Die Adjazenten einer Eisenbahn haben Laften der Zukunft gefeht, was die Gegenwart hätte fragen tung haben, nicht die Bitte eines einzelnen Abgeordneten. Was zwei Seelen. Wenn das Terrain beschafft werden soll, dann müffen, aber andererseits ist der Eisenbahnverwaltung die Mög: die Wirkung der gesammten Kulturentwicklung ist, führt Graf wird es möglichst knapp bemessen; wenn aber die Eisenbahn lichkeit gegeben, dringende Ausgaben zu bestreiten und gleichzeitig Kanig auf die Personentarife allein zurück. Eine solche Auf- befahren wird, dann sollen die Rampen möglichst groß sein, so der gesammten Finanzverwaltung der Eisenbahn den Stempel faffung kann nur bei der einen Partei herrschen( Widerspruch daß fie auch für den starken Verkehr zur Zeit der Zuckerkampagne einer gewissen Stetigkeit aufzuerlegen. Auf diese Weise ist es des Abg. v. Schalscha), bei der Partei der agrarischen, wirth ausreichen. Nach diesen sechs Wochen kann man sich doch aber gelungen, den Betriebsüberschuß, der 1892/93 917 Millionen beschaftlichen Reaktion. Ich wäre neugierig, ob der Minister auch nicht bei der Bahnhofsanlage richten. trug, auf 343 Millionen zu erhöhen. Die Einnahmen im Etat das Wort, daß wir im Jahrhundert des Verkehrs leben, für Abg. Plek( 3.) wendet sich gegen die Perronsperre und 1893/94 von April 98 bis Ende Februar 94 ergaben gegen die einen Grundirrthum hält. Nach dem Grafen Ranig wäre es gegen den Buschlag für die Harmonifazüge, welche die anderen gleiche Periode des Vorjahres ein Mehr von 39% Millionen, da- um so beffer mit dem Lande bestellt, je weniger Verkehr herrsche. Schnellzüge verdrängen und empfiehlt Tarifermäßigungen, die nicht von entfallen auf den Personenverkehr 10 Millionen, auf den Gerade auf dem Gebiete des Wohnungswesens in Berlin immer Mindereinnahmen mit sich bringen, namentlich mit Hinweis Güterverkehr 26 Millionen und auf sonstige Einnahmen ist von der Eisenbahnverwaltung früher viel gefündigt auf den ungarischen Zonentarif. Redner ist ein begeisterter Anhänger mehr als 2 Millionen Mark. Es ergiebt sich mithin ein worden, weil die Möglichkeit fehlte, die Arbeiter in den Vororten der Eisenbahn Verstaatlichung gewesen, möchte das heute aber Mehr gegen den Etat von 23 Millionen. Ich nehme an, daß gesunder als in den engen Quartieren der Stadt unterzubringen. beinahe bereuen, da die Hoffnungen, die man auf diese Maß nsee. regel gesetzt habe, sich nicht erfüllt haben. Redner wendet sich| Die B. war am Nachmittag in Berlin gewesen und hatte die sind hauptsächlich Abfeuern von schlecht gebauten Rindergewehrer fchließlich gegen die Ausführungen des Grafen Ranih, der sich Rückfahrt mit einem Vorortzuge angetreten; schlaftrunten hatte und Aufschlagen oder sonstige Entzündung von Kupferhütchen. auf falschem Wege befinde, wenn er durch Erhöhung der Eisen- das Mädchen versäumt, als der Bug um 1/410 Uhr Abends an Ein gebildeter, dummer Junge. Ein sonderbarer Aufbahntarife die Sozialdemokratie bekämpfen wolle, und empfiehlt der Haltestelle Rahnsdorf hielt, auszusteigen. Erst als der Train eine Gehaltsaufbefferung und eine größere Sonntagsruhe für die sich wieder in Bewegung gefeßt, bemerkte die B. ihren Frrthum zug bot sich Passanten der Georgenstraße vor einigen Tagen in den frühen Morgenstunden. Ein Studirender hatte einen und verließ den Waggon, um abzuspringen. Dabei stieß die Toll: Taub stummen, den er irgendwo getroffen haben mag, im Abg. Baeck( ntl.) spricht seine Befriedigung darüber aus, fühne mit dem Kopf gegen die Barrierenstange des Ueberganges Baufe der Nacht in einer Reihe von Schantwirthschaften umberdaß auch der Minister den Zustund unserer Personentarife als von Schöneiche nach Rahnsdorf und fiel dabei so unglücklich zu geführt und trunken gemacht. Dadurch wehrlos geworden, war unhaltbar bezeichnet habe. Einheitlichkeit sei nothwendig, aber Boden, daß dem Mädchen beide Beine von den Rädern der nach dem Unglücklichen das Gesicht geschwärzt und eine Rette um ben fie dürfe nicht in Einseitigkeit ausarten, sondern müsse lokalen folgenden Wagen abgefahren wurden. Die Schwerverletzte erhielt als gelegt, an welcher er die Straße entlang gezogen wurde. Verhältnissen Rechnung tragen durch Vororttarife und Arbeiter- Nothverband durch die im Samariterdienst ausgebildeten Stations Dem Schauspiel, das einen großen Menschenauflauf hervor cief farten. Die Arbeiter alle in die Vorstädte abzuschieben, sei nicht beamten und wurde dann im Krantentorbe nach hier geschafft. und allgemeines Mergerniß erregte, machte ein Schuhmann da wünschenswerth; die Arbeiter sollten unter den anderen Gesellschaftstlassen wohnen, aber es müsse ihnen, wo das nicht mög: beiter Klose, Gadegast, Schönbeck, Müller, Tonn und Bant, find wache zuführte. Sittlichkeitsverbrechen. Sechs junge Burschen, die Ar- durch ein Ende, daß er den Urheber desselben der nächsten Polizeilich sei, die Ansiedlung in den gefunden Vororten erleichtert im Laufe dieser Woche wegen eines empörenden Verbrechens von werden. Die Arbeitslosigkeit im Winter ist eine Wir der Rigdorfer Gendarmerie in Untersuchungshaft gebracht worden. einer Radfahrerin sette es vorgestern gegen Abend auf dem KurEine arge Karambolage zwischen einem Radfahrer und tung der Bauspekulation; früher waren die Bauhand: Eine geachtete Arbeiterfamilie begab sich am Sonntag Abend mit werker damit zufrieden, daß sie im Sommer mehr ver: ber 17jährigen Tochter in das Wirsing'sche Tanzlokal in der Sie wollten eben" vorschriftsmäßig ausweichen, da ertönte die verber fürstendamm ab." Gr" kam aus Berlin, fie aus Sale uſe. dienten, im Winter wenig oder gar nichts. Das ist jetzt anders Knesebecstraße in Rigdorf. Die Eltern hielten es für den Schutz Signalglocke der Dampf Straßenbahn, und das machte" fu" so geworden; sie bilden den Grundstock der sozialdemokratischen der Tochter für genügend, in der Nähe zu sein und überließen nervös, daß sie die falsche Lenkstange anzog. Die Folgen jahen Agitation und man kann den Stadt- und Staatsbehörden nur lektere ihrem Bergnügen, ohne an ahnen, daß die oben be fich gefährlich an: Die beiden Zweiräder prallten hart auf einfagen: Landgraf werde hart, diesen Anforderungen gegenüber. Die Dezentralisation der Industrie kann am Besten durch die An- zeichneten Burschen dem Mädchen Schnaps in Bier und schwere fich gefährlich an: Die beiden Zweiräder prallten hart auf einander. Der Jüngling schoß in einem furzen Bogen in den lage von Kanälen gefördert werden. Eine Reform der Personen: Garten lockten und von da auf das Feld schleppten, wo alle sechs Straßenstaub. Von der Dampfbahn sprangen sofort einige SilfsLiqueure zu trinken gaben, fie betrunken machten, dann in den Chauffeegraben, das Fräulein fant sanft mit ihrem Stade in den tarife darf nicht eher vorgenommen werden, als bis unsere Massen- das Mädchen vergewaltigten. Auf das Geschrei derselben fam bereite ab, um im schlimmsten Falle Samariterdienste zu verrichten. artikel billiger gefahren werden; dadurch wird die Arbeit gefördert. der Gendarm Donath hinzu, vor dem die Burschen die Flucht Das erwies fich als unnöthig er und sie waren heil an allen Daß die Ausnahmetarife der Industrie vorzugsweise zu gute kommen ergriffen, das Mädchen aber war indeß bewußtlos geworden und Gliedern. Sie wurden wieder auf die Stahlrosse gesetzt und ist ein Irrthum; die Industrie verläßt immer mehr die Groß- tam erst am nächsten Morgen unter den Bemühungen des ſtädte, namentlich Berlin, weil der Grund und Boden zu theuer Dr. Horneffer wieder zum Bewußtsein. Sie hat schwere innere gondelten fofort nach dem Stammeln einiger Gulbene ist. Von der Entwickelung der Industrie haben auch die Arbeiter Verlegungen erlitten und befindet sich in ärztlicher Pflege. Bon das Terrain absuchten, ehe sie nach der nächsten Haltestelle glingen, er rechtswärts, sie linkswärts. Samariter, velche einen Vortheil und die Steigerung der Löhne, die einen immer den Burschen hat einer den anderen verrathen. größeren Theil des Unternehmergewinnes beansprucht, ist allein werden sich noch möglicherweise wegen Fundunterschlagung vers die Lösung der sozialen Frage. Der Export ist nothwendig zur Bengen gesucht. Die Personen, welche bei der Schutz- antworten müssen, denn der eine Herr steckte lächelnd inBeschäftigung der Arbeiter, die sonst teine landwirthschaftlichen mannsaffäre zugegen waren, die sich am 2. April, Abends um blaues Strumpfband in seine Tasche, der andere beaugte neuErzeugnisse faufen tönnten. Darin besteht ein größerer 3u- 82 Uhr vor dem Hause Thurmstraße 35, Moabit, zugetragen gierig ein- polizeiliches Strafmandat über 10 M., welches an sammenhang zwischen Industrie und Landwirthschaft, als man hat, werden ersucht, ihre Adresse bei Carl Bönice, Former, den Kaufmann W. erlassen worden war wegen groben Undifugs". nach den Debatten manchmal annehmen solite. Wittstockerstraße 4, Quergeb. 3 Tr. r. abzugeben. hervorgerufen durch Anfahren eines von ihm geleiteten Draárabes an eine Droschte. äußersten auszubauen. Sonnabend 11 Uhr vertagt. Tokales. erstatter vom vorgestrigen Tage. Eine lange Selbstmordchronik melden die Lokalberichterstatter vom vorgestrigen Tage. weiter = Falsche Zweimarkstücke sollen an verschiedenen Stellen stempel 1877 versehen, haben fettigen Glanz und leichteres Geder Stadt aufgetaucht sein. Sie sind meist mit dem jahreswicht als die echten Stücke. Der Maler Dietrich aus der Mehnerstraße, welcher seine DOP, Abg. v. Schalfcha( 3.): Die Arbeitslosen sind eine alte Einrichtung; fie find tünstlich vermehrt worden, indem man den Zuzug zu den Städten erleichterte. Mit jedem industriellen Krach vermehrt sich die Zahl der Arbeitslosen, namentlich wenn dem Gasthof zum rothen Adler, Landsbergerstraße 50, abgespielt. Eine Liebestragödie hat sich am Donnerstag in man der zügellofen Freizügigkeit gegenüber keine Hinderniffe Am Dienstag erschien daselbst ein großer schmächtiger Mann, in den Weg legt. Der Herr Minister sollte sich etwas der eine auffallend starke Nase hatte, und an deffen linken Hand mehr in Acht nehmen; er hat sich so unvorsichtig geäußert, drei Finger fehlten. In seiner Begleitung befand sich ein acht Frau zu ermorden versuchte, dürfte trotz der außerordentlich daß er bei Herrn Brömel in den Verdacht agrarischer zehnjähriges Mädchen von großer fräftiger Gestalt. Das Paar schweren Verletzung, die er sich zugefügt, dem Leben erhalten Gesinnungen kommt; er möge vor dem Zorn des Herrn Brömel gewarnt sein.( Heiterkeit.) Daß wir unter verlangte ein Rimmer und erhielt die Stube 86 im zweiten Stock. Ichweren Verlegung, bie er sich zugefügt, dem Leben erhalten 36 bleiben. D. ist jedoch für die nächsten Wochen noch nicht verAls der Wirth nach den Namen seiner Gäste fragte, überreichte dem Zeichen des Verkehrs stehen, mag richtig sein; der Bolitiker ber etwa 21 Jahre zählende Mann eine Biſitentarte mit pre.ehmungsfähig, da er sich die Kehle total durchschnitten hat und muß aber erwägen, ob es richtig ist, den Verkehr bis zum Namen„ Baul Stoch- Schönebed" und schrieb mit Bleistift nur mittels Kanüle athmen kann. darunter nebst Echwester". Das fiel dem Gasthofbesitzer auf; Ein Wüstling hat in der Nacht zum Donnerstag die Darauf wird die weitere Berathung um 44 Uhr bis boch zerstreute der junge Mann die Bedenken durch die Er fünfzehnjährige Tochter eines Beamten in Posen zu vergewaltigen flärung, daß seine Schwester nicht allein schlafen könne und in versucht. Das Mädchen tam auf dem Anhalter Bahnhof mit den nächsten Tagen in der Kurfürstenstraße Stellung annehmen dem gegen 9 Uhr aus Thüringen eintreffenden Buge an, um werde. Das Paar verhielt sich sehr ruhig, tam aber öfter in nach Posen zu ihren Eltern weiter zu fahren. Auf dern Bahndas Gaftzimmer, wo das junge Mädchen jedesmal am Klavier hofe erbot sich ein elegant gekleideter Mann, fie zus tragische Weisen spielte. Am Mittwoch Abend betraten beide recht zu führen und ein Billet für sie zu besorgen. Was ist eine Ueberhebung? Es ist als eine Ueber wiederum das Gaftzimmer, der junge Mann verlangte Schreib- Bald fehrte der Mann jedoch mit dem ihm eingehändigten daß hebung zu bezeichnen, wenn der Arbeitnehmer verlangen zu papier und schrieb, während die Begleiterin wiederum am Gelde zurück und schwatte dem Mädchen Fönnen glaubt, daß ihm mit dem Augenblick des Aufhörens der Klavier Platz nahm, wie sich später ergab, einen Abschiedsbrief man, um nach Posen zu fahren, nach dem Bahnhof FriedrichArbeit am Zahlungstage sein Lohn gegeben werde, es ist seine an den Wirth. Diefer lautet: Sehr geehrter Herr! Berzeihen straße gehen müffe, worauf das Mädchen dem hilfsbereiten Herrn Eache, so lange zu warten, bis bei dem geregelten Auszahlen die Sie uns den Schritt, Den wir gethan; die Ursache folgte. Auf dem Königsplatz versuchte der Führer plöglich, ein Reihe an ihn fommt." zu unserem gemeinsamen Selbstmord wissen nur unsere Sittlichkeitsverbrechen an dem Mädchen zu verüben und nur dem Wo steht das? Etwa in der Arbeitsordnung des Königs Eltern." Als gestern Abend die jungen Leute nichts Umstande, daß zufällig ein Schuhmann in der Nähe patrouillirte Stumm oder in der einer deutschen Staatseisenbahn- Werkstati? pon fich hören ließen, auch auf Klopfen an die und die Hilferufe des Mädchens hörte, ist es zuzuschreiben, daß Nein! Diese partriarchalische Weisheit ist dem Papier an- Thüre ihres Zimmers nicht öffneten, ließ der Wirth das Attentat vereitelt werden konnte. Der Wüstling murde ververtraut in einem Erkenntniß des Berliner Gewerbegerichts, im Beisein von Beamten des 19. Polizeireviers das haftet und gab auf der Revierwache an, daß er Kaufmann fei welches das Aktenzeichen Litt. IV., Nr. 27/94 führt und unter Bimmer gewaltsam öffnen. Beide Personen lagen entkleidet und und Bernhard Schleinert heiße. Das Mädchen wurde für die zeichnet ist von dem Magistratsassessor Dr. Herzfeld. Videant todt im Bette: sie hatten sich mittels Cyankali vergiftet. Die Nacht in einem Hotel untergebracht und fonnte ihre Weise fortconsules 2c. Leiche der jungen Dame ruhte in dem rechten Arm ihres Be- setzen, nachdem sie vom Untersuchungsrichter protokolla.risch vers gleiters. Der vorbezeichnete Brief, sowie zwei Schreiben an die nommen worden war. beiderseitigen Eltern lagen auf dem Tische. Ein noch zum Theil mit giftiger Flüssigkeit gefülltes Trinkglas stand am Bette. Polizeibericht. Am 5. d. M. Morgens sprang eine Frau An demselben Tage, an dem das Paar hier einkehrte, erhielt die gegenüber dem Grundstücke Kronprinzen Ufer 6 in die Spree und Kriminalpolizei aus Magdeburg eine Drahtnachricht dahinlautend, Abends ein Mann vor dem Hause Neu- Köln am Wuffer 11 in Der Transport von Geisteskrankent, welche sich in daß am 31. v. M. der 21 Jahre alte Alfred Gürtelmeyer mit den Spreekanal. Beide wurden noch lebend aus dem Wasser Untersuchungshaft befinden und von dort laut Gerichtsbeschlusses der 18jährigen unverehelichten Adelheid Braun sich in der Ab- gezogen und nach der Charitee gebracht. Vormittags wurden zur Beobachtung nach der Charitee geschafft werden sollen, er ficht aus ihrem Heimathsorte entfernt hätten, gemeinsam in den ein Mädchen in der Wohnung seiner Mutter, in der Andreasinnert stark an die Humanität" des Mittelalters. Anstatt daß Tod zu gehen. Diese beiden Personen sind in den Leichen bereits straße, Nachmittags ein Mädchen in der Wohnung seiner Schwester, in der Beteranenstraße, und Abends ein Handwerker folche Kranke mittels Droschke c. direkt nach der nahen festgestellt worden. Als Grund für den gemeinschaftlichen Selbst auf dem Boden des Hauses Neue Friedrichstr. 76 erhängt vorCharitee überführt werden, müssen dieselben meist eine lange be- mord dürfte unglückliche Liebe anzusehen sein. gefunden. An der Ecke der Prinzen- und Dresdenerstraße schwerliche Fahrt machen, ehe fie ans 3iel gelangen. Die In das Wasser gesprungen ist am Donnerstag Morgen wurde Vormittags ein Tischlerlehrling durch einen Boftwagen Kranken werden nämlich meist im Laufe des Vormittags vom gegen 5 Uhr vom Friedrich Karl- Ufer aus eine feingekleidete überfahren. Er erlitt einen doppelten Bruch des Unterschenkels Untersuchungsgefängniß mittels des sog. grünen Wagens ab- Dame, doch wurde sie von Schiffern gerettet, ohne Schaden er- und mußte nach dem Krankenhause gebracht werden. Vor dem gebolt, müssen bei verschiedenen auf dem Wege gelegenen fitten zu haben. In einem Krankenhause, wohin sie gebracht Hause Müllerstr. 1 fiel ein Rutscher, während er neben seinem Polizeirevieren mit anfahren, woselbst häufig noch andere Ge- wurde, wurde sie als die Raufmannsfrau Emma F. aus der Arbeitswagen herlief, hin, gerieth unter die Räder und wurde fangene mit aufgenommen werden und werden dann zunächst mit Streligerstraße festgestellt. Ueber die Beweggründe zur That ver- innerlich anscheinend schwer verlegt. In der Küche eines Gaſtden letzteren auf dem Polizeipräsidium am Alexanderplatz ein weigert fie jedwede Angabe. Ferner hat in der letzten Nacht wirths in der Friedrichstraße warf ein Dienstmädchen dem Haus. geliefert. Hier erhalten sie Aufnahme in dem im Erdgeschoß be- um 1 Uhr der 17 Jahre alte arbeitslose Barbier Paul Finger diener, mit dem es in Streit gerathen war, ein Wiegemesser findlichen Männergewahrsam I und II, in welchen Räumen durch einen Sprung von der Inselbrücke in die Spree sich das gegen den Arm und verletzte ihn so schwer, daß seine Ueberca. hundert Sistirte ihrem Weitertransporte entgegensehen. Erst Leben zu nehmen versucht. Auch er wurde durch Schiffer ge- führung in die Charitee erforderlich wurde. In einem Gaft. gegen 3 Uhr Nachmittags werden dann die vorbezeichneten rettet und in einem Krankenhause untergebracht. Als Veran hofe wurden Nachmittags ein Mann und ein Mädchen todt Kranken wiederum mittels des grünen Wagens zur Charitee ge- laffung zur That giebt er Nahrungsjorgen an.-- Endlich hat in aufgefunden, die sich offenbar selbst vergiftet haben.- Abends fahren, nachdem häufig noch Kranke der Sittenpolizei in den be- einem Anfalle von Geistesstörung der Gerichtssekretär W wurde vor dem Hause Grüner Weg 2 ein sechsjähriger Knabe treffenden Wagen mit aufgenommen worden sind. Der Rück aus der Kastanien- Allee 84 sich am vorgestrigen Abend mittels eines durch einen Geschäftsivagen überfahren und am Oberarm transport von der Charitee nach dem Untersuchungsgefängniß Messers die Pulsadern geöffnet. In bedenklichem Zustande schwer verletzt.- Im Laufe des Tages fanden vier kleine erfolgt allerdings bireft, aber wieder mittels des grünen Wagens, wurde er nach Anlegung eines Nothverbandes in ein Kranken- Brände statt. felbst wenn die Kranten als ungeheilt" von der Frrenabtheilung haus gebracht. entlassen werden. Ob die zuständige Aufsichtsbehörde sich dieser Unglücklichen annimmt und Remedur eintreten lassen wird? Die diesjährige Loosung der Militärpflichtigen des laufenden Jahrganges ift für den Aushebungs- Bezirk Berlin I auf den 26. April, Auf die Ausstellung amerikanischer Beleuchtung& Förper, welche im Kunstgewerbe- Museum bis Ende dieses Monats stattfindet, machen wir unsere Leser und besonders die Fachinteressenten unter ihnen aufmerksam. " " II 25. " " III 26. " " " " IV 20. " " " " V 20. " " " " VI 21. " 1 anberaumt worden und wird an den bezeichneten Tagen Morgens 9 Uhr beginnen. " " Noch eine zweite Liebestragödie hat am vorgeftrigen VorKleine Theater: und Literatur Chronik. mittag um 11 Uhr, in dem Hause Andreasstr. 59, sich abgespielt. Eine Kraftleistung hat Herr Karl Pander am Sonntag vor Dort wohnte bei ihrer Mutter die 22 Jahre alte unverebelichte sich. Der Hamburger Gast beschließt am Sonntag fein so erAnna Schallain, die mit einem Musiker Otto R. aus Wufter folggekröntes Gastspiel als„ irsch" in" Heinrich Heine", und hausen a. D. verlobt war. Von diesem hatte sie am gestrigen zwar spielt er, um den vielfachen Billetbestellungen zu diesem Donnerstag einen Absagebrief erhalten. Diese nicht voraus. Abschieds Gastspiel zu genügen, am Alexanderplaygesehene Wendung konnte sie nicht ertragen und sie benutte eine Theater und National Theater. Die Spielzeit ist günftige Gelegenheit, um sich mittels einer Zuckerschnur zu erfolgendermaßen festgesetzt: Alexanderplat- Theater hängen. 71/2 Uhr: Heinrich Heine" mit Herrn Karl Pander als„ Hirsch"; Der Amerikafahrer. Verschleppt und ausgeplündert wurde hierauf:" Berlin wie es lebt und liebt", und im National Theater um 9 Uhr: Heinrich Heine", gleichfalls mit in der Nacht zum 4. 6. M. ein Landwirth N. aus der Nähe von dem Gast, während vorher die Posse Berlin bei Nacht" Berlin. Er wurde am 4. d. M. früh von Arbeitern in einer Ein netter Vater. Der Zahlmeister N. hat aus einem Bretterbude vollständig durchnäßt und ohne Fußbekleidung ge- der neuen Gesangsposse" Der neue Kurs" auf Sonntag, den in Szene geht. Im Zentral- Theater ist die erste Aufführung Verhältniß" einen Sohn, jezt ca. 14 Jahre alt, zu dessen Ali- funden. Da die Arbeiter von ihm keine Auskunft darüber er 8. d. Mts., festgesetzt. Heute bleibt das Theater geschlossen. mentirung er verpflichtet war. Der Knabe erhielt vor kurzem langen konnten, wie er in die Bude gekommen sei, brachten sie Alexandra Viarda, die bedeutende rumänische Dar einen neuen Vormund, welcher durch besondere Umstände sich ihn zur Polizei. Hier gab er an, Tages zuvor nach Berlin ftellerin, wird hier nächstdem in einigen Männerrollen aufveranlaßt sah, Klage gegen den Vater des Kindes wegen ungekommen zu sein, um sich eine Karte zur Reise nach Amerika treten. genügender Alimentation anzuftrengen, mit der er jedoch kosten zu lösen. Bon seiner Baarschaft in Höhe von 800 Mt. will N. pflichtig abgewiesen wurde. Wegen der Prozeßkosten ist nun bei fich goldene Uhr mit Kette für 130 M. gekauft, dann einen Be Herbst in der Pariser Oper aufgeführt werden. Königlich Richard Wagner's Tristan und Isolde" soll im nächsten genommen. Das Verfahren mußte aber eingestellt worden, da mehrere Hundertmarkscheine bei sich trug. Dann hat sich N. zu in diesem Falle nur Vermögensobjekte des Mündels haftbar sind. einem zweiten Bekannten auf den Weg gemacht; als er diesen aber bringt mit völlig ernster Miene eine Mittheilung, die denn doch Jezt hat der zahlmeisterliche Vater, da sein Sohn selbstverständ- nicht zu Hause traf, sich in verschiedenen Wirthshäusern nahe der 3u ausgezeichnet ist, als daß wir sie nicht zum Amusement lich nichts befißt, den Vertreter desselben, den Vormund zur Ab- Antlamerstraße theils allein, theils in Begleitung dreier Männer, die unserer Leser hier wiedergeben sollten. Das servile Klatschblatt Leiftung des Offenbarungseides auffordern lassen. sich ihm zugefellt hatten, die ganze Nacht über aufgehalten. Wie Der Roland von Berlin", die neue Oper, welche Leondem Vormund, weil er sich zu zahlen weigerte, Pfändung vor- fannten besucht haben. Dieser hat auch bestätigt, daß N. Herbst in der Pariser Oper aufgeführt werden. Kunst. preußische zurückzureifen. berichtet: Der Berliner Lokal- Anzeiger" " 600 M. Silbergeld, verpackt in zwei Beuteln, will der er in die Bretterbude gekommen ist und wer ihm die Geldtasche cavallo im Auftrage des Kaisers tomponiren soll, ist, vor einigen Tagen verhaftete Steinmetz 2. von der Fennbrücke mit Inhalt abgenommen und die Stiefel ausgezogen hat, fann wie Profeffor Taubert einem unserer Berichterstatter mittheilte, in den Kanal geworfen haben. Er hat zugegeben, am 7. v. M. er nicht befunden. Merkwürdig ist, daß er sich noch im Besitz einem Rutscher, mit dem er zusammenwohnte, aus einem Koffer der gekauften Uhr befindet. Jetzt hat er sich 3 M. von einem noch nicht einmal im Werden. Leoncavallo, der die Idee, diese Oper zu schreiben, mit begreiflichem Enthusiasmus 1950 M. gestohlen zu haben. Bei seiner Festnahme war er ohne Freunde geliehen, um statt nach Amerika in seine Heimath ergriffen hat, fennt vorläufig noch nicht den Inhalt des Mittel und machte die wenig glaubhafte Angabe, daß er nach Romans, welchem der Stoff entlehnt wird, da die italienische Ausführung des Diebstahls einen Hundertmarkschein zerrissen Als ein Danaergeschenk bezeichnet Prof. Hirschberg in der Uebersetzung des Romans, die er auf eigene Roften herstellen und verbrannt, das Silbergeld aber, weil ihm die Mitnahme Deutsch. Med. Wochenschr." die Kindergewehre, bie nach alter läßt, noch nicht vollendet ist. Mit dem Lesen des Romans ist lästig geworden sei, in den Kanal geworfen habe. Den Rest Gitte mit Bündhütchen abgefeuert werden. Seit 24 Jahren sind übrigens noch nicht alles gethan( sic!) und es find spezielle Studien habe er ausgegeben. in seiner Anstalt sechzehn Fälle zur Behandlung gekommen, wo nothwendig, um dem Stoff gerecht werden zu können, der an Entfehlich verstümmelt wurde in der Nacht zum ins Innere des Auges Kupfer- oder Messingsplitter eingedrungen sich hoch dramatisch, doch gleichzeitig spröde ist, wie mehr oder Die Schwierigkeiten, denDonnerstag das 22jährige Dienstmädchen Ottilie Bülow aus waren. Das Gindringen solcher Splitter gehört zu den schlimmsten minder jeder historische Stoff. Klein- Schönebeck bei Friedrichshagen in die Charitee eingeliefert. Berlegungen. Das Auge ift fast immer verloren. Die Ursachen selben tertlich wie musikalisch zu bewältigen, sind um so größer, " Versammlungen. als der Komponist nicht Deutsch versteht, und das alt gestorben. Jbsen's Baumeister Solneß" hat das Pariser Sibretto doch deutsch in jeder Beziehung sein Publikum bei seiner Aufführung im Théâtre libre falt gelaffen. foll.(!!!!) Wenn nun Leoncavallo," meint Professor Eine Anti- Jbsen- Liga hat sich in London gebildet, um die AufTaubert, fich nicht dazu versteht, als über Kopf Deutsch führung der demoralisirenden" Stücke des großen nordischen zu lernen, wird wohl nichts weiter übrig bleiben, als ihn selber Dichters zu verhindern. ben Text schreiben zu lassen, während meine Aufgabe sich darauf beschränken müßte, das Szenarium zu entwerfen und ihm beiHäufig den Inhalt der Arien und Chöre zu skizziren, worauf ich dann einfach seinen Text ins Deutsche übertragen würde, wie ich dies mit den„ Medici" gethan." Professor Taubert will zu dieser Arbeit die Ferienmonate benutzen; er hofft, das fiertige Textbuch bereits im Herbste dem Kaiser vorlegen aat fönnen, vorausgesetzt, daß Leoncavallo bis dahin fertig ist". Seltsamerweise hat er ſeit seiner Abreise ven Berlin kein Wort von sich hören lassen..." Traurig, traurig! Was soll die ostelbisch deutsch- nationale Kunst anfangen, wenn der Italiener Leoncavallo tein Wort von sich hören läßt? B Der Dichter der Dreizehnlinden". Friedrich Wilhelm Weber, ist am Donnerstag Abend in Nieheim, Kreis Hörter, 80 Jahr Vermischtes. Des Brandes der Londoner Docks, welcher Mittwoch Abend zum Ausbruch tam, konnte man bis jetzt noch nicht Herr werden. Sämmtliche Feuerwehren Londons sind zur Löscharbeit aufgeboten. Mehrere Tausend Ballen Wolle, Kaffee, sowie 60 000 Korbflaschen Quecksilber sind verloren. Berlin 3. Bersammlung, Sonnabend, den 7. d. M., Usedomstr. 33 im Restaurant. entgleiste der aus Württemberg kommende Personenzug an der Unterstütungskasse des Vereins gewerbl. Arbt. und Seamt. Schiltach in Baden, 6. April. Gestern Abend 93/4 Uhr Neue Mitglieder werden aufgenommen. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often serlins. Einfahrtsweiche des hiesigen Bahnhofes. Drei Reisende wurden Bersammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 8. April, Abends leicht verlegt, ein Personenwagen ist zertrümmert worden. 6% Uhr, Fruchtstr. 38a. Bortrag Nach der Versammlung gemüthliches Beifammensein. Sozialdemokratischer Agitationsverein für Arnewalde- Friedeberg. Bersammlung Abends 8 Uhr im Lotal von Gustav Tempel, Langeftraße 65. Vortrag. Depeschen. ( Deveschen des Bureau Herold.) Den Mitgliedern des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins, die Wien, 6. April. Nach einem Beschluß der hiesigen Tischlers roger find, zur Sachricht, daß am 11. April in den Arminhallen unsere gehilfen wollen dieselben in einen Generalstreit eintreten, wenn Generalversammlung stattfindet. Verein der Schäftebranche. Bersammlung am Sonnabend, den 7. April, ihnen nicht achtstündige Arbeitszeit, ein Minimallohn von Abends 9 Uhr, Wallfir. 20. Bormittags 10 Uhr, bet Seefeld, Grenadierstr. 33. Ellschuh- Arbeiter. Deffentliche Bersammlung am Sonntag, den 8. April, 10 Gulden wöchentlich, Abschaffung der Akkordarbeit in allen Betrieben und Freigabe des 1. Mai bewilligt wird. Deffentl. Versammlung für Männer u. Frauen Lassalle- Crav.- Nadeln für Wiederverk. Muſier frco. g. Einſ. v. 20 Pf. im Sonntag, den 8. April, in Cohn's Festsaal, Beuthstr. 20: Vortrag von Hermann Stüve aus Hamburg über: Wissenschaft, Photographie und Verbrechen, = illuftrirt durch 40 wirklichen Prozessen entstammende Original- Lichtbilder. Anfang 8 Uhr. 2846b Anfang 8 Uhr. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. versch. 40 Pf. Bestellungen erb. rechtzeitig! H. Guttmann, Stempelfabrik 2c., Berlin N., Brunnenstraße 9. Möbel, [* Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin mit eigener Werkstatt. Große Auswahl in Nussbaum u. Mahagoni, fowie großes Lager von Küchenmöbeln empfiehlt zu den Maifestzeichen billig, bequem zum Anstecken, zugleich als Eintritts- u. Kontrollzeichen dienend, empfiehlt B. E. Buchwald, 2800b Altenburg S.-A. 37 13 anerkannt reelle und 37 billigste Einkaufs- Quelle des Süd- Ostens für billigsten Preifen bei nur folider Ausführung 15468L Gold-, Silber-, Julius Apelt, Tischlermeister, Bezirks Versammlung für den Weften Berlin S., Sebaftianstraße Nr. 20(). = am Sonntag, den 8. April, Vorm. 102 Uhr, im Lokal des Herrn Lehmann, Kreuzbergstraße 48. Tages Drdnung: = 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. Hierzu werden die Kollegen der Werkstatt von Reddemann besonders eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet 439/4 Die Ortsverwaltung. Ausstellung Jtalien in Berlin Mai- October 1894 auf dem Terrain der West- Eisbahn ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain 1. Gesch: Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andreaspl größtes Lager Berlins. MusterKinderwagen, Bücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ch nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Zum rothen Cylinderhut! Hüte 58092* mit ArbeiterKontrollmarke. Wilh. Jede Uhr 5466* L zu repariren und reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens nur Mk. 50 Pfg.( außer Bruch), fleine Reparaturen Alfénidewaaren( Eig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 billiger. Großes Lager neuer und gebrauchter Uhren, getragene Wo speisen Sie? Uhren von 5 M. an. Neue filb. Cylinder- Remontoirs, 6 Steine, von 14 M. an, do. 10 Steine, von 16 M. an, goldene Damen- Remontoirs, 14- Karat Gold v. 24 M. an. Gold- und Silberwaaren in gr. Auswahl zu Fabrikpreisen E. Rothert& Stolz, Geschäft: Andreasstr. 62. Coulante, streng reelle Bedienung! Uhrmacher. Landpartie. " Birkenwerder an der Nordbahn. Chausseestr. 78. Restaurant Schützenhaus. Schönster Aufenthalt der Umgegend. C. Hietzig. 5709L* Albert Michaelis Nachfolger, am Marheinicke- Platz. 93 Bergmannstraße 93, nahe der Markthalle, Täglicher Eingang von Neuheiten und große Auswahl in In der alten pommerschen Küche Oranienftr. 181 Hof part., bei G. Buckow Frühstück 30 Pf., Mittagstisch mit Bier 50 Pf., Abendtisch von 30-50 Pf. nach Auswahl. 5969L !! Roh- Tabak!! Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, in billigster Preislage, empfiehlt RohtabakHeinr. Franck, andlung, vorräthig. Brunnenstr. 185. Formen( Bockfaçon) wieder Kleider Stoffen, Teinen und Baum- S. Schnell, wollenwaaren, Gardinen. Zapel, Tihdeken, Teppiche, Polamentier-, Skalitzerstr.131 neben Frister& Rossmann. Frischen Maitrank, sehr wohlschmeckend, à Flasche intl. 70 Pfg., 10 Flaschen inkl. Mt. 6,-. Johannisbeerwein, weiß und roth, à Flasche 60 Pfg., 10 Flaschen Mt. 5,50. Eugen Neumann& Co., 678M 6a. Belle- Allianceplatz 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienſtr. 8. Strumpf- und Weißwaaren. Uhrmacher, Luckauerstr. 14, an der Oranienstraße. Grosses Uhrenlager. Reparaturen gut u. billig. Wäsche eigener Fabrik. Massenausverkauf Spezialität: 58052* Oberhemden, Kragen, Manschetten. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L*! am biesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Sommerhüte ste Neueste Frühjahrs- und Sommerhüte für Damen und Kinder empfiehlt in reicher Auswahl zu sehr billigen Preisen 5965* Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Th. Sabor, Oranienstrasse 204, Oranienburgerstr. 2. zwischen Heinrichsplay und Manteuffelstraße. Wir offeriren für die Frühjahrs- und Sommersaison die grösste Auswahl neuester Damen- Kleiderstoffe. Eine grosse Auswahl Loden- Beiges, doppeltbreit, reine Wolle, Meter 50 und 60 Pf. Eine grosse Auswahl Cheviot, changeant, doppeltbreit, reine Wolle, Meter 75 Pf. Eine grosse Auswahl englische Cheviot Gewebe, in kleinen, sehr ansprechenden Karos, reine Wolle, doppeltbreit, Meter 1 Mk. und 1 Mk. 50 Pf. Auffallend billig! Eine grosse Partie schwarzer Stoffe, doppeltbreit, reine Wolle, Meter 85 Pf. Eine grosse Auswahl schwarzer PhantasieStoffe, doppeltbreit, reine Wolle, Meter 1 Mk., 1 Mk. 25 Pf., I Mk. 50 Pf. In unserer in diesem Jahre wiederum bedeutend vergrösserten Damen- Mäntel- Fabrik verkaufen wir zu billigen Engros- Preisen: Regen- Paletots für junge Mädchen, kleidsame Façons, 12 Mk. und 15 Mk. Regen Paletots für junge Frauen, mit kleinen, eleganten Pelerinen, abnehmbar, 18 Mk. und 20 Mk. Backfisch- Mäntel in grosser Auswahl, 10 Mk., 12 Mk. schwarz und hellfarbig, Jaquets, sehr grosse Auswahl, 6 Mk., 8 Mk., 10 Mk., 15 Mk. Kragen und kleine Capes, in den schönsten hellen Farben, mit reicher Verschnürung, 8 Mk., 10 Mk., 12 Mk. Capes und Umhänge, mit reicher PosamentenGarnirung und Spitzen- Arrangements, 12 Mk., 15 Mk. und 18 Mk. PromenadenMäntel in schwarz Kammgarn, 20 und 25 Mk. 5778L Sielmann& Rosenberg, Kommandantenstrasse, Ecke Lindenstrasse. Steinmetzstraße 40, Ecke Groß- Görichenstraße. 5908L* Nur Hüte mit Kontrollmarken. Grosse Auswahl in Schirmen. W. Wolff. Grösstes Billigste Lager. Preise. Beste Marken. Roh- Tabak. Reelle Bedienung. der Cohn'schen Hosenfabrik befindet sich vom 1. März ab nicht mehr Balliſadenſtr. 7, nur 5. Pallisadenftr. 5. Damenkleider fertigt M. Weik, akadem. Schneiderin, Lausigerstr. 40 111. Hutfabrik A. Lange 181. Brunnen- Str. Filz- u. Seidenhüte m. Kontrollmarken. Gr. Lager in Sonnen- u. Regenschirmen, Strohhüten u. Müßen. Billige Preise. Hosen, Herren- u. Knabenanzüge spottbillig. Sopha- Teppiche v. 5 M. an, im Ausvert. Pfandleihe, Staligerstr. 13 I des Königlichen AmtsRechtsbureau richtersa. D. AlteJakobstraße 130. Gewissenhafter Rath in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags. Beifige, Finken, Hänflinge 75 Pfg, Stieglite 1 M., Staare 1-1,50 M., Kanarienroller 4, 5, 6 M., Drosseln 5 bis 6 M. Nedtmann, Madaistr. 2, 28486 am Schles. Bahnhof 1 Zimm., 1 Küche, sep. Korrid. v. 20 M. 1 25 Gesundheit garantirt. Geöffnet den ganzen Tag. 2 an, Um geehrten Besuch bittet " W., Goltz- Strasse 10, bei Wilhelm Neumann. Arbeitsmarkt. W. Hermann Müller Mehrere ganz tüchtige Zeichner Neue Friedrichstr. 9. Rester- Handlung. Herrenstoffe, Damenstoffe, Reste zu einzeln. Knaben- Hosen schon für 60 Pf. Reste zu Kinderkleidern und Mänteln. Regenmantelstoffe. Blum, Gr. Frantfurterstr. 124, Eingang vom Flur, für Zimmerdekorations Malerei, aber nur solche, erhalten bei hohem Gehalt sofortige dauernde Stellung. Adressen unter C. C. 100 postl. Postamt 54 erb. Mamsells auf Knabenanzüge verlangt leiß, Manteuffelstr. 43, Laden. 2841b Goldleisten. Tüchtige Mattirer bei hohem Verdienst werden verlangt Köpniderstr. 109a. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. R 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 80. Soziale Leberlicht. Achtung, Stuckateure! Am Sonntag, den 3. b. M., Wormittags 10 Uhr, findet bei Giesboit, Boyenstraße 40, eine mündliche Besprechung statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet der Vertrauensmann von Berlin Norden. Aufruf an die Färber Wienz und des Auslandes. Montag, den 2. April 1894, find 63 Kollegen der Färberei M. Chini's Sohn( Kaisermühlen) in den Streit getreten und ersuchen wir Euch, diesen Streit auf das träftigste zu unterftüben, damit dieselben in die Lage versetzt werden, in dieser Färberei mit den langjährigen, Euch allen wohlbekannten Uebelftänden gründlich aufzuräumen. Siege Zuzug ist fernzuhalten. Unterstukung dringend nothwendig. Unterſtüßung nimmt entgegen die Adminiſtration der Arbeiter- Zeitung", VI. Bez., Sumpendorferstr. 60, und Genosse Josef Mazuetta, II. Bez., Schiffmühlstr. 59. Das Lohntommitee. Der Einberufer. Oswald Grauer. An die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Seifen, Stearin- und Talgfabrikation. Sonnabend, den 7. April 1894. TUS THAT 11. Jahrg. Ein neuer Bildhauerstreik in Wien. In einer die Frauen an der städtischen Verwaltung? be größeren Anzahl dortiger Bildhauer- Ateliers streifen die Gehilfen, schäftigte sich am 4. April in Joël's Andreas- Gesellschaftsfälen" weil ihre Chefs die Forderungen der Gehilfenschaft, bestehend in eine von der Frauen- Agitationstommission einberufene und sehr achtstündiger Arbeitszeit und einem Minimallohn von 3 Gulden gut besuchte öffentliche Wolfsversammlung. Auch die besonders täglich, nicht bewilligt haben. eingeladenen Lehrer und Lehrerinnen waren zahlreich erschienen, " Die Arbeitseinstellung der Zigarrenarbeiter in Amsterdam, worüber wir in Nr. 64 des Vorwärts" berichteten, ist beendet. Die Arbeitgeber haben alle Forderungen der Arbeiter bewilligt, o daß ein vollständiger Sieg errungen ist. " 1 Das Hamburger Gewerkschaftskartell hat beschlossen, Die Referentin für die erste Frage, Lehrerin Frl. I da Alteine Maisammlung vorzunehmen. Zu diesem Zwecke sollen Bous mann, übte scharfe Kritik an den Redensarten der Herren von 10, 25, 50 Pfennig und einer Mark angefertigt werden. Stadträthe und einiger Stadtverordneten, mit denen sie gelegentBon einer Demonstration der Arbeitslosen am 1. Mai wurde lich der Berathung der Lehrergehälter im„ rothen Haus" um sich abgesehen. warfen und ihren ablehnenden Standpunkt gegen die Forde rungen für die Lehrerinnen zu begründen suchten, der Magistrat übe an ihnen die in der Presse wiederholt besprochenen Prattifen gewisser Geschäftsleute gegenüber ihrem weiblichen Personal; er nühe wohl ebenso ihre Arbeitskraft, wie die ihrer männlichen Kollegen voll aus, bezahle sie aber nicht in ſelbem Maße, sondern speise Kollegen! In unserem, sowie im Interesse der gesammten Färber, wiens ist es gelegen, daß dieser Streik zu unserem mit der Heranziehung frember Arbeiter feinen Erfolg gehabt, fei unbestreitbar diefelbe wie die der Lehrer, ebenso ihre LebensDie Stuttgarter Schneidermeister versuchen, nachdem sie sie mit einigem Taschengeld" ab. Die Leistung der Lehrerinnen führt, ihr Glück auf dem Gewerbegericht. Nach dort zitiren die Herren bedürfnisse, deshalb sei die Forderung:„ gleicher Lohn für gleiche Leistung" durchaus berechtigt. Nach Auffassung der städtischen Unternehmer die Arbeiter in Masse, damit sie dort den Befehl er: Behörden sollen sie sich jedenfalls durch das hohe Ansehen ihres halten mögen, zur Arbeit zurückzukehren oder Schadenersatz zu zahlen. Hier find allerdings zwei urtheile gefällt worden zu Berufes bezahlt machen. Rednerin ftellte hierauf einige Begunsten der Arbeitgeber, was lediglich aber Darauf zurüd trachtungen an über die Pflichten, welche Lehrer und Lehrerinnen zuführen ist, daß daß die Beklagten noth- zu erfüllen haben. Im Durchschnitt befinden sich in jeder Klasse wendige Geschick nicht befaßen, um den Gewerbegerichts- nicht unter 50, wohl aber sehr häufig 70-75 Kinder. Bei fünfAn die Nollkutscher, Speditions: und Bodenarbeiter! vorsitzenden, sowie Beisiger genau über die Verhältnisse in der stündigem Unterricht sind es fomit nur 5 Minuten, während Sonntag, den 8. April, Abends 7 Uhr, findet im großen Schneiderei aufzuklären, vielmehr wurde angenommen, die welcher der Lehrer resp. die Lehrerin einem Schüler die alleinige Saale des Hotels Alexanderplatz eine öffentliche Versammlung Schneider wären Affordarbeiter und hätten somit die über- Aufmerksamkeit widmen kann. Die Resultate eines derartigen aller in Speditionsbetrieben beschäftigten Arbeiter statt. Unter nommene Arbeit fertigzustellen. Gegen dieses Urtheil ist Be- Unterrichts sind denn auch ausgezeichnet" und entsprechen die Verfügung des Amtsvorstehers von Friedenau gegen die den Streit ist die Schwäb. Tagwacht" in der Lage in Folgen 13 erstes Mittel zu besserer Voltsbildung und Erziehung verden für uns sehr wichtigen Punkten steht die Besprechung über rufung beim Landgericht eingelegt. Auch etwas Heiteres über durchaus nicht den Behauptungen der sich mit ihren" Einrichtungen brüstenden Stadtschulräthe und Inspektoren. Epeditionsfirma Schuhmacher auf der Tagesordnung. Kollegen! dem mitzutheilen:" Der Meister einer größeren Firma, welcher Dies allein bedingt, daß Ihr alle am Plaße seid, um Gure den Weggang eines feiner tüchtigsten, beim Elusstande betheiligten langte die Referentin unter dem Beifall der Versammlung Menschenrechte zu wahren. Ihr dürft Euch solche Behandlung Arbeiters vom hiesigen Orte befürchtete, überreichte demselben Die Konkurrenz der Lehrerinnen, welche der Magiftrat um so die Errichtung von Klassen mit höchstens 25 Schülern. nimmermehr gefallen lassen und müßt energisch dagegen pro- vor einigen Tagen einen Geldbetrag von 20 M., damit er die lieber anstellt, weil sie bedeutend billiger sind, steht als drohendes testiren. Erscheint deshalb in der Versammlung. Beendigung des Streifs, ohne Noth leiden zu müssen, abwarte, Gespenst vor ihm. Den jüngsten Lehrerinnen werden bei almoſenum nachher wieder bei ihm in Arbeit zu treten." haftem Gehalt die schwersten Lasten auferlegt; fie erhalten die Der Allgemeine Deutsche Musiker- Verband" erläßt größten Klaffen, haben den weitesten Weg zurückzulegen, bei jeder einen Aufruf an die Zivil- Berufsmusiker allerorts zweds Konferenz Theil zu nehmen, überhaupt in jeder Beziehung dem Stellungnahme gegen die überhand nehmende Konkurrenz der Vorgesetzten Gehorsam zu leisten. Bei einigem Nachdenken über Beamtenmusiker. Es sollen genaue Angaben gemacht werden ihr freudenloses Dasein werden auch sie sehr bald zur Er. wo und in welcher Zeit dieselben diese bestrebungen des gesammten Proletariats betheiligen.( Lebhafter Funktion ausüben, ob während des Tages noch Proben abge: Beifall.) balten werden 2c. Man will das gesammelte Material durch Reichstags- Abgeordneter 3 u beil äußerte sich über die zweite eine Petition den gesetzgebenden Körperschaften zugänglich machen. Frage. Als 1883 die sozialdemokratische Partei in Berlin das Der Vater Staat" scheert sich den Teufel darum, ob seine erste Mal in die Kommunalwahl- Bewegung eintrat, glaubte nieDiener auskömmlich besoldet werden und ob dieselben durch den mand, daß sich das Interesse an der Stadtverwaltung so leba Nebenerwerb" anderen Staatsbürgern das Brot nehmen und haft steigern würde. Unstreitig habe das arbeitende Bolt das Die meisten Kommunen folgen diesem schlechten Beispiel. größte Intereffe an allen schwerwiegenden Fragen des kom der gewerblichen Hilfsarbeiter Adolf Jahn, N. Pappel- Allee 104. war am 2. april in Gisen emberufen worden. Die Gin Schulrath Bertram gegenüber dem Verlangen der Lehrer reſp. Eine Protestversammlung" der Bergarbeiter munalen Lebens. Bezeichnend sei das Wort des Herrn Stadts Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Montag, den berufung ging von dem Vorstand des„ Christlichen Arbeiter Lehrerinnen: Herrschaften, die solche Ansprüche stellen, sind nie 9. April, findet eine Versammlung des Verbandes der Schneider, vereins" aus und protestiren wollte man" gegen die Beschichung zufrieden zu stellen. Schneiderinnen und verwandter Berufsgenossen bei Hensel, In- des internationalen Bergarbeiter Kongresses in Berlin. Die Stadtrathsgehälter, die Erfüllung aller Wünsche hoher Personen, Redner erinnerte an die Erhöhung der ohnehin hohen validenstr. 1( Ecke Brunnenstraße) statt. Zum ersten Punkt der Versammlung war sehr mäßig besucht und bestand sogar, wie den neuen Rathhausbau 2c., da sei Geld in Masse vorhanden, Tagesordnung wird Dr. Heymann einen Vortrag über: fich im Laufe der Debatte herausstellte, zum großen Theil aus " Kirche und Schule" halten. Als zweiter Punkt steht auf der Anhängern des Verbandes. Die Herren Arrangeure mochten nicht aber für unentgeltlichkeit der Lehrmittel, Wasch- und BadeTagesordnung: Stellungnahme zum Juduftrieverband. Kollegen dies bald herausgefunden haben und ließen deshalb über die Wolfes ist es, nach und nach die Size der gesammten 3. Abeinrichtungen in den Schulen 2c. Aufgabe des arbeitenden und Kolleginnen! Es ist ein für uns hochwichtiges Thema, das fertig gestellte" Brotestresolution" nicht abstimmen, sondern es Bolkes ist es, nach und nach die Size der gesammten 3. Abzur Diskussion steht, denn im Sommer dieses Jahres treten die gab der Vorsitzende bekannt, daß diese den" Christlichen Arbeitertheilung der Stadtverordneten- Bersammlung zu erobern.( Braufender Beifall). verschiedenen Branchen in der Bekleidungsindustrie zu einem verein" und den katholischen Knappenvereinen" zur AbstimRongreß zusammen, um zu berathen, ob eine Umgestaltung der mung unterbreitet werden würde. In der Diskussion nahm zunächst ein Lehrer bas Wort, der Nun, wir haben wirklich Frl. A It mann den Vorwurf machte, sie habe Licht und Schatten Organisation nöthig fei. Da ist es unbedingt erforderlich, daß alle Hochachtung vor so viel Liebesmüh, aber der inter- nicht gleichmäßig vertheilt, indem sie die Lehrerinnen als eine ein jeder Kollege und jede Kollegin in dieser Versammlung seine nationale Bergarbeiter Kongreß wird darum wohl doch statt- Art„ neue Vestalinnen", die Lehrer hingegen als strenge BuchtMeinung zum Ausdruck bringt. Agitire deshalb ein Jeder unter finden. feinen Berufsgenossen, daß diese Versammlung recht zahlreich meister hingestellt habe. Ihre Ausführungen seien geeignet, den besucht wird. Zu diesem Zweck sind Handzettel gedruckt und er- Berge bei Gr. Kreuz, ausgebrochen. Es sind den Arbeitern ihre Pflicht zu thun; über eine rein fachliche Frage zu diskutiren, Lohndifferenzen sind in der Ziegelei von Boßdorf, Gözer ganzen Stand" herabzudrücken. Die Lehrer bemühten sich nur suchen wir diese in dortiger Gegend unter den Berufsgenossen größere Lohnreduktionen angekündigt. Näheres darüber später. lei eine Voltsversammlung nicht der geeignete Ort. Maßrecht rege zu verbreiten. Die Handzettel sind bei folgenden Per- Es wird gebeten, den Zuzug fern zu halten. Nähere Mittheilung halten und nicht Splitterrichten halte er für die erste fonen in Empfang zu nehmen: Frau Döring, Putbuserstr. 40, giebt Karl Schweride in Deez bei Gr.- Kreutz. Die arbeiter Regel der Pädagogie, das möge auch die Referentin bes v. 4 Tr.; Restaurant Kuhlmey, Schönhauser Allee 29; Gieshoit, freundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Boyenstr. 40; Restaurant Gleinert, Fenn- und Müllerstr.- Ecke. Nächsten Montag Abend 82 Uhr findet eine öffentliche Verfammlung der Arbeiter in der Seifen, Stearin- und Talg fabritation statt zum Zwecke in dieſen Induſtrien.de der Besprechung der Sonntagsruhe thätigen beant, on ben betreffenden Orten als Muſiker tenntniß ihrer Klaſſenlage kommen und sich an den EmanzipationsEs sollen in dieser Versammlung zwei Kollegen gewählt werden, welche in einer vom Reichsamt des Innern einberufenen Enquete den Standpunkt der Arbeiter vertreten sollen. Es ist Pflicht jedes Arbeiters dieser Branchen, in dieser Verfammlung zu erscheinen, damit der Standpunkt der Seifenarbeiter in Sachen der Sonntagsruhe klar zum Ausdruck kommt. Ueber die Frage wird Reichstags- Abgeordneter Robert Schmidt referiren. Zu näherer Auskunft ist bereit der Vorsitzende des Vereins Die Ortsverwaltung -" " " Risiko der Arbeit. Jm Rohlenbergwerk Roschelew bei Bendzin stürzte ein Kohlenschacht ein. Elf Bergleute wurden getödtet, eine große Zahl schwer verletzt. " herzigen. Fräulein Altmann bestritt eine Beweihräucherung tönnen. Sie bleibe dabei, eine Lehrerin sei in Erinnerung der ihrer Person; die Eltern werden ihr feiner Unterstellung zeihen des Schneider und Schneiderinnen Berlin 3. selbst erlebten Sklaverei liebreicher zu den Kindern und zeige Achtung, Schuhmacher! Am Montag, den 9. April, bärt häufig viel tieferes Wissen und Neigung zu ihrem Beruf, als die der Verein deutscher Schuhmacher bei Ebert, Kommandantenstraße 72, eine tombinirte Mitgliederversammlung ab mit der fionen an. Mit nächster Woche wird bei der Arbeitsniederlegung Diskussion betheiligten sich noch Fräulein Wabniß, Frau Der Lohukampf in Zürich nimmt immer größere Dimen- Lehrer, welche da meinen, sie seien Männer und darunt Don höherer Einsicht.( Sehr richtig!) An der weiteren Tagesordnung: Wie stellen wir uns zur Gründung eines Ver- der Schreiner und Zimmerleute die Zahl der Streifenden auf bandes der Bekleidungs- Induſtrie?" In anbetracht der wichtigen dem Plate Zürich auf 12-1500 Mann anwachsen. Nach Abreise Röhn, Frau Haase, Rohrlack und Zubeil, welcher Tagesordnung werden die Kollegen ersucht, in dieser Versammi- der ledigen Genossen werden immerhin noch 800-1000 Mann noch ersuchte, jede gröbliche Ausschreitung der Lehrer, ärztlich lung recht zahlreich zu erscheinen. übrig bleiben, die ungefähr 2500 Fr. tägliche Unterstüßung be. begutachtet, der Schuldeputation zur weiteren Verfolgung zu Karl Germann, Flemmingstr. 16. dürfen. Die Unternehmer glauben, daß solche große Opfer melden und im übrigen für Trennung der Kirche von der Schule An die Barbier und Friseurgehilfen Deutschlands. für die Arbeiterschaft unerschwinglich sind und hoffen, daß die einzutreten. Am 28. und 29. Mai d. J. findet in Berlin ein Kongreß aller Streifenden entweder lahmgelegt werden oder daß die Zum Schluß gelangte folgende Resolution zur Annahme: im Barbier, Friseur- und Berrückenmacher- Gewerbe beschäftigten Nothlage der Arbeiter zu Ausschreitungen führe, die dann Die 2c. Bersammlung erklärt, im Einverständniß mit der Berfonen( Gehilfen, Bolontäre, Arbeiter und Arbeiterinnen in der Polizei und den Gerichten Veranlassung geben würden, einzu- Referentin, daß die Besserung der heutigen Zustände nur durch Haarhandlungen und Berrückenmacher- Fabriken u. f. w.) statt. schreiten. Jedenfalls werden sie sich hierin tauschen, die Streitenden das Volk für das Volk erreicht werden kann. Das Volk bezahlt Die Aufgabe des Kongresses soll es sein, die Lebenshaltung dieser werden sich nicht provziren lassen. In einem Aufruf, den das mit den Steuern die Lehrer und Lehrerinnen, hat also dann Personen, ihre Arbeitsverhältnisse in bezug auf Art und Dauer Bundeskomitee des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes an die auch das Recht zu fordern, daß die Schule eine Erziehungsder Arbeitszeit und der Ruhepausen( Ausgehtage, Sonntagsrube); schweizer Arbeiterschaft erläßt heißt es zum Schluß: Wir em anstalt im wahren Sinne des Wortes werde. Das ist aber nur ihre Lohnverhältniffe in bezug auf die Höhe des Geldlohnes und bei pfehlen, überall, wo es thunlich ist, Volksversammlungen ein- möglich, wenn jeder Einzelne dieses Werk fördern hilft durch Naturallöhnen die Beschaffenheit der Kost und der Schlafstätten; zuberufen, um über die Lage der Arbeiter und die Berechtigung Aufklärung über die Zwecke und Ziele der Sozialdemokratie, der die Einrichtungen der Innungen und andere Meisterorganisationen ihrer Forderungen zu sprechen. Für Referenten werden wir einzigen Verfechterin der Rechte des Volkes." für die Gehilfen als Herbergen, Arbeitsnachweise, Attest- und besorgt fein. Der sozialdemokratische Wahlverein für Teltow= Legitimationsbücher, Geschäftslotal- Ordnungen u. f. w. zu offen- Saffet Euch auf! Der Kampf der Bauhandwerker Zürichs Beeskow Storfow Charlottenburg hatte baren und über Mittel und Wege zu berathen, welche auf Ab- ist auch Euer Kampf; ihr Sieg wird auch Euer Sieg sein. 5. d. Mts. eine öffentliche Versammlung veranstaltet, die stellung und Beseitigung der hier herrschenden Uebelstände hinSeid mit Eurer Hilfe rasch bei der Hand, denn rasche Hilfe von Genossen und Genossinnen zahlreich besucht war. zielen. Es ergeht an alle Kollegen das dringende Ersuchen, die ist doppelte Hilfe. Genosse Timm- Berlin sprach hierfelbstüber die soziale Beschickung dieses Kongresses durch Delegirte aus möglichst allen Alle Gaben sind an unsern Kassier, E. Hug, Drahtzugstr. 25, Entwickelung der Arbeiterbewegung und fanden seine Städten Deutschlands als eine zu ihrem Wohle gebotene Pflicht Bürich V, zu senden. fesselnden Darlegungen lebhafteste Anerkennung. Mit dem zu betrachten und mit allen Kräften zu ermöglichen. Ein Flug- Ju Lausanne( Schweiz) waren während der Osterfeier bes Wahlvereins stattfinde, in welcher u. a. auch die Neus Hinweise darauf, daß in zwei Wochen die Generalversammlung blatt, welches zu diesem Zwecke allerorts zur Vertheilung gelangt, tage die Delegirten des Lithographenbundes versammelt; wird hierfür den Vorstoß geben, und wir hoffen, daß alle den 26 Delegirte vertraten 10 Gettionen mit etwa 260 Mitgliedern organisationsfrage auf der Tagesordnung steht, wurde die Verfenden Kollegen daran anschließend für ein erfolggekröntes Ge- Beschlossen wurde, mit den Arbeitgebern über die Einführung sammlung geschlossen. lingen unseres Vorhabens eintreten werden. des neunstündigen Arbeitstages in Unterhandlung zu treten; die Was die See verschlingt. Vor kurzem fand in Ostende Gründung einer Kasse für Stellungslose wurde abgelehnt. Es wird den Sektionen freigestellt, ob sie den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern wollen oder nicht. Anträge zu diesem Kongresse ersuchen wir bis zum 25. April an den Unterzeichneten einzusenden. Mit follegialem Gruß Der Vorstand des Verbandes der Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. Zuschriften und Anfragen sind zu richten an P. Heidmann, Pferdemarkt 40, II, Hamburg. Alle arbeiterfreundlichen Zeitungen werden um Abdruck und Notiznahme gebeten. Versammlungen. am ein Trauergottesdienst für die während der letzten 25 Jahre auf See verunglückten Ostender Fischer statt. Ein bei der Feier ver theilter Gedenkzettel führt die Namen von 449 Fischern auf, die von 1869 bis 1894 gestorben sind; 134 hiervon sind auf dem Meere umgekommen. Das ungünstigste der erwähnten Jahre war 1891, in welchem von 38 gestorbenen Fischern 24 in den Wellen den Tod fanden, das günstigste 1874, in welchem das hiesige Fischergeschwader feinen einzigen Verlust von Menschenleben auf See zu verzeichnen hatte. Außer den Fischern und deren Angehörigen dürfte wohl schwerlich einer der Theilnehmer an dieser mit großem Pomp ausgeführten Feier an das elende Loos gedacht haben, das dem Fischer zu theil wird. Stellt man Der Verband der deutschen Gold: und Silberarbeiter Achtung, Tischler, Stellmacher! Zuzug nach Oldesloe( Bahlstelle Berlin) beschäftigte sich in der letzten Sitzung mit den Anträgen zum Verbandstag. Kollege Faber als Referent tritt ( Holstein) ist streng fernzuhalten. Da die Inungen sich äußern, für eine Arbeitslosen- und Krantenunterstügung ein und bezeichnet von Hamburg Kräfte heranzuziehen, so möchten wir die diese Einrichtung als den wesentlichen Bestandtheil einer Orga- Betrachtungen an über die Beschäftigung des Fischers, der, Hamburger Kollegen und Genossen darauf aufmerksam machen, nifation. Es entspinnt sich hierüber eine lebhafte Debatte fast während er Austern, Hummern und sonstige Delikatessen für des ja nicht nach hier zu kommen, denn hier blühen keine Lorbeeren. Unsere Forderungen sind: Zehnstündige Arbeitszeit und 6 M. ausschließlich für diesen Antrag, dem sodann die Versammlung Reichen Tisch besorgt, dem Tode stets ins Auge zu blicken hat für Stellmacher, 1 M. für Tischler; für außer Roſt und Logis zustimmt. Zu Punkt Verschiedenes wird aus der Mitte der Ber- und dabei doch ein fümmerliches Dasein fristen muß, so fäät arbeitende Gefellen 30 Bf. pro Stunde, sowie 40 Pf. für Nach macht, der die lebhafte Entrüftung in der Versammlung hervorruft. bei. Daran zu erinnern wird freilich der Geistliche bei der Feier defeuen Bo fur. für aber oft und fammlung ein Fall ungeheurer Lehrlingsmißhandlung bekannt ge- einem der ganze Jammer unserer heutigen Wirthschaftsordnung arbeit. Briefe und Sendungen sind zu richten an di. Wehnert, Tischler, Segebergerstr. 30. Alle arbeiterfreundlichen Blätter Mit der Gehaltsfrage der Lehrer und Lehrerinnen unterlassen haben. werden gebeten, vor Zuzug zu warnen. 7 und mit der weiteren Frage: Welches Interesse haben P Möbel- Magazin Berlin W., Bremerstr. 67. Otto& Slotawa, Tischlermeister. 5729L Sarg- Magazin und Beerdigungs- Comtoir. Oranienstraße 201 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3. Oranienstraße 201 Zum Arbeiterfreund Geschäft für Herren- u. Kuaben- Garderobe, et hochfeinen gutter, elegante façons 34 3, 10, 12, 14, 16, 18-30 m. 8000 Rock- u. Jaquet- Anzüge, alle Farben, hochbekannt durch strenge Recllität, solide Ausführung und billigte Preise, empfiehlt zur Saison 20 000 entzückende Sommerpaletots moderne Façons zu 8, 10, 12, 14, 16-28 M. Elegante Kammgarn- Rock- und Jaquet- Anzüge zu billigsten Preisen. Knaben- und Burschen- Baletots sowie Anzüge halb umsonst. Arbeiter- Garderobe, Hoſent, alle Nähte doppelt genäht, unzerreifbar, 8000 Einſegnungs- Anzüge, Bestellungen nach Maaß innerhalb 24 Stunden ohne Preiserhöhung.[ 56631. hekannt durch die große Haltbarkeit, zu halben Preisen, von 1 Mart an. Ware, bekommt 24 Zum Arbeiterfreund DER Oranienstraße 201 Arbeiter! Genossen! Kauft nur Cigarren mit der Kontrollmarke der Tabakarbeiter. DIVEREIN MAURE 25 HALLE Marken z. quittiren von ParteiBeiträgen * empfiehlt allen Genossen die Quittungsmarken und Kautschuk- Stempelfabrik von Conrad Müller, Schkendih- Leipzig. Preisliste gratis und franto. PP Alle Uhren 54621.* Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Gigarren unter Garantie des Gutgehen für werden sauber und sorgfältig reparirt mit der Kontroll- Schuhmarke der Tabakarbeiter. 1,50 Mark( außer Bruch) bei Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Veröffentlichung beruht auf Täuschung. S. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 15. H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4. R. Fiebig, Böckhstr. 21. Guft. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Michaelis, Alexandrinenstr. 40. H. G. Schmidt, Gräfestr. 68. Carl Schonheim, Gräfestr. 8. Julius Stark, Schönleinstr. 10. SO. Carl Abert, Bücklerstr. 6. Behnke n. Kinzel, Schmidstr. 21. Carl Böhlert, Mariannenstr. 5. G. Carl, Admiralstr. 25. G. Fischer, Staligerfir. 128. George, Mariannenstr. 35. Theodor Goecke, Wrangelfir. 125. E. Gozda, Manteuffelstr. 8. A. Kunze, Forsterstr. 2. desgl. Grünauerstr. 34. Lobbes, Adalbertstr. 58. * Wilh. Mertens, Cuvrysir. 34. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26. Stübner, Reichenbergerstr. 157. Herm. Wicht, Dresdenerstr. 16. SW. W. Kinzel, Alexandrinenstr. 103. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. E. Schulze, Friesenstr. 23. 0. Louis Anders, Krautstr. 16. August Dahufe, Roppenstr. 98. A. Gräff, Holzmarktstr. 42. August Heck, Gr. Frankfurtersir. 4. desgl. Weidenweg 96. Th. Hodde, Langestr. 108. * August Motes, Posenerstr. 11. A. Neumann, Markusstr. 1. Johann Schirlis, Holzmarktstr. 63. Otto Schreiber, Blumenstr. 51c. Rich. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Otto Unterberg, Koppenftr. 8-9. B. Unterlauff, Frankfurter Allee 117. Gustav Vogel, Koppenstr. 88. W. Wolf, Andreasstr. 60. P. Wotschke, Andreasstr. 3. C. * Robert Drescher, Linienstr. 50. Max Flataner, Landsbergerstr. 72. J. Mamlok, Barnimstr. 42. Carl Blauzwirn, Linienstr. 21. Oranienburger Vorstadt. Adolf Adelt, Reinickendorferstr. 64b. * Louis Dechand, Ruheplatstr. 24. Franz Frank, Köslinerstr. 2. Paul Franke, Eichendorffstr. 15. Wilhelm Göppuer, Fennstr. 1a. Jakob Götting, Lindowerstr. 9. August Hintze, Pankstr. 14a. Fr. Jordan, Reinickendorferstr. 37 a. Oskar Kloje, Reinickendorferstr. 20. Paul Müller, Hochstr. 2a. Franz Noffte, Borsigftr. 28. Paul Pflug, Reinickendorferstr. 39. Wilh. Steinbach, Antonstr. 1. A. Tieh, Juvalidenstr. 124. Carl Werner, Gerichtstr. 25. Rosenthaler Vorstadt. Reinhold Anders, Strelitzerstr. 45. Carl Basemann, Prinzen- Allee 57. W. Winkler, Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, gegenüber der Dantes- Kirche. Lager aller Arten Uhren, Uhrketten Martin Klein, Uhrmacher, 5464L* S. Baumgarten, Swinemünderstr. 48. 25 Neue Hochstr. 25 Franz Döring, Ruppinerstr. 21. R. Gefelle, Ruppinerstr. 19. Gustav Hennig, Coloniestr. 147. August Hirte, Swinemünderstr. 67. Hermann Hirte, Stettinerstr. 59. Emil Höhne, Ackerstr. 89. Löffler, Badstr. 42-43. B. Moritz, Bernauerstr. 18. Hermann Vogel, Denuminerstr. 62. C. Walter, Sussitenstraße 85. May Winkelmann, Ackerstr. 153. Georg Wolter, Ackerstr. 58. H. Zechert, Putbuserstr. 37. Schönhauser Vorstadt. Wilhelm Brall, Swinemünderstr. 4. C. Herm. Diet, Pappel- Allee 2. * Johann Hahu, Fehrbellineritr. 3. Lorenz Heidemann, Danzigerstr.10. Rudolf Maguus, Weinbergsweg 10. 2. Malfowitz, Kastanien- Allee 95/96. H. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. Gustav Binner, Treścowstr. 32. Aug. Schönfeld, Danzigerstr. 16. NO. Hermann Bailoff, Pallisadenfir. 79. Beyer, Landsberger Allee 131. S. Kraft, Landsbergerstr. 112. Gebr. Lewy, Marienburgerstr. 37. Gustav Mirak, Georgenkirchstr. 12. Jakob Reul, Höchstestr. 21, 2 Tr. Gustav Richter, Landsberger- Allee 145 NW. Paul Böning, Bremerstr. 56-57. Robert Keru, Stromstr. 45. Joh. Bösenberg, Beusselstr. 64. G. Reinde, Stromstr. 5. Rudolf Runge, Rostockerstr. 13. Carl Stiller, Stephanstr. 24. Stralau- Rummelsburg. Julius Malik, Dorfstr. 17. Theodor Ritter, Kantstr. 6. J. Ulbrich, Schillersir. 1. Friedrichsfelde- Lichtenberg. Wiesner, Prinzen Allee 24. Anton Kopp, Friedrich- Carlstr. 4. Rixdorf. Heinrich Barth, Berlinerstr. 136. Weissensee. Emil Apitsch, Langhansstr. 135. Gustav- Adolfstr. 16. Schröder, Königs- Chaussee. empfiehlt sein Lager aller Arten Wand- und Laschen- Uhren. Reparaturen zu soliden Preisen Kinderwagen in großer Auswahl. Wirklich billige und reelle Preise. Auch auf Abzahlg. 1 Tr. Wilh. Müller, Grüner Weg 112, Nur Hüte mit ArbeiterKontroll- Marke führt Genosse 0. Gerholdt Dresdenerstr. 2 ( am Kottbuser Plaz). Jede Uhr repariren u. reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1,50 M., außer Bruch, fleine Reparaturen billiger. Großes Lager neuer u. gebrauchter Taschenuhren, Regulatoren u. Wecker 2c. Alle Arten Ketten, sowie Brillen, und Pincenez. 58352* Carl Lux, 34. Chausseestr. 34. Bitte genau auf No. 34 zu achten. 1000 Damen!!! Regenmäntel, Frühjahrsjaquets, Capes u. Kinderanzüge à 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 M. u. f. w. Landsbergerstr. 48, 1. Schuhe und Stiefel mit Kontroll- Marke. Allen Freunden u. Genossen empfehle mein anh- und Stiefel- Geschäft. Große Auswahl in Herren-, Damenund Kinderstiefeln zu den billigsten Preisen. 5465L* L. Zaake, Küstriner- Platz Nr. 8. Georg Erober, Stónigo- Chauffer Fleisch- Halle. E Burque, Markstr. 5. Reinickendorf. F. Schellenberg, Scharrnwebersir. 107. Tempelhof. August Neisen, Berlinerstr. 44. _ Neumeldungen von Fabrikanten sind persönlich bei Louis Dechand, Ruheplatstraße 24, sowie beim Unterzeichneten zu machen. Neue Marken sind ebenfalls dort, sowie auch an den mit bezeichneten Stellen der betr. Bezirke zu entnehmen. Die Kontroll- Kommission der Tabakarbeiter. J..: Carl Butry, Stralsunderstr. 17, II. Möbel, 322/16 Detailverfauf zu Engros Viehhofs= preisen: Rindfleisch 50-60 Pf., KalbFleisch 50-60 Pf., Schweinefleisch 55 bis 60 Pf., Hammelfleisch 45-55 Pf. Holzmarktstraße 19, Ecke Michaelfirch- Brücke. Siegfried Bornstein. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuth- Straße 2. ම Soeben erschienen: Des Seemanns Leben und Leiden. Zur Warnung für Die aus dem Binnenland, zur Mahnung für Die von der„ Waterkant" nach aktenmäßigen Belegen getreu der Wahrheit geschildert. 8° 64 Seiten mit Umschlag. Preis 40 Pig., Porto 5 Pig. In feinem fapitalistischem Betriebe ist die Ausbeutung der menschlichen Arbeitstraft so raffinirt schamlos und grausam, wie im Schifffahrtsgewerbe, nirgends wird mit Leben, Ehre und Gesundheit der Arbeitskräfte so gewiffenlos umgegangen wie hier, nirgends ist der Arbeiter so wehrlos den Mißhandlungen brutaler Vorgefeßter ausgefeßt, als auf unseren" Schiffen. In zwölf Kapiteln verbreitet die Schrift an Hand von aftenmäßig feststehenden Vorkommnissen flares Licht über diese leider zu wenig getannten Thatsachen und zeigt zugleich den Weg, den die ausgebeuteten Seeleute beschreiten müssen, wenn sie eine Befferung ihrer Lage herbeiführen wollen. Die Kapitel lauten: Was wollen wir? Der Seemannsberuf und das Kapital. Behandlung der Seeleute an Bord. Die Seemannsordnung ist kein genügender Schuh der Seeleute.- Die Disciplinargewalt des Kapiläns und der Schiffsoffiziere. Rechtsprechung des Seemannsamites. Ausbeutung der Seeleute. Seelenverkäuferei. Tuxus und Elend an Bord. Ruf, Seeleute vereinigt euch. Die Zukunft der Sozialdemokratie. Von 3. Dietgen. Mener Abdruck mit einem Vorwort und Nachtrag. 8° 16 Seiten mit Umschlag. Preis 10 Pig., Porto 3 Pig. Die Schrift ist eine alte Antwort auf die alte Frage: Wie wird es im Bukunftsstaate aussehen? Zum ersten Mal erschien die Broschüre in der Attentatsperiode 1878. Der Verfasser wurde verhaftet und am Vorabend vor Pfingsten mit einem Bagabunden zusammengefesselt ins Kölner Arresthaus transportirt, nach zwei Monaten endlich prozessirt, freigesprochen, wiederum gefesselt und verhaftet, abermals fretgesprochen, aberinals verhaftet, bis endlich der Kaffationshof in Berlin dieser Illustrirung des deutschen Rechtsstaates ein Ende machte und Schrift und Berfasser fret gab. Wenige Tage später wurde die„ Butunft der Sozialdemokratie" fozialistengesetzlich verboten. Die Schrift ist heute doppelt lefenswerth; fte zeigt und sagt, daß und wie die Sozialdemokratie ihre Sutunft schafft. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Buchhandlung des„ Vorwärts. Die Firma besteht seit 1873. Gardinen GESCHAFTSHAUS HEINE Portièren und Tischdecken. Neue stilvolle Muster in grosser Auswahl zu aussergewöhnlich billigen Preisen. Teppiche in unübertroffener Auswahl, garantirt fehler lose Waare, zu erstaunlich billigen Preisen. Gardinen- Reste für 1, 2 oder mehr Fenster pass., äusserst wohlfeil. Neuheiten 5961L* ERLIN, N CHAUSSEESTR.14. in Steppdecken, Bettdecken, Schlafund Reisedecken. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. ( Eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Beabsichtigte und unbeabsichtigte Täuschung seitens der Konkurrenz veranlaßt uns, unser Fabrikat durch eine Marke zu schützen, die wir hiermit Volsterwaaren und Möbel, den werthen Genossen und Genossinnen bekannt geben und zu beachten bitten. solide Arbeit, in eigener Werkstatt ge56252* fertigt. A. Mann, Tapezier und Dekorateur, Prinzenstr. 74( n. d. Morigplay). Schneidermeister, Spiegel und Polster- Waaren. E. Strauss, Blumenstr. 46, Ausstattungen in Mahagoni u. Mußbaum; Küchen- empfiehlt sich unter Garantie zur Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend SCHUTZMARKE ( Eingetrag. Genossenschaft m. b. H.) Mit dieser Marte ist jedes unserer Brote belegt, und bitten wir bei möbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco.* Anfertigung gut pafsender Herren- Forderung von Genossenschafts- Brot darauf zu achten, daß das verabreichte Franz Tutzauer, spidertr. 25. Solide Preiſe. Berlin S.0., garderobe. Lager v. Stoffen z. Ausw. Brot diefe Marke trägt. 57632 197/19 Der Vorstand. Größte Damen- n. Mädchen- Mäntel- Fabrik des Südostens. 1. Geschäft: Oranienstrasse 29, Ecke Adalbertstrasse. Siegfried 2. Geschäft: ried Lazarus. Dresdenerstr. Grösste Auswahl in allen Neuheiten. am Kottbuser Thor. 135, 5939L* Regenmäntel in besten Stoffen von 7-10, 15, 25 Mt. Regenmäntel mit abnehmbaren Kragen 10, 12, 14-30 Mt. Promenaden-Mäntel von 12, 15-36 Mt. Schwarze Jaquets. Schwarze Capes, Kragen, schwarz und farbig 6, 8, 10, 20-25 Mt. Helle Jaquets von 5 Mt. an. Mädchenmäntel von 2 Mk. an. Außerordentlich billige Preise. E Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pöhsch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.