Nr.338.-3S.Itchrs. Irtennments-Beiflngnngtii; ttBonnmemJ• Brett pränumerando l kierleljährl. 8JO Mk. monotL 1JO SRt, wöchentlich 25 Bfz. frei irt» Hau». Einzelne Nummer ö Big. Sonnlagt- nummer mit illustrierter Eonntagt- Beilag».Die Neue Kell' 10 B'g Soft- «bonnemem! 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Boll- Zeitunat- Lreltlille Unter Kreuzband fllr Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2.50 Marl für da» übrige Uutland t Marl pro Monat. Lostabonnementt nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Bormgoch Rumänien, Schweden UN» die Schweis ««eil» lZgNl». Verliner VolKsblettk. � 5 Pfennig) Die!nfcrtionS'6cböl)r Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Ziaum 60 Pfg. jüt politische und gewcrlschaitliche Verein». Mid Versnmmlungs-Anzcjgen 30 Pig. »Ulleine Anreigen", das settgedruclte Wort 20 Pfg. lzulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch» staben zahlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müstcn bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition i(l bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm< Adresse: „Sozialdemolirat Berlin", Zcntralorgan der rozialdemokrattfcbcn Partei Deutfcblands. Neöaktion: SW. 6$, Linüeastrahe z. Kernivrccher- Am, Morivpla«. Nr. 131»0—131»7. Expedition: SW. öS, Linüenstraße Z. Kernsprecher: Amt Moritspln«, Nr. 131»»— 131»7. Sie Serben bei speb geschlagen. die wanölungsfähigen und die Unbelehrbaren. Es wird oft mit großer Emphase versichert, daß der Krieg nicht bloß ein Lehrmeister, sondern auch ein strenger Examinator sei. Völker und Einzelpersonen würden vom Krieg auf ihre Tauglichkeit und Tüchtigkeit geprüft, die Spreu iuerde von dem Weizen geschieden, und die Oberhand be- hielten diejenigen, die kraft der ihnen innewohnenden Tüchtig- keit. verbunden mit einem vernünftigen Anpassungsvermögen, den Gang der geschichtlichen Ercigniste zu meistern verstanden hätten. Die anderen jedoch, die„Unentwegten" und„Un- belehrbaren", die schalteten sich selber aus. versperrten sich— wie noch neulich der- treffliche Dr. Paul L e n s ch im„Ham- burger Echo" schrieb—„mit Gewalt jedem geschichtlichen Verständnis" und brauchten sich deshalb nicht zu wundern, daß die Geschichte rücksichtslos über sie hinwegeile. Alle am Kriege beteiligten Länder weisen zahlreiche Beispiele auf, die den Segen der Wandlungsfähigkeit und das Verderbliche der grundsätzlichen Starrköpfigkeit und Unbelehrbarkeit dartun. Es wäre sonderbar, wenn nicht auch der zuletzt in den Krieg eingetretene Staat, Bulgarien, dieselben Er- scheinungcn aus dem erwähnten Gebiet aufiveisen würde. Hier zeigte sich schon mehrere Monate vor dem Eintritt Bulgariens in den Krieg im sozialistischen Lager eine ziemlich tiefgehende Differenzierung in der Stellung zum Kriege. Zwar konnte der Führer der einen Partei, der„weitherzigen" Sozialisten, Javko Sakasoff noch im Juni in einem auch im„Vor- wärtS" abgedruckten Artikel die Aufgabe seiner Partei dahin präzisieren, daß sie„bis zum Ende" für die unbedingte Neu- tralität und gegen die Einmischung Bulgariens in den Krieg kämpfen würde. Aber in den nachfolgenden Monaten zeigte es sich immer deutlicher, daß die Partei der„Weitherzigen" mehr und mehr in das Fahrwasser der„russophilen" Oppo- sitionspartcien geriet und ihr Kampf für die Neutralität einen ganz anderen Charakter erhielt, als es bei der Partei der „engen" Sozialisten der Fall war. So schrieb das Mitglied des Zentralvorstandes und Abgeordneter der Sobranje K. P a st u ch o w im Organ der„Weitherzigen",„Narod" vom 28. Juli:„In den neutralen Ländern sind die Sympathien für Deutschland sehr mininial, während Rußland ihnen gar nicht als solches Schreckgespenst vorkommt, wie es früher zu sein schien. Unterdessen befinden sich in der Mitte des Balkansozialismus verknöcherte Sozialistenführer, die— anstatt sich Mühe zu geben, sich in dem komplizierten Er- scheinungcn des Lebens zurechtzufinden— ihre Augen und Ohren vor allem verschließen, was ihre Gedanken beunruhigen könnte; sie wissen immer nur ein und dasselbe: Kampf gegen alles Russische...." Ter Standpunkt der„vor- knöcherten" Sozialisten von der„engen" Partei ist hier zwar zu polemischen Zivccken verzerrt wiedergegeben, aber die An- klage gegen die„Engen", die von den Weitherzigen später noch des„Gcrmanophilismus" und der Vcrbin- dung mit Agenten Deutschlands geziehen wurden, ergänzt doch sehr gut die sonderbare politische Orientierung, die die Partei der„Weitherzigen" ihrem Kampf für die Neutralität zugrunde legte. Nicht uniionst konnte die Baumeistersche „Internationale Korrespondenz", die für derartige Tinge eine sehr feine Nase hat, im August erklären, daß die bulgarischen Weitherzigen„in russophilem Fahrwasser iegeln". Doch plötzlich kam der Unischwung Nach der Ankündigung der vulgarischen Mobilisation entsandte die Sobranjefraktion der„Weuderzigen" eine Abordnung an den Ministerpräsi- deuten, worauf die„Franks. Ztg." auf Grund einer Meldung aus Budapest m tteilcn konnte, daß die bulgarischen sozia- listiichcn Organisationen ihrer patriotischen Pflicht in allen Beziehungen voll und ganz nachkommen würden. Diese Meldung bezog sich auf die Partei der„Weitherzigen", deren Führer Janko Sakasoff am 9. Oktober(n. St.) im „Narod" schrieb:„Umsonst und unnütz werden die An- strengungen sein, KOOOOO Personen männlichen Geschlechts. d. h. einen Teil der in politischen Parteien orgamsierten bulgarischen Bürger, von der Aufgabe abzuwenden, die ihnen die Reglerung zugewiesen hat. Wir glauben und hossen, daß es solche Versuche nicht geben wird, denn wenn ein Volk an einer Tat von solcher Wichtigkeit beteiligt ist,— wer von seinen einzelnen Söhnen wird dann seine Einigkeit anzutasten wagen? Dies enthebt uns nicht der Pflicht nachzudenken, und sehr ernst nachzudenken über den Nutzen dieses Schrittes des ganzen Volkes, zehnmal die Konsequenzen abzuwägen und der großen schweren Ver- antivortlichkeit bewußt zu sein, die mit der Inangriffnahme dieses Schrittes verbunden ist." Sieht man von dem im letzten Satz enthaltenen Hinweis auf die Notwendigkeit des„ernsten Nachdenkens" ab, der unter den obwaltenden Verhältnissen nichts als eine Phrase ist, so muß man in den Worten Sakasoffs ein offizielles Be- ielDnns US GllW SMlMlw. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 7. Dezember 1915. tW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Berrq au Bac glückte eine größere Sprengung. Der französische Graben ist mit seiner Besatznng ver- schüttet, eine fast vollendete feindliche Miuenaulage ist zerstört. Oestlich von Aubcrive sin der Champagne) wurden etwa 259 Meter des vordere» französischen Grabens ge- nommen, über 69 Mann sielen gefangen in unsere Hand. westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Balkankriegsschauplatz. Jpek ist erreicht. Etwa 1259 Gefangene und sechs Geschütze wurden eingebracht. Die Franzosen haben vor der drohenden Umfassung ihre Stellungen im Cerua-sKarasu-)Vardar- Boge» aufgeben müssen. Ober st e Heeresleitung. m* Set WmMW MeiuifiMetlffli. Wien, 7. Dezember.(W. T. B.) Amtlich wird ver» lautbart: 7. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Keine besouderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Es fanden keine größeren Kämpfe Patt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Plcvlje schlugen wir moutenegrinischc Bor» stoße ab. Im Grrnzraum nördlich von Berane greifen unsere Truppen die montenegrinischen Hauptstelliingen an. Sie erstürmten gestern mittag die Bcrschanzungcn bei Suhodol. Südlich von Novipazar brachten wir abermals eintausend» dreihundert Gefangene ein. Der Raum östlich von Jpek war gestern neuerlich der Schau- platz hrftigcr Kämpfe. Der Feind wurde überall geworfen und verlor sechs Geschütze. Heute früh drangen wir in Jpek ein. D j a k o v a wurde von den Bulgaren besetzt. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes. v. H o e f e r, Fcldmarschalleutnant. kenntnis seiner Partei zum Burgfrieden und zur U n t e r- stützung der Regierung erblicken, die noch unmittelbar vorher von der in russophilem Fahrwasser segelnden Partei auf das heftigste bekämpft wurde. Der Tüchtigkeit und dem Anpassungsvermögen der„Weitherzigen" stellt dieses Be- kenntnis jedenfalls ein ehrendes Zeugnis ans. Weit starrköpfiger und„unvernünftiger" erwiesen sich die des Germanophilismus angeklagten„engen" Sozialisten. Zwei Tage vor der offiziellen Kriegserklärung erließen sie ein Manifest an das Volk, das in vielen taufenden Exemplaren als Flugblatt veibreitet wurde. Unterzeichnet war das Mani- fest, das wiederzugeben wir uns versagen müssen, von den sozia- linückien Sobranjeabgeoidneten, den Genossen D. B l a g o j c f f, G. Kirkoff, V. K o l a r o f f. Hr. Cabatchief, G. D i m i- troff, T. Lnkanoff, G. Pop off, T. Petroff, I. Jordanoff, K. Toscheff, C. Tzuperatcheff. Wie uns vom Exekutivkomitee des Jnterbalkanbureans in Bukarest mitgeteilt wird, ist gegen die elf Unterzeichner des Manifestes, die nur gegen eine hohe Bürgschaft in Freiheit gelassen wurden, ein Strafverfahren eingeleitet worden. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 6. Dezember. lW. T. B.) Amtlicher Bericht vom 4. Dezember 1915. Am Anfang unserer Operationen gegen Serbien, als unsere ganze Armee westwärts gesandt wurde, hatten die gelandeten französischen Truppen, unterstützt durch serbische Streitkräfte, bei ihren Operationen im südlichen Mazedonien sich auf der Linie S o n i t s ch k a Glaiva�-Babuna Planina— G r a d s k o— Kri- w o l a k einnisten können, aber wir zögerten nicht, je nach der Möglichkeit vorzurücken, verstärkten unsere Truppen an dieser Front und gelangten bis zu Anfang November dahin, den Feind über die Linie Kriwolak— Wardar— Tscherna zurückzuwerfen. Unser Ziel war. die französische Front zu umfassen, um sie nach der Ankunft genügender Kräfte einzuschließen. Die Besetzung des östlichen Abhanges der Radowil Plalina brachte unS dem erstrebten Ziele näher, denn die Franzosen sahen sich da- durch von Nordosten, Nordwesten und Südwesten umringt. Sie bemerkten die gefährliche Lage, in welche wir sie versetzt hatten, und faßten sofort den Entschluß, sich zurück- zuziehen, um der sie bedrohenden Katastrophe zu ent- gehen. Es ist anzuerkennen, daß die Franzosen hierbei zeigten, daß sie das Rückzugsmanöver in vorbildlicher Art auszuführen verstanden, denn sie konnten sich aus der Zange, in die wir sie genommen hatten, befreien. Unsere Truppen gingen auf der ganzen Front zur Offen- s i v e über und besetzten gegen Mittag di�e Linie Kriwolak— N e g o t i n— Kawadartzi; der Feind zog sich sehr eilig zurück, von unseren Abteilungen gedrängt. Nach Durchführung der Operation auf Prischtina setzte der große Generalstab des Feldheeres starke Abteilungen auf Tetowo— G o st i w a r und K i t sch e w o an mit dein doppelten Zweck, erstens D i b r a zu besetzen und den Serben den Rückzug nach Mazedonien ,�wo sie sich möglicherweise mit den englisch-französischen Truppen hätten vereinigen können, abzuschneiden, und zweitens Ochrida und Struga zu besetzen und so den serbischen Abteilungen, welche in der Umgegend von Monastir und Resna operierten, den Rückzug nach Albanien unmöglich zu machen. Eine Abteilung, welche der Besatzung von Monastir den Rückzug abschneiden sollte, wurde über Smileivo auf die Straße Monastir— Resna angesetzt; diese Abteilung zwang durch ihren Vormarsch die Serben, die Stadt Monastir am 3. Dezember zu räumen. Heute ist diese Stadt durch uns besetzt worden. Weitere Ab- tcilungcn marschieren auf Ochrida und Dibra. West- lich von Prisren geht der Vormarsch auf Djakowa Weiter. Um Mittag hat eine Abteilung unserer Truppen den weißen Drin überschritten und nimmt heute abend die Stadt Djakowa in Besitz. Nach ergänzenden Nachrichten haben unsere in der Uni- gegend von P r i s r e n operierenden Truppen festgestellt, daß die Niederlage der Serben bei K u l a- L u m a den Charakter einer Katastrophe trug. Auf ihrer haltlosen Flucht von Prisren nach Kula-Luma zu, haben die Serben unter- wegs ihre ganze Artillerie nebst Staffeln, ihren Fuhrpark, ihre Kraftwagen, die Wagen des Königs, dreihundertzwanzig Omnibusse, eine beträchtliche Menge von Bereifungen, Munition aller Art und anderes Kriegsgcrät verloren; bei jedem Schritt vorwärts finden wir Geschütze, die auf den Wegen und in verlassenen Stellungen stehen geblieben sind. Das zeigt, von welcher Panik die aufgelöste serbische Armee ergriffen ist, die vergeblich einer Katastrophe zu entgehen sucht, Die seit zwei bis drei Jahren von den Serben durch die schlimmsten Ausschreitungen bedrückten Albancsen er- heben sich und kämpfen mit den Waffen gegen die ser- bischen Haufen, welche durch die Gebirge Albaniens irren. Griechenlanös Verschleppungstaktik. Athen, 6. Dezember. lW. T. 23.) Meldung des Neuterscken Bureaus. Es wird mitgeteilt, daß die letzte Bor st eilung der Diplomaten der V e r b a n d s ni ä ch t e bei der griechischen Re- gierung über Mazedonien und die militärischen Fragen die Grund» lag? für eine Berständignng enthalte. Die Negierung ichlägt vor. einen von den Bei b a n d s m ä ch t e n und Griechenland gebildeten m i l i l ä r i s ch e n A u s s ch n ß nach Saloniki zu e u t i e n d e n, um die beiderseitigen Wünsche festzustellen und die Lage zu besprechen. Erfolg persischer Miliz über eine rusilsche Streitmacht? Konstlintinopel, 7. Dezember. sW. T. B.) Der Vertreter der Agentur M illi in Bagdad meldet, datz die durch den per- iischen N a ti o n a l a u s s ch u ß aufgeslellle Miliz zwischen Hamadan und Kaswin russische Streitkräfte, welche au» övlX) Mann geschätzt wurden, angegriffen, tausend Mann gelötet und die übrigen in die Flucht geschlagen habe. Die glänzenden Erfolge, welche die osmanüchen Truppen im Irak über die Engländer errungen haben, haben in Persion große Freude erregt. Der franzosische Tagesbericht. Paris, 7. Dezember.(W. T.B.) Amtlicher Kriegsbericht von gestern nachmiitag: Dem letzten Bericht ist nichts hin- zuzufügen. Paris, 7. Dezember.<28. T. B.) Amtlicher Bericht von Montagabend: Im Lauie des Tages ziemlich lebhafte Llrlillerie» längkeit im Artois um Laos und Souchez sowie zwischen Somme und Oise, wo unsere Batterien Eiienbahnzüge bei Fay gelrosfen und Truppen, die hinier der Front bei Haltoncourt und Laucourt ihre Stellungen wechselten, unter Feuer genommen haben. In der Champagne gleichfalls sehr hesliges Geschützfeuer von der ©eflcub von St. Souplet bis Massiges und in den Argonnen bei Haute Chevauchee. Belgischer Bericht: Auf der belgischen Front kein In- santeriekampf. Unsere Batterien siihrten verschiedene Male wirksames Feuer auf Gruppen deutscher Soldaten au?, namentlich bei Schoor- bach und bei Woumen. Tie deutsche Artillerie zeigte am Nach- mittag einige Tätigkeit; wir haben sie mit Erfolg bekämpft. Zrenchs Melüung. London, 6. Dezember.8 deutsche Unterseeboote erbeutete oder versenkte, während 20 weitere als höchstwahrscheinlich zerstörl angesührl werden.— Bereits im Oktober wurden in der Auslandspresse ühn- lich hohe Angaben über deutsche U-Boolverlusle ausgestreut: so be- zifferte Poldhu damals unsere II-Boolverluste auf SO.— Diese maßlos übertriebene Behauptung wurde unter dem 8. Oktober mit Ermächtigung von zuständiger Stelle dahin richtiggestellt, daß die tatsächlichen Verluste im U-Boolkrieg weniger als ein Viertel der genannten Zahl betragen. Wir beschränken uns, auf diese Veröffentlichung hinzuweisen. um Wert und Absicht der neuerlichen Nachrichten zu kennzeichnen. Eine Ansprache des Papstes. Rom, 7. Dezember.vic folgt: Nachdem die italienische Regierung sich entschlossen hat, der am 7. September 1914 in London zwischen der englischen, französischen und russischen Regierung unterzeichneten Er- klärimg, welcher die japanische Regierung sich am 19. No- vcmber 1915 anschloß. beizutreten. erklären die Unter- zeichneten, ivelche von ihren Regierungen dazu ermächtigt ivurden, folgendes: Die britische, französische, italienische, japanische und russische Regierung verpflichten sich, im gegenwärtigen Kriege einzeln nicht Frieden zu schließen. Die fünf Regierungen verein- baren, daß, sobald Friedensbedingungen zur Diskussion gelangen werden, keiner der Ver- bundctcil Fried ensbcdingun gen aufstellen wird, ohne vorher die Genehmigung eines jeden der anderen Verbündeten dazu er- halten zu haben. Zur Bestätigung dieses unterschreiben die Unterzeichneten diese Erklärung und heften daran ihr Siegel. Gegeben in London am 30. November. gez. Edward Grey. Cambon, Imperial!, Jnouye, Benkendorff. Serbien. Belgien und Montenegro haben sich nicht angeschlossen. Keine Mobilisierung von StreikenAen. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Der Einführung des Tienstzwanges in England steht vor allem die Befürchtung der Arbeiter entgegen, daß man die Mobili- sierung als Mittel zur Niederwerfung von Streikbewegungen be- rtutzen könnte. Die Nationalkonferenz des britischen B e r g a r b e i t e r v e r b a n d e s, die in der letzten Novemberwoche in Southport tagte, hatte auf ihrer Tagesordnung die Frage der Einberufung der.mit Sternen versehenen", d. h. für den Dienst vorgemerkten Bergarbeiter nach dem Dcrbyschen Schema. Der Staatssekretär des Innern Sven Simon hat darum an den Bor- sitzenden des Bergarbeiterverbandes Genossen S m i l l i e nach einer Unterredung ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, daß diese Furcht ganz ungerechtfertigt sei. Der Ministerpräsident und Lord Derby hätten schon schriftlich versichert, daß die in ziviler Verwendung stehenden Leute ihre vollen Bürgerrechte behalten sollen. Simon setzt hinzu:„Als ich mit Lord Derby das Ab- kommen traf, wonach Bergarbeiter nicht ohne Zustim- mung des Ministeriums des Innern aufgerufen werden können, hatte keiner von uns die Absicht, sie jemals im Z u s a m- menhang mit Arbeitskonflikten zu gebrauchen. Sie haben meine diesbezügliche Erklärung seinerzeit angenommen, aber die Befürchtung ausgesprochen, daß, wenn einmal die Macht gegeben sei, die Leute aufzurufen, sie unter veränderten Umständen dennoch zu den genannten Zwecken verwandt werden könne. Ich habe darauf den Ministerpräsidenten aufgesucht und kann Ihnen jetzt im Namen der Regierung die absolute Versicherung geben, daß dies unter keinen Umständen geschehen wird. Die Bergarbeiter, die nach Lord Derbys Schema eingetragen und ein- gereiht werden, werden nie zum Dien st für andere Zwecke als den militärischen der Bekämpfung des Feindes und der Landesverteidigung aufgerufen werden. Ich möchte hinzufügen, daß ich mit Ihnen vollkommen eins bin, daß solche Streitigkeiten während des Krieges nicht entstehen können." Daß das Versprechen ehrlich gemeint ist, braucht man nicht in Frage zu ziehen. Dennoch braucht man sich nicht zu wundern, daß nicht wenige Bergleute von ihren Zweifeln nicht abzubringen sind. Hat doch auch B r i a n d im französischen Eisenbahnerstreik die Gefährdung der nationalen Verteidigung vorgeschützt, um die Streikenden unter die militärische Disziplin zu stellen und oben- drein unter Zustimmung der bürgerlichen Parlamentsmehrheit er- klärt, daß es, wenn es um die nationalen Interessen gehe, auch auf eine Gesetzesverletzung nicht ankomme. Die Einberufung öer Duma verschoben. Petersburg, 7. Dezember. lW. T. 83.) Durch kaiserlichen Erlaß wird der Zeilpunkt für die Wiederausnahme der Arbeiten des ReichsratS und der Duma, die am L. d. M. erfolgen sollte, wegen außerordentlicher Umstände so lange hinausgeschoben, bis die Aus« schlisse beider Körperschaften die vorbereitenden Arbeiten für eine vorläufige Beratung dcS Haushaltsvoranschlages fertiggestellt haben. Die Dehanülung öer Gefangenen öurch öie Serben. Die Schweizerin C. Sturzenegger, die seit Beginn dcS Krieges im Samariterdienst in Serbien tätig war und vor einigen Monaten eine sehr instruktive Schrift„Serbien im europäischen Kriege 1ö14/15" l Zürich, Verlag Orell Füßli) herausgegeben hat, schreibt in'der„Neuen Zürcher Zeitung": „Verschiedene Tagesblätter zitieren in letzter Zeit Beispiele über arge Exzesse, die die Serben an den österreichischen Gesäuge- neu ausgeübt haben sollen. Die Unterzeichnete ist im Falle, hier- über einige Aufklärungen geben zu können. Mit Spezialerlatz wird jedem serbischen Krieger ans Herz gelegt, gegen jeden Ge- fangenen gut zu sein; denn sobald der Feind sich als Gefangener übergibt, hört er auf, Feind zu sein und muß als Bruder ve- bandelt werden; so heißt es wörtlich im Reglement, und daß der Serbe jedes militärische Gesetz erfüllt, hat er je und je bewiesen. Wie der Staat selbst die Gefangenen behandelt hat in den Kan- tonnementen und in den Spitälern, das habe ich an Hand von Beispielen und Belegen in meinem Buch„Serbien" niedergelegt. Noch zu einigen Einzelheiten, mit denen man Serbien wieder be- lastet:„Die Verwundeten und �Gefangenen hätten auf Stroh liegen müssen." Viele unserer Soldaten liegen auch auf Stroh und sind keine Gefangene. Das ist Kriegsbrauch: im Felde hat man auch keine Sofas. Daß die sogenannten„Ställe" keine Ställe waren, sondern windgeschützte, nicht„offene", sondern gedeckte, heiz- bare Gebäude, kann ich ebenfalls illustrativ beweisen. Wenn während der Flecktyphus-Epidemie Kranke nicht nur neben-, sondern sogar aufeinander lagen, so waren daran nicht die Serben schuld, sondern die Lesterreicher selbst, resp. das Wärterpersonal, das nicht besser Ordnung hielt. Alle Acrzte, alle Wärter, das gesamte Sani- tätspersonal waren Oesterreicher. Als ich nach einem Besuche der Gefangenenlager in Nisch, und zwar zur i5lecktyphuszeit, sah, daß manches fehlte, da wurde auch sofort auf meinen Rapport hin Remedur geschafft, und es waren die Serben, die halfen; ein Beitrag von Oesterreich kam erst später; aber was waren 6000 Kronen für 56 000 Mann! Die Nahrung hätte nur aus Brot und Wasser bestanden, heißt es weiter. Auch diese Anschuldigung kann illustrativ entkräftet werden. Ferner:«Wenn eine Wunde eiterte, wurde sofort rücksichtslos am- puticrt!" Antwort: Kein serbischer Arzt amputiert ohne Einwilli- guna des Patienten; das wird jeder Schweizer Arzt, der in Serbien weilte, bezeugen. „Von den Gefangenen hätten die Serben 30 000 Mann um- kommen lassen. Von 70 000 wären nur»och 40 000 am Leben." Erstens waren nicht 70 000 gefangen, sondern 56 000, und falls noch 40 000 leben, so macht das 16 000 Tote und nicht 30 000. Die Serben selbst verloren in der Epidemie gegen 100 000. Wer von den Berichterstattern weiß überhaupt, wie viele von den Gefange- neu heute noch leben? Wer könnte sie im Wirrwarr der gegen- wärtigen Verhältnisse noch zählen? Leichtfertiger ist wohl noch nie ein Rechenexempel aufgestellt worden als dieses. C. Sturzenegger. weiterer öeutsch-französischer Gefangenen- austausch. Konstanz, 7. Dezember.(33. T. B.) Gestern ist aber- mals ein von Oberst Bohny geführter schweizerischer Lazarett- zug mit deutschen Schwcrver mundeten hier eingetroffen. In dem Zuge befanden sich auch ein deutscher, sowie 16 Zivilgcfangeno aus Oesterreich- Ungarn. darunter ein ungarischer Neichstagsabgeord- n e t c r. Diese weilten bei Kriegsausbruch in Nordamerika, Südamerika und Spanien und wurden bei der Heimreise von den Franzosen abgefangen. Die Kriegsgewinnsteuer im HaushaltsnuSschlch des Reichstags. lSitzung vom 7. Dezember.) Der HaushaltSauSschuß erledigte zunächst die zweite Lesung der KriegSgewinnsteuer. Abg. Schiffer stellt fest, daß das lünslige Gesetz über die KriegSgewinnsteuer durch das vorliegende Gesetz in keiner Wesse präjudiziell wird. Gegenwärtig handelt eS sich nur um ein Sperrgejetz, um zu verhüten, daß die Kriegsgewinne der Gesell- schaften verschwinden.— Staatssekretär H e l f f e r i ch bestätigt diese Auffassung.— Abg. Mumm teilt mit, daß sofort nach Bekannt- werden des Gesetzes eine Reihe Gesellschaften ihre Auflösung be» schlössen haben.— Abg. Dr. S ü d e k u m: Der Sinn des Gesetzes ist der. eine Sicherung zu schaffen für eine künftige Doppelbesteuerung. Die Syndikate, z. B. das Kohlcnsyndikat, Spirilussyndikat uiw., werden durch das Gesetz nicht getroffen. Diese Organisationen sind an sich keine Erwerbsgeiellschaflen, aber durch ihre Täligleit werden Mehrgewinne erzielt.— Staatssekretär Helfferich erklärt, daß diese Gewinne beim einzelnen Kapitalisten steuerlich erfaßt werden.— Abg. Dr. S t r e s e m a n n empfiehlt scharte Heran- ziehung der Versichmmgsgesellfchaficu.— Staatssekretär H� Ilse» r i ch meint, der Krieg habe für Gesellschaften dieser Art kaum Kriegsgewinne geschaffen. Die Heranziehung der Gesellschaften auf Gegenieitigkeit werde zu prüfen sein. Bedenken bestehen bei ge- meinnützigen Stiftungen.— Abg. Wurm bemerkt, daß die io- genannten„stillen Gesellichaiten" durch dieses Gesetz nicht erfaßt werden. In dem Gesetz muß aber auch ausdrücklich festgelegt werden. daß Konsumvereine ausscheiden, weil sie keine Tätigkeit entfalten, die aus die Erzielung von Gewinnen gerichtet ist. Redner stellt einen entsprechenden Anlrag. Wenn einzelne Koninmverciiie in den letzten Jahren bohe Rückvergütungen gewährt haben, so ist das nur ans den Zusammenschluß dieser Vereine zurückzuführen.— Staatssekretär Helfferich crllärt. die sogenannten„stillen Geiellichaslen" in diesem Gesetze zu fassen, ist nicht möglich, denn sie stellen keine juristische Person dar. Die Konsumgenossenschaften, soweit sie als G. m. b. H. b e st e h e n und keine Kapital- Dividende zahlen, fallen nicht unter das Gesetz. — Abg. Wald st ein hält die Heranziehung der Syndikaie auch nicht für möglich, wiewohl das Gesetz auf dem Prinzip beruht, den Gewinn in der ersten Hand z» tasten.— Abg. Dorn äußert Bedenken, immer neue Gesellschastsgebilde in das Gesetz ein- beziehen zu wollen. Die Jndustrieritler, die sich zu„stillen Gesellschatlen" zusaminengeta» haben, müssen als Personen erfaßt werden.— Abg. W u r m: Die Freistellung der Konsumvereine muß im Gesetz zum Ausdruck kommen. Die Zusage des Staats- sekretärs allein bietet keine genügende Sicherheit.— Der Absatz 2 im§ 1, der die Sonderrücklagen der sogenannlen»Schachtel- Gesell- schaslen" zu regeln versuchte, wurde gestrichen. Der Rest des§ 1 wird schließlich in der Hauptsache in der Fassung der Stegierungsvorlage angenommen. In der ersten Lesung wurde bei K 2 bescb losten, als Beginn des ersten Kriegsgeschästsjahres den Monat Oktaber 1914 anzunehmen. Das Zentrum beantragt, zu setzen„August 1914". Mir dieser Aenderung wurde der'{j 2 angenommen. Ebenso§ 8. Zu§ 4 beantragten die Sozialdemokraten folgenden Zusatz: „Eine nach dem Umsatz satzungsgemäß zur Verteilung kom- wende Rückvergülung ist kein Geschäftsgewinn im Sinne dieses Gesetzes." Der Antrag wurde vom Abg. Wurm begründet.— Staatssekretär Helfferich hält diesen Zusatz nicht für nötig; in den Ausfübningsbestimmungcn werde das znm Ausdruck gebracht.— Abg. Dr. B I u n ck sFortschr.) betont sein Einverständnis mit der Erllärnng des SlaatsickreiärS.— Der gleichen Ansicht ist Abg. Erz- b e r g e r.— Nach diesen Erklärungen zieht Abg. Wurm de» sozial- demokratischen Antrag zurück. Die Kommission war einig darin, daß Gesell- schaslen, die der Warenerzeugung oder Waren- Verteilung für den Kreiö ihrer eigenen Mit- glieder dienen, mit den Beträgen, die als Rabatt usw. zur Verteilung gelangen, dem Sperr- gesetz nicht unterliegen, da solche Verteilungen nicht als Geschäftsgewinne im Sinne der Vorlage gelten können. Die Konservativen beantragen zu§ 5, daß nicht das Ergebnis der letzten drei, sondern der letzten fünf Jabre vor dem Kriege der Gcwilinbeiechitung zugrunde gelegt werden soll. Bei den fünf Jahren soll dann das beste und das ungünstigste Jahr nicht mit zur Berechnung komme».— Dem Staatssekretär war diese Lösung sympathisch, ans der Kommission heraus wurde sie als bedenktich be- zeichnet.— Der Antrag wurde angenommen und damit der ganze§ 5. Von nationalliberaler Seite wird angeregt, in das Gesetz einen Härtcparagraphen aufzunehmen, um die Möglichkeit zu bieten, nicht beabsichtigte Härten anszugleichen.— Der Rest des Gesetzes wurde ohne wesentliche Debatte erledigt. Eine Resolution der Sozialdemokraten fordert: 1. eine Feststellung des Vermögensstandes nach Maßgabe des Webr- beitragcsgeietzes von 1913 mit dem Stichtag des 3l. Dezember 1916 schleunigst in die Wege zu leiten, 2. alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Erhebung eines erneuten We brbeilrages im Laufe des Steuerjahrcs 1916 17 vorsieht. Diese Resolution wurde vom Abg. Dr. David begründet. Daß man während des Krieges direkte Steuern erheben kann, das hat England gezeigt. Wir müssen den gleichen Weg gehen; deshalb unsere Resolution. Man soll sich nicht hinter den Personcnmangel verstecken, der sehr wohl beseitigt werden kann. Wenn Eingezogene zu diesem Zweck beurlaubt werden, dann leisten sie auch mit dieser Arbeit Kriegsdienst. Auch der Kurs der Staatspapiere kann kein Hindernis bilden, denn die Zinsen- einnähme hat sich nicht vermindert. Einen neuen Wehrbeitrag halten wir für unbedingt erforderlich. Würde man statt dessen in- direkte Steuern vorlegen, so müßte das einen Sturm der Eni- rüstung auslösen. In einer Zeit, in der Millionen ihr Leben ein- setzen müssen, darf vor den Mitteln der Reichen nicht Halt ge- macht werden. Es gibt aber noch einen anderen Weg: das Reich kann einen Zuschlag zu den bundcsstaatlichen Vermögenssteuern er- heben. Abg. Mertin ifk.) begründet dann eine Resolution, in der die Verbündeten Regierungen ersucht werden, unverzüglich geeignete Maßnahmen zu rreffe», durch welche die Veranlagung und Erhebung einer künfligen Kriegsgewinnsteucr auch bei Ernzelpersonen sicher- gestellt wird. Weiter bemerkr er, die Resolution der Sozialdemo- traten sei praktisch absolut undurchführbar. Mit seiner Resolution sollen vor allem die Armeelieferanten gefaßt werden. Staatssekretär Helfferich bezeichnet die Rcsolulion der Sozialdemokraten als unannehmbar. Er verwahrt sich gegen die von Dr. David aufgestellte Behauptung, daß das vorliegende Gesetz nur ei» Blendwerk sei. I» Wirklichkeit sichere das Gesetz einen ganz erheb- lichcnTeilderKriegsgewinne. AmPrivalpersonen könnte das Gesetz nicht ausgedehnt werden, und auch die Kommisflon habe keinen Weg gezeigt, der dazu führen könnte. Die von den Sozialdemokraten geforderte Beranlagung der Vermögen sei gegenwärtig vollkommen unmöglich Er könne aber versichern, daß alle? geschehe, um die Kriegsgewinne möglichst vollständig zu erfassen. Der Resolution Mertin könne die Regierung zustimmen. Mit der beantragten Erhebung eines Wehr- beilrages möge man abwarten, bis das Steuerprogramm der Regierung vorliege. Auch der Vergleich mit England sei nicht zu- treffend, denn die dort vorgelegten Gesetze seien noch nicht fertig. Das englische Volk habe enorme indirekte Lasten zu tragen, z. B. seien Tabak, Tee und Zucker weil höher belastet als bei uns. Auch England könne seine Kricgskoslen nicht einmal zum kleinsten Teile durch direkte Steuern decken.— Abg. Dr. David: England tämpfl für das Gleichgewicht seines Budgets und das müßten wir ebenfalls tun. Wir brauchen ganz enorme neue Eimiahmen. Unsere Aufgabe ist es. davor zu warnen, ctiva den überwiegenden Teil dieser neuen Einnahmen aus indirekten Steuern ziehen zu wollen. In Engtand liege das Schwergewicht auf der Er- hvbung der direkten Steuern um 2t/„ Millionen Pfund. Die Massen- Nahrungsmittel des Volkes, wie z. B. das Brot, seien in England überhaupt nicht belastet; Einkommen bis 2600 M. bleiben von direkten Steuern frei, so daß 11 Proz. der englsschen Bevölkerung diese kolossalen Lasten direkt zu tragen haben. Es wäre verhängnisvoll, den größten Teil der Kosten, die uns erwachsen, auf indirekte Steuern zu legen. Wenn der Staatssekretär angedeutet habe, daß es uns nur darum zu tun sei, ein Agilationömitlct zu gewinnen, so sei dem- gegenüber zu bemerken, die Tatsachen werden verhängnisvoll werden, wenn der Besitz geschont und die Masseii belastet werden sollen. Bei der Abstimmung wurde die Resolution Mertin angenommen, die sozialdemokratische Reiolulion dagegen abgelehnt.— Der Ausschuß wird am Donnerstag seine Beratungen fortsetzen, und zwar werden die Lebensmittelfragen auf der Tagesordnung stehen. politische tteberflcht. Die Interpellation. Auf der Tage sordnung für die 22. Plenar- s i tz u n g des Reichstages für Donnerstag, den 9. Dezember, vormittags 10 Uhr. steht die Interpellation der Mitglieder des Reichstages Albrecht und Genossen betreffend Friedensverhand- l u n g e n._ Nationalliberalc Anträge. Jni Halishaltungsansschuß des Reichstages hat die national« liberale Fraktion eine Anzahl Anträge gestellt. Es wird der Reichs- tag ersucht, die B r e n n h o l z n o t abzustellen durch Anordnung und nötigenfalls zwangsweise Durchführung sofortigen genügenden Breii»holzei>i!chlages in den fiskalischen und erforderlichentalls auch in den Privalwatdungen, ferner durck Einführung angemessener Höchstpreise für Brennholz, die nicht höher als 20 Proz. über den letzten durchschnittlichen Friedenspreisen sein dürfen. Weiter soll der Reichstag dahin wirke», daß die Beschlagnahme und Verteilung von Futtermitleln besser geregelt werden. Schließlich verlangr die nationalliberale Fraktion eine möglichst gleichmäßige Beschäftigung der Mühlenbetriebe— auch der mittleren und kleineren— nach ihrer Leistungsfähigkeit. Im Interesse der Erhaltuiig der Schweinezucht wird verlangt, daß den Züchtern eine entsprechende Menge Fultergetreide, nach Maßgabe der gehaltenen Zuchttiere, gegen die Verpflichtung der Fortsetzung der Zucht, au« den eigenen Er- zeugnissen oder den von feiten des Reiches eingeführten Futtermitteln überlassen wird._ Gewährung von Löhnung an die Angehörigen Vermißter oder Kriegsgefangener. Dem„Berliner Tagebl." wird geschrieben: In KriegSgefangen- schaft Geratene oder Vermißte verlieren für ihre Person den Air- ipruch alif Löhnung. Durch den Kommandeur des Bataillons, der Abteilung oder des Kavallerie-Regiments, dem der Kriegsgefangene oder Vermißte im Felde zuletzt angehört hat, kann jedoch die Löh- nung oder ein Teil davon an Angehörige des Vermißten usw. be- willigt werden. Zu den Angehörigen im Sinne dieser Bestimmung gehören die Ehefrau und die ehelichen sowie die durch nachfolgende Ehe anerkannten Kinder. Diesen An- gehörigen kann die Löhnung bewilligt werden, wenn hier- aus ihr Unterhalt bestritten werden soll. Dies wird ohne weiteres anzunehmen sein, wenn die betreffenden Angehörigen die reichsgesetzliche Familienunterstützung beziehen. Ellern, Groß- eitern und sonstigen Verivandten der aussteigenden Linie, Gc- schwistcrn, Geschwisterkindern oder Pflegekindern kann die Löhnung bewilligt werden, wenn der Vermißte oder Kriegsgefangene diese Verwandten ganz oder überwiegend ernährt hat und sie bedürftig sind. ES haben daher Gesuche um Bewilligung der Löhnung an diese Verwandten nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie mit einer Bescheinigung der OrtSbehörde versehen sind, nach der die Kriegs- gefangenen oder Vermißten ihre Eltern usw. ganz oder überwiegend ernährt haben, und diese bedürftig sind. Die Prüfung der Anträge auf Bewilligung von Löhnung oder eines Teiles davon an Angehörige Vermißler und Kriegsgefangener und die Zahlung der bewilligten Beträge ist lediglich Sache der betreffenden Feldformationen. Die Anträge sind daher nur an den Truppenteil zu richten, dem der Ver- mißte oder Kriegsgefangene im Felde zuletzt angehört hat. Die Be- willigung der Löhnung erfolgt in der Regel frühestens einen Monat nach der Gefangennahme oder dem Bermißtsein. das tägliche örot. Tie Ehrensache des hessische» Bauernvereins. Vor kurzem hatte der«Hessische Bauernverein" unter Leitung des Pfarrers Blum und des Zentrumsabgeordneten U e b e l eine EntrüstungSresolution an den Reichskanzler gesandt, in der es hieß: »Der hessische Bauernverein, dem die Versorgung des Volkes Ehrensache ist, bedauert die frevelhafte Hetze gegen die deutschen Bauern, bittet um Schutz ihrer Ehre und fordert gleiches Recht für alle." Dieses biedere Flehen um Schutz des gekränkten hessischen Bauernvereins erhält jetzt eine eigentümliche Beleuchtung durch eine Erllärung der„Zentrale für Kartoffelversorgung deS Kommunal« Verbandes Mainz". In dieser Erklärung wird gesagt: „Wie sehr die Kartoffeln zurückgehalten worden sind, ergibt sich daraus, daß bei Beschlagnahmen, die in einigen Vororten des KreiseS Mainz vorgenommen worden sind, sich außerordentlich große Bestände ergaben, die entsprechend der BundcsratSverordnung abzu- treten waren. So hat die Gendarmerie in einem Vorort von Mainz 3000 Zentner festgestellt, während die dortige Gemeindoverwallung vorher gezwungen war, für Kriegsteilnehmer Kartoffeln von aus- wärtö zu beziehen."_ Butterpreise nach der Stenerkraft. Die Stadt Homburg v. d. H. verkauft skandinavische Meierei« butter zu Preisen, die nach dem Einkommen deS Käufers gestaffelt sind. Käufer, die bis zu 3t M. StaalSeinkommensieuer entrichten, zahlen 1,90 M. für das Pfund, solche mit 31—70 M. Einkommensteuer zahlen 2,20 M. und solche mit über 70 M. Einkommensteuer den Höchstpreis. Auch der Fettpreis(1,40—2 M.) ist nach den gleichen Steuersätzen geregelt._ Herabsetzung der Höchstpreise in— Ungarn. Das B u d a p e st e r Amtsblatt veröffentlicht eine Re- gierungSverordnung. wonach die Höchstpreise für Roggen« mehl.Roggenlleie und Wetze nkleie herabgesetzt werden. Danach beträgt der Höchstpreis von Mehl für Budapest 40,88 Krone» lflüher 42.24 Kronen) für 100 Kilogramm. Für die übrigen Landesteile weisen die Höchstpreise nur geringsüglge Ab- änderungen auf. Der Preis der Roggentleie und Weizenlleie wird auf 17,50 Kronen(früher 18 Kronen) festgesetzt. Letzte Nachrichten. Der bulgarische Äricgsbcricht. Sofia, 12. Dezember.(W. T. B.) A rn t l i ch? r B e- r i ch t über die Operationen vom 5. Dezember: Unsere Truppen setzen an beiden Ufern des Wardar die Verfolgung der Franzosen fort, die sich zurückziehen. Die Kolonne, welche nördlich von Monastir über Smitewo gegen die Straße Monastir— Resna vorrückt, hat nach erbittertem Kampfe die Serben am Biglagebirge geschlagen und die Staidt Resna besetzt. Die Lfolonne, welche, nördlich von Monastir vorrückend, von Kichewo gegen Ochrida marschiert, bemächtigte sich nach hart- näckigeni Kampfe einer stark befestigten Stellung bei den Ortschaften Medowo und Mriamorac. Sie marschiert jetzt gegen Ochrida. Die Kolonne, welche von Kichewo gegen Dibra marschiert, hat die Serben nach blutigem Kampfe an der Wasserscheide, tvelche dem Kamine des Jamagebirges folgt, geschlagen und gegen Mittag Dibra besetzt, von wo sie den Feind in der Richtung auf Struga verfolgt. An der serbisch- montenegrinischen � Front bei Diakostot-Kulak-Puma setzen unsere Truppen die Zählung des von den serbischen und den montenegrinischen Truppen im Stiche gelassenen bedeuten- den Kriegsmaterials fort. GewerksthaMches. Die Gewerkschaften unö üie Zentral- ausgleichftelle öer Arbeitsnachweise. Die Zcntralausgleichstelle ist cinc Einrichtung, welche der Arbeitsvermittlung der ans dem Heeresdienst heimkehrenden Arbeiter dient und zwar in der Weise, daß die zu diesem Zweck zusammengeschlossenen Arbeitsnachweise in Berlin und der Provinz Brandenburg sich gegenseitig Atitteilnng macben einerseits über die Zahl der freien Stellen, die sie'nicht be- setzen können, andererseits über die Zahl der Arbeitslosen, die sich nicht unterbringen können. Auf diese Weise soll eine möglichst schnelle Unterbringung der aus dem Kriege zurückkehrenden Arbeiter durchgeführt werden. Schon vor Monaten, als diese Einrichtung geschaffen wurde, fanden Er- örterungen statt über die Organisation und die Verwaltung der Zentralausglcichstelle. Der Verband märkischer Arbeitsnachweise unter dem Vorsitz von Tr. Freund ließ damals die Absicht erkennen, die Leitung der Zentralausgleickstelle in seine Hand zu nehmen. Dagegen wandten sich die Gewerkschaften und setzten es durch, daß die Zentralausgleichstelle zu einer Einrichtung aller an ihr beteiligten Arbeitsnachweise gemacht wurde. Es wurde ein Statut geschaffen, welches die Ver- waltung der Zentralausgleichstelle so gestaltet, daß an ihr alle Arbeitsnachweise mitwirken und die einseitige Beherrschung dieser Einrichtung durch den Verband märkischer Arbeitsnach- weise ausgeschlossen erscheint. Am Montag beschäftigte sich eine von der Gewerkschafts- kommission einberufene Konferenz wieder mit dieser Angelegen- heit. Aus dem Referat des Genossen Cohen ging hervor, daß der Vorstand der Zentralauglcichsstelle, in dem Dr. Freund ebenfalls den Vorsitz führt, trotz dem Statut versucht hat, die Geschäfte so zu vermalten, als ob es sich um eine Einrichtung des Verbandes märkischer Arbeitsnacbweise handele. Dagegen haben sich nun die Arbeiter- Vertreter im Beirat der Zcntralausgleichstelle gewandt und nach Uebcrwindung des ihnen vom Vorstände entgegengesetzten Widerstandes durchgesetzt, daß eine Geschäftsordnung für den Vorstand geschaffen wurde, welche den Wünschen der Geiverk- schaftsvertreter Rechnung trägt. Dadurch ist nun die Geschäfts- führung der Zentralausglcichstelle so gestaltet, daß die Ge- wcrkschaftsvertreter keine Bedenken mehr haben, sich der Zentralausgleichstelle anzuschließen. Der Referent empfahl deshalb die nachstehende Resolution, die von der Konferenz ein- stinimig angenommen wurde. Die Vertrelcr der Borstände der Berliner Gewerkschaften er- klären sich nach Kenntnisnahme der Einrichtungen der Zentral- ailsgleichstelle der nichtgcwerblichen Aibeiisnachmcise Berlins und der Provinz Brandenburg bereit, sich dieser Zennalausgleichstelle anzuschließen. Der Ausschuß der Berliner Gewcrkschaftskommii'sion wird ermächtigt, die Adressen der Arbeitsnachweise der Gewerkschasten zwecks Zustellung der Bakanzeulisten der Zeutralausgleichstellc mitzuteilen. * ferner beschäftigte sich die Sitzung mit einer die Verwaltung des GetverlschailShauies betreffenden Angelegenheit. Hierzu führte der Geschäftskührer S a s s e n b a ch aus: Das Geweikichaslshaus kommt über die Kriegszeil besser hinweg als anfangs angenommen wurde. Vorderhaus und Neslaurant decken ihre Kosten. Nur die Herberge, die schon in Friedenszciten als gemeinnützige Ein- richlung Zuschüsse der Gewerkschasten erforderte, leidet unter den Zeitverhälinissen, da der Fremdenverkehr und infolgcdeüen die Einnahmen iehr beeeriiend ziiiückaegangen sind. Trotzdem werden keine weiteren Zii'chüsie von den Gewerkschafleri gefordert. Um aber über die aiigenblicklichen Schwierigkeilen hinwegzukommen, beantragen die Geiellschasier, daß ihnen die am 1. Januar fälligen Zinsen der Gewerkschailsbypotbek gestundet werden. Die Sitzung stimmte diesem Antrage ohne Diskussion zu. Verlin unö Umgegenü. Die Konjunkur für die Sargtischler ist eine sehr günstige. Auf- träge sind reichlich vorhanden, es mangelt aber an genügend ein- gearbeiteten Kräiten. Die allgemeine Zulage vom Juli dieses Jahres ist überall gezahlt worden. Die unerwartete weitere Steigerung aller Preise für Gebrauchs- und Lebcnsmittelartikcl bat die Arbeiter der Branche aber veranlaßt, eine nochmalige Lohn- aufbesserung zu verlangen, die auch in einigen Betrieben berciiwillig gewährt worden ist. In den übrigen wird eine solche in der nächsten Zeit erwartet. Einer eingehenden Begründung bedarf der Wunsch der Arbeiter wohl nicht. Die jetzigen LebenSveibätlmsie rechtfertigen diese Zulage zur Genüge. In der letzten Branchenversammlung 'kam dies denn auch in dringlichster Weise zum Ausdrrick. Alle Redner traten einmütig für die strikte Durchführung der Lohn- aufbesserung in den in Betracht kommenden Betrieben ein. Wo dieselbe noch nicht gezahlt ist, soll unverzüglich vorgegangen werden. Demnächst soll wiederum eine Versammlung stattfinden. Weihnachtsunterstüstung im Verband der Gemeinde- und Staatsarbciter. Wie im Vorjahre, sollen auch in diesem Jahre die Frauen der im Felde stehenden Mitglieder eine kleine Weihnachtsunterstützung erhallen. Bezugsberechtigt sind nur solche Frauen, deren Männer mindestens bis zum S. Dezember dieses Jahres zum Heere eingezogen worden sind und vordem mindestens 26 Wochenbeilräge geleistet haben. Den Eltern lediger Kriegsteilnehmer wird die Unterstützung nur dann gewährt, wenn diese den Lebensunterhalt der Eltern vordem bestritten haben. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt im Saal V des Ge- werkschaftsbauses und beginnt am Montag, den l3. Dezember, vor- mittags 9 Uhr. Die Bezugsberechtigten wollen sich mit der not- wendigen Legitimation versehen in folgender Rcih-ii'olge einfinden: Mit den Aniaiigsbuchstaben von.A.— E Montag, den 13.. von E— J Dienstag, den 14., K— L Msttwoch. den 15., M— E Donnerstag, den 16., S— Sz Freilag, den 17., T— Z am Sonnabend, den 18. De- zember, von 9—3 Uhr. Arbeitslose, die mindestens 52 Wochenbeiträge geleistet haben, erhalten die gleiche Unterstüyung. Im übrigen verweisen wir auf das Inserat in der Donnerstazirummer unseres Blattes. Nuslana. Kricgszulage für die Wiener Tischler. Der Gehilsenausschuß der Tischler Wiens hat sich seinerzeit anläßlich der vertragsmäßigen Lohnerhöhung an die Bereinigung der Tischlermeister Riedel österreichS gewandt, um neben der normalen Erhöhung der Löhne um 3 Heller pro Stunde eine weitere außer- ordentliche Erhöhung von 3 Hellern für dieselbe Zeit zu erreichen. Das gewaltsame Hmaustreiben der LebenSmittelprei'e hat aber diese kleine Autbesserung sofort aufgezehrt. Der Gehilsenausschuß bat sich deshalb neuerlich an die Ver- einigung der Ti'chleimeffter gewandt und um eine weitere Teuerungs- zulage von 19 Heller pro Stunde ersucht. Den Tischlern und Maschinenarbeilern ist daraufbin eine Teuerungszulage von 5 Hellern, den Hilfsarbeitern und weiblichen Hilfskräften eine solche von 3 Hellern für die Arbeitsstunde gewährt worden. Ausgenommen von der Teuerungszulage sind alle Akkordarbeiter und die Maschinen- arbeiler in den Stabziehereien. Die neue Zulage gilt vom 1. De- zember ab. Mus öer Partei. Ein Politischer Prozeß. In der„Freis. Ztg." lesen wir: Weil sie ein Flugblatt der Liebknecht-Gruppe verbreitet, hatten sich arn vorigen Mittwoch vor dem Berliner Landgericht III fünf Genossen— darunter einer, der beroits in den Charlottenburger Tenkmalsprozeß verwickelt gewesen war— und zwei Gcnossirmen zu verantworten. Sie wurden beschuldigt, durch Verbreitung des Flugblattes„Ter Hauptseind steht im eigenen Lande" in den Straßen Groß-Berlins in einer den öffentlichen Frieden gefährden- den Weise verschiedene Klaffen der Bevölkerung gegeneinander zu Gewalttäligkeit angereizt zu haben. Nach längerer Verhandlung unter Ausschluß der Oesfenilichkeit verurteilte der Gerichtshof die fünf Genossen zu je drei Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt erachiet wurden, die Genossinnen zu je 59 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof erklärte bei der Urteils- begründung, er habe die Ueberzeugung gewonnen, daß die An- geklagten den Inhalt des verbreiteten Flugblattes vor der Ver- breitung gekannt und gewußt hätten, daß die Verbreitung strafbar sei. Dafür spreche der Inhalt des FlugRattcs. Mithin hätten sich die Angeklagten im Sinne des§ 139 des Strafgesetzbuchs schuldig gemacht. Bei der Strafzumessung habe der Gerichtshof den An- geklagten Glauben geschenkt, daß sie der Ansicht waren, das Flug- blatt gehe von der sozialdemokratischen Partei aus, und daß sie nicht die Absicht gehabt hätten, eine für Deutschland ungünstige Wirkung im Auslände hervorzurufen. Mit Rücksicht hierauf liabe der Gerichtshof den Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt. Die„Leipziger Volkszeitung" glaubt hervorheben zu müssen, daß, als der Staatsanwalt den Ausschluß der Oeffentlichkeit beantragte, der eine Verteidiger, Genosse Dr. Heincmann, sich dem?tn- trage des Staatsanwalts angeschlossen habe, während der andere Verteidiger, Genosse Dr. Weinberg und sämtliche Angeklagten pro- testierten. Weiter teilt das Blatt mit, daß als Zeuge Genosse Dr. Breitschcid geladen war._ Totenliste der Partei. Im Müncbener Südbalinhoi wuide Domierstagnocbt der Land- kturmmann A» g u si Z e b m Ausübung seines Dienkies von einer Lokomotive erfaßt und sofort gelötet. Die sozialdemvlraiiswe Partei in Augsburg derNert in dem verunglückten Genossen einen im« ermüdlichen Kämpfer für die Sache der Arbeiterschaft. Viele Jahre Vorsitzender des Sozialdemokratischen Vereins Lechhausen, sandten ihn die Genossen als Gemeindebevollmächtigten in das Rathaus Lenhausens und nach erfolgter Eingemeindung diejes Vororts wurde er in gleicher Eigenschaft in Augsburg gewählt, bis ein Augenleiden die weitere Ausübung seines Amtes verhinderte. Als Sechsundbierzigjähriger zum Heer einberufen, ist er nun aui Heimat- lichem Boden ein Opfer des Weltrieges geworden, nachdem er die Strapazen deö Feldzuges in Russisch-Polen verhältnismäßig leicht überstanden hatte. Sein Andenken wird in den Reihen der Augsburger Arbeiterschaft fortleben. Mus Znöustrie unö Handel. Spiunverbot. (Amtlich.) Mit dem 7. Dezember 1915 tritt eine neue Bekanntmachung betreffend Verarbeitung, Veräußerung und Beschlagnahme von Baumwolle, Baumwoll- abgängen, Baumwollabfällen und Baumwoll« g e s p i n st e n(abgekürzt: S p i n n v e r b o t) in Kraft. Durch diese Bekanntmachung erfahren die Anordnungen der bis- her in Geltung gewesenen Bekanntmachung betreffend Veräußerung, Verarbeitimg und Beschlagnabme von Baumwolle. Baumwollabgängeu und Baumwollgespinsten— W. II. 2648/7. 15. KEA.— Aenderungen. Von der alten Bekanntmachung bleiben lediglich die Beschlagnahme von Baumwolle und Baumwollabgängeu, welche sich im Besiy von Nichtverarbeitem befinden, sowie die Beschlagnahme, Bewahrung und Bezeichnung der in den Baumwollspuuicreien m der Zeit vom 14. August 1915 bis 4. September 1915 aus Baumwolle und Baum- Wollabgängen hergestellten Gespinste bestehen. Im übrigen ist die bisherige Bekanntmachung aufgehoben. Die neue Bekanntmachung beschlagnahmt Baumwolle. Baumwoll- abgänge, Baumwollabfälle und Äunstbaumwolle. Trotz der Beschlagnahme bleibt aber die Veräußerung und Ver- a r b e i t u n g von Baumwollabfälle n lmit Ausnahme von Slripien und Kämmlingen) iowie von K u n si b a u m w o l l e ge- stattet, jedoch ist ihre Verarbeitung an eine Betriebseinschränkung geknüpft. Die Veräußerung von Baumwolle, Baumwoll- abgängen, Strip sen und Kämmlingen ist nur von Selostverarbcitern an Selbstverarbeiler zulässig. Bezüglich Baumwolle, Baumwollabgängeu. Stripsen und Kämm« lingen verbleibt es bei dem bisbeiigen Verarbeitungs- verbot, das in der Bekanntmachung näher geregelt ist. Eine wesentliche Aenderung tritt aber dadurch ein. daß den Baumwoll- ipinnereien gestattet wird, Baumwolle. Baumwollabgänge. Slripse und Kämmlinge zu bestimmten Gelpinsien in der Zeit vom 7. Dezember bis 29. Februar 1916 auch ohne Belegschein zu ver- arbeilen. Es wird jedoch ausdrücklich daraus hingewiesen, daß die Frist für diese den Baumwollspinnereien gewährte Ausnahme vom Verarbeitungsverbot durch Verfügung der Kriegs- Rohstoff- Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsminineriums a b g e k ü r zt weiden kann. Die in dieser Zeit ohne Belegsckein hergestellten Gespinste sind beschlagnahmt uns dürfen nur gegen ordnungsmäßigen Beleg'chein ausgeliefert werden. Außerdem ist über Menge. Art und fllummer der mir oder ohne Belegichem erzeugten Gespinste eine monatliche Anzeige(zum erstenmal am 31. Dezember 1915) an das Wcbstoffmeldeaml des Königlich Preußi- scheu Kriegsministeriums zu ersiairen. In jedem Falle dürfen aber die Baumwollspinnereien, soweit ihnen das Verarbeiten von Baumwolle, Baumwollabgängen, Baum- wollabfällen jeder Art von Künstbaumwolle gestaltet ist, monatlich nichi mehr als 39 vom Hundert derjenigen Robstofimenge ver- spinnen, welche die Betriebe in der Zeit vom 1. April 1914 bis 39. Juni 1914 im monailichen Durchschnitt verarbeitet haben. Nur bei denjenigen Baumwollipiiineren. welche ausschließlich Baumwoll- abfülle(ohne Suipse oder Kämmlinge) oder Kunftbaumwolle ver- arbeiten, beträgt vre zur Bsrärbeitung zugelassene Rohstoffmenge 69 vom Hundert. Der Wotllant der Bekanntmachung, die noch eine ganze Reibe Einzelbestimmungen enthält, ist bei den Polizeibehörden einzusehen. KricgSgcwiune. Die Berliner Bockbrauerei A.-G. erzielte einen Rein- Überschuß von 424 823 M.. der den des Vorjahres(239 194 M.) wesentlich übennfft. Die Dividende wird von 3 auf 5 Proz. erhöht. Die Verteilung des Ueberichusses im einzelnen ergibt: lSl4-15 Tantieme an den Vorstand. Dividende....... Tantieme an den Aufsichtsrat.. Gratifikationen an Angestellte Arbeiterkricgsunterslützungen.... Gewmnvorlrag......... Nach dem Bilanzouswcis hat sich das Bankguthaben verdoppelt (l.195 gegen 9,589 Millionen Mark)._ M. 23 299 262 599 12 391 29 099(!) 70 900 36 641 1913/14 M. 11010 167 500 15 900 12 577 34 016 l>eiit»ches Theater. Direktion; Max Re nhardfc. T'/j Uhr: Das Nürnbeptjisch Ei. Donnerstag: Klaria Stuart. Kammerttplele. 8 Uhr: Gawän. Donnerst.: Itcr Welbstcnfel. Volksbühne. Theater a. BQIowpl. g'/j Uhr: Faust. Donnerstag; Tranmnlns. Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i. d. Königgrätzerstr. 8 Uhr: Der Vater. Komodsenhaus. 8 Uhr: Die rätselhafte Frau Berliner Theat. 8 Uhr; Wenn zwei Hochzeit machen. Nachm. 3 Uhr: Der Zaubcrzylindo-. Lessinj?»Theater. Direktion: Victor Parnowsky. 71/, U.: Komüdie«icr Worte. Donnerstag: Komödie der Worte. Freitag; l'ecr Gz» t. Deutsches Künstler»Theater. Allabendlich 8 Uhr; Die selige Fxzellcnx. TaubenstraSe 48 49 4 Uhr(halbe Preise): Der Isonzo und Oester- relchs AdriakUste. 8 Uhr; Die Dardanellen, Konslantinopel und der Bosporus. Theater für Mittwoch, 8. Dezember. Tlontts Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Der Wcltenbaiumlcr Deutsches Opernbaus Cbarlottbg. 7 uhr: Lolieugrin. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 8 uhr; Der fidele Bauer. Gebr. HCmtf 6 S€f- Theater 8 Uhr: Rosenblatt's Getieimtip Kleines Theater. suhr: BeurieUe Jacoby. Komische Oper. S'/aUhr; Der tapfere Ülan. 8 uhr: Jung muß mau sein Fostspielhans. W ohltäti gkeits Vorstellung 8 Uhr: 1. Teil: Konzerf. 2. Teil; Krieg im Frieden. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin ÄU Hesidenz-Theater s'/.uhr: Die PriiizessiD void E Schiller-Theater O. 8 Uhr: ülÜmO. Sohlller-Th.Cliaplottenbg;. s uhr: Die fünf Frankfurter. Thalia-Theater. 4 Uhr nachm.: Schneewittchen. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am\'ollendorfpl. 33/4 Uhr: Dornrüschen. 8'/. Uhr: Immer feste druff! Theater des Westens s uhr: d. Fräulein?. Ämt mit Guido Thielsoher. 4 Uhr: Frau Holle. Trianon-Thcater. s'/.u.: Bodos Brautschau Luisen-Theater. Miiiw. 4: Aschenbrödel. . 8": Die sMbenlerche. Jreitag u. JJ|e MIWÖrdeUS. Sonnt. 815: Sonntag 3: Die Haubenlerche. Rose-Theater. 8 Übt: Staatsanwalt--.lexander. Freitag: Hans mein Schofför. Svimab. 4 Übt: Prinzessin Edeltraut. Walhalla-Theater. t Ubr: Schneewittchen. 8 Ubr: Lied Baterland. Donnerstag: tSaiisPicl d. Volksopcr: Der Tronhallonr. Reiebsliallen-Theater. Stettiner Sänger. Zum Schlug: i rai der Eiiin Cireus Büsch. Heute 8 Ubr Tie Teusation des Tages: Fln flnjjlerter Mord! Spannend tetcpalh Experiment von der Mann mit dem 8. Sinn. Ferner: Nubini 1— Golem! D. wundcrb. Overetlcnvserd Puppchen stme die übrigen Schlager. 1D JIKA,.) Großes Ausstaimngs- Mhr: llilUJIl. Mck in 3 Akren. Tonntag auch in der Nachmittags- vorhelluna ungektirzt das gr. 4aWge Ausstau.-St. M?» Tlickel."WQ Ein Matroien- bitd von Mcyjel. Für Militärver- ionen vollionim freier Zutritizu d. Stell,«änqern. Anfang 3 Ubr. Anf. 8ühr, Sonnt. S�u, 8 Uhr Der neue heilere Dezember- u. Weihnachts- Spielplan. Ein Progr. harmlosen Humors und wohltuender Zerstreuunsr. hektion Adolf Voge Toief.: I.ijt-ow 734t Bin für Berlin nie dagewesenes Riesen- Proj-ramm lleberxies Spielzeug? Kronos! Cilli Ilaner „Frian- Artistenkindcr llermnnn Klink Pnofcnold-Trappe Edler mit\ickJ Berat Clement Elon Walter Steiner Gnssy Holl) Schneider-;_lm.. Dnnckcr(Duett.| Billettvkauf 11— 1 sowie) i A. Wertheim u-lnvalidenn. Grete Wiesenthal „Flotte Bursche" Operette i. 1 Akt v. F. v. Suppe. Mitwirkende: Else Borna— Lotte Werkmeister v. Thalia Theat. a. G. Käte Hansen— Steffi Walidt Gustav Matzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— Jan Paul Außerdem: Der ■ neue Dezember• Spielplan. Volgt-Tli ea ter. Badstr 58. Badstr. 58 ; Mittwoch, 8. Dezember 1915: Ein verlorenes Leben ober: Student und Seiltänzerin. Original-BolkSstück in 3 Sitten und 1 Vorspiel von I. Willbardt. Kaffeneröjftiung 7 Ubr. Auf. 8 Ubr. Caskio- Ttieater Lothringer Str. 37. stken! Xen! Tagt. 8 Uhr: Neu Was wachste im? Posse in 3 Auszügen von Hans Berg. Dazu das große Feitprog amm. Franz Amonl 3 Karleys! Erben! Sonntag 4 Uhr: Familie Schnase. Possen-Thealer 8l/4(Polles Caprioe) Sllt freund Locwc Seine XTantc mit Haskel und Bcrlsch. itg&wc Pickel, a- ch die bartnäckig- sten, seltglänzende, groß- porige Haut und sonstige Hauinn« reinigteiten werden am sichersten� durch meine seit fast 25 Jabren bewabrten Sp-zialmittel beseitigt Garantiert wirksam u. unschädlich 2,50 M. Cito Reichel. Berlin 43, Eisenüahnslr. 4." CarbF-Iisctilanipefl 4.50. Händler Rabatt. Weberftr. 4L. Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91 TUeiich Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Anfang 8 Uhr. Eintritt 3« Pf Anfang H Uhr. Frcitasr, den 10. Dezember: Fest-Abend für die deutschen und östoireichischen Frauen und Mütter, veranstaltet von der Zeitschrift„Die Welt der Frau und Mutter.1' /< Unr: UID I i iuuvUüiU lUlli l:tl. 14�-' MI n TfuitfvV äcuriiu"«44- �______ Lerantw. Redakt.: Alired Melepv. Neukölln. Jnseraienteil verauuv. Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Such0r.u.Berlagsanflali Paul Singer öe Co., Berlin SW. Hierzu 1 Peilagc u, Unterhaltungsbl. St. 338. 32. ZadtMg. Stille Ks Awirls" Lcrliliki WKsdIM Mwoch. 8. DeMet!9!5. fius Groß-öerlin. Tie„dauernde Arbeitsgelegenheit" für Kriegerfrauen. Ten Kriegerfamilien steht Unterstützung nur zu, wenn Bedürr- tigkeit vorliegt. Im.Vorwärts' wurde mehriadb gezeigt, wie leicht in den Unterstützungskommissionen eine engherzige Auslegung des Wortes.Bedüriligkelt' zu Härten führen kann. Schon bei mäßigen Zuwendungen, die manibe Kriegerfrauen von den fniheren Arbeitgebern ihrer Ehemänner erbielten, hat man die gesetzliche Unter- stützung als überstüisig angesehen. Auch Verdienst aus eigener Arbeit der Kriegerfrauen ist den Unterstützungskommissionen nicht selten ein Grund gewesen, die Bedürftigkeit zu verneinen. Wir glauben aber, daß der Arbeitsverdienst oft ebenso wenig wie die Arbeitgeberspende als sichere Einnahmequelle gelten kann. Man redet viel von der Arbeitsgelegenhelt, die infolge der Lieferungen von Heeresbedarf aller Art sich den erwcrbiuchenden Frauen bietet. Be'onders auf Näharbeit, die im eigenen Heim ausgeführt werden kann, weist man immer wieder hin. Da sei dauernd guter Verdienst zu holen, behaupten am eifrigsten diejenigen' die es nicht selber durchgemacht baben. Uns will scheinen, daß auf diesem Gebiete die Höhe des Bedarfs doch stark überschätzt wird. Die Arbeitsnachweise baben bei den Frauen einen reichlichen An- drang von Ärbeiisuchenden zu verzeichnen, hinter dem das Angebot chon Arbeitsgelegenheit sehr fühlbar zurückbleibt. Nein, es ist für eine Frau, die man auf Erwcrbsarbeit verweist, wirklich nicht immer io ganz leicht, Beschäftigung zu finden. Und wenn die BeichäsligungSsuche schließlich doch Erfolg hat, dann kann's geschehen, daß nur zu bald„die Arbeit schon wieder alle' ist. Wie unregelmäßig die Arbeits- und Erwerbsgelegenheit manch- mal ist, darüber wurde im.Vorwärts' z. B. auS der vielgenannten Sandlacknäherei schon früher berichtet. Jetzt gehen uns neue Klagen zu, Klagen von Frauen, die an ihrer bisherigen Arbeitsstelle sich sagen lassen mußten, jetzt sei k e i n e A r b e i t d a. ES handelt sich um eine mit Sandiacklieferungen für die Heeresverivaltung be- traute Firma I. Blumcnstein, wohl um dieselbe, die im.Vorwärts' schon früher einige Male erwähnt wurde. Sie bat seit einiger Zeil auch ini Hause Lindenstr. 69 einen Geschäftsraum, der ihr zur Abfertigung der Näherinnen dient. Die Unbequemlichkeiten und Mühen, die den Heimarbeiterinnen bei der Austeilung der anzufertigenden Arbei», bei der Rücklieferung der fertigen Säcke und bei der Abholung ihres Lohnes zugemutet werden, sind hier ähnlich, wie wir sie aus den Betrieben anderer Unternehmer der Sandsacknähcrei schon öiler ge- schilocrt haben. In Scharen finden sich die Heimarbeiterinnen ein, Stunden hindurch müssen sie manchmal umherstehcn und warten, während dabeim vielleicht die Kinder sich selber überlassen sind, und begreifliche Ungeduld steigert sich zu Erregung. Wenn Frauen aus entfernten StadtleUen kommen und Fahrgeld ousdeben. ist es für sie besonders verdrießlich, sich mit leeren Händen heimschicken zu lassen. Kürzlich niußte vielen d>eie Eimäuichung bereitet werden, weil es(so sagte eine Angestellte des Geschäftes) an Stoff fehlte. Frauen, die an dem Tage keine Arbeit erhielten, kamen an einem anderen Tage wieder— und noch immer war für sie keine Arbeit da. Erst am drillen Tage konnte man sie dann befriedigen, so daß sie wieder ihre Ladung Stoff für IM Säcke nach Hause schleppen durften. Ww wollen hier kern Wort über die Schuldsrage sagen, weil wir nicht wissen, ob es möglich gewesen wäre, den Frauen die nutzlosen Wege zu ersparen. Schließlich kann eS wohl auch vorkommen, daß emcm Unternehmer die ArbeilSauitrüge ausbleiben oder die Sioffanlteferung sich verzögert oder irgendeine andere Schwierigkeit eintritt. Wir glauben aber, diese Erfahrungen erwerbstätiger Frauen immer wieder öffentlich besprechen zu sollen, well sie zeigen, wie es um die„dauernde ArbeitSgelegeiiheit' steht. An drei Tagen weile Wege machen müssen, um endlich einen Arbeitsauslrag mitnehmen zu können— da» bedeutet einen fühlbaren Zeitverlust und eine Schmälerung der Erwcrbsmöglichkeit. ungerechnet die dreimalige Fahrgeldausgabe. So. wie cS diesen Frauen ergangen ist, kann es gelegentlich auch jeder anderen Frau ergehen, die nian auf den angeblich dauernden Verdienst aus Sandsacknäberei oder anderen Näharbeiten verweist. Wenn es sich darum bandelt, die Unterstützungsbedürrtiqkcit einer Kaegerirau zu prüfen, sollte man von der Möglichkeil solcher Arbeit und selbst davon, daß die Frau zurzeit aus solcher Arbeit einen Verdienst hat. grund'ätzlich absehen. Das ist selten eiivas Dauerndes und niemals etwas Sicheres, jederzeit kann die Vtlrvei' Unterbrechungen erleiden oder ein plötzliches Ende finden. Einnahmen, die so schwanlend sind, dürfen nickt als Grundlage für die Enlscherdung der BedürfligkeitSrrage dienen. schlachten tragender Kühe. Schon unendlich oft ist daianf hingewiesen worden, welch schwere: Schaden dem Nationalvermögen durch das Schlachten tra- genter Muttertiere entsteht. Die Schlachtpiehversichcrnng der ver- einigten Vtehkommlssionäre Berlins lehnt schon seit langer Zeit jeden Schadenersatz, der durch das Schlachten tragender Kühe entsteht, rundweg ob. Im Laufe der letzten Woche wurden, wie die„All- geineine Fleiicher-Zeilung' miitcilt, in einem einzige» Schlachthaus auf dem Berliner•Schlachthof allein 82 Kälber beim Schlackte n aus den> Mutterleib entnommen. Gestern wurde ein solche? Kalb, im Gewicht von 82 P'und, ohne Haut und Füße dem Mutter- leib cnluommen. Wenn olle dieic Kühe nur nock acht bis vierzehn Tage gelevt hätten, dann wären die Kälber lebend zur Well gelominen. Jetzt fallen sie unweigerlich der Vernichtung andeim. Tee Schaden, der durch das Schlachten tragender Kühe entsteht, beträgt in Teutschland Millionen. Es ist doch wahrlich an der Zeit, aus diesem Gebiet endlich mit eisernen, strengen Bcsliminnngcn vor- zugchen, oder will man warten, bis die allerhöchste Not dazu zw'.ngt? Ter Hebel kann und darf dazu nur da a»ge''evl werden, wo am ersten Abhilfe zu schaffen in: bei der Landivirischakt. Ist ei» Landwirt wegen Mangels an Futter gezwungen, tragende Kühe zu de kaulc», so müssen Mittel und Wege gefunden werden, diese Tiere!o lange am Leben zu erhalten, bis die Frucht auf natürlichem Wege ins Leben getreten ist. Auch aus unserem Leserkreise werden uns Mitteilungen gemacht. tvonach tragende Kühe geichlachtet worden sind. Ein Kind verbrannt. Der vierjährige Sohn Willi und die sieben Jahre alte Tochter Charlotte de« Schlossers Sckoffel aus der Babnbofstr. 14 in Tegel waren auf kurze Zeit während der Abwesenheit der Eltern in der Wohnung eingeschlossen. Plötzlich hörten Leute den Knaben an der verschlossenen Kouidortür nach der Mutter schreien. Als die rasch herbeigerufenen Eltein dir Wohnung ausschlössen, fanden sie die kleine Charlotte in Flammen gehüllt in der Kücke auf. Sie war bereits am ganzen Körper so schwer verbrannt, daß sie im Kranken- hause starb. Der Knabe kam unversehrt davon. Das Unglück soll auf das Spielen des Mädchens mit Spiritus zurückzuführen sein, wobei sich dann ihre Kleider enizündeten. Bei einem Dachsluhlbrand um das Leben gekommen ist gestern früh der 46 Jabre alle aus Wilna gebürtige Schriftsetzer Samuel Kahn, der im israelitischen Heimalhaus in der Grenadierstraße lö wohnte. Dort brock gestern früh ein Brand aus, der den Dachstubl vollständig vernichtete und die Feuerwehr mehrere Stunden lang beichäfligte. Auch die oberen Geschosse gerieten in Mitleidenschaft. Das Zimmer Kahns wurde so verqualmt, daß er an Rauchvergiftung starb. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht._ Warnung vor„Vollkost". Das Polizeipräsidium teilt mit: Unter Bezeichnungen wie „Vollkost" und„Mischkost" werden zur„Leuteberflcgnng" usw. Znbcreituugen vertrieben, von denen 100 Gramm unter Zusatz von Wasser geeignet sein sollen, zwei Teller dicke, stark sättigende Kost zu liefern, 1 Pfund soll für 10 völlig sättigende Portionen ausreichen, die angeblich dem Nährwert eines voll- ständigen bürgerlichen Mittagessens entsprechen. Die Zu- bereitung soll u. a. 20 Prozent Eiweiß enthalten. Die Nach- Prüfung dieser Angaben hat ergeben, daß sie durchaus un- zutreffend und irreführend sind. Der Nährwert der Zu- bercitungen ist kaum höher als der des Roggenmehles. Allein hieraus schon vermag sich die Bevölkerung selbst ein Urteil zu bilden. Hinter Eierdieben her. Fünk Schock Eier gingen bei der Festnahme zweier Kollidiebe in die Brüche. Kriminalbeamte der Sonderpatrouille beobachteten geilern. wie die Brüder Max und Paul Schilling, die erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden waren, wieder einem'Fuhr- werk verdächtig folgten. Es ging durch die Friedrick-, Leipziger und Lützowstraße. über den Kur'ürslendamm nach Charloiienburg und wieder zurück bis die beiden endlich in der Nähe der Markthalle in der Lindenstraße die Gelegenheit fanden, eine Kiste mit fünf Schock Eiern vom Wagen zu stehlen. Während einer vorauseilte, trug der andere die Kiste weg. Zwischen der Neuenburger und Hollmannstraße, wo der Vorausgelanfene wartete, wollte dieser die Last übernehmen. Als jetzt die Beamten, die heimlich gefolgt waren, zugreifen wollten, warfen ihnen die Diebe die Kiste vor die Füße, io daß alle Eier ausliefen. Max Schilling wurde trotzdem iofoii festgenommen. Sein Bruder Paul entfloh, wurde aber bald darauf in einer Schankwirtschafl in der Bernauer Straße ermittelt und ebenialls verhaftet. Beide wurden dem Untersuchungsrichler vor- geführt._ Der Arbeiter-Notizkalender, der Zebntausende von Arbeitern täglich als unentbehrlich gewordener Ratgeber begleitet, tritt soeben seine» Weg für 1916 an. Daß sein tenlicher Inhalt unter dem Zeichen des Krieges siebt, ist leider auch für das neue Jahr noch selbstverständlich. Der Kalender greift die Fragen auf. die un- zähligcn Volksgenossen heute am nächsten liegen. Die Vers or- qung der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinter« b l i e b e n e n wird von Rudolf Wisse ll in klarer Uebersickt vorgetragen, lieber die wichtige Rolle des K r i e g s a u s i ch u i s e s f ü r K�o n s li m e n t e ii i n t e r e i s e n spricht Robert Sckniidt. Den Soldaten wird werlvolle Hilfe leisten, was I. Zadel über G c f» n d e r h a l t u n g im Felde schreibt, und der bygie- wichen Aufklärung wird dienen, was über die G rundlinien der Er- nährunosfragc geiagl ist. Ein vorireffliche? Bildnis Jgna z Auers ist dem Kalender vorangestellt: denn im nächsten Frübjabr würde Auer ein Siebziger geworden sein. Endlich wird in Worlen und Zahlen dargelan. wie die Gewerkschaften im ersten Kriegs- j a b r der andrängenden Masse neuer Aufgaben sich gewachsen zeigten, io daß sie ein starker Felsen der Arbeiterklasse blieben. All diesen Themen schließt sich eine Fülle von Adressen Material a». wie es jeder organisierte Arbeiter immer zur Hand baben muß. So bat der Notiz-Kalender all das. was er baben muß. um neue Scharen von Freunden zu den alten hiniuzilgewinncn. Der Preis ist wie bisher 50 Pf. Verlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H.. Berlin SW. 68. Ein gefährlicher Kinderfreund wurde gestern am Weidenweg festgenommen. Ein 42 Jahre alter Packer Karl Bockermann. der wegen Sittlichkeitsverbrechen schon wiederholt bestraft ist. lockte wieder ein zehnjähriges Mädchen an. veranlaßte es. Beiorgiinge» iür ihn zu machen, gab chin Schokolade dafür und bekain es io in seine Wohnung. Hier vergewaliiglc er es. Das Mädchen klagie der Mnllcr, was vorgefallen war und die Kriminalpolizei brachte darauf den Uiiverbesierliche» wieder hinter Schloß und Riegel. Großscucr kam am Dienstagnachmittag um 2 Uhr aus noch un- bekannter Ursache in einem Luergebände auf dem drillen Hofe des von vielen Parteien und mehreren Betrieben besetzten Grundstücks Urbanstr. 25 gegenüber dem Krankenhaus am Urban zum Ausbruch. Die Feuerwehr balle bis gegen Abend mit der Ablöichuiig zu tun Der Schoden ist bedeutend. Ter Dackstuhl mit dem Geschoß muß erneuert werden. Personen sind nicht zu Schaden gelominen. Kleine Nachrichten. Im Hauic Brandcnburgstr. 7 wurden Montag zu gleicher Zeit zwei Jniasien in verschiedenen Wobnungen tot auf- gesunden. Der 75 Jabre alte frühere Arbeiter Eduard Weiß, der von Ärmcnunlerstüyuiig lebte und die 32 Jahre alle Arbeiterirau Hedwig Behr geb. Lange, deren Mann sich in rnssischer Gefangen- icha't befindet. In beiden Fällen konnte der Arzt die Todesnriache nickl bestimmt feststellen. Die Leichen wurden deshalb beschlagnahmt und nach dem Schaubauie gebracht. Der Maiin icheini an Alters- schwäche geitorbe» zu sein, die Frau, die angekleidet auf dem Fuß- boden lag, ist wahrscheinlich einem Herzschlag erlegen. lottenburg aus Anlaß des Weihnachtsfestes zu ihren früheren Spenden die weilere Summe von 20 000 M. zur Unterstützung der Angehörigen Charlottenburger Krieger überwiesen. Herr Geheimral Wilhelm von Siemens hat aus gleichem Anlaß iür sich und die mit der Stadt Charloiienburg durch langjährige Zugehörigkeit verbundene Familie von Siemens den Betrag von'10 000 M. hinzugefügt. Lcbensmittclankauf in Neukölln. In den städtischen Verkaufsstellen gelangt jetzt kondensierte Milch zum Verkaut. Dem einzelnen Käufer dürfen höchstens zwei Doien a 65 Pf. verabfolgt werden. Die in denselben Verkaufsstellen neueingekührlen Küh lhauseier werden für 13 Pf. pro Stück verkauft. Am DonncrStaa soll im Hauie Hohenzollernplatz 11 ein Seefischverkauf eröffnet werden. Tie Verkanispreiie sind vor- läufig wie folgt festgesetzt: Schellfisch 65 Pi.. Kabeljau im Durch« schnül 65 Pf. und Seelachs im Duichschnllt 60 Pf. pro Pfund. Speckankauf in Friedrichshagcn. Ter kommunale Speckverkaus wird heute und die folgenden Tage fortgefetzt. Heule kommen die Brotkartennummcrn von 3001—7000 zur Abfertigung. Der Verkauf beginnt morgens 8 Uhr im Hofe des Rathauses. Soziales. Mus öen Gemeinden. Kriegs- und Teuerungszulagen in Pankow. Mit Wirkung vom 1. Juli d. I. st'oweit bereits Teucrungs- zulogcn gezahlt wurden, vom 1. Okiober d. I i werden den Gemeinde- arbeilern. Beamten, Lehrern, Lebreriiinen und sonstigen Gemeinde- augeslclllen iür die Dauer des Krieges nachfolgende Triicriings- reip. Kriegszulagen gewähr». An T e n c r u n g s z u l a g cn erhallen ledige Gcineinbearbcilcr monatlich lO M., velhciraicte 15 M.. und für jedes Kind nnier 15 Jahre» 3 M. mehr, bis höchstens insgesamt 30 M. Ledige Beamte, Lehrer, Lehrerinnen und sonstige Angestellle mit einem Einkommen brs 2400 M. erhallen inonatlich lO M.. verheiratete mit einem Einkoinmen bis 4000 M. monailich 15 M. und für jedes Kind unter 16 Jahren 3 M. mehr bis höchstens ins- gesamt 30 M. Angestellten mit ireier Station wird die Hälile dieser Sätze gewährt. Für erhöhte Tätigkeit während des Krieges werden für die Dauer desselben, jedoch unier Ausschluß von Teuerungszulagen, KrregSzulagen gewähn, und! zwar sosort zahlbare einmalige von 100. 200 und 400 M.! sowie vom 1. Januar 1916 ab vierleljährlick nachträglich zahlbare von 100 und 200 W. Soweit frühere Beschlüsse dieser Neuregelung' entgegenstanden, sind dieielben aufgehoben worden. Spenden für Charlottenburger Kriegerfamilien. Die Firmen Siemens u Holske und Siemens-Tchnckeri-Wcrke haben dem Haupiausschuß für vaterländische Hilisarbelt in Char- Ein RcchStstreit um das Gesellenstück. Mit einem eigenartigen Streitfall hatte sich die Kammer 5 des Gewerbegerichts zu beschäftigen. Der Kläger, ein Mechaniker, der am 30. September bei der Firma Heinrich Thiele u. Co. ausgelernt hatte, konnte seine Ge- iellenprülung nicht ablegen, weil ihm die Firnia die Herausgabo des vo» ihm angeferliglen Gesellenstückes verweigerte und dasselbe des- halb dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer nicht vorgelegt werden konnte. Die Firma beruft sich auf einen Passus des Lebrverlrages, welcher besagt, daß sie das Material zu dem Gesellenstück zu liefern bat und daß ihr das Eigentums- recht an dem Gesellenstück zusteht. Die Herausgabe bat sie. verweigert, weil der Kläger gleich nach Beendigung seiner Lehrzeit und vor dem PrllsungSiermin von der Firma abging und in einem anderen Bcinebe als Gehilfe in Arbeit iral. Der Kläger fordcric ursprünglich die Herausgabe seines Ge- selleiistückes, modifizicrie aber im Termin, nachdem er aus das ver- tragsmäßige Eigeninnisrecht des Beklagten austnerlsam gemacht worden war. seinen Antrag dahin, daß dcr Bcllagte veruneilt werde, das Gesellenstück dem Prüfungsausschuß zu übericnden.— Der Beklagte erklärte sich hierzu bereit, er wünschte aber ein Urteil. � um eine Richtschnur iiir künftige Fälle zu haben, wo die Gesellenprüfung über den Ablauf der Lehrzeit verzögert werde. Das Urteil des Gerichts ging dahin: Der Beklagte hat daS Gesellenstück dem Prüfungsausschutz der Handwerkskammer zu über- senden. Mit dem Ablauf der Lehrzeit ist die Veipflicktung des LehrlingS aus dem Lehrvertrage beendet. Aber es ist orts- und gcwerbcüblich, daß der Lehrling bis zur Ablegung der Gesellenprüfung bei seinem Lehrherrn in Aibeit zu bleiben pflegt. Das gilt auch allgemein als Anstandspflicht, die auch der Kläger hätte beachten sollen. Die Gründe, welche er für seinen Abgang angab ler wolle sich weiter bilden und mehr verdienen) sind ans der Lust gegriffen. Eine andere Frage ist die nach der Heransgabe des Gesellenstückes. Die Aushändigung desselben an den Kläger kann nicht verlangt werden. Dagegen ist der Beklagte verpflichtet, das Gesellenstück der Handwerkskammer zum Zweck der Priilung vorzulegen. Nack derselben kann er es wieder zninck- iichmcn. Die Frage, wie sich der Lehihcrr zu verhallen hat, wenn die Adlcgung der Gesellenprüiunq verzögert wird, ist dahin zu beanuvoilen: Wenn die Verzögerung eine Folge der Kriegöverhältmsie ist, wiro man sick damit abfinden tnüssen, denn es handelt sich um eine von keiner Seite ver schuldete Verzögerung. Wenn aber die Eesellenpiüinng durch Schuld des Lehrlings ungebührlich verzögert wird dann kann der Lehrherr dem Lehrling eine angemessene Frist stellen, und wenn diese nickt inne- gebalte» wird, Ia»n der Lehrherr sein Eigeniumsrecht an dem Gesellenstück gellend machen und darüber verfügen. Gerickts�eitung. Faule Eicr. Als„Spezialist für faule Eier" wurde von dem Vor- sitzenden der l. Strafkamnicr des Landgerichts I der Händler Wilhelm B c r g e r bezeichnet, der sich wegen Betruges und Vergehens gegen das Nahruugsmittelgesctz zu verantworten hatte. ES ist in der Tat eine Spezialität des Angeklagten, schlechte Eier auf der sogenannten Eierbörie auszukaufen und sie als„Prima frische Eier" an den Mann zu bringen. Er rst wegen dieier Be« trügerei im August ickon zu 0 Moiialcn Gefängnis verurteilt worden. Jrtzl lagen uock zahlreiche Fälle zur Aburleilung vor, in denen der Angeklagte Grüukramhändler, Restaurateure und Kolonialwaren- Händler, denen er Eicr in ziemlich großen Ouaniiiäte» verkaufte, hineingelegt bat. Die Eier waren in Kisten verpackt und schienen ganz unveidächlig; die oberen Schichten bestanden nämlich aus frische» Eiern, die unleren Schickten aber waren mit vollständig veifaulten Exemplaren angeiiilll. Unter Einbeziehung der früher erkannten Strafe ueruiteilte das Gericht den gewisienloien Mann zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Ein HciratSbureau. Blicke in ein Heiratsbureau verschaffte eine Anklage wegen gemeinschaftlichen Betruges, die die 1. Strafkammer des Landgerichts II gegen die Heiratsvermittlerin Frau Luise Schall geb. Fuß luid den Kaufmann, jetzigen Straßenbahnschaffner Karl G e r i ck e in zweiter Instanz zu verhandeln hatte. Frau Schall betreibt in einein Haust in Friedenau das Gewerbe einer Heiratsvermittlerin. Als solche veröffentlichte sie in Zeitungen Jnicraie folgenden Inhalts:„Rentier, Hausbesitzer, wünscht Neigungsehe mit einfacher, lieber, hcrzciisguler Dame, Witwe mit Kindern angenehm: inche kein Geld. Vermittlung und anonym zweck« los. Offerten usw. usw.' Auf dieic Anzeige hin wandten sich zahl- reiche heiiatslustige Damen, jung und alt, schön und häßlich von Gestalt, an die im Inserat angegebene Adresse. Sie erhielten dann einen Brief, in ivclchcm sie zu Frau Schall bestellt wurden. Dort wurde ihnen in der Regel mitgeteilt, daß die Annonce, die so ausiah. als ob sich der Herr Rentier ohne jede Einmischung einer drillen Person ein EhegeiponS crkicstii wollte, von Frau Schall herrührte, die sich zugleiÄ als Heiratsvermiltlerin voistellte. Halten dann die Damen eine„Einichreidegebühr' von 1 M. und eine„An- bahnunasgebühr' von 10 vis 20 M. gezahlt, dann wurden sie mit Herrn Gericke in Verbindung gebracht, der die Rolle des Rentier» und Hausbesitzers spielte. Dieier hatte sich einen beliebigen Namen wie Ehler». Müller. Menzel, Koch uiw. zugelegt und lud unter diesem Namcn ickrisrlich die heirarslustigen Damen nach einander zum ersten Stelldichein in die Wohnung der Frau Sckall, wo die persönliche Bekanntichast gemacht wurde. Bei die'er Gelegenheit blähte sich Gericke gewöhnlich arg auf, sprach von seinem Hauie und keine» Renlcn. hielt sich ober nie lange mit den Frauen, die das Attentat a»i kein Herz versuchten, auf, sondern beendigte sehr bald die erste Unterhaltung mit dem Bemerken, daß er keine Zeit habe, da er für feinen Bruder eine Fabrik zu verwalte« habe; in einem Falle erNärte er sogar, er sei.Vorsitzender im Kriegs- Ministerium" und müsse sehr schnell inS Ministerium. Mit der Berficherung, bafe der Rentier bald schreiben würde. wurden die Bewerberinnen gnädigst entlassen; sie waren.Einschreibe- gebühr" und.AnbafjmmgSgebühr' loS und hörten dann von der Sache nicht« weiter. Wenn sie dann zu Frau Schall kamen und sich beschwerten, dafe aus der Sache nichts geworden sei, erklärte sich Frau Schall bereit, für sie die Netze nach einem anderen Mann auszuwerfen. Auch letzteres war dann der- geblich.— Das Schöffengericht halte die Ueberzeugung gewonnen, das; beide Angeklagte in belrügeriicher Weise zusammenarbeiten und rs ihnen von vornherein gar nicht ernstlich darauf angekommen sei, eine Heirat zu vermitteln bezw. einzugehen. Sie wurden deshalb zu je zweiMonaten Gefängnis verurteilt. Die Beweis- aufnähme in der Berufungsinstanz brachte die Strafkammer zu der« selben Ueberzeugung, wie sie das Schöffengericht gehabt; die Berufung wurde daher verworfen. Mus aller Welt. Dar saubere Ratshäär. Man schreibt unZ aus der Schweiz: Die Stadt GlaruS war bisher die einzige Kantonshauptstadt ohne B a d e a n st a l t. Tie alten Glarner empfanden zwar diesen Mangel nicht schwer, aber der ewig unzufriedene Nachwuchs erwies sich auch hier als das „revolutionäre Element" und drang energisch auf Errichtung einer Badeanstalt. �Die Nörgler gingen sogar so weit, bei dem hohen Gemeinderat für ihre Sache zu plädieren, zumal ihnen bekannt war. das; die Glarner Geld genug haben, um den Wunsch der Jungen erfüllen zu können. DaS energische Plädoyer des Vertreters der Badelustigen machte bei dem hohen Rat tiefen Eindruck, Einer der Ratsherrn aber suchte die Tradition durch folgende Ansprache zu retten:.Herr Präsident! Wäärte RaatShääre I I bin där Meinung. wir Glarner brauche das nnd. Sit i in der Windle gläge bin, hei i nie mehr badet, und i bi doch bis hütige Tag suuber blibe". DaS zog. und die kühne Neuerung war für einstweilen abgelehnt, zur grohen Freude der alten Garde, die auf ihren.suubern RatS- häären" begreiflicherweise sehr stolz war... Meuterei in Schanghai. Am Montag kam es in Sckiang- Hai an Bord des Kreuzers„ C h a o o" zu einer Meuterei. Der Kreuzer feuerte auf das Arsenal. Die anderen im Hasen anwesenden Kriegsschiffe behielten den Kreuzer zwar im Auge, wagten es aber nicht, zu feuern, weil sie fürchteten, die europäische Niederlassung zu be- schädigen. Auch zu Lande unternahm eine Abteilung von Meuterern, die mit Kanonen ausgerüstet war. einen Angriff aus das Arsenal, wurde aber durch das vom Arsenal abgegebene Feuer verjagt.— Nach einem Tele- gramrn auS Peking vom 6. Dezember ist die Ruhe in Schanghai wiederhergestellt. Fünf Knaben durch die Extflosion einer Fliegerbombe zerrissen. In der Gemeinde San Ouräiio bei Udine fanden finff Knaben eine nicht explodierte Fliegerbombe. Nachdem sie die Bombe verschiedene Male wie einen Spielball auf den Boden ge- worfen, um sie zur Explosion zu bringen, hieben sie mit einem Stock auf sie ein. Plötzlich explodierte die Bombe mit furchtbarer Gewalt. Vier Knaben wurden in Stücke gerissen. Der fünfte Knabe wurde schwer verletzt. Explosion in einer Schulklasse. Ein folgenschwerer Unfall er- eignete sich in einer Schulilasse des im Kreise Lützen gelegenen Kirchdorfes Millen. Während des Unterrichts erfolgte plötzlich in einer Bank eine furchtbare Explosion, die, wie sich herausstellte, durch eine Ouecksilbersprengkapsel hervorgerufen war, mit der ein Schüler gespielt hatte. Seine Leichtfertigkeit hat der Knabe schwer büßen müssen; denn die Sprengstücke rissen ihm die linke Hand vollständig ab. Alle übrigen Schüler der stark besetzten Klasse sind unverletzt geblieben. Ein nächtlicher Raubanfall wurde in der P f a r r e i Wisch- nitz bei Trost verübt. Einbrecher schlugen den durch daS Geräusch erwachten Pfarrer Stanislaus Lebel nieder. Seine Nichte, die dem SSjährigen Greis zu Hilfe kommen wollte, wurde durch einen Schuß in den Kopf unschädlich gemacht und ihre Schwester gleichfalls durch zwei Schüsse schwer verletzt. Den Räubern, die ün- erkannt entkommen sind, fielen 2700 M.. ein goldener Meßkelch, zwei Uhren und eine Uhrkette in die Hände. 38 Grad Kälte. Aus Kopenhagen wird gemeldet: In D a l a r n e herrscht die strengste Kälte seit Menschengedenken. Von einzelnen Orten wurden Ende der Woche 38 Grad Kälte ge- meldet. Auch Haparanda hatte über 30 Grad, Stockholm 23 Grad Kälte. In Norwegen haben Lawinen großen Schaden angerichtet, unter anderem in der Gegend von Jetunhetmen große Renntierherden vernichtet. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 338 der preußischen Arme« enthält Verluste folgender Truppen: In sanierte usw.: Garde: 1. und 4. Garde-Regiment z. F.; l. und 2. Garde-Reserve-Regiment; Garde-Grenadier-Regimenter Franz, Elisabeth, Augusta uni) Nr. 5; Garde-Füsilier-Regiment; Garde-Jäger- und Garde-Schützen-Bataillon. Lehr-Jnfanterie- Regiment. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier-Regimenter Nr. 10, 11. 12. 14(s, Jnf.-Rxgt. Nr. 150), 16, 18. 20. 23, 24, 26. 31. 33. 34. 36, 41, 44 ff. Fus.-Regt. Nr. 33), 52, 53. 55. 62 ff. Feld- fliogertruppe), 64 ff. auch Feldfliegertruppe), 65, 67 bis einschl. 70, 72, 73, 75, 76. 77(s. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 83), 78, 79, 80 ss. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 80), 81, 82, 84, 86, 87, 88, 90 ff. Fnf.-Regt. Nr. 361), 32. 94. 95. 99. 109 bis einschl. 112, 114 bis einschl. 118 (letzteres s. Jnf.-Regt. Nr. 157), 130, 140, 142, 144, 147 bis einschl. 153, 155(s. auch Feldfliegertruppe). 157, 158. 163 ff. Füs.-Regt. Nr. 86), 167, 168, 170 bis einschl. 174, 176. 185, 351, 852, 353, 357, 359, 360, 361, 364, 369, 371, 372, 374 bis einschl. 378, 381 und Regiment ü. Kurnawwski. Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 5, 7. 18, 13. 21 bis einschl. 24. 27. 32, 64. 66, 68. 69, 72. 75. 76, 78 bis einschl. 84. 86. 87, 90. 91. 33. 111, 118, 206, 207 ff. Jnf.-Regt. Nr. 361), 209, 211, 213, 214, 216, 218, 221, 223, 224, 226, 251, 253, 257, 262, 263. Ersatz-Jnfanterie-Negimenter Königsberg Nr. 1 (s. Jnf.-Regt. Nr. 377) und Königsberg Nr. 3 ff. Jnf.-Regt. Nr. 378). Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 1 ff. Jnf.-Regt. v. Kurnatowski). 17, 18, 19. 21, 24. 28, 34, 35, 72. 74, 84. 87. 116, 118. Landsturm-Jnfantevie-Regimenter Nr. 7, 11, 23, 109. Bri- gade-Ersatz-Bataillone Nr. 14 ff. Jnf.-Regt. Nr. 360), 27(f. Jnf.- Regt. Nr. 369), 32 ff. Jnf.-Regt. Nr. 364). Landsturm-Jnfanterie- Bataillone: 7. Allenstein, 2. Bochum, Gnesen, Könitz, Neuwied. Rheydt, I Saarlouis(s. Jnf.-Regt. v. Kurnatowski). Zusammen- gesetztes Landsturm-Jnfanterie-Bataillon Marienwerder-Rasten- bürg(f. Jnf.-Regt. v. Kurnawwski). Landsturm-Jnfanterie-Ersatz- Bataillone Hardershof und Northeim. Jäger-Bataillone Nr. 3, 4, 9, 14; Reserve-Bataillone Nr. 4, 5, 15, 21. Nadfahrer-Kompagnie der 161. Jnfanterie-Division. Maschinengewehr-Abteilung Nr. 4; Gebirgs-Maschinengewehr-Abteilungen Nr. 226 und 237; Feld- Maschinengewehr-Züge Nr. 42 ff. Jnf.-Regt. Nr. 361), 235(siehe Landsturm-Jnf.-Regt. Nr. 7); Festungs-Maschinengewehr-Abtei- lung Nr. 13(Metz). Kavallerie: Kürassiere Nr. 3 und 6; Grenadiere zu Pferde Nr. 3; Husaren Nr. 3; Reserve-Husaren Nr. 7; Reserve-Ulanen Nr. 5; Reserve-Jäger zu Pferde Nr. 1. Reserve-Kavallerie-Abteilung Nr. 44. Feldartillerie: Regimenter Nr. 1, 20, 26, 81, 35, 38, 45, 58, 59, 75, 229; Reserve-Regiment Nr. 48; Ersatz-Regiment Zossen. Ballonabwehr-Kommaudo Nr. 64. Fußartillevie: 1. Garde-Reserve-Regiment. Regiment Nr. 23 (s. Feldfliegertruppe); Reserve-Regiment Nr. 2. Fußartillerie- Batterie Nr. 101. Pioniere: Regimenter Nr. 20 und 23; Bataillone: II. Nr. 8, II. Nr. 26, I. Nr. 28; Kompagnien Nr. 190. 105, 197. 112, 247. 249, 252, 307; Reserve-Kompagmen Nr. 44, 45, 76, 87; I. Land- wehr-Kompagnie des 9., 2. des 11. und 1. des 14. Armeekorps; 3. und 4. Landsturm-Kompagni« des 3., 2. des 4., 1. deS 9. und 2. deS 17. Armeekorps. Minenwerfer-Kompagnie Nr. 38. Verkehrstruppen: Eisenbahn-Regiment Nr. 4. FestungS-Fern- sprech-Abtoilung Strahbuvg i. E. Feldsliogertruppe. Etappen- Kraftwagenpark Nr. 9. Proviantkolonne Nr. 1 der 56. Jnfanterie-Division. Munitionskolonnen: Res.-Jnfanterie-Munitionökolonne Nr. 43 des 9. Reservekorps; Landw.-Jnfanterie-MunitionSkolonne Nr. 1 der 7. und Nr. 2 der 8. Larrdwehr-Division. Artillerie-MunitionS- kolonne Nr. 6 des 6. Armeekorps. Reserve-Fuhartillerie-Muni- tionskolonne Nr. 5 deS 40. Reservekorps und Nr. 1. Sanierungs-Kommando Kalisch. Armierungs-Bataillon« Nr. 14. 64, 67, 68, 69, 81, 87. Kriegsakademie ff. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 64). Der Schluß der sächsischen Verlustliste wird verössent- licht, deren Inhalt wir gestern mitteilten. Die württembergische Verlustliste Nr. 315 meldet Per- luste des Ersatz-Jnsanterie-Regiments Nr. 52; Landwehr-Jnsan- terie-Regimenter Nr. 119, 120; Jnf.-Regt. Nr. 121; Füsilier-Regt. Nr. 122; Grenadier-Regt. Nr. 123; Jnf.-Regt. Nr. 124, 126; Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 126; Infanterie-Regimenter Nr. 127, 180; Reserve-Jnf.-Regt. Nr. 247. Reserve-Dragoner-Regiment; Dra- goner-Regiment Nr. 26; Ulanen-Regt. Nr. 19. Landwehr-Feld- artillerie-Regt. Nr. 1; Feldart.-Regt. Nr. 13; Reserve-Feldart.» Regt. Nr. 54; Feldart.-Regt. Nr. 65. Berichtigungen früherer Ver- lustlisten._ Sriefkasten der Neüaktwn. Dt« lurisllsch« Evrechllund» findet Mr»bonnenten Ltndenftr.». IT Hot titfilä. Hartem am Montag bis gccitag oon t ii? 7 U«t, am Sonnabend von&»l» 6 Uhr Natt. Jeder für den 9 1 1 e f l a ft« n bestimmten Antrag« ttt NN»uchltad« und ein« Ladt al» Merkzeicden beuulügen, Vrtefli�« Antwort wird med: crtetlt Antragen, denen leine AbonnemenISaiittlung beigefügt ist. werden nicht beantwortet. Eilige Kragen trage man in der SvrechNund« vor. Brrtrige, SchrtfXISile»nd dergleichen dringe mar in die Sprechstunde mit Wilna 33. Sie müssen ans dem Polffeirevier Antrag auf KrügS- witweneenle stellen. Aus(Nmnd der geklebten Fnvalldenmarken IXbro« Ebemannes beantragen Sie beim VerücherungSamt Berlin. Klolterstr. 65/67 einen Aiiwai tschaflsbcsckicid. Sollten Sie invalid sein, töniien Sie Witwen- rente beantragen.— 10«. H. W 1. Es würde sich emvieblen. daß Sie Versönlich in unsere Sprechstunde kommen. 2. Ja.— A.<9. 55. Tie Unterstützung wird von Neukölln ausgezahlt.— W. Sch. Der Sobn braucht sich nicht zu melden; er wird Order erhalten. Sie müssen zunächst einen Bescheid aus Ihren Antrag von der Steuertasse abwarten, eventuell müßten Sie gegen diese Beschwerde beim Magistrat einlegen.— H.ie kanz aber eocnwell tm Falle der Bedürstlgkeit auch über das 15. Lebensjalx hinaus gezahlt werden.— C. 80. 1. Ja. Ant-ag ist beim Polizeirevier zu stellen. 2. Nein.— M. 74. 1. Di« ErbschastSausschlagung muh gerichtlich oder notariell beglaubigt sein. 2. Sie müßten dann einen Antrag aus Erteilung eine» Erbicheins beim zuständigen Nachlaßgcricht einreichen. 3. DaS Testament ist in der Form nicht rechtsgültig. An- Weisung zu einem solchen erbalien Sie in unserer juristischen Sprechstunde. — I. N. 30. Wir würde» Jbnen empsehlen, einen Antrag aus AuS- zablung der Löhnung an das Ersatzbataillon des Regiments, von dem der Kriegsgefangene eingezogen wurde, zu richten.— H. lOO. DaS kommt auf die Abmachungen mit dem Hauswirt an.— Eh. 14. Nein.— Bruno M. Wenn Sie Ihre Arbeitsstätte wechseln, ist es nicht am-» geschlossen, daß Sie eingezogen werden.— F. H. N. Sch. 1. Sie müßis.r sich«tn Gutachten von der Baupolizei einsordern und eventuell aus Lösung des Vertrages klagen. 2. Nein. 3. Ja.— H. G. 1890. Wenn Sie von dem Vertreter des Anwalts die Akten nicht erlangen können, mürteir Sie die Hille de» Gerichts in Anspruch nehmen.— 91. M. 90. Di» Mädchen ist nicht verpflichtet, die Geschenke zurückzugeben.— H. Ä. 350. I. DaS tommt auf die BerstcherungSbediniungen. die wir nicht kennen, oii. 2. Wenn da» Testament sonst der gesetzlichen Form entspricht, hat dasselbe Gültigkeit.— P. 909. 1. FrauengesängniS Berlin, Barntmstraße. 2. Ja. WetteranSsichte» für daS mittlere Slorddeutkckiland vi« DonnerStag mittag. Ueberall mUd, im Osten zunücht ziemlich heiter. im Westen, später auch östlich der Oder neue Trübung und besonder» im Küstengebiet vielfach starke Rezenlälle. imwümm Das Fest der silbernen Hoch. zeit wert heute das Ehepaar ?aal Schael««d Berta geb Waabereyjstotsörer Str. 6. wmmwmmml> Was schenke ich de» Slakeni zu weihoachtr« 7 Mniillftl Mit vielen schönen Bilden» ausgestattet. Statt2,-Mk. für nur 1.— TSCL WiMMA Mit reichem Bilderfchmuck in Farben v.T.Kreidolf. t,— Mk. MM ins WWM Boa Franz Mäding. Reich mit farbige« Bildern fchmücktvonS.Tufar. 1»— SiliW ins Ziele Sin heitere« Bilderbuch von Bim Sonntag 8 Uhr •Mkea 20,—, Serientage mit Ersparnis bis 50%. Plüsch. (mi->.>»ta»»piii»«bm>m»i, Uag.od lulblur. mit o. ohn. P»U, (UU and RMnUtt, in 4 ä«ri»o, 42,-. 61,-, 77.-. 116,-, bei 5ra»aftn SS,-, Sil.-, 106,—, 186.— LW(* Wdllplltih- i. 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