Ihr. 358. Ibonnemtnts-Bcdlngnngeo! BSonnementä■ PieiS wanumetank«t BieiteliäbtL SL0 MI. monatL 1,10 SRI. wöibenlllch 26 C-fft. ttei in» Haut. Einzeln» Nummer S P,g. Sonniag». numnier mu illulirierier Eomuagt- Seilage.Die Neue Belt� 10 K'i Boli> ilbonncmeM' 1.10 Marl vra ZK a» al. «ingerragen in die Boll. Zeitung»- Lreislüte. Unter Kreuzband für Deulllbland und Lellerrcich- Ungar» SM Marl für das übrige Ausland t Marl uro Monat. Loftabonnementt nehmen an: Belgien. Tänemarl. Holland. Iialien. Luxemburg. Vorlugai, Numönlcn. Schweden und die Schwei» Vlchtldl lZgllch. Vevlinev Volksblerkt. SS. Jahrgang. Me snIettlonz-eedMi? betrügt für die sechsgefdallene Kolonel- zelle oder deren Raum SO Pfg. für polltische und gewerllchastllche Vereins- und Ziersammlungs-Anzeigcu SO Pfg. »51�n. Anreizen", das sciigcdruclle Wort 20 Pfg. sjulSssig 2 fellgcdruclle Worte), jedes weitere Wort 10 P>'g. Stellengesuche und Echlafstellenan. »eigen das erste Wort 10 Pfg. jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 16 Buch- stoben zählen für zwei Worte. Anfcrate für die nächste Nummer mist'en bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expcditioll ist bit? Uhr abends geöffnet, Telegramm» Adresse! �»Älllüeldslutt Berlin". Zcntralorgan der roztaldemokratifcheti Partei Deutfcblands. Neöaktion: SW. 68, Linöenstraße 3. Nernivrecher: Sinti tvioristvlat,. Nr. 151 90— 151 97. Sonnabend, den S5. Dezember 1915. (Expedition: SN). 68, Linöenstraße 3. zpernsprecher: SXtnt Moriuplak, Nr. 15190—15X97. Weihnachten im zweitenMe desVölkmingens Wintersonnenwende. Sieh, öle Wintersonnenwende Hat soeben stch vollzogen» Und es ist zum Licht gewendet Wiederum der Lauf der Tage; ?n des Winters tiefster Geöe Ward der Frühling neu geboren, Venn Natur, die güt'ge Mutter, Wandelt ihre ew'gen Sahnen Und erlöst zu rechter Stunde Ihre zagenden Geschöpfe �lus des Winters Tyrannei. voch die Menschheit auch ist ewig, Und sie stirbt nicht unterm Vrucke Einer Zeit, die schwer und düster Sie umschattet und bedräuet. ?n der Völker trübsten Tagen Wird die Zreiheit neu geboren Und ste wecket schon die Geister, Und sie flammt schon in den herzen, Darum fort das bange Zagen, §ort die Wolken von der Stirne! varum auf, dem Licht entgegen, . Neuem Zrühling, neuem Leben! Und so freu' dich auch der Weihnacht, Venn ste soll die Kunde bringen, vah vorbei die Sonnenwende, Und die Völker wieder schreiten vorwärts auf des Lichtes Sahn. Kegel. ** * Wenn im Spätherbst die Tage immer kürzer, die Abende immer länger werden, wenn Regen und Nebel die Luft grau und trüb erscheinen lassen, wenn eisige Stürme durch die Lande ziehen und endlich Schnee und Frost alles Leben in der Natur erstarren lassen, dann bemächtigt sich auch trübe Stimmung des menschlichen Gemüts, der Rhythmus des Lebens verlangsamt sich, Freude und Hoffnungsseligkeit weichen bangen Erivartungen und zauderndem Bedenken, mit der Sonne sinken das Selbstvertrauen und das Lebensglück. Bald aber raffen wir uns doch wieder auf. Wissen wir doch, daß die Herrschaft der starren Winternächte nicht ewig dauert, daß die Sonne nicht ganz versinkt, daff sie mit neuer Kraft wieder emporsteigen und alle ihre Feinde glorreich be- siegen wird. Während uns noch Wintersmacht bedrückt, lockt schon Frühlingssehnen. Dieser sich ewig wiederholende Vorgang der Natur und seine Spiegelung in der Seele haben von jeher auf die Menschen der gemäßigten und kalten Zone größten Eindruck gemacht und in den verschiedenen Festen, mit denen die Wintersonnenwende gefeiert wurde, die Zeit, von der an die Sonne, das lebenspendende Gestirn, wieder höher steigt, be- redten Ausdruck gefunden. Es lag daher auch eine tiefe Symbolik darin, daß die christliche Religion die Geburt ihres Heilands auf diese Zeit der Wintersonnenwende vcr- legte, daß sie an die Stelle des heidnischen„Julfestes" die christliche„Weihnacht" setzte. Sie wollte damit andeuten, daß nach der langen und dunklen Nacht des Heidentums nun die neue Sonne einer neuen Lehre, der neuen Heilswahrheit der Nächstenliebe und Versöhnung emporsteige. Fast sechzehn Jahrhunderte sind vergangen, seitdem das Christentum zur offiziellen Staatsreligion des römischen Welt- reiches und damit des gesamten Abendlandes erklärt wurde. Und was sehen wir heute vor uns? Die christlichen Missionare beklagen sich, daß ihnen die„Heiden" nur mit Spott und Hohn antworten, wenn sie jetzt die Lehren christlicher Nächsten- liebe verkünden.„Soll uns vielleicht der Weltkrieg", werden sie gefragt,„ein Bild geben von dem tausendjährigen Reich der Nächstenliebe und der Harmonie, das ihr uns von der Herrschaft des Christentums versprecht?" Und sie wissen nicht, was sie darauf erwidern könnten. Neunzehn Jahrhundertc hatte daL Christentum Zeit, den Menschen sein MeldW Des Stoßen fManifiets. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 24. Dezember 1915. iW. T. B.s Westlicher Kriegsschauplatz. Das feiudliche Artillcricfcuer war stellenweise lebhaft, besonders i« den Vogeseu. Ein nächtlicher Handgranatcnangriff gegen unsere Höhcnstcllung nordöstlich von Sonain wurde leicht ab- gewiesen. Tic Stellung auf dem HartmanuSwcilerkopf ist rest- los zurückgewonnen, auch aus den Grabenstücken auf dem Nordhange des Berges sind die Franzosen vertrieben. Ocstlichcr und Balkan-KriegSschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Ober st e Heeresleitung. »* * Ar KmeWW AIMMMM. Wien, 24. Dezember.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: 24. Dezember 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Angriffsversuchc vcr Russen«cgen Teile der bessarabischen Front wurden unter schweren Verlusten für den Feind ab- gewiesen. Italienischer Kriegsschauplatz. Der befestigte Raum von Lardaro und unsere Stellungen am Brückenkopf von Tolmcin wurden von der italienischen Artillerie heftiger beschossen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei kleineren Untcriiehinuiigen der iemen Tage wurden gegen sechshundert Gefangene eingebracht. Sonst keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. H o e s e r, Fcldmarschallcutnant. Evangelium zu bringen, seit sechzehn Jahrhunderten verfügt die christliche Kirche über die Machtmittel des Staates, und heute herrscht ein erbarmungsloses Würgen unter den christ lichen Völkern, wie es die Welt noch nie gesehen. Umsonst ringt der offizielle Statthalter Christi auf Erden verzweifelt die Hände und erhebt beschwörend seine Stimme l „Indem wir mit unaussprechlichem Leid unserer jungen Söhne gedachten, welche zu Tausenden getötet wurden, erfüllte unser von der Liebe Christi durchdrungenes Herz der ganze Jammer der Mütter, der vorzeitig Verwitweten und der Bräute und der ganze untröstliche Kummer der allzu früh der väterlichen Führung beraubten Kinder. Aus unserer Teilnahme an den Aengsten zahlloser Familien und aus unserer Auffassung der Pflichten der uns in so trauriger Zeit besonders obliegenden erhabenen Mission von Frieden und Liebe ergab sich bei uns alsdann der feste Entschluß, unsere ganze Tätigkeit und unsere ganze Macht der Versöhnung der kämp- senden Völker zu widmen. Dies gelobten wir auch feierlich dem Heiland, welcher um den Preis seines Blutes alle Menschenbrüder erretten wollte, und Frieden und Liebe besagten auch unsere ersten Worte, welche wir als oberster Seelenhirt an die Nationen und ihre Lenker richteten. Aber unser liebevoller und eindringlicher Rat als Vater und Freund blieb ungehärt. Ties steigerte in uns den Schmerz, aber erschlaffte nicht den Vorsatz. Wir wendeten uns darum unablässig in Zuversicht an den Allmächtigen, in dessen Hand der Geist und die Herzen sowohl der Untertanen wie der Könige sind, und erflehten von ihm das Ende des furchtbaren Gemetzels... Im heiligen Namen Gottes, unseres himmlischen Vaters und Herrn, um des gesegneten Blutes Jesu willen, welches der Preis der menschlichen Erlösung gewesen, beschwören wir euch, die ihr von der göttlichen Vor- sehung zur Regierung der kriegführenden Nationen bestellt seid, diesem fürchterlichen Morden, das nunmehr seit einem Jahre Europa entehrt, endlich ein Ziel zu setzen. Es ist Bruderblut, das zu Lande und zur See vergossen wird." Doch vergeblich verflattern diese erschütternden, flehent- lichen Worte in den Wind. Nicht einmal die katholische Geist- lichkeit folgt der Stimme ihres obersten Hirten. Im Namen des Christentums beten sie um den Sieg der eigenen Heere, predigen sie die Vernichtung der Feinde ihres Landes. Dahin sind heute all die fronimen Illusionen, mit denen kindlicher Glaube die Macht der Religion umkleidete, dabin aber auch der Wahn, daß die Menschen im Laufe der natür- lichen Entwickelung immer sanfter, milder und sittiger werden. Noch nie ist ein Krieg mit so dämonisch furchtbaren Mitteln und mit solcher Erbarntnngslosigkeit geführt worden, wie der jetzige Kampf zwischen den Völkern auf der höchsten Stufe der Kultur. Was hat alle diese Menschen, die wir als gesittet und friedlich kannten, die sich so oft über die Landesgrenzen hin- weg brüderlich die Hand gereicht, die mit einander Handel trieben, ihre wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften austauschten, die sich gegenseitig in ihrem ganzen geistigen Leben, in ihrer Kunst, in ihren sozialen Bestrebungen auf einanver angewiesen fühlten, die sich vielfach zu gemeinsamem Tun, zu gemeinsamem Kampf zusammenschlössen; was hat diese Menschen plötzlich veranlaßt, mit den tödlichsten Waffen auseinander loszugehen, die Finsternis der Nacht, das Ge- heimnis der Meerestiefen, die reinen Höhen der Lust auszu- nutzen zur gegenseitigen Vernichtung? Ist plötzlich ein Blut- rausch über die Menschheit gekommen, der ihre Sinne ver- wirrt, oder hat sich auch nur bei einem der Völker gezeigt, daß seine natürliche Schlechtigkeit es ungeeignet macht zum geselligen Zusammenleben mit seinesgleichen? Nichts von alle dem. Die wilden Instinkte haben den Krieg nicht hei beigeführt, sie wurden durch ihn erst geweckt. Und doch haben die Einsichtigen das Unheil vorausgesagt, sie haben die Gefahr kommen sehen, und imnicr geringer wurde ihre Hoffnung, daß es möglich sein werde, das äußerste, das schlimmste abzuwenden. Es waren die ökonomischen Ver- Hältnisse, die, von den Menschen geschaffen, sich stärker er- wiesen als diese selbst, die sie hincinrisscn in den tosenden Strudel der Weltverheerung. Der Kapitalismus, der aus dem Stadium des bloßen Warenexports hinausgewachsen war in eine Periode immer gesteigerten Kapitalexports, hatte die Staatsgewalten in seinen Dienst gezwungen zur Sicherung seiner Ansprüche, zur Erweiterung seines Machtbereichs. Und wie das Schicksal den Wollenden führt, den sich Sträubenden mit sich reißt, so wurden die Völker mit und gegen ihren Willen hincingerissen in die allgemeine Vernichtung. Der furchtbarste starrende Winter hat sich über die Geschicke der Menschheit gebreitet. So manche vorzeitige Blüte hat er geknickt, so manche frohe Hoffnung begraben. Aber unseren Mut kann er doch nicht brechen. Auch er muß einem neuen Frühling weichen. Die Sonne religiöser und ethischer Veein- flussung der Menschheit ist hinunter, doch eine neue Sonne zieht herauf. Es gilt nicht mehr die Menschen nur durch Predigten zu bessern, es gilt, Verhältnisse zu schaffen, die ihnen erst gestatten und ermöglichen, gut und friedfertig zu sein und zu bleiben. Das Weihnachtsfest, das Fest der Wintersonnenwende, steht nicht am Ende, sondern am Anfang des Winters. Zwar schraubt sich die Sonne schon langsam immer höher empor am Firmament: aber dennoch treten die rauhen Frost- und Reif- riefen erst jetzt mit voller Wucht ihre Herrschaft an. Sie hm, als ob ihre Macht ewig dauern, als ob die Sonne mit ihren erst schwachen Strahlen nur dazu da sei, ihr glitzerndes Kleid zu vergolden. Aber wie die Sonne immer höher steigt, ver- sendet sie immer spitzere Pfeile, immer heißere Strahlen, und nun beginnt der gewaltige Kampf. Endlich bricht krachend die Eisesrüstung, und Frühlingsstürme künden die Herrschaft des neuen Siegers. Auch die Weltgeschichte kennt ihre mifsteigenden und ihre niedergehenden Sonnen und ihre Sonnenwenden. Der jetzige Krieg bedeutet sicherlich das Ende einer Zeit, in der man glaubte, das Elend, der Zwiespalt, das Laster der Welt ließen sich durch die Verkündigung religiöser oder sittlicher Lehren bekämpfen. Er bedeutet hoffentlich den Anbruch einer neuen Zeit, der es beschieden ist, den Uebeln unseres sozialen Lebens wirksam zu steuern durch Veränderung ihrer mate- riellen Unterlage, der bestehenden Produktionsverhältnisse. Aber nicht wie ein lächelnder Knabe in ärmlicher Kripps tritt diese neue Zeit ins Leben, sondern wie ein gewappneter Recke, der niit ehernem Tritt das Eis zersprengt, das heute das keimende Leben einer besseren Zeit für immer zu ersticken droht. Diesem sonnenhaften Krieger jubeln wir zu aus der Bedrängnis unserer Herzen. Sein Kommen finden wir sym- bolisiert in den prachtvollen Versen, mit denen Ariel in Goethes„Faust" das Herannahen des Tagesgcstirns begrüßt; „Horchet! horcht dem Sturm der Hören! Tönend wird für Geistes ohren Schon der neue Tag geboren. Felsentore knarren rasselnd, Phöbus' Räder rollen prasselnd; Welch Getöse bringt das Licht! Es drommetet, es posaunet, Auge blinzt und Ohr erstaunet» Unerhörtes hört sich nicht." Skuluöls über öie Halkankrise. London, 23. Dezember. Meldung des Reuter« schen Bureaus. Die z w e 1 1 e N o i e der Vereinigten Staaten an Oesterreich-Ungarn wegen des. A n c o n a"- V o r s a l l e§ lautet: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die Note Eurer Exzellenz über die Versenkung der.Ancona", die am tö. d. M. in Wien überreicht und nach Washington lelegrapbierl wurde, erhalten. Am 15. Dezember überreichte Baron Zwiedinel v. Suedenhorst. der GeschäsiSiräger der Kaiserlichen und Königlichen Regierung in Waihington, dem Staats- deparlement einen Bericht des österreichisch-ungariichen Flotten- kommandos über die Vericnkung der.Ancona", in dem zugegeben wurde, daß das Sckiff torpediert wurde, nachdem die Maschinen gestoppt ballen und solange sich noch Passagiere an Bord belanden. Das allein ist nach Ansicht der Regierung der Vcreiniolen Staaten genügend, um dem Kommandanten des H-Booles für die absichtliche Ver- letzung des atieilaiiiitcn Völkerrechts und der gänzlichen Außeracht« lassring der Grundsätze der Hnmanilät. welche jeder Rriegsührende im Seekriege beachten muß, verantwortlich zu machen. Angesichts dreier anerkannten Umitände erachtet sich die Regie- rung der Bereinigten Staaten für berechtigt, die Ansicht auSzu- sprechen, datz in der Frage der Versenkung der»Ancona" weder das Gewicht und die Art der ergänzenden Zeugenaussagen, durck welche der Bericht des Flollenkommando« bestätigt wird, noch die Zahl der Amerikaner, die getötet oder verwundet wurden, die zu behandelnden Hauptpurille bilden. Die Schuld deS Kommandanten steht in diesem Falle feil. ES ist eine unleugbare Tatsache, daß Bürger der Vereinigten Staaten durch sein ungesetzliches Auftreten getötet, ver- wundel oder in Geiahr gebracht wurden. Die Bestimmungen des Völker- rechlS und die Grundiätze der Humanität, die so durch den Komman- danken des lll-BooteS verletzt wurden, sind seit so langer Zeit und ro allgemein anerkannt und vom Standpunkt des Rechtes und der Gerechtigkeit so klar, daß die Regierung der Bereinigten Staaten sich nicht veranlaßt fühlt, sie zu besprechen und nickt begreiit, daß die Kaiserliche und Königliche Regierung sie in Zweifel zieht oder be- streitet. Tie Regierung der Veieinigten Staaten sieht sich deshalb genötigt, die Kaiserliche und Königliche Regierung für die Tat ihres Kommandanten verantwortlich zu machen und die entschiedenen, aber ehrerbietigst gestellten Forderungen ihrer Note vom 6. De- zember zu wiederholen. Die Regierung der Vereinigten Staaten hofft von Herzen. daß die obige Erklärung ihrer Haltung die Kaiserliche und Königliche Negierung von der Rechtmäßigkeit ihrer Forderungen überzeugen und daß diese in demselben Geiste von Offenherzigkeit und mit demselben Wunsche nach Ausrechterhaltung der guten Beziehungen zustimmen wird, wie sie jetzt zwischen den Vereinigten Staaten und Oesterreich- Ungarn bestehen. Beziehungen, welche die Vereinigten Slaaten ver» antaßlen, die Forderungen zu stellen. Das gefähröete /lepppten. Die englische oder vielmehr die englisch-ägyptische Re- giening hat den Suezkanal für die Handelsschiffahrt mit der Begründung geschlossen, der Schiffsverkehr aus dem Kanal sei gefährdet. Die von einigen Blättern aufgeworfene Frage, ob diese Schließung des Kanals nicht einen Bruch des 5konstantinopeler Kanalvertrages vom 29. Oktober 188� bedeutet, mag vom juristischen Standpunkt sehr interessant sein, politisch hat sie heute, nachdem seit Kriegsbeginn so manche Verträge gebrochen worden sind, nur nebensächliche nehm, bis auf den«inen. Ein überschlancker, bartloser Bursche. schmalschulterig und in dem verkniffenen Geficht einen höhnischen Zug, der einem das Blut in die Schläfeu treiben konnte. „Na, fft das aber ein Hühnerstall!" Das brachte der Kerl in einem Ton zuweg, als wollte er jeden von uns einzeln verantwortlich machen für den Zustand, und dabei warf er Blicke im Kreis, die deutlich besagten: Was seid Ihr denn eigentlich für eine Gesellschaft? Es juckte mich, dem Burschen heimzugeigen, aber wer hängt gern bei erster Gelegenheit den Vorgesetzten heraus? Der Herr Bruno— wir wollen es bei diesem Namen lassen— mühte sich in den nächsten Tagen mit Erfolg, diesen ersten Eindruck zu bestätigen und zu verstärken. Fünf Tage gehörte er schon zu unserer Gemeinschaft, und noch hatte ihm nichts gepaßt. Er nör- gelte am Essen, am Dienst, an der Ausrüstung; er ließ merken, datz er alles ganz anders gewöhnt sei und daß wir zusamt dem ganzen deutschen Heer es als Ehre betrachten müßten, ihn in unsc- ren Reihen zu haben. Ohne noch im Feuer gewesen zu sein, gab er zu wissen, daß ihm die Franzosen gar nicht imponieren könnten und die Englände: nannte er grundsätzlich nur„Hunde", so daß«in witziger Kops ihn einmal fragte, ob er vielleicht als Hundefänger ausgebildet sei. Nun könnte man ja ein solches Ekel unter anderen Umständen übersehen, aber bei dem engen Zusammenleben im Feld verbietet sich dos von selbst. Außerdem schien eS nicht nur mir so, als ver- stecke Bruno unter diesem hämischen, spöttelnden, unouöstehlichc» Wesen noch ein anderes Gesicht, denn der Mensch warf manchmal wie selbstvergessen eine Bemerkung in das Gespräch die gar nicht zu seinem sonstigen Gehabe passen wollte. Auch hatte er in Stunden besserer Laune Züge einer echten, schönen Menschlichkeit aufblitzen lassen, und daß es ihm durchaus wicht an Geist gebrach bewies er in seinen Streitigkeiten. So hatte ich mir von ihm das Bild eines Menschen gemacht. der aus irgendwelchen Ursachen dem Loben etwas nachtrug und der in den Krieg gezogen war, nicht aus der hellen, unbedenklichen Bc- geisterunz aufflammender Jugend, sondern aus der wissenden Ver- zweiflung eines Desperados. Da ergaben neue Verhältnisse neue Gelegenheit, diesen sonder- baren Menschen von neuen Seiten zu sehen. Unsere Ruhezeit war abgelaufen, am Abend hieß es wieder: vor in den Graben. Die Ablösung geschah ohne Zwischenfall auf dem bekannten Weg durch die halb mit Wasser gefüllten Laufgräben. Vorn wurde die Stellung übernommen und alles für die Nach eingerichtet. Bruno war bei meiner Gruppe, und ich erinnerte mich seiner groß- maultgen Redensarten, für die er nun den Beweis erbringen konnte. Ich teilte also die Wachen ein und bestimmte Bruno für den Rest der Nacht— die Wlösung geschah morgens zwischen drei und vier— als Horchposten. Eigentlich war nun eine wider- setzliche Redensart fällig, und ich erwartete sie mit Seelenruhe. Allein es gcschih nichts dergleichen Bruno nahm den Befehl ruhig entgegen und folgte dem mit der Oertlichkeit vertrauten Kameraden sofort in das Postenloch. Die Nacht verging ohne besonderes Ereignis. Mit dem Morgen. grauen waren die Posten eingerückt und der lftötzte Teil der Grabenbesatzung lag in den Unterständen, soweit sie es nicht vor- zog, sich die erstarrten Füße etwas zu vertreten. Gegen Mittag begannen die Franzosen ihr übliches Artilleriefeuer, das niemand sonderlich aufregt«, der wußte, daß dieses Feuer nach einer Stunde wieder aufhören würde. Diesmal aber sollte eS anders kommen. Das Einzelfeuer hatte noch keine Viertelstunde gedauert, da bc- Bedeutung. Diel wichtiger ist. daß nach Ansicht der engK- scheu Regierung heute der Schiffsverkehr auf dem Suezkanal tatsächlich gefährdet fein muß, wenn sie sich zu einer solchen Maßregel entschließt. Denn daß die englische Negierung nur aus weiser Vorsicht auf bloße Möglichkeiten hin die Schließung verfügt hat, ist sicherlich nicht anzunehmen. Dazu greift die Verfügung viel zu tief in die eng- Iis che Schiffahrt nach Indien und Ostasien c i n. Hat auch die Benutzung des Suezkanals durch englische Schiffe im letzten Jahrzehnt vor dem Kriege relativ abgc- nommen, so war die englische Schiffahrt an der den Kanal passierenden Gesamttonnage doch noch immer mit mehr als 60 Proz. beteiligt, und dieser Anteil ist sicherlich seitdem durch die Ausschaltung der deutschen und österreichisch-ungarischen Handelsmarine von der Kanalbenutzung auf 73—80 Proz. gestiegen. Die Sperrung des Kanals trifft also die englische Schiffahrt am allerschwersten. Die Frachtsätze von England nach Indien, dem indischen Archipel und Ostasien stehen heute ohnehin durchweg vier-, fünfmal so hoch, als in den normalen Zeiten vor dem Kriege, und sie werden durch den Umweg um die Südspitze Afrikas herum, den jetzt die Schiff- fahrt machen muß. zweifellos ganz beträchtlich weiter ge- steigert werden. Der Seelveg von London nach Bombay durch den Suezkanal beträgt z. B. nur ungefähr 6100 See- meilen(zu 1,83 Kilometer), um das Kap der guten Hofs- nung herum dagegen 11230 Seemeilen, der Seeweg von London nach Kalkutta über Suez 8020, um das Kap der Guten Hoffnung herum über 12 000 Seemeilen. Tatsächlich sind denn auch nach Londoner Meldungen die Sätze für Per- frachtungen von London nach den vorderindischen Häfen be- reits um 30— 40 Proz. gestiegen, und mit einer weiteren Steigerung ist in Anbetracht der Knappheit des zur Verfü- gung stehenden Schiffsraums ohne Zweifel zu rechnen. Wer die Rücksichtnahme der englischen Regierung auf die Interessen der englischen Handclsschiffahrt kennt, kann deshalb unmöglich glauben, die anglo-ägyptische Regierung sähe nur Gespenster oder sie rechne lediglich mit der Möglich- keit oder Wahrscheinlichkeit eines Beduinenangrisfs auf den Suezkanal. Derartige gelegentliche Angriffe der Sinai- Beduinen auf den Suezkanal bezw. auf dort postierte englisch- ägyptische Truppendetachements sind in dem zu Ende gehen- den Jahr wiederholt von englischen Blättern gemeldet wor- den, ohne daß sie sich deshalb besonders aufgeregt hätten, noch fand die englische Regierung darin einen Anlaß, den Kanal zu sperren. Schon im Dezember vorigen Jahres sind nach englischen Berichten mehrmals tllrkisch-arabifchc Streifkorp? bis nahe an die Ostseite des Suezkanals gelangt und haben dort Scharmützel mit den am Kanal postierten englisch- indischen Truppen bestanden. Wenn also jetzt plötzlich die englische Regierung nach Kitcheners Inspektionsreise die Absperrung des Suezkanals verfügt, so müssen ernste Gründe dafür vor- liegen— und tatsächlich hat sich inzwischen manches in Südlyrien und auf der Sinai-Halbinscl geändert. Selbstverständlich haben auch die Engländer die Zeit gründlich zur Befestigung ihrer Stellungen am Suezkanal ausgenutzt. Am mittleren Kanal zwischen dem Menzale-, Ballah-, Timsah- und dem großen Bittersee sind ausgedehnte Erdbefestigungen angelegt worden, die nach allen Regeln der modernen Kricgstcchnik mit mehrfachen Reihen von Schützen- grüben, Minen und zahlreichen Batterien ausgestattet sein sollen. Die Beherrschung des östlichen Mittelmeeres und des Roten Meeres gestattete den Engländern, auf Schiffen auch das schwerste Material hcranzuschaffen, das sie für ihre Befesti- gungszwecke gebrauchten. Ferner haben die Engländer an ver- fchiedenen Stellen des Nils große befestigte Reservelager an- gelegt, vornehmlich bei dem als Bahnknotenpunkt wichtigen, vom Suczkanal durch die Arabische Wüste getrennten Kairo, wo das steil aufsteigende Felsengebirge des Mokatam eine gcnn es sich schon zum Lagenfcuer zu steigern. Drüben griffen immer mehr Baitcrien in den Kampf ein, und alle vereinigten ihr Feuer auf unseren Abschnitt, so daß ein Angriff zu erwarten war. Bald kam denn auch der Befehl zu höchster Gefechtsbereitschaft. Inzwischen verstärkte sich die Beschießung unserer Graben womöglich noch, auch bei uns begannen die Kanonen zu sprechen, und um die Mittagsstunde, sonst die ruhigste Zeit de? TageS, war ein wütender Artillerickampf hinüber und herüber im Gang. Der Zugführer befahl, ehe er die Mannschaften in die Unter- stände zurücknahm, mich mit zwei Mann als Beobachter gegen den Feind, unter den gegebenen Umständen ein Auftrag von höchster Bedeutung und Verantwortlichkeit. Außer einem alten, erfahrenen Gefreiten war Bruno befohlen worden. Ich nahm ihn an meine Seite, und so kauerten wir dicht zusammengedrängt im Graben, von Zeit zu Zeit angestrengt nach dem Feind spähend. Zu sehen war gar nichts, denn das ganze Gelände glich einem aufgewühlten See. aus dem die Einschläge der schweren Granaten und Minen tvie kirchturmhohe Wellen aufbrandeten und wieder in sich ver- sanken. Jeder Feldsoldat kennt da? Bild, in seiner schauerlichen Er- habcnheit vielleicht der stärkste Eindruck vom Wesen des Krieges. Dazu das höllische Getöse! Wenn es eine Nervenprobe gibt, so die: Mitten im Granatfeuer sich selbst in der Hand behalten. ES wäre menschlich, von diesen Eindrücken überwältigt und in die Flucht geschlagen zu werden. Bruno preßte sich eng an den Grabenrand. Man sah es an seiner Haltung, daß er sich am liebsten von der Lehmwand hätte einsaugen lassen. Mich reizte es. dem Menschen ins Gesicht zu schauen, der noch gestern so hochfahrend mit seiner GeisteSstärke geprahlt hatte. Ich sah das Gesicht eines Leidenden, das Antlitz einer über- irdischen Oual. Jede Muskel angespannt, in den Augen jene un- heimliche Starrheit, die jedem Soldaten während eines schweren Feuers die Pupillen weitet, der Mund ein zwischen zwei Klammern gesetzter Binderstrich, über die Stirn ein nie rastendes Zucken laufend und oberhalb der Nasenwurzel eine feine Falte, die sich bei jedem Einschlag krampfhaft bewegt. Kein Wort fiel. Der Kampf raste fort, raste bis in die Dämme- rung hinein, dann kam man uns abzulösen, und im Unterstand sah ich das Gesicht Brunos noch einigemal im Schein seiner Ziga- rette, an der er heftig sog. Der Ausdruck war noch nicht verändert. wie eingegossen prägten sich die wenigen Stunden in seiner Miene aus. Schwere Tage kamen nun. Von früh bis abends Artillerie- ieuer aus den schwersten Kalibern,— nachher haben wir erfahren, daß eS die Vorbereitung für die WeihnachtSoffenswe der Franzosen war—. ständig erhöhte Bcoeitslbaft, wenig Schlaf und noch weniger Essen. Wie sich die entsetzliche Spannung löste, weißt Du ja selbst. In der Woche vor Weihnachten erstickte der Angriff im Blut. Wir sollten nn» auf drei Tage zurückgenommen werden. Du kannst Dir unsere Befriedigung vorstellen. In unserer alten Unterkunft sah es vielleicht noch trostloser aus, als beim ersten Einzug. Doch das war uns alles gleichgültig. Wir wollten nur schlafen, uns einmal wieder sattessen, dann hieß es ja doch wieder vor in den Graben, und dagegen war es in dieser Scheune fürstlich zu wohnen. Bruno hatte die schwere Zeit heil überstanden, und ich war nun begierig zu sehen, ob die Eindrücke wohl sein sonstiges Wesen gewandelt hatten. Den ersten Tag kam er mir vor wie von einem schweren Bann befangen, aber schon am zweiten Tage regte sich der natürliche starke Festung bildet. Außerdem haben die Eng- länder, wie berichtet wird, am Suezkanal große Wasserwerke angelegt, um die östlichen Gebiete des Suezkanals überschwem- men zu können. Nach auswärtigen Blättermeldungen sollen diese Anlagen für die Verteidigung des Kanals von größter Bedeutung sein. Da Genaueres über sie nicht bekannt ist, läßt sich nicht sagen, wielveit die darauf gesetzten Hoffnungen berechtigt sind. Bekanntlich beginnt der Kanal bei Port Said mit zwei weit ins Mittelmeer hinausragenden langen Molen zur Abhaltung des durch die Wogen herangeschwemmten Nil- schlamms urrd tritt dann, an beiden Seiten von Dämmen be- gleitet, in den östlichen Teil des Menzalesees. Die westliche Seite des Kanals steht hier also schon ohnehin unter Wasser. Auch das östliche Ufergebict, das etwas höher liegt, mag sich teilweise unter Wasser setzen lassen; aber nicht überall, z. B. nicht bei der beträchtlich über dem Kanalspiegel liegenden Bodenerhebung bei El Kantara. Ebenso erhebt sich die zwischen dem Südende des BallahfeeS und dem Nordend? des Timsahsees gelegene Bodenschwelle von El Gir und die zwischen Tusun und dem Nordenide des Großen Bittersees ge- legene Felsenquelle des Serapeums hoch über das Kanal- niveau. Bon einem Unterwasserfetzen der östlichen Ufergebiete dieser Strecken kann daher nicht die Rede sein. Ebensowenig läßt sich auch dos Ostufer der Kanalstrecke vom Südende des Kleinen Bittersees nach Suez, wo niehrfach die Ausläufer des Sinai zum Kanal herantreten, unter Wasser setzen. Der Kampf um den Suezkanal wird denn auch kaum noch lange auf sich warten lassen. In England rechnet mach wie es scheint, ziemlich sicher darauf, daß noch im Januar die ersten türkischen Angriffe erfolgen werden. Die Zwischen- zeit wird von der englischen Regierung nach Kräften dazu ausgenutzt, alle Truppen, die anderswo irgendwie entbehrlich sind, nach Aegypten zu werfen: Engländer. Iren, Australier. Jndier, Sudanesen. Auch ein Teil der wiedereingefchifften Truppen, die bisher auf Gallipoli und den Inseln Jmbros. Tenedos und Lemnos statloniert war�n. wird nach Aegypten geschafft. H, C. Zrieöensausjichten. In einem Leitartikel pes„L a b o u r L e a d e ick' vom 16. Dezember spricht sich Philip Snowden hoffnungs- voll über die Möglichkeit von Friedensunterhandlungen aus. Dafür sprächen Ton und Aeußcrungen von Zeitungen und Politikern, eine gewisse Geneigtheit, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen, ferner Mißtrauen in das Geschick der eng- tischen Regierung, den Krieg zu einem erfolgreichen Ende zu führen, und fchließstch Rcoeu und Antworten im Parlament, die von der bisher g�zeigien unbeugsamen Haltung der Re- gierung stbarf abstächen. Beklagenswert im Vergleich zu den tapferen Anstren- girngen der deutschen, österreichischen und italienischen Sozia- listen fei das Verhalten der englischen Arbeiterpartei. Gäbe es eine solche alle Arbeiter umfassende in England, so könnte man die Regierungen zur Vernuuft bringen. Von der Kanzel und Tribüne aus habe eS sechzehn Monate lang Erklärungen geregnet, daß Deutschland die Weltherrschaft erstrebe. Wäre das wahr, so hätte Deutsch- land, auf dem Gipfel seines Erfolges stehend, nicht die Hand zum Frieden gereicht. Jode Verteidigung des� Krieges, die England macht, die macht Deutschland auch. Auf jedes Hiel, das wir erfüllt sehen möchten, strebt auch Deutschland hin. Man sollte meinen, daß unter diesen Umständen jede Anregung zum Friedens- schluß von den Demokraten des Vierverbandes mit Begeiste- rung hätte aufgenommen werden müssen. Die tollste Form unserer Kriegsleidenschaft ist jedenfalls, so lange zu kämpfen, bis Deutschland um Frieden bittet. alte Adam wieder in ihm in seiner vorlauten, besserwissenden und unzufriedenen Weise. So war der Heilige Abend gekommen, für un» noch viec zu früh, denn wir mutzten nun wieder vor. E» war auffällig still vorn. Nur selten schickt« die französische Artillerie einen Gruß herüber, und dabei kam eS uns noch so vor. als wären diese vereinzelten Schüsse mit Absicht zu weit gezielt. Ich mag Dir kein Stimmungsbild von diesem Abend malen, wozu auch wenigstens äußerlich gar kein Anlaß vorhanden war. Wir erlebten einen Abend, wie wir deren schon Dutzende erlebt hatten. Wie es jedem Einzelnen innerlich zumute war, läßt sich überhaupt nicht sagen. Dam, und wann versuchte«in sentimentales Gemüt,«inen WeihnachtSchoral anzustimmen, aber über ein ge- dämpstes Summen gedieh das Lied nicht hinaus. Bi» Mitternacht vertrieben wir uns die Zeit mit Essen, Trinken, Rauchen, mit dem Austausch von Liebesgaben, dann legte sich einer um den andern hin und probierte es mit dem Schlafen. Plötzlich steigt aus dem benachbarten Unterstand eine helle, klare, etwa» scharfe Männerstimme hoch, und seltsam unwesentlich evklingt es durch die Nacht: „Es ist«in Ros' entsprungen.. Heftige, unterdrückte Stimmen mischen sich in den Gesang, in den feindlichen Gräben rührt es sich, und einige nervöse Schüsse knallen blindlings in das Dunkel. Nebenan erhebt sich«in Wortwechsel. Ich unterscheide ganz deutlich die Stimm« des Zugführers und dazwischen«n« zornig widersprechende Stimme, die sich immer wieder unierbricht und in Gesang übergeht. „Von Jesse war die Art...* »Zum letzten Male: Ich verbiete Ihnen, zu singen. Ts ist Regimentsbefehl, daß nicht gesungen werden darf." Ein heiserer Aufschrei, ein Klirren wie von Waffen gegen. einander, dann ein heftiger Tumult. Ich stürze hinüber und sehe eben noch, wie Bruno von zwei Kameraden zurückgerissen wird, wie sich der Zugführer mit hochrotem Gesicht von der Erde erhebt, der mir zuschreit: „Unteroffizier, ich übergebe Ihnen diesen Mann! Er scheint einen Tobsuchtsanfall zu haben. Wir werden ja sehen." DaS totenblasse, schweißbedeckle Gesicht Brunos wendet sich mir zu und mit unnatürlich belegter Stimme fängt er an zu reden. „Und es begab sich, daß ein Gebot vom Kaiser AugustuS auS- ging, daß alle Welt geschätzet würde..." Kurz und gut: ES blieb nichts anderes, als den Mann zu binden und zu knebeln und nach dem SanitätSunterstand zu schicken, daß man ihn abholen solle, was nach zwei Stunden auch geschah.... Seitdem habe ich von Bruno nichts mehr gesehen und gehört. Wer will untersuchen, was in der Brust dieses Menschen vorge- gangen war? Hatten ihn die Eindrücke der schweren Kampftage aus dem Kreis seines Bewußtseins gedrängt, waren an jenem Abend übermächtige Erinnerungen seiner Herr geworden? Warum er aus dem Krieg nach Bethlehem entfloh, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Soweit die Geschichte, die mir zu den wertvollsten und noch. denklichsten Erlebnissen zählt. Ich habe gefunden, daß eS vielen ähnlich ergeht wie Bruno. Sie suchen vielleicht ein anderes Beth- lehem, aber sie alle sehnen sich nach einem Ort der Erlösung. Möchten wir ihn bald alle finden." Mein Freund schwieg, erhob sich und stumm schritten wir zu- sammen durch den trüben Winterabend. Da dies natürlich nicht möglich ist, soll daS Ziel durch wirtschaftliche Erschöpfung erreicht werden. Laßt uns versuchen, schließt das Blatt, uns gegenseitig in den Geist des andern zu versetzen. Deutschland hat uns die Gelegenheit gegeben. Sozialistische Konferenz im yaag? Amsterdam, 24. Dezember.(W. T. B.) Ein hiesiges Blatt meldet aus dem Haag, dort seien Mittwoch abend Sozialdemokraten aus den kriegführenden Ländern zu einer Konferenz zusammen- getreten, um zu besprechen, was für gemeinsame Schritte zur Erreichung eines baldigen Friedens unternommen werden könnten. An der Konferenz hätten außer niederländischen bekannte Sozialdemokraten aller kriegführenden Länder mit Ausnahme Italiens teilgenommen. Die Opposition in Frankreich. Der kurze Bericht über die Stellungnahme der Föderation b e l a Seine, der sozialistischen Organisation von Groß-Paris. au dem am 25. Dezember zusammentretenden Parteitag findet eine Ergänzung in einer Mitteilung, die wir der.Bataille" entnehmen: Ein Delegierter beantragte ein Tadelsvotum gegen die parla- meniorische Fraktion und den permanenten Ausschutz. Er forderte den sofortigen Rücktritt der sozialistischen Minister. Ein anderer Delegierter billigle zwar die Hallung der Mehrheit, aber er ver- langte, daß die sozialistischen Abgeordneten eine wirksamere Kontrolle über die Regierung ausübten, die eS Frankreich ermögliche, siegreich au» dem Kampfe hervorzugehen. Resolutionen wurden von Boorderon, dem Teilnehmer der Ztmmerwalder Konferenz, Jean L o n g n e t und der Organisations« leitung eingebracht. Diejenige BourderonS bewegte sich im Rahmen der Zimmerwalder Beschlüsie. Longuet besürwortete vor allem die Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen zwischen allen Gliedern der Arbeiterinternational«. Er wünscht nicht, daß diese Wiedervereinigung um den Preis einer Spaltung in den einzelnen Sektionen der Jnieniationale zustande komme, und er schließt mit der Erklärung, daß es ohne Internationalismus keinen Sozialismus gebe. F i a n c e t t e begründet den BorstandSantrag, der im wesent- lichen auf die erneute Versicherung binauSläuft, daß die Interessen des Landes und die der Partei identisch seien. Bei der Abstimmung erhielten die Resolution Bourderon 645, diejenige LonguetS 388S und die der Leitung 5121 Stimmen. Das bedeutet, daß auf dem Kongreß selbst von der Födöralion de la Seine für die erste 2, für die zweite 16 und für die dritte 26 Stimmen abgegeben wurden. Die Föderation de la Seine, die natürlich stark unter Kontrolle und Einfluß der Parteileitung und der beiden sozialistischen Minister steht, gehört nicht zu den oppositionellen Gruppen. ES ist daher doppelt bemerkenswert, daß sich auch in ihr der Widerspruch gegen die amtlich« Paneipolilp stark zu regen beginnt. /fach Rußlcmü will nur �siegreichen� ßrieüen. Petersburg, 24. Dezember.(W. T. B.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Im Budgetausschuß der Duma hielt Minister deS Aeußern Sfafonow eine mehr als einstündige Rede, wobei er ankündigte, daß er ermächtigt sei, in der Plenarsitzung der Kammer Erklärungen über die all- gemeine politische Lage zu geben. Der Minister stellte fest, daß die Beziehungen zu Griechenland infolge der Befestigung Salonikis durch die Alliier- ten voll ständig bestimmt seien. In Zukunft müsse Rußland eine feste Haltung gegenüber P e r s i c n beobachten. Auf eine Frage Miliukows über die Gerüchte betreffs Verhandlungen zugunsten dos Friedens erklärte Sfafonow entschieden, daß diese Gerüchte unbegründet und sinnlos seien. Der Minister bekräftigte von neuem, daß die kaiserliche Regierung die unerschütterliche Absicht habe, den Krieg bis zu einem stegreichen Ende zu führen. Der Ausschuß nahm sodann einen von Schingarcw ein- gebrachten Beschlußantrag an, in welchem nachdrücklich ver- kündigt Wird, daß Rußland nicht an Frieden denken wolle, so lange die Kraft Deutschlands nicht ge- brachen sei. Der Ausschuß stimmte auch einem Beschlußantrag Miliukows zu, welcher eS als notwendig bezeichnet, der persischen Front Aufmerksamkeit zuzuwenden angesichts der besonderen Wichtigkeit, die dem asiatischen Kriegsschauplatze wegen der jüngsten Balkanereignisse zukomme. Schließlich sprach der Ausschuß den Wunsch aus, daß— abgesehen von den militärischen Unternehmungen— der Minister des Aeußern unmittelbare Maßnahmen treffen möge, um den russischen Einfluß in Persien zu befestigen. Englische tzanüelsprobleme. London, 23. Dezember,(W. T. B.) Meldung des Reuter« scheu BureauS. Das U n t e r h a u S hat sich biS zum 4. Januar verlagt. HandelSmini st er Runciman machte wichtige Mit- teilungen über Handelsprobleme nach dem Kriege, mit denen das HandelSamt sich jetzt beschäftigte. Er führte auS, Deutsch- land sei kommerziell geschlagen und eS sei die Pflicht des britischen Volkes, zu verhüte», daß es nach dem Kriege wieder in die Höhe komme, ES werde untermcht, wie weit sich die Deutschen deS briti» schen Finanp'ystcmS bedient, wie weit deutsche Schiffe britische Häfen benutzt haben und wie viel Grundbesitz in den Händen von Ausländern sei._ Kriegsbekanntmachungen. Verpflegnngsgeld für Beurlaubte. Berlin, 24. Dezember. indirekte Steuern, die Einzelstaaten auf direkte Steuern angewiesen sein. Für einzelne MassenverbrauchSgegen stände ist die Schaffung ertragreicher Monopole Zweifel- los außerordentlich günstig, ohne daß dadurch der Handel, die Fabriken und Verbraucher ivesentlich beeinträchtigt werden dürfen. Bei allen Steuern kommt eS wesentlich darauf an, daß man ihre Veranlagung n, ö g l i ch st einfach gestaltet und eine Regelung trifft, durch die das beteiligte Gewerbe auf längere Zei, Ruhe hat, um sich mit der eingetretenen Belastung abfinden zu können. Wir haben noch steuerlich verivertbare Objekte genug, die zu ansehnlichen Erträgen für die Reichskasse herangezogen werden können; auch auf dem Gebiete der Gebührenerhebung lassen sich durch zweckentsprechende, dem Bedürfnis augepaßte Ausgestaltungen der jetzigen Systeme Millionen einbringen. Es kommt dabc, nur darauf an. der Besteuerung das Lästige zu nehmen und die Erhebungsunkosten auf ein geringes Maß zu bringen. Der Reichsschatztekrctär kennt die Praxis deS Geschäfts- und Erwerbslebens aus eigenster �ErfrUd- rung, und er weiß darum auch, daß jedes komplizierte Steuer fystem mancherlei Gefahren in sich birgt. Da allerseits die Not- wendigkeit, neue Einnahmequellen für das Reich zu beschassen, an- erkannt wird, läßt sich annehmen, daß Regierung und Reichstag zu einer befriedigenden Lösung der Aufgabe seinerzeit kommen werden.' Die genannte Korrespondenz wird öfter offiziös benutzt, nur weiß man niemals genau, von welchem Ressort eSjedeSmal geschieht. So weiß man auch jetzt nicht, ob Herr Helfferich a»f diese Weise die Stimmung vorbereitet oder ob das preußische Finanzministerium ihm«ms diesem Wege zu verstehen gibt, daß er als neuer Mann sich in den gebotenen Schranken zu halten hat und die Kreise de? geheiligten Dualismus in Finanzsachen nicht stören darf. Zu bemerken ist dazu vor allem, daß jener schöne Grundsatz. wonach das Reich auf indirekte Steuern angewiesen bleibt, weil die direkten von den Einzelstaaten mit Beschlag belegt sind, eines der Grundübel ist, woran die Finauzwirtschaft krankt. Solange dieses System aufrecht erhalten bleibt, ist von einer wirklichen Reform der Finanzwirtschaft nicht die Rede. Es wäre verhängnisvoll, wenn selbst die Katastrophe deS Weltkrieges nicht mit dem System de? Hühnerstalles aufräume» sollte, bei dem jedes der sechsundzwanzig Vaterländer al« besorgte Henne auf ihren Finanzeiern brütet, nnbc- kümmert ob darob daS Ganze zum Teufel geht. Die Inspiratoren deS Artikels in der» N e u e n politischen Korrespondenz' wären dringend zu ersuchen, weniger orakelhaft sich zu äußern. Denn für den gewöhnlichen Menschen- verstand ist eS unerfindlich, wie Monopole beschaffen sein sollen, bei denen weder Handel, Fabriken noch Verbraucher.wesentlich beeinträchtigt werden". Monopole haben den Sinn, Profite, die den P r o d u- z e n t e n und den Händlern zufließen, dem Staate zuzu- führen. Will man aber Fabriken und Handel nicht bcein- trächtigen und doch Monopole einführen, so wäre das ein kindisches Beginnen, dem gegenüber das Bemühen, den Pelz zu waschen, ohne ihn naß zu machen, noch als se h r er sp r i e ß li ch e B e sch S fti g un g zu betrachten ist. Was die Verbraucher anbetrifft, so sind sie wohl nur versehentlich aufgezählt worden. Monopole, die im fiskalischen Jntereffe eingeführt werden, laufen stets darauf hinaus, daß die Güter, deren Herstellung und Vertrieb monopolisiert werden. künstlich verteuert werden; sie wirken stets wie indirekte Be- ftcuerung. Aber dieses Gerede von Monopolen, die weder Fabriken noch Handel.beeinträchtigen', ist aus einem anderen Grunde verdächtig. Seit geraumer Zeit macht sich in Deutschland die Tendenz be- merkbar, die durch die Kartellierung entstehenden Privatmonopolc mit staatlichen Monopolen zu verkoppeln(so bei dem Branntwein, Kali, Petroleum). DaS ist so ziemlich das Gefährlichste, woS eintreten kann, da auf diese Weise erstens die Verbraucher doppelt geschröpft werden, durch das Privatkapital und den Staat, und weil auf diese Weise der Staat mit kapitalistischen Jnteresientenkreisen liiert wird. Die Arbeiterklasse hat da? dringendste Interesse, derartigen Tendenzen sich aufs entschiedenste zu widersetzen. ES wäre wahrlich an der Zeit, daß man dem Volke klaren Wein einschäntt und sagt, wohin der KurS geht. Tie bürgerliche �inanzrcform. Die»Köln. Volksztg.' ist überzeugt, daß die Sozialdemo- kratie als positive Mitarbeiterin bei der Schaffung der neuen Steuern nicht in Betracht kommt: „Wenn im März die neuen S t e u e r v o r i a g e» komme» und darauf die große, vielleicht größte Finanzreform beginnt, dann wird die sozialdemokratische Mehrheit von heute nicht mebr 66 Stimmen zählen,»licht»nehr die Mehrheit bilden, sondern zur Minderheit zusammengeschmolzen sein. DaS ergibt sich auS der Rechnung der ffrircn Zahlen im„ZZoripärlS" für klare Köpfe mit folgerichliger Sicherheit. Tas ergibt sich auch aus der Siede des Abg. Hoch� in der MontagSfitzmig des Reichstages. Für die Bewilligung der ueneu Steuern wird darum n a ch d i e f e r Entwicklung auf die Sozialdemo- k r a t i e i m R e i ch s t a g e i! i ch t z u r e ch» e n fein, nicht einmal mehr für die Bewilligung weiterer KriegSkredite. Daniit inuß uian sich heute schon abfinden, Auf diese Entwickliuig kann man nicht früh genug hinweisen, uni falsche Hoffnungen und Rechnungen im Inland und Ausland zu zerstören. Die Bewilligung der neuen Stenern werde also ausschließlich Sache der bürgerlichen Parteien seien, und deshalb würden diese sich frühzeitig zusammenfinden, um Grundlagen und Richtlinien scstzu- stellen. „Die bürgerlichen Parteien müssen dabei die Frage der gewaltigen sicuerbewilliguiigen für den Krieg ebenso als nationale Berteidigungsfrage betrachten, wie die Bewilligung der Kriegs� kredite oder der Webrvorlageit. Tie neuen Steucrvorlagen find ebensosehr BoranSsctzungcn für den weiteren Bestand von Reich und Einzelstaaten, für das Gedeihen und die Größe unteres Baterlande-, wie heule die Kriegskredite und morgen neue Wehr- vorlagen." Run ist die Sozialdemokratie weit davon entfernt, die Rot- wendigkcit neuer Steuern zu verkeimen, das zeigte am besten ihr Antrag auf Wicdererhebung des WchrbeitragS. Sic würde gern bei der zu erwartenden Finanzrcform pofiliv mitarbeiten, nur wäre Lorbedingung. daß Regierung und bürgerliche Parteien den ernsten Willen an den Dag legten, die Lasten, die der Krieg dem Lande auferlegt, in erster"Linie von den Besitzenden tragen zu lassen. Aber indem die„Köln. BolkSzeitung" schon jetzt einem Block der bürgerlichen.Parteien das Wort redet, liefert sie den besten Beweis, daß davon leine Rede sein kann, lins soll es recht sein, denn nach allen Erfahrungen der Vergangenheit wird die Tätigkeit dcZ bürgerlichen Steuerblocks niemandem mehr nützen als uns.____ Irreführung. Ter Ausschuß der N a ti o n a k e n S o z i n l i st i s ch c n A c r t e i d i g u n g s k o m m i s s i v n in England hat folgende Tagesordnung angenommen: „Ju Beantwortung der heuchlerischen Friedenspropaganda, die die preußische Aiilitärmacht nunmehr als opporlun erachtet, da sie virtuell ganz Belgien, Polen, Serbien und einen beträchtlichen Teil von Frankreich und Rußland besetzt hält, sendet das Komitee der Rationalen Sozialistischen Verteidigung seine brüderlichen Grüße an die Kameraden der verbündeten Rationen und erklärt von neuem im Rainen der erdrückenden Mehrheit der britischen Arbeiter, dem Abkoumien der Alliierten sich anschließen zu wollen und niemals die Waffen niederzulegen, bevor nicht die von deutschen Truppen besetzten Gebiete zurückgegeben und bevor nicht die deutsche Militärmacht endgültig niedergeworfen ist." Till„Schwäbische Tagivacht" bemerkt dazu: „Das also ist die Antwort der englischen Sozialisten auf die Friedensaktion der deulschcn Sozialdemokraten ini Reichstag." Sollte die„Schwäbische Tagivackt" wirklich nicht wissen, was es mit der„Rationalen Sozialistischen Vereinigung" auf sich hat � Es haben sich in ihr einige Schreier und Ehauvi- nisteil zusammengefunden, die sich aus irgend einem Grunde Sozialisten nennen. Selbstverständlich gehört die Organisation nicht zu den dem Internationalen Äurean angeschlossenen Gruppen. Aber heute wird eine von ihr angenommene Resolution als die Achtwort der englischen Sozialisten be- zeichnet. So macht man öffentliche Stimmung. Zwaitg zur Teilnahme an niilitärischcn Ucbungcn. Durch Beschluß dcZ Magistrats von A l l e n st e i n ist die "milstärische Vorbereitung der männlichen Jilgend zum Gegenstände des Unterrichts in der kaufmännischen und m der gewerblichen Fort- bilhungSschnle gemacht, und für die Daner des Krieges sind die ' über l'> Fahre alten Schüler der gewerblichen und der kaufniännischen Foribildmigsschnle zur Teilnahme an den militärischen Ilebmrgen der Kugendkompagnio an den So»»tag nach Mittagen bis zur Dauer von drei Stunden verpflichtet worden. Die Getreideeinfuhr ans Rumänien. fliis,, it. Rhein, 23. Dezember.(A. T. B.) Die„K ölnische Zeitung" meidet aus Bukarest mUevm 23.: Aach nahezu zweimanadigciv Varhandlmigen wegen Regelung des Getrcidever- lehrs mit Deutschland und Oeiterrsich-Ungaru wunde am 23. De- zember n. Et. der Vertrag zwischen der zuständigen vnmänrschen AyHsitelle, der Ze nt r alvcr ka uss komm i ssi o n in Bukarest und den deutschen, österreichischen und ungarischen Getreidezentralen unter- zchchuef. Durch den Vertrag wind die Ausfuhr der vor längerer Zeit geloufien-und zum größten Teil bezahlten Waren geregelt, serner der lSisonbahn- nnÄ Schiffstransport gesichert und schließlich der Anlauf von b0l>vvv Tonnen neuer Ware vorgesehen. Mit einfgen durch.die augeiMicklichen Verhältnisse vcranlaßken Ein- schrarckungen hat die rumänische Regierung die Verpflichtung iilter- nommen, den freien Abtransport sowie den ungehinderten Eisen- bachn- und Donauverkehr für die alte und die neu gekaufte Ware zu gewährleisten. Bon den neu gekauften 500 000 Tonnen eiu- fglchu 40 p. H. aus Welz e n und R o g g e n, 15 v. H. auf G e r st e. 20 o. H. auf M a i S, 10 v. H. aus H a s e r und 15 v. H. aus Eirösen und Bohnen. Tie Preise sind niedriger als die von der rumämscheu Verkanf-kom Mission festgesetzten Mindest- preise. Die Zählung des Kaufgeldes erfolgt erst nach Uebersch reiten der Grenze oder beim Verlassen der rumä- ilischen Donauhäfen. Die 500 000 Tonnen neu gekaufter Ware sollen zum Teil aus der Donau, zum Teil aus der Bahn bis Ende April 1910 äbbefördert werden. Ten kaufenden Zentralen ist jedoch das Recht einer einnwitatigen Fristverlängerung eingeräumt, für die Stellung der nötige� Eisenbahnwagen Sorge zu tragen. Für den Verkehr des mit rumänischen Eisenliähmoagen oder in Fuhrwerken au die Grenze gebrachten Getreides ist mit Gültigkeit ab 15. Januar 1 l/lO' festgesetzt, daß die Zentralen das Recht erhalten, von Monat zu Monat die anzukaufende Menge zu bezeichnen und daß die Bc- zahlung in Parität mit den für die nciigekaufte Ware vereinbarten Preisen erfolgt. Ferner sind grundsätzliche Abmachiingen ivegen An- kciuss weiterer bedeutender Mengen getroffen. Gleichzeitig ist mir der rumänischen Nationalbank ein Abkommen über die mit dem Ge- treidegeschäst verknüpften Valillatransaktioneu zustande gekommen. llyt den Donauweg leistungsfähiger zu macheu, wird nnterhälb des Eisernen Tores ein Umladedicnst mit einer Anzahl von Elevatoren eingerichtet. Da auch ans den bulgarischen Douauhäken bedeutende Mengen von Getreide und sonstigen Waren zur Abladung gelangen und die.Ausdehnimg auch dieses Verkehrs zu gewärtigen ist, haben sich derartige Vorkehrungen als notwendig erwiesen, Sie Wohnungsnot öer Krieger- frau. Ilntcr be.n verschiedenen Röten, gegen die eine Kriegerfrau anzukämpfen hat. steht die Wohnungsnot mit in erster Linie. Die Ernährung der Familie läßt sich bis zu einem gewissen Grade den Verhält nisstui anpassen und einschränken, hinsichtlich der Wohnung aiser bestehen vcpschrsdenc geschriebene und ungeschriebene Gesetze, bis sich nicht durchbrechen lassen. Em eisernes Mutz verlaugt, daß »bre.Einhaltung der KefricdiZung aller anderen KedürjnUe varan» gestellt wird. Allmählich haben sich dadurch Zustände heraus- gebildet, die nicht so bleiben können.' Die Haupmdfache dieser Wölmungsnot bestecht darin, d,,tz meist die Familienuntersisitzung nicht ausreicht, die vertraglich fest- gelegte Miete zu bezahlen. Schon in normalen Zeiten ist für die Wohnungsmietc ein großer Teil des Einkommens anfzuwenden; bei der Kriegerfran ist es nicht selten die Hälfte und mehr der ganzen llntcrstützmtg. Besoiidcre Mietzuschüsse von den Kriegs- unterstützungslommtssioneu sind erst in einem bescheidenen Teile der größeren Gemeinden eingeführt, uird wo sie schon gewährt werden, bilden sie, wie schon das Wort sag., nur einen geringen Zuschuß zu der Miete. Unter diesen lim ständen wachsen bei den Kricgerfaimlicn Mictrückstände an, die sehr niederdrückend wirken. Da sind mm die Familien in größter Sorge, was schließlich daraus werden soll. Man hält es für ausgeschloffen, auch nach dem Kriege eine so große Schuld abtragen zu können. Tiefe Sorgen werden auch, wie man aus zahlreichen Feldpostbriefen erfährt, in den Schützengräben erörtert. Häusig sind die Hausbesitzer selbst schuld, wenn so große Miet- rückstäitde. auslaufen. In den Mietverträgen steht in der Regel, daß die Miete vierteljährlich im voraus zu zahlen ist. So große Beträge kauu aber die Kriegerfrau nicht, wenigstens nicht im voraus, zusalmnenlboingen, und es Iväre ihr viel geholfen, wenn sie balömonaklich oder wenigstens monatlich die Miete I>czahlen könnte. Das lehnen aber leider vielfach die Hausbesitzer ab, und es kann rechtlich nicht dagegen angekämpft werden. Die Hausbesitzer sind auch nicht venpflichtsi, ans eine Ermäßigung der Miete einzugehen. Manche tun dies ja freiwillig, nin nicht eventuell die ganze Miete beim Ausziehen des Mieters zu verlieren. Viele tun dies aber auch nicht. Es ist den Haus- ivirteu auch— entgegen vielfiich verbreiteten irrtümlichen An- sichton— unbenommen, der Kriegerfamilie die Wohnung zu kün- digen. Und wann die Kriegerfran Scherereien und Unannehmlich- keitcn ans dem Wege gehen ivill. tut sie auch gut daran, sich eine andere Wohnung zu suchen und auszuziehen— wenn sie eine findet! Denn zunächst bietet das Gesetz vom 4. August 191t be- treffend den Schutz der infolge des Krieges an der Wahrnehmung ihrer Rechte lvbinderten Personen den Kriegerfamilien recht wenig Schutz. Es hat nur Anwendung, weim das eingezogene Familienoberhaupt den Metvertrag abgeschlossen oder wenigstens mit abgeschlossen hat und der Eingezogene als mobil gilt, d. k>. gegen den Feind verwendet wird. Iir der ersten Zeit des Krieges war dieser Pcrsonenkrois nicht so eng gezogen, lveil die Rech!- sprechung fast durchgehend die Ansicht vertrat, daß Soldaten, die Gefangene überwachen usw. al- mobil zu betrachten sind. Dieser Standpunkt ist leider mehr und mehr, verlassen worden. Der Kreis der nicht geschützten Personen hat sich ruxh dadurch erheblich erweitert,.daß Kriegsbeschädigte ihre früheve Kriegsverwendbarkoit eingebüßt haben. Alle die nicht unter das genannte Gesetz fallenden Personen können nubehmdevt verklagt, zur ZlvangSvollslrecknng getvieben, ja sogar exmittiert. werden. Merdings Hai der Reichs- tag die Ausdehnung des Schutzes auf alle Soldaten verlangt. Ter Bundesrat will diesem Beschluß durch' eine Verfügung entgegen- kommen. Ferner ist auch.der Schutz der„mobilen" Kriegsteil- nehm er noch dadurch beeinträchtigt worden, daß einem solchen nach der Bundesrats Verordnung vom 14. Januar 1915 ein Vertreter gestellt uird gegen ihn verhandelt werden kann, wenn dies„zur Verhütung offenbarer Unbilligkeiten erforderlich erscheini". So ist es heute leider öfter vorgekommen, daß Kriegerfrauen aus der Wohnung herausgesetzt Warden. Daß das dem Gesetz widerspricht, hat der Staatssekretär der Justiz am 25. August ausdrücklich im Reichstag anerkannt. Aber was nutzt das? Er sitt es abg-c lehnt, der Verordnung vom 14. Januar 1915 eine gegen mißbräuchliche AuSlegurig geschützte Form- zu- geben. Und so ergehen trotz ihrer Unzuläsfigkeit ExmissivirSurtcile gegen Kriegsteilnehmer im Felde und gegen dc�en Familien./ Um diesem mrevträglichen Zustand ein Ende zu machen, � ljaben die Sozialdemokraten in der Haushalt- kammission ausdrücklich beantragt, die Exmission gegen Wirtschaft- lich nicht zalstungssähige Kriegsteilnehmer und deren Farnilion ausdrücklich durch Verordnung zu verbieten. Tarauf ist der Staatssekretär nicht eingegangen. Er hat sich damit begnügt, darauf hinzuweisen, daß das Kammergericht in einem Fall diesen Standpunkt bereits vertreten hat. Was nutzt denn aber dieser eine richtig entschiedene Fall den Kriegern und Kriegerfamilien, die nicht vom Kammergericht, aber von Amtsgerichten und Landgerichten verurteilt werde nk CS die Wiederholung des sozial- demokratischen Antrags im Plenum einen besseren Erfolg zeitigen wird, bleibt abzuivarten. Ist so die Lage der Kriegerfamilien, die in ihrer Wohnung lbleiben wollen, eine unbefriedigende, so sind aus der anderen Seite viele Familien vorhanden, die gern ihre jetzige Wohnung auf- geben möchten, um eine billigere zu beziehen, aber durch einen auf längere Zeit abgeschlajseireii Vertrag daran gehindert sind. TaS ist namentlich der Fall, wenn mit der Wohnung nicht mehr benutzte Geschäftsräume verbunden sind oder es sich nur um die Ausgabe solcher handelt. Es ist schon gewünscht worden, auch vom bicichslag, daß in solchen Fällen Krieger fvaüen cin vorzeitiges Kündigungsrecht, clwa für den nächsten BierteljahrScrsten, er- halten, wie das z. B. bei den Beamten der Fall ist, die versetzt werden. Ter Bundesrat hat unterm 9. Oktober 1915 eine Ver- ordnnng herausgegeben, die ein solches vorzeitiges Kündigungs- recht den Hinterbliebenen verstorbener Kriegsteilnehmer ein- räumt, wenn ihnen„die Fortsetzung des Mieiverhältnistes einen unverhälriris mäßigen Nachteil bringt". Es sollte auch aus die An- gehörigen der noch lebenden Kriegsteilnehmer ausgedehnt werden. Gibt aber die Krwgerfrau, durch die Maßnahmen' des Hans- besitzers gezwungen oder um zu sparen, freiwillig die Wohnung ans, so wird es ihr immer schwerer, eine neue zu finden. Jeder Hans- Wirt weiß, daß er bei Kriegcrfrauen Schwierigkeiten hat, das volle Mietgeld zu erhalten, und daß er nach den Einrichtungen vieler Orte etwas von der Miete I)crunterlaffen muß, um die städtische Mietzulage zu erhalten. Deshalb vermietet er nur höchst ungern an Kricgersrauen. Namentlich»venu diese sich einer größeren Kmderschar„erfreuen". In vielen Gemeinden wird der Zuschuß zur staatlichen Familiemmterftützung um so geringer, je größer die Familie ist. Häusig gibt es wenigstens keinen Mietzuschuß mehr, wenn über vier Kürder vorhanden sind. Besonders schwer rächt sich jetzt der schon längst beklagte Mangel an Kleüiwahimngen. Es ist eine bekannt«, auch durch die Statistik bewiesene Tatsache, daß wobl immer größere Wohnungen in geniigettder Zahl hergestellt worden sind, aber keine kleinen. Der Krieg bot diese Wobnungsnot noch durch eine gesteigerte lvackfrage nach kleinen Wohnungen vennrehrk. Es zeigt sich, daß in dieser Hinsicht noch viel mehr getan werden muß. Nach den: Kriege wird voraussichtlich der Bedarf an Kleinwohnungen noch viel mehr steigen. Alles in allem sollten die gesetzgebenden Stellen nicht allein der zwar auch sehr wichtigen Ernährungsfrage im Kriege ihr Augen- merk zuwenden, sondern auch der Wohnungsnot. Durch einige Notgesetze, insbesondere zum Miet recht, ließe sich sehr wohl Linde- r.ung schaffeit. ES gilt vor allem, die Kriegerfamilien vor Wirt- schaftlichem Zusammenbruch wegerc Mietzürsschulden auch für die Zeih nach Beendigung des Krieges£j, Mitzezt. 2*c jozialdemo» kratifche Fraktion hat dahin gerichtete Antröge in der Haushalt- kommission gestcllip du sie dort abgelehnt sind, wird sie diese wohl im Plenum wiederholen. Mus Znöustrie und Handel. Forderung und Umsatz im Kohlcnspudikat. Die Förderung im Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat stellte sich im Monat Noveniber 1915 bei 24s'z sim Vormonat 20, im Vorjahr 24) Arbeitstagen auf insgesamt 6 281 775 jBormonat 6 467408, Vorjahr 5 753 293) Tonnen, oder arbeitstäglich ans 260 384 (Vormonat 248 749, Vorjahr 239 721) Tonnen. Der gesamte Absatz in Kohlen einschließlich deS Kohlen- bedarfs für die abgesetzten Koks- und Brikettznengen sowie des Be- darfs für die Betriebszwecke der Zechen belief, sich auf 5 800 104 Tonnen/die Förderung dagegen auf 0 281 775 Tonnen, so daß der unnnttelbare Absatzaussall 115 011 Tonnen deträgt. Der bereits im Lktobcr nufgetreiene starke Wagen man gel hat sich im Berichtsmonat noch verschärft. TaS gegen den Vormonat sowohl wie gegen das Vorjahr ungünstigere Absatzergebnis ist ausschließlich auf die großen LluSfälle zurückzuführen, die der Versand durch die unzureichende Wagengestellung erlitten hat. Durch den geringen Eitenbahuversand wurde auch der Wasser- umschlagverkehr in den Rhein-Ruhr-Häten ungünstig beeinflußt. Der Versand über den Rhein-Herne-Kanal betrug in der Rtchiung nach Rnhrort 93 687 Tonnen, in der Richtung nach Minden 12 579 Tonnen. Gewinnung von Oel aus Uukrautsamen. DaS in diesem trockenen Jahr gewachsene Sommergetreide ent- hält beträchtliche Mengen Beimischungen von Hederich, Ackersens, Leindotter und anderen'ölhaltigen Unkrautsamen, die beim Dreschen und bei der späteren Reinigung des Getreides ausgesiebt werden. Diese Sämereien sollien, auch�wcnn es sich um ganz kleine Mengen handelt, den Oelmühlen zur Oelgewinuung zugeführt werden. Der KricgsauSschuß für pslanzliche und tierische Oele und Fette hat in jedem Kommunalverband einen Kommissionär ernannt, der ebenso wie alle anderen Selsrüchte auch diese beim Ausputz gewonnenen Delsamen abnimmt. Der Preußische Landwirti'chaftSminifter fordert die Landwirte auf, aut die Gewinnung dieser ölhaltigen Samen zu achten und sie zur Ablieferung zu bringen. Gxvortschwierigkeiten der schweizmschcu Nhrcnmdustrir. Die schweizerische Presse meldet, daß Deutschland vom 15. De- zenibcr ab die Durchfuhr schweizerischer Taschenuhren durch das deutsche Gebiet verboten hat. Einzig die vor dem 22. Oktober 1915 fertiggestellten und verkauften Uhren sollen von diesem Durchfuhr- verbot anSgenomincn fein. Andererseits ist der Vertreter der Uhrenfabrik Walter-Abort in Chaux-de-fonds iu Riorteau in Frankreich zu 18 Monaten Gefängnis und 500 Fr. Gctdslrase verurteilt worden, weil der Uhren- fabrikant Walter ein Deutscher ist. Der Umstand, daß die Uhren i« der Schweiz und von schweizerischen Arbeitern hergestellt wurden, sowie der weitere Umstand, daß diese Uhren mit den Bildnissen Jofsres, des belgischen Königs oder der französischen Revanche ver- sehen waren, verntochten die Verurteilung des Mannes nicht zu ver- hindern. Wegen der Einschmuggelung von 01 Uhren in Frankreich hatte er sechs Tage Gefängnis und ebenfalls 500 Fr. Geldbuße erhalten.__ Rußlands Ernte. Vom Statistischen Zentralkomitee sind die vorläufigen Fest- stellungen über die Ernte der Wintersaaten in Rußland im Jahre 1915 veröffentlicht worden. Diese Feststellungen betreffen 67 Gou- verncinents und Gebiete Rußlands(mit Ausschluß der Gouvernements Kurland, Kownv, Wilna, Grodv.o, Eholm, Wolhynien und der Gou- Vernements des Königreichs Pole»). Eine Ernte unter mittel erzielte man nur in fünf Gouvernements p Frkutsk, Kuban, Eemipalatinsk, Tobolsk und Tomsk, eine Mittelerute in zwei Gouvernements: Jenisseisk und Minsk, und eine solche über mittel in den übrigen Gouvernements. Die Ernteerträge der Wintersaaten werden in nachfolgender Weise berechnet: 1914 1916 1000 Pud Weizen.... 294150 394909 Roggen.... 1110 059 1380 393 Gerste.... 10 090 10 905 Im Vergleich zur Durchschnittsernte im Jahrfünft 1910 bis 1914 ist die Ernte von Weizen und Roggen im laufenden Jahre um 354 218 000 Pud(oder um 24,8 Proz.) hoher ausgefallen. Der allgemeine Uebcrschuß von Korn, nach Abzug der für die Aussaat erforderlichen Menge. wird vom Zentralkomitee auf 1531 385 000 Pud berechnet und beträgt auf den Kopf der Bc- völkerung für das Jahr 1913 11,37 Pud gegen 7,43 Pud deS Durch- schnitts im Jahrfünft 1910 bis 1914. Ein schwedisches Bergwerk auf Spitzbergen. Nach einer Meldung von„Berlingske Tidende" pus Malmö hat die schwedische Spitz bergen- Gesellschaft, die auf Spitzbergen große Kohlenfelder besitzt, beschlossen,, mit dem Bcrgwerksbetrieh zu beginnen. Sie hofft, daß sich der Betrieb unter den jetzigen Verhältnissen lohnen wird, da man bc- rechnet hat, daß die Kohlen in Goeteborg zum Preise von 18 Kr- für die Tonne geliefert werden können. Soziales. Erstattungsauspruch au die Angestelltenverficherung. Das Vcrsicherungsgesetz für An« gestellte gewährt wegen der Kürze seines Bestehens Renten für Kriegs- teilnehiner oder deren Familien zurzeit nur in den Ausnahinefälleii, daß der Versicherle durch Einzahlung einer besonderen Prämien- reserbe die Wartezeit abgekürzt hat. Für alle Fälle ist der§ 3 9 8 des Gesetzes von größter Bedeutung, nach dem der Witwe oder, wenn eine solche nicht vorhanden ist, den Waisen unter 18 Jahren der Anspruch aus Rü ckerst attuug der Hälfte der Beiträge zusteht— bei freiwilliger Versicherung auf drei Viertel der Beiträge. Der Anspruch verfällt jedoch, wenn er nicht innerhalb eines Jahres nach dem Tode des Ver- sicherten geltend gemacht wird. Diese Einschränkung ist bc- sonders zu beachten in den Fällen, iu denen der versicherte Kriegsteilnehmer vermißt wird. Weint in diesen Fällen die Wahrscheinlichleit semes Todes vorliegt, so empfiehlt es sich, sofort den Antrag auf Rückerstattung beim Rentenaus- schuß der Angestclltcnversicheruug. Berlin-Wilmersdorf, Nicolsburgec Platz 2, zu stellen. Da mitwird der Anspruch ge>v a h r t, wenn dem Antrag auch erst entsprochen werden kann, nachdem außer der BersicherungS karte und einer neuen standeSamt- lichen Heiratsurkunde auch eine standesamtliche Sterbe- Urkunde oder TodcSbsscheinigung des Kriegsministeriums ein- gereicht wird. Da die Ausstellung der Sterbcurkunde bei Vermißten erst nach mehreren Jahren erfolgt, ist im AngestclltenversicherungS- gesetz die Erleichterung vorgesehen, daß die Beiträge schon dann zurückerstattet werden können, wenn Ver s ch o lle n h e i t vor- liegt. Diese kann der Anspruchsberechtigte ein Jahr nach dem Tage, au dem die letzte glaubhafte Nachricht von dem Ver« sicherten eingegangen ist, festsielleu lassen, indem er Über letzteres eine eidesstattliche Versicherung abgibt, deren Unterschrist eigenhändig geschehen und polizeilich beglaubigt werden muß: er hat zweck« »nißigcrweisc ferner gleichzeitig eine Bescheinigung des amtlichen RachweisebureauS de» zuständigen KriegSministerium» einzureichen, wann, wo und unter welchen Umständen der betrestende Versicherte vermißt wurde. Bei See verichvllenhcit wird hierzu meist genügen, daß eine Abschrift deii Spruche» de» zuständigen Seeaml» eingereicht Ivird, durch den da» Schiff, auf dem sich der Verschollene befand, als vermißt bezeichnet wird und gleichzeitig eine Bescheinigung de» Seeamw oder des Secmann»aintS, daß der Verschollene sich auf diesem Schiff befmrden hat. Bei s o n st i g e r Vcrschollenhcit werden die hierzu erforderlichen Aachweife je nach Lage de» Fall» eingefordert. Fn allen Fällen der Aerschollenheit ist außerdem eine gleich- stell» nach Ablauf der Jahresfrist ausgestellte Erklärung der Ge- ineindebehörde de» letzten AZohnfitze» de» Versicherten über seine Verfchollenheit beizubringen. Auskunft über Fragen der Angeftelltenverstcherung erteilen die AuSkunflstellen de» Rentenausschuffc» der Angestelltenversicherung, sowie diejenigen der verschiedenen Qrt»au»schüffe der Vertrauen»- männer.(Für Berlin: Flotlwellstr. t. 1 Treppe. Zimmer ö, Sprechstunde Dienstag, Donnerstag und Sonnabend von 1— 3; für(Schöne- borg; Nollendorfstr.'29/30, Dienstag und Donnerstag von 1—2), Äriegsdieustdeschadigtc und Hinterbliebeuc. Trotz der Bemühungen der Kriegsbeschädigten und der Kriegs- invaltdenfürsorge wird es manchen Krieg»dien st beschädigten vorläufig nicht möglich fern, ihr früheres Arbeitseinkommen au- nähernd wieder zu erreichen. Aehnlich liegen die Verhältnisse für die Hinterbliebenen der gefallenen oder infolge von Wunden und sonstigen Kriegsdienst- beschädigungen gestorbenen Teilnehmern am Kriege, die durch den Tod ihre» Ernährer» in ihren Einkommens- und Lebensverhältnissen erheblich zurüekgelommen oder gar in eine Aotlage geraten sind. Für solche Fälle haben die gesetzgebenden Körperschaften einen Fonds dewilligt, aus dem Härten, die durch Ausfall an Arbeitsein- kommen infolge einer Kriegsdicnstbeschädigung oder de» Todes eines Kriegsteilnehmers für dessen Hinterbliebenen entstanden sind, au»- geglichen werden können. Anträge auf Erlangung einer derartigen Zuwendung seitens der Renteuempfänger, die au» Anlaß de» jetzigen Kriege» eine Kriegszulage beziehen, sind an den zuständigen B e z i r l» f c l d w e b e l zu richten. Voraussetzung für eine Zuwendung ist allerdings, daß der Betreffende sich allein oder durch Inanspruchnahme der Kriegsbcschädigtensüriorge eifrig bemüht hat, eine seinem früheren Beruse oder seinen jetzigen Fähigkeiten entsprechende Tätig- keit zu finden. Die Zuwendungen werden in begründeten Fällen al» Zuschüsse zu den Versorgungsgebührnissen für einen bestimmten Zeitraum gewährt. Aniräge der Hinterbliebenen von Gemeinen. Unteroffizieren, Feldwebeln und Osstzierstellvertrctcrn sind zugleich mit dem Antrage auf Bewilligung der gesetzlichen Versorgung»- gebührnisse an die Ortspolizeibchörde de» Wohnorte» oder de» anläßlich des Krieges gewählten Aufenthaltsortes zu richten. Sofern die Hinterbliebenen bereits die gesetzliche Versorgung be- ziehen, können sie da» Rähere wegen Erlangung einer derartigen Zuwendung bei den Beamten der Kasserl erfahren, die ihre gcsetz- licheu Hinterbliebenenbezüge zahlen. Gerichtszeitung. Großhandel oder Kleinhandel? Um diese Frage handelte cS sich bei einer?luklage wegen Ueberschreitnng der für P c t r o l c u m festgesetzten Höchstpreise, die den Inhaber der bekannten Firma Stobwasscr u. Go. und eine Seifenhändleriil Frau Lubasch vor. da» Schöffengericht Berlin-Mitte führte. Die Bundesralsverordnnug vom 8. Juli 191» bestimmt u. a.: .Ter Preis für je 100 Kilogramm Reingewicht Petroleum darf bei Verkäufen von.100 Kilogramm und mehr 30 Dt. nichr übersteigen. Bei Verkäufen von weniger at» 100 Kilvgraimn darf der Preis für" st■ 1 Liter Petroleum vom Lager oder Laden" des i Derkanser» ab 32 Pf., bei Lieferung irr das Hau» des Käufers 31 Pf. nicht übersteigen. Wird Petroleum im Groß Handel (§ 1) nach Maß oder im Kleinhandel nach Gewicht ver- kauft, so wird für die Anwendung der ZZ 1 und 2 der Verordnung eure Menge von 100 Kilogramm einer solchen von 12S Litern gleichgestellt." Run war im August das Geschäslslokal der Firma Stobwasser u. Co. täglich von vielen Hunderten von Personen umlagert, welche Petro- lemn in kleineren Duamilälen haben wollten, und es entwiclelte sich daraus ein Massenbelricb, bei dem nicht zu kontrollieren war, ob da» Petroleum an Wiederverkäufer oder an Privatkonsumcnten ging. Der Händlerin Lubasch war e» gelungen, viermal Petroleum von 00, dann 20, 20 und M Liter für ihre Kunden zu erlangen, für das sie die für den Kleinhandel festgesetzten Höchstpreise bezahlen mußte und ihrerseits mit einem ganz kleinen Aufschlag an ihre Kunden ab- ließ. Die Anklagebchördc war nun der Meinung, daß die Firma (stobwasser, die einen Großhandel betreibe, ihrerseits den für den Großhandel festgesetzten Höchstpreis hätte in Anwendung bringen müssen. Auf Antrag de» Verteidiger» wurde der Direktor de rOlex- Petroleum-Gesellschaft, Fischer, als Sachver- ständiger vernommen, der bei den Beratungen über die Petroleumsragc im Reichsamt de» Innern mitgewirkt hat. Räch der Bekundung diele» Sachverständigen war man bei den Beratungen darüber nicht verschiedener Meinung, daß ein Verkauf unter 100 Kilo al» Kleinhandel, über 100 Kilo ai» Großhandel zu betrachten sei. Der A m t» a u w a l t beantragte die Vertagung, um noch einen Vertreter de» Reichsamt» des Innern über diese Frage zu hören. Da» Gericht hielt eine weitere Beweisaufnahme für nicht nötig und sprach Herrn Sto b w a sser f r ei. da er die Höchst- preise nicht überschatten habe; Frau L. wurde zu einer geringen Geldstrafe verurteilt. Attentate aus Dienstboten. Da» Schwurgericht Dessau hat am 2. November den Fleischer Karl R e i n e ck e wegen versuchter Notzucht und Beleidigung, be- gangen in acht Fällen, zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt. Dem Angeklagten, der seit 24 Jahren verheiratet ist, war zur Last gelegt worden, sich in der Zeit boi» 1. September 1913 bis t. Juni 191b wiederholt an seinen Dieiistmädcheil, von denen das eine sogar»och nicht einmal 16 Jahre alt war, unsittlich vergangen zu haben. Gegen da» Urteil halte der Angellagte Revision eingelegt. Sic wurde am Donnerstag vom Reichsgericht ver- worsni.__ Mitchschmnkcrei und Meineid. Wegen unternommener Verleitung zum Meineid ist vom Landgericht M e m m i n g e n am 18.«eptember die Landwirtssrau Josepha Grepper in Ammendingen zu einem Jahre Zuchthaus verurteilt worden. Gegen ihren Ehemann, der de» gleichen Verbrechen» beschuldigt ist, konnte nicht verhandelt werden, weil er im Felde steht. In einem früheren Verfahren ist die An- geklagte wegen grober Schmutzereien beim Milchhandel zu Gefängnis und Geldstrafe verurteilt worden. E» kam dann wieder zu einer Anzeige gegen sie, weil sie Milch verkauft haben sollte, in welcher eine Katze gelegen und ein Kind sich gewaschen halte. Hierüber war der frühere Schweizer der Eheleute Grepper als Zeuge benannt worden. Diesen wollten die Eheleute bestimmen, zu ihren Gunsten auszusagen, und sie sandten deshalb einen Mittelsmann namens R o ck zu ihm und ließen ihm Geld versprechen. Rock ist bereits in einem anderen Verfahren abgeurteOt worden. Da» Reichsgericht verwarf am Donnerstag die von der Angeklagten ein- gelegte Revision. Verlustlisten. Tie Verlustliste Nr. t13 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Aegimenter Nr. 16, 26, 30 vis einschl. 3b bis einschl. 43(letzteres s. auch Res.-Jlrf.-Regt. Nr. 208), 41, 19, 50, 51>s. Res.- Inf. Regt. Nr. 10), 53, 54, 55" ls. auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 206), 56 bis einschl. 59, 71. 75, 77, 79, 81. bis einschl. 86, 88, 89, 90, 92 bis einschl. 95, 97, 98, 99. 109, III bis einschl. 116«letzteres f. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 117, 128, 131. 138. 112(f. Ers.-Jnf.-Regt. NE 29), 113, MI, 117 bis einschl. 151, 160, 161, 163,.164, 167, 168(s. mich Neß- Jns. Regt. Nr. 116). 169, 176, 171, 173 bis einschl. 176,.188, 196. 193, 352, 353, 351, 357 Ist.» einschl. 366, 362, 363, 365, 368, 369, 372 bis einschl. 377. Zusammengesetztes Infanterie-Regiment Sick. Refervc-Jlkfnn'tevie-Regimenter Nr. 16, 26 bis einschl. 29, 32, 3 t, 37, 58. 55, 67. 71, 76, 77, 79(f. Landw.-Inf. Regt. Nr. 85), 81 1s. auch Res.-Ins.-Regt. Nr. 268 86 ff. auch Zusammengesetztes Ins.- Regt. Sick«. 88, 90 bis einschl. 93(letztere» f. auch Res. Ins. Regt. Nr. 1l6), 91. 110, III, 116 ff. auch Inf. Regt. Nr. 88 und Gedirgs- Maschinengew. Abteilungen Nr. 224 und 225), 130, 201, 265. 206, 208, 212, 214. 217, 218, 223, 256. 257, 259, 262, 263, 264. 267. 271, 272. Erst- Infanterie-Regiment Nr. 29. Landwehr-Jnsanterie-Regi- menter Nr.. 10(s. Inf. Regt. Nr. 354),.17, 25, 29, 31. 35, 36, 37. 46, 48, 63, 73, 76, 85(st auch Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 109, 19), 116. 118, 349, 350. I., 4. und 5. Ueberplaunläßiges Landwehr- .Jnfanterie-Bataillon des 4. Armeekorps(letzteres st Landw. Inf.- Rogt. Nr. 17). Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 11(f. Inf. Regt. Nr. 360), 29(f. Jnf.-Regt. Nr. 363), 35(st Jns.-Regt. Nr. 362), 41, 19(beide st Jnf.-Regt. Nr. 365), 58, 82, 84(alle drei s. Ers.-Jnf.- tllegtz. Nr. 29), 81(st Jns.-Regt. Nr. 362). 25. La»dstnrin-Jns- Ersatz-Bataillon des 7. Armeekorps(Minister). 3. Rekrnten- Bataillon de» 16. Armeekorps. Jäger-Bataillon Nr. 2; Reserve- Bataillone Nr. 1 und 9. Reserve-Maschine ngewehr-Abteilung Nr. 3; Gebirgs-Maschineugetvehr-Ilbteitungen Nr. 224 und 225. Kavallerie: 1. Garde-Ulanen: Kürassiere Nr. 2 und 7; Dra- ganer Nr. 1 und 26: Husaren Nr. 16; Ulanen Nr. 3; Jäger zu Pferde Nr. 1 und 6. * Tie Liste Nr. 3 der aus Fraiurcich zurückgekehrten preußischen Austanschgefangenen wird veröffentlicht. Die bayerische Vevkustliste Nr. 243 dringt Verluste des 1., 2., 1.. 5., 6., 7., 8., 9., 12.. 13., 15., 16., 17., 18., 20., 22., 23., 21. und 25. Ins.. Regiment»; Fetd-Rkaschiiiengewehr-Aug 1; Res. Ins.- Regimenter Ar. 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8. 10, 12, 13, 15, 16, 17, 18, 19, 26, 22, 23; Res. Jäger-Bat. Nr. t; Landwehr Jnf.-Regt. Nr. 1, 2, 3, 5, 6. 16, 12; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 1, 2,.11, 12; Landsturm- Jnf.-Bat. Deggendorf Gimzenhansen,.Karserstautern. München 1. Nürnberg 11, Passau t; 2. Schweres Reiter-Rogl.; 1., 7., 9., 11. Feld- art.-'Regt.; Res. F ei dar t.- R egime n tcr Nr. 8, 9; 1., 2. und Fuß- artilleric Regt.; Fnßart.-Batterien Nr. tt, 282; Art.-Meß-Triipp i>6; Res.-Fußart.-Regl. Nr. 1, 2; Piomer-Regt.; 1. und 2. Pionier- Bataillon; Mittlere Mineuwerfer-Abt. Nr. 162, 104; Rest-Pionier- Bataillone Nr. 3, 4; Feld-L-uftschiffer-Älbt. 5; Armee-Ftugpark „von Siran tz"; Res.-Eis enbahn-Bau komp. Nr. 3; Jnf.-Munitions- kolonne il. Staffel 3); Fuhrpart-Kolonne 2(11. Jnf.-Div.); Pferde- Depot 10; Sanitäts-Komp. 2, 1. Armeekorps; llief.-Feldlazarett 1; Etappen- Munitlons-Kotonne(6. Rof.-Div.); Kriegslazarett-Abt. 2. Armeekorps; Armterungs-BataiUane Nr. 1, 3; Freiwillige Krankenpflege; Berichiigunge». Die fach f ische Verlustliste Nr. 239 enthält Verluste der Inf.- Regimenter Nr. 100, 101, 103; Res. Jns.-Regnnenter Nr. 100, 101, 106, 241; Landtvehr-Jnst-Regimenter Nr. 100, 101, 106; Landst.- Jnf.-Regt. Nr. 19; Feldart.-Regimenter Nr. 64, 68, 77, 78, 115; Pionier-Äompagnien Ar. 245, 254, 264; Miuenwerfer-Kompagnien Nr. 223, 224, 253; Schwere Minenwerfer-Adt. Nr. 22; Smntäts- Kompagnien Nr. 1, 19. Armeekorps, und Nr. 123; Res.-Sanitäts- Komp'. Nr. 53; Armicrungs-Bataillone Nr. 21, 22; Weitere Ver- lüftet-.....:.-f.'""''. f �IIS aller Veit. Ei« lustiger«chmugglerstreich. Man schreibt der„Wiener Arbeiterzeitung" au» Holland; Wie bringt man bei dem derzeitigen Ausfuhrverbot vier Tonnen Leinöl über die Grenze, ohne von einem Grcnzwachbeamten wegen Schmuggel» aufgegriffen zu werden'{■ Der Mann, den dieses Problem beschäftigt hatte, verfiel auf die lustspielmäßige Idee, es mit Hilfe der Behörden selbst zu lösen. Ein biederes, treuherziges Aeußere unterstützte dabei sein Porhaben. Der Mann erschien also in einem der holländischen Grenzwachbureaus und bat dort be- scheiden um einen Erlaubnisschein, um Leinöl über die Grenze führen zu dürfen. Der Leutnant sah den Mann nicht wenig verwundert an. Der mochte wohl nicht bei Trost fem!„Nein, bester Mann, daran» wird nicht»."—„Aber es ist ja nicht für Ausfubr," fuhr der andere bescheiden fort.„Na, für wa» denn soll e» fem?" fragte der Leutnant.—„Na. sehen Sie, mein Herr," sagte der Bittsteller, „es ist zwar nicht mein Fach, aber der Herr Pastor hat mich darum gebeten und ich soll es jetzt tun, solange es noch trocken Wetter ist... Nämlich die Kirche, die da draußen im Felde steht, mit Oel anstreichen... Von außen natürlich, dann haben die Innen- räume nicht so durch die Feuchtigkeit zu leiden..." Der Mann erzählt da» alles so treuherzig, daß der Beamte— vielleicht war c» auch ein frommer Mann, der dem Pastor gern gefällig sein mochte— schwankeud wurde. Aber allein mochte er doch nicht die Verantwortung übernehmen und den Geleitschein für das verbotene Produkt ansstellen. Er tagte also zu dem Manne, er möge sich noch ein wenig gedulden, bi» sein Kollege käine, mit dem wolle er die Sache beraten.—„Ja, mein Herr, wenn e» aber dann zu regnen beginnt?" sagte der andere.„Dann kann ich die Kirche wieder nicht'streichen. denn der feuchte Stein nimmt kein Oel an." Der Leutnant bedenkt sich.„Wie viel Tonnen Leinöl brauchen Sic denn?" fragt er zögernd. Der andere:„Bier Tonnen. Die Kirche muß fest gestrichen werden."—„Na, in Gottes Namen," sagt der Beamte,„t'o will ich Ihnen den Erlaubnisschein geben." Der Mann nimmt das amtliche Papier und verschwindet. Die Kirche aber wartet bis heute auf den Oclanstrich.... Eine Ricscngcbirgsbaude eingeäschert. Die alte s ch l e s i s ch e Baude oberhalb Schrcibcrhau im Riesengebtrge ist Donnerstag mittag vollständig niedergebrannt.� Das Feuer war durch einen Funken entstanden, der aus dem Schornstein auf den Heuboden fiel. Infolge des Sturme» konnte nichts gerettet werden. Die Baude, die 1168 Meter hoch liegt, hat vielen Tausenden von Riesengebirgstvanderern gastliche» Obdach gewährt. Trci Kinder aus dem Eise ertrunken. Drei Kinder im Alter van vier bis zivölf Jahren sind bei Warnick in der Mark, als sie das Eis auf den dortigen Wiesen detvaten, eingebrochen und ertrunken. Die Kinder gingen in Gegenwart anderer gleich unter und waren nicht zu retten, Durch das Platzen eines Dampfwaschfasses sind in einer Dämpftvaschanstalt in Mülheim am Rhein mehrere Arbeiter verunglückt. Vier Arbeiter wurden durch die umherfliegenden Holzsplitter so schwer pcrletzk, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. Von einem Salzblack tokgedrückt. Ein schwerer Unglücksfall er- eignete sich, wie aus Bernburg mitgeteilt wind, auf dem den Deutschen Solvay-Werke» gehörigen Schachte Solväyhall. Dort. löste sich ein etwa" z c h n Z e n t n c r schweres Sa l z st ü ck toer und stürzte auf curat darunter beschäftigten Arbeiter, der. tokgedrückt-wurde. Ein an der gleichen.Stelle beschäftigter i .zweiter Arbeiter wurde schwer'" verletzt._ 1 Seine Satztnftea« k» Guben,«er«ch d« wa»«AgeteW« Plan des Magistrats in Guben, eine Katzensteuer einzuführen, ist von den dortigen Stadtverordneten mit großer Mehrheit mißbilligt. worden. Diebstahl in einem italienischen BischofSpalast.„Corriere della oera" meldet aus Palermo: Im bischöflichen Palast von Trapani wurden etwa 350 000 Lire in dar sowie Wertpapiere gestohlen. Die Diebe sind unbekannt. Schneestürme in Skandinavien. Skandinavien ist von heftigen Schneestürmen heimgesucht, die zahlreiche Verkehrsstörungen her- vorrufen. In Dänemark ist der Eisenbahnverkehr vielfach ganz eingestellt, nur mit großen Verspätungen ver- kehren teilweise die Züge. Eingegangene Druckschriften. Bankbeamten-Kalender 1946. Dearbellet bo» A. Cohn. ZS4 E. Verein der Bankbeamten, Berlin W S. Der Dropenvstanzer. Nr. 12. Zeitschrist für tropische Landwirtschas«. Herausgeber O. Warburg imb F. Wohltmann. Erscheint monatlich. Jährt. 12 M; Selbstverlag, Berlin, Pariser Platz 7. Politiich Antbrapologische Monatsschrift. Dezemberhest, Herausgeber Die Schmidt-GibichenfelS. Jährlich 12 M. Politisch-Anthropologischer Verlag, Berlin-Steglitz._ öriefkaften üer Reüaktion. Tie iimflifctje Eprechstundc Imdel für Abonnenten Lindenfir.>, TT. Hot recht», parterre, ma Montaiz bi» IZreitag von t bis 7 Nor, am Sonnabend van S bis 6 Uhr statt. Jeder für den B r i e s l a st e n bestimmten Antrag!! 61 ein BuSstave und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnements auitiung beigefügt 6t, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man.in der Eprechftund- vor. Bcrtrogc, Echriftstucke und berglrichen bringe man ia die eprechftunde mit. Frib S 1. Ja, außerdem muß er eine Kaution von ISO M. stelle«.— Malilsdorf 45. Der Landwirt kann nur Bezahlung nach den festgesetzten Höchstpreisen verlangen. De» zuviel bezahlten Betrag müssen Sie von ihm zurückverlangen ev. durch Zahlungsbcscbl. DaS muß nicht vor dem I. Januar geschehe».— Hedwig W. 25. 1. Dafür gibt es keine be- slimintc Grenze, da» richtet sich nach den familiären Verhältnissen. 2. Neiir n. Verjährt erst in drei Jahren. 4. Sind Sie kaufmännische Angestellte. beim Kausmannsgericht, sonst beim Gclverbegericht. 5. Wir raten zur Klage, die Kosten jmd aus jeden stzall gering; Sie werden aber mit Erfolg klagen.— 1. U. 49. Herzlcidcnd, garnis onverwendungSsähig. Verbam! der Freien Volksbühnen. Volksbübne, Theater am Bülowplatz. Sonn tag, den 16. Januar, mittags 12 Uhr: VI. KONZERT Dir.: Oskar| Das Philharmonische I Klavier: Egon Fried| Orchester j Petri Sibelius: IV. Sinfonie(erste Aufführung); Busoni; Indianische Phantasie; Strauß: Till Eulenspiegel. Karten zu 75 Pf. einschl. Kleiderabg'abo bei Tiste(Leipziger t-itraüe, AlexamierpJatz, Prankfurter Allee), VoLksbühnenbuo.b- handlung, Köpenicker Straße 68, Verband der Freien Volksbühnen, linienstr. 227(9— 1, 3—7 Uhr), sowie in allen Zahlstellen. Arbeiter Sänger! Am Sonntag, den 2. Januar, vormittags 16 Uhr, findet w FunkcS Gesellschaftshaus, Triftstr. 63, eine statt.— Zweck dieser Zusammevkunst soll ffxin, allen hm Weddtng und Umgegend wohnenden Sängern, welche von der einst stattlichen Anzahl von Sängern noch übrig geblieben sind, die'Möglichkeit z« g»bm, unter Leitmig eines tüchtigen Chormcisters, an einer wöchentlich einmal stati- findenden Nebimgsstundc teilzunebmen. Slb liiFliiiSlH Verwaltung; Berlin. Tetz-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30 BranclK der Kahmenmacher. Ii Montag, den 27. Dezember(3. Weihnachts-Feiertag), j> nachmittags 5 Uhr:«> Unterhaitungs- Abend ü und gemütliches Beisammensein im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. ---------—— Eintritt trel.—_ i Alle Kollegen und Kolleginnen sind frenndlicbst eingeladen, i i Die OrtBTerwaltnnc. i' Harnioninm-Maal, Steglitzer Str. 35 WWWWWWWW ___ Sonntag, d. 9. Januar 1916, abends 8 Uhr; pSi Klavier- Abend von il Margarete Gernth.J W> Kart M. 4, 3, 2, 1 b. Bote u. Bock, A. V'ertheim n. Abendk.>W Zentralverb, der Hausangestellten Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den Äk. Dezember(Ä. Weihnachtsfeiertag) Lichtbildervortrag mit Bescherung. Ansang 7'l, Uhr. Eintritt 50 Pf. � Eis-Arena � iin Admirals-?alast st Heute Wiedereröffnung Festvorstellungen des Eisballets. ,ZHnaV Polenboebzeit. Kationales Ballett. Eine Zaubernacht in Bagdad. Orientalische Feerie. Wer ist die Krhönstcl Ballett auf dem Eise. Kachmittagt'fi.tr. Billige Preise Abends 81/, Uhr. 2, 3 und 4 Mk.' Spezialarzt Dr. med. WockenfnS, Friedrichstr. 125(Oranienb. 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Nachm. 3 Uhr(tL Pr.): Hamlet, Montag 8V4 Uhr: Da» Hlrakel. Dir. Meinhard-Bernauer Theater i. d. Königgrätzerstr, 7Uj GOtu tou Kerlichlncea. Morgen 7'/, Uhr: Harla Stuart. Heute u. morg. nachm. 3 U.: Rausch. Komödienhaus. 8 Uhr: Die r&tselhafte Frau. Morg. 8 U.: Die rtttaelh. Frau. Heute u. morgen nachm. 3 Uhr: Extrablätter. Berliner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. Morg.SU.; Wenn zwei Heehz. machen. Heute u. morgen nachm. 3 Uhr Wie einet In Mnl. ' TMS der Freien MsHeen Am So, und 26. Dezember, Nachmittags 3 Übt: Bollsbübne, Theater am Bülowplatz: Hamlet. Schiller-TheaterCharlotteubmu: Das Glück im Wmlel. Deutsches Künftler,Theater: Datterlch. Lessing-Theater: Baumeister Solneg. Deutsches Opernhaus: LS. Dezenuber: Die verkaufte Braut. 26. Dezember: Ua Praviata. Abends 8 Uhr: Deutsches Künstler,-Theater: DtenS- lag u. Donnerst.: Die selige Exzellenz. Abends 8'/. Uhr: Volksbühne, Tbealer am Bülowplatz: Montag: DaS Mirakel. Dienstag und Mittwoch: Wallei, st-ins Tod. Donnerstag: Traumulus. URANIA TauhenstraSe 48/4a Sonnabend 4 Uhr(halbe Preise): An den Grenzen von Südtlrol u. Italien. 8 Uhr: In Kampfe um Konstantinepel. Sonntag 4 Uhr(halbe Preise): Von den Karpathen bis Brest-Lltowsk. 8 Uhr: Im Kampf« um KonstantlnopeL Montag 4 Uhr(halbe Preise): Von den Karpathen bis Brest-Lltowsk. 8 Uhr: t ist: Kampfe um Konstantinepel. Win einet Im Mal.__ li�- Kampfe um Konstantinepel. tbealer(Dr Sonnabend(t Felerlagp.!S. Dez. Devtscbes Operahans Charlottbg. 3 Uhr; Die verkaufte Braut 7 Uhr: Tannhäuser. Morgen: 3 Uhr; La TravMa. BUj Hoffmanns ErzUhng. Friedrlcb-Wilbelmstädt Tbealer. 3 Uhr: Oer Vogelhändler. 8 Uhr: Der WMdschOtz. Morgen: 3 Uhr: Der Troubadnar. 8 Uhr: Oer(idele Bauer. Oabr. Herrnfeld.Thnater An beiden Feiertagen: .'i'/jUhr: Benjamin macht alle*. 8 Uhr: Roaenblatt'a Geheintip. Kleine» Theater. An beiden Feiertagen: 3's, Uhr: Oer Raub der Sabinerinaen. 8 Uhr: Henriette Jacob/. Komische Oper. An beiden Feiertagen: 3'hühr: Gold gab ich fOrElsea. 8 Uhr: Jung muB man sein. KiUataplelhan». 31/, Uhr: Die Ehre. 8'/« Uhr: Alle*«us QefllfigkelL Morgen: 3«/a U- Herrsch. Diener ges, Ua Alles ausGefälllgkeit Metropol-Theater An beiden Feiertagen: 3 Uhr: Martha. T'/jU: Die Kaiser In(MariaTheresia) Hontls Operetten-Theater An beiden Feiertagen: 31A Uhr: Hoheit tanzt Walzer. 8 Uhr: Oer Weltenbummler. Besldenn-Theater An beiden Feiertagen: 3'/« Uhr; Die Schöne vom Strand. 8'/« Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Schiller-Theater O. 3 Uhr; Maria Stuart 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Morgen: 3 Uhr: Maria Stuart 8 Uhr: Alt-Heidelberg. Sehtllcr-Th.Charlottenbg. 3 Uhr: Das Glück im Winkel. 8 Uhr: Schirin und Gerfraudo. Morgen: 3U.; Das Glück im Winkel. 8Ü.: Ultimo. Thalia-Theater. An beiden Feiertagen; 3 Uhr: Kamrad Männe. 8 Uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am Kolleuelerfpl. An beiden Feiei tagen: 3*/, Uhr: Der Obersteiger. 8'/« Uhr: Immer fette druff I Theater de» Weatea» An beiden Feiertagen: S'I.Uhn Polenblut. 8 Uhr; Das Fräulein vom Amt mit Guido Thielscher. Trlanon.Thenter. An beiden Feiertagen; 4 ühci Anna Liese. 8 Uhr: Verheiratete JunggeseDeit. Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowakv. 7'/, Uhr: Kaiser und Galilier. Nachm. 3 Uhr: Baumeister Seines. Sonntag?'/, U.: Kaiser und Gallläer. Nachm. 3 Uhr: Baumeister SolneB. Montag: Kaiser und Gallläer. DBotschss Künstler-Ttieater. Allabendlich 8 Uhr: 'Die»ellge Exxellena. Luisen-Theater. 3 Uhr: Die Allwördens. 8 Uhr: Bettelstudenten. ZL Feiertag 3 Übe: Die Haubenlerct». 8 Uhr: Bettelstudenten. S-FeiertSU.: Schritte auf der Trappe. 8.15 Übe: Bettelstudenten. Tsgpch wochent. 8.15 IL, Sonnt 6 Q.: Bettelatudontcn. An den beiden Feiertagen 2 lorstellangen 2 Nachm. M. Uhr kl Preis. | Kinder idJUUft Jultn Splelmann Jan Paul Komiker Perzlna'a Vogeldresaur Ernst Thon» Hlusionist 7 Antonet» Akrobat Akt Oer kleine PI cd Farodist Karl Franke mit sein. Kamernmr Kinemstogiaph Abends 9 Uhr „Flotte Bursche44 Operette L 1 Akt v. F. v. SuppA Mitwirkende: Else Borna— Lette Werkmeister v. Thalia- Theat aO riw» Hansen— Steffi Walidt Gnstav Matzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— Jan Paal ircus�Vusch Ab 1. Wefhnachtsfeiertag bis Inkl. Dienstag, 28. Oezemb. An allen Q l Tagen 31» An allen Tagen. Gr. Hacliin..Festverstellang. 1 angehöriges Kind auf allen Sitzplätzen frei, weitere Kinder halbe Preise! Turn SchluB: DaS große patriotische Ulakpl UN. Schaustück IHIvIICl gekürzt! b>8Uhr Täglich 8 Uhr daS konkurrenzlose Feat-Pra- gramm und daS große neue Prunk-AuSstattungSstück Ein Wlntermttrchen Weihnachtispiel w 6 Akten von Paula Busch ' nach d.MysteriendeS Mittelalters. 3 Casino« Theater Lothringer Str. 37. Tägi. 8 Ubr: Was machfte nu? Sonnabend, den 1. und Sonntag, den 2. Feiertag, nachm. 4 Uhr: Eumille Schnaac. Sonnabend, den 1. und Sonntag, de» 2. Januar 1916, nachm. 4 Uhr: Familie Sehnase. ia-Pracö Chausseestr. IIB. C. Richter. Am 1., 2. a. 3. Weihsachtsfeiertag. Paul Rantbeys Großartiges Weihnachts- Programm! Ans.d Konzerts 6 Uhr. b. Bor- stellung 7 Uhr. Arn weihen Saas! am t. a. 2. Feiertag: Gr. Milttär- Streichlonzert. Anfang 6 Uhr. EmtrlU 30 Pf., Militär frei, gegcn Programm« entnähme. NntrittSkarten imBor» verkauf im Kontor der Germania« Säte zu haben. JfU. Berliner Konzerthans. Maucrstr. 82. Zlmmerstr. 90/91. w.Ä£wX«.: Großes Pest-Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester iSiS�Ä.1 Anfang 4 Ehr. Toranwetge: Or. würdige Silvesterfeier. Tiitirhh�fft-A�nT'gftn werden im Berliner Konzerthau�e entgegen- {genommen. Konzerthaus Zoo MARMORSAAL. Eingang Adlerportal, Kurfarstendamm, gegenöb. d. Wlchmannstraßc. j Heute Eröffnung fr An beiden Weihnachtefeiertagen von nachm. 5 Uhr an iu dem 2000 Personen fassenden Mar morsaal d» Zoolog» Gaptens: Gr. 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Dezember: 3 Uhr: Maria Stuart. 8 Uhr: Lieb Vaterland. Montag, 27. Dezember: 8 Ubr: Lieb Vaterland. Dicnsiag, 28. Dezember: 8 Uhr: Lieb Vaterland. Pahn/Ofhinrliiniran von und nach allen Stadfcriohtangwn mit folgenden Linien: Stadtbahn Station Zoo, Hochbahn Stationen Zoo und Wittenbergplatz. Elektr. Bahnlinien 2, 3. 4. 8, 17, 33, 50, 54, 66, 67, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 93, 98, 133, A, C, G, H, L, O, P, Q, K, T. 108/1- KONZERTHAUS 200• MARMORSAAL Eingang Adlerportal Kurfürstendamm, gegenüber Wichmannstr. Täglich GroMlitär-Konzert Heute won 5 Uhr ab abwechselnd von den Kapellen des Eraata-Batalllon» vom Regiment Kaiser Franz, Königin Angn»ta und Frnata-Inf anterle-Keglmcnt« 1 in Uniform. Hin tritt: M.— AO— Militär M.— ,10. Eintritt in die Vorräume, Oafi etc. frei. Ehrenkarten haben Gültigkeit. 108?' Silvester k OroCe ExtrauParbietungen. Fahrverbindung, nach allen Stadtrichtung, m. fold. Linien: Stadtb.; Stat. Zoo. Hochb.: Stat. Zoo n. Wittenbergplatz. Elefcr. 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Einlaß gegen Euwahme ewe« TextblatteS von 30 Pf. 8« 1. Feiertag: AbendS: TumYerelD„FiChlC", 7. Männer- und 1. Frauen-Äbteilung = W eihnachtsf eier.= IL a. Eleder zur Eante von Fr. Alma. Kanzertfänzerm Frl. Kläre Friedl«nd daS urkomische.Ulk. TrtW. Am 2. Feiertag: Lieder- Abend d.»„berliner Sängcrcljors" unter gest. Mitwirkung von Frau Marianne Geyer(Lieder zur Lantel; serner Biotine»- und Bioloneello- Bortrag von He»ehn. Ziemer. 8« S. Feiertag: Weihnachtsfeier der �sZlle» u. Msächen der Urbeilerklsile. Märchen- Aufführung „Winternacht«nd Weihnachtsschein". DM- Mitwirkende zirka 100 Kinder.-MA .lach der Aufführung: 8 Info nie- Konzert von Grau und Lieder- Vortrag von Fr. Lndio Helmborst(Konzertiängerin).— Geschwister VVelv(6 und 7 lfahre alt) Duett.* Während der drei Feiertage: Zirka 300 Kalbshaxen a t2S M.. 20« Eisbeine a t.2S M. und Iva Gänse a Portion iso M. In sämtliche« Sälen— parterre wie im Hochparterre: — auch während d. Mittagstafel. Zum Ausschank kouimen ltX) Tonnen Schultheiß. Märzen. �vuuittAiatrzi.i.________ p——— yBP—p— VW�PWa— M»»——_______,__._-----''---->,_-_____ �. '— gtTfrtr'�IschfT äRSöftfttTrWIfvfc ff silenMn, gut- 6«~än{ettttenteU verantw.: TlL Glocke, Berlin, DimtsmÄcrlag: PörwürlD Buchdruckerci u. Berlagsanftäu Paul Singer ch Co, Berlin's«. Hr. 355. 32. lalirnttng. 2. KkilU des.Amsrts" Kerlim MsM Soimabelld. 25. Dezember l!)15. Erklärung. In seiner Nummer 3S3 vom 23. Dezember ISIS nimmt der .Vorwärts' in 1>/, Spalten zu dem Artikel.Es peht um die Einheit der Partei' Stellung, der am vorigen Sonnabend durch das Bureau des Parteivorstandes der gesamten Parteiprcsse zugestellt wurde- Den Artikel selb st druckt der, Vorwärts' nicht ab. Den Lesern des.Vorwärts' soll unmöglich gemacht werden, sich über Inhalt und Tendenz des Artikels ein eigenes Urteil zu bilden. Mit dem Nichrabdruck des Artikels bleibt die Redaktion allerdings nur dem seit Beginn des Krieges geübten Grundsatze treu, das Material, das die Ausfassung der Mehrheit der Partei und der Fraktion enthält, nach Möglich- keit den Berliner Genossen vorzuenthalten. Dieses Verfahren ist um so verwerflicher, weil der.Vorwärts' auf Grund des OrganisalionsstalutS immer noch den Namen des Aentralorgans führt, weshalb die Redaktion fchon deshalb die Verpflichtung hätte, die von der Fraklions-, Parleivorstands» und Parteiausschu�mehrheit vertretene Auffassung in dem Zeniralorgan auch ausreichend zum Worte kommen zu lassen. Wenn der.Vor- wäriS' deshalb voller Entrüstung m seinem Artikel vom 23. De- zember llUfj von.Parteisttlen, die unnötig den Meinungsstreit ver- giften', schreibt, wenn er sich gar aus.das politische Taktgefühl' beruit, wenn er nach einem.offenen, freien Kampfe mit ehrlichen Waffen' schreit, so hat er dazu kein Recht, weil seine ganze Re- daklionsführung ein Hohn auf jede anständige Kampfesweise ist und deshalb so ideale Forderungen in seinem Munde nur inhaltslose Phrasen sind, gerade gut genug dazu, demagogischen Zwecken zu dienen. Wenn sich die Redaktion des.Vorwärts' über den Versand des Artikels durch das Bureau des Parteivorstandes so sehr aufregt, stellen wir deingegenüber fest, datz die Redaktion des.Vorwärts' seit vielen Jahren Auslassungen aus dem Bureau de-s Partei- Vorstandes und zwar sowohl solche, die organisatorische Fragen be- trafen, als auch solche polemischen Charakters abgedruckt hat, ohne daß sie sich in ähnlicher Weise entrüstete. Die Redaktion des.Vorwärts' trat hiermit vielmehr erst auf den Plan, alS durch den Artikel.Es gehl um die Einheil der Partei' jene p a r t e i z e r r ü t t e n d e n Bestrebungen bekämpft wurden. die das.Zentralorgan' der Partei nach Kräften fördert. Was soll es aber beitzen, wenn der.Vorwärts' die Versendung des Artikels in Parallele setzt mit.Unsitten des berüchtigten Offiziöfenlums', durch die etwas in die.willfährige Presse geschmuggelt" werden soll. Das Kennzeichnende deS OfsiziölentumS>ft gerade die Verschleierung des Ursprungs eines Ailikels. Für jeden, der lesen konnte, war an der Spitze jenes Artikels aber genau das.Amt' bezeichnet, aus dem er kam und damit gesagt, wer die Verantwortung iür den Artikel trug. ES gehört schon eine außergewöhnliche Skrupel- losigkeit dazu, diesen Tatbestand dahin zu verfälschen, daß durch die Art des Versands des zur Einheit und Geschlossen- heil der Partei mahnenden Artikels der Parteipresse zugemutet sei, etwas.Unrühmliches und politisch Anrüchiges' zu tun, wie der .Vorwärts' meint. Wenn der.Vorwärts" sich dabei nebenbei auch noch auf die demokratischen Garantien beruft, so steht das ihm bet'on- ders gut an in einer Zeit, in der er der Frallionsminderbeit unentwegt rät, auf die Beschlüsse der Mehrheit der Fraktion zupfeifen. Der.Vorwärts' gibt weiter bei dieser Gelegenheit eine un- richtige Darstellung eines mit dem Parteivorstand entstandenen Konflikts, der wegen deS Abdrucks jener Artikel aus der.Neuen Zeit' entstanden war, in denen Äaulsky die Fraknonsminderheit auf- forderte, öffentlich im Parlament gegen die Fraklionsmchrheit auf- zutreten und jener Artikel, in denen sich die Genossen Braun und Marckwald hiergegen wandten. Die Preßkommiision des.Vorwärts' gab dem Parteivorstand seinerzeit von der Absicht der Re- daktion, Auszüge dieser Artikel im.Vorwärts' zu bringen, Kenntnis und legte einen Abzug dieser Auszüge bei. Tie Redaktion wollte sich der Auffassung Kautskys anschließen. Gegen das Letztere erhob der Parleivorstand Einspruch, weil er der Auffassung war, daß es nicht Aufgabe des ZentralorganS sei, eine Fraktionsspaltung zu be- fürworten, die die Einheit und Geichlossenheit der Partei au's schwerste gefährden konnte. Aber auch der Veröffentlichung der vor- gelegten Auszüge aus den Artikeln der„Neuen Zeil' konnte der Parteivorstand nicht zustimmen, weil in diesen Auszügen wichtige Teile aus den gegen die Auffassung Kautskys veröffentlichten Artikeln fehlten. Zu einer ausreichenden Informierung der Partei- genossen hielt der Parleivorstand unter den gegebenen Verhältnissen den vollen Abdruck der Artikel für notwendig. Wenn der„Vorwärts" es endlich zur Irreführung seiner Leser so darstellt, als ob in dem Artikel„Es geht um die Einheit der Partei' eine Uebersickt über die Gründe und Gegengründe der ge- sannen in der«Neuen Zeil' geführten Diskussion hätte gegeben werden müssen, so kann er sich dieses Mittels nur bedienen, weil er seinen Leiern den Artikel unterschlägt. Der Artikel hatte nur den Zweck, vor der gesamten Partei und insbesondere vor jenen, die durch ihre unermüdliche Kleinarbeit in Stadt und Land die Partei groß gemacht haben, den Ernst der Situation allen Be- teiligien in letzter Stunde nochmals klarzulegen. Der„Vorwärts" sucht den Parteivorständ schließlich über die Art zu belehren, wie er seine Beschlüsse zu fassen habe, und er meint dabei, daß, sobald bei wichtigen politischen Streitfragen im Partei- Vorstand ein Mehrheitsbeschluß zustande gekommen sei, habe .natürlich auch die Minderheit das Recht, ihre Auffassung bekannt zugeben und zu vertreten". Diese Ausfaiiung steht im striktesten Gegen! atz zu der unter Leitung Singers und Bebels eingeführten Praxis, nach der. sobald im Parteivorstande eine Angelegenheit durch Mehrheit entschieden worden ist, der Parteivorstand dem Be'chlusie gemäß nach außen geschloffen austritt Zu welchen Zuständen sollte es auch fühien, wenn die Minderheiten jede» Bezirks-, Kreis- und Ortsvercinsvorstandes— und diese kälten doch sicher dasselbe Recht— gegen die Mehrheitsbeschlüsse ihrer Körperichaften öffentliche Erklärungen abgeben würden. Em solcher Grundsatz würde allerdings zur völligen Desorganisation der Partei führen, die Schlagkraft der Partei läbmen, und muß deshalb von ollen denen entschieden bekämpft werden, die durch die Partei für die Interessen der Arbeiterklasse wirke» wollen. Berlin, den 24. Dezember ISIS. Der Parteivorstand. « Der Parteivorstand hat in seiner Antwort auf unsere Darlegung nicht das Maß der Besonnenheil aufzubringen vermocht, das dem Ansehen einer so hohen Organisalionsinslanz zuträglich und der Partei dienlich wäre. Wie der Parteivorstand in der Sache selbst die Dinge in der wunde? lichsten Art auf den Kops stellt, so verwirren sich ihm auch sonst die Begriffe. Unsere zwar entschiedene, aber in der Form durchaus sachgemäße Kritik seines Borgehens erscheint ihm als zügelloser Temperamentsausbruch. Räch seiner originellen Dar- stellung„schreien" wir nach einer ehrlichen Kampfesweise,„regen wir uns auf" und dergleichen mehr. Wir wüßten wirklich nicht, weshalb w i r uns aufzuregen hätten. Wir haben den Partei- genossen ganz einfach den nüchternen Sachverhalt darzulegen. Sich aufzuregen und zu entrüsten ist dann die Sache der Leier oder auch derer, die bei einer ruhigen Sachdarstellung arg ins Gedränge ge- raten. Wir werden deshalb auch heute die gereizten Ausfälle. Unterstellungen und gehäuften Kraftworte des Parleivorstandes nicht mit gleicher Münze heimzahlen. Die Erklärung des Parleivorstandes beginnt mit dem Vorwurf, der„Vorwärts" habe den Artikel der Parteivorstandsmehrheit nicht abgedruckt, weil er habe Verbindern wollen, daß seine Leser sich über Inhalt und Tendenz des Artikels ein eigenes Urteil bildeten. Dieter Vorwurf ist kennzeichnend für die Logik und die Aufrichtigkeit der Parleivorstandsmehrbeit. Gerade der„Vorwärts" hat, wie wir bereits in unserer ersten Darlegung nacbwiesen, den Wunsch geäußert, den Inhalt der in der„Neuen Zeit" ge- pflogenen Parleidiskussion seinen Lesern in möglichst objektiver Form zur Kenntnis zu bringen. Gerade der Parteivorstand aber bat den„Vorwärts" trotz des zustimmenden Volums der Preßkommission durch seinen ausdrücklichen Einspruch daran ge- hindert, die im Jnieresse der Partei gebotene Information vor- zulegen. Wenn der Parteivorstand sich damit herauszureden sucht, daß er der„Vorwärls'-Redaktion deshalb dre Veröffentlichung der Auszüge nicht zugebilligt habe, weil darin wichtige Teile der gegen die Aussassung Kautskys veröffentlichten Artikel gesthlr hätten, so ist das wobl nur eine leere Ausrede. Jeder Auszug kann selbst« verständlich nicht alle Gedanken der extrahierten Artikel enthalten. Aber wenn es dem Parteivorstande nur darum zu tun gewesen wäre, keines der Argumente unter den Tisch fallen zu lassen, wie sie sein Mitglied Otto Braun vertreten balle, so wäre eS ja ein Kinder- spiel für ihn gewesen, diese Gedanken durch eine spätere Ein- sendung an den„Vorwärts" der Welt zur Kenntnis zu bringen. Aber ein solcher Nachtrag hätte für die ParteivorstandSmehrheit das Mißliche gehabt, daß sich daran wieder von der Minderheit Gegenbemerkungen hätten anknüpfen lassen. Die Diskussion aber, die objektive Mitteilung der Gründe des Für und Wider, war dem Parleivorstand unangenehm. Dar um verhinderie er den„Vorwärts" an der rechtzeitigen Wiedergabe der Parteidiskuision. um sich sein Ueberrumpelungsmanöver für den letzten Augen- blick vorzubehalten. Haben Parteigenoffen, die einer solchen Taktik huldigen, die das Zentralorgan an der noiwendigen Information seiner Leser hindern. aber dann für sich das Recht in Anspruch nehmen, krast ihrer Auto- rilät als Parleivorstand in letzter Stunde der Parteiöffentliwkeil eine derartig gefärbte und einseitige Beurteilung der Dmge vorzutragen, in der Tal das Recht, dem„Vorwärts" mangelhafte Jmor« malion seiner Leier vorzuhalten? Der Vorwurf ist ja nichts NeueS, er ist beispielsweise von Lensch und Scheidemann schon früher erhoben und vom„Vorwärts" ohne jede Kürzung wiedergegeben worden. Jedesmal haben wir freilich die Anstvuldigungen dieser Genoffen zurückzuweisen vermocht. Wenn jetzt von der Parteivorstandsmehrheit die Anschuldigung ohne jede konkrete Unterlage mit allgeni einen Redensarten von neuem erhoben wird, so werden unsere Leier nickt erwarten, daß wir darauf zu antworten versuchen. Sobald Vorwürfe in greifbarer Form gegen uns erhoben werden, sind wir jederzeit bereit. Rede und Antwort zu stehen. Die Bemerkungen des Parleivorstandes über das Wesen des Offiziöienlums treffen gleichfalls vollständig daneben. Nach der An- ficht des Parteivorstandes ioll die Verschleierung des Ursprungs eines Artikels das Kennzeichen des OsfiziösentumS sein. Das trifft nur für den Teil der osfiziösen Stimmungsmache zu, die für unseren Fall gar nicht in Betracht kommt. Jenes Osfiziösentum, das wir meinten und das, wie der Parleivorstand wohl schwerlich zu be- streiten vermag, sich dieser Mittel tatsächlich bedient, besteht gerade darin. Meldungen in die Presse zu lancieren, die von dem Nimbus amtlicher Inspiration umwittert sind und die dadurch Beachtung beanspruchen, für die aber die amt- lichen Stellen eine Verantwortung zu über- nehmen sich scheuen. Wenn der Parteivorstand aber meint. daß ja seine Erklärung deshalb keine offiziöse in dem gekennzeichneten bösartigen Sinne gewesen sei, weil genau da«„Amt" bezeichnet worden wäre, so Übersicht er. daß der Artikel in der Parleipresie allgemein als Parleivorstandserklärung ausgefaßt wurde, während er dock nur die Meinungskundgebung des Rumpfoorstandes war. Wunderlich muß auch die Bemerkung berühren, daß der Artikel aus dem Parteiburcau gar nicht eine Uebersickt über Gründe und Gegengründe der Diskussion habe geben wollen, sondern„nur" der Partei die Gefährlichkeit der Störung der Parteieinbeit klar- zulegen beabsichtigt habe. Gerade das ist das Verhäng- n i s v o l l e, daß die ParteivorstandSmehrheit sich nach wie vor einzubilden scheint, daß der Entscheid darüber, was der Parteieinheit und dem Parteiwohle dient, mit ein paar oberflächlichen Redensarten abgetan werden könne, stall gewissenhafter Untersuchung der Grundsätze und der Organisationszwecke der Partei zu bedürfen. Die Parteigenossen waren gar nicht in der Lage, den Artikel des Parleivorstandes in seinem Wert oder Unwert würdigen zu können, sofern ihnen die vorangegangene Diskussion in der„Neuen Zeit" unterschlagen wurde. Dieser Unter« schlagung hat sich aber gerade der Partervorstand schuldig gemacht, indem er unter krasser Ueberschreilung seiuer Kompetenzen dem„Vorwärts" vorzuschreiben versuchte, daß er die Diskussion in der„Neuen Zeil' entweder in v o l l e m W o r t l a u t— das heißt 14 Spalten lang— oder überhaupt nicht zu bringen habe. In dieser Beziehung hat der Parteivorstand überhaupt erstaun« liche Wandlungen durchgemacht. Als seinerzeit der Württembergs- sche Landesvorstand der„Schwäbischen Tagwacht" vorschreiben wollte, im Sinne der Auffaffung der Mehrheit des württembergi- schcn Landesvorstandes und der Fraktionsmehrheit das Blatt zu redigieren, wurde dieser Versuch der Gewissensvergewaltigung der „Tagwacht'-Redaktion von den Vertretern der Parteivor. standsmehrheit in der schärf st en Form zurückge- wiesen. Jetzt aber, nach Jahresfrist, ist die Parleworstandsmehr- heit glücklich zu der Auffassung gekominen, daß es ihr Recht sei, der Redaktion des Zentralorgans die Richtlinien ihrer politischen Haltung vorzuschreiben. Denn ihr Einspruch gegen die beabsichtigte Stellungnahme des„Vorwärts" und sogar gegen eine objektiv in- � formierende Wiedergabe einer überaus wichtigen Parteidiskussion beweisen wohl hinlänglich eine Bevormundungssucht, die in der Partei bisher unbekannt war. j Bei der Gelegenheit wollen wir auch feststellen, wie es um den Haupttrumpf der Parteivorstandserklärung bestellt ist, daß nämlich der„Vorwärts" der Fräktionsminderheit unentwegt rate,„auf die Beschlüsse der Fraktion zu pfeifen." Das trifft nicht zu. Unserer j Ansicht nach wäre es aber immer noch ein weit geringeres Ver- brechen, auf die Beschlüsse einer Fr aktions Mehrheit zu pfeifen, als auf die Grundsätze und die ganz uuzwei- deutigen Parteitags- und Kongreßbeschlüsic der nationalen und internationalen Sozial- öemokratie. Die Wendung des Parleivorstandes müssen wir deshalb als Phrase bezeichnen. Der Parteivorstand selbst hat ja gerade durch sein Veto verhindert, daß die Redaktion des„Vorwärts" zwar nicht„aus die Beschlüsse der Mehrheit der Fraktion pfeifen", wohl aber in durchaus ruhiger und sachlicher Weise ihre Auffassung darlegen konnte. Spricht doch sogar die Parteivorstandserklärung der Minderheit des Parteivorstands das Recht ab, bei politisch wichtigen Fragen ihre eigene Meinung als Vorstands- Minderheit den Genossen zur Kenntnis zu bringen. Die Parteivorstandsmehrheit beruft sich auch hier wiederum auf das Prinzip der Disziplin, das durch Minderheits- erklärungen beeinträchtigt werden könnte. Wohin sollte es führen, wenn auch die Minderheit jedes Bezirks-, Kreis- und Ortsvereins- Vorstandes gegen die Mehrheitsbeschlüsse ihrer Körperschaft Er- klärungen abgeben würden? Auch dieser Appell an das demokra- tische Gefühl der Parteigenossen ist nur möglich unter Verschwei- gung der wichtigsten und wesentlichsten Gesichtspunkte. Denn selbst- verständlich ist es dem„Vorwärts" nicht eingefallen, für j e d e n Fall das Recht einer Minderheitsopposition im Parteivorstand zu pro- klamieren, sondern eben nur für den Fall so schwerer und weittragender Gewissenskonflikte und Partei- z u k u n f t s f r a g e n, wie sie in dieser Zeit zu ent- scheiden sind. Jede Opposition kann Schaden anstiften— aber soll darum die Opposition selbst verwerflich sein? Und wenn sich die Erklärung aus Bebel und Singer beruft, so können wir freilich die leider allzu früh Verstorbenen nicht mehr als Schwur- zeugen für die Entscheidung der Streitftagen anrufen, in denen sich die Partei momentan befindet. Nur soviel wissen wir, daß sowohl für Bebel als für Singer die Prinzipien und Grundsätze der Partei stets als etwas ungeheuer viel Wichtigeres galten als die bloße Organisationsform oder der vage Begriff einer Disziplin, die nach der Ueberzeugung vieler Genossen mit den bisherigen Grundsätzen der Partei in Widerspruch gerät. Hat doch Bebel selbst nach dem Dresdener Parteitag erklärt, daß er gegebenenfalls die Fahne der Rebellion aufpflanzen werde. Aber noch eins: wenn es zu Leb- zeiten Bebels und Singers den auf dem Parteibureau beschäftigten Parteivorstandsmitgliedern jemals eingefallen wäre, in so un- geheuer wichtigen Fragen eine Beratung abzuhalten, Beschlüsse zu fassen und offiziöse Waschzettel ins Land zu versenden, ohne auch nur die nicht im Bureau tätigen Bebel und Singer vorher zu beftageir, — das Donnerwetter der beiden Genossen und die Empörung der Parteigenossen hätten wir erleben mögen. Und von Rechts wegen! Wie sich die Parteivorstandsmehrheit also auch drehen und wenden mag, sie kommt nicht über die Tatsache hinweg, daß s i e es war, die sich illoyale Stimmungsmache, einen Uebcrrumpelungöversuch zu schulden kommen ließ und die selbst verhinderte, daß durch den „Vorwärts" den Parteigenossen rechtzeitig allseitige Information zuteil werden konnte. Wo also„der Hohn auf jede anständige Kampfesweise' liegt, können wir mit größter Seelenruhe dem Urteil der Leser selbst überlassen. die parteipresse zum vorgehen öer Minderheit. ll. „Dresdener Bolkszeitung". Genosse Geyer sprach im Namen von 20 Abgeordneten. Die übrigen Mitglieder der Minderheil haben diese parlamentarische Sonderaklion nichl mitgemacht. Sie haben den Grundiay hoch- gehalten, der gerade für eine aufstrebende Volksbewegung, für eine kämpfende Partei, wie die Sozialdemokratie es ist, stets eine Lebens- Notwendigkeit war. sick der Mehrheil freiwillig unterzuordnen. 20 Mitglieder der Fraktion aber glaubten, daß ihre besondere Ueberzeugung unbedingt zum Ausdruck gebrockt werden müsse. Sie stellten ihre Ueberzeugung über die Nolwendigkeil des gemeinsamen Handelns, über die Disziplin des politischen Kampfes. Das ist ein Vorgang, wie er in der Geschichte der deulscken Sozialdemokratie seit dem geschicktlich so denkwürdigen Gothaer EinigungSkongreß von 1S7ö niemals sick ereignet hat. Die Erklärung der 20 unterscheidet sich in manchen Teilen wenig von der Erklärung der Fraktionsmehrheit. Soweit sie sich unterickeidet, kann sie als zutreffend nickt anerkannt werden. Nicht richtig ist die in der Erklärung hervortretende Aussassung über die Stellung des Reickskanzlers zu den Eroberungs« Plänen und zur Friedensfrage, und im höchsten Maße zwerfeibaft ist es. ob die Ablehnung der Kredite ein geeignetes Milte! sein kann, dem Friedensbedürfnis in den gegnerischen Staaten einen kräftigen Antrieb zu geben. Es ist aber in der gegenwärtigen Stunde nicht unsere Absickl, diese von uns wiederbolt behandelten Fragen wiederum des näheren zu untersuchen. Wir wollen auch nichl Oel ins Feuer gießen. Die Sonderaklion ist nicht mehr ungesckehen zu mackcn, und wir haben keinen größeren Wunsch als den. daß sie nickt zum Sckaden für unser Land und im besonderen für unsere Partei ausschlagen möge. „Bolköstimme"(Magdeburg). Wir sind allerdings nickt der Meinung, daß daS Sckickial der deulichen Arbeilerichafr von der persöulicken Entickließung von 20 mehr oder weniger wichtigen Parteigenossen abhängig sei. Der Lauf der Entwicklung wird— früher oder später die Einheit wieder« schaffen, die jetzi mulwillig zerstört wurde. Aber für die Gegen« wart und die n ä ck st e Z u k u n'> ,oird das Ansehen und der Ein- fluß der Partei geschmälert, das Vertrauen der Massen in die Sozialdemokratie ersckünert, und langer, schwerer Arbeit wird eS bedürfen, sie wiederzugewinnen. Was aber will man in der Zukunft sagen, wenn eine jeweilige Mindeiheir. die nicht den Ansckauungen der in der Mehrheit be« findlicken Haaie und Bock zustimmen kann, das Recht beanspruckt, ihre abweichende Ansickt ebenfalls im Reichstage vorzutragen? Will man den anderen verbieten, was man selbst als unveräußerlickeS Recht beansprucht? Es sind dieselben Genossen, die sonst nicht genug die Notwendigkeit der Disziplin betonen tonnten. „Arbeiter-Zeitung"(Dortmund). Wir haben uns wiederholt und nachdrücklichst, unter Hin wer» auf die Gefahren, die sie heraufbeschwört, gegen die beabsichtigte Sonderaktion der Minderheit ausgesprochen. Wir unterschreiben Wort für Wort, was in dem obigen Artikel gesagt ist, wie wir uns auch mit der ernsten Mahnung des Parteivorstandes einverstanden erklären, die wir in unserer Montagsnummer abgedruckt haben. Der Parteivorstand hat mit diesem Mahn- und Warnuugsruf zur Einigkeit getan, was ihm seine Pflicht gebot; leider ist auf die Ein- ficht und den guten Willen eines Teiles der Minderheit kaum noch zu hoffen. Wir sagen eines Teiles, denn wir wissen, daß die g e- samte Minderheit keineswegs den verhängnisvollen Schritt diner Sonderaktion billigt und mitmachen wird. Es ist wohl sicher ♦rot 6er klein e re Teil der Minderheit, der leine Bedenken mehr rennt, es zum äußersten zu treiben, selbst bis zur Sprengung der Pnrtoi, Aber das ist nur ein geringer Trost, der Wirrwarr ist da und die Arbeiterschaft hat den Schaden. Und wer hat seine sc reu de an diesen Zuständen? Braucht man noch lange zu fragen? An dem endlichen Sieg der Zcntralmächte zweifeln wir nicht. Was dieser Sieg dann für die bürgerlichen Parteien wie für den Kapi- talisnnis bedeuten wird, wissen wir, das wissen auch unsere Arbei- ter. Aber der Triumph der bürgerlichen Parteien und des Kapi- taliSmus wird noch größer fein, weil, geht es so weiter, nach dem Kriege die Sozialdemokratie besiegt am Boden liegen wird infolge der oryamsierten lwimlichen Minierarbsit der Parteizerstörer und der Haltung der Minderheit, von der wir immer noch annehmen Wolfen, daß sie in gutem Glauben und in bester Absicht handelt. „Arbciter-Zeitnng"(Essen). Auch wir wären unter Umständen dafür gewesen, daß die Minderheit ihre Haltung wenigstens durch eine im Reichstag ab- gegebene Erklärung vor dem Lande rechtfertige. ES war ein« schwere Schuld der Mehrheit, daß sie die Minderheit bei der �riedensinderpcllation vom Reden ausschaltet«. Hätte Haase bei dieser Rednerbestimmung in der Fraktion noch einige Stimmen mehr als 47 bekommen, dann hätte er an Stelle von Landsberg geredet und die Verhältnisse hätten sich nicht so zugespitzt. Wir er- warteten noch am Sonntag, daß die Minderheit für sich vorgehen wende. Am Montag früh bekamen wir Informationen, die die Sachlage wesentlich anders erscheinen ließen. Danach war zu- nächst, nun, sagen wir mal, eine ivesentliche Verbesserung des Ver- hältnisseS zwischen der deutschen Sozialdemokratie und bestimmten ausläirdischen Bvuderparteien eingetreten. Zweitens war ein innerpolitischer Faktor von hoher Bedeutung in die Erscheinung ge- toien. Aufmerksame Leser des Reichstagsberichts vom Montag kc-tiDen gefunden haben, daß gewaltige Lasten mit dem neuen Etat kommen. Sie werden gefunden haben, daß von der Regierung eine Zusicherung, neue indirekte Belastung der breiten Volksmasfen zu vermeiden, nicht zu erlangen war. Daß in der hier in Frage kommenden Sache ein« geschlossene Linie der sozialdemokratischen Fraktion von selbst kommen mußte, über alle« bisher Trennende hinwog, leuchtet ein, und deshalb unsere am Montag ausgesprochene Meinung, daß unter diesen Umständen von der Minderheit der Fraktion ein nochmaliges Abwarten zu erhoffen sei. „Balkswacht"(Bielefeld). DaS Unerhörte ist also Ereignis geworden I Das beschwörende Mahnwort des Parteivorstandcs hat bei Lv Rcichstagsmitgliedern kein Echo gesunden. Was wir bis zum letzten Augenblick nicht glauben mochten, ist eingetreten! Eine Minderheit des Teiles der Reichstagsfraktion, der die Bewilligung der Kredite im gegen- wältigen Augenblick nicht mehr mit den sozialdemokratischen Auf- fassungen vom Friedenswege für richtig hielt, bat sich entgegen dem Araktionsbeschluß zu einer Sonderaktion zusammengefunden und gegen den beauftragten Sprecher der Fraktion eine Erklärung abgegeben, die eine Ablehnung der geforderten Kredite begründen sollte.---- Mon könnte versucht sein, die Liste der Zwanzig einmal daraus- hin durchzusehen, was sie in der Arbeiterbewegung Deutschlands heute bedeuten. Daß sich Männer wie Bock, Schwartz, Horn und Zubeil darunter befinden, bedauern wir außerordentlich, aber wir trösten unS mit dem Bewußtsein, daß die genannten Genossen mehr auS Versehen in die Gemeinschaft der Zwanzig geraten sind. Auch Büchner und Stolle haben sich sicherlich in ihrer politischen HauS- nummer geirrt. Aber die anderen Genossen find homogen, ver- wandte Seelen, die sich nun heimgefunden haben. Bon der Or- ganisaticmsarbeit verstehen sie nicht viel, kennen vor allem auch ihre Schwierigkeiten nicht. Aber das ist kein Entschuldigungsgrund, der sie davor schützt, daß sie in den Organisationen für sich und ihr Tun die Einschätzung erfahren, auf die sie nach ihrem Vorgehen einen verdienten Anspruch haben. „BolkSstimme"(Frankfurt a. M.). Gegen zwanzig sozialistische Stimmen sind schließlich die neuen Kredite angenommen worden; die Mehrzahl derer, die sich in der Fraktion gegen Bewilligung erklärt hatten, haben also Disziplin gewahrt. Es steht nicht so aus, als werde irgendein uberpatrioti- sches Blatt nun von Landesverrat und anderen schönen Dingen reden; die bis jetzt vorliegenden Preßstimmen erkennen sogar teilweise an, diesen Zwanzig sei es toternst, sie trieben eine falsche Politik, die im feindlichen Ausland falsche Hoffnungen erwecke. aber daß sie ihrem Baterland und der Menschheit zu nützen glauben, daran sei kein Zweifel. Also wenigstens eine Besserung der politischen Sitten! Kein Wort heute der Wertung des Diszi- plinbruchs; oder doch nur die Wiederholung des früher Gesagten: an der Erklärung allein kann ganz gewiß nicht die Einheit der Partei zerbrechen, höchstens an dem, was hinter ihr steht und ihr zugrunde liegt. Die Genossen werden jedoch gut wn, jetzt allseitig Duldung zu üben. Die Zeit der Auselnandersetzung kommt noch. Jetzt ist es nötig, zum Frieden zu wirken, in der Partei und wn Weltkrieg. Der Reichstag hat die Erwartungen wegen Aufstellung des Friedensprogramms nicht erfüllt und der Presse bleibt der Mund verschlossen. Aber sollte nicht endlich wenigsten« die Bahn zur Verständigung zwischen den Sozialisten Frankreichs und Deutschlands frei werden? Die Seine-Federation hat nochmals die ausgestreckte Hand zur Versöhnung zurückgewiesen; vom be- vorstehenden Parteitag der französischen Sozialdemokratie erwarten wir, daß er sie ergreift! „FrftnNsche Tagespost-. Was der letzt« Parteigenosse längst weiß, daß Uneinigkeit in der Reichstagsftaktion besteht, und daß die Hanpwrsache dieses Unfriedens in der verschiedenen Stellung zu den Kreditvorlagen und in der Begründung ihrer Bewilligung liegt, das ist nun aus der Tribüne des Reichstages zum Ausdruck gebracht worden. Par- lamentarisch ist dieser Akt von großer Bedeutung, denn die s o z i a l- demokratische Fraktion des Reichstages hat sich in höherem Maße als die bürgerlichen Parteien durch e i n h e i t- liches und geschlossene« Auftreten ausgezeichnet. Da- mit ist aber schon gesagt, daß diese Fraktionseinheitlichkeit, so be- deutsam sie auch ist, nicht etwas Unbedingtes darstellt. Es ist im Reichstag nichts Unerhörtes, wenn auch natürlich in keiner Partei etwas Erwünschtes, daß die verschiedenen Anschauungen in einer Fraktion auch in den Reden der FvaktionSvertreter und in ihren Abstimmungen zum Ausdruck kommen. Am häufigsten geschah dies in der Nationalliberalen Partei und in der Fortschrittlichen Volkspartei, aber auch Konservative und die Zentrumspartei, selbst die klein« Polenfraktion haben ihren inneren Streit in den Reichs- tagsfaal getragen. Die Fraktionen und die Parteien haben trotz des auch in offener ReichStagSsitzung'zur Schau getragenen Zwistes weiter bestanden. „Schwäbische Tagwacht". Doch alle diese sachlichen Gesichtspunkte bei der Beurteilurg des Vorgehens eines Teils der Minderheit erscheinen beinahe neben- sächlich gegenüber der absichtlichen und bewußten Durchbrechung aller Parteidisziplin, die sich dieser Teil der Minderheit hat zuschulden kommen lassen. Welche unmittelbaren Folgen und welche weiteren Folgen in der Zukunft dieser Sprengungsversuch haben wird., dar- über läßt sich heute ein Urteil noch nicht abgeben. Sicher ist nur, daß diese Folgen verhängnisvoll für die gesamte deutsche Arbeiterbewegung werden müßten, wenn es der deutschen Arbeiterschaft nicht gelingen würde, die Partei- Zerstörer zur Ordnung zurückzuführen und jede Wiederholung eines Versuches der Parteispaltung unmöglich zu machen. In einem vielfach in der Parteipresse abgedruckten Korr«- spondenzartikel heißt es zum Schluß: „Für uns alle bedeutet es eine schwere Erschütterung, daß sich die Fraktion offenkundig in zwei Teile gespalten hat, die einander nicht mehr finden konnten. Mit den ernstesten Befürchtungen müßte uns dieser Tag erfüllen, mit den schwersten Sorgen für die Zukunft der deutschen Arbeiterbewegung— wenn wir nicht durch und durch überzeugt wären, daß in der Entwicklung notwendig be- gründete Bewegungen sich durchsetzen müssen und werden, unbe- kümmert um augenblickliche Schwierigkeiten und Wirrnisse. Darüber sind wir uns vollkommen klar, daß nach diesem Kriege die deutsche Arbeiterklasse sich den Luxus etiva zweier sozialistischer Parteien nicht wird leisten können. Und diese Gewißheit ist es, die uns nicht nur hoffen, sondern zuversichtlich aussprechen läßt, daß mit dem Weltkrieg auch die Spaltung der Fraktion beendet sein wird. Bis dahin allerdings kann der Gegensatz, der am Dienstag so scharf hervorgetreten ist, uns noch manche böse Swnde bereiten— wenn nicht die Partei in ihrer Gesamtheit, also die organisierte deutsche Arbeiterschaft die Irrenden noch vorher zurückführt." „Bremer Bürgrrzeitung": Wir beschränken uns darauf, energisch zu bestreiten, daß man berechtigt ist, von einem Disziplinbruch zu reden, der die Einheit der Kampffront, ja sogar der Partei zerstört habe. So kann nur die Selbstuberschätzung von Parlamentariern oder das begreifliche Gefiihl einer Mehrheit sich äußern, die ibre Macht zerrinnen siebt. Nur gut, daß den Mitgliedern der Fraktionsmehrheit der tötende Blitz nicht gegeben ist. Während des Krieges bestand schon mebr- fach die Gefahr, daß sie ihn mißbraucht, daß sie solche Gewalt miß» braucht hätten. Im übrigen. Es ist in den letzten Tagen viel davon geredet worden, daß wir vor einem Wendepunkt in der Geschichte der Par- tei ständen. Und armselig« Bakelschwinger und Gernegroße haben sich vermessen, dieser Geschichte ihren Laus vorzuschreiben. Tie Geschichte wird über sie hinweggehen. Mit dem Wendepunkt aber hat eS, so hoffen wir sehnlichst, seine Richtigkeit. Das Weitere wird sich finden. Für heute gilt: Im Anfang war die Tat. Möge sie wirken, die Tat der Zwanzig. Wir haben die tiesgefühlte Uoberzeuguug: sie kann nur wirken zum Besten der Partei im Sinne des Sozialismus. LSeneratiSflchten für das mittlere Siorddeatlckiland biS Sonntag mittag. Ueberall ziemlich mild, vorwiegend trübe und etwas nebelig; an den meisten Orten noch Niederschläge, später zeitwcist aus- klärend. Allgemeine Orts- Krankenkasse sür Nowawes und Umgegend. Das Bersicherungsamt deS Kreises Teltow bat folgendem Antrage des Vorstandes seine Zustimmung erteilt Ten Mitgliedern, die der Kasse länger als sechS Monate ange- hören, sind solgende Mehrleistungen wieder zu gewähren; 1. Krankengeld in Höhe des halben Grundlohnes sür jeden Arbeits- tag sowie sür jeden Sonn- und stesttag, wenn die Krankheit den Versicherten arbeitsunlählg macht; eS wird vom vierten Krankbeits- tage, wenn aber die Arbeits- unsähigkeit erst später eintritt, vom Tage ihres Eintritts an gewährt. 273/20 2. Hausgeld In Höhe des haloen Grundlohnes ebenfalls für jeden Sonn- und Festlag. 3. Sterbegeld in Höhe deS dreitzig- jachen Betrages des Grundlohnes, mindestens aber 30,00 M. Die Mehrleistung tritt mit dem 1 Januar 1916 in Kraft. NowaweS, den 23. Dezember ISlb. I>er Vorstand. C. Nöpcte, Vorsitzender. «. Wilk. Schristsührer. J, ßaer BaiMprÄ.. Herren- iinii Knaben- Moden, Berufskleidung Eieg. Paletots, Ulster. Joppen i.jed. Preislag- GrStofflager z. eleg. Matzanfertigung. SSP" Billigste, feste Preise. Westmann's Trauerrnngaziii GrSfite..asvahi. Billigste Prelae. i, Uohrenttrale 37s (Kolonnaden i IL Or. Frankfurter Str. 119 (nahe Andreasstr.) Aetwahlsandangen tolorL Am! Zentrum 7890. c-ennta- 12— 2 Uhr oetztlntt 3n Sielen Stunien - Di«- Wochenschrift für Arbeiterfamilien wöchentlich l Heft für 10 Vf. Ziehung schon 11. und 12. Januar i Altonaer Lotterie 1>«« OowIbbc(200000 Loa«) Im Wert« tob lUrk sooo &0000 ASOOO bar ohne Abzug zahlbar Altonaer Lose 2 Mark IfWÄ A. HOLLING, Bei Influenza, Ischias»«d Hexeuschufl werden mit Togal- Tabletten— selbst in verzweifelten Fällen— geradezu überraschende Erfolge erzielt. Aorztlich glänzend begut- achtet. In Apothel. zu M. 1.40 u. all. 3.50. Berlins erstes Speslalhans für Gardinen t Portieren! Möbelstoffe! Steppdecken! 158. Verksanfslolial in Berlin nur OranlenatraBe 158. 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Weihnachtsbescherung. In diesem Jahre dürste in Tausenden von Familien die Weihnachtsbescherung recht dürftig ausfallen. Der Vater im Felde oder gefallen, die Lebensmittel hoch im Preise, lassen die Mittel zu Bescherungen äußerst knapp werden. In vielen Fällen dürfte an eine Weihnachtsbescherung gar nicht gedacht werden können und mancher Mutter lvird es schmerzen, den Kindern so gar nichts bieten zu können. Weihnachten ist vor allem das Fest der Kinder. Zahl reiche Vereinigungen versuchen zu helfen und Freude auch dort zu verbreiten, wo sonst nur Jammer herrscht. Vielfach wird diese Äbsicht auch erreicht, aber viele, viele müssen un- berücksichtigt bleiben. Wem von uns erwachsenen Proletariern Vierden da nicht Erinnerungen wach an die eigene Kinderzeit. Vater und Mutter konnten kaum soviel heranschaffen, um die vielen Mäuler alle satt zu machen. Die Freude war schon groß, wenn es zum Tannenbaum reichte, der für ein paar Groschen erstanden wurde, und wenn auch noch so wenig an den Baum gehängt werden konnte. Hatte man sich einige Pfennige gesammelt, die man für Gänge besorgen von anderen Leuten erhalten hatte, so wurde lange beratschlagt, was damit ausgerichtet werden könnte. Und langte es gar, uin einer jüngeren Schwester eine kleine Freude machen zu können, so war man beglückt. Auch nieine Eltern waren echte Proletarier, es langte aber noch, daß wir satt wurden; vielen meiner Schulkollegen ging es schlechter. Vor Weihnachten wurden in der Schule eine Anzahl Kinder zu einer offiziellen Weihnachtsbescherung ausgesucht. Diese wurde von wohltätigen Herren und Damen der Stadt veranstaltet. Fleißige und bedürftige Kinder mußten die Lehrer aussuchen. Ich gehörte wiederholt zu den Aus erkorenen und wenn ich einmal ausfiel, weil auch andere Kinder berücksichtigt werden sollten, sahen mich meine Eltern schief an, denn ich kam in den Verdacht, in der Schule nicht so fleißig tvie sonst gewesen zu sein. Das schlimme für uns Aus- erwählte war die Stunde der Bescherung. Die fand im Rathaussaale statt. Schon vor der festgesetzten Zeit— es war am Nachmittag des heiligen Abend— fanden wir Kinder uns ein. Wir wurden in den Saal geführt, in dem heller Glanz uns umstrahlte. Der Weihnachtsbaum brannte. Die Geschenke lagen auf Tischen ausgebreitet. Schuhe. Strümpfe, Federkasten, kleine Spielsachen lagen bereit. Jeder wurde an seinen Platz gestellt. Dann wurde die Feier eingeleitet mit dem Gesang:„O du fröhliche, o du selige". Alles sang mit. Dann folgte eine längere Ansprache, die ich nicht behalten habe. Dann wieder Gesang. Schließlich wurde uns gesagt, daß die Geschenke unser seien. Dann aber kam das schlimmste. Hatte mich schon während der ganzen Feier mein ängstliches Gefühl nicht verlassen, so stieg die Beklommenheit erst auf den Höhe Punkt. alS wir Beschenkten an vielen feingekleidcten Danien und Herren— den Wohltätern— vorbeidefilieren und uns für das Geschenkte bedanken mußten. Das Blut stieg mir zu Kopfe und noch heute nach 33 oder 36 Jahren habe ich mir die Erinnerung an diese bittere Demütigung bewahrt, die auch wir Kinder schon fühlten. Dieses Gefühl lvar geeignet. die Freude an der Bescherung vollständig zu vergällen. Wer das empfunden, wird wünschen, daß es anderen erspart bleiben möchte. Wer andern eine Freude machen will, soll deshalb so geben, daß sich der Beschenkte nicht zu demütigen braucht. Dann wird die Freude an der Bescherung auch eine un- getrübte sein._ Verkehrsschmerzeu. Die Klagen über unzulängliche Verkehrsvcrhältuiffe reißen nicht ab, und wer viel im Berliner Straßengetriebe herum- kommt, weiß aus eigener Erfahrung, daß dieselben nur allzu berechtigt sind. Wäre die Verkehrsmisere unabänderlich, so könnte man sich, so würde man sich mit Gleichmut fügen, wie man sich in vieles ja fügen muß. Krieg ist eben Krieg. Indes herrscht durchweg im Publikuni die Ansicht, daß es nicht so zu sein brauchte und daß die Verkehrsmöglichkeiten bessere sein könnten. Wer bei der jetzigen Witterung sich ein- mal an eine Straßenbahnhaltestelle begibt, kann Dinge er- leben, die das Maß des Gewohnten weit übersteigen. Und dabei ist cS ganz gleich, wo man seine Beobachtungen au- stellt, überall das gleiche Bild: im Osten wie im Westen, im Norden wie im Süden. Dutzende von Menschen stehen au jeder Haltestelle und erwarten sehnlichst den kommenden Wagen, der meist rocht lange auf sich warten läßt. Und kommt er endlich, so birgt er schon Massen von Fahrgästen, auf den Perrons ballen sich Klumpen von Mcnschenleibcru und vom Trittbrett herab wehrt die Schaffnerin alle Eindringenden mit einem stereotypen„Besetzt" ab. Bitten und Betteln hilft hier in der Regel nichts, die Schaffnerin kann ja auch gewöhnlich nicht anders, aber bitter ist es für die Abgewiesenen, wieder an ihren Standplatz zurückzukehren und von neuem in Wind und Wetter auszuharren. Manchmal ereignen sich auch turbulente Szenen, wenn erbitterte und temperamentvolle Wartende die Beförderung erzwingen wollen. Es hat schon solche Zusammenstöße ge- geben, die zehn Minuten dauerten und wobei der Renitente die Paragraphen der Beleidigung und deS Hausfriedensbruchs erschreckend hart gestreift hat. Wie gesagt, die Erbitterung wäre nicht so groß, wenn im Publikum nicht die Meinung vorherrschte, daß diese Not- läge, wenn auch nicht ganz zu beseitigen, so doch zu mildern iväre, da arbeitswillige Menschen und Anhängewagen immer noch ausreichend vorhanden seien. Sache der in Betracht kommenden Behörden wäre es, hier einmal kräftig einzugreifen. Es leiden ja alle Kreise unter diesem Uebel! Publikum und Droschkenführer. Der Krieg hat auch in das Berliner Verkehrsleben hemmend und störend eingegriffen. Der Mangel an Kraftdroschken, herbei- geführt durch die Äriegsmatznahmen, zeitigt allerlei Beschwerden des Fahrpublikums. Fahrgäste machten die Behörden gegen die Kraft- droicbkensührer mobil und so ist eine Ergänzung der Berliner Droschkenordnung entstanden, die folgendes besagt: „Während der Zeil von 9 Uhr abends bis 8 Uhr morgens dürfen unbesetzte Droschken, falls sie nickt nachweislich bestellt sind, an einem noch nicht voll besetzten Haupthalteplatz nicht vorbeifahren, sie müssen vielmehr dort Aufstellung nehmen." Ferner:„Droschkenfnhrer, die zwischen 9 Uhr abends und 8 Uhr morgens mit unbesetztem Wagen fahrend getroffen werde», habe« die Verpflichtung zur Annahme von Droschkenfahrten." Dagegen haben sich nun die Jntereffenten, Droschkenbefitzer wie Fahrer, in einer Eingabe an das Polizeipräsidium gewandt. Darin lvird gesagt, daß diese Vorschriften in der Praxis nicht durchführbar sind und die Droschkenbefitzer selbst infolge der enorm gesteigerten Betriebskosten das lebhafteste Interesse daran haben, möglichst wenig Leerkilometer zu fahren. Bei der übergroßen Mehrheit der Betriebe ist die Einzelschicht eingeführt. Die Fahrer vcrlasien gewöhnlich um 10 resp. 11 Uhr vormittags den Hof. Präzises Innehalten einer bestimmten Zeit ist unter den obwaltenden Umständen unmöglich. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die altersschwachen Decken repariert und neu aufmontiert werden müssen. Das gleiche geschieht mit den Schläuchen, so daß die Fahrer 2—3 Stunden Arbeits- zeit hinter sich haben, ehe sie die Garage verlassen. Halten sie nun noch mindestens eine zwölfstündige Fahrzeit inne, die gegenüber normalen Zeiten infolge Wagenmangels fast ohne Unterbrechung währt und eine dauernde Nervenanspannung erfordert, und sie begeben sich nachts um 11 oder 12 Uhr auf den Heimweg, so kann ihnen nicht zugemutet werden, weitere Fahrten anzunehmen, da sie sonst infolge dieser körperlichen Ueberanstrengung Gefahr laufen, gegen andere Bestimmungen der Polizeiverordnung zu han- dein. ES kommt hinzu, daß die Fahrer dauernd Obacht geben müssen, ob ein neuer Defekt an den Gummidecken entsteht. Tritt dies ein, so haben sie die Verpflichtung, vorsichtig nach Hause zu fahren, um Schlauch und Decke reparatur- fähig zu erhalten. Wird nun ein solcher Fahrer durch einen Fahrgast, der ja den Zustand der Pneus nicht beurteilen kann, gezwungen, eine weite Fahrt auszuführen, so wird in diesem Falle nicht nur Decke und Schlauch� bis zur vollständigen Unbrauchbarkett vernichtet, sondern auch die Sicherung des Fahrgastes in erheblichem Maße gefährdet. Es wird daher um eine Milderung der neuen Polizeivorschriften gebeten. Viele Fahrgäste sind, wenn sie hier und da einmal eine» un- besetzten Wagen vor der Tür eines Restaurants stehen sehen, der Meinung, daß die Führer dort die Zeit vertrödeln. Nun muß jeder Mensch innerhalb einer Dienstzeit von mehr alS zwölf Stunden mindestens zweimal eine Erfrischung zu sich nehme», d. h. seinen knurrenden Magen befriedigen. Dafür aber, daß die Fahrer nicht länger als unbedingt zur Einnahme der Mahlzeiten nötig in der Kneipe aufhalten, sorgt schon das herrschende Lohnsystem. Der Fahrer erhält zu seinem Tagelohn von 1,S0 M. 20—25 Proz. der Tageseinnahme. Bei der heutigen teuren Zeit muß er aber möglichst viel zu verdienen suchen und das kann er nur durch möglichste Ausnutzung der ihm zur Verfügung stehenden Fahrzeit. Andererseils tragen die Fahr- gäste und besonders die. bei denen Geld keine Rolle spielt, selbst zur Verminderung der Droschken im laufenden Verkehr bei. Vor Warenhäusern. Restaurants, Konditoreien und vor den Gerichts- gebäuden lassen sie die einmal engagierten Fahrer oft stundenlang warten ohne Rücksicht daraus, daß auch andere Leute sich der Vehikel gerne bedienen möchten. Wenn die Polizeibehörde hierin Abhilfe schaffen könnte, würde sie die Verkehrsgelegenheiten nicht unwesent- lich vermehren._ Weihnachtsfeier«. Am gestrigen Abend fanden in verschiedenen öffentliche» An- stalten, wie Krankenhäusern. Obdach, Wärmehallen, im Waisenhaus Weihnachtsfeiern statt. Auch der Verwundeten in den Lazaretten war besonders rührend gedacht. Die sonst übliche Feier, die die Verwaltung des Gewerkschaftshauses für die Besucher der Herberge alljährlich veranstaltete, fiel in diesem Jahre mangels geringen Be° sucheS aus. Reicher Segen ging in diesen WeihnachtStage« von Dr. H. Reu- mannS KinderhauS, Blumenstr. 97 aus. Es wurde dort eine Weih- nachtsbescherung veranstaltet für 2S0 Kinder der SäuglingSfürsorge- stelle I der Schmidt-Gallisch-Stistung, 4S0 Kinder der Poliklinik mtd der Wohlfahrtsstelle des Kinderhauses. 100 ältere und jüngere Zög- linge des Vereins„Unterkunft für hilfsbedürftige Wöchnerinnen und deren Säuglinge" und für 500 Kinder der Kommission VH» des Nationalen Frauendienstes, der zurzeit im KinderhauS untergebracht ist. 1320 Kinder konnten insgesamt so mit warmen Kleidungsstücken versehen werden. Auch viele Vereine und Private hatten besondere Bescherungen veranstaltet._ Die Leerung des ObdachS. Bald nach Ausbruch des Krieges wurde im Obdach der S t a d t B e r l i n in der Abteilung für die»mr über Nacht be- herbcrgten Obdachlosen eine Minderung der männlichen G ä st e bemerkbar. Alljährlich hatte man in dieser Abteilung bei den Männern die Beobachtung machen können, daß die Besuchsziffer gegen den Sommer hin nachließ, aber zum Winter dann wieder rasch und bedeutend stieg. Im vorigen Jahre dagegen sahen wir die ganz ungewöhnliche Erscbeinung, daß vom Oktober ab die Be legung des Obdacbs— wir sprechen immer nur von der Abteilung für nächtlich Beherbergte und zunächst nur von den Männern nicht zu-, sondern abnahm. Der Rückgang setzte sich durch den ganzen Winter fort, während sonst in jedem Winter mindestens bis zum Januar die Steigerung der Besuchsziffer angedauert hatte. Der jetzt vom Magistrat bekanntgegebene Jahresbericht des Obdachs über das Verwaltungsjahr 1914/15(1. April 1914 bis 31. März 1915) teilt das Ergebnis dieser Obdachleerung mit und sagt einiges zur Frage»ach ihren Ursachen. Das VerwaltungS- fahr 1913/14 halte noch 1 173 1S9 männliche Obdachgäste gebracht, 1914/15 aber brachte nur noch 603 947, nicht viel mehr als die Hälfte der Besuchsziffer deS vorhergehenden Jahres.\ diesen Gesamtzahlen lieferten im vorletzten Jahr die Monate April bis September 466 182, Oktober bis März 706 987, davon Oktober 73 261, November 97 641, Dezember 126 744, Januar 157 037, Februar 132 052, März 120 252, dagegen im letzten Jahr die Monate April bis September 371 655, Oktober bis März aber nur noch 232 282, davon Oktober 53652, November 50 066, Dezember 42102, Januar 42080, Februar 23 525. März 20 957. Sollen wir die ganz außerordentlichen Unterschiede, die wir bei den Wintermonaten des vorletzten und letzten Jahres sehen, mtS nur als eine Folge des Krieges erklären? ES mag fein, daß die Einberufung zum Heeresdienst auch viele derjenigen getroffen hat, die sonst im Winter manchmal gleichfalls zu den Obdachgästen gehörten. Noch mehr aber dürfte zu der Lee- rung des Obdachs der Umstand beigetragen haben, daß der Arbeitsmarkt günstiger geworden ist. Die Einberufungen haben das Angebot von Arbeitskräften be- trächtlich verringert. waS für die Daheimgebliebenen einer Steigerung der Nachfrage nach Arbeitskräften gleichkam. Als Drittes endlich lammt hinzu, daß seit dem letzten Winter dem Obdach viele Auf nähme suchende durch schärfere Zwangs- maßregeln ferngehalten wurden. Nur über diese Ursache der Obdachleerung äußert sich der Verwaltungsbericht, indem er sagt:„Die Besuchsziffer im nächtlichen Obdach ist um 570 266 Köpfe niedriger als im Vorjahre. Dieser starke Rückgang ist durch den Krieg bedingt und durch die strenge Kontrolle der das Obdach auf- suchenden Personen. Während bisher nur täglich, und zwar morgens, ein geringer Teil der vielen Obdachlosen verwarnt bezw der Polizei vorgeführt wurde, wurden seit Beginn deS Krieges sämtliche Besucher einer besonderen Kontrolle unterzogen. DieS bewirkte, daß ein sehr großer Teil nun aus Furcht, dem Gericht vorgeführt zu werden, fernblieb. Ferner wurden die kräftigen und gefunden arbeitsfähigen Männer abgewiesen, ebenso diejenigen, welche Arbeit hatten und aus Bequemlichkeit sich keine anderweite Schlafstelle suchen wollten." Wir beschränken uns auf Wiedergabe obiger Ausführungen der Obdachverwaltung und ent- halten uns eines Urteils über die darin geschilderten Maßregeln. Wissen möchten wir aber, in welchem Umfang zu der Leerung des Obdachs die Zwangsmittel beigetragen haben können. Zu den V er- Weigerungen der Aufnahme wäre zu wünschen, daß der Verwaltungsbericht ihre Zahl angegeben hätte. Die Zählung könnte wohl keine große Mühe gemacht haben, aber der Bericht sagt nicht, ob sie überhaupt vorgenommen wurde. Wie sehr die Ueber» Weisungen an die Polizei sich gemehrt haben, dafür wollet: wir nur das Beispiel eines Monats anführen. Ueberwiesen wurden im März 1914 aus 129 252 Besuchern 869, d. h. 7 aus je 1000, dagegen im März 1915 aus nur 20 957 Besuchern 675, d. h. 32 auS je 1000. Ein Rückgang der BefuchSzisser zeigt sich auch bei den Frauen, für die ja die eine der oben erörterten Ursachen, die Einberufung zum Heeresdienst, wegfällt. Sehr groß ist die Zahl der weiblichen Obdachgäste ohnedies nicht; gemessen an der Zahl der männlichen erscheint sie sogar recht gering. Ueber Nacht wurden beherbergt im vorletzten Jahr 11060 Frauen, und zwar in den Monaten April bis September 4322, Oktober bis März 6738, im letzten Jahr 10 016 Frauen, und zwar in den Monaten April bis September 4888, Oktober bis März 5128. Auch hier sehen Wir im Winter eine starke Minderung gegenüber dem Vorjahr. Margarinekarten. Bei der Ausgabe von Margarinekarten sollen in erster Linie Kriegerstauen bedacht werden. Der Magistrat hat sich entschloffen, die Karten allen Empfängerinnen von Kriegsunterstützung, welche zwei oder mehr Kinder haben, zuzuteilen. Die genannten Frauen können die Karten bei ihrer Brotkommission in Empfang nehmen. Eine kleinere Anzahl von Karten ist auch den Armen- kommisfionen und den Geschäftsstellen für Arbeitslosenfürsorge zur Verteilung zur Verfügung gestellt worden. Der Nationale Frauen- dienst beteiligt sich ebenfalls an der Ausgabe der Karten. Die Arbeit der Preisprüfer. Der Fachausschuß für HLlsenstüchte, Kolonialwaren. Konserven usw. der PreiSprüfungsstelle Groß-Berlin hat sich in seiner Sitzung vom 22. d. Mts. namentlich mit den Kolonial- Warenpreisen beschäftigt. Es wurde beschlossen, eine hiesige Ftrma wegen übermäßig hoher Teepreise zu verwarnen. Auch für Kakao wurden verschiedentlich übermäßig hohe Gewinne festgestellt. Da in diesem Geschäftszweig die Fabrikanten meist den Kleinhändlern die Verkaufspreise vorschreiben, soll bei ihnen auf sofortige Aende- rung ihrer Beikaufsbedingungen hingewirkt werden. Ferner wurden in der Sitzung Angebote des illegitimen Zwischenhandels zur Sprache gebracht, der zahlreiche Angebote in Umlauf fetzt, ohne die Waren- und Marktverhältnisse zu kennen. Die PreisprüfmtgSstellc. wendet dieser unerfreulichen Erscheinung des KriegSwirttchastS- lebenS ihre besondere Aufmerksamkeit zu, da sie auf dem Markte oft stark preistreibend wirkt. ES wurde der Beschluß gefaßt, einen hiesigen Gelegenheitsvermittler wegen Unzuverläffigkeit zur Anzeige zu bringen._ Berliner Matsch. Zu Wasser geworden ist über Nacht der am Donnerstag so reichlich gefallene Weihnachtsschnee. Der Witterungsumschlag trat schon Donnerstag abend ein und am gestrigen Morgen sahen wir in den Berliner Straßen den schönsten Matsch. Die Straßen- reinigung bemühte sich so gut es ging, die Straßen von den Schmutz- Haufen— denn nach Schnee sah cS nicht mehr auS— zu befreien, um Berlin zu den Feiertagen wenigstens noch ein einigermaßen fest- lickeS Gepräge zu geben. Gelungen ist das allerdings nur in recht mäßiger Weife. Wer gestern kein ganzes Schuhwerk hatte, brachte nasse und kalte Füße nach Haufe. Unsere Jugend aber, die sich auf den Weihnachtsschnee so gefreut hatte, wird nach Stellen suchen, wo trotzdem an den Feiertagen der Schlitten noch in Bewegung gesetzt werden kann. Warnung vor Schwindlern. Drei Kriegsschwindler treiben wieder ihr Unwesen. Alle drei treten in der feldgrauen Uniform auf, der eine als Vizefeldwebel, der zweite als Unteroffizier und der dritte als Sanitätssoldat. Die beiden ersten haben es auf Kriegerfrauen abgesehen und„arbeiten" mit demselben Kniff. Sie kundschaften aus, auf welchem Kriegs- fchauplatz und in welcher Gegend ein Landsturmmann steht, besuchen dann dessen Frau, überbringen ihr„Grüße von ihrem Manne" und wissen dann auf die eine oder die andere Art aus den über die gute Nachricht von ihren Männern erfreuten Frauen Geld oder Sachen herauszuschlagen. So spiegelte der falsche Vizefeldwebel der Frau eines Schlächtermeisters vor, ihr Mann lasse bitten, ihm, weil er sofort ins Feld zurückkehre, Wollsachen mitzugeben, oder wenn sie diese nicht gleich besorgen könne, wenigstens Geld dafür. Die Frau hatte nun in der Tat keine Zeit, die gewünschten Sachen sofort einzukaufen, und weil der„Vizefeldwebel", wie er sagte, auch nicht länger warten konnte, so gab sie ihm 60 M. mit. Der„Unter- osfizier", der sich Max König nannte, besuchte eine Frau, die von ihrem Manne schon seit drei Wochen kein Lebenszeichen mehr bekommen hatte. Um so freundlicher wurde er aufgenommen, als er nun ganz unerwartet mündlich gute Nachricht aus dem Osten mit Grüßen überbrachte. Nur zögernd und anscheinend mit Ueber- Windung bekannte der„Unteroifizier" nach vielen Erzählungen vom Kriegsschauplatz endlich, daß er in Geldverlegenheit sei, lveil man ihm während der Eisenbahniahrt seine Geldbörse und auch seine Uhr gc- stöhlen habe. Die arglose Frau half dem Schwindler mit 20 M. aus, die er telegraphisch zurückschicken wollte. Außerdem vertraute sie ihm auch noch ein Paketchen für ihren Mann an, das für 8 M. Sachen enthielt. Die Frauen von Kriegern können Besuchern aus dem Felde gegenüber nicht vor- sichtig genug sein. Der falsche Sanitätssoldat„arbeitet" anders. Er frühstückt in Schaniwirtschaften, wickelt dabei einige Speckstücke auS, erzählt, daß er ungefähr einen Zentner Speck aus Rußland mitgebracht und noch auf dem Bahnhof zu liegen habe. Dabei läßt er durchblicken, daß er diesen Speck, wenigstens zum Teil, verkaufen möchte. Die Schanktvirte greifen mit beiden Händen zu, weil der Preis billig ist, zahlen gleich was verlangt wird und folgen dem Verkäufer nach dem Bahnhof, wo sie selbst den Speck abholen sollen. In der Nähe des Bahnhofes führt der Schwindler die Leute in eins Wirtschaft und läxt sie warten, weil er selbst rasch binüber springen will, um sich den Speck aushändigen zu lassen. Sie warten vergeblich, bis sie« sich überzeugt haben, daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen sind. Reinigung von Maschinenteilen. Ä!N t l i ch. Berlin, L4. Dezember. Bisher wurde zur Zteini- gllng von Maschinenteilen vielfach Benzin oder Benzol benutzt. Statt dessen wird folgendes Rctniguiigsvcrfahrcn, das sich bewährt bat, empfohlen: Die Maschinenteile werden in Sodalauge abgelocht, dann in ebensolcher, heißer Lauge abgebürstet und hernach mit reinem, heißem Wasser gut abgespült. Wirksamer als die gewöhnliche Soda ist die kaustische, die eine Spaltung der Fette und somit ihre schnellere Loslösung herbeiführt. Zum Abtrocknen bedarf es in der Regel nur des Abdampfentlassens der noch heißen Teile. Tie wiedergefundene Aktentasche. Die Aktentasche mit der Liste der deutschen Kriegsgefangenen in Rußland, die, wie uns berichtet, berloren gegangen ist, hat sich glück- licherweise gester» wiedergesunden. Der Verlustträger ist der Sekretär zweier von dem Internationalen Roten Kreuz in Genf nach Sibirien entsandter Persönlichkeiten, der von Berlin aus die Familien der 'deutschen und österreickisch-ungarischcn Krieger von deren Schicksal verständigte. Die Tasche wurde gestern von dem Chauffeur, der den Herrn gefahren hatte, zurückgebracht. Sie enthielt alle Papiere, da- gegen fehlte ein Geldbetrag von über 1000 M. Da der Chauffeur vor Auffindung der Tasche noch mehrere Fahrgäste gefahren hatte, läßt sich vorläufig noch nicht ermitteln, wer das Geld ans der Tasche genommen hat. Den Chauffeur trifft keine Schuld. Ein Kind verbrannt. Ein entsetzliches Unglück hat sich vorgestern auf dem in der Röhe von Oranienburg gelegenen Gute Oranienhof zugetragen. Die beiden Kinder einer auf den. Gute lvöbncndcn polnische» Familie befanden ffch allein in der Stube, da die Eltern draußen beschäftigt waren. Die beiden Mädchen saßen in der Nähe des offenen OsenS, um sich zu wärmen und dabei kam eines der v.inder der Feuerung zu nahe. Die Kleider des Mädchens wurden von den Flammen ergriffen und in wenigen Augenblicken glich die Kleine einer lebenden Fcucrsäule Auf die Hilferufe der Schwester eilten alsbald mehrere GutSangestellle hinzu, die die Flammen schnell ersticken tonnten. Das bedauernS- werte Kind hatte jedoch bereits am ganzen Körper so schwere Brand- wunden davongetragen, daß es bald nach seiner Ausnahme in das Oranienburger Krankenhaus an den Folgen der erlittenen Per- letzungen starb. Tot aufgefunden wurde gestern die 33 Jahre alte Näherin Marie Buchmann tu einer Wohnung in der Kessclstraße 38. Die Frau halte sich rnil GaS vergiftet. Aufgefunden wurde sie von einer Be- kannten der Wohnungsinhaberin, die infolge des Krieges mit ihrer Schwester zusammengezogen war und die Wohnung nn- bccwfsichligt verlassen hatte. Die Explosion in Charlottenburg hat noch ein weiteres Opfer gefordert. Der Schlosser Robert«chulz ist gestern im Krankenhause Westend seinen schweren Verletzungen erlegein Die beiden anderen Verletzten hoffe» die Aerzte am Leben zu erhalten. Die Explosion wird auf dagj Versagen des Sicherheitsventils an dem beschädigten Kessel zurückgeführt. Dem Berliner Aquarium ist eS geglückt, wieder eine Anzahl von B l u m e n l i e r c n d e S MittelmcereS zu erwerben, die sowohl in einige kleine Behälter als auch in die größeren Basalt- kecken verteilt sind und irr ihren manmgfalligen Farben und Formen einen prächtigen Schmuck des dunklen Gesteins abgeben. Diese wegen ihrer rein äußerlichen Bluinenöhnlichkeil se nach den ver- schiedenen Arten als Wachsrosen, Edelsteinroien,«eerosen usw. bc-- zerchnelen Geschöpfe sind, lvie besonders hervorgehoben sei, nicht .�istwa. Uebergäuge zwischen Pflanze und Tier, sonder« wirkliche Tiere. die einen Formenkrots für sich bilden und namentlich durch den Besitz vieler. Fangarme ausgezeichnet sind, mit denen sie ihre aus kleinen Tieren bestehende Beule umstricken und beivältigen. Ter Sängcrchor„BorwärtS-Südost", Chormeister M. Eckert, ver-- austallet am 1. Wcihnachtsfeierlag unter Miiwirkuug der Konzerl- sängerin Herta Gcipelt in den K'onkvrdiaiälcn, Am Treptower Park 09, zum Besten seiner im Felde stehenden Mitglieder einen Liederabend. In Anbetracht des guleir Zwecks rechnet er auf die Unterstützung der Parteigenossen und Gönner des Vereins. Der Gesangverein„Männerchor Oberspree" veranstaltet am Sonntag, de» 26. Dezember(2/ Weihnachtsfeier tagß in den Kon- kordiafeltsälen, Am Treptower Park 09. eine musikalische und gesang- liche Abendunterhaltung. Ansang 5 Uhr. Erntritl 30 Pf.' Der Ertrag wird für die im Felde siehenden Mitglieder verwandt. Weihnachtsfeier« für die Berliner Arbeiterjugend und deren Angehörige finden statt: 1. Am 2. Feiertag, Somrtag, den 26. Dezember, abends 0 Uhr(Einlaß ö ll h rl. in den Alhambra-Festsälerr, Wallner- Theatcr-Slraße 15, für O st und Nordost(Einlaßkarte 20 Pf.). 2. Am 3. Feiertag, Montag, den 27. Dezember, abends 8 Uhr(S a a l ö f f n u n g Uhrl, für Moabit, Wedding und Gcsuirdbrunnen in den Germamasälen. Chausseestr. 110 �Einlaßkarte 20 Pf.).— Für den Norden in PuhlmaimS Theater, Schönhauser Allee 147(Einlaßkarte 25 Pf.).— Für Südost, Süden und W e sc e n in den Arminhallen, Kommandanten- straße 58/59 i Einlaßkarle 25 Pf.). DaS Programm dieser Feiern besteht aus Musik, Gesang und Rezitation und verspricht einige genußreiche Stunden. Die Arbeiterjugend wird zu zahlreichem Besuch eingeladen. Auch die er- wachsene Arbeiterschaft ist zum Besuch dieser Feiern freundlichst ein- geladen.__ Bcrkehrsuachrichten. Am 24. d. Mts. wurde die neue End- Haltestelle der Linien X, O, T und IT„Am Kupfergraben'' in Verrieb genomirren. Sie befindet sich ungefähr 100 Meter nördlich der jahrelang benutzten Endhaltestelle und liegt an der Straße„Am Kupfergraben" am Waffer. Vom gleichen Tage ab verkehrt die Linie 12 zwischen Karlplatz und Kaiser-Franz-Josef-Platz wieder durch die Luisen-, Neue Wilhelm- und Dorolheenstraße. Ms öen Semeinöen. Eharlottcnburger Kriegsunterstützuugen. Bei den zehn Charloltcuburgcr UuterstiitzungSIommissioucn siud bis zum Schlüsse des Monats November 1915 insgesamt 30 102 An- träge von Kriegerfamilieu und 9210 von N> chtlriegsteilnehmern und deren Familien gestellt worden, von denen 28 005 bezlv. 7234 bewilligt wurden. Die daraus an Kriegerfamilieu gezahlten Unter- stützungen betrugen rund 7,7 Millionen Mark, die Mietbeibilsen 2,0 Millionen Mark, zusammen 10,3 Millionen Mark, die Unter- stützungen an Nichtkriegeriamilien bslreic» sich auf 250 61.3 M., die Mietbeihilfeu auf 189 803 M., zusainmen 140 410 M., wozu noch Zahlungen aus den Handfonds von 43 757 M. kommen. Die Ge- fanUausgabeir für Kriegsunlerstiitzuligen bis Ende November dieses Jahres bclrugcu demgemäß 10.7 Millionen Mark, was gegen- über der Ausgabe bis Ende Oktober von 9,7 Millionen Mark eine Gesamtausgabe für den November allein von 1,2 Millionen Mark ergibt. klnterftützungsgelder in Oberfchöneweide. Jit der letzten Sitzung der Gemeindevertreter teilte der Bürger- Meister offiziell mit. daß der Kreis sowie das Reich für die Winter- monate die Unterstützung stir die Fanrilien der Kriegsteilnehmer uin 3 M. für die Frau und 1,50 für das Kind erhöht haben. Als ein- maliger Beitrag für den. Roteir. Halbmond und das bulgarische Rote Kreuz wurden 50 M. bewilligt. In der Klage des Lehrers Wcigel gegen die Gemeinde wurde von der Berufung gegen das ersiiiistanz- liche Urteil Abitand genominen. Die am 10. Februar 1914 mit Rückwirkung vom 1. Apul 1912. genehmigte Besoldungsordnung enthält keinen Passus, der besagt, daß Lehrpersonen, welche vor. der Geneh- Mrguiig aus dem Dienstverhältnis der Gemeinde austreten, die erhöhte 4 rtszulage nidbt gezahlt werden soll. Wcigel trat a»r 1. April 1913 aus dem Dienst der Gemeinde und er- hob nun auf Grund des Fehlens dieser Bestimmung, Anspruch auf die Ortszulage für ein Jahr,— Noch einer Vorlage des Gemeiirdc-. vorftandes wurde mit Wirkung vom' 15. Dezember'd. I. beichlojien, den Soldaten, welche als Gemeine oder Gefreite dienen und hier-. ihren Wohnsitz haben, so lange der Staat keine'Vcrpflcgungsgclder bezahlt, vv.m vierten Tage des Urlaubs ab täglich 1 M. Urlaubs- gelder bis zur Geiamlhvhe von 10 M. zu zahlen. In den Fällen, wo keine Kreisunterstützung an die Familien gezahlt wird, muß die Notwendigkeit der Gewährung von UrlaubSgclderir besonders begründet werden. Der Antrag ist von dem Urlauber persönlich, unter Vorlegung des Urlaubscheines, bei der Gemeinde zu stellen. Wo vom Staat Verpflegungsgelder gezahlt werden, dieselben aber 1 M. täglich nicht betragen, wurde aus die Anfrage unserer Vertreter hin die Zulage gegeben, daß dort die Differenz gezahlt wird. Welche Wirkung dieser Beschluß hatte, geht daraus hervor, daß innerhalb sechs Tagen über 700 M. Nrlaubsgeld« gezahlt wurden. Ferner bewilligte die Gemeindevertrelung allen Unterbeamten eine vom 1. Oktober d. I. ab rückwirkende Teuerungszulage von monatlich 15 M. und für jedes Kind 3 M. Den Gemeindearbeitcrn war schon im Mai d. I. eine Teuerungszulage bewilligt worden. AuS der Gemeindevertretung Weistcnsee. Die letzte Sitzung beschäftigte sich mit verschiedenen kleineren Vorlagen, war jedoch rnsofern von Bedeutung, daß von bürget- licher Seite einmal die Lebensmittelfrage oilgeichnitten wurde, und zwar vor allem die Butterkalamität. Man verlangte die Einführung der Butterkarte, ohne daran zu denken, daß es mit der Butterkarle noch lange keine Butter gibt. In Gemeinschaft mit Berlin und den umliegenden Orten soll diese Frage gelöst werden: die Berhand- lungen sind bereits im Gange. Den Beamten und Lehrern, die ein steuerpflichtiges Einkommen unter 4000 M. haben, verheiratet find und mindestens ein Kind haben, soll eine einmalige KriegSteuermrg-- zutage von 100 M. gewährt werden. Außer der Teuerung wurde diese Vorlage auch mit der Mehrarbeit der Beamten während des Krieges begründet. Der Gemeindevertreter Fuhrmann(Soz.l hat sein Mandat niedergelegt._____ Reisv erkauf in Pankow. Der Gemerndevorstand hat letzt mit dem Verlauf von Reis bc- gönnen und will den Berkauf bis zum 0. Januar fortsetzen. Der Preis ist für die Minderbemittelten auf 50 Pf., für die übrige Be- völkerung auf 70 Pf. pro Pfund festgesetzt worden. Als Minder- bemittelte gelten diejenigen, die bis zu einem Einkommen von nicht mehr als 3000 M. veranlagt sind. Als Ausweis gegenüber dem Verkäufer grst bei Angehörigen von Kriegsteilnehmern der Kriegs- ausweis, sonst die Zusatzbrotlarte oder ähnliche amtliche Beschemi- gungen(z. B. Steuerzetley. Der Verkauf an die minderbemittelte Bevölkerung erfolgt in 60 durch weißen Anschlag bezeichneten Geschäften; der Verkauf an die übrige Bevölkerung in 10 durch roten Anschlag bezeichneten Ge- s-västen. Auf jede amtliche Lebensmittelkarte wird nur ein Pfund Reis abgegeben. Weihnachtsfeiern in Schöneberg. Eine gemeinsame Weihnachtsfeier veranstalten der Schöne« berger Frauenchor und der Schö neberger Arbeiter- Turnverein. Die Feier findet am ersten Weihnachtsfeiertagc. abends 0 Uhr, in der Schloßbrauerei, Hauptstr. 122, statt. Kassen- öffnung erfolgt um 5 Uhr. Tie Eintrittskarte kostet 20 Pf. weihnachtsveranftaltungen. 5. Kreis. Eine WeihnachtSbefcherung für die Kinder der Teilnehmer des Leseabends der II. und III, Abteilung stndct am Sonntag(zweiten Feiertag), nachmittags 5 Uhr, im vorderen Saal der„Musikersäle", Kaistr-Wilhelm-Str. 31, statt. Der Arbeiter-Rndfahrerbund„Solidarität". Mitgliedschaft Neu- köllir. und, die Artlstenverciniguilg„Union"(Mitglied des Arbeiter- Alhlctcnbuiidcs» veranitalten am erst«! Weibnachtsjeiertag, abends S Uhr, im Etablissement„Karlsgartcn", Karlsgartenstr. 6— 10, eine 23 o h I• t ä t i g k e r t S v e r a n st a I t u n g zum Besten der im Felde stehenden Mitglieder. Da beide Organisationen durch ihre Mitglieder bei Arbeiter- seftcn stets tätig mitwirken, können wir der Arbeiterschaft den Besuch der BeranstalUing nur empjehlen. Steglitz. Der Wahwerci» veranftallet seine Weihnachtsfeier am Montag, den 27, Dczeulber(dritten Feiertag), nachmittags 4 Uhr, im Lokal von SckickA«. llMmrrstr. loa. Programm: Äärchenvorlesung, Lieder zur Laute, PlWcittlDWr, Spiele für die Kinder usw. Kaulsdorf-Biesdorf. Sonntag, den 20. Dezember(zweiten Deihnachts- seicrtag>, nachmillags 4 Uhr, veranstaltet die Bczirlslcittmg des Wahlvcreüls in Kaülsdors, Hamanns GesellschaflShaus(Jnh. H. Noilowsli), Franljurler Straße 50, eine, M ä r ch e n- L i ch l b i l d e r- A u s f ü h r u n g, ver- bimdeil mit Gesängen uiid Rezitanonen. Hierzu sind die Kriegersraucn mit ihren Kindern stcruidlichil eingeladen. Eintrittsgeld wird nicht erhob«:. Fricdrichshageu. Da eS dem Wahlverein in diesem Jahre nicht Möglich ist,, eine dcwndere Weibnachtsseier zu veranstalten, bitten wir alle Mttglicder und die Krauen der Kriegstcllnehmer, sich mit ihren'Angehörigen im der Pücihnachtskeier des Turnvereins„Vorwärts" zu beteiligen. Dieselbe sindet am zweiten Weihnachtöfeicriag in vi u n r a d S F c st- s.ä I e n. Friedrichstrasse, statt. Kqnzert und sonstige Poxsührungen. Bec abends 0 Uhr. Eintritt frei. Bczinir Jugenüveranftaltungen. Britz-Buckow. Sonntag, den 26. Dezember, nachmittags 2 Uhr: Trcnvuntt der Abonii«lten der„'Arbeiter. Jugend" Hermonnftrasse, Ecke Pmlsch-Ällee. Näheres dort. Alle ü b r i g e n Veranstaltungen sallm au st Friedrichshage». Am ersten SSeiftnachtStag, nachmittags 5 Uhr, ftndel, im I u g e»d h ei m, Scharnwebcrstr. 59, eine Weihnachtsfeier statt. Die Beteiligung aller Jugendlichen und deren Eltern ist erwünscht. e» ktou ElBzelTerkanI.... wi« allj&hrlich zu billlcsten Preises. V HODer. Z. ZMSESMSS? RfellSG Köntgstr. 21(0rteiamlaar kein Jtadcn. IL Stock. Soantxg geöffnet 12—<8 ühr� ISitto nenau a.FIrmaOj und Hausnummer 6*a Rabattmarken der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. 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Wer Dich gekannt, fühlt mrsenr Schmerz. 30b In tiefstem Schmerz Minna Jauch geb. Winter u. Sobn. Die Beerdigung findet Montag, den 27. Dezbr.. nachm.. 2(/z Uhr. von der Halle des Schöneberger städi. Friedhofes. Blanke Hölle, aus statt. Franen-Slerliekasse iler Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Deutseben Wagenbauer. Bezirk Lichtenberg II Rummelsbnrg. hiaedruk. Den Mitglieder« zur Nach. rrcht, dass unser Mitglied Frau Minna Weidner am 18. Dezember 1915 im 30. Lebensjahre verstorben ist. Ehre ihrem Andenke«! 258/12 Die Lrtsvrrwalmng. SS Statt jeder besonderen Anzeige. Am 23. Dezember verstarb nach langen, schweren Leiden der Osenietzer (Zustav Ldiutee im 47. Lebensjahre. Tie Beerdigung findet. am 26. Dezember(zweilen Feiertag), nachmittags 3'/4 Ilbr, von der Leichenhalle des Südwest-Kirch- hoses in SiahnSdors aus statt. Eharlotienburg. den 2t. Dezember 1915. 21 Wilh, Allzu früh und sein von seinen Lieben siel am 12. Oktober unser lieber Sohn, Bruder, Nesse und Cousin, der Musletler 12421 Wilhelm Nagel Lns.-Negt. 207, 2. Komp., der am Zwesten Weihnachtsiage sein 20. Lebensjahr vollendet hätte. Im tiesjien Schmerz Die irauernden Eltern und Bruder August Nagel und Frau. Bellagt, beweint von deinen Lieben, Die dich nun niemals wieder- sehn. Enjjei. Atn 22. Dezember starb plötzlich iln'er lieber Bater. tächwieger- vatcr und Grossvaier. der Pen- sionierte Wächler Karl 6chiedille im 78. Lebensjahre. 10SA DieS zeigcrr hiermit ttefbctrübtan Siobcrt Schicbille und Frau geb. Lawrcnz. Tic Becrdigimg findet aml 28. Dezember, nachmittags:: Ubr, I von der Lcichcnballe der FionS- geureinde, Nordend, aus statt. Im meinen anieret aal Dem MMWlas gefallenen ffienoffen! Am 12. Oktober fiel im jugendlich cn SHtcv von 20 Jahren der Etereotypcur WHKslm Nagel Stockholmer �tr. ö2. 19. Abt., Lczirk§29. 229/15 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Am 25. August 1915 gcqIIcu Hermann Rapsch Nchringslrahe'S. Am 24. September 1915 verstarb im Vazarett HernrZch Schuhmacher Karolinger Platz 2. Am 20/ November 1915 gefallen Ewald Voß Kantstraße 61.! Am A. Dezember ISIS verstarb im Lazarett an Ztierenentzünduug ßHred Enge Meerscheibtstraße 40. 252/3 Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Verwaltungssteile Berlin. Den Kollegen, zur Nach- Iricht,-daß unser MitgNed, der s Schleifer' � � Wilhelm Lanj�e JfojtäklrchTlr.'oO' am 20. d. M. gestorben ist. Ehre seinem'Aiideiiken k '—Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 25. d. Ms., nach- mittags-! Ubr. von der Leichen- halle dezZ Jions- Kirchhofe- in Nordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet 124/2 Die Ortsverwaltung. ?!ach langeni schweren, bis zu- letzt in Geduld getragenen Leiden verschied am 21. Dezember mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager, der Drabt- walzer§621 Gustav Dannhaus im Alter von 30 Jahren. Dies zeigt im Name» der Hinterbliebenen tiefbetrübt an Frau Wwe Laura Dannhaus nebst Kinderm Die Beerdigung findet am Sonntag,' den 26. Dezember, nachmittags 2% 4.1 hr von der Leichenhalle des Gemeinde- Fried- hoses zu Ober-Schöneweide aus statt. Gewidmet zu seinem Gebuststage aul 25. Dezember. Den Heldenioh fürs Baieriond sanö aul 6. August ISIS mein berzensguter, unvergeßlicher Mami, unser lieber, einziger Sohn und Bruder, Schwager und Lnkel, der Fülilier Max Marquardt int 05. Lebensjahre.. 235 Klara Marquardt, als Fra». Fritz und Luise Marquardt, als Eltern. Ella und Grete Marquardt, als Schwestern. Frau Runge, als Schwägerin. Richard und Gertrud Runge, als Neffe und Nichte. Du warst mein Glück, vom Schicksal . mir erkoren, Mein Leben, meine Sonne warst uur� Du. Die eroniie schwand. Dem Leben ging verloren, Wie gern ging ich mit Dir zur Ruh'. Doch leider ist dies Los mir nicht beschieden. Drum schlummre sanft. Du liebes, gutes Herz, Gott schenke Dir de» ew'gen Frieden. Und wenn mir auch bricht das ..blutende Herz. .Ich muß nun. ertrage» de» furcht. bareu.Schmerz. Schlaf wohl, mein lieber Max, schlaf wohl! Ruhe sanst In fremder Erde! Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. ZahlHtcllc Berlin. Als Opfer des Weltkrieges starben folgende Kollegen: RlCbard Kallüiaiin, SlafdjcaleirerarfieUtr. Brauerei Patzenhoser, Abteilung I. Natter ROLtCCl!, Flaschenbiermitf-Hrer, - Schloßbrauerei. Gustav Igney, Flaschenbierfahr«. Brauerei Schultheiß, Abteilung IT. Hugo Ueke, Brauer, Brauerei Engethardi, Abteilung Pankow. Grus! Rarske, Mso«, «chüttmühle...... OttO JCDOCll, Refervefahr«, Böhmisches Brauhaus...... Wilhelm Meier, Flaschenkellerarbnt«, Brauerei Psefferberg. Karl HeHwIg, sra««, Bergschloß-Brauerei. Karl Kuiicke, Mitf°hr«, Brauerei Patzeuhoser, Niederlage Köpenick. Karl Köruer, Mitfahrer, Brauerei Schultheiß, Abteilung VI. Hans Letz, Flafcheubierfahr«, Brauerei Patzenhoser, Niederlage Lankwitz. Max Kopsch, Brau«, Brauerei Patzenhoser, Abi Spandau. Hermann Hager, Brau«, Brauerei Psefferberg. Rruno Kantelberg, Tischt«, Brauerei Engelhardt, Abteilung Pankow. Hermann Kollmann, Bockbrauerci, Abteilung I. Hermann Wiegand, Miif-hr«, Brauerei e-chultheiß, Abteilung II.- Gustav landet', Faßbierfahr«, Brauerei Wanninger. Ervin Haler, MM«. Ehre ihrem Andenke«! 40 14__ Die LrtSvcrwaltunA. Deutscli. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Tcm Andenken unserer im Jvdfcc gefallenen Kollegen. August SÜeirOWj Maschioeuform«, 'geb. 28. 9. 1876 in Bcicrswaioc. Enivds'sch Böhm, RevolverdrrHer. geb. 18. 10. 1883 in Neuhausell. Artur Breiksch, Wickler. geb. 21. 12. 1893 in Berlin. DanieB Boffmann, Metallarbeiter, geb. 3. 12. 1885 in Friedrichsburg. KanS§lchne, Metallarbeit«, geb. 10. 1881 in Luckeuwalde. Bnunc Aernpe, Schlosser, geb. 15. 5. 1891 in Berlin. Ennst ECirmse, Mechaniker, geb. 22. 8. 1882 ill Zlltenburg. Paul Krause, Dreher, geb. 22. 11. 1890 in Kunersdorf. Hermann KrieseS, Schlosser, geb. 21. 0. 188! in Bätwalde. Otts �hnesenge, Mechanik«, geb. 5. 8. 1887 in Lichtenberg. Friedr'ich Peter, Mafchinenba»«, geb. 27. 12. 1882 in Danzig. WaSter PsvisssZski, Dreh«, geb. 26.!!. 1883 in Kalihof.' Oustav StenzeB, Po««, geb. 19. t. 1889 in Podezug.• EViartin UEhrich, Schloff«, geb. 23. 12. 1882 in Grunewald. Ernst Werner, Metallarbeit«, geb. 11. 2. 1881 in Genthin. Emil Wöemann, Schloff«, geb. 8. 6. 1883 in Schwanenblank. Ehre ihrem Andenken! t24/l � Die Ortsverwaltnng. G jfi'beilsr-ksärRbrei'-eullä ..SolliiRritsl" suli». Dem Andenken unser« als Qpfvr des Weltkrieges ge" fallene» Bundesgenossen: � Am 16. August' /'/'.' 77'""7.....• 7 Otto Habicht, i Wt-smig. ?tm 27. September PauE Jacobi, 5. mteomtg, Am 00. September KarS Lupp,?- Meunng. Am 16. Dezember' Ernst Kirrnse, s. Abteilung. Ehre ihrem Andeute«! 10/14 DI« Qi?trvvr>w»Itiu»>-. Bezirk Groh-Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Vranz Büttner, Andustriearbeit«. Heinrich Frank, Kell«arbeit«. Eduard Grell, Sterfahr«. Karl Hübner, Kohlenarbeit«. Walter Jahn, Gefchäftsdie»«. Gustav Korth, Möbelträg«. Friedrich Kowahl, Jndustriearbeit«. Hermann Kuckenberg, Jndustriearbeit«. Albert Matzdorf, Geschästsdien«. Johann Orszechowski, Straßenbahn«. Paul Sachse, GeschäftSdieu«. Heinrich Siggert, Selt«kutsch«. Paul Schüttke, Geschästsdien«. AugUSt Uthke, Bühnen arbeit«. Paul Voigt, Droschkenchauffenr. Martin Wesenfeldt, Geschsftsdieu«. Gustav Wolf, Jvdnstriearbeit«. Ehre ihrem Andenke»: 69/14 VI« Benlrlenlolt�ris. lieulseber Beharbeber-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: OttO Amdlt, Bergolder, 29 Jahr alt Karl Bünemann, Stockarbeiter, 28.. Karl HoUnmller, Tifchl«, OttO KopSCh, Möbelpolierer, Alfred Pagel, Stellmacher, Franz Prill, Tifchl«, Max Worner, Tifchl«, Ehre ihrem An denken: Die Ortsverwaltung. 09 29 St 31 Dcit Berufsgenoffen zur Nachricht, daß folgendv Mitglieder im Felde gefallen sind: Ernst Gumz, B-M 12, Franz KarS, Bezirk s?. KarE KSeiß, Bezirk 27, Ärtur SCietftrer, Bezirk n, Berihoid S�achnus, Bezirk 1, PauS SchmäEing, Bezirk 12, KarS Schulz, Bezirk 16, Franz Steigmann, Bezirk is. Ehre ihrem Andenken! 255/4 II i' V«,r»ta!l'I. .su srüh und fem von seinen Lieben erlitt den Heldentod am ! 19. Okiober 1915 durch Kopfschuß unser einziger, herzlich geliebter, | braver Sohn und Bruder Hlehard Ohnesorge J»s.-Reg. 24, 1. Komp., ] int 20. Lebensjahre. In namcnlojcm Schmerz Eltcru und Geschwister. Else Schulz als Braut. Berlin X 20, Baiiianstr. 19. Wen» einst nach blui'gem Kampf die Glockeir läuten dru.�rieben ..ein. dann wirst Du. � uilfei.' lieber einz'ger Sohn und Bruder. nicht mehr kehren bei uns ein. In Feindesland Dein ireueS Singe brach. Dew guieZ Herz tat dort den letzten Schlag. Du warst ja unler Sonnenschein, Warst stets nur uns're Freude, Nun wird es dunkel um uns sein, Zu unserm größieu Leide. Die«cheideswirde schlug zu früh, Bergeisen werden wir' Dich nie. Ruhe sanft m Frieden! Narb vierzebn Moiwteu schweren f Kämpfen verstarb fern von'cirreir Lieben am 20. Oktober 191., an ! den Folgen feiner am 16. Ol- I tober 1915 erlittenen fchweren I Berwrmdung mein imriggeiicblcr IMann, der trcuforgende Bater l seiner drei lieben Kinder, der ( Wehrmanu Hugo Mittke Jns.-Regiment 201 ] im Silier von<41 Jabren. nachdem! er turz vorher von seinem Urlaub I j zurückgekehrt..., MAf iXn tiefem Schmerz I Frau Anna Mittke nebst Kindern| und Angehörigen. | In Feindesland Sem troico j Auge brach. Dem gutes Herz tat fernen letzten j Schlag-. Zum fernen Wrnb ichweift tränenschwer mein Blick, In weher Klage um'S verior'ue l Glück. Mögest Du in fremd« Erde Zur ew'gen Ruh gebettet sein, Du wirst in unlerm Herzen SIctS unvergessen sein. Leicht sei Dir die fremde Erde I] Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Zahlstelle Grosz-Berlin. Eefallcil sind folgende Mitglied«: 56/11 Ehre ihrem Andenken! Die Lrtsverstialtuug. BERLIN W 8 Zentralleltnng' der Depositenkassen: W, UXaner-Strasse 28 Aktienkapital und Reserven 428 500 000 Mark. Im letzten Jahrzehnt(1905—1914) verteilte Dividenden: 12, 12, 12, 12, 12 Vs, 12 V». 12 12 V,, 12 V«, 10»/». PI Halen« �achen' B®"ne"' Bremen, BrOssel, Crefeld, Dresden, DOsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. Hamburg, K5In, Konstantlnopel, Leipzig, London, München, Nürnberg, Saarbrücken. Zweigstellen: Augsburg, Berncastel-Cues, Bielefeld, Bocholt, Bonn, Chemnitz, Coblenz, Cronenberg, Darmstadt, M.- Gladbach, Hagen, Hamm, Hanau, KOIn. Mülheim, Meissen, Neheim, Neuss, Offenbach a. M., Paderborn, Remscheid, Rheydt, Solingen, Trier, Wiesbaden. Deposltenkassen: Bergedorf, Deuben, Goch, Idar, Langerfeld, Lippstadt, Moers, Opladen, Potsdam, Radeberg, Ronsdorf, Schlebusch, Schwelm, Soest, Spandau, iVegcsacR, Velbert, Wald, Warburg. W.i Mailerstrasse 26-27.«,. Kasse A* Potsdamer Strasse I34a...» C Budapester Strasse 6....„ CD Potsdamer Str.96(a.d.BiUowstr.)„ P Depositenkassen in Berlin; '.i Alt-Moablt 129(Ecke Werflstr.). K Turmstrasse 51......„ fq» Charlotfenburgi Berliner Strasse 66..... Kasse J* Kurfürstenstrasse J15,.,. a M* Savignyplatz 6.......„ Q» Kantstrasse 162........ R» Kurförstendamm 188—189...„ KL* Tauentzienstrasse 21—24...„ NO* Bismarckstrasse 84.....„ OP* Berlin- Frieden am Rbeinstrasso 58..,,,.,_ T* SWi Kransenstrasse 38—39.... Kasse H* Belle-Alliance-Platz 15..,., O Ritterstrasse 48....... EP Belle Alliance-Strasse 21...„ HJ* Frledrichstr. 209(Ecke Kochstr., PQ Oranlenstrasse 140—142, D* Ni Chausseestrasse 17... Schönhauser Allee 8.. Reinickendorfer Strasse 3 Brunnenstrasse 24.,. Badstrasse 40— 41.,, NO., Landsberger Strasse 89, Oreiiswalder Strasse 3, Kasse L V* X Z :JK# N* MN* Depositenkassen in den Vororten: Berlln-Halenseei Joachlm-rrledrich'Strassc 16.. Kasse TU* Berlin-Lichtenberg i Frankfurter Allee 264.... RS* Neukölln i BerHner Strasse 102, Uerlln-SchOneborg: Kaiser» Wil hei m- Platz 2... Kasse U* �lartin-Luther-Strasse 8.,.„ AB* Bayerischer Platz 1..,,- ST* Markt i Spandau, SP* Borlln-Steglttz« Schlossstrasse 88..... QU* O.i An der Jannowftz-B rücke 4.. Kasse P Frankfurter Allee 350....„ DE* SO.! Dresdener Str. 2(Kottbuser Tor)* T* Köpenicker Strasse 30...,„ QR* C.i Königstrasse 41— 42 O Am Spittelmarkt 8— 10.'.n., E Hackescher Markt 3.,,,_ B Berlin- Welssenseei Berliner Allee 346..... Kasse LM* Berlin-Wilmersdorf■ Uhlandstrasse 57.....„ W* Schaperstrasse 1....._ BC* Uhlandstrasse 89-90 i«,,_ UV* Kaiserplatz 1.1.-13........VW* Potsdam« Am Alten Markt 17....„* Die mit einem* bezeichneten Kassen besitzen Stahlkammer-Elnrlohtung. Die Depositenkassen eröffnen Qeschäftstrefbcndcn, Industriellen and Privaten laufende Konten Wr den und besorgen Dsposltsn- und Scheck- Verkehr den An- und Verkauf von Wertpapferen, fremden Ocldsorten, Schecks und Wechseln auf das Ausland, 1 die Aufbewahrnng und Verwaltung von Wertpapieren, die Versicherung von Wertpapieren gegen Kursverlust Im Falle der Äuslosünft | die Einziehung der abzutrennenden Coupons. die Ausschreibung von Kreditbricten, die Diskontierung sowie Einziehung von Wechseln, Nachlass- und VermSgens-Verwaltung.— Uebernahme von Testamentsvollstreckungen! Die Stahfkammerfächer der Deposltenkassca stehen Unter eigenem\crscbluss der Mieter und eignen sieh zur Aufbewahrung von Wertpapieren, Hypotheken-Dokuinenten, Urkunden, Wertgegenstinden und Schmncksachen. Dfe Vermietung dieser Schrankfächer erfolgt Je nach Wunsch aui beliebige Zeit. Bedingungen für den Depositenverkehr und dfe Benutzung der Stahlkammern werden an den Schaltern der Kassen ansgebindlsL Die Oeatsche Bank ist mit Ihren sämtlichen Wlederiasstmgen amtliche Annahmestelle von Zahlungen für Inhaber tob Scheck-Konten bei dem K. K. Oesterrelchlschen Postspareass�AmL .•pnlbumfonft: Pelzgarniturui, extrabillige ersMajfige SlunlSftolaS, Fuchs- ilolas.Ovoswmikunlle.FuchSgarnlwren �'unlsmuffsn, RiesenauswaHI spottbillige Pelzneubeiten. Herrenanzüge, Heirenulster, Herrenhosen, Winter- paletotS, Bnrichenanzllge, Bauch. anzüge. Spottbilliger Bettenverlaus, Wäicheverlaus, Gardinenverlaus, Tepplchverkaus, llbrenverlaus,«Sold- lachen. GroßberlinS allerbilligste EintausSquelle: PsandleihhanS, Her- ni annplatz 6._* Teppiche mit kleinem Fehler, sehr billig.«Sardinen, Portiere». Steppdecken, Tischdecken, Diwandecken, sehr billig. Äorwärtsleier b Prozent Zlabatt. TeppichhauS Brünn, Hackeichei Markt i(Bahnhos Börse). Sonntags geöffnet. iUs/4' T-elzgarnitnren! 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