Kr. 85f St.Jdprfl, kdonnementt-SeSInzlniz», KbonnemcntS• Siet» ptäimmerani«! klsrleljäbri. 8,50 Ml. mottatt UO Ml. wöchenilich 25 Lfz. frei WS Hau». iinzelne Ziumvie, s Biz. Eonnl-S»« «ummn mU illuliricrie? Eonnlag». Beilage.Die Neue ffieU*!0 jios», EBonnemcnf 1.10 Mari vro Monat, Uingerragea m die Los!. geinmot- Breisliila llnler Kreuzband rth Deuliwland und Oesterreich- Ungar» 2�0 Marl, für daS übrige lluZIan» 4 Marl vro Mona! Lostabonnenientl «isbmen an: Belgien. Dünemark, Holland. Iwlien. Luxemburg. Lorrugeck, Auwäniru, Schweden und die Schweis Vtchvbl agftH. Derlinev Volksblakk. ( 5 Pfennig) Die InferflonS'Gebatr betrügt Mr die fechOgespaliene KololiÄ» »eUe oder der«, Raum W Pfg. für polltilche und getverlschaflliche Lcreind. und Bersnmmlungs-Anzcigen M Pfgl Kleine Ln-eigen", das scltgeöru-kte «ori Zll Pfg.> zulässig 2 fctlgedruilte Woriei, jede« weitere Bort lO Pfg. Etcll-na-suche und Echlafstellenan. »eigen das crsi- Wort 10 Pig.. jedes wertere Wort ö Pfg. Worte über IS Buw- slaben zahlen für zwei Liotte. Inserate für die irächile Nummer müssen bis li Uhr nachmittag« in der Expedition abgegeben werden. Die Exveditum ut b!« 7 Uhr abend« geöffnet. kelegrmnm- ildrrff« �»rlSfÜMiillZl littNl-, ZentrzXorgzn der fozialdcmokrattrcben parte! Deutfchlands. Ncüaktton: EW. HS, Linöenstraße Z. fterniprecher: Nmi Mortvpla». Nr. ISl SV— litt»7. Mitttvoch, den ÄÄ. Dezember Ivla. Expedition: EW. öS, LinSenftraße Z. ilkernfvrccher: Slmt Moritzvlat?. Nr. litt SV— l.S1 S7. Die neuen Kriegskreöite unö öer Reichstag. DaS Interesse an der Dienstagsverhandlung deS Reichs- tageS mußte sich nach Lage der Dinge auf die Stellungnahme der Parteien zu dem neuen Zehnmilliarden» Kriegskredit konzentrieren. Denn in dieser Abstimmung spiegelte sich die Haltung, die von den Parteien und Abgeordneten zu der Frage des Krieges und der Kriegsziele eingenommen wurde. Und diese Frage hat seit dem Tage der Verhandlung der sozialdemokratischen Frtedensinterpellation gewiß an gespanntestem Interesse und Aktualität keineswegs ab- genommen. Im Gegenteil! Seit jenem Tage sind neue Momente für die Beurteilung der Gcsamtlage hervorgetreten, die höchste Beachtung verdienen. Nicht nur die denkivürdigen Erörterungen der Äontagssitzung des Reichstags, die helles Licht auf die wichtigsten Probleme der auswärtigen und der inneren Reichspolitik warfen. Auch die in unserer heutigen Nummer wiedergegebencn Auslassungen des ungarischen Ministerpräsidenten T i s z a und ihre Beurteilung durch die ungarische Presse verdienen in den Bereich dieser Betrach- tungen gezogen zu werden. Die verständige Wertung dieser Symptome aber beweist, daß die europäische Lage an einem kritischen Entscheidungs- Punkt angelangt ist. Kein Wunder, daß die Schicksalsfrage Europa? auch im Mittelpunkt der zwar kurzen, auf bloße Erklä- r u n g e n beschränkten, aber darum nicht minder inhalts- und Verantwortungsschweren Reichstagsvcrhandlung stand. Daß fämt- liche bürgerlichen Parteien die neuen Kriegskredite ohne Debatte und ohne Erklärung annehmen würden, stand von vornherein fest. Nur die Stellungnahnle der sozialdemokratischen Partei ließ eine präzise Bekundung ihres Standpunktes erwarten, zumal nach den lebhaften Erörterungen, die ihr in den letzten Wochen vorangegangen waren. So kani es denn auch zu dem, waS nach Lage der Dinge, nach der fortschreitenden Klärung der außer- und inner- politischen Verhältnisse, nach dem Charakter der Debatte, die sich bei der sozialdemokratischen Fncdensinterpcllation abge- spielt hatte, nicht anders zu erwarten war: zu einer Scheidung der Auffassungen innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion, zu zwei ge- sonderten Erklärungen der Fraktionsmehrheit und-Minder- heit. Die Erklärung der Fraktionsmehrheit hielt sich im Rahmen der bisherigen FraktionSerklärungen. Sie betoute mit Entschiedenheit den Friedenswillen der Sozialdemokratie. sprach das tiefe Bedauern darüber aus, daß all diese Friedensbemühungen bisher noch nicht zu dem geringsten Er- folge gediehen seien, daß die Kundgebungen der leitenden Männer der Enteute noch biS in die letzten Tage hinein jeden Gedanken eines Friedens abgelehnt hätten, bevor nicht die deutsche Wehrmacht zerschmettert sei. AuS dieser Auffassung der Lage leitete die Fraktionsmehrheit die Pflicht ab, in der Abwehr auch ferner die deutsche Geschlossen- heit zu wahren. ilnter erneutem Protest gegen alle Eroberungs- und Vergewaltigungspläne gegenüber den anderen Völkern und abermaliger Betonung der auch für die deutsche Regierung geltenden Pflicht der Wahrnehmung jeder Friedens- Möglichkeit sprach die Erklärung der Fraktionsmehrheit zum Schlüsse ihre Zustimmung zu denneuenKriegS- krediten aus. Die FraktlonSminderhett erklärte namens zwanzig sozialdemokratischer Abgeordneter, weshalb sie nach geivissenhasiestcr Prüfung der Lage genötigt sei, die neuen Kriegstredite abzulehnen. Die Be- gründung dieser Minderheit war so kurz und bündig gefaßt. und so frei von allem rhetorischen Beiwerk, daß wir die Leser am besten aus die Lektüre der Erklärung selbst ver- weisen können. So erlebte der Deutsche Reichstag das seltene Schau- spiel, daß diesmal die sozialdemokratische Fraktion getrennt a b st i m m t e. Aus der einen Stimme Liebknechts und den späteren zwei Stimmen Liebknechts und Rühles waren nunmehr zwanzig Stimmen geworden. Dazu kam, daß weitere zweiundzwanzig Mit- glieder der Fraktion ihre Opposition gegen die Abstimmung der FraktiouSmehrheit dadurch bekundeten, daß sie vor der Abstimmung den Saal verließen. Zwei weitere sozialdemo- kratische Abgeordnete, die sich in der Fraktionsabstimmung auf die Seite der Minderheit gestellt hatten, waren durch besondere Umstände verhindert, an den Kundgebungen der Minderheit teilzunehmen. Festzustellen ist also, daß sich zurzeit Fraktionsmehrheit und Fraktionsminderheit genau wie 3 zu 2 Verhalten. Wenn noch ein Dutzend Abgeordneter der Minderheit beitritt, hat sich die bisherige Mehrheit in eine Minderheit verwandelt. Mng Des@rogen SWWllim. Amtlich. Große» Hauptquartier, den 21. Dezember tlllk. ,W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich voll Hulluch nahm eiue deutsche Abteiluug eine englische Sappe und wehrte riueu nächtlichen Gegen- angriff ab. Auf vielen Stellen der Front lebhafte Artillerickämpfe. Keine Ereignisse von Bedeutung. festlicher Kriegsschauplatz. In der Nacht vom l9. zum 20. Dezember hatte eine vorgeschobene russische Abteilung das nahe vor unserer Front liegende Gehöft Deschki jdicht südöstlich von Widey) besetzt; sie wurde gestern wieder vertrieben. Südlich deS Wyponowskojc-SeeS und bei KoScinchnowka fnordwestlich von Czartorysk) wurden feindliche ErkuudungS- abteilnugcn abgewiesen. Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. »* Dkl SslMMW EEIMlWgMl. Wien, 21. Dezember. kW. T. V.) Amtlich wird»rr- lantbart: 21. Dezember lvlö. Ruffischcr Kriegsschauplatz. Grqetiflber Masalowla am Styr würbe eine russisch« Aus» ElärnngSadteilung zersprengt. Sonst stellenweise Geschäslamps. Italienischer Kriegsschauplatz. Di» Artillerickämpfe an der Tiroler Südfront dauern fort. Zwei italienische Kompagnien, die nachtS gegen be» Monte San Michele vorzudringen versuchten, wurden aufgerieben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Dl« Lrrfolgungslämpfe gegen die Montenegriner filyrlr» gestern neuerlich zur Erstürmung einer friudlichr» Stellung «trdltch von Bcrane. Unsere Truppen haben i» den letzten zwei Tagen etwa <500 Gefangene eingebracht. Der Stellvertreter de? Ehefd de» Generalstade». v. H» e f e r, Fcldmarfchalleutnaat. Man mag das Schauspiel, das diesmal die getrennte Abstimmung der Fraktion bot, noch so sehr bedauern; über die Tatsache selbst kommt man nicht hinweg. Am wenigsten durch moralische Entrüstung und Schelten auf die»Disziplin� brecher". Niemals ist es n n S eingefallen, auf die politischen Motive derjenigen Parteigenossen, die die Auffassung deS„Vov wärts" nicht teilten, den Vorwurf politischer Minderwertigkeit fallen zu lassen. Die Ehrlichkeit der Ueberzeugung und den guten Willen, in ihrer Weise der Sache zu dienen, haben wir stets auch denjenigen zugebilligt, oie eine Stellung einnahmen, die uns falsch und verhängnisvoll erschien. Niemals haben wir den Ruf nach einer Disziplinierung derer erhoben, die anders plädierten und stimmten, als es uns richtig und klug dünkte. Deshalb freilich müßten wir eS für politisch im höchsten Maße verfehlt und unklug halten, wenn die Mehrheit, die heute noch die F r a k t i o n S Mehrheit bildet, sich zu übereilten Schritten verleiten ließe. Das sollte auch der.Mehrheit" nachgerade zum Bewußt sein gekommen sein. Wie hat sie über das„Grüppchen". das „Häuflein" der Opposition gespottet. Und dies Grüppchen bildet schon heute zwei Fünftel selbst der ReichStagS- f r a k t i o n. Und aus der so bedeutsam wachsenden Minorität kann— und wird unserer festen Ueberzeugung nach— in wenigen Wochen und Monaten die künftige Mehrheit werden! Gerade Realpolitiker, wie sich doch die Vorkämpfer der Fraktionsmehrheit zu sein rühmen, sollten doch begreifen, daß sich die politische Entwicklung nicht durch Tadelsvoten und Aechtungserklärungcn ein- dämmen läßt. Solche Deklarationen sind nichts als Stilübungen, denen höchstens der Historiker noch einigen Kuriositätswcrt beizumessen vermag. Die Entwicklung der Verhältnisse geht über solche Erklärungen kaltlächelnd zur Tagesordnung über. Und welchen Kurs die Entwicklung ninimt, sollte doch auch den leidenschaftlichsten Eiferern der derzeitigen Mehrheit nachgerade zum Bewußtsein ge- kommen sein. Mit der Parteieinheit haben all diese Tages- streitigkeiten nicht» zu tun. Di« Parteiewheit ruht j e st fundamentiert in dersozialen und politische« Entwicklung, die durch jene Gesetze deS Kapitalismus bestimmt tverden, die von den großen Theoretikern deS Sozia- lismus längst fest umrissen sind und die ihre klassischste Be« stättgung finden werden durch den ehernen Gang der neuesten weltgeschichtlichen Ereignisse. Zur Abstimmung über öie Kriegskreülte. Die Zahl der Abgeordneten, die in der Sitzung der sozialdemokratischen Frallion oder, weil sie am Erscheinen in der Fraltionssitzung verhindert waren, durch schriftliche Erklärung dem Fraltionsvorstande gegenüber gegen die Kriegskredite stimmten, beträgt 41. In der Fraktion stimmten 66 sozialdemo« kratische Abgeordnete für die Kredite. Mithin haben drei Fünftel für, zwei Fünftel sich gegen diese erklärt. In der Plenarsitzung gab Genoffe Geher für sokgend« zwanzig Abgeordnete die von uns im Bericht mitgeteilte Erklärung ob: Bernstein, Bock. Büchner, Dr. Oskar Cohn, Dittmann, Geyer, Hasse, D r. Hcrzfeld, Horn. Henke, Kuncrt, Ledebour, Dr. Liebknecht. Rühle. Stadlhagen. Stolle, Schwartz, Vogtherr, Wurm, Zubeil. Bernstein konnte wegen Krankheit an der Ab- stimmung im Plenum nicht teilnehmen, die 19 anderen Abgeordneten stimmten auch im Plenum gegen die Kriegskredite. von den 24 Abgeordneten, die ferner in der Fraktion gegen die Bewilligung sich erklärt hatten, stimmten im Reichstag für die Bewilligung Stubbe. Stücklen fungierte al» Schriftführer im Plenum. Die übrigen Abgeordneten befanden sich während der Abstimmung außerhalb de» Saale». ES waren daS die Genossen: Alb recht, Antrick, Bändelt, Brande», Emmel, Dr. Erdmann. Ewald, Edmund Fischer. Fuchs. Hoch, Hofrichter. Hütlmann, Hügel, JSckel, Krätzig. Leutert, Peirote», ReißhauS, Ryssel, Raute, Simon und Schmidt(Meißen). • AuS der Fraktion. Genoffe Hoch hat im Anschluß an den Rücktritt deS Genoffe» Haast vom Amt al» FraltionSvorsitzender seinen Posten als Mit- glied im Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion niedergelegt. «• • SluS der ReichStagSfraktio« wird unS geschrieben: Die Fraktion hat sich am Montag mit der von einer An- zahl Genossen angekündigten Sonderaktion im Reichstage be- schäftigt. In der eindringlichsten Weise wurde den in Be- tracht kommenden Genossen vorgestellt, in wie schlimmer Weise sie die Einheit der Partei gefährden, wenn sie ihr Vorhaben verwirklichen. ES wurde zum Schluß der Debatte festgestellt, daß die Fraktion noch am 2. Februar 1916 mit 93 gegen nur 4 Stimmen beschlossen hat, daß unter allen Umständen im Plenum einheitlich abgestimmt werden muß. Ein am 30. November 1915 gestellter Antrag, der für die Minderheit AktionSfreiheit im Plenum forderte, vereinigte nur 29 Stimnien auf sich. Dagegen wurde ein Antrag, der daS selbständige Auftreten der Minderheit enteist für unzulässig erklärt,.weil es gegen die dringend notwendige Einheit der Partei verstößt", mit allen gegen nur 27 Stimmen angenommen. Genosse Ha ase erklärte, daß er sich dem Vorgehen der Minderheit an- schließen werde und infolgedessen sein Amt als Fraktionsvorsitzender niederlege.— Am Dienstag gaben 20 Mitglieder der Fraktion eine besondere Erklärung"im Reichstage ab und fetzten sich damit über die Fraktionsbeschlüsse hinweg. Die Fraktion trat sofort nach dem Plenum erneut zusammen, um Stellung zu der nunmehr vollzogenen Tatsache deS DiSziplinbrucheS zu nehmen. Die Aussprache endete mit der Annahme folgender Resolutton: „Die Fraftüm erblickt in der Eonderaktton einen DiSziplinbruch bedauerlichster Art. Die Sonderaktion zer- stört die Einheit der parlamentarischen Aktionen in der schwierigsten polittschen Lage und ist darum auf daS schärfste zu verurteilen. Die Fraktion lehnt die Verantwortung für jede Eonder- aktton und für alle sich daraus ergebenden polittschen Wirkungen ab." Diese Resolution wurde mit 63 gegen 15 Stimmen an- genommen. •• Aus der Minderheit der Fraktion wird uns geschrieben: Die Fraktionsmehrheit hält an dem durchaus verfehlten Standpunkt fest, daß das Verhalten der Minderheit einen Disziplinbruch darstelle. In Wahrheit hat die Minderheit lediglich ihre Pflicht erfüllt. Die Frakttonsmitglioder sind Vertreter der Gesamtpartei. Die von der Ansicht der jetzigen Fraktionsmehrheit abweichende Anschauung kann außerhalb beZ Parlaments zurzeit nicht zur Geltung kommen. Deshalb war die Minderheit in die Notwendigkeit gesetzt, die Gründe für ihre Abstimmung da darzulegen, wo es allein noch mög» lich ist, auf der Tribüne des Parlaments. Dadurch hat sie gegen keinen Parteitagsbeschluß verstoßen. Sie ist über- zeugt, daß sie vielmehr im Sinne der auf den Parteitagen gefaßten Beschlüsse gehandelt hat. Die Einheit der Partei wird durch das Vorgehen der Minderheit in keiner Weise gefährdet, sondern im Gegenteil gestärkt. Denn es steht außer allem Zweifel, daß eine große Anzahl Parteigenossen aus das schwerste enttäuscht wären, wenn nicht endlich im Reichstag das ausgesprochen wäre, was sie selbst infolge der jetzigen Umstände nicht öffentlich sagen können. Diese Genossen werden durch das Vorgehen der Minderheit wieder stärker an die Partei gefesselt. Damit wird die Geschlossenheit der Partei für die Zukunft gefestigt. Das Vorgehen der Partei- Minderheit spaltet nicht, sondern fördert die Einheit der Partei. Das Wahlergebnis in Griechenland. Athen, 20. Dezember.(2B. T. B.) Meldung der Agence Zavas. Unter den bisher Gewählten befinden sich S100 Anhänger Gunaris, 85 Tbeotokisten. an 20 Anhänger Rhallis und 7 Anhänger Dimitracopulos. Aus 60 Wahlkreisen steht das Ergebnis noch aus. Genf, 21. Dezember.(W. T. B.) Aus Athen wird gemeldet, daß die Parteiverhältnisse in der Kammer sich wahr- scheinlich erst in zwei bis drei Tagen feststellen lassen würden. Es werde sich, da infolge der Wahlent Haltung der Venizelospartei die ganze Kammer mit ver- schwindenden Ausnahmen der Regierung folge, nur um die Anhängerschaft der verschiedenen Minister, Gunaris, Rhallis und Thcotokis handeln. Man glaube, daß die Gefolgschaft Gunaris' sich auf 220 bis 220 beziffern werde. Ein Ministerwechsel sei jedoch unwahrscheinlich; Gunaris babe die Versicherung unbedingten Zusammenwirkens mit allen gegenwärtigen Kabinettsmitgliedern gegeben, die somit die 5tammermehrheit hinter sich haben würden. Die obenstehende Meldung widerlegt die gestern widergegebsne Wolff-Meldung, die Aufforderung der Venizelo'partci jmr Stimm» enihalrung sei zwar in Athen und einigen anderen Hauptzcnlren befolgt worden, auf dem Lande sei ober die Stimmenthaltimg nicht groß gewesen. Nun wird aber festgestellt, die Parole der Srimm- enthaliung sei In so strikter Weise befolgt worden, dag die ganze Kammer mit verschwindenden Ausnahmen der Regierung folgen werde. Die jetzt gewählte Kaminer bietet demnach ein sehr eigen- artige? Bild, da die VenizeloZpartei, die noch in der vorigen Kammer die Mehrheit hatte, sich freiwillig ausgeschaltet hat. Freilich muß hierbei beriicksichtigt werden, daß eine Anzahl bisheriger An- Hänger der VenizeloSparlei infolge de« schroffen Um- schwungeS der äußeren Lage ihren Standpunkt gewechselt und zur jetzigen Regierungsparlei übergegangen sind. Es darf andererseits auch nickit übersehen werden, daß die von VenizetoS ausgegebene Parole der Slimmenthaltung für ihn und seine Partei das bequemste Mittel war, einer offenen Stellungnahme in der Frage: Krieg oder Neutralität?— denn um diese handelt eS sich im Grunde bei diesen Wahlen— aus dem Wege zu gehen. Wie dem aber auch sei: eS wird bei der endgültigen Einschätzung der jetzt stattgefundencn Wahlen im Auge behalten werden müssen, daß die neue Kammer nicht in dem Maße wie bisher die Gesamtheit des griechischen Volkes repräsentiert. Zur Kriegslage auf üem Salkan. London, 2l). Dezember.(W. T. B.) Reuters Korrespondent im britischen Hauptquartier in Saloniki meldet noch über den englischen Rückzug in Serbien: Seitdem sich die Alliierten auf griechisches Gebiet zurückzogen, wurde von beiden Seiten kein Schuß mehr gelöst. Gestern zog eine französische Aufklärungsabteilung von 1S00 Mann an den Bulgaren vorbei, ohne daß diese einen einzigen Schuß lösten. Inzwischen werden die Arbeiten zur Befestigung Salonikis energisch fortgesetzt. Fast täglich kommen Mannschaften und Kanonen an. Die griechischen Dörfer in der Nähe der Verteidigungswerke werden von der Bevölkerung ver- lassen. Differenzen zwischen öem griechischen Generaiftab unö öer Entente. Bukarest, 20. Dezember.(T. U.) Die Vukareslcr„Seara* veröffentlicht einen Bericht ihres Salonikier Korreipondenten, dessen telegraphische Nebermittlung von der Entente verhindert wurde- Derselbe lautet: Oberst Pallis erklärte namens der griechischen Re« gierung den Befehlshabern der engllsch-franzöfiichcn Truppen, daß, wenn die bulgarische Arme« dre Verfolgung der Ententetruppen für notwendig erachtet und zu diesem Zweck die griechische Grenze überschreitet, die griechische Armee sich zurückziehen werde, um jede Be« rührung mit den bulgarischen Truppen zu vermeiden. Diese amt- licke Mitteilung erregte bei den Ententeverlrerern große Nieder- geschlagenheit. Die Zensur verbot sofort, ent- sprechende Nachrichten in die Auslandspresse zu depeschieren. An diesem Verbot wiederum nahm der g r r e ch i- sche General st absches PaUiS A n st o ß und legte energischen Prot« st gegen diese Handhabung der Zensur ein. Man erwartet hier jeden Augenblick, daß die Buk- garen und die Truppen der Zentralmächte die griechische Grenze überschreiten._ Der französische Tagesbericht. Paris, 21. Dezember.(W. T. B.) A m t l i ch e r B e r i ch t v o n gestern nachmittag. Im Artois Kämpfe mit Bomben im 'Norden des Bois-en-Hache. Zwischen Somme und Orse Arlillerie- kampf in der Gegend von Fay. Wir brachten eine feindliche Batterie bei Ste. Leocade(1), südlich von Moulin-sonS-Touvent, zum Schweigen. Am rechten Hier der Aisne räumten wir gestern in den Abendstunden den kleinen Posten, den wir durch einen Handstreich am 15. d. M. südöstlich von Vailly überraschend genommen halten. Die Halbsellion, die ihn besetzt hielt, kehrte in unsere Linien zurück. Im Woevre im Gehölze Morrmare und im Priesterwalde fiihmn unsere Batterien wiederum mehrere wirksame Beschießungen der feindlichen Verbindungsgräben und Verkehrswege aus. In dem Abschnitt Nomeny und Bioncourt wechselseitige Kanonade. Paris, 21. Dezember. An der Kaukasusfront wurde an unserem Zen- trum, im Abschnitte von Jd ein mit ungefähr einem Regi- ment unternommener feindlicher Angriff gegen unsere durch eine Kompagnie verteidigten Vorpostenstellungen leicht ange- halten. An der D a r d a n e l l e n f r o n t ist die Zählung des bei Ari Burun und Anafarta vom Feinde zurückgelassenen Kriegsmaterials und Militärausrllstungsgegenständen aller Art noch nicht abgeschlossen. Unter der bei Ari Burun ge- machten Beute befinden sich zwei schwere Geschütze und ein Schneider-Feldgeschütz, große Mengen von Munition, nament- lich Gewehr- und Maschinengewehrmnnition, eine große Zahl Maultiere, sowie Munitionswagen, Zelte voll Lebensmittel, Telephon- und Pioniermaterial. Die feindlichen Schiffe be- schössen gestern bis zum Abend mit Heftigkeit ihre verschic» denen Lagerstellungen, um die von ihnen preisgegebene Beute zu vernichten, was ihnen aber nicht gelang. Bei Sedd ul Bahr auf dem linken und auf dem rechten Flügel nichts von Bedeu- tung. Das feindliche Zentrum unternimmt hin und wieder Angriffe, die jedesmal zurückgeschlagen werden. Gewerksthastllches. �in Zwangstarif für Nlilitärbekleküungs- ftücke. Em« neue, umfalsende Zusammenstellung der allgemeinen Vertragsbestimmungen, der Teil- und Stücklöhne sowie der Näh. mittelpreis« ist seitens de? KriegSbekleidungSamtS des Gardekorps in Berlin herausgegeben und von dem Ober- kommando veröffentlicht worden. In der letzten Sitzung der SchlichtungSkommisston wurde die diesbezügliche Bekanntmachung vom MagistratSrat S. Schulz verlesem Sie hat nachstehenden Wortlaut: W. T. B. meldet amtlich: Bekanntmachung. Da sich ergeben hat, daß in G r o ß. B e r l i» die für die Anfertigung von Mannschoftsbekleidungsstückcn von der HccrrS- Verwaltung festgesetzten Entlohnungen den Arbeitern vielfach unter Umgehung der Tarife vorenthalten werden, bestimme ich auf Grund des Gesetzes über den Belage. rungszustand vvm 4. Juni 1851 sGesctzsammlung Seite 451> hier- mit für das Gebiet der Städte Berlin, Charlottenburg, Berlin. Lichtenberg, Neukölln, Berlin. Schöne. berg, Berlin-Wil merSdorf und Köpenick, der Laad« gemeinden AdlrrKhof. Berlin-Britz, Berlm-Buchbolz, Berlin. Friedenau, Bcrlin-Fricdrichsfelde, FricdrichShagen, Berlin-Grune- wald, Bcrlin-Hohenschönhauscn, Bcrlin-Heincrsdorf, Bcrlin-J». hanniSthal, Brrlin-Lankwitz, Bcrlin-Lichterfclde» Bcrlin-Marien» borf, Berlin-Marienfclde, Berlin-Niederfchöneweide, Berlin-Nieder- schöuhaufen, Berlin. Obcrschgncwcidc, Berlin-Pankow, Berlin- Vieinickendorf, Berlin-Nosenthal, Bcrlin-Schmargendorf, Berlin- Steglitz, Verlin-Stralau, Berlin-Trgel, Berlin-Tempelhof, Berlin- Treptow, Berlin- Wrißcnser, Vcrlin-Witlenau. Zeblcndorf, der GutSbezirke Berlin-Tahlem, Plötzensce und Heerstraße: 1. Für alle von BekleidungSSmtern vom 1. I a» »aar 19 16 ab in Auftrag gegebenen und in Privatbetrieben obiger Ort« erfolgenden Anfertigungen von MannschaftSbeklei- dongSstvcken lSchneider. und Mützcnmacheranfcrtigungen, HalS- binden, Hrlmbezüge, Armbinden, Salzbcutel, Aufnähen der Buch- staben und Nummern bei Helmbezügen) dürfen keine Ber- einbarungen getroffen werden, welche von den Lohnabredcn in den vom JlriegSbekleidungSamt de? Gardekorps in Berlin fLehrter Straße 57) am 15. Dezember 1915 herausgegebenen all- gemeinen und besonderen Vertragsbedingungen abweichen. 2. Zuwiderhandlungen werden auf Grund de? Para- graph 9b deS Gesetze» über den Belagerungszustand bestraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken. v. Kessel, Generaloberst. Mit dies«» Vestimmimge» ist einem nn wahrsten Sinne deS Wortes dringenden Bedürfnis abgeholfen worden. Dieser Erlah ist die Krönung einer monatelangen, mühseligen Ackbeit des KriegSbekleidungsamte» im Berein mit der Schlichtung«. kommission, in der Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch tätig sind. Seit Monaten wirkt die SchlichtungSkommisston unermüdlich »um Nutzen der wirtschaftlich Schwachen, nahezu 40 000 M. konnten für Arbeiter und Arbeiterinnen herausgeholt werden, eine soziale Leistung, die vollste Anerkennung verdient. Di« erfolgreich« Tätig. keit dieser schätzenswerten Institution war aber nur möglich durch die wirklich tatkräftig« und einsichtsvolle Unterstützung, welch« ihr hat KrdogiBeklelduug Saint sederzeii-ngedekhen Nesi. In entgegen. kommendster Weise hat Major v. E st» r s s seine Kraft und er- schöpfende Sachkenntnis eingesetzt, um den Arbeitern die ihnen zu- kommenden Löhne zu verschaffen, sie zu sichern vor der rücksichtS- losen Ausnutzung durch gewissenlose Unternehmer und Spekulanten. Wie ernst es dem Kriegsbekleidungsamt in diesem Sinne war und noch ist, beweist auch schon der Umstand, daß den Sitzungen der SchlichtringSkommissson regelmäßig die Herren Hauptmann H e l m b o l d und W u n d s ch beiwohnen und. wo es nötig ist, wirksam eingreifen. Manch ein Unternehmer war schon baß er- staunt, wenn er die Ansicht vertrat, er könne auf Grund privater Vereinbarung den Tarif umgehe», und plötzlich von den amvesen. den Offizieren sehr entschieden zu hören bekam, daß die Arbeiter das KriegSbekleidungSamt auf ihrer Seite haben und dasselbe durchaus wünsche, daß den wirtschaftlich Schwächsten«in« menschen- würdige Existenz gesichert fei. ES hat denn auch, wie in der letzten Sitzung bekannt wurde, bereits auf Grund einer Anzeige eine Werkstatt, die sich den Bestimmungen des Tarifs nicht fügte, schließen lassen. Nunmehr werden auf diesem Gebiete geordnete Zustände eintreten. Verlw unü Umgegenü. Tie Berliner Leitcrgerüstbauer im Jahre 194?». ?n einer Versammlung der Leitergerüstbauer erstattete t e r den Tätigkeitsbericht der Sektionsleitung. Er verwies auf den Beschluß der Versammlung vom 28. Februar, die auf die Tarifkündigung der Unternehmer hin den Beschluß faßte, kein TarifverhältniS mehr einzugehen. Dadurch werde freie Bahn ge- schaffen zu neuen Forderungen, die eS ermöglichen sollen, mit der Vebensmittelteuerung gleichen Schritt zu halten. In allen Ber- sammlungen und Betriebsbesprechungen der Branche wurde der sogenannte Burgfriede verworfen. Der Stundenlohn ist von 70 auf 85— 90 Pf. gestiegen. Die Firma Altmann zahlt allen Leuten noch 3 M. Teuerungszulage pro Woche. Die Sektionsleitung steht auf dem Standpunkt, daß der feste Zusammenhall der Sektion notwendig sei, um das Errungene auch nach dem Kriege festzu- hallen. Die gewerkschaftliche Tätigkeit der Branche war eine recht umfassende. Ihre Bewältigung verlangte neun Sitzungen der Sektionsleitung, fünf Sitzungen der Schlichtungskommission, vier Sitzungen der Jnhibierungskommission, 11 Vertrauensmänner- sitzungen, zwei Konferenzen mit den Polieren, 107 Betriebs- bespvschungen und fünf Branchenversammlungen. Die Branchen- Versammlung vom 30. Mai befaßte sich eingehend mit der Stim- mung in GewerkschaftSkrcisen, und die Schreibweise des„Courier" wurde scharf zurückgewiesen. Eine Konferenz der Poliere beschöf. tigte sich am 8. August auch in ablehnendem Sinne mit der Haltung der Neichstagsabgeordncten, die für die Kredite gestimmt haben. Durch die fortwährenden Einberufungen ist die Sektion sehr stark gelichtet. Alle Unfall- und UnterstützungSangelegcnheiten wurden dem Kollegen H. Walter, Peitenkoferstr. 2V, zur Regelung überwiesen._ Deutsches Reich. Die Krlegsbeschadigtenfürsorge im Steinseftgewerbe. Vor einiger Zeit veröffentlichte die Arbeiterpresse den Vertrag, den der Verband der Steinsetzer, Pflasterer und Berufsgenosscn Deutschlands mit der Hauptunternehmerorganisation desselben Berufes über die Kriegsbeschädigten-Fürforge abgeschlossen hat. Jetzt nun sind die vertragschließenden Organisationen daran ge. gangen, den Vertrag den für das Gewerbe in Betracht kommenden auftraggebenden Behörden zur Berücksichtigung bei Vergebung von Arbeiten zu unterbreiten. Der Erfolg ist ein außerordentlich ratchrt. Den» rchwohl die Versendung der Eingaben noch nicht einmal vollständig erledigt werden konnte, liegen doch schon zahl. reiche und wichtige Zustimmungserklärungen vor. Der Stadt- rat von Leipzig hat dem Gesuch grundsätzlich z u g e st i m m t. Die Ober-Posldirektion Bromberg verlangt Angabe der Unternehmer, die den Vertrag anerkannt haben, in denjenigen Orten, in denen sie für 191S Arbeiten auszuführen hat. Eine An» zahl Eisenbahnbauämter verlangte Wschriften des Ver» träges zur Weitergabe an die einzelnen Bauleitungen. Der Land- rat des Kreises West Havelland schreibt ans das Gesuch: Den in Ihrem Rundschreiben vom Oktober d. I. über die KrisgSbeschädigten-Fürsorge aufgestellten Gesichtspunkten bringe ich volle Sympathie entgegen und werde dafür Sorge tragen, daß bei Regelung von Arbeiten Entsprechend verfahren wird, soweit dies nach der Natur der Arbeiten möglich ist. Es fehlt nicht an weiteren Zustimmungserklärungen, so daß in diesem Gewerbe die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten als dauernd gesichert angesehen werden kann. Tie Familienunterstüftung im Kupferschmiedeverband. Gleich den übrigen frsien Gewerkschastsverbäwden hat es sich auch der Verband der Kupferschmiede zur Aufgabe gemacht, für die Familien der zum Heeresdionst eingezogenen Mitglieder durch Unterstützung zu sorgen. Abweichend von den Gepflogenheiten der meisten Organisationen werden aber nicht Verbandsmittel zu dem Zwecke verwendet, sondern es sind die hierzu notwendigen Gelder durch freiwillige Beiträge aufgebracht worden. Durch die Opfer- Willigkeit der Mitglieder, die dem Nothilfsfonds ganz bedeutende Mittel zufübrten, war der Verband in der Lage, den Familien der Kriegstöilnchmer in den ersten fünf Monaten der Kriegsdauer regelmäßig pro Monat an jede Frau 9 M. und für jedes Kind bis zum 15. Lebensjaihre 2 M. Unterstützung zu zahlen. Vom sechsten Kriegsmonat ab mußte diese Unterstützung infolge der vermehrten großen Zahl der Kriegsteilnehmer für die Frauen von 9 aus 6 M. und für jedes Kind aus 1,50 M. monatlich herabgesetzt wevden. Diese Unterstützungen werden jeden Monat regelmäßig vom 15. ab an die Kviegerfamilisn ausbezahlt, und zwar für den ganzen Monat. Vom Mai, also vom lO. Kriegsmonat ab, ist diese Unterstützung auch auf die Eltern solcher Kriegsteilnehmer auf- gedehnt, die von dem zum Heeresdienst Verpflichteten Unter- Haltungszuschüsse bezogen. Nach fast l7monatlicher Kriegsdauer kann gesagt werden, daß diese Einrichtung, die von vornherein jeder Vorheoberechnung ermangelt, sich durchaus bewährt hat, sind doch von dem arg zusammengeschrumpften Mitgliederstand die immer- hin erheblichen Mttel von 137 000 M. bis zum 30. September aufgebracht worden, während die Verbandskasse zur Deckung der Mehrausgaben ungefähr 14 000 M. vorschußweife als Zuschuß leistete. Außer diesen regelmäßigen Zuwendungen an die Krieger- familien werden noch anläßlich deS Weihnachtsfestes in den Filialen des Verbandes aus Lokalmitteln besondere Zuwendungen gemacht, um den Kriegerfamilien ihre Lage etwas erträglicher zu gestalten und um auch den im Felde stehenden Mitgliedern eine Weihnachtsfreude zu machen. So bat die Filiale Berlin beschlossen, jedem im Felde stehenden ledigen Kriegsteilnehmer als Woihnachtsliebesgabe ein Päckchen im Werte von 5 M. zuzusenden, außerdem ist für die Familien der Kriegsteilnehmer am 19. Dezember bei Obiglo in der Koppen- straße ein« WeihnachtSbescherung veranstaltet worden, bei der den einzelnen Familien die gleichen Zuwendungen, nur in anderer Form, gemacht wurden._ vveereraaSstcheeo für da» mtttlere MordbetiHckiland bis Donnerstag mlltag. Im Osten zunächst vielfach heitere» sfrostwetter; im Weven, später auch im Osten langsame Erwärmung und überwiegend b«. wölkl mit meist geringen Niederschlägen. Cjuf einkaufen tieisä Geld sparen, SchenHen Sie zu �Weiluncictsien einen Guisctieiift auf ein Paar Salamander Stiefel Salamander Schubaesrnbll Zentrale Berlin Friedrichsir. 1Ö2 Kg Frack-, Smoking-, Gehrock-Verleih-Institut S. Berg Nachf. 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Nen- köiln, Berliner Str. 43, gfegenüber dem Rathaus. Spandau, Potsdamer Sir. 40. WW«WW>�>niWau?Wes»ai»�>»n?N»««s«s«Miu,l>>>i>■> wj»wennj wEUjnwanwiiawHaae»� Vorwärts Luchdr. u. VerlagSanstatt WaulSingertCo�BerlinLW. H.erzu S Beilage»». llnterhaltougSU, Nr. 352. 32. Iahrriang. 1. MW des Jormärls" Jittlintt Mittwoch. 22. Dnember t9l5. Reichstag. 2V. Sitzung, Dienstag, den 21. Dezember, vormittags 11 Uhr. Am BundeSratstische: Delbrück, Solf. Auf der Tagesordnung steht zunächst folgende Anfrage des Abg. Basscrmann(natl.): Ist der Herr Neichskanzler bereit und in der Lage, über folgende, cnglischerseits verbreitete Behauptungen Auskunft zu er- teilen: 1. Deutschland habe seit langem Vorbereitungen getroffen für einen Angriff aus Britisch-Südafrika, insbesondere durch An» Häufung von Muilitionen und Ausstellung einer außerordentlich starken Truppenmacht in Deutsch-Südiveslafrika. 2. Der Gouverneur von Deulsch-Südwestafrika habe vor Be- ginn des Krieges mit dem Burischen Kommandanten Maritz ein Abkommen zwecks Angriffes auf Südafrika getroffen. 3. Nach Ausbruch des Krieges in Europa habe die bewaffnete Macht Deutsch- Südweslafrikas an zwei Stellen, nämlich bei Skuitdrift und Natab-Süd einen Angriff auf englisches Gebiet gemacht. Staatssekretär des Neichskolonialamtcs Dr. Solf: Wie der Reichskanzler am ö. Dezember bereits mitgeteilt hat, hat Deutschland niemals die Absicht gehabt. Britisch-Südafrika an- zugreifen; im Gegenteil, Deutschland war stets der Auffassung, daß im Interesse des Ansehens der weißen Raffe der europäische Krieg nicht nach Afrika übertragen werden dürfte. iBeisall.) Daß die deutsche Regierung keine Angriffsabsicht auf Britisch-Südafrika hatte und haben konnte, ergibt sich schon daraus, daß die Schutzlrupve sür Deulsch-Südwestafrika. die während des Eingeborenenaufslandeö von 19l)4/6 auf über IlXXK) Mann gestiegen war, aus weniger als 2009 Mann vermindert wurde. lHörll hört!) Daß man in Britisch- Südafrika davon genau unterrichtet war. ergibt sich daraus, daß in einem weit verbreiteten englischen Nachschlagobuch in der Ausgabe für 1014 auf Seite 02ö die richtige Stärke der in Deutsch- Südwestafrika vorhandenen Truppen angegeben ist. sHört! hört l) Bei meiner Begegnung mit dem Premierminister der Südafrikanischen Union Botha im Jahre 1912 fand ich ihn über die Stärke unserer Schutzlruppen genau unterrichtet. sHört I hört!) Die betreffende Stelle über unsere Unterredung lautet in meinem Tagebuch: „Botha kam dann auf die Eingeborenen in Südwest zu sprechen und auf eine mögliche Wiederholung des Ausstandes. Als ich in diesem Zusammenhang auf die von einem Teil unserer Volksvertretung gewünschte Venninderung der Schutzlruppen kam. riet er dringend ab, im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung unter die Zahl 2000 als Stärke der Schutztruppe her unterzugeben. sHört! hört I) Auch war er der Meinung, daß man den Eingeborenen niemals trauen könne und immerhin auf der Hut sein müffe."(Lebhafte Heiterkeit und erneutes Hört! hört!) Deutsch-Südwestafrika hatte nach dem zitierten Jahrbuch im Jahre 1913 eine europäische Bevölkerung von 14 810 Köpfen; dem gegenüber hatte die Südafrikanische Union eine europäische Be völkerung von 1 2ö8 000, also beinahe das Hundertfache. Deutsch> Südwestafrika besaß keine schwere und eine wenig zahlreiche sonstige Artillerie. Die Behauptung, der Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika habe vor Beginn des Krieges Verabredungen irgend welcher Art mit Maritz getroffen, ist durchaus unrichtig. Unsere Gegner haben einen Beweis hierfür nicht einmal versuckt. Es ist unrichtig, daß deutsche Truppen alsbald nach Ausbruch des Krieges in Europa bei Skuitdrift und Nakab-Süd englisches Gebiet angegriffen hoben. Nichtig ist vielmehr, daß englischcrseitS von einer bei Skuitdrift im Orangefluß liegenden Insel auf deul'cheS Gebiet herübergeschoffen wurde. Deutscherseits wurde lediglich dieses Feuer erwidern Der Angriff erfolgte also von eng liscker und nicht von deutscher Seite. Nakab-Süd liegt überhaupt nicht auf englischem, sondern auf deutschem Gebiet.(Hört! hört!) Zum Beweise dafür, daß Nakab-Süd auf englischem Gebiete liegt und seine Besetzung eine Verletzung englischen Gebietes sei, hat die südafrikanische Regierung dem Parlament in Kapstadt am 9. Sep tember 1914 eine englische Karte vorgelegt, die hier aus dem Tisch des Hause« liegt und auf welcher der Play Nakab-Süd auf eng lischem Gebiet eingetragen war. Eine Betrachtung dieser Karte, von der ein Originalstück in meinem Besitz ist, zeigt aber, daß Rakap-Süd ursprünglich auf deutschem Gebiet eingetragen war, daß diese Eintragung durch Rasur(Stürmisches Hört! hört!), nachher mit brauner Farbe überdruckt und der Ort auf englisches Gebiet verlegt ist. Diese Fälschung, die auch sofort im Union-Parlament festgestellt wurde, gibt den vollen Beweis dafür, daß von einer Ver- leyung englischen Gebietes durch die Besetzung von Nakap-Süd keine Rede sein kann. Um die Abneigung der burischen Kreise gegen den geplanten Angriff auf Deutsch-Südwestafrika zu überwinden, hat die Regierung BothaS die Bevölkerung durch die wahrheilswidrige Be- hauptung eines deutschen Angriffs zum Aufnehmen der Waffen zu bestimmen gesucht. Der wahre Sachverhalt ist aber in weiten Kreisen Süd-AfrikaZ bekannt geworden.(Lebhafter anhaltender Beifall.) Eine Reihe von Petitionen werden als zur Erörterung im Plenum für ungeeignet erklärt. Hierauf folgt die zweite Beratung des neuen Zchn-Milliarden-Kredits. Abg. Ebcrt(Soz.): Im Auftrage der sozialdemokratischen Fraktion habe ich folgende Erklärung abzugeben: Die sozialdemokratische Fraktion hat seit Anbeginn des Welt- krieges ihren Willen und ihre Kraft dasür eingesetzt, daß Deutsch- land in dem schwersten Existenzkampf gegen die ungeheuere Koalition seiner Gegner bestehen kann und gesichert werde. Zugleich aber hat unsere Partei unausgesetzt danach gestrebt, die unermeßlichen Verwüstungen des Krieges zu beenden und den Völkern Europas den heißerschnlen Frieden wiederzugeben. Wir haben wiederholt unsere Hand ausgestreckt, daß die Vertreter der Arbeiterklasse in anderen Ländern sie ergreifen sollten, damit wir gemeinsam die Möglichkeit der FriedenSanbahnung und der Grundlage eines dauernden Friedens bespreche» könnten. Zu unserem liefen Bedauern sind diese Be- mübungen bisher noch nicht zu dem erwünschten Erfolg gediehen. (Hört I hört!> Wohl hat sich an manchen Stellen ein Schimmer von Hoffnung gezeigt. In England und Frankreich machen sich mit zunehmender Stärke Stimmen gellend, die die Fort- setzung des Krieges ins Unabsehbare beklagen»und bekämpfen und einen ehrenvollen Frieden fordern. In neutralen Staaten sind neue Anregungen gegeben, eine Vermittelung zwischen den Krieg- führenden einzuleiten. Wir weisen auch hin aus die Worte, die da« Oberhaupt der katholischen Kirche jüngst gesprochen hat. Ungeachtet aller Verschiedenheiten der Weltanschauung sind wir erfreut, daß auch von dieser Seite eine so ernste Ermahnung an die Völker und ihre Regierungen ergangen ist. Diesem Bestreben stehen leider noch immer sehr ungünstige Tatsachen und Hindernisse in» Wege. In England, Frankreich. Rußland und Italien wollen sich die Re- gierungcn und die maßgebenden Parteien noch keineswegs in den Gedanken finden, daß ihr Bündnis, dieser Zusammenschluß der 1 mächtigsten und volkreichsten Länder, nicht imstande gewesen ist, | Deutschland und seine Verbündeten niederzuzwingen. Sie hallen noch an der Hoffnung fest, durch Aufstellung neuer Heere oder durch wirtschaftliche Erschöpfung Deutschlands dem Kriege eine neue Wen- dung zu geben und schließlich als Sieger aus dem Kampfe hervor zugehen. Die leitenden Männer der gegen uns Krieg führenden Staaten haben noch bis in die letzten Tage hinein erklärt, daß sie jeden Gedanken an Frieden ablehnen, solange nicht die deutsche Wehrmacht zerschmettert und die gegen Deutschland und seine Ver- bündelen gerichteten Eroberungsziele erreicht sind. Gegenüber diesen Tatsachen ist es unerläßliche Pflicht des gesamten deutschen Volkes, seine Abwehr fest und geschlossen zu erhallen(Lebhaftes Bravo!) und die zu dieser Abwehr erforderlichen Mittel bereit zu stellen. (Erneuter Beifall.) Sie dienen dem Schutze von HauS und Herd, sie befähigen unsere Brüder und Söhne, die Wacht an der Front auch weiterhin zu halten.(Bravo!) Aus diesen Mitteln müssen aber auch in höherem Maße als bis- her den Familien der Kriegsteilnehmer und allen sonstigen Not- leidenden Hilfe und Unterstützung geleistet werden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Lebensmittelversorgung der Minderbemittelten mutz durch Festsetzung von Höchstpreisen, Be schlagnahme aller notwendigen Lebensmittel und planmäßige Ver teilung mehr als bisher sichergestellt werden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Nur so wird dem Unwillen des Volkes über unzureichende behördliche Maßnahmen und wucherische Aus beutung gesteuert und sein Widerstand gestärkt werden. Wir erheben aber auch in dieser Stunde wieder unseren Ein- spruch gegen alle Eroberungspläne, die darauf aus gehen, andere Völker zu vergewaltigen. Dadurch würde die na- tionale Kraft und Einheit des Deutschen Reiches geschwächt, seine Beziehungen nach außen dauernd geschädigt und der Keim zu neuen Kriegen gelegt werden.(Lebhafte Zustimniung bei den Sozial demokraten.) Das deutsche Volk und seine Verbündeten haben unvergleichlich Großes vollbracht. Es ist gelungen, nicht nur unser Land und die Staaten der Verbündeten, denen bereits der Untergang angedroht war, gegen die von allen Seilen anstürmende Uebermacht zu sichern sondern auch die vou Osten drohende ungeheure Gefahr für die gesamte westeuropäische Kultur weit zurückzw werfen.(Bravo!> Kein Gegner und keine Koalition von Gegnern kann sich danach in Zukunft vermeffen, das deutsche Volk niederzuzwingen und seine Entwicklung zu hemmen. Der Reichskanzler hat in der Sitzung vom 9. Dezember ausgesprochen, daß er jederzeit bcre� ist, in die Tis kussion über Friedensangebote einzutreten, die der Würde und der Sicherheit Deutschlands entsprechen. Er hat die Verantwortung ab- gelehnt für die Fortsetzung des entsetzlichen Elends, das Europa und die Welt erfüllt. Wir wünschen aufs dringendste, daß die deutsche Regierung jede Möglichkeit zu Friedensverhandlungen be reitwilligst wahrnimmt. Deutschland ist durch seine Stärke über jede Mißdeutung seiner Friedensbercitschaft erhaben.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Indem wir so, meine Herren, den un- veräußerlichen Geboten der Menschlichkeit dienen, dienen wir zugleich den Zukunflsintereffen des deutschen Volkes.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Geyer(Zoz.): Für mich und 19 meiner Fraktionskollegen habe ich folgendes zu erklären: Die Militärdiktatur, die rücksichtslos alle Friedens bestrebungen unterdrückt und die freie Meinungsäußerung zu ersticken sucht, macht es uns unmöglich, außerhalb dieses HauseS unsere Stellung zu der Kreditvorlage zu begründen.(Sehr richtig I bei einem Teil der Sozialdemokraten.) Wie wir Eroberungspläne, die von Regierungen und Parteien anderer Länder aufgestellt werden, mit aller Kraft bekämpfen, so wenden wir uns mit derselben Ent- schlosienheit auch gegen das verhängnisvolle Treiben der AnnexionS Politiker unseres Landes,(Sehr richtg I bei den Sozialdemokraten.) die in gleicher Weise wie jene das stärkste Hindernis für die Ein- leitung von Friedensverhandlungen sind.(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Diese gefährliche Politik hat der Reichs- k a n z l e r am 9. Dezember, als er zu der sozialdemokratischen Jnter- pellalion das Worr ergriff, nicht von sich gewiesen, er hat ihr viel- mehr Vorschub geleistet,(Zustimmung bei einem Teile der Sozialdemokraten.) und die sämtlichen bürgerlichen Parteien haben in Unietstützung seiner AuSfübrungen ausdrücklich Gebiets- erwerbungen gefordert.(Sehr wahr! bei den Sozialdcmo- kraten.) Erfolgversprechende Friedensverhandlungen sind aber nur möglich auf der Grundlage, daß kein Volk vergewaltigt, daß die politische und wirtschaftliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit jedes Volkes gewahrt, daß allenthalben Eroberungsplänen jeder Art entsagt wird.(Erneute Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Unsere LandcSgrenzen und unsere Unabhängigkeit sind gesichert, nicht der Einbruch feindlicher Heere droht uns, wohl aber geht unser Reich wie das übrige Europa bei Fortsetzung des Krieges der Gefahr der Verarmung nnd der Verwüstung seiner Kultur entgegen. Der deutschen Regierung käme es zu, da Deutschland sich mit seinen Verbündeten in günstigerer Kriegslage befindet, den ersten Schritt zum Frieden zu tun.(Sehr ivahr! bei den Sozial- demokraten.) Von der sozialdemokratischen Fraktion ist sie auf- gefordert worden, den Gegnern ein Friedensangebot zu machen. Der Reichskanzler hat die? jedoch schroff abgelehnt, 6) er entsetzliche Krieg geht weiter, jeder Tag schafft neue unsägliche Leiden. Eine Politik, die nicht alles tut, um diesem naineulosen Elend Einhalt zu gebieten, eine Politik, die in ihrer gesamten Betätigung in schreiendem Gegensatz zu den Interessen der breiten Massen der werktätigen Bevölkerung steht, durch unser parlamentarisches Verhalten zu unterstützen, ist unS unmöglich.(Sehr richtig I bei einem Teil der Sozialdemokraten.) Es gilt, dem in allen Ländern hervor- tretenden und wachsenden Friedensbedürfnis einen kräftigen Antrieb zu geben. Unseren Friedenswillen und unsere Gegnerschaft gegen EroberungSpläne können wir nicht vereinbaren mit der Zustimmung zu den KriegSkredite«. Wir lehnen die Kredite ad.(Bravo! und Händeklatschen bei einem Teil der Sozialdemokraten.) Die Diskuision schließt. Das Gesetz wird in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen von 20 Sozialdemokraten angenommen. Es folgt der Bericht der Kommission sür den Reichshaushalt betreffend Familie», Unterstützung. Die Konnnission beantragt zu beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, in der Regelung der Familienunterstützung folgende Ver- befferungen eintreten zu lassen: 1. Die Fanlilienunterstützung ist zu gewähren, wenn nach der lausenden Steuerveranlagung das Einkommen in kleinen Orlen lTarifklasse Z!) 1000 M. nnd weniger, in größeren Orten(Tarif- klaffe C und D) 1200 M. und weniger, und in großen Orten (Tariillassen A und B) 1500 M. und weniger beträgt. Der An- spruch besteht nicht, wenn der zum Militärdienst Eingezogene an seinem Einkommen keine» Ausfall erleidet. 2. Die Zuschüsse des Reiches und der Einzelstaaten an die Lieferungsverbände zur Erhöhung der Familienunterstützung sind — abgestuft nach der Leistungsfähigkeit der Lieferungsverbände— festzusetzen. 3. Die Bestimmung zu treffen, daß die Aussichtsbchörde in geeigneten Fällen die Zahlung der Familienunterstützung an- ordnen kann. Staatssekretär Dr. Delbrück: Die im vorliegenden Antrage niedergelegten Wünsche find im Einvernehmen mit der Reichsrcgierung formuliert, es wird ihnen bei der Abfassung der neuen BundeSralsverordnnng Rechnung ge- tragen werden. Es bereitet mir eine besondere Freude, diese Er- klärnng hier abgeben zu können und damit den Familien unserer braven Krieger eine Gabe auf den Weihnachtstisch zu legen.(Bravo.) Die Anträge der Kommission werden einstimmig angenommen. Präsident Kaciupf gibt seiner Freude über die mit erdrückender Mehrheit erfolgte Bewilligung der Kriegskredite und über die ein- bellig erfolgte Annahme der Wünsche bezüglich der Erweiterung der Familienunterstützungen Ausdruck und schließt die Sitzung mit Wünschen für ein frohes Wcihnachtsfest. Nächste Sitzung: Dienstag, den 11. Januar 1910, nachmittags 2 Uhr.(Kurze Anfrage Dr. Liebknechts, ErnährungZ- fragen, Vorlagen.) Schluß 12 Uhr. „keine Täuschung mehr". Aus den Aeußerungen der Berliner Presse über die vorgestrige Steuerdebattc im Reichstage geben wir folgende Stimmen wieder: „Lokal-Anzeiger". „Dr. Helfferich, der kürzlich schon andeutete, daß der schwere Kampf, den England um die Aufrrchtcrhaltung des Gleich- gewicht« in seinem Budget kämpft, auch uns bevor st ehe, ließ nun leinen Zweifel mehr, daß die Regierung im nächsten Jahre die Bewilligung neuer Steuer u verlangen werde. Daß sich die Notwendigkeit dazu früher oder später ergeben würde, ist gewiß e i n e m j e d e n s ch o u lange klar g e w e s e u, der die Entwicklung der Dinge mit Bedacht versolgt hat. Aber es ist gut, daß eS gestern a n s g e s p r o ch e n wurde, damit sich niemand mehr einer Täuschung hingibt. Es ist gewiß keine angenehme Aussicht, die der Staatssekretär eröffnete, aber er bat sich ein Verdienst erworben, indem er die ungeschminkte Wahrheit sagte über das, was unvermeidlich ist. Und er be- schränkte sich nicht auf die Milleiluilg dessen, was in nächster Zeit bevorsteht, sondern beschäsligte sich auch mit der ferneren Zukunft und sprach es ohne Scheu aus, daß der Krieg, selbst wenn die Kriegsentschädigung, mit der wir selbstverständlich rechnen, boch ausfällt, uns eine kolossale Steuerbelastung bringen wird. Aber Dr. Helfferich gab zugleich der Ueberzeugung Ausdruck, daß sich der deutsche Patriotismus nicht nur im Zeichnen von Anleihen, sondern auch im Steuerzahlen zeigen werde.... Die Herren von der äußersten Linken wollten sofort Näheres darüber eifahrcn, was für Steuern in Aussicht genommen seien, und sie� wollten die Gewähr erhalten, daß die neuen Steuern nicht auf die Schultern der breiten Massen gelegt würden. Mit anderen Worten, sie äußerten die alte Furcht vor iu direkten Steuern. Nalürtich konnte der Staatssekretär Auskunft im einzelnen nicht erleilen, denn er darf den Beschlüssen der Verbündeten Negicrungeii nicht vorgreifen. Aber wenn er die Zusicherung erteilte, daß neue Abgaben auf notwendige LebcnSmillet nicht gelegt werden, so dürfte das vorerst wohl allen genügen, die die Beunruhigung nicht um ihrer selbst willen gern sehen. Müssen wir uns trotzdem darauf gefaßt machen, daß die neuen Steuern für die friedliche Arbeit nicht ohne neue Kämpfe durch- gehen werden, so darf man doch init Sicherheit annehmen, daß was der Krieg im Augenblick erfordert, daß der Nachtragsetat mit dem 10-Milliardeii-Kredit, der heute auf der Tagesordnung steht, glatt bewilligt wird." „Vossischc Zeitung": „Auch auf die Zeit nach dem Kriege kam der(Staat?- s c k r e t ä r zu sprechen: und er verhehlte nicht, daß dann eine kolossale Steuerlast des deulschen Volkes harre. Es sei ausdrücklich angemerkt, daß er dabei den Zusatz machte: „einertei, wie groß die Kriegsentschädigung ist, mir der wir natürlich rechnen"; womit er nur bestätigte, was er schon früher einmal zum Ausdruck gebracht hatte. Ja, darauf müssen wir uns freilich gefaßt mache», daß nach dem Kriege die Steuern aus eine schwindelnde Höhe einpor- schnellen werden. Aber wenn Herr Dr. Helfferich nicht daran zweifelte, daß der deutsche Patriotismus sich auch im Steuerzahlen zeigen werde, so zweifelte Abg. G o I h e i n nicht daran, daß, so ungeheuer auch die Ansprüche sein werden, die nach dem Kriege an die Steuerkraft des Voltes gestellt werden müßten, die deutsche Tüchtigkeit alle Schwierigkeiten überwinden werde. „VolkS-Zritung": „Herr Helfferich hat gestern erklärt, daß der Haushalt für 1910/17 sich kaum ohne nelie Steuern wird ins Gleichgewicht bringen lassen, und er hat später noch einmal rund herausgesagt, daß der Krieg, ganz gleich wie groß die KriegSenlschüdigung auS- fällt, für uns kolossale st e u e r l i ch e L a st e n nach sich ziehen wird. Man darf nuiiehmen, daß sich die Mehrzahl der deutschen Bürger über diesen Zustand auch schon früher im klaren ivar. Daß unsere Anleihen perzinst, daß die KriegSwundcn geheilt, daß die Kriegsteilnehmer versorgt und daß der Krieg bis zum guten Frieden durchgehallen werden müsse, war bisher Allgemein- gut in den Anschauungen des deutsche» Volkes. Kein Denk- fähiger konnte daran zweifeln, daß dasür Geld notwendig ist, und zwar mehr Geld, als man je auf dem Wege einer Kriegsentschädigung erhalten wird." „Tägliche Rundschan": „Zwei bedeutsame Momente gaben der gestrigen Steuer- ausspräche im Reichstage das charakleristische Gepräge: zunächst die Erklärung des Reichsschatzsckreiärs Dr. H e l f f e r i ch, daß der bevorstehende ReichShaushaltSciat für 1910/17 nur mit Hilfe neuer Steuern ins Gleichgeivicht gebracht werden kann, und dann die unverblümte und uugeschminkle Ankündigung, daß wir überhaupt vor einer kolossalen Mehrbelastung durch neue Steuern stehen, ganz gleich, wie groß auch die K r i e g s- entschädigung ausfällt, auf die wir unter allen Um- st ä n d e n rechnen. Mit einer Offenheit und Rückhaltlosigkeit, für die man dem Schatzsekrelär»nr dankbar sein kann, ist da- mit der Schleier weggezogen, der die Zukunft unserer Reichs- finanzen verhiillr hat. Wir wissen jetzt: der Weltkrieg stellt an alle Beteiligten so ungeheuere A n fordern n gen, erschöpft die finanzielle Leistungsfähigkeit aller Kriegführenden in solchem Maße, daß eine Kriegsentschädigung, die uns de» größten Teil unserer Lasten beim Friedensschluß abnimmt, nicht zu c r l a n g e n sein wird. Die Vaterlandsliebe aller Schichten unseres Volkes, die so gewaltige Opfer, und Aufwendungeit für die siegreiche Führung des Weltkrieges ermöglicht hat, wird uns auch helfen müssen, die un- bermciblidint Lasten der uääffcn FriedenZjabre zu tragen. Wie da-Z Bild der künfllgen großen Reichsfinanzreform sich geslatlen wird, welche Sleuerpläne im einzelnen erwogen werden, darüber konnte sich der Schatzsekrelär gestern noch nicht äußern, so lebhaft und eindringlich auch die Redner der Sozialdemokratie denLeiter unserer Reichsfinanzen darauf festzunageln suchten, daß die neuen Sleuerpläne keine indirekten Steuern, keine Verbrauchsabgaben und Mehrbelastungen der breiten Massen sein dürften. Noch hat der Bundesrat nicht gesprochen, und so mußte auch der Schatzsekretär sich versagen, daraus einzugehen. Immerhin ist auch hier unschwer zu erkennen, wohin die Fahrt gehen wird: Die notwendigsten Lebensmittel sollen auch in Zukunft, soweit es irgend angebt, geschont werden, aber voll« k o m m e n wird sich eine Erhöhung der indirekten Steuern, durch die auch die breiten Massen ge« troffen iv erden, nicht vermeiden lasse>i.* Es gereicht uns zu nicht geringer Genugtuung, daß da?, lvas jetzt in diesen bürgerlichen Blättern dargestellt wird, ivorübcr sich alle Deukcuden längst klar gewesen sein sollten, von uns seit langem vertreten worden ist. So ivird es noch mit mancher anderen Erkenntnis gehen, die der„Vorwärts" zurzeit noch im Gegensatz zur Mehrheit der Presse— der bürgerlichen, wie der Partei- presse— vertritt._ Dee neue GMiersuniformtarif. Tie Meinungsverschiedenheiten über die im Schiedsspruch der Nuparteiischen aufgestellten Lohnsätze— hauptsächlich über den Ofsizierblusenrock— sind noch nickt beseitigt und es kann immer ' noch mit der Möglichkeil eines Militärschneiderstreiks gerechnet werden.— In der am Dienstag abgehaltenen Mitgliederversamm- lung der M'.litärschneider Berlin» führte der Vorsitzende Kunze aus: Der Verbandsausschuß hat die Stimmen, welche der Ver- bandsvorstand nach dem 1. Dezember— dem Schlußtermin der Abstimmung— von einigen Filialen entgegengenommen hat, für ungültig erklärt. Dadurch gilt der Schiedsspruch als abgelehnt. Aber die gegen den Schiedsspruch zustandegekom- ucene Mehrheit ist nicht so groß, wie sie für den Beschluß eines Streiks sein müßte. Der Verbandsbeirat hat sich ebenfalls auf den Standpunkt gestellt, daß der Schiedsspruch abgelehnt ist. Die Ab- lchnung ist den Unparteiischen mitgeteilt worden mit der Begrün- dnng, daß die Bluse im Vergleich zum Waffenrock zu ungünstig be- rechnet ist und daß den Unparteiischen während ihrer Beratung eine den Arbeitnehmern nicht zur Kenntnis gegebene Mitteilung der Arbeitgeber zugegangen ist, die auf den Beschluß der Unpar- rciischen eingewirkt hat und im Schiedsspruch berücksichtigt ist. Ferner wird geltend gemacht, daß die Berliner Militärschneider durch den Schiedsspruch ungünstiger gestellt werden, wie sie jetzt im Lohit dastehen. In der nächsten Woche wird eine Sitzung der Partewertretcr mit den Unparteiischen abgehalten werden. Ob der Schiedsspruch geändert oder ein befriedigender Ausgleich Zustandekommen wird, läßt sich noch nickt übersehen. Wenn die Militärschneider den Schiedsspruch ablehnen, dann müssen sie auch damit rechnen, daß etwas getan werden muß, um eine Aenderung des Zustandes her- oeizuführen. Das kann nur dadurch geschehen, daß die Arbeit ver- iveigcrt wird. lBravo!) Nach einem Beschluß des Verbandsbcirats ipll die nächste Mitgliederversammlung nicht nur über den Tchieds- spruch, sondern auch darüber abstimmen, ob bei endgültiger Ab- ehnung desselben der Streit erklärt werden soll. Hierzu ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Es ist deshalb notwendig, daß alle Kollegen, welche jetzt auf Militärarbeit beschäftigt sind, in der nächsten Versammlung erscheinen. Schließlich erklärte Kunze noch: Wir können den Schiedsspruch der Unparteiischen nicht annehmen, wenn er nicht wesentlich abgeändert wird. Der �rbeitsmarkt im November. Neber die Lage des deutschen Arbeitsmarktes im November 1913 berichtet das vom Kaiserlichen Statistischen Amte heraus- gegebene„Reichs-Arbeitsblatt" in seinem Dezemberhcft wie folgt: Der Beschäftigungsgrad der Industrie erweist sich m den meisten Gcwerbezweigen reger als im gleichen Monat des Vor- jahres, trotzdem im November 1914 die schnelle Erholung der In- dustrie von den Störungen, die der Kriegsausbruch mit sich brachte, bereits voll zur Geltung kam. Abgesehen von der Lage des Web- swffgowerbes wie des BanmarktcS, ist der Geschäftsgang im allge- meinen wiederum als befriedigend und für die Hauptindustrien der Kriegswirtschast als gut und recht gut zu bezeichnen. Am lebhaftesten beschäftigt sind nach wie vor Bergbau und Hüttenwesen wie die meisten Zweige der Eisen- und Ma s ch in e n i nd u st rie. Tie chemische Industrie, die gleichfalls an den Kriegsanfträgen stark beteiligt ist, zeigt eine im ganzen unveränderte Geschäftslage; im Vergleich zum Vormonat treten Anzeichen von Steigerungen des Beschäftigungsgrades in der elektrischen I n d u st r i e wie auch im Holzgewerbe ver- schiedenilich hervor und die Belebung in der Se i de ni n du st r i e hat auch im Berichtsmonat weitere Fortschritte gemacht. Tie Nachweisungen der Krankenkassen ergeben für die in Beschäftigung stehenden Mitglieder am 1. Dezember 1915, dem t. November gegenüber, eine Abnahme der männlichen Beschäftig- ten um 68 253 oder 1,58 v. H. im Vergleich zu einer Verminderung um 1.69 im Vormonat: bei den weiblichen Beschäftigten ist eine Zunahme um 22 683 oder 0,64 v. H. im Vergleich zu einer Steige- rung um 1,84 v. H. im Vormonat eingetreten. Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat um 45 565 oder 0,53 v. H. im Vergleich zu 0,12 v. H. im Vormonat abgenommen. Die nicht unbeträchtliche und von Monat zu Monat in der Regel anwachsende Zahl der in der Industrie bcschäftigien Kriegsgefangenen ist in diesen Zahlen nicht enthalten. Von 861 802 Mitgliedern, über welche von 34 F a ch v e r- bänden berichtet worden ist. waren 21917 oder 2,3 v. H. ar- beitslos. Tie gleiche Arbeitslosenziffer von 2,3 v. H. hatte sich auch für den Oktober, für den 36 Fachverbände über 902 513 Mit- glieder berichteten, ergeben. Im November 1914 hatte die Ar- beitSlosigkeit noch 8.2 v. H. betragen. Im entsprechenden Monat des letzten Friede nsjahres, im November 1913, stellte sich die Ar- bcitslosenziffer auf 3,1 v. H. Die Statistik der Arbeitsnachweise zeigt für den Be. richtSmonat gegenüber dem Vormonat unveränderte Lage bei den Männern und eine Abnahme des Andranges bei den Frauen. Es entfallen nämlich auf 100 offene Stellen bei den Männern im No- vember 1915 89 Arbeitsuchende, also die gleiche Zahl wie im Vor- nwnat, und bei den Frauen 179 Arbeitsuchende im Vergleich zu 182 im Oktober d. I. Beim Vergleich des Gesamtergebnisses mit dem des November 1914 ergibt sich eine Abnahm« der Arbeits- gefuche um rund 205 000, der offenen Stell«» um rund 76 060 und der besetzten Stellen um rund 62 000. Die Berichte der Arbeitsnachweis verbände lassen für Rheinland eine erhebliche Steigerung der Vermittelungs- zahlen im Bergbau erkennen, der Arbeitsmarkt in der Metall- Industrie zeigte dieselbe Entwickelungsrichtung wie in den Vor- monaten. Auf dem weiblichen Avbcitsmarkt Rheinlands ging das Angebot der Arbeitskräfte bei gleichbleibender Nachfrage sehr stark zurück. In Westfalen zeigte sich im allgemeinen dasselbe Bild wie im Vormonat. Das gilt im ganzen auch für Hessen- Nassau, Waldeck, Hamburg und Schlesien. In Hannover konnte der erforderliche Bedarf an Arbeikern durch Einstellung weiblicher Arbeitskräste nicht voll gedeckt werden. Ein teilwciscr Rückgang zeigte sich in T ch l e sw i g- H o l st e i n, Brandenburg-Berlin und Pommern. In Bayern und Württemberg hat sich die Lag« im ganzen gebessert, in Baden ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Diesem Gesamtüberblick läßt das.Reichs-Arbeitsblatt" eine ausführliche Wiedergabe von Berichten über Beschäftigung, Arbeits- losigkeit, Arbeitsnachweis usw. folgen. Auch über Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit im Auslande wird berichtet. Mus Industrie und Handel. Der Suczkanal im Kriege. Wie die„Times" in ihren Nummern vom 7. und 8. Dezember meldet, werden die Suezkanal-Gebühren vom 1. April 1016 an er- höht. Die Schiffe werden alsdann 6,75 Frank sbisher 6,25 Frank) für die Tonne Kanal gebühren zablen. Der Satz für Schiffe in Ballast steigt von 3,73 Frank auf 4,25 Frank. Hiermit wird die vor dem l. Januar 1913 bcstebende Gebührenhöhe wieder erreicht. Die Abgabenerhöhung erklärt sich aus dem erheblichen Rückgang in den Einnahmen. Vom l. Januar bis 3. Dezember 1915 betrugen die Einnahmen 84 760 000 Frank gegen 112 380 000 Frank im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bis Ende des Jahres ist also ein Ausfall von 30 Millionen Frank zu erwarten. Die Dividende betrug während einer Reihe von Jahren 165 Frank, im Jahre l9l4 nur noch 120 Frank. Da man die letztere Dividende unter allen Ilmständen aufrechterhalten will, bleibt nur die Erhöbung der Gebühren übrig. Ein Vergleich zwischen den ersten neun Monaten der Jahre 1915 und 1913 zeigt, daß die Durchfuhr auf 11 408 142 Tonnen sank. Das bedeutet einen Rückgang von 3740620 Tonnen, wenn man die Steigerung im Negicrungsfchiffsraum außeracht läßt 1913 betrug die deutsche, österreichische und türkische Durchfuhr 3 152 531 Tonnen, die in diesem Jahre ganz ausfallen. Der Gesamtrückgang im Schiffsraum betrug'23,32 Proz. Der Anteil der feindlichen Schiffahrt in 1913 machte 21,18 Proz. des Gesamtdurchschnitts aus. Die finanzielle und wirtschaftliche Lage Rußlands. Beim Ministerrat ist eine vom Finanz- und Handelsministerium ausgearbeitete, in„Birihewisa Wjedomosti" vom 3. Dezember verwendete Denkickrist über die finanzielle und wirtschaftliche Lage Ruß- lands eingegangen. I. Die Ernteergebnisse. Die Ergebnisse der dies- jährigen Ernte sind ichr günstig, da 512 3 Millionen Pnd mehr ein- gebracht wurden, als im Durckichnitt der letzten fünf Jahre. Im ganzen beträgt der Vorrat an Getreide und Kartoffeln, unicr Hinzu- rechnung der allen Vorräte. 4766 Millionen Pud oder 789.3 Millionen Pud mehr als im vorigen Jahr. Der Gesamlbedarf zur Bestellung der Felder und der Ernährung von Menschen und Vieh belrägl 3447.6 Millionen Pud, io daß»och nach Deckung des ganzen Be- darss ein verfügbarer Ucberschuß von rund 1360 Millionen Pud übrig bleibt. Der Sland der Saaten ist nach den einzeiroffenen Nack rickten reckt günstig. II. Der Volkswohlstand. Nach den Angaben des Finanzministeriums ist die finanzielle Lage des rnssiicken Volkes nicht nur durckauS befriedigend, sondern sie beffert sich überdies von Monat zu Monat, was besonders deutlich durch doZ ständige Au- wackien der Sparkasseneinlagen bewiesen wird. Im Okrober wuckien die Sparkasseneinlagen um den nock nie dagewesenen Belrag von 74,2 Millionen gegen 2l,7 Millionen im Oktober 1914 und 6! Millionen im September d. I. Der Gesamtzuwacks seit Jahres- gewinn betrug 499,1 Millionen, der Gesamrbelrag erreichte 2408 Millionen. HI. Die Staatseinkünfte. Sie stiegen im Berichts- abschnitt des lausenden Jahres gegen das Vorjahr für 17 Para- graphen des SiaatShauShaltS in einem Gesamtbeträge von 199 568 600 Rubel, ianken dagegen aus anderen Quellen um 631 649 600 Rubel. Mindereinnahmen wiesen u. a. aus (in Millionen Rubel): Branntweinmonopol.... 459 670 Zölle.......... III 122 Staalseiienbabnen..... 2 788 Abgaben aus Getränke.... 19 450 Holz.......... 12 054 Folglich sind die Gesamteinnahmen des Staates gegen das Vor- jähr um 482 081 000 Rubel zurückgegangen. IV. Die Handelsbilanz. Nack den Angaben deS Zoll- dcpartemcnts wurden in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres Waren im Gesamtbeträge von 246 814 000 Rubel ausgeführt gegen eine Einfuhr im Werte von 610 374 000 Rubel. Die Einfuhr überstieg folglich die Ausfuhr um 363 560 000 Rubel.(N. d. A.) �ugenöbewegung. Die katholischen Jugcndvcreinc über dir gesetzliche Jugend- wehr. DaS offizielle Organ der katholischen Jugendleiter, die „Jugendführung", bringt in ihrer neuesten Nummer an leitender Stelle einen Artikel aus der Feder der Generatpräses C. Mostert- Düsseldorf, der zu ernsten Betrachtungen über die geplante gcsetz- liche Festlegung der militärischen Jugenderziehung anregt. Mosterts bemerkt einleitend durchaus zutreffend, daß die Neuerung für die Jugendpflege eine grundsätzliche Um- w ä l z u li g bedeutet. Aber nicht nur nach der Richtung hin, die Mosterts andeutet: indem„ein Teil der allgemeinen Jugendpflege pflichtmäßig gemacht und dem K r i eg s m i n ist e r i u m unterstellt werden soll". Unserer Meinung nach wird die gesetzliche Regelung der militärischen Jugendvorbereitung auch auf die allgemein« Erziehung in Volks-, Mittel- und Fortbildungsschulen und Jugendpflegeorganisationen einen nicht unwesentlichen Ein- flutz ausüben. Was die Befürworter der Jugendwehr als Nicht- linien für die gesamte Ausbildung der Jugend wünschen, daß das militärische Bedürfnis zum leitenden Grund- satz der Erziehung erhoben werde, erlangt dann zweifellos allgemeine Gültigkeit. Eine nach militärischen Gesichtspunkten orientierte Erziehung würde aber auch auf die geistige und mora- tische Entwickelnng des Zöglings einen Einfluß ausüben, der die rein menschlichen und bürgerlichen Tugenden, die das Berufs- und Gemeinschaftsleben erfordern, nicht zur vollen Entfaltung kommen ließe. Die Wirkungen, die ein« solche, an die militärische Jdeo- logie angelehnte Erziehung auf das politische Lehen ausüben würde, verdienten ebenfalls insbesondere auch in Hinsicht auf daS nach dem Kriege anzufirebende wünschenswerte Verhältnis der Völker zueinander ernsteste Erwähnung. Bedauerlicherweise scheint indessen über diese unauovleiblichcn Folgen einer geschlichen mili- tärischen Jugendvorüereitung aus Erziehung und Unterricht in den weitesten Kreisen der Bevölkerung nicht die nötige Einsicht vorhanden zu sein. Wenn beispielsweise Mosterts, und mit ihm alle Leiter der bürgerlichen Jugendbewegung ohne Ausnahme, den Standpunkt einnehmen, über die Notwendigkeit der gesetzlichen Festlegung der militärischen Jugendvorbereitung stehe nur der obersten Heeresleitung ein sachverständiges Urleil zu, dem man sich ohne weiteres unterwerfen müsse, so zeugt diese Auffassung von einein recht mangelhasten Verständnis für das gestellte Pro- blem und für die Ausgaben und Pflichten eines Jugenderziehers. Als Aequivalent für die Opfer, die die Jugendpflege der mili- tärischen Vorbereitung„unter allen Umständen" zu bringen haben tverdc. verlangt Mosterts die Einführung eines„passenden Reli- gionsunterrichts" in die Fortbildungsschule. Zur praktischen Durchführung der gesetzlichen militärischen Jugendvorbereitung erhebt er im Namen der Jugendpflege die Forderungen, daß 1.„durch die Neugestaltung keine Zwangsjugendorganisation irgendwelcher Art geschaffen oder eine bestimmte Organisation bevorzugt werde, 2. der Sonntag grundsätzlich von pflichtmäßigen Uebungen freiblcibt und 3. die geplante HeereSvorschulc über ihren Rahmen nicht hinausgeht". „Eine Vereinsorgauisation(auch Jugcndwchr., welcher die Jugendlichen zwangsweise beizutreten hätten oder welche ein« be- Hördltche Bevorzugung erhielte, würde die bisherige freiwillig« Jugendpflege vollständig stören, wenn nicht in vielen Vereinen ganz zerstören." Die geistige und religiöse Jugendpflege würde sowohl in der Auffassung der Jugendlichen wie auch in der ganzen Jugendpflegearbeit zur Nebensache herabsinken. Die Nöriguiig der Jugendlichen zum Beitritt in einen bestimmten Verein würde vor allem auch einen aufgezwungenen Freundesverkehr bedeuten, «der für die Jugendlichen eine unerträgliche, in vieler Hinsicht überaus bedenkliche Einschränkung ihrer Freiheit, ein förmliches Hineinnötigen in schlechte Gesellschaft, für die Eltern eine nicht begründete tief einschneidende Beschränkung ihrer Erziehungs» rechte" bedeuten würde. Die Beschlagnahme des Sonntags durch die militärischen Uebungen würde nicht nur religiöse und ethische Werte in Gefahr bringen.„Bedenken wir nur, was es heißt, einschließlich der Mi- litärzcit fast 25 Jahre, die schönsten des Lebens, ständig, Tag für Tag unter Aufsicht und Zwang stehen, keinen Tag sein eigen nennen dürfen, keinen einzigen. Glauben wir, daß dieses für einen jungen Arbeiter, der die Last seiner Arbeit und oft auch Sorgen sebr drückend fühlt, keine Kleinigkeit ist und auf die Dauer sein Gcmütsleben und seinen Charakter tief schädigt, ihn viel leichter empfänglich macht für Aufreizung und Erbitterung bis ins späteste Alter hinein und ihn i» jungen Jahren fast notwendig zu Ausschreitungen verleitet. Das Füllen muß und will springen." Eine recht verständige Auffassung von den nalürlichen Bedürfnissen der Jugend aus dem Munde eines katholischen Priesters. Des weiteren, meint Mosterts. würden die Sonntagsübungen ins Fa- milienleben eingreifen, und schließlich würden sie auch die bis- herige freiwillige Jugendpflege der bestehenden Jugendvcreine sehr gefährden. Die Jugendvereine seien aus den"Sonntag ange- wiesen. Drittens erwartet Mosterts von der gesetzlichen Festlegung der militärischen Erziehung,„daß der Rahmen rein militärischer Uebungen und Belehrungen nicht überschritten wird, insbesondere daß keine geselligen Zusammenkünfte, Versammlungen, Feste, Unterhaltungen, Vorträge, Kurse, Spiele, Wanderungen usw. ab- gehalten werden". Zum Schluß weist Mosterts noch auf die großen finanziellen Lasten hin, die die Hecresvorschule dem Reich« auferlegen würde sowie auf die Schwierigkeiten, die die Freizügigkeit und der stän- dige Wohnungswechsel der Jugendlichen der technischen Durch- führung bereiten würden. Die umwälzende Neuerung, vor der die Jugendpflege stehe, dürfe daher„nicht bloß von einer Seite aus" geprüft werden. Eigentümlich ist es. daß zu dieser„Neuorientie- rung" der Pädagogik, die ohne Schädigung vorhandener erfolg» reicher Erziehungsfaktoren nicht durchführbar ist, so verschwindend wenig Erzieher, die die neue Frage doch am stärksten berühren müßte, eine eigene Meinung geäußert haben. Soziales. Ohne Kricgsschcin angenommen, aber nicht beschäftigt. Ein Meister der Firma Schrei G. m. b. H., die zu den Heereslieferantcn gehört, nahm einen Nundschleifer zur Arbeit an, obgleich dieser ohne Kriegsschein aus einem für Heeres- bedarf arbeitenden Betriebe kam. Nach dem für die Heeres- lieferanten bestehenden Abkommen durfte der Rundschleifer ohne Kriegsschein bei der Firma Schrei nicht eingestellt werden. Daß der Meister durch die Annahme des Schleifers gegen das Abkommen verstoßen hatte, wurde von der Firma noch vor dem Arbeitsantritt des Schleifers enddeckt. Er wurde deshalb benach- richtigt, daß er nicht beschäftigt werden könne. Wegen des Engage- ments durch den Meister der Firma Schrei hat der Kläger eine andere Arbeitsstelle, die ibm gleichzeitig angeboten war, nicht an- treten können. Deshalb klagte er gegen die Firma Schrei beim Gewerbegericht auf 105 M. Schadenersatz, weil Kündigung»- ausschluß mit ihm bei der Annahme durch den Meister nicht ver- einbart worden ist. Auch das war ein Versehen des Meisters, denn er sollte— wie der Vertreter der Firma ausführte, bei jeder Einstellung Kündigungsausschlutz vereinbaren. Die Firma meinte, zum Schadenersatz nicht verpflichtet zu sein, weil ein ArbeitSver- bältnis mit dem Kläger noch nicht zustande gekommen sei. Denn die Vorlegung de» Kricgsscheins sei die Voraussetzung für den Ab- schluß eines Arbeitsverhältnisses. Das müsse dem Kläger bekannt sein. Mit dieser Einwendung drang die beklagte Firma aber nicht durch. Die Kammer 5 unter Vorsitz des Magistrats- rats Schultz sprach dem Kläger die geforderte Summe mit folgender Begründung zu: Der Werkmeister hat den Fehler gemacht, daß er entgegen den für die HeereSlieferanten geltenden Bestimmungen den Kläger ohne Kriegsschein unbedingt eingestellt hat. Das ist den Hecreslieseranten durch das Kriegs» fcheinabkommen zwar untersagt, dadurch wird aber die zivilrecktlich e Gültigkeit des zwischen dem Werkmeister und dem Kläger abge- schlossenen Arbeitsvertrages nicht berührt. Wenn die Firma da- durch geschäftliche Nachteile hat, so ist das ihre Sache. Zivilrechtlich liegt ein Arbeitsvertrag vor, in dem die Kündigung nicht ausge- schlössen ist. Deshalb mußte nach dem Klangeantrage erkannt werden. Gerichtszeitung. Ein Doppelleben. Eine Art Doppelleben führte der Kaufmann HanS B a d ft ü b n e r, der gestern unter der Anklage des Diebstahls und Bettelns vor Gericht stand. Wie in der Verhandlung zur Sprache kam, ging er tagsüber in zerrissenen Schuhen und abgetragenen Kleidern auf die Bettelei und wußte durch anscheinend treuherzige Erzählungen über seine Notlage da» Mitleid hilfsbereiter Personen zu erregen und abends besuchte er in eleganter Toilette vornehme Kaffeehäuser und war als„Baron von Sauden" ein beliebter und gern gesehener Gast. Als er eines Tage» Nikolassee bettelnd abgraste, erregte er auch das Mitleid eines Dienstmädchens, welches ihm ein Geldstück einhändigte. Zum Dank dafür kletterte er, nachdem das Mädchen da» Haus verlassen hatte, durch ein offenstehendes Fenster in ein Zimmer und stahl dort eine Uhr, einen Trauring und ein silbernes Handtäschchen. Als er festgenommen wurde, trug er ein Paket bei sich; darin befand sich ein Jakett, welches kurz vorher einem Rech- nungsrat in Zehlendorf gestohlen worden war.— Der Angeklagte wurde zu 6 Monaten Gefängnis und 4 Wochen Haft verurteilt._ Um drei Mark aus dem Amt ins Gefängnis. Wegen Vergehens im Amt hatte sich gestern der ehemalige Hilfsgcfangencnaufscher Theodor L e i t h o l d vor der 3. Strafkammer des Landgerichts III unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors Hesse zu verantworten. Die Anklage lautete auf passive Bestechung; gleichzeitig waren die Strafge- fangcnen Max Schulze und Karl Schröder wegen aktiver Bestechuna angeklagt. L. war längere Zeit Hijfsaufi'eher im Strafgefängnis zu Plötzensee. Tort verbüßte Schröder eine Freiheitsstrafe. Da ihm mitgeteilt worden war, daß manche Hilföaufseher zu Durchsteche- reien mit Nahrungs- und Genußmitteln zu haben seien, setzte er sich zu gleichem Zwecke zunächst mit dem auf dem Zentralhos de» Gefängnisses als Kalfaktor beschäftigten Angeklagten Schulze, der mit dem Hilfsaufseher L. in nähere Berührung kam, in Verbin- dung. Laut Verabredung ersuchte dann Schröder seine Mutter brieflich, dem Aufieher L. 20 M. zu übersenden, damit L. nach Ab» zug eines Teilbetrages für seine Mühewaltung für den Rest Waren ins Gefängnis bringe. Den Brief brachte der Aufseher L. selbst zur Poit. Alsbald händigte die Mutter des Gefangenen der Frau de» Aufseher» 20 M. aus. die der Beamte dem Schulze übermittelte. Dieser gab ihm 10 Di. mit dem Ersuchen zurück, für 7 M. Eßwaren am Tabak zu besorgen und 8 M. für sich zu behalten. Diesem Er- suchen kam L. auch nach. Durch einen Gefangenen wurde das ganze Vorkommnis verraten, was die sofortige Dienstentlassung � Sur Folge hatte.— Das Gericht verurteilte L. zu einer Woche. Schröder zu fünf Tagen und Schulze wegen Beihilfe zu zwei Tagen Gefängnis. Niederlassung im Sinne des Reichs- und Staatsangehörig- kcitsgcsefces von 1913. Nach§ 7 des Reichsgesetzes vom 22. Juli 1913, betreffend die Reichs- und Stacitsangehörigkeit. muß einem Deutschen die Aufnahme von jedem Bundesstaat, in dessen Gebiet er sich niedergelassen hat, auf seinen Antrag erteilt werden, falls nicht einer Gründe der§§ 3 bis 5 des Freizügigkeitsgesetzes(das sind armcnrechtliche Gründe) dem entgegensteht. Der Kandidat des höheren Lehramts, Köhler, zu Raum- bürg a. d. S.� der aus Sachsen-Allenburg stammt, hatte beim Rc- gierungsprasidenten in Merseburg den Antrag auf Aufnahme in den preußischen Staatsverband gestellt, war aber vom NegierungS- Präsidenten damit abgewiesen worden, weil sein Aufenthalt in Raumburg nicht als Niederlassung im Sinne des Z 7 des genannten Gesetzes angesehen werden könne. Herr Köhler klagte darauf beim Oberverwaltungsgcricht und machte folgendes geltende Ter Regierungspräsident sei ver- pflichtet, die Aufnahme zu bewirken. Er sei 18L6 in Sachsen-Alten- bürg geboren und sei nach Ablegung seines Staatsexamens in die Seminaranstalt beim Tomgymnasium in Naumburg einge- treten, und zwar als Kandidat. Seit einiger �seit sei er dort Probekandidat und er habe nun vertretungsweise eine Ober- lehrerstelle. Er habe nicht nur. die feste Absicht, sondern auch be- gründete Aussicht, im höhsrn Schuldienst der Provinz Sachsen dauernd zu bleiben. Zum Probejahr sei er auf Ermächtigung des Unterrichts-Ministeriums zugelassen worden.— Es läge die Voraussetzung des§ 7, eine Niederlassung im preußischen Staats- gebiet, vor. Der Regierungspräsident blieb dem gegen- über dabei, daß ein Anspruchsrecht im Sinne des tj 7 deni Kläger nicht zustehe. Die Niederlassung im Sinne des Z 7 müsse eine dauernde Aufenthaltnahme sein. Der Begriff der Niederlassung in diesem Sinne könne im vorliegenden Falle nicht als erfüllt angesehen werden. Mangels eines Anspruchsrechts nach§ 7 könnte 5t. nicht im Verivaltungsstreit auf die Aufnahme in den preußischen Staatsverband klagen. Fehle dieses �'lnspruchsrecht, dann hänge die Ausnahme in den preußischen Staat vom freien Ermessen der zuständigen Behörde ab. Das Oberverwaltungsgericht setzte am 9. d. Mis. auf die Klage Köhlers den Beschluß des Re- gierungSpräsidenten außer Kraft. Begründend wurde ausgeführt, der Gerichtshof sei der Auffassung, daß unter den obwaltenden Umständen eine dauernde Niederlassung des Klägers im preußischen Staate vorliege und daß er einen Anspruch auf die Aufnahme in den preußischen Staatsvcrband besitze. verluftllften. zischen Armee enthält Die Verlustliste Nr. 4l0 der p r e u Verluste folgender Truppen: Stellvertretendes Generalkommando des 29. Armeekorps. Infanterie usw.: Garde: 1. und 2. Garde-Reg. z. F.; 7. Garde- Jnf.-Reg.; 2. Garde-Res.-Reg.; Garde-Gren.-Reg. Alexander, Elisabeth(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 77), Augusta und Nr. 5; , nt IT,■• Garde-Fus.-Reg.; FÄd-Ers.-Bat!'. der 2. Garde-Res.-Tnv.; Garde- Jäger-Ball. Lehr-Jnf.-Reg. Gren.-, bezw. Ins.-, bezw. Füs.- Regi- menter Nr. t, 2, 8, 6, 9, 19, 89(s. Landw.-Jnf.-Rcg. Nr. 59), 38, 8t, 35, 42, 44, 47, 59, 51, 58, 56, 58(f. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 61), 59, 61, 62, 67, 70(s. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 56), 71, 76, 78, 79 (f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 77], 83, 84, 85, 89, 99, 92, 93, 95, 97, 118, 128, 129, 131, 132, 136, 141, 142, 145, 147 bis einschl. 153, 157 1 ICQ sc CV„C aj„ �-mm 4 k? 4 r-kw rjc.r 4 meiner Nr. 1, 5, 84, 46, 51. 56, 59, 61, 69, 72, 73, 75 bis einschl. 78, 82. 199, 118, 139, 293 bis einschl. 215, 217, 218, 229 bis einschl. 224, 255, 257, 259, 269, 262, 268, 265, 271. Res.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 4. Landw.-Jnf.-Negimenter Ztr. 2, 4, 19(s. Jnf.-Reg. Nr. 47), 31, 32, 34, 49, 47, 49, 51, 56, 57, 61, 72, 75, 99, 199, 118. Landw.-Ers.-Jni.- Reg. Nr. 1. Feld-Ers.-Batl. der 31. Jnf.-Div. Landw.-Brig.-Ers.- Batl. Nr. 26 ls. Landw.-Ers.-Jnf.-Neg. Nr. 1). 5. Landst.-Jns.-Ers.- Batl. Braunschtveig. Jäger Bataillone Nr. 8 und 14; Nos.-Batl. Nr. 21. Maschincngew.-Abteilungen Nr. 5 und 7; Gebirgs-Ma- schinengew.-Abteilungen Nr. 225, 281, 241. Kavallerie: Nachrichtcn-Abt. der Garde-Kavallerie-Div. Reg. der Gardes du Corps(f. Nachr.-Abt. der Garde-Kav.-Div.). Dra- goner Nr. 18 und 18; Husaren Nr. 1 und 2; Ulanen Nr. 3 und 15; 1. Landstz-Eskadron des 1. und 4. des 17. Armeekorps. Fußartillerie-Regiment Nr. 11. Kraftfahrtruppen des Marinekorps. -i-» * Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 242, deren Inhalt gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Die Verlustliste Nr. 69 der Kaiserlichen Marine wird mitgeteilt. VervaUungseleMe Berlin. Den Kollegen zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Schielser Wiltielm(ioebel Kaiserin-Zlugusta-Allce 7 am 13. Dezember gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. d. MtS., nach- mittags 2 Ubr, von der Deichen- balle des Luisen- Kirch hose- in Cbariottcnburg, Fürslenbrunner Weg, aus slatr. Für die zahlreiche Beteiligung und Kranzspenden� bei der Beerdigung un- sereS lieben sohnes und Bräutigams Paul Graf sprechen wir hierdurch allen unseren herzlichsten Dank aus. A idairrki!« Emil Graf Charlotte Ahlert alS Braut' Allen lieben Kunden empfehle zum ! bevorstehenden Feste mein reich- I haltiaes Lager in � Söld» a. Silber waren. Gustav Schoden, Berlin S, Oranicnstraße 56. Danksagung. Anläßlich des Hinscheidens! I unseres lieben Vetters und j OnkcIS, des Schrijtsctzcrs Herrn> Franz Porekeit sind uns so viele Beweise liefen Mitgefühls und herzlicher Anteil- nähme zu teil geworden, daß wir genötigt sind,'aus diesem Wege allen Antcilnchnicrn sowie Herrn Vtanaste sür seine herrlichen Warle am Sarge des Verstorbenen unseren tiesgefühlten Dank aus- zusprechen. igb Berlin, LI. Dezember t3t5. Im Namen der Hinterbliebenen: G».>>tav Zimmermann. Franz Porekeit. Aktiva. Ililanz- Konto Passiva. Den Kollegen lerncr zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser 127/13 kouis Teubel Lichtenberg, Eitelstr. 34 am 13. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 22. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gcmeinde-Fricd- Hajes in Marzahn aus stall. Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung ersuibt Tic Ortsverwaltnng. !!ieM d.GK[!e-D.Staatsarb. Filiale Gron-Bcrlin. Den Mitgliedern geben wir! hiermit Nachricht vom Tode! des Kollegen Iheodor Kockat von der 13. Revierinspcktion. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am l Mittwoch, den 22. Dezember, nachmittags 2 Ubr, vom städt. Kranken- bause Moabit, Birlenstratze, aus I nach dem Johannis- Kirchhos,[ Plögensee statt. Um rege Beteiligung bei der Be- j itattung des Kollegen ersucht 36/18 Die Örtsverwaltung. Zur Erinnerung an de» GeburtS- und Sterbetag des Unteroffiziers I der Landwehr tüiZo Schadow. Vor einem Jahr, da nabm der Welt- lrieg uns unser höchstes Glück, Ach Du gelieblcr Mann und Sohn| kchril nimmermehr zurück. Wir haben ein schönes, kurzes s Glück besessen. Nun schlummert cZ aus ewig un- j vergessen. Wenn uns auch bricht daS blutende| Herz. Wir müssen erwägen den surcht- 1 baren schmerz. In tiefster Trauer Elsa Zctmdow. Marie Schadow als Mutter.! Berlin, d. 22. 12. 15. 186| Gmndst.- u. Gebäude Masch.-, Kahl- u. pneu- mat. Mälzerei-Anlag. 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M. spf 14053084— 1313189— 2616321— 1268C7'— 1026604— 67352!— 61079— 971 0— j 4865;—; 1168293 28: 193639- 60000— 1385512 71 402951 87 788825 94 308278 01 1838312— 15322 25 2322920 90 159000— 97916[67 81023lu6 Aktienkapital... Partial- Obligationen aus 1894 Serie I.. Partial- Obligationen aus 1897 Serie II Partial- Obligationen aus 1911 Serie III. Hypotheken-Konto I „ n Reservefonds.... Spezial- Reservefonds Dividende unerhoben Partial- Oblig.- Zinsen Partial- Obüg.- Präm. Kautionen..... Depositen..... Kreditoren..... Braustouor-Konto.. I Avale.. 1328350,— Delkredere.... Friedr. Goldschmidt- ' Stiftung..... Arbeiter- Unterstütz.- 1 Fonds...... Arbeiter-Witwen- und i Waisen-Fonds.. Moritz- Potocky- Nelken- Stiftung Kriegs-Reserve... Reingewinn.... M.(pf 7200000.— 247000- 345500— 2200000'— 2100000}— 955000— 1873403122 100000!— 1221 j— 45607 1 50 990!— 728136171 53056451 14 654070l93 1507750- 125000 124076 189937 226291 17902 600000 1887137 49 26434667199 26434667199! Berlin, den 30. September 1915. Die auf 14°/, für das am 30. September a. er. abgeschlossene Geschäftsjahr 1914/15 festgesetzte Dividende wird von heute ab gegen Einlief erung des Dividendenscheines u. eines Nummeraverzeichnisses gezahlt, mit M. 43,— pro Aktie von M. ttOO,— ,, 16»,-,.. 13««,- an der Kasse der Commerz- u Diskonto-Bank, hier u. in Hamburg, „, r, Nationalbank für Deutschland, hier „,„ von Markus Nelken u. Sohn, hier und in Breslau, „ unserer Zentralkasse. Berlin, den 21. Dezember 1915. Äotien- Brauerei- Gesellschaft Frledrichshöhe vormals PATZEN»OFER Wegen Auflösung der Gesellschaft VerkaufPelzwaren von zu bedeutend ermäßigten Preisen Vorteilhafteste Kaufgelegenheit Bei'tistem& Sohoetiberger Q. tn. b. ji Fcl« Warenfabrik KransciiNtraße 41, eine Treppe, am Dönhoffplatz. Verkauf: Wochentags 9— 12 u. 3—8. Sonntag 12— 8 Uhr. SS Jfcnfcfäion l. farbig. TSCaStej'. CLäti�eRanS. J&imrmr, öwSoipHlicA cKurumt.<5d&c ilatü IPalelati. SThkcüa. Qdendmäntef.y&öbhvs m6 J&stum•ftöckjz, in graösor OuStdoFlCj Am 17. Dezember eutritz uns plötzlich der Tod unleren treue» chenosten 21 b Hans Friedmann. Wir und die Partei verlieren in ihm einen der Edelsten und Besten. Aus Nimmerwiedersehen, doch unvergessen. Fainilio Erdman», Charlottcnbnrg, Gcrvinusstr. 22. .C"SSsJ5(T"f? yicUBmer- M&'.J* fv-'ILckV Jirassc. 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Jedes Werk(3 Bände) 4 Mark Hauffs[amtliche Aerke WK Die bette tlnterbaltungslehtare ift die Vorwärts ßibltothck Band 1: Crwecht, Roman aus dem Proletarierleben von fl. 6er.— Band 2: Derflustveg, Eine Erzählung von Ernlt Preczang.— Band 3: Das Land der Zu- kunkt, Reilebelchreibung von L Kolilch, mit einer Einleitung vonPaul 6öhre.— Bandl: Derldjrobcnes Volk, Erzählungen von R. Grötztch.— Band 5: Der Prinzipienreiter, EineErzählung aus demJabrelStS von Wilhelm Bios.— Band 6: In den Cod getrieben, Zwei Erzählungen von Ernft Preczang.— Band 7: Der Parilcr Garten und Anderes von ITlinnaKautsky. Band 8: Mutler, Ein prauenichicklal von Joh.perch. Rand 9: Der 1 Proletarierleben von 1 raut, Erzählungen aus dem .Anderfen-nexö.— BandlO: 1000 Mark Belohnung, Kriminalroman v. Bans Byan. Band 11; Die fjeiteretei.Eine humoriftilche Erzählung von O. Ludwig.— Band 12: Vom ktailenhaus zur Fabrik, 6eichichte einer Proletarierjugend von n. 6. Dikreiter.— Band 13: Der Goltcsläilerer, Roman aus dem Leben der erzgebirgilchcn Waldarbeiter von fl. 6er.— Band 19; Die Marketenderin, Erzählung von Erckmann-Chatrian.— Band 15: Krlegsfaljrten in Belgien und ilordfrankreid}. Von Dr.Koefter und 6. üoeske, Ui. d. R.— Band 16: Kriegsberichte aus Ostpreußen und Rußland. Von W.Düwell, Kriegsbericbtcrltatter im Bauptquartier des Oltens.— Band 17 und>8: herzen Im Kriege, Schilderungen und 6elchichten. Eine fluslele von Dr. pranz Dicderich J«d«r gut gebundene Band kostetl Mk. ITiiseiiiifMlrn. Hlätdjenliiilier. BiMdiei miO Spielel 8_ in reicher Auswahl in allen Preislagen.__ 8 Uim(et Bellgion nno(es@oltesgloD(eiis Von£ngelbert6ra{. Mit 97 Abbildungen und einem Anhang; 6eoIogi(che Profile und Erklärungen geologilcber Fachausdrucke. 1 Mark. WMinigsgeWilitelietMe Tlonffrfio iRofifiiihfo vom Ausgang des Mittelalters. Leitfaden für Lehrende «ItUllUJi U/t|UJlUJi4 und Lernende von p.friehrmg. Gebunden 2,30 Mark. Hntetm Bcennslas Berliner politische Satire, Revolutionsgcift und menfchliche Komödie von Adolf 61aßbrenner. Ausgewählt und eingeleitet von Dr. pranz Diedericb. Mit! 17 Bildern von Cheodor Roiemann. Adolf Schroedter, Wilhelm Scholz, C. Reinhardt, Gustav Beil und anderen. Preis nur 3 Mark, gut gebunden 4 Mark. SCI N«'ZM|WA Stieg 1870/11 Äio™,,nÄI Bildern und Dokumenten ausgeltattet. Von Bugo Schulz, gegenwärtig Kriegs- berichtcrltatterim öftcrreicbilch-ungarilcbcnBauptpreflequartier. Geb. Sink. SrtegsOeiKliicoosOlttrenSen nnoSBaionü�S�S im Bauptquartier des Oltens. Das Buch bringiintereltanteKnegsIdiildcrungcn und ift mit acht Bildern und einer Karte ausgeltattet. Gebunden 1 Mark. SrlegsioKien In Belgien»»( BotMiontieldi r-»- von den belgiichen und franzötifchcn Kriegsschauplätzen. Von Dr. Ad. Koelter und Reichstags- iegs abgeordneten Guttav lioske. Mit 8 Bildern und I Karte. Leinenband 1 p. Diedericb. 2 Bände, jeder für lieh abgctchloll., ä 1 Mk. Aonon im ßriono Schilderungen und Geschichten. Eine Auslese von Dr. Dvljvil IUI mlCÖt p. Diedericb. 2 Bände, jeder für lieh abgelchloll., ä 1 Mk. Älv-iflrDNflPiilPl Sturmfcbreie aus hundert Jahren. Von Dr. p. Diedericb- i/lt JUICIIIJCIDCI DasChcma dieles Buches ilt der Kampf gegen den Zarismus, derRußland blutig knechtet. Es ift ein Kampfbuch voll Unerbittlichkeit. Aus dem Sturm des gegenwärtigen Kriegs entstanden. Preis 0,50 Mark. IMn mnrfofdttborin Erzählung aus der Zeit der Revolutionskriege von l/lt. IllUlltlllluillU Erckmann-Cbatrian. Preis gebunden 1 Mark. AonfirtlP törfföp Lelchichten von S t. G r 0 ß m a n n. Eine gute Sammlung / J- tyiUOv tiefempfundener Erzählungen der preuden und Leiden des täglichen Lebens. Preis broschiert 2 Mark, gut gebunden 2,80 Mark. Bet tlflne 5tg(loan«lllH aSSÄtÄSÄ blldungen imCext u. 17 Bafeln. Aeu ßerlt lehrreich u. anregend. Preis 1,50MK. Ein wertvolles Bausbuch für§ jede pamilie Geb. 4,50 Mk. s 21tOelItt-®t(ünO(eit5-Bl(llof6el Von Unten Auf Gelammelt und gestaltet von Dr. pranz Diedericb. Mit26 Bildern. In einem Leinenband 5 Mk., in zwei gut gebundenen Bänden 6 Mk.— Vom drängenden Leben derZeit will dieles Buch der Dichtung zeugen, vorn Leben, das von unten auf treibt und keimt, vom Leben, das(cbwerltc Mühe und heiligste Arbeit austeilt und alle iielte Kraft und die höcbltcn Opfer vom einzelnen zum Segen des Ganzen fordert 7l1/>nhrAAlf Friefe aus der Beide an meine vllvllvl vvn jungen Freunde. Von J.Brand. In diesem vortrefflichen Buch bietet preund Brand zwölf Briefe, die er den Kindern in zwölf Monaten des Jahres aus(einem ülenbrook Ichreibt. Durch jeden einzelnen dieler Briefe lernen die Leier ein belonderes Kapitel der Natur kennen. Gebunden, mit Buchschmuck verleben, Preis nur 1,50 Mark. Eine Reife nad) Island männer-Inleln. Reitebriefe und Cagebuchblätter von£. Sonnemann(Jürgen Brand). 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IS Buchhandlung Vorwärts Paul Singer e.m.b.n., Berlin, Lindenrtr.3 »sSSWsWsliSMsiiiisVsSSSSSiSMiS iSI »M/W» :»«! to.a: !Ö�>! M ■MuS -53- .».»! ■ VjVa sp.«: :»«: i».Wi iffä! :»M! W iilp: !»«: ii iiniiniiBall kaufen Sie von Kavalieren wonig getragene sowie im Versatz gewesene Jackett- und Heek anziig;«, Paletotm, Ulster. Serie 1: 19—18 M.. Serie II: 30— SO M., größtenteils auf Seide Ferner Gelegenheitskäufe in nencr Maßitarderobe, enorm billig. Riesennosten Kleider, Kostttme, Plttschmäntcl, auf Seide, jetzt nur 30 35 M. Große Posten Pelz atolait in 8kauk«, Härder, Nerz. Füchsen, jetzt mir 39—75 M. Große Auswahl in Herren-Gehpelzen, Gelegenheitskäufe in Damen-, Reize- und IVagcn- Pelzen.£xtra-Angebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen, Portieren. Betten, Wäsche, Brillanten, Uhren und Goldwarcn zu enorm billigen Preisen Vorwärtsleser erhalten 10 0/0 extra. BtsmSoortluhet«ejxtheur; klfrei) Mrtep#, iftenlötU. Für fee» fitifezatenteil octanm,: 1h.(BUrft, Petit*, Druck». Vertag:«orwärtä Luchbtuuter« R. Bethagb«uchalt Paul Sing«& to, Berit» SW. at 852. 32 � 2. Keilllge des Lmarts" Kttlilltt AIdsIllM Die Sefchkagnahme öer kupfernen Gegenstände. Der Magistrat gibt bekannt: Am 8. Dezember d. I. ist durch daS Oberkommando in den Marken die Verordnung des Kriegs Ministeriums vom lö. November 1915 über die Enteignung der bescblagnahmten Haushallungsgegem stände aus Kupfer, Messing und Reinnickel bekanntgemacht worden Danach haben die mir der Durchführung der Verordnung beauf- lraglen Äommunalverbände nunmehr allen jenen, die beschlagnahmte Gegenstände angemeldet haben, eine Anordnung zuzustellen, durch die das Eigentum an den beschlagnahmten Gegenständen auf den Neichsmilitärsiskus übertragen wird, In der neuen Verordnung des Kriegsmimslenums vom 16. d. Mls. ist nunmehr auch ein alpha- beliich geordnetes Verzeichnis sämtlicher beschlagnahmter Gegen stände enthalten. Die auf Grund der früheren Verordnung erstatteten Meldungen haben daher nur einen bedingten Werl, da die Meldepflichtigen sich binsichilich manches Gegenstandes in Zweifel über seine Meldepflichr befanden. Um nunmehr eine bis dahin oftmals nicht möglich gewesene einwandfreie Feststellung zu treffen, wird in Berlin der Ent eignungSordnung ein Abdruck jenes alphabetischen Verzeichnisses beigefügt werden und die Empfänger haben darin bei jeder Position die Zahl der Gegenstände, die sie davon besitzen, anzugeben und das Verzeichnis bei der Ablieferung der Gegenstände mit abzuliefern. Mit der Ueberiendung der Enteignungsanordnungen wird der Magislratskommissar für Militär- angelegenheiten sMctallabieilungj demnächst beginnen. Die Anordnung ist den, von der Enteignung Betroffenen mindestens eine Woche vor dem Ablieferungstermin zu übersenden. Sie cnihält die Angabe der Sammelstelle, an welche und den Zeilraum innerhalb dessen die enteigneten Sachen abzuliefern sind. Zuwiderhandlungen haben hohe Stra'en im Gefolge. Zu den im Z 3 der Ausführungsbestimmungen des Berliner Magiürais genannten Sammelstellen sGasrevier-Inipeklion bezw deren Nebenstelle) können auszer den enteigneten auch frei- willig die unter Z 4 zu d der Ausführungsbestimmungen aufgeführten Sachen abgeliefert werden. Für diese beiden Arten werden folgende vom skriegSministerium festgesetzten Preise für das Kilogramm gezahlt: Kupfer Messing Reinnickel Vi. M. M. ohne Beschläge 3,00 2,90 12,90 mit Beschlägen 2,70 2,00 10,40 Diejenigen, welche sich mit den Uebernahmcpreisen für die beschlagnahmten Gegenstände nicht einverstanden erklären erhalten eine„Ouiltuilg", aus der das Gewicht und die Art des Melalles hervorgehl. Ueber die Höhe der Vergütung entscheidet alsdann auf Antrag das Reichs-Schiedsgerichl. Die Bezahlung er- folgt dann selbstverständlich erst nach der durch dieses letzte ge� troffenen Entscheidung. Es ist zu vermuten, daß bis zur Ent scheidung längere Zelt velgchen wird. Um dem Schiedsgericht die Preisfestsetzung zu ermöglichen. haben die Einlieferer, die das Reichs-Schiedsgericht anzurufen be absichligen. eine von ihnen unlerzcichnclc genaue Aufstellung der mit der Abnahme betrauten Perion zu übermitteln. Die Ausstellung muß alle Angaben über die Art der Gegenstände und Metalle, aus denen sie bestehen, und über etwa vorhandene Beschläge sowie die einzelnen Kewiibic enthalten und ist der mit der Abnahme belranten Person zur Prüfung voc-ulegen. Denjenigen, die sich n a ch t r ä g- lich mit den Uebcrnahmeprcisen einverstanden erklären, wird der anerkannte Betrag gegen Rückgabe der.Quittung" und der.Auf stellung" im Bureau des Moginrntskommijjars für MiUlärangelegeii- heiten lMelallabteiluug), Berlin(Z. 2, Stadthaus, Klosterstraße, Zimmer 39'40, ausgezahlt. Alle anderen Materialien und Gegenstände auS Kupfer, Messing, Rotauß, Tombak, Bronze, Neusilber lAlfenid, Christofle, Alpaka) und Reinnickel, soweit sie nicht auf Grund der Verfügung M. 1/4. 15. K. R. Ä., betreffend.Bestandsmeldung und Beschlag nahine von Metallen, an die Metallmeldestelle der KriegS-Rohstoff- Ableilung des Köiiigl. Preußischen Kriegsministeriums gemeldet sind, Iverden nur in den Sammelstellen der Markthallen(§50« AusführungSbcstiinmuiigen) vom 3. Januar 1916 ab in der Zeit von 8—1 Uhr angenommen, gegen Zahlung der vom Kriegsmimsterium festgesetzten Uebernahmcprciie voil 1,70 M. für das Kilo Kupfer. 1,—.... Mc:sing, Rotguß, Tombak, 1,80„.„, Neusilber lAlfenid, Christofle, Alpaka), 4,50.... Reinnickel. Zu diesen Preisen wird auch Altmaterial angenommen. flus Grsß-öerlin. De? 9Uck in öie Jerne. Als die Frühlingssonne die ersten Blümchen ivackiküßte, zogen sie ein. Hätten es nicht die funkelnagelneuen Äc'öbel- stücke verraten, an ihren leuchtenden Gesichtern, ihrer zart- lichen Sprache hätte mau es mit Sicherheit feststellen können, daß sie sich noch im ersten Stadium der Ehe befanden. Er leitete den Umzug auf der Straße, sie oben in der Wohnung Tann und manu kani sie ans Fenster und rief etwas her- unter, niit lächelndem, liebkosendem Blick, und dann nickte er und strahlte und zeigte gesunde, Ivcißc Zähne unter dem dunklen Schnur rbärtchen. Bon da an konnte ich sie täglich beobachten, wenn sie am offenen Fenster lagen oder ausgingen. Wie zwei verliebte Turteltäubchen gebürdeten sie sich. Herrgott, so eine Ehe muß doch schön sein, dachte ich, der ich dieses Glück noch nicht erlebt habe, jedesmal mit einem Anflug von Neid und dem festen Vorsatz, nun aber doch bald den Wahlspruch zu bc- folgen:„Nu aber rin, iu't Verjniejen I" Ich muß gestehen, ineine jungen Nachbarn konnten einem die Sache wirklich mundgerecht machen. Als sie einige Tage gewohnt hatten, brachte der Ehemann eines Abends ein Bündel Bretter mit und am nächsten Abend eine in Zeitungspapier eingehüllte Blechbüchse. Und nun begann es an den nächsten Tagen aus dem Balkon des Ehe- Paares au zu sägen und hämmern, daß es eine Art halte. Das Frauchen stand dabei und reichte ihm die notwendigen Gegenstünde zu. Bald lösten sich aus dem Chaos von Brettern und Werkzeugen hell schimmernde Blumenkästen, und als die Morgensonnc wieder einmal in aller Frühe neugierig auf den Balkon bünzclle, standen dort in den Gittern Holzkästeu, die ganz giftgrün angestrichen waren. Noch einen Tag weiter, und der Ehemann füllte schwarze Erde hinein und noch etwas, aber da hielt sich die junge Frau die Nase zu und verzog sich lachend in die Wohnung. In die Erde versenkte er Samenkörner, damit ivar für's erste alles getan, was zu tu» war. Es folgten warme Tage. Da saß das Pärchen schon vor 6 Uhr morgens aus dem Balkon. Ein kleines Tischlein mit einer weißen Decke versehen und zwei Stühle bildeten die Ausstattung. Der Mann las die Morgenzcitung— mit Genugtuung konstatierte ich, daß es der„Vorwärts" war— die Frau trug den Kaffee auf, goß die Tassen voll, bestrich die Brötchen und tat all das, was das Eheleben so verlockend gestalten kann. Punkt'/z7 Uhr stand er auf, und sie geleitete ihn an die Tür, gleich darauf verließ er das Haus und ging eilenden Schrittes auf den Bahnhof zu, den wir vom Fenster aus sehen können. Und während er ging, fand er noch Zeit genug, immer wieder sich umzusehen und hinauf, zu dem Balkon zu grüßen, wo sein Frauchen stand, und ihm freudig nachwinkte. So währte das Idyll bis in den Sonuner hinein. Aus den Kästen ivuchsen und rankten Bohnen und Kresse, morgens klapperten die Kaffeetassen und abends brannte auf dem Balkon eine Ampel, die einen roten Schirm hatte. Es wurde. Juli, und es wurde August— über den Erdball raste die Kriegsfurie. Ein beklemmender Druck legte sich auf die Gemüter. Auf dem Balkon wurde kein Kaffee mehr getrunken, abends lag er still und verlassen. Und eines Morgens verließ der junge Ehemann wieder das Haus, doch nicht behenden, fröhlichen Schrittes wie sonst, sondern gemessen ernst und feierlich. Zwar winkte er hinauf, aber es lag etivas Wehes. Schmerzliches in diesem Gruß. Und der er galt, die stand starr und steif und krampfte ihre Finger in das Balkon- gittcr. Bis er im Bahnhof verschwunden war, dann ging sie ins Zimmer. Am Tage sah ich die Frau von nun an nicht inchr, aber frühmorgens und abends stand sie auf dem Balkon und sah unbeweglich hinaus, in der Richtung, in der er zuletzt ge- gangen war. Dann kam sie mir ganz aus den Augen, imd als ich sie zum erstenmal wieder sah, hielt sie ein kleines Kindchen in ihren Armen. Und immer wanderte ihr Blick die Straße hinunter, über den Bahnhof hinweg, in unbekannte Fernen. Gestern hörte ich, wie sie zu einer Nachbarin sagte, ihr Mann käme auf Urlaub. Nun steht sie hinter den Fenster- scheiden und wiegt ihr Kind und ihre suchenden Augen bohren sich sehnend in die Weite. Dort, zum Bahnhof hin, von wo er kommen muß. Das Märkische Museum ist am Freitag, den 24., und Freitag. den 31. Dezember, nur von 10—1 Uhr geöffnet, am 25. Dezember und 1. Januar dagegen ganz geschlossen. Am 2. Weihnachts- und 2. Neujahrstag ist es von 10—3 Uhr geöffnet. Die Menzel-AuS- stellung bleibt noch einige Zeit bestehen. Die Volks-Badcanstalt in der Bärwaldstraße wird in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen, da umfangreiche Er- neuerungs- und Erweiterungsarbeiien vorgenommen werden müssen. Tie Höchstpreise sür rohes Schtveinefctt. Aus dem Raihause wird berichtet: In der Verordnung des Magistrats vom 16. November 1915, beireffend Regelung der Klein- handelspreiie für Schweinefleisch und Schweinefleiichwaren ist nicht hervorgehoben,' daß der Preis für sriicheS(rohes) Schw-inefett 1,80 M. nicht übersteigen darf. Eine solche Bestimmung war auch nicht erforderlich, da dieie zwingende Wirkung bereits in der Bundes- ralsverordnung voin 4. November 1915, betreffend Regelung der Preise sür Schlachtschweine und Schweinefleisch enthalten mar. Da aber im Handel Zweifel entstanden sind, ob dieser Höchstpreis für Scknveiitcfett in Anwendung zu bringen ist, und insbesondere für alle Felioricn, hat der Magistrat in einer NachlragSverordnung vom 17. Dezember 1915 bestiinint, daß der Preis für 1 Pfund frisches (rohes) Schweinefett, und zwar gleich, ob Riickenfett, Liefen oder Micker, l,80 M. nicht übersteigen darf, Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden ebenso bestraft, wie Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung vom 16. November 1915, belreffend Re- gelung der Kleinhandelspreise für Schweinefleisch und Schweine- fleischwaren._ Die KricgStintcrstlihungskmpfängcr der Steuerkasse VHI B in der Eotheniilsstr. 9-t, die zum 81. Dezember bestellt sind, können ihre Unterstützung bereits am 27. Dezember in Empfang nehmen. Keine echten Kriegsgefangenen im Zirkus. Das Wotffsche Telegraphcnbureau teilt mit: Berlin, 21. De- zember. In der AiiSlandSpteffe wurde in letzter Zeit die Nachricht verbreitet, daß Hunderte von französischen, russischen und belgischen Gefangenen bei der abendlichen Kricgspantomime im Zirkus Schumann zu Berlin als Statisten mitwirkten. Diese Nachricht entspricht selbstverständlich nicht den Tatsachen. Sie ist offenbar daraus eulstanden, daß bei dem Ausstattungsstück unter anderem auch Kriegsgefangene auftreten, die aber nur von deutschen Statisten dargestellt werden. Ulibcfngtcs Schlittschuhlaufen. Das Polizeipräsidium teilt mit: Um Unglücksfällen vorzubeugen, bringt der Polizeipräsident von Berlin unter Hinweis auf die Be- stimmuiig des§ 30 Absatz 2 der Stroin- und SchiffahrtSpolizci- Verordnung vom 15. Oktober 1899 in warnende Enniierunq. daß das unbefugte Betreten des Eises soloie das unbefugte Schlittschuh- laufen aui den hiesigen Gewässern verboten ist. Die Polizei- und Slromauisichlöbeanucit sind angelviesen, auf die Beachlung dieser Bestimmung zu hallen._ Ein Ucbcrfall im Tiergarten beschäftigt die Kriminalpolizei, die auf die Ermittelung des Täieis 500 M. Belohnung ausgesetzt hat. Der Ilcbersallcne, ein Kaufmann Hainmerstcin, ist von dem Täler mit einem sogenannten KiiegSmcffcr verletzt worden. Das Messer ist im Polizeipräsidium ausgestellt. Zu einem Ziisammcnstoß zweier Straßenbahiiwagen kam es am gestrige» Dienstagnachmittag lutz nach 4 Uhr in der Berliner Straße in Tcmpelhof. Vor dem H.tuie Nr. 5 hielt dort ein Zug der Linie 99 plötzliw auf offener Strecke und der iiachsolgeude Wagen der Linie 73'uhr iiikoigedeffeu auf den Beiwagen des Zuges der Linie 99 aui. Durch den Änt'rnll wurde der aiigeiahieiic Wagen dciart beschädigt, daß er ans dem Verlebe gezogeii iverden mußte, an dein Wagen der Linie 73 ivurdcii die Perronverglasungeit zcr- lrümmerk. Zehn Fahrgäste meldeten sich als bei dem Zusammen- 'roß zu Schaden gekommen. Keiner von ihnen hatte äußerliche Bcr- ctzungen davongetragen! sämtlicde zehn Perioneir setzien die Fahrt fori, ohne ärziliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Warnung vor„Liliput-Mnnition". Einer Bekanntmachung des Polizeipräsidiums eiilnehmen tvir: Unter dem Namen.Liliput- Mmiilion" kommen Knallkörper in den Verkehr, die aus Pappe- näpschen mit einem Knalliatz bestehen, der den gebräuchlichen Knalliatz aus roiem Phosphor, Cvlorat und einem Klebcsloff, also einen ebenso rcidniigs- und stoßempfindlichen wie briiamen Sprengstoff enthält. Bei dielen KnaUkörpern handelt es sich nicht um eine ordnungs- mäßig verarbeitete Munition zum Zündeii von Schieß- oder Spreng- miltelu. sondern um verhältnismäßig roh hergestellte Gegenstände, die leiiteu aitderen Zweck haben, als durch eine Schlagbolzcitvorrtchtuitg zur Erzeugung eines Knalls gebracht zu werden. Da die Liliput-Munition nicht zum Eisenbahnverkehr zugelassen ist, ist sie auch nicht zum Ver- kehr im Sinne einer Polizeiverordnung zugelassen. Dies muß im Hinblick aui die auS dem Berkebr mit solchen Knallkörpern zu er- wartenden Gefahren besonders betont werden. Solche Knallkörper dürfen nicht an Personen, von denen ein Mißbrauch zu befürchten ist, insbesondere nicht an Personen unter 16 Jahren abgegeben werden. Soweit Knallkörper zum Verkehr zugelasien sind, wie z. B. Knallkorken, Knallkapseln usw. ist ihre Zulassung an die dafür vor- geickiriebcne Verpackung gebunden. Knallkörper dürfen also zwecks Feilhaltung nicht aus den Schachteln, in die sie verpackt waren, ge- nommen werden. Auch darf aus den Schachteln nicht daS Sägc- oder Holzmehl und die eiwa zur Abdeckung dieuende Baumtvollschicht herausgenommen werden. /tos öen Gemeinden. Legitttnatioliszwaug städtischer Kontrolleure in Charlottensturg. Die zur Ablesung der Gas-, Wasser- und Elektrizitätsmesser oder zur Kontrolle dieser oder sonstiger städtischer Apparate in die Wohnungen der Konsumenten gelangenden Angestellten und Arbeiter der Stadt Cbarloitenbtirg sind, wie hiermit nachdrücklichst festgestellt sei, verpflichtet, bei jedem Besuch ihre Legitim ations« karte unaufgefordert vorzuzeigen. Nochmals erhöhte Niiterstühnngösatze in Tegel. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung mußte abermals eine Ergänzungswahl für unseren zttiir Heeresdienst einberufenen Genossen Meyer vorgenommen iverden. Gem,-Berti, Maricheider wurde m das Mieiseiirigungsantt als stellvertretender Beisitzer gewählt. Inzwischen ist auch Genosse M a s sa eingezogen worden, so daß unsere Fraktion von iüin aus zwei Mann zusammen- geschrumpfi ist.— Im wesentlichen hatte sich die letzte Sitzung mit ciner� Ergänzung der Unter st üyuirgsgrundsätze zu beiasseu. Wie der Vertreter des Gcmeiiidevorstandes, Assessor L a e g e l, begründend ausführte, hat sich bei der Nachprüfung der letzthin getroffenen Abänderungen der Unterstützungssätze ergeben, daß die vom 1. Januar ab geltendcti Sätze schon jetzt in den meisten Fällen gewährt werden. Es macht sich deshalb eine Erhöhung notwendig, mn eventnelle Härten zu vermeiden. Als F a in i l i e u u n t e r st ü tz u n g soll nunmehr gewährt werden: einer Frau mit eurem Kinde monatlich 49 M., mit zwei Kindern 58 M., für jedes weitere Kind 10 M. mehr. Bei der Mieisunterstützung treten dementsprechend auch erhöhte Sätze in Kraft, die nicht angerechnet werden dürfen. Hter handelt es sich um Anträge von Familienangehörigen Eingezogener, die von dem Arbeitgeber oder sonst von dritter Seite eine Unter- stützung erhalten, oder die durch eigene Arbeit etwas verdienen. Attrechttuitgsfrei bleiben 04 Mark Einnahmen einer Frau mit etuew Kind, 72 M. mit zwei Kindern und je 10 M. mehr bei jedem iveiteren Kinde. Die Vertretung stimmte dem zu, wie auch einem ferneren Antrage des GemeindevorstandcS, wonach Angestellten und Arbeitern, die nicht lest angestellt find, im Bedarfsfälle infolge deS Krieges die bisher gewährte Unterstützung noch 3 Monate nach dem Tode weiter zu zahlen ist, soweit Angehörige von ihnen vntcrhaltell worden sind. Lebcnsmittelfürsorge in Spandau. In nächster Zeit wird die Stadt Reis und ca. 300 Zentner Schmalz zum Verkauf bringen. Es muß anerkannl werden, daß die «ladtverlvaltung eifrig bemüht ist, die Bevölkerung mit billigen Lebensmitteln zu versorgen. Aber zur Kritik fordert heraus, wie diese Lebensmittel verteilt werden. Es ist ganz gleichgültig, wie stark die einzelne Familie ist, aus Grund ihres Ausweises bekommt die kinderreiche Familie nur ebenso ihr balbeö Pfund Butler oder Schmalz, wie eine kinderlose Familie. Das ist eine große Un» gerechligkeil und führt zu allerlei Nnzuträglichkeiten. Es muß daher Aufgabe der städtischen Lebeusnmtelfiirsorge sein, den Familien ent- sprechend ihrer Kopfzahl Berechugungskarten auszustellen. Noch schlechter kommen jedoch Unlermicler beim städtischen Lebensmittel« verkauf davon. Wie der Magistrat einem ledigen Einwohner, der keinen Ausweis vorlegen konnte und infolgedessen eine ganze Woche lang keine Bulter erhielt, mitteilte, werden die Ausweise nur an Spandauer Einwohner, die eine eigene Wohnung und einen eigenen Hausstand haben, ausgegeben, nicht aber an Untermieter. Der Magistrat bemerkt darin weiter, daß alle Waren, auch Fette und Butter, die nicht von der Stadt beschafft sind, in jedem Privat- geichäil ohne Vorzeigung eines Ausweises bezogen werden könnten. Dies trifft jedoch nicht zu. denn alle Spandauer Vullerlieferanten behaupteten in den letzten Tagen, ohne Vorlegung eines Ausweises keine Butter vorkaufcn zu können. Kiildcrfürsorgc in Pankow. In Anbetracht der durch den Krieg bedingten erhöhten Rot- wendigkeit der Heranziehung und Erhaltung eines kräftigen Be- Völkerungszuwachses, wurde in der letzten Sitzung der Gemeinde- Vertretung die Errichtung einer Säuglingsfürsorge- stelle zum l. Januar 1916 beschlossen. Es handelt sich vorerst um etwa 400 fürsorgebedürftige Kinder, die unter der Obhut eines Arztes und einer anzufallenden Fiirsorgeschwester gebracht werden sollen. Die eininaligen Kosten der Einrichtung betragen etwa 500 Mark, die laufenden werden sich zunächst auf 2500 M. jährlich be- laufen.— Der Berliner Krippe nberein hat die Absicht, am 1. Fe- bruar 1910 in Pankow eine Z w c i g k r i p p c zu errichten. Die Gemeinde beabsichtigt später, selber eine solche Einrichtung zu schaffen. Ilm aber schon jetzt einer Anzahl Aufsicht und Pflege bedürftiger Kinder eine geeignete Unterkunft gewähren zu können, beschloß die Vertretung, der genannten Zweigkrippe einen Jahres- zttschuß von 1000 M. sowie einen solchen von lOOO M. für die erste Einrichtung zu zahlen.— In die Kommission für landwirtschaftliche Verwertung von Baugelände wurde an Stelle des zum Heeres- dienst einberufenen Genossen K u b i g Genosse Struck gewählt.— Ein Antrag der Gemeindevcrtreter Schadcnberg und Genossen, der ein Vorgehen gegen den die Interessen des Grundbesitzes erheblich einengenden§ 35 der Banpolizei-Ordnung für die Berliner Vor- orte bezweckte, wurde zurückgestellt, um inzwischen eine einheitliche Stellungnahme mit anderen Vororten herbeizuführen.— Schließlich kam noch die Buttcrkalamität zur Sprache. Um die Ansammlun- gen vor den Buttergcschäflcn zu verhüten und eine gerechtere Ver- teilung der Butter herbeizuführen, soll eine Verordnung erlassen werden(dieselbe ist am letzten Sonnabend bereits in Kraft ge- treten), wonach die Geschäftsinhaber nur Vi Pfund Butter pro Woche gegen Vorzeigung und entsprechende Abstempelung der amtlichen Pankowcr Lebensmittelkarte verabfolgen dürfen. Lcbcusmittelvcrkauf in Britz. Die Gemeinde hat zur Durckiiihntng einer möglichst gleichmäßigen Verteilung notwendiger Lebensmittel an die Britzer Ein- tvohner in dem Hanse Ecke Hannemünn- und NungiuSstraße eine VerkattfSstrlle sür Lebensmittel miauet. Der Verkauf hat bereits begoimeir und findet statt werktäglicb von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis ö1/« Uhr. Es werden zunächst nur gleiche Mengen an jede Haus- Haltung abgegeben gegen Vorzeigung einer AusweiSlarke. die im Meldeamte. Cdausseesiraße Nr. 50, gegen Legirtmation in Empfang genommen werden kann. Haushaltungen mit fünf und mehr Köpfen können eine zioeile AuSweiskarle erhalten, die zum gleichen Bezüge berechtigt wie die Hauptkarle. Es kommen vorläufig, und zwar nur an Britz« Eiuwohner, zum Verkauf: Hütjenfrüchle(Bohnen oder Erbsen) zum Preise von 28 Beat». 25 9Jf. für'/? Pfund; Makkaron! 35 Pf. für Va Pfund; Bauckspeck zu 1,05 M. für Va Pfund und Schinken im ganzen zu 2,20 M. für das Pfund. Sobald als möglich wird Reis, Margarine und Butter in demselben Laden zum Verkauf gestellt werden. Außerdem werden ofme Vorlegung der Ausweiskarte verkauft: Schweinefleisch in Brühe die Dose für 1,25 M.: Goulasch für 1,25 M. und Sülze für 1,20 M. Gcmeindevertretersitzung in Noivawes. In der letzten Sitzung stand ein Antrag des Verbandes märklicher Arbeitsnachweise auf Ilcbernnhme des von ihm bisher unterhaltenen örtlichen Arbeitsnachweises durch die Gemeinde zur Beratung. Der Nachweis, der sich jetzt im Rathause befindet, hat sich in der Zeit seines Bestehens als sehr zweckdienlich erwiesen, weshalb die Gemeinde auch nicht abgeneigt ist, ihn irotz der zu er- wartenden höheren Ilnierhaltungskosten in eigene Verwaltung zu nehmen. Wie Genosse O s m e r als Berichterstatter in der Sitzung ausführte, ist die Gemeinde zurzeit wegen Mangels geeigneter Bureaukräfte jedoch nicht in der Lage, dem Antrage stattzugeben, weshalb der Verband ersucht werden soll, den Nachweis auch noch im nächsten Etatsjahr weiter zu führen Der von der Gemeinde bisher gewährte Zuschuß wurde zu diesem Zweck sogar von 300 auf 600 M. erhöht. Da mit der Uebcrnahme des Nach- weises nach Ablauf des nächsten ElatSjahrcs sicher gerechnet werden kann, hätte die Gemeinde reichlich Zeit, sich auch mit der gewiß nicht minder wichtigen Frage des Nachweisleiters zu betanen. Für die im Altersheim untergebrachten Pfleglinge wurde mit Rück- ficht auf die verteuerte Lebenshaltung der bisherige Verpflegnngs- fatz von 1,25 M. auf 1,60 M. erhöht.— Die in Singers Volks- garten feit längerer Zeit regelmäßige Theatcrvorstelluugen bietende Theatertruppe hat bei der Gemeinde die Gewährung eines Zu- schusseS beantragt. Die Finanzkommission trat mit Rücksicht auf�die bildenden Bestrebungen des Unternehmens unv die gegenwärtige mißliche Lage der Künstler und Künstlerinnen für Bewilligung einer entsprechenden Summe ein, der auch von der Gemeindevertretung zugestimmt wurde._ Ms aller Welt. Aus grofter Zeit. Wir lesen im„Berl. Tagebl.":„Beim unibefngten Frettiercn von Kaninchen wurden auf der Feldmark Tahmen bei Vollrathsruhe in Mecklenburg fünf Personen aus Berlin abgefaßt. Sie wurden verhaftet, aber nach Feststellung ihrer Personalien wieder frei- gelassen. Die in ihrem Besitz gefundenen Frettchen und Fang- gerate wurden beschlagnahmt und das Ergebnis des Streifzuges, 16 wilde Kaninchen, auf Veranlassung des Amtsgerichts in Waren öffentlich meistbietend versteigert." Gewiß werden sich die Sünder, die sich nach einem Stückchen Kaninchenfleisch sehnten, strafbar gemacht haben; aber hätten nicht derartige Fußangeln in dieser Zeit der Not und im Hinblick darauf, daß doch die Vertilgung der gefräßigen Nager in Feld und Wald im Interesse der Allgemeinheit liegt, schon längst beseitigt werden müssen? Sie konnten zusammen doch kommen. Aus Luxemburg wird der„Franckf. Ztg." über eine löst- liche � kleine Szene berichtet, die sich letzthin an der deutsch-luxem- burgischen Grenze abgespielt hat. Ort der Handlung: die Mosel- brücke zwischen Remich und Nennig. Handelnde Personen: ein luxemburgischer Barbier und ein deutscher Kunde. Seit Menschen- gedenken nämlich hatten die luxemburgischen Verschönerungsräte des Städtchens Remich viele verschöncrungSbedürftige Kunden jenseits der Mosel sitzen. Tie Paßschwicrigkeiten bereiteten diesem friedlichen Verkehr ein jähes Ende. Aber den Barbier wechselt man nicht so schnell wie sein Hemd. Und wenn vollends kein Er- satz aufzutreiben ist, dann wird die Lage kritisch— und der Bart struppig. Soweit waren die Dinge bei einem preußischen Kunden eines Remicher Barbiers gediehen: Da kam der wackere Bauers- mann auf einen guten Gedanken, ging entschlossen bis an das Brückenhäuschen auf der Moselbrücke und ließ seinen langjährigen Leibfriseur mit den notwendigen Handwerksgeräten auf die Brücke bescheiden. Der läßt sichs nicht zweimal sagen und eilt zum Zoll- hause. Hier nimmt ein dicht an die Grenzlinie heran- geschobener Stuhl den bärtigen Kunden auf, der feelen- ruhig und vergnügt seine zwei Wangen ins Luxemburgische hin- überreicht, wo der pflichtgetrcue" Leibbarbier dem Sioppelgebilde seines Kunden mit gründlicher Gewissenhaftigkeit zuleibe rückt. Der wachthabende Landsturmposten und eine große Volksmenge sahen diesem Idyll belustigt zu. So tatsächlich geschehen auf der Mosel- brücke bei Remich. Drei Kinder ermordet. In P u s ch k a u bei Reichtal im Kreise NamSlau wurde während der Kirckzeit ein dreifacher Raub- m o r d in der Wohnung des Stellenbesitzers Sobolra, der zur- zeit im Felde steht, verübt. Zwei junge Leule von 15 und 18 Jahren drangen, während die Frau in der Kirche war, in die Wohnung ein. stahlen dorr einen Geldbetrag und töteten die drei Kinder der Frau im Alter von 3, 6 und 8 Jahren. Die Täter wurden verhaftet, Beim Wildern von einem Förster erschossen wurde am Sonntag ftüh in einem Forst bei K ö» i g s w a l d e der 34jährige Sobn eines Guisbesitzers aus Rosenihal, Es heißi, daß der Förster aus Notwehr gehandelt hat, da der Wilderer die Waffe auf ihn an« gelegt habe. Schadenersatz für die Opfer der„Titailic"-Katastrophe. Die White-Star-Linie willigte ein, den Hinterbliebenen der Opfer der „Titanic" 664 000 Dollar Schadenersatz zu zahlen. Ein Zehntel des Betrages geht nach England. Weihnachtsveranstaltungen. Verein siir Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag. den 27, Dezember, Märchenaufführung unter Mitwirkung von 30 Kindern, im Gewerkschastsbaus, Engelnser 15. Eröffnung 4 Uhr. Beginn 5 Uhr, Einiritt 20 Pf, Gäste willkoinnren, Tchönebcrg. Sonntag, den 26, Dezember(2. Feiertag), abends 6 Uhr, findet in der Schloßbrauerei, Hauptstr, 122, eine Wintersonncn- w e n d s e i e r unter Mitwirkung des Schöneberger Frauenchors, Mit» gliedern der Arbeiterjugend und Freunden derselben statt. NntrfttspreiS 15 Pf Ter Schöncbcrger Frmienctior und der Tchoiicberger Arbeiter« turnverein begehen ihre Weibnachtsfeier gemeinsam am 25, Dezember (1. Wcihnachtslag), abends 6 Uhr, in der Schloßbraucrei, Hauptstr 122. Ricder-Schönewetde. Die Wcihnachlsseier des Wablvereins finde' am 1. Feiertag nachmittags 3 Uhr im Waldhaus, Berliner Sir 8t, statt- U. a,: Märchcnvorlrag mit Lichtbildern; Kindcrbcscherung; turnerische Vor« stihnmgcn und Warmorgruppen des ArbcitcrturnoereinS„Frisch srei'; Baucrnlänze der Nieder-«chöneweider Arbeiterjugend.— Nur sür Mitglieder des Wahloereins und deren Angehörige. Eintritt frei. Kmöerveraustaltungen. Adlcrshof. Donnerstag, den 23, Dezember, abends 6 Ubr, im Lokal von Ziege, Bismarckstr. 29:MärchenlichlbiIdcrvorjühruNLeu sür die Kinder unserer Kriegsteilnehmer. Eintritt frei. Vnefkasten der Redaktion. P. W. 100. 1. Es liegt doch kein Grund vor, sich der ärztlichen Unicrsuchung zu entziehen. Ohne Untersuchung kann die Invalidität doch nicht scftgestcllt werden. Eine andere Möglichlcit, Rente zu beziehen, ist nicht gegeben, 2. Herzleiden und Uoterlcibsbruch. aus Dienslsäbigleit noch erkannt werden kann, liegt bei der Entscheidung des Militärarztes. — 31.(5). 79. Die Frau erhält in Berlin 30 M, monatlich Unterstützung, wenn die nach dem Gesetz vorgeschriebene Bedürftigkeit vorliegt, Ihre Dienstbehörde zahlt unseres Wissens den Familien auch eine kleme Unter- stützung.— St. S. 39. Wir würden doch raten, wegen dieser Kleinigkeit in der jetzigen Zeit nicht die Gerichte mit Klagen zu beschäftigen. Sie könnten cvcntl. klagen wegen Beleidigunz, müßten aber vorder einen Sübnetermin beim Schiedsrichter beantragen,— S3. S. 42. Wadrschein- lich nicht, darüber entscheidet aber die Militärbehörde.— F. F. 101. Der Vertrag kann deswegen nicht nebrochcn werden.— 40.■?>. 8. Leiden des Kehlkopses oder der Luströhre, Dienstuntauglich,— Lux 56. Die Stadtgemcindc Berlin kann in dieiem Falle auch Hundesteuer verlangen, 5t. L. Spandau. 1. An das Ministerium der öffentlichen Arbeiten Berlin, WUhelmstr. 79, 2, Darüber entscheidet der Magistrat von Spandau ielbsländig. Wenn Sie keinen eigenen Hausstand sübrcn, so hat der Haushaltungsvorstand, bei dem Sic wohnen, sür Beschaffung der Karte Sorge zu tragen,— R. K. 12. Melden Sie sich beim Haupffaintäts- dcpoi, Scharnborststr, 14.— Budgetbewilliger. �oichc Angelegenbeitcn im Brieskaffcn zu behandeln ist unmöglich.— C.. BS. 100. Vom Staat auSgegehcne zinstragende Anweisungen.— R. B. 1000. 1. und 2. Ja. — F. H. 70. Sie müssen sich beim Vorsitzenden der Brotkommiiffon eine Bcsrtzeinigung ausstellen lassen, damit Sie an dem betreffenden Ort in Thüringen Brot erholten,— F. L. 105. 1. und 2. Da Sie vom Militär- dienst noch nicht entlassen sind, haben Sie noch leinen Anivruch ouf Rente. 3, Das kommt aui die Begutachlung des Arztes an. Wir ichätzen nach Ihren Angaben �aus etwa 20 Proz, Rente— t08 M. jährlich.— Schulze 100. Stellen Sic Ihre Ansprüche auf Zahlung des Kranken- gelbes an die Krankenkasse, Nach Ihren Angaben ist die Weiterversichcrung hcwirkt worden, selbst wenn Jbnei� auch das Kranlcnkassenbuch nicht aus- gebändigt wurde,— M. 1. 1. Sic sind zwar bei der letzten Musterung als dienftunsähig erkannt worden, die Möglichkeit ist aber nicht völlig aus- geschlosscii, daß eine Nachmusterung vorgenommen wird uno Sie doch noch sür dienstfähig erachtet werden, 2, Ja, weil wir nach Ihrer Milteilung an- nebmen müssen, daß sie noch nicht völlig ausgemustert sind.— Auf. ltarung 1876. Wegen des Mietszuschusscs müssen Sic sich mit einem Antrag an die Stcucrkasfe wenden,— F.<8. 100. Wir würden Ihnen doch empfehlen, mit Ihrer sehr komplizierten Angelegenheit zu uns in die Sprechstunde zu kommen, ilrmawmgssttlle Knlm N 54, fiiiiniftr. 83- Telephon: Amt Norden 185, t239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9— 1 und von 4— 7 Uhr. AcMimg! Achim r- 1 Unsere Bureaus sind wegen der Feiertage geöffnet: Freitag, den 24. Dczemder, von 9—1 Uhr mittags, Montag, den 27.„„ 9—1„„ Freitag, den 31.„„ 9—1„„ Achtung, Ermrtislch lkrsuktj! Wegen Quartalsschluß bleibt das Bureau der Kranken- abteilung am Montag, den 3. Januar 1916 geschlossen. Da sämtliche Mitgliedsbücher eingezogen werden, ersuchen wir die Kollegen und Kolleginnen, ihre bis Freitag, den 3l. Dezember 1913 fällige Unterstützung abzuheben. Ausgenommen davon sind diejenigen, welche sich in Krankenhäusern oder Heilstätten befinden und ihre Unterstützung erst nach Beendigung der Krankheit abheben. Alle diejenigen, deren Zahltag am Frei- tag, den 31. Dezember, und Sonnabend, den 1. Januar, ist, erhalten am 31. Dezember bis IL Uhr mittags die Unter- stützung. Alle diejenigen, deren Zahltag am Montag, den 3.. und Dienstag, den I.Januar 1916, ist, erhalten am Dienstag, den 4. Januar 1916, die Unterstützung. 123/20 Die Ortsverwaltnng. Pelzwaren Max Rosenthal 11 Bruamenstr. Iii; 1 osrenüber d. Schneiderei- jonossenschaft„Hoffnung" Größtes Petzwarengsschäft des Nordens. Lielerant der Koiisüis-Seiürasetiaft Berliiisu.ifflpeDtl.'- Heute bis9Uhr geöffnet PeSz Garnituren für WeilinaohtMgcschcnke Großer Muff, Schal oder Tieriorm beide Teile zus. 60. 75, 85 JI. Flieh*. Marder, 8oal, If'ch. Spezlaiiiät: Skunks. ielchte Peizsliüte zu bekannt billigen Preisen. Wiener ?elzhaus Leipziger Str. 41. (neben Konfektionshaus Maaßen.) Prämiiert 1914 u. 1915 in Skunks.* Sterren- KSSnte! Ulster, Palelots u Änzüge verkauft große Kera-Kleider-Fabrik jetzt auch an Private. Stralauer Str. 42 43, ITr. 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Das Genossen- schaslsgulhabcn und die Haftsumme haben sich um je 35 M. vermindert- die Gesamtsumme, für welche alle Genossen zusammen hasten, beträgt 1555 M. 202 Bäckcrcigenosseoschaft Volksbrot. E. G. m. b. H. Beuster, Kohllahn. Otto Korn, Retusch. GsrbiMiscIilampen 3.90. Zubehör billigst Weberstr. 42. ü bunbff und Alaska- nilims= Aüchse= —0 reizende Neuheiten in � Skunks- Gapes, Skunks- JlJuffc» in Kürbis- und Zepvelin- form. Skunks- und Opossum- streifen für Klciderbcsatz sowie erst- klassige Kavalierpelze direkt in de? Werkstatt ohne jeden Zwischenhandel. L* Ngnr Köllnischer Fischmarkt 2, US Ulf II. Etage, zwischen Breite Str. u. Städt. Spork' �SET�VHabe» Sie empfehle nach Maß passend gearbeitete Slülzeinlagea sowie Brnclibandjtäjea aller Art, Leibbinden, Stützkorsetts uiw., Artikel zur Gesundheits- u Krankenpflege.* Pollmann, LlUidnM, Berlin N, Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankenkassen. Münzen Müm"""dlung. Wil helmstr. 46/47 Unnshmeflelleii Iii!'„kilelne Anzeigen" Kcrlin C. 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