Nr. 337.- 33.Iahrg. kdonniment!-ge„R j e tsch' erfährt: Dje Sitzungen der Duma sollen nur zwei bis drei Wochen dauern, um das Budget zu beraten. Die Hauptarbeit werde in den Kommissionen liegen. ES werde wenig oifizielle Debatten geben. Der Minister des Innern Chwastow werde eine kurze Regierungs- erklärung verlesen. Vor der Einberufung der Duma solle im Kabinett ein Wewsel geplant sein. Teuerung und Zensur in Rußlanü. Im Anschlutz an das Gespräch des neuernannien Verkehrs- Ministers Trepow mit den Vertretern der Presse schreibt die„Nowoje Wremja' vom 17. November folgendes:„Das, was augenblicklich vorgeht, erlaubt leider dem Bürger noch lange nicht, seine tief ein- gewurzelte pessimistische Auffasiung von der Möglichkeit der recht- zettigen Beschaffung der notwendigsten Lebensmittel aufzugeben. Diesen Pessimismus zu besiegen— ist selbstverständlich keine leichte Aufgabe. Und von diesem GcsichtSpunkle aus erscheint der Austuf TrepowS an die Puffe und sein Hinweis auf die Unter- st ü tz u n g, die sie dem Minister gewähren kann, natürlich nur als eine Bitte um Kredit für Rechnung zukünftiger tat« sächlicher Ergebnisse der Tätigkeit des neuen Ministers. In dem besonderen Tätigkeitsgebiet deS Ministers aber, dem er sich widmen will, haben die Worte des Ministers selbst, ebenso wie der Puffe, über eine künftige Tätigkeit besonders geringen Wert. Die Presse kann nur wie in einem Spiegel die wirkliche Lage der Nahrungsmittelversorgung im Lande wiedergeben und gegen Untätigkeit und Mitzbräuche ankämpfen. Leider ist im Augen- blick auch in dieser Beziehung die Preffe von der Zensur in eine solche Zwangslage versetzt worden, datz ihre Mit- Wirkung in der Aufdeckung von Mitzbräuche», die Trepow erbat, bis zum äutzersten eingeschränkt ist.* Erzbischof v. Hartman» beim papsi. Rom, 26. November.(W. T. B.) Erzbischof v. Hart- mann begab sich heute vormittag in den Vatikan, wo er mit dem Kardinal, Staatssekretär Gasparri, eine lange Besprechung hatte, und besuchte später den päpstlichen Oberstkämmerer Sanz de Semper. Vom Papst wird Erzbischof v. Hartmann morgen empfangen werden. Parteitag See rumänischen Sozialöemokratie. Die rumänische sozialdemokratische Partei hielt vom 7. hi§ zum 9. November in Bukarest ihren vierten ordentlichen Parteitag ab. Einem Bericht der Wiener.Arbeiler-Zeitung' entnehmen wir, daß im Mittelpunkt der Kongrcfeberatungen die Frage des KampseS für Frieden und Neutralität stand, die dadurch noch an Bedeutung ge- wann, daß auch die Fragen der Organisation und der Propaganda unter dem Gesichtspunkt der Ausnutzung der energischen und um-.. fassenden Aktionen erörtert wurden, die die rumänische Partei seit Kriegsbeginn im Lande unternommen hat. Schon aus der großen Volksversammlung, die dem Parteitag am Abend des 6. d. M. vorausging, kündigte sich der überragende Einfluß der Kricgsereignisse auf die Kongreßberatungen an. Die Versammlung protestierte energisch gegen die Forderung der Russophilen, daß die rumänische Regierung das russische Heer über die Dobrudscha gegen Bulgarien marschieren lasse. Am Sonntag, den 7. November, begann der Kongreß seine Tagung. Vor Eingehen in die Tagesordnung wurde eine Sympathie- kundgebung für die»dem Gedanken des Internationalismus treu- gebliebenen Genossen, die die Taktik des Burgfriedens verwerfen*, beschlossen. Dann erstattete der Vorsitzende, Genosse Malinese u, den Tätigkeitsbericht über die Zert vom 1. Januar 1914 bis heute. Von der Tätigkeit der Partei bis zum Kriegsausbruch ist hervorzu- beben ihre Beteiligung an den Wahlen im Mai vorigen JahreS. Obwohl die Arbeiter in Rumänien kein Wahlrecht besitzen, griff die Partei in den Wahlkamps ein, um die Forderung nach dem all« gemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht für alle Bürger, auch die derzeit als Ausländer betrachteten Juden, und die Forderung nach Expropriierung des Latifundienbesitzcs der Bojaren in die breiten Massen zu tragen. Wenn die Partei unter diesen Umständen in den sieben Städten, in denen sie kandidierte, 219ö Stimmen auf sich vereinigte, so war das immerhin ein schöner Erfolg. Weit um- fassender gestaltete sich freilich der gleich nach der Wahlbewegung einsetzende Kampf für den Frieden, der die Partei, trotz der Ungunst der politischen Verhältnisse und ihrer verhältnismäßig ge- ringen Stärke, zum Sprachrohr der unterdrückten Arbeiter- und Bauernmassen gemacht hat. Die von ihr veranstalteten 284 großen Volksversammlungen und fast eine halbe Million verschiedener Flugblätter, die im Lande verbreitet wurden, kennzeichnen die Energie und Intensität, mit der unsere rumänischen Genossen in der schicksalsschweren Kriegs- zeit den Kampf für den Frieden geführt haben. Nach den Berichten über die Frauenorganisation und die Presse ging der Parteitag zur Erörterung der auf der Tagesordnung stehenden Organisationsfragen über, die die beiden ersten Sitzungs- tage ausfüllten. Am dritten Tage berichtete zunächst F r i m m über »Wahl- und Agrarreform*. Er wies insbesondere auf den Zu- sammenhang zwischen der gegen die liberale Regierung mit ihrem Resormprogramm gerichteten Aktion der konservativen Kriegshetzer und der Gegnerschaft dieser Konservativen gegen die Reformen hin und forderte daher, daß die Aktion der Partei für den Frieden Hand in Hand mit dem Kampfe für die Reformen gehen möge. Genosse Rakowski erstattete den Bericht über die zweite Balkankonferenz und sodann über die Z im me r w a l d e r Konferenz. Der Kongreß beschloß einstimmig, an das von der Zimmerwalder Konferenz eingesetzte Bureau in Bern eine Zn- stimmungsdepesche zu senden.(Den Wortlaut dieser Depesche haben wir dieser Tage mitgeteilt.) Der letzte Punkt der Tagesordnung lautete:.Die Sozial- demokratie und der Krieg*, worüber Genosse Calin referierte. Auch dieses Referat bewegte sich im wesentlichen auf dem Boden der Zimmerwalder Beichlüsse. Eine nach kurzer Debatte beichlosiene Resolution erklärt, daß der Kongreß die Beschlüsse der valkankonfcrenz wie die der Zimmerwalder Konferenz zu den seinigen macht. Außerdem wurde beschlossen, am 12. Dezember im ganzen Lande Versammlungen abzuhalten, in denen ein energischer Feldzug für die Durchführung der geforderten Re« formen sowie gegen die Kriegshetze eingeleitet werden soll. An der Bukarester Versammlung sollen auch Delegierte aus der Provinz teilnehmen._ politische Uebersicht. Aufklärung. Kürzlich hatte ein Delegierter V. Heydebrink in der .Kreuz-Zeitung* gefordert, die Regierung solle nicht nur durch die Zensur eine allzu scharfe Kritik der Lebensrnittel- berhältnisse verhindern, sondern auch die Zeitungen zur Auf- nähme von.aufklärenden" Artikeln zwingen. Eine ahn- lichc Forderung erhebt jetzt Rittergutsbesitzer v. Bodelschwingh in der„Deutschen Tageszeitung": .Es sei hier an die Regierung die Bitte gerichtet, in einer gemeinfaßlichen Darlegung der Oeffentlichkeit zu unterbreiten, welche Umstände zurzeit eine Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugungskosten herbeiführen. Aus eine solche Aeußerung dürKe die Landwiriichast um so eher Anspruch haben, als auch Maß- nahmen der Regierung dazu beigetragen haben, die Erzeugungs« kosten sowohl wie die Preisspannung zwischen Abgabe und Ver- brauch zu steigern. Es genügt, an die lange Unterlassung der Höchstpreisfestseyungen für Mehl und Futtermittel, sowie an den teueren Betrieb der KriegSgetreide- f e s e l l s ch a f t zu erinnern. Die Aufnahme solcher regierungs» eiligen Darlegungen sollte dann allen Zeitungen zur Pflicht gemacht werden. Unter dem Kriegszustande dürfte die Handhabe dazu unzweifelhaft vorhanden sein." Versuche, Zeitungen zur Aufnahme bestimmter Artikel zu zwingen, sind bekanntlich im Anschluß an den Loebell- schen Erlaß zur Beeinflussung der Presse gemacht, aber sehr bald wieder als ungesetzlich aufgegeben worden. Neue Ver- suche dürften daher wohl nicht unternommen werden. Die Forderung Bodelschwinghs entbehrt jedoch nicht einer gewissen Komik, sofern sie der Regierung nahelegt, die Re- gierung möge die Darstellung ihrer eigenen Unterlassungs- fänden zwangsweise verbreiten lassen. Dazu dürfte bei der Regierung indessen wenig Neigung vorhanden sein. Tie Herstcllnngskostcn in der Landwirtschaft. Der„Franks. Zeitung* wird aus dem Großherzogtum Hessen von einem landwirtschaftlichen Fachmann geschrieben: Die Ausführungen des Herrn Dr. Wendorff- ToitzmüsscnfürdiehiesigeGegendalSdurchauS richtig anerkannt werden. ES sind eigentlich nur die industriali- sierten großen landwirtschaftlichen Betriebe, die Schweinemäste- ceien und reinen Abmelkwirlschaften, die darunter besonders Not leiden, daß ihnen die früher vom Ausland gelieferten Futter- mittel fehlen. In den übrigen Betrieben wird davon schon immer verhältnismäßig wenig angekauft, und jetzt hat in diesen Wirt- schaften der Zukauf infolge der hohen Preise schon längst ganz aufgehört. Die Mehrzahl der Landwirte hat also in den ge- imnnten Artikeln nicht nur keine größeren, sondern überhaupt gar keine Ausgaben. Leider reizen die hohen Preise von Gerste, Heu und Kartoffeln dazu, diese Stoffe nicht in dem Umfange me früher als Viehfutter im eigenen Betrieb zu verwenden, und die Folge davon ist, daß die Erzeugung tierischer Produkte zurück- geht. Aber in sehr viel höherem Maße steigt auch schon wieder ihr Preis. Tatsächlich ge sieht i m privaten Gespräch jeder Landwirt in hiesiger Gegend zu, daß es ihm wirtschaftlich noch niemals so gut ergangen ist wie gegenwärtig. Und Rechner von ländlichen Spar- und Darlehenskassen wissen zu berichten, wieviel mehr Geld den Kassen im Herbst 1915 zufloß als in früheren Jahren. Die Erfahrungen Dr. Wendorffs, der in Pommern wohnt, scheinen also doch nicht für die Frage gänzlich bedeutungslos zu sein, wie die konservative Presse glauben machen will. Auch in Hessen, wo die Produktionsverhältnisse wesenUich anders sind als in Pommern, teilt man Wendorffs Urteil über die günstige Lage der Landwirtschaft. Die»Deutsche Tageszeitung" wehrt sich begreiflicher- weise sehr heftig gegen die Feststellungen Wendorffs. Sie hat sich eine besondere»Wendorff-Mappe* von Zuschriften Zugelegt, aus denen sie sogar persönliche Verunglimpfungen des liberalen Ab- geordneten veröffentlicht. DaS»Berliner Tageblatt*, das den Artikel Wendorffs abgedruckt hat, bezeichnet eine derartige»Widerlegung* mit Recht als»Unanständigkeit*. Wieder ein Hahgesang. Die»Deutsche Tageszeitung* veröffentlicht ein Gedicht von Georg von Kries»Der Gefangene in England*. Der Ge- fangene beklagt sein Geschick, daS ihm nicht gestatte, mit den Käme- raden an der Front zu fechten, und fährt fort: Wir liegen hier wie die Bettler im Frost bei offner Tür, Wir können für Deutschland nicht fechten, wir hungern nur dafürl Doch horch I Propeller dröhnen entlang am Themsestrand l Daß jede Bombe dich träfe, verfluchtes Engeland, Bis Londons Fabriken in Asche, in Trümmern sein Bankpalast l Daß jede Bombe euch sagte: So haben wir euch gehaßt! Und träfe die Bombe nus selber, wir klagten darüber nicht, DaS wär' ein Ende der Oualen und besser wie englisch Gericht! Wir stürben wie andere Krieger mit unfern Feinden zugleich! Nun fühlen wir, wie die Hunde, nur unsrer Gegner Streich. Die andern sterben im Kampfe und ruhmreich fließt ihr Blut, Wir sterben ohne Ehre an Jammer, Haß und Wut! Wir hatten eigentlich geglaubt, die Zeit der Haßgesänge sei vorüber, aber dieses Machwerk belehrt unS eines besseren. Immerhin. wenn Herr v. KrieS und die»Deutsche Tageszeitung* durchaus Haffen wollen, so haben wir nichts dagegen, nur sollten sie sich darauf beschränken, ihren»Jammer, Haß und Wut* an erweislich wahren Tatsachen zu nähren. Bis jetzt haben wir aus amtlichen Mitteilungen immer erfahren, daß die Gefangenen in England ver- hältnismätzig gut behandelt werden und weder Frost noch Hunger zu erdulden brauchen, und wir möchten daher annehmen, daß der »Dichter* Georg v. KrieS überall, nur nicht in einem englischen Gefangenenlager zu suchen sein wird. Das tägliche Srot. „Abwarten"! Wolffs Bureau meldet:„Der Beirat der Reichs- p ü f u n g s st e l l e für Lebensmittelpreise trat in seinem Aus- schuß für Milch, Butter. Käse und Eier am Freitag unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Lusensky zu seiner dritten Sitzung zusammen. In einer eingehenden Aussprache über die Verbrauchsregelung der Butter und sonstigen Fette wurde festgestellt, daß von einer allgemeinen Butternot keine Rede sein könne. Für die Behebung der Schwierig- leiten, die sich an einzelnen Stellen in der Butter- Versorgung ergeben haben, wurden verschiedene, wohl durchführbare Vorschläge gemacht. Auch über Vorteile und Nachteile der Nnführung von Butter- und F e t t k a r t e n für das ganze Reich wurde eingehend ver- handelt. Einige Zweifelsfragen über die Butterpreisregelung wurden aufgeklärt, eine zusammenfassende Veröffentlichung darüber wurde in Aussicht gestellt. Uebereinstimmung herrschte in der folgenden Erörterung über die Grundsätze zur Rege- lung der Herstellung und Preisgestaltung von Käse. Bei der weiter zur Besprechung gestellten Frage der Regelung des Eierverbrauches und der etwaigen Festsetzung von Höchstpreisen für Eier bestand Uebereinstimmung, daß weder eine V e rb r a u ch s r c g e l nn g noch eine Preisfestsetzung von Reichswegen zurzeit zweckmäßig sei. Es wurde empfohlen, die Weiterentwickelung der Verhältnisse zu- nächst a b z u w arten." Dieser Bericht über die neuesten Feststellungen und Be- schlüsse des Unterausschusses wird in den Kreisen der Konsu- menten das größte Erstaunen hervorrufen. Von einer allgemeinen Butternot könne angeblich keine Rede sein; die Einführung von Butter- und Fettkarten ist zwar diskutiert, aber nicht beschlossen worden: Höchstpreise für Eier werden nicht festgesetzt: d. h. eine Reihe dringlicher Maßnahmen unterbleiben wiederum, bis die Verhältnisse noch unleidlicher geworden sind und eine Besserung so gut ivie unmöglich sein wird. Im Plenum des Reichstages wird hoffentlich diese Saumseligkeit und Unentschlossenhcit mit der Schärfe kritisiert werden, die der Presse leider versagt ist. Höchstpreise für Malzkaffee. Graupen und Haferflocken. Die Reichs-Futtermittelstelle gibt bekannt: Höchstpreise sind festgesetzt für Gersten- und Malzkaffee, für Graupen und Grütze sowie für Haferflocken. Hafergrütze und Hafermebl. 1. Mit dem Verband der deutschen Getreidekaffeefabrikanten ist vereinbart worden, daß für den Verkauf an den Verbraucher folgende Höchstpreise nicht überschritten werden dürfen: für Gerstenkaffee, lose in Säcken 49 Ps. für 1 Psd, » Malzkaffee,,.. 50, ,1» ,, in geschl. Paket. 55.»1 Pjd.-Paket. 2. Mit der Graupenzentrale G. m. b. H. in Charlottcnburg ist vereinbart, daß als Kleinhandelspreise für den Verkauf an Verbraucher zu gelten haben: für Grütze und G r a u p e n Nr. 6 40 Pf. für 1 Pfd. »Graupen»5 42» ,1. »»» 4— 3 43,, 1» »»» 2— 1 45,»»» „ 0— 8/o 49»»»» Für Gerstenmehl ist ein Höchstpreis von 29 Pf. für das Pfund für den Kleinhandel festgesetzt. 3. Mit der Haser- Einkaufsgesellschafl m. b. H. ist vereinbart worden, daß bei dem Verkauf der Erzeugnisse der Haseruährmittel- fabriken an Verbraucher folgende Höchstpreise einzuhalten sind: für Haferflocken und Hafergrütze lose in Säckeft 65 Pf. für 1 Pfund, für Haferflocken und Hafergrütze in Paketen 65 Pf. für daS 1 Pfund-Paket, für Hafermebl lose in Säcken 66 Pf. für 1 Pfund. für Hafermehl in Pakelen 37 Pf. für daS Pfund-Paket. Kartoffelmangel. Ein interessanter Streit ist zwischen dem Magistrat resp. Ober- bürgermeister der Stadt Stolp und dem»Landwirtschaftlichen Verein Stolp-Schlawe-RummelSburg" entbrannt. Der als eifriger konservativer Parteigänger bekannte Oberbürgermeister Zielke hatte sich vor einiger Zeit veranlaßt gesehen, mehrere Artikel für die Stolper Zeitungen zu schreiben, in denen er sich gegen die länd- lichcn Produzenten wandle, die ihre Vorräte vom Stolper Markte fernhielten. Ter Landwirtschaftliche Verein antwortete auf die Zielkeschen Feststellungen mit dem Vorwurf, daß der Magistrat durch offiziöse Kundgebungen eine Kluft zwischen Stadt und Land schaffe und abwägende Sachlichkeit vermissen lasse. Auf diese Vorwürfe antwortet nun eine von dem zweiten Bürgermeister Dr. Lütje unterzeichnete Erklärung des Magistrats, die in ihrem wesentlichsten Teile sagt, daß der Magistrat die beanstandeten Zeitungsartikel»im vollen Unifang billigt.* »Niemand wird behaupten, daß die Artikel des Herrn Ober- bürgermeisters den Rahmen ruhiger Sachlichkeit überschrillen haben! und wenn der letztere Artikel:»Heraus mit den Kartoffeln!* eine schärfere Tonort angeschlagen hat, so war sie durch die auf- fallende dauernde Entblößung des Marktes von Kartoffeln begründet und nur an diejenigen Land- wirte gerichtet, die den fühlbaren Ernst einer mangelhaften Versorgung der Bevölkerung mit den notwendigsten Lebensmitteln nicht erkannt haben. Wir brauchen nicht zu betonen, daß unS sehr daran liegt, das gute Einvernehmen zwischen städtischer und ländlicher Bevölke- rung gewahrt zu sehen, müssen aber erwarten, daß es auch seinen Ausdruck in der Tat findet, nämlich in einer ausreichenden Zufuhr von Lebensmitteln zu den auf gefetz- licher Grundlage bestimmten Preisen.* Der Oberbürgermeister Zielke sögt dieser Erklärung noch eine eigene bei, in der er die Notwendigkeit der dem Landwirtschaftlichen Verein so unbequemen Artikel u. a. mit folgenden Tatsachen be- gründet: »Fast an jedem Markttage werden mir Vorfälle berichtet, daß ländliche Verkäufer zu hohe Preise fordern, oder ihre Waren zu den festgesetzten Höch st preisen nicht verkaufen wollen. Vorgelegte Briefschaften be- weisen, daß ländliche Erzeugnisse, an denen hier Mangel herrscht, auS dem Kreise nach Berlin abwandern, weil der hiesige Preis als zu niedrig erklärt wird, ob- wohl der Berliner Preis nur ganz unerheblich höher sein darf.... Was helfen alle Rücksichtnahmen und Beschönigungen, wenn die ärmeren Einwohner keine Kartoffeln erhalten, ohne die sie nicht leben können.... Wir haben auch in früheren Jahren unter schwierigen Ernte« und Witterungsvcrhäll- nissen zu leiden gehabt, aber niemals ist im Herbst in der Stadt Mangel an Kartoffeln gewesen. Jetzt aber wird von unseren Markt- licferanten gar kein Hehl daraus gemacht, daß sie noch nicht ver- kaufen wollen, weil sie auf höhere Preise hoffen." Die Kartoffelnot. Wie schlimm eS in einzelnen Gegenden um die Kartosselnot ist, dafür ist die nachstehende Mahnung des LandratS von Höchst a. M., Dr. Klausar, ein sprechender Beleg: „An die Landwirte des Kreises Höchst a. M. Täglich mehren sich die Klagen von Privatpersonen. daß sie zu den gesetzlich vorgeschriebenen Preisen keine Kartoffeln aus dem Kreise Höchst a. M. erhalten könnten. Nunmehr führt über diesen unhaltbaren Zustand auch das in der Stadt Höchst a. M. einquartierte Ersatz-Bataillon Landwehr- Jnsanterie-Regiments Nr. 87 lebhafte Beschwerde. Dem Bataillon ist es bislang nicht möglich gewesen, seinen Kartoffel- bedarf zu decken. Infolgedessen ist eine Notlage entstanden, die vorübergebend nur durch aushelfendes Eingreifen der Farbwerke behoben werden konnte. DaS Bataillon bildet Mannschaften aus, die an die Front gehen und dort die Grenzen des Vaterlandes, und damit auch die einheimische Landwirtschaft gegen unsere Feinde verteidigen sollen. Wer als Kartoffclerzeuger nicht bereit ist, zur Ernährung gerade dieser Mannschaften die erforderlichen Mengen auS seinen Vorräten zu verkaufen, handelt nicht nur undankbar und unpatrio- tisch, sondern leistet mittelbar unseren Feinden geradezu Vorschub. Daß die Landwirte deS Kreises Höchst a. M. sich der Möglich- keit eines solchen Vorwurfs auch nur im geringsten aussetzen möchten, kann und will icki nicht annehmen. DaS Bataillon braucht zunächst 600 Zentner. Ich bftte die Landwirte des Kreises, mir bis spätestens Dienstag, den 23. No- vember mitteilen zu wollen, wer mir für den genannten Zweck Kar- toffeln zum freihändigen Ankauf überläßt, in welcher Menge und — frei Keller Höchst a. M.— zn welchem Preise. Für die Landwirte und ihre mit Recht so oft betonte Vater- landstreue muß es eine Ehrenpflicht sein, diese im vorliegenden Falle durch die Tat zu beweisen.* Ob das wohl hilft?_ Höchstpreise in der Schweiz. Basel, 26. November.(W. T. B.) Nach einer Meldung der„Baseler Nachrichten" aus Bern erklärte sich der Bundes- rat mit der Festsetzung von Höchstpreisen für Zucker, Käse und Butter einverstanden. Die Preisgrenzen werden alsbald festgesetzt werden. Dem Vernehmen nach sind für den Großhandel Zuschläge von 2, für den Kleinhandel solche von 26 Prozent vorgesehen._ knegsbekanntmachungen. Bcstandserhebung von Spinnstoffen. Amtlich. Berlin, 25. November.rd teste Richtlinien aufstellen können, die als Wegweiser sowohl Beschädigten wie auch denen dienen sollen, die sich in Fürsorgestellen und dergl. in diese als Berater bemühen und die Gartenbauerwerbstäligkeit zum Gegenstande haben. Von den Arbeitervertrelern wurde ge- legentlich angeregt, für die im Gartenbau untergebrachten Be« schädigten eine Personalakte anzulegen und den„Füriorgeausichuß für kriegsbeschädigte Gärtner" so zu gestalten, daß dreier sich auch als ein wirisames Organ gegen die später sicherlich nicht ausbleibende Lohndrückerei betätigen kann. Denr wurde nicht widersprochen, war ern ähnlicher Gedanke doch schon auf der ersten Tagung am 4. September von anderer Seite ausgesprochen worden. Der Reichsausschuß für KriegSbeschädiglensüriorge bat dem „Fürsorgeausschuß für kriegsbeschädigte Gärtner" die Entsendung eines Vertreters in seine Körperschaft zugestanden. AIS Vertreter daiür ist der Vorsitzende des ReichSverbandes für den deutschen Gartenbau, Ministerialrat a. D. Dr. Thiel gewählt, der, wie all- gemein anerkannt wird, über die Verhältnisse und Bedürfnisse des Gartenbaues wie selten jemand gut nnterrchtet ist und dem darum alliestS das meiste Vertrauen geschenkt wird. Ms kern Elellvertietei wurde der Generalsekretär der Teulschen Gartenbaugesellichaft Siegfried Broun bestimmt, dessen Unparteilichkeit und Sachkunde ebenfalls anerkannt wird. Lohnbewegung der LandeShuter Textilarbeiter. Die geradezu trostlose Lage der Textilarbeiter SchlefienS, namentlich aber der von Landesbul, hervorgerufen durch Betriebs« einichiänkungen und allgemeine Teuerung, hallen zur Folge, daß die Textilarbeiter die Unternehmer unr eine 26 proreniige Lohnerhöhung ersuchten. Sie machten sich um so mehr Hoffnung auf Erfüllung ihres bescheidenen Wunsches, als sie sich während der Kriegs- liefcrungen der Uniernebmer trotz zahlreicher Ueberstunde» mit recht bescheidenen Verdiensten zufrieden geben mußten. Die Unter- nehmer dagegen strichen große Gewinne ein. So zum Beispiel ballen die Schlefischen Texlilwerke in Landeshut allein einen Reinverdienst von über drei Millionen Mark trotz bober Abschreibungen. Gleichen Schritt mit der unzu- länglichen Entlohnung ging eine unwürdige Behandlung durch die Betrrcbsbeamien. Tics hatte zur Folge, daß die Arbeiter Forde» rungen stellten und b's zum 15. November Antwort erbaten. Ties« kam aber nicht. Infolge dessen verhandelten am 13. No» vember die einzelnen Kommissionen noch einmal mit den Fabrikanten und während dieser Zeit standen alle Web« stühle still und zwar so lange bis die Kommrisions« Mitglieder das Zeichen zum Wiederbeginn der Arbeil gaben. Das Resultat der Verhandlungen war zunächst kein positives, denn eine Sitzung des Unrernebmcrvcrbandes soll erst darüber entscheiden. Inzwischen ersuchte dre Leitung des Texlilarbeilerverbandes den Bürgermeister von LaiideSbut, eine gemeinsame Sitzung der Unter« nebmer und Arbeiter einzuberufen. Dieie fand statt und in dieser einigle man sich vorbehaltlich der Zustimmung des Unternehmer« Verbandes aus folgenden Vergleich: Es erhalten alle männlichen Beschäftigten 3 M., alle weiblichen 2,56 M. und alle jugendlichen 2 M. Zulage pro Woche. Kürzungen finden bei Arbciiswcchiel nicht stall. Zugesagt wurden für das Warten auf Material die Sätze der Schlefischen Texlilwerke iür alle Betriebe.— Hoffentlich tritt der Uniernehmerverband dem Vorschlage bei und die Textilarbeiter kommen zu einer kleinen Zulage, die sie in dieser schweren Zeit sehr gut gebrauchen können._ Geschäftliche Mitteilungen. Das KausdauS Wildelm Jolepb, Schöirebcrg. 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In der Rationalisierung der an sich rückstandigen, in einen engen Kreis gebannten Landwirtschaft, in der Förderung der Produktivität deS Ackerbaues und der Viehzucht, in der LualitatSsteigerung der milch- wirtschaftlichen Produkte, in der Einschränkung deS unproduktiven Zwischenhandels und eifriger Verfolgung aller Warenfälschungen, der Futtermittel ist viel Löbliches geschaffen worden. In der sächsischen Presse hat der Syndikus Schneider den Vorschlag gemacht, alle Landwirte in Zwangsgenossenschaften zu organisieren und die Milcherzeugung und-Verarbeitung so unter schärfere Kontrolle zu nehmen. In Anlehnung an die b e st e h e n- oen Genossenschaften seien die Landwirte vom Staate zu einer oder mehreren Genossenschaften in jedem Kommunalverband zu vereinigen, der die Preise festsetzt(!) und zur Ablieferung von Ueberschutzmengen verpflichtet ist. Di� Zentralisierung würde die Einstellung eigener Milchzüge und damit die Beschleunigung und Verbilligung des Transportes erlauben. In dieser Form ist der Vorschlag unannehmbar. Schon die Tatsache, datz auch Herr Schneider zur Milcherzeugung Leip- zigs und Plauens die lüebung eines Zwanges auf nicht sachsische Lieferungsgebiete für notwendig hält, zeigt, daß eine Zwangs- syndikalisierung nur Reichssache sein dann. Eine andere Erwägung geht in der gleichen Richtung. Die Erzeuger üben in den bundesstaatlichen Parlamenten ein« Macht aus, die den Sinn des Vorschlages ändern könnte. Nicht darum handelt es sich, den Erzeugern neue Rechtsmittel in die Hand zu drücken, sondern einen dringenden Bedarf mit bester Ware in reichlichem Matz zu angemessenen Preisen zu decken. Vom ersten Augenblick mutz Parole sein, Verbraucher und Er- zeuger in einer höheren Einheit zusammenzufassen, den Ver- brauchern'auf die Lieferungsmengen,-bedingungen und die Preise Einflutz zu gewähren und die Feststellung gewisser Vorschriften de? Reichsregierung zu überlassen, die vor dem Reichstag Rede und Antwort stehen mutz, der nicht so wie die bundesstaatlichen Paria- meute nach den Interessen der Erzeuger orientiert ist. Eine strenge Kontrolle der Genossenschaften ist wahrhaftig vonnöten. Sind sie doch weniger Produktivgenossenschaften, deren Aufgabe die bestmög- liche Verwertung fertiger Produkt« ist. Sogar ein so warmer Breund der landwirtschaftlichen Genossenschaften wie Herbert r e tz s ch m a r gesteht in seiner Abhandlung über das ländlich« Genossenschaftswesen:„Die ganz großen Molkereigenossenschaften, von kaufmännischen und technischen Berufsbeamten geleitet, nähern sich schon mehr dem Wesen und der Leistungsfähigkeit des kapita- listischen Privatbetriebes, nur noch gemildert durch die genossen- schaftliche Willensbildung in der Mitgliederversammlung." Jeder Praktiker weitz, datz die„genossenschaftliche Willensbildung" nicht gemeinwirtschaftlich und antikapitalistisch, sondern Privatwirtschaft- lich wirkt. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften sind kapita- listische Verwertungsgesellschaften. Die vorgeschlagenen Eingriffe sind nichts Neues. So kann z. B. der Vorstand der Molkereigenossenschaft Mügeln bestimmte Futtermittel ausschließen und andererseits während der Grün- fütterung die Zugabe einer bestimmten Art oder Menge Kraftfutter vorschreiben. Jeder Lieferant ist zu Angaben über das Futter nach Menge und Zusammensetzung verpflichtet. Einzelne Ge- nogenschaften behalten sich das Recht vor, eine andere Fütterung zu verlangen und durch Stallbesichtigungcn Kontrolle zu üben. Wesentliche Aufgaben der Zwangsmolkereigenossenschaften wer- den Verteilung der vorhandenen Kraftfuttermittel auf die besten Milcher, ihre Registrierung und dauernde Kontrolle sein. Sonder- belohnungen können zur Erzielung einer grotzen Ausbeute fett- haltiger Milch anspornen. Ein gutes Beispiel der Notwendigkeit von Zwangsgenossen- schaffen für alle Viehzüchter bietet me letzte Verordnung über Höchstpreise für Schlachtschweine und Schweinefleisch. Die Regie- rung hat die Preise für einen Zentner nach dem Gewicht der Tiere ungewöhnlich stark erhöht. Der Gesetzgeber ließ sich von einem volkswirtschaftlich sicher richtigen Grundsatz leiten: daß die zu ftühe Abschlachtung nicht vollgewichtiger Schweine volkswirtschaftlich schädlich, die Aufzucht von Fettschweinen nützlich sei. Aber diese löbliche Absicht darf jetzt nur soweit durchgeführt weiden, als es die unbedingt notwendige Marktbeschickung erlaubt. Die Einwirkung auf die Erzeugung durck die große Hochstpreisspannung wirkt ein- seitig: fördert nur die Aufzucht von Fettschweinen und stört den Schweineauftrieb. Die Zurückhaltung der Schweine wird jetzt schon sehr gefördert und würde überhaupt die Marktbeschickung unterbinden, sobald aus den Baltanländern der reichliche Bezug von Futtermitteln sicher- gestellt wäre und die Vollmästung der Schweine erleichtert würde. Ueber die Gründe äußerte sich der Direktor des Berliner Schlacht- und Viehhofes in der„Voss. Ztg.": „Die Landwirte können sich offenbar nur schver an den Höchstpreis für Schweinefleisch gewöhnen und halten die Schweine vorläufig noch zurück, zumal ja die Futterkosten sich dadurch bezahlt machen, datz die Schweine an Ge- wicht weiter zunehmen. Aber so vorteilhaft eS auch für die Fettversorgung sein mag, wenn die Schweine nicht so ftüh geschlachtet werden, so steht dem gegenüber doch der weit größere Uebelstand, datz bei vielen Schlächtern Grotz-BerlinsimmernochkeinfrischesSchweine- fleisch zu haben i st. Trotzdem der Auftrieb am Berliner Schlachthof jetzt täglich steigt, sind die vorhandenen Schweine schon in den frühesten Morgenstunden zum größten Teil an Kom- I Missionäre verkauft, zum Teil auf Grund vorheriger Zusiche- rungen. So gehen selbst die Schlächter, die den dringenden Wunsch haben zu kaufen, meist leer aus. Was an Schweine- fleisch in die Hände der Klein-Schlächter kommt, wird zum größeren Teil für die Herstellung von Wurst- waren verwandt. Auch die Methode der Forderung nicht ge- rechtfertigter hoher Preise für Rindfleisch und Kalbfleisch zum Ausgleich für den Schweinefleisch-Höchstpreis wird immer noch geübt, trotzdem man sich bemüht, auf Grund der Wucherpara- graphen dagegen streng vorzugehen. Leider versagen die Klein- 'Schlächter oft, wenn sie aufgefordert werden, die Namen der Grotz-Schlächter zu nennen, die sich dieses Vergehens schuldig machen." Es gibt bessere Mittel, die Erzeugung dem Bedarf anzupassen als die künstliche Gestaltung des Verhältnisses von Angebot und Wirkung: den unmittelbaren Eingriff in die Erzeugung. Zwar läßt sich die landwirffchaftliche Erzeugung nicht im Augenblick verstaatlichen oder verstadtlichen. Aber ein anderes ist ihm mög- lich: alle Landwirte in Zwangsgenossenschaften zu vereinen, die sich von der Sorge um dauernde Deckung des gesellschaftlichen Be- darfes als dem obersten Gesetz leiten lassen müssen. Was will letzten Endes unser Vorschlag? Daß sich der Staat Organe zur Vollstreckung seines Willens in der Landwirtschaft schafft. Wirtschaftlich gesehen heißt es das, datz sich die VerwertungS- genossen schaften der Erzeuger, die jetzt nur teilweise und unzu- reichend in die Produktion eingreifen, in die eigentliche Pro- duktivgenossenschaft umbilden. Die höchste Produktivität wird durch Gemeinschaftswillen, nicht durch hohe Preise erzielt, die Millionen Volksgenossen zu Entbeh- rungen zwingen. Der Vorschsag ist in kurzer Frist mit energischem Willen durchführbar. Er m u ß durchgeführt werden, wenn der Krieg noch lange dauert. Die Sorge um höchste Produktivität und billigste Lieferung ist heute so riesengroß geworden, datz in der sächsischen Kammer der Sprecher der manchesterlichen Nationalliberalen Nitzschke sagen mutzte:„Neben der allgemeinen Wehrpflicht müssen wir eine allgemeine Wirtschaftspflicht verlangen. Die Organisation einer solchen hätte längst in die Wege geleitet werden sollen. Datz dies noch nicht der Fall ist, ist«in« Schuld der Regierung, besonders der Reichsregi erung." Mus öer Partei. ZustimmuugserklSrung zur Zimmerwalder Koufereuz. Die Internationale sozialistische Kommission in Bern erhielt ein von Chicago am 23. November abgesandte« Telegramm folgenden Wortlauts:, „Tie Exekutive der sozialistischen Partei schließt sich der Zimmer- walder Aktion an. Die Konferenz der Exekutive der deutschen. finnischen, ungarischen, ilovakischen, südslawischen und italienischen Föderationen faßten dieselben Beschlüsse. Waller Laufersiek, Sekretär der Sozialist Party/ „Het Bolk" unter Anklage. Die Redaktion unseres Amsterdamer Parteiblattes„Het Volk� hat eine Anklage in Aussicht. Sie soll den holländiscben Landwirt« schaftsminister in Artikeln über die Milchverteuerung beleidigt haben. Die Anklage erfolgte auf Veranlassung de» Justizministers. Ein sozialistisches Blatt iu Niederländisch-Judieu. AuS Amsterdam wird der„Fränkischen Tagespost* geschrieben: In Semarang auf Java ist die erste Nummer von„Het vriye Woord' erschienen. Das Blatt bezeichnet sich als„unabhängiges Organ*, ist aber tatsächlich eine Gründung der„indischen sozial- demokratischen Vereinigung*. Redakteure sind die Genossen Baar», Snecvliet und Westerveld. Man hat vorgezogen, die Zeitung als da« private Organ der Redakteure erscheinen zu lassen. um auch Nichli'ozialdcmokraten die Mitarbeit zu ermöglichen. Die sozialdemokratische Vereinigung wird aber ein etwaiges Defizit decken, und die Redakteure haben sich verpflichtet, ihr das Blatt auf Wunsch zu übergeben. In der ersten Nummer findet sich auch ein Artikel des eingeborenen Dr. Tjinto Mangsen« tocsomo über Pestbekämpsung. Die„Vrige Woord* erscheint vor« läufig zweimal im Monat, doch ist die wöchentliche Ausgabe vor- gesehen. Im einführenden Artikel wird auseinandergesetzt, daß sich die Parteigenossen entschlossen haben, ihr Arbeitsfeld über die In« formation der holländischen sozialdemokratischen Kammerfraktion in Kolonialsachen hinaus auszudehnen und an der Grundlegung eine? Programms der Bekämpfung des kapitalistischen Kolonialismus zu arbeiten. Zu diesem Zwecke sollen Sozialisten aller Schattierungen der Vereinigung beitreten können, natüllich auch Eingeborene. Mus Zuöuftm und Handel. Kriegsgewinne. Die Triumphwerke in Nürnberg werden nach 102 887 M. (i. V. 70 391 M.) Abschreibungen aus 172 936 M.(90 964 M.) Rein- gewinn eine Dividende von 6 Proz.(i. V. 0 Proz.) verteilen. Die Eisengießerei und Schlotzfabrik A.-G. in Velbert(Rheinland), die aus 75 091 M.(24 029 M.) Reingewinn 4 Proz.(0) Dividende zahlt, hat, laut Rechenschaftsbericht, die Her- stellung von HeereSartikeln Ersatz für die Ausfälle an Exportauf- trägen gebracht, so datz sie während neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres stark beschäftigt war. Die R. Dolberg, Maschinen« und Feldbahn« fabrik A.-G. in Hamburg, erzielte einen Bruttogewinn von 116 850 M.(gegen 75 970 M. i. V.). Der Reingewinn stieg von 152 850 auf 591 850 M. Die Dividende kann daher von 4 auf 15 Proz. erhöbt werden. Die Verwaltung bemerkt hierzu im Bericht folgendes:„Die ungünstigen Einwirkungen des Krieges konnten nach einigen Monaten überwunden werden. Durch Heereslieferungen in langen FriedenSjahren mit der Herstellung von HeereSsahrzeugen aller Art vertraut geworden, ist es uns möglich gewesen, a u S der Kriegskonjunktur Vorteil zu ziehen und die LeistungS- fähigkeit unserer Fabriken auszunutzen. Auch das Feldbahngeschäft ist gut gewesen.* Die A. G. Adler und Oppenheimer Lederfabrik in Straßburg erböhle ihren Ueberschuß von 5.27 auf 8,45 Millionen Mark. Die Dividende wird von 10 auf 20 Proz. erhöht. BuffickitS« rat und Beamte erhallen 250 000 M.(gegen 80 000 M. im Vor« jähre) als„Vergütung*. 2 Millionen Mark werden als„Kriegs« Vorsorge* sür die Gesellschaft und 1,5 Millionen Mark für ver« scbiedene KriegSwohlfahrtszwecke bereitgestellt. 1 Million Mark bleibt weiter zur Verfügung des Vorstandes, um daraus Ruhegehälter an Beamte und Arbeiter der Gesellschaft, sowie Beiträge sür die Er- ziehung der Kinder der im Kriege gefallenen Betriebsangehörigen zu bestreiten. Die Statzfurter Chemische Fabrik erzielte einen Reingewinn von 538 900 M. gegen 458 400 M. im Borjahre. Die Dividende wird von 6 auf 7 Proz. erhöht. Der österreichische Währungskurs. Wien, 25. November.(W. T. B.) Der Umrechnungskurs für Zahlungen nach dem Deutschen Reiche ist bis auf weiteres auf 100 Mark gleich 140 Kronen festgesetzt. Mus Groß-öerliu. Lazarettarbeit. Im LandeShause der Provinz Brandenburg in der Matthäikirchstr. 20 ist gestern eine Ausstellung von Welhnachts- arbeiten der Kriegsbeschädigten der Lazarette des III. Armee- korps eröffnet worden. Die verschiedensten Lazarette haben Arbeiten gesandt, so Zehlendorf, Guben, Teupltz. StrauS- berg u. a. Neben zahlreichen Flechtarbeiten sind Holz- und Metallarbeiten von einfachsten biS zu komplizierten, geradezu künstlerischen vertreten. Die Arbeiten geben nur einen kleinen Begriff von der Tättgkert unserer braven, in den Lazaretten unter- gebrachten Kämpfer; sie sprechen zu uns eine beredte Sprache. Körperlich und seelisch zermürbt, kommen oft die Krieger inS Lazarett. Da ist eS die Hauptaufgabe des Sanitätsdienstes, die Verwundeten körperlich und seelisch aufzurichten. Diese Tätigkeit mutz Hand in Hand gehen, die Hofftiung mutz wach bleiben oder geweckt werden, datz auch körperlich Be- schädigte tätige, nützliche Glieder der Gesellschaft werden können. Erfordert es auch Mühe, sich mit fremder, unge- wohnter Arbeit verttaut zu machen, so vermag Energie und Ausdauer viel. Das zeigt die Ausstellung im Landeshause sehr deutlich. Was sie nicht zeigen kann. ist die Summe von Mühe, bis ein solches Stück Arbeit geserttgt worden ist, wie wir daS hier sehen. Wieviel Mühe mag die Herstellung eines geflochtenen Körbchens für Hände kosten, die früher vielleicht am Schraub� stock oder an der Hobelbank geschafft haben. Und welche um sägliche Geduld mag aufgewendet worden sein, um noch andere Weihnachtsarbeit fertig zu stellen. Hübsche Malarbcitcn verraten viel künstlerisches Geschick und es wäre Unrecht, wollten wir nur einige solcher Arbeiten besonders �heraus- greifen. Die Ausstellung ist noch heute und morgen Sonntag von 11—8 Uhr geöffnet. Nachmittags von 5—7 Uhr finden künstlerische Vorträge statt. Das Eintrittsgeld beträgt 50 Pf. Die ausgestellten Arbeiten sind käuflich. Eine Exmissionsgeschichte. Wir berichteten vor vier Wochen, datz der Eigentümer deS Hauies Marienburger Str. 16 eine Kriegerfrau, die nach Ablauf deS MietSvenrages die von ihr und ihrem Mann gekündigte Wohnung weiter benutzte und später zur Räumung verurteilt wurde, wegen Nichträumung durch einen Gerichtsvollzieher exmittierte. In ihrer Abwesenheit ließ man die Wohnung durch einen Schlosser öffnen, sämtliche Wirlichaflsstücke einschließlich Kleider, Betten, Nahrungsmittel, Papiere wurden herausgeholt, und von dem Gerichtsvollzieher wurde dann alles, die wegen Mieteschulden ge- pfändeten Stücke samt den nicht gepfändeten, einstweilen in Verwahrung genommen und der Pfandkammer überwiesen. Die heimkehrende Frau fand die Wohnung verschlossen, so daß sie Unterkunft zunächst bei Verwandten nehmen mußte, und sie begab sich ein paar Tage darauf mit ihrem Kinde in? Obdach, wo sie eine Nacht hindurch blieb. Der Gerichtsvollzieher, der die nicht gepfändeten Wirtschaft?- gegenstände wohl deshalb mit nach der Pfandkammer geschafft hatte, weil die zu exmittierende Frau nicht zugegen war und nicht selber ihre Habe in Verwahrung nehmen konnte, hinterließ ihr die Milteilung, daß sie sich die Sachen von der Ver- wahrungSstelle abholen solle. Als etwa vierzehn Tage nach der Ex- Mission die Abholung der nicht gepfändeten Sachen und auch der wieder frei gegebenen gepfändeten bewerkstelligt wurde, beklagten die Knegerfrou und ihr auf Urlaub nach Berlin gekommener Ehe- mann sich darüber, datz manches beschädigt worden sei und einiges andere vermißt werde. Eine Anfrage, die der Ehemann an die Verwalterfrau richtete, hatte zunächst keinen Erfolg, und auch bei einer nachträglichen Durchsuchung der auS- geräumten Wohnung wurden die vermißten Dinge nicht gefunden. Aber nach einigen Tagen lieferte die Porlierfrau bei dem exmittierten Ehepaar ein Waffeleisen ab, das gleichfalls vermißt worden war. Dem Gerichtsvollzieher trug die Kriegerstau vor, welchen Schaden an ihrer Habe ihr die Exmission gebracht habe. Elwa vierzehn Tage nach dieser Beschwerde schrieb er ihr, er bitte um ihren Besuch zwecks Abholung der Scballdose des Grammophons. Auch die Schall- dose gehörte zu den vermißten Gegenständen. Auf den Brief ant- wartete die Frau nicht mit dem gewünschten Besuch, weil inzwischen ihr Ehemann gegen den Hauseigentümer Bankdireklor Werner, von dem der Auftrag zur Exmission gegeben worden war, eine Klage auf Schadenersatz eingereicht hatte. Bor dem Amtsgericht Berlin-Milte wurde am 25. November die Klage verhandelt in Anwesenheit des klagenden Ehemannes, der hierzu auf Urlaub nach Berlin gekommen war. Der Verklagte bc- antragte die Abweisung der Klage, weil nicht er. sondern höchstens der Gerichtsvollzieher haftbar gemacht werden könne. Der Haus- eigentümer habe, so führte sein RcchtSbeistand aus, dem Gerichts- Vollzieher nur aufgetragen, die Räumung zwangsweise vor- zunehmen, nicht aber, die Sachen nach der Pfandkammer zu schaffen. Im übrigen werde bestritten, daß die als vermißt bezeichneten Sachen bei der Räumung vorhanden waren. Zur Beweiserhebung hierüber kam eS nicht. Der Richter wies die Klage ohne weiteres ab, weil nicht der Hauseigentümer für die etwa durch die Exmission entstandenen Schädigungen verantwortlich sei. Gegen die Krieger- frau hatte der verklagte Hauswirt in seiner Klagebeantwortung vor- gebracht, daß sie beim MieteeinigungSamt gesagt habe, Miete zu zahlen brauche sie nicht, arbeiten werde sie nicht, sie habe das nie getan, sie wisse nicht, wie man daS mache. Auf diese vorwürse hätte, wenn daS überhaupt zur Sache gehörte und es vor Gericht erörtert worden wäre, die Frau anlworten können durch Ueberreichung eines ArztzeugnisseS, wonach ein schweres Augenleiden„ihre Sehkraft sehr herabsetzt*, so daß sie„nur zum geringsten Teil crwerbS- fähig* ist. Zur Abweisung der Klage erklärte die Frau, daß sie und ihr Mann sich hierbei nicht beruhigen würden. Belästigungen von Ausländern. WolffS Tel. Bureau teilt mit: Schon wieder wurden wegen Französischsprechens in einem Theaterraum zwei Ausländer aus neutralen Staaten belästigt. Sie konnten sich gar nicht anders ver- ständigen, da keiner die Sprache des anderen, keiner die deutsche be- herrscht. Auch ihr sonstiges Verhalten hatte nicht den mindesten Anlaß geboten, ihnen unfreundlich zu begegnen. Möge endlich auf diesem Gebiete blinder Uebereifer verschwinden. Wir können nicht erwarten, daß neutrale Ausländer in Hinsicht auf solche Ueber- Empfindlichkeit Suaheli lernen. Der Weihnachtsmarkt. Das Polizeipräsidium teilt mit: Der diesjährige Weihnachtsmarkt findet auf dem Arfona- platz und dessen Umgebung sowie in der Warschauer Sttatze (von der Revaler Stratze bis zur Frankfurter Allee) und in der Petersburger Stratze statt. Pfcffcrküchler, Pfefferkuchen- Händler, Verkäufer von Obst, Nüssen, Weihnachtsbäumen, Spielzeug und dergleichen können auch außerhalb des Marktbezirkes mit Genehmigung des zuständigen Polizeireviers Verkaufsvorrichtungen auf geeigneten Plätzen aufstellen. Der Markt beginnt am 11. Dezember und dauert bis zum 27. De- zember einschlietzlich. Am 28. Dezember, morgens 8 Uhr, müssen sämtliche Buden und Verkaufsvorrichtungcn von den Sttatzen und Plätzen fortgeschafft sein. Anträge auf Erteilung von Erlaubnisscheinen sür den nächstjährigen Weihnachtsmarkt (1916) sind frühestens am 1. September 1916 einzureichen. Vorher eingehende Anträge werden erst nach diesem Zeit« puntte erledigt._ Die Preisprüfuugsstelle Berlin hat sich durch den Hinzu- tritt der Städte Charlottcnburg, Lichtenberg, Schöneberg. Neukölln und Wilmersdorf zu der„Preisprüfungsstelle Groß- Berlin* umgebildet. Ueber eine weitere Ausdehnung auf die Nachbarorte Berlins, die mit Berlin gleichfalls in starker wirtschaftlicher Verbindung stehen, oder auf die Kreise, zu denen diese Nachbarorte gehören, schweben Verhandlungen. Den Zentralausschutz etwa zum Brennpunkt der gesamten Prüfungstätigkeit auszubilden, hat sich in der Praxis bei dem Umfang des Geschäftsgebietes von vomherein als undurch- fllhrbar erwiesen. Es gilt dies um so mehr, als neuerdings die Einrichtung eines fünften Fachausschusses geplant ist, der sich mit bestimmten Gegenständen des täglichen Bedarfs, die außerhalb der Aufgaben der anderen Fachausschüsse liegen, wie mit Heizmaterial und Leder, befassen soll. Der Fachausschutz c hat in den Rahmen der von ihm be- arbeiteten Gegenstände neuerdings noch Seife und Lichte auf- genommen._ Weihnachtspakete und Liebesgaben für Angehörige des L a n d w e h r- I n f a n t e r i e-RegimentS 20, Landwehr-Brigade Ersatz-Bataillons 10 und 1. Bataillon Landwehr- RcgnnenlS 3ö0 nimmt das Ersatz- Bataillon Landwehr- Jnianierie- Regiment 20 in Wittenberg sBezirk Halle) bis spätestens S. Dezember 1013 entgegen. Die Pakete müsien doppell verpackt und verschnürt sein. Die Autzenhülle trägt die Adresse des Ersatz- Bataillons Landwehr-In- fanterie-Regiments 20 in Wittenberg, die innere Hülle mutz mit der genauen Adresse des Empiängers versehen sein. Auf der Rückseite des Abschnitts der gelben Paketadresse mutz ebenfalls der Empfänger vermerkt sein._ Untersagter Handelsbetrieb. Der Polizeipräsident von Berlin bat dem Gastwirt Kadisch Risselbaum. Oranienburger Strotze 26, den Handel mit NohrungS- und Genutzmitteln sowie mit Lcuchtstosten und Seise wegen Unzu- verläsfigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt. Frür Troschkenführer. DaS Polizeipräsidium teilt mit: Es wird hierdurch bestimmt, datz sich die Droschken- und Torwagenführer zur Abstempelung ihrer Fahrscheine für das Jahr IS 16 unter Vorlegung des ErkennungS- sckildes, die Krastdroscvkenführer gleichzeitig unter Vorlegung des Führerscheine?, im vorgeschriebenen Dienstanzuge: nach den Anfangs- buchstaben ihrer Zunamen geordnet zwischen dem 3. Januar und 22. Februar 1916 im Dienstzimmer des Verkebrskommissarials am Alexanderplatz, Stadlbahnseite. Eingang 5, Zimmer 76 einzu- finden haben, und zwar in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags._ Ter Tod auf de« Schienen. Den Tod auf den Schienen fand Mniwochnachmittag iu einem Anfall nervöser Ueberreizung die 39 Jahre alte Lehrerin Herta Preutz aus der Wisbyer Str. 13 zu Pankow. Fräulein Preutz, die schon länger an den Nerven litt, warf sich um 5 Uhr aui dem Ring- bahnhof Schönhauser Allee vor den Augen vieler Fahrgäste, die dort warteten, vor einen Nordringzug, der in der Richtung noch der Prenzlauer Allee einlief. Die Räder trennten ihr den Kops vom Rumpfe und quetschten ihr autzerdem noch die linke Hand ab. Der Fahrgäste bemächtigte sich eine grotze Ausregung. Die Leiche wurde alsbald geborgen und nach dem Schauhause gebracht. Aus dem Schlesischen Bahnhof ereignete sich ein tödlicher Unfall. Der 63 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Schmidt aus der Koppenstr. 50 kam mit einem Vorortzug der Strecke Spandau— Strausberg von Spandau her gefahren und wollte auf dem Bahnsteig 6 aussteigen, bevor der Zug noch ganz hielt. Er glitt aus und fiel zwischen die Bahnsteigrampe und den Zug. Der Unglückliche erlitt so schwere Quetschungen, datz er auf der Stelle verschied. Durch Gas vergiftet. Opfer einer Gasvergiftung sind die 20 und 17 Jahre alten Töchter Ella und Frida des Vergolders Schmidt aus der Siegfriedstr. 1 in Neukölln geworden, der seit einiger Zeit im Felde steht. Die Mädchen bewohnten mit ihrer Mutler zwei Stuben und Küche im :. zweiten Stock des HauseS. In ber kleineren Stube schliefen sie, die Mutter in der grötzeren. Als Frau Schmidt gestern morgen ihre Töchter wecken wollte, fand, sie-sie besinnungslos im Bette liegen und ihre Stube mit Gas angefüllt. Ein Arzt und Samariter der - Feuerwehr machten lange Wiederbelebungsversuche, die jedoch erfolglos blieben. Die Ermittelungen ergaben, datz ein Unglück vorliegt. In der Wohnung unter dem Schlafzimmer der Mädchen waren Ausbesserungen vorgenommen worden. Bei diesen Arbeiten mutz die Gasleitung beschädigt worden sein. Das ausströmende Gas drang dann durch die Decke in das Schlafzimmer der unglück- lichen Mädchen ein, nachdem sie bereits eingeschlafen waren. Beim Spielen überfahren und getötet wurde gestern mittag der 9 Jahre alte Sohn Heinz des Stiatzenbahnschaffners Piwonski aus der Prinzenallee 27. Der Kleine geriet im Eifer des Spiels vom Bürgersteig auf den Stratzcndamm, als gerade eine Kraftdroschke in schneller Gangart vörübergefahrcn kam. Bevor der Lenker halten konnte, lag der Kleine unter den Rädern. Er wurde so schwer ver- letzt, datz er aus der Stelle verstarb. Die Leiche wurde beschlag- nahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die Zahl verlorengegangener QuittnngSkarten, die der Landes- Versicherung Berlin vom Zentralfundamt zugehen, ist während der Kriegszeit erheblich gestiegen. Im Jahre 1914 hat die Anstalt 1005 derartige Karten übersandt erhalten, 425 aus der Zeit vor und 580 nach Ausbruch des Krieges. In den ersten drei Vierteljahren des laufenden Jahres sind an gefundenen Karten schon 1112 eingesandt worden, demnach in drei Vierteljahren bereits mehr als im ver- gangenen Jahre. ES wird deshalb erneut darauf hingewiesen, daß die Versicherten, welche zum Heeresdienste eingezogen werden, ihre Ouitlungsiarlen durch das zuständige Polizeirevier zur Aufrechnung bringen lassen, um sich die Unterlagen sür etwaige spätere Ansprüche auS der Invalidenversicherung zu sichern. Ter Verkauf vou Zeitkarten und Wertmarken der Grotzen Ber- liner Stratzenbahn im Geschäft der Firma A. Jandorf. Am Spitlel- markt, ist eingestellt worden. In den anderen Geschäften der Firma wird der Verkauf wie bisher fortgesetzt. Im Berliner Aquarium sind die bei der Eröffnung vor 21,'i Jahren spannenlangen kleinen Krokodile und Alli- gatoren, die gemeinschaftlich ein Glashaus gegenüber den Riesen-Schildkröten bewohnten, nunmehr so herangewachsen, datz die Ueberführung der wertvolleren Arten angehörigen Stücke in die grotze Mittelhalle stattfinden mutzte. Die munteren Panzerecksen beleben vorläufig noch die Schildkrötenseite, denn sie würden beim Zusammensetzen mit ihren grotzen Artgenossen als willkommene Beule betrachtet und sofort aufgefressen werden. Die Berliner Feuerwehr hatte am Freitagvormittag in der Budapester Str. 2/3 zu tun. Dort war in dem Geschäfrslokal sür Damenkonfektion von Max Stein Feuer ausgekommen, das nicht gleich bemerkt worden war und bei Ankunft der Wehr schon eine solche Ausdehnung erlangt hatte, datz mit drei Schlauchleitungen Wasser gegeben werden mutzte. Es gelang trotz alledem eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten und die Flammen auf das GefchästSlokal zu beschränken. Die Entstebungsuriache des Brandes wird auf die Heizung zurückgeführt. Der Schaden ist durch Ver- sicherung voll gedeckt. Kleine Nachrichten. Ein Handtaschenräuber wurde bei der Tat im Tiergarten ergriffen. Er hatte einer Lehrerin die Handtasche entrissen, wurde verfolgt und festgenommen.— In einem Anfalle von Schwermut hat der Wehrmann Max I. auS Berlin-Johannisthal seinem Leben ein Ende gemacht. I. war im Anfang dieses JahreS schwer verloundet und in einem Berliner Lazarett untergebracht worden. Die Heilung seiner Wunde machte gute Fortschritte, doch war der Soldat in Schwermut verfallen, aus der er stch trotz aller ärztlicven Bemühungen und des Zuredens seiner Kameraden und Angehörigen nicht emporzuraffen vermochte. Bor- gestern war I. beurlaubt worden und hatte seine Familie auf- gesucht. Als er sich für kurze Zeit allein in einem Zimmer befand, stietz er sich, offenbar in einem besonders heftigen Anfalle seines Gemütsleidens ein scharfes Messer ties in die linke Brustseite. Der Stich traf das Herz und führte den sofortigen Tod herbei.— Ueber- fallen und verletzt wurde dieser Tage in Wilmersdorf ein junger Maler in seinem Maleratelier in der Landauer Straße 16. Der unbekannte Täter ist entkommen. ßm öen Gemeinden. Stadtverordnctentvahlen in Oranienburg. Am Sonntag, den 28. d. Mls., in der Zeit von 12— 6 Uhr, finden in Eilers Hotel die«tadlverordnetenwahlen sür die dritte Wählerobieilung statt. Tie bürgerlichen Parteien sind der Auf- fassung.datz die Sozialdemokratie mit einem Viertel der wahlberechtigten Stimmen keinen Anspruck auf die bisher innegehabten zehn Mandate habe. Die gegnerischen Parteien sind daher zu dem Beschlutz ge langt, eigene Kandidaten auszustellen. Unsere Parteiorganisation hat die Genoffen Stadtv. Albert Garlipp, zurzeit im Felde, Arbeiter Emil Schumann, Waldstr. 32, und Gastwirt Adolf Dobat, Schützenstr. 50, als Kandidaten aufgestellt. Für das vierte Mandat, das von einem Hausbesitzer besetzt werden mutz, konnte kein Kandidat gesunden werden. Aus alledem ist notwendig, datz unsere Genossen eine eifrige Propaganda für die Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten entfalten. Schlechte Futtermittelvcrsorguug im Kreise Nieder- barnim. Von einer grötzeren Firma werden wir um Abdruck der nach- stehenden Beschwerde gebeten: Die Versorgung mit Futtermitteln für Pferde stötzt im Kreise Niederbarnim aus die denkbar größten Schwierigkeiten. Allem An- schein nach scheinen hier Organisationsmängel vorzuliegen; denn während in Berlin selbst die Pferdehalter im grotzen und ganzen mit Mais den Umständen nach reichlich versorgt werden, ist das hier nicht der Fall. Die Versorgung erfolgt in so verschwindend gering- fügigen Mengen, datz beim Pferdebestand bereits jetzt die denkbar schwersten Schädigungen eingetreten sind. Im Interesse der Erhallung dieses Bestandes tut Abhilfe dringend not und es wäre zu wünschen, daß die Zurücksetzung der Unternehmen im Kreise Niederbarnim so rasch wie möglich be- seitigt wird._ Soziales. Zusatzrente für Kriegshinterbliebene und Kriegsbeschädigte. Noch immer sind zwei Erlaffe des Kriegsministeriums wenig bekannt. Danach kann den Hinterbliebenen von Kriegs- teilnehmern zu den im Militärhinterbliebenengesetz vorgeiehe- neu Renten eine einmalige Zuwendung gewährt werden. Diese einmaligen Zuwendungen werden den Hinterbliebenen von ge- fallenen oder an Kriegsbeschädigungen gestorbenen Kriegsteilnehmern der Unterklassen des Soldatenstandes gewährt. Die Höhe dreser Zuwendung richtet sich nach dem Arbeitseinkommen, welches der Verstorbene vor dem Kriege hatte. Diese Zuwendung soll aber, so- viel bekannt ist, mit der Militärhinterbliebenencente nicht mehr als 30 Proz. des Arbeitseinkommens, welches der Verstorbene vor dem Kriege halte, betragen. Anträge aus solche Zuwendungen sind an die untere Verwaltungsbehörde zu stellen. Dort werden sie geprüft und an die zuständige Stelle weitergegeben. Die Rente für die Kriegsbeschädigten wird be- kanntlich nicht bemessen nach dem Arbeitseinkommen, wie es bei der Unfallversicherung geschiebt, sondern nach der Charge, die der Kriegs- beschädigte im Militärverhältnis bekleidet. Das rst bei der Renten- festsetzung namentlich für den großstädtischen Industriearbeiter eine schwere Benachteiligung. Deshalb wurde von sozialdemokratischer Seite schon verlangt, datz generell im Gesetz aufgenommen werden sollte, datz dem früheren Arbeitsverdienst entsprechend eine Zusatz- rente gewährt werden soll. Diese Zusatzrente kann nach dem Ministerialerlaß Kriegsbeschädigten, die wegen schwerer Beschädigung in absehbarer Zeit nicht ihr früheres Einkommen wieder erreichen können und bei denen die Rente nicht ausreicht, um für sich und ihre Angehörigen den Unterhalt zu bestieilen, neben der Rente ge- währt werden. Das wird für viele der Kriegsbeschädigten zutreffen. so besonders sür Blinde, für Schwerverletzte, die den Verlust eines Beines, eines Armes oder einer Hand zu beklagen haben. Anträge auf Zusatzrente sind durch den Kriegsbeschädigten beim Bezirks- feldwebel anzubringen._ Eine wichtige Entscheidung für Wöchuerinueu. Nach§ 195 der Reichsversicherungsordnung ist das Wochen- geld sür acht Wochen zu zahlen, von denen mindestens sechs Wochen in die Zeit nach der Niederkunft fallen müssen. Das Reichsversicherungsanit hat nun in einer grundsätzlichen Eni- scheidung den Grundsatz aufgestellt, datz Wochengeld für zwei Wochen vor der Niederkunft auch ohne ausdrückliche Satzungs- bestimmung gezahlt werden darf. Es handele sich hier um eine gesetzliche Ermächtigung für die Kasse und ihren Vor- stand, von der nach pflichtmätzigem Ermessen Gebrauch zu machen sei. Gleichzeitig stand noch folgende Frage zur Entscheidung: Eine Frau war seit dem 7. April arbeitsunfähig krank und bezog von diesem Tage an Krankengeld. Am 10. Mai wurde sie entbunden. Von diesem Tage wurde ihr von der Krankenkasse Wochengeld ge- währt. Nach sechs Wochen wurde jedoch schon der Bezug des Wochen- gelbes mit der Begründung eingestellt, datz zwei Wochen aus das vor der Entbindung gewährte Krankengeld angerechnet würde. Das Reichsversicherungsamt sprach der Frau in der bereits erwähnten grundsätzlichen Entscheidung noch für weitere zwei Wochen das Wochengeld zu. In der Begründung heißt eS: „Es fragt sich, ob eine Anrechnung von Wochengeld auf die Zeit vor der Niederkunft auch dann zulässig ist, wenn die Wöchnerin zu dieser Zeit an einer mit Arbeitsunfähig- keit verbundenen Krankheit litt und aus diesem Grunde bereits die Kasse in Anspruch genommen und Krankengeld erhallen hatte. Diese Frage war zu verneinen. Aus der Vorschrift des Gesetzes, daß von dem Wochengelde für acht Wochen mindestens sechs in die Zeit nach der Niederkunst fallen müssen, ist zu folgern, daß die Kasse auch bereits für einen vor der Nieder- kunft liegenden Zeitraum von zwei Wochen Wochengeld gewähren darf. Insoweit stellt sich das Wochengeld dann als eine Art Schwangerengeld dar. Diese der Kaffe hier eingeräumte Befugnis kann aber lediglich dahin verstanden werden, datz die Kasse unter Umständen ihre Leistung an Wochengeld, die im allgemeinen erst mit der Nieder- kunft beginnt, um zwei Wochen zeitlich verschieben kann. Daraus folgt aber noch nicht, datz die Leistung in diesem Umfang dann wegfällt, wenn die Klägerin für diese Zeit bereits Kranken- geld bezieht. Hierauf würde die Auffassung der Kasse hinauslaufen. Es mutz vielmehr angenommen werden, daß es dann der Kasse nickt mehr möglich ist, von der ihr durch das Gesetz ein- geräumten Befugnis Gebranch zu machen. In solchen Fällen kann die Dauer des Wochengeldbezuges vielmehr erst von der Niederkunft ab berechnet werden..— Aktenzeichen Da K 88/14. Gericktszeikung. Petroleum-Schwindel. Einen von langer Hand vorbereiteten und planmäßig durchgeführten Schwindel hat der Schlossermeistcr Alfred Wiese aus Birnbaum in Szene gesetzt, der gestern unter der Anklage des Betruges und der Urkunden- f ä l s ch u n g der 3. Strafkammer des Landgerichts I vorgeführt wurde. Der 30 Jahre alle, bisher völlig unbescholtene Angeklagte hatte sich kurz vor dem Kriege in Birnbaum verheiratet und im Vertrauen auf eine Beihilfe seiner Schwiegereliern ein Grundstück getausl. Da dieie Beihilfe ausblieb, kam er in immer größer werdende Schwierig- keilen, die ihn nötigten, nach Berlin zu gehen und hier als Ge'elle bei Borsig zu arbeiten. Er verdiente hier wöchentlich etwa 50 M., er konnte damit ober seinen Verpflichtungen nicht nachkommen und eriann sich iolgendcn, äußerst raifinierten Plan, um zu grötzeren Geld- betrögen zu kommen: Er erließ in den verschiedensten Provinz- zeitungen, wie„Posener Tageblatt",„Ostdemsche Warle",„Zeitung sür Hinterpommern",„Generalanzeiger für Schlesien und Polen" u. a. Anzeigen, in denen er unter der Ueoerschrifl„Nur einmaliges Angebot" das Eintreffen von Petroleum ankündigte und es zu einem bestimmten Preise anbot. Die Zuschriften auf diese Anzeigen, ließ er sich unter verschiedenen Chiffren an eine hiesige ZeilungS- filiale senden. Er erhielt darauf über 900 Anfragen aus allen Teilen Deutschlands. Von diesen wählte er sich eine Anzahl aus. und zwar solche, von denen er glaubte, datz die betreffenden Reflektanten wohl Geld schicken würden. Diesen sandte er auf schönen Briefen mit der aufgedruckten Firma„Paul Sieberl, Bersandgeichäst Magdeburg" ein mittels Schreib- Maschine angeserligteS Schreiben zu, in welchem er sich bereit erklärte, Petroleum zum Preise von 0,34 M. pro Liter abzulassen. „Der Versand erfolgt nur gegen vorherige Einsendung des Betrages frei ab Berlin. Infolge der jetzigen erschwerten Zufuhr und außer- ordentlich vielen Anfragen ist es mir nicht möglich, alle eingehenden Aufträge zu erledigen und können daher nur lofortige Bestellungen, welche bis spätestens 30. September eingehen, berücksichtigt werden. da an diesem Tage mit dem Versand begonnen wiid." Dem mit dem Namen v. Siebert unterzeichneten Schreiben lag in der üblichen kaufmännischen Form ein Bestellschein bei, der aus- zusüllen war. Als Adresse, an welche das Geld einzu- senden sei, fügte er die Namen, entweder„Frau Gesche, Berlin 170., Landsberger Straße 4* oder„Frau Ida Nie- meper, Barnimstratze 21" unter dem Brief hinzu. Bei dielen beiden Frauen halte er sich nämlich am 26. September unter dem Namen Siebert aus Magdeburg ein Zimmer gemietet, während er tatsächlich bei einer Tante in der Lychener Straße wohnte. Er fuhr dann in seine Heimal, nachdem er den Vermieterinnen angekündigt hatte, datz Briese und Gelder für ihn eintreffen würden, die sie in Empfang nehmen und bis zu seinem am 1. Oktober stattfindenden Einzug für ihn bewahren sollten. Um den Wirtinnen vorzu- Müschen, datz er wirklich aus Magdeburg sei, fuhr er dann dorthin und gab von dort eine Depesche auf, in der er sein Eintreffen für den 2. Oktober in Aussicht stellte. Nun trafen auch Briefe auf Briefe und Gelder über Gelder bei den Frauen ein, so datz diesen die Sacke doch unheimlich wurde und es ihnen geraten schien, die Polizei zu benachrichtigen. Diese nahm den Angeklagten bei seiner Rückkehr am 2. Oktober fest. Inzwischen waren aus 36 verschiedenen Provmz- orten Bestellunaen und Geldbeträge in Höhe von über 2000 M. eingegangen, die der spekulative Angeklagte nun nicht einheimsen konnte. Das Gericht erkannte auf neun Monate Gefäng- nis und rechnete einen Monat auf die Untersuchungshaft als ver- büßt an._ Räuberischer Neberfall auf eiue Berkäuferiu. DaS Schwurgericht des Landgerichts H verhandelte gestern eine Anklage wegen versuchten Raubes gegen den 19 Jahre alten Hausdiener Heinrich L a m m e r s. Die Blottnersche Großbäckerei hat in der Lützowstr. 105 eine Filiale, der die Verkäuferin Marie Bannwitz vorsteht. Als diese am Abend des 16. Oktober soeben Kaffe gemacht, das Geld in einen Beutel getan und das Licht' ausgedreht hatte. kam der Angeklagte in den Laden und bat. ihm vor Ladenschlutz doch noch ein Brot zu verkaufen. Das Mädchen wollte der Bitte nach- kommen und stieg deshalb auf einen Stuhl, um zunächst das Licht wieder anzuzünden. In demselben Augenblick warf ihr der An- geklagte eine Tüte Pfeffer ins Gesicht, stürzte sich auf sie. würgte sie am Halse und verkuckte, als sie um Hille schrie, ihr einen Knebel in den Mund zu pressen. Es gelang ihm aber nicht. Tie Hilferufe der Uebersallenen wurden von dem Inhaber eines Nachbarladens gehört, so datz der Verkäuferin Hilfe wurde. noch ehe der Verbrecher sich des Geldbeutels bemächtigen konnte. Beim Herannaben von Personen ergriff er die Flucht, er wurde ver- folgt und es gelang, ihn festzunehmen. Die Geschworenen billigten ihm mit Rückficht auf seine Jugend mildernde Umstände zu. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren Ge- f ä n g n i s._ ßm aller Welt. Die Geschichte eines Tiroler Standschützeu, der Landes- Verteidiger werden muffte. Wie ein Tiroler Gastwirt, der aus geschäftlichen Gründen der Gilde der Standschützen beigetreten war, bei Ausbruch des Krieges mit Italien wider seinen Willen Vaterlandsverteidiger werden mutzte, wird in einem in der„Solidarität" abgedruckten Feldpost- brief in humorvoller Weise wie folgt geschildert: „Also, der gute Mann ist in Dingsda Besitzer einer gutgehen- den Gastwirtschaft schon seit vielen Jahren, hat Haus und Hof, Familie, Dienstboten, Vieh und was weiß ich, was noch. Vor 8 Jahren war es, als er zu einer Gastwirteversammlung geladen wurde, in der beraten werden sollte, wie ein den dortigen Gast- Wirten drohendes Unheil abgewendet werden kann. Die Stand- schützen des Bezirkes beabsichtigten nämlich ihren Schießstand nach einem anderen Ort zu verlegen, wodurch die Wirte des Ortes, wo sich meine tragikomische Geschichte später abspielen sollte, eine er- hebliche Einbuße an Verdienst befürchteten. Datz in dieser Be- ziehung die Geschäftsleute im allgemeinen, die Gastwirte aber im besonderen äußerst empfindlich sind— nicht nur in Berlin—- ist bekannt. Daher kamen sie auch alle und beratschlagten, was da zu tun fei. Nach langem Hin- und Herreden, vielleicht auch -trinken, kam der Geist der Erleuchtung über sie und sie beschloffen einhellig. Mann für Mann den Standschützen beizutreten, um so die für den Umzug vorhandene Majorität bei der entscheidenden Bescylutzfassung niederzustimmen und in ihr Gegenteil zu ver- kehren. Gesagt— getan! Auch mein Held Uetz sich gegen die Vorgeschriebeire Entrichtung der Aufnahmegebühr von 2 Kronen in die Mitgliederliste eintragen, der schlaue Koup gelang auch, und damit war für die Herren Gastwirte die Angelegenheit zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Mein Kriegskamerad kümmerte sich weiter nicht mehr um die Standschützen, als es deren durstigen Kehlen frommte, heimste die reichlichen Zinsen für die geopferten 2 Kronen ein, ging weder schießen noch rückte er aus, bezahlte auch keinen Beitrag und vergaß die gar nicht so dumme Episode, die ihn ein- mal Standschütze spielen Uetz.— Als nun im Mai d. I. der Krieg mit Italien ausbrach, bekam er eines Tages die schriftliche Auf- fovderung, sich zu einer bestimmten Zeit auf dem Schietzstand der Standschützen einzufinden.*) Gewohnheitsgemätz legte er den „Wisch" ad acta, oder tat sonst etwas damit, denn was gingen ihn *) Die Standschützen sind unbekümmert um ihr Alter ver- pflichtet, sich bei der Landesverteidigung bereitzustellen. Dafür ge- nietzen diese Tiroler Schützcngilden einige Vergünstigungen seitens der Landesregierung. die Ttandscbützen Qii, wenn sie nidfit gerade seine Gäste inaren. Ä'un aber wind die Geschichte ungemütlich. An einem der nächsten Morgen, recht zeitlich in da?>ruab, als er noch in den Armen Morpheus' oder seines Ehcgesponses lag, pochte es kategorisch an die Haustüre und herein trat, als ihm geössnet wurde, ein Gendarm rnit ausgepflanztem Bajonett und brachte, alle Proteste in den Wind schlagend, meinen Kameraden nach dem Schießstand der Standschützen. Tort wurde ihm auf seine energischesten Einwen- düngen hin lediglich die Standeslistc vor die Nase gehalten, in der wirftich und wabrhaftig sein Name zu lesen war, wie er auf eigenen Wunsch seines Trägers vor 8 Jahren eingetragen ward. Da half nun nii; nöt! Gr mutzte hinein in die hechtgraue Uniform, den Rucksack auf den Buckel und die Flinte über die Schulter nehmen und fort ging cö nach kurzem Abschied gen Süden.—„Bafluacht und vadammt hon i sch dö Stund, wo i domols so saublöd ho sei' kinna. Fünfmol wor i bei da vstollung und jedsmol wor i untaugli und siecht muatz i do umananda hupf'n wiara Off!" Damit schloß der Wackere die Geschichte, die ihn zum„freiwilligen" Verteidiger sÄncS Vaterlandes gemacht hat." Bestrafter Wucherer. Die Strafkammer in Stade verurteilte den Kaufmann Hugo Waldvogel zu 70» M. Geldstrafe und ordnete die Schließung des Geschäfts des Verurteilten an. W. hatte Reis, den er mit 18, 20 und 221/2 Pf. eingekauft hatte, mit 300 bis 400 Proz. Aufschlag verkauft und die behördlich vorgeschriebene Preisliste gefälscht, indem er nach der polizeilichen Abstempelung die Preise erhöhte. Einen Monat Gefängnis wegen Verleumdung einer Kriegerfrau verhängte das Schöffengericht in München über die Gemüse- Händlerin Riedl. Die R. hatte der Frau ohne allen Grund nach- geredet, sie unterhalte mit einem fremden Mann Beziehungen und in einem Schreiben an den Wohlfahrtsausschuß diele Behauptungen wiederholt, damit der Frau die Unterstützung entzogen werden sollte. Dieser Klatsch, durch den der im Felde stehende Ehemann, der davon unterrichtet worden war, in große Erregung geriet, erwies sich in der Gerichtsverhandlung als völlig unbegründet. Ein gcriebencr Schwindler, der auch in Neukölln bei Berlin in Begleitung einer Dame als angeblicher Feldwebel große Schwinde- leien verübte und dann sich später auf Grund einer ihm von der Hamburger Polizei ausgestellten Karle als Kriminalinspektor Adolf Jägcr'ausgab, ist in Dresden verhaftet worden. Er wurde als ein ehemaliger Unterofsizier Wilhelm Hoble aus Bergen fest- gestellt. Seine Begleiterin soll er irgendwo cntsührt haben. Iugenöveranftaltungen. Waidmannslust-Hohcn-Neuendorf. Sonntag, den 23. November: Spaziergang der Arbeiterjugend beider r-rte in die Umgegend Hohen- Ncucndorss. Für Waidmannslusl Abfahrt 1.26 bis Stolpe. Liederbücher mitbringen._ Allgemeine Kranken- und Sterbckane der Metallarbeiter a. G.i zu.Hamburg. Filiale Berlin 7. Am Sonntag, den 28. November, vormittags 10 Ubr: Mitgliederversammlung im Lolal von Blaschke, Pascwallcr Straße 4. Märkische Spiel-Bereinigung, Bezirk Grosi-Berli». Am Sonntag, den 28. November, ipicien folgende Vereine der 1. Klasse. Svielansang>/„3 Uhr: R. B. C.— Fichte IV. Eicbc. Tegel— Rummelsburg. Velten- Fichte XVII. Fichte IX-Fritch Frei. Fichte III— Lichtenberg.— I ii g e n d- G r i! D p c i Fichle XVll— Schöneberg. Adlcrshoj— Jahn. Fichte III— Neukölln. Frisch Frei— Fichte IX. öriefkasten üer Redaktion. Die iunliilch- Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenftr. S, IV. Hof rechts, parterre, oai Montag bis Freitag von t bis 7 Ugr, ain Sonnobenb von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briet last-II bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlseichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erleilt. Anfragen, denen keine Abonnemenlsauiliung beigefüg! ist. werden nicht beanlworlct. Eilige Fragen trage man tu der Sprechstunde vor. Bertrffgc, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. M. B. 100. 1. Die Auskunst kann nicht richtig sein. Sie haben eine lausende Rente zu verlangeil und wir würden Ihnen auch sehr raten, sich auf nichts anderes einzulassen. 2. Stellen Sie einen solchen Antrag an die Anstalt.— G. N.»4. 1. 19.97 M. 2. Nein. 3. Ja. DaS Reich hastet in jedem Falle.— A. M. SS. Auf jedem Postamt erhalten tote eine Bestellkarte, ans der hervorgeht, wo das Militiiipakctdepot für den betreffenden Truppenteil sich bejindct.— M. K. 990. 1. Markgrascn- (trafje 40, täglich. 2. Eisahren Sie dort. 3. DaS Geschäft befindet sich Ali-Moabit 98—103. Privatwobnung uns nicht bekannt. 4. Wenden Sie sich an den Nationalen Frauendienst JhrcS Bezirks.— K. M. 20. Fortpflanzung ineist durch Eier. Nur wenige Gattungen wie Vipern und Wasserlchlangcn sind Lebendgebärende.— S. W. 13* Anisol. — R. H. 12. 1. Der Antrag wäre an das Ersatzbataillon des Infanterie- Regimelits Nr. 4t zu stellen. 2. Der verpsändete Siegenstand gebt nicht ohne weiteres in ihr Eigentum über. Sie müssen erst Zablung der Schuld verlangen und eventuell dem Schuldner Verlaus des Pfandes aninelden.— Secioldat 120. f. Wenn das Testament der gesetzlichen Form enlsprichi, daben Eltern und Geschwister keinen Erbanipruch. 2. Ja. 3. Nein.— (&. M. 23. Dienstuntauglich. Lungenleidcn und Geschwüre an den Unterschenkeln.— F. Kl. 9. Sie unterstehen nicht mehr der Landsturm- Pflicht und brauchen sich auch zur Kontrollversainmlung nicht zu melden.— Wetteraussichten für das mittlere Norddeutlchlanb bis Soliiitag mittag. Weitere Abküblung, vielfach heiter, aber noch un- beständig mit wiederholten, im allgemeinen geringen Niederschlägen, Haupt- sächlich Schneesällen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tcilnabme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, jage ich hiermtt allen Be- tciligten, besonders der Firma Mengers u. Söhne, dem Meister, so- wie den Kollegen und Kolleginnen meinen herzlichsten Dank. z12A Frau Anna Ikurij-e nebst Kindern. Danksagung. Für die mir io zablreich erwiesene herzliche Teilnahme bei der Beerdi« gnng ineines lieben ManncS psul Roeseier sage ich hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Mit. gliedern des Turnvereins Fichte, insbesondere aber Herrn Emil Koch für seine trostreichen Worte am Sarge, sowie den übrigen Mit- glieocrn der 12. Männerabteilung von Fichte für ihr so liebevolles Vcr- hatten während seiner langen Krank- heil herzlichsten Dank. 8A Gertrud Rocseler geb. David Eberswalder Str. 20. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes 2915b Herrnrnin Neubacher sage ich allen Verwandten. Freunden und Bekannten, besonders den Kol- legen feiner letzten ArbeitSstälte der Firma S. Schnitze tun., den Kollegen und Kolleginnen der Firma Mix u. Genest,_ den Kollegen der Firma E. F. Stärke, dem Reftaurateur M. Zack nebst Kästen meinen besten Dank. Marie Ncubattier. Stieselsohlen, mp- Paar 95 Pf."&Q zum Selbstunlermachen. Komplett auigemachl mit Gummiabflitzen: .Herren 2,93. Damen 2.39, Pank- strafte 10. Slftöneberg. Akazien. i»r. 29. Neukölln. Hermannstr.17. 0*\ _ einer L-eibbinde? Sämtliche Systeme am Lager resp. nach Maßaafertigung sowie Bruchbandagen ai£r Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Pollmann, Bandagist Berlin N., Lothringer Str. H0. Lieferant für Krankenkassen. Kluiurn- und kranidinderri von Roden Meyer,' Ind.: P. Golletz Mariannenstr. 3. Tel. Mpl. 346 Ziehung 3. u. 4. Dezember IsM lur deutsche Lehrer u. LehreiioDco, CC33 Geldgewinne Ton Hark 16®®® Lose k 3 Fort» n. Litt* 80 Pt«mpt Carl ieintze, Berlia W, jetzt 21 Unter den Linden 21. zu wirklich billigen Preisen evt leichleZahlungshodlnguniien Giroße Anstvahl in dentschen Stoßen Julius Fabian Sehn eidermeister Gr. 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Vortrag des Genossen Dr. Bruno Borchardt über: Planetensystem-'. 2. Branchenangclegcnheiten. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind alle in der Metallindustrie beschäftigten Hobler, Bohrer. Fräser. Stößer, Stanzer, Schntttarbetter sowie alle an Maschinen beschäftigten Arbeiterinnen eingeladen. Mitgliedsbuch legitimiert.■ Sonntag, den Ä8. November 1915, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1: Krandien-Versammlung der Rohrleger und Helfer. DriDgeutL Oi» Preiserbohaog stahl vor der Titr! 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Tagesordnung: Diskussion. 3, Berbandsangelegenheiten. 4. Urlnccnd. 1. Bortrag schiedenes. DaS Erscheinen aller Kollegen ist unbedingte Pflicht. Die Ort» Verwaltung, Ber. Ulster (in Auswahl Formen nner« reicht) in einfarbigen, glatten, wolligen ätoffeo mit echtem Sealplüschkragea u wunderbarer Posaroentenverzieiung, beste Veiarbeilung. in grün. blau, schwarz, Bluseniorzn noch für IL 2 HedclI- Vlster zum Aussuchen noch für 25.- erhöhter Preis bis 48.— e Kostüme. in bestem Lindeuer Velvet mit echten Pelzbesätsen, Modelle in Kammgarn, Tuch. nur einzeln« Formen, keine nachgeahmte Dutzendware noch für 5(9,| 75b' erhöhte Preise bis 400/0 teurer. Gediegene einfache Kostüme fosoh. blas u. larbiger Kammgarn, pausend au VVeibnacht» geschei.ken noch für 22., 33.- erhöhte Preise 35�, teurer, Wichtig für Herren! Wegen bevorst. Einberufung giw erste Herren kleider-Fabrik Ulster, Paletots, Anzüge, fertig zi iu'ch im Einzelverkauf Verkaufszeit 10—3. Holkcnmarkt 7-8, ab. 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Pfund 1 1 Pt Wirsingkohl......... pfundllpt Kohlrüben........... pwnd 5pt Zwiebein...........- pfand35pt Mark. Rübchen.. Pfand 1 5pt Blumenkohl.�18, 23? Mohrrüben......... PMndlOpt Ziehung am 3. und 4. Dezember GeM-Lolterle der Allgemeinen Deutschen Pensionsanstalt für Lehrer und Lehrerinnen 200 000 Lose. 6633 Gewiane zahlbar ohne Abzug Mark oooo 1 Haupt- Gewinn M ■'umOrlK.- I.VSI3 Preis von 3 Hark Lud. Hülier& Co. Porto u. Liste emp. etilen a. 30 Pf extra vereendeo --- BERLIN W= U/ertlersclier MnrktlO Teloqrair m-Adres-.o i GlUckamUller. Garderobe Trotz des Krieges auf bequemste Teilzahlung Wochenrate flüf M« flAiMAll UaiIaii Röcke. Blusen. Ulster, UolIlvVl" inuuen Mftntel In Tuch, Samt, Astrachan In grosser Aaswahl Entzückende Neuheiten am Lager Pelzwaren>N jeder Preislage Herren-Anzflge, Paletots und Ulster Knaben» n. Mädchen-Garderobe für jedes Alter H. Beiser, Lothringer Str. 67 DWWWV Sonnlag« von 12— Z Ihr geöffnet| mit Brot vernichtet rsdlksl Gddgeltt W. Z. 751S3. 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Duddeutsche (232. Königl. Prentz) Klassenlotterie b. Klaffe 17. ZiehungSiaz LS November ISiS Nachmittag Anl jede gezogene SInmnier sind zwei gleich hohe «ewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Siummer tu den beide» Abteilungen 1 n. II. Nur die Bewinne Über 240 M. sind in Klammern betgesiigt. (Ohne Bewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 92 125 23« 421 808 78« 8« 916 42 9«(8000) 1084 309 11 «4 463 672 739 42 80« 23 901 9072 780 75«47 964 3058 82 108 42 229 8« 810 483 582 98«51«15 4022 63 184 262 67 311 428 607 17 739(8000) 8044 58 74 121 91 627 800 89(6001 917( 3000) 84 8163 207 14 64 I6C0) 83 367 1600) 401 63« 707 64 893 969 7 066 183 431 631 792(1000, 942 8000 83 II« 416(1000, 697 602 45 61 746 9068 134 325 410 18(3000) 538 65 698 924 10118(3000) 306 489 728(500) 843 991 11054(600) 110 214 64 373 487 729 61 990 1 2069 323 43 96 414 ,600, 613 94 701 807(600) 26 1 3148 60 210 623 26 766 935 1 4036 213 69 330(3000) 70 404(800) 720 987 1 5084 398 479'6001 83 775 934 74 1 6084(1000) 107 323 489 671 677 89 737 56 804 967 17026 161 208 387 464 658 737 925 49 1 8131 434 545 79 668 71 700 882 95(6001 938 1 8086, 48 312 473 82 684 881 2 0419 72 92 605 768 971 21137 233 376 690 668 970 95 22020 72 138 79 256 68 333 39 653(1000) 888 838 89 23044 132 208 13000, 413(1000) 698 733 81 87 871 24190 216 22 64 619 61 73 633 922 32 39 2 8164 218 44 374 425 695 746 8,8 26105 38 ,1000, 211 21 660 727 94 861 3 7 011 44 147 65 (10001 317 24 38 418 742 923 68 93 2 8 033 34 38 143 78 431 666 606 732 900 6 2 9029 91 102(1000) 8 94(600) 202 395 406 33 686 669 898 30.77 283 98 353 84 600 99 816 34 TOS 89 888 938 SUIS 8? 206 38 49(600, 406 68 87 92 802 60 89 93 S2038 420 612 669 847 68 950 3 3136 91 293 429 612(500) 686(1000) 730 80 906 43 36 328 419(1000) 98 668 773 869 73 990 3 8179 289 320 437 655 735 53 818 3 8235 335 68 68 IIOOO, 66) 9-0 (3000) 3 7 206 89 316 16(600) 880 960 3 8119 64 303 10 ,1000) 34 42 406 559 620 846 3 8174 359 6«(8000) 472(600) 648 680 760 804 69 929 40066 133 74 226 89 384 419 505 88 816 SO 836 41187 408 33 623 83 602 72 82 813(1000, 88 950 42019 197 260 (600) 336 636 49 765 917 4 8152 6« 268 323 464 88 668 899 (600) 718 988 4 4 099 148 457 666 70 817 705 93 888 994 45117 314 41 454 602(600) 949 69(500) 46 038 189 338 618 668(1000) 66 73 735 49 802 26 993 4 7 327 669 741(600) 60 926 4 8091 III 91 202 9 34 80 386 665.600) 672 733 4 9001 63 286 68« 98 667 817 68 77 5 0 002 274 339 437 674 730 86 907 81106 86 297 99(600) 404 27 609 919 82046 220 46 441 676 786 63224 304 19 608 (3000) 646 872 5 4263( 600) 373 485 619 22 63« 707 46 934 73 5 5 076 209 47 748 903 5 8 026 68 107 674 685 727 6 7 019 99 (1000) 223 29 310 544 631 83 94<1000, 734 878 96 6 8013 63 89 138 294 318 42 44 500 78 986 6 8343(600) 460(1000) 60 658 936 8O099 184 266 67 634 796 888 938(1000) 51006 19 88 106 33 298 343 408 682(500) 819 80 93 8 2010 329 917 80 63194 233 403 840( 600) 621 98 918 67 77(3000) 84186(600) 313 85 846(1000,«5100 24(600) 221 46 315(1000) 38 626 44 886 928 6 6013 67 76 84 194(3000) 228 629 54 66 764 87063 458(600) 668 739 62 928(1000) 65048 61 122 79 28? 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42«18 35 45 148075 161 372 681 803 8 63 923 1 48188 97 268 318 88 494 638 (1000) 91 780 1 4 7 004 81 892 431 81 645 49 739 145 234 (600, 306 59 417 65 513 711 23 63 873 1 4 9068 103(500) 97 405 11 729 829 62 89 908 61 63 150360 1U 4« 227 737 84 1 51098 182 218 60«12 l« 7» 506 62«55 1 5 2033 114 78 295 443 532 35(1000) 41 667 786 884 932 38'500, 153059 118(500, 484 869 900 41(600) 45 15 4052(1000) 64 275 335 64 72(3000) 498 777 863 959 94 18 5 008 78 181 230(600) 390 608(500) 9«(1000) 700(1000) 814 914 38 158103(1000) 366 447 68 70 781«44 67 980 72 81 15 7058 71 318 60 73 402 701 66 827 938(3000) 62 1 5 8298 430( 600) 610 61 889(600) 15 9093 273(1000) 427(1000) 600 784 821 902 100226 38 343 75 867 909 1 61049 188 291 438 638 71 992 1 5 2 249 377 444 64 76 66 97 640 662 790 163039«1 322 467 619 863 783 86 918 46 1 04,81(1000, 192(1000, 202 45 636 680 705 885 1 6 5003 18 177 24, 45(6001 66 329 542«27 947 74 98(1000) 1B8011 4« 49 144 6t 253 666(500) 747 863 998 1873,9 318 27 424 823 784 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92(600) 944 196064 126 31 600 10 760 863 988 190118 280 386 461 638 751 840(1000) 83 914 10 7 013 183(1000) 211 46« 861 783 190631 401 38 632 876 749(1000) 63(3000)»45 199181 242(600) 90 421 686 903 78 2 0 0086 118 200 317 61 453(3000) 78 80 608 78 783 2O10O1 156 812 630 727 807(1000) 8« 93 203253 97 372 449 670 710(3000) 32 63 806 77 84 2 0 3076 81 100 43«7 (100U) 303 85 420 640 48 761 937 71 78(1000) 94 2 0 4071 101 656 821 28 60(1000) 956 66 305006 217(3000) 44(600) 76 98(3000) 646 64 716 898 2 0 0288 308 480(3000) 707 2 0 7194 306 20 663 881 2 0 8064 278 387(3000) 683 890 942 81 2 0 9049 136 260 366 635 43 46 762 834 21 0161(1000) 79 301 72 432(600) 627 33 788 918 21113» 237 95 366 76 542 47 62 948( 600) 43 21 2166 318 61 483 520 (1000) 40 674 92 700 877 977 215242 83 329 4026711000)63 530 (1000) 63 799 863(600' 214165 263 99 388«00«10 71« 806« 2)6021(1000) 116 205 73 376 488 693 628(40 000) 90 789 853 21 8034 109 392 440 68 2) 7011 88 ISO 83 88 343 66 69 (600) 973 83(600) 2 1 8316 86 777 810 836 81(1000) 21 0067 71 133 84 255 346 687 706 2 2 0084 253(600) 83 343 747 66(600) 842 837(506) 62 221179 631 81 776 879 2 2 2071 169 248 307 66 656 750 952 89 93 2 2 307« 113(1000) 64 362(1000) 422 2 2 4080 193 214 362 661 611 49(800) 69 HOOO) 777 911 2 2 5079 96 154 85 655 804 90 857 2 2 6002 219 319 95(600) 403 846 744 93 844 64 227222 59 894 640 80 855 87 228030 136 60«83 601 613 (1000, 2 2 0244 636 842 965 25 0068 130 88 204 66 473 620 65 87 801 728 43 804(«00) 96 231174<500, 288«64 745 8« 9 82004 42 S?® BS 660 86 786 67 876 255053 566 663 834 40 868(600) kaufen Sie von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz gewesene Jackett- und Itock- anoüge, Paletota, Ulster, Sehe i: IO— 18 Sehe II: 20— SO M., größtenteils auf Seide. 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Garde-Res.-Reg.; Garde-Gren.- i>iegimeuter Alexander. Franz, Augusta und Nr. ö(letztere beiden s. Res.-Jns.-Reg. Nr. 26o), Garde-Res.-Jäger-Batl. Gren.-, bezw. Ins.-, bezw. Füs.-Regimenter Nr. 43, 16, 17, 18, 27, 30, 33, 34, 33, 41, 43, 48, 4g, 33 bis einschl. 36, 38(s. Jnf.-Reg. Nr. 69), 61, 62, 64(s. Jnf.-Reg. v. Quitzow), 67, 69, 7g, 71(s. Jnf.-Reg Nr. 82), 72(s. auch Jnf.-Reg. Nr. 37), 73, 74, 76, 77(s. Res.-Jnf.- Reg. Nr. 260), 79. 81(s. auch Res.-Jns.-Reg. Nr. 221). 82, 84 ls. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 84), 86, 87(s. gies.-Jnf.-Reg. Nr. 221>, gl, 95(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 82), 36, 97, 99, 109, 110, III, 112 is. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 103), 113 ls. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 1091, 114, 117, 118, 128(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 39), 129, 131, 132, 135, 136, 137, 140, 142 bis einschl. 147(letzteres s. auch Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 84), 149 bis einschl. 134, 156, 157, 159, 160(f. auch Ref.- Jnf.-Reg. Nr. 258), 161, 162(s. Zusammengesetztes Jnf.-Reg. Sicki, 163(f. Füs.-Reg. Nr. 86), 164(s. auch Jnf.-Reg. Nr. 79). 166, 167, 168(s. auch Gebirgs-Maschinengew.-Abt. Nr. 240), 169(s. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 109), 170 bis einschl. 174, 176, 190, 334, 342, 344, 346, 347, 352, 360 bis einschl. 365, 368 bis einschl. 376, 378. 379, 381, Regimenter v. Kurnatowski und v. Quitzow. Zusammen- gesetztes Jnf.-Reg. Sick. Res.-Jnf.-Regtmenter Nr. 7, 11, 12, 21 i. Jnf.-Reg. Nr. 346), 23, 26, 28, 29, 31(s. auch Zusammen- gesetztes Jnf.-Reg. Sick), 32, 35, 49(s. Jnf.-Reg. Nr. 346), 53, 53, 36, 59, 61, 66, 69, 71, 72, 74, 81, 82, 86(s. Zusammengesetztes Jnf.-Reg. Sick). 87. 91. 99, 109, 110, III, 118, 203, 204, 209, 213, 2l7 bis einschl. 221, 238, 260, 261, 262, 263, 266. Ers.-Jnf.-Regl- menter Nr. 29 und Königsberg Nr. 1(s. Jnf.-Reg. Nr. 381). Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 5, 11, 13, 17, 18(st auch Landw.- Jnf.-Reg. Nr. 84), 26, 34. 38. 46. 49. 31, 55, 56, 66, 72 bis einschl. 76, 84, 99, 116, 118, 349, 350. Landst.-Jnf.-Regimenter Nr. 3, 8, 9, 10, 11, 17, 23, 115. Ueberplanmätziges Landw.-Jnf.-Batl. Nr. 5 des 4. Armeekorps(st Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 17). Brig.-Ers.- Bataillone Nr. 38, 40(beide st Jnf.-Reg. Nr. 368), 55, 58(s. Erst- Jnf.-Reg. Nr. 29). Landw.-Brig.-Ers.-Batl. Nr. 38. Landst.-Jnf.- Bataillone Nr. 52(s. Jnf.-Reg. Nr. 334), Hanau, 2. Jnsterburg, 1. Kosten. Landst.-Jnf.-Ers.-Bataillonc: l. Hamburg, Hanau, 2. Königsberg i. Pr. Musketen-Bataillone Nr. 1 und 2. Jäger- Bataillone Nr. 1(st Jnf.-Reg. Nr. 376), 2, 4, 7, 8. Gebirgs- Maschinengew.-Abteilungen Nr. 231 und 240; 1. Ersatz-Maschinen- gewehr-Komp. des 11. Armeekorps; Feld-Maschinengew.-Züge Nr. 97(s. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 113), 206(s. Jnf.-Reg. Nr. 82'), 242 (st Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 8), 248(st Landst.-Jnf.-Reg. Rr. 19), 251 (st Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 17), 260(st Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 10). Unteroffizierschule in Ettlingen(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 109). Kavallerie: Dragoner Nr. 14. Feldartillerie: Regimenter Nr. 1, 18, 36, 37, 46, 58, 66, 73, 74; Res.-Regimenter Nr. 6 und 16. Pioniere: I. Garde-Batl. Regimenter Nr. 18, 25 und 29; Bataillone: I. Nr. 3, l. Nr. 7, I. Nr. 17. I. Nr. 21. I. Nr. 27; Kompagnien Nr. 247, 249, 251; Res.-Kompagnien Nr. 78, 80 und 87; 1. Landw.-Komp. des 16. und 1. Landst.-Komp. des 11. Armee- korps. Mittlere Minenwerfer-Abteilungen Nr. 167 und 189. Verkehrstruppen: Fernsprech-Abt. des 4. Armeekorps. Feld- fliegertruppe. Feldartillerie-Munitionskolonne Nr. 2 der 10. Landw.-Div. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Komp. Nr. 2 des 4. Armee- korps und Nr. 115 der 115. Jnf.-Div. Armierungs-Bataillone Nr. 9, 27, 34, 40, 47, 82, 107. «-* * Vermißten-Nach weis-Li st c Nr. 2 wird veröffentlicht.(In diesem Nachweis werden diejenigen Heeresangehörigen aufgeführt, die bisher als vermißt gemeldet waren und über deren Verbleib die Truppenteile inzwischen auf besondere Anfrage Auf- klärung gegeben haben. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 237 bringt Verluste des 16., 18., 19., 24. und 25. Jnf.-Reg.; Gebirgs-Maschinen- gewehr-Abt. 209; Ref.-Juf.-Regimcnter Nr. 1, 2, 7, 10, 11, 13, 15, 16, 19, 20, 21; Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 6, 15; Brig.-Erf.- Bataillone Nr. 4, 9, 12; Landst.-Jnf.-Bataillone: Günzenhausen, Neustadt; 3., 6. und 7. Chevaulegers-Reg.; Feldart.-Regimenter: 1. München, 4. Augsburg, 8. München, 8. Nürnberg, 9. Landsberg, 11. Würzburg; Res.-Feldart.-Reg. Nr. 10; Erst-Feldart.-Reg.: 3. Fußart.-Reg. Ingolstadt; Fußart.-Batterien Nr. 303 und 369; Rcs.-Fußart.-Regimenter Nr. 1 und 2; Pionier-Reg.; 1. Pionier- Batl. München; Div.-Brückentrain 3; Schwere Minenwerfer-Ab- teilungen Nr. 4, 9; Mittlere Minenwerfer-Zlbt. Nr. 104; Armee- Flugplatz„v. Strantz"; Feld-Luftschiffer-Trupp„Gebrath": 2. Landw.-Pionier-Komp., 1. Armeekorps; 2. Pionicr-Ers.-Komp. (1. Pionier-Batl.); 2. Landst.-Pionier-Komp., 1. Armeekorps; Ar- mierungL-Batl. Nr. 1; Militär-Eisenbahn-Direition I und 11; Etappen-Munitions-Kraftwagen-Kolonnc 4; Berichtigungen frühe- rcr Verlustlisten. Die württembergische Verlustliste Nr. 310 enthält Verluste des Brig.-Ers.-Bätl. Nr. 51; Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 51; Res.- Jnf.-Reg. Nr. 119; Jnf.-Regimenter Nr. 120, 121; Res.-Jnf.-Reg.. Nr. 121; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 121; Gren.-Reg. Nr. 123; Landw.- Jnf.-Regimenter Nr. 123, 124, 126; Landst.-Jnf.-Batl. Biberach; Feld-Maschinengew.-Zug Nr. 138; Landw.-Feldart.-Reg. Nr. 1; Res.-Feldart.-Reg. Nr, 26; Feldart.-Reg. Nr. 49; Res.-Feldart.- Reg. Nr. 54; 2. Feldpionier-Komp.; Freiwillige Sanitätskolonnen: Biberach und Untertürkheim; Verluste durch Krankheiten; Be- richtigungen früherer Verlustlisten. Cingegangene Druckschriften. Welcherlei Veriorgungsansprüche stehen dem Kriegsteilnehmer. seinen.vamilienangeliörige» uns.Hinterbliebene» zu? Von G. Ströbmfcld. Broich. 40 Pj. A. Auer, Stuttgart. Die Knechtung Aegyptens. Von Dr. M. M. Rifat. 50 Pf. K. Curtius, Berlin IV LS. Nationalstaat und Nationalwirtschaft und ihre Zukunft. Von Pros. W. Mitscherlich. 1 M. C. L. Hirschteld, Leipzig. Demokratie und Großbetrieb. Bon Dr. Th. O. Cassau. 70 Pj. Duncker u. Humblot, München. Fachblatt für Holzarbeiter. Novcmberhcst. Herausgegeben vom Deutschen Holzarbeitcroerband. Erscheint am 15. jeden MonatS. Bicrtelj. 1,20 M. Selbstverlag dos Verbandes, Berlin SO 16. Von deutschen! Wesen nach dem Kriege. Von R. Seysert, 1,60 M., geb. 2 M.— E. Wunderlich, Leivzig. Genossenschaft sbnch für den Aufsichtsrat. Von A. Schurr. L 2'!. I. Benzheimer. Mannheim. Der Weltbürger. Ein Kricgsroman von 53. Schickte vom Brühl. 3 M.. geb. 4 M. Pa. Reclam. Leipzig: Jährbuch der Augcstellteubeivegung. ischristleitung: 53. Stiel n. E. Steinitzer. Jähtlich 4 Heslc. 6 M. Jndustricbeamtcn-Berlag, Berlin XIV 52. Flugschriften für Oesterreich-Ungarns Erwache». Heft 5: Heim zur Scholle. Von P. Rojegger. 80 Ps. Ed. Strache. Warnsdors in Böhmen. Kaufhaus Gebrüder Wolff Cicifründet 1884. Amt Vörden 8305. Berlin N, Invalidenstraße 134. 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