5 Pfennig) Die Inkeetionz-eebilhr betrügt für die sechsgefpaltene Kolonel- zeUe oder deren Rauni W Pfg„ für politische und gewerlschastliche Vereins- und Verflunmiungs-Anzeigen L0 Pia. „Klrinc Hnieigcn", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes wettere Wort 5 Psg, Worte über 15 Buch- stoben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis b Uhr nachmittags in der Expedition llbgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Vevlinev Vulksbtott. der fozialdcmokr atS f chcn Partei Deutfcblands. Telegramm-Adresse: „SozialdimoHrat Berlin". Neüaktion: SA). 68, Linüenftraße 3. Ferniprecher: Am« Moritzplah,?!r. 13190— 15197. Donnerstag, den 55. Dezember Cxpeüition: SW. 68, Linöenstraße 3. Zsserniprecher: Am« Morihpla«, Nr. 151 99—151 97. Ur. 332.- 3Z.Iahrg. Udonnementt-Kecllnaungeni üdonnements- Breis pränumerandl» Lierleljädrl. SV» Ml. monml, 1,10 Mb, wöchentlich 2ö Psg, frei inS Haus. Einzelne Nummer 5 Psg, Sonntags« nummer mit illustrierter Sonntags« Beilage.Die Neue Well* 10 P-a, Post- Abonnemem: 1.10 Marl pro Monat. Eiirgeiragen in die Posi- Zeirungs» Vreisliste, Unter Kreuzband für Teutschland und Oeslerrelch- Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Ppslabonnements nehmen an: Belgien, Tänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumäiuuu Schweden und die Schweis oilheivl täglich. �entralorgan Das wirtsihaftsbünönis mit Gesterreich-Ungarn. Weite Teile der Dorraumonorchie, besonders in Deutsch- Oesterreich, stehen unter dem Eindruck der politischen und wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands. Man glaubt allgemein, daß eine enge Verbinldung mit dem Nochbarreich Oesterreich- 'Ungarn politisch und wirtschaftlich wesentlich fördern könne. Aus dieser Stimmung entspringt der Wunsch nach einer Zoll- union der Zentralmachte. So wünschenswert das Ziel an sich ist, so wenig wird man sich doch der Wege und Hindernisse klar. Die großen Schwierigkeiten der Zollunion werden be- leuchtet durch die Geschichte der österreichisch-ungarischen Währungsanleihen in Deutschland, deren letzte Ende November nach einem zeitweiligen Sinken des Kurses der Krone von 117,80 auf 146,50 zustande gekommen ist. Das Ergebnis war lediglich, daß eine weitere Verschlechterung der österreichischen Währung verhindert wurde. Das Disagio von mehr als 20 Proz.— im Augenblick das größte Verkehrs- Hindernis zwischen den beiden Reichen— bleibt bestehen. Dabei treten Oesterreich und Ungarn— zwei handelspolitisch und finanziell völlig selbständige Staaten— bei den Verhandlungen mit dem deutschen Anleihekonsortium bereits als eine Einheit auf, die für die handelspolitischen Ver- Handlungen e r st n o ch z u b i l d e n i st. Der Ausgleich, wie die zwischen Oesterreich und Ungarn bestehenden Verein- barungen genannt werden, läuft am 31. Dezember 1917 ab. Bis dahin müssen sich Oesterreich und Ungarn über die Bei- tragspflicht zu den gemeinsamen Kosten und, über den auto- nomen Zolltarif einigen. Ungarn wird im besonderen zu entscheiden haben, ob, es.sich auch gegen Oesterreich durch eine Zwischenzollinie schützen soll, wozu es staatsrechtlich be- fugt ist. Erst nach Klärung dieser wichtigen Verhältnisse wird Oesterreich-Ungarn eine staatliche Einheit sein, die für das Ausland verhandlungsfähig ist. Die� mitteleuropäischen Wirtschaftsvereine, die sich zu Hauptträgern der Idee eines mitteleuropäischen Wirtschasts- blockes gemacht haben, empfehlen die gegenseitige zollpolitische Vorzugsbehandlung als beste Form einer engen Verbindung Deutschlands und Oesterreich-Ungarns. Die Vorzugsbehandlun" ist für die Sozialdemokratie völlig unannehmbar, weil sie die Verkchrsfreiheit einschränkt, stark hochschutzzöllnerisch wirkt und Rußland. Frankreich. Großbritannien und die nordamerikanische Union in einen offenen oder heimlichen Wirtschaftskrieg mit Deutschland treibt. Diese letztgenannten Staaten haben aber für Deutsch- land eine unendlich größere Bedeutung als Oesterreich- Ungarn. Vom Geschäft aber ganz abgesehen, wäre ein solcher Wirtschaftskrieg die beste Vorbereitung für einen neuen Waffen krieg. Ueber die bloße Vorzugsbehandlung hinaus wollen aber die Ungarn aus Furcht vor einem wenn nicht formellen, doch tatsächlichen Verlust ihrer Souveränität nicht gehen. Erst letzthin erklärte das der ungarische Staatssekretär Dr. S z t e- r e n y i sehr laut und vernehmlich. Das W. T. B. hatte aus seiner Rede nicht das wesentliche hervorgehoben. Tie Rede des ungarischen Staatssekretärs war viel weniger ein Plaidoyer für die engere wirtschaftliche und politische„Annäherung" der Mittelmächte als für den sehr alten Wunsch der ungarischen Landwirte, in Deutschland einen gegen das Ausland begünstigten und von ihm durch hohe Zollniauern abgesperrten Markt zu besitzen. Das ist aber kein Zukunftsideal des deutschen Proletariats! Dagegen halten wir eine Erleichterung des Verkehrs von Gütern und Menschen zwischen Deutschland, Oesterreich und Ungarn für durch- aus durchführbar. Tie Vereinheitlichung der wirtschaftlichen Gesetzgebung. der verkehrspolitischen und tarifarischen Bestimmungen, be- sonders aber auch des Zivil- und Handelsrechtes ist, wenig- stens in einzelnen Materien, noch im Krieg möglich. Es ist klug und vorsichtig, in diesen Dingen, die für die wechselseitige Verkehrsentwickelung höchst bedeutungsvoll sind, die großen Vorteile der Gemiusamkeit und Gleichheit zuerst zu erproben. Sehr wichtig wäre die Verleihung des gegen- seitigcn Anspruches auf Erwerb der Staatsbürgerschaft unter mildesten Bedingungen, die durch keine Verwaltungspraxis verschärft werden können. Für Partei und Gewerkschaften ist dabei ein besonderes Ziel gesteckt: den vielen in Deutsch- land seßhaft gewordenen Arbeitern aus Oesterreich und Ungarn das Reckt zu sichern in ihrer neuen Heimat an den sozialen und politischen Bestrebungen teilzunehmen. Wenn die Fraktion das im Augenblick Mögliche propagiert, übernimmt ste die Führung einer Bewegung, die kN WWW I MM öez M?n SMWilim. Amtlich. Graftes Hauptquartier, 1. Dezember 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich von La B a s s e e richtete eine umfangreiche Sprengung unserer Truppen erheblichen Schaden in der englischen Stellung an. Ein englisches und ein französisches Flugzeug wurden abgeschossen, die Insassen sind gefangengenommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Balkankriegsschauplatz. Au einzelnen Stellen fanden erfolgreiche Kämpfe mit feindlichen Nachhuten statt. Bei P r i z r e o nahmen die bulgarischen Truppen 15 000 Serben gefangen und erbeuteten viele Gebirgs- geschütze und sonstiges Kriegsgerät. Ober st e Heeresleitung. * Jet öslmeilMe MetaWslmW. Wien, 1. Dezember.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: 1. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. ~ Bei den dem österreichisch-ungarischen Oberbefehl unterstehen« den verbündeten Streitkräften der N o r d o st f r» n t wurden im Monate November an Gefangenen und Beute 78 Offiziere, 12 000 Mann und 32 Maschinengewehre eingebracht. Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag verlief an der Jsonzosrout im allgemeinen ruhiger. Nur der Brückenkopf von Tolmcin wurde wiederholt heftig angegriffen. Diese Borstöße des Feindes brachen in unserem Feuer zusammen. Heute Nacht setzte starkes Artillerie- feuer gegen den Nordhang des M o n t e Sau M i ch e l e ein. Gleichzeitig griffen die Italiener den Gipfel dieses Berges an; sie wurden zurückgeschlagen. Auch feindliche Angriffsversuchc im Räume von Sa» Martina wurden abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen dringen umfassend gegen P l e v l j e vor. Eine Kolonne greift die Gradinahöhc südöstlich des Mctalka- Sattels an. Eine andere erstürmte in den Nachmittagstundcu und nach Einbruch der Dunkelheit den von Montenegrinern zäh verteidigten Hochflächcnrand 10 Kilometer nördlich von Plcvlje. P r i z r e n wurde am 29. November mittags von den Bulgaren genommen. Die Armee des Generals v. K ö v e ß hat im N o v e m b e r 40 800 serbische Soldaten und 26 600 Wehr- sähige gefangen genommen und 179 Geschütze und 12 Maschinen- gcwchre erbeutet. Der Stellvertreter des Chefs deS GcncralstabcS. v. H v e s e r, Fcldmarschalleutnant. nicht von den Hochschutzzöllnern und Liebhabern einer ein- geschränkten Meistbegünstigung allein beherrscht sein sollte. Wir erwarten, daß die Fraktion die geschilderten Ziele verfolgt und sich für ein umfassendes Programm der Wirt- schaftlichen Annäherung der beiden mitteleuropäischen Reiche einsetzt. Die Erfüllung dieser Forderung ist dringlich, weil die Regierungen bereits in Unterhandlungen über die zukünftige Handelspolitik der Zentralmächte eingetreten sind 1-* * Dem Wirtschaftsverband entgegen? Eine am Montag in Dresden abgebaliene Tagung des deutsck,- österreichisch- ungarisckien Wirtschasts- Verbandes bat sich in einer einstimmig angenommenen Ent- schliehung für ein W i r t s ch a f t s b ü n d n i s der beiden Zentral- mächte und für eine vertragsmäßig aus lange Dauer gesicherte Gemeinsamkeil der Handelspolitik ausgesprochen. .Es ist aus Gl und eines einbeitlichenZolltarifschemas ein einheitlicher Autzentarif zu vereinbaren, dessen Zoll- sähe nicht durchweg die gleichen für beide Gebiete zu sein brauchen. Im wechselseitigen Verkehr sind die wirtschaftlichen Verschiedenheiten durch Ausgleichszölte zu berücksichtigen. Eine zollpolitische Vorzugsbehandlung ohne Gemein- samkeil der Wirtschaflspotilik ist. wie alle halben Maßnahmen, als unzulänglich abzulehnen. Die treue Waffenbrüderschaft mit der Türkei und Bulgarien eröffnet uns des weiteren neue Ausblicke und stellt uns Aufgaben, die wir nur vereint löten können.' In der zweiten Entschließung heißt es: „In der Annahme, daß die Regierungen Deutsch« lands und Oesterreich-Ungarns über die Regelung ihrer znkünftigen handelspolitischen Bezie- Hungen durch ihre amtlichen Stellen in Unter- Handlung getreten sind, hält der deulsch-österreichisch- ungarische Wiiischattsverband eine Mitwirkung der großen Verbände und Körperschaften von Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirt- schaft bei diesen Verhandlungen für erforderlich." In dieser Entschließung wird die bloße V o r z u g s z o llb e h a n d l u n g in Worten verleugnet und in der Sache bei ihr beharrt. Vorgeschlagen wird ein einheitlicher Autzentarif, dessen Sätze nicht gleich sein müssen, was ein vollkommenes Unding ist. Ein Zolltarif mit ungleichen Sätzen ist eben nicht einheitlich, sondern nur ähnlich. Tie Gleichheit des Tariischemas ist dabei wichtig und nach Kräften zu erstreben, aber nicht wesentlich. Ein einheiilicher Zolltarif mit un- gleichen Zöllen schließt natürlich auch die Gemeinsamkeit ver Handels- Politik gegen dritte Staalen aus. Das Charalleristikum des Wirt- schaftsverbandes ist der— unbedingt— gleiche Außentarif; das Charakteristikum der BorzugSbehandlung ist Selbständigkeit der Zollgesetzgebung und Ausschluß dritter Staaten von den im gegen- seiiigen Verkehr gellenden Zwischenzöllen. Diese Merkmale lreffen auf die Entschließung der Dresdener Tagung zu. die also im Wesen bei der bloßen Vorzugsbehandlung verharrt. Es wäre wichtig, sowohl den geplanten Zwischenzoll- taris wie den gemeinsamen Autzentarif kennen zu lernen. In Deutschland würde man die Augen weil ausreißen, sähe man, daß die Oesterrcicher und Ungarn unter Beru'ung auf die Schutz- bedürfligkeii ihrer Industrie für viele Waren sowohl Zwischenzölle wie erst recht Autzenzölle verlangen, die die für Deutsch- land jetzt geltenden, weit übertreffen. . Wir empiehlen allen, die— um österreichisch zu reden— nicht bloße G'schaftelhuber sein wollen, nicht über hochfliegende Ideen zu diskutieren, sondern ihr Augenmerk der Entwertung der Krone zuzuwenden, die im Tausch mit der Mark ein Dis- agio von 20 Proz. hat. Das ist im Augenblick leider das st ärk st e Verkehrshindernis zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarnl Der montenegrinische Dericht. Cetinje, 30. November. lW. T. B.) Amtlicher Bericht vom 28. November. Der Feind hat Foca, Metallka und Prepolje wiedergenommen. Wir machten im Lause diese Kämpfe 54 Gefangene. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 30. November. sW. 2. 33.) Amtlicher Bericht vom 28. N o v e m b e r: In der Richtung auf Prizren verfolgen unsere Truppen rastlos die Serben, welche sich in großer Unordnung gegen Montenegro zurückziehen. Auf der Straße Pri st ina— Prizren liegen allenthalben Aus- rüstungsstücke und Kriegsmaterial. Auf beiden Seiten der Straße sieht man zahlreiche tote Pferde und Ochsen, sowie beschädigte Wagen und Motorlastwagen. Wir entdeckten in der Umgebung des Dorfes Suharska� eine erhebliche Menge Munition, sowie zahlreiche Geschütze, von denen nur noch die Lafetten und Achsen übrig waren. Weiter südlich fanden wir die Trümmer des Pontonmaterials einer Pionier- kompagnie. Das alles beweist, daß die Reste der serbischen Armee nur noch umherirrende Massen sind. Im Laufe dieses Tages machten wir 2200 Gefangene und er- beuteten 16 Geschütze und 22 Munitions- wagen. Auf der südlichen Front entwickeln sich die Operationen sür uns günstig. Unsere Truppen besetzten am 26. d. Mts. die Stadt Kichevo. Heute nahmen sie die Stadt Kruschevo in Besitz. Die Serben operieren nunmehr in dieser Gegend nur noch als kleine vereinzelte Abteilungen. Unsere Truppen, die längs der oberen Cerna operieren, überschritten diesen Fluß und bemächtigten sich der Brücken und Straßen, die nach Bitolia(Monastir) führen. Auf den übrigen Fronten wenig Veränderungen. In den täglichen Heeresberichten unseres Großen General- stabes werden die Operationen unserer Truppen nur da skizziert, wo Aendcrungen in der Lage eintreten, und im all- gemeinen wird nichts erwähnt von den Fronten, wo die Lage unverändert bleibt. Dies bezieht sich besonders auf die südliche Front, wo infolge der passiven Haltung der englisch-französischen Truppen unsere Berichte nur wenig über die Operationen meldeten, die dort stattgefunden haben. Um jeder Deutung dieses Schweigens in Europa vorzubeugen, die dieses vielleicht als ein Zeichen von Mißerfolgen darst-'llen möchte, gibt der bulgarische Generalstab bcCaiint, daß die Operationen der englisch-französischen Truppen sich auf die des Cerna-Tales beschränkt haben. Die etutlisch-französischen Truppe» haben nicht nur um keinen Schritt Vordringen können über die Stellungen, die sie zur Zeit der Ankunft unserer Truppen besetzt hielten, sondern sie wurden sogar um einige Kilometer hinter diese Stellungen zurückgedrängt. Alle ihre Versuche, nordwestlich der Cerna vorzugehen, blieben erfolglos. Heute befindet sich kein einziger Serbe oder Franzose auf dem linken Ufer der Cerna. Die Brücken des Flusses bis zur Mündung in den Wardar wurden von den serbischen und französischen Truppen auf ihrem Rückzüge zerstört. Sofia, 1. Dezember.(W. T. B.) Bulgarischer General- stabsbericht über die Kämpfe vom 29. November: Gegen Mittag haben unsere Truppen nach Kampf von kurzer Dauer aber entscheidender Bedeutung die Stadt Prizren in Besitz genommen. 16000 bis 17000 Gefangene wurden gemacht, 50 Feldgeschütze und Haubitzen, 20000 Ge- wehre, 148 Automobile und eine Menge anderen Kriegs- Materials erbeutet. Die Zahl der Gefangenen wächst un- anfhörlich. Die Straße zwischen Suhareka und Prizren ist buchstäblich bedeckt mit Kadavern von Zugtieren, verlassenen militärischen Gegenständen, Trümmern von Wagen und Ge- schützen, Munition und dergleichen. Gefangene und Eingeborene erzählen, daß die serbischen Offiziere ihre Verbände verlassen und in wilder Flucht ihr Heil gesucht haben. Ein Teil soll sich in Zivilkleidern in den Dörfern der Umgebung verborgen halten. Dieser Umstand soll die Soldaten bestimmt haben, sich in Massen zu ergeben. Am 23. November nachmittags sind König Peter und der russische Gesandte Fürst Trubetzkoi ohne jede Begleitung mit unbekanntem Ziel davongeritten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Schlacht von Prizren, wo wir die letzten Reste der serbischen Armee ge- fangen nahmen, das Ende des Feldzuges gegen Serbien bedeuten. Der serbische Rückzug. Rotterdam, 1. Dezember.(T. U.) Der„N. R.£.* meldet aus Athen: Die Räumung ganz Serbien? seitens der serbischen Armee bestätigt sich. Das Heer zieht sich auf drei Wegen nach Durazzo, Skutari und Südalbanien zurück. Es ist den Serben gelungen, ihre Gebirgskanonen, sowie einen Teil ihrer Feldgeschütze in Sicher- heit zu bringen. Auf dem Rückzüge nehmen die Serben alle Knaben im Aller von 1ö bis 17 Jahren mit; diese sollen militärisch ausgebildet werden, um später die Lücken der serbischen Armee aus- zufüllen. Die Zahl der Serben, welche das Land verlosten, wird aus mehr als 250000 geschätzt. Man denkt, daß es nicht länger als einen Monat dauern werde, bis die Ueberreste des Heeres sich mit der Hauptmacht vereinigt haben. Zurückziehung öer Ententetruppen von Krivolac. Saloniki, 1. Dezember.(W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Infolge der Räumung des Engpasses von Katschanik durch die Serben ist die Vereinigung der französi- schen und der serbischen Streitkräfte nutzlos und unmöglich geworden; auch der Marsch der Fran- zosen auf Veles ist nutzlos geworden. Die Zurück- ziehung der Truppen aus der Gegend von K r i v o l a c hat begonnen. Krivolac, welches Mittelpunkt der Unter- nehmungen war, wird bald zu einem vorgeschobenen Posten werden, der zur Grundlage Demir Kapu hat, wo die Franzosen große Streitkräfte zusammenziehen. Entgegen den Nachrichten aus bulgarischer Quelle halten die Franzosen alle auf dem linken Vardarnfer bis Krivolac eroberten Stellungen besetzt. Griechenlanüs ausweichende Antwort. London, 1. Dezember.(W. T. B.) Das Reutersche Bu- reau meldet auS Athen: Die von S k u l u d i s am 29. No- vember den Gesandten des Vierbandes abgegebene Erklärung stellt tatsächlich Griechenlands Antwort auf den letzten gemeinsamen Schritt dar. Die Grundlage der Ant- wort Griechenlands bildet die Neutralität, die so lange für den Vierverband wohlwollenden Charakter haben wird, als die Souveränitätsrechte nicht angetastet und keine militärischen Beschränkungen auf- erlegt werden. Es besteht keine Ursache, anzunehmen, daß der Vierverband beabsichtigt, seine ursprünglichen Forde- rungen abzuändern. Man hofft in diplomatischen Kreisen aus eine günstige Lösung. London, 1. Dezember.(W. T. B.)„Times' erfährt aus Athen: In Beantwortung der Forderung des Verbandes, die griechischen Truppen aus dem von den Alliierten besetzten Gebiet zurückzuziehen, erklärt die griechische Regierung, daß sie dies für unaussühr» bar hält, weil dadurch andere Schwierigkeiten entstehen würden. Es wird auf Einsetzung eines AusschusteS von Sach- verständigen gedrungen. Die.Times' erfährt aus Saloniki: Unter den zuletzt angekommenen Flüchtlingen befand- sich eine Anzahl österreichischer und deutscher Untertanen, die in Monastir interniert und durch die serbischen Behörden nach Griechen- land geschickt worden waren. Einige sahen sehr dürftig und kränklich aus. Die Haltung Rumäniens. Bukarest, 1. Dezember.(T. U.) Laut„Adeverul" äußerte sich Bratianu gesprächsweise dahin: Von den Balkanstaaten konnten nur Rumänien und Griechenland ihre Neutralität be- wahren, und beide Staaten nehmen gegenüber der Entente eine wohlwollende Neutralität wahr. Rumänien kann aus Gründen, die für das Schicksal des Landes ausschlaggebend sind, nicht für die Entente eingreifen. Die Meldungen, daß Rumänien infolge Verpflichtungen gegenüber den Zentral- mächten seine Neutralität aufgeben werde, entsprechen nicht den Tatsachen. Italien unü üer Dalkanfelüzug. Rom, 1. Dezember. sW. T. B.), T r i b u n a' bringt ein Telegramm aus Athen, wonach dort die Lage plötzlich ernster geworden sei. Gestern habe Skuludis den Gesandten des Vier- Verbandes die griechische Antwort auf die letzte Note überreicht und mit ihnen über die Fragen, die den Inhalt der augenblicklichen Unterhandlungen bilden, eine Besprechung gehabt. ES scheine, daß Skuludis über die Absichten Griechenlands sich nicht sehr entgegen- kommend ausgesprochen habe, er habe erklärt, daß die Zurückziehung der griechischen Truppen von Saloniki und die vom Vierverband verlangte Ueberwachung der Küstenzone Bedingungen wären, die die griechische Neutralität in Frage stellen und verletzen würden. .Giornale d'Jtalia' erfährt aus Athen, daß die griechische Regierung bereit sei, den Forderungen des Vierverbandes entgegenzukommen, soweit sie mit der Souveränität und Unabhängigkeit des Staates vereinbar seien. Im Falle, daß Forde- rungen gebieterisch geäußert würden, würde die griechische Regierung einen moäus vivsnAi erwägen, der ihre Pflichten als Nation und die durch die gegenwärtigen Umstände aufgezwungene Lage in Ein- klang brächte. Turin, 1. Dezember. fW. T. B.)»Stampa' bringt zwei militärische Artikel, von denen der eine nachweist, daß Italien wohl daran getan habe, sich nicht an dem Balkanunter- nehmen zu beteiligen, das militärisch ein Irrtum und eine Gefahr. politisch ein Mißerfolg sei. Der zweite Arrikel sagt, daß die jetzt von einigen Blättern verlangte Truppenentsendung nach Syrien, die den Suezkanal retten solle, ein großer Irrtum wäre. Kilchener werde in London dafür eintreten, daß sowohl der Balkanfeldzug als auch das Dardanellenunternehmen rückgängig gemacht werden. Auch werde er dafür sorgen, daß nicht ein drirter Fehler mir einer unglücklichen Expedition nach Syrien begangen werde. Kilchener sei der Meinung, dem Vierverbande bleibe, wenn er siegen wolle, nur ein Weg. nämlich die deutschen Linien in der Champagne und im Artois zu durchbrechen. Nur auf diese Weife könne Aegypten gereitet werden. Der französische Tagesbericht. Paris, 1. Dezember. sW. T. B.) Amtlicher Bericht von Dienstagnachmittag. Dem letzten Bericht ist nichts hinzu- zufügen. Paris, 1. Dezember.e jetzt dieser Vergangenbeil gedacht. Mehr noch: Ueber die bluterfüllien Schützengräben und Schlachtfelder hinweg künden wir ewigen Ruhm dem internationalen Sozialismus für seine tiefe Einsicht, für die Schönheil und Größe seiner Lehre, für die Macht der Propaganda und Organisation, die er an den Tag legte, um die fürchterliche Katastrophe abzuwenden und die Menschheil und die Zivilisation von den unerträglichen höllischen Qualen zu retten, die sie jetzt erdulden müsien. Es ist gewiß nicht unsere Schuld, daß die Völker lmsere Warnungen in den Wind geschlagen, datz sie unsere verzweifelten Rufe nicht gehört, daß sie uns aus dem lichten Wege zur Befreiung, zum sozialen und internationalen Friede» nicht gefolgt, aus den wir sie von unseren Redncrlribünen gerufen haben. Möge die furchtbare Verantwortung auf andere Häupter fallen!.. Englische Narrheiten. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" gibt die Friedcnsbedingirngen wieder, die im letzten Heft der Londoner„National Nevic w", wahrscheinlich von dem Herausgeber Max je aufgestellt werden. Sie umfassen im. ganzen 2t) Punkte. Da wird nicht nur die Wiederherstellung Belgiens gefordert, sondern auch noch irgendeine phantastische Art der Entschädigung, die„für alle Zeit auf die Vorstellung der Menschheit wirken und ein dauerndes Zeugnis für das Verbrechen Wilhelms II. sein soll". Nicht nur Elsaß-Loth- ringen soll an Frankreich zurückgegeben werden, sondern auch „soviel weiteres Gebiet, als es seiner nationalen Sicherheit wegen für notwendig erachtet. Im übrigen sind Frankreich, Rutzlcmd und Serbien ähnlich zu entschädigen wie Belgien, Italien erhält Trieft und das Trentino, die deutsche Flotte wird an die Verbündeten ausgeliefert, der Kieler Kanal ist zu internationalisieren usw. usw. Wenn die Entente bis zur Erreichung der hier aufge- stellten Ziele kämpfen will, dann mutz sie sich mindestens auf einen siebenjährigen Krieg gefaßt machen, in dem sich die allgemeine militärische Lage von Grund aus verändert. A l) e r zum Glück i st die„National Review" des Herrn Maxse nicht die englische Regierung und noch viel weniger die englische Nation. Sie ist seit je das Organ der schlimmsten Jingoes und Deutschenhasser, und ihre Gefolgschaft ist wirklich weder so groß noch so bedeutend, datz man ihre Aus- lassungen als symptomatisch für die Stim- mung in England hinstellen könnte. Zum min- besten aber mutz man sich bei der Lektüre dieses hirnver- brannten Unsinns immer daran erinnern, datz es in England Leute von größerem Ansehen als Herr Maxse gibt, die andersgeartete Kriegsziele� formulieren. Unter allen Umständen beweist jedoch auch das Beispiel der„National Review", wie in England der Wunsch nach gröberer Klarheit über die Absichten von Regierung und Nation in ständigem Wachsen begriffen ist. Das ist ein günstiges Zeichen, denn die Eröffnung der Diskussion über die Friedensbedingungen läßt, so törichte und anmaßende Worte in ihrem Verlauf auch fallen mögen, immer auf den Wunsch nach einem baldigen Frieden schließen. So möchten wir auch einen Artikel der konservativen„Mar- ning Post" auslegen, in dem es heißt:. „England hat schrecklich darunter gelitten, daß seine Re- gierung in der Zeit des Friedens nicht für den Krieg vor» gesorgt hat. Es wivd schlimmer zu leiden habsn> wenn es in der Zeit des Krieges sich nicht auf den Frieden vorbereitet. Die Nation muß eine be st immte Vorstellung davon haben, wofür sie kämpft, und was das äußer st e Mindestmatz dessen ist, was sie annehmen könnte." Freilich fügt die„Morning Post" hinzu, daß Friedens- Verhandlungen nicht denkbar seien, solange der Feind in Belgien. Frankreich, Rußland oder Serbien bleibe. Indessen mit dieser Verklausulierung will man nur sein Gesicht wahren, denn welchen Sinn hätte es. die Regierung zur Vorbereitung auf den Frieden aufzufordern, wenn man den Eintritt in die Verhandlungen ernstlich von der Erfüllung so aussichts- loser Bedingungen abhängig machen wollte! Die Kosten ües italienischen Krieges. Aus Rom wird uns geschrieben:. Der Turiner Professor der Volkswirtschaft, Luigi Einaudi, stelli im„Corriere della Sera" Berechnungen über die Ausgaben an. die dem italienischen Staate bis zum 80. September 1915 aus dem europäischen Krieg« erwachsen sind. Er stellt zu diesem Zweck die Gesamtausgaben des italienischen(Budgets, ty der Periode vom 1. Juli 1914 bis zum 30. September- 14)15 denen vom 1. Juli 1918 bis 80. September 1914 gegenüber: die Mehrausgabe der ersten Periode beträgt in runder Zahl 3,7 Milliarden, genauer gesagt 8664 Millionen. Wieviel von diesen Ausgaben auf die Kriegs- Vorbereitung, wieviel auf dieKriegssührung kommt, ist bei derZüsaminen- sasiung der Ausgaben im Quartale nickt klar zu sehen, da der italienische Krieg mitten im Quartal, am 23. Mai, erklärt wurde. Immerhin ist es interessant, daß auf das am 30. Juni 1915 endende Budgetjahr 2184 Millionen Metrausgaben für Heer und Marine kommen, auf das nachfolgende Quartal, das schon ganz im Zeichen des Krieges steht, 1086 Millionen. Da aber dieses Quartal Juli /Oktober 1915 mit dem entsprechenden Quartal 1914 verglichen wird, in dem bereits der europäisch« Krieg und mit ihm die ita- lienische Kriegsvorbereitung begonnen hatte, geben auch diese 1096 Mil- lionen noch nicht die tatsächliche Höhe der Kriegsausgaben wieder: man mutz die Militärausgaben eines Friedensjahres, also 1913, zum Ver« gleich heranziehen. Dies tut Einandu für die vier Monate Juni/September monatsweise für die beiden Budgets des Heeres und der Marine und kommt zu folgenden Erhöhungen: Juni 365 Millionen, Juli 413, August 434, September 4l5 Millionen. Einaudi kommt zu dem Schluß, daß die M e h rz ah l u n g e n, die der italienische Schatz seit Beginn des europäischen Krieges bis zum 30. September des laufenden Jahres geleistet hat, rund 3,5 Milliarden betragen und daß heute die laufenden Zahlungen insgesamt rund 500 Millionen im Monat betragen, von denen 400 Millionen außer- ordentliche und nur 100 ordentliche Ausgaben sind. Die. Ausgaben, für die die Zahlung noch nicht erfolgt ist, sind in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt. die türkischen Finanzen. Konstantinoprl, 1. Dezember.(W.& 33.) Das Budget de» nächsten, am 14. März beginnenden Rechnungsjahres, das jetzt von der Budgetkommission der Kammer erörtert wird, beziffert sich auf 36 817 125 Pfund in den Ausgaben, 1 159 579 Pfund mehr als im Vorjahre, und 22 961 688 Pfund in den Einnahmen, 1 874 794 Pfund weniger als im Vorjahre. Demnach ergibt sich em Fehlbetrag von 13 855 437 Pfund, also von 3 034 329 Pfund mehr als im letzten Jahre. Die Begründung stellt fest, daß die Einnahmen mit Rück- ficht auf die Folgen des Krieges bedeutend niedriger veranschlagt worden seien, es sich also nur um einen vorübergehenden Zustand handele. Dann wird noch erwähnt, datz zur Deckung der großen Ausgaben des gegenwärtigen Krieges Darlehen bei den Ver- bündeten Regierungen aufgenommen werden mußten. Für einen Teil derselben seien bereits Kassenscheine ausgegeben worden, für den Rest werde die Ausgabe demnächst erfolgen. Wahlen zu üen russischen Kriegsindustrie- Komitees. Kopenhagen, 1. Dezember.(T. U.) Bei den Moskauer Wahlen der Arbeitervertretung zum Kriegsindustriellen- Komitee sollten 90 Vertreter in 6O Fabriken gewählt werden. An der Wahl nahmen jedoch nur Arbeiter von 40 Fabriken teil, 40 Arbeitervertreter wurden gewählt. Drei der gewählten Arbeitervertreter legten sofort ihr Mandat nieder. Zwei andere wollten nicht einmal das Wahlprotokoll unterschreiben. Zahlreiche Arbeiter verhängten den Boykott über die Wahlen. Die obenstehende Meldung gibt noch kein klares Bild von dem Ausgang der Wahlen für den Kriegsindustrie- ausschutz, die dieser Tage in Moskau stattgefunden haben. Bedeutsam ist aber jedenfalls, datz die Mehrheit der Arbeiter die Wahlen bereits im ersten Stadium— bei der Wahl der Bevollmächtigten, die aus ihrer Mitte einige Delegierte für den Kriegsindustrieausschutz zu wählen hatten—, b o y- kottiert haben. Auf den endgültigen Ausgang der Wahlen, an denen zirka 250000 Arbeiter beteiligt waren, und auf die die nationalsozialistischen Elemente ihre besondere Energie konzentriert hatten, kann man gespannt sein. Kein japanisches tzeer für Europa. New syork, 30. November.(W. T. B.) Der Ver- treter von Wolffs Telegraphen-Bureau meldet:„New A o r k Times" veröffentlicht folgendes Telegramm des japanischen Mini st er des Aeutzern Baron shii, das der„Tiines" durch das hiesige japanische onsulat zugegangen ist: Tokio, 26. November. „New Jork Times" hat mich durch Kqbeltelegramm wegen des Interviews mit einem Vertreter des„Petit P a r i s i e n" befragt. Dieses Interview ist un- richtig wiedergegeben worden. Was ich gesagt habe, sollte heißen: Wenn Japan ein Heer nach Europa schicken sollte, so müßte dieses ein großes und mächtiges sein; aber eine solche militärische Expedition ist infolge vieler unüberwindlicher Schwierigkeiten, die sich ihr entgegenstellen, nicht durchführbar. Jshii. deutsch-französtscher Gefangenenaustausch. Konstanz, 1. Dezember.(W. T. B.) Heute abend geht der erste schweizerische Lazarettzug mit französischen schwer verwundeten Kriegsgefangenen von Konstanz nach Lyon ab. Am Freitag, den 3. Dezember, trifft der erste Zug mit denk- schen Schwerverwundeten in Konstanz ein. Am Sonnabend, den 4. Dezember, geht der zweite schweizerische Lazarettzug mit französischen Schwerverwundcten nach Lyon ab. Ankunft Angehöriger üer Noten Kreuzes aus Deutsch-Süüwest-Nfrika. Blissiugen, 1. Dezember.(W. T. B.) Gestern sind hier mit dem Dampfer„Mecklenburg" 105 Milalieder des deutschen Roten Kreuzes, darunler siebzehn Offiziere aus Deutich-Südwest-Afrika angekommen. Sie sprachen sich anerkennend über die Behandlung in Afrika aus, klagten aber über den Dampfer, mit dem sie nach England gebracht wurden, vor allem über mangelhaste Verpflegung. Abends sind sie nach Goch weitergereist.__ Kriegsbekanntmachungen. Pakete an Angehörige der österreichischen Feldarmee. Verlin, 1. Dezember.(W. T. B.) Pakete an Angehörige der österreichisch-ungarischen Feldarmee und ihr zugeteilte Personen können bei deutschen Post- anstalten fortan nicht mehr unbeschränkt, sondern nur für gewisse, von der österreichisch-ungarischen Verwaltung bezeichnete Feld- Postämter zur Beförderung angenommen werden. Es ist Sache der Albsender, sich über die Zulassigkeit der iSersendung unb über die Fcldpostämter, nach denen Pakete angenommen werden, zu vergewissern. Zu Unrecht ausgelieferte Pakete werden von den österreichischen Grenzstellen zurückgeleitet. Näheres über die Ver- sirnidungsgelegenheiten usw. wird bei'den PostcmstcrlteN durch Aushang in den Schalterräumen bekanntgegeben. Zur Beachtung für den Bricfverkehr mit Belgien. Brüssel, 80. November.(W. T. B.) Es wird darauf aufmerk- sam gemacht, datz der besetzte Teil Belgiens bei Be�- Wertung des Briefportos Deutschland und Oesterrei�- Ungarn gegenüber und umgekehrt als Ausland gilt, also die Aus- landtaxe(Briefe 20 Pf., Karten 10 Pf.) in Anwendung kommen muß. Es wird ferner darauf hingewiesen, datz gemäß der Be- stimmung des Gener0tl«!I TtiLSro»». Dirslrtion: lVIax He nbardt 7X7. b.1. M.: Das Hilrnberoisch Ei. Treitag: Maria Slaart. KammorMpiele. 8 Uhr: Orr Welbstrnfel. Freitag: Wer Welbstcnfel. VnlkHbiihnc. Theater a.CDIownl. S1'. Uhr: Der Kaufmann v. Venedig. Freitag. Sonnabend, Sonntag: Der Sturm. Dir. Meinhard 3ernauer. Theater i. d. Königgrätzerstr. T'/a Uhr: Maria Stuart. Komödiershaus. 8 Uhr: Die rätselhafte Frau. Berliner Theat. 8 Uhr Wenn zwei Hochzeit machen. URAKIA Taubenstr. 48/40. 8 Uhr- Geheimer Postrat Grosse: Die deutsche Feldpost im Weltkriege. Lessing-Theater. Direktion: Victor Darnowsky. 8 Uhr: Komndie der Worte. Freitag: Peer Gynf. Sonnabend: Komtdie der Worte. Deutsches Künstler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Dir«elisre Exzellenz. i Theater für Donnerstag, 2. Dezember. Deutsches Opernhaos Chariottbg. 7 Uhr: Siegfried.(Siegfried: Kammers. Knote. Wanderer: Kammers. Plasohke.) Friedrleh-Wilhelmstädt. Theater. 8 uhr: Der Ildele Bauer. Gebr. K CT TttfCi fil- Thealer s uhr RGsenblatt's Geheiiritip Kleine« Theater. 8 uhr: Henriette Jacoby. Komische Oper. 8 uhr. Jung muO man sein JEnstspielhann. s'/.u.: Krieg im Frieden. Thalia-Theater. s uhr: Drei Paar Schuhe. Rewldenz-Theater 8ll, Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Sonnt. S'/.U.: Die Schiine v. Strand. Metropol-Theater 8 Uhr; Die Kaiserin olaria Theresiah Montii. Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Der Wcltenbnmmlcr Schiller-Theater O. s uhr: Der Meister von Palmyra, Seh iller-Th. Charlotten hg s uhr; Scririn und Gertraude. Theater am\ollendorfpl. h1/, Uhr; Immer feste drull! Sonnab. nolim.: Dornrhschen j Sonnt. S'/j: Der Graf v. Luxemburg Trlanon-Theater. s-l.u.- Bodos Brauisehau Theater de» Westens s uhr: D. Fräulein?. Amt mit Guido Thieltcher. Diiekiion Adoif Voge Trief.: LOtrow 7341 1 Ein für Berlin nie dagewesene. Üiesen-Seiemlier-Propmiiilj liebendes Spielzeug? Paetzold-Truppe m. ihren origin Fahrrädern! Clement Elon Zauberer. I..Urian", ein Trumpf Danvinscher Theorie. Karl Edler mit seinem„Nicki". .. Art Isfenklnder" in ihren unglaubl. Leistungen. | CIIII Bauer, Wiener Vortrags-Kiinstlerin. Kremos! Original-Akt. Berat in ihren farbenprächt. Licbt-Tänzen. W alter Steiner ! in. zeitgom. Vorträgen Hermann Klinck Vortragskünstler Oussy Holl| •Sehnelder- /p,1™., incker tDuett Luisen-Theater. 8": Die Hoiibeiilrrchc. Freitag: 8lÄ ällf t sPöM. Sonnobend 4; Der gestiefeile Kater. �Thr:0 Ataria Stuart. Sauntag � fjöttfllbf fifcfr. IrcusiBösch Heute 8 Uhr. iieue Spezialitäten! CrtJ se'n-'ürk. ü Ö 1 C Iii Ausstattungs- „Opferung zum Sieg des heiligen Krieges". Heraida Ronnie „Puppchen", das Operettenpferd. geritt. v. Dir. A. Blumenfeld jr. Außerdem prolongiert: BiiMni!3';;;;,";" „V0, Michel Sonntag Auf vielseitig. Wunsch 3V,Uhr„Michel" Voigt-Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Morgen Freitag, den 3. Dezember: previoss. Schauip. m.(Acs.>. 4 Ausz. v. Alex. Wolfs Musik v. M. o. Weber. Kasiencröffnung 7 Ubr. Ans. 8 llbr. Casinos Theater itolbringcr Str. 37 Tagt. 8 Ubr: Nur noch bis diesen Donnerstag: Familie Schuase. Freitag zum 1. Mate die neue Pcsse: „Was maciiste nu?" Sonnlag 4 Ubr: Familie Jchuase. Anfang' 8 Chr. ICillettvk.lt-l u.lnvalidenr 1 Qewerksehaftshaus Sonntag» den 5. Dezember 1915 im großen Saal: Turnversin„Fichte" mit turnerischen Vorführungen, Gcsangscinlagen und humoristischen Vorträgen. Unter Mitwirkung des Heldenienors Hansen und des Ulk-Trio. Eröffnung 4 Uhr. Anfang d. Konzerts Ö Uhr. In den Hochparterre-Sälen die vielbcwundcrte Damen- kapclle der Frau Direktor Zcgowac. Sonntag mittag: ktottonsl-Thestei'. Köpenicker Ztr. 68. 81/, Uhr a\\$ 50.$ der W**V». y 3(ufiutir.§ Dollar. Reiclishallen-Tliealer. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Ein Malroien- bild von Mcysel. Für Mltitärver- jonen volllomm sreier Zulrillzu d.Stctt. Sängern. Ansang 8 Ubr. Kose-Theater. 8 Ubr: Das Käthchen von Heilbronn. Senngbend 4 Ubr: Schneewittchen. Sonnab, 3 U, Siaatsanwalt Alexander. Walhalla-Theater. 8 Uhr: Die Krlegsbrant. Sonnabend; Lieb Vaterland. Sonntag 3 Uhr: Maria Stuart. rossen-Tlieslöi' 81/«(Folies Caprice) 8'/. freund Loewe Seine Cante mit Ilaskel und Rerisch. Grete Wiesenthal „Flotte Bursche44 Operette i. 1 Akt v. F. v. Supps. Mitwirkende: Else Borna— Lotte Werkmeister K£te Hansen— Steffi Walidt Gustav Malzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— Jan Paul Außerdem: Der neue Dezember- Spielplan. Anf.»Uhr, Sonnt. S /,u. 8 Uhr Der neue heitere Dezember- u. Weihnachts- Splclplan. Ein Progr. harmlosen Humors und wohltuender Zerstreuung. 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Ein Posten RUgenwalder Tee- wursl......... Ein Posten Fteisch-, Landleber- und Braunschweiger Wurst. Ein Posten Knoblauchwurst u. Brcstaucr....... 2,50 2,20 2,— 1,30 Sertiner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91 Töglich Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester ivknz�.Xom Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Morgen, den 3. Dezember; Volkstümliches Konzert des Berliner Sängorvereins(E. V., Cacilia Melodia). Chormeister: KgL Musikdirektor Max Eschke. Veranuo. Redakt.: Alfred Wielcvv. Neukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glocke. Berlin. Truck u. Verlag: Vorworts Buchdr.u.Verlagsanilalt Paul Singer u. Co.. Berl'.n LW. Hierzu 2 Beilagen u. Untcrhaltnngsbl. Nr. 33?. 33. Jahrgang. i MW des Lmiirls" jtelim MM Douaerstag. 3. Dezember l9K. die Kriegsgewinnsteuer vor der Budgettommisfio». Die Budgetkommysion des Reichstags einigte sich am Mittwoch in ihrer ersten Sitzung dahin, daß zunächst die beiden Gesetz- entwürfe über die Kricgsgewinnsteuer beraten werden sollen; dann folgt die Beratung der Denkschrift der Regierung über die wirtschaftlichen Maßnahmen des Reichs(Lebensmittelversorgung); hieran anschließend sollen die Zensur, der Belagerungszustand und militärische Fragen behandelt werden.— Die Kommission trat dann in die Beratung des Gesetzes über die Kriegsgewinnsteuer ein, und Mar zunächst über jene Vorlage, die sich auf die Reichsbank bezieht. Von ihrem Gewinn hat die Reichsbank 100 Millionen Mark an das Reich abzugeben als Ersatz für die in Wegfall ge- kommene Notensteuer. Nach einer Auskunst des Schatzsekretärs erhalten die Anteilseigner der Reichsbank lOj� Proz. Dividende. Von dem Reingewinn sollen nach der Vorlage SO Proz. dem Reich zufallen. Abg. Dr. Südekum(Soz.): Die allgemeinen Grundsätze der Besteuerung kann man auf die Reichsbank nicht anwenden. Die Anteilscheine der Reichsbank sind das sicherste Anlogepapier; deshalb ist auch eine Dividende von lOlh Proz. entschieden zu hoch; es genügt, wenn 6— 7% Proz. gezahlt werden. Die in der Vorlage vorgesehenen Rücklagen in Höhe von SO Proz. sind entschieden zu niedrig. Dieser Betrag mutz auf mindestens 78 Proz. erhöht wer- den.— Abg. E r z b e r ger(Z.) tritt den Ansichten deS VorrdenerS bei und hebt hervor, datz man bei Schaffung der Reichsbank von einem normalen Zinssatz von S'A Proz. ausging. Die Abgabe der Reichsbank mutz so hoch bemessen sein, datz noch«ine Dividende von etwa 0— 7 Proz. bleibt.— Staatssekretär H el f f e r ich betont, datz die Abgaben der Reichsbank an sich schon sehr hoch find. so daß von einer ungebührlichen Bevorzugung keine Rede sein kann. Die Reichsbank hat dem Reiche grotz« Dienste geleistet. Sie beruht auf privatkapitalistischer Grundlage, wird aber vom Reich verwaltet. Für die Aktionäre ist immer ein gewisses Risiko vorhanden, deshalb sind auch die höheren Gewinne der Anteils- eigner berechtigt, und insbesondere erscheinen 10>j Proz. Dividende durchaus nicht zu hoch.— Abg. W a l d st e i n(Fortschr.) regt ein« Erhöhung der Ausgleichsabgabe von 100 Millionen Mark an. Die Dividende müsse nach dem Kurs, nicht nach dem Nennwert der Aktien berechnet werden.— Abg. Südekum hebt demgegenüber hervor, datz der Krieg kein Geschäft sein darf, das eine gröher« Risikoprämie rechtfertigt. Eine gegenteilige Auffassung müsse ganz entschieden bekämpft werden.— Abg. B l u nk(Fortschr.) legt dar, daß die Gewinne der Reichsbank auch daher resultieren, datz diesem Institut grotz« Befugnisse eingeräumt wurden; so z. B. die Hinterlegung feindlicher Vermögen, für die Zinsen nicht gewährt werden.— ReichSbankpräfident Häven st ein legt ein- gebend die Verhältnisse der Reichsbank dar. Ein gewisses Recht auf Mehrgewinn könne den Aktionären nicht bestritten werden. Wenn man von anderen Privatgesellschaften nur 50 Proz. deS Gewinns nimmt, könne man den Anteilseignern der Reichsbank nicht einen höheren Betrag abnehmen. Im Frieden sind durch- schnittlich 7L Proz. bezahlt worden.— Abg. Erzberger hält einen Gewinn von etwa 8% Proz. noch für reichlich� Man könne also ganz ruhig als Abgabe 7ö Proz. des Reingewinns einsetzen. Die Anteil« der Reichsbank seien teilweis« auch in Händen der Ausländer. Datz die Reichsbank musterhaft gearbeitet hat, sei richtig; damit haben aber die Aktionäre nichts zu tun.— Abg. Südekum: Von einer Risikoprämie kann rem« Rede sein. Dieser Grundsatz kann nicht anerkannt werden.— Roland- Lücke lFortschc.): Man mutz unterscheiden zwischen einem Aktienbesitzer und einem Anteilseigner der Reichsbank. Letzterer hat keine Möglichkeit, in die Geschäfte hineinzureden. ES kann eine Zeit eintreten, datz der Reichsbank auch Verluste erwachsen. Tie Sozialdemokratien beantragen, nur einen Durchschnitts- gewinn zu belassen, von dem 7,08 Proz. Dividende verbleiben.—- Staatssekretär Helffe'r'ich: Wenn die Kommission über den Satz von SO Proz. hinausgeht, so wird die Regierung sich fügen. Redner warnt vor dem Antrag der Sozialdemokraten, als zu weit- gehend. Man darf den Anteilseignern nicht jedes Interesse nehmen.— Abg. Südekum bestreitet, datz hier besondere Will- kürlichkeit vorliege. Diese Eigenschaft hat jede Steuer. Das Privatinteresse der Anteilseigner von der Reichsbank kann nicht in Frag« kommen. Der Durchschnitt der letzten drei Jahre be- deutet eine Rente von 8 Proz., also das gleiche, was die Besitzer der Reichsanlethen bekommen.— ReichSbankpräfident Haven- st ein: In ausländischem Besitz find— meist in Holland— 31 Millionen von 180 Millionen. In normalen Zeiten ist auf eine höhere Dividende als S Proz. nicht zu rechnen. Redner bittet, eine Höchstbegrenzung der Dwtdende abzulehnen.— Abg. Keil: Wie viele Millionen unserer Volksgenossen würden sich freuen, wenn ihnen das Einkommen der letzten drei Jahre garan- tiert würde. Deshalb ist eS nicht berechtigt, zu behaupten, datz Be- nachteiligung eintrete. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der Sozialdemo- kraten abgelehnt, dagegen der Antrag Erzberger ange- nommen, für das Reich 78 Proz. des Reingewinn» zurückzustellen. Der Rest des Gesetzes wurde genehmigt. Die Kommission trat dann in die Beratung deS Gesetzes über vorbereitende Maßnahmen zur Besteuerung der KrirgSgrwiuue ein. Dieses Gesetz legt den Aktiengesellschaften usw. die Ver> pflichtung aus, SO Proz. des in einem KriegSjahr erzielten Mehr- gewinns in eine zu bildende Sonderrücklage einzustellen. Abg. Schisser(natl.): Der während deS Kriegs erzielte Vermögens. zuwachs mutz völlig zur Steuer herangezogen werden. Härten lassen sich dabei nicht vermeiden, so z. B. wenn der Zuwachs aus einem Unternehmen resultiert, das mit dem Krieg in absolut keinem Zusammenhang steht. Daraus Rücksicht zu nehmen» ist nicht möglich. Aber man kann gewisse Unterschiede in der Be- steuerung eintreten lassen. Unlautere Kriegsgewinne mühten auf dem Wege der Konfiskation dem Reiche wieder zugeführt werden. Das ist allerdings nicht durch ein Steuer« gesetz zu erreichen. Zu diesem Zwecke müssen vielmehr eine Reihe anderer Gesetze, z. B. das Wuchcrgesetz, geändert werden. Das vorliegende Gesetz reicht nicht aus, denn die Anlage von stillen Reserven bietet die Möglichkeit. Gewinne der Steuer zu ent- ziehen. Man hätte sich darauf beschränken sollen, die Ausschüttung der Kriegsgewinn« überhaupt zu verhüten.— Staatssekretär Helfferich: lieber die Allgemeinheit der Besteuerung bestehen keine Zweifel. Nur die unreellen Gewinne heranzuziehen, ist n i ch t möglich. Di« Lieferungsverträge werden gegenwärtig sehr genau nachgeprüft. Die Steuer soll kem« Zuchtrute für reelle Gewinne sein, denn es darf natürlich nicht verkannt werden, datz der privaten Initiative viel zu danken ist.— Die Frage der Behandlung der Abschreibungen und der stillen Reserven ist unge- mein schwierig. Normen dafür lassen sich überhaupt nicht auf- stellen. Allerdings kann sich die Besteuerung nicht nur auf den bilanzmätzigen Gewinn beschränken. Der§ 9 des Gesetzes bedroht die Gefährdung der Kriegsgewinn« mit einer Geldstrafe bis zu 30 000 M. Diese Strafandrohung wird sicker zu äutzerster Vorsicht mahnen. Diese Sicherung scheint vorläufig zu genügen.— Liesching(Fortschr.) begrützt den Grundgedanken des Gesetzes, nur sei zu verlangen, datz das eigentlich« Steuergesetz spätestens im März dem Reichstag vorgelegt wird.— Staatssekretär Helfferich sichert zu, datz das Steuergesetz mit dem kommen- den Etat vorgelegt wird. Eine Doppelbesteuerung kann nicht unter allen Umständen vermieden werden. England gestattet, datz ein bereits von-der Gesellschaft versteuerter Gewinn nicht noch I einmal vom Gesellschafter versteuert werden mutz. Dieser Weg kann bei uns nicht beschritten werden, wohl aber wird die vor» gesehene Staffelung eine Milderung bringen.— Abg. Dove (Fortschr.) hebt hervor, daß man es in diesem Gesetz nur mit einem Sperrgesetz zu tun hat, alle Bedenken im einzelnen� lassen sich beim Steuergesetz erörtern.— Abg. Dr. David begrützt eS, datz man zu einer Doppelbesteuerung gekommen ist. Der Besitzer von Papieren hat einen Gewinn, für den er keinen Finger gerührt hat. SO Proz. sind nicht zu hoch; wir sind bereit, bis zur äußersten � Grenze, zu 100 Proz., zu gehen. Andere setzen ihr Leben ein; was hat es demgegenüber zu bedeuten, wenn die Kriegsgewinne völlig dem Reich wieder zugeführt werden müssen? Ein Unter- schied bei der Besteuerung zwischen reellen und unreellen Ge- Winnen ist eine Unmöglichkeit. Die Lieseranten haben sich meist gar nicht strafbar gemacht, denn die Heeresverwaltung hat ihnen die hohen Preise angeboten. Mit dem Einwand, datz man die sogenannten reellen Gewinne schonen solle, kommt man auf eine schiefe Bahn. UcbrigenS haben sich die unreellen Gewinne bereits zum Teil verflüchtigt. Das vorliegende Gesetz schafft davor keinen Schutz, denn es bezieht sich nur auf Gesellschaften, die Bilanzen aufstellen müssen. Für die Sicherstellung der Gewinne an Privat- Personen zum Zweck der Besteuerung ist gar nichts geschehen. Man mutz schon am 31. Dezember 1918 feststellen, wie sich die Äer- mögen und Einkommen bis jetzt verschoben haben. Dann können wir auch bereits im kommenden Etat Kriegsgewinneinnahmen haben, denn wer schnell nimmt, nimmt doppelt. Auch der Gedanke, den Wehrbeitrag noch einmal zu erheben, ist nicht von der Hand zu weisen. Dre Veranlagung vom 31. Dezember 191S würde eine branchbare Unterlage bieten. Der Krieg soll bezahlt werden von denen, die das Geld haben. Die Massen in den Schützengräben hoben ja auch den Besitz der Reichen geschützt. — Staatssekretär Helfferich findet, daß diese Vorschläge weit über das jetzt gesteckte Ziel hinausgehen. Ueber die von David ge- machten Vorschlage könne man später reden. Bei privaten Personen besteht freilich die Gefahr, daß die Gewinne verschwinden. Die Zahl der Fälle, in denen das geschieht, werden aber überschätzt.� Auch die Verschleppung der Vermögen ins Ausland ist nicht zu befürchten.~- Der preutzische General st euerdirektor versucht den Nachweis, datz eine Vermögensfeststellung am 31. Dezember 1918 nicht möglich ist. schon aus Mangel an den erforderlichen Kräften.— Abg. Erzberger hebt besonders hervor, datz die Gefahr der Ver- schleppung der Kriegsgewinne von Privatpersonen sehr grotz ist. Man denke an die Vermittler, an die Schieber, die vielfach auswandern werden. Der Verlust ihrer Staatsangehörigkeit macht diesen Leuten die geringste Sorge. Gerade diesen Schieten können aber � große Summen abgenommen werden. Deshalb müssen� schon jetzt schützende Mahnahmen getroffen werden. Am besten wäre eS, den Aktiengesellschaften usw. vorzuschreiben, keine höhere Dividende als im Durchschnitt der letzten drei Jahre zu zahlen.— Abg. S t r e s e- mann(natl.) betont, der Abg. Schiffer habe schon zum Ausdruck bringen wollen, datz mit der Verurteilung wegen unlauterer Machi- Nationen auch auf Konfiskation der erzielten Krielgsgewinne er- kannt werden müsse. Verhütet mutz werden, daß die Spekulanten ihre Riesengewinne der Besteuerung entziehen. Vielleicht könnte man die künftige Steuer nach der Art des Erwerbs des Gewinnes staffeln, wobei man die Gewinne aus Kriegslieferungen gesondert behandeln könnte. Davor sei zu warnen, datz eine Steuer nicht erhoben werden solle, wenn ein Teil des Gewinnes zu gemeinnützigen Zwecken ver- wendet wird.— Staatssekretär Helfferich wendet sich gegen die Anregung des Abg. Erzberger, das Gesetz auf eine völlig andere Grundlage zu stellen. Das Gesetz ist ein Kompromih zwischen den verschiedensten Interessengebieten. Redner schildert dann die Mo- mente, die bei der Ueberführung der Industrie vom Kriegs- auf den Friedensstand in Frage kommen. Datz sich viel Vermögen, das in den Händen von Privatpersonen ist, verflüchtigt, ist richtig; eS ist aber ungemein schwer, hier emen Riegel vorzuschieben. Eine�Ver- mögenSveranlagung zum Ende dieses Jahres ist vraktisch unmöglich. — Abg. Dr. Roesicke(Bund der Landwirte) wendet sich mit scharfen Worten gegen jene Schichten, die bestrebt sein werden, sich der Steuer zu entziehen. Für einen neuen Wehrbeitrag ist Redner nicht zu haben; dagegen ist er dafür, datz die Besitzer der Wertpapiere scharf angefaßt werden. Als ganz besonders geeignetes Steuerob zekt empfiehlt Redner die Mehlhändler, die ganz enorme Profite macht Huben. Weil das Gesetz aber die Doppelbesteuerung ermog liche, deshalb dürfe man bei den Rücklagen nicht über SO Proz. hinausgehen. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften müsse man aber von diesen Vorschriften ausnehmen, weil ihre Tätigkeit nicht auf Er- werb gerichtet ist.— Staatssekretär Helfferich erkennt an, daß hier gewisse Schwierigkeiten vorliegen, die in dem Gesetz berücksichtigt werden sollen.— Abg. Mumm(Wirffch. Vg.) begründet einen An- trag, die Rücklagen der Gesellschaften auf 78 Proz. zu erhöhen.— Staatssekretär Helfferich bekämpft diesen Antrag mit dem Ar- gument, datz die Existenz der wirtschaftlichen Unternehmungen nicht gefährdet werden darf.— Zu einer gründlichen Kritik des ganzen Gesetzes holte schließlich noch der Abg. Wald stein aus, der ganz besonders hervorhob, datz man sich auf diese Weise große Erträge nicht versprechen könne. Das vom Schatzfekretär angekündigte Steuer- gesetz werden auf ganz anderer Grundlage aufgebaut sein müssen. Die Weiterberatung wurde auf Donnerstag vertagt. politische Uebersicht. Der Ursprung des Krieges. In der Zweiten sächsischen Kammer gab am Mittwoch während der Beratung des Etats der Minister des Innern gegenüber Ausführungen im Hause folgende Erklärung ab: .Deutschland hat den Krieg nicht begonnen mit Eroberung» absichlen, vielmehr geht aus Aeutzerungen der Länder, mit denen wir im Krieg stehen, deutlich hervor, datz unsere Gegner die Ab- ficht haben, von Deutschland Gebiete zu rauben und deutsch- völkisches Wesen zu unterdrücken. Diese Absichten zwingen uns, danach zu handeln und die Kriegsgegner zu der Ansicht zu bringen, datz sie geschlagen und besiegt sind. Es ist zu erwarten. datz wie im Reichstage so auch im sächsischen Landtage alle Par- teien diesen Standpunkt teilen und unterstützen." Diese Erklärung wurde von allen bürgerlichen Fraktionen mit starkem Beifall, von der sozialdemokratischen Fraktion mit Schweigen entgegengenommen. Durchhalten! Die„Deutsche Tageszeitung" stellt unter der lleberschvist: Durchhalten— und siegen I" einige Pressestimmen zusammen, die wir der Wiedergabe für wert halten. Der bayerische Thronfolger Kronprinz Rupprecht er- klärte dem Kriegsberichterstatter des„Az Est" gegenüber: „Ausharren, nicht weichen, siegen— dies ist unser Pro- gramm und hoffentlich auch unsere Zukunft. Diese unsere Hoff- nung ist nicht unbegründet, ednn wenn der Feind bei seiner jüngsten mit autzerordenllicher Verschwendung durchgeführten Offensive, wo- bei wir numerisch schwächer waren, nichts zu erreichen vermochte, um wieviel weniger wird er in Zukunft etwas erreichen können, wo wir schon wieder kräftiger sind." Die„Kölnische Bolkszeitung" schreibt: „Wir wissen, datz wir durchhalten müssen und auch durch- halten können. Wir wissen, daß der Friede noch nicht in naher Sicht ist. Wir haben aber auch gesehen, datz je länger der Krieg dauert, um so besser unsere Aussichte« auf einen Frieden werden, welcher die gebrachten Opfer lohnt, um wie- viel besser stehtS heute um uns, als vor einem Jahr, da wir dem. ersten Winter fevdzug entgegengingen! Wie unvergleichlich besser ist heute sowohl die militärische wie die politische Lage! Jeder kühl wägende Staatsmann sagt heute: Nur nicht vorzeitig Frieden schließen! Aushalten, solange wie irgend möglich! Das Aushungern ist aussichtsloser als je, unsere Lebensmittel- pveise sind zwar höher als im Frieden; aber das ist alles; wir haben mehr wie genug an Lebensmittel» und die richttge Ver- teilung, damit die Abstellung der herrschenden lokalen Schwierig- leiten, wird bald in Ordnung kommen. Dabei ist heute Galizien zurückgewonnen, Polen, Litauen und der größte Teil von Kurland besetzt; der neue Verbündete unserer Gegner, Italien, ist auf der ganzen Front zurückgeworfen, unser eigener neuer Verbündeter aber, Bulgarien, mit uns in großartigem Siegeszug auf dem Balkan begriffen. Mit vollem Recht darf daher heute unserem Volke wiederholt werden, datz die Aussicht eines vollen Erfolges sich mit jedem Monat vermehrt, den der Krieg länger dauert. Darum nochmals: Rur keinen vorzeitigen Frieden! Di« Opfer, welche der Krieg uns bisher gebracht hat und noch auferlegen wird, werden nur danu ihren vollen Lohn finden, wenn wir ohne alle Schwach- selig 5eit durchhalten bis zum guten Ende. So denken alle unsere Offiziere und Soldaten. So denkt auch das daheimgebliebene Volk, und die Angst vor einem neuen Winter- f e l d z u g braucht bei seinen Gefühlen und Berechnungen gar reine Rolle zu spielen." In der„K r e u z- Zei tung" schreibt Professor Hoetzsch: .Unter dem Eindruck dieser weltgeschichtlichen Tatsache, die der Bericht der Heeresleitung am 28. November als vollzogen mitteilte, tritt der Deuffche Reichstag wieder zusammen. Welches Parlament der Welt steht vor einer so günstigen, ja glänzenden und so folgen- reichen Lage? Welch gewaltiges Stück über die Aufgabe der Ber- tridigung hinaus sind wir in den letzten sieben Monaten voran- gekommen! Das Ziel der Arbeit aber, die noch vor uns liegt, ist ebenso klar— wir benutzen eine Formulierung des sozialdemo- krattschen Abgeordneten Wolfgang Heine in der.Frankfurter Zeitung", mit der wir ganz einverstanden sind—;.eine Weltmachtstellung Deutschlands, die die Wiederholung eines Vernichtungs- krieges der europäischen Grotzmächte gegen Deutschland aus- schließt". Dies ist unser Ziel, und weil das deutsche Volk dies will und wollen muh, will es nicht den.hinkenden Frieden", den ihm die Auslandspresse suggerieren will, sondern kämpft und bringt alle Opfer weiter, bis sein Ziel erreicht istl" Zweifelhafter Ruhm. Der Erlaß de? Ministers v. L o e b e I l, der sich mit der Liefe- rung einer Plattenzeitung an die Kreisblattverleger beschäftigte, wird jetzt von der russischen Presse eifrig besprochen. .Ohne Zweifel, so schreibt die„F r a n k f u r t« r Z e i t u n g", hat noch niemals ein preußischer Minister im Ausland einen so durchschlagenden Erfolg gehabt, wie diesmal Herr v. Lodbell. Der Grund liegt aus der Hand. Die russische Presse weitz ganz genau, worauf es bei solchen Regierungsmatznahmen hinaus kommt, und da sie seit einigen Jahren den Lehrsatz ver- tritt, der Hort der europäischen Reaktion sei in Preußen zu suchen, so kam ihr die Matznahme des Ministers sehr gelegen... Da die Deutschen bei den Russen den Ruf matzloser Schlauheit und unbe- gvenztcr Erfindungsgabe genießen, werden vielleicht die von Herrn v. Loebell vorgesehenen Matznahmen in Rußland noch zu restloser Durchführung gelangen. In dielen russischen Blättern, namentlich in den reaktionären, liest man aus den ironffchen Kommentaren etwas wie Bewunderung heraus. So schreibt das„Nowoje Wremja" am 8. November:„Die Findigkeit und technische Geübt- heit der deutschen Regierung ist tatsächlich erstaunlich, Eine Zei- tung„Zeitung ohne Titel", jedoch mit einem einheitlichen, aller- höchst bestätigten Inhalt auszudenken, vermag nur ein Volk, das über so hervorragende Kasernenfähigkeit verfügt wie die Deutschen."_ Staatliches Elektrizitätsmonopol in Sachsen. Bei der Etatsberatung im sächsischen Landtage erklärte der Finanzministcr: Die Einzelstoaten befänden sich in großen Schwierigkeiten, weil nur noch wenig Steuern vorhanden seien. während das Reich das Gebiet der Monopole noch ganz unaus- gebaut vorfinde. Der Minister kündigte an, datz die ElektrizitätS- Versorgung in Sachsen vom Staate übernommen werden soll unter Wahrung der bestehenden Interessen und Verhältnisse. Die be- stehenden Stromlieferanten sollen in ihren Einnahmen nicht ge- schmälert werden. Die Regierung besitze grotze Kohlenfelder und könne die Stromerzeugung und damit auch den Stromtarif wesenl- lich verbiMgen._ Die badische Gesandtschaft in Berlin. In der badischen Budget- kommission hat der Minister deS Innern erklärt, es sei beabsichtigt, die Stelle des stellvertretenden BundeSratS- bevollmäch tigten in Berlin nicht mehr zu be» setzen. Der neue Gesandte werde die Geschäfte des Bevollmächtigten mitbesorgen._ das tägliche Srot. Wer umgeht die Gesetze zur Sicherung der Volks- ernährung 1 Auf diese Frage geben zwei Bekanntmachungen des Landrats von Landeshut in Schlesien bezeichnende Antworten. Die erste lautet: .Wie mir von verschiedenen Seiten glaubwürdig mitgeteilt worden ist, findet zurzeit im Kreise ein muntere« Schroten von B r o t g e tre i d e(Roggen und Weizen), namentlich auf Privatschrot mllhlen, statt. Indem ich auf das gesetzlich völlig Unzulässige solchen TunS nochmal» nachdrücklichst hinweise, bringe ich hiermit allen nach- geordneten Behörden die gesetzlichen Bestimmungen über das Ver» bot des Schrotenö von Roggen und Weizen sowie über das Ver» bot des Verfütterns von Brotgetreide, Mehl und Brot, die Verwendung von Roggen als Viehfutter in Erinnerung. Das Brotgetreide, mag eS mahlfähig sein oder nicht, mag es auSgewacksen fein oder nicht, mag eS mit anderen Frückten gemischt sein oder nicht, ist ausnahmslos zu- gunsten deS KommimalverbandeS bescklagnahnit und unter allen Umständen an diesen abzuliefern. Indem ich erneut auf die hohen Simsen hinweise(Geldstrafen bis zu 1800 Mark oder Gefängnisstrafe bis zu drei Monaten), welche auf Zuwiderhand- langen obiger Art stehen, ersuche ich sämtliche Ortsbehörden, un- verzüglich die Verbote unter Hinweis auf die Strafen nochmals in ortsüblicher Weise der Bevölkerung ins Gedächtnis zu rufen. Um dem verbotenen Schroten wirksam Einhalt zu tun, habe ich mich weiter veranlaßt gesehen, heute die OrtSpolizeibehörden zu beauftragen, sämtliche privaten Schrotmühlen im Kreise amtlich zu verschließen und den Ver- schluß dauernd zu überwachen." Die zweite Bekanntmachung lautet: .Wie bekannt, ist im Kreise von höherer Stelle für da« neue Erntejahr die Selbstwirtschaft mit Brotgetreide gestattet. Trotz wiederholter Aufforderungen und Ersuchen meinerseits, sowohl wie seitens de» Kreislommissionärs der Landeshuter Mühlenwerke, sind die Ablieferungen von Brotgetreide bisher nur in sehr spärlichem Matze erfolgt, so datz der Kreis gezwungen war, fast dauernd Mehl auf Vorschutz vom Lande-- Getreideamt zu beziehen. Jetzt, wo ausgesprochenes Wmterwetter eingetreten ist und die Feldarbeiten beendet sind, kann der AuS- drusch flott von statten gehen, und ich ersuche die Ortsbehörden, erneut zu solchem in ortsüblicher Weise aufzufordern. Der Abruf des Getreides wird baldmöglichst durch die LandeShuter Mühlen- werke gemeindeweise erfolgen. ES ist bereit zu halten.' Die Antwort auf die Frage, warum die Ablieferung des Brot- getreides so spärlich erfolgt, lautet: Weil es zurückgehalten wird. Wer die Dinge der Allgemeinheit zur Kenntnis bringt und sie beim richtigen Namen nennt, der ist in den Augen gewisser Leute ein ausgesprochener Feind der Landwirtschaft. Höchstpreise in Deutsch-Ostafrika. Nach dem.Amtlichen Anzeiger' des mit Europäern und Eingeborenen stark besiedelten Bezirks Moschi find vom l. Januar 1916 folgende Höchstpreise für die hauptsächlichsten Lebensmittel festgesetzt worden: Für das Liter Chiroko seine Art Erbsen), Kunde seine Art Bohnen). Reis aus dem Paregebirge je 15 Heller, für ein Ei 3 Heller, für ein Huhn afrikanischer Rasse 50 Heller. Von zerlassener Butter kosten 29 Liter 20 Rupien, das Liter also eine Rupie. Für einen Zenker MaiS darf nicht mehr als 4,5 Rupien verlangt werden, für 29 Liter europäische Kartoffeln 1 Rupie. Zuckerrohrzucker kostet das Pfund 28 Heller, gereinigter Honig das Kilo 76 Heller. Der Preis für einen Zentner europäische Bohnen ist auf 9 Rupien, für einen Zentner Roggenmehl auf 29 Rupien festgesetzt. Zu den Preisen bemerken wir, daß 1 Skupie 1,33V, M. ent- spricht, 16 Rupien also gleich 29 M., 16 Heller gleich 29 Pf. sind. Mus der Partei. Eine Falschmeldung. Die Baumeistersche.Internationale Korrrespondenz' berichtet: „Die beiden gesellschaftlichen Strömungen in Rutzland, die marxistische und die volkssozialistische, welch letztere unter dem Namen der„Narodnili' bekannt ist, die bisher getrennt nebeneinander gingen, haben fich vor kurzem unter dem Einflüsse der Kriegs- ereignisse vereinigt.... Diese beide Richtungen bekämpften fich bisher auf daS hartnäckigste. Unter dem Einflüsse des Krieges nun haben sie Frieden geschlossen— auf dem Boden vaterländischer Interessen.... Als Organ dieser neuen Abart deS russischen »Sozialismus erscheint die Zeitschrift„Prisiw"(Aufruf)— unter der Redaktion von Plechanow, AlexinSky, Bunakow und der näheren Mit- arbeiterschaft von Deutsch, Axelrod und Bach.' ES ist ein starkes Stück, wenn die.I. St." angesichts des Zusammenschlusses eines Häufleins ausländischer Emigranten zum Zweck der Herausgabe eines nationalistischen Organs von der V e r- e i n i g u n g der„beiden gesellschaftlichen Strömungen in Rußland", der marxistischen und der volkssozialistischen spricht. Die Bestrebungen dieser Gruppen, die von allen dem Jnter- Nationalismus treu gebliebenen Organisationen und Blättern in der sozialdemokratischen und in der sozialrevolutionären Partei auf das heftigste bekämpft werden, finden allerdings in einigen Kreisen der.Intelligenz' und der Arbeiter, vor allem aber bei dem liberalen Bürgertum lebhaften Anklang. Die übergroße Mehrheit der russischen Arbeiter will aber, wie sie fich zu der Vereinigung der lv irklich sozialistischen Elemente in der sozialdemokratischen und der sozialrevolutionären Partei auch stellen mag, von der politi- ickien Mißgeburt der Plechanow, Alexinsky usw. nichts wissen. Im übrigen sei noch besonders darauf hingewiesen, daß zu den Mit- arbeitern deS oben erwähnten Organs nicht der Genosse Paul A x e l r o d, der bekannte Führer der russischen Sozialdemokratie, sondern Ida Axelrod, eine in der russischen Parteibewcgung ziemlich unbekannte Schriftstellerin gehört. Die schweizerische Sozialdemokratie»ach dem Parteitag- in Aarau. Während die Parteigenössen im ganzen Lande herum mit den Beschlüssen des Aarauer Parteitages zufrieden sind und ihm das Zeugnis ausstellen, daß er reichliche und gute Arbeit geleistet hat. bewahrt der.Grütlianer' ungemildert seine unversöhnliche Haltung gegen die Parteieinheit. Er ist päpstlicher als der Zentralpräsident des Grütlivereins, der Genosse Pflüger und die Genossen Heußer- Zürich und Ribi-Lausanne, die, in versöhnlichem und gut demo- kratischem Geiste handelnd, die Wahl als spezielle Vertreter der Grütlianer-Richtung in die neue Geschäftsleitung annahmen, was ihnen aber nun im»Grütlianer' zum schwersten Vorwurf gemacht ivird. DaS Zentralkomitee des Grütlivereins stellt in einer Bekannt- machung die Einberufung einer Delegiertenversammlung auf Februar oder Marz 1913 in Aussicht, die dann zu den Einheitsbeschlüssen des Aarauer Parteitages Stellung nehmen soll. Tod eines sozialdemokratischen Dnmaabgeordnete». Laut Meldung Moskauer Blätter ist der Abgeordnete der zweiten Duma, Genosse W. I. L o m t a t i d s e, in Saratow an der Lungenschwindsucht gestorben. Da- Schicksal dieses Genossen, der vom Gouvernement Kutais (im Kaukasus) 1997 in die zweite Duma entsandt wurde, gestaltete sich besonder? tragisch. Zusammen mit der Mehrheit der sozial- dcinokratischen Fraktion, die nach der Sprengung der zweiten Duma vor dem Staatsstreich Stolypins vom 16. Juni 1997 unter der An- klage des.Hochverrats' verhaftet wurde, mußte Genosse Lomtatidse den Leidensweg antreten, der für die Verurteilten noch immer nicht seinen Abschluß gefunden hat. Er wurde zu fünf Jahren Zwangs- arbeit und zum Verlust aller Rechte verurteilt. Im Gefängnis er- krankte er an der Schwindsucht und wurde deshalb nach dem Ge- fängnis in Sebastopol geschafft. Hier war er Zeuge der fürchterlichen Hinrichtungsgreuel, durch deren Schilderung er einen Sturm der Entrüstung in der russischen und ausländischen Presse entfesselte. Die Repressionen der Behörden wegen dieser Schilderung machten den Genossen Lomtatidse das Leben im Kerker noch mehr zur Hölle. Nach Verbüßung der Zuchthausstrafe kam Genosse Lomtatidse. da er als Lungenschwindsüchtiger nicht nach Sibirien verbannt werden konnte, unter Polizeiaufsicht nach Astrachan, wo er— diese Matz« »ahme war besonders infam— im Asyl für invalide Gendarmen untergebracht wurde. Erst im Frühjahr d. I. gelang eS seinen Freunden, die Erlaubnis seiner Uebersiedlung nach Saratow zu er- wirken. Hier setzte nun der Tod seinem noch immer hoffnungS- frohen, tatendurstigen Dasein ein Ende. Die russische Arbeiterklasse verliert in ihm einen Mann, dessen Wirken. Denken und Trachten stets ihrem Befreiungskampf gegolten haben. Soziales. Ter Einfluß des Krieges auf Dienst- und AnstelluugSvertrSge. Das Reichsgericht hatte sich am Dienstag zum ersten Male mit der Frage zu befassen, ob der Krieg den Dien st Herrn ohne weiteres berechtigt, seinen An- gestellten wegen wichtigen Grundes iin Sinne des §. 626 B.G.B, zu entlassen. In Anlehnung an seine Ent- scheidung vom 4 Mai d. I.. in der die Auflösung eines Mietsvertrages durch den Krieg abgelehnt worden ist, hat der höchste Gerichtshof den gleichen Standpunkt auch hinsichtlich des Dien st Vertrages eingenommen. Der K r i e g s a u S b r u ch an sich ist, wie das Reichsgericht ausspricht, kein wichtiger Grund für den Dienst- Herrn, den Dien st vertrag aufzulösen, mag auch der Gejchäftsbetried, für den der Angestellte angenommen ist, durch den Krieg unlohnend geworden sein. Nur wenn die Ausübung dieses Geschäftsbetriebes überhaupt unmög- I i ch geworden ist, kann der Dienstherr die Aufhebung des Vertrages wegen wichtigen Grundes verlangen. Es handelte sich um folgenden Streitfall: Der Kläger Dr. T. war früher Herausgeber und Verleger der Exportzeilschrift„Süd- und Mittelamerika'. Er verkaufte die sämt- licben Geschäftsanteile(das Geschäft wurde in Form einer G. in. b. H. betrieben) durch Verlrag vom 22. Oktober 1913 für 48 999 M. an die Verlagsbuchhandlung Firma B., G. m. b. H. in Berti n. Gleichzeitig schlössen die Parteien einen Dienstvertrag, wonach Dr. T. auch fernerhin Herausgeber und Schriftleiter der Zeilichrift bleiben sollte, und zwar zunächst auf die Dauer von vier Jahren gegen ein festes Gehalt von anfänglich 4899, später 6999 M. Nach Kriegsausbruch, am 26. August 1914, hat die Firma B. dem Dr. T. ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt. Sie meint, der Aus- bruch des Krieges sei ein wichtiger Grund im Sinne des§ 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zur Entlassung des Klägers; die Zeilschrift sei eine Exportzeitschrifl für die mittel- und südamerikanischen Republiken z der Krieg habe die ganzen Beziehungen nach dort zerstört, ein Versand der Zeitschrift nach Amerika sei nicht möglich, die Abonnenten und Inserenten seien ab- gesprungen, so daß das Erscheinen der Zeilschrist habe eingestellt werden müssen. Dr. T. bestreitet demgegenüber die Rechtsgültigkeit der Kündigung und hat gegen die Firma B. Klage auf Zahlung seiner fälligen Gehaltsraten erhoben. Sowohl das Landgericht Berlin, als auch das Kammergericht haben die Beklagte zur Zahlung des Gehalts verurteilt und die Widerklage der Beklagten auf Feststellung, daß dem Kläger leine Ansprüche aus dem Vertrage mehr zustehen, abgewiesen. Das Reichsgericht hat die von der Beklagten hiergegen eingelegte Revision zurück- gewiesen. Zur Begründung dieses Urteils führte es aus: Der erkennende Senat hat schon in der Entscheidung vom 4. Mai d. I. sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß unser geltendes Recht dem Richter nicht die Machtbefugis gibt, in außerordent- lichen Fällen(wie hier infolge des Krieges) unter den beteiligten Ver- tragsparteien einen billigen Ausgleich zu schaffen. Diese Möglichkeit besteht insbesondere nicht in den Fällen des Z 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, wenn es sich um die Kündigung eines Dienstvertrages seitens des Dienstherrn handelt. In solchen Fällen kann das Gericht nur aussprechen, entweder daß die Kündigung un- berechtigt ist; dann bleibt der Vertrag während seiner ganzen Dauer fortbestehen; oder eS spricht aus, daß die Kündigung berechtigt ist; dann verliert der Angestellte sein ganzes Gehalt. Im vorliegenden Falle fragt es fich deshalb nur, ob durch den Krieg ein wichtiger Grund für die Beklagte zur Auflösung des Vertrags geschaffen worden ist. Der Senat ist in Uebereinstimmung mit dem Kammer- gericht zu der Ueberzeugung gelangt, daß ein solcher wichtiger Grund unter den obwaltenden Umständen nicht vorliegt. Wenn es einem Verleger durch den Krieg schlechthin unmöglich ist, eine Zeitschrift nach den für sie bestimmten Ländern weiter zu verbreiten(hier nach Mittel- und Südamerika), dann liegt allerdings eine Unmöglichkeit vor. den Geschäftsbetrieb fortzuführen und den Dienstvertrag auszuhalten. Im vorliegenden Falle ist aber in diesem Sinne der Weiterbetrieb der Zeitschrift nicht unmöglich. Die Post- Verhältnisse gestatten es noch immer, durch Vermittelung der neu- traten Länder Sendungen nach Amerika gelangen zu lassen. Freilich kann der Betrieb der Zeitschrift durch den Krieg unlohnend ge- worden sein. Dieser Gesichtspunkt allein, die Unmöglichkeit, einen Gewinn aus dem Geschäftsbetrieb zu erzielen, berechtigt den Ver- leger aber nicht, den Dienstvertrag mit den Angestellten aufzu- heben. Es liegt deshalb ein wichtiger Grund zur Lösung des Ver- tragS nicht vor; die Kündigung der Beklagten war somit unberechtigt und sie ist zur Weiterzahlung des Gehalts an den Kläger verpflichtet. (Aktenzeichen Hl. 193/16.)_ Wer sagt die Wahrheit? Nach mehreren voraufgegangenen Terminen kam gestern vor der Kammer 3 des Gewerbegerichks■ eine Klage zur Ent- scheidung, der nach Versicherung des Klägers noch ein Nach- spiel vor dem Strafrichter und ein Wiederaufnahmeverfahren folgen soll. Der Sachverhalt ist folgender: Der Kläger, Zimmerer Voß, wurde von der Aktiengesellschaft für Beton- und Monierbau auf einem Bau in Piesteritz bei Witten- berg beschäftigt. Er hörte auf, bekam aber erst 11 Tage später seine Jnvalidenkarte und klagte deshalb auf Schadenersatz. Der Kläger behauptete, der in Piesteritz tätige Buchhalter der Firma habe ihm gesagt, die Jnvalidenkarte sei nicht da, der Kläger müsse sie sich vom Hauptbureau in Berlin holen. Der Kläger hat sich dann an das Hauptbureau gewandt, die Karte war aber tätsächlich in Piesteritz und mußte erst von dort beschafft werden. So entstand die Verzögerung. Zum Beweise für seine Behauptung legte der Kläger dem Gewerbegericht einen von dem Buchhalter m Piesteritz ausgestellten Entlassungsschein vor, auf den die drei fälligen Ouittungs- marken aufgeklebt waren, weil die Jnvalidenkarte nicht zur Stelle ge- wesen sei.— Inzwischen ist der Buchhalter in Piesteritz eidlich ver- nommen worden und hat ausgesagt, der Kläger habe in angetrunkenem Zustande seine Entlassung, seinen Lohn und seine Papiere gefordert. Daraufhin sei ihm der Lohn ausgezahlt worden. Wäbrend�der Buchhalter die Jnvalidenkarte fertig machte, habe fich der Kläger entfernt, so daß ihm die Karte nicht ausgehändigt werden konnte. Die fraglichen Ouittungsmarken habe er, der Buchhalter, auf die Karte, aber nicht auf den Entlassungsschein geklebt. Wenn diese Aussage zutreffend ist. dann müßte der Kläger, nachdem er in Berlin seine.Jnvalidenkarte erhalten hatte, die Marken von derselben abgelöst und selbst auf den Entlassungsschein geklebt haben. Das aber bestritt der Kläger ganz entschieden. Er sagte, er könne zwei Zeugen stellen, denen er in Piesteritz vor seiner Abreise von dort den Entlassungsschein mit den aufgeklebten Marken ge- zeigt habe. Der Kläger beantragte Vertagung zwecks Vernehmung dieser Zeugen, deren Adressen er bis jetzt noch nicht habe erfahren können, weil sie inzwischen zum Militär eingezogen worden seien. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab und erkannte auf Grund der Zeugenaussage des Buchhalters auf Abweisung der Klage. Vom Vorsitzenden wurde der Kläger dabin belehrt: Wenn er glaube, nachweisen zu können, daß der Buchhalter eine falsche Aussage gemacht habe, dann möge er bei der Staatsanwalt- schaft Anzeige erstatten und dort seine Zeugen namhaft machen. Sollte der Buchhalter wegen Verletzung der Eidespflicht bestraft werden, dann könne der Kläger beim Gewerbegericht die Wieder- aufnähme seines Prozesses beantragen. Der Kläger versicherte, daß er diesen Weg einschlagen werde. Gerichtszeitung. Bier Jahre Zuchthaus für eiueu Heiratsschwiudler. Ein äußerst gefährlicher Betrüger auf dem Gebiete des Heiratsschwindels ist'der Tischler Ernst H o n o l d, der gestern wegen Ausrvubung zweier heiratslustiger Mädchen vor der 6. Strafkammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte, der mit seinem Bruder zusammen eme jelb- ständige Tischlerfirma betrieb, mit seinem Bruder ober in bitterer Feindschaft auseinandergegangen ist, hatte mit der Tochter einer mit einem kleineu Vermögen ausgerüsteten Witwe ein LiebeSver» hältoris angefangen, das zur Verlobung führte. Er, der schon mehrere Jahre in Gefängnissen zugebracht hat und im März d. I. von einem auswärtigen Gericht wegen Heiratsschwindels zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden ist, wußte sich mit dem Nimbus eines reellen vorwärtsstrebenden Geschäftsmannes zu umgeben, prahlte mit Auftragen im Betrage von 89 999 M., die er vom Hotel Esplanadc erhallen hoben wollte und sprach auch gelegentlich von einer in Aussicht Itohenden großen Erbschaft. Die Mutter, die sehr jtolz auf dteseu Schwiegersohu war, trug kcuic Bedenke», ihm nach und nach über 7000 M. zu geben, deren er angeblich dedurfte. um in einem großen Prozeß, den er mit seinem Bruder führte, die erklecklichen Vorschüsse zu leisten, teils aber auch, um sein Geschäft zu vergrößern. Nachdem er die Schwiegermutter in dieser Weise geschröpft hatte, hielt er seine Mission für erfüllt, ließ die Braut im Stich und verschwand von der Bildfläche. Der weitherzige Mann hatte aber inzwischen schon längst eine zweite Braut sich angeschafft, sich auch mit dieser verlobt und ihr unter allen mög- lichen falschen Vorspiegelungen nach und nach über 2999 M. abgenommen. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten unter Ein- beziehung der früher gegen ihn erkannten Strafe zu 4 Jahren Zuchthaus und 699 M. Geldstrafe eventuell uoch 69 Tagen Zuchthaus._ Mus aller Welt. Tic Brotkarte als Träger von Bekanntmachungen. Als ein gutes Mittel, Bekannimachungen in alle BevölkerungS- kreise zu ttagen, kann die Brotkarte betrachtet werden. Während sonst die Rückseite meistens leer gelassen wird oder nur einen Ab- druck der Strasbestimmungen enthält, macht z. B. Königsberg i. Prems seine städtischen Sparkassen aufmerksam. Noch wirksamer ließe sich jedoch der freie Raum ausnutzen, wenn man die wesentlichsten Verordnungen, Unterstützungsansprüche. Adressen der mit dem Kriege in Verbindung stehenden Behörden usw. darauf abdruckt, die in der Zeitung vielfach zu wenig Beachtung finden. Dadurch, daß die Brotkarten immer eine volle Woche in den Händen des Publikums bleiben, kann damit gerechnet werden, daß fich das Wissenswerte leichter dem Gedächtnis einprägt, als wenn es nur flüchtig in der Zeitung gelesen wird. Bedeutend höhere Kosten entstehen durch den doppelseitigen Druck auch nicht. Bosheiten des Truckfehlerteufels. Aus Marburg wird der„Frankfurter Zeitung" folgendes lustige Geschichtchen berichtet: Viel Aerger und Verdruß hat der Druckfehlerteufel in der hiesigen llniversiiatsdruckerei angerichtet. Ein wegen seiner schlechten Schrift gefürchteter Geographieprosessor hat wieder einmal zum Schrecken der Setzer eine lange fachwissen- schaftliche Arbeit geschrieben und in Druck gegeben. Da die mit der Handschrift des Professors vertrauten Setzer Soldaten geworden sind, so mußte die kniffliche Arbeit von Ersatzkräften her- gestellt werden. In dem Aufsatz war die Rede von einem Berge, der 3699 Meier über dem Meeresspiegel läge. Da das Komma zwischen 3 und 6, das der Herr Professor vielleicht ganz unnötiger- weise eingeschaltet hatte, etwas zu groß geraten war, so hatte der Setzer 31 699 Meter gelesen. Auf dem Korrekturbogen verbesserte der Gelehrie den Fehler auf die Weise, daß er einen Strich zog, der sowohl die Eins wie nunmehr auch das Komma vernichten sollte. Der Setzer las 311 699 Meter und fetzte auch dies« Zahl. Da wurde der alte Herr wütend, durchstrich die ganze Zahl und schrieb an den Rand:„3699 Meter 311 999faches Rindvieh. Gibt'S denn einen Berg mit solcher Höhe? Esel!" Die nächste Korrektur, die dem Gelehrten einen Tobsuchtsanfall eintrug, nahm sich wie folgt aus:„Die obere Hochebene, mit einer 3699 Meter hohen Erhebung beherbergt viel Rindvieh und Esel, so daß sie insgesamt 311 699 Meter über dem Meeresspiegel liegt.' Drei Arbeiter vom Zuge überfahren. Dienstag früh wurden. wie aus Darmstadt gemeldet wird, drei als Eisenbahnstrecken- arbeiter beschäftigte junge Leute von einem Güterzug erfaßt und auf der Stelle getötet. Explosion in einer amerikanischen Pulverfabrik. Nach einer Reutermeldung aus Wetmington(Delaware) fand in der dortigen Pulverfabrik Zboea eine Explosion statt, bei der dreißig Personen getötet wurden. Verlustlisten. Die Verlustlifte Nr. 393 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: Garde-Gren.-Reg. Nr. 6(f. Ref.- Jnf.-Reg. Nr. 91); Garde-Jäger-Bat.(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 269/; Garde-Res.-Jäger- und Garde-Schützen-Bat. Gren-. bzw. Inf. bzw. Füs.-Regimeinter Nr. 1, 2,(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 267), 4, 6, 19, 19, 22, 39, 31, 37. 43. 44(f. Jnf.-Reg. Nr. 372), 49, 59, 63, 66(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 11), 66, 66(f. Jnf.-Reg. Nr. 66), 79. 72. 74, 76, 78(s. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 269), 79(s. auch Äes.-Jnf.- Reg. Nr. 91), 81. 89, 98(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 269), 119, III, 113 (f. auch Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 81), 116(f. La ndw.-Jnf.-Reg. Nr. 81), 117, 118, 131, 137, 141(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 6), 142, 143. 146, 149, 151 bis einschl. 164. 156(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 11). 169 (s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 57), 166, 168 bis einschl. 172, 174. 176, 184. 186, 187, 189, 329 bis einschl. 333, 354, 369, 364, 366, 368, 36!'. 371, 372, 375, 378, 389. 381. Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 2, 3. 6 bis einschl. 12, 18. 21, 22, 23, 39, 63, 56. 66, 67. 69, 66, 73, 74. 77 bis einschl. 89, 82. 84. 87, 91. 93, 118, 130, 201(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 11), 296, 211, 213, 214, 216, 222, 227, 239, 262. 265, 258, 260. 262, 263, 267. Ers.-Jnf.-Reg. Königsberg Nr. 3(s. Landw.-Jnf.» Reg. Nr. 76). Res.-Ers.-Fnf.-Regimenter Nr. 2 und 3. Landw- Jnf.-Regimenter Nr. 2, 4, 7(f. Jnf.-Reg. Nr. 59), 12, 22, 24, 26, 49, 61. 63, 61, 71, 72, 76. 81, 83, 84, 87. 99. 379. Landst.-Jnf.- Reg. Nr. 10. Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 11(s. Jnf.-Reg. Nr. 360), 40(f. Jnf.-Reg. Nr. 368), 49(f. Jnf.-Reg. Nr. 366), 86(f. Ins.- Reg. Nr. 364). Landst.-Jnf.-Bataillone: Burg und 4 Darmstadi. Landst.-Jnf.-Ers.-Bataillone: 3. Cassel und 1. Darmstadt. Res.- Jäger-Bataillone Nr. 2, 3, 6, 16, 21. Res.-Radf.-Kompagnien Nr. 77 und 82. Feld-Maichiuengew.-Züge Nr. 121(f. Jnf.-Reg. Nr. 69), 132(s. Jnf.-Reg. Ztr. 69). Kavallerie: Dragoner Nr. 13 und 21; Husaren Nr. 8; Ulanen Nr. 7 und 8; Jäger zu Pferde Nr. 6. Feldarttllerie: 1. und 6. Garde-Reg.(letzteres f. 1. Gardc-Feld- art.-Neg.). Regimeitter Nr. 6(f. Art.-Muntticmskolonne Nr. 2 des 6. Armeekorps), 7, 38, 47, 51, 63, 66, 299, 213, 229; Res.-Regimenter Nr. 3, 7. 9, 17, 29, 36. 69, 67. Futzarttllerie: Regiment Nr. 9; Batterie Nr. 485. Pioniere: Regimenter Nr. 19, 23, 24, 25, 31; Bataillone: l. Nr. 1, I. Nr. 2, l. Nr. 4. II. Nr. 21, II Nr. 27, III. Nr. 28. Verkehr Struppen: Eisenbahnbau-Komp. Nr. 4; Res.-Eisenbahn- dau-Komp. Nr. 28. Feldfliegertruppe. Train: Train-Abteilungen Nr. 1 und 17. Dw.-Brückenttain Nr. 6. Schwere Proviantkolonne Nr. 3 des 19. Armeekorps. Erf.- Pferdedepot des 18. Armekorps. Arttflerie-Murntionskolomie Nr. 2 des 6. Armeekorps. Sanitäts-Formattonen: Res.-Lazarette Oppeln, Briden, Willenberg. Freiwillige Krankenpflege. Armierungs-Bataillone Nr. 19. 32, 33, 66. Kriegsbekleidungsamt des 3. Armeekorps. Bezirkskommando Cosel und Lörrach. »» * Die Verlustliste Nr. 16 der Kaiserlichen Schutztruppen usw. wird veröffentlicht. Die württember gif che Verlustliste Nr. 311 meldet Ver- luste des Inf.» und Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 129; Füs.-Reg. Nr. 122; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 124; Etappen-Kraftwagen-Park Nr. 6. Bc- richttgungen früherer Verlustlisten. ÜSetterausnchten für daS mittlere Norddeut>chlai»> dt» Freitag mittag. Langiamc weitere Erwärmung. Oestlich der Oder viel- falh heiler, weiter westlich überwiegend bewöltt und an den meisten Orte» leichte Regensäll» solange der Vorrat relcht» Kinderstiefel � mit Lackkappe und Derbyschnitl. 25/26 425 Kinderstiesel � braun Chevrette 25/26 5.95., Kinderstiefel 27/30 Roßbox. echte Kappe Derbyjchnitt 31/35 6.85 r 5" 585 Kinderstiefel 27/30 braun Chevrette. 31/35 7.50. Kinderstiesel 27/30 Boxcalf. Derbyschnitt. hübsch« Formen, 31/35 8.25 Kinderstiesel 27/30 1» Borcals, Derbhschnitt. gute Der- arbeitung. 31/35 9.50....... ß50 �65 8 75 Kinderstiefel SÄ auSführung, 31/35 10.50 9 50 Vur chenstiesel se� Q85 Roßboz.......... � ArSuleinstiefel SS 0 tung. Lackkapp« und Derbyschnitt..** ArSuleinstiefel S««' Chevreaux, auch mit Lackkavpe und Derbyschnitt, gute Verarbeuung.. 85 1Z 85 Burschenstiefel 3610 1» Boxcals mit Derbyschnitt... Burschenstiefel osio 1» Boxcali u. 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Schon reiche Gaben hat Euer mildtätiger Sinn jür die mannigsälligen Ausgaben der Kriegistrsorge gespendet. Aber der Krieg dauert lang und die gespendeten Summen neigen zum Ende. Es gilt daher eine neue, regelmähige, ständige Einnahme zu schaffen, zu der alle Kreise unserer Bürgerschast beizusteuern imstande sind. Unabhängig von den Mitteln, die Reich. Staat und Gemeinde bereitstellen, wollen wir daraus auch weiterhin in bisheriger Weise besondere Notstände lindem und unseren im Felde bcsindlichen Lieben Gaben aller Art gewähren,. An Jeden und Jede, ob reich ob arm, ob alt ob jung, ob groß ob Nein, ergcht daher unsere Bitte, es sreiwillig zu übernehmen, allwöchentlich einen bestimmten Betrag für diese Sammlung zurechtzulegen, Sorgt dafür, daß durch rege Beteiligung es eine wahre Berliner Volksspende werde! Jede, auch die kleinste Spende(wöchentlich(0 Pf.) ist herzlichst willkommen! Steuere also jeder zu der Volksspende bet. Sollte eine monatliche Spende vorgezogen werden, so ist auch sür deren Zeichnung Gelegenheit gegeben. Ebenso werden einmalige Beträge dantbarst angenommen, Heiser und Helserinnen werden in allemächstcr Zeit an Eure Türen klopsen, um die Zeichnung des Betrages entgegenzunehmen, Die gezeichneleii Beträge werden später von Miseren beausiragtcn Kassierern regelmäßig wöchentlich von einem noch zu veröffentlichen Tage ab abgeholt werden, Berlin, im Dezember 1915, Magistrat und Stadtverordnete: Kriegsausschusf für warme Unterkleidung: Wermutl», Kllctaelet, Fürst zu Obetregierungsrat a. D. Oberbürgermeister. Stadtverordneten-Vorsteher, Salm Horstmar. Dr. Jleyer. Geh. Negierungsrat Pros, Dr. FaBbender. = Kapitän- Kautabak=c stets frisch, im Geschmack unübertroffen* zu taufen m den meinen Geschäften.—(Priemdosen daselbst umsonst.) O. ßöcker, Berlin, Grüner Sdcg III-(Kst. 38G1.) J S werne zu r--------------r C 54, Sophlenstrallc 6.- Einladung zu der am Jreitag, de» 10. Dezcuiber, abends � Uhr. in Berlin, Roscnthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/1Ä, Zimmer 2, stattfindenden Ansfchnstsitzung der Vertreter der Arbeitgeber und Kassenmitglieder. Tagesordnung: 1. Festsetzung und Beschlußsasiuiig über den dem Versicherungsamt ein- zureichenden Voraiffchsag der Einnahmen und Aufgaben sür das Geschäftsjahr>916, 2. Wohl des Rcchnungsausjchiisses zur Prüfung der Jahres- rechnung pro 19i5 gemäß K vi der jiasscnsatzung, 3. Aussprache über eventuelle Einsührmig von Mehrleisiuugen(Krankengeld), 4. Verschiedene Mitteilungen. 29416 Berlin, den 2. Dezember 1915. Ter Borstand der Ortskrankenkaffe für das Maurergewerbe zu Berlin. 31. Dehne, Vorsitzender, R. Freund, Schrislsührer. Verkäiiie. _ Geld! Geld sparen Sie, wenn Sie int Leihbaus Noicnlhaler Tor, Ltnienstraße 203/4, Ecke Noscnlbaler- straße, kaufen. Im Versatz gewesene Anzüge, Paletots, Uliler sowie neue Waßgmderobcn zu staunend billigen Kriegspreiien. 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Pfund i» Feine Leberwurst..... ptund 210 Säeiantwcrtiichet Redclteur: Alfred Wielepp« Neulölln. Für den Inseratenteil veranvo.: kl>.Tlode,Sttlin. Druck u.verlas:vorwärt» Luchdruderei u. kieriagsanstalt Paul Einger& To, Berlin SW. ».m 32, uim. 2. ökllllgt iles JutniW' fetliiier JoIteMött die Leiöensgeschichte eines dienftmäöchens. Schwere Mißhandlungen, verübt an einem jetzt siebzehn- jährigen Dienstmädchen, enthüllte eine gestern vor dem Chor- lottenburger Schöffengericht verhandelte Anklage. Angeklagt war Frau RegierungsbaumeisterMar- garele Schütte. Bei ihr war die jetzt 17 Jahre alte Luise Hübscher vom IL. Januar bis 2. Juli in Stellung. Die An« klage lautete auf so rt g e i etzle boshafte und grausame Mißhandlung dieses Mädchens, auch mittels eines gefährlichen Werkzeugs, ferner auf Freiheils- beraubuna und Nötigung. Die Angeklagte und ihr Ehemann bestreiten, sich� schuldig gemacht zu haben. Das Mädchen, das tatsächlich unterernährt war, sei gut behandelt, habe aber genascht und das auch schriitlich zugestanden. Interessant war aus der Bekundung des RegierungS- baumeisters, daß er bei Beginn des Krieges u. o. öS Pfund, Schinken, 80 Pfund Wurst, S0 Pfund Reis, 50 Pfund Nudeln eingekauft habe. Tie Beweisaufnahme ergab im Gegensatz zu den Dar« stellungen der Eheleute Schütte ein entsetzliches Leiden des gequälten Dienstmädchens. Dies bekundete selbst folgendes: Essen und Behandlung sei zuerst gut gewesen, dann aber schlecht geworden. Es gab meist Kartoffeln, sonst nichts. Die der Frau wurden zuerst in Fett gebraten, ihre dann in Wasser. Wenn der Herr da war, gab es richtiges Esten, sie mußte sich aber davon dann immer für die nächsten Tage aufbeben und zwar auf Gebeiß der Hausfrau. Unwahr sei die Behauptung, sie habe Geld, 10 Pfd. Honig und 10 Pfd. Marmelade beiseite geschafft. Sie habe allerdings diese und ähnliwe Behauptungen schriftlich bestätigen müssen. Insgesamt haben sie fünf solcher Zettel schreiben müssen. Die Frau habe mit der Hundepeitsche dabeigestanden und diktiert. Unter Prügeln habe sie dann geschrieben. was verlangt wurde. Sie sei täglich von Frau Schütte geschlagen, gezaust, gerissen usw. worden. Ganze Stellen Haare habe ihr dieselbe ausgerissen, auch einen Teil der Zöpfe abgeschnitten, die anderen auf Geheiß abschneiden müssen. Der Herr habe öfter Hundefutter mitgebracht, davon habe die Frau ihr dann zurechtgemacht. Abends gab'S oft trockenes Brot. Sie wurde stundenlang eingeschlossen und mußte stricken und dabei zählen, daß es die Frau im Garten hören konnte. Was sie nach Hause schrieb, las die Frau zuerst und trug die Briefschaften auch selbst zum Postkasten. Sie habe ihr gedroht, wenn sie weg- ginge, würde sie ins Gefängnis kommen. Ihr iei von Frau Schütte vorgeredet worden, sie sei wegen Verderbenlassens von Küchen- abfallen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, auf ihre Für« spräche sei diese Strafe in 300 M. Geldbuße umgewandelt worden. Diese müsse sie bezahlen, wenn sie den Dien st ver« ließe. Die Angeklagte sei selbst auf das Klosett nachgegangen, und wenn sie eingesperrt war, habe sie ihre großen Bedürfniste inS Taschentuch, die llemen in eine Wasterkanne verrichtet. Mit der Hundepeitsche habe die Frau sie täglich gehauen, ganz gleich, wo sie hintraf. Einmal habe sie sich zu diesem Zweck erst entblößen müsten. Die Frau habe gesagt, es würde nicht sehr wehe tun, denn sie sei krank und könne nicht fest zuhauen. In einer niedrigen, fensterlosen Kabuse habe sie zwei Nächte knien müssen. Die Berten seien ihr nach und nach weggenommen worden, sie habe als Ersatz nur eine alte, zerrissene Decke erhallen. Die Frau habe in der Hängematte gelegen und sie habe im Stehen stricken und laut zählen müssen. Auch ganze Nächte habe sie neben dem Bett der Angeklagten gestrickt. Als die Polizei kam, habe die Frau gebeten, sie möge nichts sagen. Der Vater des Mädchens ergänzte die Aussage seiner Tochter. Frau Schütte sei bei ihm gewesen und habe gesagt, sie gäbe ihr halbes Vermögen, wenn die Anzeige zurückgenommen würde. Regierungsrat Kempf hat von seinem Garten aus gesehen, wie das Mädchen neben der Hängematte stehen und stricken und laut zählen mußte, einmal von S Uhr nachmittags bis'/zS Uhr abends. Daraufhin habe er die Anzeige erstattet. Ein Herr Kühne und dessen Frau hoben öfter Schreie aus der Villa der Schüttfchen Eheleute gehört, einmal nachts um 11 Uhr auch Hilferufe. Geheimrat Dr. Schröder hat das Mädchen, als es fortgeholl war, untersucht und neben Unterernährung allerlei Verletzungen am Körper des Mädchens festgestellt. Auch waren die Haare abgeschnitten bezw. ausgerissen. Ein Polizeiwachtmeister bekundet: Als die Polizei das Mädchen abholen wollte, sei es von der Angeklagten verleugnet. In Wirklichkeit sei es zuhause gewesen. ES war schwach, blutig und zerkratzt. Der Kreisarzt habe das gleiche festgestellt. Das Bett habe nur eine Matratze und eine Decks besessen, allerdings hätten in einem anderen Zimmer Oberbetten gelegen, die nach Angabe der Angeklagten dazu gehören sollten. Der S m t s a n w a l t beantragte zweiMonate und zwei Wochen Gefängnis. Das Urteil lautere auf nur 5 0 0 M. G e l b st r a f e. Die Angeklagte sei noch unbestraft und es sei nicht ausgeschlossen, daß sie vielleicht sadistisch veranlagt sei. Hoffentlich legt die Staatsanwaltschaft gegen das un- geheuer milde Strafmaß Berufung ein. Mus Groß-öerlin. Zur Sucherausftellung im Hewerkschasts- hause. Die WeihnachtSausstellung, die der Verbreitung guter Bücher in der Arbeiterschaft dienen soll, fehlt auch diesmal im Gewerkschaftshause nicht. Alles Gute, was in jahrelangen Mühen aufgebaut wurde, muß erhalten werden. Das gilt auch von dieser ernsthasten Sache. So aber ist es erfreulich, sagen zu können, daß die Arbeiterschaft gleich bei der Eröff- nung der diesjährigen Ausstellung durch Schauen und Kausen bewies, daß sie weiß, worauf es hier ankommt. Alte Freunde dieses Stückes Volksbildungsarbeit kamen in Scharen, und zahlreich waren auch, die zum erstenmal sich einstellten. Es ist als sollte zum Ausdruck gebracht werden, daß die Vcrant- Wartung für die neue Generation, die noch kindlich und früh- jugendlich ist, unter der Wucht der Ereignisse nur noch mehr gewachsen ist. So ist es ja auch in Wirklichkeit, Jeder muß das fühlen. Schutz braucht die Jugend, und der geistige Schutz gehört dazu. Das Allerbeste an Baustoff für die Köpfe und die Herzen ist heute nur noch mehr das Notwendige geworden. Gut ist aber das, was stark und ftei und selbständig macht. Nicht die Bücher sind gut. die dazu führen, daß verjünge Mensch die Gewalt über sich verliert. Ein Buch, das den Menschen in atemlose Spannung hineinhctzt. so daß er die Besinnung verliert, ist schlecht. Es gibt ihm nichts, es nimmt ihm was; sein Reiz bewirkt eine Schwächung seines Denkens und seines FühlenS. Wir sollen immer nur solche Bücher suchen, die unsere Anlagen wachsen lassen, Bücher, die den Verstand und die Phantasie so anreizen, daß sie sich selbst- herrlich weiterbewegen können, Bücher, die unS den Atem nicht rauben, sondern die ihn mehren und kräftigen. Darin besteht zum Beispiel der Wert des guten Märchens, dessen Bedeutung als Erziehungsmittel so oft von Arbeiter- eitern verkannt wird. Es ist aber wirklich so, daß diese Bedeutung ungemein groß ist. Weshalb? Weil daS Märchen dem kindlichen und jugendlichen Menschen die geistige Selbständigkeit läßt, die er braucht. Weil daS Märchen niemals Verstand und Gemüt vergewaltigt, deshalb bedeutet es so viel. Der junge Leser ist ihm mit seinem Sinnen gewachsen, er empfängt hier eine Welt, in der er sich frei ergehen kann. Darm besteht recht eigentlich das, was man die Schönheit des Märchens nennt. Das gute Märchen gibt in naiver Form Weichnisse des Lebens im Kleinen und im Großen, und deshalb hat es auch zu allen Zeiten einen echten Gegenwartswert. Es hat also sehr guten Sinn, immer wieder Märchen anzubieten, denn sie ge hören zum Besten, was ohne Schulmeisterei ernsthast selbsterzieherisch wirkt. Natürlich stellt dieser Lesestoff nur eins der Mittel dar, auf diesen Weg zu gelangen. Diesen Hinweis möchten wir den Arbeitereltern mitgeben, die sich aufmachen, um der Ausstellung im Gewerkschaftshause einen Besuch zu widmen. Sofern sie noch nicht wissen, was sie dort wählen sollen, mögen sie einmal überlegen, ob ihren Kindern nicht mit solch einem Buch eine gute nachhaltige Freude bereitet werden kann. Es wird schon so sein; denn neben dem doch immerhin Wenigen, was die Schullesebücher aus diesem Bereich bieten, gibt es noch Unzähliges aus dieser bunten Welt, woran der junge Sinn in frischem Genießen er starken kann. Heute, wo wieder einmal schlechte Bücher in dicken Fluten daherschwemmen, ist solch ein Hinweis höchst zeitgemäß. Arbeitshaus und Obdach. Der neue Etat für das Arbeitshaus und das Obdach hat all- gemeines Interesse. Im Arbeitsbaus sind die Kosten für Beköstigung der Häuslings von U20 000 auf 540 000 M. infolge der Teuerung gestiegen. Merkwürdigerweise waren die Verpflegungskosten für Hoipitaliten und für obdachlose Kranke um 19 000 beziehungsweise um 8900 M. herabgesetzt worden; erst das Kuratorium beschloß auf entschiedenen Einspruch unserer Genossen mindestens den alten Satz einzustellen. Der Etat für das städtische Obdach ist wieder als KriegSetat aufgestellt, da eine schwache BelegungSziffer vorausgesetzt wird. Nun muß aber immer mit der Möglichkeit gerechnet werden. daß eine Beendigung des Krieges im kommenden ElatSjahr auch eine größere Arbeitslosigkeit bringen und damit auch eine erhöhte Inanspruchnahme deS Obdachs bringen kann. DaS Kuratorium nahm hierauf Rücksicht und setzte eine höhere Summe ein. Anders wurde der Etat der Geschlechtskrankenstation aufgestellt. Es wird angenommen, daß nach Beendigung des Krieges ein Rückgang der von der Polizei überwiesenen geschlechtSlranken Personen eintreten werde. Im Kuratorium war man auf Grund von Urteflen von Spezial« ärzten anderer Ansicht. Und gerade deshalb wurde erneut die end- liche Trennung der Geschlechtskrankenstation vom Obdach verlangt; räumlich wie verwaltungstechnisch. Die Station müßte aus der Gegend des Obdachs entfernt werden. DaS jetzige Flickwerk mit dem.Ausbau' fei eS nicht«. Die sittlichen Gefabren für obdachlose Frauen und Mädchen durch ge- wisse mehr dem Zuhältertum zugehörigen Elemente, die hier die Gegend unsicher machen, seien große. Die städtischen Behörden könnten gar nicht umhin, durch den Bau eine? Geschlechtskranken- Hauses den jetzigen Zuständen ein Ende zu machen. Auch hierwurde eine Erhöhung der Belegziffer beschloffen. Für die Arbeiter der Desinfektionsanstalt sollen Schutzmäntel angeschafft werden. Der Zentrale für Jugendpflege soll Versuchs« weise die Fürsorge für die männlichen und weiblichen Obdachlosen unter 18 Jahren übertragen werden. Die weiblichen Obdachlosen unter 18 Jahren sollen vom nächtlichen sofort in daS Familien- Obdach überführt werden._ Die Unterstützung der Kriegerfamilien in Berlin. In der beuligen Stadtverordnetenversammlung wird folgender Antrag zur Verhandlung gelangen:.Die Stadtverordnelenversamm- lung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, darauf hinzu- wirken, daß von den einzelnen UnterstützungSkommisfionen der Stadt Berlin in gleichmäßiger Anwendung der Borschristen der Reichsgesetz« vom 23. Februar 1888 und 4. August 1914 und der Gemeinde- beschlüffe über die Unterstützungen der Krtegerfamilien. nach den Be- schlüssen über die llnterstützungsgesuche verfahren wird.' Der Antrag ist von sämtlichen Fraktionen der Versammlung unterschrieben, er will der Engherzigkeit und Willkürlichkeit einiger Unterstützungskommissionen ein Ende machen. Die Leistungen Berlins für Kriegsunterstiitzuug. Die Zahl der in Berlin unterstützten Krtegerfamilien hat Miederum eine erhebliche Steigerung erfahren. Sie betrug im November 195 139 gegenüber 189 983 im Monat Oktober. Was die den Kriegerfamilien gewährten Kriegsunterstützungen anbelangt, so haben diese im November eine Höhe von 8826289 M. erreicht; in dieser Summe sind die erhöhten städtischen Beiträge noch nicht enthalten. Die Mietunterstützungen lediglich an Kriegerfamilien be- liefen sich im November auf mehr als 1 679 999 M. Der Tchullastenstreit Berlin— Neukölln. Die kommunale Zerrissenheit Groß-BerlinS hat neben verschiedenen anderen Schwierigkeiten auch den Streit zwischen Berlin und einer Reihe von Vororlen über die Schullasten gebracht. Die Klagen vor den Gerichten reißen nicht ab. In dem Streit zwischen Berlin und Neukölln hat da» Oberverwaltungsgericht nach Rückgabe der Sache an den Bezirksausschuß einen Vergleich angeregt, auf den der Magistrat eingehen will. Danach will der Magistrat für die Jahre 1898—1908 eine BergleichSsumme von 214 712 M. an Neu- kölln zahlen. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat«inen besonderen Ausschuß zur Prüfung der Sachlage eingesetzt. Räch einer sehr eingehenden Beratung und nach sehr ausführlichen Dar- legungen der Magistratsvertreter, wurde die Vorlage vom Ausschuß einstimmig angenommen. Die Klage wegen der restlichen Forderung von 2.S Millionen Mark von 1908—1914 ist insofern für den Magistrat von Berlin auSsichlSvoller. als vom Jahre 1909 ab die wirtschaftlichen und steuerlichen Berhältnifle Neuköllns nachweislich günstiger geworden find. E« ist deshalb anzunehmen, daß unter andenn auch die Boraussetzung der unbilligen Mehrbelastimg nunmehr als nicht mehr vorhanden angesehen werden dürfte. Beschlagnahme von wollenen und halbwollene» Wirkwaren. Eine Bekanntmachung ist erschienen, die sich mit der Be- schlagnahme, Veräußerung und Verarbeitung von wollenen und halbwollenen Wirk- und Strickwarcnlumpen und von wollenen und halbwollenen Abfällen der Wirk- und Strick- Warenherstellung befaßt. Nach dieser Bekanntmachung sind alle wollenen und halbwollenen Lumpen und Abfälle in jeder Mischung und Farbe beschlagnahmt, die im Besitz von Per- sonen sind, die sich mit dem Handel oder der Verwendung von wollenen und halbwollenen Lumpen und Abfällen gewerbsmäßig befassen. Der Verkauf der beschlagnahmten Lumpen und Abfälle bleibt aber weiter zulässig zu HeereS- oder Marinezwecken. Als ein derartiger erlaubter Verkauf ist die unmittelbare oder mittelbare Veräußerung an bestimmte Sortierbetriebe anzusehen, die von der Kriegswollbedarfs- Aktiengesellschaft in Berlin mit dem Ankauf silr die Zwecke der Heeres- und Marineverwaltung beauftragt sind, und deren Liste von der Kriegs-Rohstoff-Abteilung des Preußischen Kriegs- Ministeriums veröffentlicht wird und auch von dort angefordert werden kann. Ohne Mcksicht auf die Beschlagnahme ist daS Sortieren von Lumpen erlaubt und durchaus erwünscht. Lumpen und Abfälle die vor Inkrafttreten der Bekanntmachung bereits ge- wolft waren, dürfen weiter verarbeitet werden. Ebenso ist die Verwendung und Verarbeitung zur Herstellung solcher Ganz- und Halberzeugnisse zulässig, deren Anfertigung un- mittelbar von dem Preußischen Kriegsmintsterium, dem Reichs- Marine-Amt, dem Bekleidungs-Befchaffungsamt, durch Ver- Mittelung der Kriegswollbedars- Aktiengesellschaft oder des Kriegs-Garn» und Tuch-Verbandes in Berlin veranlaßt ist. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung, die mit Be- ginn des 1. Dezember 1915 in Kraft tritt, kann bei den Polizeibehörden ewgesehen werden. Abgabe von Sahne an Kranke. DaS Polizeipräsidium teilt mit: Für den LandeSpolizeibezirk Berlin find die Polizeireviere er« mächrigt worden, die Verabfolqung von Sahne auf Grund ärzt- licher Anordnung und beim Borliegen eine« unabwersbaren Be« dürfnifseS ohne solche zu gestatten. Die Erlaubnis wird von den Revieren schriftlich erteilt, und zwar jedesmal für«ine bestimmte Woche und eine bestimmte Menge. Nur in den Fällen, in denen vom Arzt eine chronische Krankheit bescheinigt wird, die einen stän- digen Genuß von Sahne erforderlich macht, wird die Erlaubnis»bis aus weiteres' gegeben. Alle Eingaben und Anträge auf Berab- folgung von Sahne find an die Polizeireviere zu richten. Arbeiterbilduugsschule. Mit Rücksicht auf das am Sonn- abend, den 4. Dezember, in der Stadthalle stattfindende Konzert des B e zi rk s b ild un g sa us s chusses fällt der Kursus über Polen an diesem Sonnabend aus. Der Vortragende. Genosse Eichhorn, wird sich mit den Hörern verständigen, wann der ausfallende Abend nachgeholt werden soll._ Leicheutransporte nach Treptow auf de« Wafferwege. Gelegentlich emer Besichtigung der FeuerbestattungSanlagen in Treptow durch die Gemeindekörperschaften von Friedrichshagen ist in Anbetracht der Lageverhältnisse angeregt worden, die Ueber« führung der einzuäschernden Leichen nach dem Treptower Krema« tornnn auf dem Wasserwege mittels Motorboote» zu bewirken. Da die BestatwngSanlage für die Ortschaften der Oberspree etwa« um- stündlich zu erreichen ist, würde eine Einrichtung wie die vorgeschlagene zugleich den Borteil bieten, daß die Leidtragenden, die der Ein- äscherungSfeierlichkeit beiwohnen wollen, mit dem Sarg« zusammen befördert werden können. Die Gemeindeverwaltung von Treptow ist jetzt diesem Bedanken näher getreten und hat bei den Gemeinden Köpenick. Grünau, Oberschöneweide und FriedrichShagen angefragt, ob sie sich an der Uebersührung der Leichen auf diesem Wege be- teiligeu würden. Dies« Anfrage kam in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung von Grünau zur Beratung. Man entschied sich für die Erteilung einer bejahenden Antwort. Auch die übrigen Ge- meinden dürften dieser Einrichtung zustimmen. Wieder eine KriegerfamMe exmittiert. Zu unserer vor reichlich vier Wochen mit dieser Ueberschrist ver- öffentlichien Mitteilung über die Exmission einer Kriegerfamili« au« dem Hause Marienburger Str. 16 bringen bürgerliche Blätter. wie.Kreuzzellung' und.Berliner Neueste Nachrichten', jetzt eine ihnen wohl von dem Hauseigentümer oder feinem Rechtsoeistand zugegangene Erwiderung. Diese will gegenüber der Darstellung des „Vorwärts' zeigen,.wie die Sache in Wirklichkeit ist', aber die danach gegebene eigene Darstellung wiederholt die im.vorwärts' gegebene, von der sie nicht» zu widerlegen vermag. Die Erwiderung schließt, die Angelegenheit habe..keinerlei Anspruch darauf. im Sinne des.Vorwärts' Mitleid zu erregen'. In dieser Zeit de» Burgfriedens müssen wir uns versagen, zu antworten, wa« zu antworten wäre. Nur zu der Behauptung, daß die Kriegerfrau.ge- sund, kräftig und arbeitsfähig' sei und.thre Abneigung gegen das Ergreifen einer gewinnbringenden Tätigkeit bekundet' habe, sei noch ein Wort erlaubt. Die Frau hat«in Arzlzeugnis in Händen, wonach ein scdwere« Augenleiden.ihre Sehkraft sehr herabsetzt', so daß sie»nur zum gelingst«» Teil erwerbsfähig' ist. Wir stellen daS hiermit nochmals fest, nachdem wir es bereit« in voriger Woche in unserer Mitteilung über den au» der CxmissionSgeschicht« hervor» gegangenen Schadenersatzprozeß getan hatten. Gasvergiftungen. Mit einer schweren Kohlenoxydgasvergiftung wurden am DienS- tagnachmittag zwei Frauen, die 52jährige Anna Schwalm und die Zgjährige Buchhalterin Marie Lorenz in da» Stubenrauch-Kreis- krankenhaus in Groß-Lichterselde eingeliefert. Die beiden Frauen bewohnten gemeinschastlich ein Zimmer in der Marienfelder Str. 97. Da der Ofen nicht gut brannte, verschaffte sich Frau L. noch einen kleinen offenen Ofen und heizte denselben, bevor die beiden Frauen am Montagabend schlafen gingen, mit Glühkohle. Durch die aus- strömenden Gase wurden beide Frauen betäubt. AI» Frau L., die in einer dortigen Brauerei angestellt ist. am gestrigen Bormittag nicht erschien, wurde ein Bote nach der Wohnung in der Marienfelder Straße gesandt, dem jedoch trotz allen Klopfens nicht geöffnet wurde. Der hinzugerufene Hausverwalter ließ nunmehr die Tür öffnen und man fand die beiden Frauen bewußlloS im Bett liegend auf. Sie erhielten die erste Hilfe durch den Arzt der Rettungswache Ost und wurden dann iu das Stubenrauch-KreiskrankenhauS übergeführt, wo sie bis zum Abend das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt hatten. — Eine zweite Gasvergiftung, bei welcher eine ganze Familie m LeKenZgefalZr geriet, wirb unS vom Dienstag auS TiemenSstadt gemeldet. Dort wohnt in dem Hause Waltstr. 13 Frau Prof. Jacoby mit ihrer Tochter und ihrem 12 jährigem Sohn. Die Dame halte einen GaSheizofen in ihrem Schlafzimmer aufgestellt und während der Nacht hatte sich der Schlauch gelockert und war abgefallen. Dadurch strömte das GaS au» und wurde von den in demselben Zimmer schlafenden Personen eingeatmet. In den frühen Morgen- stunden wurden Hausbewohner durch den starken Gasgeruch auf- merksam und drangen, als- sie keinen Einlaß in die J.sche Wohnung erhielten, durch ein Fenster ein. Man fand Frau Prof. Jacoby und ihre Tochter bewußtlos am Boden liegen, während der Sohn leblos im Bett lag. Erst nach stundenlanger mühevoller Arbeit durch den Sauerstoffapparat der Feuerwehr gelang es, die drei Personen ins "eben zurückzurufen, so daß mit der völligen Wiederherstellung der Kranken gerechnet werden kann. Totgefahren. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich in Borgsdorf, einer Vor- ortstation der Nordbahn ereignet. Der in Fichlengrund wobnende Zimmermeifter Balzhorn hatte in Borgsdorf geschäftlich zu tun ge- habt, und betrat mit einem Geschäftsfreunde gegen 7 Uhr abends eni am Bahnhof gelegenes Lokal, um ein Glas Bier zu trinken. Er konnte von dort aus sehen, wie die Eisenbahnschranken wegen des einfahrenden ZugeS heruntergelassen wurden. Um den iim 7 Uhr nach Oranienburg abfahrenden Zug noch zu erreichen, eilte cr auS dem Restaurant über die Straße hinweg, hob die Barriere an, und kroch darunter hinweg, wiewohl ihn mehrere Personen zu- rückzuhalten versuchten. Der Zimmermeister rief noch lachend, daß es schon gehen werde, im nächsten Augenblick war er bereits von dem heranbrausenden Zuge totgefahren. Die bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leiche wurde in die BorgSdorfer Leichenhalle ge- schafft._ Der Bock zum Gärtner. Unter dieser Ueberschrift berichteten wir kürzlich über einen Einbruchsdiebstahl aus dem Niederschöneweider Güterbahnhof und teilten weiter mit. daß sich die Polizei mit dem Käufer der ge- itohlenen Waren befassen werde. Hierzu bittet uns der Produkten- Händler Krüger aus Neukölln, der als Käufer bezeichnet wurde, mit- zuteilen, daß eine strafbare Handlung seinerseits nicht vorliege. Er habe den Dieben, die sich durch Militärpapiere legitimierten, nur einen Teil abgekauft und diesen ordnungsgemäß in das amtliche Trödelbuch eingetragen._ Verloren. Der Sparmarkenblock Nr. 14 084 der Volks- f ü r s o r g e, enthaltend die Marlen von Nr. 1 bis 39 im Gesamt- werte von 4S,b0 M. ist verloren gegangen und wird hiermit für ungültig erklärt. Der Finder wird gebeten, denselben in der Geschäftsstelle Berlin SO 16, Engelufer 18, 3 Treppen abzugeben. Ein großer Dachstuhlbrand, der vermutlich auf Brandstiftung zu- rückzuführen ist, beschäftigte am Mittwochvormittag stundenlang die Berliner Feuerwehr in der Voltastr. 29, Ecke Hu'siienstraße. Als der erste Löschzug dort ankam, brannte der Dackstuhl des Eckhauses schon an allen Ecken und Enden. Der Brandmeister Z. ließ sofort mit vier Schlauchleitungen über die Treppen und mehrere Maschinen- leitern angreifen. Erst gegen Mittag war jede Gefahr beseitigt. Die angrenzenden Fabrikgebäude der A. E. G. konnten wirksam ge- schützt werden. Der Dachstuhl konnte nicht mehr gehalten werden. Nicht weit davon ist vor einiger Zeit der Dachstuhl des Eckhauses Huisitenstraße 19 und Uiedomstraße das Opfer eines Brandes ge- worden. Luch bei diesem Brande vermutete man schon Brand- stislung._ National-Thcater, Köpenicker Str. 67,68. Am Donnerstag. 2. Dezember, findet die 50. Aufführung des Stückes„S. M. der Dollar' statt. Mittwoch, nachmittags 4 Uhr:„Häniel und Gretel". Sonnabend und Sonntag, nachmittags 4 Uhr:„Rotkäppchen." Kleine Nachrichten. Eine Straßenräuberin, die es auf Kinder abgesehen halte, ist in Neukölln festgenommen worden.— Beim Ablöschen von Koks tödlich verunglückt ist in Lichtenberg der S9jährige Arbeiter Hermann Klinger, Atzpodlenstr. 1 wohnhaft. K. war auf dem Gaswerk am Wiesenweg angestellt und mit dem Ablöschen von glühendem Koks beschäftigt, wobei er mit der Schlauch- lenung auf einem mit Geländern versehenen Laufsteg stand. Nach einiger Zeit bemerkten an der Kokshalde vorübergehende Arbeiter, daß dem Klinger der Schlauch aus den Händen entglitten war und der leblose Körper des ManneS über dem Geländer lag. Der sofort hinzugerufene Arzt stellte fest, daß Klinger bei dem Ablöschen des Kokses von den dabei entstehenden Gasen übermäßig viel ein- geatmet hatte, davon bewußtlos geworden und dann hilflos erstickt ist.__ Aus öen Gemeinden. Gaspreiserhöhung in Friedrichshagen. Diese Frage bildete den wichtigsten Beratungspunkt in der letzten Gemeindevertretersitzung. Tie vorgetragenen Geschäfts- ergebnisse der Gasanstalt fül das laufende Jahr sind durch den Krieg unheilvoll beeinflußt. Allein die Mehrausgaben infolge der erhöhten Kohlenpreise belaufen sich auf über 23 000 M. An Löhnen mußten annähernd 19 000 M. mehr aufgewendet werden, teils infolge gewährler Teuerungszulagen, zum andern durch die Einberufung leistungsfähiger Kräfte und ihren Ersatz durch andere. Schlteßlich erforderten die Kriegsunterstützungen an die Familien der Eingezogenen eine Ausgabe von 7000 M., so daß die Anstalt in diesem Jahre eine Sonderlast von rund 49 000 M. zu tragen bat. Uni diesen Betrag einigermaßen zu decken, schlug der Gemeindevorstand vor, den Gaspreis, der bis- her 17 Pf. für Leuchtgas und 13 Pf. für Kochgas betrug, nach dem Beispiel für Köpenick einheitlich auf 13 Pf. für den Kubikmeter festzusetzen. Der dadurch zu erzielende Mehr- erlös wird auf etwa 40 000 M. geschätzt. Gegen diesen Antrag er- hob Genosse Tornow lebbafte Bedenken. Wenn auch nicht zu verkennen sei, daß die wirtschaftlichen Unter- nehmungen der Gemeinde nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden müßten, und der Eemeindeetat einen solch großen Ausfall nicht auf sich nehmen könne, so wünsche er doch eine nicht so starke Erhöhung des Preises sür Kochgas, das für die kleinen Leute auch gleichzeitig Leuchtgas sei. Diese Eiwägungen fanden jedoch kein Gehör und die Vorlage wurde unverändert an- genommen, nachdem Genosse Barth noch darauf hingewiesen hatte, daß es sich nur um ein durch den Krieg aufgezwungenes Provisorium handeln könne und daß schon bei der nächsten Etatsberatung die Preisfrage aufs neue geprüft werden müsse. Für Motorengas wurde der Preis aus 15 Pf. festgesetzt. Die neuen Preise treten am 1. Dezember bereits in Kraft, Von diesem Zeit- Punkt an wird Miete nur noch für einen Gas- messer erhoben. Recht rückständig mutet ein vom Gemeinde- vorstand eingebrachtes Ortsstatut betreffend den Betrieb von Schankslätten an, in dem die durch die Land- gemeindcordnung für Gemeinden unter 15 000 Einwohner festgesetzte Bedürfnisfrage auch dann beibehalten werden soll, wenn die Einwohnerzahl Friedrichshagens 15 000 übersteigt. Die Genossen Barth und Tornow wandten sich lebhaft gegen den Antrag, der mit einer kleinen Mehr- heil angenommen wurde. Fortschrittlicher und erfreulicher war die Annahme eines Ortsslaluls betr. Sonntags- ruhe im Handelsgewerbe. Danach werden künstig offene Verkaufsstellen— ausgenommen den Handel mit Nahrungs- und Genußmitteln, Zigarren und Blumen— an den Sonntagen vom 1. Mai bis 30. September nur von 7 bis il2l0 Uhr, im Winter nur von Vz12 bis 2 Uhr geöffnet sein. Weihnachtsgabcn an Kricgerfrauen in Weihensee. Der Gememdevorstand und die Finanzkommission haben be- schlössen, 5000 M. zu bewilligen, um an Kriegerfrauen zu Weih- nachten Lebensmittelnaturalien zu verteilen.— Die Adressen für die im Felde befindlichen Einwohner müfien bis zum 4. Dezember beim Wohlfahrtsamt, PistoriuSstraße 24. abgegeben oder eingesandt werden. damit die WeihnachtSgaben rechtzeitig an die Krieger abgesandt werden können._ Lebensmittelfürsorge in Lankwitz. Zu dieser von unS kürzlich gebrachten Notiz wird uns von einem Lankwitzer Einwohner mitgeteilt, daß leider einem großen Teil der minderbemittelten Einwohnerschaft die Waren der Gemeinde nicht zugänglich seien, da sich die Gemeindevertretung wiederholt beharrlich geweigert habe, auch der Konsumgenossenschaft Waren abzugeben. Die Mitglieder der Konsumgenossenschaft sind dadurch vom Bezüge der durch die Gemeinde beschafften Waren ausgeschlossen, es ist sogar häufig vorgekommen, daß auch die Händler Mitgliedern des Konsumvereins, die nicht zu ihrer Kundschaft zählten, die Ab- gäbe von Waren verweigerten. Hoffentlich bemüht sich die Gemeindeverwaltung Lankwitz recht bald, dieser sehr wenig burgfriedlichen Lebensmittelfürsorge ein Ende zu machen._ Parteiveranstaltungen. Röutgental-Zepernilt-Buch. Donnerstag, den 2. Dezember, abends 81/, Uhr: Gemeinsamer Zahlabcrid bei Lange, Sicmensslr. 3. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Wcifiensee. Donnerstag, den 2. Dezember, abends fl,7 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Weitere Mahnabmen der KricgSwohIfahrlSpflcge. Diese Sitzungen sind Sfsentlich. Jever GemeindcangehSrige iß be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Sriefkasten üer Reüaktion. M. S. Jalke. Sie können dazu durch Strase gezwungen werden. — R. K. 17. 1. Versuwcn Sie es mit einer Meldung. 2. ,'a.— Schmidt 70. Sie brauchen sich nicht zu melden.— Ziesenhennc 5ö5. 1. Sie haben Anspruch aus Lohn sür die durch die Konlrollversammlung versäumte Zeit. 2. Dann müssen Sie durch Klage beim Gewerbegericht den Lohn eintreiben. 3. KriepSoerwendungSsähig. 4. ArbeitsverwendungS- fähig.— Eg. 1. und 2. Ja. 3.«ei seinem Truppenteil.— M. IS. Der Sobn muß Ihnen nach seiner Einbezicbung zum Militär den Unter- slützungsfchein zuschicken. Mit diesem geben Sie zur Steucrkasse und stell ii Anlrög aus Unterstützung.— Friedenau 230. Nein.— I. H. F. 18. Die Schwiegersöhne baben nichts zu verlangen, w- HI aber die Töchter als Erben.— Dt. 86. Fragen Sie bei der nächsten Hil'Slommission des nationalen Frauendienstes an.— Mittcnwaide 3. Wir tonnen Ihnen keine Arbeitsgelegenheit nachweisen. namentlich nicht nach aus- wärts. Sie müssen schon den Arbeitsmarkl der Tageszeitungen durchsehen.— Ttiorn. Sie müssen die Alimente in gleicher Höbe wester zahlen, sonst kann Ihnen der Lohn gepjändet werden. — E.<0. 42. Da die Erwerbsunsähigkest über die 26. Woche binaus dauern wird, können Sie jetzt schon Antrag aus Invalidenrente beim Ver« sicherungsamt Berlin, Klosterstr. 67/68, stellen.— I. Dt. 33 Sie werden jedenfalls leinen Rentenanspruch geltend machen können, da erwerbs- beschränkende Folgen aus dem Unsall wohl kaum noch vorhanden sein dürsten. Die Unsallversicherung zahlt übrigens erst Rente nach der 13. Woche; bis dabin haben Sie nur Anspruch aus die Krankenlasscir- leistuugen, von der 5. Woche an nur auf den Unsallzuschuß.— L. F. 00. Ein Zwang besteht nicht; es empsichlt sich aber, dem«erlangen nachzu- kommen.— P. G. 00. Zeitig diciistuntauglich wegen allgemeiner Körper- schwäche.— Zwei Wettende. Das Frettieren der wilden Kaninchen ist nicht erlaubt: Sie können deshalb bestrast werden.— E. B.. Raumcr« straffe 6. Sie können Antrag aus Löhnung beim Ersatzbataillon des Rc- giments, von dem Ihr Sohn eingezogen wurde, stellen.— H. 51. Darüber müssen Sie einen Arzt besragen.— W. 2. 60. Ja.- Dt. Z. 100. 1. Ja. 2. 150 M. 3. Ja.— Dt. 15. Sie tönncii uutcr Einreichung eines Armenattestes bei dem sür die Klage zuständigen Gericht einen Antrag aus Beiordnung eines Rechtsanwalts stellen. 2. In vier Jahren. 3.'Wenn es angängig ist, würden wir Ihnen raten, das Prozeß- vcrsabren erst nach Beendigung deS Krieges einzuleiten.—(f. St. 50. Ja. — St. 36. Die Verordnung ist erst im September in Krast getreten. 1. 1 4. BerL Reiebstagswahlkreis. Görlitzer Viertel. Bezirk 208 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Invalide Ifen! Kurjahn Ratlborstr. 5 gestorben ist. Ehre seinem»ndeake« l Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 4. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Ost-FriedhoseS in Ahrensfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. frankfurter Viertel. Bez. 38t. Naclirut. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Böttcher Giustev Noack Höchstestr. 38, gestorben ist. Ehre seinem Andenke« l Die Beerdigung fand am 29. No- Ivember 1915 statt 216/8 De» vorstand. AIS Opser deS Weltkrieges fiel an: 29. Oktober 1915 mein guier Mann, unser lieber Bruder und Schwager, der Wehrmann ttugo Schilder vom 18 Jns.-Reg. Königsberg im 31. Lebensjahre. A In tiesstem Schmerz Frau Anne Schilder geb. Kurth, Marie Braun als Schweiler, Man* Braun al» Schwager, Hermann, Wilhelm, Franz als Brüder. Ob wir den Ort, an dem Du starbst, wodl jemals sehen werden? Fern von der Heimal rubt Dein Leib in kalter, kühler Erden. Nicht durften wir zum letztenmal die liebe Hand Dir drücken. Wer weiß, ob Deinen Todesschrei ein andres Ohr vernommen, Ob Du in Duril und Fieberqual nicht elend umgekommen. Wer weiß, ob Deine» Lebens Laus im Siegesrausch geendet, Ob nicht den stolzen, jungen Selb sie martervoll geschändet? Das aber wissen wir, daß Du nie geglaubt, so jung zu sterben. Rube sanft in Frieden, ewig beweint von Deinen Lieben. B�ialilemolirztiAliei'Vablvei'elii i.ll.B.Bei'I. kelübstsg�Mniiz. 19. Abt, Bez. 822. Am Sonntag, den 28. No- vembcr, verstarb unser Genosse, der Schlosser Klhert Huske Exerzierstraße 3. Ehre seine« Andenke» l Die Beerdigung sindei beute Donnerstag, den 2. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenballe des Neuen Pauls- Kirchhose», Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung eriucht 229/5 Ter Vorstand. DeotseherHetaliarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Rohrleger WHielm Dewitz Jungstr. 6 am 27. v. M. gestorben ist. Ehre seinem Anheilten k Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde-Fried- hose» in Marzahn au» statt Den Kollegin serner zur Nach. richl, daß unser Mitglied, der Schlosser Albert Huske Exerzierstr. 3 am 28.». M. gestorben ist. Ehr« seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donneistag, den 2. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr, von bei Leichenhalle de» Reuen Pauls Kirchhojes in der Seestraße aus statt. Den Kollegen serner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Dreher Walter Salewski Gutenbergstr. 3 am 28. v. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Dezember, nachmittags 31/, Uhr, von bei Leichenhalle des Luisen-Kirchhoses in Charioltenburg.Fürstenbrunner Weg, aus statt. Rege BeteUigung wird erwartet. 123/4 Die Ortsverwaltung. Gewidmet zu seinem heutigen 29. Geburtstag«. Fern von seinen Lieben starb am 19. August 1915 insolge eines Kopfschusses mein unvergeßlicher. berzenSguter Mann, unser guter Sohn, Bruder, Swwaqer und Schwiegersohn, der Tischler üjnil KVIente. Tie tiefbetrübte Gattin nebst Angehörigen, Neukölln. Hcrmannstraße 21. Allein zu sein— drei Worte, leicht zu sagen. Und doch unendlich schwer zu tragen. Dein Platz in unserm Heim bleib! leer. Mir sehlt des Galten treue Hand. Mir sehlt das Herz, das mich verstand. Mir fehlt des Lebens Freude. Zum fernen Grab, das weder Kranz noch Denkmal trägt. Schwelst tränenschwer mein Blick. In steter Klage nm verlor'nes Glück. Vorbei ist Liebe. Hoffnung, Glück. Dein einz'ger Wunich war, nui ein Wiedersehn. Schlafe wobl. mew lieber Emil I Deine unglückliche Luise. Beißcbei' Bauarbeiter-Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Schöneberg. Am 29. November starb unser Mitglied, der Putzer Hustsv Qericke. Ehre seinem Andenke» l Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 3 Uhr. von der Halle des Krcuz-Kirch- böses in Mariendors, Eisenacher Straße, aus stall.' Um rege Beteiligung ersucht 143/3 Tie örtl. Verwaltung. Am 21. Oktober er. fiel bei den Kämpfen im Osten insolge eines Kopsschusses der Laridsturmmann Karl Diener im 34. Lebensjahre. Wir verlieren in dem Ver- storbenen einen fleißigen und pflichlweuen Angestellten, einen lieben Kollegen, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. 273/10 Der Borstaild und die An- gestellten der Allgemeinen Orts- krankcukasse Berlin- Weißensce. .Abermals fiel einer unserer Mitarbeiter, Erich Mahn, Maschinenmeister, im jugendlichen Alter von 25 Jahren. Aul einem Patrouülengang verunglückte er am 20. November und starb noch am gleichen Tage. In den zwei Jahren, seitdem er bei uns beschäftigt war, hat er sich die Achtung seiner Kollegen und Vorgesetzten zu erwerben verstanden, sodaß alle ihm ein treues Gedenken halten werden. 2943b Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer öl Co. Am 20. November dieses Jahres verunglückte nach einem Patrouillengano; auf dem Wege zu seinem Unterstand mein innigstgeliebter Mann, meines einzigen Kindes guter, treusorgender Vater Erich Mahn M aschinenm eister im blühenden Alter von 25 Jahren. 2944b In tiefstem Schmerz Margarete Mahn und Kind. Am 20. November fiel im 25. Lebensjahre unser Mitarbeiter, der Maschinenmeister Erich Mahn. Sein ruhiger Charakter und seine echt kollegiale Gesinnung sichern ihm unserseits ein dauerndes Andenken. Das Personal der Yorwärts-Buchdruckerei Berlin. tierdurch die traurige Nachricht. mein lieber Mann und guter Valer, der Töpser 110A Ernst Badowsky im Alter von 49 Jadren nach langem, schwerem Leiden sanfl entschwsen ist. Die tieftrauerude Gattin nebst Kindern. Die Einäscherung findet Frei- lag. den 3. Dezember 1915, nach- mittags 3 Uhr. im Krematorium. Gcrichtstraße, stall. Aus dem Schlachlselde fiel am 7. November insolge Schädelschuß mein bcrzensguter Mann, unser unvergeßlicher, treusorgender Vater, der Musketier Paul Beinemann im sast vollendeten 39. Lebens- jähre. 2941b Im tiefsten Weh Hartha Hclnemann geb. Elchbaum nebst Södnchen Kart und allen Verwandle», Berlin-Tempelhos, Stolbergslr. 9. Es ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom Liebsten was man hat, Muß scheiden! Wiewohl doch nichts im Laus der Welt, Dem Herzen ach so schwer doch süllt, Als scheiden I Und hat Dir Gott«in Lieb be- schert, Und hälft Du es recht innig wert, Das Deine I ES wird wobl wenig Zell um fem. Da läßt es Dich so ganz allein, Dann weine! Ja weinet Hiermit allen Verwandten. Freunden und Bekannten die ticstraurige Nachricht, daß uns unsere beiden heißgeliebten, im- vergeßiilben und herzensguten Töchter, Schwestern, Enkelinnen, Nichten, Cousinen und Braut MllS uilto BcIuiM im Atter von 17 und 20 Jahren in der Nacht vom 25. zum 26. No- vember durch Unfall plötzlich und unerwartet in der Blüte ihres Lebens entrissen wurden. Um stilles Beileid bitten die ticsbetrübten Hinterbliebenen Ernst Schmidt, zurzeit Garnison Köln, und Frau Pauline Schmidt geb. Friedrich als Eltein Erich und Ernst Schmidt, zurzeit Gar- nison«panvau, als Brüder. August Friedrich als Großvater. Paul Viagner, zurzeit Garnison Hiidesheim, und Frau Anna Viagner geb. Friedrich, als Onkel und Tanle. litte Sohmidt zurzeit Garnison Freistadl, und Frau Anna Schmidt geb. Richter, als Onkel und Tanle. Famstie Paul Schmidt. Erich kurlzahn, zurzeit g Kommando München, als Bräu- tigam. Die Beerdigung findet am Donnersiag. den 2. Dezember. nachmittags 3 Uhr, vom Trauer- banse, Siegfriedstr. 1, aus nach dem Frieddos in der Rudowei Straße, statt. 2945b vtttlllllNII'! iwuennlizlliin GrSSte--us wähl. Billigsta Preise. L Monreattrale 37a (Kolonnaden> II. Or. Frsnktuner Str. IIS (nahe Andreasstr.l Autwahiseadungen sofort Amt Zentrum 7890, »onnisn 12— 2 Uhr neöHnet. Danksagung. Für die vielen Beweise Herzlicher Teilndbme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres gulen Vaiers saaen allen Beteiliglen unseren Herz- lichsten Dank. frsll Naeker 127A und Kinder. Teilnehmer an einem englischen Zirkel sür Anfänger werden gesucht; ebenso sür Konveriattonszirkel Preis monatlich 4 Mark<2 Stunden wöchentlich). Privatstunden billig. G. Swienty, Cbarlotlenburg. Stull- garterplatz 9, Gartenbaus IV. ffi* Klnmkn- lind kramdiiiderti von RobeiM Meyer,' Ind.: P. Oolletz Mariannenstr. 3. Tel. Mpl. 346 Spezialarzt Dr. med. Wockenraß, Friednchstr 125(Oranienh. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hala-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sicher« schmerzlose Heilung ohne Berufs Störung. Teilzahlung. Spxeohstunden: 10—2 und