( 5 Pfennig) Sie Tnfertiens'GcbQisr BeJrägt f5r die sechzzest>altene Kolon» »eile oder dercn R-um«> Pfg� im politische und gewertichastlichs Vereins. und LersammiiingS-Anzeigen!A Pfg. „Illeine Anreisen", das tengrdruÄe Kort 20 Lsg. szulassig 2 fettgedrulkte Worte), jedes weitere Aort 10 Pfo. Etellenze-nch- und Schlafft-llen-n. »erzen das erste Wort 10 P'-u. jedes fiwrtvf(0(/t rtr>..�4� ,1».~ ji wenerc Worts Pfg, Worte über'läBuch. staden zählen für zwei Worte. Znseröte str die nächste Nummer müsjcn bis Derlinev Volksblakk. äer fozxzldcmokratiTchcn partei Dcutfchlanda. llbr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Exvedition ig bis 7 Uhr abends geöffnet, rsegramm. Zldreffe: „SszIaMuecfenl Btrlla", Neüakttoa: SW. 6$, Ltnöenstrahe 3. sfernivrecher-«mt Mortnvla».«r. IRI 90— 151 97. Donnerstag, den ÄÄ. Dezember ISIS. Czrpeüitton: SV). HS, Linöenftraße 3. lS«r«sprecher: Amt Moritzvla«. Nr. 15190—15197. Ar. NM.- 83. Jalp*. RpenDmfotS'Bedlngn�cat SbonnementS■ Breie srönumeranbm Vierteljabrl. S�o MI. monarl. 1.10 Mi, wöchentlich 25 Big. frei inS Hau», »inzeln« Nummer 5 Big Sonntag». mimmn mit illustrierter Boimtaa*. Beilage.Die Neue Well* 10 B'a So(V Kbonnemem 1,10 Morl pro Monat eingetragen in die Bosi. ZeitungS- Vreisliste. Unter Kreuzband rät Deuiscklan« und Oesterreich- Ungar» ZL0 Marl, für das übrige Ausland t Wart pro Monat. Bostabonnementt nehmen an: Belgien, Dänernart, Holland. Ztalien. Luxemburg. Sonugat Niimänien. Schweden an» dl» Scham» »»«II Ot&ch. Zcntralorgan Kämpfe auf vie Wahlen in Griechenlanö. Obwohl die jetzt stattgefundenen Wahlen in Griechenland unter Selbstausschaltung der bisher stärksten Partei, der Venizelospartei, vor sich gegangen sind, kann ihnen eine gewisse geschichtliche Bedeutung nicht abgesprochen werden. Sie bilden den vorläufigen Abschluß eines heftigen Kampfes, der im An- fchluß an die verschiedenen Etappen des Weltkrieges seit mehr als Jahresfrist den Hauptinhalt des politischen Lebens des kleinen Staates im Südosten Europas ausmacht, der dank seiner geographischen Lage an einem der Brennpunkte des Weltkrieges eine über seine Größe weit hinausgehende Be- deutung erlangt hat. Schon die einzelnen Etappen dieses innerpolitischen Kampfes in Griechenland, der gleichsam in Gestalt eines Zwei- kampfes zwischen Venizelos und dem König Konstantin fort- während in die Erscheinung trat, sind sehr lehrreich. Am 6. März d. I. veranlaßt? der König die Demission des bisher allmächtigen Ministerpräsidenten Venizelos, weil er dessen auf die Unterstützung des Dardanellenunternehmens der Entente gerichteten Politik seine Zustimmung versagte. Die Kammer ' wurde aufgelöst und am 13. Juni fanden die Neuwahlen statr, die der Partei Venizelos' eine beträchtliche Mehrheit in der Kammer sicherten. Kurz nach dem Zusammentritt der Kammer tm August wurde das Kabinett GunariS gestürzt, das seit März im Amte gewesen war, und Venizelos trat wieder an die Spitze der Regierung. Jedoch schon am 5. Oktober er- folgte zum zweiten Male seine Demission— diesmal, weil der König heftig dagegen Einspruch erhob, daß VenizeloS mit England und Frankreich wegen der Expedition nach Saloniki Fühlung genommen hatte. Das neuernannte Kabinett Zainiis konnte natürlich nicht lange im Amte bleiben, da die Mehrheit der Kammer nach wie vor Venizelos gehörte. Am 5. November wurde dieses Kabinett von Venizelos ge- stürzt. worauf der König die Kammer auflöste und zum 19. Dezember Neuwahlen anberaumte. um Zeichen des Protestes gegen die Kammerauflösung, die enizelos als Verstoß gegen die Verfassung bezeichnete, gab er im Namen seiner Partei, die sich in gemeinsamer Ver- sammlung dazu verpsiichtet hatte, die Erklärung ab. die Partei werde sich den Wahlen vom 19. Dezember gänzlich fernhalten, um dem Volk kundzutun, daß sie die vom König angeordnete Kammerauslösung als verfassungswidrig nicht anerkenne. Man kann der Ausrichtigkeit dieser Erklärung recht skeptisch gegen- überstehen. Tatsache ist aber jedenfalls, daß die Venizelos- Partei, wie aus den vorliegenden Nachrichten hervorgeht, sich den Wahlen ferngehalten und den politischen Kampfplatz völlig den anderen Parteien überlassen hat. Nun darf keineswegs aus dem verlauf der Kammer- Wahlen gefolgert werden, daß die Venizelospartei ihre frühere Stärke beibehalten habe,— ebensowenig wie aus dem Sieg der Regierungspartei der Schluß gezogen werden darf, daß auch wirklich das gesamte Volk hinter der neu gewählten Kammer steht. Unverkennbar jedoch ist, daß in den politischen Parteien wie in den breiten Schichten der Bevölkerung Griechenlands in den letzten Monaten eine tiefgehende Wand- lung vor sich gegangen ist. Der Krieg hat mit seinem Glut- hauch auch den Balkan bis hart an die Grenzen Griechen- lands erfaßt; er hat das Gebiet um Saloniki in ein bewaff- netes Lager, in eine militärische Basis der englisch-französi- schen Landungsarmee verwandelt; und er hat schließlich die Klärung der politischen Anschauungen und Hoffnungen insofern beschleunigt, als er den an den Krieg geknüpften Er- Wartungen auf Gebiets- und Machtzuwachs ein« andere Rich- tung gewiesen hat. Denn daS ist schließlich daS Ausschlaggebende für die Beurteilung Griechenland» und seiner Rolle tm Weltkriege. daß eS sich unter dem Druck der Verhältnisse und in ständigem Lavieren zwischen den beiden kämpfenden Mächtegruppen all- mählich einer anderen politischen Orientierung zugewendet hat. Erst wenn man die bisher vorherrschend gewesenen Aus- breitungshoffnungen der griechischen Staatsmänner und ihre daran knüpfende Politik erfaßt, kann man auch die Haltung begreifen und objektiv würdigen, die VenizeloS. sicherlich einer der bedeutendsten Staatsmänner des modernen Griechenlands. bisher befolgt hat. Venizelos gebührt der Ruhm, durch kluge und geschickte Politik seine Heimat Kreta befreit und mit Griechenland ver- einigt zu haben. Er war es auch, der erkannte, daß Maze- donien für Griechenland die alte Bedeutung verloren hatte und daß eS im eigenen Jntereffe Griechenlands liege, sich Bulgarien und Serbien zu nähern. Er war der eigentliche Schöpfer des Balkanbundes, der ihn aus einem Instrument der russischen Balkanpolitik in ein Instrument der Balkan- staaten selbst verwandelte. Freilich verfeindete der unglückselige zweite Balkankrieg Bulgarien auch mit Griechenland, daS durch seiue Neuerwerbungen tu Mazedonien(Saloniki dem MelliW m(StoBen SWlmmw. Amtlich. Große» Hauptquartier, de« 22. Dezember 1915.(9®. T. B.j Westlicher Zkriegsschanplatz. Die Frauzoseu griffen am Nachmittag unsere Etellnnge» am Hartmannsweilerkopf and am Hirzstcin faSrdlich von Wattweiler) auter Einsatz erheblicher Kräfte au. Es ge- lang ihnen, die Kuppe des HartmannSweiler- k» p f e S, die nach den offiziellen franzSfischen Berichten allerdings schon seit Ende April in französischem Besitz gewesen sein soll, und ein kleines Grabenstück am Hilfen» first zn nehmen. Ein Teil der verlorenen Stellung am Hartmannsweilerkopf ist heule vormittag bereits zurück- erobert. Ein Angriff bei Metzeral brach vor»userer Stellung zusammen. Auf der übrige« Frout bei unsichtige« Wetter«ud Schneetreiben nur geringe Gefechtstitigkeit. Oestlicher und Valkan-Kriegsschaocpstttz. Keine weseurlichen Ereigaiffe. Oberste Heeeeüleit»»«- •» Sn MmellMe GeiimlWsderlM. Wie», 22. Dezr»»ex.(tB. S. CL) Amtlich wird ver- lautdart: 22. Dezember 1915. Russischer KriegSschaaplatz. Stellenweise Artilleriekämpfe und Geplänkel. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit der italienischen Artillerie gegen die Tiroler Sädfronl hält an. Auch an den übrigen Fronten stellenweise vereinzelte Geschützkimpfe. Der Angriff einer feindlichen So«- pnguie bei Dolje am Tolmeiner Brückenkopf brach in unserem Feuer zusammen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei Ipei wurden neuerlich»ennuadsechzig von den Serbe» vergrabene Geschütze erbeutet. Diese Zahl dürfte sich»och er» heblich steigern. Der Stellvertreter de» Chef» de» SeneralstaM. ». H»» s» r, Frldmarschalleutnant. und Kadalla) die vulgaren furchtbar erbitterte. An Stelle d«e Balkanbundes wurde nun daS griechifch-serbische Bündnis daS Rückgrat der Politik VenizeloS auf dem Festlande. Auf dieses VündniS gestützt, suchte er nicht nur die Neuerwerbungen Griechenlands zu wahren und das berühmte.Gleichgewicht� aus dem Balkan aufrecht zu erhalten, er strebte auch danach. durch immer engeren Anschluß an Frankreich und England zurvorherrschendenMackt im östlichenMittel- meer zu werden und die auf den Inseln und in Kleinasien und Syrien verstreuten griechischen Kolonien zu einem Groß- Griechenland zu vereinigen. In diesem Streben folgte Venizelos den Richtlinien. die die eigenartige soziale Gliederung der Griechen innerhalb und außerhalb des Mutterlandes ihm wies. Die einflußreichste Schicht Griechenlands ist die H a n d e l s b o u r g e o i s i e, die mit ihren Schiffen das östliche Mittelmeer beherrscht und die durch Taufende Bande verknüpft ist mit den Griechen in Kleinasien. Syrien, Aegypten und den zahlreichen Inseln im östlichen Mittelmeer. So lange die Frage der Aufteilung der Türkei in der allernächste« Zukunft zu erwarten war. schien e» VenizeloS und mit ihm der übergroßen Mehrheit der griechischen Politiker, daß die Politik Griechenlands ge- richtet sein müsse auf die Schaffung eines Groß-Griechenlands, das fast das gesamte Becken des östlichen Mittelmeers be- herrschen muß. Um dieses Ziel zu erreichen, trat Venizelos. obwohl seine Bestrebungen tm Grunde denen Englands und Frankreichs in Vorderasien diametral gegenüberstanden, in nahe Beziehungen zu der Entente. Deshalb forderte er eine Politik, die aus eine Unterstützung des Dardanellen-Unter- nehmens hinauslief, deshalb förderte er noch Anfang Oktober die Saloniki-Expeditton der Verbündeten. Selbst damals schien es ihm noch, daß ein Zusammengehen Griechenlands mit der Entente dem Verlauf des FeldzugeS auf dem Balkan ein anderes Gesicht verleihen konnte. Der Verlauf des BalkanfeldzugeS hat diese Erwartungen. wo sie noch bestanden, über den Haufen geworfen. Damit machte er die griechischen Politiker in größerem Maße als früher der Auffassung zugänglich, daß der geschilderte Aus- breitungsdrang Griechenlands einem andern Platz machen müßte, der damit rechne: 1. daß die Türlei nicht aufgeteilt 9 werde, 2. daß mit Bulgarien ew vertraglich gesichertes stied- liches Verhältnis erzielt werden könne, 3. daß Südelbanic» mit seiner starken griechischen Bevölkerung Griecbenland an- gegliedert werden könne und 4. daß vor allem Italien von den Inseln im östlichen Mittelmeer und aus Albanien ver- drängt»verden müsse. Namentlich das letzte Bestreben, der auf dem heftigen Antagonismus zivischen den italienischen und griechischen Handclsbestrebungen im östlichen Mittelmecr be- ruht, dringt in Griechenland mehr und mehr durch. Ja, man kann sogar sagen, daß der Antagonismus zu Italien, der seit dem Eintritt Italiens in den Krieg an der Seite der Entente nur noch schärfer geworden ist, die erste Bresche in die Sympathien Griechenlands für die Entente ge» schlagen hat. Faßt man alle diese, auch dem einfachsten Mann aus dem Volke zugänglichen, Berechnungen und Erwartungen zu- sammen, so kann man leicht verstehen, wie es kommen konnte, daß die Volksstimmung in Griechenland sich in so kurzer Zeit zuungunsten der Politik VenizeloS und zugunsten einer streng durchgeführten Neutralität gewandelt hat. Ungeheuer ist natürlich auch der Einfluß, den die unmittelbare Nachbarschaft des Kriegsschauplatzes auf das Volk ausübt. Seitdem der Krieg aus einer Idee, mit der die Polftiker und die von ihnen beeinflußten Volksmaffen spielten, zur sichtbaren grauen- haften Wirklichkeit geworden ist, stehen die Menschen ihm nüchterner, ernster gegenüber. Der Athener Korrespondent der»Jdea Nazionale" schilderte die Vvlksstimmuug in(MccHeit» land Anfang Ottober mit folgenden Worten:»Die eigentliche Empfindung aller Griechen im gegenwärtigen Augenblick ist eine tiefe Abneigung gegen jeden Krieg, eine innere Sympathie für die Staaten des Vierverbandcs und be- sonders Frankreich, eine große Furcht vor Deutschland und der alles andere überragende Wunsch, ihr politisches Schicksal und ihre Handelsintercssen nicht zu gefährden." Diese Kenn- zeichnung der Volksstimmung in Griechenland dürfte auch noch für den gegenwärtigen Augenblick zutreffen; sie muß alL wichtiger Faktor mit in Rechnung gestellt»verden,»venn man die politischen Folgen der jetzt erfolgten Kammerwahlen inst den immer deutlicher hervortretenden neuen Richtlinien der »«echischcn Politik in Lerbindnng fetzt. Sine Zrleöensinterpellation im Schweizer Nationalrat. Bern. 22. Dezember.(W. T.B.) Jm Rattonalrat legk» heute Greulich- Zürich im Namen der sozialdemokvatrsche» Frattion die folgende Interpellation voc: »Bedenkt der Bundesrat allein icher mit den Regierungen anderer Länder den Kriegführenden seine guten Dienste anzubieten zur baldige» Herbeiführung eine» Waffenstill- stände» und Einleitung von F riebe n St> e rha» d» lnngen 7" Ll« Chef de» politischen Departements antwortete Bundes- rat Hoffmann auf die Interpellation mit der folgenden Er» kläning: Wir verstehen das tiefe Frieden Sbedürfni?, das in unsere» Volke empfunden wird, und teilen die Schnfticht nach einer baldigen Beendigung de» schrecklichsten Kriege», welchen die Geschichte kennt. Unser Land, loenn auch vom Kriege selbst verschont, leidet gewaltig unter deffen Folgen. G» ist indessen nicht allein oder auch nur au erster Stelle unser eigene» Interesse, welche» den beißen Wunsch nach Friede« hervorruft. Wir sehne« ihn au» rein mensch- lichcm Empfinden herbei, im Hinblick auf da» unsagbare Elend, da« der Krieg verursacht, auf die geschlagenen Wim- de« und da»«n barmherzige Zerstörungswerk. das er an einer Kultur vollbracht hat, auf welche wir bis vor kurzem so stolz waren. Wir achten also die Gesühle, aus denen die?ln- frage der Interpellanten hervorging. Soweit sie jedoch darauf zielt, ein« direkte Friedensaktion des Bundesrates herdeizu- führen, müssen wir vorbehalte machen. Ein solcher Schritt ist zum voraus dem Mißerfolge geweiht und der Mißdeutung au»- gefetzt, solange nicht auf beiden Seiten der kriegführenden Par- teien da» Friedensbedürfnis die ihm entgegenstehenden im Gang der Ereignisse begründeten Widerstände durch eine im eigenen Lande vollzogene Wandlung der öffentlichen Meinung ohne fremde» Zutun überwunden hat. Ist diese Wandlung noch nicht voll- zogen, so müssen nicht nur alle fremden Interventionsbewegungen auf dürre» Erdreich fallen, sondern sie werden geradezu als lästige und wenig freundschaftliche Einmischung empfunden und, können sowohl der Sache des Friedens als auch den zw-ischenstaat» lichen Beziehungen zum Schaden gereichen. Es ist Sache der indi» viduellen lluffajsuaig. ob der KriedenÄvillc kräftig eingesetzt nutz zu einem miZreichenden Ergebnis geführt hat. hält dafür, daß das heute noch nicht der Fall ist. Man wir!» es verstehen, wenn er in eine Darlegung der Gründe, die zu dieser Dusfassung der Sachlage führen, an diesem Orte nicht eintreten kann. Dessen aber dürfen wir Sie versichern, dag wir mit ge- spannter Aufmerksamkeit die Entwickelung der Dinge verfolgen und uns glücklich schätzen würden, wenn unser kleine? Land, ge- tragen von den Sympathien, die es mit den kriegführenden?!a- tionen verbinden, getreu seiner traditionellen neutralen Stellung und in völliger Uneigennützigkeit auch nur in bescheidenem Masse dazu beizutragen vermöchte, den ersehnten dauerhaften Frieden herbeizuführen. Ueber die Antwort des Bundesrats fand keine Erörterung statt. Greulich erklärte sich von der Antwort des Bundesrats befriedigt. der russische Generalstabsbericht. Petersburg, 21. Dezember.(W. T. B.) Amtlicher russischer Bericht. 28 e st i r o n t. Unsere Flieger warfen mit Erfolg Bomben auf die rückwäriigen Verbindungen deS Feindes in der Gegend von Goduzischki und flomai östlich Swenzjanh(27 km); unter den Trains entstand eine Verwirrung. In Galizien versuchte der Feind aus der Front von Nowo Aleksiniec, BuczacS und östlich von ZalcSzczyki mit kleinen Ab- leilungen anzugreifen, wurde aber überall durch Feuer abgewiesen. Kaukasusfront. Keine Veränderung. Nelüung üe? italienischen Heeresleitung. Rom, 21. Dezember.<28. T. B.) Amtlicher Kriegs- b e r i ch t vom D i e n t a g. Im Becken von Plezzo hatte der Feind, durch Rebel begünstigt, sich einer unserer gegen den Gebirgsbach Koritnico vorgeschobenen Stellungen bemächtigt und sie dann mittels Mailand, 22. Dezember.(W. T. B.) Der Sonderbericht. Minen verleidigt. In der Nacht vom 18. zum IV. Dezember er- erstatter des„Corriere della Sera" drahtet aus Saloniki, Gene» oberte eine unserer Jnfanterieabieilungen durch eine gleiche Ueber- Der französische Generalftabschef in Saloniki ral Castelnau fei mit dem Panzerkreuzer„Ernesl Renan" ein- getrorsen und habe sofort mit General S a r r a i l eine Unter- redung gehabt. Sein Besuch im gegenwärtigen Augenblick habe Bedeutung. Tie beste Erklärung zu dem Entschluh Casielnaus, sich persönlich mit Sarrail ins Einvernehmen zu setzen, sei die an- dauernde Ankunft und Ausschiffung von Truppentransporten und Kriegsmaterial. Vielleicht werde erst jetzt ein eigentliches Ex- peditionskorps organisiert werden. Oesterreichische?§lieger über Skutari. Ectinje, 21. Dezember.(28. T.®.) Meldung der Agence HavaS. Ei» österreichisches Flugzeug überflog am 17. Dezember Skutari und warf drei Bomben ab, die zwei serbische Flüchtlinge töteten. Seegefecht bei varna. Sofia, 22. Dezember.(W. T. B.) Meldung der bulgarischen Telegrapbenagentur. Wie die Blälter melden, näherten sich gestern vier russische Torpedoboolszerstörer. die die rumänischen Halen über wachen, einem bulgarischen Torpedoboot, das vor dem Kloster des Heiligen Konstantin bei Varna den Wachldienst versiebt. Die rufst scheu Einheiten feuerten auf das bulgarische Torpedoboot, das das Feuer erwiderte. Auch die Küstenbalienen beteiligten sich am Kampfe. Kurz darauf dampften die Torpedoboolszerstörer davon Das bulgarische Torpedoboot ist unversehrt geblieben. der französische Tagesbericht. Paris, 21. Dezember.(W. T. B.) A m t l i ch« r B e r i ch t v o n heule nachmittag. Das Geschützfeuer hat sich im Laufe der Nacht merklich verlangsamt. Im ArtoiS nordwestlich von der Höhe 1-10 liessen die Deutschen vor unseren Schützengräben eine Mine springen, die keinen Schaden veruriochte; wir besetzten den Rand deS Sprenglrichlers. Zwischen Somme und AiSne einige Kämpfe zwischen AufSärungSableiliingem In der Gegend von LihonS wurde eine feindliche Aufklärungsabteilung unier unser Feuer ge> nommen; sie floh und liess einige Verwundete in unserer Hand. Aus der Hochfläche von St. Lsocade südlich von Moulin ious Touveut zerstörten unsere Schützengrabenkanonen einen deutschen Posten. In Lothringen einige erfolgreiche Scdüsse unserer Anillerie aus Abaueourt und Blamont, wo Truppenbewegungen gemeldet waren. Paris, 21. Dezember.1 AaWLi.UBIHWiniy.iiTs'üWMi�Wt I IWlMP'.WWNP-uiW He Vorlage Betreffend das Verfahren bei Zustellungen. Zu den vom llkeiwötag angenommenen Gesetzentwürfen betreffend vorberei« tende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne, betreffend KriegSabgaben der Reichsbank und betreffend 2. Nachtrag zum RctchShauShsItsetat für das Rechnungsjahr ISIS, wurde Beschluß Sefaßtt Die KriegSsteuer-Politik unterzieht ein Parlamentarier in der„Post" einer Betrachtung, die natürHai zu dem Resultat lommt, daß die gewaltigen steuerlichen Lasten wieder in der Hauptsache durch Verbrauchsabgaben gedeckt werden sollen. Der freikonservaiive Parlamentarier glaubt sich in dieser Nuff«si«ig einig mit dem ReichSschatzsekretär. Er schreibt: „Man wird in der Annahme wohl nicht fehlgehen, daß, wenn nach den Erklärungen des ReichSschayiekretärs auch von einer SBesteuentng nolwendiger LebenSbedüri'nisse nicht die Rede sein wird, es sich dabei im wesentlichen um Mehreinnahmen aus denjeoigen Steuerquellen handeln wird, die nach dem Geiste der Reichsvertassung dem Reiche zustehen. Ver- brauch«- und Verkehrsabgaben werden daher voraus» sichtlich nur für diese Borlage im Reiche in Betracht kommen. Wenn von sozialdemokratischer Seite dagegen mit dem Hinzu» fügen Verwahrung eingelegt worden ist, daß die Kosten deS Krieges in der Hauptsache von der wohlhabenderen Minderheit zn trogen sein werden, so trifft diese Voraussetzung ohnehin schon in weitestem Umfange zu. Es darf in dieser Hinsicht nicht nur aus die KriegSvermögenszuwachssteuer im Reiche, wie darauf hm« gewiesen werden, daß daneben auch an der Besteuerung der Erb» Ichaften im Reiche festgedolten wird, sondern man muß dabei auch die Belastung der größeren Einkommen und Vermögen in den Bundesstaaten und in den Gemeinden in Betracht ziehen. Bereits in einer Reihe von Bundesstaaten sind Zuschläge zu den Ein» kommen- und Vermögenssteuern beschlossen worden." Von Neuorientierung in steuerlicher Beziehung wollen nach diesen Auslastungen die Konservativen, wie man sieht nichts wissen. Der alte Spruch, daß dem Reiche nur die indirekten Steuern, den Bundesstaaten und Gemeinden die direkten Steuern gehören, kehrt auch angesichts der Notwendigkeit, KtiegSsteuern in außer» ordentlichem Betrage zu erheben, wieder, ohne deshalb be« rechngter zu werden. Das Reick hat übrigens den Grund» say auch längst verlassen, wie die allerdings sehr mangelhafte Srbi'chastsfteuer und andere neue Steuergesetze beweisen. Wenn den Konservativen an einer gerechten Besteuerung gelegen ist, wenn sie mit den Sozialdemokraten wünschen, daß diejenigeu, die entweder keinen materiellen Schaden im Kriege erlitten, womöglich noch Rteiengewinne aus ihm gezogen haben, entsprechend zu den Steuern herangezogen werden, worum sträuben sie sich denn so gegen direkte Steuern, die allein eine gerechte Erfassung des Ver- mögen? und der Einkommen ermöglichen 1 Die Ausbringung der Lasten dir» verbrauch«- und VeikehrSabgaben will eben nur be- zwecken, daß die tragfnhigen Ecbultern von Steuern verichont und sie der großen Masse zugewälzt werden. Scklimm genug, daß die Konservativen in der Lage sind, den ReichSschatzsekretär bei dieser Politik für sich zu reklamicren. «« • DaS kommende Jahr wird überhaupt im Zeichen der Steuervermehrungen und der Steuererhöhungen stehen.— Die badische Kammer hat die Einkommensteuer um 20 Proz. erhöht, unter Freilassung der Einkommen unter 2400 M. Kriegsbekanntmachungen. Keine Neujahrsglückwünsche zwischen Heimat und Heer. Zur glatten Abwickelung des wichtigen Nachrichtenverkehrs nach dem Felde während der Neujahrszeit ist eS unbedingt erioiderltch, daß der AuStauich von Neujahrsglückwünschen zwischen Heimat und Heer mit der Feldpost unterbleibt. Das Publikum wtrd daher dringend gebeten, zum bevorstehenden Jahreswechsel von der Ver- iendung lolcker Glückwünsche an Angehörige, gute Freunde und Bekannte im Felde Abstand zu nehmen. Bekanntmachung. Amtlich. Berlin, 22. Dezember.(55. T. B.) Die AuS» kunfts stelle des Zentralnachweisebureaus deS KriegSministeriums, Dorolhecnstr. 48, ist geöffnet: am 24. Dezember bis 8 Uhr nachmittags, am Sb, und SS, Dejember von l'/j Uhr, am 81. Deaember bis 8 Uhr nachmittags, am 1. Januar von llst, bi» Ist, Uhr. Lstzts Nachrichten. Italien beschlagnahmt deutsche Schiffe. Malland, 22. Dezember.(W. T. B.) Wie„Secolo" auS 'Syrakus meldet, ist auf den deutschen Dampfern„Katten- türm",„M u d r o«" und„S i g m a r i n g e n" die italienisch« Flagge gehißt worden. Die Schiffe wurden festlich bewimpelt. Die dvei Dampfer werden sofort nach Beendigung von ZRaschinenrepa» raturen ausfahren. AuS dem englischen Unterhaus. Lonhmt, 32. D«z«m>b?r.(W. T. B.)(Meldung des Reutsrschen Bureaus.) Im Unterhause erklärte A s q u i t h> das Kabinett sei außerstande gewesen, sein« Beratungen über daS Ergebnis der Werbekampagne Lord Derbys zu beenden, und er könne vor der Vertagung deS Hauses keine Erklärung darüber ab» geben. Das Mitglied der Arbeiterpartei H o d g e ersuchte Asquith m-it Rücksicht auf die moralische Wirkung auf die Verbündeten und das Land selbst, doch wenigstens die ungefähre Zahl zu nennen. Asquith antwortete, daS sei zwar ein oerlockender Vorschlag, aber ein« solche Mitteilung oh-ne Angade von Einzelheiten konnte als Versuch einer Irreführung ausgelegt werden.— Chamberlain «rllärte, die Verluste der Truppe des Generals Townshend bei dem Rückzug nach KtZt et Amara bis zum l8. Dezember waren U27 Mann, darunter 200 Tote, 49 davon starben infolge von Er» kraukungen. Beschlagnahme der dänisch-amerikanischen Post. Kopenhagen, LS, Dezember.(W. T. B.) Auf Befehl der englischen Behörden in Kirlwall mußte, wie„National Tidende" meldet auch der dänische Dampfer ,.F r e d e r i k 8." die von Amertia»»ach Dänemark bestienmde Paketpost ausladen. Explosionsuuglück in Konstantinopcl. Konstantinopel, 21. Dezember.(W T. B.) Die Presseletiung teilt über eine mittags in einem Lager von Explostoswfsen bei Haskoej am Goldenen Horn erfolgte Explosion folgendes mit: Eine gewisse Menge von Dynamit, die dadurch verdorben ist, daß sie inS Wasser gefallen ist, ist zufällig explodiert. Fünf Soldaten und zehn Zivilpersonen aus einem der benachbarte» Häuser wurden getötet, eine Anzahl Zivilpersonen verletzt, die meisten leicht durch Glassplitter. Infolge der Explosion entstand ein Brand, der jedoch nur ein einziges Hauö ein äscherte. Gewerksihastllches. Heimarbeit und Reichstarif. Die Ausnutzung der Heimarbeit zum Zwecke der Lohn drückerei ist ein beklagenswerter Uebelstand, unter dem alle Arbeiter und Arbeiterinnen der für Heimarbeit in Betracht kommenden Berufe schwer m leiden haben. Diesem Uebel- stände zu steuern, machte sich der V e r b a n d d e r S a t t l e r und Porteseuiller �u einer seiner Hauptaufgaben. vnid ist es ihm gelungen, in einzelnen Branchen die Aus- dehnung der Heimarbeit wesentlich einzuschränken. Beson- ders durch den im Anfang d. I. geschaffenen R e i ch S t a r i f für dos Lederousrüstungsgewerbe sind weit- gehende Bestimmungen zur Beseitigung der Heimarbeit �e- rroffen. Wegen der Bewältigung der Kriegsausträge wurden drese Bestimmungen jedoch nicht allzu streng ge- nommen. Es konnte festgestellt werden, daß die Heim- arbeiter und Heimarbeiterinnen solcher Betriebe, die bereits vor'dem Kriege bestanden haben, nach Tarif entlohnt werden, wohingegen die neu errichteten Betriebe und Zwischenmeister sich selten an die Bestimmungen des Reichstarifs kehren, und zwar mit der Ausrede, sie hätten keine direkten Aufträge von den Behörden, weswegen ihnen auch wegen der Bezah- lung keine Vorschriften gemacht werden können. Diese Ansicht ist folschl Die Militärbehörden und Bekleidungsämter dringen darauf, daß der abgeschlossene Reichstarif, besonders die fest gefetzten Stücklöhne, bezahlt werden müssen. Eine Nichtbeachtung dieser Vorschrift bringt die Hauptunternehmer in Gefahr, daß sie den an die Heimarbeiter zu wenig gezahlten Lohn nachzahlen müssen und ihnen die Aufträge entzogen werden können. Die Zentraltarifkommission für da« Lederausrüstungsgewerbe hat im Anfang dieses MonatS zu verschiedenen Lohnfragen Stellung genommen, unter anderem auch die Stücklöhne für Feldflaschen- ledergestelle festgesetzt, die vorzugsweise durch Zwischen- Unternehmer an Heimarbeiterinnen vergeben werden. Der Arbeitslohn für die Näharbeit für das dreiteilige Feld- flafchenledergestell beträgt 12 Pf., für daS vierteilige 15 Pf. Diese für olle Betriebe und Arbeiter geltenden Sätze werden nicht von ollen Zwischenmeistern eingehalten. Sie benutzen die Unwissenheit der mit dein Gewerbe nicht vertrauten Heimarbeiterinnen,'die sie weit unter dem Tarif entlohnen. Anstatt 12 bis 15 Pf. werden vielfach 6 und 7� Pf. bezahlt. Um diese Ungleichheit zu beseitigen, ersucht die Zentral- drvnchenkommission der Militärsattler alle Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen, auf die Bezahlung der Tariflöhne zu dringen. Weigert sich ein Unternehmer, diesem berechtigten Verlangen nachzukommen, so ist dessen Adresse mit Angabe des Artikels und des dafür bezahlten Lohnes an den Ob- mann der Leiderausrüstungsbranche, Alfred Riedel, Berlin 80., Brücken st raße Ivb, III, zu melden, von wo aus das Weitere veranlaßt wird. Auf diese Weise konnte Aon eine llieihe von Unternehmern zur Einhaltung des Tarifs bM. zur Nachzahlung von zu wenig gezahltem Lohn verpflichtet werden. Wer von unseren Lesern in der Heimindustrie auf LöderauSrüstungsftllcke beschäftigt ist, oder wer Familienmit- g lieber, Bekannt« usw. hat, die als Heimarbeiter oder Heim- arbeiterinnen dieser Branche tätig sind, wird gebeten, sie aus die Befolgung dieser Notiz aufmerksam zu machen. Verltn und Umgegend. Die einheitliche Rechtsprechung für die Militär» bekleidungsindustrie erreicht! Der nunmehr vom KriegsbekleidungSamt herausgegebene und vom Oberkommando in den Marken veröffentlicht« Zwang»- tarif ist von weittragenderer Dedeuwng, als eS im ersten Augen- blick erscheint. Er macht nicht nur glattweg der himmelschreienden Ausbeutung sin Ende, der Tausende von armen Arbeitern und besonders Arbeiterinnen zum Opfer gefallen sind, sondern er gibt auch der Rechtsprechung auf diesem Gebiete eine feste und ei» hoitliche Richtlinie. Bisher standen sich die Urteile der einzelnen tznstanzen zuweilen schroff gegenüber. Rief ein Arbeiter das Ge- verbegericht an, um den zu wenig erhaltenen Lohn einzuklagen, so wurde er durchweg abgewiesen, sofern nicht ganz besondere Umstände mitsprachen, wie arglistige Täuschung. Verstoß gegen H, gute» Gitte»«fM. tNefc vegrtss» tnnde« äba auch kfefecr sehr oerschreden ausgelegt, so daß der Kläger nur äußerst selten sie anwenden konnte. Auch daS Landgericht stellte sich auf den Standpunkt de» Gewerbegericht», nämlich, daß eine vom Tarif ab> weichende und von beiden Kontrahenten anerkannte Vereinbarung bindend sei. Selbst die»Berliner Volkszeitung" teilt« diese Auf fassung und vertrat sie in ihren Spalten energisch. So kam es fast in jeder Sitzung der Schlichtungskommission vor, daß ein Be- klagter nach dem anderen mit der betreffenden Nummer der „Volkszeitung" an den Richtertisch trat und sich aus dieses Urteil berief. Magistratsrat v. Schulz mußte den Herren immer und immer wieder klar machen, daß die Schlichtungskommission selb- ständig und nicht an die Rechlsauffassung anderer Instanzen ge banden sei. Uebrigen» habe da» Landgericht bei seiner Urteils feilhing die wesentlichsten Umstände in jener Ktagesache nicht g«> kannt und deshalb den Bogvifs de? Verstoße» gegen die guten Sitten, der dort durchaus in Betracht kam, heranziehen können. Di« Schlichtungskommifsion selbst hat den Grundsatz ver treten, daß der vom Bekleidungsamt herausgegebene Tarif unter allen Umständen eingehalten werden müsse. Das JnnungSschiedsgevicht wiederum, da? sich auch mit de* artigen Klogen zu befassen hat, entscheidet im gleichen Sinne und erklärt den Tarifbruch als gegen die guten Sitten verstoßend. ES macht sein Urteil jedoch davon abhängig, ob der betreffende Arbeitnehmer den Tarif gekannt hat, al» er die Arbeit zu einem niedrigeren Preise übernahm. Kommt das Gericht zu dieser Ueber- zeugung, so weist es den Kläger kostenpflichtig ab, da in diesem Falle er der Tarifbrecher sei. Die Ansicht scheint indes nicht ganz das Richtige zu treffen, mindestens ist die A-uSlegung etwas ein- seidig, denn eS wird dabei nicht untersucht, ob auch der Unter- nehmer den Tarif gekannt hat, denn dann ist auch er der Tarif- brüchige. Und zwar der Hauptschuldige, da er der wirtschaftlich Stärkere ist und die Kotlag« de» wirtschaftlich Schwache» zu seinem Vorteil ausnützt. Wie gesagt, hat der neue Erlaß nunmehr Klarheit geschaffen und für die Dauer des Kriege» wenigsten» allen Zweifeln und strittigen Auslegungen ein Ende gemacht. Der Tarif gilt unter allen Umständen I S» heißt m den allgemeinen Vertrag». bestunmungen klipp und klar: Der Auftragnehmer hat mit seinen Arbeitern und seinen etwaigen Zwischenstellen zu vereinbaren, daß alle Streitigkeiten au» dem Arbeitsverhältnis, soweit sie sich nicht umnitteldar zwischen den Beteiligten erledigen lassen, ausschließlich vor die zu diesem Zwecke gebildete Schlichdungskommission für Militär- Schneiderarbeiten im Gewerbegericht zu Berlin SW. 68, Zimmerstraße 86/91, zu bringen sind. Die gleiche Verpflichtung hat der Austraggeber bei der Weitervergebung auch seinen Zwischenstellen aufzuerlegen. Die Entscheidungen dieser Schlichtungskommission, der Ver- treter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber als Beisitzer angehören, sind endgültig. Die Anmeldung der Beschwerde hat bei der Schlichtung»- kommission in kürzester Frist, spätesten» einen Monat«och Fälligkeit der jeweiligen Forderung zu erfolgen. Damit ist jener Sorte von Unternehmern, die aus Kosten armer Arbeiterinnen gern mühelo» reich werden und den Krieg in Gold umsetzen möchten, da» schäbige Handwerk gelegt. Die ehr- lich« Arbeit kommt nun zu ihrem ungeschmälerten Ertrag. Daß aber an diesem Werk die Arbeiterorganisation zäh und energisch mitgewirkt hat, sollten die Arbeiter und Arbeiterinnen nicht vergessen! Hervorragend verdient gemacht um da» Gelingen diese» Tarif» hat sich der Vorstand de» KriegSbekleidung»amtS, Herr Oberstleutnant N«be l u n g, durch dessen Bemühungen die ausgleichenden Bestimmungen zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern bindende Kraft erlangt haben, eine Tat, der uneinge- schränkte Anerkennung gezollt werden muß! Zwischenmeister oder Zwischenstelle. In der'letzten Sitzung der Schlichtungskommission monierten die al» Beisitzer fungierenden Zwischenmeister die fortwährende Titulierung Zwischenmeister solchen Personen gegenüber, die nicht gelernte Schneider sind, ja in Friedenszeiten überhaupt nickt» mit der Schneiderei zu tun hatten, sondern Sektreisende, Apotheker, Grubenbesitzer, Klavierfabrikanten oder dergleichen waren. In solchen Fällen wird nunmehr an Stelle von Zwischen- merster Zwischen st e I l e gesagt werden. In einer Klage des Personals der.Deutschen Planfabrik" gegen diese— sie beschäftigt 8000 Personen— wurde der Beschlutz gnaßt, eine paritätische Unterkommisston zu bilden und in Ge- meinschast mit der Firma die strittigen Punkte auf Grund der Bücher usw. zu prüfen und wenn möglich, zu schlichten. Wo eine Einigung nicht erfolgt, wird die Schlichtungskommiission in Aktion hefc*. Da« KluatoS)«!) Mtfic H« S««««»«» 50 000 M. erreiche«._ Zuslanä. Die Aossperrvng der Buchbinder in der Schweiz nimmt einen größeren Umfang an. Bis zum 15. Dezember waren 400 Personen ausgesperrt bzw. standen im Streik. Der schweizerische Buchbinder. verband hatte den Meistern einen neuen Tarifvertragsentwurf eingereicht, der die ursprünglichen Forderungen der Arbeiter etwa» ermäßigte. Der Schweizerische Buchbindermeisterverein hatte zur Beratung dieses Entwuris zum 12. Dezember eine außerordentliche Delegiertenversammlung nach Zürich einberufen und dem Vor- stände des Buchbinderverbandes mitgeteilt, daß er ihm anheil» stelle, eine Delegation nach dort zu senden, um das Resultat der Verhandlungen des Meistervereins entgegenzunehmen. Wenn die daraufhin gesandte Delegation geglaubt hatte, wenigstens für einige Zeit zu den Meisterverbandlungen zugezogen zu werden, so sah sie sich darin allerdings getäuscht, denn bei ihrer Ankunft über- reichte ihr der Sekretär des Meist ervereins«in kurzes Schreiben deS Inhalts, daß der Meisterverein einstimmig beschlossen habe, an seinem ersten Angebot festzuhalten. Auch die Buchdrucker werden durch die Aussperrung zum Teil in Mitleidenschaft gezogen. Die GeschöftSbücherfabrik Müller u. Co. in Bern entließ nämlich am II. Dezember Knall und Fall die Hälfte ihres Druckereipersonals unter Auszahlung von drei Wochenlöhnen. Die nicht ausgesperrten Buchdrucker erklärten sich mit ihren Kollegen solidarisch und über die Firma wurde von der Organisation die Sperre verhängt. Die Zahl der Streikbrecher ist nicht groß. Bemerkenswert ist jedoch, daß sich einige Kleinmeister in Bern den Großfirmen zur Ver. fügung stellen. Unter ihnen auch der ehemalige Vorsitzende de? schweizerischen Buchbinderverbandes. Heinrich König, der feine Frau und seinen Lehrling zu Streikbreckerdiensten in andere Geschäfte schickt. Die Merster haben eine schwarze Liste herausge- geben, auf der 272 Mann verzeichnet stehen. Sie wandten sich im übrigen an die Unternehmervereinignngen der Buch- und Steindrucker um Hilfe und mit der Bitte, kein« Streikenden oder Aus- gesperrten einzustellen, welches ihnen zugesagt sein soll. Der Kampf wird also mit großer Hartnäckigkeit geführt. Dezeatralisatio« der schweizerische« Textilarbeiter- bewegung. Vor einigen Wochen haben sich die im Schweizerischen Textil- arbeitervekband gemeinschaftlich mit den Fabrikarbeitern organi- sierten Heimarbeiter(hauptsächlich Hartdsticker und Plattstichweber) auf einer außerordentlichen Delegiertenversammlung von jenen ge- schieden und die Gründung eines eigenen HeimorbeiterverbandeS beschlossen. Dieser soll aber im Gesamtverband der Textilarbeiter bleiben und sein Zentralkomitee mit dem des Fabrikarbeiterver- bandes zusammen mit dem Zentralvorssand des gemein samenDextil- aribeiterverbandes bilden. Die Heimarbeiter haben dabei aber auch die Gemeinschaft mit dem Verbands organ, dem.Textilarbeiter", ausgegeben und beschlossen, ein eigenes Blatt, den„Heimarbeiter", herauszugeben. Die TrennungSgründe sind hauptsächlich finanzieller Art, die Heimarbeiter glauben mit eigener selbständiger Ver- Wallung besser zu fahrew Ende 1914 gehörten dem gemeinsamen Texiilarbeiterverband 3240 Fabrik- und 2282 Heimarbeiter an. DaS organisatorische Auseinandergehen der schweizerischen Textil- arbeiter ist natürlich zu bedanern, auch als starker Anachronismus inmitten der Verschmelzungsbestrebungen anderer Gewerkschaften in der Schweiz._ Zus Industrie und Handel. Rumänisches Getreidr für Deutschland. DaS Lieferungsgeschäft aus 50 000 Waggon» rumänische? Ge- treib« für Deutschland kann al» abgeschlossen betracbtet werden. Finanzminister CostineScu hat eingewilligt, daß die Hälfte de» Ausfuhrzölle» in Gold hier bezahlt wird, während die andere Hälfte tn Gold bei der Reichsbank zu erlegen ist und beim Friedens- ichluß zum Parikur» zurückgekauft werden kann. Die Bezablung der Ware findet an der Grenze statt. Bereit» gekaufte Vorräte find in das Geschäft einbezogen._ Die Erledigung der Anträge auf Freigabe von Baumwolle und Baumwollgarn verzögert sich dadurch, daß Angaben fehlen, deren die KriegS-Rohstoff-Abteilung des Preußischen KriegSministerium« zur Prüfung der Berecknigung des Antrage» bedarf. Diese Abteilung hat deshalb einen amtlichen Vordruck.Freigabeantrag für Baumwolle und Baumwollgarn" herausgegeben, der bei dem Webstoffmeldeamt ver KriegS-Robstoff-Ableilung, Berlin SW 48, Verlängerte Hedcmann- straße 11. und bei den amtlichen Vertretungen deS Handels(Handels- kammern und dergleichen) erhältlich ist. Im Interesse einer beschleunigten Erledigung de? Antrage« kann nur empfohlen werden. Freigabeanträge sür Baumwolle und Baum- Wollgarn ausschließlich unter Benutzung eine» solchen Vordruckes zu stellen. A. WERTHEIM Fische SchollfischeÄ 48 55 65 pt Laasilz. Karpfen id..™. 1.10 1.20 Kabeljau Ä"™ 48 55 65 Pf. Schleie icbeode.Ptd. 1.35 1.50 Seelach« 55«. 60 Pf. Aale lebend........... 2 m. F risch. Ostseedorsch pid. 45 Pt Forellen r/uT utj"',«" sS!% 2.50 (iilOirseli™45(ainiintlii40pt Fi. Jaenaiclila»«*.40»™.75pt. Strali«»tll»f1ajaRa35«,**1.60.. s«*- 6;50 i/ik#i c f(\„ Lebende Hummern piund 4 m. Klippfische••••• Ptund ÖO PL h»ak L*». 3.20 3.80 4.20 4.60 Ceyton-MUelunif.. Pfund 4.60 Ananas, Rümlsthe Pflaumen und(öeltinüclits-flepfel zu billigen Tagespreisen. Ausländisches Schweinefleisch mit Fett, Pfd. 2.50. veraritw. Redakt.- vlsred Wielepp. Neukölln. Inseratenteil verantw. Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlaa:«orwärt» Buchdr. u. VerlagSanttalt Paul Singer n. Co.. BerlrnSIV. Hierzu 2 Beilagen u. lluterhaltuugSbl. Nr. 353. 32. Jahrgang. £!5»srf?~; iaff»?xiT<�vißärfegl3>''/K3(Sns$is5«nö nantfs iSf; flonnrrstßg, 28. Akjkmbkr 1915. MWrauch öes parteivorstanös- öureaus? Das Pressebureau verbreilel folgende Milteiluug a u S dem Bureau des Parteivorst an des: „Die„Leipziger Volkszeiiung" wendet sich in einem sensationell ausgeputzten Artikel mit der obigen Ueberschrist gegen einen angeb- lichen Mißbrauch des Parteivorstands-VureauS> der darin liegen soll, daß der am vorigen Freitag der gesamten Parteipresse zugesandte Artikel„ES geht um die Einheit der Partei* vom Bureau deS Parteivorstandes versandt wurde, ohne daß sein Inhalt einer Sitzung deS Parteivorstandes zur Beschlußfassung vorgelegen hatte, Die Auffassung der„Leipziger VolkSzeitung" ist eine durchaus irrige. Seit Jahren sind eine Reihe von Bekanntmachungen und Notizen mit den einleitenden Worten:„Aus dem Bureau des Parleivorstandes schreibt man uns* versandt worden, deren Inhalt nicht in einer Sitzung des Parteivorstandes durch Beschluß festgelegt worden war. Das besagte nämlich diese seit langem übliche Formel, und dadurch unterscheiden sich solche Auslassungen von den offiziellen Aufrufen des Parteivorstandes. Bon dem Inhalt des am Freitag versandten Artikels waren alle in dem Bureau des Parteivorstandes tätigen Genossen in« formiert, nicht aber die übrigen Mitglieder. Deshalb hatte auch Genosse- Wels im Gegensatz zu der Behauptung der„Leipziger Bolkszeitung* mit diesem Artikel nichts zu tun. Wenn der am Freitag aus dem Parteibureau versandte Artikel, der die Genossen auf die der Partei drohende Spaltnngsgefahr aus« merkiam machen sollte, ein vom Parteivorstand beschlossener Aufruf gewesen wäre, so hätte er die Unterschrift des Parleivorstandes gc« tragen und der„Vorwärts* wäre gemäß Z 24 des OrganisatronS- statuts der Partei gezwungen gewesen, ihn zu veröffentlichen. Im übrigen zeigt der Artikel der„Leipziger VolkSzeitung* beut« lich, wie weit wir iir der Partei gekommen sind. Wenn in einer Zeit, die so kritisch für die Partei ist, wie nie eine zuvor, auS dem Bureau des ParteivorstandcS ein Artikel versandt wird, der zur Einheit und Geschloffenheir der Partei mahnt, so soll darin ein Mißbrauch des ParteibureauS liegen, während hingegen die Propaganda für die FraktionSspalrung, die die Gefahr einer Spaltung der Partei herausbeschwört, als nützliche und normale Parteiarbeit hingestellt wird. Wo da das Parteiinteresse gewahrt wurde, das zu beurteilen, überlassen wir de» Parteigenossen." » Die„Leipziger VolkSzeitung* erhebt lcbhaste Vorwürfe gegen den Parteivorstand, weil er politische Stimmungsmache getrieben habe durch einen Artikel, der sich anscheinend als«ine offizielle Kund« gebung des ParteivorstandcS gegeben habe, während er in Wirklich- keit nur die Privaimeinung einer Anzahl PartcivorstandSmitglieder gewesen sei. Unser Leipziger Parteiorgan nennt das einen Mißbrauch des Namens und der Autorität deS Partcivorstandes, der die schärfste Zurückweisung und Rüge verdiene. Da es sich bei der Sache in der Tat um eine wichtige Partei- frage handelt, an der die Gesamtvartei aufs höchste interessiert ist, können auch wir an dem Fall nicht schweigend vorübergehen. Der Artikel, von dem die„Leipziger VolkSzeitung* spricht, trug den Titel„Es geht um die Einheit der Partei". Er ging am letzten Sonnabend auch dem„Vorwärts* zu, der ihn indessen nicht zum Abdruck brachte. Einmal deshalb nicht, weil die Redaktion aus ihrer Kenntnis der Dinge sofort annehmen durfte, daß es sich bei dem Artikel nicht um eine amtliche Erklärung des Parteivorstandes Handelle, und zum anderen aus Gründen, die wir noch darzulegen haben werden. Darin hat allerdings unser Leipziger Bruderorgan recht, daß der Artikel nach der Art, wie er der Parteipresse zugestellt, und den Worten, mit denen er eingeleitet wurde, sehr leicht für eine amtliche Kundgebung der höchsten Organisationsinstanz der Partei gehalten werden konnte. Kein Wunder, daß ihn denn auch so ziemlich die gesamte Presse als solche aufgefaßt und in ihren Randbemerkungen behandelt hat. Die„Leipziger VolkSzeitung* teilt mit, daß der Artikel nicht da» Ergebnis einer Beratung des Parteivorstandes gewesen sei, weil zum mindesten drei seiner Mitglieder, die Genossen H a a s e und W e n g e I s und die Genossin Zietz, gar keine Kenntnis von dem Artikel gehabt hätten. Wie komme da über- Haupt die Parteivorstandsmehrheit dazu, einen solchen Artikel. als scheinbar offizielle Kundgebung an die Parteipresse zu versenden? Die betreffenden Genossen aus dem Parteivorstand sollten sich auch nicht damit zu verteidigen suchen, daß sie etwa sagen: Wir haben den Artikel doch gar nicht als amtliche Erklärung deS Partei- Vorstandes bezeichnet, sondern ihm nur den Vermerk mit auf den Weg gegeben:„Aus dem Bureau des Partei- Vorstandes schreibt man uns:* Wie sehr diese Ein- lcitung zur Irreführung geeignet war. beweist ja gerade der allgc- meine Irrtum der Parteiblälter, sie hätten es in der Tat mit einer Epistel des Partcivorstandes zu tu». Aber auch wenn den Mitgliedern des Partcivorsiandcs jede Absicht einer Täuschung ferngelegen hat. so hätte sie auf jeden Fall das poli- tische Taktgefühl von dem Schritt abhalten müssen. Denn die Ver- sendung dieses Artikels unter der Signierung:„Aus dem Partei- bureau schreibt man uns* ist die U ebernah me einer politischen Unsitte, die jede ernstzunchniende demokratische und oppositionelle Partei mit aller Schärfe verurteilen muß. Der Unsitte des berüchtigten Offiziös entvms! Was man offiziell, in ehrlicher Amtsform nicht verantworten kann oder will, das wird als offiziös in die willfährige Presse eingeschmuggelt. Wenn die auf politische Reputation und Unabhängigkeit haltende bürgerliche Preffe eS schon abgelehnt hat, sich als Instrument solchen OifiziösentumS gebrauchen zu lasten, sollte der Vorstand der deutschen Sozialdemokratie sich vollends auch schon vor dem leisesten Verdacht hüten, die Parteipresse in eine Lage bringen zu wollen, die selbst für bürgerliche Blätter als etwas Unrühmliches und politisch Anrüchiges gilt. Hat der Parteivorstand etwas zu erklären, soll er'S offen und unter Wahrung seines Amtscharakters tun. Er hat dann auch die volle Verantwortung der Partei gegenüber zu tragen. Bringt er keine einmütigen Erklärungen zustande, so mag er Mehrheits- beschlüsse fasten— Beschlüsse, die aber erst von der Gesamtheit seiner Mitglieder gründlich durchzuberalen sind. Handelt sich'S um wichtige politische Streitfragen, so hat natürlich auch die Minderheit das Recht, ihre Auffassung bekannt zu geben und zu vertreten. Jede bureaukratische und„diplomatische* Geheimniskrämerei ist vom Uebel für eine Partei, die, weil sie die Demokratie als Staatsprinzip fordert, auch selbst alle demokratischen Garantien zu erfüllen hat. Wenn mehrere Mitglieder des Parteivorstandes das Bedürfnis verspürten, ihre Ansicht über die durch eine getrennte Abstimmung über die Kriegskredite veuneintlich gefährdete Einheit noch einnial ! zu vertreten, so konnten sie das als Person« n tun. Ein Teil der � Parteipresse würde auch dann den Artikel sicherlich abgedruckt habew Ein anderer Teil freilich nicht. Der„Vorwärts* hatte bereits vor vierzehn Tagen die Absicht, seinen Lesern ausführlich Kenntnis von der Diskussion zu � geben, die sich in der„Neuen Zeit* über die Frage entsponnen � hatte, ob es die Parteieinheit gefährde oder nicht vielinehr im wirk- lichen Interesse der Parteieinheit liegende Pflicht der FraktionS- Minderheit sei, gegen die Kriegskredite zu stimmen und die Gründe für die Verweigerung im Parlament auszusprechen. K a u t s k y hatte den letzteren Standpunkt in drei Artikeln begründet, die er loyalerweise so zeitig veröffentlichte, daß sich daran eine imbehinderi freie Aussprache knüpfen konnte, an der sich denn auch die Genosse» Marcktvald und das Parteivorstandsmitglied Otto Braun beteiligten. Die Redaktion deS„Vorwärts* hielt es für ihre politische und publizistische Pflicht, die Parteigenossen durch längere Auszüge aus diesen Artikeln der drei Genossen von dem Für und Wider der An- sichten zu unterrichten. Sie machte dem Parleivorstand von dieser Absicht Mitteilung. Der Parteivorstand aber erhob dagegen Einspruch. Wolle die Redaktion die Leser informieren, so genügten auch die vermeintlich objektivsten Auszüge aus den Artikeln nicht, dann müßten alle fünf Artikel— etwa fünf.Vorwärts"-Seilen— wört« lich wiedergegeben werden. Als die Redaktion diese Zumutung zurückwies, verharrten die Vertreter des Partei- Vorstandes bei ihrem Einspruch. Es versteht sich wohl von selbst, daß die Redaktion sich dabei nicht beruhigte, sondern die Sache in der für solche Differenzen gegebenen Form weiterver- folgte. Aber das hier nur nebenbei— nur die Tatsache präge man sich ein, daß der Parteivorstand die Pflicht gründlicher und objektiver Information vor etlichen Wochen so bitter ernst nahm, wie wir das geschildert. Und was tut er oder doch die in beide» Fällen in Betracht komniende Mehrheit dann selbst vierzehn Tage später? Sie wartet geruhig den letzten Termin vor der Parlamentsentscheidung ab und verschickt dann ein Elaborat über die Streitfrage an die Presse, das an einseitiger und tendenziöser Darstellung des ganzen Meinungsstreits geradezu das Menschenmögliche leistet. Auch der leiseste Versuch, den Argumenten des Gegners gerecht zu werden, fehlt in dem Artikel; alle Gegengründe werden unterschlagen, dagegen werden die in der Poleinik bereits mehrfach schlagend widerleglen Scheinbeweise mit unverwüstlicher Seelenruhe wiederholt. Nun, entstammte diese Seelenruhe auch nicht dem guten Ge- wissen und dem Gefühl, den Gesetzen polemischer AnstandSpflicht genügt zu haben, so durfte sie sich doch darauf stützen, daß die Masse der Leser der Parteipresse auS Unkenntnis der in der„Neuen Zeit* gepflogenen Diskussion die Fadenscheinigkeit der vorgetragenen Argumente nicht zu erkennen vermöchte. Vor allen Dingen aber halten die hinter der Zuschrift „aus dem Bureau des Parteivorstandes* stehenden Genossen die Ge- nugtuung, noch in letzter Stunde vor der Abstimmung im Reichstag einen Schlag geführt zu haben, der nicht mehr pariert und zurück- gegeben werden konnte! Erst wenn man diese Momente berücksichtigt, gewinnt man den rechten Einblick in die Taktik jener Parteivorsiandsmitglicder, die hinter dem offiziösen Ueberrumpelungsvcrsuch standen. Genützt hat das Manöver ja nicht. Derartige Pfeile pflegen ja gewöhnlich auf den Schützen zurückzuprallen. Aber darum ist es nicht minder Pflicht der Partei, dergleichen Manöver künftig über- Haupt unmöglich zu machen. Denn wenn sie an den Dingen selbst schließlich auch nichts zu ändern vermögen, so verderben sie doch die Parteisilten, vergiften sie unnötig den Meinungsstreit, setzen sie an die Stelle des ehrlichen Kampfes mit blanken geistigen Waffen den unerquicklichen Krieg der Ränke und kleinlichen Listen. Gerade wer die Geschlossenheit und Einheit der Partei will, sollte auch daran mitwirken, daß den Genossen nicht die Freude an der Partei vergällt wird. Meinungsstreit muß sein und soll sein. Jeder soll seine Meinung sagen dürfen, so niedrig oder so hoch er immer aus der Stufenleiter der Parteiorganisation stehen niag. Aber der Kampf soll mit ehrlichen Waffen offen und frei aus- gekämpft werden. Ueber die Ehrlichkeit der Waffenführung und die Gleichheit der Kampfbedingungen zu wachen, ist die erste Pflicht aller Partei- genosten._ das Echo im bürgerlichen Lager. Wie sich erwarten ließ, wird das Vorgehen der Fraktion»- Minderheit in der bürgerlichen Presse lebhaft besprochen. Da- bei waltet besonders in den konservativen Blättern zunächst da? Bestreben vor, die praktische Bedeutungslosigkeit der Aktion her- vorzuheben.„P o st" und„R h e i n i s ch- W e st f ä l i s ch e Zeitung" stellen übereinstimmend fest, daß diese„Querköpfe" nichts an dem Willen der großen Gesamtheit ändern können, alles was zur siegreichen Durchführung des Krieges notwendig ist, voll und ganz zu bewilligen, und ähnlich tröstet sich die„Deutsche Tages- zcitung": „Tatsächliche Bedeutung in dieser Richtung wird ja glück- licherwcisc diese Opposition n i e g e w i n n e». W e r s i ch d e m einmütigen©iegess willen des deutschen Volkes e n t g e g e n st e m m t, ist in dieser Zeit von vorn- herein zu politischer Ohnmacht verurteil t." Aber man bleibt bei den spöttischen Bemerkungen über das Häuflein von Querköpfen doch nicht stehen, und ist vielmehr daraus aus, das Verhalten der 2g, die gegen die Kredite stimmten, möglicherweise auch die der 2S, die den Saal verließen, zu einem Akt des V a t e r l a n d s v c r r a t s zu stempeln. So urteilt beispielsweise wiederum die Deutsche Tageszeitung": „Trotz ihrer praktischen Bedeutungslosigkeit für unsere Kriegführung bleibt diese Abstimmung tief bedauerlich. Eine praktische Bedeutung kann sie sogar insofern gewinnen, als sie unsere Gegner, die die politischen Verhältnisse in Deutsch- land nicht genügend kennen, nur noch weiterhin ermutigen und dadurch kriegverlängcrnd wirken kann. Ten deutschen Volksgenossen gegenüber ist und bleibt sie unentschuldbar. Wer unserem Reich und Volk in dem schwersten Daseinskampf, den ein ruchloser Angriff ihm aufzwanm wer unseren Tapferen draußen, die gegen eine Welt von Feinden den furchtbarsten Krieg durchzufechten haben, Wehr und Waffen weigert, der scheidet sich damit selber von der Nation und stellt s i ch außerhalb der Volksgemeinschaft. Diese Tatsache kann durch nichts gemildert, sie darf nicht ver- tuscht und wird nicht vergessen werden!" In dieselbe Kerbe schlägt der„Reichsbotc": „Geyers Auftreten und das Verhalten seiner Freunde be- deutet eine Aufmunterung der Hofsnungen unsc- rer Feinde und trägt zur weiteren Verlängerung des Krie- geö damit erheblich bei. Dieses Verhalten bedeutet die Absichr, das Baterland durch Entziehung der nötigen Mittel wehrlos zu machen. Es ist ein I n- d e n- R ü ck c n- F a l l c n den tapferen Kämpfern an der Front, die, wenn es nach dem Willen dieser Liebknecht-Gvnppe ginge, den Feinden bald wehrlos ausgeliefert wären, weil sie keine Munit-ion mebr erhalten könnten, auch ohne Nahrung bleiben müßten. Die Versaguno der Geldmittel bedeutet zugleich den Willen, den Angehörigen der Soldaten die Geldunterstützungen zu entziehen." Und die„Krcuzzcitung": „Wer zu dieser Stunde dem Reiche die Mittel zur Fort- sührung des Krieges, zu Sold, Verpflegung, Waffen und Munition verweigert, will unsere in Ost und West und Süd heldenmütig kämpfenden Truppen dem Feinde gegen- über wehrlos machen. Er will dem Feinde, der einmütig erklärt hat, das Deutsche gleich vernichten und das deutsche Volk zu Schuldsklaven seines Ztachbarn erniedrigen zu wollen, die Möglichkeit zur Verwirklichung seiner Pläne schaffen; er stellt sich damit selbst außerhalb des Kreises der deut- scheu Volksgenossen. Die Herren Geyer, Liebknecht und Genossen haben durch ihre Entscheidung das Tischtuch zwischen sich und dem deutschen Volke in sinnloser Verblendung zer- schnitten. Das wird ihnen unvergessen bleiben, und sie werden die Folgen tragen. Wir zweifeln nicht, daß die vaterländisch gesinnte Mehrheit der Fraktion, hinter der sicherlich die ge- wältige Mehrzahl der sozialdemokratischen Wähler sieht, ebenso denkt wie wir, und daß sie die Folgerungen daranS rechtzeitig ziehen wird." Wir halten es nach allem, was gesagt worden ist, für über- flüssig, dieser Auslegung gegenüber die wahre Bedeutung und den wirklichen Sinn des Schrittes der Minderheit an dieser Stelle noch einmal zu erläutern. Jedenfalls sind wir vollständig be- ruhigt darüber, daß die Mehrheit der sozialdemokratischen Wähler ihn anders und besser versteht als die konservativen Organe. Aus diesem Grunde kann uns auch die Drohung der„Deutschen Tages- zeitnng" mit der Räch ederZuruckkehrenden nicht schrecken. daten, die Not und Tod vor dem Feind kennen lernten, ans den Schützengräben zurückgekehrt sein werden, dann werden ihre Wähler den 20 Pflichtvergessenen eines Tages die gebührende Antwort geben. Denn die deutschen Arbeiter, die doch die Masse der sozialdemokratischen Wähler stellen, wissen, daß ein Haupt- grund und ein Hauptziel des Angriffs gegen Deutschland die Vernichtung des deutschen Welthandels und der deutschen In- dustrie ist, daß also der Krieg sich ganz direkt gegen ihre Er- werbSgnmdlage, gegen ihre Lebensmöglichkeit in Deutsch- land richtet." Und wenn der„RcichZbote" die große Menge de? arbeitenden Volkes mahnte, sich die Namen der Minderheitsvertreter zu merken, so wird er sich inzwischen überzeugt haben, daß auch wir von unserem Standpunkt aus diese Mahnung für vollberechtigt halten, denn wir haben diese Namen ja veröffentlicht. Die liberale Presse hält sich in der Kritik an der Sache etwas mehr zurück als die konservative. Sie hat mehr an den Formalien auszusetzen. Di«„M-rgrnpost" hatte eine schärfere Sprache erwartet: „Man hatte den eigentlichen Führer der radikalen Gruppe. den Abg. Haas«, als den Sprecher erwartet und war schon durch die Persönlichkeit Geyers, der durchaus zu Göttern zweiten Ran ges gehört, ctwaS enttäuscht. Die Enttäuschung aber wuchs noch durch den Inhalt der Erklärung selbst. Nach dem Brimborium. das vorher in dem radikalen Teil der sozialdemokratischen Partei- presse über die bevorstehende Aktion gemacht worden war, hätte man ein flammendes Manifest erwarten dürfen.' T:e Erklärung war aber überaus zahm; ja, man kann sie inner- lich feige nennen, denn sie spricht offenbar die letzten Gedanken der äußersten Linken, die in der Presse schon viel denllicher gc- macht worden sind, nicht aus, sondern weist in der Hauptsache auf die angeblich von Deutschland beabsichtigte Eroberungspolitii hin, die erfolgversprechende Friedensverhandlungen unmöglich mache." Die Enttäuschung de? UllstcinblatteS ist uns natürlich schmerz- lich, aber wir möchten von ihm gern erfahren, welches denn„die letzten Gedanken" sind, die die äußerste Linke verbirgt. Wer andere der Feigheit beschuldigt, hat die Pflicht, selbst um so rück- haltloser und offener zu reden. Von einem anderen Standpunkt sieht die„Berliner Volks- zcitung" das Auftreten der Minderheit an: „Damit ist der oberste Grundsatz aller Demo- k r a t i e, daß sich die Minderheit der Mehrheit zu fügen hat, von einem Teile der sozialdemokratischen Kreditgegner in offener ReichstagSsitzung mit Füßen getreten worden. Der Krieg inner- halb der Sozialdemokratie tritt damit in ein neues Stadium. Die Folgen sind noch nicht zu übersehen. Es muß selbstverständ- lich die Sozialdemokratie ihres parlamentarischen Einflusses be- rauben, wenn eine Minderheit das Stimmengewicht der Fraktion einfach dritteilen kann. Wo ist da da? Ende abzusehen!" Die Formalien der Demokratie sind sicher von Bedeutting, aber sie nwchen nicht das Wesen der Demokratie au?, und als dessen Hüter kämen die Fortschrittliche Volkspartei und ibre Zeitungen nun wirklich nicht in Betracht. *» • Von denen, die sich über die Zukunft der Sozialdemokratie die Köpfe zerbrechen, wollen wir nicht viel Redens machen. Er- wähnt sei nur die„Kill». VolkSzeitung". Sie findet es beachtenS- wert, daß nur ein Gewerkschaftsführer, der Radilaie Simon von der Cchuhmachergewerkschaft, mit der radikalen Minderheit geht, und knüpft daran allerlei sehr anfechtbare Be- inerkungen über den Sieg deS Syndikalismus als Folge des poli- tischen Radikalismus. Vielleicht sagt ihr der Schuhmacher Simon, daß umgekehrt eher ein Schuh daraus wird. Wichtiger find die Zukunftsbetrachtungen der„Krcuzzcitung": „Unter dem Zeichen des Burgfriedens ist eS unsere Pflicht, in der Kritik des Verhaltens gegnerischer Parteien äußerste Zu- rückHaltung zu üben. Die Herren Geyer und Genossen haben sich aber durch ihren Entschluß nach unserem Gesühl außer- bald des in n erpolitischen Burgfriedens gestellt. Sie wollen dem Deutschen Reiche die Geldmittel zur Fonfuhrung des Krieges verweigern. Gottlob ist die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes und des deutschen Reichstags aber anderer Anficht. Um so mehr ist es aber geboten, der cstelluugiiahinc der Geber und Genossen scharf und deutlich cnigegenzutreten. ' Scheu vor dem Auslande braucht uns dabei nicht zu be- hindern. Einzelne Gruppen, die für die vaterländischen Not- wendigkeiten keine Empfindung haben, die in zum Unsinn gewordener Theovetik Sinnloses fordern, hat jede Nation, Daß es auch bei uns solche Geister gibt, brauchen wir weder vor den Feinden noch vor unseren eigenen Volksgenossen zu vertuschen oder zu verheimlicheu." Mit anderen Worten: Die„Gruppe Geyer" soll des Segens burgfriedlicher Behandlung von feiten der Konservativen nich: länger teilhaftig sein. Wir möchten fast glauben, daß sie das ver- schmerzen könnte, denn sie ist,>vic die gesainte Sozialdemokratie, auch bisher nicht allzusehr verwöhnt worden. Jedoch wir setzen als fewjwsrilcknöltch voraus. Sag Äe'Konieröall�en ÄVÄnIMger emes ehrlichen Kampfes nur dort zum Angriff übevgehen, wo die Gegner die Möglichkeit befitzen, sich zur Wehr zu setzen. ** ♦ Im übrigen muh sich auch die Fraktionsmehrheit abfällige Kritik gefallen lassen. So findet ihre durch den Genossen Ebert abgegebene Erklärung ganz und gar nicht den Beifall der „Rhein.-Westf. Zeitung": „Wir müssen aber dem Redner der Mehrheit aufs schärfste lnidersprechen, wenn er den deutschen Reichskanzler für die Fort- setzung des Krieges verantwortlich machen will und wenn er ver- langt, daß die deutsche Regierung um Friedensverhandlungen betteln gehen soll, obgleich nach feinem eigenen Eingeständnis unsere Feinde noch beute von einem Frieden nichts wissen wollen. Wir baben bisher nicht ergründen können, welche Gedanken man innerhalb der sozialdemokratischen Reichstagssraktion mit den Forderungen nach Sicherheiten für den Bestand des Reiches ver. bindet. Daß die bisherige Lage Deutschlands diesen Forderungen nicht entsprach, haben die blutigen Opfer dieses Krieges bewiesen. Nicht wir hüben das Schwert zur Eroberung ergriffen und haben auch nie den Plan der Vergewaltigung fremder Völker gehabt, Wenn aber der sozialdemokratische Redner wirklich von Ehrlich- feit erfüllt ist, dann meinen wir, müßte er erklären, daß er mit keinem unserer Feinde Frieden schließen will, solange in deren Machtkreis vergewaltigte fremde Völker leben. Wir glauben auch nicht, daß die Millionen deutscher Soldaten, die heute täglich Leben und Gesundheit wagen, dem sozialdemokratischen Redner dafür danken werden, daß er unse- reu Feinden von heute und unseren Feinden von morgen jede beliebige Ausbreitung ihrer militärischen und wirtschaftlichen Macht gestatten möchte, während er allein das deutsche Volk in die Enge treiben will." Diese Auslassungen sind von Belang wegen dessen, was sich zwischen den Zeilen über die Absichten der der„Rheinisch-Wesi fälisÄen Zeitung" nahestehenden Kreise lesen läßt. Aber noch schärfer als um der Erklärung willen wird die Mehr heit getadelt, weil sie zu säuberlich mit den Zwanzig verfahren ist. So von den freikonservativen„Berliner Neuesten Nachrichten": „Bis zum Parteitag ists noch lange Zeit, istS Zeit zu allerlei Zornabkühlung und Sentimentalität. Wer nicht wagt zu schneiden, wo es nötig ist, bleibt mitverantwortlich." So vor allem von der„Kreuzzeitung": „Lediglich vom parteitaktischen Standpunkte nimmt also die Fraktion zu dem Vorgehen der Geyer und Genossen Stellung. Vom sachlichen, vaterländischen Standpunkte aus einen Tadel auszusprechen, vermeidet sie. Sie zieht auch keinen Trennungs strich zwischen sich und der Gruppe Geyer. Sie lehnt lediglich die„Verantwortung für jede Sonderaktion und für alle sich dar aus ergebenden Wirkungen ab". Die Sache wird also sozusagen als eine innere Angelegenheit der sozialdemokratischen Fraktion behandelt. Der Gedanke, dem deutschen Volke für jenen Vor gang verantwortlich zu sein, scheint der Fraktion gänzlich fern gelegen zu haben. Angesichts der Größe der Minderheit, die ja zu der Mehrheit im Verhältnis wie zwei zu drei steht, hat die Fraktion offenbar in Sorge um die Einheit der Partei den un< gefährlichen Weg einer Resolution gewählt. Ob diese vorsichtige Taktik ihr Ziel erreicht, wird die Zukunft lehren." Die„Kreuzzeitung" darf überzeugt sein, daß Mehrheit wie Minderheit sich dem deutschen Volke verantwortlich fühlen. Aber eben aus diesem Grunde können sie die Wünsche und Hoffnungen der Konservativen nicht befriedigen. Das tägliche örot. Eine ueue Organisation der Kriegsernährung. Die vielgestaltige Getreide und Mehl verarbeitende Industrie bekommt ihr Rohmaterial jetzt von der Reichsgetreidestelle über wiesen. In einer offiziösen Darstellung wird dazu gesagt: „Die Aufgaben, welche sich für die kriegswirtschaftliche Organn satiou dieses Gebietes ergaben, waren dreifacher Art; erstens galt eS. die für jene Betriebe verfügbaren Vorräte nach einem Maßstabe zu verteilen, der in erster Linie auf die kriegswirtschaftliche Be deutung der in Frage kommenden Gewerbezweig Rücksicht nahm. Zweitens mußte ein Verteilungsplan gefunden werden, der den Jnler> essen der einzelnen Unternehmungen jeder dieser verschiedenartigen Produktionsgebiete enlsprach. Endlich drittens blieb als eine Haupp aufgäbe die Notwendigkeit, die betreffenden Nahrungsmittel dem Konsum zu angemessenen Preisen zur Verfügung zu stellen. Eni sprechend diesen Aufgaben werden in erster Linie diejenigen Betriebe versorgt werden, welche notwendige, für den Konsum schwer ent- behrlichc Erzeugnisse herstellen. Diese sollen eniweder entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit, wie Grieß- und Teigwarenfabriken, oder entsprechend ihrer Produktion in den beiden letzten Friedensjahren oder einem Prozentsatz derselben mit Getreide oder Mehl be liefert werden. Ein geringeres Anrecht aus Versorgung haben dem gegenüber Betriebe, welche entbehrliche Genußmittel oder Spezialo täten herstellen. Die Erzeugnisse müssen von der zu Verbänden zusammen geschlossenen Industrie, nach allen Teilen des Reiches dem Bedarf entsprechend, möglichst gleichmäßig verteilt werden.— Ueber die Preisbildung wird gesagt: .Für diejenigen Erzeugnisse, welche notwendige und nicht oder schwer durch Surrogate zu ersetzende Nahrungsmittel darstellen, hat die ReichSgetreidestelle Preise für den Fabrikanten, dekr Großhändler und den Kleinhändler festgelegt, welche auch von der Reichs- Prüfungsstelle in eingehender Beratung als zutreffend anerkannt worden sind. Diese Preise sind nach den Herstellungs- und Ver- triebSkosten errechnete Vertragspreise, also das Ergebnis privat« rechtlicher und durch Kautionsleistungen sichergestellter Ab- inachungen, keine gesetzlichen Höchstpreise. So haben wir bei dieser Organisation, die hier nur in großen Umrissen geschildert werden konnte, ein System, das sich zwischen das generell nicht durchsührbare Rationeniystem einerseits und das System bloßer Höchstpreise andererseits angliedert. Die vorhandenen, von der friedlichen Wirtschaft geschaffenen Möglichkeiten der Organisation und des Absatzes werden hierbei ausgenutzt, wenn auch gleichzeitig der durch den Krieg gebotenen behördlichen Kontrolle unter- worfen, die wiederum den konsumierenden Kreisen die Gewähr einer möglichst guten Oualität und einer möglichst billigen Preis- stellung gibt."_ Neue Gebäckverordnungen in Oesterreich. Wien, 22. Dezember.(SB. T. 33.) Die„Wiener Z e i- t u tl g" veröffentlicht eine Ministerialverovdnung, durch die die Vorschriften über Erzeugung und Bertrieb von Brot und Gebäck ausgestaltet und verschärft werden. Danach kann der Minister des Innern Ausnahmen von dem bisherigen Verbote der Verwendung des Weizenbackmehls und des Weizen- kochmehles zur Broterzeugung für Länder, Bezirke und Gemeinden auf Antrag der Kriegsgetveide-Verkehrsanstalt fallweise bewilligen. Die Verordnung verfügt weiter ein allgemeines Verbot der ge- wevbsmäßigen Erzeugung und des Verkaufes von Kleingebäck jeder Art. Weizen- und Roggenmehl darf zur Erzeugung von Zuckerbäckevwaren, einerlei ob sie durch Zuckerbäcker, Bäcker oder Gast- und Schankgewevbetreibende erfolgt, überhaupt nicht mehr verwendet werden. Die Erzeugung von Zuckerbäckerwar« unter Verwendung von Ersatzmehlen ist nur an zwei Tagen der Woche "gestattet/ Die gewerbsmäßige Erzeugung von Keks kann von der politischen Landesbehörde nicht nur wie bisher zeitlich eingeschränkt, sondern auch gänzlich verboten werden. Die gewerbsmäßige Er- zeugung von Zuckerbäckerwaren aus Butter-(Blätter-) und Bärm- teig wird allgemein verboten. Die Verordnung tritt am 23. De- zember in Kraft. »» * Durch eine Mimfterialverordnung, die heute zur Verlaut- barung gelangt, werden nach dem Stande vom 1. und 15. jeden Monats zu erswtlende Anzeigen über die Vorräte an Rohöl und Mineralölprodukten jeder Art, Benzol und Teerölen angeordnet. Weiter werden Benzin, Gasöl, Vulkan- öl, Zhlinderöl, Benzol und Teeröle unter Sperre gelegt. Endlich wird die Regierung ermächtigt, im Falle drohenden Mangels an Mineralölprodukten unter getoissen Voraussetzungen die Erzeuger zur Erzeugung und Liesevung, die Händler und andere Besitzer zur Abgabe von Vorräten zwangsweise zu verhalten. Eine weitere Ministerialverordnung betrifft die Festsetzung von Höchstpreisen für Benzin, Leuchtpetroleum, Gasöl und Vulkanöl. Eine milde Strafe. In Wiesbaden wurde wegen außerordentlich hoher Ueber- schreitung der Butterhöchstpreise der Inhaber eines der größten Ge- schäf-e am Platze, Ratgeber, zu SOO Geldstrafe verurteilt. Er hatte holländische Butler zum Preise von 2,45 M. bezogen und für 8,70 M. verkauft. Der Fall liegt besonders kraß, weil Ratgeber Mitglied der Kommission zur Festsetzung der Hoch st preise war. Soziales. Kriegsverletzte und Postdieust. Im Interesse der K r i e g s v e r l e tz t e n s ü r s o r g e hat das Reichspostamt kürzlich an die Oberpostdireltionen eine allgemeine Verfügung erlassen, die u. a. folgendes ausspricht: Nach allgemeiner Ueberzeugung ist namentlich aus dolkswirt- schafrlichen Rücksichten Wert darauf zu legen, daß Kriegs- beschädigte nach der Entlassung aus dem Heere möglichst ihren früheren Beruf wieder aufnehmen. Vielfach haben sich aber Kriegsverletzte um die Einstellung in den Post- und Telegrapbendienst beworben, obgleich sie zur Fortsetzung ihres bis- herigen oder zur Ergreifung eines verwandlen Berufes imstande waren. Im Hinblick hierauf ist zwischen dem Landeshauptmann der Rheinprovinz und den rheinischen Oberpostdireltionen folgendes ver- einbart worden: Kriegsbeschädigte, die vor dem Kriege bei der Rcichspost- und Telegraphenverwaltung als Beamte, Angestellte oder Arbeiter tätig waren, werden, soweit es irgend möglich ist. auch Weiler bei ihr beschäftigt. Solche Kriegsbeschädigte sind an die Dienststelle zu verweisen, bei der sie früher tätig waren. GeeignclensallS kann auch der Ortsausschuß selbst sich sür den Kriegsbeschädigten an diese Stelle wenden. Bewerben sich Kriegsbeschädigte, die nicht bei der Reichs-Post- und Tclcgravhenverwaltung beschäfligr waren, unier Aufgabe ihres bisherigen Berufs um eine Stelle bei dieser Verwaltung, so wird sie, falls der Bewerber nicht aus Grund gesetzlicher Bestimmungen anzunehmen ist, ihn entweder an den zuständigen Ortsausschuß verweisen oder sich selbst mit der für den Wohnort des Bewerbers zuständigen Stelle der Kriegsbeschädiglenfürsorge in Verbindung setzen und deren Ansicht darüber hören, ob der Berufswechsel not- wendig oder wünschenswert ist. Dies wird auch bei den Be- Werbern geschehen, die sich im Besitze des AirstellungSschcins be- finden. Die zuständigen Poslbebörden werden bei der Ent- scheidung über die Annahme des Bewerbers nach Möglichkeit das Gutachten des Ortsausschusses uiw. berücksichtigen. Das Reichspostamt hat daraufhin die Oberpostdireltionen Ende November angewiesen, sich mit den in ihrem Bezirk in Betracht kommenden Siellen für die Kriegsverletztenfüriorge zur gleichartigen Behandlung der Beschäftigungsgesuche Kriegsbeschädigter in Verbindung zu setzen. Bei Inhabern des Anstellungsscheins kann von der Zuweisung an die Fürsorgestellen in der Regel abgesehen werden. weil der Anstellungsschein nur den Rentenempfängern verlieben wird, die ihren früheren oder einen ähnlichen Beruf zweifellos nicht auf- nehmen können. Diese Verfügung deS ReichSpostomtS bezieht sich nicht auf die Fälle, in denen es sich um die vorübergehende Beschäftigung Kriegsbeschädigter im Dienste der ReichSpost- und Telegraphenver- waltung handelt. Der verschwundene Wochenlohn. Bei Rcchtsstrcitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis kann man öfter die Beobachtung machen, daß Arbeitgeber der irrigen Meinung sind, der schuldige Lohn könne von ihnen nicht mehr gefordert werden, wenn sie denselben einem Beauf- tragten zur Zahlung an den Arbeiter übergeben haben, dieser aber den Lohn nicht erhalten hat. Ein Fall dieser Art be- �chäftigte am Dienstag das Jnnungsschiedsgericht. Der Kläger, der in der Bäckerei von Dobrin als Bäckergeselle beschäftigt war, harte am Wochenschluß den fälligen Lohn nicht er- halten, Das kam so: Als der Werkmeister mit dem Lohn des Klägers in die Backstube trat, war der Kläger im Augenblick nicht anwesend. Der Werkmeister übergab deshalb den in einer Türe befindlichen Wochenlohn des Klägers einem Lehrling zur Aus- händigung an den Kläger. Der Lehrling legte das Geld in einen Schrank. Der Kläger, der hiervon nichts erfuhr, ging ohne Geld nach Hauie. Am nächsten Arbenstage forderte er seinen Lohn vom Meister. Nun stellie sich heraus, daß das Geld aus dem Schrank, wohin es der Lehrling gelegt haben wollte, verschwunden war. Dobrin weigerle sich, den Lohn zu zahlen. Sein Vertreter vor dem Jnnungsschiedsgericht sprach die durch nichts begründete Vermutung aus, der Kläger werde wohl das Geld aus dem Schrank genommen haben und wolle nun versuchen, den Lohn noch einmal zu bekommen. Im übrigen meinte der Ver- treter, solle sich der Kläger an den Lehrling ober den Werkmeister hallen, dem der Beklagte ja den Lobn übergeben habe.— Der Vor- itzende wies die unbegründete Verdächtigung deS Klägers durch den Vertreter des Beklagten zurück und belehrte den Vertreter, daß der Kläger seinen Lohn von dem Beklagten und von keinem anderen zu 'ordern habe.— Hierauf erkannte der Vertreter die Forderung an und zahlte dem Kläger seinen Lohn. Gerichtszeitung. Verurteilung des Fiskus wegen einer Haussuchung. Haussuchung habe gar nicht den Zweck gehabt, den LZersasser der Postkarte zu ermitteln; vielmehr habe man nur die Mitglieder des Transportarbeiterverbandes herausbekommen wollen; diese Mitglieder seien der Eisenbahnvcrwaltung mitgeteilt worden und letztere habe darauf den G. entlassen(die Eisenbahn duldet be- kanntlich nicht, daß ihre Bediensteten dem Trcmsportarbeiterver- band angehören); die Entlassung beruhe deshalb auf einer Ver- letzung der Geheimhaltungspflicht der Polizei und der Beklagte müsse den dadurch entstandenen Schaden ersetzen. Während das Landgericht Essen die Klage abwies, hatte da? Oberlandesgcricht Hamm den beklagten Staat zur Zahlung von 50 Ps. verurteilt und auch den übrigen Klagcanspruch dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt. Durch die Beschlagnahme entsteht, so führt das Oberlandesgericht aus, ein vertragsähnliches Ver- hältnis zwischen dem Staat auf der einen und den von der Be- schlagnahme betroffenen Personen auf der anderen Seite. Der Staat hat hiernach die Pflicht zur sorgfältigen Verwahrung der beschlagnahmten Gegenstände. Da sich das Abhandenkommen des Markenbuches nur so erklären läßt, daß es von den Polizeibeamten mangelhaft verwahrt worden ist, liegt eine Verletzung der Ver- Wahrungspflicht vor; für den dadurch entstandenen Schaden ist der Beklagte ersatzpflichttg. Auch der Anspruch auf Erstattung der an G. vom Transportarbeiterverband gezahlten Unterstützungs- betrüge ist begründet. Die Polizei muß der Eisenbahnbehörde auf Grund der bei der Beschlagnahme gefundenen Papiere Mit» teilung darüber gemacht haben, daß G. Mitglied des Verbandes war. Hierin liegt eine schwere Amtsverlctzung. Die Polizei mutzte das Ergebnis der Beschlagnahme nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung Dritten gegenüber geheimhalten. Hiernach ist es unzweifelhaft, daß der Verband durch die von der Polizei der Eisenbahnverwaltung gemachte Mitteilung von der Zugehörig- keit des G. zum Verbände geschädigt ist. Infolge dieser Mit- teilung ist G. aus dem Eisenbahndienst entlassen worden. Das Reichsgericht hat am Dienstag dieses Urteil bestätigt und die vom Beklagten eingelegte Revision zurückgewiesen.(Akten- zeichen: III. 308/15.) Zum Verbot der Zahlungen nach England. Grundsätzliche Erörterungen knüpften sich an eine An- klage wegen Verstoßes gegen die Bundesratsverordnung betr. den Bezug von Waren aus England und das Verbot der Zahlungen nach England und Verstoßes gegen das Vereins- zollgesetz, die gestern gegen den Kaufmann Willy Wagener vor der 5. Strafkammer �des Landgerichts I verhandelt wurde. Der Angeklagte hat sich die Anklage durch einen GefälligkeitS- akt zugezogen: er hörte eines Tages von der Abteilungsvorstehevin eines Warenhauses, mit dem er in geschäftlicher Verbindung steht, >daß diese mit Spitzen in Verlegenheit geraten sei und erklärte sich bereit, ihr solche ohne jeden persönlichen Vorteil seinerseits zu be- schaffen. Er wußte, daß sein Vertreter in Kopenhagen die Ver- tretung einer englischen Spitzensirmo hatte und wandte sich an diesen um Ueberlassung eines kleineren Postens. Dem Ersuchen wurde auch Folge gegeben; nachdem der Angeklagte einen Scheck auf 540 Kronen dänischer Währung eingesandt hatte, wurde der Posten Spitzen von Kopenhagen nach Berlin geschickt, hier aber auf dem Zollamt angehalten, nachdem der Angeklagte ohne Umschweife angegeben hatte, daß es sich um englische Spitzen handelte. Die jetzige Anklage war die Folge. Der Angeklagte versicherte glaub- würdig, daß er mit England nie Geschäfte gemacht und deshalb von der Bundesratsverovdnung und dem ZahlungSverbot keine Kenntnis gehabt habe. Staatsanwalt Dr. Lehmann hielt den An- geklagten im Sinn« der Anklage für schuldig. Das Vereinszoll- gesetz sei verletzt, weil die Einfuhr englischer Waren durch Bundes- ratsverovdnung verboten sei. Im übrigen hätte der Angeklagte als Kaufmann wissen müssen, daß eine Zahlung nach England auch gegen ein Verbot des Bundesrats verstoße. Der Staatsanwalt be- antragde wegen des letzteren Vergehens 500 M. Geldstrafe, wegen Vergehens gegen das Vereinszollgesetz 1240 M. Buhe und Konfiskation der Spitzen» außerdem aus Z 152 des Vereinszollgesetzes eine Ordnungsstrafe von 10 M.— Rechtsanwalt Dr. Alsberg führte dagegen aus, daß der Angeklagte weder objektiv noch subjektiv gegen das Zahlungsverbot verstoßen habe. Er habe die Spitzen nicht aus England, sondern von einem Kopenhagener Hause bezogen, das die Spitzen dort im Besitz hatte, und er habe das Geld dafür auch nicht nach England, sondern an den Besitzer nach Dänemark gesandt. Auch'das Vereinszollgesetz sei nicht verletzt.§ 134 bestimme zwar: „Wer es unternimmt, Gegenstände, deren Ein-, Aus- oder Durch- fuhr verboten ist, diesem Verbote zuwider ein-, aus- oder durch- zuführen, macht sich einer Kontre bände schuldig usw." Im neuesten Kommentar von Stenglein werde hierzu folgende Erläute- rung gegeben:„Strafbare Einführung im Sinne des§ 134 B.Z.G. ist jede Einbringung des Gegenstandes über die Grenze, die ge- schieht, ohne daß der Gegenstand beim Grenzzollamte gemäß§ 133 V.Z.G. angezeigt oder zur Revision gestellt wird." Ferner sage Stenglein zu§ 133, daß keine Strafe, sondern nur die Zurück- schafsung der Gegenstände stattfinde, die bei dem Grenzzollamte von Gewerbetreibenden ausdrücklich angezeigt oder von anderen Personen vorschriftsmäßig zur Revision gestellt werden. Dies sei vorliegend der Fall; da die Spitzen durch die Post versendet wurden, sei Berlin als das Grenzzollamt zu betrachten, und hier habe der Angeklagte aus freiem Antriebe mitgeteilt, daß es sich um englische Spitzen handele. Von einer beabsichtigten Kontrebande könne keine Rede sein.— Das Gericht billigte dem Angeklagten zu. daß er sich der beiden ihm zur Last gelegten Handlungen nicht schuldig gemacht und nicht„wissentlich" gegen die Bundesratsver- ordnung" verstoßen habe. Er wuvde dicserhalb freigesprochen. Da- gegen sei§ 152 des Vereinszollgesetzes anzuwenden, welcher besagt» daß bei Uebertrebung der Borschriften dieses Gesetzes sowie der in- folge desselben öffentlich bekannt gemachten Berwaltungsvor- schriften eine Ordnungsstrafe bis zur Höhe von 150 Mk. verwirkt ist. Das Zahlungsverbot sei eine Verwaltungsvorschrift im Sinne des§ 152, gegen den der Angeklagte somit fahrlässiger 3Beise verstoßen habe, da es Pflicht eines jeden Kaufmanns in der jetzigen Zeit sei, ehe er aus dem Auslande Waren bezieht oder solche dort- hin ausführt, sich über die besteheirdeu gesetzlichen Bestimmungen zu unterrichten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 75 M. Geldstrafe. Minderwertige Kriegslieferung als Landesverrat. Der Kaufmann Bernhard Mainzer hatte die Lieferung einer größeren Menge reinwollener Socken für das Kriegsheer übernommen, aber aus Gewinnsucht nicht reinwollene, sondern minder- wertige Socken geliefert, obwohl er wußte, daß er dadurch die Die Staatsanwaltschaft Duisburg beauftragte im AprU 1312 � �-ger be7inkäch.ig°te7 und so d7r KK-� die Polrzei rn Essen, eine Durchiuchung der Geschäftsräume der> des Deutschen Reiches Nachteil zufügte. Er hat auch einem Geschäftsstelle des Transportarbeiterverbandes vorzunehmen, um Soldaten, der bei der Abnahme der Socken tätig war, 20 M. als den Verfasser einer Postkarte strafbaren Inhalts zu ermitteln. � Geschenk angeboten, damit er nichts sage. Der Soldat hat jedoch Dabei wurde neben anderen Schriftstücken auch ein Markenbuch! Anzeige erstattet. Wegen Landesverrats und versuchter Bestechung ist Mainzer daraus vom Gericht in Coblenz zu 10 Monaten Ge- fängnis verurteilt. Das Reichsgericht verwarf am Dienstag die vom Angeklagten eingelegte Revision. im Werte von 50 Pf. beschlagnahmt, das später verloren gegangen ist. Kurz nach der Haussuchung wurde ein bei der Eisenbahn be- chäftigter Arbeiter G., der Mitglied des Transportarbeiterver- bandes war, aus dem Dienst entlassen. Der Verbaitd hatte diesem Arbeiter eine Arbeitslosenunterstützung von im ganzen 123,10 M. gezahlt. Den Anspruch auf Erstattung dieses Betrages und der 50 Pf. für das Markcnbuch hat der Transportarbeitcrverband an den jetzigen Kläger K. abgetreten. Dieser erhob gegen den preußi- scheu Staat, vertreten durch den Oberstaatsanwalt in Düsseldorf, Klage auf Zahlung der 123,00 M. aus dem Gesichtspunkte des Schadenersatzes wegen Amtöpflichtverletznng der mit der Haus- ftuhimg betraut jmefent» Polizeibeamten. Er behauptet: die Gegen das Tanzen. Das Reichsgericht wandte sich am Dienstag gegen den Versuch einer Ueberspannung bei Auslegung von Tanzver- boten. Bon der Anklage, eine durch die Militärbehörde verbotene Tanzbelustigung veranstaltet zu haben, sind vom Landgericht Hannover am 4. September drei noch nicht 20 Jahre alte Lläh- mädchen freigesprochen worden. Ein Kriegsteilnehmer war aus dem Felde zurückgekehrt und sein« Familie veranstaltete zn seine» Eören in einem besonderen Ranme einer Gastwirtschaft ein pri- vates Fest, zu dem auch die drei Angeklagten eingeladen waren. Es wurde gegessen, getrunken, geredet und gesungen. Anwesend waren 20 Personen. Als während einer Pause ein zehnjähriges Mädchen am Klavier einen Tanz zu spielen versuchte, umfaßten sich die Angeklagten in ihrer lustigen Stimmung und drehten sich im Tanzschritt etwa fünf Minuten lang im Zimmer herum. Irgend jemand sah von außen durch das Fenster diese während des Krieges verpönte Lustigkeit und erstattete Anzeige. Das Land- gericht hat jedoch eine strafbare Handlung nicht für erwiesen angesehen, da der sogenannte Tanz nur eine unbedeutende Zeit- spanne ausgefüllt hat und die für eine„Tanzlustbarkeit" erforder- liche Leitung und Organisation gefehlt habe. Gegen dies ver- ständige Urteil legte die Staatsanwaltschaft Revision ein. Das Reichsgericht verwarf am Dienstag nicht nur die Revision, sondern gab seiner Ueberzeugung davon, daß eine Anklage überhaupt nicht hätte erhoben werden sollen, auch dadurch Ausdruck, daß es auch die den Angeklagten erwachsenen notwendigen Auslagen der Staatskasse auferlegte. Die Teilnehmer an einem Tanz seien überhaupt straflos, strafbar sei nur die„Veranstaltung" einer Tanzlustbarkeit. Solche liege nicht vor. Uebcrmäßiger Geschäftsgewinn. Wegen übermäßiger Preissteigerung im Sinne der Bundes- ratsverordnung vom 23. Juli d. I. hat das Landgericht Dresden am 12. Oktober den Fleischermeister und Viehhändler Hugo Kühn zu tausend Mark Geldstrafe verurteilt. Am Morgen des 23. August erschien der Angeklagte auf dem Schlachthof mit 6— 7 Rindern, um diese zu verkaufen. Noch vor 8 Uhr kaufte er zwei Bullen zum Preise von 1508,80 bzw. 1160,32 M. und eine Kuh für 831,00 M. Alle drei Tiere verkaufte er aber noch an demselben Vormittag auf dem Schlachthof weiter, und zwar die Bullen für 1560,00 M. bzw. 1223,01 M. und die Kuh für 878,11 M. Mithin hatte er an den Bullen einen Verdienst von 51.80 M. bzw...62,7? M. und ar. der Kuh einen solchen von 13,51 M., also einen Reingewinn von 158,00 M. Das Gericht hat in dieser Summe eine Ucbermäßig- keit des Gewinnes, eine übermäßige Preissteigerung im Sinne der Bundesratsverordnung erblickt. In Betracht kam, daß der Angeklagte diesen Verdienst in der kurzen Zeit von 8— 12 Uhr, die zwischen Ankauf und Verkauf der Tiere lag, erzielt hat und obendrein ohne bemerkenswerten Aufwand von Mühe, da er die Tiere dort weiterverkauft hat, wo er sie gekauft hatte. Das Reichs- gericht verwarf am Dienstag die vom Angeklagten eingelegte Revision. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. III der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: Garde-Reserve-Schüßen-Bataillon. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier-Regimenter Nr. 4, 7, 11 bis einschl. l7, 31 bis einschl. 31, 19, 59(s. auch Gebirgs- Maschinengew.-Abt. Nr. 215), 63, 61(f. auch Gebirgs-Maschinen- gewehr-'Abt. Nr. 245i, 65, 66, 68, 69, 74, 76. 70 is. auch Res.-Jnf.- Regt. Nr. 73), 80, 84, 85, 86, 88, 89, 92 ls. Ref.-Jnf.-Regt. Nr. 73), 94, 109, 110, III, 113 ff. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 73), 131, 135, 136, 137, III, 142(f. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 73), 116, 147, 149, 151 bis einschl. 154, 156, 160, 161, 165, 167 bis einschl. 170, 173, 174, 176, 341, 342 is. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 34). Reserve-Jnsan- terie-Regimenter Nr. 8, 11, 12, 13, 15. 17, 31, 34 bis einschl. 37 iletzteres s. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 73), 66, 69, 73, 76, 77, 81, 83, 84, 91. 98, 99, 201 bis einschl. 204, 207, 208, 211, 216, 217, 221, 222, 223, 225 227 bis einschl. 230, 232, 234, 236, 237, 252, 268. Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 7, 11, 12, 34, 65, 76(s. Ref.- Jnf.-Regt. Ztr. 69), 77, 83, 84, 93. Garnison-Bataillon Spandau. .Reserve-�äqßrMa-taillpfl� Np. L. unh 34. 2. Ersah � gewehr-Kompagnie des' 17. Armeekorps; GeÄrgs-Maschinengei Mteilungen Nr. 215, 235 und 245; Festungs-Maschinengewehr- Kompagnie Nr. 2 Straßburg. Kavallerie: Garde-Reserve-Ulanen. Schwere Reserve-Reiter Nr. 2 ss. Schwere Reserve-Reiter Nr. 3) und Nr. 3; Dragoner Nr. 8; Husaren Nr. 12; Ulanen Nr. 3 und 15; Kavallerie-Regiment Nr. 88; Iieserve-Kavallerie-Zlbteilung Ztr. 50. Feldartilleric: I. und 1. Garde- Regiment. Regimenter Nr. 2, 5. 6, 7, 10, 14, 15. 22, 26, 37, 40, 46, 17, 57, 61. 81, 97, 103; Reserve- Regimenter Nr. 3, 15, 19, 44, 46. Schützengraben-Kanoncn-Abtei- lung Nr. 6. Fußartillerie: 2. Garde-Regiment. Regimenter Nr. 3, 5, 18; Reserve-Regimenter Nr. 6, 7, 14, 15; Fußartillerie-Bataillone Nr. 36 und 39; Landwehr-Bataillone Nr. 1, 5, 17; Fußartillerir» Batterien Nr. 235, 238, 273, 480; Landsturm-Bataillon des 5. Armeekorps. Schwere Fcldhaubitz-Batterie Nr. 27. Mörser-Regi- ment Nr. 6. Pioniere: Pionier-Versuchs-Kompagnie. Regimenter Nr. 20, 23, 25, 29, 30, 31, 35; Bataillone: I. und II. Nr. 2, I. Nr. 9, I. und II. Nr. 10, I. und II. Nr. 14. I. Nr. 15, II. Nr. 16, I. Nr. 21. I. Nr. 26; Neserve-Bataillone Ztr. 32, 34, 39; Ersatz-Bataillon des Pionier-Bataillons Nr. 9. Pionier-Kompagnien Nr. III, 249, 305; Neserve-Kourpagnie Nr. 78. Minenwerfer-Bataillone Nr. I, 2 und 3. Verkehrstvuppen: Militnr-Eisenbahndirektion II. Eisenbahn- Betriebskompagnie Nr. 21. Feldfliegertruppe. Kraftfahr-Bataillon. Armierungs-Bataillone Nr. 62, 67, 68, 69, 70, 72. Bewachungskommairdo des Gefangenenlagers Branden- bürg a. H. ♦ ** Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 242 enchält Berichtigungen früherer Verlustlisten. Zentralverlianii der Sclinlmiaclier DeutscUanlis. GeHchüftsstcllc Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Zuschneider TsilTTi am 6. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Zlndenken! 169/12 vie Ortsven*s!tiing Verwaltung; Berlin. Tel.-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30 8egeIKIl.'d„fszielnitas" E. V. Als Opfer des Weitkrieges fiel durch Kopsschuß unser Mitglied, Herr Ulbert ZLkiiiiacK. Ehre seinem Andenken! 287/2' Der Vorstand. Zealral-Men- u. Mekasse der dealsclien Wanenliauep. :■-V-TV.«rc■•A-v- ,.■>. Für der Weihnachtstisch empfehlen wir folgende Bücher: ssugutt Bebel Die Frau und der Sozialismus. Gebunden 3 Mark. Im Eeschenleinband 3,50 Mark. Aus meinem Leben. Drei Bände. Band 1:(«ebunden 2,— Mark Band 2: Gebunden 3,— Mark Band 3: Gebunden 2,25 Mark Im Geschenkeinband komplett m drei Bänden 8,50 Mark. Teutsch. L.. Sewzehn Jabre iu Sibirien. Erinnerungen eines I russischen NevolulionärS. Mit Illustrationen und Porträts.(Int. Bibl. Bd. 33)............... gebb. 3,50 M. | Engels. Ter Ursprung der Familie....... gebd. 1,50 M- Kautsky. Ter Ursprung des Christentums.... gebd. 5,75 M. „ Vorläufer des neueren Sozialismus.(Internationale Bibl. Band 17/1«) Bd. I. Kommunistische Bewegimgen im Mittelalter. Broich. 2.50 M.. gebd. 3.— M. Bd. II. Der Kommunismus in der deutschen Rcsonnalion. Broich. 2.50 M.. gebd. 3,— M. Mehring, Tr. Franz. Deutsche Geschichte vom Ausgauge des Mittelalters. Ein Leitfaden für Lehrende und Lernende. gebd. 2,5» M. Zu beziehen durch die Buchhandlung Uormärts, Kerli« SM 68 Lindcnstrafie 3. :''r',i;'..1:/. ! ver Vorzug cier- ! Qummizcliukie j : Vorbeugung gegen Erkältung.■ : Verbilligung durdi Schon u g• : der Sfielelsohlen und Absätze• Prompter Versand nach ausserhalb bei Angabe der Stiesel-Nummer 1t Brückenstraße 11\ St,höneb.,Haupislr.lO) Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler u. Pianofortearbeiter zu Berlin, Der Antrag des Kassenvorstandes, für diejenigen Mitglieder, welche länger als sechs Monate der Kasse angehören, folgende Mehrleistungen wieder ge> währen zu dürfen, und zwar: 1. Krankengeld in Höhe des halben Grundlohnes für jeden Ar- beitslag sowie für jeden Sonn- und Festtag, wenn die Krankheit den Versicherten arbeilsunsähig macht; er wird vom vierten Krank- heitstage, wenn aber die Arbeits- unsähigleit erst später eintritt, vom Tage ihres Eintritts an gewährt; 2. Hausgeld in Höhe des halben Krankengeldes, ebenfalls jür jeden Kalendertag; 273/19 3. Versicherten, für die kein Hausgeld zu zahlen ist, wird neben der Krankenhauspflege ein Krankengeld in Höhe von einem Zehntel des Grundlohnes gewährt; 4. als Sterbegeld wird beim f Tode eines Mitgliedes das Dreißig-; jache des Grundlobnes. mindestens f aber ein Betrag von 50 M. gewährt, j ist vom Versicherungsamt der Stadt! Berlin genehmigt und tritt am Montag, den 3. Januar l916, inKrast.. Berlin, den 21. Dezember 1915. Civil öoeslts, leite Minies, Vorsitzender. Schristjührcr.! j S|l¥ester-Fi!ös'd— Punsch Royal............ k Fiasohe l60 und 90?k. von Rum, Arrak, Glühwein... k Flasche 250 und 13S m. Sherry u.Schlummer-PunsGh.. k Masche 300«nd I60 m Ananas, Burgunder-Punsch.. k Fische 400 und 2 10 m. und und Verschnitte daraus •per'/i FI. M. 1.«« an. Franz. und dentsebe Schauiuweinc.-. Bowlen• Mosel, Bowlen- Extrakte, Tlschwelne empfiehlt und versendet in bekannt ausgezeichneter Qualität Jamaika-Rum, Arrak, Kognak Georg Andrea, Berlin c, Prenzlauer Str. 1-2. 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Komische Oper. 3*1, Uhr; Der tapfere Flau. 8 uhr: Jung muß man sein Liustspiclhans. z'Äie: Alles aus Gefälligkeit Montls Operetten-Theater 8 uhr: Der Weltenbummler. Residenz-Theater S'/i Uhr: Die Prinzessin vom NU. Anbd.Ftg. L'/.U.: Schöne*. Strand. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin TÖa). An beiden Feiert. 3 Uhr: Martha. Schiller-Theater O. 8 uhr: Jugend. Schlller-Th.Charlottoubg. s uhr: Ritter Bengts Gattin. Thalia Theater. s uhr: Drei Paar Schuhe, Theater am Kollendorf pi. S'fjUhr: Torquato Tasso. 8'/. Uhr: Immer feste druff! Theater des Westens s uhr: D. Fräulein?. Amt mit Guido Thielscher. 4 Uhr: Frau Holle. Trlauou Theater. Geschlossen. 1. Weihnachtsfeiertag: 8 Uhr: Verheiratete Junggesellen. Luisen-Theater. 4 Uhr: Snee wittchen. 8": Der gestiefelte Kater. fyrcitttg, ben 24. Dez.: Gcichlossen. l. Feiertag 3 Uhr: Die Altwördens. 2. Fcicrtng 3 Uhr: Die Haubenlerche. !ln allen drei Feiertagen abends: Vettelstudenteu. i�ose-Theater. Lnsang 8 Uhr. Zum ersten Male: Der Weg zum glück. Walhalla-Theater. 8 Uhr: Lieb Yaterland. Senntag nachm.: Die Rhuber. Possen-Theater 8'/.(Fclies Caprioe) 81/, Melonenbaum. Posse mit Gesang v. Theo Haiton. Meschugge ist Trumpf Posse in 2 Akten v. Loonh. Haskel mit Leonh. Haskel u. Siegfried Bartsch. PsSmsi Tftcuftrr Tt.CC Nur noch kurze Zeit! Anf. 8 U. Der neue heitere Dezembor- und Weihnachts-Spielplan. IK. Steldl-» Otto Kcutter- Voo-Doo- Adclmanns- 1 • Onre-Gcorg usw. Weihnachten, 25. u. 26. Dez., je L Vorstellung,, 31/, u. 8 Uhr. Casinos Theater Lolbrmgcr Str. 37. Neu! Ken! Tagt. 8 Uhr: Heu' Was machste im? Posse in 3 Auszügen von HanS Berg. Dazu das grotze Festprog amm. Am 25. u. 26. Dez., nachmittags 4 Uhr: Famüie Sohnasc. ircus/vusch Täglich 8 Uhr: DaS neue große PrnnkausstattuugSstück Ein Wiitlesmönilieii. WeihnachtSspiel in 5 Akten von Paula Busch nach den* , Mysterien des Mittelalters. 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Dezember- Spielplan. Täglich: Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester pra™Kv.Xon! Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Chr. Weihxmehtsfciortagon: GFOßCS FeSt-KOHZert. Morgen, Heiligabend, geschlossen Konzerthaus Zoo MARMORSAAL. Eingang Adlerportal, KurfUrstendamm, gegenüb. d. Wichmannstraße. jEröTfnungSonnaÄ An beiden Weihnachtsfeiertagen von nachm. 5 Uhr an in dem 2000 Personen faseenden Mar morsaal d. Zoolog. Gartens: Qr. Militär-Konzert ausgeführt von der gesamten Kapeüo des Ersatz-Bataillons vom und des Ersatz-Bataillons vom Kais.-Franz-Garde-Gren.-Reg. Nr. 2 Könlgin-Augusta-Gard.-Gren.-Reg. Nr, 4 Dirig. Kgl. Musikleiter H. Männecke. Dirig. Kgl. Mnsikleiter A. Bohr am gepflegte hiesige and echte viere sowie vorzügl. Küche za mäßigen Preisen. Weinterrassen. In den Vorräumen elegant eingerichtetes Cafd.— Eintritt Ire). An allen Wochentagen Militärkonzert von 8 bis IS T'hr abends. Elatrlttsprels(Dr den Konzertsaal: Wochentags 0,30, Sonn-, Feiertags 0,50, fQr Militär 0,10. Ehrenkarten haben Gültigkeit, PflhrVArhinfilinortafl von njl, in den Concordla-Süien(fr. Karpfenteich, Inb. Rud. Pietsch) Treptow, Am Treptower Park 69: W JVIunhaUrchc und getan gliche"Mk flbenduntechaltung, verbunden mit hnmoristischcn Vortrügen. Nachdem: Gemütliches Beisammensein. Der Ertrag wird für die im Felde stehenden Mitglieder verwandt. Anfang 5 Uhr. X X Eintritt 30 Pf. Am Ä. Feiertag: Lieder- Abend I des„Berliner Sängerchors" unter gest. Mitwirkung von Frau Marianne Geyer(Lieder zur Laute); serner vtoltnen- und Violoncello-Vortrag von Gesehw. Meyer. Am 3. Feiertag: Weihnachtsfeier der frsuen u. Mädchen der ilrbelterhlatie. Märchen- Aufführung „Winternacht und Weihnachtsschein". Mitwirkende zirka 100 Kinder. TH? Nach der Aufiüdrung: Sintonie-Konisert von Kran und Eieder- Tortrag von Fr. Lydia Helmhorst(.Konzertiängerin).— Geschwister Weil!<6 und 7 Jahre alt) Duett.• Während der drei Feiertage: Zirka 300 Kalbshaxen a l25 M., 200 Eisbeine a 1�5 M- und 100 Gänse a Portion 150 M. In sämtlichen Sälen— parterre wie im Hochparterre: — auch während d. Mittagstafel. Zum Ausschank kommen 100 Tonne« Schultheiß- Märzen. 8o?lslllemoltfsll8eder Vaklvemn für den 4. Berliner Reicbstagswablkreis. Sonnabend, den 25. Dezember(1. Welhnactatsleicrtag): Lieder-Abend II unter Mitwirkung des MilnncrchorB\anicnloH (Mitgl. d. D. A.-S.-B.), Dirigent; Herr Thilo, der Viohnvirtuosin Fräulein Dorn von Möllendorf und des Kanunersängers Herrn A. Siwterman, Baß. Anfang 7 Uhr. Eintrittskarten a 40 Pf. sind zu haben bei den Bezirksfübrern sowie in den mit Plakaten versehenen Geschäften und im Bureau des Wahlvereins, Stralauer Platz 10/U.[216/18 Outen Besuch erwartet Der Vorstand. Ungeahnte Erwerbs- Möglichbehen grel: Win bietet die jiichste Zukunft Eine tief- s Änderung unseres gesamten �Irtichtftslebcns, ein gewaltiger Aufschwung unserer Industrie u. des Handels steht bevor, und es werden überall geschulte Kräfte gesucht »ein. Angehörige technischei Berufe U.Handwerker sollen nicht versäumen, Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten dei kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen. die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen. Das beste Mittel, rasch und gründlich, ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht eine gründliche Ausbildung in technischen Wissenschaften zu erwerben, sind die technischen Sclbst- untcrrichtswerke„Syst. Knrnack- Hacbroldu.— AusVilhrllolie 80 Seiten starke BroscIiUro versenden gern kostenlos Bonness& HacMeld, Potsdam. FostUeH 167 Heute bis9Uhr geöffnet tt Pelz Garnituren für Weihnachtsgeschenke Großer Muff, Schal oder Tierlorm beide Teile zus. 60. 75, 85 Ff. Fachs. Härder. Kcal, Feh. Spezialität: Skunks. Teichte Pelz«Hüte zu. bekannt billigen Preisen. Wiener Heizhaus Leipziger Str. 4L (neben Honfoktionshaus Maaßen.) 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Zur Bereintachung des Austeilungsgeschäfts wird die AuS- teilung an Kriegsunlerstützte und Kriegerwitwen so vorgenommen, datz sie erfolgt: für die Inhaber von Unterstüyungsbogen, deren Namen mit den Buchstaben A— G einickliehlich beginnen, am Montag, den 3. Januar 1916, für die Inhaber von Uiuerstüyungsbogen, deren Namen mit den Buchstaben H— L einschließlich beginnen, am DicnStag, den 4. Januar 1916, für die Inhaber von UnlcrslüvungSdogen, deren Namen mit den Buchstaben il— U einschließlich beginnen, am Mittwoch, den 5. Januar 1916, für die Jnbaber von Unlerslützungsbogen. deren Namen mit den Buchstaben 8—2 einschließlich beginnen, am Donnerstag, den 6. Januar 1916. Alle übrigen Hilfsbedürftigen, soweit sie nicht von der Armen- Verwaltung oder der ArbeitSlosenillriorge unterstützt werden, müssen sich an die über das Stadtgebiet verteilten, für die Zwecke dieser Verteilung besonders cingerichlelen Stellen des Nationalen Frauen- dienstes wenden. Schwerhörigkeit und Krieg. ES gibt kein körperliches Gebrechen, das so lähmend auf die wirtschaftliche Lage der Arbeiter einwirkt, wie die Schwerhörigkeit. Abgesehen von den leichter«: und heilbaren Fällen der Schwer- börigkeit, nimmt die fortschreitende und unheilbare Schwerhörig- keit(Otosklerose) eine besondere Stelle ein. Das Trommelfell dieser Leidenden weist nach ärztlichen Feststellunge Zeichen einer zunehmenden Verkalkung auf, durch die die Elastizität beeinträch- tigt � wird und die Schallwellen in ihrer Stärke, nach Aufnahme durch das äußere Lhr, in ihren weiteren Funktionen abgeschwächt werden. Für den Einfluß de» Leidens aus die Berufstätigkeit des Arbeiters ist es bezeichnend, daß die davon Betroffenen in Räumen mit starker Lärmentwickelung sin Fabriken mit Maschinen- betrieb und auf der Straße) verhältnismäßig besser zu hören ver- mögen als in ruhigen Räumen sSchreibstuben und Räumen mit Handarbeitsbetrieb). Durch die starken Nebengeräusche wird das — durch die Verkalkung— oerdickte Trommelfell dieser Kranken in stärkere Schwingungen versetzt und dadurch die Sprachlaute von diesem schneller auf die weiteren Gehörwerkzeuge des inneren Ohres übertragen. Von hier aus gelangen sie dann ebenfalls schneller zum Gehirn, wo sich nun erst das Verstehen des gesprochenen Wortes entwickelt. Der das Leben und die Gesundheit vernichtende Krieg wird durch die heftigen Artilleriekämpfe und im besonderen durch In- fektionskrankheiten auch dazu führen, daß viele an ihrem Hör- organ geschädigte Krtegsteilnehmer aus dem Felde zurückkehren werden, die ihren früheren Beruf infolge von Schwerhörigkeit werden aufgeben müssen. Der schwerhörige Arbeiter find« aber gerade bei seiner beruflich«: Beschäftigung die beste Zerstreuung. »eil ihm alle anderen Einwirkungen auf da? Gemüt, wie ein gutes Konzert, Vortrag oder Theaterdavbietung so gut wie ver- schlössen sind. Bedrückt durch sein Gebrechen ist er ein überaus williger Arbeiter; dem Arbeitgeber bietet er aber deshalb auch meist eine billige Arbeitskraft, die dieser leicht zu Lobndruckzwecken gegen die guthörenden Arbeiter ausspielen kann. Um nun den schwerhörig gewordenen Kriegsteilnehmern nach dem Kriege geeignete Erwevbsmöglichkeiten zu erschließen, beab- sichtigt der„Schutzverband der Schwerhörigen"(Berlin) nach Mit- teilungen der Tageszeitungen an alle öffentlichen Stellennachweise das Ersuchen zu richten, die im Kriege schwerhörig Gewordenen besonders zu berücksichtigen. Wir glauben nicht, daß der genannte Berein schwerhörigen Arbeitern wesentlichen Nutzen bringen kann, da er eine Interessenvertretung der Arbeiter nicht darstellt. Und gerade der schwerhörige Arbeiter benötigt Schutz und Rückhalt de- sonders. Den gehörgeschädigten Arbeitern kann daher nicht dringend genug geraten werden, sich um Rat und ArbeitSvcrmittelung in erster Linie an ihre einschlägige BerufSorganisatlon zu wenden. Die Gewerkschaften wirken an einer umfassenden Fürsorge für die Opfer des Weltkrieges in ganz Deutschland mit und sind auch be- müht, mit den Unternehmerorganisationen Vereinbarungen zu treffen, das Los der Kriegsbeschädigten zu bessern, deren Wieder- (Anstellung in die Betriebe und eine ausreichende Entlohnung sicherzustellen. Die noch unorganisierten kriegSbeschädigten Ar- heiter sollten deshalb in ureigenstem Interesse unverzüglich ihrer Berufsorganisation beitreten. Di« private Arbeiter-Wohltätigkeit ist— weil nie durchgreifend— immer unzuträglich. Der Treptower Bebauungsplan. Der Bebauungsplan iür den mittleren OrtSteil von Berlin- Treptow, in dem der Hauptteil des in Privateigentum der Stadt Berlin stehenden Gelänvcs liegt, ist gemäß§ 1 des Baufluchtcn- gesetzcs vom 2. Juli 1875 von dem Gemeindcvorstond Berlin« Treptow im Einverständnis mit der Gemeindevertretung unter Zustimmung der Orlspolizeibehörde aufgestellt worden. Hervorgegangen ist dieser Bebauungsplan nach vielfachen und längeren Vorarbeiten im Einvernehmen mit der Stadt Berlin aus dem Bau- amt der Gemeinde Berlin-Treptow. An der Lösung der Einfügung einer zweckmäßigen Schiiellbabnverbindung hat Stadibaurai Geh. Baural Krauie mitgewirkt, indem er wichtige Bestandteile, wie Lage de» BciriebSbah'iboieS usw.. vorgcicblagcn und bearbeitet hat Der Bebanungsplan selbst ist aber im wesentlichen ein Werk des Trep- lawer Gciiicindebaumeistcrs, RegieningSbaumcister« a. D. Lohe Die Geincindevcrtretung von Berlin-Treptow hat den BebauungS- plan bereits durch Beschluß vom 1(1 November d. Js. angenommen. Was Kinder von den Zeppelinangriffcn auf London denken sollen. Die im 15. Jahrgang erscheinende Wochenschrift.Der Haus- l e b r e r*, deren Inhalt nach der Absicht ihres Herausgebers Berthold Otto»für den geistigen Verlehr mit Kindern" be- stimmt ist, bringt seit Kriegsausbruch eine Aufiotzreibe.Der Welt- krieg' von B. Otto. Ein Aufsatz in Nr. 43 bespricht in der be- sonderen Daislellungsweise, durch die der Herausgeber auch schwierige Stoffe dem Verständnis von Kindern näherzubringen versucht, die Zeppelinangriffe auf London. Darin wird im Anschluß an die Meldung, daß in London eine Anzabl Leute durch Zevpeliiibonrben gelötet worden und einige infolge von Schreck gestorben seien, aus- geführt; „Es kommt auch im Granalfeuer vor, daß einige Leute vor Sckreck sterben; aber da sind es immer nur vereinzelte unter Zehn- taufenden, hier sind es acht unter einer recht geringen Zahl, die jedenfalls weit unter hundert bleibt; denn es handelt sich ja nur um die Ergebnisse des letzten Zeppelinangriffs. Danach kann man ermessen, wieviel Grausen und Entsetzen diese Angriffe verbreiten, und auch, daß die Londoner gegen dieses Grausen und Entietzen noch nicht i'ehr widerstandsfähig sind. Sie sind eben kein miti- lärisches Volk. Und daher rührt auch das gewaltige Erstaunen über das, was unsere Truppen im Granalfeuer aushallen können... Diese Tatsachen muß man neben einander halten, die vor Schreck gestorbenen Londoner und die deutschen Schützenlinien, die mehrtägiges Trommelfeuer aushalten. Und dann muß man daran denken, daß von verschiedenen Seiten, von uns wie von unseren Feinden, gleich im Anfang des Krieges gesagt worden ist: Im Krieg wird der siegen, der die stärkeren Nerven hall' Diese„Wochenschrift für den geistigen Verkehr mit Kindern' trägt kein Bedenken, neben die bekanntlich aus Personen von sehr verschiedener Widerstandskraft zusammengesetzte Bevölkerung einer Großstadt die aus gesunden und kräftigen Männern ausgewählte Besatzung eines Schützengrabens zu stellen. Kinder, denen ein Er- wachsener Derartiges vorträgt, werden ihm hoffentlich die Antwort nicht schuldig bleiben. Tie juristische Sprechstunde fällt am Weihnachts- Heiligabend sowie am 1. und Ä. Feiertag aus. Aus dem Bestattungswese» der Stadt Berlin. Der große Berliner Gememdefriedhsf bei Friedrichsfelde war im Verwaltungsjahr 1914/15(1. April 1914 bis 31. März 1915), wie der Jahresbericht des Bestattungskuratoriums hervorhebt, nahezu voll belegt. Beerdigungen aus Reihen- stellen konnten hier zeitweise nicht mehr stattfinden, weil noch keine Stellen wieder durch Ablauf der Liegefristen frei ge- worden waren. Auf diesem Friedhof wurden im letzten Ver- waltungsjahr in Reihengräbern und auf Wahlstellen noch 1336 Leichen beerdigt und außerdem wurden 52 Aschenreste in der Urncnhallc oder im Freien beigesetzt, gegenüber 1476 Beerdigungen von Leichen und 42 Beisetzungen von Aschen- resten im vorletzten Verwaltungsjahr. Der vor mehreren Jahren wieder an die Stadt Berlin zurückgegebene Friedhof an der Secstraße, den früher die Charits benutzte, hatte im letzten Verwaltungsjahr 838 Beerdigungen und 2 Beisetzungen, im vorletzten 932 Beerdigungen und 3 Beisetzungen. Auf dem Friedhof an der Gerichtstraße, dessen Umwandlung in einen Urnenhain sortschritch fanden diesmal nur noch 2 Be- erdigungen statt, im Vorjahr 4 Beerdigungen. Dagegen wurden in dem Urnenhain samt Urnenhalle 669 Aschcnreste beigesetzt, während der Bericht aus dem Vorjahr nur von 367 Beisetzungen sprach, ohne dabei die Urnenhalle besonders zu er- wähnen. Die Zahl der Einäscherungen im Krematorium war beträchtlich größer: eingeäschert wurden im letzten Jahr 1123 Personen, davon 576 aus Berlin, im vorletzten Jahr 968 Per- sonen, davon 464 aus Berlin. Als Hauptfriedhof der Ge- meinde Berlin dient bis auf weiteres der Anstaltsfriedhof in Buch. Er mutz Ersatz für den neuen großen Friedhof bei Buch-Karow sein, der immer noch nicht in Benutzung ge- nommen werden konnte. Der Anstaltsfriedhof nimmt außer den auf Reihen- und Wahlstcllen gegen Zahlung zu beerdigen- den Leichen auch die sogenannten Armenleichen auf, die für Rechnung der Stadt beerdigt werden müssen. Im letzten Jahr wurden dort beerdigt auf Reihen- und Wahlstellen 226 Personen, gegenüber 163 Personen im vorletzten Jahr. Eine ganz außerordentliche Mehrung hatten die auf Stadtkosten ausgeführten Begräbnisse von Armen- leichen; im letzten Jahr waren es 5369, gegenüber nur 3475 im vorletzten Jahr. Dazu kamen die einzugrabenden Aschenreste von Anatomieleichen, im letzten Jahr nur 459, im vorletzten 889. Armenleichen und Anatomieleichen zusammen wurden im letzten Jahr 5828, im vorletzten nur 4364 diesem Friedhof zugeführt. Das Mehr beträgt hier 1464, reichlich ein Drittel der Zahl auS dem vorhergehenden Jahr. Ein Opfer von Mißhandlungen ist allem Auscheine nach die 33 Jahre alte Fruu des Kutschers Ludwig Mischet auS der Acker- straße 156—151 geworden. Das Ehepaar bewohnt hier in dem nicht sehr großen Hauie Stube und Küche im ersten Stock. Die Erau verrichtete Gelegenheitsarbeiten in der Marktballe in der Acker- raße und pflegte dort aus die Wagen der Geschäftsleute aufzu- passen. Die Eheleute lebten in ständigem Streit und die Frau klagte wtederholt, daß ihr Mann sie schwer mißbandele, oft sogar nacht« auS der Wohnung werfe. Montag und Dienstag gab e« wieder heftige Auftritte. An der Markthalle aber fiel e« gestern morgen auf, daß Frau Mn'chek nicht zu ihrer gewohnten Beschäftigung kam. AIS man nachkraaen wollte, fand man keinen Einlaß i» die Woh- nung. Beim Ocffnen der Wohnung fand man Frau Mische! tot im Bette liegen. Ihr Gesicht war blutüberströmt und am Halse halte sie Male, die Würgeinale zu sein scheinen. Mische! war nicht zu Hause. Beamte fanden ihn endlich in einer Kneipe in der Acker- straße. Er war belruiiken und erklärte, seine Frau sei plötzlich ge- storben und er sei noch nicht dazu gelommen, ihren Tod anzumelden. Er wurde vorlSufig festgenommen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und zur Obduktion nach dem Schauhauie gebracht. Kleine Nachrichten. Infolge eines Herzschlags stürzte gestern v"-nnt-ag der 62 jäbrioe crem lige Str i-e-wahnsahrcr L i p p e r t an der Ecke der Nürnberger und Tauentzienstraße von der Äorder- plattsorm eines Straßenbahnwagens. Ein Arzt, der dazu kam, konnte nicht mehr helfen, da der Tod bereits eingetreten war. Vor dem Hause Berliner Allee 249 in Weißensee wurde die 13 jäh- rige Gertrud Matt he s beim Kreuzen der Stratzenbahngelcise von einem Straheiibahnzug umgerissen und erlitt bei dem Sturz einen Schädelbruch. Die Verunglückte fand Aufnahme im Weihen- seer Krankenhaus.— Das Opfer einer Gasvergiftung ist der 49 Jahre alte Schneidermeister Franz K n o l l aus der Ernser Straße 59 zu Neukölln geworden. K. betreibt in der Prinz- Handjery-Straße ein Ladengeschäft, wo er auch öfters übernachtete. Gestern vormittag wurde er dort tot im Bett liegend aufgefunden. Von einem neben dem Bett stehenden Bügelapparat war der Schlauch berunlergefallen.— Gift genommen hat die 21 Jahre aite Frau Martha Diebel, wohnhaft Nogatstr. 57 zu Neu- kölln. Rur noch schwach lebend wurde sie gestern abend nach dem Krankenhaus in Buckow gebracht. In hinterlassenen Auszeich- mmgen gibt die Frau als Grund an übertriebene Mitteilungen über ibren Lebenswandel, die Verwandte an den im Felde stehenden Mann gerichtet haben.— Einbrecher suchten in der Nacht zum Mittwoch die Damenmäntelfabrik von K r o t o s ch i n in der Kronenstraße heim. Sie erbeuteten für 24 999 M. Zinsscheine und 1990 M. bares Geld.— Eine unbekannte Selbstmörderin, etwa 35 Jahre alt und gut gefleidet, wurde in der Nähe des Friedhofs bei Schildhorn aufgefunden. Im Krankenhaus Westend wurde festgestellt, daß sie Gift genommen hat. „Iii freien Stunden", die für die deutsche Arbeiterschaft als sicherer Helfer zu gutem Lesestoff geschaffene Noinan-Wochcnscbrift in Zchirpseimigheften, beginnt mit dem neuen Jahr einen neuen Jahrgang. Wieder setzt er mit bewährten Erzählern, eckten Volks« erzähleni, ein und wieder werden die Erzählungen von Bildern be- gleitet, die ein ausgezeichneter Künstler, der Münckener Proiessor Joseph Damberger, beigesteuert hat. In keinem Arbeiterhause sollte diese Wochensckrift fehlen. Was sie bringt, hat dauernden Wert. Wir verweisen auf die Anzeige in der heutigen Nummer unseres Blattes. Das Possentheater in der Linienstratze hat mit den beiden Neu« heiten„Melonenbauern' von Theo Halten und„Mesckugge ist Trumps' von Leonhard H a s k e l seinen dramatischen Bedarf für die nächsten Monate eingedeckt. Schon die Tuel der beiden Possen ließen erkennen, daß die Direktion des Theaters auck dieses Mal wieder ihr Glück mit Abrissen aus dem jüdischen Volksleben ver- suchen wolle. Und wirllich: Meichugge wurde Trumpf! Was da am Dienstagabend auf den Brettern sich abrollte, war bei allem Blödsinn so ulkig, daß man in das ununterbrochene Lacken der Zu- Hörer mit einstimme» mußte. Ueber den literarischen Gehalt ver beiden Stücke ein Wort zu sagen, verlohnt sich nicht. Sie erfüllen vollaui ihren Zweck, den Herren B e r i s ch und H a S k e l Gelegen« heil zu geben, mit jüdischen Wortwitzen und unmöglichen Silualionen auf die Lachmiiskeln zu wirken. Reben den genannlen beiden Haupt- darstellen» verdienen die Herren C o ß m a n n und F u ck§ lobende Erwähnung. Auck Fräulein F e b l o w errang in der Rolle eines drolligen und ausgelassenen Berliner Schusterjungen lebhaften Erfolg. Die Zentrale für private Fürsorge bat für ihren AuSbildungS« lehrgang großes Interesse gesunden. Es wurden mehr als acht- Hunderl Hörerkarlen ausgegeben und jeder einzelne Vortragsabend war von 499—599 Hörern besucht. Unter diesen staminlen rund 159 Zuhörer aus den Vororten. Wicktiger aber als die Zahl war die llarke innere Anteilnahme, die den Beweis erbrachle, daß die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Durchbildung gewachsen ist. /lus öen Gemeinden. zz-ettverkauf in Tegel. Folgende Verordnung des Gemeindevorstehers ist soeben in Kraft getreten: Butter und Margarine darf in Geschäften, die mit diesen Waren handeln, nur an solche Käufer abgegeben werden, die eine Brotkarte als Ausweis vorlegen, die in der laufenden Woche gültig ist und der Serie XXXIV Rr. 27 901 bis 48 910 angehört. Jedes Geschäft muß beim Verkauf von j c e i n V i e r t e l Pfund Butter oder einhalb Pfund M a r g a- r i n e eine Brotkarte abstempeln. Auf abgestempelte Brot- karten darf Bulter oder Margarine nicht mehr verkauft werden. Aus Zusatzbrotkarten darf Bulter oder Margaruie nicht geliefert werden._ Schmalzverkauf in Köpenick. Das von den Händlern beschaffte Schmalz ist jetzt zum Teil eingetroffen und gelangt durch die Kleinhändler zur Verteilung. Der Magistrat hat den Verkaufspreis auf 3,10 M. pro Pfund fest- gesetzt. Gleichzeitig hat der Magistrat bestimmt, daß bis auf weitere? Schmalz nur gegen Vorzeigung der Köpenicker Brotkarte abgegeben werden darf und zwar wöchentlich ein viertel Pfund. Wer mehr Brotkarten vorlegt erhält höchstens auf zwei Karten ein halbes Pfund Schmalz. Die vorgelegten Brotkarten werden durch einen Stempel kenntlich gemacht, so daß niemand in der Lage ist, auf seine Broikarte mehr als einmal Schmalz zu entnehmen. Der Magistrat beabsichtigt durch diese Maßnahmen eine gleich- mäßige Verteilung herbeizuiühren, aber auck ein Aufstapeln von Schmalz durch einzelne Hausfrauen zu vermeiden. Keineswegs will er aber durch diese Maßnahmen den Geschäftsinhabern die Ver- pflichlung auferlegen, auch das nötige Quantum zu beschaffen und abzugeben. Es hat also niemand ein Recht, die gewünschte Schmalz- menge von den Geschäftsinhabern zu fordern. Lebensmittelverkauf in Potsdam. Der städtische Verkauf von amerikanischem Speck, der ungeräuckert abgegeben wird, ist jetzt eröffnet worden. Zum Wiederverkauf sind eine Anzahl Geschäftsleute in allen Stadtvierteln ausgewählt Worten, die zum Pfundpreise von 2,10 M. an die Verbraucher den Speck abgeben müssen. Mehr als ein Pfund wird nicht verabfolgt. Gleichzeitig hat der Kleinverkauf von holländischem Honigkuchen in den beiden städtischen Verkaufsslellen begonnen. Das Pfund Honigkuchen kostet 1,20 M. Der städtische Reisverkaus hat neuervingS eine Einschränkung erfahren. Reis wird nur in Mengen von>/, Pfund abgegeben. Größere Sparsamkeit mit den Reis« voliären im Sommer, die in erheblichem Umfange auswärtigen Käufern zugute gekommen sind, hätte die jetzige Einschränkung er- übrigr. Für alle von der Stadt beschafften Lebensmittel herrscht starke Nachftage._ Mus aller Welt. KricgSname«. Da»„Beel. Tagsblatt" schreibt: Es ist immer so gewesen: große Ereignisse spiegeln sich in der Ramengebung für die Neu- geborenen wieder. Als Bismarck und Moltke das Deutsche Reich schmiedeten, wollte mancher Vater sorneu Sprößliirg Bismarck oder Moltke nennen. Heute würde man Hindeuburg oder Mackensen sag«,— wenn überhaupt solche Vornamen zugelassen werden. In Italien wollte ein Vater sei» Kind sogar„Neutral"»euuen. Wenigstens erzählt dies der„Popolo d'Jtalia" aus einein klein«» Städtchen in der Roinagna. Dort erschien beim StandeSbeaintcu ein Bauer, um die Geburt eines Kindes anzumelden.„Wie soll das Kind heißen?" fragte der Beamte.—„Neutral!" antwortete der Bauer.—„Ich habe wohl nicht gut verstanden. Wie sagtet Ihr?"—„Neutrall"—„Aber daö ist doch kein Name für einen Christenntenschenl"—„Warum ist das kein Name? Ich bin ein Gegner dieses Krieges, und darum soll mein Kind„Neutral" heißen. Bin ich vielleicht nicht der Vater meines Kindes?"—„Wie kann ich daS wissen?! Ich weiß aber, daß man sich lächerlich macht, wenn man einem Kinde, dessen Vater zu sein man vorgibt, einen Namen beilogt, der ihm das ganze Leben lang eine Qual und eine Last sein muß. Vielleicht fällt es morgen einem unserer Jnter- ventionisten ein, sein Kind„Krieg" oder„Vernichtung" oder„Ge- metzel" zu nennen, das wäre genau so blödsinnig wie der Name „Neutral", den ich unter keinen Umständen zulassen kann."— „Wenn ich mein Kind aber so nennen will! Ich bin gegen den Krieg, und ich bin der Vater!"—„Nur keine Uebertreibung, Freundchen! Vater sein heißt nicht Besitzer sein! Was Ihr wollt, ist eine Verletzung der persönlichen Freiheit des Nächsten und der Achtung, die man dem armen kleinen Wesen, das noch nicht selbst für sich eintreten kann, schuldet. Welchen Namen geben wir also dem Kinde?"—„ES bleibt bei Neutral."—„Es bleibt nicht bei Neutral! Da Ihr hartnäckig seid, werde ich selbst dem Kinde einen Namen geben." Während der Beamte die Formulare ausfüllte, brummte der erboste Neutralist:„So eine GemeinheitI Meinem eigenen Kinde soll ich keinen Namen geben dürfen! Das also ist die Freiheit, die man in diesem Italien hat!.. Wenn die Ge- schichte vielleicht auch nicht ganz wahr ist, so ist sie doch eine gute Satire auf die Mode der KriegSnamen. Feuer in einem Artilleriedepot. Munster, 22. Dezember.(W. T. B.) In einer Zweigstelle des hiesigen Artilleriedepots brach gestern abend Feuer aus. Dabei üj�Iobtcrle auH eine Anzahl der dort lagernden Geschosse. Da ssch die einzeln lagernden Geschosse natidrgemäI�rst allmählich erhitzless/ zogen sich die Explosionen durch mehrere Stunden hin. Dabei zer- sprangen in den angrenzenden Stadtteilen zahlreiche Fenster- scheiden; auch wurden einige der umliegenden Baulichkeiten leicht beschädigt. Menschenleben sind nicht zu beklagem General v. Emmich gcst-wbe». General der Jnsanterie V. Emmich, kommandierender General des 10. Armeekorps, ist in Hannorcr am Mittwochmoraen g�'torben General v. Emmich bat seinen Feldherrmruhm durch die Eroberung der belgischen Festung Lüttich zu Beginn dieses Krieges erworben. Auf der Urlaubsfahrt tödlich verunglückt. Ein trauriges Ende fand der 4l)jährige Landsturmmann Bühne aus Dresden. Er war aus einem Lazarett entlassen und in die Heimat beurlaubt worden. Aus der Heimfahrt stürzte er unweit der Station Gurkow an der Oslbahn aus dein fahrenden D-Zug und wurde von einem Streckenwärter als Leiche neben dem Bahndamm aufgefunden. Wegen Kindcsmord zum Tode verurteilt. Das Kriegsgericht in G r e i f s w a l d verurteilte ein 18 Jahre altes Dien st- mädchcn, das ihr drei Monate altes Kind in einem Deich er- tränkt hatte, zum Tode. Die Angeklagt«, die geständig war, hat die Tat begangen, weil ihr Bräutigam wegen Einberufung zum Militär die Alimente nicht mehr zahlen konnte und die Pflegemutter des Kindes aus Zahlung des Kostgeldes drängte. Eine geheimnisvolle Berhaftungsgcschichtc wird aus Paris gemeldet. Die dortige Polizei hat einen Angestellten des Brüsseler Geldwechselers Cramer wegen Unterschlagung von Wert- papieren in dem Augenblick verhaftet, als er sich nach Amerika einschiffen wollte. Der Verhaftete lieferte die Papiere aus und erklärte zum Beweise seiner Zahlungsfähigkeit, daß er ein mit fünfundsiebzigtausend Frank versichertes Ge- mälde des Murillo besitze. Sein Gepäck wurde in Bor- deaux beschlagnahmt und darin ein Gemälde der Madonna mit dem Kinde auf den Knien vorgefunden; das Werk ist nicht ge- zeichnet, aber von 1682 datiert. Der Verhaftete will es von einem italienischen Mönch zum Verkaufs in Amerika erhalten haben. Die Sisyphusarbeit am Panamakanal. Verschiedentlich wurde über große Erdrutsche im Culebra-Abschnitt des Panamakanals bc- richtet. Allmählich wird über den Umfang dieser Verschüttungcn volle Wahrheit bekannt. Ende Oktober warteten 166 Schiffe auf die Oeffnung der Schleusen, ihnen wurde aber empfohlen, den alten Weg ums Kap Horn zu nehmen, da in kurzer Zeit eine Oeffnung nicht zu erwarten sei. Die abgestürzten Erdmassen sollen so groß sein, daß wohl ein volles Jahr vergehen wird, ehe die Oeffnung erfolgen kann. Ter schwarze Diamant. Im New Dorker Zoo mußte jetzt in- folge hohen Alters und zunehmender Bösartigkeit der größte aller noch in den Vereinigten Staaten, wenn auch in Gefangenschaft lebenden Bisons,„B l a ck D i a m o n d", erschossen werden. Das kolossale Tier, ein wahres Prachtexemplar seiner Gattung, war eine berühmte und historische Persönlichkeit, da es seinerzeit Modell zu den Abbildungen eines Büffels auf den Zehndollarnoten und den Nickelmünzcn der Vereinigten Staaten gestanden hatte. Sein schwarze?, zoktsge? Fell soll jetzt zu einer Autodecke grössle! Art verarbeitet'und dem Präsidenten Wilson als verspätetes Hoch- zeitsgeschenk überreicht werden. Parteiveranstaltungen. Neukölln. Die Bibliothek des Wahlvercins ist vom 1. Weihnachls- seierwze an bis einschließlich 3. Januar geschlossen. Am neuen Jahre er- folgt die Büchcrausgabe für Erwachsene am Montag, Donnerstag und Sonnabend von 7 bis?>/, Ubr abends, für Kinder Mittwochs und Sonn- abends von 3 bis 6 Ubr. Wir bitten, diese Notiz auszuschneiden und m das Mitgliedbuch zu rieben._ Weihnachtsveranstaltungen. Durnverei» Fichte, 4. Schütcriu- und 6. Ichülerabteilung. Die TSeihnachtsseicr findet wegen Einquartierung nicht in den Comcnmsfälcn, sondern in den Prochtsälen des Ostens, Frankfurter Allee 48, am 27. De- zember, statt. Neukölln. Sonnobend, den 25. Dezember(1. Aeihnachtsseiertag) findet in den Passagcsälcn, Bcrgstr. 151, abends K Uhr(Eröffnung 5 Uhr), eine WeihuachtSseier des Jugendausschusses statt unter Mitwirkung von Frl. Helene Anders(C5c!«ng mit Zitherbegleitung), Frl. Käle Schröder(Rezitation). Frl. Lilli Tischcr(Violine) und Herrn Paul schramm(Klavier). Billetts a 20 Pf. sind in den Jugendheimen(Nogat- straffe 15, und Fuldastr. 55/5S, Jdealpassage), sowie am Festabend in den Passagesälen zu haben. Garderobe 10 Ps. Am 2. Feiertag Wanderung nach den Mügoelierzen. Treffpuntt: Morgens C/4 Uhr am Reuterpla? und Bahnhof Hermann- straffe. Fahrgeld 50 Ps. Abends in den Heimen zegcnseittze Beschcnkunz der Jugend. Jugend- und BildungSauSschnff Pankow— Niederschönhausen. Am 2. Weihnochlsfeiertaa findet im großen Saal zum„Kurfürsten", Ber- lincr Str. 102, eine Weihnachlsseier statt. Mitwirkende: Frl. Friede! Hintze (Rezitation), Frl. Elsa Coiman(Lieder zur Laute). Zlufferdem: Reigen- auffsthrungen und lebende Bilder. Eintrittspreis 24 Pf. Saalöffnung 5 Uhr. Ansang des Konzerts 8 Uhr. Weiffensee. Sonntag, den 36. Dezember(2. Feiertag), abends 7 Uhr, findet im Arbeiter-Jngendheim ein Kunstabend statt. Für die regelmäßigen Heimbesucher findet am selben Tage nachmittags 4 Uhr eine Weihnachls- seier im Heim statt. BüaidmannSlnst— Hohen-Neuendorf. Am 1. Feiertag findet i» Hohcn-Neuendorj im Lokal Stöhr ein gemütticher Abend der Daidmanns- lüster und Hohen-Neuendorser Jugend statt. Aufführungen der Jugend- lichen. Auch die Eltern sind jreundlichst hiermit eingeladen. Sriefkasten üer Redaktion. Die lunstislbe Svrechstunde findet für Abonnenten Ltndenftr. Z, IV. Hol rechts, parterre, ani Montag bis Freitag von 4 bis 7 Upr, am Sonnabend von b bis 0 Uhr statt. Jeder für den B r> e i l a st e n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Driestiche Antwort wird mch: erteilt. Antragen, denen leine Abonnemenlsomliung beigesügt ist. werden nicht beantwortet. Eilige Fragen wage man in der Sprechstunde vor. Bcrträge, Schriststüilc und dergleichen bringe mar in die Svrcchstllnde mit. Tie juristische Sprechstunde fällt am Aeihnachts- Heiligabend sowie am 1. und Ä. Feiertag aus. — 3. G. 15a. Der Verwalter ist zunächst verpflichtet. Ihnen die Brat- karten zuzustellen. Nur wenn er Sie in der Wohnung nicht antrifft, Me* Sie sich die Brotkarten aSzuholen.— E. M. S5. 1. New. 2. Der Anspruch an den Nachlatz könnte nur aus gerichtlichem Wege geltend gemacht werden. Anscheinend ist der Nachlaß in diesem Falle sehr gering, da er auch in viele Teile gehl, und es würde sich wohl eine Prozetzsübrung nicht lohnen.—(£. B. 5. Nach einem in unserem Blatte veröffentlichten Ber- sammlungsdericht ist ein dahingehender Antrag an die Verwaltung des Verbandes zu stellen. Anienstr. 83— 85.—(st. N. 5. Adressen solcher Firmen finden Sie ini Berliner Adreßbuch, 2. Band. Teil 4, Seite 39—40. — Strausberg 100. 1. Das bezog sich nur aus Schleswig. 2. Optanten- kinder sind die Kinder der Bewohner einer annektierten deutschen Provinz, die sich die deutsche Staatsangehörigkeit erwäblt haben. 3. Darüber sind wir nicht informiert.— K. K. 24 und(5. B. 20. 1. Ja. 2. Nein. — M. H. 14. 1. Dazu bat der Lehrer das Recht. 2. Geldstrafe kann von den Eltern natürlich nicht verlangt werden.— P. Z. Nr. 83. Damit müssen Sie sich an einen Arzt wenden.— O. L. 10. Der Ebcs kann Sie in diesem Falle natürlich ohne Kündigung sofort entlaffeil. selbst wenn sie sich die versäumte Zeit vom Gehalt abziehen lassen würden. Auch kann er Ihnen für die sehlende Zeit das Gehalt kürzen.— K. H. 78. Tie hasten sür die Miete und müssen auch, da Sie der Mieter sind, die Kündigung einhalten. Bei Ihrer" Einziedung zum Militär stellen Sie Antrag aus Mietszuschuff.— Stargard Pomm. l. Geringer Herzfehler und schlechte Zähne: selddienstsähig. 2. Wenn im Mietsvertrag nicht steht, dag, wenn die Kündigung an einen Mieter erfolgt, diese auch sür den anderen Mieter gm, so muß die Kündigung auch- Ihnen zugestellt werden, nicht nur Ihrer Frau.— A. K. 47. Sie gelten als völlig ausgemustert und dienstuntauglich wegen Nervenkrankheit — Streitfrage 33. Auch den kriegsgetrauten Frauen wird Un'erstützuilg gezahlt; allerdings muff die im Gesetz vorgeschriebene Bedürftigkeit vor- liegen. Anspruch»us Witwenrente babcn Sie aus jeden. Fall.— O. B. 100. Krampfadern, selddienstpstichtig.— W. W. 15. Sie bättcn ohne Beilegung des ärztlichen Attestes dc» Antrag auf Rente stellen können. Es hätte genügt, aus den Arzt, der Sie jetzt in Behandlung Hai, zu«erweise». Da der Arzt aus Ihre Aufforderung hin das Attest aus- gestellt hat, kann er jetzt Zahlung von Ihnen verlangen.— A. H. 35. Nein.— ff. K. I. Sie müßten sich zunächst an den Vorstand der Kasse wenden. Eventuell legen Sie aus Grund der Entscheidung des Reichs- «ersichernugsamts Beschwerde ein und zwar zunächst beim Versicherungs- amt, Klosterstr. 67. 2.®n_bie Söhne jedensalls nicht den Verttag hinter- zeichnet haben, s« werden Sie kaum Mietsunterstützung erhalten, sollten Sie krank oder erwerbsunsähig sein, so könnten Sie es imnrerhin init einem Antrag versuchen.— Erich 48. Berlin hat keine„Mittelschulen". Ersatz dafür sind hier die Realschulen. Diese geben das Einjährigen- Zeugnis. Zum Potyiechnikum wird man zugelassen mit Einjährigen- Zeugnis als Hörer, mit Witurienten-Zeugnis als Student.(Wir öer- muten, daß Sie unsere Antwort aus Ihre frühere Anfrage nicht gelesen haben.)— O. P. 25. Näheres zu erfahren durch Dr. Schmidtkunz, Berlin-Halensee, Paulsborner str. 2.— O. T. 26. Rippenfell- oder Brustfellentzündung.— I. P. 13. Verlag Julius Sittenseld, Mauerstraffe 43—44. Eingegangene Druckschriften. Lebensbilder aus der Tierwelt. Herausgegeben von H. Meer- Warth u. K. Toffel, l.— 3. Ewsübrungshcst. Einzelh. 60 Pf.— Hand büchlein des külistlerischen Wandschmucks. 500 farbige Probe« abbitdungen. 60 Pf. R. Voigtländer, Leipzig. Deutsche und österreichische Küche. Von F. Hampcl. 1 M. Telbstverlag in Wie», Hauptstr. 37. WetteranSstchten für das»iltttere Siorddeutichland bis Donnerstag«ittag. Im Norden vorwiegend heiter imd trocken, strenger Frist, im Süden sawie im östlichen Küstengebiet etwas gelinder; zunehmende Bewölkung, leichte Schuecsälle. f Resier»» Handlung. Twill-Karnrngarne, Garbadine, blau u. farbig, Meter 3,00 an Med. Kostüm- u. Rockstoffe, 130 breit.. 2,25„ Mäntel-, Kleider- und Blusenseid.,doppeltbr. 3,50„ Plüsch, Astrachan, Sammet, Krimmer, sehr billig. Reste sn Herren- und Knaben- Anzügen spottbillig. 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Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Friedriohsha�cn, Fichtenau. Rahnsdorf, Schönelehe- Kl.-Sehönebeck: Ernst W er tmann, Friedrichshagen, Köpe' nicker Straffe 18. t.rünna: Franz Klein. Friedrichstr. lv. dobnunistbal, Nudow: Max Genichur. Varkstr. 23 lanrlsborst: Hermann Billinq, Dönhoffstr. 28. 1» ouixs- VI nsterbausen. Wildau, tVlederlehme; Friedrich B a u m a n n. Luckenwalder Sttaffe 5. Köpenick: Emil SBißler, Kietzerstr. 6, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. l.lehtenbert; 1. Fricdriclisfcldc. Hohenschöntianscn Otto Seilet. Barlenbergittaße 1(Laden). Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Ubr. l-lehtenberx 11, ItummelKburg. Stralau; 91. R o> e n< l r a n z. tttl-Loxbagen 56. Geöffnet»en 11— 1'/, im» o»n 4'/,— 7 Uhr. Nahlsdort, Kniilsdorf, Biesdorf: P. Heßberz, Kants- dvrj, Ferdinandstraße 17. Barleiidorf, Karlenfelde: August Leip. Edauffeestr. 23. Keuenhaxen. Boppesarten: Gustav Bergmann, Königsallee Ecke Gartenstraffe. Kenköllu; M. Heinrich, Neckarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9— 2 nnd von 4— 7 Uhr; Neukölln, Britz: Rohr, Siegsriedstraffe 28/29. Geöffnet von 11— 1'/. und von 4'/,— 7 Uhr. Klcdcr-Schoneweide; Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, H. .Vo«awes: Karl Krobnberg, Friedrichkirchpla» 27. Oher-Sehöncweldc: Alfred Bader. Wilhelminenhofftr. 17, Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, VlederMehöiihnnseii, Vordcnd. Frz. Buch bolz, Blankenburg: R i ff m a n u, Mühlenstr. 30. Geöffnet von U— 1>/, und von 4'/,— 7 Uhr. llelulekeudorf- Ost. Wilhelmsruh und Scbönholzi V. G u r> ch. Provinzitt. 56, Laden. Geöffnet v. 11—1'/. u. 41/.— 7 Uhr Schenkendort b. Königs-Wusterhausen: Chr..Hunts ch'k e, Dörfstr. 10 Schöneberg: Wilbelm B ä u m i e r. Martin Lulher lr. 69, im Laden Geöffnet von 11—1'/, und von 4>/„— 7 Uhr. Spandau, k ouneadarnrn. Staaken. Seegefeld und Falkenba�en: Schumacher, Breitestt. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. legel. Borsigwalde, Wittenau, Waidmunnstnst« HcrniHiiorf, Hohen- K'enendorf, Birken wer der, Freie Scholle it. iteinickendorf- West: ßaui Kicnait Borsigwalde. Rämch iraße 10. Geöffnet von 11—1'/, u. von 4'/,— 7 Uhr, Teltow: A. Schulze, Lindenstr. 17. Tempelliof: Job. Krohn, Boruisiastt. 62. Treptow: Rod. Kramenz, Kie/aotznraffe 412, Laden. Geöffnet von 7 lltzr morgens bis 8 Uhr abends. Wcibcnsee, Heinersdorf: Gust. R o ff k o p s, Berliner Allee II. W ilinersdort, llalensee, Schmargendorf: Paul Schuvert, Wilbelm« aue 27. Keuthcn, fliersdorf: Wilh. Schulz, Zeuthen, Ziethenstr. 16. Bossen: Rön nebeck, Stubenrauchftr. 27. Sämlliche ParteUiteratur sowie alle wissenschaitlicheu Werke werden geliefert Sonntags sind die Ausgabestellen geschloffen. Mgrcipnporfiich.r m>h/ifwirr- sifattz,«hal-Ptztz«»ukällic gür t*n zln|etnienittl perantm.: Ih. IBUile. IBerlm. Druck tt.gcftaa:iBonp(trtt Buchdruckerer u. LerlagSanflaU Paul Singer& Eo, Lerlm SW.