Nr. 844.- IZ.Iahrg. RbonnementS'Bedlngnn�flit tTBonnemen»• Stet« frtänumeranb«! Biütttliäfiri. ISO Ml. monatL UO Ml. wöchemlich 25 Sfg. frei ins HauS, Einzeln« Nummer S Psz. Somuag»- nummer mil Multriever Eonmagi- Beilage.Di« Neue Well' 10 P' Adreff«: „Soblallkllislilül Rsrlia". Zcntralorgan der fozialdcmokrati fchen partci Deutfcblands. Neüaktion: SW. 68, Linöenftraße 3. Fernsprecher: Amt Morinplav. Nr. läl SV— liil S7. Dienstag, den 44. Dezember 4848. Expeöition: EW. 68, LinöenftraßL 3. Fernsprecher: Amt Morillpla«. Nr. lSZ SV— 151»7. !s> die englische Nieöerlage in Mesopotamien. Aus dem südlichen Mesopotamien, der vom Euphrat und Tigris durchflossenen arabischen Niederung sind in letzter Zeit allerlei türkische und englische Meldungen von einer großen Nieöerlage der bis nahe vor Bagdad vorgedrungenen englisch- indischen Truppen zu uns gedrungen. In der Spannung, in der heute alles auf die Vorgänge am Balkan blickt, haben diese Nachrichten nur wenig Beachtung gefunden, viel weniger, als sie tatsächlich verdienen, denn der infolge der Niederlage von Ktejiphon erfolgte fluchtartige Rückzug des englischen Jnvasionsheeres bedeutet nichts anderes als die Aufgabe eines seit Monaten von England mit Eifer betriebenen Operationsplanes, der leicht der Türkei hätte gefährlich wer- den können. Zum mindesten würde er sie gezwungen haben, einen beträchtlichen Teil der Truppen, die für den Zug nach Aegypten bestimmt sind, nach der Ostgrenze des türkischen Reiches zu werfen. Ter Plan bestand darin, die Russen sollten über die Kankasusgrenze in das türkische Arinenien einfallen und zu- gleich über den östlichen Teil der persischen Provinz Aserbeid- schon(die Gegend am Urmiasee) bis Mosul am oberen Tigris vorzudringen suchen, während eine englische Arnice unter Führung des Generals Townshcnd Bagdad besetzen und von dort am Tigris entlang ebenfalls bis Mosul vordringen sollte. Im Besitz jener Gegenden, sollte von den beiden Ver- bündeten dann die zwischen den Armeniern und den Kurden bestehende alte Feindschaft ausgenutzt und die Armenier zum .Aufstand gegen die türkische Herrschaft aufgestachelt werden. Ein sehr wohl berechneter Plan, der eine gewisse Gewähr des Gelingens zu bieten schien, denn seit Jahren schon werden die türkischen Armenier von russisch-armenischen Emissären gegen die Türken aufgewiegelt, und dieser Agitation läßt sich, obgleich die jenseits der türtisch-russtschen Grenze lebenden Armenier von der russischen Regierung keineswegs besser be- handelt werden, ein gewisser Erfolg nicht absprechen. Dazu kommen allerlei religiöse und wirtschaftliche Gegensätze zwischen den Armeniern und den angrenzenden Kurden. Tie Armenier, ein stark mit semitischen und turkmenischen Ele- menten gemischter iranischer Volksstamm, sind Christen, und zwar meist Anhänger der gregorianischen Kirche: die Kurden, ein Reiter, und Hirtenvolk, indogermanischer Abstammung, sind hingegen Mohammedaner, zum größten Teil gehören sie, wie die Osmanen, der sunitischen Richtung an, zum kleinsten Teil der schiitischen, wie die Perser. Und noch weit schärferer Art sind die wirtschaftlichen Gegensätze. Die Armenier, die in kultureller Beziehung höher stehen als die Kurden, sind Ackerbauer. Handwerker und vor allein Händler. Es gibt kein geriebeneres, schachcrsüchtigeres und zugleich skrupelloseres Handclsvolk als die Armenier, die nicht nur im eigenen Lande Handel treiben, sondern auch in allen inneren Marktplätzen Anatoliens wie der anatolischen und syrischen Küstenstädte als Aufkäufer, Zwischenhändler, Geldwuchercr usw. anzu- treffen sind, und von denen ein syrisches Sprichwort be- hauptet, daß ein geriebener armenischer Händler sieben syrisch-jüdiscbe Händler an Schlauheit übertrifft. Auch in Kurdistan haben die Armenier völlig den Handel in Händen. Was der Kmrde gebraucht, bezieht er vom Armenier, was er an Viehvroduktcn gewinnt, verkauft er ihm— und wird dabei gewöhnlich von dem schlauen armenischen Händler gründ- lich übervorteilt. Aus Rache überfallen die kräftigeren, rohen Kurden gelegentlich armenische Niederlassungen, plün- dern sie aus und massakrieren eine Anzahl Armenier. Infolge der Niederlage der RussSn in Europa, ihrer ge- ringen Erfolge an der Kaukasusfront und der strengen Nieder- Haltung aller armenischen Aiifstandsvcrsuche durch die türki- scheu Behörden ist der erste Teil des russisch-englischen Offcnsivplanes mißglückt. Bessere Aussichten schien das Vor- dringen des englisch-indiscken Heeres in Mesopotamien zu haben. Bald nach der türkischen Kriegserklärung gelang es den aus Indien herangeholten Truppen, sich mit Unterstützung einer aus kleineren Kriegsfahrzeugen bestehenden Flotte Basras am Schatt el Arab(der Vereinigung des Tigris mit dem Euphrat) zu bemächtigen, denn der Strom ist dort so tief, daß Schiffe bis zu sechs Meter Tiefgang vom Persischen Meerbusen bis zu Basra hinauffahren können. Und von Basra drangen alsbald die englischen Truppen bis Korna am Zusammenftuß des Tigris mit dem Euphrat vor. Dort stockte zunächst der Weitermarsch. Im August-September aber gelang es der englisch-indischen Expeditionsarmee einen Ort nach dem anderen am Tigris zu besetzen. Am 29. Sep- tember eroberten sie das befestigte türkische Lager von Kut el Amara. und Mitte November standen sie nur noch einige Meilen südlich von dsr alten Kalijenstadt Bagdad. Dort bei MeldW lies GlOeii SMiMlitts. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 13. Dezember 1915. Meldung deZ Reutenchcn Bureaus. Feldmarschall French meldet: 16 Aeroplane warfen Bomben auf MnnitionSdepots in Miromoni und auf das Fliegerlager in Mervilly. Beide wurden, wie man glaubt, ernstlich beschädigt. Unsere Artillerie setzte die Beschießung der feindlichen Linien fort und schoß an vielen Stellen Breschen in die Bei schanzungen de» Feinde». Unsere Artillerie eröffnete gestern das Feuer auf St. Eloy. das beute nachmittag noch brannte. Eine kleine Abteilung von Bombenwerfern drang nachmittags in einen kräftig verteidigten dem- schen Laufgraben bei Neuve Chapelle ein, zerstörte ein Maschinen- gewehr und setzte viele Feinde außer Gefecht. Von den unsrigen wurden nur vier Mann verwundet. Der rujsisihe Generalsiabsbericht. Petersburg, 13. Dezember Amtlicher Be- r i ch t vom 12. Dezember: Westfront: Keine wesentliche Ver- änderung. Jn Galizien, in der Gegend der Strypa, bei den Dörfern Marianka. Jozefowka und Bieniawa<16, 20 und 24 Kilometer süd« westlich Tarnopol) versuchten kleine Abteilungen die Offensive zu ergreifen, aber, von beiden Flanken angegriffen, wurde ein Teil ge- tötet, der andere Teil gefangengenommen. K a u k a s u s f r o n t: In der Gegend der Schwarzen Meer- k ü st e, südwestlich Chopa, machten die Türken den Versuch, vorzu- gehen, wurden jedoch mit großen Verlusten daran gehindert. Aus den Wegen nach H a m a d a n folgten unsere Truppen dem fliehenden Feinde und gingen südwestlich des Sultan Bulag ununterbrochen weiter vor. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 18. Dezember. setzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 bei An- nähme mildernder Umstände mit Haft oder mit Geld- strafe geahndet werden, hat der Justizminister die preußi- sehen Strafvollstreckungsbehörden angewiesen, daß sie sofort sämtliche noch nicht durch Strafvollstreckung erledigten Urteile wegen derartiger Zuwiderhandlungen darauf prüfen, ob es der Billigkeit entspricht, Gnadenerweise zugunsten der Ver- urteilten von amtswegen zu befürworten. Die Befürwortung soll stets für geboten erachtet werden, wenn anzunehmen ist, daß das Gericht nicht auf Gefängnisstrafe erkannt haben würde, falls das neue Gesetz schon zur Zeit der Aburteilung gegolten hätte._ Einseitiger Vcrsöhnungswille. Unter den„hervorragenden" Persönlichkeiten, die auf- merksame Journalisten bei der Gründungsversammlung der Deutschen Gesellschaft von 1914 bemerkt haben, befand sich merkwürdigerweise außer dem Grafen Reventlow niemand aus den Reihen der konservativen Politiker und Publizisten. Daß das kein Zufall war, geht jetzt auch aus den kritischen Bemerkungen hervor, mit denen tue„Alldeutschen Blätter" den für die Verewigung des Burgfriedens bestimmten Klub be- denken. Sie finden zunächst, daß sich manches über das sonderbare Spiegelbild sagen lasse, das der„Geist des Schützengrabens" gerade in den Prunkräumen des Klub- Hauses abgeben müsse, und sie fühlen sich im Anschluß an die Begrüßungsrede des Generalobersten v. Moltke versucht, eine Untersuchung darüber anzustellen, wie viele der Erschienenen nach Abstamniung, Glauben, politischer Auffassung und Ge- schäftstüchtigkeit fähig oder bereit seien, sich im Sinne La- gardes vom Geiste gemeinsamer Not durchtränken und leiten zu lassen. Jedoch sie beschränken sich schließlich darauf, nur die eine Frage aufzuwerfen, ob wirklich jemand der an der Gründung Beteiligten glaube, im Wege der Klubgeielligkeit die innere Einigung des Volkes schaffen zu können. „Die Frage stellen, heiht sie bereits verneinen, und ebenso- wenig wie die Gründung des Reiches durch Schützenfeste auch nur«inen Schritt näher gerückt worden ist, ebensowenig wird die „Deutsche Gesellschaft 1914" dazu beitragen, das einige deutsche Vokk erstehen zu lassen.' Auf der Rechten denkt man also über Sinn und Zweck des Klubs sehr viel skeptischer als Südekum, Lensch und andere Sozialdemokraten, und das beweist aufs neue, daß jeder Versuch, durch geselligen Verkehr die Gegensätze zu über- brücken, nicht nur von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, sondern zum Nachteil derer ausschlagen muß, die sich in dem Wahn, sie könnten auf solchem Wege den Zielen der Ar- beiterschaft näherkommen, für die Versöhnungsgesellschaft haben einfangen lassen._ Bedenken. Auf der Tagung des Bayerischen Jnduftriellen-VerbcmdeS er- örterte nach der„Post' der Geschäftsführer Dr. Kuhlo u. a. ein- gehend die zukünftige Finanzlage des Reichs und der Bundesstaaten und zeigte sich hierbei p e s s i m i st i s ch. Noch sei kein Weg zu sehen, wo die enormen Lasten der Verzinsung und Amortisation der Kriegsanleihen, der Witwen-, Waisen- und Inda- lidenversorgung, der Erneuerung unserer Rüstung aufgebracht werden könnten; ob die Feinde eine so hohe Kriegsentschädigung zahlen könnten, sei doch mindestens zweifelhast. Datz die Industriellen selbst nicht allzuviel von den Lasten übernehmen wollen, ging aus weiteren Bemerkungen KuhloS über die Kciegsgewinnsteuer hervor. Die Kriegsgewinnsteuer ent- spreche nur dem allgemeinen Volksempsinden, wenn zu grotze Härten, insbesondere bei Vermögenszuwachs, der nachweislich nichts mit dem Krieg zu tun habe, vermieden würden und Vorsorge getroffen werde, datz diejenigen, die hauptsächlich getroffen werde»' sollen, sich nicht vorzeitig der Steuer entziehen können. Aus den Debatten mag hervorgehoben werden, daß der Syn. dikus Dr. Böhm an Hand statistischen Material? die Frage der deutsch-österreichisch-ungarischen Annäherung beleuchtete. Er gab dabei der Ansicht Ausdruck, datz die Baumwoll- industrie Deutschlands dem Problem durchaus nicht mit so großer Begeisterung gegenüberstehe, sondern erheblich« Bedenken geltend machen müsse. Die Steuerfrage in Mecklenburg. Beide Mecklenburg haben einen gemeinsamen Landtag. Von diesem, der von Gutsbesitzern'und von Magistratsherren gebildet wird, forderte nun die Stre'litzer Regierung die Bewilligung der dor- tigen Landessteuer in de: Höhe vom Vorjahre, nämlich 199 Proz. Der Strelitzer Teil des Landtages lehnte jedoch diese Vorlage ab. nahm vielmehr eine Herabsetzung des Steuersatzes vor, indem er nur 89 Proz. bewilligte.— So für Strelitzl Für Mecklenburg- S ch w e r i n aber war es ganz anders! Die Schweriner Regierung forderte nicht nur den vorjährigen Steuersatz, sondern verlangte statt der 199 Proz. gleich l2S. Und hier strich nun der Schweriner Test des Ständetages nicht, sondern bewilligte glatt die ansehnliche Hinaufschraubung des Steuersatzes. Ja, ewige Leute des Ständetazes wollten noch über das Verlangen der Schwe- riner Regierung hinausgehen und gar lö9 Proz. bewilligen. Also: In Mecklenburg- S t r e l i tz Steuerermähigung, in Mecklenburg-Schwerin aber Steuererhöhungl Verein der Schutzleute von Groh-Berli«. Am Montag fand die erste Versammlung des schon vor zwei Jahren WS Leben gerufenen Verbandes der Grotz-Berliner Schutz- leute statt, der aber damals nicht die behördliche Genehmigung er- halten hatte. Die Begründer, die Schutzleute Fuhrmann und Höh- now, wurden vielmehr nach Zabrze(Hindenburg) und Königsberg 1 i. Pr. versetzt. Schutzmann Ernst Schräder eröffnete die Versamm- lung. Dann wurde festgestellt, daß öS Delegierte von 13 Polizei- 1 hauptmcrnnschaften und außerdem eine Abordnung berittener und j eine Abordnung von Kriminalschutzleuten anwesend war. Ohne jede) Erörterung wurden die Satzungen genehmigt. Diese besagen u. a.: Der von dem königlichen Polizeipräsidenten zu Berlin anerkannte Verein führt den Namen„Kameradschaftlicher Verein der königlichen Schutzleute Grotz-Berlws'. Sitz des Vereins ist Berlin-Charlotten- bürg. Dienstliche, politische und religiöse Angelegenheiten dürfen in den Vereinssitzungen uffd sonstigen Veranstaltungen des Vereins nicht erörtert werden. Das tägliche örot. Tie Butterhöchstpreise. Die Frage, ob der Butterhersteller(die Molkerei) bei unmiitel- barer Lieferung an den Kleinhändler oder Verbraucher Zuschläge verlangen darf, ist verschieden zu beantworten, je nachdem am Orte der gewerblichen Niederlassung des Herstellers Klewhandetshöchstpreise bestehen oder nicht. Im ersten Falle darf der Butterhersteller bei der Lieferung im Grotzhandel— also bei Lieferung unmittelbar an den Kleinhändler oder bei Lieferung von mehr als ö Kilogramm Butter unmittelbar an den Verbraucher— bis zu 4 M. oder bei Auspfundung bis auf weiteres 3 M. Zuschlag verlangen; bei der Lieferung im Kleinhandel — also bei der Lieferung von ö Kilogramm und weniger unmittelbar an den Verbraucher bis zu 1ö M. Das entspricht der Billigkeit; denn wenn der Hersteller die Aufwendungen, Arbeiten und Verlust- gefahren übernimmt, die sonst handelsüblich nicht ihm, sondern dem Handel obliegen, so kommt ihm dafür auch ein Ausgleich zu. Im zweiten Falle, wenn also am Orte der gewerblichen Nieder- lassung des Herstellers Kleinhandelshöchstpreise nicht festgesetzt sind, ist er beim Verkauf unmittelbar an den Kleinhändler oder Ver- braucher w der Preisberechnung nicht gebunden. Die von ihm ge- forderten Preise unterliegen aber dann der Nachprüfung nach den Grundsätzen der Bekanntmachung gegen übermäßige Preissteigerung vom 23. Juli 191S(Reichs-Gefetzbl. S. 467) und zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 693). Da diese Nachprüfung von den bestehenden Höchstpreisen und Zuschlägen als angemessene Forderungen ausgehen wird, wird der Butterhersteller in der Regel auch in diesem zweiten Falle sich an die für den ersten Fall bezeichneten Grenzen hallen müssen. Die Verpackungskosten fallen beim Postpaketversand dem Versender, die Poststachtkosten dem Empfänger zur Last. Stockungen im Gemüschandel. Der Gemüsehandel, besonders der Grotzhandel, ist über die Festsetzung der Höchstpreise sehr unbestiedigt und behauptet, datz zu den Preisen vom Ausland kein Gemüse einzuführen ist. Auch im Inland ist kein Gemüse zu erlangen, da dem Produzenten der Preis auch nicht genügt. Der KriegSauSschutz für Konsumenteninteressen macht demgegenüber geltend, datz im Dezember 1914, also zu einer Zeit, wo nicht normale Marltverhältnisse vorhanden waren, die Berliner Konsumgenossenschaft nach den statistischen Tabellen deS LandivirtschafiöratS Wettzkohl das Pfund mit 4 Pf. und Rotkohl mit 6 Pf. verkaufte. Der Bundesrat hat die Höchstpreise für Weiß- kohl auf v Pf., für Rotkohl aus 7 Pf. festgesetzt, so datz von einer zu geringen Bemessung nicht geredet werden kann. WaS die Produzentenpreise anbetrifft, so ergibt sich folgendes: Markihallenpreise Produzentenpreis Die BundeSratS- im Dezember 1914, nach Abzug I Mark Verordnung setzt fol- GrotzhandelSpreise vom Großhandels- gende Produzenten- pro Zentner preiS: preise fest: Weihkohl... 2,80 M. 1.80 M. 2,59 M. Rotkohl.... 4,—„ 8,—„ 4,59„ Wirsingkohl. 4.39, 3.39, 4.50. Kohlrüben.. 4.25, 8.25, 2,59. Mohrrüben. 2,75„ 1,75„ 5,—. Damit dürfte wohl der Beweis geliefert fein, datz auch die Preise für den Gemülebau nicht zu niedrig festgesetzt sind. Für Kohlrüben stehen die Preise sehr niedrig, weil wir hier eine vor« zügliche Ernte hatten. WaS die Einfuhr von Gemüse anbetrifft, so hatten wir 1913, also unter normalen Verhältnissen, eine Einsuhr von 41 145 Tonnen Weißkohl, dem eine Ausfuhr von 246 161 Tonnen gegenübersteht. Da diese Ausfuhr in diesem Jahre nicht stattgefunden hat, respektive nicht in dem Umfang, so läßt sich für den Jnlandskonsum ein Ge- winn von rund 209 999 Tonnen annehmen. Bei Rot- und Wirsing« kohl übersteigt die Einfuhr die Ausfuhr. Wir erhielten 295 741 Tonnen in der Einfuhr und gaben 20 689 in der Ausfuhr hinaus. Wird unS jetzt die Einfuhr durch einen angeblich zu niederen Preis unterbunden, so wird eS gut fein, hier allein nicht das Urteil deS GrotzhandelS als maßgebend zu erachten. ES wird notwendig fein, daß die Stadtverwallungen selbst den Ankauf im Ausland vornehmen. Die Mißstimmung des GrotzhandelS gegen die Höchstpreise ist so groß, datz die Beurteilung der Geschäftslage durch ihn leicht irre- führen kann. Veriagt der Handel, so mutz die Gemeindeverwaltung eintrelen, denn eS darf nicht die Festsetzung mätziger Höchstpreise durch den Unwillen deS Handels in Frage gestellt werden. Kartoffelbeschlagnahme in Sachsen. Amtsich wird m Dresden bekanntgegeben, datz den zuständigen Behörden das Recht erteill worden ist, im Bedarfsfalle die Enteignung der gesamten Kartoffelernte eines lieferungspflichtigen Kartoffel« besitzerS zu verfügen mit der Matzgabe, dah ihm Vorräte für den eigenen Bedarf und zur Einhaltung bereits abgeschlossener Verträge belassen werden. Hohe Butterpreise mit deutschem Gruft. Zu unserer Notiz vom 26. Oktober 1915 teilt uns Herr Bruno Antelmann mit, datz die auf eine Anzeige hin unternommene poli- zeiliche Untersuchung ergeben habe, daß die Butter mit einem Roh- nutzen von nur 4 Proz. zum Verkauf gekommen sei. Letzte Nachrichten. Ter„gewollte" Rückzug der cnglisch-französischcu Balkan- truppcn. Paris, 13. Dezember.(W. T. B.) Nach dem Bericht des Sonderberichterstalters des„Petit Parisien" aus Saloniki hcrben die Franzosen den Brückenkopf von Gradik geräumt, die Engländer seien dieser Bewegung gefolgt. Man dürfe in diesem Rückzüge keine Bewegung sehen, die unter dem Drucke einer un- mittelbaren Gefahr geschehen sei. Er sei vielmehr gewollt und planmäßig vorbereitet und bewunderungswürdig unter ganz ge- ringen Verlusten an Mannschaften und Material ausgeführt war- den. Die Lage sei allerdings nicht einfach, aber keineswegs der- zweifelt._ Serbische Flüchtlinge in Saloniki. Paris, 13. Dezember.(W. T. B.)„Petit Journal' schildert den riesigen Zustrom der serbischen Flüchtlinge nach Saloniki. Diese erzählen, soweit sie aus Albanien kamen, datz der Rückzug der Trümmer des serbischen Heeres unter besonders schwierigen Verhältnissen sich vollzieh«. Die Straßen seien völlig unpassierbar. In den verschiedenst«» Gegenden wüteten Schneestürme. Der Verpflegungsdienst vollziehe sich nur unter allergrößten Schwierig- keiten. Gewerkschaftliches. verlin und Umgegend. Steine Kündigung des Steinarbeitertarifes. Eine Versammlung der Steinarbeiter nahm am Sonntag Stel- lung zur Frage der Kündigung des Tarifs, der bis zum 31. März 1316 läuft. Einem Antrage des Borstandes entsprechend beschloß die Versammlung, mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhält- nisse den Tarif nicht zu kündigen. Derselbe gilt demnach auf ein weiteres Jahr. Es wurde darauf hingewiesen, daß der Ta- rif Mindestlöhne, aber keine Höchstlöhne festsetzt; es also jedem Kol- legen freisteht, von seinem Arbeitgeber eine Teuerungszulage zu for» dcrn. Weder die Forderung noch die Gewährung von Teuerungs- Zulagen kann als Verstoß gegen den Tarif angesehen werden. Das ist schon dadurch festgestellt, daß einzelne Unternehmer die von ihren Arbeitern geforderten Teuerungszulagen gewährt haben. * Die Leitung des Zentralverbandes der Steinarbeiter hat be- schloffen, den im Kriegsdienst stehenden sowie den arbeitslosen Mit- gliedern eine Weihnachtsunterstützung nach folgender Maßgabe zu gewähren: Alle zum Kriegsdienst eingezogenen Mitglieder erhalten eine einmalige Unterstützung; die Verheirateten 8 M. und die Ledigen 5 M. Bedingung ist, daß die zum Kriegsdienst Eingezogenen vor ihrer Einziehung ein Jahr organisiert und 62 Beiträge geleistet haben. Es scheiden also auch diese Kollegen von der Unterstützung aus, die schon Unterstützung am 1. Oktober resp. am Iltz Dezember 1914 erhalten haben, wenn sie noch keine 52 Beiträge geleistet haben. Diejenigen, die ihre Militärzeit aktiv dienen, erhalten keine Unter- stützung. Ebensowenig die Kollegen, welche als gefallen gemeldet sind. Als aktiv gelten alle, welche bis zum 22. Lebensjahr eingezogen sind, auch wenn sie 1914 und 1915 vom Militär entlassen sind. Arbeitslose Mitglieder, welche seit dem 1. Dezember 1914 or- ganisiert sind und 52 Beiträge geleistet haben, erhalten, wenn sie in der Zeit vom 1. bis 18. Dezember zwei Wochen arbeitslos waren, ebenfalls eine einmalige Unterstützung; die Verheirateten 3 M., die Ledigen SM. Wer über 8 Wochen mit seinen Beiträgen rückständig iit, scheidet von jeder Unterstützung was. Die übrigen rückständigen Beiträge sind von der Unterstützung abzuziehen. Für die Mitglieder der Filiale Berlin findet die Auszahlung der Unterstützung am Sonntag, den 19. Dezember, im Gewerkschafts- hause statt. Die Einzelzahler wollen die Adreffen ihrer Familien dem Ver- bandsvorstand angeben, damit ihnen die Unterstützung übermittelt werden kann. Die am Sonntag abgehaltene Mitgliederversammlung der Fi- liale Berlin beschloß, den Empfängern der vorstehenden, auf Rech- nung der Zentralkasse zu leistenden Unterstützung für jedes Kind einen Zuschlag von 2 M. aus lokalen Mitteln zu gewähren. Die Werkzeugschleifer beschäftigten sich am Sonntag mit ihren Berufsangelegenheiten. Wie in allen Branchen sind auch im Schleifer- beruf nunmehr Frauen als Schleiferinnen eingestellt worden. Da die Löhne der Schleifer ohnedies nicht die besten sind, so liegt die Gefahr vor, daß die Frauenarbeit dieselben noch mehr herunter- bringen könnte. Dem muß vorgebeugt werden. Für gleiche Arbeit gleiche Bezahlung; dieser Grundsatz gilt hier mehr denn je. Eine angemessene Entlohnung ist um so dringender geboten, als die Ar- bell eine schwere und gesundheitsschädigende ist. Es entwickelt sich bei dieser Tätigkeit ein gefährlicher Metallstaub, der sich auf die Lungen legt, und die Ventilation und Entstaubungsanlagen sind noch lange nicht in wünschenswerter Weise ausgebaut. Ferner ist gute Entlohnung auch darum nötig, weil bei dieser anstrengenden und ge- sundheitlich angreifenden Arbeit eine ausreichende Ernährung die erste Vorbedingung ist. Mit dünnen Getränken wie Tee und Kaffee, die zudem sehr oft nicht einmal den bescheidensten Ansprüchen ge- nügen, und Schrippen ist es dabei nicht getan. Ein angemessener Lohn kann angesichts der jetzigen Teuerung als berechtigt angesehen werden. Brauchbare Kräfte sind zurzeit überdies sehr gesucht; wer arbeiten kann, kann deshalb auch eine auskömmliche Entlohnung be- anspruchen. Es wurde auch geklagt, daß bei Schwartzkopff in der Werk- zeugschleiferei die gesetzlich vorgeschriebene Entstaubungsanlage voll- ständig fehle. In dem Betriebe der A. E. G., Voltastraße und Ober- schöneweide, werden, wie mitgeteilt wurde, die niedrigsten Löhne ge- zahlt. deutsches Reich. Staatsarbeiterrecht. Der Verband deutscher Eisenbahnhandwerker und»arbeiter sTrier- Berliner Verband) hat im Oktober d. I. das Reichsamt des Innern in einer Eingabe gebeten, die vom Reichstag beschlossene Denkschrift zur Frage des Staatsarbeiterrechts auch jetzt vorlegen zu lassen. Daraus ist dem Verband jetzt folgende Antwort zuteil gelvorden: „Die Vorarbeiten zu der von mir in der Reichstagssitzung vom 29. Januar 1914 in Aussicht gestellten Denkschrift über die Verhältnisse der Arbeiter in den Betrieben des Reiches und der Bundesstaaten in rechtlicher und tatsächlicher Beziehung waren vor Ausbruch des Krieges im Gange. Durch den Krieg ist diese Ar- best unterbrochen worden. Bei der Ueberlastung der Reichsver- waltung mit gegenwärtig dringlicheren Aufgaben und in Anbe- tracht anderer Schwierigkeiten, mit denen die Geschäftsführung der beteiligten Behörden infolge Fehlens vieler Beamten zu kämpfen hat, vermag ich auch zurzeit nicht zu übersehen, wann die Fertig- stellung der Denkschrift möglich sein wird. gez. Delbrück." Ter Verband würde den Interessen der Arbeiter in Staats- betrieben bessere Dienste leisten, wenn er, wie andere Arbeiterorgani- sationen, für die Staatsarbeiter das Koalitionsrecht fordern würde. Der Leitung dieses Verbandes ist es aber, wie sich immer deutlicher erkennen läßt, darum zu tun, die Arbeiter in den Staatsbetrieben von jeder Gemeinschaft mit der übrigen Arbeiterschaft zu isolieren. Deshalb paßt es ihr auch ganz und gar nicht in den Kram, daß die Eiscnbahnverwaltungen den Freien Gewerkschaften nicht mehr strikte ablehnend gegenüberstehen. Sie bedauert es, feststellen zu müssen,„daß man ganz außenstehenden Personen aus rein Partei- politischen und daber nicht gerade sehr sachlichen Gründen ganz anderes Entgegenkommen erweist". Nun, mag die Verbandsleitung dies bedauern; die Eisenbahner werden um so besser erkennen, wo sie sich zu organisieren haben. Gencralversamnilung des Malerverbandes. Die ordentliche Generalversammlung des Malerverbandes mußte statutenmäßig im Frühjahr des Jahres 1915 stattfinden. Der Kriegs- zustand bestimmte Vorstand und Beirat aber, die Versammlung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Da vorläufig noch nicht mit dem Abschluß der jetzigen außergewöhnlichen Verhältnisse zu rechnen ist, der Vorstand des Malerverbandes aber Wert darauf legt, über seine seit nahezu drei Jahren entfaltete vielseitige Tätigkeit und seine teils sehr einschneidenden Maßnahmen vor der obersten Instanz des Ver- bandes Rechenschaft zu geben, ordnet derselbe auf Grund des§ 7 Absatz d des Statuts mit Zustimmung des Verbandsbeirates die Wahlen der Delegierten für eine im Frühjahr 1916 geplante Generalversamm- lung an.— Tagesordnung, Ort und Zeit dafür werden später be- kanntgegeben. Die Generalversammlung wird vor allem den Rechenschasts- bericht des Vorstandes entgegenzunehmen, allgemeine Anregung für sein ferneres Wirken während des Kriegszustandes zu geben und vielleicht auch über das Ergebnis der demnächst wegen des Ablaufes des Reichstarifvertrages notwendig werdenden Verhandlungen und über eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten zu beraten haben.— Eine weitere Ausgestaltung oder selbst auch geringfügigere Aenderun- gen am Statut sollen der Generalversammlung überlassen bleiben, die bald nach Friedensschluß, wenn wieder einigermaßen normale Verhältnisse eingetreten sind, unter allen Umständen stattfinden muß. �US Industrie und Handel. Freigabe von Baumwollgarn. (Amtlich.) Um die inländischen Spinnereien, die nicht Baumwollspinnereien sind, mit den erforderlichen baumwollenen Spindelschnüren und Selfaktorseilen zu versorgen, hat die Kriegs- Rohsioff-Abteilung in Aussicht genommen, den Sprndelschnur- s a b r i k a n l e n eine gewisse Menge Baumwollgarn frei- zugeben. Die Spindelichnurfabrikanten sind daher durch amtliche Bekannt- machung im„Reichs- und Slaatsan seiger" aufgesorderl worden, der Kriegs-Rohstoff-Abteilung Sektion W II. Verl. Hedemannstr. 10, bis »um 20. Dezember folgende Angaben zu machen, die der Kriegs- Robstoff' Abteilung die Berechnung der freizugebenden Garnmenge ermöglichen sollen: 1. Wieviel Kilogramm baumwollene Spind« kschnil« nnd Tel« faktorseile find an deutsche Spinnereien, die nicht Vamnwok» spinnereien sind, abgesetzt worden a) in der Zeit vom 1. 7. 1913 bis 80. 8. 1814, b) in der Zeit vom 1. 1. 1915 bis 30. 6. 1916, o) in der Zeit vom 1. 7 1915 bis 80. Sept. 1916? 2. Welche Baumwollgarnnummern � find zur Fabrikatton von Spindelschnüren und Selfaktorseilen verwendet worden(in welchem Mengenverhältnis) in den unter 1) genannte« Zeit- räumen? 3. Wieviel Kilogramm Spindelschnüre waren bei de» einzelnen Firmen am 1. Dezember 1915 vorrätig? 4. Wieviel Kilogramm Baumwollgarn, das zur Spindelschnur« fabrilation bestimmt ist. und zwar a) dem Herstellungsverbot unterliegende», b) zur beliebigen Verwendung freies Garn war am 1. De- zember 1915 vorrätig? Betriebsschluß einer Weberei. Die Mechanische Weberei Sarau vorm. F. A. Marlin u. Co. bleibt für das Geschäfts- jähr 1914/15 wie in den beiden Vorjahren dividendenlos. Der Warenbrutloüberschuß beläuit sich auf 307 781 M.(im Vor- jähre 199 585 M.>. Demgegenüber erforderten Handlungsunkosten 126 506 M.(163 678). Die Martinswerle(Kohlengrube) schließen mit einem Verlust von 4284 M.(i. V. 19 898 M. Gewinn). Es verbleibt ein Bruttogewinn von 176 991 M.(i. V. 55 805 M.) Die Gesellschaft wird, wie im Geschäftsbericht ausgeführt wird, in die Notwendigkeit versetzt, ihren Betrieb in kurzer Zeit schließen zu müssen. Ein Erträgnis für das laufende Ge- schästsjabr ist hiernach nicht zu erwarten. Mit Rücksicht darauf hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Vortrag des im abgelaufenen Fahr erzielten Gewinnes aus neue Rechnung zu beantragen. Kriegsgcwinne. Die Schwarzwälder Großindustrie zu Furtwangen in Baden, die Aktiengesellschaft der Badiichen Uhrenfabrik, welche im vorigen Betricbsjahre ihre Dividende, ganz einstellte, ver« teilt jetzt 7 Proz. ans einem Reingewinn, der den letztjährigen um 189 000 M. übertrifft. Außer der Dividende wurden Abschreibungen von fast dreifachem Betrage gegen das Vorjahr gemacht. Die Arbeitslöhne sind gering. GerichtsZeitung. Auf der Jagd nach einem entlaufenen Dienstmädchen. Der praktische Arzt Dr. Order in Niederlößnitz mußte seinen Eifer, cin von ihm sortgezogenes Dienstmädchen zurück- bringen zu lassen, mit 600 M. Strafe büßen. Wegen Beleidigung in drei Fällen hat das Landgericht Dresden am 2. September den prakl. Arzt Dr. med. Gustav O e d e r zu einer Gesamtstrafe von 600 M. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte ist Besitzer einer Kuranstalt in Niederlötznitz bei Dresden. Am 1. April d. I. hatte sein Dienstmädchen eigen- mächtig den Dienst verlassen; es wurde aber durch die Orispolizei- bebörde, an die sich der Angeklagte gewandt halte, am 14. Mai zwangsweise zurückgeführt, und der Angeklagte schloß das Mädchen zunächst ein, damit es nicht wieder entlaufen könne. Doch noch an demselben Tage verließ das Dienstmädchen zum zweitenmal heim- lich seine Stellung. Der Angeklagte stellte sofort bei der Polizei- behörde wiederum den Antrag auf Zurückbringung des Mädchens. Doch erhielt er diesmal von dem Gemeindevorsteher H. eine» abschlägigen Bescheid dabin, daß die erneut beantragte Zurückführung des Mädchens vorläufig ausgesetzt und die Sache der Staatsanwalt- schafl übergeben werde. Dies gab dem Angeklagten Veranlassung, in einem geharnischten Schreiben den Gemeindevorsteher zu beleidigen. Gegen das Strafurieil legte er Revision ein und vertrat diese peisönlich vor dem Reichsgericht. Dies verwarf indes seine Berufung._ Steuerhinterziehung. Der Xylograph Max Weber. Fichtestr. 25. ersucht uns um Feststellung, daß er mit dem vom Gericht wegen Steuerhinter- ziehung verurteilten Buchhalter Max Weber(vergl. Bericht in Nr. 302 unserer Zeitung) nicht identisch ist._ l>eut»«che8 Tlicater. Direktion: Max Reinhardt. 71/, Uhr: Maria Stuart. Älittwooh: Maria Stuart. Kamuicrspieie. 8 Uhr: Der Weibuteufel. Mittwoch: Der Weibstenfel. Volksbühne. Theator a. BDIowpl. 8'/, Uhr; Trannmlus. Mittwoch: 4Vallenstein»Tod. Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i. d. Königgrätzerstr. 7llt Uhr: Maria Stuart. Komödsenhaus. 8 Uhr z. 25. M.; Ole rätselhafte Frau. Berliner Theat. 8 Uhr; Wenn zwei Hochzelt machen. Lessing-Theater. Direktion; Victor Parnowsky. 8 Uhr: Kombdle Her Worte. Mittw: Kombdie der Worte. Donnerstag: Komödie der Worte. Deutsches Künstlfir-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die selige Exzellenz. URANIA TauöenstraBe 48 49 4 Uhr fHalbs Preise): Der Ihouzo und Oester- relcliM Adriakttate. 8 Uhr: Prof. Dr. Kaßner: Bulgarien. Theater für Dienstag, 14. Dezember. Deutsches Opernhaus Charlotlbg. 8 Uhr: Der Wildschütz. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. s uhr: Der fidele Bauer. Oebr. Herrnffeld. Theator s uhr: Rcsenblatt's Geheimtip Kleine. Theater. suhr: Heurietle Jaeoby. Komische Oper. 8 uhr-. Jung muß man sein 3'/, Uhr: Der tapfere Ulan. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin Ä>a). Montls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Der Weltenbummlcr Lustspielhans. 81;, u.: Krieg im Frieden. Itesidenz-Theater S1/, Uhr; Die Prinzessin vom Nil. Sonnt. S1/. ü.: Die Schöne v. Strand. Schiller-Theater O. s uhr: üiiimo. Schiller-Th.Charlottenbg. suhrjerRauNerSaliioeriflneii. Thalia T h e ater. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am N oilendorfpl. 3'/, Uhr: Der Stbrenf rled. 81/, Uhr; Immer leiste druil I Theater de« Westen« 8 uhr: D. Fräulein v. Äml mit Guido Thielscher. Trlanon-Theater. 8'/, Uhr: itodo's Brantnchan Morgen 4 Uhr: Itotkäppchen. Luisen-Theater. Heute 8» Uhr: Schritte auf der Treppe Mittwoch 4: Kindervorstell. 20, 3« Vf.: ümw. Cireus Büsch. Heute 8 Uhr. Grete WiesenthaS „Flotte Bursche44 Operette i. 1 Akt v. F. v. SuppA Mitwirkende: Else Berne— Lotte Werkmeister v Thalia- Theat. a. O Käte Hansen— Steffi V.'alldt Gustav Matzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— Jan Paul Der Außerdem: neue Dezember- Spielplan .-»»wv, !! Der Bekord der Telepathie!! Ferner d. übe. Schlager! u.a.: <»olcm— Rubiiii Puppchen— 3 Geschw. Facory Polli Dassy— Corty-Althoff. 10 Hltdiel Gr.Ausstlittungs- Ilhr:Ml"1t». stück in 3 Alien. �ose-Tkeater. 3 Ubr: IlanH mein Mchoflör. Morgen: Staatsanwalt Alexander. Sonnab. 4 U.: Im Zauber). Rübezahls. Walhalla-Theater. 8 Uhr: Maria Stuart. Morgen 4 Uhr: Prinzessin Edellrauf. Morg. 8 Uhr: l-lcb Vaterland. ReickshaileH-Tiieater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Außerdem Weihnachtsprogramm. Für Mililärver- ionen volllomm freier Zutritizu d.Slell. Sängern. Ansang 8 Uhr. Wchnachts- Karten, Programme, Plakate in gediegener Ausführung liefert die Vorwärts Auchdruckerei Äerlin SW. 65* �indenstraße 3 Tägl.Sühr. Sonnt. 3'/jU. 8 Uhr Großer Erfolg! Der neue heitere Dezember- und Weihnachts- Spielplan. Ausnahmsweise sind Vorzng;Mkarten auch für Sonnabend, 18., u. Sonntajt. 19. Dez., gültiar. Berliner Konzerthans. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Täglich; Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Franzi. �lon! Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen Kachmittags-Konzert bei vollem Orchester und freiem Eintritt. Verantw. Redakl.: Alfred Wielrvv, Neukölln. Inseratenteil oerantw. Tb.(Stecke, Druck u. Verlag: Vorwärts Duchdr. u. Verlagsanflalt Paul S'ngerS-Co., Berlin SW. Hierzu I Bcilage u. UntcrhaltungM. Voigt-Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Morgen Mittwoch, 15. Dezember 1915: Sein ganzes Gliieh. Volksschauspiel in 4 Auszügen von itarl M. Jakoby. Kafsenerösfnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. rossen-Tliealer 8st,(Folies Caprice) S'st freund Locwc Seine€ante mit Haskel und Beriwch. Casino- Theater llolhringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr: Xen! Ken! Jfen' Was wachste im? Posse in 3 Auszügen von Hans Berg. Dazu das große Feflprog' amm. Pranz Amon I 3 Karleys! Erben Sonntag 4 Uhr: Familie Schnase. Pantoffelhölzer! geben ob in einzelnen Paaren zum Selbstbcledern.* Dolgner. Fandre A Co., Luxemburger Str. 32. Dr. 344 32. Mryang. Seilte des„Vomiilts" berliner MkMl Die Lebensmittelversorgung vor der Reichshanshaltskommission. lSitzung vom 18. Dezember.) � Zunächst wurde über einige Dutzend Anträge abgestimmt. Das Resultat dieser Abstimmung werden wir zusammeniassend wieder» geben, sobald eine Zusammenstellung vorliegt. Nur so viel sei be- merkt, daß dre meisten Anträge, auch die sozialdemokratischen, an- genommen wurden. Einer dieser Anträge sordert das Verbot der Sonntags- und Nachtarbeit in den mit motorischer Kraft be- triebenen Mühlen. Die Diskussion wendet sich dann der Fleischversorgung zu. Die Sozialdemokraten beantragen: a) Eimührung einer Fleischkarte, die den Verbrauch gleich' mätzig regelt. d> Einführung einer kombinierten Karte, die den Bezug von Butter, Schmalz. Margarine und Fetten regelt. o) Für Grotz» und Kleinhandel Höchstpreise für alle Fleisch- arten, Fleischwaren und Wurst, abgestuft nach Fleischsorten. ä) Höchstpreise sür Vieh ab Stall und Schlachtviehmarkt. Ein- führung eines SchlutzscheinS beim Viebcinkaus und»Verkauf. Die Nationalliberalen fordern eine Regelung der Versorgung der Schweinemäster mit Futtermitteln, zu deren Ankauf das Reich einen Zuschutz leisten soll. In der gleichen Richtung bewegt sich eine Reihe anderer Anträge. Abg. M a tz i n g e r(Z.) sordert die Einführung von Schlutz- scheinen im Viebbandel. Jetzt besteht die Gefahr, datz unsere Vieh» bestände verschleudert werden. Deshalb mutz eine unlere Gewichts- grenze für Schlachtvieh festgesetzt werden. Die Spannung der Preise bei Wild ist zu grotz. Abg. Held snatl.) begründet den Antrag seiner Partei mit dem Hinweis auf die schwierigen Verhältnisse, in denen sich die Schweine- mäster bcsinden. Ein RegierungSvertreter äutzert sich über die Organi- sation der ReichSfuttermittelstelle. Abg. Schmidt- Berlin(Soz.) erörtert die Preistreiberei auf dem Fleischmarkt, der nur entgegengetreten werden kann durch Höchst- preise für alle Arten von Vieb. Die hoben Rindviehpreise haben bereits zur Abschlachtung von Milchvieh geführt. Letztere mutz ver- boten werden. Die Einführung von Fleischkarlen ist nötig, damit der Konsum der Besitzenden herabgedrückt wird. Die Einführung der S ch l u tz s ch e i n e ist notwendig, um«ine Preiskontrolle zu haben und in Verbindung damit müsien S lallpreise eingeführt werden. Die städtischen Viehhalter sind durch die unerhört hohen Preise für Futtermittel ganz besonders geschädigt. Bei der Ver- teilung der Futtermittel sollte man die städtischen Molkereien mehr berücksichtigen, die gar nicht in der Lage sind, selbst Futtermittel anzubauen. Dadurch ist der Bestand an Milchvieh veringert worden. Unterstaatssekretär Frhr. v. Stein bespricht die Futtermittel- einfuhr aus den Balkanstaaten. Die Organisation der Einfuhr wird fortgesetzt verbessert. Abg. R o e i i ck e(Bund d. Landw.) behauptet, datz die Landwirt« schast nicht reicher wird, sondern eher der Verarmung entgegen- geht. Die Viehzüchter werden durch das fortgesetzte Schwanken der Preise sehr beunruhigt. Die Ablchlachtung der Kühe wird durch Höchstpreise nicht verbindert, solange nicht genügend Futtermittel beschafft werden. Wo Vieh aus letzterem Grunde nicht mehr ge- halten werden kann, mützte es vom Staate übernommen und nach Gebieten gebracht werden, wo Weidebetrieb möglich ist. Die Re- gierung mutzte schon jetzt auf die Konservierung deS Fleisches bedacht sein. Die Vorwürfe gegen die Bezugsvereinigung des Bundes der Landwirte entbehren der Berechtigung. Abg. F e g t e r(Fortschr.) bittet die Regierung, bei Festsetzung von Höchstpreisen nicht immer schwankend zu sein. Man mutz auch, um Störungen zu vermeiden, den Handel etwa? verdienen lassen. Bei der Festsetzung von Stallpreiscn mutz auch festgesetzt werden, ob das Vieh nüchtern gewogen werden mutz oder ob bis zum letzten Moment gefüttert werden darf. Ein Regierungsvertreter hält es für ganz unmöglich. das Abschlachten von Milchvieh zu verbieten, wenn man den Land- Wirten nicht Futter zur Verfügung stellen könne. Die Schwierig- keilen in der Verteilung der Futtermittel hängen mit den unge- »lügenden Vorräten zusammen. Für die städtischen Molkereien wird nach Möglichkeit gesorgt. Bei der Verteilung des teueren aus- ländischen Fleisches wird darauf Bedacht genommen, datz dieses Fleisch von den Besitzenden gekauft wird. Der Handel mit Rind- vieb soll künftig konzessioniert werden, um den wilden Handel zu beseitigen. Präsident Kautz äutzert sich zu den sozialdemokratischen An- trägen. Ehe man rationieren kann, mutz man erst den notwendigen Bedarf pro Kopf und die verfügbare Menge kennen. Diese Frage kann nur durch die Gemeinden gelöst werden. Die Städte haben bereits jetzt die Möglichkeit. Butterkarten einzuführen. Schwieriger �iegt es mit der Fetlkarte. Für Wurst und die einzelnen Fleisch- forten können die Gemeinden Höchstpreise festsetzen; das Reich aber kann das nicht, dazu sind die Verhältnisse zu verschieden. Abg. G o t h e i n bespricht die Kohlenausfuhr nach Rumänien, die sich in durchaus geordneten Verhältnisien abwickelt. Der Futter- »nangel ist nicht die einzige Ursache des Mangels an Fleisch. Höchst- preise für Rindvieh hält der Redner bei der Verschiedenheit der Qualität sür absolut unmöglich. In allen Kreisen de« Volke« wird zu viel Fleisch gegessen, da« hängt damit zusammen, datz viele Ar- beiter heute sehr hohe Löhne beziehen. Mit einer Fleischkarte ist nicht« zu erreichen. Die Wirkung wäre, datz mit diesen Karten ein Handel getrieben werden könnte. Die heutige Festsetzung der Preise sür Schweinefleisch ist völlig unhaltbar. Die Organisation der Ein- fuhr von Butter ist mangelhaft. Bei der Verteilung der Futter- mittel haben die Grotzgrundbesitzer einen völlig unberechtigten Abg. Löscher sfrk.) macht die Konservenfabriken für den Mangel an Fleisch mitverantwortlich, die ihr Vieh direkt vom Pro- duzenten beziehen. Die Verwendung von Milch zu Kaffee mutz ver- boten werden. Abg. GieSbertS: Die besitzenden Klassen empfinden keinerlei Mangel. Den Kreisen bi» zu einem Einkommen von 2CK)l> M. muh ein entsprechende« Quantum Fleisch zur Verlügung gestellt werden. Der Hinweis auf die hohen Löhne der Arbeiter ist verfehlt, die Mehrzahl der Arbeiter und Arbeiterinnen wird erbärmlich genug bezahlt. Der Handel ist offenbar der Meinung, datz er berechtigt ist, in den Kriegszeiten besonders Hobe Gewinne zu nehmen. Die Regierung mutz eS als oberste Pflicht betrachten, jeder weiteren Verbitterung des Volkes entgegenzuwirken. An den bestehenden Schwierigkeiten darf die Einführung einer Fleischkarte nicht scheitern. Abg. Herold lg.) ersucht die Regierung dringend, mit der Lieferung von Eriatzfuttermitteln nicht zu zögern. Von einem Schlacht- verbot sür Rindvieh kann keine Rede sein. Die bevorzugte Versor- gung der städtischen Molkereien mit Futtermitteln würde eine Be- nachieiligung der Landwirtschaft bedeuten. Die hohen Kleie- und Schroipreise sind nicht berechtigt, sie entstehen nur durch die Zwischen- gewinne.. Abg. Böhme snatl.) empfiehlt, die Privatwaldungen zwang«- weis« für die Viehhaltung zu verwerten. Wenn e« sich, wie hier, um ein öffentliches Interesse handelt, dann müssen private Interessen zurücktreten. Abg. Dr. W e n d o r f f Achtung t Die Achtung S Branchenkonferenzen der Kau-«. Geldschrank- Schlosser Gold- und Kilber- arbeiter Gürtler Klempner Drücker finden in diesem Monat nf eht statt. 123/14 Die Ortsrerwaltnnj. Maschinenarbeiter Mechaniker Metalldreher Rohrleger«. Helfer Schraubendreher Werkzengmacher Verdsnä äer Zehneider. Zehneiderinnen und Mehesrheiter Lentzehtsnde. Sebaftianstr. 37/38. nilale BerUa. Telephon: Amt Roritzplatz 9737 s junutävsehneiderl WZ Am Sonnabend» de» 18. Dezember, abendS 8'/, Uhr» findet im Gewerkschaftshaus«. Engelufer IS eine Mitglieder-Versammluug aller, aach oorübergehead, w der Offzier-llaisombrallcht KeschWgtt« statt. Tagesordnung- .Da» Ergebnis der Abstimmung über die Schied»- sprüche der Unparteiischen." MW» VkN Rüdficht auf die wichtige Tagesordnung ist zahl- cher Besuch dieser«ersammlnng««bedingt erforderlich. reil 163/12 Die Orinvei'sraltnaT. BcrantworMcher Redakteur: Mfreh Wielen». Neukölln. Für den SnseratenteU veranlw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag-Lorwäri» & Eo. Berlm SW.