Ar. 385«- ST.Iahrs. Rtcnncmcnts-Bedlngangoi: Abonnements• Stet» pidnumetanboi BicncliäbtL 8�0 Ml. monatl. 140 Ml. wöchenili» 2o Sfft- kei tn» Hau». Einzelne Nummer ö Sig Sonmag»- Nummer mit Illultriencr Sonntag»- Beilage.Die Neue Self 10 S't Soft- Abonnement: 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen In die Soll. Zeitung»- Breisliile Unter Kreuzband für Teutickiland und Oelterrcich- Ungarn S.50 Mar! für da» übrige Ausland » Marl vro Monat. Soslabonnementt nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Sorluzal, 'uiön. Schweden und dt« Schweis «»Hl liglich. Verlinev Volksblnkk. ( 5 Pfennig} Die Tnlcrflons-Gcbüljr beträgt für die fcchSgespaliene Kolonel- zelle oder deren Raum 60 Psg.. für politische und gewerkschaftliche Verein». und Versnnimlungs-Anzeigeti L0 Pi�. „Kleine Mnieigen", das scltgcdrucklc Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan. zeigen das erste Wort l0 Psg., jedes weitere Wort s Psg. Worte über 15 Bum itaben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nummer müssen bis .—........._.... _ Uhr nachmittags in der Ervcdition abgegeben werden. Die Erbedition üt bis 7 Uhr abends geöffnet, Delegramm- Adresse: aSbziaidtiMkrat Rcrllo". Zentralorgan der rozialdemokrati feben parte» Deutschlands. Rcdoftlon: SW. b8, Linüenftraße Z. kyrrniprecher: Ami Moritzpla«. Nr.»Si Sv— läl S7. Cxpeüttion: EW. HS, Linüenstraße z. »srrnsprechrr: Amt Morttzplat», Nr. IS» Sv—»SI. S7. Mse gegen»M Der Hungerkrieg. Als«im 20. August 1914 ein englischer Kabinettsbeschlust die Lebensmittel auf Sie Liste der Bannwaren setzte und da- mit den Willen der britischen Regierung kundtat, den Zentralmächten die Zufuhr ihres Lebensbedarfcs abzusperren, da erfüllte die Ungeheuerlichkeit des Vorsatzes, ganze Völker durch Aushungerung zur Uebergabe zu zwingen, die Ge- müter mit Entsetzen. Mit dieser Möglichkeit der Krieg- führung hatte man in den weitesten Kreisen des Volkes nicht gerechnet. Aber die Theoretiker. des Krieges und die Diplomaten konnten über diesen Schachzug der englischen Gewalthaber nicht erstaunt sein, sie mußten ihn erwarten, sobald der Krieg mit England ausgebrochen war. Schon vor 22 Jahren schrieb Friedrich Engels in seiner Artikelreihe„Kann Europa ab- rüsten?":„Der Dreibund, im Krieg gegen Rußland und Frankreich, ebensowohl wie Frankreich, von Rußland getrennt durch feindliches Gebiet, sie alle sind für die ihnen uncntbehr- liche Korneinfuhr angewiesen auf den Seeweg. Diesen be- herrscht England unbedingt. Stellt es seine Flotte dem einen Teil zur Verfügung, so wird der andere einfach ausgehungert, die Korirzufuhr wird abgeschnitten; es ist die Aushungerung von Paris auf kolossal vergrößertem Maßstab..." Taniit sprach Engels eine Folgerung aus, die sich ihm aus der Betrachtung der geographischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse Europas mit zwingender Logik ergab; er hätte sich aber auch auf geschichtliche Beispiele berufen können; denn so ungeheuerlich uns der Gedanke der Aus- hungerung ganzer Völker erscheint, er ist nicht neu, und selbst der Versuch, ihn zu verwirklichen, wird in diesem Kriege nicht zum erstenmal gemacht. Als die Schweden nach der unglücklichen Schlacht von Hemmingstedt ihren König Johann davonjagten und nötigten, sich nach seinem zweiten Königreich Dänemark zurückzuziehen, rächte sich der edle Landcsvater an seinen schnöden Untertanen von gestern, indem er ihnen die Getreidezufuhr abschnitt und den Hanseschiffen den Verkehr mit Schweden untersagte. König Johann dürfte wohl als der Erfinder dieser Methode der Kriegführung anzusehen sein, die aber mit ihm nicht ausstarb. Freilich, wenn Königin Elisabeth von England im Jahre 1389 die Absicht aussprach, Spanien die Lebensmittelzufuhr ab- zuschneiden, so war das wohl nichts anderes als ein Vorwand, mn auch neutrale Schiffe, die mit Getreidefracht nach Spanien fuhren, auszuplündern. Auch einige andere derartige Unter- nehmungen fielen nicht sehr großartig aus, und als König Friedrich IV. von Dänemark im Jahre 1709 versuchte, den Neutralen den Getreidehandel mit Schweden zu verbieten, scheiterte er an dem Widerstand dieser Mächte, vor allem— Englands. Viel ernster zu nehmen ist erst der Aushungerungskrieg, den England mit seinen Verbündeten im Jahre 1793 gegen Frankreich unternahm. Schon im Jahre vorher, also noch im Frieden, hatte die englische Regierung die Getreideausfuhr nach Frankreich verboten und sie sogar fremden Schiffen ver- wehrt. Dieser feindselige Akt bildete auch einen der Be- schwerdepunkte, die der Konvent gegen die englische Regie- rung erhob. Zugleich hatte aber auch schon die kaiserliche Re- gierung in Wien in einem„Inhibitorium" vom Dezember 1792 die Liste der Bannwaren, die während des Krieges aus dem Deutschen Reiche nach Frankreich nicht ausgeführt wer- den durften, in eister bis dahin ganz unerhörten Weise aus- gedehnt und insbesondere zum erstenmal alle Lebensmittel darin einbegriffen. Was die eigentliche Absicht dieser Maßregeln war, das sprach der schwedische Graf Fersen, einer der vertrautesten Ratgeber des französischen nun entthronten Königspaares, in einer Denkschrift vom 28. April 1793 klar und deutlich aus: „Zur Bändigung Frankreichs ist ein allgemeiner Bund erforderlich mit der Aufgabe, alle Handelsbeziehungen mit Frankreich abzubrechen und insbesondere jede Einfuhr von Lebensmitteln zu verhindern. Dadurch wird Frankreich ent- tvedcr in die Anarchie gestürzt und zur Wiedereinführung der Monarchie genötigt oder der Bund der Mächte in den Stand gesetzt, die Monarchie wieder herzustellen." Diesmal aber erhielt dieser Vorsatz größeren Nachdruck als im Falle des vertriebenen Schwedenkönigs, weil das Deutsche Reich und besonders England diesen Gedanken zu dem ihrigen machten und ihm die Kraft ihrer Waffen liehen. Allerdings, mit der Macht des deutschen Kaisertums war es seit dem Westfälischen Frieden nicht mehr weit her. Hatten doch die einzelnen Landesherren das verbriefte Recht, ihre eigene Politik zu machen. In einem Handelsvertrag mit Frankreich hatte sich insbesondere Hamburg das Recht aus- bedungen, daß in Reichskriegen seine Flagge als neutral gelten sollte. t inuiönno Des AM SWWlliels. Amtlich. Großes Hauptquartier. 4. Dezember INIk».(W. T. B.) Westlicher kkriegsschauplatz. Die Kampftätigkcit wurde auf der gauzcu Front durch uusichtiges. stürmisches Regenwetter behindert. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. * Die bereits im deutsche» Tagesbericht vom 2. Dezember zum Teil richtig gestellte russische Veröffcutlichuug vom 29. November entspricht auch iu ihren übrigeu Augaben nicht der Wahrheit. Bei dem russischen Ucberfall auf Newel �südwestlich vou Pinsks. der nur unter einheimischen und mit dem Sumpf- und Waldgeläude ganz vertraute» Führern möglich war, fiel der Divisionskommaudeur iu Feindeshaud; andere Offiziere werden nicht vermißt.— Daß sich bei Koslince und Czartorysk deutsche oder öfter- reichisch-nngarische Truppe« hätten zurückziehen müssen, ist nicht wahr. Balkankriegsschauplatz. Die Kämpfe gegen versprengte serbische Abteilunge» im Gebirge werden fortgesetzt. Gestern wurde» über 2000 Gefangene und Ueberläufer eingebracht. Ober st e Heeresleitung. »* Jet öftetteWffie senniilWsdetM. W i e u, 4. Dezember.(W. T. B.j Amtlich wird ver- lautbart: 4. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. SkichtS Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Angrifföläligteit deS Feindes gegen beu G 5 r z e r Brückeukopf und den Nordtcil der Hochfläche vou Doberdo hält an. Schwächliche Angriffe und Annäherungsversuche bei Oölavija und vor der Podgora wurden abgewiesen. Die Be- schießung der Stadt G ö r z dauert fort. Gegen den Monte San Michele und bei San Martin» griffen stärlere italienische Kräfte an. Unsere Truppen schlugen auch hier alle Borstöße zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen haben gestern früh die Höhe« südlich von P l r v l j e in Sturm genommen. Bei TreSajevica füd« westlich von Sjcnica wurden die Montenegriner geschlagen. Westlich von Novipazar vertrieben bewaffnete MoSlimS plündernd» montenegrinische Banden. An Gefangenen wurden gestern bei Novipazar und Mitrovica insgesamt zweitausend Mann eingebracht. Der Stellvertreter deS EhcfS deS GcneralstobeS. v. H» e f e r, Fcldmarschallcutnont. Durch das erwähnte kaiserliche Jihlbitorium, das die Ausfuhr aller Metalle, verarbeiteter wie unverarbeiteter, von Kleiderstoffen, Leder usw., vor allem aber von Getreide, Mehl und Hülsenfrüchten nach Frankreich auf dem Land- oder See- weg verbot, wurden nun die armen Hamburger Kaufherren und Reeder in arge Verlegenheit gebracht; denn sie fürchteten, daß die Franzosen daraufhin alle Hamburger Schiffe, die sie erwischen könnten, kapern würden. Sie wandten sich des- halb mit der Bitte nach Wien, man möge die öffentliche Ver- kllndigung des Inhibitoriums in Hamburg gnädigst unter- lassen. Die kaiserliche Regierung sagte dies auch zu, schärfte aber den Hamburger Kaufleuten ein, sich trotzdem an die Be- stimmungen jenes Befehls streng zu halten. Bevor aber noch dieser kaiserliche Erlaß an den Hamburger Rat kam, hatten schon die Hannoveraner, die ja mit England in besonders guten Beziehungen standen, den Hamburgern ein Schiff mit 60 Lasten Weizen, der nach Bordeaux bestimmt war, bei Stade weggenommen. Diese Affäre hat noch viel Aktenstanb auf- gewirbelt. Sie ist kennzeichnend für die Zustände, die da- mals im Deutschen Reich herrschten. Die Engländer sahen ein, daß ihren Absichten mit dem kaiserlichen Inhibitorium allein noch wenig gedient sei. Am 1. Februar 1793 hatte der französische Konvent an England den Krieg erklärt, und nun ging dieses rücksichtslos zum An- griff iiber, und dazu gehörte vor allem die Lebensmittel- blockade. Am 25. März schloß England mit Rußland einen Freundschaftsvertrag ab, in dem sich die beiden Mächte u. a. verpflichteten, den französischen Handel nach Möglichkeit zu schädigen, besonders die Ausfuhr von Waffen und Lebens- l Mitteln nach Frankreich abzusperren und jeden Staat zu hin- dern, daß er unter dem Vorwand der Neutralität dem Handel und Eigentum der Franzosen zur See oder in den ftanzösi- scheu Häfen irgendwelchen Schutz gewähre. Ungefähr den gleichen Inhalt hatte der Bündnisvertrag, den England am 14. Juli mit Preußen abschloß. Auch hier verpflichteten sich die beiden Mächte, den französischen Handel in jeder Weise zu schädigen, keine Lebensmittel nach Frank- reich zu befördern oder zu dulden, daß solche von anderen „unter dem Vorwande der Neutralität" dorthin gebracht wür- den. Tatsächlich verbot Preußen alsbald den Hansestädte, i jede Verfrachtung nach Frankreich. Aehnliche Verträge schloß England dann auch noch mit Oesterreich, Sardinien, Spanien, Sizilien und Portugal ab. Alle Proteste der Neutralen, be- sonders Dänemarks, waren fruchtlos, England nahm alle für Frankreich bestimmten Lebcnsmittelschiffe weg, ohne Rück- ficht auf ihre Herkunft. Nun könnte man allerdings meinen, eine solche Aus- Hungerungspolitik sei einem Agrarstaat gegenüber wie Frank- reich es damals doch war, notwendig völlig wirkungslos ge- Wesen. Man vergißt aber dabei, daß die französische Land- Wirtschaft in den letzten Jahren vor der großen Revolution sehr herabgekomnien war, so daß in manchen Jahren wie 1789 die größte Lebcnsmittclnot herrschte. Ferner befanden sich die Straßen in einem so fläglickien Znstand, daß das Getreide durch den Transport auf dein Landwege sehr stark verteuert wurde. Infolgedessen waren die Städte an der Meeresküste und an den großen Flüssen, vor allem Paris, besonders in Zeiten von Mißernten ans Zufuhren zu Schiff stark ange- wiesen. Das Jahr 1792 hatte argen Mißwachs gebracht, geradezu eine Hungersnot; der Fehlbetrag an Getreide war groß, und dieser hätte durch Einfuhr von den Ost- und Nord- sceküsten Deutschlands und aus Dänemark wenigstens zum Teil ausgeglichen werden sollen. Dazu kam, daß die für jene Zeiten ganz unerhörten Massenaushebungen zum Kriege- dienst der Landwirtschaft viele kräftige Arme zur selben Zeit entzogen, wo die Versorgung der an die Grenzen geschickten Heere einen um so stärkeren Bedarf an Brotkorn hervorriefen. Die Verlegenheit der Konventsregierung, die einen schweren Kampf gegen die Lebensmittelteuerung führte, wäre daher infolge der Absperrungsmaßregeln der Verbündeten außer- ordentlich gesteigert und damit der Erfolg der Revolution sehr gefährdet worden, wenn nicht das Jahr 1793 eine reiche Ernte gebracht und damit das Scheitern der Aushungerungs- Politik herbeigeführt hätte. Als später Napoleon den Spieß gegen England umdrehte und ganz Europa gegen den englischen Handel abschloß, hin- derte er doch nicht die Lcbensmittelaiisfnhr nach dem Insel- reich, obgleich dort die Getreidepreise schon sehr hoch waren. Die Historiker haben darüber gestritten, warum Napoleon hier nicht Vergeltung übte und seinen furchtbaren Gegner durch Hunger zu besiegen suchte. Gefiihlsriicksichten haben ihn gewiß nicht davon abgehalten, den Panther zu cNviirgen, der sich ibm im Nacken festgebissen, und den er mit den fast übermenschlichen Kräften seiner Riesennatur nickt abzuschütteln vermochte. Aber vermutlich konnte sich der küble Realpolitiker, abgesehen von fiskalischen Erwägungen, die es ihm bedenklich erscheinen ließen, den von ibm beherrschten Völkern die Getreldeausfuhr zu verbieten, der Erkenntnis nicht verschließen, daß er durch eine solche Politik seine schlimmsten Gegner, die englischen Laudjunker, noch mehr bereichern und dadurch zum Ausharren im Kriege anfeuern würde, daß aber die arbeitenden Klassen, die unter der Aushungerung am schwersten zu leiden gehabt hätten, auf die Politik ihres Landes ja doch ohne Einfluß waren, daß selbst ihre heißeste Friedenssehnsucht nicht imstande war, den 5trieg abzukürzen. Melöung öes türkischen Hauptquartiers. Koustantinopel, 4. Dezember.(W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: An der I r a k f r o n t versucht der Feind, sich der Ver- folgung unserer Truppen zu entziehen, indem er den Schutz seiner Kanonenboote aufsucht. Jedes derartige Halt- machen des Feindes perwandelt sich dank unserer energischen Angriffe in Flucht. Am 1. Dezember vormittags kostete ein gleicher Versuch den Engländern große Verluste und brachte uns als Beute mehrere hundert Gefangene, zwei mit Lebensmitteln beladcne Transport- schiffe, ein anderes Fahrzeug, zwei Kanonenboote, zwei Munitionswagen und eine große Menge Kriegsmaterial. Unter den Gefangenen, die zum größten Teil Engländer sind, befanden sich ein Major, ein Hauptmann und ein Flieger- leutnant. Die beiden erbeuteten Kanonenboote sind sehr stark. Das Kanonenboot„Kcnied" führt 10 Geschütze, das Kanonen- boot„Firiklcß" 4 Geschütze voni Kaliber 10,5 und 7,5 und 3 Maschinengewehre. Der größte Teil der auf ihnen er- beuteten Geschütze ist in gutem Zustande. DaZ eine der Kanonenboote,„Firikleß", wird bereits gegen den Feind der- wandt. Unsere vom Norden von Kut el Ammara ausge- sandten Streitkräfte greifen die sich zurückziehenden feindlichen Kolonnen in der Flanke an und fügen ihnen gleichfalls viele Verluste zu. An der D a r d a n e l l e n f r o n t zeitweilige, aber manch- mal langandaucrnde Fcucrgefechte mit allen Kalibern. Bei Anafarta nahmen einige Kreuzer, bei Aribürun ein Torpedoboot und ein Monitor, bei Sedd ul Bahr ein Monitor und ein Panzerkreuzer an einer Bcschieszung deS Landes teil, wo- bei sie unsere Stellungen wirkungslos beschossen. Unsere Artillerie zerstreute zwei feindliche Kompagnien Infanterie, die sich auf dem Marsche nach Kutschuk Kemikli befanden, rief in einem feindlichen Lager bei Bujuk Kemikli einen Brand hervor und sprengte das Munitionsdcpot einer feindlichen Batterie in der Umgebung von Lalc Baba Tepe in die Luft. Unsere Artillerie brachte eine schwere feindliche Batterie südlich von Azmakdere zum Schweigen. Einer unserer Flieger griff einen feindlichen Flieger an, der das Feuer der Kriegsschiffe leitete, und zwang ihn, zu landen. Bei Sedd ul Bahr auf dem rechten Flügel schleuderte der Feind während eines lebhaften Bombenkampfes in reichlichem Matze Torpedos gegen das Zentrum und den linken Flügel. Unsere Artillerie beschotz ferner feindliche Bataillone, die Uebungen ausführten, zerstreute den Feind und fügte ihm Verluste zu. Der Feind, der, wie in unserem Bericht vom-. Dezember gemeldet, durch seine Flieger unser Hospitalschiff„Rcschid Pascha" trotz der Abzeichen des Roten Halbmondes, das durch internationale Verträge an- erkannt ist, mit Bomben angreifen lietz, zögert andererseits nicht, alle seine militärischen Transporte durch die Genfer Flagge vor unscreni Feuer zu schützen. So befördert er nachts in zwei Hospitalschiffen Soldaten, die von ihm bei Tage auf diese Schiffe gebracht worden sind. Diese Handlungsweise zeigt die Ohnmacht deS Feindes und den Grad seiner Ächtung vor den einfachsten Gesetzen der Menschlichkeit. weitere türkische Erfolge in Mesopotamien. Konstantinopcl, 3. Dezember. e billigte die Erklärungen Sonninos und sah die beste Eiiiichädignng für die gegenwärtigen schweren Opfer in der erneuerten Größe des Vaterlandes. Die Sozialisten im italienischen Parlament. Nach dem ersten Telegramm über die Rede de» Genoffen T r e v e s in der italienischen Kammer mutzte man den Eindruck haben, als ob die Sozialisten viel von dem ersten Eiser in der Bekämpfung der Kriegspolitik eingebüßt hätten. Aber der Auszug war in jeder Beziehung unvollkommen und wir haben den Ein- druck, als ob die italienische amtliche Telcgraphenagcntur das Aus- land mit Absicht habe irreführen wollen. Spätere private Nach- richten lassen ledenfalls die Ausführungen T r e v e s in einein ganz anderen Lichte erscheinen, und die Rede des Genossen Lucci zerstreut den letzten Zweifel an der konsequenten und cnt- schiedenen Haltung der italienischen Partei.� Freilich darf man sich wieder nicht an den Bericht der Agenzia Stefani halten, die von Lucci nur zu sagen weiß, datz er die bewundernswerte Ruhe und Gelassenheit des italienischen Volkes hervorgehoben und autzerdcm eine schärfere parlamentarische Kontrolle gefordert habe. In Wirklickikcit hat Lucci— das..Verl. Tagcbl." gibt seine Rede ausführlicher wieder— die wuchtigsten Anklagen gegen Regierung und Bourgeoisie geschleudert: Tie Regierung habe der Kammer und dem Lande weisgemacht, daß der neutrale Balkan nur auf Italiens Losung warte, um gegen die Mittelmächte loszuschlagen, daß Italien niemals eine bessere Gclegenbeit bättc, seine nationalen und imperialistischen Träume zu verwirklichen, und daß Italien in kürzester Frist den ganzen Weltkrieg entscheiden würde. Nur ein kleiner Teil des Volkes habe sich überhaupt an diesen Erörterungen beteiligt. Die große Masse deS Volkes habe still zugehört. Plötzlich habe sich jener heftige Ilmschwung vollzogen und die Teilnahme Italiens am Welt- kriege sei zur Wirklichkett geworden. Ueber jene verhängnisvollen Tage werde die Geschichte das Urteil fällen, wenn erst die Italiener wieder urteilsfähig sein werden. Mit größter Schärfe geißelt Lucci darauf, daß mit Willen der Regierung der neutrali- stischc Teil des Volkes des Paterlandsvcrrats beschuldigt, verdächtigt, beschimpst und verfolgt wurde. Am schlimmsten verfährt der Redner aber mit dem Vicrverband, der Italien überlistet habe. Der Vierverband wollte Italien nur zu der bescheidenen Rolle gebrauchen, die Oesterreicher zu beschäftigen, um die russische Front zu entlasten. Die Mittelmächte schlnss'n den Vierverband auf all» Fronten; sie eroberten riesige Gebiete in Feindesland, gaben ein Bild ungeheuerer Kraft, und damit war für den Vierverband das Spiel definitiv verloren. Nun teilt das Ministerium mit, daß es daS Londoner Protokoll unterzeichnete, und die Regierungsprcsse verkündet nun mit großem Geschrei, daß nun- mehr alles geklärt sei. Aber wo ist das Licht, das Sehen und Unterscheiden gestattet? Solche Bande sind nicht stärker als die Wirklichkeit der Ereignisse. Sie besitzen lediglich den Wert� einer Absicht und ändern die Lage nicht. Und die wahre Lage ist, daß der Vicrverband keine einheitliche Richtung und keinen einheit- lichen Willen hat, daß er schon heute von widersprechenden ljnter- essen zerrissen ist, die morgen noch tiefer und gefährlicher auftreten werden. Der Preis unseres OpserS darf nicht in allgemeinen Formeln bestehen, die je nach dem Gesetze des Stärkeren ihre Anwendung finden werden. Die Wahrheit ist, daß nicht der Vier- verband, sondern die Mittelmächte in diesen! Kriege die Oberhand haben, daß der Vicrverband keinerlei Initiative besitzt und dem Feinde zu folgen hat, wohin immer dieser den Krieg tragen will. Nach Zcrtrümuierung Belgiens und des heute von der Entente nachträglich beweinten Serbiens sehen wir heute Bulgarien und Oesterreich mit unheimlicher Macht gegen die Adria drängen und Deutschland im Mittelmcer erscheine». Es ist ein furchtbarer Orkan, der sich über dem Haupte Italiens zusammenzieht. Und darum haben Sie das Londoner Protokoll unterzeichnet. DaS Parlament würde das Land täuschen, wenn eS sich von Ibren nichtssagenden Erklärungen befriedigt zeigte. Schließ- lich ziebt Lucci nochmals grunmig gegen die Zensur und das Polizc'» system los, das mit seinen anonymen Denunziationen und schamlosen Verfolgungen nicht Einigkeit, sondern Zwietracht nnt» Haß schaffe. DaS waren nicht Worte des Burgfriedens, sondern Worte einer Partei, die sich ihrer Pflicht zur rückhaltlosen Kritik auch im Kriege bewußt geblieben ist. Frankreichs Kriegsbuüget. Der im„Temps" vom 27. 11. wiedergegebenen Denkschrift Ribots über die provisorischen Kredite sür das erste Quartal 1916 sind folgende Angaben über die Kriegsausgaben des französischen Staates zu entnehmen: Ausgaben vom 2. 8. 1914 bis 31. 3. 1916. Eigentliche Ocffernliche Ausgaben für Kriegsausgaben Schuld soz.Wobltahrl August bis Dezbr. 1914 5 867 250 981 60 331763 494 465 680 Januar,,, 1915 15 218 525 359 1 828 023 673 2 696 060 500 Januar bis März 1916 5 356 770 662 660 731 664 847 741 450 Zusammen 26 442 547 002 2 449 087 100 4 038 267 630 NahrnngSmiitelkäuse für die Zivil- Andere bevölkerung Ausgaben Zusammen August bis Dezbr. 1914 20 000 000 117 385 825 6 589 434 219 Januar.. 1915 166 800 000 2 216 123 460 22125 532 992 Januar bis Mär, 1916—_ 757 853 034 7 523 096 810 Zusammen 186 800 000 3 121 362 319 36 238 064 051 Monatsdurchschnitt der Ausgaben. Militärische Gesamte Ausgaben (in Mill. Frank) August bis Dezbr. 1914...... 805 1 365 Erstes Bierteljahr 1915...... 1 100 1 665 Drittes. 1915...... 1300 1 870 Viertes. 1915...... 1 570 2 150 Erstes. 1616...... 1 750 2 605 (N. d. A.) „Unter verbündeten�. Gründliche Vorhaltungen macht Renaudel den Verbündeten Frankreichs im Leitartikel der. H» m a n i t b* vom 28. November. Er sagt unter anderem: Die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns wird allgemein anerkannt, wie zuletzt der KriegSrat in Paris bewiesen hat. aber von einem Erfolg haben wir noch nichl viel ge- merkt. Dafür sehen wir einen Mangel an Einvernehmen auf dem Balkan. Wenn man von einem gemeinsamen Oberkommando an der Westfront spricht, hören wir von jenseits des Kanals ein Nein. ohne daß wir unsererseits sicher wären, ob es ein gemeinsames Oberkommando zur See gibt. Allen mililärischen Operationen der Verbündeten� hat seit Kriegsbeginn die notwendige gleichzeitige Stoßkraft gekehlt. Ihr Hintereinander gab stets den Gegnern Zeit zur Verschiebung ihrer Kräfte und selbst zu neuen Operationen, bei denen wir gewöhnlich zu spät kommen. Die Balkanereignisse zwingen zu solchen Betrachtungen, und wir haben daS Recht, sie im Namen Frankreichs anzustellen. Unsere Ver- bündeten werden uns die Feststellung nicht übel nehmen, da fie den Tatsachen entspricht: wenn wir auch die Anstrengungen der anderen voll anerkennen, hat doch Frankreich mit seinen Opfern an Gut und Blut die Lasten des Kriege« im Verhältnis zu feinen Kräften am schwersten getragen. Gerade jetzt bezeugt es wieder seinen Oplermur durch die Art der Aufnahme der Kriegsanleihe und die Einstellung der Klasse 1917. Es wäre falsch, wenn unsere Verbündeten daraufhin nicht rhre eigenen Entscheidungen beschleunigen und den unseren anpassen würden. Lord Kitchener z. B. kündigt an, er werde bald viev Millionen unter den Waffen haben. Was hilft nnS das, wen» sie nicht auf dem Kampfplatz stehen? Wem will man einreden, daß England, selbst wenn ein Schutz sür Aegypten nötig ist, nicht wio wir seine Kräfte teilen kann, um den Erfordernissen der gemein- samen Aktion zu entsprechen? Ebenso, warum soll die italienische Hilfe auf die österreichische Front beschränkt bleiben und die un- erschöpi'lichcn russischen Menschenreserven auf die Ostfront? Aber zu alledem ist eine völlige Zusammenarbeit nötig und der Wille dazu darf durch keinerlei Jnteressensragen gestört werden, die nicht zu dem„Krieg fürs Recht" passen würden, den wir führen. In der jetzigen Stunde heißt eS zunächst siegen.(N. d. A.) Zur Einberufung öer Duma. Moskau, 4. Dezember.(W. T. B.)„Rutzkoje Slowo" meldet: Im russischen Ministerium machen sich wegen der Einberufung der Duma verschiedene Strömungen geltend. Die Gruppe um Goremyliir will die Einberufung ans verschiedenen Gründen bis nach Weih« nachten verschieben, eine andere Gruppe, die vom Finanzministec Bark geführt wird, hält die sofortige Einberufung sür notwendig. um die Stimmung der Bevölkerung zu heben und dadurch den Er- folg der Anleihe zu sickern. Bark ist zum Zaren gereist, um von ihm die sofortige Einberufung der Duma zu erlangen,— Nack einer Meldung des.Rjetsch" will die äußerste Rechte den Block sprengen, indem sie selbst eintritt und dadurch die Mitglieder der Linken zum Austritt veranlaßt. Die russische presse wehrt sich. Nach vielen gescheiterten Versuchen zur Beeinflussung der russischen Presse ist die russische Regierung jetzt zur Gründung eines„Presse- bnreauS" geschritten. Wie der Direktor deS Pressebureaus in der Versammlung deS Verein« der Redakteure der Petersburger Tages- presse bekanntgab, sollen nickt nur Nachrichten übermittelt, sondern auch anderes Druckmaterial für Redaktionen zur Verfügung gestellt iverden. Außerdem werden Besprechungen mit den Redakteuren und andere« geplant. Der Redakteurverein, dem die gesamte große Presse Petersburg« angeschlossen ist. gelangte nach eingehenden Be- ratungen zu der Ueberzeugung, daß der bezeichnet« Plan einen ernst- lichen Veriuch zur Beeinflussung der Presse darstellt, und beschloß da- her einstimmig, daß die Redaklionen ausschließlich die JnformationS- nachrichten des Pressebureaus unter Anführung de« Signums zu benützen haben. Die Petersburger Arbeiter unÜ üie nationale Verteidigung. Zu nnferm Bericht über den Beschluß der Wahlmänner der Petersburger Arbeiterschaft, die Wahlen für den„Zentralen Kriegs- industrieausschuß" zu boykottieren, erhalten wir von Der Redaktion des in Genf erscheinenden Organs der Lenin- Richtung„Sozialdemokrat" eine längere Zuschrirl, in der die Darstellung unseres Korrespondenten insofern als unrichtig bezeichnet wird, als es„absolut keine Tatsachen gibt, die die Existenz der ersten Plattform", d. h. der Plattform des Organifationökomitees, bestätigen könnten.»Diese Plattform", heißt eS in der Zuschrift,„ist einfach eine Er- i n d u n g." Wir nehmen von dieser Erklärung Notiz, ballen aber ihre Begründung, die sich hauptsächlich auf die unvollkommenen und tendenziös gefärbten Angaben der russischen bürgerlichen Presse stützt, nicht gerade für überzeugend. Eingehender beabsichtigen wir aus die Angelegenheit zurückzukommen, sobald vollständige und authentische Berichte über die noch immer im Gange befindliche Wahlkampagne in verschiedenen russischen Städten vorliegen werden. Der Chefredakteur des Amsterdamer „Telegraaf verhaftet. Amsterdam, 4. Dezember.(ffi. T. B.) Der Chefredakteur Schröder der Amsterdamer Zeitung„Telegraof" wurde beute nach- mittag in seiner Wohnung von Geheimpolizisten verhaftet. Der Grund der Verhaftung ist vorläufig noch nicht bekannt politische Ueberflcht. Die 5treditfrage im Meininger Landtage. Nach sechstägiger Dauer wurden am Freitag die Be- ratungen über den Etat für 1916 im Landtage zu Ende ge- führt. Unsere Fraktion nahnl im Gegensatz zum Etat für 1915, dem sie ihre Zustimmung erteilt hatte, diesmal eine entgegen- gesetzte Haltung ein. Unser Fraktionsredner, Genosse Hof- mann, betonte, daß es uns nicht möglich ist, für den Etat zu stimmen, weil man es draußen im Volke nicht verstehen würde, wenn man der Regierung angesichts der vielen ge- machten schweren Fehler durch Zustimmung zum Etat noch ein besonderes Vertrauensvotuni ausstellen würde. In Kon- sequenz dieser Ausführungen stimmte deshalb die Fraktion (mit Ausnahme des Abgeordneten W e h d e r- Sonneberg) gegen den Etat. Die durch daS Ableben des bisherigen Präsidenten Schüler notwendig gewordenen Präsidiumswahlen hatten folgendes Ergebnis: Präsident: Fritze(natl.). 1. Vizepräsident: Wehder(Soz.). 2. Vizepräsident: S t r u p p(freis.). Die Interpellation. Die.Voss. Ztg." schreibt zur Interpellation der sozialdemo- kratischen Fraktion: .Zum Frieden geneigt ist jedermann in Deutschland; an dieser Erklärung wird es der Reichskanzler sicherlich nicht fehlen lassen. Ob er aber angeben kann, unier welchen Bedingungen er in Friedensverhandlungen einzutreten geneigt ist, ob er diese Be- dingungen so bündig zu unterschreiben vermag, wie eS der.Vorwärts" und seine Hintermänner wünschen, ist zum mindsten fraglich. ES ist auch nicht unwahrscheinlich, datz die sozial- demokratische Fraktion eine solche.klare Antwort" weder er- wartet, noch wünscht.(?) Schreibt doch die sozialdemo- kratiiche Chemnitzer.Volksstimme", beim Wiederzusammentritt des Reichstages sei die Frage natürlich: Kann er nichts für den Frieden tun? .Die Antwort wird leider verneinend ausfallen müssen. Weder die deutsche Sozialdemokratie noch der ganze Deutsche Reichstag haben es in diesem Augenblick in der Hand, die Wiederkehr des Friedens zu beschleunigen. Die Kriegslage ist ja für das Reich und seine Verbündeten von Tag zu Tag günstiger ge- worden. Aber alle diese Erfolge haben leider nicht hingereicht, die Gegner zu einem Ausgeben ihrer Bernichtungspläne gegen Deutschland zu nötigen...." WaS soll angesichts dieser Totsachen der Reichskanzler über seine Geneigtheit zu Friedensverhandlungen sagen? Die Sozialdemokratie bat am 24. August ISIS Leitsätze zur Friedensfrage veröffentlicht. Darin fordert sie einen Frieden, der.die Gewähr der Dauer in sich trägt". DaS wird auch Herr von Bethmann Hollweg sagen können. Sie fordert die Abweisung aller gegen den territorialen Macht« bereich Deutschlands gerichteten ErvberungSziele der Gegner. .DaS trifft auch zu für die Forderung der Wieder- angliederung Elsatz-Lothringens �an Frankreich, einerlei, in welcher Form sie erstrebt wird". Auch das wird ganz die Meinung des leitenden Staatsmannes sein, der noch manches andere von dem wiederholen kann, was die Sozialdemokratie in ihren.Richtlinien" sagt, von der Freiheit der Meere, von der Zurückweisung jeder Schwächung Oesterreich-Ungarns und der Türkei. Aber sagen das unsere Feinde ebenfalls? Sie denken nicht daran. Und so lange sie nicht daran denken, wird der Reichskanzler kaum in der Lage sein, die Friedensbedingungen in einer so bestimmten Form mitzu- teilen, datz sich der.Vorwärts" und die.Quertreiber" befriedigt erklären würden." Genosse Dr. Paul Leusch schreibt in einem Artikel:.DaS FriedenZgestade": .In dieser Situation ist klar, datz also auch vom neutralen Auslände ein« Friedensvermittelung oder auch nur der Versuch dazu nicht zu erwarten ist. Unter solchen Umständen wäre jede Friedeusoffrrte von deutscher Seite nichts anderes als ein Ein- geständnis der Schwäche und das sicherste Mittel, zu neuem Trommelfeuer die Gegner anzureizen, und das Leben unserer Brüder in den Schützengräben zu gefährden. ES kann aber nicht die Aufgabe der deutschen Regierung sein, die Position der Kriegshetzer und Chauvinisten im Auslände zu stärken, ihre Takrik mutz sich vielmehr darauf einstellen, die Argumente der Friedensfreunde in der Welt zu verbessern. DaS kann sie, wenn sie den Charakter dieses Krieges als eines deutschen BerteidigungLkriegeS scharf betont, in den Deutsch- land durch die Politik und Weltwirtschaft der drei Welt- reiche England, Rutzland und Frankreich hincingestotzen wurde, die zusammengenommen schon jetzt SS Millionen Quadratkilometer um- fassen, gegenüber S Millionen Deutschlands nebst Kolonien, und deren Wachstum natürlich immer weiter gehen und dem Deutschen Reiche Licht, Luft und Wachstum allmählig rauben sollte und rauben mutzte. Aber freilich, eine allzugrotze UeberzeugungSkraft wird man auch den schönsten Argumenten einer Reichskanzlerrede nicht zutrauen dürfen. Die einzige auf die Dauer wirkende UeberzeugungSkraft haben in diesem Kriege wie in jedem andern die Kanonen. Sie haben noch nicht das letzte Wort ge- sprachen. Die Hoffnung besteht aber, datz sie es in nicht zu ferner Zeit sprechen werden."_ Um der drohenden Wohnungsnot nach dem ftriege zu begegnen, beantragten die Sozialdemokraten im Nürnberger Stadtmagistrat, Erhebungen zu pflegen, in welcher Zahl besonders kleine und mittlere Wobnungen nach dem Kriege benötigt werden. Danach sei sofort der WohlfahrtSauSschutz einzuberufen, der dem Magistrat Vorschläge darüber zu unterbreiten hat, in welcher Weise dem drohenden Uebel am besten begegnet werden könne. Der Antrag wurde angenommen. Das tägliche örot. Ein Oberpräsident gegen die Reichsrcgierung. Zu den vom Bundesrat festgesetzten Kartoffelhöchstpreisen schreibt das Obcrpräsidmm von Ostpreutzen der Presse: .Bei den jetzigen Preisen für Speisekartoffeln einerseits und für Futtermittel andererseits und bei der grotzen Knappheit an Rauhkutter und Kraftfutter bedeutet die Abgabe von Speisekartoffcln für die meisten Landwirte einen erheblichen Nachteil und unter Umständen eine Schädigung ihrer Wirtschaft.. Zur Butterknappheit. Zahlreiche Grotzhändler erklären auf Plakaten, datz die Jen- tralisierung des ButtereinkaufeS im Ausland Schuld an der herrschenden Butterknappheit trägt. Dir Monopolisierung der Buttereinfuhr ist nur vorgenommen worden, weil die deutschen Anfkäufer im Ausland in, gegenseitigen Wettbewerb selbst die Preise getrieben haben und weil die staatliche Buttereinfuhr die erwünschte Gelegenheit gibt, die aus der fast 20 prozentigen Unterwertung der Mark entspringenden Verluste auf das Reich abzuwälzen. Es lohnt sich daher, die Berechtigung des Vorwurfes der Grotzhändler zu prüfen. Die wichtigsten Lieferanten milchwirtschaftlicher Erzeugnisse für Deutschland sind Holland und die skandinavischen Länder. Norwegen und Schweden haben im Oktober zum Schutz der eigenen Verbraucher die Ausfuhr von Butter verboten und gewähren nur von Fall zu Fall Ausfuhrerlaubnisse. Die Ausfuhr Hollands und Dänemarks ist ebenfalls an die staatliche Erlaubnis geknüpft. Holland führt mit Kriegsausbruch nach Deutschland Butter ein. Sehnlich ist eS seit Dänemark. Der norwegische LandwirtschaftSkoniulent in London gibt über den Rückgang der britischen Buttereinfuhr auS den skandinavischen Ländern Zahlen an, die einen Rückschlutz auf die deutsche Einfuhr aus diesen Ländern gestatten. Dänemark hat nach England um 46 Proz., Holland 7o Proz. und Schweden 60 Proz. weniger Butter als in den ersten drei Vierteljahren 1S14 versandt. In Grotz- brilannien stiegen zwar die Preise, aber eine Vuttcrknappheit trat infolge der Vermehrung der Buttereinfuhr aus Frank- reich und Rutzland nicht ein. Die englischen Verbraucher und Kleinhändler gingen sogar zum Angriff gegen die dänischen Erzeuger über. Sie drohten, datz man suchen wird, da? Interesse für die Einfuhr von dänischer Butter zu hemmen. Die Drohung mit dem russischen, australnschen, amerikanischen Wettbewerb und noch mehr die Furcht vor der Einbürgerung der Margarine veranlatzte die dänischen Erzeuger schleunigst den Rückzug anzutreten. Die Preise für dänische Butter sind in England wieder gefallen und betragen jetzt 170 M. den Zentner gegen 200 in den ersten Oktobertagen. Aber mehr noch: die dänische Regierung hat beeilt, dem englijchen Markt Ware zu sichern. Die Ausfuhr von Butter darf künftig nur durch Betriebe stattfinden, die vom Landwirtschaftsministerium auf Antrag des Butterausfuhrausschusses dazu ermächtigt werden... Die Aus» fuhrkommission, die aus sechs Herren besteht, wird in Kopenhagen zur Erledigung der dabei in Frage kommenden Angelegenheiten ein Kontor errichten. Sie wird zu entscheiden haben, wer Ausfuhr- erlaubnis erhält, wieviel Butter südwärts bzw. West- lich dirigiert werden mutz. Also auch hier wird die Buttereinfuhr durch Umstände, die von ihrer Monopolisierung durch die Zentraleinkaufsgesellschaft unab« hängig sind, eingeschränkt. Dänemark befleitzigt sich einer vorbildlichen Neutralität. Ein feindseliger Akt gegen Deutschland liegt nicht vor. Warum sichert also Dänemark dem englischen Markt Butter, obgleich die Ware von Deutschland teurer bezahlt wird? Grotzbritannien ist auch im Frieden ei« offenes Land, das sich durch leine Zollmauern von seinen Nachbarn absperrt. Die dänischen Landwirte wollen um eines zeit- lich sehr befristeten Gewinnes willen nicht dauernd auf den kauf- kräftigen englischen Markt verzichten. Daraus ergeben sich zwei Tatsachen: Datz der deutsche ButtcrhöchstpreiS, der weit über dem englischen Marktpreis steht, hoch genug ist. um den ausländischen Erzeugern den Verkauf nach Deutschland als daS profitabelste Geschäft erscheinen zu lassen; und datz die Schwierigkeit de» Bezug» ausländischer Butter im deutschen Zoll liegt, der bei Kriegs- auSbruch zwar aufgehoben wurde, nach Kriegsende aber wieder in Kraft tritt. Will Deutschland auS seinen Nachbar- ländern Butter beziehen, so mutz eS ihnen Ersatz für den Verzicht auf den englischen Markt bieten. Der Bullerzoll hat. wie der Augenschein mit sinnfälliger Deut- lichkeit lehrt, die Selbstversorgung Deutschlands nicht gesichert; er ist im Kriege das grötzt« Hindernis der so nötigen Deckung des ButterbcdarfS. Einschränkung der Wnrstfabrikatio«. Der Magistrat der Stadt Stettin gibt bekannt: Die Rücksichtnahme auf die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Schweinefleisch zwingt UN« dazu, die Kon» tingentierung der Fleischereien und Wurstfabriken hinsichtlich der Herstellung von Zervelat- und Salamiwurst durch- zuführen. Zu dem Zwecke ordnen wir hiermit gemätz K 12 der Bekanntmachung über die Errichtung von PreisprüfungSstellen und die Versorgungsregelung vom 26. September 1916 für den Stadtbezirk Stettin an, datz vom 13. Dezember 1915 an obige Wurstwaren bei Vermeidung der im§ 17 der Bekanntmachung vorgesehenen Strafen nur von demjenigen hergestellt werden dürfen, der die schriftliche Genehmigung des Magistrat» dazu besitzt. Wir fordern demgemätz diejenigen Fleischer und Fabrikanten, die vom 13. d. M. an Zervclat- und Salamiwurst herstellen wollen, auf, bis spätestens zum 6. Dezember 1916 vormittags 10 Uhr. der Schlacht- und Biehhofdeputation schriftlich anzuzeigen, welche Mengen sie im Winter 1913/14 monatlich im Durchschnitt hergestellt, und welche Lieferungs- Verträge sie etwa für die nächste Zeit mit der Heeresverwaltung ab- geschlossen haben. Zu solchen Matznahmen sollten sich alle Kommunen rntschlietzen, um die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Schweinefleisch sicherzustellen. Das Ergebnis der Viehzählung. In der Denkschrift für den Reichstag über wirtschaftliche Matz- nahmen werden auch die Ergebnisie der Viehzählung, die am 1. Dezember d. I. in Deutschland vorgenommen worden ist, mitgeteilt. Danach hat die Anzahl der Pferde trotz der weitgehenden Jnan- spruchnahme sür militärische Zwecke nur einen geringen Rückgang erfahren, ebenso der Rindviehbestand gegenüber der Zählung vom 1. Dezember 1914. Der Schafbestand zeigt dagegen eine Zunahme von 4.4 Proz., der Ziegenbestand eine solche von 10,6 Proz. auf. Die Steigerung des S ch w e i n e b e st a n d e s gegenüber der Zählung vom 15. April 1916 beträgt 16 Proz.; bei den ein Jahr alten und älteren Schweinen beträgt die Zunahme 46,6 Proz., bei den ein halbes bis ein Jahr alten sogar 87 Proz. Das Federvieh hat eine Abnahme um 8.7 Proz. gegenüber der letzten Zählung vom 2. Dezember 1912 aufzuweisen. Dieser Rückgang ist auSschlietzlich bei den Hühnern eingetreten; Gänse und Enten haben eine nicht un- erhebliche Zunahme aufzuweisen. Kartoffelfrage«. Uns wird geschrieben: Die„Deutsche Destillateur-Zesiung" bespricht in ihrer Nr. 93 umlaufende Gerüchte, nach denen die Brennereien für Brenn- kartoffeln 8— 8,50 M. bezahlen, während der Höchstpreis für die wertvollere Spcisekartoffel zu 6,60 M. im Großhandel festgelegt ist. Sollten die Gerüchte auf Wahrheit beruhen, so wäre es erklärlich, daß den betreffenden Brennereien ein starkes Angebot in Kar- toffeln zuströmt, die den Märkten sür Speisekartoffeln entzogen werden. In der Bewertung der Kartoffeln nahm die Speisekartoffel von jeher die oberste Staffel ein. Sollte die Brennerei jetzt um 60 vom Hundert höhere Preise zahlen können, dann ist da etwas nicht in Ordnung! Der Eingriff in die freie Selbstbestimmung, und als solcher ist die Festlegung von Höchstpreisen stets anzuseben, hat den alleinigen Zweck, die Bewertung einer für die Gesamtheit unent- behrlichen Ware der Gewinngier zu entziehen. Dieser Zweck würde aber völlig vereitelt werden, wenn die Brennerei oder andere Kartoffeln verarbeitende Industrien 60 Proz. höhere Preise zahlen können als die Reichsbehörde für die Speiselartoffel festgelegt hat, Denn es bedarf keines besonderen rechnerischen Nachweis«», daß die Brennereien nur dann solche Preise für die Kartoffel zahlen, wenn sie wenigstens ihre Herstellungskosten durch die Verwertung der Erzeugnisse zurückerhalten. Diese Erzeugnisse sind Schlempe und Spiritus. Tic Schlempe ist, wie allgemein bekannt, zwar ein wertvolles Viehsutter, aber der Brenncreibetrieb schafft keine Futterwerte, sondern zerstört sie! Aus dem Um- stände, daß Riesenmengcn heißes, gut aufgeschlossenes Futter von hohem Nährwerte in die Krippen fließen, ist noch keineswegs der Schluß zu ziehen, daß diese Futterwerte in Jier Brennerei geschaffen werden. Als Unterlage sür die Gärung kommt �in der Kartofselbrennerei nur die Stärke in FrgAe, von der etwa 84,6 Proz. in der festen Kartoffelmasse enthalten sind. Sie wird im Verlauf des Betriebes verzuckert und dieser Zucker unter der Einwirkung der wachsenden Hefe in Alkohol und Kohlensäure gespalten, die beide als Nahrungsmittel oder als Futtermittel nicht in Frage kommen. Es bedarf keines zahlenmäßigen Nachweises, daß der ganze Futterstoff einen höheren Futterwcrt hat als Teile des- selben. Wir hören soviel von der Größe der diesjährigen Ernte! Dies aber gilt auch für die relativen Erträgnisse, d. h. im Verhältnis zu dem vergrößerten Bedarf. Nach gesetzlicher Bestimmung müssen bei der Herstellung von Roggenbrot auf 90 Teile Roggenteile 10 Teile Kartoffelwalzmehl verwandt werden. Nimmt man an, datz die Brotkartenmenge dem Brotverbrauche entspricht und datz zwei Drittel des Gesamtver- brauches aus Roggenbrot bestehen, dann sind zu dessen Herstellung rund 420 Millionen Kilogramm Kartoffelwalzmehl erforderlich. Zum Weizcngebäck dürfen unbegrenzte Mengen Kartoffelstärke vcr- arbeitet werden, die Herstellung von Backwerk aus Kartoffelstärke hat sich vervielfacht. Dieser Neuverbrauch von Kartoffeln und Kar- toffelpräparaten zu Backzwecken erreicht eine solche Höhe, daß� sie, verbunden mit der noch ungleich größeren Menge von Kartoffeln, die mehr zur Fütterung gelangen, alle früheren Zahlen des Ver- brauch® über den Haufen werfen. Der hohe Preis für Brennkar- toffeln wirkt mit unfehlbarer Sicherheit auch erhöhend auf die Preise der Kartoffeltrockenerzeugnisse und verteuert die Brotberei- tung. Die Surrogate(Kartoffel-Trockenpräpavate) waren schon nicht unerheblich teurer als Weizen- und Roggenmehl selbst, das sie ersetzen sollten. Sollen die erlassenen Höchstpreise für Speisekartvffeln ihren Zweck erfüllen, dann müssen auch für alle anderen Kartoffeln Höchst- preise festgelegt werden, die etwas niedriger liegen als 6,60 M., damit für die Besitzer ein Reiz vorhanden ist, sie als Speisekartof- feln an den Markt zu bringen. Zum Vieh- und Fleischmangel. In der„Allgemeinen Fleischer- zeitung" wird über den geringen Auftrieb von Vieh, insbesondere Schweinen, auf dem Berliner Viehhof geklagt. Das Blatt schreibt u. a.: „Eine Abhilfe ist erst dann zu erwarten, wenn das bestehende Verbot des„Vorverkaufs" auf dem Berliner Viehhofe mit äußerster Strenge zur Durchführung gelangt. Für die Uebertretung des be- treffendeic Verbots bestehen bis jetzt nur kleine Polizeistrafcn, die wirkungslos bleiben. Die Beamten des Viehhofes sind der Ansicht. daß nur die Androhung von Gefäiigiiisstrafcn helfen könne. ES ist auch nötig, daß die zum Verkauf stehenden Schweine in kleinen Posten zum Verkauf gestellt werden. Jetzt ist es ein offenes Ge- heimnis, datz der Ankauf von Schweinen nur von der Gunst oder Ungunst der Verkäufer oder von der niehr oder weniger offenen Hand, welche der Käufer neben der Zahlung des Höchstpreises bekundet, abhängig ist." In Westpreußen sind eine Anzahl Stadtverwaltungen dazu übergegangen, mit westpreußischen Käsereibesitzern Abschlüsse auf Lieferung von Schweinen zu machen. Ter Magistrat in Danzig hat sich 3000 Schweine gesichert.— Der Magistrat von Schöneberg bei Berlin hat sich mit Schweinemästern in Verbindung gefetzt und vermittelt der Fleischerinnung Schweine zum Schlachten. Die Milchhändlcr SüddcutschlandS sind in Karlsruhe zusammen- gekommen, um die Milchvcrtcilung in dcp Städten zu besprechen. Vielfach wird geklagt darüber, datz auch jetzt noch die Milch zurück- gehalten und dem Vieh verfüttert wird. Alle Vertreter waren der Ansicht, daß noch reichlich Milch vorhanden sein müsse. Durch Er- richtung von Milchlokalen in den Orten und durch Bezahlung eines angemessenen Preises an die Landwirte müsse deren Interesse sür die Milcherzeugung und Lieferung mehr geweckt werden. Von dem Vertreter Offenburgs wurde ein m i l ch l o s e r Sonntag an- geregt, der dort bereits eingeführt sei. Jim öer Partei. Ein edler Marxist. Genosse Breitscheid bittet uns um Aufnahnce folgender Zuschrift: In der von Parvus herausgegebenen„Glocke" wendet sich der Genosse L e n s ch gegen einen von mir für die„Sozialistische AuS- landspolitik" geschriebenen und nachher vom„Vorwärts" über- nommenen Artikel, der sich mit den Ansichten LenschS über England und die englische Politik kritisch befaßt. Für die Art, wie Lensch polemisiert, ist der erste Satz charakte- ristisch. Er lautet: „Die Clique, die zurzeit noch das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie, den„Vorwärts" in Händen hat, übernahm am 9. November einen anonymen Artikel des Genossen Breitscheid, in dem mir" usw. Die weiteren Ausführungen sind dieser Einleitung würdig, und Lensch wendet sich weit weniger gegen meine Ansichten als gegen meine Person. Dabei bedient er sich der ihin und einigen seiner Freunden so bequemen Tatsache, daß ich der sozialdemokratischen Partei erst dreidreiviertel Jahre angehöre und er ergänzt diese für unsere Auseinandersetzung so überaus belangreiche Feststellung noch durch die amüsante Behauptung, ich habe die Sozialdemokratie wegen ihres Marxismus und ihres sozialrevolutionären Wesens be- kämpft. Wie ausgezeichnet Lensch doch meine Anschauungen und meine Gesinnung kennt! Um mich nun aber vollständig unmöglich zu machen, unterstellt mir der Treffliche. ich habe mich jetzt als Hüter de« Marxismus aufgespielt, und er brandmarlt diese„edle Dreistig- keit" einem Manne gegenüber, der sich die Lehren des Marxismus in mehr denn zwanzigjährigem Studium angeeignet habe. Ach nein, der Genosse Lensch unterswätzt meine Bescheidcnbeit. Als ich in meinem Artikel davon sprach, daß Anwendung marxistischer Terminologie schließlich doch noch nicht genüge, um eine Behauptung zu erhärten, und datz sich auch mit ihrer Hilfe keine Tatsachen weg- disputieren ließen, lag mir nichts ferner, als mich auf dem Gebiete des Marxismus mit»hin messen zu wollen. Ich weiß viel zu genau, daß man den Marxismus mehr denn zwanzig Jahre studiert haben muß, um ihn zu begreifen und seinen Weisungen entsprechend zu handeln. Lenschs eigene EntWickelung beweist ja am besten, wie man vorher immer irre geht. Als er beispielsweise den Marxismus erst s i e b z c bn Jahre .studiert hatte, führte er in der„Neuen Zeit"(19. April 1912) aus, daß der Imperialismus alle Gegensätze auf die Spitze getrieben habe und datz sie in ihrer brutalen Schroffheit immer schneller ihrer Austragung cntgegenrciften und ein Vertuschen immer weniger vertrügest.— Nach zwanzig Jahren ist er Mitglied der Deutscheu Gesellschaft von 19l4. Mehr als das: Noch nach mehr denn I8jäürigcm Studium des Marxismus gelangte Lensch zu dem Ergebnis, datz die Kriegskredite abzulehnen seien und daß gegen die Betvilliger eine eifrige Agitation entfaltet werben müsse. Tie richtige Er- kenntnis kam ihm erst einige Monate später. Wie soll ich armer Schlucker mit meiner nur dreidreivieriel- jährigen Parteizugehörigkeit cS wohl wagen, mit einem Mann von solchen Erfahrungen in Wettbewerb zu treten? Gewerkschaftliches. Die Regierung unü Sie Tarifverhanölungen im Baugewerbe. Der Staatssekretär des Innern hat am 19. November 1913 folgendes Schreiben an den Deutschen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe gerichtet: „Mit lebhafter Anteilnahme habe ich die EntWickelung der Verhältnisse unter dem geltenden Neichstarifvcrtrag für das Bau- gewcrbe, der in der Kriegszeit eine besondere Bedeutung ge- Wonnen hat, verfolgt. Gegenstand meiner ernsten Aufmerksamkeit ist nunmehr der Ende März 1016 bevorstehende Ablauf des Ver- trags. Es liegt meines Erachtens im öffentlichen Jntereffe, daß der Eintritt einer tariflosen �eit vermieden wird. In der sicheren Erwartung, mit dieser Ansicht bei Arbeitgebern und Ar- Hestern des Baugewerbes Zustimmung zu finden, glaube ich, daß die beiderseitigen Verbände bereit sein werden, mitzuwirken, um dieses Ziel zu erreichen. Zunächst wäre es mir von Wert zu erfahren, ob bei den be- teiligten Verbänden bereits Schritte eingeleitet worden sind, um den mißlichen Zustand der Tariflosigkest vorzubeugen, und was etwa aus diesem Gebiete geschehen ist. Jedenfalls halte ich es für unbedingt erforderlich, dafi alsbald jeder Verband für fich zu der Frage Stellung nimmt, ob er zur Teilnahme an Verhandlungen der bisherigen Vertragsparteien über eine Verlängerung oder Erneuerung des Tarifvertrages bereit ist. Ueber das Ergebnis dieser Beralungen erbitte ich eine Mitteilung und behalte mir ergebenst vor, wenn nötig, ge- meinsame Verhandlungen der Parteien zu einem geeigneten Zeit- Punkt anzuregen." Der Bundesvorstand hat sich in seiner Antwort vom 23. November d. I. bereit erklärt, mit den bisher am Reichs- tarifvertrag beteiligten drei Arbeiter- Zentralverbänden über die Fortsetzung der Tarifgemeinschaft zu verhandeln. In gleicher Weise hat der Staatssekretär des Innern ans Tarifverhandlungen im Malergewcrbe angeregt. In diesem läuft der Reichstarifvertrag bereits am 15. Februar 1916 ab._ Verlin und Umgegend. Militärarbcit in den Wäschefabriken. In einer vom Bei band der Schneider und Wä'chearbeiter ein» berufenen Versammlung der Wäschezuichneidcr wurde ausgeführt: Schon vor länger als einem Jahre hat die Organisation versucht. den Verein der Wäsctiefabrikanlen zur Uebernahme von Militär- arbeiten zu bewegen, damit der sehr flaue Geschäftsgang etwas be- lebt und ausreichende Arbeitsgelegenheit beschafft werde. Die Leitung des FabrikanlenvereinS wollte aber darauf nicht eingehen. Sie nieinle, bei der damals angenommenen kurzen Dauer des Krieges würden sich die für Mililärarbeit nötigen Neueinrichtungen nicht lohnen und die Berliner Wäfchefadrikaiion würde auch ohne- dem ihre Arbeiter cinigerinatzen beschäftigen können. Allerdings haben sich die Wäschearbciter im vorigen Winter zur Not über Wasser halten können. Hätten sich die Fabrikanten um Militär- arbeit beworben, dann würden ihnen manche Aufträge zugeteilt worden sein, die an anderen Stellen ausgeführt worden sind. Einzelne Firmen haben zwar Militärarbeilen übernommen, aber erst aus zweiter oder dritter Hand, und deswegen waren die Löhne für diese Arbeiten sehr gedrückt. In letzter Zeit hat der Fabrikanten- derein, den erneuten Vorstellungen der Wäschearbeiter folgend, Militärarbeiten übernommen. Ein Teil derselben ist bereits in Ar- best, aber die dafür gezahlten Arbeitslöhne sind sehr verschieden. Es macht sich deshalb eine einheitliche Lohnfestsetzung notwendig. Mit dieser Angelegenheit wird sich in den nächsten Tagen die Schlicbtungs- kommiision beschäftigen. Die Versammlung beschloß, der Kommission folgende Lohnsätze für Zuschneider vorzulegen, die nach den mit den betreffenden Arbeiten gemachten Erfahrungen als an- gemessen festgestellt worden sind: Schneemäntel 8 Pf. das Stück. Hemden das Dutzend 50 Pf. in leichter. 60 Pf. in schwerer Oualität. Sanitätstaichen das Dutzend 22— 24 Pf. Leibbinden das Dutzend 20 Pf. Halsbinden das Dutzend 18 Pf. Helmbezüge das Dutzend 30 Pf. llnierboien das Dutzend 50—60 Pt. Alle diese Sätze gelten als Mindestlöhne für leicbte Ausführung und sollen sicb bei schwierigerer Ausführung enliprechend erhöhen. Ueberstundenarbeit soll möglichst vermieden werden, ivenn sie notwendig ist, soll den Akkordarbeilern ein Aufschlag von 10 Pf. für jede Ucbersliinde gezahlt werden. Lobnarbeiter sollen in der regelmäßigen Arbeitszeit 80 Pf., bei Ueberstunden und Sonntags- arbeit 1 M. für die Stunde erhallen. Wcihnackitsmiterstützung im«chneiderverband. Den Frauen der Mitglieder des SchneiderverbairdeS, die vor dem 1. September 1915 zum Heeresdienst eingezogen sind, wird eine Weihnachlsunlerstiitzriug gewährt, die täglich außer Freitags in der Zeil von vormittags 9 bis 1 Uhr gegen Vorzeigung des Unter- stlltzungSbogeus vom Magistrat auf dem Bureau, Sebastianstr. 37— 38 ausgezahlt wird. Bemühungen, das Geld am Freitag abzuheben, sind zwecklos. Wriuachtsuntcrftnyung im Zcntralvcrband der Schuhmacher. Schuhindustrie und Handwerk ballen gleich allen anderen Industrien im Anfange des Krieges unter einer bedeutenden Arbeitslosigkeit zu leiden. Die im Schuhmacherverband gezahlte Arbeiisloienunter- stüyung betrug im ersten Halbjahr des Krieges 356 552 M., während in Friedenszeiten im gleichen Zeitraum 60 000 bis 70 000 M. ver- auslagl werden. Langsam ging die Arbeitslosigkeit zurück und kann der Beschäftigungsgrad seit Anfang dieses Jahres als normal be- trachtet werden, wenn auch zurzeit eine leichte Verschlechterung ein- getreten ist. Ein Brachlieg en der Industrie wegen Leder- mangel ist auf absehbare Zeil wohl auch nicht zu befürchten. Als Folge der günstigeren Geschäftslage sind im Verbände seit 1. April wieder die vollen statutarischen Bestimmungen in Kraft gelreien. Die Mitgliederzahl betrug ini letzten Quartal vor Beginn des Welt- krieges 43 520 und ist liis zum Schluß des 3. Quartals 1915 auf 20 485 gesunken; der Verlust beziffert sich also ans rund 23 000 Mit- glieder, von denen der größte Teil zum Heeresdienst berufen ist. Ein ständiger Rückgang der Einnahmen ist die unerfreuliche Folge. Trotzdem hat die Hauptverwaltung beschlossen, de» Familien der zum Kriegsdienst eingezogeuen Mitglieder eine WelhnachtS- Unterstützung in der Höhe von 10 M. zu zahlen. Diese Summe wird ab 13. Dezember ausgezahlt und kann für die Mitglieder der Berliner Zahlstelle von da ob im Bureau des Verbandes, Gewerkfchastshaus, Engelufer 14, erhoben werden. deutsches Reich. Betrübte Lohgerber. In der Zeitung des Verbandes deutscher Effenbahn-Handwerker und-Arbeiter(Berlin-Trierer Verband) ist zu lesen: „Was wir voraussahen, ist nicht nur eingetroffen, sondern unsere Befürchtungen sind leider noch übertroffen worden. Das Geschrei einer gewissen politischen Partei bat tatsächlich zunächst in Bayern erreicht, daß dort der sogenannte Revers aufgehoben worden ist, da die neue Bestimmung auf Grund der am 4. No- vember staltgehabten Konferenz sämtlicher Eiienbahnverwaltungen getroffen worden ist, so wird wohl etwas Aehnliches in Preußen nicht lange auf sich warten laffen. Aber sind nun nicht die Eisen- bahner vom Regen in die Traute gekounnen? Bisher wußte wenigstens jeder Eisenbahner, welcher Organisation er ruhig angehören durfte und welcher nicht." Welcher Organisation er in Zukunft nicht angehören darf, wird der Eisenbahner nach Kenntnis dieser intereffanten Meinungs- äußerung sicher noch besser wissen als früher. Versammlungsrecht der sächsischen Eisenbahner. Vor einiger Zeit beachteten wir, daß eine vom Transport- arbeileiverbaud in Leipzig einberufene Eiienbahnerversammlung da- durch vereitelt wurde, daß der Bauamlinann N e u m a n n vor dem Beiuch der Versammlung unter Hinweis auf die früher von der Eisenbabnverwaltung erlassenen Verfügungen über die Teilnahme an orduungsfeindlichen Bestrebungen warnte. Gegen die Maßnahme des Bauamimanns führte der Bevoll- mächligte des TranSporiarbeiterverbandcS, Genoffe Sängerlaub, Beschwerde bei der Eisenbahndireklion und stellte insbesondere die Fragen, ob die Keneraldiiektion eine Anordnung zum VeriammlungS« verbot erlassen habe und ob sie das Vorgehen des Herrn Neumann billige. Daraufhin wurde dem Beschwerdeführer nur eröffnet, daß die Generaldircktion das Veriammlungsvetbot nicht an- geordnet habe und daß sie auch die Maßnahme deS Bouamtmannes nicht in allen Teilen billige, die übrigens kein Per- sammlungsverbot sein sollte, sondern nur ein Hinweis auf die von den Eisenbahnern bei ihrer Einstellung eingegangenen Verpflich- hingen. ES wurde weiter darauf hingewiesen, daß den Eiienbahnern aus dem Besuche einer vom Verbände einberufenen Versammlung kein Nachteil erwachsen soll. Klagen der Eiienbahner. die durch den Verband schriftlich der Verwaltung unterbreitet werden, sollen ge- prüft werden. Am 29. November hat eine vom Verband einberufene Eisen- bahnerversammlung unbeanstandet und mit gutem Verlaus statt« gefunden. �us Industrie und Handel. Kricgsgcwinne. Die Waggonfabrik A-G. vorm. P. Herbrand u. Co. in Köln-Ebrenfeld erhöht die Dividende von 8 auf 10 Proz. Die Oppelner Aktie nbrauerei und Preßhefe- f a b r i k erzielte einen Reinertrag von 99 203 M. gegen 65 993 M. i. V. Die Dividende wird von 3 auf 5 Proz. erhöht. Kriegsgewiuu einer Großmühle. DaS Organ des Verbandes deutscher Hondelsmüller veröffent- licht die Bilanz einer Großmühle, die im letzten Bilanzjahre bei einem Aktienkapital von 600000 M. einen Reingewinn von 577 000 M. erbrachte, also etwa 90 Proz. Dividende hätte verteilen können, während sie in weiser Dividendenpolitik nur 15 Proz. zur Ausichüllung gebracht habe. Aus der Unkostenaufstellung ergibt sich, daß die Generalunkosten gegenüber dem Vorjahr nur um 2 Proz. gestiegen sind, wobei die Steigerung der Löhne nur 319 M. ausmachte. Außerordentlich hoch ist die Höhe der Abschreibungen! sie sind zehn« mal so hoch als im Vorjahre und betragen über 40 Proz. deS Aktienkapitals._ Schiffskäufe der französischen Regierung. Nach Meldungen Lyoner Blätter beschloß der französische Ministerrat in der Kammer den Ankauf von 50 Schiffen zur Verstärkung der Handelsmarine zu beantragen, die besonders der Kohleucinfuhr aus England und der Beförderung von Gefrierfleisch und Petroleum dienen solle». Die Verhandlungen über den Ankauf der Schiffe dauern bereits mehrere Monate! sie scheiterten bisher an den übermäßigen Forderungen der englischen Agenten Harris und Diron, die für die Vermiltelung des Anlaufes von 100 Schiffen 7h, Millionen Frank verlangen. AWERTH EIM 1 m; I Sonder-Preise B.| h.| Montag bis Mittwoch Blusen offen und gern« Satin- Barchent, schlössen zu tragen aus reich geslidclen Tültelnsatzen, mo- cerne Form mit Rückenvers chluf»... aus weiter Waschseide, verschiedene Formen..»............. aus Paillette• Seide mit Seiden- Kra- walle................. Bluse Bluse Bluse Bluse m.,ra aus weihcm Wollkrepp, mod. 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Inseratenteil veranlw. Tb. Glocke. Berlnr. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsauflali Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. UuterhaUuugsbl. »» B 1 KeilU des Jotmätts" Knlimr jlollaililMlt.-»>»>« Die Lebensmittelfrage vor dem HauShalts-Ausschuft des Reichstags. (Sitzung vom 4. Dezember.) Äbg. G o I S T) o t n(Weife) bespricht die schlechten Erfahrungen, die mit. dem Einkauf in Rumänien gemacht worden sind. Den L�PtiuriZinus vermöge er nicht zu teilen, der in manchen Reden zum Ausdruck kam. � Die Futterversorgung gibt zu Bedenken Anlaß. -Me Statistik bietet nicht selten ein schiefes Bild. Beim Vergleich des jetzigen Schwcinebestandes mit dem früherer Jahre darf man nicht bloß die Zahl, sondern man muß auch die Qualität der Schweine in Betracht ziehen. Hier ergibt sich ein nicht u n e r- hebliches Mindergewicht. Am besten liegen die Ver- hältnisic bei den Rindern. Der Vorwurf, daß die Landwirte ihre Vorräte zurückhalten, ist in dieser Verallgemeinerung nicht zu- treffend. Die Verordnungen des Bundesrats verdienen scharfe Kritik. Staatssekretär Delbrück bespricht die Kaufmöglichkeiten in den Balkanstaatcn, die eine Einschränkung nur in der Transport» Möglichkeit finden könnten; Redner wiederholt, daß an Getreide, Kartoffeln und Fleisch von einem Mangel keine Rede sein kann. Abg. Got Hein(Bp.) fordert Erhöhung der Brot- rationcn, ganz besonders für die Bergarbeiter. Die Statistik beruht auf derart schwankenden Unterlagen, daß sie fast absolut wertlos ist. Das tatsächliche Ernteresultat wird erheblich höher sein, als jetzt angenommen wird. Di« Einfuhr aus dem Balkan kann gefördert werden, wenn es gelingt, die Leistungsfähigkeit des «Eisernen Tores" zu heben, eine Schwierigkeit, die überwunden werden kann. Die ungarischen Bahnen könnten ebenfalls recht rasch leistungsfähiger gemacht werden. Für die Zufuhr von Futtermitteln ist das sogar von ausschlaggebender Bedeutung. Die Hebung unseres Schweinclbcstandes ist von ungeheurer Wichtigkeit. Der Bundesrat mag mitunter rasch gearbeitet haben, eine z e n- t r a l i st i s ch e Verwaltung hätte sicher mehr geleistet. Der große Mangel ist, daß stets umfassende Vorverhandlungen mit Preußen gepflogen werden müssen. Kein Zweifel, die Wider- stände sind im preußischen Landwirtschafts- Ministerium zu suchen, dos vielfach bestrebt ist, die Eni- scheidung hinauszuziehen. Es ist nicht nötig, jede Vorlage erst an die preußischen Instanzen zu geben.(Graf Westarp: Preußen, muß überhaupt zertrümmert werden!) Nein, das ver- langt niemand, aber die preußischen Widerstände müssen beseitigt tverden. Redner kritisiert die Regelung der Kartoffelversorgung. Auch hier ist die Verzögerung auf das preußische Landwirtschafts- luinisterium zurückzuführen. Die Kartoffelnot ist groß. Um die Butter- und F c t t k a r t e n wird man nicht herumkommen, dagegen erscheint eine Fleischkarte nicht zweckmäßig. An der Hand von Beispielen zeigt Redner, daß sich die Z e n t r a I e i n k a u f s- ges ellschaft fiir Vermittlung 50 Proz. des Wertes der Waren berechnen ließ. Erst auf dringende Vorstellungen ist dieser Satz ermäßigt worden. Bei der Beschlagnahme ist diese Gesellschaft in der rücksichtslosesten Weise vorgegangen. Die zu niedrigen Preisen beschlagnahnitcn Waren sind dann teuer weiterverkauft worden. Man wäre besser gefahren, wenn man den Großhandel organisiert hätte. Jetzt haben die Städte das ganze Risiko zu tragen. Wer gute Beziehungen zur Zentraleinkaufsgcscllschaft hat, der wird bei der Abgabe von Waren bevorzugt. Der ganze Geschäftsgang ist umständlich und teuer. Dadurch wird eine Ilnsunime von Mißvergnügen erzeugt. Warum geht es denn mit den Kohlen? Einige Großfirmen regelten den ganzen Verkehr zur vollsten Zufriedenheit. Ein Fehler ist es, daß unbedingt not- wendigen Betrieben zuviel Arbeitskräfte weggenommen werden. Staatssekretär Helfferich legt Vertvahrung dagegen ein, wenn versucht wird, die preußischen Instanzen verantwortlich zu machen dafür, daß manche Verordimngen nicht rasch genug erledigt worden sind. Ein Vertreter der Regierung verteidigt das Geschäftsgebaren der Zentraleinkaufsgesellschait, die die Gewinne der Allgemeinheit zuführen will. Mit den Gemeinden habe man die besten Er- fahrungen gemacht: dagegen sind die Versuche, sich des Handels zu bedienen, fehlgeschlagen. Abg. v. G a m p(fk.) teilt die Ansichten des Abg. Gothcin. Die Ausdehnung der Brotration darf nicht mehr länger hinausgeschoben werden. Wir haben so viel Brotgetreide, daß ein erheblicher Teil davon verfüttert werden kann. Soweit die Statistik sich auf Schätzungen stützt, mag sie ungenau sein, bei der Viehzählung können aber kaum große Un- genauigkeitcn zu verzeichnen sein. Unsere Schweinebestände haben sich ganz überraschend vermehrt. Bei der Verteilung der Lebensmittel soll man den Großhandel nicht ausschalten. Wozu baben wir denn in Preußen ein Landwirtschaftsministerium, wenn es nicht die Interessen der Landwirtschaft vertritt. Jeden- falls kann die Ernährung des deutschen Volkes als gesichert gelten. Die einzige Kalamität liegt in dem Mangel an Fett. Diesen Mangel zu beheben, hat die preußische Regierung den richtigen Weg eingeschlagen. Der größte Ucbelstand ist aber, daß Ivette Kreise des Volkes die Preise für Lebensmittel nicht erschwingen können. Hier muß die Hilfe einsetzen, indem das Reich den Gc- nieinden Mittel zur Verfügung stellt, damit die Lebensmittel billig abgegeben werden können. Redner polemisiert schließlich gegen das Verhalten der Reichsgctreidegescllschaft gegenüber den Mühlen. Abg. Dr. Wendorff(Vp.) wendet sich gegen die agrarische Presse, die durch völlig unberechtigte Klagen Un- zufrieden heit in das Volk getragen hat. Das Verlangen nach noch höheren Preisen'st völlig ungere cht fertigt. Die heutigen Preise sind fehl hoch, von einer Gefährdung der Landwirtschaft kann gar keine Rede sein. Mit der gegenteiligen Behauptung ermuntert man das Ausland zum Aushalten gegen uns. Bei Roggen ist der Preis um 40 Proz., bei Hafer und Gerste um 93 Proz. gegenüber den letzten zehn Friedensjahren gestiegen. Aehnlich steht es mit einer ganzen Reihe anderer landwirtschast- licher Produkte. Butter ist um 199 Proz. gestiegen. Der Butter- preis kann ohne jede Gefährdung der Landwirtschaft erheblich herabgesetzt werden. Der Landwirtschaft geht es gegen- wärtig sehr gut. Die Preise für Mastschweine haben sich seit Jahresfrist verdoppelt. Trotzdem haben einige Landwirte die Schweinemästerei eingestellt Das ist um so bedauerlicher, als die Deckung des Fcttbedarfs eine zwingende Notwendigkeit ist. Zu bedauern ist, daß man sich noch immer nicht entschlossen hat, Fett- karten einzuführen. Bei der Verteilung der Futtermittel steht fest, daß Landwirte, die gute Beziehungen haben, die Futtermittel waggonweise erhielten, ander« Landwirte, so auch der Redner selbst, haben nichts erhalten. Die Regelung der Kartoffelver- sorgung ist ungenügend, weil das preußische Landwirtschafts- Ministerium hindernd eingriff. Ter offiziöse..Nachrichten- dienst für Ernährungsfragen" stehe offenbar im Dienste völlig einseitig agrarischer Interessen. Herausgegeben wird diese Zeit- schrift vom preußischen Minister des Innern, der ja schon mehr- fach durch seine Versuche, die Presse zu beeinflussen, wenig an- genehm aufgefallen ist. Abg. Dr. Böhme(natl.) beklagt die mißliche Lage der kleinbürgerlichen Besitzer, die im Felde stehen, während der Betrieb durch Frau und Kinder aufrechterhalten werden muß. Dieser Umstand und die teilweise verfehlten Verordnungen der Regie. rung haben viel Bitterkeit erzeugt. Die Maßnahmen zur Ver- sorgung mit Kartoffeln waren verspätet und verfehlt. Die agrari- schcn Führer haben mit ihrem Auftreten der Lanhwirtschaft einen schlechten Dienst erwiesen. Für fette Schweine sollte ein etwas höherer Preis bewilligt werden. Wenn im vorigen Jahre die Professoren falsche Schlüsse gezogen haben, dann trifft die Schuld nur die unzutreffende Statistik, die man ihnen unterbreitet hat. Das preußische Landwirtschaftsministerium ist mindestens mit- schuldig daran, wenn die Versorgung des Volkes mit landwirt- schaftlichen Produkten in nicht genügendem Maße ermöglicht wurde. Tort fehlt es ganz offenkundig an sozialem Verständnis. Die Einführung von Bulter- und Fcttkartcn ist erwünscht. Vor- aussetzung ist aber, daß die entsprechende Menge Fett vorbanden ist. Redner schließt sich der Beurteilung der Rentabilität der Land- Wirtschaft durch den Abg. Dr. Wendorff völlig an. Die günstige Lage der Landwirtschaft ist selbst von Großgrundbesitzern anerkannt worden. Abg. Dr. R o e s i ck e(Bund der Landwirte): Daß der En- thusiasmus der ersten Kriegszeit heute nicht besteht, ist richtig und begreiflich. Das ist aber nicht zurückzuführen auf einen Wirtschaft- liehen Notstand. Das Brot ist nicht teurer als in Friedenszeiten, die Kartoffeln sind sogar billiger, im allgemeinen stehen die Preise unter den Friedenspreisen. Der Nährwert von Kar- toffelbrot ist derselbe wie von Roggen- oder Weizenbrot. In Eng- land ist das Brot viel teurer. Die Preise für blinder sind gegen- über den Produktionskosten nicht genügend gestiegen. Nur das Schweinefleisch ist etwas teurer geworden. Die Fasanen z. B. sind in Frankreich viel teurer. Man hat in Deutschland nicht den geringsten Anlaß über besondere Teuerung zu klagen. Die Sozial- Demokraten scheinen in der Beurteilung dieser Dinge nicht einig zu sein. Sind denn nicht aber auch alle anderen Artikel teurer geworden? Welch enorme Profite haben die Lederfabriken ge- macht! Darüber hat man eigentlich wenig Klagen gehört, nur der Landwirtschaft hat man alle mögliche Schuld beigemessen. Die Kritik ist nicht unterbunden worden; die sozialdemokratische Kritik ist der beste Beweis dafür. Die M i ß st i ni m u n g im Volke ist nur durch die verhetzende Wirksamkeit der Presse hervorgerufen worden. An der mangelhaften Versorgung mit Kartoffeln trägt die Landwirtschaft keine Schuld; diese liegt vielmehr in der mangelhaften Organisation. Die Kom- munen waren außerdem viel zu wählerisch in der Auswahl der Kartoffeln. Die Butterproduktion ist zurückgegangen, aber wir haben pro Kopf der Bevölkerung trotzdem mehr Butter als wie im Jahre 1872. Eine Einschränkung bedeutet noch keine Unterer- nährung. Es ist eine Verkennung der Verhältnisse, zu behaupten, daß die Molkereien die Butter zurückhalten. Der Landwirtschaft diktiert man die Preise, ohne zu bedenken, wie eine Verbitterung der ländlichen Bevölkerung wirken muß. Die Regierung war bei Erlaß ihrer Verordnungen offenbar nicht auch von landwirtschast- lichen Sachverständigen beraten. Unter den Landwirten gibt es leider viele, die nicht entsprechend rechnen können und die dann ein ganz schiefes Bild von den Verhältnissen in der Landwirtschaft aufkommen lassen. Demgegenüber ist Herr Calwer ein glänzen- der Beurteiler der Verhältnisse. Die Vermögenssubstanz in der Landwirtschaft geht unstvoitig zurück. Der Regierung ist der Vor- wurf zu machen, daß sie eö nicht verstanden hat, die Interessen der Konsumenten mit denen der Produzenten in Einklang zu bringen. Die Lawdivirte wollen nicht höhere Einnahmen, um sich zu bc- reichern, sondern nur, um die Landwirtschaft zu heben. Redner schloß mit einem begeisterten Lob für den preußischen Landwirtschaftsminister, dessen Bestrebungen leider nicht genügend berücksichtigt wurden. Staatssekretär Helfferich behandelt die Anträge der Kon- servativen, die vom Reich die Mittel verlangen, die eine billige Abgabe von Lebensmitteln ermöglichen. Die finanzielle Leistungs- fähigkeit des Reiches ist aber begrenzt. Zlveimal ist bereits ein Fonds von 299 Millionen Mark zur Verfügung gestellt worden, um wirtschaftliche Schäden zu mildern. Das Reich noch mehr zu bc- lasten, ist nicht gut möglich. Der Redner macht zum Beweis dafür eine Reihe vertraulicher Mitteilungen. Zwischen die beiden Mühl- steine Produktion und Konsum darf das Reich nicht kom- men. Die Unterstützung der Landwirtschaft mit Futtermitteln ist eigentlich nur eine Transportfrage. Die Preise in Rumänien' sind durch Spekulation in die Höhe getrieben worden. Jetzt sind die Preise niedriger, freilich immer noch hoch genug. Sache der Zen- tral-Einkaufsgesellschaft wird es sein, die Wünsche der Landwirt- schaft möglichst zu erfüllen. Zuschüsse zum Bezug von Futter- Mitteln zu leisten, ist Sache der Einzelstaaten. Zu bestreiten ist jedenfalls nicht, daß die Kosten der Lebenshaltung im feindlichen Ausland sich mehr verteuert haben, als wie bei uns. Die Land- wirte treiben nicht Wucher, im Gegenteil waren es die landwirt- schaftlichen Organisationen, die zuerst eine Festsetzung von Höchst- preisen forderten. Man müßt« die Bevölkerung darüber aufklären, daß in Deutschland alles geschieht, was geschehen kann, um einen Notstand nicht aufkommen zu lassen. Die Beratung wird Montag fortgesetzt. Mus der Partei. Aus der Reichstagsfraktion. In der„Mannheimer Volksstimme", der„Frankfurter Volks- stimme" und anderen Partciblättern werden von bürgerlichen Blättern nachgedruckte Einzelheilen über die Beraiungen unserer Reichstags- fraklion mitgeteilt. Diese Mitteilungen entsprechen dem wirklichen Verlauf der Beratungen nicht. Da wir auf die Einzelheiten nicht eingehen können, beschränken wir uns auf folgende tatsächliche Fest- stellungen: Entsprechend der seit 1997 geübten Fraktionspraxis(wonach zu Fragen, bei denen mehrere Fraktionsredner gestellt wurden, je ein Genosse der linken und der rechten Richtung bestimmt wurde), wurde auch diesmal in der Fraktion verlangt, einen Beiürwortcr der abge- lehnten Interpellation zum Redner für das Plenum zu bestellen. Dem wurde widersprochen. Es erfolgte darauf Zettelwahl. Bei dieser entfielen auf den von der linken Seile vorgeschlagenen Gc- Nossen 47. auf die von der anderen Seite vorgeschlagenen Genossen 62 bez. 75 Stimmen. Diese beiden waren inilhin gewählt. Ein Antrag, der Minderheit in dieser Frage Aklionsfreiheit zu geben, damit sie im stände ist, ihre Auffassung im Reichstag zum Ausdruck zu bringen, wurde mit 68 gegen 29 Stimmen abgelehnt. Ein eut- gegengeseyter Antrag, der ein selbständiges Auftreten der Minder- heit bei der Einbringung der Interpellation für unzulässig erklärt und jedem Frakiionsmitglied die Pflicht auferlegte, sich dem Be- schluß der Mehrheit zu fügen, wurde mit 79 gegen 27 Stimmen an- genommen.__ Zum Tode LomtatidsrS. Die sozialdemokratische Dumafrakiion erhält von Arbeitern. Ver- bannten usw. zahlreiche Beileidstelegramme zu dem Tode des früheren Mitgliedes der zweiten Duma, Genosse Lomtatidse, der. wie wir berichteten, in der Verbannung in Saratow an der Schwindsucht gestorben ist. Die Arbeiter der Fabiken von Leßncr, Eriksen u. a. in Peters- bürg beschlossen Abzüge von ihrem Arbeitslohn für die Uebersühruug der Leiche LomialidseS nach dem Kaukasus und für die Errichtung eines Denkmals auf seinem Grabe zur Verfügung zu stellen. Achn- liche Sammlunge» fanden in den Petersburger Hochschule» statt. Bei der Ueberführung der Leiche kam es auf dem Bahnhof in Saratow zu einer großartigen Manifestation, an der Arbeiter und Studenten teilnahmen.__ Soziaies. Eine Kaffenaufsichtsbchördc vor dem Reichsgericht. Daß die Befolgung einer Anordnung einer Kasseuaufsichts- behördc die Kasse mit erheblichen Kosten belasten kann, zeigte ein am Freitag vor dem Ncichsgericht verhandelter Rechts- streit. Durch Vertrag vom 9. Juli 1913 hat die Allgemeine O r l k r a n k e n k a s s e Breslau den praktischen Arzt Sanitälsrnl Dr. S. auf die Zeil vom 1. Januar 1914 bis Ende 1923 als Kassenarzt mit einem Gehalt von 8999. später 19 999 Mark angeslclli. Dr. S. hat einen verkrüppelten rechten Arm. Vor seiner Anstellung hat er den Vorstand der Kasse hierauf hingewiesen und erklärt, daß er. ivcil seine rechte Hand nicht voll gebrauchs- sähig ici, Geburtshilfe nicht leisten Ivnnc. Am 2t. Juni 1914 ist Dr. S., nachdem er schon ab 1. April 1914 vom Dienst suspendiert war. von der Kasse enttassen worden, und zwar a u s V e r l a n g c n der A u f s i ch r s b e h ö r d e. die annahm, von er wegen seines Armleidens zur vollen Ausübung seiner ärztlichen Praxis nicht imstande sei. Die Kasse ficht den Vertrag mit Dr. S. wegen Irrtums an, indem sie gellend macht, es habe sich erst im Lauf« der Zeil herausgestellt, daß er seine ärztlichen Funktionen nicht voll leisten könne; eventuell liege darin ein wichtiger Gruna zur Entlassung des Dr. S. Dieser erhob darauf gegen di. Krankenkasse Klage auf Feststellung, daß der Vertrag zr Recht besteht; er sei. abgesehen von Geburtshilfe und Operalioneu. zur Ausübung ärztlicher Tätigkeit durchaus imstande. Das Obeilandesgericht Breslau hat der Klage stall- gegebeit und festgestellt, daß der Vertrag for.. besteht. In seinen Entscheidungsgründcn führt es aus: ES mag lein, daß der Beklagten aus Grund de« 8 119 Abs. 2 B. G. B. da.- Recht zugestanden hätte, den Vertrag anzufechten, wenn die Ver- krüppelung des rechten Armes den Kläger außerstand gesetzt hätte. seiner ärztlichen Verpflichtung nachzukommen, und wenn Bellagle hiervon bei Abschluß des Vertrages leine Kenntnis gehabt hätte. Aber beides trifft nicht zu. Die Beklagte gibt selbst zu, daß der Kläger sie vor Vertragsabschluß darauf hingewiesen hat, daß seine rechte Hand nicht voll gebrauchsfähig sei und daß er deshalb leine Gcburts- hilse leisten könne. Unter diesen Umständen kann die Bellagle den Vertrag nicht wegen Irrtums anfechten. Der Kläger kann aber auch seinen vertraglichen Pflichten als Aizt trotz seines Leidens nachkommen. Sein Arm hat Kraft, leine Hand ist inistande zuzugreifen allerdings nur unvollkommen, aber doch so, daß der Kläger dir ärztlichen Instrumente sicher halten kann. Für den Pflichten- kreis des Klägers reichte das um so mehr aus, als er von der Mitwirkung bei Geburtshilfen nach den mündliche» Abreden mit der Beklagten befreit war und für größere Operationen genügend Spezialärzte vorhanden waren. Daß der Kläger den Aufgaben eines Kassenarztes nicht gcwachscii sei,»st hicriiaw nicht bewiesen. Die Anfechtungserllärung der Beklagten vom 21. Juni 1914 ist aber auch verspätet, da sie schon bei der Suspendierung des Klägers am 1. April 1914 Kenntnis von dem AnfechtnngSgrunde halle. Noch dem Obigen fällt auch der von der Beklagten behauptete Grund zur fristlosen Kündigung. Ein solcher kann auch nicht darin gefunden werden, daß die Aufsichtsbehörde die Entlassung deS Klägers verlangt halle. Denn ihre Anordnungen traf die Behörde unbeschadet der privatrechtlichen Verhällniffe der Parteien. Das Reichsgericht hat das Urteil des Oberland e s g c r i ch t s b e st ä t i g r und die Revision zurückgelvicsen. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 396 dcr preußischen Armee e.nl hält Verluste folgender Truppen: Infanterie uslv.: Slab der 1. Jnf.-Div. 66. Jnf.-Brig. siebe Stollenbau-Koinando. Garde: Gardc-Grcn.-Reg. Alexander(siehe Res.-Jnf.-Reg. Nr. 83); 4. Gardc-Neg. z. F.; 2. Nekrutendcpot der Garde-Ers.-Brig.; Garde-Jüger-Bat. Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füi. Regimenter Nr. 1, 2(s. auch Gren.-Reg. Nr. 1), 3, 4, 7, 17, 2. 39, 41, 42, 43, 49, 53, 54, 59, 62, 63, 64, 66, 67, 69, 79, 72, 76. 75 bis einschl. 79, 81, 82, 83(f. auch Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 8 und 252), 84, 86, 88, 93, 99, III bis einschl. 114(letzteres s. auee Res.-Jns.-Reg. Nr. 83), 118, 128, 139(s. auch Stollenbau-Konimande der 66. Jnf.-Brig.), 131, 143, 144 ls. Jnf.-Reg. Nr. 139), 146, 147. 151 bis einschl. 154, 156(s. auch Stab der 1. Jnf.-Div.), 157. 15- (s. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 83), 169. 161, 165 bis einschl. 168, 179. 173, 176, 352, 369, 371, 375, 376, 378. Res.-Jnf.-Neglmenter Nr. 1. 2, 3. 7, 22, 23, 39, 34, 55, 67, 68, 72(s. Jnf.-Reg. Nr. 72), 7! 76. 77, 78, 81, 82, 83 ls. auch Jnf.-Reg. Nr. 83), 84, 113(s. Inf Reg. Nr. 118), 118, 139, 292, 298, 217. 223, 224, 226. 227. 229, 239, 232, 240, 249, 251, 252, 256, 257, 269, 266. Ers.-Jnf.-Rcg. Königsberg Nr. 3(f. Jnf.-Reg, Nr. 378). Res.-Ers.-Jnf.-Neg. Nr, I Landw.-Jnf.-Rcgimentcr Nr. 2, 3, 4, 5, 18, 33, 46, 57, 66, 74 bis einschl. 78. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 1. Landst.-Jnf.-Negimenter Nr. 8, 9(f. auch Feld-Maschinengew.-Zug Nr. 241) und 17. Brig. Ers.-Bal. Nr. 34(s. Jnf.-Reg. 362). Lawdst.-Jnf.-Bataillone: 3. Allenstern, 3. Metz, Miiskan, 2. und 3. Posen, 1. Schlawe, Weblau, 5. Landst.-Jnf.-Ers.-Bat. Saarbrücken. Garnison-Bat. Soldau. Rekruten-Fornrationen: 1. Bat. des 7. und Bat. des 16. Armeekorps, Depot des 8. Armeekorps, des 27. und des 49. Reservekorps, 7. d- 29. Jnf.-Div., das-der 13. Landw.-Div. sowie der 29. Jnf.-Brig, Jägcr-Bataillone Nr. 4, 5(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 83). 11(s. Jnf.- Reg. Nr. 53); Nes.-Bataillone Nr. 3, 3, 29, 23. Feld-Maschinengew.- Zug Nr. 241; Res.-Festungs-Maschincngew.-Abt. Nr. 4(Metz). Kavallerie: Kürassiere Nr. 2, 4, 8; Dragoner Nr. 1, 18, 22; Nes.-Drag. Nr. 1; Jäger zu Pferde Nr. 6 und 19. Feldariillerre: 3. und 4. Garde-Rcgimeni. Regimenter Nr. 3, 7, 9, 19, 14, 18, 23, 35, 57(f. auch Landw.-Feldart.-Abt. der 4. Landw.-Div.), 73, 74, 191, 223; Res.-Regimenter Nr. 3, 7, 1\ 33, 63; Landw.-Abt. der 4. Landw.-Div. Ballon-Abwehrkanoncii- Zug Nr. 29(s. Fcldart.-Reg. Nr. 141. Fußartillerie: 1. Gardc-Reg. Regimenter Nr. 3, 4, 6, 14. 15; Nes.-Negimenter Nr. 4, 7, 14; Landw.-Bat. Nr. 1. Fußari.- BaU. Nr. 117. Pioniere: Regimenter Nr. 18 und 23; Bataillone: II. Nr, 5. I. Nr. 8, I Nr. 9, I. Nr. 17; Pionier-Kompagnien Nr. 99 und 249; Res.-Komp. Nr. 87. Feldfliegertruppe. Train: Train-Ers.-Abt. Nr. 14. Nes.-Provianikolonne Nr. 22 des 9. Reservekorps. Stollcnbau-, Armrerungs- u. Schanzbau-Formationen: Stollen- bau-Koinmando der 66. Jnf.-Brig. Armierungs-Bataillone Nr. 19 ljetzt Nr. 88), 39, 88, 191. Schanzbau-Komp. Nr. 2 des 9. Armeekorps(s. Res.-Provtantkolonne Nr. 22 des 9. Reservekorps). Die Verlustliste Nr. 59 der Kaiserlichen Marine wird veröffentlicht. »» * Die baverische Verlustliste Nr. 239 bringt die Liste 3 der aus Frankreich zurückgekehrten Austausch-Verwundeten lind meldet Vcrlii'ic des 1,. 2., 4„ 5.. 9.. 12., 13.. 16., 17,. 18.. 19., 29.. 21,. 22., 23. Jns.-Regiments; Res.-Jnf.-Regimenter Nr, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 19, 11. 13, 15, 16, 17, 29; Landw.-Jiif.-Regiinenter Nr. 5, 12; Bria.-Ers,-Bat. Nr. 2; Landst.-Bat. Augsburg kll; Kavallerie: 4. Cbev.-Rcg,; Res.-Kav.-Rcg. Nr. 1; Feldartillerie: 9., 11., 12,, 29., 21. Reg.; Nes.-Rcg. Nr. 6, Laudw.-Rcg. Nr. 6; Pioniere: Reg. 1., 3. Bat., Komp. Nr, 29, Mittlere Minenlverfer-Abt. Nr, 199, I.. Gebirgs-Mincnwerfcr-Abi, Nr. 203, Rcs.-Bat. Nr. 2. Res.-Komp. Nr. 16, 2. Landlv.-Komv., 3. Armeekorps; Flieger-Abt. 5; Magazin- Fuhrparkkolonne 5; 1. Sanität s-Kotnp., 3. Armeekorps; Armierungen Bataillone Nr. 2 und 9; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Die württembergische Verlustliste Nr. 314 enthält Verluste des Gren.-Reg. Nr. 119; Jnf.-Reg. Nr. 129; Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 122; Gren.-Reg. Nr. 123; Jnf.-Regimenter Nr. 124, 125, 180; Rcs.-Jnf.-Rcg. Rr, 248; Illanen-Reg. Nr. 20: Magazin-Fuhr- parkkolonne Nr. 4; Res.-Art.-Munitionskolonne Nr. 2. Berichtigungen früherer Verlustlisten. Dcntsches Theater. Direktion: Mux Reinhardt. 'Vi Uhr: Das Nürnbergisoh Ei. ! Uhr nachm.(kleine Preise): Das alte Spiel von jedermann. .Montag; 3Saria Stuart. Kaimu erspiele. 8_Uhr: Der Weibstenfel. Xachm. 2'/, Uhr(kleine Preise): Die deutschen Klcinslädter, Montag: Der Woibstenfel. Volksbühne. Theater a. Bülowpl. N Uhr: Der Sturra. Xachm. 2Vz U.(kl. Pr.): Hamlet. Montag; Traumullis. Dir. Keinhard-Bomauer. Theater i. d. Keniggrätzerstr. l'l, Uhr; Maria Stuart. Uhr: Rausch. K Uhr: Die rätselhafte Frau. :• Uhr:£xtrabl:itter. BerSsnes* T�eai. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen, •'! Uhr: Wie einst in« Mai. WIM der Freien MMdnen Sonnlag, den 5. Dezember, Mittags 12 Uhr: Volksbühne, Theater am Dülowplatz: V. Ilonzert. Rachmittags 3 Uhr: Volksbühne, Theater am Blllowplah: Hamlet. Deiilsches Opernhaus: Die verkauttc Braut. Schillertheater Chart.: Das Glück im Winkel. Deutsches Künftler-Theater: Datterich. Lessing-Theater: Baumeister Solnctz. Abends 8llt Uhr: Volksbübne, Theater am Bülowplatz: Montag bis Donnerstag: Trau- mulus. �ose-Ikeater. 3 Uhr: Die Versckwörung der Frauen. 8 Uhr: Staatsanwalt Alexander. Theater für Sonntag, S. Dezember. Deutsches Opernbaus Charlottbg. 3 Uhr: Die verk. Strant. 7 Uhr: Parsifal. Friedrich-Wilbelmstädf. Theater. 3 Uhr: Der Wildschütz. 8 Uhr: Der üdclc Bauer. Gebr. Herrnffeid-Th.ater 8 uhr: Rosenblatt's Geheimtip Kleinen Theater. D'LUhr; Der Raub der Sabinerinnen. 8 Uhr: Henriette Jacoby. Komische Oper. o'/a Uhr: Gold gab ich fOr Eisen. 8 uhr: Jung muß man sein (.nstapiclhansi. Uhr: Herrschattl. Diener gesucht. 8'/, Uhr: Krieg im Frieden. Metropol-Theater •1 Uhr: Hftnsel und Gretel. s uhr: Die Kaiserin tCsU Moutis Operetten-Theater 3V« ü.: Hoheit tanzt Walzer Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Der Weltcnbunimler Walhalla-Theater. 3 Nhr: Maria Stuart. 8 Uhr: Lieb Aateriand. Mittwoch 4 Uhr: Schneewittchen. Luisen-Theater. 3 Uhr: Maria Stuart. 8'.: Zer ijüttendekher. Mittwoch, d. 8., 4 Uhr: Kindervorstell., 20. 30 Pf. Aschenbrödel. Montag 8": Tie Haubenlerche. U s n t e 2 Vorstellungen 2 Nachm. »'/. Uhr kl Preis. Kinder id. HSlft.1 mit Grete Wiesentha! und dem Dezember- Spielplan. Abends 9.00 „Plotte Bursche" Operette i. 1 Akt v. F. v. SuppA Mitwirkende: Else Borna— Lotto Werkmoister v. Thalia- Theat a. G. K5te Hansen— Steffi Walidt Gustav Matzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— ian Paul Heute 0 Vorstellungen 9 & Z'/z und 8 Uhr" Nachm. jeder Erw. 1 Kind irei. In holden Vorstellungen: Der ungekürzte neue heitere Dezember- tmd Wci Ii mich t B-Spielplan.__ Reiehshallen-Theaier. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Anfang Sonntags 7V. Uhr. ReBldenz-Theatcr SV.Uhr: Die Schöne vom Strand. 81/. Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Schiller-Theater O. 3 Uhr: Maria Stuart. 8 Uhr: Ält-Beidelberg. S chlll cr-Th.Charlottcnbg. 3 Uhr: Das Glück Im Winkel. 8 Uhr: Ultimo. Thalia-Theater. 3 Uhr: Knm'rad Männe. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am Xoilendorfpl. S'/iUhr; Der Graf von Luxemburg. 8',. u.: Immer feste druff! Theater des Westen« 8 uhr: d. Fräulein y. Amt mit Guido Thielscher. 3'/, Uhr: Polenblut. Trianon-Theatcr. S'/j Uhr; Staatsanwalt Alexander. s'j.u.: Bodos Brautseliau URANIA TaÄtr- 8 Uhr: Die Daitpelleg, KonMaopel mi Der Basporus. Montag 4 Uhr(halbe Preise): Der Inonzo und Oesterreich« Adrlaküstc. 8 Uhr: Die Dardanellen, Konstantinopcl und der Bosporus. Possen-Thealef 8'/.(Folies Caprioe) 8'/. freund Loewc Seine ITante mit Haskel und Berisch. Casino- Theater Lothringer slr. 37. Tägl. 8 Uhr: Xeu! Xeu! Xeu f Was machste im? Posse in 3 Auszügen von HanS Berg. Dazu das große Festprogramm. Franz Amon! 3 Karleys! Erben! Sonnlag 4 Uhr: Familie Schnase. Ein für Berlin niedagewesenes Riesea-Piiraiii! liebendes Spielzeug? Krem o« Cilli Hauer „Urian" Artistcnkindor Hermann Klink Daetzold-Truppe Hdlcr mit\'lcki Berat Clement Llon Walter Steiner GnBBy Holl) ....>...t.i.i i un ra J Duett;B Schneider Onncker Billcttvkaul 11— 1 sowie! 1 A. Werthelm u. Invalidend. Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91 Heute: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester iÄLKv.m£?£� Anfang 4 Chr. Anfang 4 Chr. Morgen, den 6. Dezember: Gr. Weihnachts-Konzert des Berliner Liederkranz(gegr. 1886). Chormeister: Job. Stehmann. I.eituhg: Kgl. Musikdirektor Wilh. Hand« erg. Ehrenmitglied und Begründer des B. L., in Vertretung des zur Fahne ein- berulcnen C'hormelsters. Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr: Komüdic der Worte. 3 Uhr nachm.: Baumoister SolneE. Montag: Komödie der Worte. Deutsches Künstler»Theater. Allabendlich 8 Uhr; Die selige Exzellenz. Voigt-Theater. ßadstr SS. Badstr. 58. Heute Sonntag 3 Uhr nachmittags; Die teüeii!» von Berlin. Heute Sonntag 8 Uhr abends: Precsosa. Ab Montag: Das verlorene Leben. Kramptadergesohwüie, auch veraltete schmerzhafte Wundon, Entzündung, unerträgl. Jucken, heilt ohne Nachteil it. vielen Erfolgsberichton die echte „Ollada-Saibe". Absolut milde, naturgemiiße Wirkeng. überaus wohltuend. Dose Mark 1.15 und 2.75.* Otto Reichel, Borlln43, Eisenbahnst. 4. Circus Busch Heute 8 Uhr das Tagesgespräch der Weltstadt der Mann mit dem 6. Sinn. Neues telepathisches Experiment: Diin fingierter Mord, Ferner: Rubini, d. lebende Krater. Das Operettenpserd! P» P V ch e n, ein Wunder der Dressur. Der Polizeihund und leine vier- süßigen akrobat. 5 Kollegen. Die reiz. 3 Geichw. Facory in ihrem l>nft- Trapez- Akt. Herr und Frau Direktor Corty- Althoff. Neue Meister-Dressuren. Der unverwundbare, geheimnisvolle türkische Fakier G o 1 e m. iv ZNiibal Großes Ausstattungs- Uhr:«lUiljti. Mck in 3 Allen. 31 2 Gr. Nachmittags- Z' z Uhr: Vorstellung Uhr: mit dem auserlesenen humoristischen Programm.— Zum Schluß: 1. Alt der gr. Aussl- ZUichpl Pantomime«ImilU. 1 Kind frei, weitere Kinder'I, Preise. In dem Schauspiel: Der 5i'eg des Herzens fn allen UT. oiißcr Stkioncberg u. U.d. Linden,| Unhd. Linden: ZoFens>treiche,mft- Hedda Vernon, Schdncberq Hauplstr.-. Das Rohsei von Sensenhetm. 3, 5, 7, 9 Uhr. '04/ Verband der Sattier u. Poitefeuiller Ortsverwaltung; Berlin. M°°g! TttibrirmkiisMIn! Dienstag, den 7. Dezember, abends 8'/, Nhr. in..Scholz' Fest- sälen", Münzstr. 17. Eingang Königsgraben: Allgemeine Uerfammlung ader;«r;tit itt der Treibritwenlirallche beschästigten Arbeitskräste. Tagesordnung: Soll der Tariefvertrag für die Treibriemenbranche gekündigt werden'i py Das vollzählige Erscheinen der Kollegcnschast ist dringend er- sorderlich. Die Hrancixenleitnng. Mm»! MliMraiilhe!!»>»»»! Donnerstag, den 9. Dezember, abends 7'/, Uhr, in den„Armin- hallen". Kommandantevstr. 58/59: Krauchen- Uersammlnng. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Redakteurs Genoflen Hanl MtUler über: „Tie Gewerkschaften vor, während und nach dem Kriege". 2. Diskuision. 3. Die Tätigkeit der Schlichtungskommilsion und die neuen Stückpreise sür die bulgarischen Ausrüstungsstücke. 4. Branchenangelegenheiten. pajE.- Die Kollegen werden ersucht, recht pünktlich und vollzählig zu erscheinen. 158/20 Di e Brancheiileitung. Wer sich nicht wohl fühlt besonders an Rheumatismus, Eicht, Ischias u. Geschwulst, Blut- Verdickung, Hämorrhoiden, Stuhlbeschwerden, Magenschwäche, Asthma, Erkältung leidet, der versuche vertrauensvoll den altberühmten Reichels Wacholder- Extrakt.Medico�. Dieses wohlerprobte, hilfreich bewährt« Naturprodukt, da» vermöge seiner kräftig blutreinigrnden, lösenden, ableitenden und ausspülenden Wirkung mächtig helfend eingreift, findet ebenso bei Darm-, Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Wechsel- zuständen, Nervosität, wie überhaupt bei allen durch schlechtes Blut— dem Grundübel vieler Krankheiten— herrührenden Gesundheitsstörungen heilsame Anwendung. Er wirkt auf alle inneren Organe zugleich in der wohltätigsten Weise ein, gleich- sam wie ein Filter läuternd und erneuernd auf den ganzen Menschen. Für ältere Leute, um Arterienverkalkung vorzu- beugen und Altersbeschwerden zu lindern, von wichtiger Be- deutung. Unendlich viele Erfolgsberichte attestieren glaubhaft die vielseitige Wirkungskrast und diejenigen, denen er Gesundung brachte, zählen nach Hunderttausenden. 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Da in vielen Betrieben sich in der letzten Zeit die Verhältnisse wesentlich zu Ungunsten unserer Kollegen �gestalte: haben, ist es notwendig, daß alle Kollegen und Kolleginnen es als Pflicht betrachten, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die allgemeine Lage bedarf dringend einer eingehenden Erörterung.___ Heute Montag, d. t». Dezember 1915: Bezirks-Versammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: tfOrdeU I Pharnssme, Mullerstr. 14a, abends Z'/z Uhr. üorden' ,t,estKfi,c' Schwcbter Straste 23, abend» Norden: rrlsck's Festsülc, Badstr. II, abends 8'/, Uhr. Moabit! Sauds Fcstsölc, Beusselstr. 9, abends 8'/, Uhr. Charlottenburg: Volkshan», Rostnenstr. 3, abends 81/, Uhr Reinickendorf- West: Elchborustr. eo, abends«-/, uhr. Westen und Schöneberg: OSten: Comcmn««&le, Memelcr Str. 67, abends 81/, Uhr. Lichtenberg: VfatrHta'nt 74' Stralau-Rumm slsburg: f lur0' ait,®0E'",8en 56' a6fnW WeiOeilSG�* i'e8�aurant Peukert, Berliner Allee 251, Südenbezirke": lfnTf8�S�"8haa"'<5n9elafet 1B'®aaI 2' NeUkÖllD' Bergstraße 151/152, abends Steglitz: 8clReUkase» Festsüle, Ahornftr. 15a, abds. 3'/,Uhr Köpenick und Friedriclishagen: Hägen, Fsriedrichstraße 74, abends 81/, Uhr. Oberscliöneweide, Niederseböneweide, Johaimis- tha! II ilmn• Restaurant George, Oberichöneweidc, lilctl U- Uiliy.. Wilhclmiiiciihofstr. 44a, abends 8'/, Uhr. Spaildail* s*e'),taapanit Dertz"> Tpanda«, Kurstr. 21, abend» Tagesordnung in allen Versammlungen: Bericht von der Generalversammlung» ....... Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. □ □ Sfletallarbciter- ilotizkalender für das'Jabr 1916 find im Bureau und bei allen BezirhsliarTlerem zu haben. □ □ 123/6* Die Ortnvervraltnng. Verwaltung Berlin. TeL-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungcstraße 30 Dranchru Uersammlungen: Sargtischler. Morgen Montag, den 6. Dezember, abends 7 Nhr, bei Schröder, Boxhagener Straße 5. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Statistische Ausnahmen. Möbelpolierer. Bezirk Norden. Morgen Montag, den K. Dezember, abends 8st, Uhr, bei Günther, Brunnenstraße 36. Tagesordnung: 1. Die Pflichten der dahcimgebliebencn Kollegen während deS Kriege». 2. Ergänzung der Bezirlslommission. Perlmutt- und Kuopfbranche. DienStag, den 7. Dezember, abends I» Uhr» im AndreaS-Garte», Andreasstraße 26. Tagesordnung: 1. Vortrag:.Die Sage der Knopfbranche während und»ach de» Kriege-, 2. Verbandsangelegenheiten. Mitglieder Uersammlung: Bezirk Ober-Schöneweide. DienStag, den 7. Dezember, abends Svl2 Uhr, bei Warneke, Wilhclminenhosstraße 18. Die Di-tsvei-waitnng. Wallstr. 1» MSN Spezialfirma: tZzeeiinenItsus vOeniH»?«» Zckaiaet» Wöhnachr Verkauf besonders uenkißi&ße örigekxafe in alten CMeiiun�zn. rockassß42 ' M■hi'l'IitM.O! 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Sic hat die Entdeckung gc- macht— die allerdings längst nicht mehr neu ist—, daß die Lage der Heimarbeiter männlichen wie weiblichen Geschlechts auch durch die Kriegsarbcit sich nicht wesentlich gebessert hat. Hierzu führt sie verschiedene vor dem Gewevbcgericht erörterte Fälle an, in denen für Kriegsarbeit den Heimarbeiterinnen sehr viel geringere Löhne gezahlt toorden waren, als die Arbeitgeber nach Meinung des Kriegsbckleidungsamtes zahlen konnten und sollten. Die Minderzahlungen werden daraus erklärt, daß viele Arbeiterinnen den vom Kriegsbekleibungsamt aufgestellten Lohntarif nicht kennen und daß ohnedies viele Arbeiterinnen jede Arbeit zu jedem Lohn annelimen. Zur Abhilfe schlägt das Blatt unter anderem vor, daß dem Tarif des Kriegsbekleidungsamts der Bundesrat durch Not- standsverordnung gesetzliche Kraft geben möge. Diese Stellungnahme der„Volkszeitung" erinnert uns an muco, vor vier Monaten in demselben Blatt(ISIS, Nr. 3S8) er- schieuenen Aufsatz über Hoch st preise. Da wurde auseinander- gesetzt, daß Preisregelungen durch Höchstpreise nottvendig, aber schwierig seien. Im Anschluß hieran führte der Aufsatz aus, daß auch bei der Ware Arbeitskraft der Preis nach Angebot und Nach- srage geregelt werde. Und man lad dann über Höchstpreise für die Ware Arbeitskraft folgendes: „Nun aber zeigt sich auf diesem Gebiete eine Erscheinung, an der man nicht acbtlos vorübergehen tann: Die Arbeiter baben wiederholt Mindestpreise für ihre Arbeit verlangt, und die Forderung von M i n d e st l ö h n e n ist oft und immer wieder hier uitd da anfgestellt worden. Von eben derselben Seite aber würde die Festsetzung von Höchstpreisen für die Ware Arbeitskraft für einen unerhörten Eingriff in die Rechte des Dricbieters der Ware Arbeitskraft erklärt werden. Und mancher Arbeiter, der jetzt als Hersteller von Kriegsartikeln einen um das Drei- bis Vierfache höheren Lohn als im Frieden verdient, würde die Fest- setzung von Höchstpreisen für seine Ware, d. h. seine Ar- bcitskraft, als eine schwere Vergelvaltigung empfinden. Man sieht auch hier wieder, wie. schwierig das Problem ist. Und den- noch ist selbst aus diesem Gebiet bereits eine Lösung möglich ge- wesen in dem Augenblick, wo man das berühmte„freie Spiel der Kräfte" nicht einseitig mit Gewalt, sondern zweiseitig durch freiwillige Vereinbarung außer Kraft gesetzt hat, und zwar meist für eine bestimmte Zeit. In jeder Tarifvereinbarung liegt die Festsetzung eines Mindest- und eines Höchstpreises für die Ware Arbeitskraft." Wir vermuten, daß jene Hoch st lohn- Betrachtung der „Volkszeitung" vielen Arbeitgebern dem Kriegsbekleidungsamt gegenüber, wie man zu sagen pflegt,„das Rückgrat gestärkt" haben wird. So manchem dürfte, was das Blatt da von einem„um das Drei- bis Vierfache höheren Lohn" erzählte, ein Ansporn gewesen sein, seinerseits in der Zahlung zu niedriger Löhne unent- wegt fortzufahren._ Arbciter-Bildungsschule. Heute Sonntag, 8. Dezember, abends 7stz Uhr, findet der zweite Lichtbildervortrag des kunstgeschichtlichcn Vortragszyklus über Italien im Zeitalter der Renaissance statt. Frau Dr. Liebknecht wird das künstle- risch so reichhaltige Gebiet, das das Thema„Venedig und seine Kunstschätze" einschließt, weiter behandeln und zum Abschluß bringen. Ter Vortrag findet im Hörsaale der Arbeiter-Bildungs- schule, Lindenstr. 3. 4. Hof, rechts 3 Treppen, statt. Der Eintrittspreis beträgt 10 Pf. Eine» neuen Zugang zum Nntergrundbahnhof„Schönhauser Tor" wird die Hochbahngeiellschaft am Heuligen Sonntagnachinillag er- öffnen lassen, Sie kommt damit einem viel geäußerten Wunsche der Besucbcr der am Bülowplatze Ehemaligen Scheunenvicrtel) belegenen„Volksbühne" entgegen. Bisher mußien die zahlreichen Be- sucher dieses Thealers von dem am Nordende des Bahnhofes an der Lolhringer Slraße belegenen Ausgange den weiten Weg durch die Hankesiraße bezw. zurück nach dem Unlergrundbahnhof machen; dieser Umweg soll ihnen tünflig erspart bleiben. Zu dem Bchufe wird der südliche Zugang, der nahe dem Bülowplatze liegt, geöffnet werden und zwar schon für die Beiucher der Nachmittags- Vorstellungen ab 2 Ubr nachmittags bis 12 Uhr abends. An den Wochentagen wird man den neuen Zugang in der Zeit von 7 Uhr abends bis Mitternacht offen finden. Totgefahre«. Zwei tödliche Unfälle durch Ueberfahren werden wieder ge- meldet. Dem 51 Jahre alten Bäckereilutscher August Schamberg aus der Harlchmer Straße zu Britz entfielen in der Marienihaler Straße die Zügel. Als er sich bückte, um sie wieder zu fassen, verlor er das Gleichgewicht, stürzte vom Bock, wurde von seinem eigenen Wagen Übersahren und auf der Stelle getötet. In der Gipsstraße geriet vor dem Hause Nr. 7 gestern abend um 7stz Uhr ein 6 Jahre alter Knabe Gerhard Stock aus dem Nach- barbause Nr. tl unter einen Rollwagen eines städtischen Verkaufs- Vermittlers. Auch er wurde jo schwer verletzt, daß er gleich der- schied. Ter Tod auf den Schienen. Gestern früh 5 Uhr wurde aus der Strecke zwischen Eichkamp und Grunewald die Leiche einer etwa 24 bis 25 Jahre alten weiblichen Person gesundem, der der Kopf fast ganz vom Rumpfe getrennt>oar. Anscheinend liegt Selbst mord vor. Die Tote, die mit einenl schwarzen Mantel bekleide! >var, ist eine geborene Engländerin Cäcilie Merrick, die bei einem Kaufmann in der Jagowstraße als Stütze und Kinderfräulein im Dienst stand. An Geld fanden sich nur 22 Pfennige vor. Dr. Paul Ehristellcr f. Am 2. Dezember starb ein in Partei- kreisen wohlbetannter Arzt und Genosse, Dr. Christrller. Er ge Hörle schon vor Erlaß des Ausnahmegesetzes dem kleinen Kreise von Akademikern an, die sich der Partei anschlössen, und er ist ihr treu geblieben bis zum Tode. Stets hilfsbereit, wo es mit Rat und Tat zu helfen galt, hat er auch folgerichtig mit dem ihn auSzeichueuden Humor das Opfer seiner Ueberzeugmig in dein Verzicht aus Titel und Würden und mancbe andere Dinge zu tragen gewußt. Als Mensch, als Freund und Berater, als hervorragend tüchtiger und ge sckiickler Arzt, als Vortragender über Gesundheitspflege, als Be- gründer und langjähriger Leiter der Arbeiler-Samaritcr-Kurse, als Mitarbeiter der Arbciier-SanilätS-Komniission wie der Arbeiter- GcsundheilSbibliothek hat er sich ein bleibendes, dankbares Andenken bei den Berliner Arbeitern geschaffen. Die Einäsckerung findet am Montag, den 0. Dezember, um 2 Uhr, im städtischen Krematorium, Gerickilstr. 37/38, statt. Erleichterter Bezug der stödtisch� Elektrizität. In der Magistratssitzung am Freilag wurde einer Vorlage an die Stadtverordneten zugestimmt. die bemerkenswerte Erleicblerungen in dem Bezüge von Elektrizität aus den städtischen Werken in Aussicht nimmt. Hiernacti iolleil vom 1. Januar lglö ab Hausanschlußgebühren für Anlagen in Berlin unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht mehr erhoben werden und die Prüsungsgebühren bei dem Anschlüsse neuer Anlagen künstig fortfallen. Für die Versorgung der Berliner Industrie von grund- legender Bedeutung ist die außerdem erfolgte Annahme von Richt- linien für einen neuen Hochspaiinungstarif mit so günstigen Be- dingungen, daß den berechtigten Wünschen hierdurch voll Rechnung getragen wird. Ein tödlicher Straßcnunfall ereignete sich am Freitag nach- mittag vor dem Hause Äöpenicker Straße 127a. Dort wollte ein Herr Franz Häkbig vor dem Straßenbahnwagen 2846 der Linie 1 die Schienen überschreiten, stürzte dabei zu Boden und geriet unter den linksseitigen Schutzrahmen des Triebwagens. Mittels Winden wurde das Gefährt angehoben und der Verunglückte befreit. Herr H., der eine Kopfwunde und innere Verletzungen erlitten hatte, wurde nach dem Krankenhause Bethanien geschafft, wo er bald nach seiner Einlieferung verstarb. � Das Kasiiw-Thcatcr bleibt seinem alten Programm treu, mög- lichst viel und damit jedem Beiucher etwas zu bieten, das angenehm unterhält. Diesen Zweck erfüllt zunächst da» Speziatitälenprogramm, das recht gute Nummern enthält. Dami folgt eine kleine, besonders zurechtgemachte Posie„Was m a ch sr e n u?", die Herr Hans Berg aus einem älteren Stück gezimmert hat. Ueber den Inhalt ist nicht viel zu sagen. Ein alter Junggeselle lebt in den Tag hinein; seiner Malerei braucht er nicht mehr nachzugehen, weil ein reicher Onkel ihn reichlich unterstützt. Diese Unterstützung hat er aber nur ergattert, daß er dem Onkel vorgeschwindelt bat, er habe sich verheiratet. Und als er weiterschwindelie. es sei ein Kind angekommen, wurde der Zuschuß erhöht. Eines Tages aber meldeten sich Onkel und Tante zum Besuch an und nun war guter Rat teuer. Eine Schauspicleriii miißte die Frau vorstellen, ein Kind wurde geborgt. Daraus entsteheii schließlich die sonderbarsten KompU- kanonen. Schließlich geraten die Alten mit der.iungen Frau" zu- sammen, die obendrein mir einem Freund des Junggesellen lieb- äugelt, der letzteren gern verheiraten wollte und nun selber das Opfer wird. Die Alten werden durch einen neuen Schwindel be- rnhigt, daß ihr Neffe sich lvicder scheiden lassen will von seiner Frau, mit der er gar nicht verheiratet war. Im Kasinotbealer spinnt sich eine Art inneres Band von der Bühne zum Stammpublikum, das die Spieler, wie Herrn Berg und Frau Hintzer, Frau Hosmann seil Jahren kennt und nun reichlich Beifall spendete. Im Wintergartenprogramm für Dezember ist eine Operette auf« genommen worden. Und zwar eine aus der guten alten Zeit, da die Komponisten ffch noch mir Liebe und Sorgfalt musikalischer Fein- arbeil hingaben und nicht nötig hatten, ihre Vorgänger auszu« plündern. Franz von Suppös„Flotte Bursche" erwiesen sich denn auch als ein musikalisch überaus reizvolles und bei aller Harmlosigkeit dank deS prächtigen Bühnenbildes und der guten Be- ietzung auch darstellerisch immer noch wirksames Stück. Elsa Berna lind Lotte Werkmeister waren ivirklich flotte Burschen, und Heinrich Peer gestaltete den Geizhals Geier zu einer Charakierfigur anS, die jeder Schanipielbühne zur Ehre gereichen würde.— Von den anderen neuen Darbietungen ist an erster Stelle Grete W i e s e n t b a I S anmutige, dcrbfrische Tanzkunst zu nennen. Sie tanzte nach Melodien von Weber und Strauß, und obwohl sie auf ganz andere zartere und feinere Wirkungen ausgeht als die üblichen rassigen Variete- tänzerinnen, gefiel sie doch. Als jugendliche Meister der Alrobatik erwiesen sich die sieben Antonets. Ernst Thorn als wahrhaitcr Hexenmeister. Jan Paul als der echteste Hunioriü des Brettls, Perzina mit seinen Vogeldressuren bewahrten ihre alte Anziehungskraft. Und der grotesk-ullige Pich war als Parodist der Nackilänzerei zum Quietschen. Im Zoologischen Garten hat sich die Affensammlung in letzter Zeit uin mehrere Geichenle erfreulich vermehrt, die in sehr inrer- essanter Weise zeigen, wie in der artenreichen Gruppe der afrikani« scheu Meerkatzen manche Arten schon auf den ersten Blick durch ihre ganze äußere Erscheinung, andere wieder nur durch einzelne Farben- Merkmale sich unterscheiden. So lennzeichner sich die Gelbgrüne Meerkatze sofort dnich ihr aclblich-grünlich gesprenkeltes Fell und ihren flotten, bis über die Ohren reichenden Backenbarl, während Mona- lind CampbellS Meerkatze in viel dunklere, braune und schwärz- liche Farbcntvne gekleidet sind und sich untereinander durch den nur bei der Mona vorkommenden kastanienbrauncii Rücken unterscheiden. Die ebenso flinken und eleganten, wie zahmen und liebenswürdigen Neuankömmlinge sind im großen Affenhause untergebracht.— Der Eintritt kostet an diesem ersten Dezember- Sonntag während deS ganzen Tages für Erwachsene und Kinder nur 25 Pf. die Person, ebenso für daS Aquarium, das von S Uhr morgen» bis 8 Uhr abends geöffnet ist. Berlorc» hat am Donnerstagabend gegen 6 Uhr eine Arbeiterin eine schwarze Handtasche mit einem größeren Geldbetrag, der ihr nicht gehört. Die Tasche enthielt noch eine silberne Börse und einen Sleuetzctlel. Die Taiche ist entweder in einem Wagen der Straßen« bahn Linie 99 liegen geblieben oder von der Gustav-Meyer-Allee bis Pulbuier Straße verloren worden. Um Abgabe wird gebeten bei Engelmann, Schivelbeiner Str. 4, 2. Stfl. III. Gefunden wurde am Dienstagabend Unter den Linden ein Portemonnaie mit Inhalt, das aller Wahrscheinlichkeit nach eine Frau Vorloren har, die hingefallen war. Die Verliererin kann die Adresse der Finderin in dem Sekretariat unserer Redakttou erfahreru /tos den Gemeinden. Besuch der Lichtcnbcvgcr Stadtverwaltung bei der Konsumgenosseuschast» Einem Wunsche mehrerer Stadtväler folgend, hatte die Per- waltung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend den Magistrat und die Stadlberordnele» zu einer Besichtigung ihrer An« lagen eingeladen. Dieser Einladung hatten die stäbtiichen Körper« schatten an, letzten Donnerstag fast vollzählig Folge geleistet. Die hier schon öfter besprochenen Anlagen wurden in mehreren Gruppen einer eingehenden Besichtigung unterzogen und dabei die Beiricbseinrichlungen als auch die peinliche Sauberkeit besonder» anerlannt. Zuletzt wurde das neuerbaute Verwaltungsgebäude in Augenschein genommen, wobei der Sekretär der Genossenschaft im Sitzungssaal der Verwaltung in kurzen Worten die Grundsätze und Entwicklung deS jetzigen MillioiieiiunlcrnchmenS darlegte. Der Oberbürgermeister wie auch der Stadlverordnelenvorstcher gaben offen ihrer Bewunderung über das Gesehene Ausdruck und betonten, daß die Besichligung das Zusammenarbeiten der städtischen Verwaltung und Gcnossenschast zum Wohle beider Teile fördern möge. Adrcssenangabc Schöncberger Kriegsteilnelimer. Die Stadt Schöneberg hat beschlossen, den Kriegsteilnehmern eine kleine Weihnachtsfrcnde durch Uebersendung einer Weihnachts« liebesgabe zu bereiten. Zur Durchführung dieses Beschlusses braucht sie nun die Adressen der Ki leger. Bei einem Vergleich der abge« gebenen Feldadrencn mit den Listen der Kricgsuntersiützten hat sich gezeigt, daß noch viele Frauen und Mütter bis jetzt Adressen nicht abgegeben haben. Es wird darum der Termin für die Abgabe bis zum 12. Dczenibcr einichließlich verlängert. Wer schon eine Adresse abgegeben hat, darf diese nicht noch einmal abliefern, tut er dies doch, so bat er zu gewärtigen, daß seine Angehörigen überhaupt kein Paket erhalten. Die Adressen müssen auf dem yorgedrucklen For- mular mit Tinte sauber und deuilich geschrieben sein. Sie sind den ganzen Tag beim Portier im Hauptportal Rudolf-Wilde-Platz ab« zugeben. Sozialdemokratischer KreiSta.qSabgeordneter in F'ricdrichsyagen. Von den zwei Maiidaten zum Niederbarnimer Kreistag war dasjenige des früheren Gemcindcberordnelen Gnde abgelaufen. An dessen Stelle wählte die Gemeindevertretung am Freitag den Ee« nosscn Otto Barth mir 11 von 12 abgegebeiicil Stimmen. Lcbensm ittelverkauf in FricdrichShagen. Ein kommunaler Speckberkauf beginnt am Montag, den 6. d. M., auf dem Hofe des Rathauses. Der Speck wird zum Preise von 2,10—2,20 M. in beschränlten Mengen au alle Einwohner ab« gegeben nach Maßgabe der Familienstärke, wofür die Zahl der Brot- karten als Ausweis dient. Am Montag wird nur an Inhaber von Brotkarten mit den Nummern 1—3000 verlaust, und zwar abteilungs- weise, je 750 Nummern, beginnend mit 1. sollen in einer Sinnde abgefertigt werden. Die Fortsetzung des Verkaufs findet am Mitt- woch statt. In den nächsten Tagen wird durch die Gemeinde auch wieder ein Waggon Kohlrüben und Mohrrüben, die sich vorzüglich zur Einkellernng eignen, zu scbr billigen Preisen an, Gülerbahnhos verlaust. Der Termin wird noch belamitgegeben. M�MlvAIWaNSM M�...''.'-�WWW Zriidrichstraße 17S Moabit. Turmstraße 5 WWW- 4L9 Fabrik Alexanderstr. 30 1. Etage, an der Magazinsir. Ter Einzelverkauf des grasten Lagers stnoet wie alljährlich statt. Nur Pelzwaren vornehmster ktus- führung. Entzückende Pelzschals, Kolliers, hochmoderne Muffen, Zobel, Nerz, Persianer, Skunks, Blau- suchs, Weitzsuchs, Hermelin, Marder-c. ElGg.Herrei)-GGli-Pelze sosehr bilBig.-vis Herrenkragen, Pelzmützen. Reparaturen billigst. Hermann Oppenheim Gegr. 1<>7S. Sämtliche Preise sind während der Kriegszeit bedeutend billiger berechnet Osfiziere, Lehrer, sämtliche Militärs, Post-. Telepdontsten-, Eisenbabn. sowie sämtliche Beamten und Vereinsmtt- gticder erhalten extra 5 0/0 Rabatt. Sonntags geöffnet. J. Baer ßailstrJf Ec,/, Uhr, von der Halle des Michael-Kirch- boseS in Neukölln, Mariendorjer Weg, aus statt. 143/4 Die örtl. Verwaltung. Meiner werten Kundschajt die I traurige Nachricht, dah der Er- finder und Hersteller des»Woll- macht!'.H änderet nigungSvuloers Oskar Wollmach am 17. November den Heldentod erlitt. 2964b Ehre feinem Andenke»! Oskar Wollmach\nchf. Jnh. S. Dreßler. Berlin, KL Aiwreasstr. 15. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Natbricht, dah unser Kollege, der Droschken- sührer Emst Tschepe von der Firma Pohl, Alt-Boxhagen am 2. d. Mts. im Alter von 56 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Montag, den 6. Dezember, nachmittags 3Ubr, von der Leichen- Halle des FriedhojeS in Marzahn aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht �tackrut. Dm Mitgliedern zur Nach- richt, dah unsere Kollegin, die Botenfrau Auguste vangel von der BorwärtS-Spedition Böhm, am 36. November im Aller von 49 Jahrm vcr- starben ist. Ehre ihrem Andenken: 69/4 Die Bezirksverwaltung. Gewidmet zu seinem heutigen 24. Geburtstage. Fem von seinen Liebm starb im Felde am 16. September 1915 den Heldentod unser einziger lieber Sohn 121A Alfred Feiten. In tiefstem Schmerz Hermann Felten nebst Frau, Köpenickcr Strohe 25. Ihm war der Tod, uns war der Schmerz beschieden. Schills wohl geliebter Sohn. Ueber Deinem Grabe weht der Völkertrieden. Ruhe sonst in sremder Erde. Den Tod jürs Vaterland er- litt am 13. November 1915 auch mein zweiter lieber, unvergeh- licher Sohn, der Musketier Eriek Kendler Reserve- Jnsanterie«Regiment 59. In tiefem Schmerz 79A Paul KenUler, Mühlen ftrahe 48. ■�T VON seinen Lieben wurde am 16. November mein mnig- geliebter Gatte, unser Herzens- guter Vater, Sohn, Bruder und Schwager, der Restauratmr Paul Kubisch Fcldartillcrie-Reg. Nr. 112, im Alter von 49 Jahren durch einen Granatspllltcr getötet. Anna Kubisch, Möckernstr. 133a Alfred u. Georg als«.ohne. Er ging dahin, den ich so innig liebte,— der gute Gatte, meines Lebens Glück.— Er ging dahin, der nie mein Herz betrübte— und läht mich trostlos hier zurück.—- Ich Hab' ein Glück besessen,— es bleibt mir unvergessen. Lieber Vater, schlaf in Ruh. unsere Liebe deckt Dick zu._ Deutscher ßuebbluder- Verband. (Zahlsteile Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, dah unsere Kollegin Ella Orünmeier am 30. November nach kurzem Leiden verstorben ist. Ehre ihrem Andenken: Die Beerdigung findet Mon- tag, den 6. Dezember, nachmittags 21/, Uhr, aus dem Zentralsriedhos in FricdrichSselde statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 24/3 Tie Lrtsverwaltnn«. Deerdiguuuskereiu der Zininierleute GroD-Berlius. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah am Mittwoch, den 1. De- zember, vormittags 1°/< Uhr, unser Kamerad, der Zimmerer Wilhelm Glasow Neukölln, Emser Str. 27, sanst entschlascn ist. Ehre seiuem Andenken: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. Dezember, nach- mittags 3'/z Uhr, von der Leichen- balle des Neuköllner Gemeinde- Kirchhotcs, Mariendorjer Weg, aus statt. 29ü5b Der Vorstand Verband derDut- und Filzwaren- arbeiteru. Arbeiterinnen Deutschl. Ortsverwaltung Berlin. Aus dem Schlachtjclde fielen die Kollegen Karl Hartmann und Fritz Riepert. An schwerer Lungenentzündung verstarb im Lazarett der Kollege Max Kaiser. Ehre ihrem Andenken! 76/16 Der Vorstand. Allen Freunden, Bekannten und Genossen die schmerzliche Mit- tellung, dah der Fabrikant Gskar Wollmach Gesr. im Landw.-Jnf.-Reg. 20 durch Gewehr- Brustschuh am 17. November den Heldentod erlitt. Ich, die dem teuren Toten am nächsten gestanden, empfinde den Verlust besonders hart und bitter. Nur wer die edlen und guten Charaktereigcnschaslen des Ver- storbenen kennen zu lernen Gc- legenheit halte, wird meinen un- ermehlichen Schmerz begreisen. Er wird mir unvergehlich bleiben l 29506 In unsagbarem Weh Frau b». Dreßler. Droben im Felde In laller Novembernacht— Dein gutes Herz Tat seinen letzten Schlag. Eine oerirrte Kugel Brach Deinen Blick. Eine verirrte Kugel Zerstörte unsrer Zukunst Glück l Ruhe sanst in sremder Erdel Allzu früh und fern der Heimat fiel am 17. Novbr. der Fabrikant Gskar Wollmach als Opfer dcS Weltkrieges. Wir verlieren in dem Verstor- denen einen edlen und guten Menschen, der uns durch den jahrelangen vertrauten Umgang wie ein Vater ans Herz gewachsen war. Seine guten Lehren und Ralschlhge, die er uns liebevoll # zuteil werden lieh, werden wir in Zukunst sehr missen. 2960b Wir werden seiner nie vergessen und geloben, in seinem Sinne und in seinen Gedankengängen zur Erreichung des gemeinsamen Zieles weiter zu wirken. Möge ihm die sremde Erde leicht sein! In wehem Schmerz Paul Raschle. Artur Raschle, zurzcll im Felde. Es gibt kein gröh'rcs Leiden als in den Worten liegt t Es ist bestimmt zu scheiden Von Menschen, die man liebt. Ruhe sanst I Allen lieben Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, dah uns am 1. Dezember 1915 nach kurzem, schwerem Leiden unser einzig geliebtes Töchterchen, mein heihgeliebtcs einziges Schwesterchen 33A Loitchen im 7. Lebensjahre durch den so plötzlich erjolgtcn Tod entrissen ist. Dies zeigen liesbetrübt um stille Teilnahme bittend an Paul Schubert(zZ. im Felde) und Fr. Eharlotte geb. Floth. Rudi als Brüder. Die Beerdigung findet am Montag, den 6. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Wilmers- dorser Halle, Berliner Strahe, aus statt. Sera Me»le« nnfetei am Hera SkleMmlah gefaOenen Seaaffe»! Am 6. November fiel unser Mitglied, der Korrektor Kobsni Schadebach III. Abt. Zahlnacht, 37 Jahre alt, Armierungsjoldat im 69. Arm.-Bat., 8. Bahr. Res.-Div. Am 18. November verstarb durch Beckenschuß im Lazarett Riesen- bürg, Weslpr., der Buchdruckerei-Htlssarbeiter �Shent Kiid III. Abt. Zahlmorgen. Die Beerdigung ersolgte am 21. November dortselbst. Sozlaldemokr. Wahlvereln(. d. 2. Verl. Relchstagswahlkr. 207/1 Am 18. November fiel der Dreher Paul Newrzella Hausburgstr. 5. Bez. 403 1. Am 26, November starb infolge eines Unglückssalles der Maurer Nlax Nekat Graudenzer Str. 4. Bez. 337. 216/11 Sozlaldemokr. Wahlverein t. d. 4. Berliner Relchstagswahlkr. Am 15. Juli fiel bei einem Sturmangriff der 27jährige Arbeiter Willi Groh «tettiner Str. 41. 18. Abt., Bez. 814. Am 8. Oktober fiel der im 28. Lebensjahre stehende Genosse Karl Porth SIettincr Str. 30. 18. Abt.. Bez. 814. Infolge seiner im Felde erhaltenen Wunden verstarb im Lazarett am 30. Ottober der 27jährige Arbeiter hiuge iHüNen Christianiastr. 127. 18. Abt., Bez. 814. Am 2. November fiel der 29jährige Bautischler Paul Knoche Nodenbergslr. 28. 5. Abt.. Bez. 551». Am 24. November fiel der 29jährige Arbeiter Alfred Kiemchen Alt-Moabit 37. 13. Abt., Bez. 685. Infolge eines Kopfschusses verstarb am 6. Oktober im Reserve- lazarett m Gury der 30jährige Modelltischler Paul Wmmg Triststr. 40. 16. Abt., Bez. 758. 229/7 Sozlaldemokr. Wahlvereln f. d. 6. Berliner Relchstagswahlkr. Es fielen die Genossen Max Adler veztrISfllhrer, Dahlmannstr. 34, am 25. September! Albert Nieder Bezirkssührer, Wielandstr. 49, am 29. Oktober; Paul Jung Holzendorsstr. 21, am 30. Oktober. 'n seinen Wunden verstarb am 14. November der Genoffe Fritz Liermann Schlogstr. 65. 252/1 Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Am 7. Oktober gefallen der Beizer Willi Schoßtag Wißmannstr. 1. 24. Bez. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. 240/8 Aus dem Schlachtselde starb unser junger Genosse Nichard Becker Günthcrstr. 3. Sozlaldemokr. Wahlverein Kreis Niederbarnim. 198/19 Bez. Karlshorst. Aus dem Schlachtselde fiel der Genosse Cltto Kietz Wilhelmstr. 75. 5. Viertel, 73. Gruppe. 14/13 Soziald. Wahlvereln Kreis Niederbarnim, Bez. Lichtenberg. Bei den Kämpfen fiel am 20. Oktober unser Genoffe Fritz Bölling. 247/8 Sozlaldemokr. Wahlv. Niederbarnim. Bez. Reinickendorf-Ost. SoziiüdemoRratisotiep Wahlverein !. d. 4. Berl. Reichslagswahlkpeis. Görlitzer Viertel. Bezirk 207 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genosse, der Schuh- macher »losepk Wstmer Reicheuberger Strafet 98a gestorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 6. Dezember, nach« mittags VI, Uhr, von der Leichen- Halle des Zcnlral-Friedhojcs in Friedrichsselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 216/10 Der Vorstand. Als Opser des Krieges siel am 3. November 1915 mein lieber Mann, trcusorgender Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Ersatzrcservisl Willi Burg stn 33. Lebensjahre. UbA Schmerzersüllt zeigt dies an k�rsu.Anna Burg geb. Koch, Neukölln, Münchener Str. 35. r* MeiteF-Samariterbiiiiil Kolonne Croß-Berlin. Zur Einäscherung unseres lang- jährigen LehrerS, Herrn Vi'.liieij.ksvl cdi'iLteüör! am Montag, den 6. Dezember,! nachmittags 2 Uhr, werden die! Samaritergcnossen».Genolsinnen I ersucht, zur Begleitung deSBauners[ mit Armbinde zu erscheinen. Treffpunkt: VI, Uhr Gericht. strafet. Ecke Adolsstrafee, Restaurant, j Um rege Beteiligung ersucht 287/9 Bei- Vorstand. Gesanperein der Gastwirts- pbillen Berlins. (M. d. D. A.-S..B.) Als Opser des Weltkrieges siel am 8. Oktober unser treues Mit- glicd, der Sangesbruder �ickan! Hirscht. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Stumm schläft der Sänger. 2954b ver Vorstand. Deutsch. Metallarheiter-Verband Verwaltungsslelle Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefallenen Kollegen. Karl Fcko, Dreher, geb. 15. Januar 1883 in AscherSlcbcn. Wilhslm Bartik, Ziseleur, geb. 3. März 1884 in Eisenstein. Georg Bartsch, Schlosser, geb. 1. Januar 1887 in Potschappcl. Wilhelm Brockerhoff, Schmied, geb. 8. Dezember 1885 in Homberg. Max Gelbrecht, Schlosser, geb. 23. Dezember 1882 in Köpenick. Ernst Grunewald, Dreher, geb. 11. Juni 1383 in Elbing. Alfred Hannuleck, Bohrer, geb. 20. Oktober 1888 in Halle a. S. GttO Kietz, Arbeiter, geb. 5. November 1880 in Friedrichsselde. Karl Krause, Metallarbeiter, geb. 11. Februar 1883 in Dyhrensurth. Karl Leest, Schmied, geb. 18. September 1878 in Kösen. Albert Leipold, Schlosser, geb. 1. April 1886 in Hodors. JUÜUS Löst, Schleifer, geb. 18. Juli 1880 in Pyritz. Kurt Margraf, Maschinenarbeitcr, geb. 21. Februar 1880 in Frankfurt a. O. Paul Newrzella, Dreher, geb. 9. AprU 1890 in Berlin. Albert Nieder, Elektromonteur, geb. 17. August 1886 in Charlottenburg. Paul Bichter, Metallarbeiter, geb. 19. Juni 1893 in Berlin. Heinrich Rohde, Schlosser, geb. 27. März 1870 in Berlin. Wilhelm Sandhop, Former, geb. 17. März 1884 in Jörtenstors. Paul Schaler, Elektromonteur, geb. 1. April 1885 in Berlin. Albert Schieler, Schlosser, geb. 17. März 1892 in Alt-Schadow. Fritz Sobisch, Schlosser, geb. 28. November 1890 in Rawitsch. Georg Weide, Autogen-Schweisser, geb. 19. November 1888 in Berlin. Ehre ihrem Andenken! 123/7 Die Ortsverwaltung. IFlUale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dafe folgende Kollegen aus dem| chlachtselde gefallen sind: Hahis Biadaszkiewlcz, Charlottenburg. FritZ Kirchhoff, Gasanstalt Gitschiner Straße. Faul NOSSCCk, 27. Revierinspektiou. AlbCft OriCrt, Gasanstalt Danzigrr Straße. Max Quade, Straßenreinigung. Jakob RUSiUCCk, Gasanstalt Danziger Straße. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken beivahren. Bio Orltivervvnltnnir. 36/12 Sozialöemokrat. KreiswatilverEin i niederbanm Bezirk Lichtenberg. 20. Gruppe. I Am Freitag, den 3. Dezember,! verstarb unser Genosse, ders Droschkenkutscher Lrast Isckepe. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet Montag den 6. d. M., nachmittags 3 Ubr, von der Leichenhalle in Marzahn I aus statt. 14/12! Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Mzeite�portvera'iiipg Xcukölln. Am S. November siel unser lieber Kollege Otto Hußner im Alter von 20 Jahren. Wir werden seiner ehrend ge- denken. 287/10 AIS Opser des Weltkrieges siel! am 8. November unser Kollege,| der Kammarbeiter Hans Alt im 20. Lebensjahre. Wir werden fein Andenken in 1 Ehren halten. 8A! Die Kollegen und Kolleginuen J der Firma Brahn& Co. Hierdurch die traurige Räch- richt, dafe mein lieber Mann. guter Vater, Schivicgcr- und lLrofevater Joseph Mahner im 52. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden gestorben ist. Im tiefsten Schmerz Frau Berta Wahner u. Kinder. Beerdigung Montag, 6. De- zembcr, mittags Vj, Uhr, von der Leichenhalle des Zentralsried- Hofes, Friedrichsselde. 120A MM Bezirk Grost-Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefalle»! Gustav Aibrccht, Industriearbeiter. Paul Arndt, Fahrstuhlführer. Hermann Aveud, Industriearbeiter. Robert Bangert, Geschäftskutschcr. Otto Benzin, GeschSftskutscher. Max Bratseh, Arbcitskutschcr. Otto Brauer, Geschäftskutscher. Joseph Cielioeki, Fensterputzer. Joachim Därnbeck, Müllkutscher. Ernst Fischer, Geschäftsdiener. Franz FriSChat, Industriearbeiter. Friedrich Funk, Lagerarbeiter. Riehard Grünberg, Arbeitskutscher. Reinhold Gustke, Lagerarbeiter. Gustav Haberstroh, Straßenbahner. Wilhelm Heibig, Fräsekutscher. August Herholz, Packer. Emil Hoffmann, Fensterputzer. Ernst Hoppe, Industriearbeiter. Max Hoppe, Kohlenarbeiter. Karl John, Gcschäftsdieucr. Roman Kaezor, Müllschaffner. Paul KlUCkOW, Kellerarbeiter. Hermann Knop, Geschäftsdieuer. Ewald Köhntop, Industriearbeiter. Bruno Kracheel, Industriearbeiter. Paul Rubiseh, Rollkutscher. Ernst Land, Industriearbeiter. Max Lesslauer, Ärauereiarbciter. Hermann Mante, Kasseubote. Fritz Meyer, Geschäftsdiener. Reinhold Menzel, Droschkenchauffeur. Rudolf Meurer, Geschäftsdieuer. Franz Miehalsky, Geschäftsdieuer. Karl Müller, Spcditiousarbeiter. Richard Ohmann, Bierfahrer. Franz Paul, Bierfahrer. Karl RlltZ, Bicrfahrer. Friedrich Sehneidereil, Geschäftsdieuer. Adolf Sehobel, Geschäftsdieuer. Emil Schubert, Packer. Wilhelm Thee, Industriearbeiter. Franz Thun, Industriearbeiter. Wilhelm Vieillard, Gerüstbauer. Alfred Zippel, Droschkenchauffeur. Ehre ihrem Andenken! JMe Bezirksleitung. Verbami der Fabrikarbeiter Deutschlands Zahlstelle Grotz-Berlin. Gefallen sind folgende Mitglieder: Wilhelm �VimdailM Bezirk Teltow. Friedrich Gröning Karl Reh Hermann Pein Paul Hartmann Walter May Willi Landrock Gustav Mühl Reinhold Groger Karl Schulz Bruno Rudo Paul Krüger Schönhauser Borstadt. Charlottenburg. Lichtenberg. Süd-Ost. Neukölln. Niederlchme. » Osten. Ehre ihrem Andenken! Die OrtSverwaltnug. Praktische Weitinaeh(sgaben außerordentlich billig. eopoid Oadiel Kaufhaus für Gelegenheitskäufe• � Jachen-Kleider, Mostfim-Köche, l|{ussn schwarz, blau u. farbig, vorzügl. Stoffe, ftchwarz u. farbig, � vornehme Macharten, alle Crrößen fiH aparte Formen, zum Teil mit Trägern SgBj »5.— 30.— 25.-./? T- 17.75 12.75 0.75'iZM Königstraße 22-26 1 Treppe. 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