Ar. 848.- 3Ä.Iahrs» IbonnfmentS'BedlngiiDaM: BtannenteiUi• Stets brönumcrant«! BtrneliäSrt. SSO MI. monatL UO Ml. wöchenll.ck 25 Psz. frei in» Hau». Einzelne Summet 5 Pfz. komuag»- nummet mit iDuftrienci Sonntaat. Beilage.Die Reue■Seil* 10 B'g. 8ofk tUbonnement: 1,10 Mari vro As Rai Eingetragen in die Post- Zeinma»- Vreisliite. llnter Kreuzband füt Dcuttcftlanb und Oesterreich. Ungar» 2.50 Mar!, für da- übrige«WSland 4 Marl pro Monat Coftobonnement» nehmen an: Belgien, Dänentari, Holland. Italien. Luxemburg. Lortugch, Biittiättirä. Schweden und die Schnei» ontm sg»». f 5 Pfennig) Die!n!frflens-6rtfll)f betrügt für die sechZgeidaltene ftolonel' »eile oder deren Raum 60 P,g.. ißt Volltische und ocmetlfcbaffiiche BereinS. und zZersantmlungs-Niizeigen M Psg. „Rletne Anzeigen", das fcttgeimimc Wort 20 Pjg.(juiifftg 2 fetigedruckle Wortes, jedes weitere Wort 10 P/g. Etellengesuqe und EchlaffiellenaN' »eigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Dort S Psg. Worte über tSWue.,- ftaben»Shien für zwei Worte. Inserate Ntr die nächste Nmnmer müssen bis k Uhr nachmittags in der Ervediliun «tgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abend- geösjnei OS Vevlinev Volktsbl�kk. Zentralorgan der rozialdcmokrattfchcn Partei Deutfchlanda. letegramm. torefle „StAtMfflwknt Ktrfla'. Neöaktion: EW. 68, Liuüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. IM 90— 151 97. Sonnabend, den 18. Dezember 1818. Expedition: SW. 68, �inüenftcaße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90—151 97. ver Streit in öer schweren Industrie. Der Burgfrieden hat die Machtkämpfe unter den Beherrschern der schweren Industrie Deutschlands keineswegs zum Stillstand ge- bracht. Der Schauplatz dieser Kämpfe sind vor allem die Kartelle. Der Laie freilich ist geneigt, anzunehmen, daß in diesen Verbänden die Harmonie der Interessen zum Ausdruck kommt und auch in der älteren Literatur über Kartelle begegnet man dieser Anschauung. In Wirklichkeit stehen die Dinge so, daß die in Kartellen zusammen- geschlossenen Unternehmer solidarisch ihre Interessen den Abnehmern gegenüber zur Geltung bringen, nichtsdestoweniger aber den Macht- kämpf und den Kampf um den Profitanteil innerhalb des gegebenen Geschäftszweiges weiterführen. Jedenfalls hat der Prozeß der Ab- würgung der Schwächeren durch die Kartellbildung nicht aufgehört. Der' Krieg brach aus, als in den Verbänden der Schwerindustrie die Dinge, kritisch standen, weil der Vertrag des rheinisch-westfaliichen Syndikates ablief. Er ist mit Ach und Krach unter dem Druck der Zwangssyndikat-Drohung verlängert worden und jetzt ist auch der Vertrag, auf dem der Stahlwerksverband beruht, gekündigt worden. Dieser Verband besteht in seiner jetzigen Form feit 1004, aber 1912 sind tiefgehende Aenderungen vorgenommen worden, die seine» Charakter wesentlich änderten. Bei der Gründung des Verbands wollte man eine straffe Organisation der Schwerindustrie schaffen. Bis dahin bestanden Einzelverbände—, Roheisenverband, Halbzeugverband, Trägervcrhand, Schienengemeinschaft und weitere Per- bände—, die die Preise für die-verfeinerten' Produkte regulierte». Jetzt wollte man die gesamte Produktion der Hütten- und der Walz- werke unter Kotrolle eines Perbandes bringen. Es ist nicht ge- lungen. Das Haupthindernis bestand darin, daß der Prozeß der Konzentration sich in doppelter Weise vollzieht; auf der einen Seite gehen die Hüttenwerke dazu über, das gewonnene Roheisen und den Rohstahl weiter zu verarbeiten, mdem sie sich Walzwerke, Gießereien, selbst Maschinenfabriken angliedern, während auf der anderen Seite SpezialWerke, die sich das Rohmaterial zu sichern suchen, indem sie Hüttenwerte errichten oder bestehende erwerben. Mmt war daher gleich bei der Gründung des Stahlwerksverbandes gezwungen, zwei Gruppen von Produkten auseinanderzuhalten und für jedsr beftrn- dere Bestimmungen zu treffen; die /�-Produkte, die Rohstahl m Blöcken, Halbzeug, Schienen, Schwellen und anderes Eisenbahn- Material, Formeisen(Träger und ähnliches) und die L-Produkte, das ist bereits verfeinertes Material wie Stabeisen, Walzdraht. Grob- und Feinblech, Röhren, Guß- und Schmiedestücke und anderes mehr. Es traten dem Verbände ursprünglich 27 Werke bei. denen sich dann noch 4 weitere anschlössen. Jedem Werke wurde ein bestimmtes Quantum an A- und an K-Produkten zugewiesen, welches cS durch den Verband zum Verkauf bringen konnte. Als 1007 eine Neu- regelung dieser-Kontingente" stattfinden sollte, gelang es nur mit Mühe und Not, die Interessen unter einen Hm zu bringen, weil eine Reihe von Werken mit ganz außerordentlichen Forderungen in bezug auf Erweiterung ihrer Produktion in L-Produkten hervor- traten. 1012 gelang es nicht mehr; man mußte sich damit begnügen, die A-Produkte unter die Kontrolle des Verbandes zu stellen, während die k-Produkte freigegeben wurden. Zwar bestand der Plan, vettere Verbände zu bilden bzw. die früheren wieder ins Leben zu rufe»; aber auch das gelang nicht. So ergab sich der Zustand, daß die großen Werke kartelliert sind in bezug auf einen Teil chrer Produk- tion, während sie beim Vertrieb der-verfeinerten" Produkte unter- einander und mit den-reinen" Walzwerke» in heftigem Konkurrenz- kämpf liegen. Dabei entwickelten sich aber die Dinge in folgender Weise: 1905 betrug die Rohstahlerzeugung Deutschlands rund 10 Millionen Tonnen; davon brachten die Werke zum Verkauf in Form von A° Produkten rund 52 Proz.; 1913 erreichte die Produktion rund 10 Mil- lioneu Tonnen, davon kamen in Form von A-Produkten nur noch 33,5 Proz. zum Verkauf. Das besagt, daß die Hüttenwerke in viel höhereui Maße sich auf die-verfeinerten" Produkte geworfen haben als früher. Der Vertrieb dieser Produkte ist also die Hauptsache ge- worden, während sie der Kontrolle de» Verbände» entzogen sind. Freilich hat der Stahlwerksverband trotzdem eine gewaltige Bedeutung. Im Jnlande kontrolliert er Produktion und Preis für Eisenbahnmaterial und dikttert den Staatsbahnen die Preise. Vor allem aber kontrolliert er den Vertrieb von Halbzeug. Von diesem geht ein sehr erheblicher Teil nach dem Auslande und der Verband hat bis Kriegsausbruch notgedrungen die Politik befolge» müssen, daß an das Ausland billig verkaust wurde, während man im In- lande den Preis hoch hielt. Dadurch aber hat man eben die Macht der Riesenbetriebe gefördert; die.retneu" Werke müssen das Halb- Mw Des Mn Mnotflets. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 17. Dezember 1913.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von ArmentiercS stieß gestern vor Hell- werden eine kleine englische Abteilung überraschend bis iu einen uuserer Gräben vor und zog sich iu ouscrem Feuer wieder zurück. Weiter südlich wurde eiu gleicher Versuch durch unser Feuer verhindert. Sonst blieb die Gefechtstätigkeit bei vielfach uu- fichtigem Wetter auf schwächere Artillerie-, Haudgranateu- und Miucnkämpfe au einzelnen Stellen beschränkt. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe lies Lenerslkelilmzrschzlls v. hinckenburg Russische Angriffe zwischen Narosz- und Miadziol-Sec brachen uachtS und am frühen Marge« unter erheblichen Verlosten für de« Feind vor uuserer Stellung zusamme«. 129 Mann blieben gefangen in unserer Hand. Heeresgruppen ckes LencrsllelümzrlchsIIs Prinz CeopcM von Bayern und des Generals v. einsingen. Seine Ereignisse von Bedeutung. Balkankriegsschauplatz. B e l o p o l j e ist im Sturm geuomme». Hebet 700 Gefaugeue find eingebracht. Oberste Heeresleitung. M llMMW SeMIlWMUI Wie», 17. Dezember.(W.T.B.) Amtlich wird ver» lautdart: 17. Dezember 1915. Russischer Ärlegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Aa der küstenländischen Fron» haben die Italiener ihre großen Angriffe, die nach verhältnismäßig kurzer Pause am 11. November von neuem einsetzte», bis Ende des Monats aa- dauerten und noch in der erste» Dezemberwoche an einzelne» Stelleu hartnäckig sortgesührt wurden, bisher nicht wieder auf- geuomme«. Diese Kämpfe tonnen daher als vierte Jsouzo- schlecht zusammengefaßt werden. Mehr noch als in de» frühere« Schlachte« gälte« diesmal die Anstre«giingen de? Feinde» der Eroberung von Görz. Demgemäß waren schließlich gegen de« Brückenkopf allem etwa sieben italienische Infanteriedivisionen ««gesetzt. Die Stürme dieser starken Kräfte scheiterte« jedoch ebenso, wie alle Massenangriffe in den Nachbarabschnitte«, au der bewährten Standhaftigkeit unserer Truppen, die den Brücken- köpf von Görz, die Hochfläche von Doberdo und überhaupt olle Stellunge« fest in Hände« behielten. Durch die Zerstoruug der Stadt wurde die Bevölkerung schwer getroffen. Auf dir mili« törische Lage hatte diese Aeußerung ohnmächtiger FeindeSwut keinerlei Einfluß. In dem vierten Waffcngang im Küstenland verlor das italienische Heer«ach sichere» Feststellungen 70000 Manu an Tote« und Bcrwuudctco. Gestern wurde an der Jsouzo-Front ein Angriffsversnch gege« de» Nordabhaug deS Monte San Michrle, an der Tiroler Front ei» Angriff eine» AlpinidatailloaS auf den Eol di Lana abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Celebio vertriebe» wir die Montenegriner aaS de« letzte« Stück bosnische» BodeaS, das sie noch besetzt gehalten hatten. Unsere Truppen erreichten auch in diesem Raum die Tara-Schlucht.— vijrlopoljr ist seit gestern nachmittag in unsere» Besitz. Die k. und I. Streitkräfte nahmen die Sadt in ««fassendem Angriff nach heftige» Kämpfen und brachte» bis zum Abend siebenhundert Gefangene ei«. Die Verfolgung des«estlich von Jpek weichenden Gegners ist im Gange. Die Moutegriner zünden auf ihrem Rückzog die von MoslimS be- wohnten Ortschaften an. Der Stellvertreter des Chefs des GcneralstabcS. v. H o e f e r, Fcldmarfchalleutnant. Als StSrenftied wird, ähnlich wie. bei dem Streit im Kohlen. syndikat, die-Thyssengruppe" l-zeichnet. Das setzt die Sache erst ins richtige Licht. Herr August Thyssen geht seit jeher seine eigenen Wege. Er beherrscht nicht nur eines der gewaltigsten Montanwerk: Teutschlands, die Geweckschaft-Deutscher Kaiser", da? an 18009 Arbeiter beschäftigt, sonder» noch eine ganze Reihe ioeiterer Unter- nehmungen der schweren Industrie. Diese Unternehmungen sind m komplizierter Weise ineinander geschachtelt und dabei wird das Prin- zip befolgt, daß weder Aktionäre noch die Bmiken. die bei allen anderen Montanwerken großen Etnftuß haben, irgendwie dreinzureden haben. Das verleiht dem Beherrscher dieser Gruppe eine Bewegung?- sreiheit. die die anderen Ratadore der schweren Industrie, die Kirdorf, Stinnes usw. nicht im gleichen Maße haben. Die Thyssen- grappc ist es aber mich, die mit ganz besonderem Erfolge den Aus- bau zum-gemischten Betriebe" durchgesetzt hat. Für sie verliert der Vertrieb von Halbzeug immer mehr an Bedeutung, da das Rohmaterial, das in den Hüttenwerken hergestellt wird, bis auf einen kleinen Rest zu„verfeinerten" Produkten verarbeiiet wird. Es dürfte daher klar sein, daß es bei der Kündigung sich nicht mu die breitflanschigea Träger handelt, sondern darum, daß August Thyssen die Zeit gekommen sieht, dem Hängen und Würgen ein Ende zu bereit«! und trotz der Kricgswirren, die auch der Schwer- tndustrie Sorgen genug macheu, die Dinge ans die Spitze treibt. Allerdings mag dabei mitwirken, daß der Krieg jedenfalls ciiic-Neu- artenticrung"— um das vielberufene Wort anzuwenden— auch in der Wirtschaftspolitik der Magnaten der Schmenndustrie herbeisuhrc.i dürfte u-id. daß man beizeiten sich darauf einrichtet, nicht dtzrch him Verbandsvertrag gebunden sein will. Daß.die.kleineren Werke besser fahren, wenn der Verband aufgelöst wird, scheint sehr zweifelhaft. Im Gegenteil, es dürften dann die Konzerne der Riesenwerke sehr bald reinen Tisch machen; die Aufsaugung der bisher noch selbstäu- digen-reinen" Walzwerke dürste beschleunigt werden. zeug teuer bezahlen und dadurch wird ihnen die Konkurrenz in bezug auf die-verfeinerten" Produkte schr erschwert, weil die großen ge- mischten Werke, die eigen« Halbzeug verarbeiten, viel billiger produzieren. Jetzt ist der Verband gekündigt worden. Den Anlaß bildet eine Bagatelle. Es entstand Streit, ob ein SpezialProdukt, breitflanschige Träger, zu den A- oder zu den L-Produkten gehören. Trotzdem es sich dabei nur um Mengen handelt, die für die Gesamtproduktion kaum mS Gewicht falle», konnte man sich nicht einigen. Der montenegrinische Sericht. Cettinje, 17. Dezember.(W. T. V.) Amtlicher Bericht vom 11. Dezember. Bei Tagesanbruch unternahmen die Oester- reicher einen allgemeinen Augrifi auf alle Stellungen unserer Sandschakarmee. Bei Anbruch der Rächt ivaren unsere Vorposten geztoimgen, sicki nördlich Chahovre und Eijelopolje zurückzuziehen. In der Gegend von Jpek und Rozay gelang es dem Feinde nach mehrtägigen Kämpfen Stozay zu besehen. Gkwehrsener an der übrigen Front. Zur Haltung üer griechischen Regierung. Athen. 17. Dezember.(W. T. B.) Meldung des Neuter- schen Bureaus: Mmisterpräsldent Skuludis hatte heute eine lauge Konferenz mit d e m K r i e g s m i n i sie r und dein Chef des General st abs über die Lage in Mazedonien. Wie verlautet, bildeten den Gegenstand der Beratung die b n I g a r i s ch e n Vorschläge, eine neutrale Zone von M o n a st i r bis Gewghcli festzusetzen und Kenali zu räumen. In amtlichen Kreisen glaubt mau, daß vorläufig kein deutscher Ein- bruch in griechisches Gebiet zu erwarten sei und jedenfalls nur dann erfolgen werde, wenn er nicht mehr zu vermeiden sei. Zurückziehung öer griechijchen Truppen aus Saloniki. Athen, 17. Dezember. l> ch s r B e r i ch t vom Donnerstag. Abgeseben von AngriffSversuchen in dem Gebiet westlich vom Monte Coston sAsticotal) gegen Oslawija und auf dem iarst, die schnell vereitelt wurden, gab die feindliche Infanterie leine bemerkenswerten Zeichen von Tätigkeit. Dagegen dauerie die befligs TSiigkeit der feindlichen Artillerie an. die. wie gewöhnlich, dazu bestimmt war. Wohnstätten mit besonders weiltragenden Batterien zu beschießen. Unsere Artillerie bekämpite die des Gegner« irnd beschoß Görz. Ein feindliches Flugzeug warf einige Bomben auf Slrigno und Grigno im Suganaial, wodurch leicktter Schaden angerichtet wurde. 2 a dorna. Dreizehn Monate in Oelgien. Ei» bei den belgischen Okkupationstruppen stehender Berliner Landsturmmann schreibt uns: Dreizehn Monate sind nun verflossen, seitdem wir in voller striegsrüstung nach Belgien zogen. Das in diesen kriegerischen Zeitläufen verbältmsmähig friedliche Handwerk des BahistchutzeS wurde die Aufgabe unseres Land stu r indm'e i n s.„Vater und Mutter kannst Du verlieren, nur die Ruhe nicht wurde ein sehr beliebtes Leitmotiv. Kriegerische Erlebnisse würde man also in unseren Tage- k'üchsrn wohl' vergeblich suchen. Aber wir haben doch manches Interessant: erlebt im fremden Lande und das friedliche Leben hat auch feine Reize, wenn das auch den Zeitungen nach fast in Vergessenheit geraten zu sein scheint, denn danach gäbe es ja wohl nur noch Granaten und Schützengräben. Auf die Dauer wirken die kriegerischen Bilder eigentlich auch eowas eintönig. Die Bilder, die der Frieden und das wirtschaftliche Leben bieten, sind sicher viel abwechslungsreicher. Und die Wirkungen, die der Krieg auf das hochentwickelte, fruchtbare und industrielle Land ausgeübt oatte, der Vergleich seines ZustaudeS mit den Zuständen in der Heimat boten viel Fesselndes und Interessantes. Allerdings war s häufig sehr schwer, sich ein richtiges Bild von den Zuständen zu machen. Wie dieser Krieg die längst vergangen geglaubten Zeiten des Kampfes von Mann gegen Mann wieder hervorgezaubert hat, so 'atte er im Wirtschaftsleben Züge aufleben lassen, die an längst vergangene Zeiten erinnern. Als wir vor 13 Monaten nach Belgien kamen, konnte man"sich in Großvaters Zeiten zurückversetzt glauben, besonders auf dem Gebiete des Verkehrs. Für die Belgier gab eS keine Post, keine Eisenbahn, kein Theater, Konzert oder Kino. Ueberau sah man Fuhrwerke, die den Reiseverkehr auch auf größer« Strecken vermittelten, überall sah man Plakate, die 'solche Gelegenheit für Personen, Pakete oder Briefe ankündigten. .eKs Kohlenbergwerke ruhten, die Fabriken standen still. Und doch waren es nicht Großvaters Zeiten. Die modernen Verkehrs- mittel waren ja vorhanden, die Züge rollten fortgesetzt, aber nur mit Feldgraue» oder Munition und Nahrungsmitteln für das deutsche Heer. Die Bergwerke und modernen Fabrikanlagen waren ebenfalls vorhanden, aber sie lagen leblos da. Ruhe und Er- itarrung lag auf großen Zweigen'des Wirtschaftslebens. Aber nicht KirckbofSruhe, denn eS war ja alles bereit, um im nächsten .lugcnblickc wieder rastlos zu pulsieren. Am besten hätte man es nielleicht mit einem Dornröschenschlaf vergleichen können. Aber auch das stimmt nicht ganz. Dornröschen erwachte plötzlich aus ihre»! Schlafe und mit einem Schlage ging das Leben um sie herum wieder seinen alten Gang. Beim belgischen Wirstchafts- leben aber geht das Erwackien nur ganz langsam vor sich und eS bedarf vieler Küsse des Befreiers, um daö Dornröschen aus deinem Schlafe zu erwecken. Etwa» anders sieht es doch schon au? als vor 13 Monaten. Die Post ist nach und nach wieder in den Gang gekommen, wenn auch nicht ganz im vollen Umfange. Mtt wn Eisenbahnen steht es noch nicht so gut. Bald nach unserem Einzüge in das Land erfolgtem die ersten'Schritte, den Eisenbahn- Meldung öes türkisthen Hauptquartiers. Konstantinopel, 17. Dezember.(V. T. T.) Das Haupt- quartier teilt mit: An der Dardanellenfront, bei Anafarta und Ari Burun aussetzender Artilleriekampf. Unsere Artillerie brachte bei Anafarta die feindliche Gebirgsartillerie durch Gegenieuer zuni Schweigen und verursachte einen Brand in den feindlichen Lagern. Bei Sedd ul Bahr liehen wir am 13. Dezember an unserem linken Flügel mit Erfolg eine Mine springen. Ter Feind eröffnete das Feuer mit Waffen aller Gattungen gegen unsere Stellung. Unsere Artillerie erwiderte kräftig, verhinderte die Fortsetzung des Feuers und zwang eine feindliche VerpflegungSkolonne bei der Mündung des Cighindrre zu fliehen. Von den anderen Fronten wird nichts Wichtiges gemeldet. italienischer Dampfer versenkt. London, 17. Dezember.(W. T. B.)„Lloyds" melden: Der italienische Dampfer„Port Said" ist versenkt worden. fius eine Mine geraten. Amsterdam, 17. Dezember.(W. T. B.) Das.Handelsblad' meldet aus Rotterdam, daß der jür dos belgiswe HiliS» k o m i t e e bestimmle Dampfer„Leven pool* aus New Jork im Kanal aus eine Mine stieß und sank. Die Besatzung wurde durch einen britischen Kreuzer gerettet. Englische Uebergriffe gegen Schweden. Stockholm, 17. Dezember. sW. T. B.) Die überraschende Maßnahme der Engländer betreffend die Paketpost von und zu den Vereinigten Staaten, die größtenteils Weihnachtsgc'chenke um- faßt, sowie die von der schwedischen Regierung beschlossenen Vor- geltungsmaßnahmen werden in der Poesse lebhaft besprochen. Konservative Blätter wie„Stockholm« Dagblad" und„Swenska Tagdladet" finden, daß der entschiedene Einspruch und die Ver- geltungsmaßnahmen Schwedens von jedem rechtdenkenden Men- scheu als vollständig berechtigt angesehen werden müssen. Hjalmar Branting beklagt im„S o c i a l d e m o- k r a t e n", daß die britischen Behörden dem ersten Uebergriff in Kirkwall, der sehr schmerzlich das schwedische Volk berührt habe, jetzt einen neuen hinzugefügt hätten. Kriegsfragen im Unterbaus. London, 17. Dezember.(W. T. B.) Unterbaus. Mac Namara iogie m Bcanlivoilung einer Frage, er könne den bereilS abgegebenen Erklärungen über die Verteidigung Londons gegen Lnflangrisse nichlS hinzufügen. Robertson fragte, ob es richrig sei. daß seit dem 13. Ollober sieben oder acht Luftangriffe mißlungen ieien. Mac Namara lehnie eS ab. zu antworten. Mac Namara sagte serner in Beantwortung einer Frage, die Ucberlragnng der Verteidigung Londons aus das Knegscnnt werde bald slansinden. Sdiniral Scott behalte das Artilleriekonimando bis die Ueberlragnng Vollender sei. Seine weitere Verwendung sei»och unentschieden. Markharn fragte, ob das Auswärtige Amt seil seiner öffentlichen Bekanntmachung vom L. September, daß die Operationen an den Dardanellen einem großen Erfolge nahe wären, der eine außerordentliche Wirkung out alle Weltteile haben würde, onuliche Informationen erballen habe, die ei dem Parlament vorenthalte. Lord Robert Cecil antwortete: Das Aus- ivärlige Amt erhielt keine. Der Eindruck, der durch jene Ankündi- gung erweckt wurde, war leider durch die Tatsachen»icktt gererbt- sertigt. Lorv Robert Cecil sagte in Beamwortung einer weiteren Frage, die Truppen bei Hamadan schienen aus«chttousend Irregulären und dreitausend rebellischen Gendarmen zu bekieben und einen entsprechenden Vorrat an Gewehren, Maschinengewehren und Munition zu besitzen. Llopö George über üen Erfolg ües Munitionsgesetzes. London, 17. Dezember.(W. T. B.) Lloyd George sprach im Unierhause über die Wirkung des M u n i t i o n s g e s e tz e S. Er sagte: Das Munilionsgesey war ein Erfolg. Wenn Streiks in den Munitionswerken vorkamen, so betraf kaiint einer mehr als eine Fabrik zur selben Zeit. Nur drei größere Ausstände dauerten verkehr der Zivilbevölkerung wieder zugänglich zu machen. Zuerst war der Erfolg nur sehr unscheinbar, denn der Spaß war sehr teuer für die Reisenden. Es bedurfte der Lösung eines Paffes gegen eine ziemlich erhebliche Gebühr, außerdem entsprach der Preis der Fahrkarte ungefähr dem unserer 1. Klasse. Tann wurde der Paßzwang aufgehoben, der Fabrpre'S ermäßigt und außerdem eine weitere Ermäßigung bei Entnahme einer größeren An- zahl von Fahrkarten gewährt. Der Erfolg war unverkennbar und der Verkehr hat sich durch diese Maßregeln entschieden gehoben. Vom Güterverkehr ist aber noch nicht viel zu spüren, die Tarife sind wohl noch zu teuer. Eine Ausnahm« bilden Kohlen. Natürlich kann sich der Eisenbahnverkehr, dieser Hauptnerv des modernen Wirtschaftslebens, noch immer nicht mit dem Betriebe vor dem Kriege messen. Er wird auch wohl niemals auch nur annähernd diese Höhe erreichen können wegen des Personalmangels. Im Gegensatz zu den Angestellten der Post weigern sich die der Eisen- bahn auch heute noch, während der Besetzung des Landes ihren Dienst zu versehen, selbstverständlich auf Weisung der ehemaligen belgischen Regierung hin. Die Gehälter kann letztere allerdings nicht mehr zahlen, aber wie man sagt, sollen private Komitee« dafür sorgen, daß die Eisenbahner nicht durch Hunger und Eni» bebrung gezwungen sind, den Dienst wieder aufzunehmen. An- gebl-ich erhalten sie die Hälfte ihrer früheren Bezüge. Was die Schwerindustrie betrifft, so hatten wir leider keine Gelegenheit, den Gang ihrer Entwickelung mit eigenen Augen zu schauen. Wir kamen allerdings anfangs direkt in eines ihrer Zen- tren. Alles ruhte, keine Zeche förderte, kein Eisenwerk arbeitete. Hunger und Elend überall. Die Männer lungerten auf den Straßen herum, Frauen und Kinder belagerten unsere Quartiere, um ein Stück Brot oder einen Napf Suppe zu erhaschen. In- zwischen sind die Kohlengruben wieder in Betrieb genommen uns sollen ihre alte Förderung fast wieder erreichen, die Eisenwerke liegen aber noch vielfach snll. Di« Unterbindung der überseeischen Ausfuhr ist wohl die Ursache, eS gibt aber auch noch andere. Zu- weilen ersieht man aus Öffentlichen Bekanntmachungen, daß der Besitzer, die Ingenieure, Werkmeister und Arbeiter von Fabriken mit Strafen belegt worden sind, weil die Fabrik den Betrieb nicht aufnimmt. Unsere Verbindung mit der Industrie wurde bald gelockert; wir zogen in da« landschaftlich sehr schön« Tal der Ourtbe und erreichten schließlich eine Gegend, wo keinerlei Industrie mehr vor- handen ist und Ackerbau und Viehzucht herrscht. Ein ungewohnte« Bild der Rube und des Friedens für unö Berliner, das aber doch zur Zeit des Friedens noch so ruhig und friedlich gewesen sein kann. Im Frieden muß eS doch ziemlich lebhaft hergegangen sein. Zahl- reiche Pillen und sonstige Anstalten deuteten daraus hin. daß ein lebhafter Ausflugsverkehr von Lüttich nach hier bestanden hatte und die Gegend als Sommerfrische sehr beliebt gewesen sein mußte Weiterhin erblickte man zahlreiche, mächtige Steinbrüche, sowie einige kleine Montanwerke. Letztere nahmen um Weihnachten herum den Betrieb wieder auf, aber nur in sehr beschränktem Umfange. Die Steinbrüche Jagen bis Ostern vollkommen still. dann regte sich in einzelnen Tin wenig Leben. Es wurde Schotter versandt für Cisenbahnbauteu des deutschen Militärs. Der Haup»- zweig, die Herstellung von Pflastersteinen, ist auch heute noch tot, über fünf Tage und hörten auf, sobald ein Verfahren angestrengt und Geldbußen verhängt waren. Ein Ausstand in einer Ddmirali- tätSwcrst drohte ernsthaft zu werden, aber die Lerne kehrten zur Arbeit zurück, nachdem Geldstrafen verhängt waren. Die Zahl der Munitronsarbeiler beträgr ein bis eineinhalb Millionen. Nur 2000 bis 3000 Sirafverfolaungen gegen Arbeitnehmer und einige hundert gegen Arbeitgeber haben stattgefunden. Mnahme ües französischen DuÜget- HeeresZWölftel. Paris, 17. Dezember.(35. T. B.) Die Kammer hat gestern mit ö04 Stimmen gegen eine die Gesamivorlage über die provisorischen Budgetzwöistel für das erste Halbjahr 1316 angenommen. Ein �üentscher" ßrieüe. Unter dem Titel„Die Friedensfrage im Reichstage" schreibt der„T e m p s" u. a.:„Man muh sich hüten, aus den Protesten der sozialdemokratischen Minderheit übertriebene Schlußfolgerungen zu ziehen. Der deutsche Sozialismus hat immer Eigenbrötler gekannt, denen die Partei stets Nachsicht bewies. Im übrigen bringen uns Liebknecht und Genossen unter radikaler Form die- selben Ideen, die die Partei mit Zweckmäßigkeit anwendet. Wenn diese kleine Gruppe kurzweg den Frieden ohne Gebiets- erweiterung fordert, so ist das doch ein Friede, der den deutschen Sieg in sich schließt, ein Friede, der dem Reich Elsaß-Lothringen erhalten und ihm wirtschaftliche Vorteile einbringen würde, deren Wirkungen schwer auf der politischen Unabhängigkeit der Staaten lasten würden, die sie zuzugestehen gezwungen wären. Darum ist Liebknechts Friede für die Franzosen und die Zllliierten ebenso unannehmbar wir der des Kanzlers und Spahns." Die bürgerliche Presse verbreitet diese Sätze in besonders auf- fälligem Druck. Sie will damit offenbar den Eindruck erwecken, als ob auch die?luffassung und Arbeit der Partei., Minderheit" in der Friedensfrage auch nicht weiterführe. Das eS in jedem Land einige Hetzblätter gibt, die Friedensregungen im Auslande als möglichst bedeutungslos und für das eigene Land schädlich hinzu- stellen suchen, ist jedoch so bekannt, daß eS dieses neuen Beweises nicht bedurfte. Das französische Proletariat denkt jedenfalls anders als der„Temps". worauf es hinausläuft. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: In ollen Ländern bekommen jetzt die Sozialisten Lob- und Verinabnungssprüchlein z» hören. Weil sie ohne Zögern der Not- wendtgkeit, den Boden des Vaterlandes zu verteidigen, ihren Zoll gezahlt haben, redet man ihnen zu, sie möchten doch in Zukunft gleich auch für Erhaliung jener Vorrechte und jener sozialen Unter- schiede eintreten, die giwissen Leuten als schönster Zweck der staat- lichen Ordnung und der nationalen Gemeinschaft erscheint. Aus der einen Seite predigt man den Arbeitern, daß sie die Forderung, als gleichbewötigle und freie Bi>r«er im Staate bei seinen Entscheidungen, bis zu den höchsten und solpenschwersten, milzuwiiken, als eine dem„VolkSgeist" fremde, aus dem Auslände eingeiLhrte Irrlehre fahren lassen und dafür etwa eine Belohnung ihres GeboriomS in Form von Bürgschaften für ein bescheidenes Minimum leiblichen Wobls annehmen. Anderswo wiederum will man den Arbeitern künftig einen unbeschränkten Konsum parograptzierter FreiheiiSrcchte erlauben. unter der Bedingung, daß sse nicht so maßlos ftei lein wollen, sich durch gesellschaftliche Etniichiungen, wie sie das Ausland geschaffen hat, gegen die gleichfalls unbeschränkte Freiheit der wirtschaftlichen Ausnutzung zu schützen. In diesem Sinne mahnt der.Temvs" vom 8. Dezember in einem Leitartikel diejenigen, die bisher aus der Gemeinschaft des europäischen sozialwissenschaft- lichen Denkens Früchts für Frankreich zu ziehen bestrebt waren, dieses unpatiiotische Werk auszugeben:„Die Lehren des „schrecklichen JahreS"(1870) waren vergessen. Die deutsche Invasion dauerte fort, diesmal friedlich, aber um so gefährlicher. Die Theorien deS deutschen Sozialismus verpesteten die französischen Lehrkanzeln, st eckten den sran- zösischen Sozialismus an und gaben allmählich unseren Vorschriften und Gesetzen das Gepräge. Dieser deutsche Einfluß drang so tief, daß man schließlich aukhörte, die Eisenbahntarife sind wahrscheinlich zu teuer hierfür. Die Ar- beiterzahl ist sehr gering, die Löhne stark zurückgegangen. Der Tagelohn beträgt 2—3 Frank, wogegen er vor dem Kriege 4 Vs 5 Fr. erreichte. Die Organisation liegt vollkommen danieder, kann aber auch nie sehr leistungsfähig gewosen sein, denn die Beiträge waren sehr gering. Monatsbeitrag 20 Pf. Organisiert sind wohl alle Arbeiter, der Sozialismus ist stark verbreitet und in den Ge- meinderäten vertreten; es gibt Konsumgenossenschaften, die aller- dings während des Krieges einen schweren Stand haben, denn die Arbeitslosigkeit lastet stark auf der Bevölkerung. Es wohnen viel Arbeiter in den ländlichen Gemeinden, die ihre Beschäftigung in Lüttich hatten, was durch die billigen Eisenbahntarife vor dem Kriege sehr leicht war. Auch für lange Strecken kostete die Arbeiter- Wochenkarte nur 2 Frank. Die augenblicklichen Tarife machen eS natürlich unmöglich, in Lüttich zu arbeiten, ganz abgesehen davon, daß die Arbeitslosigkeit dort auch weit verbreitet ist. Sie ist eben allgemein im Lande. Die Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung ist äußerst gedrückt. Die Lieferung der Lebensmittel erfolgt durch die Ge- meinde gegen Bezahlung. Wer jetzt nicht bezahlen kann, soll es nach dem Kriege tun. Das bezieht sich aber nur auf die unbedingt not- wendigen Lebensmittel wie Brot; Luxusartikel wie Reis usw. werden nicht kreditiert. Die Brotration ist ähnlich wie in Deutsch» land. Manche Gemeinden lassen Notstandsarbeiten ausführen. meistens Wegebauten. Die Bautätigkeit ruht vollständig, auch der Wiederaufbau der im Anfang des Krieges zerstörten Häuser ist noch nicht in Angriff genommen. Erst nach und nach gewann man Einblick in diese Verhältnisse. Das Elend und der Hunger trat nicht so grell vor Augen wie im Kohlen- und Eisenrevier. Besonders die ersten beiden Orte, in denen wir lagen, boten das übliche, wie Bild von kleinen Badeorten im Winter. Auffällig war die große Zahl von Anglern. Die Zivil- Verwaltung war noch nicht so recht wieder im Betriebe, kein Mensch kümmerte sich um Erlaubnis, alles angelte. Das ist so wie so ein be- liebter Sport m Belgien, jetzt war es aber mehr. Hatte der Angler Glück, so gab eS ein schmackhaftes Mittagessen, auf das in anderer Ge- stall sonst kaum zu rechnen war. Lange dauerte das Vergnügen nicht, dann trat die Angelkarte und die Polizei wieder in die Er- icheinung. Biel Spaß machte uns eine Art Murmelspiel, welches die erwachsenen Männer um geringe Geldeinsätze auf der Straße betrieben. Auch die zahlreichen kleinen Kneipen boten ein eigen- artiges Bild, die Cafes. Voll von Stammgästen, die ihre Pfeife rauchten aber keinen Pfennig verzehrten. AuS sehr gewichtigen und zwingenden Gründen. Das Zitat von Busch ivurde hier zu Schan- den:„Wer Sorgen hat, hat auch Likör". Sorgen hatten die Llr- bciter genug, aber den Likör mutzten sie sich wohl verkneifen. Tie Kinder und Frauen mit den Töpfen stellten sich auch bald ein vor unseren Küchen und wir merkten, daß die Lage der Arbeiter nicht besser war, als im Jndustrierevler. Roch mehr erkannten wir das, als wir weiter flußaufwärts das Steinbruchrevier kennen lernten. Viel Neueö und Interessantes bot den Großstädtern die Land- Wirtschaft. Gar nicht mal so sehr den in der Großstadt geborenen wie den vom Lande stammenden Kameraden, da letztere eher in der Lage waren, Vergleiche zu ziehen. Es war hier alles anders als bei ihnen in der Heimat, denn mit wenigen Ausnahmen stammten sie ihn zu fbüren. Das sranzAsische Denken, der franzöflsche Geist vir« sielen der Verachtung und seine Verteidiger sahen sich als Zurück» geöliebene, als Reaktionäre und fast als Verräter an der Republik behandelt." Man kann dem.TempS" wirklich nicht vorwerfen, feine Ab- sichten und Hoffnungen zu verbergen. Sein Kriegsziel ist nicht nur die Zurücklreibung der militärischen Invasion und selbst die.Ver- nichtung deS preußischen Militarismus". Nicht minder will er der ideellen Invasion ein Ende machen, die sich in den katheder» sozialistischen Anschauungen mancher Volkswirtschaftslehrer und in der Einwirkung des Marxismus aus soziologische und geschichts- philosophische Theorien französischer Gelehrter kundgab. Das soll nun nicht so weiter fortgehen. Die Lehrkanzeln sind in Zukunft von derlei verdächtigen Elementen zu reinigen. Für Marxisten soll am französischen Universitäten ebensowenig ein Platz sein wie— auf preußischen. Damit aber nicht genug. Auch die bestehenden .Vorschriften und Gesetze" zeigen die marxistische Eiterbeule. Die ganze neuere sozialpolitische Gesetzgebung" ist von der»deutschen Theorie" verpestet. Fort damit— im Namen deS »französischen Genius!" Dem Kampf gegen die deutschen Soldaten muß als Abschluß der Kampf gegen das rn den französischen Volks- körper eingedrungene deutsch» sozialistische Gift folgen. A b- schaffung des staatlichen ArbeiterschutzeS— das ist die Krönung de§.Befreiungskampfes", die dem.TenrpS" vor- schwebt. Man muß wirklich sagen, daß die französischen Kapitalisten es dem Proletariat nicht schwer machen, hinter die Absichten jener zu kommen, die im Namen der»heiligen Eintracht" zu fördern, sie feierlich be- eidigt worden sind. Wir wundern unS darum auch nicht, daß unter den französischen Sozialisten die Stimmen zunehmen, die aussprechen, daß die Bereitschaft zur Nationalverteidigung nicht daS blinde Mit» traben im Heerzug der Nationalisten und Imperialisten einschließt und daß die Notwendigkeit immer dringender wird, um der Zukunft Europas und seines Proletariats willen, an die proletarische Selbst« bestimmung zu denken, und dem Drängen noch dem Frieden die !kraft der sozialfftischen Ideen« und Jnteresiensolidarität zu geben. Streiks in Frankreich. Dem französischen Arbeitsamt sind während der Monate Fuli und August dieses Jahres 22 Streifs gemeldet worden, 9 im Juli, 13 im August. Davon sind zwei allerdings keine Arbeiterausstände, sondern Streiks von Bäckermeistern. Die Gesamtzahl der beteiligten Personen beträgt 2791. IL Streiks betrafen nur eine einzige Unternehmung. Das die Motive anlangt, stehen die Lohnforderungen mit 13 Fällen in erster Reihe. Die am meisten beteiligte Industrie ist die Textil- Industrie(9), dann kommen die Baugewerbe, Häute- und Lederindustrie und Dockarbeiter sL), ein Streik entfällt auf die Hemdcnnäherinnen, Bergarbeiter u. a.; fünf Konflikte dauerten ein Tacj, fünf zwei Tage, zwei drei Tage, einer vier Tage, einer fünf Tage, zwei sieben Tage, einer acht Tage, einer zwölf Tage, einer 13 Tage, einer 16 Tage, einer 42 Tage und einer 60 Tage, vier Ausstände endeten mit vollem, neun mit tcilweiscm Erfolg, neun erfolglos. Zur„/tocoim'�ffäre. New Jork, 16. Dezember. kD u r ch Funkspruch vom Vertreter des W. T.B.) Die Krise wegen der., Ancona" ist andauernd Gegenstand eingehender Be- sprechunaen in der Presse, die den Standpunkt der amerika- uischcn Regierung vertritt. Es wird vielfach die Ansicht ge- äußert, eine Ablehnung der amerikanischen Forderungen würde den Abbruch der Beziehungen nicht nur zu Oesterreich» Ungarn, sondern auch zu Deutschland zur Folge haben. Die der Regierung nahestehende„Evening Post" meldet aus Washington. Amerika betrachte in der Unterseebootfrage Oesterreich-Ungarn und Deutschland nicht als zwei getrennte Parteien; es werde daher die Entschließung Oesterreich-UngarnS als die Entschließung beider Kaiserreiche ansehen, zumal Oesterreich-Ungarn Amerikas Standpunkt zum Unterseebootkrieg genau gekannt und gewußt habe, welche Folgen ein Angriff auf einen Passagierdampfer haben müsse. aus der Ebene. Bon dem angeblichen deutschen Nationalfehler, alles Fremde besser zu finden, schienen sie jjber wenig angekränkelt zu sein. Angeblich war zu Hause alle? besser und praktischer. Manches imponierte allerdings doch. Jedes Fleckchen Erde, was nicht nackter Felsen war. war ausgenutzt, wenn es auch nur eine kleine Ecke Garten zur Gemüsezucht bot. Ter Obstbau war hervorragend. Viele Wiesen und Weiden mit Obstbäumen bestanden, fast an keinem Häuschen fehlte an den Sonnenseiten ein alter, hervorragend ge- schnittener Spalierbaum. Wunderbare Exemplare von Obstbäumen sah man auch oft in den Gärten größerer Villen sowie der vielen alten Schlösser und Herrenfitze. Ueberhaupt verbinden hier die Gär- ten selbst reicher Leute mehr das Prinzip des Nützlichen mit dem Schönen als bei uns. Und durchaus nicht zum Schaden des letzteren, wie mir scheinen will. Z. B. bot mir ein altes Schloß mit prächtigen Blumenbeeten in der nächsten Umgebung und Rasenflächen mit reich- tragenden Obstbäumen, wo einzelne Kühe weideten, einen unver- geßlich schönen Anblick, trotz allem Rafftnement unserer westlichen Villenkolonien. Daß die Rasenflächen als Weide benutzt werden können, liegt allerdings wohl an dem feuchten Klima. Auch die Hecken finde ich viel schöner als das prächtigste schmiedeeiserne Gitter. Edenfalls gibt es hier Schlösser mit Parkanlagen, die nach einer kurzen Strecke m Wald übergehen, manchmal von großer Schönheit. Der Wald wird dabei ausgenutzt, aber durch das Erhalten einzelner Baumgruppen und der Randbäume am Wege werden dabei doch wunderbare Partien geschaffen, oftmals in Verbindung mit Fisch- reiche». Erleichtert wird das durch die hier übliche Art des Forst- betriebeS, wo die Schößlinge alle paar Jahr abgehauen werden und eine Fläche nicht ganz abgeholzt wird. Was der hiesigen Landwirtschaft anfangs in den Augen der Söhne Oltelbiens den Stempel der Rückstandigkeit verliaft, war hauptsächlich das scheinbar« Fehlen deS Getreidebaues. Scheinbar, denn als wir das Land außerhalb der Flutztäler, auf den flachen Höhen, sowie weiter aufwärts, wo größere Talkessel auftreten, näher kennen lernten, da gab eS auch Kornfelder, meistens sogar Weizen. Da war es denn ähnlich wie zu Hause, tiefgehende Pflüge, Maschinen aller Art. Nur die ausgedehnten Weiden mit den prächtigen Rindviehlzerden gaben eine etwas andere Note. Ein- stimmige Anerkennung fanden die hiesigen Schafe, die sehr groß sind und noch Milch ltesern außer der Wolle. Wir halten bei unserm beschaulichen Bahnschukhandwerk reich» lich Gelegenheit imb Muße, das Wachstum der Felder, die Ernte- arbeiten usw. mit unserer Anteilnahme zu begleiten. Besonders im letzten halben Jahre, wo wir vielfach lange Patrouillenposten in rein ländlichen Gegenden hatten. Ganz heimatlich mutete auch daS langsame, aber sichere und ausdauernde Steigen der Preise an. So wurden wir nach und nach vertraut mit dem schönen Laude. Auch die Bewohner traten uns freundlich entgegen, lvenigstens die arbeitende Bevölkerung, denn mit den sogenannten.besseren" Klassen kamen wir wenig in Berührung. Manchen deutschen Zeitungen nach soll der Wallone ja wohl falsch und hinterlistig sein. Wenn dem so ist, dann muß er aber eine Kunst der Verstellung besitzen, die be- wunderungswürdig wäre, so herzlich, so einfach natürlich traten uns die Leute entgegen. Die angeborene französische Höflichkeit trägt natürlich auch dazu bei, den Verkehr angenehm zu machen, J die amerikanische Antwortnote. Washington, 17. Dezember.(88. T. B.) Meldung des Reuter« schen Bureaus. Die Antwortnote Oesterreich-UngarnS ist noch immer nicht eingetroffen, man weiß, daß die Regierung die Note, wenn sie so gefaßt ist, wie sie in den Pressetelcgrammen dargestellt wird, als ganz unbefriedigend betraibten wird. Wenn Oesterreich-Ungarn bei der angedeuteten Haltung bleibt, wird eS zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen kommen. Wie verlautet, wird vielleicht eine zweite Note an Oesterreich-Ungarn gerichtet werden, in welcher die ursprünglichen Forderungen wiederholt werden, ohne daß man sich auf eine Diskussion oder einen Meinungsaustausch einlösten werde. Die zweite Rote würde noch dringender auf sofortiger Zustimmung bestehen. Washington, 17. Dezember.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die österreichische Rote ist im Laufe der Nacht eingetroffen.— Sie wird heute dechiffriert. politische Ueberstcht. Die Verordnung über Zeitungsanzeige». Die gestern erwähnte Bundesratsverordnung lautet voll- ständig: § 1. Anzeigen, in denen Gegenstände des täglichen Be- darfs, insbesondere Nahrungs- und Futtermittel aller Art, sowie rohe Naturerzeugniffe, Heiz- und Leuchtstoffe, Düngemittel oder Gegenstände des Kriegs- b e d a r f s angeboten werden, oder in denen zur Abgabe von Angeboten über solche Gegenstände aufgefordert wird, dürfen in periodischen Druckschriften nur mit Angabe des N a m e n s o d e r d e r Fir m a sowie der Wohnung oder der Geschäftsstelle des Anzeigenden zum Abdruck ge- bracht werden. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Behörden können Ausnahmen zulassen. Z 2. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit Haft oder mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. § 3. Diese Verordnung tritt mit dem 18. Dezember in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens._ „Tie Gmeute von Verliu." Im.Berliner Tageblatt" lesen wir: »Englische Korrespondenten, die in Kopenhagen und in Amsterdam sitzen, erzählen dem Publikum ihrer Blätter jetzt täglich, daß bei uns so halb und bald die Revolution ausgebrochen sei. Sie schildern. wie Siröme von Blut durch die Berliner Friedrichstraße fließen, und berichten über Straßenschlachten mit vielen hundert Toten und zahllosen Verwundeten. Herr Fiy-Maurice, der sogenannte diplo- malische Mitarbeiter beb.Figaro", legt diesen Nachrichten einen solchen Wert bei— oder er tut doch so— daß er sie zu einem Anikol verarbeitet, der die flammende Ueberschrift»Die Emeute in Berlin" trägt. Der Artikel beginn« mit den tragischen Worten:.In Berlin ist Blut geflosien," und dann heißt eS darin: .Fünfzigtausend zur Berzweiflung gebracht« Männer und Flauen, sogen die un« auS Holland und Dänemark zugehen- den Depeschen, haben daS Reichstagspalais zu stürmen versucht, um die dori Beraienden, die den Luncn des Reichskan,lerS Bei- fall gespendet hatten, zu zwingen, sie anzuhören. Al« diese wütende Menge sich weigerte, den Aufforderungen der Polizisten zu folgen, hat die Polize» geschossen. ES bat Tote und Verwundete gegeben. Dann ist die Menge zum Schloß gezogen..." Was dort vor dem Schlosse alles geschehen ist, kann man gar nicht nacherzählen. Aber der geschichtlich bewanderte Mitarbeiter deS .Figaro" vei sichert, diele Vorgänge erinnerten an die ersten Tage unserer großen Revolution..." Ei« ministerielles Loblied avf Landwirtschaft und Großindustrie. München, 17. Dezember.(W. T. A.) Die Kammer der Abgeordneten erlebigte beule in einer Doppelsitzung den Etat für Landwirtschaft. Am Schluß der Sitzung sprach der Mi- nister de? Innern v. Soden der Landwirtschaft den Dank aus für das, was sie geleistet habe und nur auf Grund der Schutzzollpolitik leisten konnte. Wäre diese Schutzzoll- Politik nicht durchgestHrt worden, so ständen wir jetzt am Ende des Kriegs. Der Minister wies im Laufe seiner Ausführungen die von sozialdemokratischer Seit« gemachten Vorwürfe energisch zurück, daß Großindustrie. Großhandel und Großgrund- besitz das Grundübcl des Wuchers seien, und erkannte insbesondere das tütige Eingreifen der Industrie auf großen Gebieten der Technik zum Schutze unseres Heeres und uirferes Vaterlandes rühmend an. Ter Minister schloß: Vaterländischer Sinn und Begeisterung hat bisher über alle Schwierigkeiten hinweggeholfen und wird es auch ferner tun bis zu dem Siege, der von denen mit Gottes Hilfe errungen werden wird, die im Schützengraben stehen, unser Vaterland verteidigen und die so viel mehr ertragen müssen als wir. Ihnen gebührt unser heißer Dank. Darauf vertagte sich das HauS bis Mitte Januar._ Friedenskonferenz m der Schweiz. Zur Feststellung der Grundlagen eine« dauerhaften Friedens hätte am Donnerstag in Bern eine von 20 Ländern beschickte Ver- iammlung stattfinden sollen. Infolge der Schwierigkeiten des Paisieren« der verschiedenen Grenzen konnten noch nicht alle De- legierten eintreffen. Die Sitzung wurde daher aus Freitag ver- jchoben. Der Hauptkongreß soll im kommenden Frühjahr stattfinden. Die unzufriedene« Ritter. Die.Ritter' in Mecklenburg sehen ihre Souveränität von der Regierung bedroht. Jeder mecklenburgische Gutsbesitzer hat nämlich noch immer die Eigenschaft als amtliche Obrigkeit, die u. a. auch in seiner Polizeigerichtsborkett über keine.Hintersassen" zum Aus- druck kommt. Und darin fühlen sich die.Ritter" jetzt durch die Re- gieiung verletzt. Und zwar, weil daS Ministerium des Innern in einem Runderlaß die Polizeibehörden darauf hingewiesen hat. daß, wenn Streitigleiten zwischen Arbeiioebern und ausländischen Arbeitern entstehen, in erster Linie eine gütliche Einigung versucht werden solle; wenn sie mißlinge, solle der Rädelsführer verhaftet und dem Mint« sierium Bericht erstallet werden. Die Polizeibehörde wäre ausdrück« lich zu der Verbafiung ermächtigt für das Gebiet der Ritter- s ch a s t. aber nicht der G u t s o b r i g t e i t e n, sondern die groß- herzoglichen Kommisiare. Die.Ritter" haben gegen diesen Erlaß bei der Regierung Ein« spruch erhoben. Diele ontworiet« aber:»Daß man daS Recht der Verhaflungcir den Gulsherren nicht eingeräumt habe, rechtfertige sich schon dadurch, daß in den meisten Fallen der Gutsherr zu- gleich Arbeitgeber sei, sich olio in der Rolle der Partei besinde. Die Usbertragung an die ritterschaftlichen Polizei« ämter erscheine nicht angebracht." Die.Ritter" suchten nun den setzt versammelten Ständetag gegen die Regieruna mobil zu mache». Schließlich nahnien sie von einer direkten Aktion freilich Abstand, gaben aber die Er- Närung ab, sie lönnten nickt einsebe», weshalb die Re- gierung die Befugnis der Verbafiung der Arbeiter nickc den .riiterichaftlichen Polizeirichtern" überiragen habe». Und sie be» schlössen ferner, der Regierung zu eröffnen, daß„künftig die Rechte der ständischen Obrigkeiten(alio der Guts-- besitz») nicht unnötig beschränkt werden' sollten! ES sei hierzu festgestellt, daß die.ritterlichen Polizei« richler" von den Gutsbesitzern angestellte und besoldete Juristen sind'. Und da»vermag der Landtag nicht einzusehen", warum diese»ritterlichen Polizeirichier" nicht als un- beteiligt anzusehen find! Ein 17,»-Millionen-Defizit kündigte der badische Finanz mini st er Dr. Rheinboldt in der Sitzung der Haushaltskommission für den badischen Staats- Voranschlag für 1916/17 an. Der Minister hält es für sehr wahr« scheinlich, daß der Feblbetrag noch größer wird, wenn der Krieg über den 1. Januar 1916 sich verlängert. Um eine zu hohe Be- lastung der Steuerpflichtigen während deS Krieges zu vermeiden— was durch eine Erhöhung der Einkommensteuer um 45 Proz. hätte geschehen müssen—, habe die Regierung nur eine teilweise Deckung deS Fehlbetrages vorgesehen; sie verhehle sich nicht, welche schwere Verantwortung sie damit für die Zukunft auf sich nehme, in die dadurch eine große Last hinein- geschleppt werde. An eine Erhöhung der Vermögens« steuer sei jetzt in Baden nicht zu denken. Bei der Heranziehung der Einkommen habe sie nur an die Entlastung der fünf untersten Steuerstufen gedacht, sei aber für eine Befreiung bis zu einem Ein« kommen von 2960 M. zu haben, nicht aber bis zu 2400 M., wie eS die Mehrheit der Kommission wünsche. Vor der von den Sozial- demolraten vorgeschlagenen neuen Staffelung warnte der Minister Schließlich einigten sich Regierung und Kommission auf den Ver« miitelungsantrag. die Einkommen bis 2400 M. freizulassen und den Ausfall durch einen Zuschlag bei den Einkommen von 10 009 M. aufwärts zu decken. Die Steuererhöhung beträgt 29 Proz. bei Ein- knmmen von 2499 bis 19 909 M. und 25 Proz. bei Einkommen über 19 999 M. Die Wirtschaftsgemeinschaft. Der österreichisch-deutsche WirtschaftSver- band hielt in Wien feine Vollversammlung ab, in der der Vor- sitzende Mm. Freedmaern zu Beginn der Verhandlungen mit Be« zug auf die aus Anlaß des Amtsantritts des Handels« Ministers Spitzmüller veröffentlichte Ansprache der Be- friedigung Ausdruck gab, daß zum ersten Male seitens der Re« g i e r u n g die Nockoendigkeit eines iniNgsn wirtschaftlichen An« schlusses der beiden Zentra im ächte anerkannt worden sei. Ter Verband, der den Hatidelsmimster begrüßt hatte, erhielt von diesem ein in warmen Worten gehalteaes«chveiben, in dem er zusagte, zur Förderung der üb« aus wichtigen Interessen, zu deren Ver- tretung der Wirtschastsverband berufen sei, mit voller Kraft bei« tragen zu wollen.— Abg. Friedmann betonte die Notwendig- keit der Schaffung fester Grundlagen für die Gsmoinsamkeit der Handelspolitik und für«ine lebendige Jntereffongomeinschoft und erörterte hierauf eingeh« rd die Bedingung für sine Gemeinsam« keit in Handels- und zollpolitischer Beziehung auf dem Gebiete des VeickehrstveseuL usw.— Professor K ob a t s ch erörtert« die ein» jährige Geschichte der Bewapung zugunsto« eines dsutsch-iffier- reichisch«! WirtschaftsbiindmGcS. Sc wies dabei besonders auf die Stellungnahnie der verschiet>«ist«i Handels- und gewerblichen Ver« bände hin und bezeichnete es als von besonderer Wichtigkeit, daß die G«nei!nde Wien und ihr Oberhaupt. Bürgermeister Dr. Weis- kirchner, sich wiederholt für ein Wirtfchaftsbündnis ausgesprochen haben. Der Rodner kam zu dem Schlüsse, daß die Bewegung nun« mehr bei einem Punkte angelangt sei, wo bereits die beteiligten Regierungen die Fr«ge eröetern und daß es mrnmehr von der richtigen Form der Turchsührung des Bündnisses abhänge, um es auch zur Tat werden zu lassen. Die Jahreskonferenz der Christlich-Sozialen Reichspartei hat in Wien nach einem Bericht des ehemaligen Ministers Ritter v. Wittek«ine von ihm beantragte Entschließung angenommen, in welcher es heißt: Der angestrebte Wirtichaftsbund soll der heimischen Industrie eine zolltarifliche Vorzu�sbehandlung sichern und ein oinvernehmliches Vorgehen bei den handelspolitischen Verein- barungen mit dritten Staaten vorsehen. Bei Aufbau dieses Bun- deSverhältnisses sei darauf bedacht zu nehmen, daß den Berbün- deten ver beiden Reichs der Anschluß an den österreichffch«unga» risch,deutschen Wirrschaftsbund ermöglicht werde. In der»Zeitschrift für Politik" behandelt der Prager Hi- storiker Prof. Dr. Weber die künftige W i rtscha ftsgem ei nscha ft Teutschlands und Oesterveich-Uugarns und kommt zu folgenden Schlußlätzen: »Der engste Zusammenschluß Oesterreich-UngarnS mit Deutsch- laiid ist eine politische Notwendigkeit, die irnt allen möglichen Mitteln gefördert»erden mutz. Eine politische Verbindung, und wenn sie noch so eng wäre, würde nicht genügen, sie muß auch die Wirtschast umfassen. Es darf als zweifellos angeiuimmen werden, daß auch die Regierungen dieser Frage bereits näher getreten sind. Man wird äber doch gut tun, stets aufs neue die Mahnung zu erheben, daß da rasch und vorurteilslos gearbeitet werden müsse. Gewiß wird dem wirtschaftlich schwächeren Oesterreich-Ungarn von Deutschland möglichst entgegengekommen werden, aber seien wir in Oesterreich-Ungarn auch entgegenkommend und überspannen wir nicht den Bogen! Wir müssen beiderseits von dem Gedanken durchdrungen sein, daß wir uns gegenseitig brauchen und ohne«inander— wollen wir unsere Weltstellung behaupten— nicht bestehen können" Mit Vorbehalt hat sich auch der bahevische Landwirt- schaftSrat für ein deuffch-österreichisch-ungarischeS WirtschaftSbünd- nis ausgesprochen. Die bayerische Regierung wird nämlich drin- geird ersucht, obwohl eine zollpolitische Annäherung und Handels- und wivtschaftspokitische Matznahmen zur Erreichung dieses Zieles für norwendig erachtet wurden, jede Ermähi» g u n g oder gar Wegfall der jetzigen Zölle auf Vieh, Getreide, Hopfen, Holz, Wein nsw. im Interesse der bayerischen Landwirtschaft zu unterlassen. Tie Wirtschafisgemenffchaft würde unS wahrscheinlich keine Ermäßigung, sondern eine Erhöhung der Zölle bringen und uns infolge der zolltariftichs«! Vorzug Sbghandlung Oesterreich- Ungarns für immer mit den übrigen Staaten zollpolitisch ver- feinden. Vor einer solchen wirtschaftlichen Bundesgemeinschast kann daher nicht dringend und oft genug gewarnt werden! Kriegsbekanntmachungen. Keine Geheimschrift bei Mitteilungen an Kriegs« gefangene in Feindesland. Der Schriftverkehr der in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten unterliegt in Feindesland einer scharfen Prüfung, auch auf da» Vorhandensein unsichtbarer Schrift. Die au» den Briefen Gefangener gelegentlich hervoraehenden Anregungen, dem Airtwortbriefe Mitteilmigen in einer befnmniten unsichibaren Schrift beizufügen, icheiilen zuiveilen auf listige Veranstallungen des Feindes zurück» zuführen zu sein. Auf diese Weise versuchen unsere Gegner, die Mmeiluilgen über Vorgänge und Verhältnisse in Deutschland zu Schlüssen benutzen und zu unserem Nachteil verwerten, für sie wichtige Nachrichten zu erhalten. Um so mehr ist damit zu rechnen, daß Milteilungen in geheimer Schrift entdeckt und daß durch ihr Bckaiuilwerden die Juieressen des Reichs gefährdet werden. Der Gesangene selbst wird den schwerste» Nachteilen in bezug auf seine Behaudlung und seinen Briesverkehr ausgesetzt sein, sobald er über« führt erscheint, uusichlbar geschriebene Nachrichten aus Deutschland heimlich zu beziehen. Deshalb muß dringend davor ge« warnt werden, bei Milteilungen an die in der KriegSgefangen« schasl befindlichen Deutschen Geheimschrift anzuwenden. Gewerksthastliches. Die Streikversicherung öer üeutschen Unternehmerverbänöe. Neben den Unternehnlerarbeitsnachweisen und den gelben Werkvereinen iit nach Berichten der Avbeitgeberverbäirde die t r e i k v e r s i ch e r u n g ihr wirk-- tanstes Kampfmittel gegen die organisierte Ärbeiter schaft. Und es muß zugegeben werden, daß diese Einrichtung, obwohl sie eigentlich erst im Laufe der letzten 10 Jahre ermtlich ausgebaut worden ist, arn meisten zu der Machtentwickelung der Ärbeitgeberorganifationen beigetragen hat. Usber die Art und den Umfang dieser Streikversicherung macht das 11. Sonderheft zum„Neichsarbeitsblatt" beachten! werte Angaben. Diese beziehen sich auf das Ende des Jahres 1913 und die ersten Monate des Jahres 1914. Es ist aber unmöglich, cm dieser Stelle auf alles näher einzugehen. Dies wurde zu weit führen? es soll hier vielmehr nur auf die End Wickelung und den Umfang der Streikversicherung hingewiesen werden. � Nach diesen amtlichen Erhebungen, die, wie immer, lückenhaft von den Unternehmern beantwortet waren, hatten im Jahre 1913 insgesamt 286 Verbände, und zwar 57 Reichs-, 94 Landes- und 135 Ortsvcrbände Vorsorge gegen Schäden aus Arbeitseinstellungen getroffen. Das ist gegenüber dem Jahre 1910 eine Zunahme von 88 Verbänden. Noch deutlicher kommt aber diese Steigerung zum Ausdruck, wenn die er- mittelten Zahlen der gegen Streikschöden versicherten Mitglie- der und der bei diesen beschäftigten Arbeiter in Betracht ge- zogen werden. Es wurden gezählt: im organisierte mit versicherte Arbeitgeber mit Arbeitern Jahre Arbeitgeber Arbeitern überhaupt inProz. überhaupt in Proz. 1910 127 424 4 027 440 47 828 87,1 2 815169 57.5 1911 182 485 4 878 276 49 781 87.« 2 637 637 60.2 1912 145 207 4 641861«1973 42,7 2 873 469 61,9 1913 167 673 4 841 217 72 121 43.0 3 081 551 63,7 AuS diesen Zahlen ist erst ersichtlich, welch gewaltigen Umfang heute schon die Streikversicherung des deutschen Unternehmertums angenommen hat. Von 167 673 organi- sierten Arbeitgebern hatten sich im Jahre 1913 insgesamt 72 121 oder 43 Proz. dieser Streikversicherung angeschlossen. Gegenüber dem Jahre 1910 ist das ein Mehr von nicht wem- ger als 24 793 versicherten Unternehmern. Und daß hierbei mich die mächtigsten Unternehmer in Frage kommen, ergibt sich aus den wesentlich höheren Prozentzahlen der beschäftigten Arbeiter. Diese Durchschnittsprozentsätze werden von einer Reihe Industriezweige ganz erheblich überschritten. So waren im Jahre 1913 im Polygraphischen Gewerbe 95,9, in der Textilindustrie 89,3, in der N a h r u n g s- und G e- nußmittelindustrie 86,6, sin Bergbau und Hüttenwesen 85,0 und in der Metall- und M a- schinenindustrie 75,1 Proz. der organisierten Arbeit- geber gegen Streikschäden versichert. Nach Berichten der„Arbeitgeber-Zeitung" zu urteilen, sind die Unternehmer auch in der Zeit des Burgfriedens be- müht, ihre Organisationen weiter auszubauen. Das sollte die Arbeiter um so mehr anspornen, das gleiche zu tun, zumal durch den Krieg die Mitgliederreihen der Arbeitergewerkschaf- ten weit mehr gelichtet werden als die der organisierten Ar- beitgeber. Dazu kommt noch, daß die Gewerkschaften ganz gewaltige Summen an Arbeitslosen- und Kriegs- f ü r s o r g s u n t e r st ü tz u n g ausgegeben haben und noch weiter ausgeben, während die Arbeitgeber ihre Kassen in der Kriegszeit geschont, ja teilweise noch direkt aufgefüllt haben. Das Kräfteverhältnis ist also für die Gewerkschaften nicht günstiger geworden. Es ist deshalb Pflicht der organisierten Arbeiter, mehr noch als bisher an der Ausbreitung und Stärkung ihrer Organisation mitzuwirken, damit sie nach dem Kriege wieder ihre vornehmste Aufgabe, die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter zu bessern, in zufrieden- stellender Weist erfüllen kann, trotz der Streikversicherung der Arbeitgeber._ öerlin und Umgegend. Lohnregelungsversuche für Militärnäharbeiten. Während für die Uniformslücke und die LederauSrüstungS- gegenstände seit geraumer Zeit feste Lohntarise bestehen, die unter Milwirkung der Miliiärbehorden zustande gekommen sind, fekiit eine derartige Regelung bis jetzt noch für die vom Militär benötigten Wäicbestücke und sonstigen Näharbeiten. Nachdem die Berliner Wäschefabriken seit kurzem derartige Arbeiten von den Bekleidungs- ämlern übernommen baben. Hot die Branchenleitung der dem Schneiderverbande angehörenden Wäschearbeiter und-Arbeiterinnen den Versuch gemacht, gemeinsam mit den Fabrikanten einen Lobn- tarif für diese Arbeiten, sowohl für Zuschneider wie für Näherinnen zustandezubringen. Dieser Versuch ist bis jetzt ergebnislos geblieben. Der zu einer einleitenden Besprechung über ein Taristbkommen ein- geladene Vertreter der Wäschefabrikanten hat der Einladung nicht ssolge gegeben. ES soll nun versucht werden, mit Hilfe der für Militärichneiderarbeiten bestehenden SchlichtungSkommission oder ihres Vorsitzenden, des MagistraisratS V. S ch u l z, die Vertreter der Fabrikanten zur Teilnahme an einer Besprechung mit den Arbeitervertretern zu veranlasien. sollte auch dieser Versuch, einen Tarif zu vereinbaren, fehlschlagen, dann wird sich die Schlickiungs- kommission an die zuständigen Militärbehörden wenden mit dem Ersuchen, für alle hier in Frage kommenden Näharbeiten Akkord« löhne festzusetzen und die Unternehmer zur Zahlung derselben zu verpflichten, wie eS bei den Schneiderarbeiten längst der Fall ist. Zwar verlangen die Bekleidungsämter, daß die Unternehmer ortsübliche Löhne zahlen. Aber, was ortsübliche Löhne sind, darüber gehen die Ansichten der Unternehmer und Arbeiter meistens weit auseinander. Da eS sich bei diesen Aitikeln größtenteils um Heim- arbeil bandelt, so konnte hier bisher die schrankenloseste Lobndrückerei betrieben werden. Dem kann nur durch Festsetzung eines Lohntariss für alle vorkommenden Arbeiten vorgebeugt werden. Für einzelne Artikel: Drillichanzüge, Schneebemden, Halsbinden, Helmbezüge und neuerdings auch für Hemden hat das Bekleidungsamt de? Gardekorps schon Akkordlöhne vorgeschrieben. Dogegen fehlt eine Lohnfestsetzung noch für die meisten Näharbeiten, wie: Unterhosen, Leibbinden, Lazarettanzüge. Bettwäsche, Brotbeutel. Sanilätslaichen, Sandsäcke, Schutzkappen. Pelerinen. Pferdedecken. Auch für alle diese Artikel wünschen die Arbeiter tariflich festgelegte Lohnsätze. In einer Versammlung der Wäschezuschncider, welche dieie An- gelegenbeit besprach, wurde darauf verwiesen, daß für die Artikel, deren Löhne das Bekleidungsamt bereits festgesetzt bat, diese Löhne unbedingt gezahlt werden muffen. In Streitfällen über den Tarif- lohn wende man sich nicht an das Gewerbegericht— weil man da abgewiesen wird— sonder« an die SchlichtungSkommission der MÜitärschneider, welche den Ardeitern in jedem Fall den Tariflohn zuspricht. Deutsches Kelch. Kriegsrente und Lohnhöhe. Der Gedanke, daß er berechtigt sei, die den Äriepsinvaliden zu- stehende Rente vom Lobne zu kürzen, icheint nickt nur private Unternehmer zu beherrscken. es ha: vielmehr den Anschein, als wenn auck die Verwaltungen der Staatsbetriebe danach zu verfahren be- absichligten. Aus dem Bereiche der Kgl. Sächsischen Staats- e i s e n b a h n werden dem„Courier" des Transportarbeiter- Verbandes folgende Fälle gemeldet: „In der Eisenbahnw-rkstätte DreSden-Fr. war der Hammer- führer K. beschäftigt. Er wurde zum Heeresdienst eingezogen und focht gegen Frankreick. K. büßte ein Auge ein und wurde als Kriegsinvalide entlassen. Die Staatsbahnverwaltung stellte ihn wieder ein. und zwar mit einem Stundenlohn von— 30 Pi, K. erhält 27 M. Rente und eine Versiümmelungszulage von 15 M. monatlich, so daß er im ganzen Arbeitslohn einschließlich 42 M. Rente pro Monat 110 M. Einkommen hat. Er wird gegen« wärtig als Magazinarbeiier verwendet.— Einem zweiten Arbeiter, der ebenfalls vor dem Kriege im Betriebe der sächsischen Staatseisenbahn gearbeitet hatte und als Kriegsinvalide in die genannte Werkstatt kam. wurde die Rente in Abzug gebracht, und er erhält pro Stunde 37 Pf." Ter„Courier" bemerkt dazu: „Ueber dieies Verfahren wird zunächst im Landtag ein Wort mit den verantwortlichen Herren zu sprechen sein. Die beiden hier genannten'Fälle find jedenfalls nicht die einzigen ihrer Art, und die Abgeordneten werden mit dergleichen Materral genügend ver- sehen sein. Wenn dies Verfahren bei den Staatsbetrieben allgemein geübt werden sollte, dann könnte man den privaten Unternehmern kaum einen Vorwurf daraus machen, wenn sie dieselbe Praxis übten. Die Anrechnung der Renten auf den Arbeitslohn der Kriegsbeschädigten bedeutet eine Bereicherung der Unternehmer auf Kosten der Steuer- zahler. Dazu werden die Staatsbehörden aber dock die Hand nicht bieten wollen, und so darf man wohl hoffen, daß demnächst durch die Verbandlungen im Landtag klar zum Ausdruck gebracht wird, daß die Rente der Kriegsbefchädigteu nicht auf deren Arbeitslohn angerechnet werden darf, weder in privaten noch in staatlichen Be- tticbcn."_ Ms der Partei. Aus de» Organisationen. Der Sozialdemokratische Verein der Stadt Braunschweig beschästigie sich in seiner letzten gut besuchten Mitgliederveriamm« lung ain Mittwoch mit der politischen Lage, über die Genosse Dr. Tb a lheim er einen stark beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Gegen nur eine Stimme wurde die folgende Resolution an- genommen: „Die Mitgliedervers ammlung des Sozialdemokratischen Ver« ein- Braunschweig begrüßt die Zimmerwalder Konferenz und erklärt sich bereit, ihre Beschlüsse zu unter- stützen. Sie erwartet von der Minderheit der Sozialdemokratischen Reichstagsfrakiion, daß sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit selbständig und aktiv im Sinne der internationalen Beschlüsse auf- tritt, insbesondere daß sie gegen... auftritt." Der Abgeordnete des Kreises. Genofle B l o S, soll durch den Vorstand des OrtSvcreinS auigefordert werden, in einer der nächsten Mitgliederversammlungen über seine eigene Stellungnahme zur politischen Lage Bericht zu erstatten. Heplun-Slierel für Herren und Damen In eleganter, solider Ansföhrnn� Einlieitsprcisej. ia neuesten amerikanischen und deutschen Fassons, schwarx und farbig, In Schnür-, Schnallen-, Zug-, Knopf-, auch in Derby- Schallt, mit und ohne Lackkappe, auch in ganx Lack j w Trotz der hohen lederpreise"Wi ElnBlIcklnonserähoufensterssitlhnen alles! 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TaS wird erst möglich sein, wenn der Emissianskurs von 88 wieder erreicht ist. Außerdem wird der Kurs durch mili- tärische Erfolge beeinflußt werden. Ein führender amerikanischer Finanzmann sagte dem Korrespondenten: Tic Anleihe kam unter dem Eindruck der Offensive an der Westfront zustande. Neue Er- folge wären nötig, um die Amerikaner zu veranlassen, die AondZ zu kaufen. Erhöhte englische Ausfuhrtätigkcit. Laut„Times" vom 8. Dezember beträgt das Passivum der englischen Handelsbilanz im November ISIS noch 27 Millionen Pfund. Das Passivum ging im Vergleich zum Oktober um Ilf Millionen, im Vergleich zum September um 314 Millionen zurück. sKriegslieferungen sind bei dieser Rechnung nicht berück- sichtigt.) � Die Einsuhr steigt leider fortgesetzt und ist wiederum um 4 Millionen Pfund höher. Mehr als die Hälfte dieser Steige- rung entfällt auf Nahrungsmittel. Die Einfuhr betrug 71?l Mill. Pfund, wovon für 814 Millionen wieder ausgeführt wurde. Sehr erfreulich ist es dagegen, daß britische Fertigsabrikate um äVi Millionen Pfund mehr ausgeführt wurden. Die Ausflchr- zifser betrug Zör» Millionen Pfund, die böchste Ausfuhr- z i ff e r s e i t B e g i n n des Kriege?. Die niedrigste Ausfuhr mit 24� Millionen brachte der August 10:14, die nächslhächste mit 34?� Millionen der Juli 1018. Leider bleibt das uimngenehmc Ergebnis, daß der Uebcrschuß der Einfuhr 72 Proz. höher ist als im November 1013. für sie geltend, daß ihr eine strafbare Mißhandlung nicht nachge« wiesen sei, daß sie sich vielmehr mindestens in Putativnotwehr, d. h. in Abwehr eines von ihr irrtümlicherweise angenommen Angriffs, befunden habe. Das Gericht trat dem Verteidiger hierin bei und erkannte bezüglich der Körperverletzung auf Frei- sprechung: wegen der b e I e i d ige n d e n Aeußsrungen wurde die Angeklagte zu zehn Mark Gskvstrafe verurteilt. Soziales. „Dienstunfähig oder erwerbsunfähig"? Bei der Frage: Krankengcldgcwährung an Kriegsteib nehmer kommt es sehr oft vor. daß den Krankenkassen ein> fache Bescheinigungen von den Versicherten zugestellt werden, nach welchen der Lazarettarzt einfach bescheinigt, daß der Soldat Soundso bis zum....„dienstunfähig" war. Weigert sich nun die Krankenkasse das Krankengeld zu zahlen, weil dienstunfähig und erwerbsunfähig zwei grundverschiedene Dinge sind, so kommt es auch zu einer für den Erkrankten uw günstigen Entscheidung, wie nachstehender Fall zeigt: Kläger ist vom 27. April bis 31. Mai als zahnkrank in der Leichtkrankenabteilung zu I. behandelt worden. Er fordert von der Ortskrankenlasse zu Fr. für diese Zeit das Krankengoid, da er ja laut Bescheinigung des Krankenhauses in dieser Zeit„krank und felddienstunfähig" gewesen sei. Als die Kranken kasse sich weigerte das Krankengeld zu zahlen, weil der Kläger ja nicht„erwerbsunfähig" gewesen sei, erhob dieser Beschwerde am Versicheruugsamt. I. wurde aber mit seiner Klage abgewiesen. Naw der Auskunft des dirigierenden Arztes sei der Kläger„wohl seid dienstunfäbig, jedoch nicht a«t>«itSunfähig im Sinne der öteichsversiche rungsordnung gewesen." Weiter heißt es in der Enlschetdung: „Es ist kenwswegS gesagt, daß der Kläger arbeitsunfähig im Sinne der NeichsversicheruugSordnung gewesen sein muß, w«m er infolge Zahnkrankheil vo»itbcrgeh«rd zum Felddlenst nickt geeignet war. Natürlich stellt der FeldStenst an die Gesundheit ganz andere Anforderungen als die normale berufliche Friedensarbeit des Klägers. Es lag daher kein Grund vor, entgegen dem ärztlichen Gutachten anzunehmen, daß der Kläger infolge seiner Zahnkrankheit in derartigem Zustande war, daß er die Arbeit seines Berufes nicht hätte leiffen können, wenn er nicht dem Heere angehört hätte. Darauf allein kommt es aber für das VerhäNnis dcö Beschwerdeführers zur Krankenkasse an. Zu welchem militärischen Dienst der Beschwerdeführer infolge der Zahn- kranlheit nicht fähig war, ist unerhebuch." Urlauber, erwerbt die freiwillige Mitgliedschaft zur Kraukeukasse! Bei Beginn des Krieges haben es viele Kriegsteilnehmer unter- lassen, sich als freiwillige Mitglieder bei den Ortskrankenkasien weiterzuversichern. Gemäß Z 3 des Gesetzes betreffend die Erhaltung der Anwartschaft auf die Krankenversicherung vom 4. August 1014 sind die Kriegsteilnehmer berechtigt, binnen sechs Wochen nach der Rückkehr in die Heunat der Krankenkasse als freiwillige Mitglieder wieder beizutreten. Das Reichsversicherungsamt hat nun entschieden, daß unter„Rückkehr in die Heimat" uicht erst die Rückkehr nach dem Kriege gemeint sein kann, sondern jede Rückkehr aus dem Felde auf längere Zeit. Sofern ein Soldat also einen Urlaub vou mehr als 10—12 Tagen erhält, und während dieser Zeit sich in der Hsmrat aushält, ist es ihm möglich, seine Wiederversicherung bei der zu- ständigen Krankenkasse zu beantragen und sich im Falle einer Ver- wundung oder Erkrankung im Felde die Wohltaten der K»anien- Versicherung zu sichern. ES sei daher allen Urlaubern, die sich in der Heimat aufhalten, geraten, die Aufnahme als freiwilliges Mit- glied bei feiner früheren Krankenkasse zu veranlassen. Gerichtszeitung. Dieustmädcheu und Belagerungszustand. Die auch für andere Verhältnisse recht erhebliche Frage, ob ein Dienstmädchen strafbar ist, das gegen eine ihm nicht bekannte Verordnung der Militärbehörde verstößt, hat das Reichsgericht zugunsten des Dienstmädchens am Donnerstag verneint. Vom Landgericht II in M ü n ch e n ist am 7. Oktober die ver- ehelichte Berta B ru n n e r wegen Vergehens gegen das Kriegs- zustandsgesetz zu zwei Tagen Gesängnis verurteilt worden. Nach einer Verfügung der Militärbehörde dürfen landwirtschaftliche Dienst- boten vor Beendigung der Ernte ihren Dienst nicht ohne Erlaubnis ihres Dienstherrn oder ohne einen wichtigen Grund verlassen. Die Angeklagte hatte sich, nachdem ihr Mann zum Heere einberufen war, bei einem Landwirt als Arbeilerin verdungen und hatte dabei bemerkt, daß sie solange im Dienst bleiben wolle, wie ihr Mann im Kriege sein werde. Als dann ihr Mcnm einige Tage auf Urlaub kam, erhielt auch sie Urlaub von ihrem Tstenstherrn. Nach der Abreise ihreS Mannes nahm sie aber nicht wieder ihren Dienst auf. Sie will die sragtiche Verfügung der Militärbehörde nicht gekannt haben. DaS Landgericht'hat diesem Einwand keine Beochtmig ge- schenkt, es war der Meinung, daß die Angeklagte jedenfalls im hohen Grade fahrlässig gehandelt habe, wenn sie sich nicht vor dem Dienstantritt über die bestehenden Verordnungen erkundigte. Die Revision der Angeklagten wurde in der Ver- Handlung vor dem Reichsgericht vom Reichsanwalt für be- gründet erklärt. Er führte aus: Ich muß offen sagen, ich lose auch nicht alle Verfüaungen der Militärbehörde, und man kann von einem Dienstboten iwerbaupt nicht verlangen, daß er eine Zeitung liest, und wenn er sich keine hält, kann man auch nicht verlangen, daß er die Verfügungen liest. Wenn er aber zufällig eine liest und die Ve»fügung nickt liest, warum soll er strafbar sein, wenn der- jenige, der keine Zeitung liest, nickt grob fahrlässig handelt? Ich glaube, das Lesen einer Zeitung muß hier vollständig ausscheiden. Es kann sich nur darum handeln, ob ein Dienstbote zu KriegSzsiten damit rechnen muß. daß für Dienstboten besondere Vorschriften ge- troffen sind, denn nur dann ist er verpflichtet, sich oarum zu kümmern. Wenn er aber mit Recht annehmen kann, daß Dienstboten nach wie vor den alten Bestimmungen unterstshen, dann wirb eine Verpflichtung, sich nach besonderen Bestimmungen zu erkundigen. nicht bestehen. Wenn eine Verurteilung eintreten soll, so muß daS Urreil anders begründet sein; es müßte nachgewiesen sein, daß die durch den Krieg geänderten Verhältnisse so tief in das Leben ein- greifen, daß jeder einzelne von solchen Aenderungen Kenntnis hat, sich zu erkundigen, ob in bezug auf ihn sich etwas geändert hat. DaS Reichsgericht trat diesen Ausführungen bei und hob das Urteil auf und verwies die Sache an ein anderes Gericht, nämlich an das Landgericht I in München. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 407 der preußischen Armee ent- hält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: Garde- La ndst.-Jnf.-Bat. Zorndorf; Gardc-Res.-Jäger-Bat. Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.-Regimenter Nr. 18. 21, 27. 30, 31, 32, 34, 33, 41, 42. 43, 46, 40, 52, 54, 55, 67 bis einschl. 70, 73, 75 bis einschl. 80, 83, bis einschl. 03, 95, 98, 100, 110, 117, 118, 128, 129, 131, 132, 153, 170 bis einschl. 176, 184, 188, ISO, 333 ss. Jns.-Rcg. Nr. 334). 334, 341, 352, 376, 377, 378. Res.-Jnf.-Regtmenter Nr. 18. 10. 22, 23. 24. 29, 82, 85. 46. 48. 52. 67, 72, 76 bis einschl. 79, 81, 83 ss. auch Feldsliegertruppest 84, 86, 00. 02. 118, 130, 203 ss. Res.-Jns.-Reg. Nr. 206), 206 bis einschl. 200, 213. 217 bis einschl. 221, 228. 224, 223. Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 28. Landw.-Jnf.-Regimcntcr Nr. 5, 18, ss. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 84). 20. 22. 27. 46. 51. 55, 68, 73, 76, 77, 84. Komb. Ers.-Bataillone der Jns.-Regimentcr Nr. 23 und 63(f. Jns.-Rcg. Nr. 352). Brig.-Ers.-Bat. Nr. 56(f. Ers.-Jnf.- Reg. Nr. 28). Landst.-Jnf.-Bataillone: 1. Braunsberg(f. 1. Landjt-. Jns.-E-f.-Bcft. Alienstein). Dessau, 1. Hagenau, 1. Jnsterburg. 2. Jauer, Muskau, Paderborn, Rastenburg. Rcckltnghauseu, Schweidnitz. Landst.-Jnf.-Ers.-BataiIIone: 1. Allenstein und Eott- bus. Jäger-Bataillone Nr. 2, 5 ss. auch Jnf.-Reg. Nr. 41), 7, 0, 11, 14; Res.-Bataillone Nr. 4, 5, 21, 22, 23. Maschmengew.-Koinp. Nr. 403; Feld-Maschinengew.-Zug Nr. 203(f. Jns.-Rcg. Nr. 83); FestungS-Masckinengew.-Abt. Nr. 2(Schorn); FestungS-Maschincn- gewebr-Trupp Nr. 8. Kavallerie: Dragoner Nr. 5 und 0; Jäger zu Pferde Nr. 5. Feldartillerie: 1. Garde-Reg. Regimenter Nr. 1, 4, 15, 21, 22, 84, 45, 66, 200, 221; Res.-Regimenter Nr. 1 und 20. Fußartillerie: Regimenter Nr. 4, 7, 17; Res.-Regimenter Nr. 3 und 8; Landw.-Bataillone Nr. 2 und 15. Fußart.-Batlerien Nr. 102 und 103. Proniere: I. Garde-Bat. Regimenier Nr. 10. 23. 25; Bataillone: I. Nr. 1. II. Nr. 3, I. und II. Nr. 11. II. Nr. 14. I. Nr. 13, I. Nr. 17, II. Nr. 21; Kompagnien Nr. 104, 200. 220; Res.-.Kompagnicn Nr. 85 und 00. Res.-Scheinwerserzug Nr. 42. Mittlere Minenwerser-Abteilungen Nr. 117 und 131. Verkebrstruppen: Res.-Eis enbahnbau-Komp. Nr. 2. Fernspr.- Abt. des Landwebrkorps. Feldluftschisfer- und Feldfliegertruppe. Kraftfahr-Bai. Eiappen-Kraftwagetr-Staffel 11. Personen-Kraft- Wagenpark Metz. Train: Provianikolonne Nr. 2 der 56. und Leichte Proviant- kolonne Nr. 1 der III. Jns.-Div. Magazin-Fuhrparkkolonne Nr. 37 der 9. Armee und Nr. 100 der Nsemen-Armee. FestungS-Fuhr- Parkkolonne Nr. 8/0 Breslau. Feldbäckereikolonnc Nr. 107. Munitionskolonnen: Schwere Feldart.-MunitionSkolonne Nr. 1 der 123. Jnf.-Div. Res.-Art.-Munftionskolonne Nr. 08 des 41. Rc- servekorps. Sanitäts-Formationen: Res.-Sanitäts-Komp. Nr. 6 der 41. Res.-Tiv.(s. Res.-SanitätS-Komp. Nr. 61) und Nr. 61. Gebirgs- Sanitäts-Komp. Nr. 202. Kommando des WaffensammeloffizierS 14 der Armee-Abteilung Gaede. Armierungs-Bataillone Nr. 0, 28, 38, 55, 12V. •* * Die Sondor-Verlustliste des Deutschen Heere?(Uri ermittelte) Nr. 10 enthält Angaben über I. in Kriegsgefangenschatt, im Lazarett oder auf dem Schlachtfelde verstorben« Angehörige des Deutschen Heeres mit unzuverlässigen Personal- und Trupven- angaben: Kriegergräber mit unvollständigen oder unzuverlässigen Aufschriften; II. Weitere Ermittelungen zu den Sonder-Verlust- listen Nr. 1. 2, 3. 4, 5 und 7. Der Schluß der württembergischen Verlustliste Nr. 322, deren Inhalt gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Heschästliche Mitteilungen. Die Herrengarderobc-Firma Molkenmarkt 7/S, IV. Etage, weist aus ihr großes Lager an Garderobe hin. Die Verkaufszeit ist täglich von 10— 8 Uhr sestgesetzt, am goldenen Sonntag von 12— 8 Uhr. Das SchubwarcnhauS Carl stiller empfiehlt seine Filiale» zum Bezüge von Schubwaren aller Art. Die Firma Bial u. Freund, Breslau, hat einen illustrierten Kriegskatalog herausgegeben, der für die Käufer von Musikinstrumente», Sprechapparaten. Spielwaren u. a. alle? Nähere über die Bezugs- bedmgungen enthäll._ Wetteraussichten für da»«tttlere Norddeutschlaud dt» Sonntag mittag. Zeitweise nebelig, sonst vielfach heiter, ohne erhebliche Niederschläge; Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend. i Ihnen hiermit Gelegenheit, kür hilliges Geld beste der gewaltigen Teuerung anl dem Ledermartte sind Vermieterin und Kriegerfrau. Lännvolle Straßenszenen Hat eine Mietsstreitigkeit Hervor- gerufen, die zwischen der Hauseigentümerin Frau Helene K. ans der Finowstraßc und der Frau eines Landsturmmannes entstanden war. Die Kricgerfrau hatte die Vermieterin in deren Wohnung auf- gesucht, um auf einen MietSrückstand eine TeRzahlung zu leisten. Ueber die Verrechnung dieser Zahlung ergaben sich MeinungS- Verschiedenheiten. In der Hitze des Wortwechsels ließ Frau K. einige recht spitze Anmerkungen über den angeblich nickt einwand- freien Lebenswandel der Mieterin fallen. Es kam zu Tätstchkeiten. Die Mieterin eilte weinend auf die Straße, wo sich alsbald die übrigen im Hause wohnhaften Kriegerfrauen teilnahmsvoll zu ihr gesellten. Vorübergehenden, die sich nach dem Grunde der Tränen erkundigten, wurde bedeutet, daß die weinende Frau bei Entrichtung der Miete von der Hauswirtin derart geschlagen worden sei, daß sie eine Gehirnerschütterung erlitten habe und ins Krankenhaus gebracht werden müsse. DaS empörte Publikum. das sich mehr und mehr ansammelte, veranlaßte einen zufällig deS Weges kommenden Sanitätssoldaten, sich der allgemein be- dauerten Frau anzunehmen. Der Heilkundige konnte keinerlei Per- letzung feststellen. Diese Totsache besänfrigte die Gemüter etwas. Dennoch umlagerte bald eine gewaltige Menschenmenge das Haus. Frau K. ließ schleunigst die Jalousien herab. Die Pförtnerssrau holte durch einen Hinterausgang drei Schutzleute her- bei. Diese zerstreute die Menge. Für Frau K. hatte die Angelegenheit eine Anklage wegen Körperverletzung und Beleidigung zur Folge. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte, vor dem sie sich gestern verantworten mußte, machte ihr Verteidiger bi ** 2 a u Pr.iiont.nchi.d bi. tß Ulster«'Ä. 83/4,!21/s, 18,-, 25,-, 33,- mOUig* J buKtaatutiguag 17,-, U- 35.- 49- 65.- Oedisgsnc WoUpiasoh- qq jq eo 7E Brlnuner-, Astrsshsm-M&mUl» aoi~f» 0~ b.i N'.aaaF.rliroaz 80.—, SV.—. 106,—. 149— Bast« Gummimäntel 25,-33, 43,- Ijod.Bmänt«l 15.— GwTit.rU S.id.B- a. Samikl.idar SO,—. 50,— Lodeapfti.rm.a 10.— Sebwar» a. färb. ModeUrö.ko, Woll� S»n>t, Taff.t 15,—, 36— Sonntag* geöffnet. 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Sladtkücben und Erfrischungsräumen sowie in Vereinsräumen. Dort dürfen zur Bereiiung von Kuchen keine Eier oder Eierkonserven und auf SOV Gramm Mehl oder mehlartige Stoffe nicht mebr als lOO Gramm Fett und Ivo Gramm Zucker verwendet werden, Aehnlich steht es mit der Bereiiung von Tortenmasse und von Rohmasse für Ma- krönen. Im ersten Falle dürfen auf bvv Gramm Mehl oder mehl- haltige Stoffe nicht mehr als 150 Gramm Eier oder Eierkonserven. I5V Gramm Fett und lbv Gramm Zucker, im zweiten Falle auf 1V0 Gramm Mandeln nicht mehr als lbv Gramm Zucker und von Makronen auf bvv Gramm Rohmasse nicht mehr als 500 Gramm Zucker zur Verwendung kommen. Die Benutzung von Hefe als Treibpulver ist verboten. Die Herstellung von Backwaren in siedendem Fett, Bock- waren unter Verwendung von Mohn, Baumkuchen, Creme unter Verwendung von Eiweist. Fett, Milch oder Sahne jeder Art. Fett- streuselkuchen ist in allen gewerblichen Betrieben gänzlich verboten; auch dürfen Teige und Massen, die außerhalb der genannten Be- triebe und Räume hergestellt find, in diesen Betrieben und Räumen nicht ausgebacken werden. Alle Backwaren, zu deren Bereitung mebr ol» zehn Gewichts- teike Zucker auf 90 Gewichisteile Mehl oder mehlartige Stoffe ver- wendet werden, gelten als Kuchen oder Torten. Butter und Butter« schmalz, Margarine. Kunstspeisefett sowie tierische und pflanzliche Fette und Oele aller Art gelten als Fett. Die Beamten der Polizei und die von der Polizei beauftragten Sachverständigen sind befugt, in die Geschäftsräume der dieser Per- ordnung unterliegenden Personen jederzeit einzulreien, Besichtigungen vorzunebmen, Geschäftsaufzeichnungen einzusehen und nach ihrer Auswahl Proben zur Untersuchung zu entnehmen. Die Unternehmer und die von ihnen bestellten Betriebsleiter und Aufsichtspersonen find verpflichtet, alle zweckdienlichen Auskünfte zu erteilen. Verstotze gegen die einzelnen Bestimmungen werden mit Geld- strafen bis zu 1500 M. oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten bestraft; auch kann die zuständige Behörde Betriebe schliefen, deren Unternehmer oder Leiter sich in Befolgung der Pflichten unzuver- lässig zeigen, die ihnen durch diese Verordnung oder die dazu er« lassenen AuSführungSbestimmungen auferlegt sind. Die Vorschriften dieser Verordnung finden keine Anwendung aus KekS-, Zwieback-, Honig-, Pfeffer- und Lebkuchenfabriken, soweit sie zu KekS, Zwieback, Honig-, Pfeffer- oder Lebkuchen Getreide oder Mehl verarbeiten, da? ihnen von der ReichSgetreidestelle, von den Heeresverwaltungen oder der Marineverwaltung geliefert ist. Sie gelten ferner nicht für Zwieback, der für Rechnung der Heeresverwaltungen. der Marineverwaltung oder der Vereinslazarette der freiwilligen Krankenpflege hergestellt wird. » Eine gleichzeitige BundeöralSverordnung schränkt die Herstellung von Schokolade aus Sühigkeiten ein, die auch heute in Kraft tritt. Sie gestattet den gewerblichen Betrieben, in denen Süfiig- leiten hergestellt werden, für das Jahr 1915 nur noch die Hälfte der Zuckermenge zu Sützigkeiten zu verarbeiten, die sie vom 1. Oktober 1914 bis S0. September 1915 hierzu verarbeitet haben. Milch, Sahne und Fett dürfen zur gewerbsmäßigen Herstellung von Süßigkeiten und Schokolade nicht verwendet werden. Auch hierbei werden Zuwiderhandlungen mit Geld- oder Gefängnisstrafen bedroht. » AIS Schokolade im Sinne dieser Verordnung gelten alle Zu« bereilungen aus Kakaomasse und Zucker auch unter Zusatz von Kaiaofett, Kakaobutter, Gewürzstoffcn sowie Nußkernen, Mandeln und dergleichen. Als Süßigkeiten im Sinne dieser Verordnung gelten Zucker- waren jeder Art, insbesondere Bonbons, Dragees, PralineeS, Fondants, Marzipansachen. Christbaumzuckerkachen, Osterzuckersachen. Als Fett im Sinne dieser Verordnung gelten Butter, Buitcr- schmalz, Margarine, Kunstipeisefett sowie tierische und pflanzliche Oele und Fette aller Art, außer Kakaofett und Kakaobutter. Groß-öerlin. Kriegerfrauen im GewerkschaftshauS. In diesen Tagen geht es in den Gewerkschastssluben recht lebhaft zu. Nicht wie sonst, wo meist nur Männer da ununter- brachen ein- und a-uSgehen, sondern Frauen sind eS, Frauen und Kinder, dazwischen ab und zu ein Feldgrauer. Die A u s z a h l u ng der Weihnachtsunter st ützung ist eS, die sie herftihrt und die offenbar besser geregelt ist als etwa der Butterverkauf. Denn der Zug der Frauen gerät keine Minute in Stockung; es gibt kein Gedränge. Anschaulicher und unmittelbarer als durch Wort und Schrift wird jetzt mancher Frau klar, daß die Gewerkschaft, der ihr Mann angehört, wirklich nicht nur dazu da ist, wie sie manchmal murrt«, um von jedem Wochenlohn einen Betrag als Verbandsbeitrag zu fordern. Zwar ist es nicht viel, was die Verbände der einzelnen Kriegcrfrau mit ihren Kindern zu Weihnachten bieten können, zu- mal nicht bei der herrschenden Lebensmittelverteuerung; aber es ist um so notwendiger und darum willkommener. Dabei zeigt sich auch der Fehler, den manche Frauen begehen, indem sie aus irgendwelchen kleinlichen Gründen nicht mehr den „V o r wä r t S" lesen, seitdem der Mann im Felde ist, sondern irgendein billiges bürgerliches Blatt, um fünf Pfennige in der Woche billiger als der„Vorwärts", Die Folge davon ist, daß manche Frauen von der Auszahlung der Unterstützung überhaupt nichts wissen, andere machen sich den Weg zunächst vergeblich, weil ihnen nicht bekannt ist, wann sie kommen sollen und so zur unrechten Zeit kommen. Im„Vorwärts" ist aber noch vieles andere zu lesen, was die Arbeiterfrauen wissen sollen. Und während den Frauen, die in der Konsumgenossenschaft kaufen, was dort zu haben ist, sich der Vorteil in Gestalt von reeller Bedienung und in Form der Rückvergütung wieder handgreiflich bemerkbar machte, gibt eS immer noch viele Frauen, die auch die Notwendigkeit der Mitgliedschaft in der Konsumgenossenschaft noch nicht zu würdigen wissen. Allein, der Krieg, der zehntausende Frauen neu in da? Er- werbsleben spannt, die vordem nicht direkt von ihm erfaßt wurden, drängt ihnen auch manche Erkenntnis auf, der sie sich bisher ent- ziehen konnten. Aus der Not der Dinge wächst die proletarische Solidarität auch in den Reihen der Frauen, die Einsicht in die Be- deutung der gewerkschaftlichen, politischen und genossenschaftlich-n Organisation und der Arbeiterpresse. Da ist denn schon der erste Gang zum Gewerkschaftshaus für viele Frauen ein Ereignis und für die künftige Gestaltung der Tinge von symptomatischer Bedeutung. Ter Bebauungsplan für Treptow. Ter Magistrat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung erneut mit dem Treptower Bebauungsplan für den für die Erschließung als Baugelände in Betracht kommenden im Eigentum von Berlin stehenden mittleren Ortsteil, der an die Anlagen des Parks und Plänterwaldes angrenzt. Im Bestreben hier ein den modernen städtebaulichen Anschauungen entsprechendes Werk zu schaffen, hatte der Magistrat, wie wir bereits berichtet haben, die bekannten Städtebauer Jansen und Eberstadt mit der Aufstellung von Entwürfen für die Bebauung beauftragt. Beide— Eberstadt hatte für die Lösung der Aufgabe den Professor Mehring zugezogen— hatten ihre Pläne eingereicht und in einer unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth eingesetzten Magistrats- kommission erläutert. Beide Entwürfe waren bekanntlich publiziert worden, damit die Oeffentlichkeit in die Lage gebracht werde, sich selbst ein Bild über beide Pläne zu machen. Da diese die b e st e h e n d e n Bauordnungen nicht genügend berücksichtigten und in einem derselben den Verkehrsrichtungen nicht voll ausreichend Rechnung getragen war. ivurde unter Zugrundelegung der Jansen- und Eber- stadt-Möhringschen Entwürfe im Einvernehmen mit den Dezer- nentcn der Gemeinde Treptow vom Stadtbaurat Krause ein neuer Bebaungsplan aufgestellt, der in der gestrigen Sitzung des Magistrats beraten wurde und dessen Billigung fand. Dabei ist die Verlängerung der Untergrundbahn Moabit- Görlitzer Bahnhof als Hochbahn neben der Görlitzer Bahn vorgesehen, was zur Folge hat, daß durch den Bau dieser Bahnstrecke als Dammbahn verhältnismäßig geringe Kosten verursacht werden._ Unsere Buchhandlung sowie die Ausstellung von Büchern, Wandschmuck und empfehlenswerten Jugendschriften ist morgen Sonntag nachmittag von 1— 7 Uhr geöffnet. Unsere in den verschiedensten Stadtteilen sich befindlichen Zcitungsausgabestellen sind morgen von 2—7 Uhr geöffnet und werden dort Bestellungen bereitwilligst entgegengenommen. Preispriifung. In der letzten Sitzung des FacbaussckmffeS für Hülsenstüibte, Kolonialwaren uiw. der PreiSprüfungsstelle Groß-Berlin wurden be- sonders die jetzigen Teepreise zur Sprache gebracht und darauf hin- gewiesen, daß vielfach übermäßige Gewinne gemacht werden. Die PreiSprüfungsstelle wird den Einzeliällen nachgehen und auf an- gemessene Preisherabsetzungen hinwirken. Ein Charlottenburger Bäckermeister hat für auS Dresden be- zogene und als Dresdener Stolle verkaufte Waren 1,40 M. bezahlt und diese zum Preise von 1,75 M. weiter verkauft, obwohl nach Sachverständigenurteil ihr Wert nur etwa 50 Pü beträgt. Der Fachausschuß wird die Angelegenheit prüfen und sich sofort auch mit der Preisprüfungsstelle in Dresden in Verbindung setzen. DaS Kaufen von Butter wird vor allem den Frauen fast unmöglich gemacht, die außer dem Hause ihrer Arbeit nach- gehen müssen. Uns gehen Zuschriften zu, in denen lebhafte Klage über diesen Uebelstand geführt wird. In der kurzen Mittagspause reicht die Zeit nicht aus, um längere Zeit sich vor einem Butterladen aufzustellen. Schickten die Frauen aber ihre Kinder, so würden dieselben in vielen Fällen zurückgetviesen. Das ist ein schwerer Mißstand. Nun wird andererseits wieder geklagt, daß manche Leute alle Familien- gliedcr zum Ankauf von Butter nach den einzelnen Läden ausschicken, um sich auS den verschiedensten Gegenden Butter zu verschaffen. Eine baldige Regelung dürfte nicht mehr zu umgehen sein. Ehedrama in Steglitz. Gestern morgen schoß der Apotheker K. in Steglitz, Schloßstr. III, der mit seiner Frau in Scheidung liegt und gestern stüh die Vor- ladung zur Haupwerhandlung erhielt, aus einer Browningpistole drei Schüsse auf seine Frau ab, von denen zwei den Arm und das Schlüsselbein verletzten, während der dritte die Lunge durchbohrte. Die Frau flüchtete über die Hintertreppe zu den Pförtncrsleuten, wo sie schwerverletzt zusammenbrach. Ter Mann hatte sich in seine Wohnung eingeschlossen, die Polizei mutzte die Tür er- brechen und fand ihn in einem Bette liegend auf. Er hatte Zyankali genommen. Da er noch schwach« Lebenszeichen von sich gab, wurde auch er ins Krankenhaus übergeführt. Die beiden Kinder des Ehepaares, im Alter von 7 und 8 Jahren, die zur Zeit des Vorfalles in der Schule waren, wurden von der Mutter der Frau in Pflege genommen. Aus dem Fienster gestürzt. Durch einen Sturz aus dem Fenster tötete sich gestern morgen die geschiedene Frau Luise Thumack, die mit ihrem acht Jahre alten Sohn im fünften Stock des Vorderhauses Stralsunder Straße 39 wohnte, während die vierjährige Tochter bei Verwandten ist. Die Frau hatte schon am Donnerstag den ganzen Tag ein sehr aufgeregtes Wesen gezeigt, über die Veranlassung sich aber nicht geäußert. Nachdem der Knabe gestern morgen zur Schule ge- gangen war, sprang sie aus dem Fenster ihrer Wohnung und ver- letzte sich so schwer, daß sie auf der Stelle verschied. Die Haus- wirlin benachrichtigte die Revierpolizei, die dann die Leiche be- schlagnahmte und nach dem Schauhause bringen ließ. Verloren. Ein braunes Lederportemonnaie mit 8 M. Inhalt ist von der Reinickendorfer bis Wieienstraße verloren worden; ab- zugeben:„Vorwärts'-Spedition, Müllerstr. 34n. Stadtrat Mi er entgegnete, daß die Gemeinde alle Mittel ergriffen habe, um unsere Bevölkerung mit billigen und notwen- Ingen Nahrungsmitteln zu versehen, soweit ihr die Gesetzgebung die Möglichkeit in die Hand gebe. Auf die Produzentenpreise hat die Gemeinde aber keinen Einfluß. Das Schwei nefleifch gehe meistens in die Konservenfabriken und werde dort zu Konserven und Dauerwaren verarbeitet, die nur zum Teil den Höchstpreisen unterworfen seien. Seiner Meinung nach müsse auch den Ge- meinden das Beschlagnahmerecht eingeräumt werden. Die Ein- führung der Rationierung von Butter habe das Bedenken, daß die Gemeinde damit die moralische Verpflichtung übernähme, für die notwendigen Mengen zu sorgen. Eine solche Pflicht könne unter den obwaltenden Verhältnissen von der Gemeinde zurzeit nicht übernommen werden, zu hoffen sei, daß in nächster Zeit die Versorgung der Bevölkerung mit Fett zufriedenstellender sein werde. Auch hinsichtlich der Versorgung der Bevölkerung mit Schweinefleisch sind Vorkehrungen getroffen, daß im nächsten Jahre eine Besserung bestimmt in Aussicht stehe. Zugestimmt wurde sodann dem Entwurf einer neuen L u st- barkeitssteuerordnung. Die neue Ordnung hat gegen- über der bestehenden den Vorteil, daß sie kleinere Einnahmen aus Lustbarkeiten steuerfrei läßt und in wrem Aufbau und ihrer Gliederung durchsichtiger ist. Jedem Pflichtigen ist jetzt die Mög- lichkeit gegeben, vorher erkennen zu können, wie hoch die zu ent- richtende Steuer ist. Steuerfrei bleiben u. a. Veranstaltungen, die ausschließlich wissenschaftlichen, belehrenden, künstlerischen, re- ligiösen. Schul-, Unterrichts- oder VolkSbildungszmecken dienen, sofern dem Unternehmer aus dem erzielten Gewinn keine Beiträge zum eigenen Vorteil zufließen. Die Sparkasse weist nach dem vorliegenden Bericht wäh- rend des Jahres 1915 günstige Ergebnisse auf. Die Einlagen sind hiernach trotz des Krieges in so reichlichem Matze geflossen, wie eS noch in keinem Jahre seit dem Bestehen der Sparkasse der Fall ge- Wesen ist. Die Einzahlung von Spareinlagen betrugen in der Zeit vom 21. Dezember 1914 bis 8, Dezember 1915 13 891 849,50 Mark, die Abhebungen dagegen 9 124 145,73 M., die Mehreinlagen 9 767 703,72 M. Bei den Zlbhebungen sind allerdings die Sparer außer Betracht gelassen, die auf Kriegsanleihe gezeichnet Hab«?. Diese betragen während des Geschäftsjahres 8 148 822,30 M. Mus öen Gemeinöen. Stadtverordnetenversammlung in Neukölln. Die Verteilung der Lebensmittel durch die Ge- meiirde war Gegenstand der Erörterung in der letzten Stadtvcr- ordnetenvcrsammlung. Stadtv. Heitmann sSoz.) nahm gelegentlich der Vorlage über die Errichtung von Preisprüfungsstellen Veranlassung, diese Frage eingehend zu behandeln. Er erkannte an, daß die Ge- meiude Neukölln versucht habe, möglichst viel Lebensmittel für die Bevölkerung zu beschaffen, was aber unter den gegenwärtigen Verhältnissen nur im beschränkten Matze möglich sei. Einen größeren Erfolg könnte die Gemeinde mit ihren Bestrebungen haben, wenn die Regierung den Verkaufszwang gesetzlich regeln würde. Dieser Verkaufszwang sei um so notwendiger, weil— wie vielfach beobachtet werden konnte— besonders in Schlächtereien wichtige Lebensmittel zurückgehalten wurden. Fette und Schweinefleisch würden zu Wurst verarbeitet, und damit das Fleisch für die konsumierende Bevölkerung künstlich verteuert. Butter und Fett müssen von der Gemeinde planmäßig verteilt weiden. Auch auf eine zweckmäßige Verteilung der vorhandenen Vorräte müsse das größte Gewicht gelegt werden. Die Rationie- rung erscheine geeignet, die üble Hamsterwirffchaft unmöglich zu machen. Städtischer Reisverkauf in Charlottenburg- Der Magistrat der Stadt Charlottenburg beginnt jetzt mit dem Verkauf seiner Rcisbestände an die Charlottenburger Be- völkerung. Für den Verkauf werden Reiskarlen auf«in Pfund lautend ausgegeben. Auf jede Person entfällt eine Reiskarte. Die Ausgabe der Reiskarten erfolgt bei der nächsten Brotkarten- Verteilung durch die Hausbesitzer oder deren Stellvertreter. Jeder Haushalt erhält also soviel Reiskarten, als er Brotkarten für eine Woche erhält. Der Reisvcrkauf wird etwa 30 Charlottenburger Geschäften, die über alle Stadtteile sich verteilen, übertragen, die den Reis nur gegen Abgabe der Reiffarte zum Preise von 55 Ps. für das Pfund verkaufen dürfen. Ter Verkauf beginnt Ende des Monats Dezember und schließt mit dem 31. Januar 1916. Bis dahin müssen also die Rciskarten verwertet werden. Die Verkaufs« stellen werden durch Anschlag bekanntgegeben und sind außerdem durch Aushang in den Schaufenstern kenntlich. Wenn der Ma- gistrat sich entschlossen hat, jedem Einwohner ohne Rücksicht auf sein Einkommen eine Reiskarte auszuhändigen, so rechnet er dabei doch darauf, daß die wohlhabenden Schichten von der Ausnutzung der ReiSkart« cÄsehen, wenn nicht besondere Gründe, wie Krank- heit oder der Besitz kleiner Kinder, den Bezug von Reis aus den städtischen Beständen rechtfertigen. Einen wetteren Teil seiner Bestände an Reis, seine Bestände an Hülsenfrüchten und Graupen, will der Magistrat nur den minderbemit- telten Kreisen seiner Einwohnerschaft zukommen lassen durch Vermittlung der Unterstützungskommissionen. Bürgerlicher Wahlprotest in der Spandauer Stadtverordnetcn-Bersammlung. Eine längere und lebhafte Debatte entspann sich über den Protest gegen die Gültigkeit der Wahl des Genossen B o r ch a r d t, der im 6. Wahlbezirk mit 36 gegen 35 Stimmen, die auf den Kandidaten der Kommunalen Vereinigung fielen, gc- wählt worden war. Stadtv. Dr. Kantorowicz sLiberale Fraktion� berichtete, daß der Wahlausschuß mit 4 gegen 3 Stim- men beschlossen habe, den Protest abzulehnen, da eS nicht erwiesen sei, daß im Wahllokal Agitation getrieben worden sei. Auch der Hauptgrund des Protestes, daß ein Wähler, der seine Stimme eventuell dem Kandidaten der Kommunalen Vereinigung gegeben hätte, nur deshalb unrechtmäßig zur Wahl nicht zugelassen wurde, weil sein Vorname salick in der List« stand, treffe nicht zu, da auch der Steuersatz des Wählers init der Wählerliste nicht überein- stiimnc. Redner verlas dann noch ein Schreiben, wonach der be- treffende Wähler sich als langjähriger Sozialdemokrat bekannte und angab, daß er seine Stimme dem Kandidaten Borchardt geben wollte. Die Stadtverordneten K a t t e und B a r t h e l(Kommu- nale Vereinigung) vertraten den Standpunkt, daß die Wahl dcS sozialdemokratischen Kandidaten schon aus dem Grunde für im- gültig erklärt werden müsse, da sich ein Wähler durch die Agitation im Wahllokal beeinfl-ußt fühlte. Nebensächlich sei es, ob der zurück- gewiesene Wähler nachträglich erkläre, daß er seine Stimme dem sozialoemolratischen Kandidaten geben wollte. Während der erste Redner in Aussiebt stellte, daß es eventuell wegen der Gültigkeit der Wahl zur Klage kommen werde, betonte der zweit« Redner, daß es der sozialdemokratischen Partei in Spandau bei den Wahlen gar nicht auf die Wahrnehmung des Burgfrieden? ankam, sondern ihr nur darum zu tun war, Wahlagitation zu treiben. Genosse Pieper plädierte für die Gültigkeit der Wahl deS Ge- nassen Borchardt. Nicht seine Partei sei eS, die Agitation im Wabllolal betrieben habe, sondern die Kommunale Vereinigung. Stadtv. Dr. Zapcl lFreie Vereinigung) trat für die Gültigkeit der Wahl ein. Genosse Pieck betonte, daß er in dieser schweren Zeit nicht einen solchen an den Haaren herbeigezogenen Protest erwartet hätte. Eine Agitation, wie sie von der Gegen- seite bei den Stadtverordnetcnwahlen betrieben würde, sei von seiner Partei niemals geführt worden. Zum Schluß stimmten für die Gültigkeit der Wahl des Genossen Borchardt außer allen anderen Fraktionen sogar zwei Mitglieder der Kam- munalen Vereinigung. Die begonnenen EtatSberatungeu— Schlachthofctat, Armenkassenetat, Forstetat usw.— brachten das erfreuliche Resultat, daß Spandau eine von den wenigen Städten ist, die durch den Krieg infolge der vermehrten Arbeitsgelegenheit in den Staatsbetrieben finanziell wenig oder gar nicht gelitten habe.— Einer Eingabe an den Bundesrat um Erlaß einer Verordnung, wonach fällig wer- dende Hypotheken während der Kriegsdauer nicht kündbar sein sollen, wurde der Zusatz zugefügt, daß auch die Mieter vor wuchc- rischer Ausbeutung durch die Hausbesitzer geschützt werden müßten. Regelung des Milch- und Butterverbrauchs in Köpenick Um eine geregelte Verteilung der Mich herbeizuführen, führte der Magistrat durch Bekanntmachung vom 15. Dezember die Milch- karte ein. Di« Milchkarte wird nur auf Verlangen ausgestellt und berechtigt zum Bezüge von 1 Liter Milch täglich für Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahre, soweit sie nicht gestillt werden. oder für stillende Frauen. Für Kinder voin 2. bis 4. Lebensjahre kann Vi Liter täglich entnommen werden. Desgleichen erhalten Kranke unter Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses bis zu einem Liter täglich. Die Antragsformulare für Milchkarte» sind auf dem Rathaus, Zimmer 24, in der Zeit von 8—1 und 3—6 Uhr erSSIffidj. D« Ausgabe der MIckZarten sowie die Zuteilung der- selben erfolgt durch die Brotkommissare. Um den Butterhamftern dinZ Handwerk zu legen, die täglich mebrere Geschäfte abklapperten und apf Vorrat kauften, wird jetzt nur noch Bptter auf die Brot- karte verabfolgt mrd zwar pro Brotkarte 125 Gramm Butter, ins- gesamt aber nicht mehr wie 250 Gramm auf einmal gegen Vor- zeigung von zwei Brotkarten. Die Geschäftsinhaber in Köpenick werden durch den Magistrat ersucht, nur auf Köpenicker B r otkarten Butter abzugeben. Bei der Butterentnahme er- hält jede Brotkarte einen Stempel. Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden sei noch darauf verwiesen, daß die Brotkarte nicht zur Butterabgabe verpflichtet, sondern es ist ledig- lich eine gerechte Verteilung der vorhandenen Vorräte beabsichtigt. Die in den letzten Tagen vorhandene Äartoffelnot wivd jetzt wohl als gehoben zu betrachten sein, da durch Vermitteluug des Magistrats mih Hilfe der hiesigen Großhändler in den Kreisen Lebus und West-Starnberg Kartoffeln angekauft wurden. _ Von der Einsübrung einer Petroleumkarte wird zurzeit noch Abstand genommen, da voraussichtlich die getroffenen Abschlklsse der hiesigen Händler ein genügendes Quantum Petroleum der Einwohnerschaft sichern. /tos aller Welt. 4000 Inselbewohner verhungert. Der„Times" wird aus Melbourne gemeldet, daß auf den S a l o m o n i n s e l n lOOO Eingeborene infolge der Dürre der- hungert seien. Ganze Dörfer seien entvölkert, und es sei niemand vorhanden, der die Toten begraben könnte. Eiscnbahnkatastrophe in England. Nach einer Meldung des Neuterschen Bureaus ereignete sich in S o u t h s h i e l d s ein schweres Eisenbahnunglück, bei dem zehn Personen getötet wurden, darunter eine Frau. Verurteilung eines italienischen Majors. Das Kriegsgericht in Lugano verurteilte den Major Z u n i n i, den Militärkritiker der Turiner..Stampa", zu 2ZH Jahren Gefängnis, weil er in Frontbriefen an den Direktor der„Stamva", Senator Frassati, und andere auf falscher Grundlage die Pläne des General st abes kritisiert, den Kriegsmini st er beleidigt habe und Fraffati. durch die parlamentarische Jmmu- nitäi gedeckt, dieses in der Oeffentlichkeit schädlich wirkende Ma- terial hätte benutzen können. Zwei Knaben durch eine Grauate getütet. In Heidelberg fanden zwei Knaben auf einem militärischen UebungSgelände eine nicht explodierte Handgranate und nahmen sie mit in die elterliche Wohnung des einen. Bei dem Versuch, die Granate zu öffnen, um den Inhalt zu untersuchen, explodierte das Geschoß und riß den einen Knaben in Stücke. während der andere so schwer verletzt wurde, daß er nach wenigen Stunden st a r b. Selbstmord eines Würzburger Stadtrats. Gestern verübte der Würzburger Magistratsrat Apotheker Georg Bieger Selbst- mord. Er öffnete sich im Bade die Pulsader und hatte vorher Gift genommen. Man vermutet, daß er infolge geistiger Um- nachtung den Selbstmord begangen hat. Frnrr in einem Lazarett in Sofia. Durch Kurzschluß ist in einem Pavillon des Alerandcrspitals in Sofia ein Brand ausge- brachen. Dank der aufoviernden Unterstützung durch die deutschen Schwestern, Aerzte und Pfleger, die die Kranken auf dem Rücken aus dem brennenden Krankensaal hinaustrugen, konnten sämtliche 250 Kranken gerettet werden. Stranßrnstcrben in Südafrika. Die Dürre in Südafrika bat ein beträchtliches Straußensterben verursacht. Die Farmer können. wie„Weekly Cape Times" vom 20. Oktober berichtet, die Vögel nicht weiter ernähren, da der Absatz der Federn dauernd stockt Infolgedessen sind die Gesamtverluste an ein gegange- nen Straußen auf etwa zwei Drittel aller dieser Tiere in Südafrika geschätzt worden. Selbst diese Schätzung wird als zu niedrig bezeichnet, wenn die vollen Tatsachen bekannt würden. So sind einem Farmer in dem Graaff-Reinet-Bezirk unter 1000 Straußen 000 gestorben. Ein anderer hat seine samt- lichen 000 Straußen bis auf sieben verloren. Ein dritter bat sämtliche 400 Straußen eingebüßt, ein vierter hat von der gleichen Zahl 40 behalten. Diejenigen, die zu der Zukunft des Straußenfarm- rjewerbeS Vertrauen haben, raten, die Vögel durchzuhalten. _(„N. b. SL-.) Iugenöveranftaltungen. Arbelterfugend Berlin Süd. Morgen Sonntag, den IS. Dezember. abends 6 Udr, im Saale der Arbeiter-BildiingSlchuIe. Lindenltr. 3. t. Hos rechts 3 Treppen: Unterbaltungsabend, beliebend aus Kesang. Musik, Rezitation. Verlosung und geaenlestiaer Bescherung. Eintritt stet. Gäste, besonders Arbeitereltern.�sind willkommen. Obersckiöneweide. Die Sonntag, den 19. Dezember, angesetzte Be- sichtiaimg der Arbciter-Dodlsahrts-AuSslellung kann nicht stattfinden, da die Ausstellung nicht geöfinct ist. Retnirkendorf-West. Sonntag, den 13. Dezember, abends« Nhr: Weibnachtsscier der Jugendlichen im Jugendheim. Wachholderstr. 44.— Eltern und Freunde der Arbeiterjugend sind eingeladen. Kinöerveranftaltungen. Skrnkölln. Sonntag nachmittag 5 Ubr Im Karlsgarten: Letzte Märch enaussührung. Billetts sind an den bekannten Stellen zu haben. KreirritgtSie«rweinde. Sonntag, den IS, Dezember, vormittags S Nhr. Pappel-Avee lb/17; Rculölln. Jdcal-Pasiage; Tegel, Badnbosstr, 15, und Obcr-Schönewrid«, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung.— Vormittags 11 Ubr. Kleine Franljurter Straße 6: Vortrag des Herrn Dr. M. H. Baege: »Zur EntwickelungSgeschichtc des GottesbegiiffS." Arbriter-Snmartterbnnd. Kolonne Arotz-verli». Lehr- stunde haben nächste Woche: N. Abt.: Montag, den 20. Dezember, abend« 8'/, Wr, Swwcmander Straße 42, im TcjellichastShauS. Vortrag Dr. Moses. Nach dem Vortrag Uebung. Die Inhaber von Lifte» zu Weihnachten verde» gebeten, dort abzu- rechnen._ Eingegangene Druckschriften. Arbeiter-Jngead. Die soeben erschienen« Nummer 28 des fiebenten Jahrgangs hat u. a. solgenden Inhalt: Der Stern— der Stern!(Ein Brics aus dem Winterwald) Von Jürgen Brand.—.Nicht» Neue« an der Front.' Von L. S.— Der WeihnachtSapsel. Von E. S.— Wie«in See gesrtert. Von Karl August PorgeS.(Mit Abbildungen.)— Heiliger 'Abend. Gedicht von Karl Bröger.— Bon der Spielwarenwdustrie. Von S. R.— Unterm Christbaum.— Hinter den Tischen. Bon Oslar Döhrle (im Feld).— Der Weihnachtsmann. Gedicht von Hammersdorff. Herzen im Kriege. Schilderungen und Geschichten-AuSvahl von F. Diederich.(VorwärtS-Bibliotbek Bd. IS.) 1 M. Buchhandlung Vor- wärts, Berlin, Lindenstr. 3. Der Schiffsjunge der Emde». Von Dr. K. Floericke. Geb. 4M R. — Raubwild und Dickhäuter in Deutsch-Ostafrtka. Von H. Besser. 1 M.. geb. 1,80 M. Franckh, Stuttgart. Die Frauenbewegung in ihre« modernen Probleme«, von Helene Lange. 1.25 M.— Batcrland heilig Land. KrtegSlieder von G. Falle. 1,20 M. Quelle u Meyer, Leipzig. 2lus engen Gassen. Von S. Dembitzer. Deutsch von Stesania Kolbenring. 53 S. C. A. Schwetschke u. Sohn, Berlin. Die deutsche Landschaft in Bergaugenheit und Gegenwart. Sammlung:.Leuchtende Stunden', herausgegeben von F. Goerke. Kart. 1,75 M.. geb. 2,80 M. Vita. Deutsche» Verlagshaus. Berlin-Charlottenburg. Helden. Eine Ehrentasel deutscher Tapserieit, zusammengestellt nach Material der Obersten Heeresleitung. 1. Bd. 163 S. Boll u. Pickhardt, Berlin XW. 6. Ewigkeit. KrtegSgcdanten von E. Haeckel. 1,50 M., geb. 2 M. G. Reimer, Berlin IV. 10. KriegSlrhren zur äuffere« Politik. Von Dr. O. H. Hopsen. 1,50 SR. C. A. Schwetschke 8. Sohn, Berti» W. 57. Driefkaften üer Reüaktion. Die lurtsUIlbe Sprechstunde findet für Abonnenten Ltndenttr. 8, TV. Hol rechts, varterre. am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Nor, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder tür den Brietkasten bestimmten Anfrag« ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird mch: erteilt. Anfragen, denen keine Albonnementsaustiung beigefügt ist, werden nicht dsnutwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechstunde vor. Bcriräge, Echrsttftblkc und dergleichen bringe ma» in die evrechstunde mit. A. W. 21. Allgemeine Beünnmungon über die Zulagen gibt es nicht Ihre Bewilligung hängt von den einzelnen Lagervinmandanten ab.— N. 84. Müssen Sie beim Verband direkt anfragen, Engeluser 15. K. G. 2s. 1. Bis zum Tage seiner Einberufung. 2. Der Handeis- angcslotte hat Ansvruch aus sechs Wochen Gehalt.— O. O. 00. Nein. R. C. 36. 1. Ist dem Uneingeweihten ncht zu raten. 2. Diese Adressen sind zu finden im 2. Band de» Bc�prr Adreßbuches, Teil 4, Seite 161 unter WcMcrbcreien.— E. B. OO und M. 99?. 1888. Nur aut bc- louderen Antrag als AuSnahmeuntcr>ützung.— P. S. 143. 1. Sollte man kaum annehmen, aber in disien Kreisen ist manches möglich. 2. Die Zuaehörigieit zu dieser Vereinig«,><, steht den Betreffenden frei, befreit je- doch nicht von der Vcrpßickten-g drei bctreffmiden Unierrecht zu e»4»Äcn und siebt auch jener Vercinszuaehörigkesi nicht im Wege.— P. G. 7. Die dortigen BeMmmunoen aus dicsow Gebiet sind uns nicht belannt. Biet- leicht wenden sie ska. unter»crufmig aus unS. an eine dortige Zeitung. — O. F. 18. Schlechte Zähne und geringer Serzsebler. DienftMig.— 32). 15. Es bleibt doch nichis andres übrig, als daß Ihr Mann immer wieder Meldung macht von seinem Fehler.— W. E. 0. Wenden Sic sich mit einem Antrag an die Steuerkasse deS Bezirks, wo das Kind leinen Wohnsitz hat.— P. 88. 1. Gnaden löbmeng und, wie Sie angeben. Wochcnlöhnung wird überbaupt nicht gezahlt, wenn die seftgeietzle KrtegS- rente höher ist als die Snadoeilöhining, was bei gemeinen Soldaten stet» zutrifft. 2. Ja.— A. D. 4. Ja.— A. L. 60. Da der Sohn den Verlrag allein unterzeichnet bat.!o muß die Kündigung auch ibm im Felde zugestellt werden. Die Annahme einer an Sie gerichteten Kündi- gung tonnen Sie deshalb verweigern.— E. K. 90. sie sind dazu be- rechtigt.—®. H. 40 und B. I. 100. Die Stadt Berlin zahlt den Urlaubern keine VerpflegmigSgelder; in geeigneten Fällen wird aber auf besonderen Antrag, eine Extramiterstützung gezahlt.—'11- V. 00. Neu:. — Jablouskistr. 27. Sie könnten gegen die Frau ftagbar werden, müßten aber den Beweis erbringe», daß die Ubr tatsächlich vorher imiiandc war und Sie foiort bei ihrer Einhändigung durch die Frau bemerkt halten, daß sie nicht mehr ging. Versuchen Sie aber möglichst eine gütliche Einigung mit der Frau— Edelweiss 1915. Die Sitzungen des Vereins dürfen über die Polizeniunde d in aus nicht ausgedehnt werden.— E. K. T. 5. Die nach dem Gesetz vorgeschriebene Bedürstigkait wird in Ihme» Falle sicher verneint, sie erhalten deshalb keine Unlerltützung, — H. 120. Wenn Sie noch ein steuerpikichtiges Emtommen haben, ja. Im anderen Fall« müssen Sie um Erlaß der Steuer emkommen.— W. P. 100. 1. Ja. 2 An das Ersatzbataillon desjenigen Regiments, zu dem der Betreffende eingezogen wurde. 3. Nein.— B G. 31. Ja: da» Kartenlegen jji aber jctzl überhaupt verboten.— F. Z. 101. I. Nein. 2. Ja. 3. Dafür ist keine bestimmte Grenze sestgesetzt. Da» richtet sich mach dem Einkommen und nach den familiären Verhallnisscn. 4. Nein.— A. T 41. Die Weitervcistcherung ist zu empfohlen, da dee Kasse oer- vstichtet ist, Krankngckd auch dann zu zahlen, wenn der Mann verwandet im Lazarett Hegt._ örwfkasten öer Exps�itisn. Patienten w BecNtz, Buch und anderen Heilstätten. Diejenigen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heil- statte bleiben, wollen ihrem bisherigen Spediteur wegen der Ueberweisung von Freiexemplaren sofort ihre genaue Adresse (Abteilung, Pavillon usw.) einsenden, da bei vsrfpätcrer Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats von der Post nicht geliesert werden. All« Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden.' HHIWIIHIMIIHlMiWI II Pelzwaren Max Rosenthal II Brunnenstr. II Größtes Peizwarengeschäft des Nordeos.» Lielerant der Koosirni-Cenosseosetialt ßerünsu.ömgegentl.— � Die Glocke tstoElallMtlsche llalbmonatsschrlft Herausgeber Parva». Heft 8 soeben erschienen: Inhalt: Krasn off: Wie sieht es in Rußland aus? Dr. G. Gradnauer(M. d. R.): Parteipresse und Krieg. Dr. Paul Lensch(M. d.R.): Die Selbstbestimmungsflause. Konrad Haenisoh: Arbeiterinteressen und Kriegsei gebmsse. Karl Blasenbrei: Ge werksobaktlioher Burgfrieden nach dem Kriege. Adolf Braun: Abwehr.— Wilhelm Jansson; Zur Erwiderung. Glossen.— Notizen.— Ans unserer Sammelmappe. Jedes Heft 25 Pf, Jührl. 6 M. Halb- jährlich 3 M. Vierlelj&hrl 1.50 M. Vorrätig in allen BuchMliiflgen, äofporiagegesetiältenD. Zeitungskiosken, auch alle Poslanstaiten übernetnuen Bestellungen. Probrnamnicrn amsonnt and portofrei durch den Verlag für Sozialwissenschaft G. m. b. H. ü MÜNCHEN, Altheiraereck 19. iVHctiHle Zicliung«ictaon ÄÄ. a. 23. Hezember 1915. Rote Lotterie 3667 Gewinne= Marbwert. Altonaer Lotterie 7369 Gew. i. Gesamtbetr. v.=M IIOOOOO 1S5000 50000 lOOOO 50000 15000 [Los M. 3. Porto u. Liste 80 Pf. Los M. 2.— Porton. Liste 30 Pf. ■ SLoseM.IS.— inkl.Porto n.Liste 6 Lose M. 10.— inkL Porto n. L Für M. 10 2 Rote 4-= u 2 Altonaer Lose inkL Porto u. Listen.. H. C. Hahn S WW6M A lexand rlnenstr. 79. „Elie zu Welle" Pelzwnren- Spezlainous P EckbaitOrtnlenplaiz I Grosse Auswahl Skunks, Marder, Nerz, OpoBsnin, echten and imitierten Alaska FQebsen. modern gearbeitet. Nur prima Felle Stolas, Muffen, Kragen. 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Verlag: Vorwärtg Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& To, Berlin SW.