Wr. 339.- 32. Jahrg. RlionnetnentS'Bedlngnngen: Bfionnfmemä• Stets ptänutnctanb«! Biettcliäfatl. 330 Ml. monatL 140 Ml, wöchentlich 25 Ssg. ftei inS HattZ. einzelne Nummer 5 Sfg. Sonntag«. nummet mit illuititettei Sonntag». Beilage»Die Neue Welt' lO S'a. Bast« ilbonnemeM- 140 Matt vro Monat. Eingeltagen in die Söst. Zeitung». Bteisliste llntet Kreuzband für Demschlan» und Lesterrelch. llngatn 230 Matl für da» übrige Lusland « Matl vto Monat Sosiabonnement» nebnten ant Belgien. Dänematl, and, Italien. Luxemburg. Sotiugal. Schweden und die Schwei» OlltelDt lägst». Verlinev VolkSblakk. ( 5 Pfennig) Die Tnferflons-6eböl)r veirlgt für die sechsgespaltene lloloite!. zetle oder deren Raunt SO Pfg, für politische und gewerkschasillche Bereins» Und Betsammlungs-Anzeigen SO Psg. „Kleine Mnieigcn", das seitgedruckie Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg, jedes wettere Wortö Psg. Worte über 15 Buch- stabcn zählen für zwei Worte. Jnserale sür die nächste Nummer müjien bis b Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „Sozialilemokrat Rerlia", Zcntralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfcblands. Redaktion: SW. 6$, Linüenstraße 3. Nernivrecher: Amt Morinvlav. Nr. löl 90— 151 97. Expedition; SW. 6S, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritsplan, Nr. 151 00—151 97. M Der große Tag. Auf der Tagesordnung der heutigen Reichstagssitzung steht die sozialdemokratische Interpellation über die Geneigtheit der Regierung zu Friedensverhandlungen. Daß es in dem üblichen Berichterstattersinne ein„großer Tag" des Parlaments sein wird, ist kaum zu bezweifeln. Der Reichskanzler wird reden, vielleicht auch noch der Staatssekretär des Auswärtigen. Das Haus wird nahezu vollständig besetzt sein, auf die Tribünen wird der übliche Ansturm erfolgen und über dem Ganzen wird jene Stimmung lagern, die sich nur einzustellen pflegt, wenn über wichtige, die gesamte Nation berührende Gegenstände geredet wird. Ob es aber ein großer Tag in des Wortes tieferer Bedeutung sein wird, das läßt sich nicht voraussagen, das hängt ausschließlich vom Parlamente selbst und in erster Linie von der Sozial- demokratie und ihren Rednern ab. Eine Interpellation ist eine Anfrage an die Regierung in besonders feierlicher Form. Sic verfolgt nicht nur, wie die sogenannten kleinen Anfragen, den Zweck, über eine be- stimmte Sache eine Auskunft zu erhalten. Sie ist nicht nur ein Weg, auf dem sich berechtigte Neugierde befriedigen läßt, sondern sie gehört zu den Mitteln parlamentarischer Kontrolle. Sie will den Standpunkt der Regierung kennen lernen, um ihn kritisieren zu können. Sic soll Gelegenheit bieten, die eigenen Ansichten und Absichten mit denen der Regierung zu vergleichen, sie ihnen unter Umständen entgegen- zustellen und sie den ausführenden Organen als Richtschnur ihrer Politik zu empfehlen. Es gibt Fälle, in denen eine Interpellation eingebracht wird, um der Negierung die von ihr selbst gewünschte Möglichkeit zu einer Mitteilung über ihre Meinungen und über ihre Pläne zu gewähren, meistenteils aber bedeutet die Interpellation, daß die, die sie stellen, von vornherein größere oder geringere Zweifel über die Zweck- Mäßigkeit der Regierungspolitik hegen. Die Art der Fragestellung hängt von den Umständen ab. Häufig mag es ausreichen, sie ganz allgemein zu halten. Sehr oft aber wird es nötig sein, ein besonderes Gewicht auf die Form zu legen, und die Frage möglichst genau zu fassen, um dem Antwortenden ein Ausweisen und ein Umgehen des wichtigsten Punktes zu erschweren. Die Minder- heit der sozialdemokratischen Reickstagssraktion ist der Meinung gewesen. daß die schärfere Formulierung auch diesmal am Platze sei. Sie wollte vom Kanzler wissen, ob er die Geneigtheit besitze, Friedensverhandlungen auf der Basis eines Verzichts auf Annexionen durch alle kriegführenden Länder zu führen. Die jetzige Interpellation der Fraktion spricht aber nicht von Annexionen. Sie schreibt also der Regierung keine bestimmte Marschroute vor und sagt formell auch nichts über die Auffassung der sozialdemokratischen Fraktion von den Mög- lichkeiten der Friedensverhandlungen und des Friedensschlusses. Wir bedauern das, weil uns hier eine genaue Antwort mehr als je dringend notwendig erscheint, und weil wir es für wünschenswert gehalten hätten, daß schon durch die Fassung der Frage den Rednern der Fraktion ein bestimmter Leitfaden für ihre Ausführungen gegeben worden wäre. Freilich hätte ja für Herrn von Bcthmann Hollweg kein staatsrechrlicher Zwang bestanden, die schärfer gestellte Frage präzis zu beantworten. Grundsätzlich ist er überhaupt nicht genötigt, auf Dinge, die ihm unbequem sind, einzu- gehen, und er könnte sich, wenn er wollte, auf das Vorbild Bismarcks berufen, der im Preußischen Landtage im Jahre 1867 mit der ihm eigenen Rücksichtslosigkeit ein für allemal ablehnte,„über schwebende Verhandlungen mit auswärtigen Mächten, über bevorstehende Verhandlungen mit auswärtigen Mächten öffentlich Auskunft zu geben." Aber das ganze Jnterpellationsrecht des Deutschen Reichs- tages ist in den Bestimmungen der Verfassung nur unzu- reichend fundamenticrt. Es ist mehr oder weniger ein An- spruch, der sich aus der einfachen Tatsache eines Vorhanden- seins des Parlaments ableitet, und die Rücksicht auf diese Tatsache wird es einer Regierung immer schwer machen, einer bestimmt vorgebrachten Frage ohne weiteres aus dem Wege zu gehen. Man hat dem Kanzler aber sicher mit der Ablehnung der Minderheitsformulierung erleichtert. um den heißen Brei vorsichtig herumzugehen. Das um so weniger, als leiider auch in einer Reihe von sozialdemokratischen Blättern Herrn von Bethmann ausein- andergesetzt worden ist, daß er im gegenwärtigen Moment mit Rücksicht auf den zu envartenden Eindruck im Aus- lande die Ablehnung von Annexionen nicht ausdrücklich aussprechen dürfe. Noch ehe der verantwortliche Minister sich geäußert hat, wind ihm hier die beruhigende Versicherung gegeben, er habe ke-i-erlei Kritik zu befürchten, wenn er bei der etwaigen Enrwickelung seiner Friedensideen den wichtig- sten Punkt des sozialdemokratischen Friedensprogramms un- 1 meiOnng Oes(Stoßen{Mnotflets. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. Dezember 1915.«W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Versuche des Feindes, uns den Erfolg östlich vou Auberive streitig zu machen, scheiterten. Außer den Ge- fangeueu sind dort 3 Maschinengewehre in unsere Hand gefallen. Nordöstlich von S o u a i u wurde den Franzosen die Stellung auf der Höhe 193 in einer Ausdehnung vou etwa 566 Metern entrissen. Bier Gegenangriffe wurden abge- schlagen. Ein Offizier, 126 Manu sind gefangengenommen. 2 Maschinengewehre erbeutet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Au der Front der heerezgruppe äez Generalfeldmarfchalls v. ßlndenburg wurden vereinzelte Vorstöße schwächerer russischer Ab- teilnngen zurückgeschlagen. Balkankriegsschauplatz. Bei Jpek wurden 86 Geschützt und viel Kriegsgerät erbeutet. Gestern find über 2666 Gefangene gemacht worden. Ober st e Heeresleitung. ** * Sn öslemINA MmlWMWl. Wien, 8. Dezember.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: 8. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Nordöstlich von Czartorysk vertrieb österreichische Landwehr stärkere russische Erkundigungsabteilungen. Sonst nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschützkämpfe an dcr Jsonzofront waren gestern heftig« als in den letzten Tagen. Nachmittags schritt der Feind zum Angriffe auf den Nordteil der Hochfläche von Doberdo. Gegen den Monte San Michele brach die italienische Infanterie in dichten Massen vor. Am nördlichen Hange des Berges gelang es ihr, in einen Teil unserer Front einzudringen. Unsere Truppen gewannen durch Gegenangriff in erbittertem Hand« gcwenge ihre Gräben wieder vollständig wieder zurück; im übrigen wurde der feindliche Ansturm durch Fever unter schweren Berluste« der Italiener zurückgeschlagen. Auch im Abschnitte vou San Martin» scheiterte« mehrere Borstöße des Gegners. Abends wurde Sistiana von mehrere« italienischen Torpedofahr« zeugen beschossen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unser« Angriffe gegen die montenegrinischen Stellungen nörd- lich von Beranc haben Erfolg. Wir erstürmten an mebrrrcn Punkten die feindlichen Linien. I p e l ist vom Gegner gesäubert. Unsere Truppen erbeuteten achtzig Geschütze, hundertsechzig Munitionswagrn, vierzig Automobile, zwölf fahrbare Feldback« öfen, einige Tausend Gewehrt und viel anderes Kriegsgcrät. Die Zahl der gestern von der Armee des Generals v. K ö» e ß eingebrachten Gefangenen übersteigt abermals zwei- tausend Mann; unter ihnen befinden sich dreihundert Monte- ncgriner. Die Arnautc» nehmen überall in den Kämpfen gegen die Reste der serbischen Armee teil. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. H» e f e r. Fcldmarfchallcutnant. » Italienischer kleiner Kreuzer versenkt. Wien, 8. Dezember. jW. T. B.) Amtlich wird ver- lantbart: Eines unserer Unterseeboote hat am 5. d. Mts. um 16 Uhr vormitiags vor Balona einen italienischen kleinen Kreuzer mit zwei Schloten versenkt. Flottenkommando. berücksichtigt lasse, unb bas ist, gelinde gesagt, eine sehr merkwürdige Politik. Sie zeugt von einem außerordentlich geringen Vertrauen in die Güte der eigenen Sache, und sie muß in ihrer Konsequenz zu der Forderung führen, daß auch die Vertreter der sozialdemokratischen Par« tei im Reichstage um des Eindrucks nach außen willen aus die Betonung ihrer wichtigsten Grundsätze Verzicht leisten müssen. Penn es wäre doch geradezu eine Komödie, die eigenen Friedensbedingungen hervorzuheben, ohne gleich- zeitig von der Regierung zu fordern, daß sie sich ebenfalls zu ihnen bekennt. Dieselbe Schwachmütigkeit, die sich hier offenbart, tritt aber auch in der ebenfalls in einigen sozialdemokratischen Blättern kundgegebenen Auffassung zutage, alles Reden im Parlament sei unnütz, und letzten Endes könnten'den Frieden nur die Kanonen auf den Schlachtfeldern herbeiführen. Der militärische Sieg Deutschlands sei der einzige Weg zur Wiederherstellung der Ruhe Europas. Wenn das richtig ist, dann war die ganze Interpellation von vornherein über- flüssig, und wenn der Abgeordnete L e n s ch, der in der Presse ähnliche Ansichten ausspricht, damit die Meinung der Frak- tionsmehrheit wiedergeben wollte, so würde sich daraus der Schluß ziehen lassen, daß diese die Anfrage überhaupt nur gestellt hat, um der Minderheit den Wind aus den Segeln zu nehmen und den Anschein zu erwecken, als geschähe etwas, während in Wirklichkeit nichts geschieht. Das anzunehmen aber wäre eine schwere Beleidigung für die Mitglieder der Frattionsmehrheit, und wir hoffen, daß die Reden der Ge- nassen Scheidemann und Landsberg keinen Zweifel darüber lassen werden, daß sie sich selbst ernst nehmen, das heißt, daß sie fest von der günstigen Wirkung überzeugt sind, die eine rückhaltlose Vertretung der sozialdemokratischen Friedens- gedanken im Ausland hervorrufen. Selbst wenn die Regie- rung sich nicht entschließen kann, die Berechtigung der sozial« demokratischen Forderungen anzuerkennen, so bedeutet es schon viel, wenn sie wenigstens von der Sozialdemokratie selbst unter energischer Ablehnung aller entgegenstehender Programnle im Reichstag verkündet werden. Zuni minde- sten das eine würde erreicht werden, daß das Mißtrauen schwindet, Sas einige unserer ausländischen Bruderpartcieu noch hegen; denn soweit wird doch- wohl der Kleinglaubc jener nur auf die' Kanonen vertrauenden Parteigenossen nicht gehen, daß sie sich auch van einer Wiederannäherung der So- zialisten der verschiedenen Länder, von einer Wiederhcr- stellung der Internationale, nichts für den Frieden ver- sprechen. Der heutige Tag kann zu einem großen Tag für die Sozialdemokratie, zu einem Schicksalstag für Europa werden. Erste Vorbedingung aber ist der Wille der soziakdemokrati- scheu Reichstagsfraktion, die Gedanken, die sie sich nach der Ueberlieferung und dem Programm der Partei über den Frieden machen muß, rückhaltlos zu verkünden. Es kommt nicht darauf au, daß gesprochen wird, sondern was ge- sprachen wird. Der Interpellation muß der rechte Inhalt ge- geben werden, wenn sie mchr sein soll als eine schöne Geste. «« « Die Dummen und die Schlaue». »Hormlose Idealisten� nennt Herr Georg Bernhard in der »Voss. Ztg.* die Leute, die auf dem Standpunkt stehen, daß Deutsch- land jeyl der Welt mitteilen könne, unter welchen Bedingungen es zum Frieden bereit sei. Eine solche Bekanntgabe der Kriegsziele werde im feindlichen Auslande falsch ausgelegt werden; die einen würden sie als ein Zeichen für die augenblickliche militärische Schwäche Deutschlands ausschreien und die anderen würden es so darstellen, als ob die deutsche Negierung den Frieden nur deshalb jetzt haben wolle, weil sie zurzeit günstigere Bedingungen erwarten dürfe als später: »Für die ganz Dummen, denen man einreden kann, daß Deutichland schon besiegt sei, wud jede deutsche Friedensneigung als Eingeständnis solcher Schwäche ausgelegt; und für die Schlauen, denen die augenblickliche Lage nicht verheimlicht werden kann, wird jedes deul'che Friedcnswort als ein Zeichen deutscher Furcht vor dem, was in der Zeiten Hintergründe schlummert, dar- gestellt." Herr Bernhard glaubt damit den schlüssigen Beweis erbracht zu haben, daß nicht der Reichskanzler und der Reichstag, sondern nach wie vor nur die Kanonen sprechen müssen. Aber in Wirklichkeit hat er sich mit seinem Hinweis auf die«ganz Dummen" selbst wider- legt. Mit dieser Kategorie muß zwar gerechnet werden, jedoch können wir unsere Entschließungen nicht von der mutmaßlichen Wirkung aus sie abbängig machen. Schließlich wird es auch nach weiteren militärischen Erfolgen noch immer»Dumme" geben, die diese Siege nicht anerkennen wollen, und es wird auch nicht an Zeitungen fehlen, die wie das von Bernhard zitierte„Echo de Paris" diese Ignoranz geflrsientlich nähren. Blieben also die Schlauen, die auf eine Verschlechterung der Situation Deutschlands spekulieren. Zugegeben, daß sie ernster ge- rrommen werden müssen als die anderen. Aber ihre Auffassung der Dinge hängt in keiner Weise davon ab, ob die deutsche Re- gierung sich über ihre Ziele ausspricht oder nicht. Schweigt sie oder redet sie um den Kern der Sache herum, so können die Schlauen genau so gut auf die Zukunft hoffen, wie wenn der Kanzler und die Parteien unumwunden sagen, wie sie sich eine Beendigung des Krieges denken. Laffen wir doch die Dummen und die Schlauen aus dem Spiel und halten wir uns ganz einfach an die Talsache, daß in allen Völker»»ach sechzehn Monaten eines furchtbaren Krieges eine starke FriedenSfehnsucht vorhanden ist, vorhanden sein mutz. Auf diese Masten kann durch die Aufstellung des deutschen Friedensprogramms eine starke Wirkung ausgeübt werden— wenn anders das Pro- gramm sich in seinen Einzelheiten in dem Nahmen hält, den am i. August 1914 durch die ausdrückliche Hervorhebung der rein defensiven Zwecke de? Kriege? gezogen wurde. Tas ist daS eine, lind das andere mindestens ebenso wichtige ist, dast daS deutsche Volk selb st ein Recht darauf hat, end- lich genauer zu erfahren, zu welchen Küsten das Staatsschiff steuert. Der montenegrinische Bericht. Cctinje, 7. Dezember.(SS. T. B.) Amtlicher Bericht. Am 5. Dezember griff der Feind unsere Borposten bei Tschercerisch(?) und in der Riclitung aui Plevlje an. Durch hartnäckigen Widerstand hielten unsere schwachen Abteilungen sich den ganzen Tag, um sich sodann auf die Hauptverteidigungsstellung zurückzuziehen. In Be- rücksickuigung der Gesamtlage niustlen wir den Bezirk von Djaje- suva(?) räumen. Sln den anderen Fronten keine Veränderung. Am Morgen des ö. Dezember überflogen zwei österreichisch-ungarische Flugzeuge Cetinse und warfen acht Bomben berab, welche jedoch nur unbedeutenden Sachschaden anrichteten; eine fiel auf den Tennisplatz der englischen Gesandlschaft, eine andere an den Rand des Garlens der französischen Gesandtschast und zertrümmerte einige Fenster- scheiben. König Nikolaus begab sich sogleich danach in beide Ge> sandtschaften, um den Gesandten von Frankreich und England einen Besuch zu machen. De? bulgarische Kriegsbericht. Sofia� 8. Dezember.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom(i. Dezember. Die Verfolgung der Franzosen auf beiden Ufern des Wardar wird unaufhaltsam von unseren Truppen fortgesetzt. Eine von Kischewo gegen Ochrida vorrückende Kolonne hat die Linie Cernavoda— Be- socan— Velmei(15 Kilometer nördlich vom Ochrida-See) er- reicht. In Monastir sind unsere Truppen feierlich und mit großem Gepränge empfangen worden. Die ganze Bevölke- rung war ausgerückt, um unsere siegreichen Truppen um begeisterten Zurufen zu begrüßen. Die Beute in Monastir be- trug: Zwei Depots mit Gewehren, Kriegsmaterial und Hand- bomben, ein Depot mit Uniformen und Decken, ferner Automobile und Benzin und viel anderes Material. In Dibra wurden tausend Gewehre, ILO Kisten mit Patronen und 22 Kisten mit rauchlosem Pulver erbeutet und 750 Mann gefangen ge- nommen. In Dibra wurde auch ein Lager mit öfter- reichisch- ungarischen Kriegsgefangenen an- getroffen, die seit zehn Tagen kein Brot erhalten hatten. Achtzig von diesen Kriegsgefangenen sind halb tod. Es wurde sofort angeordnet, daß sie ärztliche Hilfe und Nahrung er- hielten. Die Haltung Griechenlands. Bukarest, 3. Dezember.(T. U.) Das Blatt.Minerva" will von gut informierter Seite erfahren haben, die griechische Negierung habe im Einverständnis mit dem Könige und dem Generalstab beschloffen, den unklaren Verhältnissen ein Ende zu bereiten und ihren Stand- Punkt zu präzisieren. Sie wird diesen auch sämtlichen Kriegsmächten bekanntgeben. Die Note wird die Neutralität Griechenlands be- tonen und erklären, daß sich die griwstsche Regierung unbedingt an folgende Bestimmungen halten werde: Auf griechisches Gebiet flüchtende serbische Truppen werden entwaffnet. DaS englisch- französische Oberkommando in Saloniki wird ersucht, zurückgeworfene Truppen mit gesamter Ausrüstung sofort einzuschiffen. Die griechische Regierung ersucht die Zentralmächle, bei der Verfolgung des Feinde« die griechische Grenze nicht zu überschreiten, weil sie Garantien übernommen habe, daß die englisch-französischen Truppen aus Griechenland entfernt würden. New Jork, 7. Dezember.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Korrespondent der.Affociated Preß" in Alhen hatte eine Unterredung mit König Konstantin. Der König sagte, Griechen- land werde neutral bleiben. Es bestehe keine Ursache anzu- nehmen, daß Griechenland die Entente an Deutschland zu verraten beabsichtige. Die griechische Neutralität sei bereits so weit als möglich gedehnt worden, um den Wünschen der Entente entgegen- zukommen. Der König sagte weiter, er habe persönlich sein Wort verpfändet, daß die griechischen Truppen die Ententetruppen nicht angreifen würden, wenn die Entente ihrerseits verspricht, für den Fall, daß ihre Truppen auf griechisches Gebiet zurückgetrieben werden, diese einzuschiffen und den Balkanfeldzug als erledigt zu betrachten. Er würde in diesem Falle den Schutz seiner ganzen Armee gegen einen Angriff der Mittelmächte garantieren, so lange die Ein« schiffung dauerte. Mehr als daS würde er nicht tun. Er würde seine Truppen nicht von Saloniki und der Grenz« zurückziehen, noch gestatten, daß Griechenland mit Gewalt oder Schmeicheleien von seiner Neutralität abgebracht wird. Twza über öieHalkanfrage unö öenßrieöen. Budapest, 7. Dezember.(W. T. B.) Abgeordnetenhaus- Ministerpräsident Graf T i S z a äußerte sich folgendermaßen über die Valkanverhältnisse: Sicherlich erwartet das Haus nicht, daß ich mich jetzt nnt der griechischen Frage eingehender befasse, da Griechen- land augenblicklich mit Schwierigkeiten kämpft, auf welche jede Regierungserklärung nur störend einwirken könnte. Wir müssen in vollem Maße Griechenlands jetzige schwierige Lage berücksichtigen. Andererseits müffen wir den Ereignisten eine solche Richtung geben, daß Griechenland in der Friedenszeit die Stellung einnehnien lann, welche ihm naturgemäß gebührt.(Allgemeine lebhafte Zustimmung.) Andererseits glaube ich, kann man den Anschluß Bulgariens an das zentraleuropäische Bündnis auch in Rumänien ohne jedes Bedenken aufnehmen. Ich glaube, die große Mehrheit der ungarischen Meinung und ich jedenfalls haben die natürliche Orientierung Rumäniens so beurteilt, daß Rumänien gegenüber der drohenden größten Gefahr der russischen Expansion die Wahrung seiner Interessen und die Bürg- schaffen seiner Sicherheit im Bündnis mit der Monarchie und Deutsch- land suchen müsse. Das ist auch die zur Ueberlieferung gewordene Politik der großen rumänischen Staatsmänner gewesen und war vor allem die Politik des größten Staatsmannes, der bisher das Schicksal Rumäniens in den Händen hatte, die Politik des hochseligen Königs Karol. Ich werde mich jetzt, insbesondere von diesem Platze ans, jeder Kritik enthalten. Aber wenn ich die einfache Tatsache festltelle, daß leider in der letzten Zeit diese Politik zu schwanken schien, daß in Rumänien auch entgegen- gesetzte Strömungen aufzutauchen begannen, und daß infolge dessen Rumänien nicht den Platz in diesem Weltkriege eingenommen hat, den es nach der Auffassung von vielen hätte einnehmen sollen, so enthalte ich mich damit jeder Kritik. Es ist schließlich R u m ä n.i e n s Sache, zu beurteilen, wem eS sich in seinem eigenen Interesse anschließen soll. Wir können mit der vollkommenen Seelenruhe dem Entschlüsse Rumäniens entgegen- sehen, den einerseits das Bewußtsein gibt, daß zwiscfcen uns und Rumänien eine Gemeinsamkeit von wohlverstandenen Interessen be- steht, und andererseits das sichere Bewußtsein, daß, wie auch Rumäniens Entschluß ausfallen möge, dieser keinen entscheidenden Einfluß auf das Schicksal der Monarchie wird ausüben können. (Lebhafte Zustimmung.) Wir halten an der Auffassung fest, daß Rumäniens natürlicher Platz an unserer Seite und im Bündnis mit uns ist, und wir richten demgeniäß unsere Politik gegenüber Rumänien ein, aber wir überlassen es vollständig den politischen Führern des unabhängigen rumänischen Staates, ob sie sich aus diesen Standpunkt stellen und die Folgerungen daraus ziehen wollen oder nicht. Jedenfalls erhöht die Verbindung, die der Bund der beiden mitteleuropäischen Mächte mit Bulgarien und der Türkei ein« gegangen ist, den Wert unseres Bündnisses für Rumänien. Denn diese Verbindung gewährt Rumänien an seiner südöstlichen und süd- lichen Grenze volle Sicherheit, wenn es sich uns anschließt, und andererseits bringt sie die Monarchie in die Lage, daß wir mit voll- kommcner Seelenruhe den zukünfligen Ereignissen entgegensehen können.(Zustimmung rechts.) Graf Tisza wendet sich dann gegen eine Aeußerung des Grafen Karolyi und erklärt entschieden, er könne die Bemerkung, es sei zweiielhaft, wer den Krieg begonnen habe, nicht unterschreiben. Die Monarchie sei zweifellos dem Verteidigungs- charakter des Bündnisses treu geblieben. Die Acußerungen der Enlentepresse zeigten selbst, daß man auch auf gegnerischer Seite den Zweibund nicht des Angriffes beschuldigen konnte, da ja die Monarchie bei Beginn des Krieges als der zweite kranke Mann in Europa hingestellt und ihre Zerstückelung als eines der Ziele der Entente bezeichnet worden sei. Niemals habe es einen gerechteren Kampf um die Existenz, einen gerechteren Krieg zur Selbstverteidigung gegeben, als den gegenwärtigen. Ueber die Frage des Friedensschlusses sagte Graf TiSza: Wann der Friede zustande kommt, hängt ausschließlich von unseren Feinden ab. Je später die Feinde zu der Ueberzeugung kommen, daß ein weiteres Kriegführen nur ein zweckloses, ver- brecherffches Blutvergießen ist, je größere Siege wir ernten, bis diese Ueberzeugung eintritt, je größer die Opfer sein werden, die der Krieg uns auferlegt, um so schwerer werden natürlich für unsere Feinde die Friedensbedingungen sein.(Zustimmung rechts und in der Mitte.)_ Der französische Tagesbericht. Paris, 7. Dezember. Waggon« mit russischen Ver- wundeten befanden, die weiter transportiert wurden. Russische Kavallerie, die bei Novosielitza konzentriert war, wurde nach Süd- beßorabien abgeschoben._ Meldung des türkischen Hauptquartiers. Koustantiuopel, 8. Dezember.(W. T. B.) Mitteilung des Hauptquartiers von gestern abend: An der I r a k f r o n t verhindern unsere Truppen den Feind durch kräftige Angriffe, sich in seinen befestigten Stellungen bei Kut el Amara vollständig einzurichten. Am 6. Dezember näherten unsere Truppen sich mittels eines sechs Stunden dauernden heftigen Angriffes erfolgreich der Hauptstellung des Feindes; in diesem Kampfe nahmen wir ein Maschine, lgewehr und schössen ein feindliches Transportschiff durch unsere Geschütze in Brand. Wir haben festgestellt, daß der Feind infolge seiner Niederlage bei Selmanpak eine Menge Kriegsgerät vergraben und Ge- schütze, Gewehre und Munition in den Tigris geworfen hat. An der Dardanellenfront beschoß uns der Feind bei Anafarta unter Mitwirkung seiner Schiffe mit Unterbrechungen aus verschiedenen Richtungen. Unsere Artillerie erwiderte und nahm die Lager, Schützengräben und Transporte nebst Bedienungen beim Feinde unter ein wirksames Feuer. Bei Ari Burun ziemlich heftiger Kampf mit Bombenwerferu und Geschützen. Unsere Artillerie erwiderte kräftig und brachte einen Teil der feindlichen Batterien zum Schweigen, verjagte einen feindlichen Kreuzer, welcher sich Ari Burun zu nähern versuchte, und zerstörte feindliche Schützengräben und einen Teil einer Bombenwerferstcllung. Bei Sedd ul Bahr ziemlich heftiges feindliches Feuer mit Geschützen, Bombenwerfern und Lufttorpedos; unsere Artillerie erwiderte und brachte dies Feuer zum Schweigen._ Denksthrist über öie Mordtat des„Garalong'. Di«»Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Ueberschrist: Die Mordtat des.Baralong". In der bekannten„Baralong"-Sache sind vor kurzem die in Amerika aufgenommenen Verhandlungen eingetroffen. Darauf ist die nachstehend abgedruckte Denkschrift nebst den zugehörigen Verhandlungen der hiesigen Amerikanischen Botschaft zur Mittel- lung an die britische Regierung übersendet worden. Denkschrift der deutschen Regierung über die Ermordung der Besatzung eines deutschen Unterseebootes durch den Kommandanten de? britischen Hilfskreuzers„Baralong". Vor den öffentlichen Notaren M. E. A n s l e y in der Graf- schaft Hancok im Staate Mississippi und Charles I. Dene- chaud im Gemeindebezirk Orleans im Staate Louisiana haben am b. und 8. Oktober d. I. sechs Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika die anliegenden eidlichen Bekundungen über die Er- mordung der Besatzung eines deuffchen Unterseebootes durch den Kommandanten des britischen Hilfskreuzers.Baralong" abgegeben (Anlage 1 bis 3). Die Namen dieser Zeugen sind: 1. I. M. G a r r e t t au? Kiln in der Grafschaft Hancok im Staate Mississippi, 2. Charles D. Higihtower aus Crystal City im Staate Texas, 3. BudEmersonPalen aus Detroit im Staate Mchigan, 4. Edward Clark aus Detroit im Staate Michigan, 5. R. H. Cosby aus Crystal City im Staate Texas 6. James I. Curran aus Chicago im Staate Illinois. Von den Zeugen sind Clark und Cosby 21 Jahre, Gar- rett und Hightower 22 Jahre, Palen 27 Jahre und Curran 32 Jahre alt. Alle erfreuen sich nach den über sie an Ort und Stelle eingezogenen Erkundigungen eines guten Rufes; Curran ist längere Zeit als Handlungsreisender in verschiedenen großen Geschäftshäusern Amerikas tätig gewesen. Nach den übereinstimmenden Aussagen dieser Zeugen hat sich der Borfall wie folgt zugetragen: Im August 1915 befand sich der britische Dampfer„Nicosian", der etwa 350 Maultiere für Kriegszwecke an Bord hatte, also niit Konterbande beladen war, auf der Fahrt von New Orleans nach Avonmouth; die Zeugen waren als Maultierpfleger und Aufseber mitgenommen.?lm 19. August wurde der Dampfer etwa 70 See- ineilen südlich von Queenstown(Irland) von einem deuffchen Unterseeboot angehalten und beschoffen, nachdem zuvor die gesamte Mannschaft, darunter die Zeugen, daS Schiff auf den Rettungs. booten verlassen hatte. Als die Zeguen auf den Rettungsbooten außerhalb der Feuer- linie des Unterseebootes waren, näherte sich dem Schauplatz ein Dampfer, der von den Zeugen Garrett, Hightowcr, Clark und Curran von der»Nicosian" aus bemerkt worden war und der sich später als der britische Hilfskreuzer.Baralong" herausstellte. Beim Näherkommen dieses Dampfers erkannten sämtliche Zeugen deutlich, daß er am Heck die amerikanische Flagge führte und daß an seinen Seitenwänden große Schilder mit darauf gemalter amerikanischer Flagge angebracht waren. Da der Dampfer die Abzeichen eines neutralen Staates trug und Signale gesetzt hatte, die nach der Erklärung seekundiger Leute von der Be- satzung der»Nicosian" bedeuteten, daß er auf Wunsch Hilfe leisten wolle, sein Aeutzeres auch durch nichts seinen kriegerischen Charakter verriet, nahm die in den Rettungsbooten befindliche Mannschaft an, daß er sich lediglich mit ihrer Rettung befassen würde. Während das Unterseeboot aus nächster Nähe die Backbord- seite der„Nicosian" beschoß, kam der fremde Dampfer hinter dieser l auf und fuhr an ihrer Steuerbovdseite vorbei. Als er ein wenig über den Bug der„Nicosian" hinaus war, wurde von seinem Boro auf das Unterseeboot geschossen, und zwar wie, außer Garrett. sämtliche Zeugen angeben, zuerst mit Handfeuerwaffen und un- mittelbar darauf auch aus Geschützen, die bis dahin durch Schutz- wände verdeckt waren und erst nach deren Beseitigung fichtbar wurden. Der Zeuge Curran hat auch bekundet, J>aß die amerikanische Flagge, die das fremde Schiff am Heck führte, erst nach dem Gewehrseuer niedergeholt worden sei. Er hat diese Aussage in einer vor dem öffentlichen Notar Robert Schwarz in New Uott am 21. Oktober 1915 aufgenommenen SZerhandlung wiederholt. Als das von mehreren Schüssen getroffene Unterseeboot zu sinken begann, sprangen der Kommandant und eine Anzahl See- leute über Bord, die Seeleute, nachdem sie sich vorher ihrer Klei- dung entledigt hatten. Einigen von ihnen— die Zahl wird von den Zeugen Garrett und Curran auf fünf angegeben— gelang es, sich an Bord der„Nicosian" zu retten, während sich die übrigen an den Leinen hielten, die von den hinabgeführten Rettungsbooten der„Nicosian" ins Wasser hingen. Die an den Leinen hängenden Leute wurden teils durch Geschützfeuer der „Baralong", teils durch Gewehrfeuer der Mannschaft getötet, während sie Zeugen aus den Rettungsbooten an Bord der„Bara- long" stiegen oder sich daselbst� bereits an Deck aufhielten. Der Zeuge Curran bekundet hierüber noch besonders, daß der Kom- Mandant des fremden Dampfers seinen Leuten befohlen habe, eine Linie an der Reling zu bilden und auf die hilflosen deutschen Matrosen im Wasser zu schießen. Hierauf fuhr der Kommandant der«Baralong" breitseitS an die„Nicosian heran, ließ diese festmachen und befahl sodann einigen seiner Leute, auf die„Nicosian" hinüberzugehen und die deutschen Matrosen, die sich darauf gerettet hatten, zu suchen. Die Zeugen Palen und Curran bekunden dabei, daß der Kommandant aus- drücklich angeordnet habe,„keine Gefangenen zu machen". In der Tat wurden auf der„Nicosian" vier deutsche Matrosen im Maschinen- räum und im Wellengang aufgefunden und ermordet. Dem Kommandanten des deutschen Unterseeboote? gelang es, wie die Zeugen übereinstimmend bekunden, nach dem Bug der „Nicosian" zu entkommen. Er sprang inS Wasser und schwamm um den Bug des Schiffes herum auf die„Baralong" zu. Die englischen Seeleute an Bord der„Nicosian" schössen sofott auf ihn, obwohl er allen sichtbar die Hände zum Zeichen, daß er sich ergebe» wolle. emporhob, und setzten daS Feuer auch fort, nachdem ihn ein Schutz anscheinend in den Mund getroffen hatte. Schließsich tötete ihn ein Schuh in den Nacken. Vorübergehend wurden dann sämtliche Zeugen an Bord der „Nicosian" zurückbefohlen. Dort sahen die Zeugen Palen und Cosby je einen Leichnam eines deutschen Matrosen, während der Zeuge Curran, der mit den für die Bergung des Dampfers drin- gend notwendigen Mannschaften an Bord verblieb, sämtliche vier Leichen gesehen hat, die am Nachmittag über Bord geworfen wurden. Der Kommandant der„Bqralong" ließ die„Nicosian" einige i Meilen nach Avonmouih zu schleppen und darauf deren bei ihm zurückgebliebene Mannschaft an Bord der„Nicosicm" zurückbringen; j zugleich sendete er einen Brief an den Kapitän der„Nicosian", worin er diesen ersuchte, seiner Mannschaft, insbesondere den dar- unter befindlichen Amerikanern einzuschärfen, weder bei ihrer An- kunft in Liverpool noch bei ihrer Rückkehr nach Amerika etwas über die Angelegenheit verlauten zu lassen. Der Brief, den der Zeuge Curran selbst gelesen hat, war unterzeichnet:„Captain William McBride, H. M. S. Baralong". Daß der fremde Dampfer „Baralong" hieß, hat auch der Zeuge H i g h t o w e r, während er sich an Bord dieses Schiffes befand, von einem Steward des Damp- fers erfahren, während der Zeuge Palen bekundet, daß er beim Verlassen des Schiffes an seinem Bug diesen Namen in schwer les- baren Buchstaben gelesen habe. Die Aussagen der sechs Zeugen werden im wesentlichen von dem 18 Jahre alten Zeugen Larimore Holland bestätigt, dessen eidliche Aussage vor dem öffentlichen Notar Frank S. Carden in der Grafschaft Hamilton im Staate Tennessee am 12. Oktober 1915 abgegeben worden ist. Der Zeuge, der sich als Heizer auf der „Baralong" befand, hat den unerhörten Vorfall an Bord dieses Schiffes miterlebt. Auch nach seinen Angaben hatte die„Baralong" die amerikanische Flagge gesetzt und war, von der„Nicosian" gedeckt, auf den Schauplatz zugefahren, wo sie, sobald das Unterseeboot ficht- bar wurde, das Feuer auf dieses eröffnete und es so zum Sinken brachte. Er bestätigt ferner, daß etwa fünfzehn Leute der Besatzung des Unterseebootes, als dieses sank, über Bord sprangen und, teils im Wasser schwimmend, teils beim Versuch, an den Tauen der „Nicosian" hinaufzuklettern, von dem Geschütz- und Gewehrfeuer der „Baralong" getötet wurden. Wenn seine Aussage in einzelnen Punk- ten von den übrigen Zeugenaussagen abweicht, so hat das seinen Grund offenbar darin, daß er die Vorgänge nur zum Teil selbst ge- sehen hat, während er andere Vorgänge, insbesondere die an Bord oer„Nicosian", anscheinend nur vom Hörensagen weiß. Auf Grund des vorstehenden Materials kann es keinem Zweifel unterliegen, daß der Kommandant des britischen Hilfskreuzers „Baralong", McBride, der ihm unterstellten Mannschaft den Befehl gegeben hat, hilf- und wehrlose deutsche Seeleute nicht zu Gefangenen zu machen, sondern sie feige zu ermorden, sowie daß seine Mannschaft den Befehl befolgt und sich dadurch des Mordes mitschuldig gemacht hat. Die deutsche Negierung teilt diese furchtbare Tat der britischen Regierung mit und nimmt bestimmt an, daß diese, nachdem sie von dem Sachverhalt und den anliegenden Verhandlungen Kenntnis ge- nommen hat, unverzüglich den Kommandanten und die beteiligte Mannschaft des Hilfskreuzers„Baralong" wegen Mordes zur Ver- antwortung ziehen und nach den Kriegsgesetzen bestrafen wird. Sie erwartet in kürzester Frist eine Aeußerung der britischen Regierung, daß diese das Verfahren zur Sühnung des empörenden Vorfalls ein- geleitet hat; demnächst erwartet sie eine eingehende Aeußerung über das Ergebnis des nach Möglichkeit zu beschleunigenden Verfahrens, um sich selbst davon überzeugen zu können, daß die Tat durch eine ihrer Schwere entsprechende Strafe geahndet worden ist. Sollte sie sich in ihrer Erwartung täuschen, so würde sie sich zu schwerwiegen- den Entschließungen wegen Vergeltung des ungesühnten Verbrechens genötigt sehen. Berlin, den 28. November 1915. vom U-£ootstrieg. London, 8. Dezember.(28. T. 93.) Meldung de? Neuterfiben Bureaus.„Daily Telegraph" erfährt: Der britische Dampfer .Commodore" wurde versenli; einer von der Besatzung ist ertrunken. /lmerikanischer Tanköampfer versenkt. New Aork, 8. Dezember.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Aus Rom wird gemeldet: Der amerikanische Tankdampfer„Communipro" wurde bei Tripolis versenkt. Ueber das Schicksal der Besatzung und über die Nationalität des U- Bootes ist nichts bekannt. Zusatz des W. T. B.: Falls die Nachricht zutrifft, wird das Schiff Oel, also Konterbande, an Bord ge- -habt haben._ Eine Gppojltlonsreüe im ungarischen Reichstag. Die„B. Z. a. M." meldet vom 8. Dezember aus B u d a p e st: Im ungarischen Reichstag begannen gestern die VerHand- lungen über das sechsmonatige Budgetprovisorium. Nach dem Bericht des Referenten sprach der Oppositionelle Graf Michael Karolyi der Negierung sein Mißtrauen aus, weil trotz der der Negierung zur Verfügung stehenden Aus- nahmegewalt bei der Versorgung des Landes mit�L e b e n S- Mitteln große Fehler begangen seien. � Redner hält den Zeitpunkt für gekommen, vom frieden zu sprechen. Für uns und Deutschland war der Krieg ein Defensivkrieg. Wir haben den Krieg zur Züchtigung Serbiens begonnen, da dies gelungen, ist der F r i e d e n s g e d a n k e aktuell ge- worden. Jene, die den ersten Schritt zum Frieden tun, wird die Geschichte an die höch st e Stelle setzen. Man braucht auch nicht zu befürchten, daß die Feinde dies als ein Zeichen von Schwäche ansehen würden, im Gegenteil— es ist eine Offenbarung der Stärke. Budapest, 8. Dezember.(M. T. B.) Aus der gestrigen Rede des Ministerpräsidenten Grafen Tisza sind noch die fol- genden Aeußerungen über die Friedensfrage nachzutragen: Ich meine, wir können in der Tat behaupten, oaß die sachlichen Vor- bedingungen des Friedens gegeben sind. Sie waren ja eigentlich immer gegeben, denn die Möglichkeit des Friedens hätte in dem Augenblick eintreten können(Hört! hört!), da unsere Gegner ihren gegen uns gerichteten feindseligen und eroberungssüchtigen Absichten entsagt hätten. Allein die inneren Vorbedingungen des Friedens sind im geg- nerischen Lager noch nicht vorhanden. Diese inneren Vorbedingungen fehlten noch, sie fehlten von Anfang an, da man noch glaubte, die Er- oberunaSabsichten würden mit Leichtigkeit sich verwirklichen lassen, sie fehlten später, denn es kamen immer neue Momente, auf die man Hoffnungen setzte, bald der Eintritt Italiens in den Krieg, bald die Erwartungen einer gleichen Stellungnahme Rumäniens, oder eines vollen Sieges an den Dardanellen, bald weiß Gott was. Jetzt ist ihre letzte Zuflucht noch die Hoffnung, daß bei uns Entinutigung und Erschöpfung eintreten werden. Das ist es, wogegen wir alle Stellung zu nehmen haben, wogegen wir alle die Wahrheit zur Geltung zu bringen haben, daß es in der ganzen ungarischen Nation keinen einzigen Mann gibt, der den Frieden früher ichließen möchte, als nachdem die Vorbedingungen eines ehrlichen, unsere Sicherheit und unsere zukünftige Größe bürgenden Friedens geschaffen sein werden.(Langanhaltende, sich immer wieder erneuernde stürmische Zustimmung, Eljen-Rufe und Beifall rechts und in der Mitte, Rufe links„Wir alle verkünden dasselbe".) Gewiß, wir alle sind darin ganz eines Sinnes, darum eben halte ich es für meine patriotische Pflicht, die? zu betonen, und ich bin den Herren Abgeordneten von der anderen Seite sehr dankbar für diesen Widerhall, der eine Mißdeutung einzelner der heutigen Erklärungen in einem Sinne verhütet, der dem be- treffenden Herrn Abgeordneten sicherlich fernlag.(Allgemeine Zu- stimmung.) SoziaMische Versammlung in Paris. Paris, 8. Dezember.(T. U.) Am Montag versammelten sich in Paris die Vertreter des Verbandes der sozialistischen [ Vereine des Seinedepartements, um Stellung zu nehmen zu jdem am 25. Dezember in Paris zusammentretenden Partei- l tag der gesamten sozialistischen Partei Frankreichs. Der Minister Sembat stattete der Versammlung einen kurzen Be- such ab. Die Genossen Bouvderon und Merxheim, die an der internationalen Konferenz in Zimmerwald teilgenommen hatten, wurden, als sie in der Versammlung erschienen, dem „Temps" zufolge lebhaft zur Rede gestellt. Bourderon ver- teidigte sich und erklärte, er sei ausdrücklich als Vertreter der Minderheit nach Zimmerwald gegangen. Die Verhandlungen führten zu keinem Resultat. Man ernannte eine Kommission, die bis zum 19. Dezember eine annehinbare Resolution ent- werfen soll. Die„H u m a n i t 6" nimmt von der ganzen Versammlung nur kurz Notiz, lvagt es aber nicht, auf den Inhalt der Verhandlungen einzugehen. Der Genosse Merr- heim wollte am Abend in einer Volksversammlung über die Friedenskonferenz von Zimmerwald berichten, doch wurde die Versammlung von der Regierung verboten. Kriegsüebatte im Unterhaus. London, 8. Dezember.(W. T. B.) Unterbaus. Lonsdale fragte, ob ein Abkommen zwischen der englischen Regierung und den Vertretern der Kausleute von Kopenhagen geschlossen worden sei, ob dieses Abkomme» die Wiederausfuhr von Gütern nach krieg- führenden Ländern gestatte und ob der Minister die Bedingungen dieses Abkommens mitteilen wolle. Lord Robert Cecil erwiderte, er bedauere sehr, daß unüberwindliche politische Gründe ihn verhinderten, das Abkommen auf den Tisch des Hauses zu legen; er könne nur sagen, daß das Abkommen auf dem Grundsatze beruhe, daß ein wirksamer Unterschied zwischen dem gutgläubigen Handel der Neutralen und dem feind- lichen Ueberieehandel gemacht werde Auf eine weitere Frage erklärte Cecil, das Abkommen stehe im Einklänge mit der Politik der Verhinderung der Einfuhr, deren Deutschland bedürfe, um den Krieg fortzuführen. DaS Abkommen habe die Billigung der Admiralität und der anderen Ressorts gefunden; er könne nicht mit- teilen, ob es dem Kabinelt unterbreitet worden fei. D a l z i e l sagte, er werde bei näckster Gelegenheit auf die Frage zurückkommen. Lord Roberl Cecil betonte, er könne keine Erklärung über das Verhältnis des Vierverbandes zu Griechenland abgeben. McKenna führte aus, daß die Goldreserven der Banken, einichließlich der Bank von England, am 30. Juni 110 Millionen Pfund Sterling betragen hätten. Das Publikum habe zu diesem Zeitpunkte schätzungsweise 7S Millionen gegen 78 Millionen Pfund Sterling am 30. Juni 1914 im Besitz gehabt. Auf eine Frage erklärte McKenna, der gegen- wältige Betrag des im Besitze des Publikums befindlichen Goldes sei natürlich sehr viel geringer. Jowett(Arbeiterpartei) fragte den Schatzkanzler, ob das Flugblatt, m dem die Arbeiter aufgefordert werden, weniger Fleisch ünd Brot zu verzehren und die größte Sparsamkeit zu üben, auch den Gästen des jüngsten Lordmayor- baiikells zugesandt worden sei. McKenna antwortete, er habe keinen Grund anzunehmen, daß dies nicht geschehen sei. A S q u i t h lehnte es ab, Mitteilungen über die Ergebnisse der Reise Kitcheners zu machen. Wilsons Ootschast. Washington, 7. Dezember.(W. T. B.) Meldung deS Reuter- ichen Bureaus. Wilsons Botschaft an den Kongreß spricht sich in sehr heftigen Worten über die Komplotte in den Vereinigten Staaten aus. Wilson beschuldigt Deutschland zwar nicht direkt, für die Komplotte ver» antwortlich zu sein, spielt aber in allgemeinen Aus- drücken darauf an. Der Präsident sagte, er glaube nicht, daß eine unmittelbare Gefahr für die Beziehungen der Bereinigten Staaten zu den anderen Ländern bestehe. Er fuhr fort: Ich muß leider mitteilen, daß die schwersten Drohungen gegen den nationalen Frieden und die Sicher- heit innerhalb unserer eigenen Grenzen aus- gestoßen wurden. Zu meinem Bedauern muß ich zugeben, daß Bürger, die unter anderen Flaggen geboren, aber in Amerika naturallsiert wurden, die Autorität und den guten Namen der Re- gierung in Verruf zu bringen und unsere Industrie zu vernichten versuchten, wo sie eS als im Interesse ihrer Rachgier gelegen be- trachteten, daß sie versuchten, gegen sie Schläge zu führen und unsere politischen Bestrebungen den ausländischen Intrigen unter- zuordnen. Der Präsident fubr fort: Obwohl die Zahl dieser Personen im Vergleich zu anderen fremden Einwanderern gering sei, habe sie die Vereinigten Staaten doch zu energischen gesetzlichen Maßnahmen ge- zwungen. Amerika erwartete niemals, daß Männer deutschen Ur- sprungs, welche bei der Erfüllung ihrer Uulertanenpflichl so viel Freiheit genießen, sich in böswilliger Absicht gegen die Regierung und das Volk wenden würden, die sie willkommen hieß und ernährt. Ter Präsident fordert den Kongreß auf, Gesetze zu schaffen, die eine ausreichende Bürgschaft gegen diese Uebel bieten. Solche von Leidenschaft und Treu- losigkeit erfüllten anarchistischen Kreaturen müßten vernichtet werden. Der Präsident erklärte hierauf die Neutralitätspolitik der Vereinigten Staaten und sagte! Der zerstörende Krieg soll um- grenzt bleiben. Ein Teil der großen Familie der Völker sollte den Friedensproiest aufrecht erhalten, schon um einen allgemeinen Wirt- schafilicken Ruin zu verhindern. Ueber die Monroedoktrin sagte der Präsident: Wir halten unerschütterlich an ib'rem Geiste fest. Im Falle Mexikos haben wir die Probe darauf bestanden. Ueber den PanamerikanismuS sagte der Präsident: Gerade weil wir eine unbelästigte Enlwickeluug und eine ungestörte Regierung nach unseren eigenen Grundsätzen von Recht und Freiheit verlangen, sind wir gegen jede Einmcngung, von welcher Seite immer sie kommen möge, in unsere Anschauungen. Wir wollen kein stehendes Heer erhallen, außer in dem Umfange, in dem eS unsere Erfordernisse in friedlichen und kriegerischen Zeiten ver- langen. Der Präsident betont sodann die Notwendigkeit einer genügend großen Handelsflotte. Aus vielen ge- wichtigen Gründen sei eS»otwendig, daß die Vereinigten Staaten über eine große Handelsflotte verfügen, die sie einmal dazu benützten, um reich zu werden. Wir haben uns durch unsere unentschuldbare Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit und eine hoffnungslose kurzsichtige proviuzlerische Politik des sogenannten wirtschaftlichen Schutzes fast um unsere Existenz gebracht. Es ist böchste Zeit, daß wir den Fehler gut machen und unsere kommerzielle Unabhängigkeit wieder erlangen. Die Botschast lautet weiter: Die ganze amerikanische Hemisphäre muß die gleiche Unabhängigkeit und Selbständigkeit genießen, wenn sie nicht in den Wirrwarr der euro- päischen Angelegenheiten hineingezogen werden soll. Der Rest der Bolschaft befaßt sich hauptsächlich mit der B e- sprechung der Rüstungspläne, der Vergrößerung von Armee und Flotte und Vorschlägen, wie die hierfür nötigen Gelder aufzubringen feien. Große üeutsthe Vorbestellungen in Amerika! London, 8. Dez. che, kurzum, für alle nocb nicht normierten Gegenstände einen angemessenen Lohnsatz ausstellte, der durch die Mihtätbebörde bindende Kraft erhielte. Die Firma halte den Arbeiterinnen teilweise auch die Lohn- bücker einbebalten. Die Schlichtungskoinmission wies sie an, die- selben herauszugeben, das Einbehalten sei unzulässig. Die Sache selbst muffte vertagt werden, um auf Grund des Bücher- und Aktenmaterials erst eine Klärung herbeizusühlen. Soweit die betreffenden Arbeilerinnen noch Auskunft nötig haben, mögen sie sich an den Verband der Schneider. Sebastian- straffe 37/38, wenden. In einem anderen Falle, wo drei Arbeiterinnen gegen einen Zwischenmeister auf 249,79 M. Nachzablung klagten, kam ein Ver- gleich zustande. Der regreffpflicbiige Hauprauflraggeber zahlte 150 M. an die Arbeiterinnen, der Zivischenmeister an dieselben 99.79 M In der nächsten Klagesache lag es wieder io. daff eine Arbeiterin ihre Klage bereits vor dem Gewer begericdl anhängig gemacht balle und dort abgewiesen worden war. Die Scdlichtungslommission muffte auch hier wieder die Klägerin abweisen. Wir weisen nocb- mals darauf hin, daff die Kläger sich immer zuerst an die Schlich- tungskommissian wenden mögen, bezw. sich an den Verband der Schneider um Rat wenden. Gegen die Firma Oswald u. Isaak klagte eine Frau auf 9 M. Sie hatte für das Dutzend Wollhemden statt 3,60 M. nur 1,80 M. erhalten. Ter Beklagte zahlte zuletzt die stritllge Summe. Keine Tarifkündigung in der Treibriemenbranche. Die Treibriemensatiler berieten am Dienstag über die Frage der Taristündiaung. Nach eingebender Besprechung der augenblick- lichen Verhältnisse kamen die Anwesendeit zu vem Ergebnis, den Tarif nicht zu kündigen, so daff derselbe noch ein Jahr weitergeht. Die Gründe, die diesen Beschlnff herbeiführten, liegen in der Unsicherheit de« Exporthandels, der Rohstoffbeschaffung usw. Die Knopfarbeiter sind in letzler Zeit bei den einzelnen Unter- nehmern wegen Gewährung von Teuerungsvorlagen vorstellig ge- worden. Das Ergebnis dieses Vorgehens ist aber weil hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Einige Unternehmer haben Zulagen von 5 Pf. pro Stunde bewilligt, in einem Betriebe werden wöcbent- lich 3 M., i» einem anderen l M. und in einem drillen Betriebe 3 bis 4 Proz. des Lohnes als Zulage gewährt. Berschieliene Unter- nehmer haben nichts bewilligt, obgleich die allgemeine Geschäftslage nach der Angabe eines Fabrilante» derart ist. daff jeder Fabrikant ohne weiteres eine Zulage von b Pf. pro Stunde gewähren könnte. Deutsches Kelch. Das Ende vom Anfang. Otto Albrecht, der Redakieur der.Allgemeinen Deutschen Gärlnerzeitung" wandte sich— wie der„Vorwärts" seinerzeit be- richtete— mit einem Artikel.Einer muff den Anfang macbcn" an die Arbeiterorganisationen im Gärtnerberuf, in dem er ein engeres Zusammenarbeiten forderte und seine eigene Organisalion. den All- gemeinen Deutschen Gärlnerverein. veranlaffte. dem Deutschen lnano- nalen) Gärtnerverband und dem Verband deutscher Privatgärtner in aller Form ein Bündnis anzubieten. Albrecbr ist später wohl weiter gegangen und hat erwogen, ob es nicht möglich sei, ein Zusammenwirken aller wirtschaftlichen Organi- saiionen im Gärlnerberuf, sowohl der Arbeiter wie der Unternehmer, berbeizilsühren. Nun ist schon der Versuch einer Einigung unter den Arbeitern gescheitert. Die erste ablehnende Sttinme kam von den .Nationalen". Ihr Vorsitzender schrieb aus dem Felde, es könne von keinem Menschen verlangt werden,.dah er sich durch Berufung auf das im letzten Jahr erlebte groffe Geschehen zu bedingungsloser Vertrauensseligkeit hinreiffen läfft". Nun hat nicbtsdestoweniger der Hauptvorstand des Allgemeinen Deuttchen Gärtnervereins den von Albrecht gewünschten Versuch unternommen und den beiden anderen Arbeiterorganisationen im Gärtnerberuf den Vorschlag zu einer gemeiniamen unverbindlichen Aussprache der drei in Betracht komnienden Hauptvaistände gemacvt. Der Hauptvorsland des Deutschen(nationale») Gärtnerverbandes sagte eine Beteiligung an dieser Aussprache zu, der Verband der Privatgärtner lehnte selbst diese ab, er tat das. weil.der Allge- meine Deutsche Gärttierverein einem Bündnis der freien Gewerk- ichasien angeschlossen und ein Teil der Mitglieder polimch organr- siert ist." Albrecht meint dazu: „Der erste Versuch, die drei Angestellten- und Gehilfen- verbände für diejenigen Angelegeitheiten, in deren Verfolgung bei allen drei Verbänden we>en>l!cd Uebereinsttmmung besteht, künftig- bin, zu einer gefcdlossenen Stellungnahme zu vereinigen, ist damit gescheitert. Mit dem Haupivorstande des„Deutschen(nationalen! Gärtner- Verbandes", der. wie e»r«angs schon gesagt, znr Aus'prache bereit war, nun eine Sonderaussprache in dem gedachten Sinne zu ver- anstalten. war nicht angebracht, oder es war eine solche zurzeit viel- mehr übei flüssig. Denn zwischen diesen beiden Hcruptvorständen ist man über dielen Punkt bei einer anderen Aiigcleaenhetl schon früher hinausgekommen. Da liegen die Verbälriiisse beute so. daff, wenn man miteinander beratschlagen will, man gleich den Gegenstand bezeichnen kann, um den sich eine Sonderaussprache drehen soll." NusIonS. Fremdrassige Arbeiter in französischen Fabriken. Aus Amsterdam schreibt man uns: In einem etwas reklamemäffig aufgedonnerten Artikel, den ein Spezialkorre'pondent der„Times" in der Nummer vom 30 No- vember dem Genoffen Albert Thomas widmet, schreibt er nach eingehender Schilderung der bekanntlich von allen Seiten ge» würdigten Organisationsarbeit, die der Unterstaatssekrelär des Munitionsweiens in den ihm unierstellten Betrieben geleistet bat, einen Abschnitt, betitelt: Das Land ohne Streiks. Er teilt darin mit, daff es im patriotischen Frankreich keine Streiks gegeben habe. Auch die Arbeiterfrage habe Thomas„mit ebensolcher Intelligenz geregelt". Die Löhne wechseln nach der Art der Arbeit und dem Arbeiisbezirk.„aber man darf sagen, daff der Taglohn nie 12 str. für den bestgeichulten Arbeiier überschreitet und für die Frauen die Hälfte beträgt. Für die gewöhn- liche Arbeil sind 4 sh. für Männer und 2sb 6 d für Frauen der übliche Sohn. Araber. Kabylen und A n a m i t e n arbeiten mit den Franzosen Seite an Seite und es herrscht die Tendenz, exotische Arbeiter in immer gröfferer Zahl zu verwenden, um die körperlich geeigneten Franzosen an die Front zu schicken." Wir begreffen natürlich die Genugtuung der„Times", dah in Frankreich die Löhne in„vernünftigen" Grenzen gehalten werden, aber auch die O p p o s i t i o n, die sich gerade bei den französischen Metallarbeitern gegen die Solidarisierung der sozialistischen Partei und der Führer der C. G. T. mit der Regierung geltend macht. Besonders wenig willkommen dürfte den Arbeitern die Ein- stellung der„exotischen" Leute sein, die man nach dem Krieg schwer- lich wieder aus dem Land bringen wird, umsomehr als sie sich dazu eignen, das Steigen der Löhne über das den Unternehmern „intelligent" scheinende Maff zu hemmen. Bus der Partei. Haftbefehl gegen einen Landtagsabgcordneteu. Gegen den Genossen Landiagsabgeordneten Paul S e i g e- Pöffneck, den die Me»iiiiger sozialdemokratische Landtagssrakiion vor 14 Tagen aus der Fraktion ausschloh, weil er sich unter Berufung aus ieinc Immunität weigerte, in einer gegen ihn am>0. November anbeiaumlen Gerichtsverhandlung zu erscheinen, war am Dienstag in Rudolstadt abermals Verhandlung angesetzt, wo Seige sich wegen Unter- schlagung fremder Gelder verantworten sollte. Seige fuhr auch mit feinem Neffen nach Rudolstadt und iandle diesen mit dem Bemerken zum Termin, daff er gleich nachkommen werde. Er erschien aber nicht und hat anscheinend die Flucht ergriffen. Die Strafkammer in Rudolstadt beschloff deshalb, gegen Seige Haftbefehl zu erlassen. Abgeordneter Seige hat Selbstmord verübt. AuS S a a l s e l d wird uns telegraphiert: Abgeordneter Seige verübte Selbstmord: er wurde heute vormittag bei Katharineuau aus der Saale gezogen._ Die holländische Arbeiterpartei gegen die Aktion von Zimmerwald. Das Zentralorgan der holländischen Arbeiterpartei„Het Volk" bat am 30. November eine G>klärung des Parteivorslandes über das Manifest von Zimmerwald veröffcntltcht. Sic gebt von der Kopen- Hagener Konferenz der Neutralen aus. die das Jnteinarwnale Sozialistische Bureau ersucht hat, sobald wie möglich, aber jedenfalls beim Beginn der Friedensverhandlungen eine gemeinsame Beratung der sozialistischen Parteien zusammenzubringen. An dieser von der Jnittalive des I. S. B. ausgebendeu Richtlinie will der Partei- vorstand festballen. Wenn das I. S. B. leider das in Kopenhagen gewünschte Resultat nicht erreichen konnte, würde eine sicher viel 'chwächere Körperschaft es noch weniger vermögen. Nur eine Weigerung des I. S. B.. die Konferenz zu veranslalten, könnte die Arbeiterpartei bewegen, eine andere Körperschasl zu bilden. In- folge der Tatsache, daff das'J. S. B. jetzt seinen Sitz in Holland bat und zum Teil aus Mitgliedern der holländischen Partei besteht, ist es der Parteileitung bekannt, daff dieses Bureau wiederholt Ver- suche zu einer Zusammenkunft der Parteien der Knegsländer unternommen hat und neue Versuche im Gang sind. Diese Be« mübungen werden vom Parteivorstand mit aller Kraft unterstützt, nicht die einer Kommission, die keine andere Autorität bat. als die einer Konferenz wie die von Zimmerwald ihr verleihen konnte. Schon hat das Zimmerwalder Manifest in einigen kriegführenden Ländern Gegenerklärungen der Partei- leiiungen hervorgerufen und dadurch der Sache der Beschleunigung des Friedens mehr geschadet und genützt. Der Parteivoriiand begrüfft mit Sympathie die Verniche von Minoritäten, die Parteien der Kriegsländer zuaunsten einer kiäiligen Friedensaktion zu bewegen, aber er hält es für ausgeschlossen, daff ioichc Minderheiten dadurch, daff sie sich zu einem kleinen, machtlosen inteinattonalen Klub verbinden, etwas erreichen könnten. Kleine Gruppen können Manifeste schreiben, aber keine revolutionäre Aktion zustande bringen. Aus diesen Gründen iebnt der Parieivorstand ab, die Vertretung seiner Wüniche und Forderungen in Sachen des Friedens der in Zimrnerwald gebildeten„Jnter- nationalen Kommission" zu übertragen und verwirft vielmehr diesen Versuch, sich an die Stelle des I. S. B. zu drängen. Darum würde der Paiieivorsland es Süffelst bedauern, wenn Parteigenossen nach dieser Erklärung fortiabren sollten, individuelle Shnipatbie- erklärungen für das Zimmerwalder Manifest zu iammeln. Mehr als je bedarf die Sozialdemokratie ihrer vollen Kraft, die sie allein durch Einheit behalten oder wiederherstellen kann. Der Parrei- vorstand erklärt ichliefflich, gern alles Mögliche zu tun, die Wirkiam- keit des I. S. B. zu verstärken, um alle Parteien der Jnter« nationale im Jnteresie eines baldigen Friedens mobil zu machen. Bus Industrie und Handel. Kriegsgewinne. Die Peniger Maschinentabrik und E i sen g ieherei A.-G, Penig m Sachsen, die im Vorjahre keine Dividende verteilte, zahlt für das abgelaufene Geschäftsjahr b Proz. Der Belriebsgewinn stieg von 0,95 aur 1,05 Millionen M., der Ueberschuff von 10S 633 M. auf 248 930 Mark. Die B r a ue rei K ön ig st a dt A.« G. erhöht die Dividende von 2 auf 4 Proz. Die F. P o h l i g A.-G.(Drahtseilbahnen! in Köln erzielte einen Ueberichutz von 695 887 M. gegen 597 523 M. im Vorjahre. Die Dividende beträgt 8 Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahre. Die Hoefel-BrauereiA.-G. zu Düfleldorf erhöht ihre Dividende von 7 auf 8 Proz. Die Horch u. Cr e. Motorwagen- A.«G. in Zwickau er- höhte ihren Bruttogewinn von 1,1 auf 1,5 Mill. Mark. Der lieber- schuh steigt von 619 928 M. auf 945 515 M., wovon nach erhöhten Rücklagen'>5 Proz. Dividende gezahlt werden. Dre Vereinigten Pietz- und Hammerwerke A.-G. in Dahlhausen erhöhte die Dividende von 11 auf 15 Proz. Die Lederfabrik Adler u. Oppenbeimer A.-G. in Strahburg erhöht, wie bereits gemeldet, die Dividende von 10 auf 20 Proz. Der Geschäftsbericht bemerkt dazu, daff es der Getell- schaff trotz der Schwierrakeilen, die der Ausbruch des Krieges mit sich brachte, gelungen ist, den erhöhten Aniorderungen, die der groffe Heeresbedarf an die Gesellschaft stellte, zu entsprechen. Die Erhöhung der Umsätze in Verbindung mit der Tatsache, daff die Preise während des gröfflen Teils der Berichtsperiode eine steigende Richtung zeigten, haben den Belriebsüberchuff gegen frühere Jahre erheblich vermehrt. Während die Gesellschaft im Vorjahre eine Bankschuld von Mill. Mark hatte, weist sie diesmal ein Bankguthaben von über 3 Mill. Mark auf. Die Maschinenfabrik Malmedie u. Ko. A.-G. erhöhte ihren Reingewinn von 37 218 M. aus 131 556 M., woraus 6 Proz. Dividende irm Vorjahre 0 Proz.) gezahlt werden. Die Pfälzische Nähmaschinen- und Fahrräder- s a b r i k vorm Gebrüder Kayi'er in Kaiserslautern kann trotz wesent- lich erböhler Abschreibungen und Rückstellungen die Dividende von 4 auf 8 Proz. erhöhen. Die Dortmunder Aktien-Brauerei erzielte einen Ueber'chuff von 989 390 M.(gegen 897 562 M im Vorjahre.) Tie Tantiemen werden von 89 523 M. auf 102 077 M. erhöht Die Dividende beträgt, wie bereits seit 18 Jahren, wiederum 20 Proz. Eingegangene vruckschristen« Die Schicksalsmaus. Eine Erzählung von Tieren und Menschen. Von H. Tandruv. 2,50 M., kart. 3 M.— Plpin Dkagnus der O.«er- köpf. Roman opn H. Tiaden. 5 M.. geb. 6 M.— Junge Even. Von H. Mathilde Vogel 1.25 M., kart. 1,50 M.— G Merleburger Leipzig. JermalememrEdieLeipzi�eriii/arQDonnoiipIatr 'Lercmtw. Redakt.: Alfred Wielepp. Neukölln. Inseratenteil verantw. Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Lerlaa: Vorwärts Luchdr. u. Verlagsanltal, Paul Singer Lc Co., Berlin LW. Hierzu 1 Beilage v. Uuterhaltungsbl. Nr. 339. 32. Iaimang. Sfilajt des Lmiirls" Örrlintt öollistilatl. Donnerstag 9 Dezember 1915. Ein Jugenöwehr-GefekenNvurf. Die Presse hat in etwas sehr peräuschvollcr Weiie vor zwei Wochen verlündet, der bekannte freisinnige Abgeordnete Müller- Meiningen Hobe dem ReiwSlag einen Reichsjugendwebr-Gesetzeniwurf zugesandt, der nebst seiner Begründung demnächst im Buwhandcl erscheinen werde. Das Interesse, mit dem infolgedesien die politische Oeffentlichkeit die Sckrtft erwartete, ist leider durch ihren Inhalt nicht gerechtfertigt worden*) Wie die meisten der Autoren der Literatur, die eine gesetzliche Aus- gestallung der militärischen Jugendvorbereitung fordert lvergl. unseren Leitartikel in Nr. 333 des„Vorwärts*), beschränkt sich auch Müller- Meiningen darauf, lechnisch-prattische Mahnabmen für die körperliche Ausbildung der Jugend vorzuschlagen. Zu den eigentlichen Quellen der Wehrkraft, die in den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen des Volkes ihren Grund haben, steigt er nicht hinab. Zwar wisie er recht wohl, bemerkt er ausgerechnet auf der letzten Seite seiner Abhandlung, dasi die körperliche Erziehung der Jugend durch Leibesübungen„nicht da« a l l e i n i g e Heilmittel für die Zukunft des Volkes sei. Demgegenüber erscheint es am Platze, erneut zu betonen, dah der Erfolg jeder Erziehung in der Hauptsache durch die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse des Zöglings be- stimmt wird, datz also als Voraussetzungen einer erfolg- reichen Erziehung der Jugend zur Wehrfähigkeit umfassende Masi« nahmen auf dem Gebiete der Sozialpolitik und des Arbeitersämtzes notwendig sind, wie sie von der Sozialdemokratie seit Jahrzehnten gefordert werden: Herabsetzung der Arbeitszeit im selben Mafce, wie die Intensität der Arbeil steigt, Sicherung eines auskömmliwen Lohnes, sanitäre Arbeitsstätten, gesunde und räumlich ausreichende Wobnungen. Schutz der Mutter, des Kindes, der Jugend und der Kranken, insbesondere vor den Gefahren gewerblicher Arbeit; Säuglingspflege, Kinderheime, wirtschaftlicher Schutz der arbertenden Jugend. Abgesehen von diesem Grundfehler der Schrift Müller-Meiningens, verdienen auch die rechniichen Maßnahmen, die er für die körperliche Ausbildung der Jugend vorschlägt, kritische Prüfung. Der Gesetz- entwurs enthält darüber herzlich wenig. Er fordert lediglich, daß jeder junge Deutsche zur Teilnahme an der„Vorbereitung der Jugend für den Heeresdienst* verpflichtet wird. Diese Schulung soll sich gliedern in die allgemeine körperliche Erziehung der Jugend durch Turnen, Wandern, Spiel und Sport, die mit dem Eintritt in die Schule zu beginnen habe und in eine besondere mili- tärische Vorbereitung der Jugend für den Heeresdienst, die vom voll- endeten 16. Lebensjahre ab bis zum Eintritt in das Heer dauern soll. Die hierzu notwendigen Einrichtungen, insbesondere auch die Schulärzte und Lehrkräfte, haben die Bundesstaaten aus Staatsmitteln zu beschaffen.„Alle weiteren Ausführungen erläßt der Bundesrat.* Daß der Reichstag bei Schaffung eines so wichtigen Gesetzes, wie es das der militärischen Jugend« Vorbereitung wäre, solchermaßen auf die Ausübung seiner gesetz- gebenden Rechte Verzicht leisten werde, wagen wir nicht zu denken, Diese Zumutung an die Volksvertretung ist immerhin charakteristisch für die Auffassungen, die>n manchen parlamentarischen Kreisen von der Bedeutung des Parlaments vorherrschend sind. Zum Unter- schiede von Müller-Meiningen erwarten nur vom Reichstage, daß er, falls er sich überhaupt mit einem solchen Gesetzentwurf zu be- schästigen hat. ihn einer gründlichen Beratung in pädagogischer, wirtschaftlicker und politischer Hinsicht unterzieht. Gerade der Zweck, den Müller-Meiningen. nach der Begründung de« Entwurfs zu ur- teilen, mit seinen Forderungen verfolgt, veranlaßt unS zu dieser besonderen Mahnung an den Reichstag. Müller-Merningen geht davon auS, daß die Freiwilligkeit in der Ausbildung der Jugendwebr nicht genüge. Das Gros der Jugend (über 80 Proz.) hat sich von den militärischen' Hebungen übephaiipl ferngehalten. Nach den jetzigen Erfahrungen schütze auch der„Halb- zwang*, d. h. die Berpflrchtung der freiwillig Gemeldeten zur regel- mäßigen Teilnahme an den Uebungen, nicht vor einem Abflauen der Betelligung.„Die freiwillige Meldung würde zudem un- genügend erfolgen, rnSbeiondere nach dem Kriege.* An die Stelle der Freiwilligkeit müsse daher die Pflicht treten. Dadurch würde die Ausbildung im Heere weniger zeitraubend sein und infolgedessen könne eine Verkürzung der Dien st zeit erzielt werden. Eme erhebliche Herabsetzung der militärischen Dienstzeit erscheint uns schon aus filtanziellen Gründen notwendig und, wie die Ersahrungen des Krieges lehren, auS militärischen Gründen auch durchaus mög- lich zu sein. Die Jugendwehr-AuSbildung soll vom sechsten bis sechzehnten Lebensjahre in der Schule„in den Städten wie auf dem Lande, nach einheitlichem Plan und in einheitlicher Sprache, vielleicht in Anlehnung an das militärische Kommando* er- folgen. Vom achtzehnten Lebensjahre ab stellt das Heer im Ein- Verständnis mit der Schule die Lehrer, während die Schule die Ueberwachung ausübt. Die Weiterbildung zwischen sechzehn und achtzehn Jahren soll großen Privatkorporationen vom Staate nach bestimmten Richtlinien übertragen werden, soweit die Schule nicht selbst die vorgeschriebenen Aufgaben lösen kann. „Auszuschließen sind Vereine mit politischer oder k o n fe s s i o n e I l- p o litis ch e r, unduldsamer Ten- d e n z.* Als solche Vereine scheint Müller-Meiningen die Sport« und Jugendvereine der modernen Arbeiterbewegung anzusehen. Denn für einen Sachverständigen-Rat, der vor Erlaß des Reichsgesetzes gehört werden soll, schlägt er wohl alle Sport- und Jugendvereine vor. die Bereine der Arbeiterschaft hält er desien nicht würdig. Den Bannstrahl Müller-MeiningenS werden unsere Arbeitervereine wohl verschmerzen. Wir vermuten sogar, daß� sie die Kraft, die sie aus ihrer Selbständigkeit schöpfen, höher einschätzen als die der staatlichen Gnadensonne. Aber eine Bevorzugung bestimmter Vereine durch den Staat würde ein dauerndes Streit- ob�ekt bilden, worunter auch die Ausbildung der Jugend leiden mußte. Die Verquickung der privat-fteiwilligen Jugendpflege mit der staatlichen militärischen Jugendvorbereitung wäre für beide Teile auf die Dauer schädlich. Sowohl die bürgerlichen Jugendpfleger wie auch der Kriegsminister haben denn auch bereits erklärt, daß zwischen Jugendpflege und militärischer Jugendausbildung eine scharfe Trennung enolgen müsse. Auch gegen die von Müller-Meiningen geforderte k ö r p e r« liche Ausbildung der Jugend mit militärischem Ein schlag haben sich bereits bekannte Pädagogen in entschiedener Weise ausgesprochen. Der Vorsitzende des LandeSauSschusies für Jugendpflege im Königreich Sachsen. Gebeimrat Stürenberg, schrieb unlängst im„Kunstwart*(XXVIII, 23):„Es wäre wirk- lich«in Stück von dem Militarismus, den man in uns zu bekämpfen vorgibt, wenn wir die leibliche Ausbildung unserer Jugend von vornherein unter den Gesichtspunkt der ipäteren kriege- rischcn Verwendung stellten und die aroße Lehre vergäßen, die uns auch dieser Weltkrieg mit aller Deutlichkeil predigt, daß der Krieg zwar alle geistlgen, leiblichen und wirtschaftlichen Kräfte eines Volkes rn Anspruch nimmt, aber gleichviel, ob sie vorher für ihn eingestellt waren oder nicht.* Und ein anderer bürgerlicher Pädagoge, Oberrealschuldirektor E. Neuendorff, Borsitzender des„Wandervogel* und seit Ausbruch des Krieges Omzier im Felde, schrieb in der„Monatsschrift für das Turnwesen*: „Vom Militär ist unS wieder und wieder versichert worden, daß unter gewöhnlichen Verhältnissen eine militärische Fachausbildung(der Jugend) nicht wünschenswert ist, ja, daß sie schädlich sein kann... Ein geschickter Turner, ein fleißiger Spieler, ein eifriger Wanderer wird mit Leichtigkeit das Fachm,litäriiche erlernen... Ick habe *) Müller Meiningen.„Wir brauchen ein Reichs-Jugendwehr- gesetz* Verlag B. G. Teubner, Leipzig und Berlin. 43 Seiten. 80 Pf. noch keinen Turner kennen gelernt, dem die Aneignung des Fach- militärischen irgendwelche Schwierigkeiten geboten hätte. Endlich die Einwirkung auf Erziehung und Unterricht. Sie wäre fürchterlich. Sie zerstörte, was wir mühsam aufgebaut haben: den freien, frischen, fröhlichen Betrieb, der so ganz der Jugend gemäß und erzieherisch so wirkiam ist. Im Fachmilitärischen nimmt den größten Teil das Gebundene, Starre, Mechanische ein. Der Drill beherrscht den Betrieb. Kein Mensch bezweifelt, daß er notwendig und gut ist. Und der Soldat erträgt das Gebundene gern weil er in ibm das notwendige und nützliche Mittel zum Zweck: den freien Feld- Übungen, den Manövern, den richtigen Krieg sieht... Führte man Fachmilitäriiches in den Turnunterricht richtig ein, so würde es sich aus Exerzieren in geschlossener Ordnung, auf Schwärmen links her- aus. rechts heraus usw beschränken. Das würde ein Betrieb, der für die Jugend sinn- und seelenlos wäre. Immer nur Form und Mittel, ohne zum Inhalt und Zweck zu kommen!* Um Eltern. Unternehmer und Schule für die Einführung der zwangsweisen militärischen Jugendvorbereitung geneigt zu machen, wünscht Müller-Meiningen, daß die Schule„allen entbehrlichen Lern- stoff zugunsten der körperlichen Ausbildung streiche und die Haus- arbeiten beschränke* Welchen Stoff er für entbehrlich hält, sagt er nicht. Auch wir sind für eine verstärkte körperliche Ausbildung der Jugend. Aber sie darf nicht erfolgen auf Kosten des jetzigen Volks- schulunterrichtS. sofern er Kenntnisse und geistige Fähigkeiten dem Kinde zu vermitteln, geeignet ist. Auf die Gefabren, die aus einer Ueberspannung der köiperlichen Schulung auf Rechnung der geistigen Fortbildung der Jugend in pädagogischer und auch in Hinsicht auf die Webrfähigleik des Volkes entstehen müßten, hat kürzlich in ein- dringlicher Weise der in pädagogischen Kreisen geachtete Prosesior F. W. F o e r st e r-München in der Wiener„Zeit* hingewiesen. „Es wäre eine große Gefahr— sagt Foerster— wenn man der direkten militärischen Ausbildung einen so großen Raum zu- weisen würde, daß dadurch jene geistig-sittlichen Voraus- setzungen der Heereslei st ung nicht mehr zu ihrem vollen Rechte kämen, nicht mebr die richtige Atmosphäre der Ruhe, der Konzentration, der Gründlichkeit fänden, in der sie allein zur Entfaltung gelangen können. Die Wehrkraft eines Volkes also hat sehr tiefe Wurzeln in den Imponderabilien und muß darum auch vor allem von dorther gepflegt werden.... Ein Uebermaß von Feld- und Waldspielereien und Körperkultur, selbst wenn in der Ferne die Tragik des Krieges steht, verhindert zweifellos das Wachstum gesammelten Arbeilsernstes und läßt die eigentliche Schu- lung für das bürgerliche Pflichtleben zum bloßen Spiel entarten. Was soll nun werden, wenn zu all den auf diesem Gebiete bereits vorhandenen Veranstaltungen jetzt noch die Webrkraftorganisation mit allen ihren Anforderungen an Zeit, Aufmerksamkeit und Körperkrafl kommt? Und ganz abgesehen einmal von der Rücksicht auf die Arbeitserziehung— loa« bleibt dann von den Mußestunden noch für das Familienleben und all seine seelcnbildenden Einwirkungen übrig?... Wer junge Leute dazu verführt, zugunsten von Sport, Psadfinden und Kriegsspielen ihre häuslichen Beziehungen salopp zu behandeln, der fügt ihrer menschlich-sittlichen Ausbildung schweren Schaden zu und wird die Folgen überall ernten, wo es sich um Leistungen handelt, die den ganzen Menschen mit allen Kräften des Gemüts und des Charakters beanspruchen.... Die Wehrkraftbestrebungen»nd noch manche andere neuere Jugendunternehmungcn müssen stark gebremst und in richtigere Proportion zu den übrigen ErziehungSzwccken gesetzt werden." Außer der Einschränkung des Schulunterrichts verlangt Müller Meiningen von der Heeresleitung, daß sie denen, die sich über körperliche Tüchtigkeit und hinreichende militärische Vorbildung ausweisen,„eine Vorzugsbehandlung zuteil werden läßt, zum Bei- spiel Erteilung der Berechtigung zum reformierten Einjäbrig-Frei willigen-Diensl, Verkürzung der Dienstzeit, raschere Beförderung, Schaffung ein�r eigenem Auszeichnung usw.* Andererseits soll denen, die nur die wissenschaftliche Befähigung zum Einjäbrig-Freiwilligen. oder zum Offiziersdienst nachweisen, die Berechtigung, als Eiw jährig-Freiwillige oder Fahnenjunker ins Heer einzutreten, versagt werden. Schließlich widmet Müller-Meiningen auch noch der weiblichen Jugend einige Zeilen. Er verlangt, daß die Mädchen vom vier- zehnten Jahre an außer der üblichen Handarbeit im Kochen und in der Kranken- und Kinderpflege Pflichtunterricht erhalten und unter verständiger Aufsicht der Reibe nach alle sogenannten häuslichen Arbeiten zu verrichten und über alle Ausgaben Buch zu führeu haben. Später könnte ein vorgeschrittener KurluS für Kranken- und Verwundetenpflege angegliedert werden.„So könnte da« weibliche Pflichtjahr zur Wirklichkeit werden.* Also auch dies Problem weiß Müller-Meiningen verblüffend einfach zu lösen. Die Schrift Müller-MeiningenS ist vom Zentralausschuß für Volks- und Jugendspiele als Flugschrift herausgegeben worden, um für den Gedanken eines Jugendwehrgesetze« Anhänger zu werben. Wir könneu nicht finden, daß sie dazu geeignet ist. finB Groß-Berlin. Huttereinkäufe. Die bestehende Butterknappheit ist, wie von amtlichen Stellen mitgeteilt wird, nur eine vorübergehende. ES wird Sorge getragen für Zufuhr größerer Buttermengen: nur wird für die ausländische Butter ein höherer Preis angelegt werden müssen als für die inländische Butter, wie das aus der neuen von uns veröffentlichten Verordnung ersichtlich ist. Schwer wird es sein, beim Kleinhandelsverkauf die ausländische Butter von der inländischen zu trennen und Vorsorge zu treffen, daß die inländische Butter nicht zu den für aus- ländische Butter zugelassenen höheren Preisen verkauft wird. Die Absicht besteht, daß die billigere inländische Butter der ärmeren Bevölkerung überlassen werden soll. Wie das durchgeführt werden soll, steht noch dahin. Viel Klagen werden jetzt über Uebervorteilung durch mangelndes Gewicht und durch das schwere Papier erhoben. Es mag bei schneller Abfertigung für eine Verkäuferin nicht leicht sein, genau auf daS Gramm zu achten, aber für das kaufende Publikum fällt das Mindergewicht von 10, 12, 15—20 Gramm, wie es oft vorgekommen ist, stark in die Wagschale. Das schwere Papier bringt den Buttergeschäften erheblichen Gewinn und macht sich bezahlt, wenn man bedenkt, daß bei einem Viertelpfund Butter genau soviel Papier verwendet wird, wie bei einem größeren Einkauf. Von sachverständigen Personen wird uns gesagt, daß an einem Zentner Butterpapier mehr als 200 M. verdient würden. Ein solcher Gewinn ist ganz ungeheuer; er wird nur erzielt, indem Papier als Butter verkauft wird. Bemerkenswert ist eine Zuschrift, die uns ein Butter- Großhändler über Buttereinkäufe bestimmter Personen macht. Er schreibt: „Vor kurzem sprach ich mit einem meiner Kunden, der bei meinen Erklärungen, weshalb ich ihm nur so wenig liefern könnte, sagte, daß in den westlichen Gegenden(Charlottenburg, Halensee, Grunewald usw.) die Postämter mit Butterpakelen von Molkereien an Private überhäuft wären. Tatsache ist, daß bereits früher in diese Gegenden von Molkereien an Private Butter ge« schickt worden ist. Ich selbst kann mich jedoch ferner dafür ver- bürgen, daß große Molkereien, die sonst nicht an Private geliefert haben, die Butter jetzt, seit Einführung der Höchstpreise bezw. des Grundpreises, dieselbe zwecks Erzielung höherer Preise ausschließ- lich in Postpaketen liefern. Wer die Verhältnisse kennt, wird dtc.» nur bestätigen können. Aehnlich wie in Groß-Berlin dürfte es wohl auch in allen anderen Großstädten Deutschlands liegen.— Hierdurch wird nun einesteils der Handel sehr geschädigt, zum anderen leidet aber hierunter in nicht geringem Maße die Gesamtbevölkerung Groß- Berlins. Es wäre im Jntereffe einer einheitlichen Bulterversorgung Berlins ein sofortiges Postpaket-Versond-Verbot den Molkereien gegenüber dringend erforderlich, da dieser Butterbezug sich sonst. immer weiter ausbreiten würde und gegenüber allen in dieser Hinsicht getroffenen Maßnahmen einen Krebsschaden darstellen würde.* In welchem Umfange der Paketversand von Butter geübt wird, entzieht sich genauer Feststellung, aber bemerkenswert ist schon die in obiger Zuschrift mitgeteilte Tatsache für den Fall einer Regelung des Butterverbrauchs. Höchstpreise für Wurstwaren. Der unerträgliche Zustand, daß das Schweinefleisch infolge der hohen Preise für Wurslwaren fast ausicbließlich zu Wurstzwecken ver- arbeilet wird, erheischt gebieterisch die Festietzung von Höchstpreisen für Wurslwaren. Diese Festsetzung soll auch erfolgen. � Dcr zuständige Fachausschuß hat sich bereits mit der Frage beschäftigt und ist auch zu Vorschlägen gekommen. Die vorgeschlagenen Preise, die vom Magistrat endgültig festgesetzt werden sollen, sind aber so hoch, daß entschieden Einspruch erhoben werden muß. Man lese nur, welche Preise in Aussicht genommen sind: Es sollen gefordert werden dürfen für je 1 Pfund: Blutwürste, Bratwurst, frisch mit Wasser abgerieben und Saucischen................ 1,60 M. Andere Blutwürste aus grob zerkleinertem Fleisch.. 1,80„ Brühwurst(Wiener, Breslauer, Bockwurst, Knoblauch- wurst.................. 1,60„ Kochwurst. Preßkopf, Sülzwurst......... 1,80„ Frische Blustwurst mit Semmelzusatz....... 1,20„ Andere Blutwurst..,........... 1,40„ Thüringer Rotwurst............. 1,80, Blutfleischwurst............... 2,20, Zungenwurst.......,......... 2,40„ Frische Leberwurst mit Semmelzusatz....... 1,20„ Zwiebelleberwurst ohne Semmelzusatz....... 1,40„ Hausmacher« oder Landlebcrwurst........ 3,20„ Feine Leberwurst.............. 2,30, Rohe Würste(Berliner oder Bauernmeitwurst).... 2.—„ Gefüllter Schinken(Mortadella).._....... 2,20„ Braunschweiger Mettwurst und Polnische Bratwurst., 2.40„ Knackwürste aller Art............. 2,50„ Salami. Teewurst, Schinkenwurst, Plockwurst, Cervelat- wurst, Schlackwurst............. 3,—„ Schweinebraten............... 3,—„ Gehacktes Schweinefleisch, rein......... 1J0, Dasselbe, mit anderem Fleisch vermischt...... 1,60„ Diese Preise können vom Magistrat unter keiiien llmstäilden beschlossen werden; sind sie doch durchschnittlich um 20 Pfennige teurer als die bei einer großen Schlächterei und Wursrivaren- Handlung bester Güte in einem keineswegs als billig verichrienen Stadlviertel, wie die„Tägl. Rundschau feststellt. Es erheben sich denn auch allenthalben Stimmen, gegen. diese Preisfestsetzung. Mit Recht schreibt die„Tägl. Rundschau": „Die Erfahrung lehrt aber, daß die H ö ch st preise, alss logischerweise doch die' Preise, die„höchstens" verlangt lverden sollen, sofort zu„Normalpreisen* werden. Wenn alio die künf- tigen Höchstpreise nach obigen Vorschlägen, d. h. mit einem Mehr von 20 Pf. über den jetzigen Preis festgesetzt werden, so haben wir in Berlin eine allgemeine Verteuerung der Wurst- waren statt der erhofften Verbilligung zu erwarten. Die Schlächtermeister werden nach wie vor ihren Vorteil darin sehen, das Schweinefleisch zu Wurstwaren zu verarbeilen, die Schweine- fleischknapphei: wird nicht behoben, und die Höchstpreise sind weiter nichts als ein Schlag ins Wasser. Hoffentlich stimmt also der Magistrat den vorgeschlagenen Preisen nicht zu. sondern dringt auf solche, die den Voraussetzungen, unter denen die Preisprüflings- stelle ins Leben gerufen wurde, mehr entsprechen!" Es scheint, als ob der Borschlag, die Wurstwarcn noch mehr zu verteuern, anstatt zu verbilligen, demselben Fachausschuß entsprossen ist, der kürzlich für Erhöhung der Schweinefleischpreise sich ein- gesetzt hat. Hoffentlich setzt der Magistrat Preise fest, die erheblich tsinicr den gemachten Vorschlägen zurückstehen. Ist der Lieferungsverband gegen Nichtbewilligungen machtlos'i In der Berliner Stadtverordnetenversammlung haben jüngst Stadtverordnete aller Parteirichinngen gegen die von einigen Magistratsmitgliedern vertretene Ansicht protestiert, der Magistrat und die Stadt sei gegen solche Unterstützungskommissionen machtlos, die entgegen dem Gesetz und dem Gemeindebeschluß die Frage der Be- dürstigkeit verneinten oder im Falle der Bedürftigkeit weniger als die unteilbaren Mindestsätze und«inen Gcmeindezuschlag von 100 Prozent bewilligten. Die vom Magisiratstisch geäußerte, von uns oft bekämpfte Ansicht ist durchaus unhaltbar. Nach dem Gesetz vom Jahre 1888 über die Unterstützung von Familien in den Dienst getretener Mannschaften(§§ 2 und 8) ist zur Unterstützung der auf Grund des Z 17 des KriegSililterstützungS- gesetzes vom 13. Juni 1878 gebildete Lieferungsverband verpflichtet. Wer ist der Lieserungsverband? Die Bestimmung hierüber hat nach der ReichSversassung der Bundesrat zu treffen. Diese Ausführung des Kriegsleistungsgesetzes hat der Bundesrat in seiner Verordnung vom 1. April 1876(R.-G.-Bl. S. 137) dahin getroffen, daß in Preußen Lieferungsverbände die Kreise und die kreisfreien Städte sind. Berlin bildet also einen LiesernngS, verband für sich. Wer entscheidet nun über die Unter- stützungSanträge im Lieferungsverband? Nach§ 6 des Gesetzes von 1888„eine Kommission' im Lieferungsverband. Freilich heißt eS im§ 6 ferner:„Es können mehrere Kommissionen für einen Lieferungsverband eingesetzt werden.* Von wem sind diese ein- zusetzen? Nach Art. 7 Ziffer 2 der Reichsverfaffung vom Bundes- rat. Denn dieser allein beschließt„über die zur Ausführung der Reichsgesetze erforderlichen allgemeinen VerwaltungSvorschriften und Einrichtungen, sofern nicht durch ReichSgesetze etwas anderes be- stimmt ist.* Da durch Reichsgesetz nicht die Gemeinde zur Einsetzung mehrerer Kommissionen ermächtigt ist, hat sie kein Recht, mehrere Kommissionen im Sinne des Z 6 einzusetzen. Der Bundesrat hat AusführungSvorschriften. durch die er von der Ermächtigung, statt einer mehrere Kommissionen einzusetzen, Gebrauch gemacht hat, nicht erlassen. Und daS mit gutem Grund, der Regierungsentwurf wollte die Vor- sitzenden der Kommission durch die Landesregierung er- nannt wissen. DaS lehnte der Reichstag ab und erklärte, was jetzt fm§ 7 brt Vesetze« steht:.Hat der SieferungZbervand gesetzlich an- erkannte Berlretung, so sind rückfichtlich der Bildung. Zusammen- setzung, de» Vorsitzes und der Wahrnehmung der Geschäfte auch dieser sendgllltig entscheidende Kommission Für das Gardekorps: Bei dem Bankhause Mendelssohn u. Eo., Berlin W, Jägerstr. 60, auf Konto.Liebesgaben des Garde- korps* sPostscheckkonlo Nr. 1812), für die Annahmestelle I Bankkonto: Deutsche Bank, Depositenkasie L, Cbausfeestr. 17, und für die An- uahmestelle II Bankkonto: Dresdner Bank, Depositenkasie 2, Greifs- walder Str. 205. d) Für das HI. Armeekorps: Bei der Weihnachtssammelstelle beim Königlichen Oberpräsidium in Potsdam-Berlin(Postscheckkonlo Berlin Nr. 22 720). Die Sammeltätigkeit für die Feldtruppen wird ausgeübt von den stellvertretenden Generalkommandos im Verein mit den Territorialdelegierten sfür Berlin der Polizeipräsident und für die Provinz Brandenburg der Oberpräsidenl in Polsdam), denen die Delegierten als Leiter der Annahmestellen freiwilliger Gaben unter- stellt sind. Die Sammlung von Liebesgaben für die Kranken und Ver- wundeten in den Lazaretten des Kriegsschauplatzes hat das Zentral- komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz übernommem Die Versorgung aller Verbände mit Weibnachtsgaben aus der Heimat ist aber eine gewaltige Aufgabe und nur dann durchzu- führen, wenn alle Sonderbestrebungen unterbleiben, wenn olle sammelnden Vereine, Zeitungen usw. die eingehenden Spenden den '•stellen zuführen, die zu ihrer Verteilung berufen sind. Dabei sollen die von den Spendern geänsterten Wünsche nach Berücksichtigung be- nimmtcr Truppenteile und Formationen weilgehend beachtet und er- jüllt werden._ Die Fran als Strahenbahnführerin. Weibliche Slrastenbahnführerinnen beabsichtigt die.Groste Berliner* einzustellen, um den Betrieb trotz des Personalmangels verstärken zu können. Wie wir hören, haben die Aufsichtsbehörden sich mit dieser Absicht grundsätzlich einverstanden erklärt und zu- nächst die versuchsweise Einstellung weiblicher Kräfte auf weniger lebhaften Strastenbahnlinien genehmigt. Zu Führerinnen werden ältere Schaffnerinnen ausgebildet, die sich in ihrem bisherigen Dienste bewährt haben und neben Zuverlässigkeit auch genügende Streckenkenntnis besitzen._ Weibliche Postilloue. Im Strastenbilde Berlins wird nunmehr auch der weibliche Postillion erscheinen. Der Krieg hat es mit sich gebracht, dast die Frau sich auch auf den Kuischerbock des Postwagens schwingen wird. Zunächst sind 3 Dutzend weibliche Kutscher eingestellt. Lina Scherzer. Eine unserer ältesten Berliner Genossinnen ist gestern im 81. Lebensjahre gestorben. Solange ihre Körperkräfte es gestalteten. war sie für die Partei tätig. Keine Parteiveranstaltung. keine gröstere Versammlung im 2. Berliner ReichStagswahlkreise gab es, an der.die rote Brolftau* nicht teilgenommen hätte. Mit Leib und Seele hing sie an der Partei; die verschiedenen Richlungsstreite, die es in der Partei in den verflosienen Jahrzehnten gegeben hat, kümmerten sie wenig, ihr Herz gehörte der Sache, der die Partei diente. Die Hoffnung ihres Lebens war der Sieg der Arbeitersache, für die auch sie ihr Leben lang stritt und. solange eS ihre Mittel erlaubten, mit fteudiger Hand ihr Scherflein opferte. Die letzten Monate ihres Lebens verbrachte sie nach Proletarierart in Rot und Elend. Ehre ihrem Andenken. In großer Lebensgefahr schwebten gestern vormittag die HauS« bewohner und Angestellten auf dem Grundstück Leipziger Str. 117,113. Dort befindet sich im Dachgeschost deS vierstöckigen Ouergebäudes eine Kühlanlage von Tranbes Weinstube. Zum dritten Male wurde die Berliner Feuerwehr gestern wegen einer gefährlichen Ammoniak- ausströmung noch dort alarmiert. Der Wind balle die Ammoniak- dämpfe m den Treppenflur und auf den Hos gedrückt. Mehrere weibliche und männliche Personen konnten zum Glück von den Mannschaften des ersten Löschzuges in isicherbeit gebracht werden. Sie klagen jetzt über groste Mattigkeit in den Gliedern, besonders in den Armen, und über Atembeschwerden, Appetitlosigkeit usw. Die- selben Erscheinungen zeigten sich bei den Rettungsmannschaften, von denen die Feuerwehrmänner Neumann, Stahnke und Reichert leider so schwer erkranlun, dast sie nach dem Urban-Krankenhause geschafft Verden mustleu. Kleine Nachrichten. Auf der Strastenbahn verunglückt ist gestern morgen die 34 Jahre alte Wirtschafterin Emma Jegminat, die als ostpreustischer Flüchtling im Kriminalgerichtsgebäude in der Turm- straste uniergebracht ist. Als sie am Brandenburger Tor von einem Wagen der Linie 6 abstieg, um nach ihrer Arbeitsstelle zu gehen, rückte der Wagen plötzlich wieder an. Sie kam zu Fall und ein Rad ging ihr über den linken Fust und guetschte alle Zehen ab. Die Verunglückte wurde nach der Charits gebracht.— Durch einen Sprung aus dem Fenster hat siiv gestern abend der 71 Jahre alte Zigarrenhändler Friedrich Brennemann aus der Lin- dower Str. 26 das Leben genommen. Er war sofort tot.— Während der Rettungsversuche gestorben ist gestern nacbmitlag ein Mann, dessen Persönlichkeit noch nickt festgestellt werden konnte. In der Nähe der Königsdammbrücke sah eine Frau im Verbindungs- kanal einen Mann treiben, der noch Lebenszeichen von sich gab. Sie sorgte sür Hilfe, und dem Polier Fischer aus der Oldenburger Straste 13 gelang es auck, den Mann zu landen. Er war aber unterdessen schon gestorben und Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebrockt. Der Ertrunkene ist mittel- groh und kräfug, hat graues Haar und Schnurrbart und trug eine graugestreifte Hose mit geflickien Knien, eine weistgesprenkelte und eine sckwarzgestreifte Weste, eine grüne Winterjoppe, ein gelblich gestricktes Halsluch und sckwarze Scknallen'chube.— Vergiftet hat fick der 42 Jahre alte Musiker Hans Conrad, der bei seiner ver- wiiweten Muller in der Lebniner Str. 4 wohnte. C. halte seit längerer Zeit keine Beschäftigung.— Einem Nervenleiden, das ihn schon seil vielen Jahren quölle, machte der 64 Jahre alle Arbeiter Karl Grotzmann aus der Reickenbcrger Sir. 122 ein Ende, indem er sich aus dem Flur seiner Wohnung erhängte. Eine Almosencmpfängerin hat auf dem Wege von Soldiner Str. 4 bis Wriezener Sir. 25 ihre Schürze verloren und bittet um Abgabe bei Walix, Wriezener Str. 25. /ins öen Gemeinden. Neukölln gegen die hohen Wurstpreise. Die Neuköllner Lebensmittelkommission besckäsligle sich in ihrer gestrigen Sitzung u. a. auck mit der beabsickliglen Festsetzung von Höcksipreisen sür Wurst. Allgemein kam zum Ausdruck, dast die in Aussicht genommenen Preise zu hoch feien und dazu anreizen wüiden, anstatt irisches Fleisch zu verkaufen. Wurst zu fabrizieren. Einmütig wurde beicklossen, der Grost-Berliner Preisprüfungs- stelle eine Herabsetzung dieser Preiie zu enipiehlen. Der vom Reick zur Verfügung gestellte Reis soll in drei Zeitabschnitten verkauft werden. Der erstmalige Verkauf soll Mute Dezember beginnen. Arn jede Brotkarte der 44. Wocke kann l/j Ptd. Reis bei den Klein- Händlern entnommen werden. Zur Kontrolle wird das Millelstück der Brolkaite mit einem Stempel versehen. Der Reis braucht nicht unbedingt in der 44. Wocke. sondern kann auck nock einige Tage später eingekauft werden. Die Pleiie für das Pfund Reis betragen je nach Qualität 55 und 50 Pf. und für Bruchreis 40 Pf. Gleickzeitig mit diesem Verkauf gelangt auch ein geringes Quantum von Hülsenfrüchten zum Berkauf. Abgegeben werden Bohnen zum Preise von 55 Pf. und grüne Erbsen zum Preise von 50 Pf. pio Pfund. Auf jede Brotkarte der 44. Woche werden entweder V« Pfund Bohnen oder Erbien verkaust. Da es gelungen ist. noch einige Posten Speck zu kaufen, so sollen nock zwei weitere Verkaussstellen eröffnet werden. Die jetzt eingerichteten Verkaussstellen befinden sich Jungslr. 26. geöffnet Man- tags. Mittwochs und Sonnabends von 8— 12 und von 3— 7 llhr, und Siegsriedstraste. Ecke Kirchbossiraste sFreibank). geöffnet Montags, Mittwochs. Tonnerstags und Sonnabends von 3— 8 Uhr. Verkauft wird an jedermann. Die von der Stadt beschaffte Margarine soll von den ersten Tagen nächster Woche ab in den städtischen Ver« kaufsstellen zur Ausgabe gelangen. Verkauft wird nur an jeden Vjj Pfund zum Preise von 70 Pf. Mehrere Posten Schweine- fleisch, die die Polizei bei dortigen Schlächterti wegen Zurück- Haltung beschlagnahmte, werden von der Stadt übernommen und sollen durck die städtischen Fleijchverkaufsstellen an die Einwohner- schafl verkauft werden._ Kinderveranstaltungen in Neukölln. Sonntag, den 12.. Mittwoch, den 15. und Sonntag, den 19. De« zember: Märchenaussührungen im Karlsgarten, Karlsgarten- straste 6— 10 Zur Aufführung gelangen die Weihnachtsmärchen:.Max und Moritz' Weihnacklsiahrt* und.Das verirrte Weihnachispüppchen*. Märchen mit Gesang und Reigen. Eintritt sür Kinder 10 Pf., sür Erwachsene 20 Pf. Eintrittskarten sind zu haben: im Bureau des Wahlvereins. Neckarstr. 3. Expedition des.Vorwärts*, in der Siegiriedslr. 28. an den Spieltagen in den Jugendheimen, bei der Genossin Rummel. Kaiser-Friedrlch-Str. 88, bei der Genossin Lielsch, Wildenbruchslr. 86. Soziales. Medlko-mechtinische Vchandlung ist ohne Nücksicht auf die Höhe der Kosten zu gewähren. Es ist lange darüber gestritten worden,. ob mediko-mecha- irische Behandlung, die ein Arzt anordnet und überwacht,.ärztlich« Behandlung" aber.Heilmittel" ist. Der Unterschied besteht darin: Heilmittel brauchen die Kranfenkaffen nur bis zum Betrage von etwa 20 M. zu gewähren, ärztliche Behandlung mutz von ihnen dagegen ohne Nücksicht auf die Höhe des Preises ge- währt werden. Unter der Herrschaft des Krankenoersicherungs- gesetzes wurde die mediko-mechanische Behandlung unserer Auf- fassung entgegen von der überwiegenden Meinung in Literatur und Rechtsprechung den Heilmitteln zugezählt, weil die persön- liche Tätigkeit des Arztes dabei fast ganz in den Hintergrund trete. Die Kaffen dursten daher leider in der Praxis eine mediko-mecha- nische Behandlung, die insgesamt erheblich mehr als 20 M. kostete. ablehnen. Das RcichSversicherungsamt hat nun in einer grund- sätzlichen Entscheidung die mediko-mechanische Behandlung der „ärztlichen Behandlung" zugczäqlt. In der für Unfallverletzte und verwachsen« Personen sehr wichtigen Entscheidung des ReichSver- sicherungsamtes heitzt es: „Diese Auffassung(datz mediko-mechanische Behandlung Heil- mittel sei) kann nach der ReichSversicherungsordnung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Denn nach§ 122 der R.B.O. umfatzt die ärztliche Behandlung auch die.Hilfe'leiswngen anderer Per- sonen. wie Bader, Heilgehilfen, Masseure und dergleichen dann, wenn der Arzt sie anordnet. Im vorliegenden Falle hat der Arzt die Anwendung der mediko-mechanischen Behandlung angeordnet, auch hat er ihren Erfolg fortlaufend überwacht und sogar bei der Einlegung des verletzten Gliedes in den Apparat persönlich mit- gewirkt. Es liegt hier also jedenfalls eine auf Grurrd ärztlicher Anordnung erfolgte und auch vom Arzt dauernd überwacht« Hilfe- lerstung vor, die noch Z 122 der SR.iBX). als ärztliche Behandlung anzusehen ist und zu deren Gewährung aus die Dauer von 26 Wochen die Krankenkasse verpflichtet ist. Tatz im übrigen durch die Verpflichtung der Krankenkassen, eine mediko-mechanische Be- Handlung, falls sie vom Arzt angeordnet und überwacht wird, als ärztliche Behandlung und nicht mehr als Heilmittel zu gewähren, die Volksgesundheit wesentlich gefördert wird, kann bei der steigen- den Bedeutung dieser HeilungSart wohl nicht bezweifelt werden." .— Aktenzeichen II». IO 27,15. Aus einem Nachtlokal. Unier dieser Ueberschrist brachten wir am 2. November einen Bericht über eine Gewerbegerichtsverhandlung, der folgenden Satz enthält: „Die Klägerin führte unter Widerspruch der Beklagten aus, sie habe sich auf Verlangen der Wirtin vor die Tür des Lokals stellen müssen, um Gäste anzulocken, die dann im Lokal gerupfl würden.* Am 7. Dezember erbielten wir vom Rechtsanwalt Dr. jur. Hammerstein im Auftrage der Frau Kunze(der in unserem Bericht erwähnten Beklagten) ein Schreiben, worin gesagt wird: „Frau Kunze hat niemals an die Klägerin das Ansinnen ge- stellt, sie solle sich vor die Tür des Lokals stellen, um Gäste anzu- locken. Die Beklagte weist auch entrüstet einen solchen Vorwurf zurück, daß Gäste in ihrem Lokal jemals„gerupft" worden sind. Tatsächlich hol die Klägerin eine iolche Behaupiung auch gar nicht ausgestellt. Wenn sie dieies getan hätte, io würde der Taibesiand des Urteils diese Behauptung enthalten." Wir nehmen von dieser Zuschrift Notiz, obgleich uns§ 11 des Pretzgeietzes, aus den sich der Anwalt der Frau Kunze unzu- treffenderweile beruft, nicht dazu verpflichtet. Dast Frau Kunze vor dem Gewerbegericht der Behauptung der Klägerin wideriprocken, also sie bestritten hat, ist ja in unserem Bericht ausdrücklich gesagt. Berichtigt wird also durck das Sckreiben des Anwalts gar nichts. Im Gegenteil. Sein Sckreiben zwingt uns zu einer Beiickligung und einer energiscken Zurückweisung. Wenn Herr Dr. jur. Hammer« stein in seinem Sckreiben sagt:„Tatiäcktich hat die Klägerin eine derartige Behauptung gar nickt ausgestellt", so stellt er damit eine ebenso leicklsertige wie unbegründete Verdächtigung gegen die Rick- tigkeit unseres Berichts aus. Richtig bleibt: Die Klägerin hat im G e w e r b e g e r i ch t s t e r m i n gesagt, sie habe sich aus Verlangen der Frau Kunze vor die Tür des Lokals stellen müssen, um Gäste anzulocken, die im Lokal gerupfl würden, was Frau Kunze im Termin allerdings bestritten hat. Wenn das Urteil des Gewerbegerichts aui diese Behauptung der Klägerin— die ja nur eine Episode in dem worireicken Redekampf der Parteien war— nicht Bezug nimmt, so ist das keinerlei Beweis dafür, daß die Klägerin die betreffende Aeutzerung nicht getan hat. Das mutzte doch ein Rechtsanwalt wiffen. Gerichtszeitung. Der Oberstabsarzt. Einem der Originalität nicht entbehrenden, von uns bereits erwähntem Kriegsschwindel ist ein junger Landwirt zum Opfer gefallen, der gestern als Pasewalker Kürassier als Belastungszeuge gegen den Reisenden Robert Philipp und den Melker Fritz Dohrmann vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I auftrat. Beide Angeklagten halten sich wegen Betruges und Urkunden- sälschung zu verantworten. Der Landwirt Walter K. lernte im Juli d. I. in einer von ieinen Verwandten betriebenen Sckankwirl- schalt den Angekl. Pbilipp kennen. K. wollte gern Soldat werden und halte den Wunsch, in ein Ulanenregiment einzutreten. Als Philipp hiervon hörte, erklärte er ihm: er kenne einen Ober- slabsarzt, dieser werde ihn unleriuchen und ihm gewitz gern zum Eintritt in ein Ulanenregiment behilflich sein. K. könne getrost nach Hause reisen, er werde inzwischen'das weitere ver- anlassen und dem jungen Mann Bescheid geben. Nach einiger Zeit suchte Philivp den K., der inzwischen aui das Gut seiner Eltern zurückgefahren war. dort aus, zeigte ihm ein Schreiben und teilte ihm mit, datz er zum Militär angenommen worden sei. PH. reiste mit dem in freudiger Stimmung desindtichen K. am 14. Auaust nach Berlin und führte ihn dort in eine im Stadunnern befindliche Wohnung zu einem angeblichen Oberstabsarzt. Dieter untersuckle den K. sorg- fällig, erklärte ihn für tauglick zum Heeresdienst, machte aber fein« Einstellung davon abhängig, datz er 350 M. für eine Uniform hinterlegte. Der junge Mann reiste nach Haufe und lehne schon am nächsten Tage mit dem Gelde nach Berlin zurück. Philipp nahm ihn in Empfang und sühne ihn zu einem Schneidermeister, bei dem er früher einmal aushilfsweise beschäftigt geweien. Der Meister war nickt anwesend, aus Geheitz des Philipp aber nahm der Sohn des Meisters Matz angeblick zu einer für K. bestimmten Uniform. Bon dort führte Philipp den jungen Land- wirt in ein Lokal, in dem sie den angeblicken Slabsarzt trafen. Dieser übergab dem K. eine mit dem Namen des Schneidermeisters unterschriebene Quittung, aus welckc der angebliche Slabsarzt den Vermerk setzte:. Erhallen 350 M., Nest 150 M. von Brün er.* Ferner übergab er ihm ein Schreiben, wonach K. bei dem 8. Ulanenregiment in Potsdam an- genommen worden iei. Unter diesem Schreiben befindet sick, mit Gummistempel gedruckt, die Unterschrift:„Bezirkskommando Potsdam, gez. Oberstabsarzt von Brüner.* Nach Empfang des Geldes ver- abickiedelen sich die beiden von K. mit den besten Wünicken für seine fernere militärische Lausbabn. Als K. sreudeiirahlend in dem Lokal seiner Verwandten von seinem„Glück" erzählte, wurde ihm sofort klar gemackl. datz er Sckwindlern in die Hände gefallen sei. Die Polizei nahm die Sache in die Hand. Mit Hilfe des Verbrecheralbums konnte bald der Angell. Pbilipp als der Hauptdarsteller in dieser Komödie ermittell werden. Bei seiner Verhaftung legte er auch ein Geständnis ab, hüllte sich aber bezüglich seines Komplicen in Schweigen. Nach der Personalbeschreibung, die K. von diesem gab, war es der Kriminal- Polizei nickt zweifelhaft, datz D o h r m a n n es gewesen, der die Rolle des OberslabsarzieS geipielt hatte. Man fahndete vergeblich nach ihm. Erst am 4. November gelang es durch Zufall, ihn in einer Kaschemme in der Borsigstratze festzunehmen. Trotz der bc- stimmten Wiedererkennung seitens des K. leugnete Dobrmann hartnäckig, mit der Sacke das geringste zu tun gehabt zu haben, und verblieb hierbei im auch im gestrigen Termin. Seine Uebersührung wurde dadurch schwierig, datz Philipp sich beharrlich weigerte, sich über die etwaige Tälenchaft des D. auszulassen. Er meinre, datz er eS sür eine Ehrenpflicht halte, einen Mitbeichuldtgten nickt zu belasten und datz er es dem Dohrmann überlassen müsse, welche Stellung er zu der Tatfrage einnehmeu wolle. Schliehlich bequemte sich Philipp zu dem Geständnis, datz Dohrmann wirtlich den„Oberstabsarzt" gemimt habe. Das G e- r i ck t verurteilte die Angeklagten, die schon vielfach vorbestraft sind. zu je zwei Jahren Gefängnis und rechnete dem Philipp zwei Monate Untersuchungshaft an. Sind Brrtrauensmännerfitznnzeu anmeldepflichtig? Bor der ersten Strafkammer des Landgerichts Elberfeld hatte sich am 7. Dezember d. I. der Gewerkschaftssekrclär Genosse Sauerbrey. Barmen, zu verantworten. Ihm war zur Last gelegt, gegen das BelagerungSzustandSgesetz dadurch verstohen zu haben, datz er am 27. Juli in Elberfeld und am 1. August in Barmen als Vorsitzender des Sozialdemokratischen Vereins Sitzungen der Bezirksführer und Führerinnen einberufen und geleitet hatte, ohne hierzu dle polizeiliche Genehmigung� eingeholt zu haben. Autzerdem sollten in der ersten Sitzung Flugblätter politischen Inhalts ausgegeben worden fein. Der Angeklagte gab die Handlungen zu, bestritt aber, sich schuldig ge- macht ,u haben. Die Sitzungen so engbegrenzter Körper- schaften, wie sie die durch General- und Mitgliederversammlungen gewählter Bezirksführer darstellen, könnten unmöglich unter den Be- griff der angezogenen gesetzlichen Bestimmungen fallen; es mutzten dann logischerweise auch alle Vorstands- und sonstigen Sitzungen angemeldet und unter polizeilicher Ueberwachung gestellt werden. was schon an der Unmöglichkeit der Durchführung scheitere. Das Gericht sprach nach kurzer Beratung den Genoffen Sauer- brey frei, indem es begründend ausführte, daß die in Frage lom- wenden Mtznngen n�cht unter die Bestimmungen des BeiagerungZ- zustandZgesetzes fallen könnten. Es seien nur gewählte Funktionäre eingeladen und zugegen gewesen. Der Nachweis, daß Flug« blätter politischen Inhalts in der Sitzung zur Verbreitung gelangt seien, wäre nicht erbracht worden. Oeffentliche Angelegenheiten seien nicht zur Erörterung gekommen. Nach alledem müsse Freisprechung und Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse erfolgen. Das Urteil ist für den Bereich des VII. Armeekorps von besonderer Wichtigkeit und schafft in etwas Klarheit. Mus aller Welt. Der„Burgfrieden" in der italienischen Kammer. Die erste, noch zensurfreie Ausgabe der Mailänder Blätter gibt die Zwischenfälle der italienischen Kammersitzung vom 1. De- zember wieder, die die Zensur dann im Sitzungsbericht unterdrückt Hai. Die„National-Zeirung� hat eine Reihe dieser Zwischenfälle zusammengestellt und wir geben sie nachstehend wieder, um unseren Lesern zu zeigen, wie der.Burgfrieden" in Italien aus- sieht. Als der Präsident Marcora in Hochrufen auf den König aus- brach, applaudierten auch die Republikaner. M a z z o n i(Sozialdemokrat) zu den Republikanern gewendet: „Applaudiert Ihr auch der Monarchie?' Gaudenzi(Republikaner):„Nein, wir bleiben immer Republikaner." Dugoni, Carroti, Mazzoni(sämtlich Sozialdemo- kraten);.Also es lebe die Republik!" B o v e t t i(Ministerieller):.Ihr seid Oesterreicher I" Dugoni(Sozialdemokrat):.Halt's Maul.Säuferl" Verschiedene Regierungsabgeordnete zu den Sozialdemokraten: „Ihr seid Feinde des Vaterlandes I" Dugoni(Sozialdemokrat):„Und Ihr habt Eure Helden- taten nur in den Kaffeehäusern von Udine ver- r i ch: e t!" Mazzoni(Sozialdemokrat):.Ihr wißt überhaupt nur, wie'S hinter der Front aussieht!" M o d i g l i a n o(Sozialdemokrat):.Warum lest Ihr nicht auch das Telegramm der Einwohner von Cervignano, die Ihr interniert habt r Marchesano(Reformsozialist der Gruppe Bissolati):.Schämt Euch!" Dugoni zu Marchesano:.Seid still, freiwilliger Festungsartillerist." Marchesano:.Ich habe nur meine Pflicht getan I' Mazzoni:„So zeig' Deine Wunden!" Dugoni(Sozialdemokrat):.Die früheren Neutra- listen st erben in den Schützengräben, Ihr habt Euch aber nur in die Festungen eingesperrt!" Carroti(Sozialdemolrai):„Und laßt Euch dafür aber auch noch das Offiziersgehalt bezahlen!" Bissolati:„Es lebe Serbien!" T u r a t i(Sozialdemokrat):.Ihr seid schamlose Zyniker, erst habt Ihr Serbien mit Eurer Unfähigkeit und Eurer Un- entschlossenheit geopfert und jetzt bringt Ihr Hochrufe aus!" (Stürmischer Beifall der Sozialdemokraten, großer Lärm auf den anderen Bänken.) Tasca(Reformsozialist):.Und wenn wir Serbien helfen hätten wollen, so hättet Ihr Sozialdemokraten Euch widersetzt!" Turati(Sozialdemokrat):.Wir sind eben gegen jeden Krieg ohne alle Ausnahme!" Marchesano(Reformsozialist):„Aber warum applau- diert Ihr nicht jetzt, wo wir dem serbischen Heldenvolke helfen wollen?" Turati(Sozialdemokrat):„Halt's Maul, Krokodil!" Marchesano(Reformsozialist):.Da sind mir die Sozialdemokraten des Deutschen Kaisers mit ibren, Patriotismus noch lieber!" Carroti(Sozialdemokrat):„Wenn Ihr der Monarchie die Füße waschen wollt, geniert Euch nicht!" Nach neuem stürmischen Lärm ans allen Seiten konnte Sonnino endlich fortfahren. Von alledem hat die Zensur nichts der Oeffent- lichkeit mitzuteilen gestattet. Den Drückebergern, die den Krieg bis zum endlichen Siege predigen, sich selbst aber hüten, an die Front zu gehen, dürften die Zurufe der Sozialdemokraten noch lange in den Ohren gellen. Von einem Dampfhammer zermalmt. In Torgau büßte der beim dortigen Stahlwerk beschäftigte Monteur August Schulz aus entsetzliche Weise sein Leben ein. An dem 180 Zentner schweren Dampfhammer riß die Kette und Schulz wurde völlig zerquetscht. Zwei jugendliche Mörderinnen verurteilt. Das Jugendgericht in Hamburg verhandelte gestern gegen die 17jährige Martha Koop und die 15 jährige Emmi Wiechmann. Die beiden Mädchen haben am 14. Juli d. I. die Ehefrau Berta Boethling in deren Wohnung in Hamburg erwürgt und dann be- raubt, um in ihren Kleidern der Fürsorgeanstalt zu entfliehen. Das Urteil lautete gegen die Koop auf 15 Jahre und gegen die Wiechmann auf 1314 Jahre Gefängnis. Erdbeben in Italien.„Information" meldet vom 5. Dezember aus Rom: Ein heftiges Erdbeben suchte um 2 Uhr früh m L a t i u m die Ortschaften Frosinone, Genne, Coprana und Tivoli heim. P«M««: Regimenter Nr. 23, 24, 31, 35; Bataillone: I. Nr. 1, 1. Nr. 2. I. und II. Nr. 4, I. Nr. 5, I. Nr. 8, I. Nr. 10, I. Nr. 14. I. Nr. 17, II. Nr. 21, I. und II. Nr. 27; Reserve-Bataillone Nr. oi und 39; Ersatz-Bataillone der Pionier-Bataillone Nr. 1 und 2. Pi o nier-Kompagnien Nr. 107 und 112; Rescrve-Kompagmen Nr. 55, 79(f. Res.-Pionier-Batl. Nr. 39), 81; 2. Landwehr-Kompagnie des 4. und 1. des 18. Armeekorps. Reserve-Scheinwerser- zug des 25. Reservekorps. Minsnwerfer-Kompagnie Nr. 190(L); Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 399 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: ' Reitendes Feldjägerkorps(f. Garde-Jäger-Batl.). Infanterie usw.: Garde: 3. Garde-Regiment z. F.; Garde- Jäger- und Garde-Reserve-Jäger-Bataillon. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier-Regimenter Nr. 1, 2, 3, 4, 9(s. Gren.- Regt. Rr. 3), 14, 17, 21, 22, 27, 30, 31(f. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 33, 34, 35, 37, 38, 39, 41, 43, 49, 52(f. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 52), 54, 55, 59, 60, 63, 66. 67, 69, 70. 83(s. Res.-Jnf.-Regi- menter Nr. 83 und 116), 84, 86(s. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 88, 91, 93(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 94, 95, 96(st Res.-Jnf.-Regt. Nr. 83), 97, 110, III, 112, 114(st Res.-Jnf.-Regt. Nr. 83), 117, 118, 128, 131, 132, 136, 137, 138, 141, 144, 145, 147 biS einschl. 161, 166. 168, 170, 171, 173 bis einschl. 176, 193. Reserve-Infanterie- Regimenter Nr. 1. 3, 5, 7, 18, 20. 23, 24, 30, 34. 36. 37, 38, 52(s. auch Gebirgs-Maschinengewehr-Abt. Nr. 217), 55, 59, 60, 64, 66, 67, 68, 76, 76, 77. 82. 83, 87, 91, 93(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 99, 116, 208, 209, 211, 212, 219, 221, 222, 223, 226, 227, 229, 231, 239, 254, 256, 257, 259, 260, 261. Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 2, 7, 11, 12. 16(f. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 17. 13. 21, 23, 31. 32, 34, 39, 40, 49, 51, 55, 56. 57, 73, 74. 81. 84, 85(s. Res.-Jnf.- Regt. Nr. 116), 99, 118, 135. Landwehr-Ersatz-Jnfanterie-Regi- ment Ztr. 2. Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 17(st Landw.-Jnf.- Regt. Nr. 23). Laräwehr-Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 9(f. Land- wehr-Ersatz-Jns.-Regt. Nr. 2). Jäger-Bataillone Nr. 2, 3, 4, 9, 14; Reserve-Bataillone Nr. 16 und 20. Ersatz-Maschinengewohr-Ab- teilung des 16. Armeekorps; Gebirgs-Maschinengewehr-Abtsilnng Nr. 217; Feswngs-Maschinengewehr-Trupp Nr. 23. Kavallerie: Kürassiere Nr. 2 und 7; Schwere Reserve-Reiter Nr. 2; Dragoner Nr. 12, 16, 17; Husaren Nr. 9 und 11; Reserve- Husaren Nr. 1; Ulanen Nr. 5 und 9; Kavallerie-Regiment Nr. 94. 2. Landsturm-Eskadron des 1., 4. des 6. und 3. des 17. Armee- korps. Fekdartillerie: 1. Garde-Regiment. Regimenter Str. 10, 14, 39, 55, 57, 94, 205, 220, 229; Reserve-Negimenter Nr. 20, 44, 46, 66. Feldartillerie-Regiment der 4. Landwehr-Division(s. Feldart.- Regt. Nr. 55); Ersatz-Regiment Zossen; Landwehr-Regiment Nr. 3. Feidartillerie-Abteilung Nr. 183. Fußartillerie: Regimenter Nr. 8 und 20; Reserve-Regiment Nr. 9; Fußartillerie-Bataillon Nr. 36; Batterien Nr. 214, 233, 332, 450, 503; Land stürm-Bataillon des 6. Armeekorps. ere Minenwerfer-Abteilnng Nr. 84. Verkehrstruppen: Etappen-Telegraphen-Direktion der Armee- Abteilung Woyrsch. Armee-Fernsprech-Abteilnng Nr. 18. Feld- fliegertvuppe. Train: Fuhrparkkolonne Nr. 232 der 89. Jnfanterie-Division; Reserve-Fuhrpark kolonne Nr. 99 der 77. Reserve-Dwision; Maga- zin-Fuhrparkkolonne Nr. 4 III B der Armee-Abteilung v. Strantz. Sanitäts-Kompagnie Nr. 3 des 14. Armeekorps. Straßenbau-Kompagnie Nr. 48. »» * Die sächsische Verlustliste Nr. 234 meldet Verluste der In- fantevie-Regimenter Nr. 100, 106, 108, 183, 381; Reserve-Jnf.» Regimenter Nr. 100, 103, 244; Landwehr-Jnf.-Regimenter Nr. 101, 106; Landsturm-Regt. Nr. 19; Jäger-Bataillon Nr. 12; Reserve- Jäger-Bataillone Nr. 12, 25. Feldartillerie-Regimenter Nr. 68, 77, 78, 115, 245, 246; Leichte Feldhaubitzen-Abteilung Nr. 192; Landsturm-Batterie, 12. Armeekorps. Arnrierungs-Bataillone Nr. 22, 23, 25, 85. Garnison-Verwaltung Grimma. Der Schluß der württembergischen Verlustliste Nr. 315 wird mitgeteilt, deren Inhalt wir gestern angaben. Berel« für Frauen nnd Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 13. Dezember, abends Sfl, Uhr, in der„Neuen Philharmonie", Köpenicker Straße 90/32; Vortrag des Genossen Heinrich Schulz:„Unsere Erzieher- ausgaben nach dem Kriege". Diskussion. Allgemeine Familicnstcrbetassc. Sonntag, den 12. Dezember: Zahl, und Ausnahmetag von 3— 6 Uhr im Restaurant Gcrichtstr. 12/13, am Sonnabend, den 18. Dezember, von 4—5'/, Uhr in Wildau(WUdaucr Hos)._ öriefkaften der Redaktion. Die iurijtifc&i Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenftr. S, IT. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uur, am Sonnabend von& Bis 6 Uhr statt. Jeder fiir den Brteflasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine gaht als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsauittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Bcrirögc, Schriftstücke und dcrglctchcn bringe man in die Sprechstnnbc mit. E.«8. 18. Wenn für die Wlausszeit des Vertrages keine bestimmic Verlängerungsfrist vorgesehen ist, so kommt der Vertrag nach füns Jahren zur Auflösung.— G. R. 99. Berlin kann die Unterstützung entziehe» und die Gemeinde Adlcrshos wird jedenfalls gegen den Zuzug Ihrer Tante Einwendungen erheben.— G. St. 100. Herzfehler, landsturmpflichtig, garmsoiidienstverlvcndungssähig,— M. T. 44. Wenn die Sachen aus den Namen Ihres Mannes gekauft sind, werden Sie leinen Anspruch er- heben können. Im Todesfälle steht allerdings Ihnen und Ihrem Kinde das Erbrecht zu,— B. O. 18. Beides ist nach dem Tode des Bräutigams nicht mehr möglich,— H. 34. Geringe Abweichung der Wirbelsäule und geringe Unrcgslmäßigkeitcn in der Form des sonst krästig gebouten Brust- kaftens; dienstfähig— Helene 1879. Ja.— M. 91. 26. Ja,— L. R. 150. Eine weitere Verfolgung der Sache erscheint uns auSstchts- los,— Str. 13. Ja.— E. S. 99. 1. Die Verordnung über die Frei- sabrt für Urlauber ist erst im Juli erlassen; Sie haben also keinen Einspruch aus Rückerstattung des Fahrgeldes. 2, Nein.—(£. 27. Um die Zahl- meister- und Jntendanturiausbahn einzuschlagen, müßten®ic aktiv dienen und zum Unteroffizier besördcrt sein. Erst dann kann eine Abkvmman- dierung zur Ausbildung in einem Zahimeisterburenu erfolgen. Die Inhaber des Einjährigcnzeugnisses werden für diese Lausbahn bevorzugt, — H. R. 44. Melden Sie sich beim Verband der Gemeindearbeitcr, Engeluser 14—15._ Wetteraussichten für das mittlere Norddcutschland bis Freitag mittag. Im Norden überwiegend bewölkt und weitverbreitete, besonders an der Küste ziemlich starke Regcniälle, Im Süden vielfach heiter, dazwischen nur geringe Niederschläge, Ueberall etwas Abkühlung, I Todes-Anzeigen Sozialdemokratischer WalUyereiii Neukölln. Am 5. Dezember verstlirb unser Parteigenosse Friedrich Janowski Böhmische Str. k. 11, Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 3, Dezember, nachmillags 2V, vor, auf dem Gemeindc-Zricdhos, Mariendorfer Wer, statt. Um reg« Beteiligung ersucht 240/11 Der Borstand. Deutscher Wetallarhelter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Schlosser Fnt/ Janowski (Nculölln, Böhmischestr. 6) am 5. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. Dezember, nachmittags 2,/4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gc- nieinde-Friedboses, Mariendorser Weg, aus statt, Rege Beteiligung erwartet 123/10 Tie Ortsvcrwaltnng. Nachruf. Den Mitgliedern lerner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Paul Werner (Gleimstr. 2) am 6. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenke» k Die Lrtsvcrwaltnng. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein innigst- geliebter Mann, unser Herzens- guter Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Swwager und Onkel, der Zuschneider Otto Tetzel im illlter von 44 Jahren nach kaum viertägigem Krankenlager am 6. Dezember, abends Lfl« Uhr, sanft entschlaien ist. Die? zeigt im Namen aller An- gehörigen im iiesste» Schmerz an Antonie Tchel und Kinder. Die Beerdigung findet am Freitag, den 10, Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des ZionsstiedhoseS, Nordend, aus ftan. A Danksagung. Für die vielen Beweise h-rzlichfter Teilnahme sowie sür die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung UNlereS lieben Baiers, Schwieger- mid Großvaters y Karl Pöting sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren innigsten Dank. Familie Famitie Gewidmet zu seinem 28. Ecburtstagr am 9. Dezember. AjS unS die traurige Kunde zu» teil wurde, daß am 25. Oktober I3t4 unler lieber Sohn, Bruder und Bräutigam, der Reservist Priedricii Krüger II. (Jnf-Regt. 64, 12. Komp.) den Heldentod starb, folgte ihm acht Tage später sein lieber Bruder Wilhelm aus dem Felde der Ehre. Dies zeigen tiesbetrübt an ZSilhelm Krüger und Frau. Georg Krüger als Bruder. Flora Oesterreich als Verlobte. Neukölln, Ziethenstr, 44. Ihr seid so schwer von un» ge- �„. schieden, Boll banger Ahnung auf ein . Wiedcrfehn, At» Helden seid Ihr im Kamps geblieben, Doch kann kein Sturm Euer Bild verwehn, Beklagt, beweint von Euren Lieben, Die Euib nun niemals wiedersehn So schlaft denn wohl in guter Ruh, Die Elternliebe deckt Euch zu. Ruhet sanft in Feindesland I Danksagung. Sage hiermit allen Freunden nnd Bekannten, speziell der Frau Pohl und Kollegen meines Mannes sür die warme Teilnahme zur Beerdigung desselben und besonders HerrnSchm al vom Transportarbeiterverband für seine zu Herzen gehende Rede meinen besten Dank. Frau Wwe. Isobepe. WesiiMn's Tmuetmajazin Größte..oswahi. BUligsto Preise. L MonrensiraSs 37a (Kolonnaden IL Cr. Frankturler Str. 115 (nahe Andreasstr.) Auswahtsendungen sofort Ami Zentrum 7890. Sonata- 12— 2 Uhr reötlntt Ziehung 22. n. 23. Dezbr. IBB Ziehung 1 1. n. 1 3. Dezbr.)» L Niedersächsische o 1 1 e r i e Gesamtw. d Gewinne Mark 60000 Größt. Gewinn im glückl. Falle 30000 LosezumOrpalpreisefOfliM. Porto und Liste 30 Pf. ertra. 6 Niedersächsische und 3 Rote Kreuzlose in einer eleg. Brieftasche für IS M. inkl. Porto u. 2 Listen. ff! Rpplin Neue Köntgstr. 86 llj. UC1111I u, SO. 16, Neanderstr. 38. Telegramme: Schwarz, Berlin, Neuekönigstr. 86. B9H9 Rote 4a Lotterie Gesamtw. d. Gewinne Mark; 100000 Erster Hauptgewinn Mark; 50000 Lomc zum Originalpreise von 3 M lO Lose in eleg. Brieftasche i. 30 M. Porto und Liste 30 Pf. extra. |ÜUM(1 Kranzspenden sowie sämtliche ßlumenarrangemetits liefert schnell und billig l'aal OroHs, Lindenstr. 69, Tei.Mp 1.7203. 38 Steten stunden Die Wochenschrift für ArbeilersamiNcu wöchentlich 1 Heft für 10 Vf. Danksagung. Für die B-weise herzlicher Teil- nähme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und guten Mutter sagen wir allen Teil- nebmern unseren innigsten Dank. A Wilhelm Dangel und Kinder. WsWeiSMMWUS? üElGm HG cn Ein neues Buch der Freiheit Gesammeli und gestattet von Dr. Araaz Dledertch. ZMt 26 künstlerisch Ä'ÄtÄÄ VttAs: 2 Bänbe 6 in 1 Bant) 5 IlH. WWlW MM. Sellin. MM. z. wen Hl ma LS BS teppdeeken Spezialte Emil Lefevre B%"a OFanienstr. 158 einfarbig und bunt 415-675 Simlllseide, alle Färb. 4.85— 8.3S Normal-Sommer Schlafdecken I35200375 viele 1000 Schlafdecken von der Heereslieferung eröbrigt weit unter Preis! Stoffe für ly-Miiie, Paletots, lltster Meter 6, 8, 10, 12 M. BameD-Köstini- und llister-Me „Neuheiten" Meter 3, 5, 7 M. Seiden-FWe, Pepsiauer lit. Astrachan Meter 10, 15, 20 M. Koch& SeelRntl,Tach-Lagcr Gcrtraudtenitrastc 20— 21.* g'jo. 1 jx'> Herren' Olsler.Palelols. iQzüge verkauft große Herren-Kleider-Fabrik jetzt auch an Private. Slralauer Str. 4143, iTr. fsönntaiis 12—2 Uhr gEOitnel| Sonntag sind unsere H&user von 1 Uhr an geöfinetl m Donnerstag Smit Vtmti Grosser Lebensmittel-Verhauf Lsipätw ltra«M smI neisch Kalbskeule i» i*a»n wund 1"® Kalbsnierenbraten PKnd 1" Kalbskamm........... 1" Kalbshaxe...,,i..i>i»»dMpi. SchmorQeiseh p).nd 1» Rinderkamm..... pm 1" Rlnder-Qnenippe Ptad9Spi. üammelkeole„it. pcm 1" Hammelfleisch.... p,-°d 1" Gehacktes........ p<-.d 1" Ohst BBd Bemflse Grosse Kochipfel... Ptsnd 1Z?i. Grosse Kochbiroen.. Ptand]5pl Schwanwurzel...... Pfnnd 15 PL Mohrrüben........> Pfund 25 Pf. Kohlrüben Pfand 5 PL Weisskohl......... Pfand 8 PL Rot- n. Wirsingkohl.. Pfand 13 PL Wurstwaren Zervelatwurst......... Pfand 270 Knoblauchwurst....... Pfand 210 Jagdwurst............ Pfand!•» Feine Leberwurst...... Pfand 210 Landleberwurst....... Pfand 1M Zwiebelwurst Pfand 1«° Rotwurst Pfand 1M ' KoafllOren■- Kakes• Honigkuchen* Pfeffernüsse• Schokoladen- Nüsse» Marzipan-Konfekt• Konfekt-Baumbehang usw. Kuchen-Backmehl Dresd. Chrtststollen anaar««70 ohM Brotk.rUa. verwendbar, ve». komm.oer Br.nti(Sr Weilen. meht Paek 75 in Paldpestpnckans fSr PL Kriaxar and Verwundet«« V Fische Leb. Karpfen...?** 1" 1" Leb. Schleie Mm... ptmd lI# Schellfisch........ Pfand 35 pt. Kabeljan nä... Pfand 45, 55« Seelachs.... Pfand 55 pl Bratschollen...... Pfand 40 pi Makrelen sesauen, stuck 8» 20 pf. KlIppfiSCh trecken.... Pfnnd 58 PL SalzfiSCh sawAee. Pfnnd 35, 40, 45 Pf. Fettheringe mst 75«. Für den Versand als Liebesgaben Mosel-u. Rheinweine Vi n. u n. 1912" Obtrhsinfttr.,..73» 700 1912" Caseler.........95 pt. 9°« 1910" Sommentchw.... I10 lO*0 1910" Botktnh. Riesling. 1» 12°° 1911" Ueterer Niederberg 1" 16- 1911" UesererPanlnsberg 1- 18- Weine• Liköre• Spiriluosen für unsere Krieger undVerwundeten Bordeauxweine «fcn. UPI. 1" 11- 1- 12- 1- 16- 1- 18- 2- 26- 1 9 1 1" Ch. Äontrose-St Estephe 3- 29- 1911" Oatsmie............ 1911" Latour de Rüde...... 1911" Chat U Tour de Reoeb 1911" Pomcrol............ Schaumweine Rertie OoM Prudt-Sehsunwehie 1- Kaiser-Sekt■wn..�.vw>Kiweiiwi»/, m. 240 Moselstolz-Trocken...........* pi. 3- Burgeff-Orfla............ Kupfeiterg-Qold.......... Mattheus Mflller Extra..... *pi.5- f.pi.27' Spirituosen Kognak Verschnitt 1 H_ yo o» Rumverschnitt]'"**** Arrak Verschnitt pl 2— 2— Tafel-Kümmel...........*1- Ä» Ingwer-Likör............ 2- 1— Pfeffermflnx-Likör........ 2— 1- Cßarren und Ctearetten als Uebesgab« für unsere Feldgrauen Clearren tS.** s. io, 12, 15, 20«. Clearetten 100 Stflck mit Qeldmindstflck 1« 1» 1« 200 300 Shae-Pfelfen per Stack 30.60.85» 1«2« Tabaksbeutel verschiedene Qrfiuen 40, 60«. l00 Pfeifentabake ▼ereebledeae Sorten in allen Preislagen Zentralverband der Lederarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. .., Filiale Berlin 1....... ectttttag, Pen IS. 9 czrmbe», barwittag» 10 UH«.»ei G ch m t h t» PrWzenalle« Sir. SS: Mttglieder-Versammlung. Tagesvrdnnngi Vorstandswehl«. Um zahlreiches nnd pünktliche« Erscheinen ersucht iaa,i4 vor Terstand, Filiale«reB-BerUn. Weihnaehts- UnterstQtznng. vi» Autzahlmig unserer rSeih«achts«»eersthtzn>a wird in folgtnb« Weise und unter nachstehenden Barautsehungen vor sich gehe«, und zwar 1. Für die Familien der Kriegsteilnehmer. Bezugsberechtigt sind dt« grauen, deren SUmut mindestens bis zum S. Dezember zum Heer« eingezogen worden sind und vor dem Ein. tritt in den Heeresdienst mindestens SO lWocheudeitrSge geleistet haden l Sonstig« gamilienangehdrige, deren hauptsächlicher Ernährer her Swaezogene war. erhallen diese Unterstützung gleichfalls ousgezahU, wenn sie sich über de» Bezug der Reich«Unterstützung ausweise» können. Mitgliedsbüch«, soweit solch» nochnicht an uns ewaeliesert find. müssen m i t g« b r a ch t werden l O h n« Mitgliedsbuch keine Unterstützung. Mitglied«, dt« am SinziehungStaae mehr als acht Wochen mit den Beittägeil im Rückstände waren, können keine Unterstützung erhalten. Legitimation« Als Ausweis ist der UnterstükungSboge«»der die Breech ttgungStart« der städtischen Werk« oder ein sonstiger gültiger Rachweis darüber, daß sich da» Milgliev zurzeit beim Heer« befind«!, mitzubringen. Die Auszahlung ersolgt an folgenden Tagen im Saal V des Stwerdschastshauses, Evgelchr 14/15, In der Zeit von 0 Uhr oormittaa» dt» s Uhr nachmittag«, und zw« für dt« Mitglieder, deren Ramm beginnen mit den Anfangshuchstaben von A bis E am Montag, de« lg. Dezember »F.F. Vtenstag, de« 14. Dezember , K, Ii„ Mittwoch, den 15. Dezember , B, B, Donnerstag, de» 18. Dezember , S, 8«„ Krettag, de» 17. Dezember , T, Z„ Sonnabend, de« 18. Dezember. 9. Arbeitslose. Arüeitslos«, die mindesten» öS Soch«nseitrsg, entrichtet haben, erhalten, auch wenn sie dereit« ausgeftenert find, ihr« BeihnachlSunterstützmig am Sonnabend, de« 18. Dezember, vormittag» von 9—12 Uhr, im Kaffenlokal der OrtSverwaltnng ausbezahlt. 3S/13 VI« OrtsrerwaUmBg. Speiseleinöl ....— r.— s— i tm Celmühle H. M. Molch. Mtlßkauer Gtr. 35, Laden. 104/1* ReukersMerke Luchhandlung VorwSri» Prack*. Smoking-, Oedrock-Verleid-lnsMut S. Senn BeokF. Benvkenöi, jeiat FriodrlobsermS« I TS/ ISS. Berantröortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Reuiölln. Für den l-ionng Andnss Likör- u. Spipituoeen- Fabrik Berlin O« Prenalaoer StreOe l/S. Feld-Post-Pakete Bit nOoses nach Ml elper Vi LI HP fall Ungeahnte Erwerbs- NBgllctahelten Uttel«» nlcheu Zaknnft. Ha««et- (reitende Andernnf unteree eetemten wlrtecbetttlebeiu. ei.(ewtlUMT Anf- tchvung unterer Indutuie u. de« Hm- delt itebt bevor, nad et«erden flbenll geschulte Kräfte gesucht Min. Angebftrtge teebniteher Kernt« «.Handwerker«ollen nicht ventnmeo. Ihre Kenntalwe.ad Pertigkelten der kommenden Zelt«nraputeo, nm teil- annehmen an da. vtrlschaftUcban Er- (olfen. die.atnreemlS daa CrMtanl« de« ftwaltleen Sanken««ein matten. Dt« nett« ziltttl. rasch nnd(rflndllch, ohn« Lehrer, durch«In lachen Selbtt- unte Niehl eine rrflodiiebe Antbildung io technl sehen wlttentchtfte. xa er» «erben, sind die technischen Seihst. nnterrldrtswerfce>87.*. Karasaek. BMhlald*.— Aa.tflbrUek. 80 Betten•tarhe Broaebflr« ▼.r.and.D Barm kostaolo« Bonne« 5 Hachletd, Potsdam. 1 167 JiSlMtllimfft der«firtlrt in Kerlm. Km Montag, de» 18. Dezemb«, abend« 0 Uhr. swdet die Genenl-Tersammlimg im Semertschostshamse. Engel« user 15, Saal 6, statt. Tagesordnnng! 1. Wahl ein et Rommtsston zur gifie ■'~' g de« lausende» T Festsetzung der Rente für ISIS. 3. Verschiedenet. 287/11«« Borstanb. 8 gut erhalten« BaU*Ccfc« ntü vollständigem Zubehör, zirka 20 bis 25 Gasdüngelampe«. 1 aroher «afiertrog. divers« Schemel usw. billig zu verlausen. Zu erfrage« in der Zeit von 2—12 und 8—5 bei SSMensiet« n. Rokott. Schlüter» strahe 24. Tel. Stetnvl.<581). ümishwellellei» fiir..kleine ünselgen" Berlti» v.«. Habntlch. Ackeritr. 17«. «. R». ». Kl» er�B latsch, s. Müllerftr. 8tw Karl Melle. Petersburger Platz i. R. LOengels. Marius teche 88. 8. Zucht. Jmmanuelttrchstr. 12. fl. Wolgast. WaMtraH» 9. Karl Mars. SreisenHagener Sir. H. Vogel, Lortzingftr. 87. Solomon Joseph,«ilhelmshavener Str.«s. mvr. s. Schmidt, vsewaidstr«2. G.«t. itzri«. Prtnzenstr. 81. H. Lehmann. Rottbus« Damm 8. SV. Paul VSbm, Lausitz« Platz 14/ ld. P. Borsch, Engeluser 15. Achlcroleaf. Karl Schwarzlose, Btsmarckftr. 28. Bnnenoelenlnnw«». t>. Hornig. M-rienthaler Str. 18, L Boralgwnlde. vanl Rtenast. Räulchstr. 10. CbsrlottanSarg. iSnftao Scharnberg. Sesendeim« Str. 1. Fr-tadntcl,»!,»»«». Ernst Wertman». Köpenick« Str. 18. GrOnaa. Jranz Klei«, Friedrich str. 10. �attanntotlral. Max«onschur, Pariftr. 2« Barlolioeat. Hermann t> Illing. Dünhoststr. 28. BSpnalelr. Emil Wistler, Rietzerstr. s, Laden. T.tel»»«al»«7U 1. Cttd Settel. Warte»d«gstr. 1. Lichtenberg IL. SU Siosentran». AU-Baxhagen 5S. RienhOU». M. Heinrich. Reckarstr. 2. E. Mohr, Siegfried. stratze 28/29. g leder-HehOne weide. WUh. Unrnh. vrtckenstr. 10. h awawe». Marl Kratznders. Friedrichürchplatz 2f. «ber-BebSnewelile. Alfred vaker, Wuheiuunenhofstr. 17, Kaden. Fanhow. Otto Sttstman«. Wühlenstr. 80. Belnlehenckarf. P.»nrsch. Provtnzstr. 55. Laden. SehOneberg. Wtldel« vänmler. Martin-LulHtt�Str. S» im Lade«. »pandaa. Schuhmacher,«rettestr. 64. Steglltn. H. Bernsee, Alsenslr. 5. Deaepelh»». Iah. Krohn, Borusfiastr.«2. Ireptevr, Robert Grame»,. Kiesbolzftr. 412. Laden. v elbenoee. Gustav«osttopf. Berlin« Alle« 11. Wllmeradarf. Paul Schubert. Wild-lmSaue 27. Znseralentetl verantw.: Td. Glocke. B-rlm- Druck u.Vcrlaa:LorwarlD Luchdruckerei u. LerlagSanjtaU Paul Singer& Co, S8«rltn"$W,