Redoftion: SM. 6S, Linüenstraße Z. Feruiprecher: Ami Morivplab. Nr. ISl SV— läl S7. Sonntag, den 19. Dezember 1913« ExpeSition: SW. öS, Linöenstraße Z. iferniprecher: Rmt Moritzplatz, Rr. ISl SV— ISt S7. SS. Jahrgang. Vevlinev Volksblatt. der rozialdcmokratirchen Partei Dcutfchlands. Die TnferflonS'GebOllr detrSzt für M, s,ch»goft>alione Kolon?!. irile oder deren Raum M Pfg� für politilche und aenierkschaslliche Verein-» Und Sersnmmiimgs Anzeigen?? Pig �klcin« Mnitfgcn", das settgedruckle «ort X VfB-(zulässig 2 fettgebnicfic Wortes, jedes weitere Wort 10 Pig Stellengesuche und Echiafstellenmi »eigen das erste Wort lv Pfg.. jedes «eitere Wort 5 Pfg. Worte über lüBlud. stoben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Stummer uiüsien bis & Uhr nachmittags in der Enzedition »bgegeben werden. Die erbedision ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Xelegramni. Adresse: »5»7U!z<-l0Üe,l Stilig'. Kr. 349. RbonnetntfltS'Beinngiingea: Abonnement»■ Stet» pränumerando, vierteljäbrt. WO Ml. monatl. LIO BU. wöchentlich 26 Vig. frei in« Haut. Einzeln« Rummer 6 Pig. Sonntags» Nummer mit illustrierter Sonntaa»- »esiage»Die Reue Selt� lO Post- Abonnement: UO Kart pro Blonat. Eingerrageo m die Pos!. Zettunos» Preislill«. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn £60 Marl tür das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Losiabonnement« nebmen an: Belgien, Tänemarl. Holland. Ztallen. Luxemburg. Vonugal, «umättren. Schweden und die Schwad enSCBI Sgilch. Zcntralorgan fottschritte In Montenegro. Neue Milliardenlast. Der Herr Schahsekretär stellte in seiner Begründung der neuen Kreditfordcrung von 10 Milliarden Mark Vergleiche zwischen der ftnanziellen Lage Deutschlands und der seiner Gegner an, wobei er zu dem Resultate kam, daß für Deutsch- land die Lage ungleich günstiger sei. Er meinte, dag für England die Dinge besonders kritisch stehen, weil mit der Er- schi'ttterung von Englands Finanzen und Englands Wirt- schaftslage auch„die Grundlagen de? englischen Weltreiches ins Wanken kommen". Wir wollen an dieser Stelle nicht darauf eingeben, ob diese Erschütrerung bereits eingetreten ist. Herr Helfferich ist jedenfalls nicht der Ansicht, daß der Krieg dadurch beendet werden kann, daß eine der kriegführenden Parteien durch seine Fortsetzung unmöglich wird aus Mangel an Geld. Die populäre Vorstellung, die sich in solchen Horoskopen ergeht, verkennt durchaus die Verhältnisse, die bei der Finanzierung des Krieges in Frage kommen und deren Wesen darin besteht, daß die Geld- geber, die Kapitalisten, die der englischen Regierung das Kapital zur Verfügung stellen, unter allen Umstän- den ein glänzendes Geschäft machen. Nicht nur zahlt der Staat ihnen Zinsen in einer Höhe, die nian vor kurzem noch für unmöglich gchalrcn hätte, sondern es steigt dadurch auch der Zinsfuß im allgemeinen. Das mag für die englische Volksmasse, die schließlich für Kapital und Zinsen ans- zukommen hat, hart sein, es trifft auch die Geschäsrsivelt, so- weit sie krcditbcdürstig ist, schwer, aber solange eben die Re- gierung die Mittel zur Kriegführung erhält, gleichviel unter welchen Bedingungen, solange der Krieg für den politisch aus- schlaggebenden Teil der herrschenden Klasse in England ein gutes Geschäft ist, wird der Krieg fortgesetzt, gegen den Willen der Volksmasscn. Herr Helfferich betonte indcffen auch, daß dieser Krieg den Wohlstand der Völker Europas untergräbt, er sprach von den schweren Gefahren für die europäische Kultur und das verdient die größte Bs- ochtung.— Nach seiner Schätzung betragen die Kriegskosten aller kriegführenden Staaten jetzt 320 bis 830 Millionen pro Tag. Der wesentliche Teil der Güter, der in dieser Summe repräsentiert ist, wird verwüstet. Es ist die unheim- lichste Zerstörung, die je stattfand und eine Zerstörung, die herbeigeführt wurde durch den Willen der Menschen. Uns scheint dabei wirklich nebensächlich, welches Land am meisten darunter leidet, denn schließlich wird sich die Kulturgemcin- schast der Völker doch durchsetzen und die eintretende Ver- armung bedeutet einen gemeinsamen Schaden. Weiter betonte Herr Helfferich, daß England heute um die Ausrechterhaltung seines Budgets kämpft und er fügte hinzu:„Das ist ein schwerer Kampf, von dem ich offen sage, daß er uns auch noch bevorsteht."— In der Tat: die Auf- bringung der Mittel zur Kriegführung ist eine Auf- gäbe, die vorläufig die dringendste Sorge ist, aber für die nahe Zukunft lautet die Frage: wo sollen die Mittel her- kommen, um die enormen Kriegsschulden zu verzinsen und zu tilgen. Diese Frage ist in Deutschland nicht minder dringend, als in England. Worum es sich handelt, wird klar, wenn man die nüchternen Zahlen betrachtet. Mit den jetzt geforderten 10 Milliarden erreicht die deutsche Kriegsschuld die Hohe von 40 Milliarden Mark. Nach der Schätzung des Schatzsekretärs dürfte diese Summe bis Ende März nächsten Jahres reichen; jeder weitere Kriegsmonat würde Deutschland mindestens 2 Rlilliarden Mark kosten. Man darf sicher sein, daß das Geld durch Anleihen wie bisher aufgebracht wird. Aber nicht minder sicher isl auch, daß diese Anleihen verzinst und schließlich getilgt werden müssen. Die Verzinsung der 40 Milliarden erfordert, da der Zinsfuß k> Proz. ist, eine jährliche Ausgabe von zwei Milliarden Mark. Die Til- gung ist unabwendbar, da nur auf diese Weise nach dem Kriege der Kredit des Reiches aufrechtzuerhalten ist. Dadurch erhöht sich die Ausgabe in den ersten Jahren nach dem Kriege um niindestens eine halbe Milliarde. Ganz abgesehen von anderen Ausgaben, die der Krieg nach sich ziehen muß, worunter vor allem die Unterstützung der Kriegsbeschädigten und ihrer Hinterbliebenen in Betracht kommt, muß also das Reich sür den Schuldendienst 21/2 Milliarden Mark jährlich mehr verausgaben als vor dem Kriege.— Sieht man von den durchlaufenden Posten im Budget ab, die in Ausgabe und Einnahme wiederkehren, wie z. B. die Einnahme aus dem Postrcgal. die entsprechende Ausgaben bedingt, zieht also nur die faktischen Einnahmen und Ueberschüsse in Betracht, so erreichten diese im letzten Friedensjahre noch nicht 2 Milliarden Mark. Es erfordert also der Schuldendienst allein mehr als eine Verdoppelung der Rcichseinnahmen. Run ist bekannt, daß vor dem Kriege die Finanzverhältnisse des Reiches schwere Sorgen bereiteten. Seit 1906 jagte eine �tinanzrejorm" die andere. Man Mm Oes Men AUWitlm. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 18. Dezember 1915. fW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichco Ereignisse. Auf Metz wurde ein feiudlicher Fliegerangriff ausgeführt, bei dem das Städtische Museum schwer beschädigt, sonst aber kein Schade« angerichtet wurde. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Zahl der zwischen NaroSz- nnd Miadziol-See ei«- gebrachten Gefangene» hat sich auf 2 Offiziere und 235 Manu erhöht. Die Lage ist an der ganzen Front unverändert. E§ fanden Patrouillengefechte statt. Baltankriegsschauplatz. Beim Kampf nm Bijelopolje wurden im ganze» 1950 Maua, darunter eiue geringe Zahl Montenegriner, ge- fangen genommen. Das Gebiet nordöstlich der Tara abwärts von Mojko- »ac ist vom Feinde gesäubert. Den österreichisch-ungarischeu Truppe« find bei den erfolgreichen Kämpfen der letzten fünf Tage in dieser Gegend 13500 Gefangene in die Hände gefallen. Oberste Heeresleitung. »« * Der kleine Kreuzer Wremen" torpediert. Amtlich. Berlin, 18. Dezember.(38. T.©.) Am 17. Dezember nachmittags wurde S. M. kleiner Kreuzer „Bremen" und eines seiner Begleit- Torpedoboote in der östlichen Ostsee durch Unter- seebootSangriff zum Sinken gebracht. Ein erheblicher Teil der Besatzung wurde gerettet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. »« Sei MnellMe SeimMMüMl. Wie», 18. Dezember.(W. T.?.j Amtlich wirb de?» lautbart: 18. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Unverändert Ruhe. Die Russen behaupten in ihrem Tagesbericht vom 15. d. VI., ihre Kavallerie wäre bei NScieczko am Dnjestr auf österreichisch« ungarische Aufklärer in russischen llniformea gestosiea. An dieser Mitteilung ist kein wahrrS Wort. Wir verwenden derartige ver» werfliche Mittel nicht. Italienischer Kriegsschauplatz. In Tirol wiesen unsere Truppen nördlich deS Sogana- Tales mehrere feindliche Angriffe auf den Collo ad. Im Flitfcher Becke» wurde» die Italiener wieder in einer ihrer vorderste» Stellungen überfallen. Görz stand vorübergehend unter schwerem Feuer. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Der Raum südöstlich vou Bijelopolje wurde vom Feinde gesiudert Die Zahl der bei der Einnahme dieser Stadt ia unsere Hand gefallenen Gefangenen wuchs auf 1950 a». Eine unserer Divisioneu brachte in Nordostmonteuegr« i» de» letzte« vier Kampftagen insgesamt 13 500 Gefangene ein. Der Stellvertreter de? ChcfS deS Generalstabr». V. H o e f e r, Fcldmarschallcutnant. war beständig auf der Suche nach Einnahmequellen und es wurde 1909 die Steuerlast auf einen Hieb um eine halbe Milliarde erhöht. Das Budget kam trotzdem nicht ins Gleich- gewicht. 1913 griff man zu dem außerordentlichen Mittel einer einmaligen Besteuerung der Vermögen(Wehrbeitrag), aber trotzdem mußte zu Anleihen gegriffen werden, um das Defizit zu decken. Danach kann man bemessen, was eS be° deutet, wenn es heißt, 2'/, Milliarden Mark jährlich mehr auf- zubringen. Es kommt hinzu, daß daS Finanzsystem des Reiches in einem Punkte sich kaum aufrechterhalten lassen wird. Unter den Reichseinnahmcn bildet die Einnahme aus Zöllen einen der gewichtigsten Posten; im Jahre 1912—1913 waren es 775 Millionen. Die Zölle lasten in der Hauptsache auf Nahrungsmitteln und auf Halb- und Hilfsstoffen, die die Industrie notwendig braucht. Nun werden aber die Preise für alle diese Produtte auf dem Weltmartte unfehlbar steigen nach dem Kriege und deshalb würde die Aufrechtcrhaltung der Zölle bedeuten, daß diese hohen Weltmarktspreise für Deutschland künstlich erhöht würden, daß wir zu noch teurere» Preisen nach dem Kriege, als während deS Krieges gelangen lviirdcn. Eine derartige Belastung würde die Konkurrenz- fähigkeit der deutschen Industrie untergraben. DaS Interesse der Konsumenten und der Industrie und zum Teil auch der Landwirtschast(Futtermittel!) erfordert daher unbedingt Be- scitigung dieser Einfuhrzölle nach dem Kriege. Damit wird aber ein gewaltiges Loch in das Einnahmebudgct gerissen. Wie also denkt man sich die Gestaltung der Reich?- finanzen?— Herr Helfferich gibt zu, daß das eine Sorge ist, aber er hat bisher keinerlei Andeutung gemacht,>vie er der Schwierigkeiten Herr zu werden gedenkt. Indessen tragen die Abgeordneten, die die Anleihe bewilligen, genau so wie er die Verantwortung den Steuernzahlcni gegenüber. ES ist ja selbstverständlich, daß wer Schulden im Namen deS Volkes macht, auch die Verantwortung dafür trägt, in welcher Weise daS Volk zur Verzinsung und Abtragung dieser Schuld belastet werden soll. Es scheint an der Zeit, daß Regierung und Reichstag in dieser Frage Antwort geben, wohin der Kurs geht._ Der montenegrinische Dericht. Eetinje, 18. Dezember.(W. T. 25.) Amtlicher Bericht. lliistre Sanpschakarm«, die am 15. Dezember auf ihrer ganzen Front von überlegenen Streitkräften angegriffeA wurde, hat den Befehl erhalten, neue V e r t e i d i gnngSst e l len zu be- ziehen. Unsere Herzcgowinaarmee hat den Feind über die Sutrcska hinaus zurückgeworfen und ihm dabei schwere Berlustc zugefügt. stnfang üer italienischen Dalkanaktion? Rom, 17. Dezember.(W. T. B.)„Trtbuna" betont, daß Albanien in ein großes Verproviantierungs- und Reorganisation Slager umgewandelt fei, wo- hin 150000 Serben geflüchtet seien. Das Blatt »vünscht den Serben unter Mithilfe der Italiener Glück, sei es in dem jetzigen Kampfe, um den Feinden die Tore Albaniens zu verschließen, sei es in dem größeren Kampfe. der noch bevorstehe, Die Albanier verzweifelten nicht an einer besseren Zukunft ihres Landes. Die Aktion Italiens bedeute den Anfang desKampfes auf dem ne neu Kriegs- s ch a u p l a tz e. Der serbische Staatsschatz. Mailand, 18. Dezember.(W. T. B.)„Corriere dell« Sera' meldet aus Marseille: Der 18 Millionen Fr. betragende serbische Goldschatz sei von Saloniki eingetroffen und werde der fran- zösisch- serbischen Banik in Paris überbracht werden. Kriegsüebatte im rumänischen Senat. Bukarest, 17. Dezember.k öemokratische Kontrolle in Holland. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Am 13. Dezember ist in der holländischen Zweiten Kammer bei der Beratung des Budgets der auswärtigen Angelegenheiten die Frage der parlamentarischen Kontrolle der Auslandspolitik zur Sprache gekommen. Der freisinnig-demokratifche Abgeordnete L i m- bürg wies darauf hin, daß bei dem Abschluß der Bündnisse inner- halb der beiden heute im Krieg stehenden Mächtegruppen die gesetz- gebenden Körper in Unwissenheit gelassen worden seien und meinte, an der Menschheit verzweifeln zu müssen, wenn man aus diesem Krieg nicht die Kraft ziehen würde, diesem Zustand ein Ende zu machen. Eine vollständige Kontrolle der auswärtigen Politik durch die Volksvertretung sei eine unentbehrliche Bedingung, um die Gefahr des Krieges zu vermindern. Di« ministerielle Verant- wortlichkeit müsse auch auf diesem Gebiet voll verwirklicht werden. Genosse van Leeuwen sprach in demselben Sinne. Er klagte, daß das Parlament über die auswärtige Politik von der Re- gierung nicht mehr erfahr« als das Volk. Der Einfluß des Paria- ments müsse gestärkt werden, und zwar schon jetzt, nicht nach dem Ende des Krieges. Der Redner legte einen Entwurf vor, der die Berufung einer Kommission zur Mitarbeit und Kontrolle in der auswärtigen Politik zum Gegenstand hat. Der Minister des Auswärtigen Loudon zeigte sich diesen Anregungen nicht zugänglich. Die Regierung habe sich bemüht, dem nationalen Willen, wie er sich innerhalb und außerhalb des Parlaments geäußert habe, Folge zu leisten. Der Minister ist über- zeugt, daß das Völkerrecht nach dem Kriege starke Fortschritte machen wird. WaS die vorgeschlagene Kommission anlang«, so sei sie ohne Aenderung des Staatsgrundgesetzes nicht möglich. Auch er selbst wolle eine fortschreitende EntWickelung; aber selbst wenn eine Kommission bestünde, würde tS der Regierung freistehen, keine Mi tt eilungen zu machen. Vertrauliche Gespräche von Ministern und Diplomaten könnten unmöglich bekanntgegeoen werden. Es ist zu bemerken, daß die Regierung, die sich hier gegen die demokratische Kontrolle ausspricht, eine— liberal-demokratisch« ist. Wenn das am grünen Holz geschieht... Natürlich wird man es auch nicht ernstzunehmen haben, wenn der klerikal«„MaaSbode" über die Geheimtuerei klagt, die man in bezug auf die Ergebnisse der vertraulichen Parlamentssitzung, wo über die Frage der De- Mobilisation gesprochen wurde, betreib«. Die Rechtsparteien zeigen jetzt oppositionelle Neigungen, weil die Regierung ihr Reform- Programm nicht mit Rücksicht auf den Burgsrieden vertagen will. Würden die Reaktionären wieder herrschen, würden sie selbstver- ständlich ebenso für Geheimpolitii gegenüber Volk und Parlament eintreten. So zeigt selbst das liberale Musterland Holland, daß die Verwirklichung der Demokratie in der Buslandspolitik ein frommer Wunsch bleibt, solange in dieser kapitalistische Machtver- Hältnisse und Jnteressen entscheiden. Eine interesjante Enquete. Die Moskauer Zeitung„Ranne je Utro" hat bei einer Anzahl der bekanntesten russischen Nationalökonomen eine Enquete über die voraussichtliche Kriegsdauer veranstaltet. Wir entnehmen ihr folgende Aeußerungen: Professor I. Oserow erklärte: Der Optimismus der Leute. die bei Kriegsausbruch ein« baldig« Erschöpfung der Vorräte Deutschlands prophezeiten, habe viel« Enttäuschnngen und großen Schaden verursacht. Eineinhalb Kriegsjahre haben freilich die wirrschqftliche Kraft Deutschlands geschwächt und den Bolkswohlstane zerrüttet, aber sein« militärisch« Kraft sei bei weitem nicht ge- «rochen. Im allgemeinen steht Prof. Oserow dem Krieg äußerst pessimistisck gegenüber: er bedeute den Ruin Europas und schaffe den Boden für die Hegemonie Amerikas. Ter Krieg werde nicht weniger als noch ein Jähr dauern und mit der völligen Erschöpfung Europas enden, von der eL sich lange mcht erholen werde. Schließlich werde es weder Sieger noch Be> iegte geben, oder richtiger: alle würden in gleichem Maße be- legt sein. Der Krieg sei das Grab Europas. Peter M a ß l o w(der bekannt« Verfasser der„Agrarfrage in Rußland") sagte:„In seinem Streben nach der Eroberung neuzr Märkte ist Deutschland in einen Kampf eingetreten, in dem weder die eine, noch die andere, sondern ein« dritte Seit« den Sieg davon- tragen wird. Di« Märkte werden Amerika zufallen, daS stch durch die Ausfuhr nach den Ententeländern ungeheuer bereichert." Professor M. Friedmann faßte seine Meinung folgender- maßen zusammen:.Ich glaube, in Deutschland macht sich ein großer Mangel an Nahrungsmitteln und Rohstoffen bemerkbar. Es wäre aber falsch, auf ein baldiges Ende des Krieges als Folg« einer Wirt- schaftlichen Krise zu rechnen. Es gibt einen anderen Faktor, der aus den Ausgang des Krieges einwirken kann— das sind die sozialen Beziehungen. Denn es ist symptomatisch, daß die Beziehungen zwischen den Fabrikanten und den Arbeitern sich v e r- schärfen." Der letzt« Hinweis Prof. Friedmanns ist besonders interessant. Gerade in Rußland tritt die selbständige Rolle des von ihm er- wähnten ,ch ritten Faktors" deutlicher als in den Ländern Westeuropas hervor, weil die sozialen Beziehungen in Ruhland durch den Krieg nicht so sehr gebunden und der politische und soziale Kampf nicht durch freiwilligen Verzicht lahmgelegt ist. Nicht minder interessant als die in den Worten des liberalen Professors zutage tretende soziale Einsicht ist der Pessimismus d«S politisch sehr gemäßigten ReichSratSmitgliedeS Prof. Oserow. Sein Ausspruch, «S werde weder Sieger noch Besiegt« geben, oder richtiger: alle würden in gleichem Maße besiegt sein, deckt sich mit Aeußerungen, die führende russische Genossen, wie z. B. Genosse Paul A x e l r o d. bereits vor Jahresfrist getan haben. Damals jedoch— und noch lange danach— wurden derartige Aussprüche von den Vertretern der„offiziellen" Wissenschaft und von betriebsamen„Umlernern" ,n der eigenen Partei als„Provaganda der Niederlagentheorie" öder gar als„GermanophiliSmui' ausgegeben. Märchenhafte Mtentatsgefchichte. Wien, 17. Dezember. sW. T. B.) Die„Wiener Sllge- meine Zeitung" veröffentlicht folgendes Telegramm rnis Bukarest vom 16. Dezember: Opposilionelle Blätter melden, es seien bei Filipetcu mehrere Individuen erichienen und bätlen ihm gestanden, daß sie von der Budapestcr Polizei naib Bukarest entsendet worden seien, um gegen Bralianu, CostineScu, FiliveScu und Take JoneScu ein D y n a in i t a t t e n t a t zu verüben. Es lei ta.'ächlich Ekrasit bei ihnen gesunde» worden. Der Fall erregt hier großes Ausseben. Die„Wiener Allgemeine Zeilung' bemerkt hierzu: ES ist klar, daß es sich bier um n>ch,S anderes als um eine Machenschaft der Feinde der Monarchie handeln kann, die dazu bestimmt ist, die öffentliche Meinung in Runiänien gcpen Oesterreich-Ungarn zu er- regen. Die Sache ist umso unsinnrger. als es nicht nur ganz ausgeschlossen ist, daß eine ungarische Behörde sich der Anstiftung zu einem verbrechen schuldig macht, sondern auch nicht einzuleben ist. welchen Nutzen zumal bei der gegenwärtigen politi- scheu und militärischen Lage ein derartiger Anschlag der Monarchie bringen soll. Die Aufwerfung der Frage„oui prodest"? genügt wohl an sich, um jeden Zweifel darüber schwinden zu machen. Um was es sich auch hier handelt, es zeugt nur für die verzweifelte Lage, in der sich untere Feinde befinden, daß sie sich keinen anderen Rar wissen, als zu solchen Mitteln zu greisen, um Rumänien gegen die Zenwalmächte aufzuhetzen. Es zeugt aber auch für ihre Per- worfenbeit. daß sie vor nichts zurückschrecken, um ihre Ziele zu er- reichen. In Oesterreich-Ungarn lann diese neueste Verleumdung nur höchste Entrüstung hervorrufen. Wansing künüigt eine neue Note an Oesterreich an. London, 17. Dezember,(ffi. T. B.) Aus Washington meldet das Reutersche Bureau, L a n s r n g habe auf dringendes Ersuchen um eine Erklärung gesagt, daß in der österreichischen Antwort keine einzige der Forderungen der Vereinigten Slaaten be- willigt wird. Weiler verlautet, daß ein Abbruch der Beziehungen vor einem neuen Notenwechsel nicht wahrscheinlich sei. Man könne deshalb nicht sagen, daß die Knie in ihr letzte? Stadium getreten sei. In der nächsten Note wird Lanstng wahrscheinlich er- klären, warum die Vereinigten Staaten sich mit der Antwort Oester- reich-Ungorns nicht zufrieden geben können. New Dork, 18. Dezember.(W. T. B.)(Durch Funk- spruch von Vertreter von W. T. B.) Associated Preß meldet aus Washington: Präsident Wilson und das Kabinett haben über die österveichisch-ungarische Antwort aus die ameri- konische Note beraten. Von maßgebender Stelle verlautet, daß noch keine Entscheidung darüber gettoffen worden ist, wie die neue Note gehalten sein soll, die die Vereinigten Staaten an Oesterreich-Ungarn absenden werden. Es steht jedoch fest, daß diese Note ohne Verzug abgesandt werden soll. Man nimmt an, daß die nächste Note nachdrücklicher auf ihren Forderungen fußen wird als die erste, doch wird sie weitere dipiomatische Korrespondenz zwischen den beiden Regierungen nicht unmöglich machen, falls Oesterreich-Ungarn aus dem Wege beharren sollte, den es offenbar einzuschlagen ent- schlössen ist. Es wurde weiter erklärt, daß die Vereinigten Staaten den Wunsch haben. Oesterreich-Ungarn jede Gelegen- heit zu geben, die diplomattschen Beziehungen mit Amerika aufrechtzuerhalten._ politische Ueberflcht. Zur Abstimmung über die Krieg Skredite. Zu der Abstimmung in der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstags sind noch von einigen Genosien, die durch Krankheit oder andere Gründe an der Anwesenheit bei der Abstimmung verhindert waren, dem FraktionSvorstand Erklärungen darüber zugegangen, wie sie gestimmt hätten, wenn sie der FraklionSsitzung hätten beiwohnen können. Danach haben insgesamt 6 6 FraktionSmitglieder für, <6 gegen die Bewilligung in der Fraklion gestimmt. ES fehlt demnach nur noch von einem FrastionSmitglied die Mitteilung über seine Slellungnahine. Es stimmten in der Fraktion gegen die erste Kreditvorlage sim August IStt) 14. gegen die zweite 17, gegen die dritte 26, gegen die vierte 36 Abgeordnete. Das Echo im Inland«. In der„Kreuz-Zeitung" äußert sich Dr. v. B u ch k a nachlräglich zur FrakiionSinlerpellotion u. a. dahin: »Diele FriedcnSinterpellaiion war eine recht unpraktische und zugleich nicht ungefährliche Sache, und es kam viel darauf an, ob die Redner der sozialdemokralischen Fraklion imstande sein würden, die in ihr liegenden Klippen glücklich zu umschiffen. Der Verlauf der Interpellation hat nun erfreulicherweis« ge- zeigt, daß in dem praklisch zurzeit allein in Betracht kommenden Punkte die einmütigste Uebereinstimmung zwischen der ReichSregicrung und dem Reichstage besteht. Die Erklärung, die in der Aussprache über die Jnter- pellation der Abgeordnete Dr. Spahn im Ramen sämtlicher bürgerlicher Parteien abgab, llang dahin aus, daß wir in voller Einigkeit mit ruhiger Entschlossenbeit und mit Goltvertrauen die Stunde für Friedensverhandlungen abwarten, bei denen für die Dauer die militärischen, wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Jnlereffen Deutichlands im ganzen Umfange und mit allen Müteln einschließlich der dazu erforderlichen Gebiets- abtretugen gewahrt werden müssen. Aber auch die beiden sozialdemokratischen Redner ließen keinem Zweifel darüber Raum, daß auch ihre Partei nur einen ehrenvollen Frieden und Sicherungen gegen eine Wiederdolung frivoler Angriffe auf unsere Landesgrenzen erstrebt. Beide Redner wie'en inS- besondere mit Bestimmiheit die Zumutung Frankreichs auf Heraus- gäbe von Elsaß- Lothringen zurück, und beide verstanden eS, die patriotische Saite anzuschlagen, die vollen Wider- hall auf allen Seiten des Hauses fand. Daß die in diesen Reden bezeichneten FrledcnSgiele bei der geaenwärtigen Ge- mütSverfassunq unserer Feinde, die trotz aller Mißerfolge noch immer die Niederzwingung und Zertrllmmerung des Reiche? herbeiführen wollen, in dem Rahmen von Friedensverhandlungen allein nicht zu erreichen find ist ohne weitere« klar, und der Reichskanzler konnte in seiner Beantwortung der Interpellation mit Recht darauf hinweilen, daß deren Begründung durch den Abg. Scheideinann in der Hauptsache die auf sie gestellten Erwartungen unserer Feinde nicht ermutigen, sondern enttäuswen werde." Aus dem sächsischen Landtag«. Die letzte Sitzung der 2. Kammer vor den Weih nachtSserien beschäftigte sich in der Schlußberatung mit den von all«, Fraktionen eingebrachSen Anträgen zur Ernährungsfrage. Zur Entscheidung standen nicht weniger alS20Anträgeder Gcsetzgebungsdeputation, die dort einstimmig angenom- men worden sind und in der Hauvtsache den von den Fraktionen gestellten Anträgen entsprechen. Die fordern ein« energischere und den Verbrauchern viel mehr entgegenkommende Versorgung mit Lebensmitteln. Außerdem forderte die sozialdemokratische Fraktion in einem besonderen Antrage Höchstpreise auf alle Fleischwaren und Emführung der Fleischiarte. Emen derartigen Antrag hatte die Deputaion abgelehnt.— Der Minister des Innern erklärt«, daß die Regierung den Anträgen der Deputation im wesentlichen zustimme. Von sozialdemokraiischer und liberaler Seite wurde abermals scharfe Kritik an den bisherigen Maßnahmen oer Reichs- und Staatsregierung geübt, die offenbar mehr Rücksicht aus die Produzenten als auf die Konsumenten genommen hätten. Es gehe viel zu langsam vorwärts; in Sachsen sei obendrein noch die Erste Kammer ein Hindernis raschen und rücksichtslos«, Eingreifens gewesen. Besonders die Fletsch- und Kartoffelfrage gaben Anlaß zu scharfer Kritik. Heftig angegrtfftn wurde auch der Landes- k u l t u r r a t, der auf seiner letzten Tagung nach der Polizei gegen die Kritik rief, statt mit seiner vorzüglichen Organisation der LebenSmittelleuerung entgegenzuwirken. Ein nationalliberaler Redner bezeichnete dieses Verhalten als eine„maßlose Dreistigkeit". Vcn konservativer Seite wurde jede Schuld der Landwirtschaft be> stritten, vielmehr die Landwirte als der lsidende Teil hingestellt. Ein sozialdemokratischer Redner betonte gegenüber den Ratio- nalliberalen, daß ihr kritisches Verhalten in öffentlicher Sitzung im Widerspruch stehe mit dem passiven Verhalten in der Deputaion, wo sie sich kaum von den Konservativen unterschieden und auch den oben erwähnten sozialdemokratischen Antrag ab- gelehnt hätten. Nach fast neunstündiger Dauer der Sitzung und nachdem acht noch eingezeichnete Redner auf das Wort verzichtet hatten, wurden die DeputationSanträg« einstimmig an- genommen. Auch der besondere sozialdemokratische Antrag fand bei nur noch schwach besetztem Haus« eine Mehrheit. Em TteuerhintcrziehungS-Prozeh. Bonn, 18. Dezember.(W. T. B.) Wie der Bonner „Generalanzeiger" meldet, ist heute nach ungefähr vierwöchiger Verhandlung das Urteil in dem Prozetz wegen Hinterziehung der Brantweinsteuer gefällt worden. Es lautet gegen den Brennereibesitzer Bötticher in Eitorf wegen Hinterziehung in drei Fällen auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis, 13 316 813 Mark Geld- strafe und im Unvermögcnsfalle auf eine Zusatzstrafe von 18 Monaten Gefängnis,»vobei ein Jahr drei Monate der Untersuchungshaft angerechnet wurden; gegen den Kaufmann Jansen in Eitorf auf 8 Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erklärt wurden und auf 8 302 492 Mark Geldstrafe, bezw. 6 Monate Gefängnis, und gegen den Brcnncrcibesitzer L u b a n s k i in Homberg wegen interziehnng in zwei Fällen auf einen Monat Gefängnis und 818 404 Mark Geldstrafe bezw. ein Jahr Gefängnis. Vermerk auf Urlaubsscheinen: In der neuesten Nummer dcS»ArmeeverordnungS» blatteS" wird bestimmt: Ziffer 6 des Erlasses vom 7. August IStS betreffend Beurlaubung von Mannschaften erhält folgende Fassung: Vorstehende Be- stimmungen finden auf häufig wiederkehrenve Beurlaubungen— Sonniagsurlaub und dergleichen— und auf solche zu Hilfeleistungen in fremden landwirtschafilichen und gewerblichen Beuieben keine Anwendung. Bei diesen besteht mithin kein Anspruch aus freie Ei ien bahnfahr t. Die Urlaubsscheine sind in allen derartigen Fällen mit dem Vermerk»Fahrkarten lösen" zu versehen._ Parlamentarisches aus der Schweiz. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: In Bern sind am 6. Dezember die beiden eidgenössischen Parla- mente, N a t i o n a l r a t und S t ä n d e r a t> zur Wintersession zu- sammengetreteu, in der daS Hauptgeschäft das Budget für 1S1L bildet. Die Einnahmen sind veranschlagt mit 153 920 000 Fr., die Ausgaben mit 191 060 000 Fr., so daß sich ein Fehlbetrag von 37,14 Millionen Franken ergibt. Im Nationalrat wies aber Genosse Müller- Bern nach, daß das Defizit eigentlich 44 Z4 Millionen beträgt, da es verschiedene Ausgabeposten gar nicht enthält. Sodann sind wichtige Ausgaben, wie die für das gewerbliche und kaufmäu- nische Bildungswesen, beschnitten. Von dem Einnahmeposten bean- stände er die nochmalige Erhebung der doppelten Rlilitärsteuer, die weite Vollskreise, die unter Arbeitslosigkeit und Teuerung leiden, schwer bedrückt. Er wandte sich auch gegen das Tabakmonopol wie gegen alle indirekten Steuern, für die im Parlament eine Mehrheit vorhanden ist, wogegen die Sozialdemokraten mit einer Initiative an das Volk appellieren werden, um die Einführung einer direkten Bundessteuer auf große Einkommen und Vermögen vorzubereiten, was die Kampfansage gegen das bisherige Finanzsystem des Bundes bedeutet. Bundespräsident und Finanzminister M o t t a meinte, die Sozialdemokraten hätten keinen Grund, mit der Finanzpolitik des Bundesrates unzufrieden zu sein, denn ihr Programm wird ja schneller durchgeführt, als sie bei normaler EntWickelung erhoffen konnten, was natürlich ein Spiel mit Worten ist; denn ausschlag- gebend für die Sozialdemokraten bei der Beurteilung der neuen Ein» nahmequellcn ist doch die Art der Steuern. Tie Erhebung der dop- pelten Militärsteuer wurde von 96 bürgerlichen gegen 16 sozialdemo- kratische Stimmen beschlossen. Eine lebhaste Debatte rief die Kritik unseres Genossen P f l ü g e r an der staatlichen Militä rversicherung gegenüber Soldaten hervor, die sich im Militärdienst die Tuberkulose holten oder deren Anlagen dazu zum Ausbruch kamen. Der letzteren Kategorie von Kranken verweigert das Militärdepartement einfach die Entschädigung, weil die Anfänge der Krankheit in die Zeit vor den Militärdienst fallen. Zwei Aerzte gaben die Mängel der jetzigen militär-sani- tärischen Untersuchung zu und verlangten geeignete Maßnahmen, zwei andere Aerzte aber verteidigten sie als absolut vollkommen. Der Kriegsminister Decoppet stellte die Praxis so dar, als würde jetzt schon nach dem Antrag Pslüger verfahren, der aber mit 60 gegen 48 Stim- men angenommen wurde.— Ohne Debatte wurde von Herrn De- coppet der Antrag des Demokraten Weber auf Gratisabgabe der Uniform an die Offiziere zur weiteren Prüfung ent- gegengenommen._ Lob sozialdemokratischer Arbeit iu der Kriegszeit. Man slvreibt uns auS Holland: Der Lütticker Korreipondent des„Handelsblad" kommt in einem Artikel über die C o ck e r i l l- werke bei Seraing auch auf die dortige Arbeiterschaft und die praktische Wirksamftit des sozialdemokratischen Gemeinde- rates dieses Ortes zu sprechen.„Cockenll, so schreibt er, hat Seraing entstehen gemacht, aber Seramg bar auch Cockerill groß und blühend gemacht. In den letzten 25 Jahren geschah das Wunderbare, daß das werkiälige Volk im Reiche Eockerills den Thron bestieg, daß„ruchlose Arbeiter", wie man damals zu sagen pflegte, ihre Arbeitshäuser verließen und das Glaubensbekenntnis des Sozialismus predigten. Sie ergriffen Besitz vom Raihause und ein kleines, munteres Männchen aus dem Volke, begabt mit einer Vlamenzunge, einer Stimme wie eine Glocke und der vornehmsten Seele, gewann eine ungeheure Macht. ES war der vor einigen Jahren verstorbene S m e e t S, der auch ins Parlament gewählt wurde, der große Heilige der Sozialdemokratie von da- malS. Heute ist der Gemeinderat ganz im Besitz der Arbeiterpartei. Ein ehemaliger Arbeiter von Cockerill ist Gemeinde- schöffe für daS Unterrichisweien. Die prachtvolle Schuleinrichtung und die vor nicht langer Zeit erstandenen neuen Vollssdiulen, der in jeder Hinsicht nach den modernen wissenscbaftlicbeil Prinzipien geführte Unterricht sind Beweise dafür, daß dieser Mann seine Auf- gäbe begreift und erfüllt."_ Kriegsbekanntmachungen. Sendungen nach der Türkei und Bulgarien. Berlin, 18. Dezember.(W. T. B.) Privatpakete für Angehörige des deutschen Heeres in der Türkei und Bulgarien werben bis zum 31. Dezember d. I. beim Zentraldepot für Liebesgaben, Berlin W. 50, Hardenberg- straßs 29a—«. zur Weiterbe siftderung an die Empfänger angc- nommen. Die Pakete wolle man stets als gewöhnliche Pakete porto- und bestellgcldfrei bis Berlin aufgeben. Die Senkungen sind mit folgenden Aufschristen zu versehen: l. mit volliländiger militärischer Llbrejse des Empfängers, 2. mit dem Zusatz: durch Vermittlung deS ZentraldepotS für Liebesgaben, Berlin W. 50, Hardenbergstr. 29a— e, 3. mit Bestimmungsland(Türkei oder Bulgarien). Im übrigen gelten die für den Privatpaketverkehr bestehenden Bestimmungen. Soweit bisher Pakete an das Militar-Paket- Depot Leipzig gesandt sind, wird von dort ihre Weitervevsendung veranlaßt._ Passierscheine für Reisen an die Z?ront. Berlin, 18. Dezember.(W. T. B.) Gesuche um Ausstellung von Passierscheinen zu Reisen an die Front usw. sind von In- ländern, die im LandeSpolizeibezirk Berlin wohnen, an das stell- vertretende Generalkommando des Garde korpS, Hinter dem Gieß- hause 3, von den in den übrigen Bezirken der Provinz Branden- bürg wohnhaften Inländern an das stellvertretende Generalkom- mando des III. Armeekorps, Genthiner Straße 2, zu richten. Aus- länder, welch« sich im LandeSpolizeibezirk Berlin aufhalten, haben sich an die Kommandantur Berlin, die in den übrigen Bezirken der Provinz Brandenburg wobnhaften Ausländer an das stellver- tretende Generalkommando des III. Armeekorps zu wenden. Für die Reise ist neben dem Passierschein ein polizeilich ab- gestempelter Personalausweis oder Paß erforderlich. Gewerkschaftliches. Verlin und Umgegend. Zur gewerkschaftlichen UnterstützungsauSzahlnng an die Kriegcrfrauen. Die Bsziirksverwaltmng Grotz-Berlin des Teutschen Transport- «nSeiterverÄandes hat in der Zeit von Freitag, den 10. Dezember, bis Sonnabend, den 18. Dezember, die den Frauen und Familien ihrer zum Heere eingezogenen Mitglieder zugesprochene Weih- nachtsuniterstiitzunq ausgezahlt. Die zur Auszahlung gelangte Summe beträgt bisher für rund 12 000 Familien 85 000 M. Wenn diese Unterstützungen in den einzelnen Fällen sich auch nur in be- scheid enen Grenzen bewegen, so dürfte die Gesamtsumme immer- bin einen Faktor im allgemeinen Wirtschaftsleben der hier in Frage kommmden Familien bedeuten. Weihnachtsunterftntzung im Schneiderverband. Den Angehörigen der Mitglieder des Schneidcrverbandes, so- wert dieselben vor dem 1. September d. I. zum Heevesdienst eingezogen sind, wird vom Verband der Schneider eine Weihnachts- Unterstützung je nach der Dauer der Mitgliedschaft gewährt, die im Laufe des Monats Dezember im Bureau Scbastianstr. 87/38, Hof links 3 Tr., in der Zeit von 0 bis 1 Ubr vormittags gegen Bor- zeigung des Unterstützungsbogens vom Magistrat erhoben werden kann. Bemühungen, das Geld am Freitag abzuheben, sind zwecklos. Die Unterstützung muh bis zum 31. Dezember abgehoben sein. Nach diesem Zeitpunkt erfolgt keine Nachzahlung mehr. Die Lohnbewegung in der Zigarettenindustrie. Vor mehreren Wochen faßten die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Aigaretteninidustrie den Beschlutz, eine allgemeine Lohnerhöhung zu fordern, damit das MitzverhälwiS, welches zwischen den derzeitigen Löhnen und den Kosten des LebenSunber- Halts besteht, einigermatzen ausgeglichen werde. Nachdem die For- devungen formuliert waren, versuchten die Arbeiter, durch ihre Organisation, den Tabakarbeitervcrband, eine Verständigung mit den Fabrikanten berbsizufühven, was aber zunächst nicht gelang. Auch der erste Versuch, vor dein Einiguugsmnt des Gewerbe- gerichts zu verhandeln, scheiterte daran, dah�die Fabrikantenorganisation nur ihren Syndikus schickte, der aber keine Vollmacht zum Abschlutz einer Vereinbarung hatte. Diese ohne Schuld der Arbeiter eingetretene Verzögerung hatte schlietzlich die Folge, datz tn der Fabrik von G a r b a t y die Maschinenhilfsarbeiterinnen am der- gange neu Montag die Arbeit niederlegten, werl sie aus ein Ergeh- nis weiterer Verhandlungen keine Hoffnung mehr setzten. Die Firma entlietz hierauf auch die Zigarettenarbeiter. Doch nun kam es zu einer regelrechten Verhandlung vor dem Einigungsamt. Das Ergebnis derselben war ein am Donnerstag vom EtnigungSamt gefällter Schiedsspruch folgenden Inhalts: 1. Die während der Eirrigungsverhaudlungen erfolgte Ar- beitsniederlegung und Entlassung der Arbeitnehmer wird durch Wiederaufnahme der Arbeit bzw. durch Wiedereinftellung nach Annahme des Schiedsspruchs beseitigt. 2. Die Höhe des Einstellungslohnes für die im Gewerbe bis- her noch nicht beschäftigten Arbeiterinnen unterliegt der freien Vereinbarung der Parteien. Nach einer Beschäftigungsdauer von vier Wochen haben die Arbeiterinnen Anspruch auf 11 M., »ach acht Woche« auf 12 M., nach 12 Wochen auf 13 M. Wochen- lohn. 3. Zu den bisher gezahlten Lohn- und Akkordsätzen wird eine Teuerungszulage von 10 Proz. gewährt. Unabhängig hiervon bleiben die bisher gezahlten Teuerungszulagen bestehen. Von dieser Bestimmung werden die unter Absatz 2 genannten Arbeiterinnen ausgenommen. Die Firma„Problem" ist berechtigt, die im November 1915 gewährten Zulage» in Anrechnung zu bringen. 4. Für die nach der täglichen Arbeitszeit von neun Stunden sowie van sieben Stunden am Sonnabend geleisteten Ueber- stunden wird für die ersten zwei Stunden ein Ausschlag von W Proz., für weitere Ueberstunden uirö SonntagSarbeit ein Auf- schlag von 50 Proz. gezahlt. In den weiteren Abschnitten des Schiedsspruches wird bs- stimmt, datz bestere Lohn- und Arbeitsbodingungeu bestehen bleiben, Matzregelnugen nicht stattfinden dürfen und zur Erledigung von Differenzen eine paritätische SchlichwngSkommission mit einem Unparteiischen als Vorsitzenden eingesetzt wird, deren endgültig entscheidende Berufungsinstanz das EinigungSamt ist. �Der Schiedsspruch wurde am Freitagabend einer stark besuchten Versammlung der tn der Zigarettenindustrie Beschäftigten vorge- tragen und zur Annahme empfohlen mit der Begründnng: Abge- sehen von dem materiellen Erfolg des Schiedsspruchs, der ja die Forderungen wegen Beseitigung der Heimarbeit und Regelung des Arbeitsnachweises nicht erfülle, sei besonderes Gewicht zu legen auf den moralischen Erfolg, der darin bestehe, datz zum erstenmal «ine Vereinbarung zwisckcn den beiderseitigen Organisationen zu- ftandegekommen sei. Aus diesem Ansang weiterbauend, könne man später vielleicht zum Abschlutz eines Tarifs kommen. Die Versammlung nahm den Schiedsspruch einstimmig au. Die Löhne für die nencn Offizieruniformen. Es scheint, als ob die Meinungsverschiedenheiten über den Schiedsspruch, welcher die Arbeitslöhne für die neuen Offizier- uniformen festfetzt, zu einem ernsten Konflikt führen werden. Das Gesamtergebnis der im ganzen Reiche vorgenommenen Abstim- mung über den Schiedsspruch sollte gestern abend einer Versamm- lung der Berliner Militärschneider mitgeteilt werden. Das konnte aber— wie der Vorsitzende Kunze den Versammelten bekannt- gab— nicht geschehen, weil das Ergebnis noch nicht festgestellt ist, da der Berbandsausschutz erst die Frage entscheiden mutz, ob einige zu spät abgegebene Stimme», die für Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches ausschlaggebend sind, als gültig anerkannt werden sollen. Nur soviel lätzt sich über das Abstimmungsergebnis sagen: Die Orte, wo der neue Blusenrock— das ist der eigentliche Streitgegenstand— sckan angefertigt wurde, baben den Schieds- spruch abgelehnt, während ihn die Orte, wo dieses Stück bisber nicht angefertigt wunde, angenommen haben. Tie Berliner Ortsver- waltung steht auf dem Standpunkt, datz der Schiedsspruch abzu- lehnen ist, weil durch die Annahme die Militärschneider in Berlin ungünstiger gestellt würden als ihre Kollogen in anderen Orten. Diese Benachteiligung könnte durch keine spätere Lohnbewegnitg wieder gutgemacht werden. Wenn der Lohn für die Offizierbluse in dem gleichen Verhältnis zu dem Lohn des alten Waffenrockes festgesetzt worden wäre, welches das Bekleidungsamt für die Mann- schaftsbluse beobachtet hat, dann würde die Forderung der Berliner Schneider erfüllt sei«. Es gibt für»ns keine Möglichkeit— sagte Kunze—> den Schiedsspruch anzunehmen. Dazu lassen wir uns durch keine Gewalt zwingen. ES kann auch in der Kriegszeit niemand gezwungen werden, zu ungenügenden Löhnen zu arbeit«:. Eine am Dienstag im Gewerkschoftsbause stattfindende Ver- sammliing wird zu dieser Angelegenheit endgültig Stellung nehmen. Bus der Partei. Ei« Flugblatt„Gegen den Lebensmittclwucher" ist vor einiget Zeit in Stettin und der Provinz verbreitet worden, ohne datz für Druck und Verbreitung die durch den.Korpsbefehl vom 1. März d. F. vorgeschriebene Genehmigung nackigesuchi und erteilt war. Wegen dieses Verstotzes gegen den Korpsbefehl mutzten sich Parteisekretär H o r n, der die Verbreitung veranlaßt, und Geschäftsführer S e n d k c, der den Truckauftrag ausfübren ließ, verantworten. Aus letzterem Grunde war auch der Druckereifaktor Sievert unter Anklage gestellt worden. Der Anklagevertreter beantragte gegen den Genogen Horn 3 Wochen, gegen die beiden anderen Angeklagten je 3 Tage Gefängnis. Da aber gerade am Tage vorher das Gesetz über die Erleichterung im Belagerungszustand zu verhängenden Strafen in Kraft getreten war, so verurteilte das Gericht den Ge- Nossen Horn zu 100 Mark und den Genossen Sendke zu 50 M a r! Geldstrafe, während der Genosse Sievert freigesprochen wurde. Mus Industrie und Handel. Kriegsgcwinue. Tie Wunderwerke vorm Winklhofer u. Jaenicke, Aktiengesellschaft, Chemnitz, beschlossen die Verteilung einer Dividende von 20 Proz.. gegen 12 Proz. im Vorjahr. Der Abschlutz ergibt nach 701188 M. Abschreibungen(im Vorjahr 011152 M.) einen Rein- gewinn von 3 240 912 M.(im Vorjabr 1 371 057 M.>. Der Aui- sichtsrat schlägt vor, hiervon 350 000 M. dem Beamten- und Ar- beiterunterstützungsfonds, 30 000 M. dem Delkrederekonto, 300 000 Mark dem Rücklagenkonto, 10 000 M. der Talonsteuerreserve zu überweisen; serner einer neu zu bildenden Kriegsgewinnsteuer- reserve 1 000 000 M. zuzuführen und nach Tantiemen und Grati- fikationen die obengenannte Dividende zu verteilen. Der verblei- bende Rest von 552 712 M.(im Borjahre 223 431 M.) soll auf neu: Rechnung vorgetragen werden. Die Eisenhütte Holstein A.-G. i« Rendsburg zahlt 4 Proz. Dividende(i. B. 0 Proz.). Die A.- G. Eckert in B erlin-Lichtenberg erhöht die Dividende von 0 auf 9 Proz. Die Prestowerke K.-G. in Chemnitz zahlen nach sehr reichlichen Abschreibungen und Rückstellungen 10 Proz. Dividende (0 Proz. i. V.). Die Süddeutsche Juteindustrie Mannheim- W a l d h o f erhöht die Dividende von 4 auf 0 Proz. Auf die dritte Kriegsanleihe find in der Berichtswoche 130,3 Millionen Mark neu eingezahlt worden, so datz bis zum 15. De- zember 10 717.8 gleich 88,1 Proz. der Gesamtzeichnung gezahlt worden find. Trotz der beträchtlickien Neueinzahlungen weisen die von den Darlehnskassen für die Zwecke der dritten Kriegsanleihe her- gegebenen Darlehen eine Verringerung um 8l,7 auf 547,7 Millionen Mark aus. A WERTH EIM G, M. B. H. 1 Sonder-Preise Montag bis Mittwoch Kleiderstoffe Qeslreiffe Blusensfoffe... mit, 95 Pf- Karierte Sfofte i». Mir. 1.60 Rodisloffe SÄ Ä-vSÄ 2.40 Qemust. Kosfümsfoffe 2.70 Damen-Paletots Vzlang, ausFlausdisfoff. einfarbig und kariert, mit und ohne Glocke 19.50 Sport-Paletots 16.75 Pelz waren Seidenstoffe Gestreifte Blusenseide...mit. 1.10 Karierte Blusenseide..... mv. 1.25 Elnfarb. Diamanlseide 2.25 Bedruckter Krepp*wb b«« m*. 3.25 Blusen BlUSe«n gatem Bardieitf.»»»»»,, Wasdistoffe Baumwoü. Blusenflanell. wir. 75 Pf- Bedr. Köperbardienl �"mI; 95 Pf Bedruckter Sammefflanell mv. 1 m. 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T'. 2.25 iderren-Socken 95 Pf. Herren-Socken"�a?. 1.60 Mlliiar-Socken�.�fiOP!. 1.10 Milliar-Socken 1.75 2.25 Männerslrümpfe �M�ÄdT; 1.95 Damenhemden saSLi 1.95 2.35 Damenhemden«a ves-tz....... 2.60 Damer.hemden pS«s,.,!*e.r�..Tl 2.60 Damenhemden m, ModemwPaom.. 2.65 Damenhemden-• 3.60 Damenhemden 2.25 Garnituren Damenhemden z» z i? nflSlIdirrd......•____ Z./O 3.00 4.15 �ÄTBe,.nk,e,.ck: 2.55 3.15 4.15 2fÄ!n:N?,:h.,h.emd: 4.85 6.26 6.75 Morgenrock 9.25 Morgenrock JÄsCSÄ»t 16.50 Morgenrock 22.50 Handschuhe QlacO farbig, m» 2 DrudümOpfen.. 1.65 Glac* SÄduSU-'rT..Atr..r 1.75 Giace 2.15 Schwedensfepper 2.75 Gazelle 2.90 Heute Sonntag" sind unsre Geschaftshä.user-ronl JJhran geöftnet M. ewesene Jackott- and Rock- M, größtenteils aaf Seide ßiesenposten Kleider, nur 80— 35 M. Große Posten l'elzs kaufen Sie von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz gewes« anzüge, Paletot«, Ulster, Serie f: lO— 18 M., Serie II: SO;— 30 Ferner Gelegenheitekänfe in neuer ItaBfcardorobe, enorm billig. 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Stadthagen nahm sich der ausländischen Arbeiter an und erörterte dann Vorkommnisse in einem Gefangenenlager. Zu der gleichen Sache sprach noch Abg. N o s k e und Abg. D i t t- nr a n n. Tie Diskussion wandte sich dann der Uebermittlung militä- rischer Nachrichten zu. Hierzu liegt folgender Antrag Gröber vor: „den Herrn Neichskanzler zu ersuchen, zu veranlassen, daß die von der Leitung des Heeres und der Marine ausgegebenen amtlichen KriggZnach richten allen Organen der deutschen Presse, welche darum nachsuchen, gleichzeitig und unentgeltlich gegen Ersatz der Ilebcrmibtlungvkostcn mitgeteilt werden". Abg. Gröber(Z.) bespricht die geschäftlichen Praktiken des Wolffbureaus, das seine Monopolstellung dazu benutzt, sich unberechtigte Vor- teile von den Zeitungen zu beschaffen. Tie Nachrichtenvermitt- lung durch dieses Bureau ist sehr mangelhaft, einzelne Zei- tungcn am gleichen Ort werden ganz verschieden bedient. Dabei sind � die Nachrichten oft direkt irreführend. Zeitungen, die dem Wolffbureau nicht genehm sind, werden von der Nachrichtenüber- mittlung einfach ausgeschlossen. Von einer Zeitung hat das Wolffbureau verlangt, keinerlei Kritik mehr an dem Bureau zu üben. Deshalb muß mit der Monopolstellung dieses Bureaus ge- drochen werden. Oberst H o f f m a n n schildert den Verkehr des Kriegs- Ministeriums mit dem Wolffbureau. Schnelle Verbreitung der Nachrichten ist nur auf diese Weise möglich. Mit diesem System kamr die Heeresverwaltung momentan nicht brechen. Die Oberste Heeresleitung ist jedenfalls mit dem Wolffbureau zufrieden. Das Bureau hat mit der Uebermittlung der Heeresberichte nichts ver- dient. Abg. Strcsemann bezeichnet den heutigen Zustand als völlig unerträglich. Die Monopolstellung des Wolffbureaus bc- deutet die Vernichtung der Konkurrenz. Wolff hat von der Tele- graphenunion 5000 M. für Ueberlassung der Heeresberichte ver- langt. Die Art, wie das Wolffbureau seine Macht ausnutzt, ist unerhört. Die Verleger haben gar nicht mehr den Mut, gegen Wolfs aufzutreten. Auch der preußische Minister des Innern unterstützt amtlich das Wolffbureau. Am besten ist es, wenn man die Zeitungsverleger veranlaßt, sich eine geeignete Organisation zur Uebermittlung amtlicher Nachrichten zu schaffen. Kriegsminister v. Wandel sagt eine eingehende Unter- stützuug zu. Abg. Fischbeck(Fortschr.) behauptet, daß das auswärtige Amt einige Zeitungen mit der Ueberlassung von Nachrichten bevor- gugt. Mit der Uebermittlung von AuslandSnachrichten hat Wolff völlig versagt. Es ist nicht zu billigen, daß man der Telegraphen- Union die Ueberlassung des Heeresberichtes verweigert hat. Abg. Stadt Hägen erörtert das militärgerichtlichc Verfahren gegen den Abg. Liebknecht. Unter Vor- letzung der Immunität und entgegen dem ausdrücklichen Beschluß des Reichstags ist ein eingeleitetes Verfahren zu Ende geführt worden. Und iviederum ohne den Reichstag zu fragen, hat man ein neues Verfahren gegen Liebknecht eingeleitet. Der Reichstag uiuß diesen Eingriff in seine Rechte zurückivciscu. General v. L a n g e r m a n n erklärt, daß auch die Militär- Verwaltung� die Immunität der zum Heere eingezogenen Abge- ordneten nicht bestreitet. Die Einstellung des Verfahrens ist tele- graphisch angeordnet worden. Im zweiten Fall handelt es sich nur um eine vorläufige Vernehmung, nicht um ein gerichtliches Ver- fahren.— Abg. Stadt Hägen stellt demgegenüber fest, daß sich Militärgericht den Anordnungen des Kricgsministcriums nicht gefügt hat.— KriegSminister v. Wandel behauptet, daß das Verfahren gegen den Abg. Liebknecht tatsächlich eingestellt worden ist- � Abg. Heine führt aus, daß das Verfahren gegen Lieb- knecht lediglich aus materiellen Gründen eingestellt worden ist. Auch das zweite Verfahren durfte unter keinen Umständen cNlgelcitct werden. Hier bandelt es sich um ein Recht des Reichs- tags, das er sich nicht verkümmern lassen darf. Mit einer weiteren kurzen Auseinandersetzung zwischen dem Kriogsministcr und dem Abg. Stadthagen schloß die Aussprache. Abg. Stadthagen begründet nunmehr die folgende Reso- lution:„Die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, eine bundeö- ratliche Verordnung folgenden Inhalts zu erlassen: Gegen Kriegs- teilnehiner und ihre Familienmitglieder ist eine Klage auf Ex- missiou für die Dauer dcS Kriegszustandes nicht zulässig, wenn der Kläger nicht nachweist, daß der Kriegsteilnehmer zur Zahlung der Mietziilsrückstände und der lausenden Mietzinsbeträge wirt- schaftlich in der Lage ist." Unter den Kriegern muß es Erbitte- rung hervorrufen, wenn sie erfahren, daß ihre Frauen exmittiert worden sind, weil sie keine Miete zahlen konnten. Man bestellt dem verklagten Krieger jetzt euicu Vertreter und führt dann ein Verfahren durch, von dem der Krieger nicht das mindeste erfährt. Redner führt zum Beweis für seine Ausführuiigen eine Reihe drastischer Beispiele an. Die heutige Praxis bedeutet geradezu einen Schlag gegen die Leute, die im Felde stehen. Staatssekretär L i s c o führt aus, daß man bei Erlaß der Verordnung nicht an solche Ausnahmefälle gedacht habe. Die Interessen des Kriegers müssen immer im Vordergrund stehen, nicht die des Gläubigers. Deshalb sei der Antrag überflüssig.— Abg. Heine: Die Sache wird mit der Zeit immer schlimmer. Der Antrag geht eigentlich noch gar nicht weit genug; immerhin aber bedeutet er eine ganz wesentliche Verbesserung. Abg. Gröber fZ.) begründet den Antrag, einen Gesetz- entwurf demnächst vorzulegen, durch den derjenige, welcher sich oder einem Dritten für Heeresleistungen Vermögensvorteile gc- währen oder versprechen läßt, die den üblichen Wert übersteigen und in aussalleiidem Mißverhältnis zur Leistung stehen, zum Ersatz des Schadens verpflichtet wird, und zwar mit rückwirkender Krafr auf die seit Kriegsbeginn abgeschlossenen oder erfüllten Rechtsgeschäfte.— Abg. Schiffer(natL) bezweifelt, ob mit dieser Formulierung der beabsichtigte Zweck erreicht wird. In der Hauptsache muß es sich darum handeln, das gewissenlose Speku- lanleiitiim zu treffen.— Staatssekretär L i s c o: Mit der Tendenz des Anlrogs kann inan einverstanden sein; der Antrag stößt aber auf juristische Bedenken.— Abg. Hoch(Toz.j: Die Kommission kann dem sympathischen Gedanken die erforderliche juristische Form nicht geben. Es komml jetzt nur darauf an, die Uebereinstim- mung in der Sache selbst fesizustellen.— Abg. L i e sch i n g(Vp.) erklärt das Einverständnis seiner Freunde mit der Tendenz oes Antrags.— Abg. Graf Westarp hat nichts gegen den Grund- gedanken des Antrags, befürchtet nur, daß unter Umständen Handel und Industrie beunruhigt werden könnten.— KriegSminister v. W a n d cl bittet, keine Maßnahmen zu beschließen, die den Unternehmungsgeist des Handels und der Industrie bcnach- teiligen könnten. Im allgemeinen sei die Heeresverwaltung nicht überteuert worden. Die Resolution wurde in Verbindung mit einem gleichen An- trag Schiffer angenommen. Abg. Stadt Hägen begründet nun den Antrag, das Gesetz betreffend den Schutz der infolge des Krieges an Wahrnehmung ihrer Rechte behinderten Personen, vom 4. August 1914 i Reichs- Gesetzbl. S. 028) dahin abzuändern, daß in§ 2 Ziffer 1 die Worte .mobilen oder gegen den Feind verwendeten" gestrichen werden. — Nach kurzer Diskussion wird der Antrag zurückgezogen, da Staatssekretär L i s c o Abhilfe zusagte. Abg. Stadthagen begründet dann den Antrag, ein besonde- res Gesetz zu schaffen mit dem einzigen Paragraphen:„Land- arbeiter und Gesinde haben das Recht, ihren Arbeitsvertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu lösen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Das ist stets der Fall, wenn einer der Gründe vorliegt, die nach der Gewerbeordnung einen Gewerbegchilfen zur Aufhebung des Vertrage? berechtigen."— Staatssekretär L i s c o erklärt es für unmöglich, derart tief einschneidende Aenderungen vorzunehmen.— Abg. Bauer(Soz.) rechtfertigt den Antrag mit der Rechtlosigkeit, unter der diese BcvölkerungSschichtcn leiden.— Ter Antrag wurde abgelehnt. Es wird nun über eine ganze Flut von Anträgen abgcstinnnt. Angenommen wurden u. a. folgende sozialdemokratische Anträge: Die Hergabe von Reichsmitteln zur Unterstützung der Textil- arbeiter wird an die Bedingung geknüpft, daß zu den zum Zweck der Festlegung der Unterstützungsbedingungen und zur Durch- führung der Unterstützungsaktion geschaffenen Oris-, Bezirks- und Landesausschüssen auch Vertreter der gewerkschaftlichen Organi- sationen der Textilarbeiter in gleicher Zahl wie die Unternehmer hinzugezogen werden.— Die Verbündeten Regierungen zu er- suchen, durch eine Bundesratsverordnung zu bestimmen, daß a) Unterstützungen, die infolge von Arbeitslosigkeit bezogen wurden, nicht als Annenunterstützung gelten, b) die Unterstützungsempfänger nicht verpflichtet sind, die erhaltenen Beträge später zurückzuzahlen. — Dem„Reichsausschuß für Kriegsbeschädigtenfürsorge" aus- reichende Mittel zur Verfügung zu stellen, damit er die ihm ge- stellten Aufgaben erfüllen kann.— Angenommen wurde auch ein Antrag, in dem gefordert wird, daß bei Streiiigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern das ReichSamt des Innern ver- mittelnd eingreifen soll.— Der Antrag des Zentrums, der sich gegen das Wolfsbureau richtet, wurde angenommen. Ebenso die folgende Resolution der Sozialdemokraten: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, a) bis zur Vorlage eines Entwurfs der Kricgsbcsol- dungSordming dahin zu wirken, daß eine weitere Reform der Kriegsbesoldungsordnung vorgenommen wird; b) dahin zu wirken, daß den Mannschaften in möglichst weitem Umfang Urlaub � gewährt wird; c) daß bei der Gewährung von Urlaub zunächst jene Mannschaften berücksichtigt werden, die bisher noch nicht in Urlaub lvaren; ck) den beurlaubten Mannschaften fiir die Dauer des Urlaubs daS für ihren Truppenteil festgesetzte Bcköstigungsgeld bei Antritt des Urlaubs auszubezahlen.— Die ebenfalls geforderte Revision der Offiziersgehältcr und die Beseitigung der Zulagen in der Heimat wurde mit 16 gegen 13 Stimmen abgelehnt.— Abgelehnt wurde auch der sozialdemokratische Antrag, die Frei- lassung jener feindlichen Ländern ungehörigen Zivilintcrnierten herbeizuführen, die in Teutschland eine gesicherte Existenz nach- weisen können und bei denen keinerlei Verdacht besteht, daß sie die Sicherheit des Reichs gefährden würden.— Zu den Unterstützungsfragen wurde folgende Resolution angenommen: l. die Familienunterstützung ist zu gewähren, wenn nach der laufenden Steuerveranlagung das Einkommen in den Orten der Tarifklasse E 1000 M. und weniger, in Orten der Tarifktassen C und D 1200 M. und weniger, und in Orten der Tarifklassen A und B 1500 M. und weniger beträgt. Der Anspruch besteht nicht, wenn der zum Militärdienst Eingezogene an seinem Einkommen keinen Ausfall erleidet; 2. die Zuschüsse des Reichs und der Einzelstaaten an die Lieferungsverbände zur Erhöhung der Familienunterstützung sind— abgestuft nach der Leistungsfähigkeit der Liefcrungsverbändc — festzusetzen; 3. die Bestimmung zu treffen, daß die Auffichtsbe- Hörde in geeigneten Fällen die Zahlung der Familienunterstützung anordnen kann. Nach Erledigung einiger minderwichtiger Angelegenheiten ver- tagte sich die Kommission bis nach Neujahr. Das tägliche örot. Die Regelung des Verkehrs init ausländischer Butter. Berlin, 18. Dezember.(W. T. B.) Die Bekannt- machung des Reichskanzlers über die Regelung des Verkehrs mit ausländischer Butter vom 4. Dezember 1915, nach der beim Verkauf von ausländischer Butter der für Jnlandsbuttcr geltende Höchstpreis überschritten werden darf, hat in Handelspreisen zu der irrigen Auffassung geführt, als wäre die Ablieferungspflicht der Auslands- butter an dicZcntral-Einkaufsgcsellschaft dadurch wieder aufgehoben worden. Diese Auffassung trifft nicht zu. Die Buttereinfuhr muß vielmehr nach wie vor an die Zentral- E in kaufsgescllschaft zu den von ihr festzusetzenden Ilcbernahmcpreiscn abgeliefert und darf nur durch sie dem Verbrauch zugeführt werden. Auch das Durchfuhrverbot für Butter besteht unvcr- ändert fort._ Schlächtcrgewinne. Die LandwirtschaftSkammec Pommern schreibt unS: „Unter Aufsicht der LandwirtschaflSkammcr für die Provinz Pommern sind kürzlich drei Schiveine geschlachtel worden. Das durch genaue Wiegungen festgestellte Schlachtungsergebnis war das folgende: Die Schweine lieferten an verkaufsfähigem Fleisch: Kasseler(geräuchert).. 37 Psd. zu 1,60 M.— 60,20 M. 6 Rippen..... 25,8,, 1,83„= 34.31. 3 Speckseiten.... 31,1., 1,70,— 62,87„ 1 Bauchseite.... 12,8,„ 1,30„= 16,64„ 6 Schinken..... 106,7., 2,—,= 213,40, 6 Keulen und Schultern 87,5„„ 1,33,= 116,37„ 300,9 Pfd.= 402,70 M. dazu Kopf und Beine.75„zu 0,50 M.---- 37,50„ Zu Wurst verarbeitet wurden 2 Karbonadeiistücke. 3 Speckseiten und 5 Bauchseiten. Zur Herstellung von Wurst wurden hsnzugckailft 62 Psd. Rindfleisch zu 1,20 M. und 6 Pfd. Leber zu 1,70 M. Her- gestellr ist Zervelntwurst, Leberwurst und Blutwurst, und zwar sind im ganzen gewonnen: Zervelalwurst.. 150 Pfd. zu 2,60 M.--- 390,— M. Leberwurst... 58,, 2,—,= 116,—„ Bluiwurst... 80,, 1,80,== 144,—, ferner Schmalz. 41,, 2,40.== 98.40, ziiiammen 748,40 M. ES beträgt mithin der gesamte Erlös von Fleisch, Wurst und Schmalz unter Bei ücksichtigung der i» Sleltin gellenden Höchstpreise.... 1278,69 M. Davon gehen ab die folgenden Unkosten: Die 3 Schweine baben zusammen 770 Pfund gewogen und sind mit 770 M., also 100 M. fiir den Zentner ab Hos bezahl: worden, ein Preis, den der Landwirt auch für Schweine mit dem angegebenen fflewichr jeyt im allgemeinen nickt bekomm:. Zu dieser Ausgabe von 770 M, kamen noch folgende weitere Unkosten: 1. Gebühren an den Städtischen Schlachthof für Schlachten und Fleischbeschau........... 11,25 M. 2. Fracht der 3 Schweme........... 5,10„ 3. Gebühr an den Fleischer für Schlachten u. Ausschlachte:: 12,50„ 4. Transport der geschlachteten Schweine zur Schlachtstätte 5,—„ 5. 62 Pfund Rindfleisch je 1,20 M........ 74,40„ 6. 6 Pfund Leber zu 1,70 M.......... 10,20„ 7. Für Därme(27 M.), Gewürze und Zutaten(6 Di.). 33,— Mithin ergibt sich, daß die 3 Schweine einschl. ihrer Ver- arbeitung und der Zutaten zur Wurstbcreitung gekostet haben 770 ff- 151,46 M.--- 921,45 M. Diesen Unkosten steh: gegenüber der Gesamterlös von Fleisch, Wurst und Schmalz mit 1278,69 M,, sodaß ein Gewinn von J 357,24 M. übrig bleibt. Das bedeutet für das einzelne �Schwein einen Gewinn von 1 19,08 M. Hierbei sind zum z Beispiel die Abfälle noch nicht berücksichtig:. Das vorliegende Ergebnis der- Probcschlachtung zwingt zu folgenden Schlußfolgerungen: 1. Die Händler und Fleischer wären sehr wohl in der Lage, die durch den Bundcsrar festgesetzten Höchstpreise für Schweine zu zahlen, und zwar sogar ab Stall, da ein Teil des Fleisches zu Wurst verarbeitet wird; die jetzigen Wurstpreise sind im Verhältnis zu den Schweinepreifen zu hoch. 3. Selbst wenn noch erheblich weniger Fleisch zu Wurst ver. arbeitet wird, wie in dem vorliegenden Beispiel, bleibt noch ein j durchaus angemessener Gewinn übrig. 3. Wenn andere Probeschlachtungen andere Ergebnisse erbrach: haben sollten, so dürste dabei nicht berücksichtigt sein, daß augenblicklich viel gutes Fleisch tatsächlich zu Wurst verarbeitet wird." Aus diesen Mitteilungen läßt sich nicht nur der Schluß ziehen, daß die Schlächter höhere Preise an die Landwirte zahlen könnten, sondern viel näher liegt die Forderung, daß die Fleisch» und Wursi preise niedriger festgesetzt werden müssen. Die Gewinne der Landwirte und Viehzüchter stehen denen der Fleischer keineswegs nach. Die Bichhändlcr zur �leischtencrung. Der„Bund der Viehhändler Deutschlands" hat in Berlin seine Generalversammlung abgehalten und sich bei dieser Gelegen heil über die Fleischnot ausgesprochen. Selbstverständlich lehnen es die Viehhändler ab, an dem mangelnden Viehanftrieb schuld zu sein. Sie fordern, daß der StallpreiZ 18 Proz. unter dem Höchst- preis sein soll, weil sie, die an guten Verdienst gewöhnt sind, sonn nicht auskommen können. Tie Konservenfabriken wurden beschuldig!, Fleischaufkäufe in großem Maßstabe vorgcnonrmen und dadurch die Flcischversorgung der Bevölkerung geschädigt zu haben. Die Vieh- Händler behaupten, daß es sich bei diesem Aufkaus zumeist um Spekulation im Interesse der Privatindustrie handele. Demgegenüber darf daraus hingewiesen werden, daß im Haus haltsausschuß des Reichstags von verschiedenen Seiten ganz un widersprochen festgestellt wurde, daß gerade die Viehhändler ein großer Teil der Schuld an dem mangelnden Viehaufmeb auf dem Viehmarkte trifft, und es wurde auch dem Wunsche Ausdruck gegeben, die Viehhändler völlig auszuschalten. Das Vieh könnte ebensogut durch staatliche Kommissionäre, denen ein bestimmte: Prozentsatz zuzubilligen wäre, nusgekauf: werden. Diese Feststellungen scheinen den Bund der Viehhändler veranlaßt zu haben, schleunign der Ocffentlichkeit darlegen zu wollen, daß den Viehhändlern keine Schuld triff:. Viel Glauben wird mau damit allerdings, nicht gc rade finden. Fleischkonserven. In der„Deutschen Schlacht- und Viehhof-Zeitung" schreibt Dr Ii: nack(städiischer Oberlierarzt in Berlin): „Bei dem S:ande der Kälte und Gefricrtechnik wäre die Konser- Vierung des rohen Fleisches und Felles eine Kleinigkeit und die Konsumenten haben sich ja in der Mehrzahl jetzt endlich von der Güle des Gefrierfleisches überzeugt. Jede andere KonservierungS» und Veredelungsindustrie bei Fleischwaren muß überhaupt jetz: möglichst eingeschränkt werden, fu hat meistens nur den Zweck, den Höchstpreis beim Verkauf des rohen Fleisches zu umgehen.... Ii: F l e i> ch k o n s c r v e n bezahlt man das Fleisch meistens 2—3 mal und nranchmal bis 6 mal so teuer, als wenn man es im rohen Zustande gekauft hätte. Augenblicklich werden wieder in Groß-Berlin ungeheure Mengen von Fteijchkouserveir aus Rindfleisch hergestclll; im Oktober uns November 1915 wurden allein in den Berliner Schlachthäusern 53 000 Rinder und Jungrindcr gcschtachret gegen nur 93 00!> Rinder und Iungrinder in dem ganzen Etats- jähr 1013, im Oktober und November 1014 waren es auch schon 36 000 Rinder und Iungrinder; unrer den fast 30 000 im Novembe, 1915 geschlachteten Rindern und Jungrindeln befanden sich 13 000 zum Teck sehr gut genährte und sehr viel hochtragende Kühe, unler den ersteren befanden sich besonders viele bayerische Kühe; unler dreien Umständen wird wohl Bayern bald aufhören, ein Ueberschuß- gebker für Buller mir Höchslbulterpreisen von 2 M. zu sein. Der größte Teil dieser gewaltigen Rindfleischmengen gelangt leider nicht zum Rohkonsum, sondern wird zu Kon serven verarbeilet, naturgemäß::: großer Hast, so daß wohl wieder ein großer Teil verderben wird; nach den Angaben der Berliner Marithalleudirektioir verdarben mindestens 80 Proz. der im letzten Winter und Frühling hergestellten großen Fleischkonserven- mengen. Der Zwischenverdicnst bei der Herrichtung, Schlachtung usw ist oft ein sehr großer, daß die Fleischergescllen nrcistens täglich 3 daß nach ihren Erfahrungen eine sehr geübte Kravattenarbeiterin bei großem Fleiß wöchent- lich nicht mehr wie 1Z— lö M. verdienen kann. Einer Zeugin. Fräulein Libke, sind für ihre Arbeitsstube hin und wieder Arbeiterinnen von Steinberg zugewiesen. Die Zeugin hat die Arbeiterinnen weiter ausgebildet. Dieselben verdienten bei ihr anfangs S— ö M. wöchentlich, später 10, höchstens 12 M. i was nach Ansicht der Zeugin schon ein hoher Verdienst für Krawattenarbeiterinnen ist. So sieht es in Wirklichkeit mit der Verdienstmöglichkeit von Jkrawattei, näherinnen aus.' Mögen diese Mitteilungen dazu» bei- tragen, Arbeiterinnen davor zu bewahren, hohen Verdienst ver- sprechenden Annoncen von Krawatten„akademien" Glauben zu schenken. GedKtszdtung. Eifersucht. 8" welch häßlichen Szenen, aber auch schweren Strafen Eifersucht und Haß gegen eine Nebenbuhlerin führen kann,! zeigte ein vor der 5. Strafkammer des Landgerichts I gestern in der Berufungsinstanz verhandelter Prozeß. Die Angeklagte war zehn Jahre verheiratet, als sich ein lang- wieriger Ehescheidungskampf entspann, der damit endete, daß beide Teile für schuldig erklärt wurden, speziell der Ehemann wegen Ehebruchs. Er hatte mit einer Konditorfrau ein Liebes- Verhältnis nnrerhalten, das nach seiner Absicht schließlich zur Eheschließung führen sollte. Die Angeklagte warf nun einen nicht zu beschwichtigenden Haß auf die Frau und machte dieser viele höchst unangenehme Szenen, indem sie die Nebenbuhlerin auf offener Straße vor versammeltem Kriegsvolk so schlecht wie möglich machte. Sie wurde hierfür schon einmal zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, hat sich dies aber nicht zur Warnung dienen lassen, sondern eines Tages vor der Konditorei öffentliche Anklagen, die reichlich mit kräftigen Schimpfworten ge- spickt� waren, mit lauter Stimme erhoben. Das Schöffen- g e r i ch t hatte geglaubt, diesmal eine strenge Strafe über die Angeklagte verhängen zu sollen, da diese offenbar darauf ausgehe. ihre Nebenbuhlerin geschäftlich ganz zu ruinieren. Das Urteil lautete daher auf sechs Monate Gefängnis. Die Berufungs- k a m in e r kam zu einem milderen Urteil; sie nahm Rücksicht auf die begreifliche große Aufregung der Angeklagten und setzte die Strafe auf einen Monat Gefängnis herab. Die Strafe wurde durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet. Der Belagerungszustand vor dem Reichsgericht. Am Freitag hatte das Reichsgericht sich wieder mit mehreren Anklagen wegen Verstoßes gegen das Belagerungs- zustandsgesetz zu beschäftigen. Ein Kaufmann hatte entgegen einer vom Landrat des Kreises Neustadt i. Westpr. auf Veranlassung des Garnisonkommandanten er- lassenen Verordnung seineu Laden noch nach 7 Uhr offen gehalten. Das Landgericht Dan zig hatte ihn deshalb zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Das Reich sgerichl hob das Urteil auf und sprach den Angeklagten frei, weil der Garnisonkommandant zum Erlaß auf Grund des BelagerungSgcsetzes nicht befugt ist. Der stellvertretende kommandierende General des 11. Armee- kocps hat den Verkauf von Zigarren und Zigareiten an Knaben unter 16 Jahre verboten. Ein Kaufmann ließ sich durch die Angabe von Knaben, sie seien von verwundeten%ilda!sii geschickt, zum Verkauf verleiten. Das Landgericht Weimar verurteilte ihn zu zwei Tagen Gefängnis. Die hiergegen eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. Das gleiche Schicksal der Verwerfung teilten einige Revisionen, die gegen Verurteilungen wegen verbotswidrigen Ausschanks von Trinkbranntwcin und wegen Ueberschreitung der Höchstpreise ge- richtet waren. Umtadch na& d-feß gern anr2ia$ Qcöfnef QriOujz-Sübc FNedrkchffvirk» SKoaSU, tföetnJfMflf 54 Tiraeohleapraß« 2» Müllerstraß« L» K»algstraß« 94 Oeaaleastraße.Z4 Xetpjigtr Gtraßr«5 RtnfsUn« Äeegfir. 2/8> Vrovi«apraße--»?a Frlcdcoaii.Rhclostr.1H Feldpostbriefe Feldpostpakete Meten unseren tapferen Feldgraaen eine stete Ablenkung. Sind unser© wackeren Krieger von danerndeai Kanoncnrcgon oder von schweren KfimpTen noch so ermüdet and noch so abgespannt, wie leuchtet daa Auge eine« Jeden, wenn eine Nachricht von den lieben Ansebörigen an« weiter Ferne ankommt. Ana dem Schriftwechsel zwischen Mann». Frau er«lcht man hlar am alierbaaton, wie gerade unerwartete Sendungen da« Her* eine« Jedaa erireuen; Ist doch eine Fiaoehe Mampe— noch dazu ohne Jede Berechnung— ein«tets willkommener Helmatgrussl— Joder meiner Kunden, ganz gloeh, et ee neue sind oder soiche, die schon bei mir ein Konto besessen und dasselbe erledigt haben, erhalten schon bei einem Einkauf von M. 50.— an � 1 Flasche Original-Rlampcl Also auf za: Hcrdati: Brunnenstr. 1 Osien: Frankfurter ÄlSes 350 Södsn; Kottbuser Damm 103 Wesisil: CiiarlotiaiAurg, Scharrsnstr. 5 911t tcleinster Anzahlcmg: Eck© WÜmersdorfer Str. Herren-, Damen-, Hmder-BeRleidung Pelz-Kragen— Pelz-Muffen— Pelz-Mäntel— Pelz-Hüte Damen-Hüte— Schuhwaren— Teppiche— Portieren Gardinen-Feile-Läuferstoffe-Tisch-, Bett- u.Steppdscken Klub-Sessei- Kleia-Ü5bsl. Klub-Sofas tQr Welhnaehts-Geschenke! | Yollständipe wohnunqs- Einrichtungen Alles auf Kredit! SoDütagTonS-lO n. 12—8 Uhr geöffnet ■iß*-- W* iW Lombard- Haus H. 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Deutsches Künstler»Theater: Dattert Lessing-Theuter: Baumeister Solne Abends 8 Uhr: Deutsches Künstler-Theater: Montag und Freitag: Die selige Exzellenz. AbendS 8-/. Uhr: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: Montag und Mittwoch: Trau« muluS. Dienstag: Wallensteins Tod. Donnerstag: Faust. �essin�-l'jieater. Direktion: Victor E?arnm»sl(7. 7 Uhr: Kaiser und tlaliläer. Montag: KomSdle der Worte. Deutsches Künstler-Theater. 71/, U.: Dlo seilte Exzellenz. Morgen und folgende Tage: Die selige Exzellenz. Theater für Sonntag, 19. Dezember. ■.astspiclhans. 31/, Uhr; Horrschaftl. Diener gesucht. 81/, Uhr: Die Ohre. Residenz-Thenter 3'/, Uhr: Die Schöne vom Strand. 81/, Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Schiller-Theater O. 3 Uhr: Maria Stuart. s uhr: Die tünt frankfurter. Deutsches Opernhaas Charluttbg. 3 Uhr: Die verk. Braut. 7 Uhr: Die Meistersinger von NBrn- berg.(Kammers. Plaschke.) Friedricb-Wilhelmstädt Theater. 3 Uhr: Der Wildschütz. 8 Uhr: Der Adele Bauer. O.br. H CrTnfSid.Theater 8 uhr: Rosenblatt's Geheimtip Kleines Theater. 31/, Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. 8 Uhr: Henriette Jacoby. Komische Oper. 3'/, Uhr; Gold gab ich für Eisen. s uhr-. Jung muß man sein Metropol-Theater 4 Uhr: Httnscl und Bretel. vi, u.: Die Kaiserin ÄiU Montls Operetten-Theater 31], ü_- Hoheit tanzt Walzer 8 uhr: Der Weltentjumraler. Schlller-Th.Charlottcnbg. 8 uhr: Jungbrunnen. Thalia-Theater. 3 Uhr: Johannlsfeoer. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am X'ollendorfpl. S'l, Uhr: Z.l. Male: Der Obersteiger. S1/. Uhr: Immer feste drnfl I Theater des Westens s uhr: d. Fraulein V. Amt mit Guido Thielscher. 3'/. Uhr: Polenblut. Trlanon-Theater. 4 Uhr: Uotkäppchen. Rlj � TThr; Btvsnn#' Bodo's Brantscban URANIA TaubenstraBe 48/43. Sonntag 4 Uhr(halbe Proian): Von den Karpathen bis Brest- Liitowsk. Sonntag and Montag 8 Uhr; hn Kample um KonstantioopeL Luisen-Theater. < llhr: Kindervorstellung, SD, 8D Ps.: Der gestiefelte Kate». 8* Ohr; Maria Stuart. Montag 8": Der geatlelelU Katar. DknStag, 21. Dez.. 8": Z. 1. Male: Bettelftndenteu. «eszugSPo»« mit Ballett tat 6 Bildern. Rose-Theater. • UHe: Hämsel und Bretel. Bans meto Seinltür. Walhalla-Theater. 8 Ohr; Dar Kaufmann van Venedig. s Uhr: Lieb Vaterland. Grete Wiesenthal „Flotte Bursche44 Operette i. 1 Akt?. P. v. SuppA Mitwirkende: Else Borna— Lotte Werkmeister v Thalia-Theat a. O. Kita Hansen— Steffi Walidt Gustav Matzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— Jan Paul „ Außerdem: Der reichhaltige= Dezember- Spielplan. Reiehshallen-Thealer. Stettiner Sänger. Zum Schluß: . Ein Matrcsen» pgA bilb von Mevlel. AitRcrbcm: Weih- naclitsprogramm Ansaug Sunniags 7'l, Uhr. Sonntag, den 26./12.(2. Foiortag): (Brastc(Pxtra.Nachmiitags» Benefiz-Vorstellung! Cireus Busch Sonntag, 19. Oez� abds. 8 Uhr. Das neue Prunk-AasstattungsstBck: Ein Wintermärchen. Sethnachtsspiel in 5 Alten von Paula Buseta nach den Mysterien des Mittelalters. 1. De» Weihnachtsmarkt. IFrSHticheS Treiben aus den: Weihnachtsmarkt.— DaS Bettet« ktnd Streichhölzer seilbietend.— Beschenkung durch das Christkind.> IE De» grolle weiße Akt, Des BettilkmdeS Tranm.— Sin- zng deS König» Swter und der Schneekinigin.— Das große Schneeflocken- Ballett.— Die wunderschöne»tSIaus-Kanstlrrtn. — Rettung des Settelltnde«.— Die heilige Nacht— WeiheoolleS Stimmungsbild. I II. Im d. armselig. Hütte. Da« rbriftkwd bei den Eitern des veltelkinde«, die es reich de- schenkt— Die Prüfung: Ver> tterdung des Christkindes atS Setttertn, welches die Mutter nun ebenso wie ihr eigenes Kind, das fte nicht erkennt zurückstößt. V. D. gr.Teutelsbacchanal Sinnbild d. Gewissensnot d. Mutter. Der große Teuseisrutsch aus der Höllengrotte.— Die seuer- spetenden Tenset— Erscheinen der himmlischen Heerscharen in den Wolken.— Engel Gabriels Sieg über die Geister der Finster- »is.— Erlösung der Mutier. V. Die heilige Krippe.— Erscheinen des Christkindes.— Das Christkind und das Bettel« kind als Enget— Die heilige Prozession,— Die heilige Jung- srau führt der Mutter ihr Engel gewordenes Kindlein zu.— Der lebende Riesen-Tannenbaum.— Die fliegenden Engel.— Einzug der heiligen drei Könige I Vorh.: Das Tchlager-Programm! 3'/, Gr. Nachmittags- 31/, Uhr. Borftellung Uhr. 1 Kind irel, wert. Kind, halbe Preise. Heute 0 Vorstellungen 0 « Z>/, and 8 Uhr � Nachm. joder Erw. I Kind trei In beides Vorntellungen: Der ungekürzte heitere Weihnachts-Spielplan. JL Serüner Koszerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute; Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester pranz�.�u� Anfang 4 Ehr. Anfang 4 Ehr. An allen Wrochentagcn STaclunittags-Konzcrt bei vollem Orchester and freiem Eintritt BerÜD Ost, Sportplatz In nächster Nähe der Stadtbahn- Haltestelle Stralau-Rummclsburg, Heute Sonntag, den 19. Dez. nachmittags 4 Uhr u. abends 8 Uhr. In beiden Borslcllungen »lle JUtrskttonen. Heute Sonntag 2 Vorstellungen su. Ii Nachm. ilsj kleine Preise. MfVt----' 1 �4 Ortsgruppe Heute Sonntag, 19. Dezember 1915, im großen Saale des Gewerksohaftshauscs, Berlin SO 16, Engeluter 15: Musik= Abend Mihuirtonrlo■ Die Herron R. u. E. Vorpal, Fräulein IRIIWIIRöllUei Eise Kühn— die Herren Max Eengler und Alfred l'renß sowie die musi- knlische Abteilung. 2/16* SaalOflnung 5'/, Uhr. Beginn 7 Uhr. Einlaßkarten a 30 Pf. sind m haben bei Horsch, Engel- Ufer 15, Keyse, Boyenstr. 19, Strand!, Sohivelbeiner Str. 40, in den übrigen Zahlstellen sowie in der Geschäftsstelle, Fritz Kruse, Mariannenstr. 11, Pemspr. Moritzplatz 1575. Stlüä s&ti-H KijoliZTri -Sna In beiden Vorstellungen «4«ic anerkannt gröllte Variete- jProfiraiiiasi Berlins! | NurauHerlesenc| KanNtkrtifte!! Harmonium-Saal, Steglitzer Str. 35| Sonntag, d. 9. Jannar 1916, abends 8 Uhr: �2 Klavier- Abend von Margarete Gernth. jq Progr. Beethoven: Sonate(As) op. 110, Bach: Goldberg- j • Variationen, Liszt: Rioordanza, Spmcerlied ans:„Der flieg. 1 r? Holländer" von R. Wagner. 30206' � Der Reinertrag wird notleidenden Musiklehrenden Gberwlosen. HKB Kart M. 4, 3, 2, 1 b. Bote n. Bock, A. Wertheira u. Ahendk. Verband der Saltler und Partefeuiller Ortsverwaltnnis Berlin. Billetlverk. 11—1 a. d. Kasse j 1 sowie Wertheim u. Invalidend. Voigt-Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Sonntag, bot 19. Dezember: Sein ganzes Wiek. Votisschauspiet in 4 Auszügen von Kart M. Jakoby. Ab Montag: Die Tocht b.Heimgekehrt Kasscneröfsnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Cnssen-Tliealer 8'/,(Folios Oaprice) 81/, Freund Loewe. Seine Tante. Dienstag, den 21. Dezember: Zum 1. Male: Melonenbaum. Hezchnggc lat Trumpf. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tagt 8 Uhr: Neu! Ken! Neu! Was wachste nu? Pofle in 3 Auszügen von HanS Berg. Dazu das große Fcftprog: amm. Franz ämon I 3 Karieys I Erbon I Sonntag 4 Uhr: Familie Gehnasa. 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Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. .1 M * 85« Wir ersuchen unsere Mitglieder, sich vorher mit Einlaßkarten zu versehen, da ein Verkauf am Saaleingange nicht stattfindet.[159/1] D. O. EE »85 Kurfurjten da m m .iollendorfplato Fr. rieh- Ecke raubemlr. A/er- [ i�anderpl. MoriUpl. U/pt'noergiwelm Dornt weixler im groben Weinnachtifiim d.UT.Lithnpieieix „Q sehe nbröde Ich en" Oramo aui cfpr CeieJJ schaf t~ Qsta Nf e!sen im LujhpiehJ�ie fauche QslQ" i>chdneberq Maupbs/r. Oein/ckenaorferstr. Jnt. den Linden Hasenheide. Wichtig für Herren! Wegen beworst. Einberufung . gibt erste lierrenkleider=Fabrik" Ulster, Paletots, Anzüge, fertig rdh Maß mjch im Einzefiirerkauf-b. Verkaufszeit 19—8. Sonntag 12—8.~%X. Molkenmarkt 7-8, IV., Ecke Eiergasse. 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In einer Anzahl Berliner Unterstütznngskommissionen hat sich die Praxis eingebürgert, die Kriegsunterstützung in bestimmten Fällen nur für die Ehefrau der Kriegsteilnehmer oder nur für die Kinder zu bewilligen, und zwar dann, wenn die Kriegerfamilie Einnahmen aus Zuwendungen oder aus Arbeitsverdienst bezieht. Diese Praxis widerspricht dem Gesetz, den vom preußischen Minister erlassenen Ausführungsbestimmungen und den Gemeindebeschlüssen. Aus diesem Grunde verlangt ein von allen Fraktionen der Stadt- verordnetenversammlung gemeinsam eingebrachter Antrag vom Magistrat, dafür zu sorgen, daß die gesetzlichen Leistungen und die Gemeindebeschlüsse über die Gewährung von Kriegsunterstützung von den Unterstützungskommissionen beachtet werden sollen. Die„Berliner Volkszeitung" versuchte kürzlich, das jetzt beliebte verfahren der Kommissionen zu rechtfertigen. Wir haben an der Hand des Wortlauts des Gesetzes und an der der Ausführungs bcstimmungen den Nachweis geliefert, daß die Unterstützung für die Familie gegeben wird, daß sie nicht wahlweise für die Ehe- frau oder die Kinder geteilt werden kann, daß sie vielmehr nach Feststellung der Bedürftigkeit den Ehefrauen und den Kindern bewilligt werden muß. Die„Volkszeitung" kommt auf unsere Be merkungen zurück und sucht ihren durch nichts begründeten Stand Punkt von neuem zu rechtfertigen, indem sie schreibt: „Rechtlich liegt die Sache so, daß das Gesetz die Teilbarkeit der Unterstützungen nicht verneint.§ b führt die Ehefrauen gesondert auf, dann eheliche Kinder und mit thnen zusammen alle anderen Angehörigen der Krieger. Wir stehen nicht an, diese Trennung als von dem Gesetzgeber gewollt zu bezeichnen; es lag ihm sicher daran, den Instanzen, die über die Vergebung der Unterstützungen zu befinden haben, einen gewissen Spielraum zu lassen, denn eo wäre ihm fraglos nicht schwer gefallen, auch für den Z 5 eine Fassung zu finden, die die Unterstützung als einen Gcsamtsatz, der für Frau und Kinder gemeinsam gilt, festlegt. Wenn sich das Blatt auf die Ausführungsbestimmungen be ruft, die der preußische Minister des Innern am 1. November 1914 erlassen hat, so gibt der Minister durchaus keine rechtliche Begründung, und es ist auch zweifelhaft, ob seine Auffassung unter ollen Umständen gesetzliche Wirkung hat. Nun wird aber seine Anstcht in den anderen Bundesstaaten durckmuS nicht geteilt: Bavern z. B. spricht sich für die Teilt, arkcit aus, und eine ganze Reihe anderer Bundesstaaten haben sie mindestens nicht verneint. Das beweist, daß die Rechtsfrage tatsächlich strittig ist. In praktischer Hinsicht halten wir nach wie vor daran fest, daß die Teilbarkeit der Unterstützungen deshalb besser ist, weil sie die Möglichkeit gibt, Härten zu vermeiden, die die Befolgung des „Alles-odcr-Nichts"--Standpunktes im Gefolge haben kann. Das Parteiblatt fordert zwar„alles", in der Praxis aber bekommen die Kriegerfrauen dann im Falle eine Nebenerwerbs„nichts"." Die Darlegungen der„Volkszeitung" werden nach keiner Rich- tung hin gestützt. Es bleibt dabei, daß das Gesetz von den F a m i- l i e n spricht. Der Hinweis, daß§ 5 des Gesetzes erst die Ehefrauen und dann die Kinder gesondert aufführt, trifft daneben; denn dieser Paragraph bezieht sich nur auf die Höhe der zu zahlenden Unter- stützung, während der 8 1 des Gesetzes lediglich die Familien der Mannschaften der Reserve, der Landwehr alS' Unterstützung� berechtigt aufführt und der 8 2 die Ehefrau der Eingetretenen und deren eheliche und den ehelichen gleichgestellte Kinder als an spruchsberechtigt bezeichnet. Tie.Volkszeitung" meint, die ÄuS� führungsbestimmungen des preußischen Ministers über die Unteib barkeit der Unterstützung gebe keine recktliche Begründung und seine Auffassung werde von anderen Bundesstaaten nicht geteilt. Bayern spreche sich für die Teilbarkeit aus. Auch diese Ansicht ist falsch. Wie in einer dieser Tage statt gefundenen Sitzung eines mit der Sache befaßten Stadtverord nctcnausschusses einwandfrei nachgewiesen wurde, bietet die Aus� führungsverordnung von Bayern einer solchen allgemeinen Aus legung gar keine Stütze. Und ein Erlaß des preußischen Ministers vom 2. Februar 1915, der sich erneut gegen die Teilung der Unter- stützung für die Familie ausspricht, wird eingeleitet mit den Worten: „Im Einverständnis mit dem Herrn Reichskanzler wird angeordnet". Die Rechtsfrage ist also nicht strittig, denn auch der Reichs- kanzler dürfte die Sachlage von Reiches wegen sicher ernst geprüft haben. Nun sagt die„Volkszcitung", daß eine Teilbarkeit der Unterstützung die Möglichkeit gebe, Härten zu vermeiden, die die Befolgung des„AlleS-oder-NichtS"-StandpunkteS im Gefolge haben könne. Darum handelt eS sich eben auch bei den Beratungen im Stadwerordnetenausschuß. Die Teilung der Unterstützung wird dort vorgenommen, wo die Familien Zuwendungen von Arbeit- gebern oder Einnahmen aus Arbeitsverdienst erhalten. Wir halten die Anrechnung dieser Einnahmen bei Feststellung der Bedürftigkeit für unzulässig und es ist keineswegs ein Wohlwollen der Unterstützungskommissionen, wenn sie in solchen Fällen nur einen Teil der Unterstützung zahlen wollen. Tatsächlich reicht die Unter stützung allein zur Erhaltung der Familie nicht aus. Arbeitet eine Frau, so darf sie dafür nicht noch bestraft werden, daß man ihr einen Teil der Unterstützung vorenthält. Das bedeutet eine Strafe für den Fleiß. Selbst wenn eine Frau in einzelnen Fällen bei Bewilligung der ganzen Unterstützung etwas besser wie früher da- stehen sollte, so muß man bedenken, daß der Ernährer im Felde steht und sein Leben in die Schanze schlägt. Zudem senden Hundert- taufende von Frauen aus ihren Mitteln ihren Männern Liebesgaben ins Feld und tragen somit zu erhöhten Kampffähigkeit der Truppen bei. Die heutigen Teucrungsverhältnisse rechtfertigen auch in keiner Weise eine Praxis, wie sie die„Volkszeitung" verteidigt. Auch im Stadtverordnetenausschuß ist der starke Wunsch von den verschie- densten Rednern zum Ausdruck gebracht worden, Arbeitsverdienst und sonstige Zuwendungen nicht in Anrechnung zu bringen. Ge- schielst daZ, so ist die Frage der Teilbarkeit der Unterstützungssätze gelöst. Wer der Teilung das Wort redet, gönnt den Kriegerfra�en ihre Einnahmen aus Arbeitsverdienst nicht oder er redet dem Miß- brauch des Wohlwollens vieler Arbeitgeber das Wort. Wir hoffen, daß die Stadtverordnetenversammlung und der Magistrat einer engherzigen Anwendung deS Unterstützungsgesctzes nachdrücklichst entgegentreten und'Sorge tragen, daß die Unter- stützungen in weitherzigster Weise gegeben werden. Das ist heute mehr denn je notwendig. Ms Groß-Seelm- Ein Jubiläum öes verbanöes üer Wahl- vereine. Zekin Jahre waren am t7. Dezember verflossen, daß sich die Wahlvereine Groß-Berlins zu einem Verband zusammen- schlössen. Ein engeres, festeres Verhältnis trat an die Stelle des bisher losen. Die politischen Aktionen der Partei von Groß-Berlin sollten planmäßiger, einheitlicher und wirk samer in die Erscheinung treten, und init Reckt beglückwünschte unser leider zu früh verstorbene Genosse Paul Singer die Gründungsversammlung an jenem denkwürdigen Sonntage in den Gernianiasälen zu ihrem Beschluß. Politische Arbeit kann nicht an sofort greifbaren Vorteilen gemessen werden. Organisations- und Agitationsarbeit erfordert Zähigkeit und Ausdauer. Tiefe Eigenschaften sind aber vorhanden bei den Tausenden, die von der sozialistischen Ueberzeugung durch' drungen sind. Ihr Streben nach Verbreitung unserer Ideen wird getragen von dem unerschütterlichen Glauben an den Sieg der Sache. In den zehn Jahren des Bestehens des Verbandes der Wahlvereine ist in Groß-Berlin unsere Sache gut vorwärts gegangen. Die Organichtionen nahmen in wachsendem Maße größere Kämpferscharen in sich auf, und bei allen öffentlichen Wahlen trat die Anhängerschaft an die Sozialdemokratie in immer augenfälligere Erscheinung. Ruhigere Zeiten führten auch zu Einrichtungen, die eine größere Vertiefung unserer Anschauungen zum Ziel hatten. Und wenn auch Rückschläge auf dem Arbeitsmarkt mit ihrer großen Arbeitslosigkeit uns zeitweise eine geringere Zunahme der organisierten Genossen brachte, so ging es doch ständig aufwärts. Ter Krieg hat unsere Tätigkeit eingeengt. Tausende von Freunden sind zum Heere eingezogen, Tausende deckt bereits die kühle Erde und viele andere erwarten noch ihre Order. Aber auch in schwerer Zeit gilt es, der Organisation die Treue zu bewahren. Uns Daheimgebliebenen ist diese Aufgabe be sonders anvertraut. Zeigen wir uns ihrer würdig. Sorgen wir dafür, daß unsere Parteifreunde im Felde bei ihrer Heim' kehr das wiederfinden, was sie verlassen haben, eine feste, ge' scklossene Organisation, die nach dem Kriege mit neuen Kräften an neue Aufgaben herangehen kann: die Verbreitung des sozialistischen Gedankens in den breiten Volksmasscn zu fördern. In diesem Sinne des Jubiläums zu gedenken, wird die beste Jubiläuntsfeier des Verbandes der WaHlvereine dar' stellen._ Bekanntmachung. Berlin, 18. Dezember.(W. T. B.) Auf Grund des Z 9 des Gesetzes über den Bclagerungs zustand vom 4. Juni 18ol bestimme ich hiermit für daS Ge biet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg: Tie Ausstellung in Schaufenstern und Läden und die öffentliche Anpreisung feldpostversandfähiger Pakete und Doppelbriefe niit alkoholischen Getränken oder mit Essenzen zur Herstellung alkoholischer Getränke sowie die allgemeine öffentliche Anpreisung derartiger Erzeugnisse mit dem Zu satz:„fürs Feld" oder„für unsere Feldtruppen" oder mit ähnlichen Wendungen wird verboten. Die Anordnung tritt sofort in Kraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken. v. Kessel. _ Generaloberst. Gold für— Butter! Im Jabre 1813 nahm das geldbedürflige Preußen goldene Trauringe als Geschenk an und widmete den Spendern zum Ersatz und ehrenden Andenken eiserne Trauringe mit der Jnschristt„Gold gab ich für Eisen." In den Jahren 1914 und 1915 hat das Deutsche Reich weder goldene Trauringe noch irgendwelches andere Gold als Geschenk erwartet, sondern nur Einwechselung der vielen in Geld spinden oder Sparstrümpfen verborgenen Goldstücke. Allerlei Lock- mittel sind angewendet worden, um die Eigentümer der noch auf ein paar Milliarden Mark geschätzten Goldstücke zu bewegen, sie durch Einwechselung in die Reichsbant zu leiten und vollwertiges Papiergeld dafür entgegenzunehmen. Da die bloße Anrufung vaterländischen Empsindens nicht den vollen Erfolg zu versprechen schien, so ist man aus den Gedanken verfallen, den Goldsiückbringern gewisse Vorteile daiür zu gewähren, daß sie sich von ihren Schätzen trennen. Man hat. wenn Goldstücke eingewechselt wurden, Waren billiger verkauft oder Eintrittskarten zu Vergnügungen umsonst ge geben, man hat Schullinder für Goldablieserung mit Unterrichts ausfall belohnt, und es wurde sogar geglaubt, daß Soldaten durch Goldablieferung sich einen Urlaub verdienen könnten. Einen eigenartigen Einfall hat in Steglitz ein Butterhändler ge habt, der am Freitag auf dem Wochenmarkt an der Düppelstraße seine kostbare Ware feilhielt. Sonst verkaufte er Butter in kleinen Mengen, diesmal aber machte er durch Aushang bekannt, daß Käufer, die mit Gold zahlen wurden, zwei Pfund Butter erhalten sollten. Der Mann sagte sich wahrscheinlich, daß in dieser Zeit der Butterteuerung die Butter«Gold wert ist". In seiner Erwartung, daß sich Frauen genug finden würden, die bereit wären, Gold für Butler zu geben, sah er sich nicht getäuscht. Bald umringten seinen VerkaufSitand glückliche Eigentümerinnen ver- heimlichien Goldgeldes und erhoben Anspruch auf die ihnen in Aussicht gestellte Bevorzugung vor anderen Leuten, die schon früher die Mahnungen zur Goldeinwechslung befolgt hatten oder vielleicht niemals ein Goldstück gehabt hatten. Die Goldbringerinnen halten an dem Verkautsstand auch den Vortritt vor den anderen, damit ihnen ihre zwei Pfund Butler gesichert würden, und Polizei sorgte dafür, daß es keinen Streit darum gab. Jede, die mit Gold zahlte, durfte ihre zwei Pfund Butter heimtragen, wenn sie so viel verlangte, und wer mehrere Goldstücke brachte, batte das Recht, einen entsprechend größeren Vorrat zu erwerben. Die Folge war, daß die Bulter„reißenden" Absatz fand, so daß der ganze Vorrat ausverkauft wurde und manche der anderen Frauen nicht mal ihr Viertelpfund Butler erhielt, sondern mit leeren Händen heimgehen mußte. ES läßt sich verstehen, daß Frauen, die dem Butterhändler lein Goldstück auf den Tisch legen koirnten und nun das Nachsehen hatten, über die Bevorzugung jener Glücklichen in Erregung ge« rieten. Eine Kriegetfrau, die unS in ihrer Empörung diese Vorgänge schildert, klagt über Ungerechtigkeit. Von anderer Seite wird noch gemeldet, daß eine der bevorzugten Butterkäuferinnen auf dem Wochenmarkt sich der Schlauheit gerühmt habe, die Goldeinwechslung so lange hinausgeschoben zu haben. Das sollte zu denken geben, Leicht könnten solche Lockmittel mit ihrer Anrufung der Selbstsucht gerade das bewirken, daß manches Goldstück in der Hoffnung auf noch größeren Vorteil noch länger zurückgehalten wird. Wir ver« stehen übrigens nicht, wie die gesHilderle Bevorzugung, die zu einer Benachteiligung anderer Kauflustiger führte und sie um die Möglichkeit des Kaufens brachte, von der Polizei geduldet werden konnte._ Butter-Einheitspreis. Für die Butter soll ein Einheitspreis bestimmt werden. Wir haben bereits einen Höchstpreis für Butter, der 2,55 Mark beträgt, In Rücksicht darauf, daß ausländische Butter zu höheren Preisen verkauft werden kann, haben in den letzten Tagen innerhalb der Groß-Berliner Gemeindeverwaltungen Besprechungen stattgefunden, in welcher Weise ausländische und inländische Butler zum Verkauf kommen soll. Als Ergebnis dieser Besprechungen ist der Preis für beide Buttersorten auf 2,68 Mark d a�s Pfund— bisher 2,55 Marl— vorläufig festgesetzt worden. Den llnlerschied zwischen beiden Preisen — 13 Pf. das Pfund, 18 Mark der Zentner— dürfen die Butter- Händler indessen nicht für sich behalten, sondern müssen ihn an die Zentral-EinkaufsgeseUschasr abführen, die für die dadurch an- gesammelten Beträge ausländische Butter ankauft, oder sie für den Ankauf ausländischer Bultcr mitverwendet. Eine amtliche Veröffent- lichung dieser Beschlüsse kann erst erfolgen, wenn die Zustimmung der zuständigen Minister eingeholt ist. Das der schon hohe BullerprciS eine weitere Erhöhung erfährt, dürfte keine besondere Freude auslösen, zumal angekündigt war, daß die hiesige Butter der minder bemittelten Bevölkerung vor» behalten bleiben sollte. Buttersperrkarte». Eine sogenannte„Buttersperrkarte" soll im Laufe der nächsten Woche zur Ausgabe gelangen. Der Buttereinkauf der Berliner Haus- frau wird sich dann folgendermaßen gestalten: die Hausfrau erhält eine Karte, mit der sie sich nach ihrem Buttergeschäft begibt. Dort erhält sie eine bestimmte Menge Butter, worüber durch einen Stempel auf der Karte quittiert wird. Prangt der Stempel auf der Karte, dann erhält die Hausfrau in keinem anderen Geschäft mehr auf eine bestimmte Zeit Butter. Wie groß die zur Verfügung stehende Menge Butter sein wird und in welchen Zwischenräumen neue Butter er« hältlich ist, darüber finden augenblicklich noch nähere Beratungen statt. Jedenfalls kann angenommen werden, daß die überflüssigen Ein« käufe an Butter mit der Einführung der Sperrlarten sofort aufhören werden. Aufnahme der KartoffelbestSnde. Am 21. Dezember d. I. findet eine amtliche Erhebung der Vorräte von Kartoffeln in Berlin statt. Jeder, der 29 Pfund und mehr besitzt, hat seinen Vorrat dem Statistischen Amt in der Poststraße 16 anzuzeigen. Zu diesem Zweck werden Hauslisten ver- teilt. Wer keine Hausliste erhallen hat, muß dem Statistischen Amt bis zum 22. Dezember mitteilen welche Vorräte er besitzt. Zu« widerHandlungen werden bestraft. Tie verschwundenen Hasen. Es wird vielfach die Erkahrung gemocht, daß seit Festsetzung der Kleinhandelshöchslpreise für Wild die Hasen nur als„ge- spickte Hasen" in den Läden feilgehalten und die Hasen„im ganzen mit Fell" und„im ganzen ohne Fell" in den Kellern zurückgehalten werden. Wie uns der Magistrat von Neukölln(PreisprüfungS« stelle) mitteilt, ist ein derartiges Zurückbalten der Ware nach 8 b der Bundesratsverordnung vom 25. November 19lö strafbar und beab- sichtigt er in Zukunft gegen ein derartiges, die Interessen der Be« völkerung schädigendes Geschäftsgebaren unnachsichtlich vorzugehen. Gasexplosion. Eine heftige GaZexvlosion hat sich in der Nacht zu Sonnabend in Neukölln ereignet. In dem Haute Warihestr. 45 bewohnt eine Frau Berta Fritz im Erdgeschoß des OuergebäudeS eine Stube und Küche. Diese teilt sie mit ihrer Schwiegertochter und dem zwei- jährigen Sohn Georg. Jede Nacht wurde das Kind sehr unruhig. Sie ging mit ihm in der Stube auf und ab. um es zu beruhigen. Die Frau steckte eine Petroleumlampe an, um nach der Kücke zu gehen. AIS sie um 1 Uhr den Flur betrat, erfolgte eine heftige Gasexplosion und eine starke Stichflamme schlug aus dem Gas« messer heraus. In der Wohnung wurde alles zertrümmert. Eine Wand und Türen in der Wohnung wurden eingedrückt. Auch im eisten Stock blieben Fensterscheiben und Türen nicht verschont. Frau Fritz erlitt schwere Brandwunden und mußte nach dem KrciSkrankcn- Haus in Buckow gebracht werden. Ihre Schwiegertochter und der kleine Georg blieben unverletzt. Die sofort benachrichtigte Feuer« wehr löschte den Brand, der verschiedene Sachen auf dem Flur er« griffen hatte. Die Entstehung der Explosion ist darauf zurückzu- führen, daß die Ablatzschraube am Gasmesser sich gelockert hatte. Schon seit einigen Tagen wurde ein Gasgeruch in der Wohnung wahrgenommen._ In der Untergrundbahn verstorben ist gestern nachmittag eine 39 Jahre alte Frau Ida Schleife geborene Ortel aus der Ebers« walder Straße 2. Als der Zug in den Bahnhof„Leipziger Platz" einlief, wurde die Frau plötzlich ohnmächtig. Fahrgäste, die sich um sie bemühten, holten den Zugbegleiter, der die noch immer be« sinnungsloie Frau nach einer nahegelegenen Unfallstation bringen ließ, wo der Atzt aber nur noch den Tod infolge Herzschlage» fest- stellen konnte. Vom„Wahren Jacob" erscheint eine zweite WeihnachtS« nummer, die am 22. d. MtS. zur Ausgabe gelangt. Mus öen Gememöen. Tie Steglitzer Wasserlieferung gesichert. In geheimer Sitzung genehmigte die Gemeindevertretung ein zwischen der Gemeinde und den Charlottenburger Wasserwerken durch Vermittelung der Regierung geschlossenes Uebereinkommen, wonach die Wasserlieferuiig über den 1. Januar 1916 hinaus bis zur Fertig» stellung des im Bau befindlichen Gemeindewasserwerks zu den bis« herigen Bedingungen erfolgt._ Städtischer RciS- und Hülsenfrüchteverkauf in Neukölln. Der Verkauf der von der Sladtgcmeinde Neukölln von der Zentral-EinkaufS-Gesellschaft überwiesenen Bohnen und grünen Erbsen sowie von Reis findet vom Montag, den 29. Dezember, ab durch die Kleinhändter statt. Der Ein- wohnerschaft ist dadurch Gelegenheit gegeben, ihren Bedarf bei dem nächsten Kleinhändler zu decken. Insoweit dessen Bestände vergriffen sein sollten, wird es allerdings notwendig sein, einen anderen Kleinhändler aufzusuchen. Der Verkaufspreis an dt« Verbraucher beträgt für Reis Siam Patna kurz.[e Pfund 56 Pf. Rangoon normal..,.„ r 60, Bruchreis I......., 49, für Bohnen........, 66, für grüne Erbsen......, 60, Reis kann nur in Mengen von Ve Pfund, außerdem Erbsen oder Bohnen in einem Quantum von Vi Pfund auf jeder Brot- karte der 44. Woche entnommen werden. Bezugsberechtigt sind nur Neuköllner Einwohner. Beim Einkauf ist die Brotkarte der 44. Brotkartenwoche oder wenigstens da? Mittclstück derselben vorzulegen. Die Neuköllner Brotkarten führen die Nummern. Serie XXII Str. 1—199990 Serie XXUI Nr. 1—100 909 Serie XXIV Nr. 1— 79 090 Die WiederverkäuferlKleinhändler) sind verpflichtet, daS Mittel« stück der Brotkarte mit dem amtlich vorgeschriebenen Stempel zu ver- sehen. Aus Verlangen der Bürgerstliasl müssen die Kleinhändler im Umfange der vorgelegten Brotkarten der 44. Brotkartenwoch« di« darauf«fotderteit»aww, also Ne?Z.«oSnen oder grSne Erbsen sofort abgeben, werden Reis und Hülsenfrüchte gleichzeitig verabfolgt, so ist das Mittelstück der Brotkarle mit zwei Stempeln zu versehen und zwar ist für Reis die Borderseile und für Hülsenfrüchte die Rückseite zu stempeln. Ist eine Warengattung bei dem Kleinhändler ausgegangen, so hat die Abstempelung des Mittelstücks der Brot- karte nur einmal und zwar für die ausgegebene Warengattung zu erfolgen. Den Käufern steht es dann frei, die nicht erhaltene Warengattung in einem anderen Geschäft zu entnehmen. Die Kleinhändler, die die städtischen Bestände ausgeben, find vom Magistrat ersucht worden, durch ein« entsprechende Ankündigung in den Schaufenstern die Bürgerschaft aus den städtischen Berkauf aufmerksam zu machen._ Mus aller Welt. Kleine Mensche» in groster Zeit. Unter dieser Ueberschrift schreibt die.Post":„Tin wohl emzig dastehender Fall einer ScköffengerichtSklage kam in Detmold zur Aburteilung. Auf der Anklagebank saß ein sechs- jähriges Kind", und das Vergehen bestand darin, daß das Kind einer älteren Frau sage und schreibe einen Apfel aus dem Korbe genommen haben sollte. Die„bestohlene" Frau ist mit der Mutter des Kindes verfeindet und hatte Strafanzeige erstattet, worauf das Kind sich wegen„Uebertretung des Feld- und Polizei- gesetzeS" zu»erantworten hatte. Das Gericht konnte aber ein« solch« nicht feststellen, ebensowenig Diebstahl und auch keinen Mundraub, weil das Kind nicht strafmündig war. E» wurde daher auf Frettorechung erkannt und die Kosten der StaatSkcsje auferlegt Man kann schwer begreifen, wie«ine solch- Anklage, weniger noch, wie überhaupt em Eröffnungsbeschluß zur schössen. gerichtlichen Verhandlung möglich war." Zu dem EiscnbahuuWlück in Englaub, tvörüSer wir gestern berichteten, meldet das Reutersche Bureau aus London: DoS Eisenbahnunglück bei SouthsbieldS ereignete sich bei finsterem, neb- ligem Wetter. Sofort nach dem Zusammenstoß gerieten vier Wagen hinter der Lokomotive, in denen sich viele M u n i t i 0 n S- arbeitet befanden, durch ausströmendes Gas in Brand. Das Feuer griff so schnell um sich, dast man die laut um Hilfe schreienden eingeschlossenen Passagiere nur schwer erreichen konnte. Geheimnisvolle Schiffsunfälle. Nach einer Meldung des R su tc riehen Bureaus aus New Dork sank am Freitag im North- river plötzlich ein Lichterschiff, von dem 533 Pferde von einem Dampfer verladen wurden. Die Pferde ertranken. Die Polizei stellte eine Untersuchung an. DaS Lichterschiff sank an dem. selben Anlegeplatz, bei dem kürzlich ein Schiff mit Zucker durch eine Bombe in Brand gesteckt worden war. Jugenöveranftaltungen. »chöueverg. H t u t Sonntag. BesiStigimg de»«quartum«. Tress- . im Mädchenabend _„„----.-----—-------.... bortrag der Genossin Wahrenbeim über: Das weibliche Dienstjahr. »ritz-Buckow. Sonntag, den 19. Dezencher, mittag» 12 Uhr: Tress. Punkt der Jugend an der Germania-Promenade, Ecke Cbausieestraß« zum Besuch de» Kunstgewerbemuseum».(Besamtunkosten 30 Pf. Dienstag, den 21. Dezember, abend» 8—9 Uhr: BibltothekauSzade Hannemannstr. 31 bei Schmidt. Kinüerveranstaltungen. GchSneberg. Montag und Dienstag, den 20. und 21. Dezember nach- mittag ö Uhr, Märchenltchtbildervorsührungen in den neuen RMbaussälen, Marttn-Lulherilr. S9. Sintrittttarten sind noch bei dem Genossen Bäumler sVorwärts. Spedition) unenlgeltlich zu haben. örieftaften üer Reüaktion. K. K. 69. Nach Krankheitsfällen zurückgebliebene Schwäch« eine» grötzeren Gliedes; Krampfadern; Lungenleiden; Ohrenleiden.— M. 16. Die Klaife der Jnoalidenmarken richtet sich nach dem JahreSoerdienst. Die 1. Lohnklaffe mit 16 Ps. Beiirag wöchentlich sieht ein Einkommen bis zu 350 Marl jährlich vor.— Neukölln 4t. 1. Ter Anipru« aus Rente kann bei Knegsvcrwundungen ohne Zeilbeschrönkung angemeldet werden, bei Kriegsdienstbelchädigung bi» nach Ablauf von zehn Jahren nach Friedens- schlug. 2. Militärinvaiidenrenle wird nach Einziehung zum Heere nicht weitergezahlt.— R. P Ü7. Da die Operation eine erbebliche ist, iönnen Sie nicht dazu gezwungen werden. Wenn das Leiden aber oster auslriit. wird es sich oiellcicht in Ihrem Interesse empsehien, die Operation vor- nehmen zu lassen, da dergleichen Operationen sa sehr häufig gemacht werden.— H. K. II. Sie haben noch Ihren Unterstiitzungswobnsitz in Torgau und die dortige Gemeinde muß Ihnen infolgedessen im Bc- dürstigk'iissall Armenimtcrstützung zahlen.— A. D. 97. t. und 2. Ja. — H. B. 64. Wahrscheinlich erhalten Sie keine Unterstützung sür den Sohn, dann haben Sie auch keinen Anspruch aus Löhnung.— P. Z. N. 30. Ja-— N W. 99. Rein.— P. G. 88. Ohrenkrankheit, landltur«- pflichtig. Sie können also auch zum Dienst verwandt werden.— M. Z. 18. Zurzeit arbettsverwendungsfählg. Nachmusterung wird noch erfolgen.— ®. 8. 14. 1. Ihr Mann mutz kündigen. 2. Wochentags von 10—6 Uhr. Sonntags von 12—3 Uhr.— W. M.«ankwiv. 1. Englisch und sran- zösisch 2. Toussaint-Langenscheidt und Verlitz-School. 3. Diese Methoden eignen fich zum Selbstunterricht.— M. Z. 36. Sie müssen zunächst einen Termin beim Schiedsrichter beantragen. Kommt dort keine Sühne zunande, so müssen Sie beim Schöffengericht klagen, Sie bedürfen auch dazu keines Arwalis.— A. H. Borkum. 1. Ja. 30 M. monallich. 2 Sie müssen den UnterstützungSschein vom Regiment einschicken. 2. Mündlich.— WetterauSÜchten für da» mittlere Nordveutschlanv bi» Montag mittag. Zunächst grötztenteils trübe und nebelig, im östlichen Küstenstrich gering« Niederschläge, Temperaturen um den Desrierpunlt schwankend; später im Westen beginnend« Aufheiterung. Vewovevltti«» Berlin. Tel.-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratz« 20 Achtung! Der Feiertage wegen find sämtliche BureaoS«nd Arbeitsnachweise an folgenden Tagen geschloffen: Freitag, den 24.»nd Freitag, den S1. Dezember, von nachmittags 1 Uhr ab» Sonnabend» de« 23.«nd Montag, de« 27. Dezember, sowie Sonnabend, den Januar, den ganzen Tag. 91/12 Dl« OrtaTeFwnltnnB, Deutscher Textilarbeiter-Verband. Terwaltnn» Berlin. AndreMatr. 17. Königstadt 1878. Weihnachtsunterstützung. Die Verwaltung Berlin zahlt eine WeihnachtSunterstützung an die Familien der zum Heeresdienst einberufenen Kollegen, welche 52 Beiträge gezahlt, nicht über 6 Wochen Restbeiträge haben und bi« 1. November d. I. einberufen find. Die«uSzahlungen finden vom 18. Dezember täglich vormittag» von 9 bis 12 Uhr statt im Bureau. AndreaSstr. 17(im Köpenicker Bezirk nur Sonnabends vor- mittag« in Köpenick. Flemmingftr. 30, bei Bernhard Lietsche). Als Ausweis gilt der UnterstützungSschein und da» Mitgliedsbuch. Die Arbeitslosen, welche am 24. Dezember zwei Wochen und darüber arbeitSIo» find, erhalten ebenfalls eine Extraunterstütznng! ferner alle bedürftigen Invaliden. Durch alle dies« Unterstützungen wird die nicht gut fundierte Lokaitasse ganz erheblich geschächt werden; die Mitglieder werden deshalb ersucht, sich besser als bisher an den Listensammlungen zu beleilraen. 190/4 Dfo Ort«Terwalt«iiif. Verband der Sitbographen, Steindrneher Mitgliedschaft Berlin. nnd uerwandten Berufe. Engeluser 15 M, Zimmer 57—68. Mltglledsohaft Berlin. Weihnachtsunterstützung! Die Frauen der im Feld« stehenden Mitglieder, soweit diese vor dem 1. Dezember d. I. zum Heeresdienst«inberusen wurden, erhalte» ein« WeihnachtSunterstützung, Unterstützungsberechiigt find nur Frauen solcher Mitglleder, die fich zum Militär abgemeldet, da» MliglicdSvuch im Berbandsbureau abgeliefert baden und mit den Beiträgen nicht länger als 8 Wochen im Rückstände sind. Die Frauen der gefallenen Miigtteder erhalten ebenfalls Unterstützung. AIS Legitimation ist der staatliche UnterstützungSbogen vorzulegen. Di« Auszahlung erfolgt sür die Anfangsbuchstaben: A— K am Montag, de« L9. Dezemde», L— S am DienStag. den«1. Dezemde». T— Z am Mittwoch, den 2». Dezember, vormittag« von 10—12 Uhr, im Berbandsbureau, Sngeluser Rr. 15, III, Zimmer 67—68. wir ersuche» unsere Miialleder und Vertrauensleute, die w Frage kommenden grauen auj dies« Bekanntmachung aufmerksam zu machen. 109/12 Der Voratand. Wegen Auflösung _ der GeseUachalt VeMPelzwaren Ton zu bedeutend ermäßigten Preisen Vorteilhafteste Kaufgelegenheit Serttstein& Schoenberger d mb.ft PelawarenfabrlU Kranaenatrafie 41, eine Treppe, am Dönhoflplatz. Verkauf: Woohentaps 9— 12 u. 3— 8. Sonntag 12— 8 Uhr. Berlin C M M Wallstr. Gardinen. Spezialsirma, Oordlnanhaiii Barnhard Schwarte Denkt an uns--nä-i GalemAlMun GalemGolö Aiigetreiien. �Ulkornmensts Uedssgüd«? SOSfdcfddposfmässigveipacW ixjrfatna? �OSitkieldp�tmAsdgveTpLw lOHPodof c)ijelit.IadQkuQifiv�� �Mjck«'vivs6sn aZiefa�oflleferanf SJldKfinlgsvSadlsen Trusffrei! Allgemeine Orts- Krankenkasse Kerli«-Mrißt«stt. Di» zum Mittwoch, den 22. De- zember 1915 ewberusene Wahl der Vertreter zum AuSschutz findet nicht statt, da von den Verflcherten nur eine gültige Vorschlagsliste eingereicht worden und deshalb nach h 9 der Wahlordnung die Bornahme einer Wahl mittel» Stimmenabgab« nicht erfarderlich ist. 273/15 Die Ordentliche Sidang des Ausschusses findet statt am Donnerstag, den»9. Dezember, abend« 8 Uhr. im Restaurant»Zu« Prälaten» zu Perlin-Wettzensee. Berliner Allee SS?(Kleiner Saal) mit folgender 1. agetord»ang: Bericht über den Stand M> M durch 2. Ka Co Wahl der ________ der den Borfitzenden de» >»«> »rstandeS. _ahl der Rechnungsprüfer(jn Arbeitnehmer, ein Arbeitgeber). 3. Beratung und Festsetzung de« Voranschlages für 19t6. 4. Beratung und Beschlutzfassuna über dt« geänderte Dienstordnung. Anträge. id nur iladung Kassenangelegenheiten. Zum Eintritt berechttgt kw « mit«wer schriftlichen Ein! versehenen ÄütsÄ utzmilglieder. verlln-Weitzensee, den 19. Dezentber 1915. Der Vorstand. F e n d e l, Vorsitzender Jnnungs- Kranken- kasse der Tischler- Innung Berlin. Aus Aittraa de» Borstande» der JnnungSkrankenlass« der Tischler- Innung Beilin. hat da» BerficherungS- amt der Stadl Berlin beschlossen, datz folgende Mehrleistungen vom 17. De- zember 1915 ab gewährt werden können. 273/13 Allen Mitgliedern wird im Falle der Erwerbsunfähigkeit baS Kranken» gelb(§ 11, Abs. 1, Ziffer 2 der Satzungen) auch sür dt« Gönn»»nd geiertag«, welche in die Woche llen, gewährt. DaS Sterbegeld fh 24 der Satzungen) wird aus das Dretsttg- fache de» Grundlohne», min- besten» aber aus SB M. erhöhl. Da» Toratand. Otto Bronau, Borfitzender. Spezialarzt Dr. med. WockenfuB, Frledrichstr. IIS(Oranienb. Tor), flr typhiil», Hnrn- B. IräBSnleldan— Ehrlloh-HaU-Kor(Dauer 12 Ta�e), Blutuntersuohung. Schnell«,«loher« •ohmerzle«« Heilung ohne Beruftstörung. Teilzahlung. 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Nr. 208), 39, 57, 58, 59, 63 bis einschl. 67, 69, 70, 77, 79(s. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 77), 82 ss. Ncs.-Jnf.-Rea. Nr. 252), 83 bis einschl. 86, 83, 90 ss. Nes.-Jnf.-Neg. Nr. 69), 91, 92, 93, 33. 110 bis einschl. 113, 115. 116, 136, 137, 143, 144, 147, 449, 151 bis einschl. 154, 156, 157, 159, 160, 161, 1640000�0�0000300001 Set TeM-MzWA Stieg 1810/71 Bildern und Dokumenten ausgestattet. Von Rugo Schulz, gegenwärtig Kriegsberichterstatter im ölterrcichilch-ungarilchenRauptprcKequartier. Gcb.3lfik. StwOeWe aMöfleteaSen wlJrtlirtßaÄSS imRauptquarticrdesOltcns. Das Buch bringtinteresfante Kriegsichilderungen und ilt mit acht Bildern und einer Karte ausgestattet Gebunden 1 Mark. StWWteii in Belgien drO Botllstiinttelif) und französischen Kriegsschauplätzen. Von Dr. Ad. Koctter und Reichstagsabgeordneten Gustav uoske. Mit 8 Bildern und I Karte. Leinenband 1 Mk. Aorion im ßriotio Schilderungen und Geschichten. Gine Auslese von Dr "st nluat F- Diederich. 2 Bände, jeder für lieh abgeIchloll.,ä1Mk. %9?(>nü0\kl>\ Sturmschreie aus hundert Jahren. Von Dr. F- Diederich- ült tinuugciDCI DasChcma dieses Buches ist der Kampf gegen denZaris- mus, dcrRußland blutig knechtet. Gs ist ein Kampfbuch voll Unerbittlichkeit. Aus dem Sturm des gegenwärtigen Kriegs entstanden. Preis 0,50 Mark. tt«, 1U;i» fnf.r,iFnrjti Grzählung aus der Zeit der Revolutionskriege von AX, iLtulckuviiiü Grdtmann-Chatrian. Preis gebunden 1 Mark. Geschichten von St. Großmann. Gine gute Sammlung tieiempsundener Grzählungen der Freuden und Leiden des täglichen Lebens. Preis broschiert 2 Mark, gut gebunden 2,68 Mark. m t!« stllMnmW aÄ bildungen im Text u.I7cafeIn. Aeußcrstlehrreichu. anregend. Preis 1, SO ITIk. (ieiln-lSrfni�elts-JiOililliet rirrr-rfznf_■i-jx�ri-, Gin wertvolles Rausbuch für| jede Familie. Geb. 4,5« Mk. Uon Unten M Das werk der belle n OlenbrooH Gesammelt und gestaltet von Dr. Franz Diederich. ITlit 25 Bildern. In einem Leinenband 5 Mk., in zwei gut gebundenen Bänden K Mk.— Vom drängenden Leben derZeit will dieses Buch der Dichtung zeugen, vom Leben, das von unten auf treibtund keimt, vom Leben, das ichwerlte Mühe und heiligste Arbeit austeilt und alle beste Kraft und die höchsten Opfer vom einzelnen zum Segen des Ganzen forciert Briefe aus der Beide an meine jungen Freunde. Von J.Brand. In diesem vortrefflichen Buch bietet Freund Brand zwölf Briefe, die er den Kindern in zwölf Monaten des Jahres aus(einem Clienbrook schreibt. Durch jeden einzelnen dieser Briefe lernen die Leier ein besonderes Kapitel der Natur kennen. Gebunden, mit Buchschmuck verlchen, Preis nur 7,50 Mark Gine keife nach Island männer-Inleln. Reitcbricfe und Cagebuchblättcr von G. Sonnemann(Jürgen Brand). Mit vielen Illustrationen.— Preis gebunden 2,50 Mark. Der durch(ein„Dienbrook" schon bekannte Vec falfer weiß, daß Kinder sehr gern solche Rcitebe- [chreibungen lesen, darum schrieb er diefeRcifebriefe. rtnfo« Tl\ri\ä Von C. Grottewitz, heraus Uiiivt iJääW gegeben von W. Böltche. Mit zahlr.Abbild. Dieses Buch hat bei den bedeutendsteh Pädagogen wie In der Presse begeisterte Aufnahme gefunden. Broich. 2,30 Mk., in Leinenband 3 Mk. Sonntage eines Großitädters irt H firtitiv Von C. Grottewitz. Vorwort iSS Utl ItdiU' von Wilhelm ßöliche. Mit Buchicbmuck und einem Porträt des Verfassers. Das kleine Werket' fand allseitige Anerkennung und bat sich viele] runde erworben. Geb. 1 Mk. Kreuz u. quer durcMcn Balkan Reisebefchreibung von L. Lessen. In diesem Buche werden Land und Leute der Balkanhalbinsel fesselnd geschildert. Illustriert von J.Schur. Geb.1,S0 Mk. IM degi lornifter SÄÄ eines Infanteristen aus dem Jahre 1870.VonRückert. Gebunden 1,50 Mark. 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(V. a.<«.) Eillaie Neukölln II. Als Opfer des Wcltkieges starben die Mitgkcder l�uäolf i�eermann Arbeiter, Auxusi Oliescli Arbeiter. Ehre ihrem Andenke»! 258110 Die Ortöpcrwaltnng. Als Opfer deS Wettfricges fiel am 10. Oktober mein lieb« Vruder, Schwager und Snkcl, der Bäcker psui Tsmp Res.-Jns.-Neg. 208 im Alter von 21 Jahren. 89ät Dies zeigen tiesbetrübte an dnllnn!>»an,p n. Fran Weipcnsee. _ Ruhe sanft in fremder Erde! llolltschor Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Vilhelm Älbrecht, Tischler. 34 J-Hr- UüllS Alt, Kammarbeiter, 20„ Georg Fischor, Rahmenmachcr, Otto Geiiller, Schirmmacher. HeFmann Graßmann, Tischler, Fritz Hartwig, tw«, Alwin Hilgendorf, nw*, Wilhelm Kaihorn, zm«, Julius Kitzing, Klavierarbriter, Joseph Knak, Tischler, Erich Krause, siw«, Robert Leonhardt, Tischi-r. Hieronymus Lesniewski Maw.-»»»., 34 Fritz Matheus, 26 Hermann Müller, Tischler, 42 Otto Reimann, St°ckarb-itrr, 2« Otto Schäfer, Drechsl«, 3« Franz Schlegel, Tischler. ss 34 28 33 29 43 34 27 32 22 32 alt. ff ff ff ff * ff ff ff ff f» ff ff ff ff ff ff ; 91/11 G h r e ihrem Andenken: KM« OrtsTcrwaltnng. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Aus den Schlachtfeldern sind folgende Mitglieder gefallen: Haas v. Grünhagen Karl Ritter am 17. 7. 15. Wilhelm Birnbaum am 11. 10. 15. Ehre ihrem Andenke»! 173/4 Die Ortsvcrmnltnug. Allen Freunden und Bekannten I die tieftraurige Nachricht, daß | unser lieber Sohn Leong Petri am 4. November d. I. dem all- gemeinen Weltkrieg zum Opfer siel, nachdem ihm sein jüngerer Bruder Max am 22. August ans demsclbcm Wege voranging. Unsere Liebe deckt Dich zu. Ruhe sanft in fremder Erde. In tiefer Traner Otto u. Ida Fetri, als Eltern. Anna Petri geb. Müller, als Frau. Karl u. Luise Petri als Bruder u. Schwägerin. Hans Petri als Neffe. August Müller u. Frau als Schwiegereltern. Georg, Artur, Sefma und Frida Müller als Schwager und Schwägerinnen._ 61A Am 22. November 1915 starb an Halsschnn mein Heber Maim und guter Vater, der Schütze Mai Beschorner im Alter von 33 Jahren. Die? zeigen tiesbetrübt an Emma BcBchorncr 120A_ nebst Tochter._ Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach» rlcht, daß mein lieber Mann und Vater, der Radier IIb Richard VoK Neukölln, Stich ardstr. 104, im 43. Lebciisjabrc»ach langen, schweren Leiden verstorben ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Witwe Emma Boff nebst Sohn Karl. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. d. M., nachm. 2'/, Uhr, aus dem Neuköllner Ge> mcinde- Friedhose am Marien- dorser Weg statt. Nach 15Monate langen, schweren Kämpfen verstarb fern von seinen Lieben am 15. November an den Folgen seiner am 14. November erlittenen schweren Verwundung durch Rückenschuß mein innigst. geliebter, herzensguter Mann, Vater seines einzigen Sohnes, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Unteroffizier 3017b Paul Ldineider Landwchr-Jnfanterie-Reg, 350 Ritter des ßifenten Kreuzes im Atter von 37 Jahren. In tiefstem Schmerz Frau.Anuu Schneider, geb. Hackbarth, � und.Alkred, aw Sohn, liebst Verwandten. Du bist so schwer von unS ge- ichieden, Voll banger Ahnung auf ein Wiedersehn. Als Held bist Du im Kampf ge- blieben, Doch kann kein Sturm Dein Bild verweh». Beklagt, beweint von Deinen Lieben Die Dich nun niemals wiederschn. Ruhe sanft in fremder Erde I Allzu früh und fern von seinen Lieben siel am 13. November in- solge eines Bauchschusses unser lieber Sohn, Binder und Schwager, der Vizefeldwebel Gttn Zimmermann Inj.« Siegt. 43, 11. Komp., im blühenden Alter von 23 Jahren. Im tiefsten Schmerz Die trauernden SItern und Geschwister Karl Zimmennavu n. Frati. Wir dachten nie, daß wir ihn vcilieren werden, Wir zogen ihn zu unscrm Stolz heran. Jetzt liegt er still und stumm In fremder Erde Und sängt als Knospe schon zu A welken an. Fern der Heimat ans dem Schiachtjclde starb am 23. No- vember unser lieber, guter Sohn, Bruder und Enkel, der Musketier Artur kreiksck im sast vollendeten 22. Lebens- jähre, 3b Im Namen allcrHintcrblicbencn Die trauernde Mutter Therese Schulz geb. Heinrichs. Er war ein uneigennütziger, guter Mensch mit den edcatstcn Lebenszielen, Stall Karten. Mir die Überaus zahlreichen Beweise liebevoller Teilnahme beim Hinscheiden meines geliebten Mannes, unse es teuren Vaters Dr. med. Paul Christeller sprechen wir unseren herzlichen Dank aus. Fanny Christeller geh, Sachs. Dr. med. Erwin Christeller. 107/6 Walter Christeller. H BerünEF Schwimni-Verein „Welle". Als Opfer des Weltkrieges sie! Mitte November unser Schwimm gcnoffc j Paul Nitschke. Wir werden sein Andenken ftek- in Ehren halten. 287/15 Der Vorstand, j AIS Opser des Weltkrieges siel. am 13. November 1315 unse. lieber Sohn, Vater, Brudci.. Schwager und Onkel Gustav Stenzel Nes.-Jnf.-Negilncnt 150 f im Alter von 27 Jahren. Dies zeigen in tiefstem Schmerz an 101 Karl Stenzel und Fran, seine kleine Gertrud, Franz Stenzel z. Z. im Felde und Familie, Otle Stenzel z. Z. im Felde, Elise Röhl geb. Stenzel u. Familie. Leicht sei ihm die fremde Erde!' G Am 13. November 131 starb den Heldentod meir inniggeliebter Bräutigam der Musketier Georg Kröger im blühenden Alter von 22 Jahren DieS zeigen im tic'en Schmerze an EU««hckh Thioslcr als Verlobte und Eltern, Beusselstraße 81. In Feindesland Dein treues Auge brach, Dein gutes Herz tat seinen letzten Schlag; Zum fernen Grab schwelst tränen, schiver mein Blick, i In weher.Klage um'S vcrlor'ne' Glück, 51A Mögest Du in seemder Erde Zur cw'gen Ruh gebettet sein, s Du wirst in unserin Herzen Stets unvergessen sein. Fern von seinen Lieben starb als Opser des Weltkrieges insoige eines Bauchschnffcs am 26. November 1915, nachdem et kaum zwei Tage im Schützengraben gewesen war, mein imiiggelicbte! unvergeßlicher Mann und treu- sorgender Valcr seiner beiden Liebiinze, unser guter Sohn. Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Jäger Ewald VoO im Alter von 38 Jahren. 11051 Dies zeigen im ticjsten Schmerz an Frau Martha Voß und Kinder Alfrod u. Gertrud. Charlottenbmg, Kantstr. 61. Und täglich daS dunkelste Rätsel. Von allen Die Besten find es, die Besten, die sallein Ruhe sanft in Feindesland! 5lm 17. Dezember, vormillagö. 1 Uhr, erlöste der Tod, nach['■ schwerer Krankheit, unsern lieben, v tr eusorgendcn Voter, Groß, und i. Schwiegervater, Bruder und Schwager Paul Schönfelder im vollendeten 58. Lebensjahre.• Dies zeigen tiefbetrübt an Dir traucrndcnHintrrbliebrnen. f Die Beerdigung findet Dienstag,! den 21. Dezember, nachmittags st 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Luiscn-KirchhofcS, am Fürsten- brunner Weg, aus statt. 11051 Allen Veilvandten, Jrenndcn[ uich Bekannten sowie der Ar-. beuerjugend in Berlin und' Barmen die traurige Nachricht. � daß unser einziger, lieber Sohn, t< der Techniker Richard Haß im noch nicht vollendeten 20. Lebensjahre am 14. Oktober an den Folge» seiner schweren Bcr wundnng(Brustschuß) verstorben ist. In wahrem Schinerz Ftarmium Haß 3951 und Frau. Als Opser des Weltkrieges starb am 28. November an den von einem Volltreffer erhaltenen schweren Wunden, im Feld- lazarctt, unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, der Musketier 124A Bruno Kuhlmey Nes.-Jns.-Regt. 20, 3. Komp, im blühenden 5tltcr von zwei- undzwanzig Iahten. In tiesstern Schmerz Hermann Kuhlmey und Frau, Eltern, Karl Kuhlmey, Bruder, Richard Kuhlmey, Bruder, zurzeit im Felde, Klara und Martha, als Schwägerinnen, Berlin K, Pankstraße 23. Ruhe sonst in Feindesland 1 E3' Sem IteOEfllts unfetet an! Sem SrleMWlG gefanenen Senoficn! SIm 14. November 1915 fiel auf dem Schlachtfclde durch Granat- schuh unser Genosse Urbanslr. Lö. 123. Bezirk. Am 22. August 1315 siel aus dem Schlachtfeld- unser Genosse, der | Transportarbeiter Emil SclMsberi Hornstr. 8. Sozlaldemokr. Wahlverein(. d. 2. Berl. Reiehstagswahlkr. 207/4 Aus dem Schlachtsetdc fiel der Dreher Genosse 210/1 8. Abteilung, Bezirk 236. Lezialdetnokr. Wahlverein f. d. 3. Berl. Reichstagswahlnreis. Am 6. November fiel im'Alter von 24 Jahren der Metallschleiser We�reer Elbinger Str. 85. Bezirk 398. Am 29. November fiel Im Alter von 24 Jahren unier Bezirks- j sfihrer, der Metallarbeiter AHhar Breiksch Manleuffeistr. 78. Bezirk 157. Am 24. November fiel im Alter von 23 Jahren der Arbeiter Kssi'g Oisnckel Rominlener Str. 34. Bezirk 334 II. 216/18 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reiehstagswahlkr. Am 9. Oktober fiel durch Kopsschuh der 28jährige Schildermaler � Emi§ festes' Soltschedstr. 11. 19. Abi. Bezirk 822. 229/14 Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reiehstagswahlkr. Am 17. Oktober fiel der Buchbinder ECarl Baader Kaiser-Friedrich-Str. 107. 11. Bezirk. Am 5. November siel der Porteseuiller Ott» Blahn L-Ykestr. 5. 17. Bezirk. Am 8. November starb an einer Verwundung der Mitsahrer WiSheBm Bode Lichlenrader Str. 48. 21. Bezirk. Am 14. August fiel der Metallschleiser Friedrick Scholz Weisestr. 54. 21. Bezirk. Am 11. September fiel der Arbeiter Art�r Schmidt Kanner Str. 5. 12. Bezirk. Im Felde gefallen der Metallarbeiter Bermann Lutter Hohcnzollernplatz 7. 10. Bezirk. 240/18 Sozialdemokratischer Wahlverein Neukilln. Am 10. Oktober fiel durch BauchschuH unser Genosse, der Heiser «Villi Statin Wühlischstr. 26, Gruppe 10, im Aller von 30 Jahren. 14/14 Sozlald. Wahlverein Kreis Niederbarnim, Bez. Llohtenberg. Am 15. September fiel unser Genosse Willi ttern. 247/11 Sozlaldemokr. Wahlv. Niodcrbarnim. Bez. Reinickendorf-Ost. i Paul KrISged Tischler, Bcermaimstr. 7 bei Vallentin. Paul Lange ! 200/4 Arbeiter, Graehstr. 62. Sozlaldemokr. Wahlvereln Trcptow-Baumschulenweg. MimilHI Verband der Maier, Lackierer etc. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern znr Nachricht, das; folgende j Kollegen auf den Schlachtfeldern gefallen sind: Der Maler Willi ttoppner (Bezirk Norden) am 27. September 1315. Der Maler Georg Tummoszeit (Bezirk Steglitz) am 16. Oltobcr 1915. Der Maler Max Büttner (Bezirk Weißensee) am 24. Oktober 1915. Der Maler Andreas Buhnaia (Bezirk Norde») j am 24. November 1915. Ehre ihrem Andenken! ! 137/12 IM« Ortüverwaltung. Deutseber Bauarbeiterverband. Zwcigvercin Berlin. Im Felde sind folgende Kollegen gefallen: Karl, Maurer. Bez. Treptow. kaum, Leopold, Hilfsarbeiter. Bez. Norden II. kerlix, August, Maurer. Bez. Wedding. kirL,(lustav, Hilfsarbeiter. Be,. Neukölln. Konow, IKeodor, tzilssarbeiier, Bez. Wedding. '§ Eichler, August, Huisarbeit-r, N«uk°iin. ß EÜlSter, KerMaNU, Maurer. Bez. Moabit. Moffniann, Josef, Hilfsarbeiter, Bez. Oranienb. Vorstadt. tlolfmaun, Max, Stukkateur, Bez. Moabit. Hoklmailll, Theodor, Stuklateur. Bez. Westen. tluhert, Franz, Maurer, Bez. Schöneberg. lZ Kühner, Ernst, Putzer. Bez. Norden II. Kaperz>nski, Viktor, Fahrfwhlarb.. Bez. Tharloitenb Kempler, Karl, Maurer, Bez. Norden I. Komitsch, Wilhelm, Einschaler, Bez. Moabit. Kmpp, Willi, Maurer, Bez. Norden L Littmann, Wilhelm, Maurer. Bez. Neukölln. Marquardt, keinrich, Mamer. s-z. Südost. Mioteck, Franz, Hilfsarbeiter, Bez. Neukölln. Müller, Friedrich, Putz«. B-z. Osten u. Nekat, Max, Maurer. Bez. Osten II. Flewa, Faul, HUssarbeitcr. Bez. Neukölln. Waldmannshausen, Faul, Stukkateur, Lichtenberg. Will, Karl, Hilfsarbeiter. Bez. Osten I. Ehre ihrem Andenke»! 143/7 vi««Ftllokv Verwaltung. Deutseher Bauarbeiter- Wand. Zweigverein Berlin. [ Bezirk Oranienburger Vorstadt. Am 16. Dezember starb unser I Mitglied, der Hilfsarbeiter Julius Werner. Qfhre seinem Zindenken J Die Beerdigung findet heute nachmittag 3°/, Uhr von der Halle des neuen Golgatha-Kirchhoss in der Barsusstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 143/8 Ole Örtliche Verwaltung. Allzu früh und fern von seinen Beben starb am 14 Oktober, in- folge eines Kopsschusses. mein inniggeliebter und unvergeßlicher Mar», der treuiorgende Vater seines kleinen Töchtcrchens, Wilhelm Alhrecht Nes.-Jns.-Regt. 8, 2. Komp. im 34. Lebensjahre. 112A Dies zeigen tiesbciriibt an 5rau Emma Albrecht geb. Schröder nebst lochter, Die trauernden Schwiegereltern u. Geschwister(zurzeit in Stettin), Gtie Schröder(zurzeit Im Felde) und Familie, August Schröder(zurzeit im Felde) und Frau, tiermann Schröder und Frau (zurzeit in Harburg). Aus fremder Erde, schwer und müde, Sank hin Dein Haupt zur ew'gen Ruh. gür's Vaterland gabst Du Dein Leben, Schlaf wohl, Du waikrer Strci- ter Du! Neilei'-Zleiiligi'ztib.-fei'bsiid! „Mit-üW- Mitgliedschaft Grofi-Berlin. Durch den Tod aus dem Schlacht- selde wurden uns die Schrift. genossen 287/15 Faul krandenhurg Max Ernst Wilhelm Jahn Max Lottermoser Siegfrd. Weybrecht Gottlob Gantzert Max Adler entrissen. Die Gefallenen gehörten zu den besten Mitgliedern des Vereins. Ihr Andenken wird immer in Ehren in unserem Verein fortleben. I>«r Vorstand. I. 93.: Otto Wenghöser. Männerehor Moabit. M. d. D. A.-S.-B. Als weitere Opfer w diesem Kriege find unsere Sangesbrüder Faul kiegrnund und Fritz Dublewski im Felde gefallen. 57/9 Wir werden das Andenken dieser im Leben sangessrohen Mitglieder in Ehren halten. I» Vllial« Groß-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen aus dem Schlachlselde gefallen sind: Ofjto Gerlachy Straßmreinigung GlIS'&cSV GlPSCgOfllGy Eharlottenburg fRaiL Beschorner, 21. Revter-Jnspektion Frieda�ich Marlen, Gasanstalt Tegel Valerien Willma, Bademeister Willi Werner, Kanalisation Friedrich Husche, Artur Schmidt, Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. 36/16 Die Ortavcrwaltunc. Gasanstalt Danziger Straße Neukölln. 63/12 r in Bezirk Groft-Berlt«. Folgende Kollegen find im Felde gefallen: Lmil üertfam, Droschkench-nffeur. Hermana Blumhagen,»«rfahm. Anton ßOrCÜaFtll, Branereiarbeiter. OttO BOthO, Jndnstriearbciter. Georg Cartsburg, Mespngp-tzer. Karl Donat,@eW8f»«e«er. Eduard Fabig, Hochbahnangestellter/ Paul Goehrke, Fenfterpntzer. Reinhold Gräfe, Droschkenchanffeur. Riehard Gundlach, Geschäftsdiener. Fritz Härder, Arbeitskntscher. Paul Herrmann, Industriearbeiter. Paul Jaeobi, Geschäftsdiener. Alexander Jankowskl, Straßenbahner. August Jeschin, Bierfahrer. Hermann Joppich, Handtnchfahrer. August Krapalis, Geschäftsdiener. Ferdinand Kröger, Bierfahrer. Karl Kilbe, Rollkutscher. Albert Kille, Müllschaffuer. Paul Langer, Droschkenchauffenr. Ernst Lehmann, Geschäftsdiener. Ernst Liepe, Geschäftsdiener. Johannes Mazanke, Dr-schkt«cha-ffe-r. Reinhoid Nitsche, Geschäftsdiener. Karl Kitschke, Geschäftsdiener. Heinrich Pohl, Droschke»cha«ffe«. Hermann Rohde, Kohlenarbeiter. Wilhelm Rönkendorf, G-schSftsdieuer. August Rosenkranz,»i�fahm. Alex Seruns, BrettertrSger. Friedrich Sparsam, Geschäftsdiener. Reinhold Schmidt, Geschäftsdiener. Karl Schultz, Industriearbeiter. Ehre ihrem«nbenkent Dt« D«»trIi»I«tt»u»U. lleul8!:b.IV!kigIlgsbkiiöl-Vösbglill Verwaltungsstelle Berlin. Dem Andenken unserer im Ffelde gefallenen Kollege«. Richard Baier, Schlosser, geb. 8. 3. 1883, Oegnitz. Otto Bamngart, schloff», geb. 22. 6. 1879, Spandau. Otto Bornkamp, Maschinenarbeit», geb. 2. 10. 1892, Berlin. Berthold Brückner, Mechaniker. geb. 18. 11. 1896, Berlin. Onstav Fröhlich, Schloff», geb. 22. 7. 1887, Berlin. Max Krieger, Schloff», geb. 10. 1. 1897, Markranstädt. Paul Fange, Metallarbeit», geb. 12. 10. 1884, Könitz. Paul Markgraf, Arbeit», geb. 16. 8. 1887, Grotz-Fredenwalde. Johann Michalskl, Schlosser, geb. 13. 11. 1887, Berlin. Willi Müller, Metallarbeiter, geb. 8. 9. 1894, Britz. Karl Obst, Kiemp»», geb. 20. 11. 1881, Altenburg. Engen Schnchert, Dr»»», geb. 8. 1. 1886, Sandhausen. Max Strosinna, Maschinenformer, geb. 10. 2. 1886, Bchle. Albert Thiel, Ziseleur, geb. 5. 12. 1888, Rawitsch. Wilh. Voss, Metallarbeiter, geb. 24. 11. 1888, Reinickendorf. Ehre ihrem Andenke«! 123/17 Die Ortsverwaltung. Lkrantwortlicher Redakteur: Alfred LZiclepp, Neukölln. Für den Znjeratenteil vercmtw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Berlag:Lorwär» Buchdruckerei u. BerlagsanstaU Paul Singer& So* Berlin SW.