Ur. 360.- ZZ.Iahrg. Abonnements' Bedingungen-. «donnemenls• Srciä rtönumercmi«! Lierreijäbrl. 3,30 Ml. moniuL 1.10 Ml, wöcbenNich 25 Sift frei tnä Haui. Sinzclne Nummer b V?g eonntej»- nummer mil Muitrt erler SoiintugA- Beilage.Die Neue Well'>0 V'l Voft» vbonnemem l.10 Marl vra Monat. EinAelraqen in die Soil» ZeilungS- vreieliile linier Nreujband für DeutlÄIanS und Oefierrcich> Ungarn ZÄO Mar! iür da- übrige Ausland 4 Marl vre Mo aar Poilabonnements nekme» an- Belgien. Dänemarl, Holland, Jlallen. Luxemburg. Lormgal, kumänierl. vchweden und die Schwerz OfdieiBt tiglldj. � G. Verlrnev Volksblatk. s pksnnig) Me snsett!sns-6edi!hi' detriigt für die fechsgefvalteue Kolon«?. »eile oder deren Raum«z Pfg., für holitische und gcwerliaiastlicnc Vereins» U-id BersnnimlUngs-Anzeigen M Pfg. „Kleine Mnreigen", das fcilgedruckle Wort 20 Bfg.(zulässig L fettgedruckte Worte), ledoS weitere Wort 10 Pfg. Etellengcsuchc und Schlafsiellenan- »eigen das erste Wort 10 Psa.. jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über it. Buch- stabcn zählen für zioei Worte. Inserate für die nächste Nuiiiilicr müiscn bis o Uhr nachmittags in der Expedition «lbgegeben werden. Tic Erpcdition ist bis 7 Uhr abends gcöfsncl. Telegramm- Adresse: „Sozialdemokrat Bcriin". Zentralorgan der rozialdemohratifchen parte» Deutfcblands. Keüaktion: EW. 68, Lmüenstraße 3. Kernivrecher: älmi Moritiplan, Rr. 15! 90— I.t» 97. Expedition: Sv). 68, Linöenftraße 3. fferuiprccher: Arne Moritzplav. Nr. 15! 90—!S! 97. im m Der Vorbereitungen. gh. Die Aussprache über die zu erwartenden Steuern, zu der es im Reichstage bei der zweiten Lesung des Vor- bereitungsgesetzes zur Kriegsgewinnsteuer gekommen ist, hat uns gezeigt, wie wichtig bereits für die Gegenwart ein mög- lichst weiter und klarer Ueberblick über die Ver- Hältnisse nach dem Abschlüsse des Krieges ist. Die Gegenwart zwingt uns zu Eingriffen in das wirt- schaftliche Leben, die. in erster Linie freilich durch den augenblicklichen Kriegszwang geboten sind, aber doch auch— wenn sie. nicht schließlich unübersehbaren Schaden anrichten sollen— mit der hoffentlich recht nahen Zukunft rechnen müssen, nämlich damit, wie sich unser Wirt- fchastsleben am besten wieder dem friedlichen Wettbewerb der Völker anpassen kann. Daher beschäftigen sich die Unter- nehmer'und ihre Vertreter sehr eingehend mit diesen Zukunfts- sorgen. Besonders beachtenswert gerade für die Arbester sind in dieser Beziehung diejenigen Ausführungen über den „Uebergang von der Kriegswirtschaft in die Friedens- Wirtschaft," die der Reichstagsabgeordnete Dr. Stresemann in dem letzten Heft der Monatsschrift„Hansa-Bund" ver- öffentlicht hat. Der Verfasser geht, in diesem Aufsatz von der Tatsache aus, daß Deutschland von dem Weltmarkte fast ganz ab- geschlossen ist. Uns werden daher bei Kriegsende viele wich- n�e Rohstoffe fehlen, die wir aus dem Auslande beziehen mustem Würde sich dann sofort der Weltverkehr wie vor dem Kriege.. entwickeln, so befürchtet Abg. Dr. Stresemann, daß das Ausland, das in seinem Rohswffbezug nicht gelitten hat, als Wettbewerber in alter Kraft auf den Markt tritt, während wir infolge des Mangels an Rohstoffen dem Ansturm der Bestellungen weder für das Inland noch fürchas Ausland genügen können. In bezug auf die Bestellungen sür das Ausland wird hier- gegen nichts zu tun sein. Für das Inland jedoch, versichert Dr. Stresemann. können wir sehr wohl Maßnahmen dagegen treffen, daß wir bei Lieferungsunfähigkeit des eigenen Marktes auf lange Zett mit ausländischen Erzeugnissen überschwemmt werden, wenn bei Friedensbeginn eine große' Steigerung des Inlandsbedarfs eintritt. Zu diesem Zwecke haben die beteiligten Unternehmer gefordert, daß für eine gewisse Uebergangszeit die Einfuhr der fernzuhaltenden Waren aus dem Ausland durch einen besonders hohen Einfuhrzoll unmöglich gemacht werde. Dr. Stresemann erklärt diesen Weg für ungangbar: Die Höhe der dazu notwendigen Einstthrzölle wäre schwer zu bestimmen, ebenso die Auswahl der Waren, auf deren Einfuhr so hohe Zölle gelegt werden sollen. Unzweifelhaft würden auch unsere handelspolitischen Beziehungen einen Grad der Unsicherheit erhalten, der zu Unzeiträglichkeiten führen könnte. Demgegenüber schlägt Dr. Stresemann vor: für die zu bestimmende Uebergangszeit soll die Einfuhr ausländischer Waren nach Deutschland auf bestimmte Mengen beschränkt werden; ausgenommen davon sollen nur Rohstoffe und etwa einzelne Halbfabrikate sein. Ob dieser Vorschlag dem Auslande gegenüber durch- führbar sein wird, brauchen wir jetzt noch nicht zu unter- suchen. Zunächst kommen diejenigen Wirkungen in Betracht, die eine solche Maßnahme auf das Inland haben kann. Sie werden vor allem darin bestehen, daß durch eine zu geringe Einfuhr ausländischer Waren die Nachfrage nach solchen Waren im Jnlande nicht gedeckt wird, infolgedessen die Preise in die Höhe getrieben werden, die Teuerung also weiter bestehen bleibt, vielleicht sogar verschärft wird. Das darf aber unter keinen Um st änden zugelassen werden. Vielmehr muß es eine unserer wichtigsten Aufgaben sein, jede Maßnahme zu verhindern, die irgend einen unentbehrlichen Gebrauchsgegenstand für die große Masse des arbeitenden Volkes verteuert und damit die Lebenshaltung der ärmeren Kreise erschwert. Schon aus diesem Grunde kann das von Herrn Abg. Dr. Stresemann erstrebte Ziel, unmsttelbar nach der Beendigung des Krieges eine angeblich unerträgliche Ueberflutung des deutschen Marktes mit ausländischen Waren zu verhindern. nicht so einfach erreicht werden, wie es sich der Herr denkt. Die Arbeiter werden dabei auch ein Wort mitreden müssen. Allerdings ist Herr Abg. Dr. Stresemann bei dieser Ge- legenheit mich auf die Arbesterverhältnisse eingegangen. Ver- anlassung dazu gab ihm der Umstand, daß in einer der größten deutschen Städte schon jetzt Erörterungen darüber stattgefunden haben, ob man nicht Vorkehrungen treffen sollte, um einer Arbeitslos ig keit nach dem Kriege zu steuern. Hier blick Abg. Dr. Stresemann sehr vertrauensvoll in die Zukunft: Bei Friedensbeginn werde eine außerordentliche Tätigkeit im deutschen Wirtschaftsleben einsetzen. Dementsprechend würden viele Arbeiter verlangt werden. Zur Verfügung würden aber nur verhältnismäßig wenig Arbeiter stehen. Mithin liege gar keine Veranlassung vor, heute diese Frage mst irgendeiner MW D» SM« SWWlliklS. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 30. Dezember 1913. tW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Nacht zum 29. Dezember mißglückten eng- tische Versuche nordwestlich von Lille durch Ueberraschung in unsere Stellungen einzudringen. Eine kleine nöchtlichc Unternehmung unserer Truppen südöstlich von Albert war erfolgreich und führte zur Ge- fangennahme von einigen Dutzend Engländern. Am Hartmauusweilerkopf wurden gestern die iu französischer Hand gebliebenen Grabcustücke zurück- erobert. Im übrigen fanden an vielen Stelleu der Front bei günstigen Beobachtungsverhältuissen zeitweise lebhafte Feuer- kämpfe statt. Auch die Fliegertätigkeit war beiderseits sehr rege. Ein feindliches Geschwader griff die Orte Werwieq und Meniu und die dortigen Bahnanlagen an. Militärischer Schaden ist nicht angerichtet, dagegen sind 7 Einwohner verletzt und ein Kind getötet. Ein englisches Flugzeug wurde nordwestlich von Cam- brai im Luftkampf abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Schick sowie au mehreren Stelleu der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen wurden Borstöße russischer Jagdkommandos abgewiesen. Bei der Armee des Generals Grafen v. Bothmer wiesen österreichisch-uugarische Truppen den Angriff starker russischer Kräfte gegen den Brückenkopf von Burkanow au der Strypa ab. Neben starken blutigen Verlusten büßte der Feittd etwa 900 Gefangene ein. Balkankriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Nl ßslMkWW AMMKÄrW. Wien, 30. Dezember.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: 30. Dezember Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpf« in Oslgalizien nahmen an Umfang und an Heftigkeit zu. Der Feind richtete gestern seine Angriffe nicht nur gegen die bessarabische Front, sondern auch gegen unsere Stellungen östlich der unteren und mittleren Strypa; sein Bor- dringen scheiterte meist schon unter dem Feuer unserer Batterien, wo dieS nicht geschah, brachen die russischen Slurmkolonncn in unserem Jnsantcrie- und Maschinengewchrfcuer zusammen. Im nördlichsten Teil seines gcstrtgcn Angriffsfeldcs vor dem Brücken- köpf von Burkanow ließ der Gegner 900 Tote und Schwer- verwundete zurück. Es ergaben sich hier drei Fähnriche und 870 Mann. Die Gesamtzahl der gestern in Ostgalizicn ein- gebrachten Gefangenen übersteigt 1200. An der Jkwa und an der Putilowka kam eS stellenweise zu Geschützkämpien; am Korminbach und am Styr wiesen österreichisch-ungarische und deutsche Truppen mehrere russische Borstöße ab. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Front wurden feindliche Aiqriffsversuche auf Torbole und gegen den Monte Carbonile durch unser Feuer zum Stehen gebracht Auf den Hängen, nördlich des Tonalr-Poffes, versuchten dte Italiener unter Mißbrauch der Genfer Flagge ihre Drahthindernisse auszubauen, sie wurden beschossen. Auf der Hochfläche von Doberdo fanden lebhafte Mincnwerferkämpfe statt, die bis in die Nacht hinein anhielten. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besondere Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. ♦ Ereignisse zur See. Am 29. früh hat eine Flo'tille von fünf Zerstörern und Kreuzer„Helgoland" das französische Unterseeboot „Monge" vernichtet, zweiter Offizier und fünfzehn Mann gefangen genommen, daraus im Hafen von D u r a z z o einen Dampfer und einen Segler durch Gcschützfruer versinkt und das Feuer mehrerer Landbattericn zum Schweigen gebracht. Dabei stießen zwei Zerstörer auf Minrn.„Lika"ge- sunken,„Triglav" schwer beschädigt. Größter Teil der Mannschaft gerettet.„Triglav" wurde ms Schlepp genommen, mußte jedoch nach einigen Stunden versenkt werden, da mehrere überlegene feindliche Kreuzer und Zerstörer den Rückzug der ganzen Flotille bedrohten. Unsere Flottille ist in den Basishascn zurückgclehrt. Unter den feind- lichen Schiffen wurde» nur englische Kreuzer Typ„Bristol", nnd„Falmouth" sowie französische Zerstörer Typ„Bouclier" deutlich rrlannt. Flottcnkommando. Besorgnis, zu betrachten; vieln;ehr werde gesagt werden können, daß bei.' de.m Uebergang von der Kriegs- Wirtschaft in die' Friedenswirtschaft eher mit einem Arbeitermangel als mit Arbeitslosigkeit zu rechnen sein werde. Daß dieser, gerade vom Standpunkt der Arbeiter günstige Zn- stand uns möglichst lange erhalten bleibt, dazu— so schließt Herr Abg. Dr. Stresemann seine Ausführungen— sei es auch notwendig, auf die von ihm vorgeschlagenen haudelspolitischen Uebergangsbestimmungen zurückzukommen. Hier hören wir genau denselben Lockruf, mit dem noch stets die Unternehmer es versucht haben, auf ihre Seite sogar die Arbeiter zu ziehen, wenn es galt, den Uniernehinergewinn durch Schutzzölle zu steigern. Unter dem„Schutz der nationalen Arbeit" sollten die Arbeiter nach den Versprechungen der Unternehmer— glänzende Verdienste haben; in Wahrheit war ihre Lebenslage nicht gebessert. Nach diesem Ntuster vertröstet Abg. Dr. Stresemann die Arbeiter auf eine be- sonders günstige Lage des Arbeitsmarktes infolge einer Maß- nähme, die in erster Linie ihnen die Lebenshaltung erschweren kann. Ueberdies können sich nach dem Kriege tatsächlich die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkte ganz anders gestalten, als Herr Abg. Dr. Stresemann jetzt so schön ausmalt Die Arbeiter haben vielmehr an die Gefahr zu denken, daß so mancher Unternehmer die Löhne zu drücken sucht in der Hoff- nung, daß die aus dem Felde zurückkehrenden Arbeiter nicht lange nach einer besser bezahlten Arbeit suchen können,' Gegen diese Gefahr ist erforderlich, daß überall Arbeitsnachweise vora. handen sind, in deren Leitung auch die Arbeiter vertreten sind, und daß überall eine angemessene Arbeitslosen- Unterstützung durchgeführt wird. Leider sind wir noch nicht so weit. An„Anregungen" hat es die.Reichsverwaltung nicht fehlen lassen; aber sie will sich noch immer nicht dazu ver- stehen, den nötigen Zwang da eintreten zu lassen, wo alle bisherigen Mahnungen erfolglos geblieben sind. Darum mutz hierauf die allgemeine Aufmerksamkeit stets von neuem gelenkt werden. Die Arbeiter müssen verlangen, daß die zum Schutze gegen Lohudrückcrei erforderlichen Maß- nahmen nicht langer verzögert werden. Bei allen anderen Vorbereitungen haben sie auf die Beseitigung der gegen- wältigen Teuerung hinzuwirken. Griechenlanü bleibt neutral. Athen, 29. Dezember. Vom Sonder berichte rstatter des W. T. B. Wie ich erfahre, wird Griechenland während der bevorstehenden Kämpfe der europäischen Mächte- gruppen bei Saloniki neutral bleiben. Die Trümmer der serbischen Armee sind in Elbasscm und Skutari angelangt. Ihre Gesamtstärke beträgt 40000 Mann. Sie besitzen weder Artillerie noch Munition. /lus der rumänischen Kammer. Bukarest, 29. Dezember. lW. T. B.) Kammer. Ter libe.» rale Abgeovdrrete D i a m a n d i bekämpfte die Ansichten E a rp c», Teutschland habe die Kultur der'Kraft. Alle Kultur sei im Gegensatz zu den Anjichren Earps von Frankreich ausgegangen.(Beftalt) Bei Deutschland, wo die Junker allmächtig seien. Müsse man die Ursache des Krieges suchen, da es nach 1870 seine Macht mich aus iwavirimem Gebiete entwickelt habe. Nach der Kvtasrrophe von Sarajewo habe Deutschland von seüiem militärischen Uehcr- gewicht Gebrauch machen wollen. Redner heztveift'lte die Richtig- keit der Ansicht Corps, daß Rußland die TonaunnindUngei! mit Galatz nehmen wolle.(Carp hatte auf den Zwischenruf, woher er wisse, daß Rußland einen Teil der Moldau, die Meereugen und Donaumündungen haben wolle, erwidert, daß der russische Minister- Präsident eä selbst gesagt hcwe.j Diamandi besprach hierauf eiii- zelne angeblich günstige Gelegenheiten für Rumänien, in den Krieg einzugreifen, und fand, daß auch Lemberg lettre solche Gelegenheit gewesen sei. Ebenso sei der Eintritt Bulgariens in den Krieg kernie günstige Gelegenheit gewesen. Aus eine Frage, wohin sich Rumänien wenden solle, antwortete der Redner: Keines- Wegs gegen Bessarabien, wie Earp es meine. Diamandi gab schlreßl'ch der Hoffnung Ausdruck/ daß Rumänien, mit dem Verband gehen werde, denn dort lägen die Äebenöinteresscn Rumäniens. Der liberale Abgeordnete Stere erklärte, vielfach unterbrochen, er fühle sich verpflichtet, an Bessarabien zu denken, denn er sei der einzige Abgeoodnete�'der dort geboren sei. Für die rumänische Nation sei ihr Interesse der höchste Zweck, für Rumänien gebe es nur eine Politik.(Beifall und Zwischenrufe.) Abgeordneter Miclesco rief: Auch ich bin' ein Moldauer, denke aber nicht so wie Steve! l Zwischenrufe und Beifall. Ter Lärm dauert einige Zeit.) Nach kürzer Unterbrechung der Sitzung setzte Stere seine Rede fort und sagte, für den rumänischen Staat zeige sich die Lage nach dem'Kriege wie folgt: Ein siegreiches Rußland bedeute die Angliederimg Galiziens, Konitautinopels, der Meerengen und der Donau bis zum Eisernen Tore; Riimänien bleibe inmitten des russischen Reiches, mit dem Westen nur durch Ungarn verbunden. Stere wendete sich gegen die, die bezweifeln. daß Rußland den Besitz der Meerengen anstrebe sowie gegen jene, die da glauben, daß es sür Rumänien gleichgültig sei, wer dort � herrsche. Wenn Rußland dorthin gelange, so bedeute das für Rumämen die Vernichtung. Doh. Rußland sich Rumänien an- gliedern will, stellte Stere aus dem Buch eines russischen Mi- nisters fest. Der Rodner wies auf die russische Perfrdie in der Politik gegen die Ukrainer diu, die zuerst gsgen Polen verwendet wurden und heute als Nation von den Russen verleugnet würden. Polen sei von Rußland für autonom erklärt worden, wie sei heute diese Autonomie? Wenn man die polnische Revolution als Eni- schuldigung für deren Aufhebung anführe, so vergesse man nicht die Ursachen dieser Revolution. Rumäniens Bestand sei unmöglich, wenn die russische Politik, die im Altrusseutum wurzele, blühe. Wenn Rußland siege, sei der rumänische Staat in großer Gefahr. Di: Ausführungen Stores wurden vom ganzen Haufe mit großer Aufmerksamkeit angehört. Der verbleib üe? öfterreichisthen Kriegs- gefangenen aus Serbien. Wien, 29. Dezember.(W. T. B.) Dem Fürsorge- k o m i t e e des Roten Kreuzes für Kriegsgefangene ist von verschiedenen zuverlässigen griechischen Stellen telegraphisch gemeldet worden, daß die früher in Serbien fe st gehaltenen österreichisch- ungarischen Kriegsgefangenen nunmehr in Albanien zwischen Durazzo und Valona nahe der Küste sich befinden. Wegen einer etwaigen Ueberführung dieser 5iriegsgcfangenen nach Griechenland schweben noch Verhandlungen. Der französische Tagesbericht. Paris, 29. Dezember. sW. T. B.) Amtlicher Bericht von Mittwoch nachmittag. Die Nacht war ruhig, abgesehen von dem Abschnitte von ChaulneS, von dem man einen Kampf mit Handgranaten meldet, und von der Champagne, wo wir die Werke des Feindes westlich deZ Navaringehvfts beschossen. Paris, 30. Dezember.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Mittwoch abend. In Belgien und im Artois zeigte sich unsere Artillerie an verschiedenen Stellen im.Cause des Tages tätig. Nördlich der AiSne zerstörten wir durch unser Feuer die Deckungen von Maschinengewehren und zerstreuten Arbeiter. In der Umgegend von Pille an Bois in den Argonnen brachten wir zwei Minen zur Explosion. Bei der Höhe 235 im Norden von Fille Morle wurde ein feindlicher Posten vernichtet. In Haute Meuse ergab unser Artilleriefeuer auf eine am Walde von Warmont nordöstlich von St. Mihiel aufgestellte feindliche Batterie nach Aufzeichnungen unserer Flieger ein sehr gutes Resultat. In den Bogesen herrschte ziemlich lebhafte Kanonade an verschiedenen Stellen, besonders zwischen Fecht und Thür und sehr heftig in der Gegend des Hartmannsweilerkopfes. Trotz heftiger Gegenangriffe des Feinde» machte nnL das gestern begonnene Borgehen bis zum Ende des Tages zu Herren einer Reihe deutscher Werke zwischen Rehfelsen und Hirzsicin, die sich an die schon vom Feinde verlorenen Gräben anschließen. Die Anzahl Deutscher, die seit gestern in unsere Hände gefallen find, beläuft sich auf im ganzen Drei- hundert. Die Gesamtzahl der unverwundeten Gefangenen seit dem Beginn dieser Kämpfe beträgt jetzt 1668. Die Gefangenen sagen ein» stimmig aus, daß die deutscheu Verluste im Laufe unseres Angriff» vom 21. und der folgenden Tage beträchtlich sind. Belgischer Bericht: Im Norden und Süden von D ix- inuide ergab unser Feuer auf die feindlichen Maschinengewchr- stellunge» gute Resultate, Unsere Batterien zerstörten deutsche Schanz» iverke beim Schloß Woumen und bei Luyghem. Die englische Meldung. London, 29. Dezember.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Sir Douglas Haig. Der Feind unternahm am 23. einen erfolglosen Angriff auf eines unserer Fliegerlager. Von vier Flugzeugen erreichten nur zwei unbeschädigt ihr Ziel, richteten iber keinen Schaden an. Eines unserer Flugzeuge wurde her- untergeschoffen. Wir unternahmen während der Nacht einen ge- lungenen Vorstoß bei Armentiere?, drangen in die feindlichen Laufgräben und bewarfen sie mit Bonüben, wobei der Feind zahl- reiche Verluste erlitt. Unsere Verluste waren sehr gering. Nach ungefähr zehn Minuten zog sich unsere Abteilung zurück. Unsere Artillerie beschoß heute wieder mit Erfolg an vielen Stellen die Laufgräben und Quartiere deS Feindes zwischen Mamet und Rionchy. Der Feind ließ bei Gidenchh zwei kleine Minen springen. wobei weder Truppen noch Laufgräben Schaden erlitten. Heute war es in der Gegend südlich des La Bassee-Kanals ruhig. Bei Apern beiderseitiges heftiges Bombardement. Melöung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 29. Dezember.(W. T. B.Z Kriegsbericht vom 29. Dezember. In Judicarien setzte unsere Artillerie die Beschießung des Foris Por fort und rickstete auch ihr Feuer gegen das gleichnamige Dorf, wo Truppenbewegungen und Proviantkolonuen gemeldet waren. die sie zerstreute. Die Tätigkeit unserer kleinen Abteilungen erlaubte iiii», in dem Abschnitt der Mündung deS VallarsabackeS in die Elsch etwas vorzusibreiten. Im Suganatal warf die feindliche Artillerie einige Geschosse auf Borgo, Casielnuovo und Strigno, ohne irgend einen Schaden anzurichten. Auf den Höhen westlich von Görz'und aas dem Karst Versuchte der Feind vergeblich, durch Bombenwürfe nnicre Beiestigungsarbeilen, die mit sehr reger Tätigkeil fortgeführt tverden, zu stören.__ Gezeichnet: C a d o r n a. Melöung öes türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 29. Dezember.(W. T. B.) Amtlicher Bericht d e s H a u p t q u a r t i e r s. An der I r a k f r o n t dauert die Schlacht bei Kut ei Amara mit längeren Pausen fort. Bei der Einnahme von Schaik Said erbeuteten wir 450 Kannen Petroleum und Benzin, die den Engländern ge- hörten. An der K a u k a s u s f r o n t hat sich außer Patrouillengefechten nichts ereignet. In der Nacht vom 27. zum 28. und am 28. Dezember brachte unsere Artillerie in Erwiderung des Feuers eines feindlichen Kreuzers und eines Torpedobootes die Geschütze dieser beiden Kriegsschiffe, die ein wirkungsloses Feuer auf die gegen Anafarta und Ari Burun gerichtet hatten, zum Schweigen und zwang sie, sich zu entfernen. Bei Sedd ul Bahr fand in der Nacht vom 27. zum 28. und am 28. Dezember ein heftiger Kampf mit Bomben n»d Lufttorpedos auf dem rechten und dem linken Flügel stafk Im Zentrum Artillerie- kampf. Nachmittags beschossen zwei Kreuzer eine kurze Zeit den rechten Flügel, stellten aber infolge der Gegenwirkung unserer Artillerie ihr Feuer ein und entfernten sich. Einer der Kreuzer wurde von einem Geschoß getroffen. Vormittags holte unsere Artillerie einen Zweidecker, der Aeni Chehir und Kuin Kale überflog, herunter. Er fiel auf der Höhe von Tekke Burun ins Meer und wurde auf Jmbros zu ab- geschleppt. Unsere anatolischen Küstenbattericn beschossen wirkungsvoll die Landungsstellen von Tekke Burun und Sedd ul Bahr und ihre Umgebung. Am 27. Dezember unternahm eines unserer Wssserflugzeuge Erkundungsflüge über Lemnos und Mavro und warf erfolgreich Bomben auf die Hafenspeicher von Mudros, wo ein Brand hervorgerufen wurde. Sonst nichts Neues. Das Kriegsjahr 1915. Von Richard Gädke. Die Tags des Jahresende waren diesmal nicht ganz so von schweren Kämpfen erfüllt wie vor einem Jahre; aber geschwiegen hat der Schlachtenlärm nirgends, überall hat er auch diesmal neue Opfer gefordert. Die verhältnismäßige Ruhe dieser Tage wird bald wieder neuen Stürmen weichen, und aufs neue werden Millionen von Kämpfern mit Erbitterung um den endgültigen Sieg ringen. Mit einem Trost dürfen wir das Jahr 1915 verlassen: es hat unseren Waffen große Siege gebracht, hat unsere Grenzen weithin gesichert, unser Land und im wesentlichen das der verbündeten Donaumonarchie vom Feinde befreit und unser Heer nach Ost und Südost weit hineingeführt in feindliches Land. Ein kurzer Ucber- blick über die wichtigsten Ereignisse, die den Verlauf dieses zweiten Kriegsjahrs begleitet haben, wird uns die Fortschritte in das G-e- dächtnis zurückrufen, die wir seit 12 Monaten gemacht haben. Im Winter 1914/15 mußte zunächst eine große organisatorische Arbeit geleistet werden, um den Rahmen unseres Heeres zu er- weitern. Die große Zahl derer, die im Frieden nicht gedient hatten, wurden in seine Reihen aufgenommen, die Zahl der Ein- heilen vermehrt, die Möglichkeit geschaffen, neue festgefugte Armeen ins Feld zu führen. Auch die dienstpflichtigen Mann- schaftcn, deren körperliche Rüstigkeit für den Waffendienst nicht genügte, fanden in besonderen Truppenteilen hinter der Front Gelegenheit für ebenso notwendige und ebenso verdienstvolle Arbeit. Bataillone und Batterien quollen aus dem Schöße des männer- reichen Landes in reicher Fülle hervor. Aehnliches gilt von dem Heere unseres Verbündeten Oefterreich-Ungarn. So wurden beide zusammen stark genug, die Scharen der anscheinend übermächtigen Gegner siegreich zu bestehen, sie aus unseren Grenzen zu jagen, wo sie eingedrungen waren, und ihren Heeren die schwersten Vor- luste zuzufügen. Der Abgang an toten, verwundeten, kranken und gefangenen Soldaten schwoll in den verflossenen zwölf Monaten bei unseren Gegnern außerordentlich viel höher an als bei uns. Ihr größerer Menschenreichtum wurde auch dadurch, zum Teil wenigstens, ausgeglichen. Vom 7. bis zum 15. Februar wurde durch ein« überraschend versammelte neue deutsche Armee unter der obersten Leitung Hindenburgs der schmale Grenzsaum Ostpreußens befreit, der ihnen gegen Ende des Jahres 1914 allmählich wieder hatte über- lassen werden müssen. Die neue 19. russische Armee wurde zwischen Grenze und Njemen eingekreist und in dem Forst von Augustow nahezu vernichtet. Inzwischen eilten andere deutsche Kräfte unseren Verbündeten im Süden zu Hilfe, befreiten Ungarn von den eingedrungenen Russen und warfen diese fast völlig über den Karpathenkamm zurück, während ein neu aufgestelltes österreichisch- ungarisches Heer die Bukowina von ihnen befreite. Dann setzten freilich heftige Gegenangriffe der allmählich verstärkten Russen ein, die nach der Bezwingung Przemysls durch Hunger(22. März) ihren blutigen Höhepunkt in den furchtbaren Osterstürmen fanden. Sie haben hier Hunderttausende von Menschen in den schneever- wehten, von eisigen Winden umtobten Bergen der Karpathen liegen lassen, ohne die Front der Verbündeten durchstoßen zu können. Die großen Angriffe, die der französisch« Oberfeldherr Joffre am 16. Februar in der Champagne, am 5. April zwischen Maas und Mosel gegen die deutschen Stellungen begann und durch Wochen mit großer Zähigkeit fortsetzte, brachten ihnen keine ficht- bare Entlastung. Im Gegenteil! Abermals versammelte sich ein deutsches Heer, diesmal unter Mackensen, überraschend im Westzipfel Ga- liziens, brach am 1. Mai los, überschritt den Dunajec und schlug die Russen am folgenden Tage bei Tarnow und Gorlica, es zertrümmerte die 3. und die 3. Armee der Russen, warf alle eilig her- angehalten Verstärkungen über den Haufen und drang nun mit allen in den Karpathen stehenden Heeren der Mittelmächte vereint von Westen und Süden gegen die immer weiter weichenden Russen vor. Am 2. Juni wurde Przemysl im Sturm zurückerobert, am 22. zog der österreichische Feldherr v. Böhm-Ermollt in die befreite Landeshauptstadt Lemberg ein. Obwohl inzwischen Italien seinen Verrat an den Mittel- mächten vollzogen und Oesterreich am 23. Mai den Krieg erklärt hatte, blieben die Verbündeten stark genug, ihren SiegeSzug gegen Rußland fortzusetzen. Um die Mitte Juli begann die bisher größte Operation von 8 deutschen und österreichisch-ungarischen Hoeren, die in drei Gruppen gegliedert waren, gegen die in Polen stehende Hauptmacht der Russen, von Süden, Westen und Norden her, Unter schwersten Verlusten gelang es diesen, sich, ostwärts Raum gebend, dem Vernichtungsschlage gerade noch zu entziehen. Am 4. August fielen die Festungen Warschau und Jwangorod, am 17. und 19. August wurde die starke Festung Kowno am Njemen er- stürmt, am 20. Nowo Georgiewsk erobert, am 26. Bialistok besetzt, und vom 1. bis 3. September wurde auch die Festung Grodno im Straßenkampfe festgenommen. Ihr unaufhaltsamer SiegeSzug führte die Deutschen im Norden bis vor die Linie Riga— Dünaburg, über Wilna und PinSk hinaus nach Osten und im Südosten bis in das wolhynische Festungsdreieck Luzk— Rowno— Dubno und gegen den Pereth. Nur«in schmaler Streifen von Ostgalizien blieb noch in den Händen der Russen. Die erneuten Angriffe JoffreS bei Lille und Arras, bei La Bassce, Givcnchy. auf der Lorettohöhe, die vom 9. Mai an ein- setzten und durch die Engländer des Marschall French unterstützt wurden, konnten ebensowenig Erfolge erringen wie die zwei- maligen Stürm« der italienischen Armee gegen die heldenmütig verteidigte Jsonzofront, die von Ende Juni bis Ende Juli dauerten. Die westlichen und südwestlichen Fronten der Mittel- mächte erwiesen sich als unüberwindlich. Inzwischen hatten die türkischen Bundesgenossen die Dar- danellen gegen alle Angriffe zu Wasser und zu Lande erfolgreich verteidigt. Allerdings gelang es den Engländern und Franzosen am 25. Mai an zwei Punkten der Halbinsel festen Fuß zu fassen und am 6. August in der Suvlabai weiter nördlich nochmals ö Divisionen zu landen, aber alle Angriffe gegen die türkischen Höhenstellungen, gegen die die Entente nacheinander gegen 500 609 Mann eingesetzt hatte, blieben vergeblich. Die Engländer allein haben hier bis zur Mitte Dezember 200 009 Mann verloren und mußten sich am 19. Dezember entschließen, den größten Teil ihres Heeres wieder einzuschiffen und nur noch die südliche Felsenecke der Halbinsel bei Sedd il Bahr besetzt zu halten. Ende September war die Lage für die Mittelmächte s» günstig geworden, daß sie daran gehen konnten, Serbien zu unterwerfen, daS den äußeren Anlaß zu diesem furchtbaren Kriege gegeben hatte. Im Vertrauen auf ihre größere Stärk« schloß sich Buk- garien ihnen an. Am 6. Oktober begann der Donauübergang zweier deutsch-österreichischer Heere unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls Mackensen, am 9. fiel Belgrad, am 14. drang ein bulgarisches Heer von Osten vor, während ein anderes durch Mazedonien auf Pristina sich wendete und in einem Zeitraum von kaum zwei Monaten war das serbische Heer zertrümmert, etwa 159 999 Gefangene in den Händen der Verbündeten. Nur zer- sprengte Reste retteten sich nach Albanien an die Küste, ohne Ge- schütze, ohne Schietzbedarf, ohne Verpflegung. Frankreich und England, die vergeblich versuchten, Griechenland mit sich fort- zureißen, sahen unschlüssig dem Untergang ihres Bundesgenossen zu. Als es zu spät war, versammelten sie langsam, unter Bruch ver griechischen Neutralität, ein Heer um Saloniki, das Vom 2. bis 14. Dezember von den Bulgaren in Südmazedonicn zu beiden Seiten des Wardar geschlagen wurde und eiligst über die griechisch« Grenze zurückwich. Auch General Joffre konnte durch seinen gewaltigen Durch- bruchsversuch in der Champagne und im Artois, der am 25. Sep- tember begann und bis zur Mitte Oktober in einzelnen Vorstößen nachflackerte, ebenso wenig Einfluß auf den Gang der Dinge im Südosten gewinnen wie die Italiener durch ihren dritten und vierten Angriff aus die Jsonzofront, der vom 7. Oktober an den ganzen Oktober und November erfüllte und trotz großer Ueberlegen- heit mit schweren Verlusten scheiterte. Das gleiche gilt von der Wiederausnahme der Offensive durch die russische Heeresgruppe Iwanow in Wolhynten und Ostgalizien gegen Styr und Strypa, die nach einigen Anfangserfolgen Ende Oktober endgültig abge- wiesen war. Auch die drohende Versammlung russischer Streit- kräste in Bessarabien hat die Lage auf dem Balkan nicht berührt. Den militärischen Erfolgen des Vierverbandes der Mittel- mächte entsprach ein erheblicher Landgewinn; etwa 429 999 Quadratkilometer belgischen, französischen, russischen und serbischen Landes sind von ihnen besetzt. Die Königreiche Belgien und Serbien haben vorläufig aufgehört zu bestehen; die englische Ein- kreisung ist gesprengt. Gewiß hat sich also die Lage seit Jahresfrist wesentlich zu unseren Gunsten geändert, und wir stehen gegenwärtig als die Stärkeren da. Nur müssen wir uns bewußt bleiben, daß ein ent- scheidender Schlag noch nirgends geschehen ist. Aus die Knie gezwungen sind unsere Gegner nicht; soweit wir sehen können, rüsten sie sich vielmehr mit aller Kraft, den Krieg fortzusetzen. Der ruPsche Generalstabsbericht. Petersburg, 39. Dezember. tW. T. B.) A m t l i ch e r r u s s i- scher Bericht vom 29. Dezember. Westfront: Auf dem linken Urer der Aa halte eine Abteilung Letten einen Zusammenstoß mit einer feindlichen Abteilung. Die Leiten stürzten sich auf die Deutschen, es kam zum Nabkampf; die Deutschen flohen und ließen Tote und Verwundete auf dem Platz zurück. Aus der übrigen Front bis zum Prypec stellenweise Artillerie- und Gewehrfeuer. Auf der Front südlich des Prypec und in Galizien dauert der Kampf an.— Kaukasusfront: Keine Veränderung. Cin schwedisches Mißverftänönis. Berlin, 39. Dezember.(W. T. B.) In der schwedischen Presse ist die Behauptung aufgestellt worden, daß am Diensiag, den 28. Dezember, vormittags, unter der schwedischen Küste, nahe Karls- krona und zwar in einem Abstand von nur zwei Seemeilen vom Lande, also innerhalb schwedischer Hoheitsgewässer, ein ichwcdischer Dampfer von zwei deulschen Torpedobooten an- gehalten worden sei. DaS zur Festung Karlskrona gehörige Fori auf der Insel Hästholm habe durch blinde Schüsse die Torpedo- boote an der Aufbringung des Dampfers und der damit verbundenen Neutralnätsverletzung verhindert und die Torpedoboote zum Rückzug veranlaßt. Die Zeitungen melden übereinstimmend, es habe während der ganzen Zeit nebliges Wetter unter der Küste ge- herrscht. Anmerkung des W. T. B. Wie wir hierzu an zuständiger Stelle erfahren, sind obige Behauptungen unzutreffend. In der Zeit von Montag, den 27. Dezember abends. b>S Dienstag, den 23. Dezember nachmittags, ist überhaupt kein deutsches Kriegsfahr- zeug unter der schwedischen Küste bei Karlskrona gewesen. �rieüensgeüanken� und �private Gedankengänge". Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:„In der ausländischen Presse macht sich die Neigung bemerkbar, den gestern mitgeteilten Artikel der„Neuen Zürcher Zeitung"„Friedensgedanken" zu Betrachtungen über Kriegs- und Friedensziele zu benützen. Um jeder Irreführung der deutschen öffentlichen Meinung vorzubeugen, weisen wir erneut darauf hin, daß der Artikel lediglich private Gedankengänge enthält und daher nicht als Ausgangspunkt für eine ernste Diskussion über die A n s i ch t e n leitender Kreise dienen kann." Unter solchen Umständen wäre es doch wirklich am Platze. wenn die„leitenden Kreise" selb st einmal einen Aus- gangspunkl für eine„ernste Diskussion" böten! Wehrpflicht und Arbeiterschaft. Wenn wir den Blättern glauben dürfen, deren Aus- lassungcn das Reutersche Telegraphen-Bureau weitergibt, so hat der Beschluß deS englischen Kabinetts, dem Parlament die Einführung der Wehrpflicht vorzuschlagen, im allgemeinen zwar keine begeisterte aber doch eine immerhin günstige Auf- nabme gefunden. Man fügt sich der Notwendigkeit, die sich aus dem Zusammenstoß mit den großen Militärmächten deS Kontinents ergibt, und wartet zunächst die Einzelheiten der Vorlage ab. Es frage sich jetzt, sagt das liberale„Daily Chronicle", welche Form der Dienstpflicht eingeführt werden solle. Es könne natürlich von allgemeiner Dienst- Pflicht wie auf dem Kontinent keine Rede sein; wahrscheinlich werde man die Unverheirateten zwischen 19 und 40 Jabren auffordern, sich zu melden. Diese Männer würden, so jährt das Blatt etwas mysteriös fort, dasselbe Recht haben, wie die freiwillig Angeworbenen, ihre Enthebung vom Militärdienst zu verlangen. Im Kabinett selbst scheint die Opposition gegen die Reform des Wehrsystems in der Tat zuletzt sehr klein ge- wesen zu sein. Als Gegner werden der Finanzministor M c K e n n a, der Handelsminister R u n c i m a n und der erste Lord der Admiralität B a l f o u r genannt. Zweifelhaft ist die Haltung Hendersons. Von Balfour wird bc- hauptet, daß er sich inzwischen der Mehrheit gefügt habe, über die Absichten der anderen besteht noch keine Gewißheit. Hier und dort rechnet man mit ihrem Rücktritt, es wird ihnen aber nahegelegt, um der Einigkeit der Regierung willen auf ihren Widerstand zu verzichten. Als Kern der Opposition gilt die Arbeiterschaft im Lande. Für den Zl. Dezember ist eine Versammlung der Arbeiter- führer einberufen, um die Rekrutierungssrage zu besprechen. Von verschiedenen Seiten wird auf die Einberufung eineS allgemeinen GewerkschastSkongresses gedrungen, zumal da die Wcrbekommission der Arbeiter die Dienstpflicht für sinnlos erklärt, weil 60 Proz. der nicht angeworbenen Männer untauglich und 20 Proz. in den für Kriegszwecke arbeitenden Betrieben unabkömmlich seien. Die Arbeiter- Vertreter werden aber, wie es in einem Telegramm heißt, nichts unternehmen, bis Henderson über die Lage Bericht erstattet hat. Auf Hendersons Bericht und seine Stellungnahme darf man jetzt am meisten gespannt sein. Bekanntlich hat der Kongreß der Gewerkschaften, der Anfang September in Bristol tagte, den Wchrzwang einstimmig und mit Energie abgelehnt. Bekanntlich ist aus den Kreisen der organisierten Arbeiter die ganze Zeit hindurch der lebhafteste Einspruch gegen die Be- seitigung des Freiwilligensystems erhoben worden. Was wird nun jetzt der Vertreter der Arbeiter- Partei im Kabinett tun? Wird er gehen, oder wird sich an ihm auch das Geschick der Arbeitervertreter vollziehen, die als Teilnehmer bürgerlicher Regierungen bisher noch stets vor- her vertretene Grundsätze ausgegeben und bürgerliche Politik bis in ihre letzten Konsequenzen getrieben haben? Die ganze Angelegenheit kompliziert sich für. die Arbeiter noch dadurch, daß die Einführung der Wehrpflicht notwendiger- weise den Verzicht der Gewerkschaften auf die von ihnen auf� gestellten und bis dahin anerkannten Arbeitsbedingungen in den Fabriken zur Folge haben niujz. Wird die Masse der ge- lernten Arbeiter, soweit sie dienstfähig sind, der Industrie entzogen, so bleibt schließlich nichts übrig, als die Schranken zu beseitigen, die heute der Verwendung von Frauen und ungelernten Arbeitern gezogen sind. Man sieht, es steht für die englischen Gewerkschaften mancherlei auf dem Spiel. ** * London, 29. Dezember.(28. T. 23.) Der parlamentarische Korrespondent der" n Mail" meldet noch über die gestrige Kabinettsberatung: rlautet, sei der Beschluß des Kabinetts nicht einstitnm„e'aßt worden. Einige Minister würden wahrscheinlich zurücktrete», sie würden das aber veimuilich nicht so- fort tun, sondern erst, nachdem sie nochmals mit sich zu Rate ge- gangen seien, und es sei auch möglich, daß sie sich der Majorität sügten. In diesem Falle würde es überhaupt zu keiner Demission kommen. ES sei unwahrscheinlich, daß M cK e n n a oder Balsour aus der Regierung ausscheiden, und wenn überhaupt Demissionen ftaltsänden, würden sie nicht von Bedeutung sein. Der parlamentarische Korrespondent des.Daily Chronicle" schreibt: Man glaubt, daß Asquith nächsten Mittwoch im Unter- Hause namens der Regierung eine Erklärung über seine Politik ab- geben wird. Der Korrespondent nennt die Unterscheidung zwischen Bcrheiratelen und Unverheirateten unvernünftig und ist der Ansicht. daß das Kabinett durch das Versprechen Asquilhs nicht gebunden sei. Nur gemeinsame Schritte legten auch gemeinsame Verant- Wartung aui. fius üer Rigaer Arbeiterbewegung. In dem in Samara erscheinenden Arbeiterblaite.Nasch Golos" finden wir eine interessante Korrespondenz ouS Riga, von wo be- kanntlich ein großer Teil der industriellen Betriebe und die Mehr- zahl der Arbeiter nach verschiedenen innerruisischen Städten geschafft worden sind. Der Bericht lautet: „Von den Städten, die stets an der Spitze der Arbeiterbewegung marschierten, nahm Riga eine der ersten Stellen ein. Hier standeii kulturelle und Bildungsvereine, Gewerkichaslen und Krankenkassen in voller Blüte. Und ihre Schöpser, die Arbeiter, hegten und pflegten zärtlich und liebevoll rhr Werk. Die Antworten, die. sie aus die stets neu auttauchenden Probleme der Arbeiterbewegung erteilten, waren einer Arbeiterschaft würdig, die stets auf dem Boden ihres Klassenstandpunktes verharrte. Rigas Arbeiterklasse trug stolz die Fahne der proletarischen Erkenntnis, und die Arbeiterklasse des ganzen Reiches schenkte ihr stets besondere Beachtung. Nun ist es anders geworden. Der zerstörende Orkan der grau- samen Wirklichkeil ist auch über Riga hinweggebraust und hat das lange und mühselig errichtete proletarische Gebäude zerstört. Er hat die Schöpfer des gemeinsamen Werkes über das ganze große Reich zerstreut und von dem schönen Gebäude nur Trümmer zuiückgelassen. Die zurückgebliebenen Genossen können aber die Vergangenheit nicht vergessen und wollen sich mit der neuen Lage keineswegs auSiöhnen. „Teuiel noch mal— sagen sie— wir werden noch kämpfen I" Und sie stehen noch heute im Kampfe ihren Mann, obwohl ihre Zahl seht zuiammengeschmolzen ist. Als die Frage der Beteiligung der Arbeiter an den Kriegs- induslrieauSichüsicn auftauchte, versetzte er auch die Rigaer Genossen in Erregung. Anfangs waren die Meinungen geteilt, dann aber ge- wannen die Genossen die Oberhand, die die Beteiligung der Ar- bciter an den KrlegsindustrieouSichüssen als unzulässig erklärten. Eine diesbezügliche Resolution sollte einem der Arbeilerabgeord- nelen in der Duma zugestellt werden, die Abficht konnte aber nicht durchgeführt werden... Es ist bezeichnend für die konsequente Haltung der Rigaer Ar- beiler. daß sie selbst unmittelbar hinter der Feuerline jede Mitarbeit an der.nationalen Verteidigung" ablehnen und ungeachtet der über das gesamte Wirtschaftsleben Rigas hereingebrochenen Katastrophe an dem Wiederauibou des.proletarischen Gebäudes" arbeiten, das sie in glücklicheren Zeiten, in oufopiernder, jahrzehntelanger Arbeit errichtet hatten. Kriegsgeschäste Japans. Tokio, 29. Dezember.t sbelh) abgegeben wurden. Der Sachverhalt läßt des weiteren erkennen, daß der Kommandant des Unterseebootes dem Dampfer volle 45 Minuten, also mehr als hinreichend, Zeit gelassen hat, um den an Bord befindlichen Personen Gelegenheit zur Ausbootung zu geben. Sodann be- werkstelligte er, als die Leute noch immer nicht geborgen waren, die Torpedierung auf solche Art, daß das Schiff möglicbst lange Zeit über Wasser bleiben konnte. Dies in der Absicht, die Aus- schiffung auf den noch vorhandenen Booten zu ermöglichen. Er hätte, da der Dampfer noch weitere 45 Minuten über Wasser blieb, diesen Zweck auch erreicht, wenn die Besatzung der„Ancona" die Passagiere nickt in pflichtwidriger Weise im Stich gelassen hätte. Bei aller Würdigung dieses auf Rettung der Besatzung und der Passagiere hinzielenden Vorgehens des Kommandanten kam die k. u. k. Marincbebörde aber zu dem Schlüsse, daß er unter- lassen habe, auf die unter den Passagieren entstandene das Aus- booten erschwerende Panik und auf den Geist der Vorschrift, daß k. u. k. Seeoffiziere in Not niemandem, auch dem Feinde nicht, die Hilf« versagen sollen, hinreichend Bedacht zu nehmen. Sohin wurde der Offizier wegen Ueberschreitung seiner Instruktionen gemäß den hierfür geltenden Normen bestraft. Die k. u. k. Regierung steht bei dieser Sachlage nicht an, be- züglich der SchadloShaltung der durch die Versenkung der Prise betroffenen amerikanischen Bürger die entsprechenden Folgerungen zu ziehen, sie muß jedoch in dieser Hinsicht folgendes bemerken: D'e Untersuchung über die Versenkung der„Ancona" konnte selbitver- ständlich keinen Anhaltspunkt dafür liefern, in wie weit americani- scheu Bürgern ein Anspruch auf Ersatz zuzusprechen ist. Für di Schäden, welche durch die zweifellos gerechtfertigte Beschießung des fliehenden Schiffes entstanden sind, kann die k. u. k. Regierung wohl auch nach der Ansicht des Washingtoner Kabinetts nicht haftbar gemacht werden. Ebensowenig dürfte sie für den Schaden einzu- stehen haben, welche vor der Torpedierung durckj fehlerhaftes Aus- booten oder durch Kentern der ausgesetzten Boote sich ergeben haben. Die k. u. k. Regierung muß annehmen, daß das Washingtoner Kabinett in der Lage und gewillt ist, ihr die in dieser Hinsicht er- forderlichen und gewiß nicht unwesentlichen Informationell zukom- men zu lassen. Sollten der Unionregierung jedoch bei etwaigem Fehlen entsprechenden Beweismaterials die näheren Umstände nicht bekannt geworden sein, unter welchen die amerikanischen Angehört- gen zu Schaden gekommen sind, so wäre die k. u. k. Regierung in Berücksichtigung des menschlich tief bedauerlichen Vorfalls und von dem Wunsche geleitet, der Bundesregierung neuerlich ihre freund- schaftlichen Gesinnungen zu bekunden, gerne bereit, über diese Lücke der Beweisführung hinweg zu gehen und den Ersatz auch auf jene Schäden zu erstrecken, deren unmittelbare Ursache nicht festgestellt werden konnte. Indem die k. u k. Regierung mit den vorstehende!' Ausführungen die Angelegenheit der„Ancona" wohl als bereinigt ansehen darf, behält sie sich gleichzeitig vor, die schwierigen Völker- rechtlichen Fragen, die mit dem Unterseebootkrieg zusammcnhäng-n in einem späteren Zeitpunkte zur Erörterung zu bringen. Der Unterzeichnet« hatte die Ehre, die Gefälligkeit Seiner Exzellenz des Herrn Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika mit der ganz ergebenen Bitte in Anspruch zu nehmen, das Vorstehende zur Kenntnis der Bundesregierung bringen zu wollen, und benützt zu- gleich auch diesen Anlaß, Seiner Exzellenz den Ausdruck seiner aus- gezeichnetsten Hochachtung zu erneuern. _ B u r i a n. in. p. Kriegsgefangenenpoft. Amtlich. Der französische Kriegsminister Gallien! hat lolgenden Beiehl erlassen: „Da die Briefe der gefangenen Franzosen, die in Deutschland interniert sind, lroy Protestes der sranzösiichen Regierung einer systemliichen Verspätung von zehn Tagen unlerzogen werden so habe icb beschlossen, daß künitlg dieselbe Maßregel für die Briefe der deutscben Kriegsgefangenen in Frankreich getroffen werden soll. Bis auf weneres werden die Briefe, die von deutschen Kriegsgefangenen abgeschickt werden, oder die für sie ankommen, derselben Verspätung unterzogen werden. Die Kriegs- gefangenen dürfen ihre Familien von dieser Maßregel in Kenntnis setzen." Amtlich wird hierzu von deutscher Seite bemerkt: Aus miltlärii'lben Gründen erfolgt in Deutschland die Ab- i e n d u n g der Briefe der Kriegsgefangenen erst 19 Tage, nachdem sie geschrieben sind. Briete in dringenden geschäftlichen und wichngeir Familienangelegenbeiten sind unmittelbar zur Beförderung zugelassen. Für die eingebende Post der Kriegsgefangenen bestehen in Deutschland keinerlei Beichränliingeli. Der iranzöstichen Regierung sind diese Grundsätze Deutschlands für die Behandlung der KriegSgesangenenpost mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß nunmehr in Deutschland auch die ein- gebende Post der sranzösiichen Kriegsgefangenen erst 19 Tage nach ihrem Eintreffen ausgebändigr tvird. Diese Anordnung bleibr so lange bestehen, bis die Beschränkung der eingehenden Post der Kriegsgefangenen in Frankreich aufgehoben wird und die französische Regierung entsprechende Mitteilung hierher gelangen läßt. (W. T. B.) politische Uebersicht. Das unerreichbare Ideal. Das„Berliner Tageblatt" nimmt zur Kenntnis, was wir dieser Tage über ein Finanzprogrcrmm gesagt haben, wie wir es durch die gegenwärtigen Umstände für geboten erachten, und knüpft daran die folgende Bemerkung: Was hier jkizAert wird, das ist natürlich nur ein Ideal, das sich in dieser unvollkommenen Welt, und vollends nach einem schweren Kriege, nicht restlos verwirklichen läßt. Aber von einer grundsätzlichen Opposition der Sozialdemokratie gegen eine Steuerreform kann danaä) nicht die Rode sein. Wir wüßten nicht, inwiefern der schwere Krieg der Verwirk- lichung unserer Forderungen im Wege stehen sollte, und erwarten über diesen Punkt nähere Austlärung. Einstweilen sind wir der Meinung, daß gerade die jetzige Zeit nach einer Finanzreform in sozialdemokratischem Sinne schreit, und daß die Verwirklichung unseres Ideals mcht sowcchl an der Unvollkommcnheit der Welt, sondern höchstens an der Unvollkommenhoit der Liberalen aller Schattierungen scheitern kann. Sozialpolitische Zukunftspläne. Der Borstand der Gesellscbaft für soziale Reform hat vor kurzem eine Sitzung abgehallen, in der die Aufgaben der lünfiignl Sozialpolitik nach Beendigung de» Krieges besprochen wurden, über die Baurat Bernhard Bericht erstattete. Man einigle sich über folgende dringende Punkte, die die soziale Gesetzgebung zu lösen hat: 1. Gesetzlicher Ausbau der Arbeitsvermittlung für die beim- kehrenden Krieger und Kriegsbeschädigten. 2. Borberatungen für ein neuzeitliches soziales Arbeits- und Organisationsrecht einschließlich des Tarifvertrages und Einigungswesens. 3. Heimarbeitgesetz- gebung, in besonderem Hinblick auf die Mindestlöhnung. 4. Sozial- politische GegenseiligkeitSklauseln in künftigen Friedens- und Handels- Verträgen._ Landtagsersatzwahl. Frankfurt a. M., 89. Dezember.(W. T. B.) In der heutigen Ersatzwahl zum preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreise Wiesbaden 11(Frankfurt a. M.-Stadt) wurde Rechtsanwalt Dr. jur. Ludwig Heilbrunn- Frankfurt a. M.(Fortschrittliche Volkspartei) mit 815 von 818 abgegebenen Stimmen gewählt. Letzte Nachrichten. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 30, Tezember.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: Die Senussis haben bei dem Gefecht von Matruh hundertdreißig Engländer gefangen genommen. An der D a r d a n e l l e n f r o n t warfen am 29. De- zember ein Panzerschiff und ein Torpedoboot einige Gra- naten auf Anafarta und zogen sich zurück. Unsere Artillerie jagte ein Torpedoboot, das sich bei Ari Burun nähern wollte, in die Flucht. Bei Sedd ul Bahr in der Stacht zum 29. De- zember und am 29. sehr reges Bombenwerfen auf dem rechten und dem linken Flügel. Gegen Mittag beschossen während einiger Zeit zwei feindliche Schiffe unsere Stellungen am Zentrum, nachdem eines ihrer Flugzeuge sie beobachtet hatte. Der Feind brachte sodann drei Minen zur Explosion, darunter eine, die bei uns keinen Schaden anrichtete, sondern nur bei dem Feinde selbst. Die zwei anderen Minen zerstörten ein Grabenstück von 19 Meter Breite, dessen Trümmer in den Händen unserer Feinde blieben. Am 28. Dezember eröffnete das westlich von J>er ichehir verankerte französische Panzer- schiff„Suffren" das Feuer auf eine Batterie an der ana- tolischen Küste der Meerengen. Unsere Batterien erwiderten und trafen durch zwei Granaten den französischen Panzer, der von Flammen und Rauch umhüllt, sich entfernte. Am 28. Dezember, in der Nacht zum 29. Dezember und am 29. Dezember beschossen unsere Batterien in den Meerengen erfolgreich die Umgegend von Sßdd ul Bahr, die Aus- schiffungsstelle von Tekke Burun sowie die feindlichen Lager rntd Schuppen. Am 29. Dezember warf eins unserer Wasser- flugzeuge Bomben auf das feindliche Lager van Sedd ul Bahr ab, wo sie einen Brand Hervorriesen. Auf den übrigen Fronten keine Veränderung. Die Zählung der bei Ari Buru und Anafarta gemachten Beute ist noch nicht abgeschlossen. Besetzung einer griechischen Insel durch die Franzosen. Athen, 39. Dezember.(Vom Vertreter von W. T. B.) Die Franzosen haben die Insel K a st e l o r i s o mit 599 Mann besetzt und französische Bebörden eingesetzt, was hier unangenehm auffällt. Die Franzosen hoffen, von der Insel aus die Sicherheit an der türkischen Küste bedrohen zu können. Der Landung dürfte keine Bedeutung beigemessen werden, solange Saloniki nicht aufgegeben wird, da es dem Vicrverband für gleichzeigc Unternehmen auf fünf Fronten im Orient an Truppen fehlt. Die griechische Re- g i e r u n g hat gegen die Besetzung protestiert. Gewerksthastlickes. Brbeitsstreitigkeiten in Deutfthlanö unü Englanü während des ersten Kriegsjahres. Während die Rücksicht auf den Burgfrieden in Deutsch- land Arbeiter und Unternehmer veranlaßt hat. ihre Wirt- schaftlichen Kämpfe nach Möglichkeit zu beschränken, hat in Großbritannien diese Rücksicht keine eben lehr starke Rolle ge- spielt. Einen genauen zahlenmäßigen Nachweis über das Verhältnis der Arbeitskänipfe in den beiden Ländern zu ein- ander und im Vergleich zu früheren Jahren bringt das ..Reichs-ArbeitSblatt" in seiner letzten Nummer. Bei einem solchen Vergleich ist freilich zu berücksichtigen. daß in Deutschland alle Streiks gezählt werden, während' die englische Statistik die kleineren unberücksichtigt läßt. Ebenso ist die Berechnungsart der verloren gegangenen Arbeitstage eine verschiedene, für Deutschland ungiinstigere. Trotzdem standen in der Zeit vom 1. September l9l4 bis 31. August 1915 125 Arbeitskämpfen mit 10739 beteiligten Arbeitern und 378.-8 Kampftagen in Deutschland 511 Streiks und Aus- sperrungen mit 345 391 Kämpfenden und 2 957 700 Kamps- tagen in Großbritannien gegenüber. Die Streik- und Aus- sperrungsbewegung war demnach in England während des ersten Kriegsjahrcs etwa zehnmal so groß als in Deutschland. Noch stärker wirkt der Gegensatz, wenn wir das Ver- hältnis der Kriegszablen zu den Durchschnittszahlen früherer Jahre innerhalb der beiden Länder mit einander vergleichen. In Deutschland erreichte die Zahl der Arbeitskämpfe nur 4.8 Proz. der im Durchschnitt der letzten fünf Jahre ge- zählten, während die Zahl der beteiligten Arbeiter 3,3 Proz. und die der Kampftage sogar nur 0,3 Proz. dieses Durch- schnitts ausmachten. In England dagegen betrug die Zahl der Arbeitskämpfc 60,5 Proz., die der an den Kämpfen unmittelbar beteiligten Arbeiter 55,1 Proz. und die der Kampftage 19,6 Proz. des Durchschnitts der vorhergehenden fünf Jahre. In England hat vor allem die Heeresversorgung unter der starken Streikbewegung der Arbeiter zu leiden gehabt. Sie gaben Anlaß zur Bildung eines besonderen Munitions- Ministeriums, dem durch Erlaß eines Munitionsgesetzes am 2. Juli 1915 weitgehende Zwangsgewalt und Strafbefugnisse gegeben wurde._ veutsckes Neick. Staatsarbciter und Koalitionsrecht. Seitdem eine Konferenz von Ncgiernngsverirelern zur Fraae des KoalilionsrecktS der Eisenbahner Stellung genommen und die bayerische Regierung den Eiienbahneirevers beieirigt hat, nimmt die „Zeitung des Verbandes deutscher EHenbohnhandtverker und-Arbeiter" lTrier-Berltner Verband) in jeder Nummer Veranlassung. die sozialdemokratische Presse zu befehden und zugleich den Staats- regienmgen immer wieder den Vorwurf zu niachen, daß sie den Sozialdemokraten.Entgegenkommen" zeige, während sie auf be- s rechtigte Wünsche der Staatsarbeiterverbände nicht eingebe. In seiner neuesten Nummer versteigt sich nun das Eisenbahner- blatt zu der Bemerkung. dag die sozialdemokratische Partei aus ganz unsachlichen Motiven heraus sich auf einmal um die Elienbahner kümmere. Die sozialdemokratische Presse greife den Trier-Berliner Verband wegen feiner Stellung- nähme � zum Sraalsarbeiterrecht und wegen seiner Eingabe an den Staatssekretär des Innern an. verschweige aber das wesentlichste, nämlich, dag alle auf gewerkschaftlichem Boden stehenden Organs- sationen der Staatsarbeiter in dieser Frage lSraatsarbeiterrecht) einig sind.. Dazu ist zunächst zu sagen, daß die sozialdemokratische Partei sich nicht erst jetzt um die Äienbahner kümmert, sondern sich stets nach Kräften der Eisenbabner, sowie aller in Staatsbetrieben Be- schäfiigten angenommen bat. Ob die Motivs dazu unsachliche waren oder sind, darüber steht einem Blatt« ein Uriell nicht zu, das die Forderuinien, die die Sozialdemokratie im Interesse der Staolsarbeiter von jeder vertreten hat, anscheinend gar nicht kennt. Mit dem Hinweis darau». daß alle auf gewerkschaftlichem Boden siebende Organisationen der Staatsarbeiter in der Frage des Staats- arbeilerrechts einig ieien. facht der Trier-Berliner Dervand den An- ichein zu erwecken, als sei er selbst auch zu den gewerkschaftlichen Organisationen zu rechnen, wäbrend er sich immer mebr darauf ein- richtet, im neuen Deutschland eine Oiganisalion zur Beßämvfting der Sozialdemokratie zu werden. Die Soziatdemokratie bat ftels ibre Anhängerschaft auch unter den Staatsarbeitern zu vermehren gesucht Ganz selbstverständlich. Das wird sie ebenso iebstverständlich auch ferner tun. Nicht die sozialdemokratische Presie hat den Ver- band angegriffen, sondern sie weist nur die in dem Organ des Ver- Höndes gegen die Sozialdemokratie gerichteten Angriffe zurück. Nun wird weiter in dem Eisenbahncrblail getagt, daß der Ver- band„bei Erschaffung eines Staatsarbeiterrechts auch die Regelung des Koalitionsrechts mitgefordert" habe, was zum Beispiel der „Vorwärts" gar nicht zu beachten scheine. Wir wissen aber ganz genau, was der Verband unter Regelung des Koalitionsrc chis versteht. Diese Forderung deckt sich nicht mit der von den Gcwerkickaften geforderten Koalitionsfreiheit. Der Trier-Berlmer Effenbabnerverband konnte nur gedeihen auf dem Boden der Unfrei- beil. Nur weil es bisher in Preußen für die Eisenbabner kein Koalitionsrecht gab und weil den Eisenbahnern auch die Zugehörig- kcit zur Sozialdemokratie verboten war. konnte eine Organisation von der Art des Trier-Berliner Verbandes zu einiger Bedeutung ge- langen. Sobald den Eisenbahnern Koalitionsfrei- heil gegeben würde, wäre es mit der Herrlichkeit dieses Organisationsgebildes vorbei. Darüber ist sich die Vetbandsleiwng jedenfalls klar und deshalb ihr„Kamvi ge�en die Sozialdemokratie", in Wirklichkeit gegen die Koalitions- freiheit. und die Boi würfe gegen die Rcgwrung wegen»Begünsti- gung sozialdemokratischer Fmderungen". KuslanS. Der englische'Arbeitsmarkt. Der Arbeiter kort espo» denl des„Daily Telegraph" schreibt in einem Rückblick über das Jahr 1915, die Durchnittslöbne seien heute allgemein höher und der Prozentiatz der Arbeitslosigkeit geringer als tn irgend einer frühelen Periode. Dies sei hauptsächlich zwei Uriachen zuzuschreiben: erstens der großen Zahl von Arbeitern, die sich anwerben ließen und zweitens dem riesigen Bedarf an Munition, Kanonen. Gewehren, Geschossen utw. Die Löhne seien fffiätzungsweise um 1200000 Pfd. Sierl gebe Arbeit für jeden, der arbeiten ivolle Gelegenheit, sich ausbilden zu lassen. wöchentlich gestiegen. Es und für die ungelernten Mus Industrie und Kandel. Keine Ausfuhrbewilligung für schwedisches Renntierfleisch. Während der letzten Monate sollen nach„Stockholms Tagblad" zahlreiche Aufkäufer Norboltrn, Bästerboilen und Jämiland besucht und dort mit Renntierbesitzern Käufe über bedeutende Meirgen von Rennlieren abgeichlosfen haben zwecks späterer Aussuhr ans Schweden. Derartigen Austäufern ist indessen keine Ausfubrl>ewilligmtg erteilt worden, und diese Bewilligung dürste anch weiterhin während des Winters nicht erteilt werden, so daß die angekauften Mengen wahr« scheinlich in Schweden abgesetzt werden müssen. Daß norwegische ButtrrauSfuhrvcrSot ist. wie„Morgenbladet" meldet, im Staatsrat vom 23. Dezember ISIS ausgehoben worden. Wie Spinal mit den Schlächtern verfuhr. Da ihnen die seftgeietzten Höchiiprene zu niedrig waren, hatten die Schlächter in Epmal den Verkauf eingestelit. Die Stadt« Verwaltung richtete daraufhin eine städliiche Schlächterei em, die seit 14 Tagen zur ollgemeinen Zufriedenheit arbeitet. Wie„Hiimanilö" vom 20. belichtet, fingen daraufhin die Schlächter, die ihre Läden fest dem 30. November geschlossen hielten, Velhandlungen mit der Stadtverwaltung an sN. d. A.) Die serbische Währung. Die wirtschaftliche und finanzielle Frage bei der Besetzung Serbiens erscheint der„Morning Post" vom 21. Dezember als ein sehr inleressantes Problem. Ter Dinar ist eine serbi'che Münze, die in Friedenszeilen einen Werl von ungefähr B/, Pence bat. Heute weigeru sich die Dentichen, ihm überhaupt irgendwelchen Werl ,u- zuerkennen. Die Oesterreicher imd Ungarn nehmen den Silber- Dinar zur Hälfte des Preises. Für Nickel und Kupier vergüten sie nur den Mclallweri. Den Deutschen in Serbien wurde die An- nähme des Dinars in irgendwetcher Form verboten. Bis vor kurzem nahmen die Bulgaren Papiergeld zum halben Preise an. aber heute wollen sie es nicht mehr haben. Nur serbische Silber- und Rickelmünzen sind in Bulgarien zum halben Preise in Umlauf. Das bulgarische Parlament beschloß, das serbische Papiergeld in Bulgarien nicht zuzulassen, da die serbische Regierung den Gold- Vorrat von öl Millionen Dinar fortnahm. Wenn die serbische Re- gierung die umlautenden Noten im Werte von 380 Millionen nicht einlöst, würden die Bulgaren selbst bei einem Diskont von 50 Proz. stark verlieren. Die serbischen Noten werden daher mir noch in Un- garn angenommen, wo sie gegenwärtig noch die Hälfte ihres Nenn- wertes haben._ FreiretigiSte wemetnve. Ionnabend, den 1. Januar 1916, vor- mittags 11 Ubr, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag des Herrn Dr. H. Hasse:„Am Ansaitg war das Wort". Sonntag, den 2. Januar, Herr Dr. C. Schmidt:„Ucber den menschlichen Verstand". Märkische Spielvereinigung. Bezirk Groß- Berlin. Weißensec— Frisch-Frei, Tegel— Eiche, Köp. R. B. C.— Lichtenberg Rummelsburg— Fichte IX. Fichte XVI l— Fichte III. Velten— Fichte Xll, Jugcndgruppe. Fickste IX— Jahn. Frisch-Frei— Adlers hos. Velten— Fichte III. NcntöLn— Schöneberg. Theater. Direktion: Max Remhardt. 8 Uhr; Der Stern von Bethlehem. Sonnabend: Der Stern v. Bethlehem Nachm. 3: Der Stern von Bethlehem. Sonntag: Der Stern von Bethlehem. Nactm. 3• Der Stern von Bethlehem. Kamm erspiele. 8 Uhr: Der Wclbstoufel. Sonnabend: I>er Vater. Nachm. 21/!. Uhr(kleine Preise): Wetterlenchten. Sonntag: Der Weibsteufel. Nachmrl'/j(kl. Pr.): Wetterleuchten Volksbühne. Theater a. Bülowpl. Freitag, Sonnabend. Sonntag: 8 Uhr; Das Mirakel. Dir. Meinhard Bernauer. Theater i. d. König�rätzerstr, 8 Uhr: Rausch. Komödienhaus. 8 Uhr: Die rätselhafte Frau. Beniner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. Lessing=Theater. Direktion; Victor Barnowsky. T1/,!!.: Komödie der Worte Drei Einakter von Artur Sohnitzler Sonnabend: Kaiser und Galiläer. Deutsches Künstler-Theater. 71/a U.: Die selisie Exzellenz. Morgen und folgende Tage; 8 Uhr: Die selige Exzellenz, URANIA Taabenstr. 48/49. 4 Uhr(halbe Preise): Der Isodzo und Oester- reicbs ÄdriakQste. 8 Uhr; Im Kampfe Dm KcDstantinopel Theater für Freitag, den 31. Dezember. Montls Operetten-Theater 4 Uhr: Dornröschen. 8 uhr: Der Weltenbunimler. Deutsches Opernhaas Charlottbg. 8 uhr; Die Fledermaus. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 7'/. Uhr: Zum 1. Male: Der ptiftige Kadett Äl Gebr. Herrnfeld.Th.at.. 8 uhr Rosenblatt's Geheimtip Kleines Theater, 8 uhr: Henriette Jaeoby. Komische Oper. 31/, Uhr: Der tapfere Elan. 8 Uhr; Jung muB man sein. I-nstspielhans. 8'U Uhr: M W WIIM �etropol-Tkegtel- s uhr: Die Kaiserin T(Siak Sonnabd. u Sonnt. 3 Uhr: Martha. Residenz Theater Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Sonnnab. 3!/4ü.: D. Schöne v. Strand. Schiller-Theater O. s uhr: JunDbrunnen. Schlller-Th.Chariottenbg. z. i.m.: Zwei glückliche Tage. Thalia-Th eater. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am Tlollendorfpl. 3'it Ubr: Romeo nnd Julia. 81/« Uhr: Immer feste drnfl! Theater des Westens 8 Uhr: d. Fräulein?. Amt mit Guido Thielscher. Trlanon Theater. 8-i.U.: 1 Luisen-Theater. Täglich 8.15 Uhr, Sonntags 8 Uhr: Beltelstudenten. ©onnah. 3 u.; Der Küttenbesllzer. IX- D- Glöckner v. Notre-Dame Casino- Theater Lothringer«kr. 37. ?fen! Ken! Tagt. 8 Uhr: Xen' Was machste tut? Posse in 3 Auszügen von Hans Berg Dazu das erttkl. Spezialiiätenprog: Am t. u. 2. Jan. 1916. nachm. 4 Uhr Familie 8ehnase. Rose-Theater. 8'/. Uhr: Hans mein Schofför. Morgen: Hans mein Schollör. Walhalla-Theater. 8 mr- Lieb Vaterland. S«imb.3U.: Oer Kaufmann v. Venedig. T oigt-Tli eater. Badstr 38. Badstr. 58. Freitag, 3t. Dezember 1915: Das Diid der Mutter. Sonnab. I. Jan.811.: D. Bild d. Mutter. Sonnt. 2. Jan., 8 U: Bin verlor. lehen. An be d. Tagen Nachm.-Volstcllungen. Kasscneröffn. 7 Uhr. Ansang 8 Uhr tmsiBusch Heute, Silvester gagr je s-ma gr."Vorstelinngen * NachnriOags' 1 1 1 1 Kind frei,| 8 j weitere 1 Uhr l halbe Preise. . Vorstell., auch namT mittags ungekürzt, das neue grohe PrunKausstattungsstück Ein -'- Wtoter- märeben Weibnachts- spret in 5 Akt v.PaulaHulch nach d. Mysterien des Aittelaiters. «ußerd. vorher in beid. Vorstell.: vis Schlager des Fest» Programms. Vorverk. a.f. Nachm. tagl. ab 101)(gj Eetzter Tag! Grete Wiesenthal und der reichhaltige Dezember- Spielplan. Außerdem: „Flotte Bursche44 Operette i. 1 Akt v. P.v. SuppA. Mitwirkende: Else Berna— Lotte Werkmeister v. Thalia Theat a. Q. Käte Hansen— Steffi Walidt Gustav Matzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— Jan Paul S1/,(Folies Oaprice) 81/« Melonenbaum. Posse mit Gesang v. Theo Haiton. Meschugge ist Trumpf Posse in 2 Akten v. Leonh. Haskel mit Leonh. Haskel n. Siegfried Berisch. Heute Silvester— Anf. 8 Uhr. ChrenoAbend für R. Steidl. (Besonders gewähltes Progr.) Am 1. und 2. 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Hunöesratsyerorönung betreffend Invaliden- und l)tnterbliebenenversicherung Der gestern Abend erschienene„Reichsanzeiger" der- össentlicht folgende Bekanntmachung des Bundesrats über die Anrechnung von Militärdienstzeiten und die Erhaltung von Anrvartschaften in der Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung. Z 1. Während des gegenwärtigen Krieges in deutschen oder österrsichisch-ungarischen Diensten zurückgelegte Militärdienstzeiten <§ 1393 Abs. 1 Nr. 1 und 2 der Reichsversicherungsordnung) werden Bersicherten, deren Anwartschaft aufrechterhalten ist oder gemäß dieser Verordnung aufrechterhalten wird, welche aber die Voraus- setzung des§ 1893 Abs. 2 der Reichsversicherungsordnung nicht erfüllt haben, als Zeiten freiwilliger Versicherung angerechnet, ohne daß Beiträge entrichtet zu werden brauchen. Dabei gelten die entsprechenden Wochen, wenn zu- letzt vorher, nicht nur vorübergehend, gültige Selbstversicherungs- beitrage entrichtet wurden, als Selbstversicherungsbeiträge, andern- falls je nach der Art der zuletzt vorher gültig entrichteten Beiträge als zur fortgesetzten Selbstversicherung oder zur Weiterversicherung geleistete Wochenbeiträge der Lohnklasse II. 8 2. Soweit während des gegenwärtigen Krieges die Bei- tragsleistung zur Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung in- folge von Maßnahinen feindlicher Staaten gehindert ist, dürfen für Versicherte deutscher und össtwreichisch-ungarischer Staatsangehörigkeit Beiträge, deren Entrichtung wegen Ablaufs der in den §§ 1442, 1443, 1444 Abs. 2 der Reichsversicherungsordnung vorgesehenen Fristen nnzulässtg sein würde, noch bis zum Schlüsse desjenigen Kalenderjahres nachentrichtet werden, das dem Jahre folgt, in dem der Krieg beendet ist. Für freiwillige Beiträge, die beim Eintritt der Behinderung wirksam nachentrichtet werden konnten, gilt der Absatz 1 nur in dem Umfang, in dem sie zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft (§§ 1280, 1282 der Reichsversicherung) erforderlich sind. In demselben Umfang ist die Nachentrichtung freiwilliger Bei- träge in den Fällen der vorhergehenden Absätze auch nach einge- tretener Invalidität zulässig. Z 3. Für Versicherte, die während des gegenwärtigen Krieges in deutschen oder öskerreichisch-ungorischen Diensten militärische Dienstleistungen verrichten, dürfen Beiträge, die bei dem Be- ginne der Dienstleistungen noch wirksam. nachentrichtet iverden konnten, wenn es sich um Pflichtbeiträge handelt, in dem nach 8 2 Abs. l, wenn es sich um freiwillige Beiträge handelt, in dem nach 8 2 Abs. 2 und 3 zulässigen Umfang nachentrichtet werden. 8 4. Die Verjährung nach 8 29 Abs. 1 der Reichsversicherungs- ovdnung läuft bei rückständigen Pflichtbeiträgen nicht vor dem Zeitpunkt ab, bis zu dem sie gemäß den 88 2, 3 nachentrichtet werden dürfen. 8 5. Die Nachentrichtung freiwilliger Beiträge gemäß 8 2 Abs. 2 und 3 und 8 3 ist nur in der ersten oder zweiten Lohn- klaffe zulässig. Bezüglich der Entrichtung höherer als der gesetzlichen Beiträge für Zeiten versicherungspflichtiger Beschäftigung verbleibt es bei den besteheirden Vorschriften. 8 6. Beiträge, welche für die nach 8 1 anrechnungssähigen Mililärdieustzeiten zur fortgesetzten Selbstversichcrung oder zur Weitcrversicherung geleistet worden sind, werden dem Versicherten ohne Zinsen erstaltet, wenn dies bis zu dem im 8 2 Abs. 1 bezeichneten Zeitpunkt beantragt wird. Bei Streitigkeiten gelten die 88 1459, 1462, 1463 der Reichsversicherungsordnung entsprechend. Wird auf dix Erstattuug VLLzichtetiwder. die.Antragsfrist- nicht wahrgenommen, so bleibt§ 1 für die durch. Beiträge belegten Zeiten außer Anwendung, sosern dies für den Versicherten günstiger ist. 8 7. Die Vorschrift des 8 1420 Satz 2 der Reichsversichernngs- ovdnung steht den Versicherten in den Fällen der 88 2, 3 nicht entgegen, wenn der Umtausch der Ouiitungskarte bis zu dem im 8 2 Abs. l angegebenen Zeitpunkt nachgeholt wird. 8 8. Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. August 1914 in Kraft. Soweit ihre Vorschriften hiernach anzuwenden sind, bildet ihre Nichtanwendung auch dann einen Revisionsgruud(8 1697 der lHeichsversicherungsordnung), wenn das Oberversicherung samt sie noch nicht anwenden konnte. Soweit vor ihrem Jnkrastireten Ansprüche rechtskräftig ab- gewiesen worden, sind, während sie nach Dkaßgabe der Vorschriften dieser Verordimiig begründet sein würden, bildet die Nichtan- Wendung dieser Vorschriften einen Grund zur Wiederaufnahme des Versahrens im Sinne der§8 1722 ff. der Reichsversicherungs- ordnung. flus Oer Partei. Zur Stellungnahme des Genossen Rühle. In der bürgerlichen sowohl wie in der Partciprcsse werden aus einem Artikel des Genossen Rühle in der„P i r n a e r Volkszeitung".„Zur Spaltung der Fraktion die beiden nachfolgen- den Stellen zitiert: „Das ist ein Ereignis von großer Tragweite für die künftige Entwickclung der deutschen Sozialdemokratie. Denn wenn auch die Spaltung der Fraktion zunächst noch nicht die Spaltung der Partei ist, so steht für mich und viele andere doch außer Zweifel, daß diese folgen muß, weil sie nach Lage der Dinge unvermeid- lich geworden ist." Weiterhin schreibt Rühle: „Und ich weiß, daß in der Partei viele Tausende mit mir die Spaltung der Fraktion sehnlichst herbeiwünschten, daß sie das nun eingetretene Ereignis als einen verheißungsvollen Auf- schwung der Kraft unserer Partei aus tiefer und unwürdiger Ohnmacht begrüßen, ja daß sie die unausbleibliche Spaltung auch der Partei zur Vorbedingung für ihre fernere Betätigung als Kämpfer in den Reihen der Sozialdemokratie machen." An diese Zitate knüpft sich dann eine Polemik gegen Rühle, bei der auch die Blätter der Minderheil die Rühleschen Gedanken ablehnen. So schreibt die„Leipziger V o l k s z e i t u n g": „Wir haben die„Pirnaer Volkszeitung" nicht zur Hand, können daher den Artikel nicht im Zusammenhang prüfen. Di« von der„Dresdener Volkszeitung" zitierten Stellen sind indessen so unzweideutig, daß über die Absichten Rühles kein Zweifel bleibt. Wir bedauern sie und lehnen sie entschieden ab. Die Ablehnung der KriegSiredite und die Erklärung der 20 Abgeord- neten haben jedenfalls uiit diesen Absichten Rühles nichis zu schaffen. Solange sich keiner der andern 19 Abgeordneten aus- drücklich Rühle anschließt, dürfen wir annehmen, daß sie sämtlich seinen Plan aus Parteispaltung entschieden ablehnen und ver- urteilen. Daß viele andere und viele Tausende in der Partei mit Rühle die Spaltung wünschen, bezweifeln wir sehr; jeden- falls haben die Parteiorganisationen, die sich für das selbständige Vorgehen der Minderheit aussprachen, alles andere als die Absicht, die Partei zu spalten." Auch unser Solinger Parteiorgan äußert sich ab- lehnend; es schreibt: „Was wir gestern bezüglich des Genossen Legien schrieben, gilt natürlich auch für Rühle. Wir haben den Artikel Rühles nicht selbst gelesen, nehmen aber an, daß das Zitat richtig ist. Als Blatt, das aus dem Boden der Minderheit steht, wollen wir nur erklären, daß wir diese Auffassung Rühles als undiskutabel ablehnen." Und in demselben ablehnenden Sinne urteilt die„Bremer Bürger-Zeitung": „Rühle hat leider recht, wenn er von anderen Genoffen— ob es Tausende sind, wissen wir nicht— behauptet, sie sehen nur in der Trennung von der Partei die Möglichkeit, ferner noch Sozialdemokrat bleiben zu können. Wir halten diese Auf- fassung für eine Ueberspannung, die wir wohl begreifen, aber nicht mitmachen können. Für uns ist eine Lösung der bestehen- den starken Spannung auch in anderer Weise denkbar als durch eine Spaltung. Wir wünschen sie nicht, sondern bekämpfen jeden, der sie zum Ziel seiner Parteitätigkeit macht. Man sieht, auch hier berühren sich die Extreme von rechts und links.—" Die von der Parteipresse wiedergegcbenen Sätze stehen in der Tat, wovon wir uns durch eine nochmalige Lektüre der beiden Rühleschen Artikel überzeugt haben, in den betreffenden Nummern der Pirnaer ,, Volkszeitung". Trotzdem glauben toir den Genoffen Rühle gegen den Verdacht in Schutz nehmen zu sollen, daß er in der Tat auf eine Spaltung der Partei„hinarbeite". Rühle sieht allerdings in der bloßen Geschlossenheit der Partei nicht das Heil der Bewegung. Schreibt er doch— und zwar gerade zwischen den beiden zitierten Sätzen—:„Ich bin bisher der ketze- rischen Ansicht gewesen und habe darin auch wahrend des Krieges nicht umgelernt, daß unsere S tze g ha f t i g k e i t ihre einzige Garantie besitzt in der Festigkeit und Unver- rückbarkeit unserer Prinzipien. Gibt man sie preis, wird alle Einigkeit und Geschlossenheit der Parte: zur hohlen äußeren Form, die ebensowenig zum Siege führt, wie sie vor dem schließlichen Zusammenbruch zu bewahren vermag." Rühles Auffassung und Ansicht ist also nicht, daß die Partei ge- spalten und auseinandergerissen werden müsse, sondern er ver- tritt lediglich, wenn auch nicht immer mit geschickt gewählten Worten, die Ansicht, daß das geistige Rückgrat der Partei und das beherrschende Prinzip ihrer ganzen Politik die alten sozial- demokratischen Grundsätze zu sein hätten. Als solches Prinzip fordert er den„unerbittlichen und ununterbrochenen Kampf gegen die Mächte des Kapitalismus". Er schließt seinen Artikel mit den Worten: „Will die Mehrheit ebenfalls kämpfen, so ist ihr Platz an der Seite der Minderheit. Bleibt sie Seite an Seite mit den Todfeinden des Proletariats, so wird die Minderheit allein die Kampffront behaupten müssen. Die Massen aber werden dann in ihrer Gesamtheit begreifen, daß der Disziplinbruch der Frak- tion nichts anderes war als... die Wiederaufnahme des ...., der einzig zum Siege des Sozialismus führt." Schon seit Geraumen ist ja bekanntlich von manchen Gewert- schaftsführern und auch anderen Parteignossen, z. B. Konrad Haenisch, der Wunsch ausgesprochen worden, daß die Vertreter der, wie selbst Kolb bezeugt, den alten Ausfassungen und Grund- sätzen der Sozialdemokratie anhängenden Genossen aus der Partei ausscheiden möchten. Rühle ist seinerseits der Auffassung, daß die sozialdemokratische Partei eine grundsätzliche Politik zu betreiben habe, ohne Rücksicht daraus, welche Konsequenzen daraus gewisse unverbesserliche Anhänger des Umlernens ziehen könnten. Wir halten die eine Lesart für ebenso überflüssig wie die andere. Selbstverständlich werden alle Mitglieder der sozialdemokratischen Partei bei der späteren Auseinander- setzung innerhalb der Partei bei Festlegung der neuen politischen Grundlinien nur ihrem Gewissen folgen. Aber wir sind zugleich der festen Usberzeugung, daß die Verhältnisse selb st und der aus dem Massen willen sich geltend machende Drang so stark sein wird, daß die Gefahr einer Parteispaltung gar. nicht in Frage kommen, kann. Wir sind in dieser Beziehung Optimisten, gerade weil wir von der Unverwüstlichkeit der alten sozialdemokratischen Grundsätze fest durchdrungen sind. Deshalb hätte auch Genosse Rühle besser getan, wenn er seinen Gedanken eine Form gegeben hätte, die weniger leicht Mißdeutungen Vorschub geleistet hätte. „Es ist einfach zum Heuleu!" Im„Hamburger Echo" gibt Genosse Konrad Haenisch in zwei Arnkeln semer Unzufriedenbeit mir den augenblicklichen Zu- ständen innerhalb der Partei Ausdruck. An sich freilich kerne besonders aufregende Talsache; denn unzufrieden mit den Zuständen in der Partei war Haenisch, als er noch in Dortmund mit radikalen Prinzipien und großen Worten den Bannstrahl gegen die rss-Revi« sionisten forderte. Unzufrieden ist er. seit er nach dem großen Um- lernen im„Hamburger Echo" mit etwas weniger Prinzipienfestigkeit aber noch tviienderen Worten die Schale seines Zornes über die ßs-s Nichtumlerner ausgießt. Ein neuer Artikel Haenischs ist also wahrlich kein aufregendes Eieignis. Wie eine gute Heime iast tag- lich ibr Ei produziert und eines dem anderen äbnelr, so gehen dem guten Haenisch die Artikel ab. Stets dieselben tönenden Worte, der gleiche— na, sogen wir Inhalt. Diesmal aber ist es anders. Neue Register werden auf- gezogen. Dröhnenden Schrittes schreitet der streitbare Held— natürlich nur der Feder— daher. Mit starker Faust packt er das Otterngezücht Opposition, das nur daran schuld sei. wenn wir letzten Endes um alle„weltpolitischen, innerpolitischen und sozialpolitischen Früchte der Politik des 4. August" kommen.„Es ist einfach zum Heulen!" ruft Haemich entsetzt über so böie Freveltat aus.„Land- gras werde hart!" ist sein Feldgeschrei. Mit dem Landgrafen meint er die Mebrbeit des Parieivorstandes, die ihm im Kampfe mit der Opposition zu weichmütig ist. Sieht eS doch nach Haenischs Meinung so aus. als ob die Steuerleute der Partei die Führung verloren bäiten, als ob statt des stolzen Parteischtffes manchmal ein hilfloses Wrack auf den Wellen treibe. Am schlechtesten in dieser Kritik der Parteiverhältnisse durch den Oberlehrer des Umlernens kommt selbstredend der„Vorwärts" weg. Das„Zcnlralunglück der Partei", wie ihn Haeniich in geistvoller Weise nennt, ist die Wurzel alles Uebels. Hat der„Vorwärts" es doch sogar— aus den unseren Lesern bekannten Gründen— ge- wagt, die Zuschrift aus dem Patteivorstandsbureau nicht zu ver- öffentlichen. Wir begreifen den Schmerz Haenischs; behauptet doch die Fama, daß ein ihm sehr gut bekannter Landtags- abgeordneter bei der Geburt de» parteioffiziösen Kindes nicht ganz unbeteiligt gewesen sei. Gegen das.sogenannte Zentralorgan" gibt es nach Haenischs Meinung nur noch ein Mittel: Der Partei- auSichuß, der in den nächsten Wochen zusammentritt, müsie dem „Vorwärts" den Charakter als Zentralorgan absprechen. Wenn das auch nicht zu den Kompetenzen des Ausschusses gehöre, so dürfe er sich daran nicht kehren, denn die außergewöhnliche Lage der Partei erhei'che außergewöhnliche Mittel. Stolz ob solcher Kühnheit, ichließt Haenisch seine Artikel, die freilich noch manches andere enthalten, was zum xien Male bereits bester von dem Genossen Lensch geschrieben wurde, mit dem großen Wort: „Im Ansang war die Tat I" Uns will scheinen, es wäre besser gewesen, er hätte mit dem Titel des Schwankes»Immer feste druff!" geendet._ Staötverorönetenversammlung. 28. Sitzung vom Donnerstag, den 30. Dezember 1916, nachmittags 5 Uhr. Der neuen Geschäftsordnung der Stadtverordneten bat der Magistrat seme Zustimmung erteilt. Für die Freilegung des Rolandusers wird die freihändige Erwerbung des Grundstücks Stralauer Str 66 beschlossen. Zum Zwecke der gegenseitigen Unterstützung und Förderung bei der A r b e i t s v e r m i t r e l u n g und um der jetzigen UnÜbersicht- lichkeit des Arbeilsmarkies zu steuern, haben die Provinz Branden- bürg und die Stadt Berlin gemeinsam mit anderen Gemeinden und den' wichtigsten Arbeitgeber- und Arbeiterverbänden eine Zentral-- a u s k u n f t s st e l l e der Arbeitsnachweise für Berlin und die Provinz Brandenburg für die Dauer des Krieges und für die nächste Zeil nach Abschluß des Friedens ins Leben gerufen. Dieie Stelle soll insbesondere eine Verständigung über die Lage des Arbertemarkles und einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage herbeiführen, sowie nach Friedensschluß die Durchführung der Ar- beitsvermittelung für die aus dem Felde heimkehrenden Krieger fördern. Die Beaufsichtigung der Zentralstelle führt ein Beirat, in dem das Oberpräsidium, die Provinz Brandenburg, die Stadt Berlin und der Verband Märkiicher Arbeitsnachweise durch je einen Verlreler, die Groß-Berliner Stadtkreise durch zwei, die Stadt- und Landkreise der übrigen Provinz durch drei, die Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- vereinigen durch je vier Vertreter repräsentiert werden, während die besonderen Angelegenbeiten der Groß-Berliner Gemeinden durch einen eigenen Ausschuß selbständig bcbandelt werden sollen. Der Magistrat ersucht die Versammlung um ihr Einverständnis und um die Bewilligung eines Zuschusses von 3700 M. zu den Kosten, lieber die Art, wie die Zentralauskunfisstelle thre Autgaben erfüllen soll, sind„Richtlinien" aufgestellt. Außer den schon ge> nannten Korporationen usw. sind an der Begründung der Zentral- stelle die Städte Charloilenburg, Neukölln, Kottbus und Lücken- walde, die Vereinigung der Deutschen Arbetlgeberverbände, der Verband der Baugeschäfte Groß-Berltns. die Gewerkichaits- kommiision für Berlin und Umgegend, der Verband der Deutschen Gewerkvereine und das Kartell' der Christlichen Gewerkschaften be- teiligt. Siadtv. 9 stoß nehme rats. Dieser e t t i g(Linke) beantragt Ausschußberatung. An- man an 8 6 der Geschäftsordnung des Bei- 8 6(der über die Einsetzung des besonderen Ausichusses iür die besonderen Groß-Berliner Ängelegeitbeiteit durch den Beirat Bestimmung trifft) räume erfreulicherweise den Gemeinden Groß-Berlins ganz bedeutende Rechte ein. hob sie aber durch den letzten Absatz vollständig wieder ans, indem dieser beiage:„Der Beirat kann Beschlüsse des Ausschusses beanstanden." Wer die Ver- Hältnisse in den Piovinzen kenne, wer die Zusammensetzung des Provinzialausschusses studiert habe, werde sich sagen, daß bei Ab- stünmungen die Vertretung Groß-Berltns im Ausschusse immer in der Minderheit bleiben werde. Stadtv. Brückner(Soz): Wir bitlen Sie, der Vorlage vor- behaltlos zuzustimmen. Sie ist das Produkt der Beratrntgen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen und der beteiligten Behörden; die Beschlüsse sind dort e i n st i m m i g gefaßt worden, und gerade diese Einstimmigkeit bürgt auch dafür, daß die Interessen Berlins nicht zu kurz kommen. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wird die Vorlage einem Ausschuß überwiesen. Dem Zentralverein für Arbeitsnachweis wird zur Balanzieruitg seines Etats für 19l6, der mir einem Fehlbetrag von 89 820 M. abichließt. eine außerordentliche Beihilfe von 39 820 M. aus städtischen Mitteln bewilligt. 50 000 M. stellt dein Verein die bei ihm emgerichieie Ärtegswerkstätte zur Verfügung. s Für die Berliner R ies e lf e.l de r w i r l s ch a f t soll ein Bauerngut in Sputendors erworben werden. Der Kaufpreis beträgt'309 363 M. Für die Kosten der Kartoffelvorrats-Ermittelung vom 21. Dezember 1916 sind 4600 M. vorschußweise verausgabt worden. Die Versammlung spricht die nachträgliche Bewilligung aus. Der Vorsteher Michelet weist in seiner Schlußaniprachc darauf hin, daß der bisberige Stadlverordnete D u p o n t(Soz.I nach 16 jähriger Mitgliedschaft wegen Verzugs nach außerhalb aus der Versammlung ausscheidet, und spricht ihm unter allgemeinem Beifall für seine eifrige und erfolgreiche Mitivtikung an den Aufgaben der städtischen Verwaltung den besonderen Dank der Versammlung aus. Schluß 63/4 Uhr. Berufung au den Parteitag. Gegen den Beschluß der Kontrollkommission über die Beschwerde der alten Sozialdemokratischen Vereine Stuttgart und Göppingen gegen den Parteivoistand haben die Beichwerdeinhrer Berufung an den nächsten Parteitag eingelegt. Damit ist es sicher, daß sich der nächste Parteitag auch mit dem württembergischen Parteikonfltkl be- jchäfligen wird. flus Groß-öerlin. Beköstigungsgelder für die Heimaturlauber. Wie wir bereits mitgeteilt haben, hat der Kriegsmintster ver- fügt, daß den Heimaturlaubern in Zukunft Beköstigungsgelder nach 8 16 der Kriegsverpflegungsvorichrifl gezahlt werden sollen. Diese Maßnahme ist eine recht verständige und ist allieitig freudig begrüßt worden. Soweit die Stadt Berlin in Frage kommt, ist die Em- teilung so getroffen, daß Urlauber, die in den Stadtbezirken IL bis VIllL wohnen, das Beköstigungsgeld an der Kassenverwaliung des 2. Garde-Regts. z. F., Friedrichstr. 107, und diejenigen der Stadt- bezirke IX— XIII L an der Kassenverwaltung des Kaiser-Alexander- Garde-Grenadier-Regts Nr. 1, Prinz-Friedrich-Karl-Str. 1/3, erhalten Bisher erhielten die Heimatutlauber in bestimmten Fällen in ver- schiedenen Unterstützungskommissionen aus dem Sammelfonds eine Unterstützung, in manchen Komnitssionen gab es nichts, zumal auch die Mittel knapp waren. Jetzt hat der Berliner Magistrats- kommisiar für Mtliiärangelegenheiten die Steuerkosien angewiesen, an die Urlauber Sonderunterstützungen zu gewähren, da der Kriegs- minister die Sache generell geregelt hat. Dabei hatte man es so eilig, zu versügen, daß allen bereits aufgenontmenen und bewilligten Anträgen nickt mehr stattzugeben seien. Das war etwas vor- eilig, da eine große Anzahl Urlauber wieder abgereist sind, aber die Mittel der Familien mit verbraucht haben und Beköstigungögelder nicht mehr erheben tonnten. Es hätte nichts verschlagen, wenn in diesen Fällen noch Hilie geleistet worden wäre, zumal auch die Herren Bezirksvo- sicher durch die magistratliche An- ordnung in eine sehr mißliche Lage gebracht werden. Es ist an sich sehr gut, wenn schnell gearbeitet wird, im vorliegenden Falle aber war man zu schnell bei der Hand. Silvester und am Neujahrötag fällt die juristische Sprechstunde aus. Tie nächste Sprechstunde findet am Montag, den 3. Januar, von 4—7 Uhr statt. Als fleischloser Tag für die Gastwirtschaften gilt der heutige Freitag, während der Wurst- und Fleischverkauf durch die Lebensmittelhandlungcn und Schlächter gestattet ist. Wie Zeitungen zu berichten wissen, können in Gastwirtschaften nach 12 Uhr Fleischspeisen verabreicht werden, da mit diesem Zeitpunkt der neue Tag anbricht. Allerdings unter der Voraussctzlmg, daß der betreffenden Gastwirtschaft die Polizei- stunde bis 1 Uhr bewilligt ist. Wie ini Vorjahre müssen die Gastwirtschaften mit Eintritt der für sie geltenden Polizei- 1 stunde schließen. Schluß der städtischen Bureaus. Heute Freitag, den 31. Dezember, werden sämtliche städtischen Bureaus und Kassen um 1 Uhr geschlossen. Auf die ärztliche Versorgung der Angehörigen der Kriegsteilnehmer bezieht sich eine Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion der Stadtverordneten, die gestern der Stadtverordnetenversammlung übermittelt worden ist. Danach wird der Magistrat um Auskunft über den Stand der Verhandlungen bezüglich der ärztlichen Ver- sorgung der Angehörigen der Kriegsteilnehmer ersucht. Die versiegelte Tür. Die Sucht mancher Arbeitgeber, wegen der geringsten Vergehen gleich zum letzten Mittel des HinauSwurfs des Angestellten zu greisen, fand gestern vor der 4. Kammer des Berliner Kaufmanns gerichis eine scharfe Zurückweisung. Anlaß dazu gab die Klage der 17jährigen Kontoristin Frida T. gegen das Konfektionshaus Alex. Roth u. Goldschmidt wegen sofortiger Entlassung. Zu den Obliegen- heiten der Klägerin, die ein Monatsgehalt von 50 M. bezog, geHorte es, die Kontrolle über die ein- und ausgehenden Personen auszuüben. Erst wenige Wochen bei der Firma in Stellung, passierte ihr bei Wahr- nehmung dieser Tätigkeit das Versehen, daß sie einen von der Feuerpolizei vorgeschriebenen Notausgang benutzte und dadurch das Siegel an der Tür löste. Sie erschrak heftig und meldete unverzüglich bei der Geschäftsleitung, daß das Siegel an der Tür gelöst sei. Das gab dem Inhaber der Beklagten, G., Veranlassung, die schwersten Be- schimpfnngen und Beschuldigungen gegen das gänzlich eingeschüchterte junge Mädchen auszustoßen, und es zum Schluß aus dem Hauie zu jagen. Als am nächsten Tage die Muller ins Geschäft ging, um in ruhiger Weise die Angelegenheit zu schlichten, wurde sie vom Inhaber mit Püffen in den Rücken aus dem Geschäftslokal gestoßen. Vor Gericht verteidigte der Inhaber der Firma sein Vorgehen damit, daß dieKlägerin einen Vertrauensposten innehalte und darum besonders achtiam sein mußte. Das besonders Schwere des Vergehens erblickt G. darin, daß Frl. T. nur meldete, das Siegel sei gelöst, und nicht sofort hinzufügte, daß sie selber es getan habe. Ein solches Vergehen könne nur mit sofortiger Entlassung bestraft werden. Demgegenüber betonte die Klägerin, sie wäre, als sie das zerbrochene Siegel sah. so bestürzt gewesen, daß sie nur die Worte„Das Siegel ist gelöst" im ersten Moment herausbringen konnte. Als sie wieder zu sich kam, habe sie ohne weiteres die eigene Unachtsamkeit zugegeben. Das Kaufmannsgericht hielt die sofortige Entlassung der Klä- gerin nicht für begründet. Diese Auffassung begründete es wie folgt: Wenn man einen Vertrauensposten einem siebzehnjährigen Mädchen einräume und dies Vertrauen mit 50 M. Monatsgehalt ent- lohne, so müsse man auch damit rechnen, daß dem jungen Mädchen auch mal ein Versehen unterlaufe. Für das Versehen verdiente Klägerin eine ernstliche Rüge, aber nicht den sofortigen Hinauswurf. Abgesehen vom rechtlichen und rein menschlichen Standpunkte, müsse man auch vom kaufmännischen Standpunkt zu diesem Ergebnis kommen. Wohin sollte eS, besonders in der jetzigen schweren Zeit, führen, wenn jeder Prinzipal bei dem kleinsten Versehen gleich mit der uitirn» ratio kommen und ein junges Mädchen ohne weiteres auf die Straße setzen wollte. Das müsse immer der letzte Behelf bleiben, wenn alle anderen Mittel, wie Verwarnungen usw. versage».— Der Vorsitzende hob ausdrücklich hervor, daß auch die Prinzipalsbeisitzer dieser Auffassung seien. Der Vorwurf des„Soldatenkollers". Als unentwegte Soldatenfreundinnen zeigten sich gestern die Schwestern Lisbeth und Anna Z. vor der 3. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Die beiden Mädchen waren als galizische Flücht- linge nach Berlin gekommen imd fanden in einem Patzenhofer Aus- schank des Gastwirts Meier Stellung. Bei Verabreichung des Bieres wollte der Inhaber beobachtet haben, daß die Mädchen den im Lokale verkehrenden Soldaten ihre Gunst mehr zuwandten, als dies mit den Geschäftsinteressen sich vereinen ließ. Bei den Kriegern kam es den Mädchen offenbar mehr auss „Schenken" als aufs„Schaaken" an. Als dem Wirt die Freigebigkeit der Schwestern auf seine Kosten zu toll wurde, machte er seinem Herzen in den Worten Luft:„Jhrhabtja beide den Soldaten koller." Die Beweisaufnahme ergab. daß hier die Soldatenfreundschaft in der Tat„kein leerer Wahn" war. Der geldliche Ertrag des Ausschanks loar bei den Schwestern rapide zurückgegangen, und ein Stammgast bekundete, daß er„bei Anna immer Freibier gehabt habe". Bei dieser Sachlage billigte das Gericht den beiden Mädchen nur das verdiente Gehalt bis zum Tage in Höhe von 47 M. zu, die der Beklagte sofort zahlte. Die Schwestern erklärten freudig, auch diese Summe sofort in Liebes- gaben„für ihre Soldaten" anlegen zu wollen. So fand der .Soldatenkoller" schließlich eine glückliche Lösung. Städtischer Eierverkauf in Lichtenberg. Die Stadlgemeinde hat jetzt wieder mit dem Verkauf von Eiern begonnen. Die Eier werden nur an Lichtenberger Einwohner zum Preise von 18 Pf. pro Stück verkauft. Mehr wie 10 Eier werden an eine einzelne Person nicht abgegeben. Der Verkauf findet statt: Freitag, den 31. Dezember, vormittags von 9 Uhr ab auf dem Wochenmarkt an der Sophienstraße, und nachmittags von 3 Uhr ab aus dem Wochenmarkt am Vikioriaplatz. Soziales. Verstoß gegen den Militärsattlertarif. In Versammlungen der Militärsattler ist öfter darüber geklagt worden, daß die Firma Heinrich Jordan, die eine große Lieferung von Feldflaschenriemen übernommen hat. an Zwischenmeister weitergibt und daß die Arbeiter, welche diese Riemen anfertigen, bedeutend weniger als den Tariflohn bekommen. Um einen Posten dieser Feldflaschen- riemen handelte es sich in einer Klage, die am Donnerstag die Kammer 2 des Gewerbegerichts beschäftigte. Der Kläger, Sattler Ephe, hat solche Riemen für den Zwischen- meister Smitb angefertigt und dafür einen Arbeitslohn von 12 Pf., später nur 10 Pf. pro Stück erhallen. Der Kläger fordert vom Beklagten Smith Nachzahlung von 223 M. mit der Begründung, der Tariflohn betrage 18 Pf. pro Stück, außerdem fei ein Kriegs- Zuschlag von 20 Proz. zu zahlen. Der Beklagte führte demgegenüber aus, er selbst habe ja von der Firma Jordan nur 10 Pf. bekommen, dieser Lohn sei ihm dann auf 14 Pf. herabgesetzt worden und deshalb habe er auch den Lohn desKlägers, ohnedaß dreier Einspruch dagegen erhoben habe, um 2 Pf. gekürzt. Die Firma Jordan habe ihm gesagt, sie sei für diesen Auftrag nicht an den Tarif gebunden und er, der Beklagte Smith, brauche den Tarif auch nicht zahlen. Er solle mit seinen Arbeitern einen Lohn vereinbaren, wobei er zurechtkomme.— Der Vorsitzende. Justizrat Markus e. hielt dem Beklagten vor, daß bei Mililärarbeiten die Tariflöhne bezahlt werden müssen. Der Beklagte sagte dagegen: Das sei ja neuerdings durch Erlaß des Oberbefehls- Habers in den Marken bestimmt, aber dieser Erlaß habe doch keine rückwirkende Kraft. Der Vorsitzende entgegnete: Abgesehen von dem Erlaß des Oberbefehlshabers sind die Militär- liefcranten schon durch ihren Lieferungsvertrag mit den BekleidungS- ämtern verpflichtet, die von den Bekleidungsämtern vorgeschriebenen Löhne zu zahlen. Im vorliegenden Falle würde diese Verpflichtung wohl der Firma Jordan obliegen. Dem Rat des Gerichts entsprechend, zog der Kläger die Klage gegen den Zwischciimeister zurück, um sie gegen die Firma Jordan, eventuell bei der Schlichtungskommission zu erheben. lwerfer-Abt. der 5. Jnk.-Div.). 17 18, 216, 230; Leichte behelfsmäßig« Minenwerfer-Abt. der 5. Jnf.-Div. Feldfliegertruppe. Train-Abt. Nr. 7. Armierungs-Bataillone Nr. 17, 24, 28, 33, 37, 39, 41, 43, 05, 84, 80, 99. 110, 120, 123. ** * Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 243 ent- hält Berichtigungen früherer Verlustlisten. Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 240, deren Inhalt gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Die württembergische Verlustliste Nr. 325 bringt Ver- luste des Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 52; Jnf.-Regimenter Nr. 120, 121, 124, 126; Ref.-Jnf.-Regimenter Nr. 120, 247, 248; Feldart.-Reg. Nr. 65; 2. Nes.-Pionier-Komp.; Art.-MunitionS-Kol. Nr. 1; Freiw. SanitätS-Kol. Heidenheim; Verluste durch Krankheiten; Verzeich- nis Nr. 2 der aus Rußland zurückgekehrten Austauschverwundeten, zugleich Berichtigungen der betreffenden früheren Verlustlisten; Berichtigungen früherer Verlustlisten. öriefkaften üer Reüaktion. Silvester und am Ncujahrstag fällt Sprechstunde aus. die juristische Ein mutmaßlicher Kindesmord beschäftigt die Kriminalpolizei. An der„Vierundsechzig-Pfeilerbrücke" fand man gestern ein Paket aus grauem Packpapier, das mit einem Bindfaden fest verschnürt war und die Leiche eines neugeborenen Mädchens enthielt. Ob das Kind eines gewaltsamen Todes gestorben ist, ließ sich durch die vorläufige Besichligung nicht feststellen. Die Leiche wurde deshalb zu genauer Untersuchung beschlagnahmt. Dem Berliner Aquarium ist von der Fischgroßhandlung Wilhelm Strentz in Wollin in Pommern ein gefleckter Aal zum Ge- schenk gemacht worden,— eine Farbabänderung, die bei unserem Flußaal gelegentlich vorkommt. Ferner ist die Süßwasserabteilung aus der gleichen Quelle um einige große Alande, sowie um Fluß- Neunaugen und Schlammbeißer bereichert worden. Die Flußneun- äugen sind nicht leicht zu entdecken, da sie am Tage gewöhnlich zwischen dem Wurzelwert ihres Behälters festgesaugt, unbeweglich hängen und sich kaum von ihrer Umgebung abheben. Mus öen Gemeinsten. Anmeldung zur Rekrutierungs-Stammrolle. Diejenigen Charlottenburger Einwohner, die im Jahre 1896 geboren sind, bei der Landsturmmusterung 1915 aber für un- tauglich erklärt, auf Reklamation zurückgestellt oder nicht eingezogen worden sind, ferner diejenigen, die dieses Alter bereits überichrilten, aber sich noch nicht bei einer Ersatzbehörde zur Musterung gestellt, oder noch keine endgültige Entscheidung erhalten haben, müssen sich zur Aufnahme in die Rekrutierungs- Stammrolle in der Zeit vom 2. bis 15. Januar 1916 bei den königl. Polizeileutnants ihres Reviers persönlich melden. In Spandau müssen sich die obenerwähnten Militärpflichtigen zur Aufnahme in die Stammrolle an den Wochentagen in der Zeit vom 2. bis 15. Januar 1916 im Zimmer 257 des dortigen Rat- Hauses von 8Vz Uhr vormittags bis 12stz Uhr nachmittags persönlich melden._ Verkauf von Reis und Hülsenfrüchten in NeuköNn. Der Magistrat macht bekannt, daß Reis und Hülsenfrüchte noch bei verschiedenen Kleinhändlern zu haben sind und gegen Vorzeigung der Brotkarte der 44. Woche entnommen werden können. Diejenigen Vorräte, welche noch nach dem 5. Januar vorbanden sind, können auch ohne Vorzeigung der Brotkarte an Neuköllner Einwohner ver- kauft werden. Die festgesetzten Preise: für Bohnen pro Pfund 55, für grüne Erbsen 50. für Reis 55, 50 und 40 Ps„ dürfen jedoch nicht überschritten werden. Mus aller Welt. Vrandkatastrophe in einer sächsischen Fabrik. In Limbach bei Chemnitz vernichtete ein Großfeuer das Hauptgebäude der Fabrik von Hermann Robert Müller, Bleicherei und Färberei, die 300 Arbeiter beschäftigte. Mehrere Arbeiter sind bei dem Brand durch Herabspringen schwer verletzt tvorden. Ein Orkan über New Aork. Der„New Aork Herald" meldet: Ein Orkan, der eine Stundengeschwindigkeit von 80 Meilen er- reichte, wütete über New Uork und richtete großen Schaden an. Die Telegraphendrähte in der Umgebung wurden abgeriffen; die Berbindungen mit dem Westen und Neu-England sind unter- brachen. Acht Personen wurden getötet. In New Uork ereigneten sich infolge des Sturmes zahlreiche Unfälle. Typhnsepidemie» in Mexiko. Schweizer Blättern zufolge melden Madrider Zeitungen, daß in Mexiko der TyphuS furchtbar wüte. 30000 Personen der ärmeren Volks- klaffen sind bereits gestorben. Es fehlen ausländische Aerzte. Blitzschlag in eine Kirche. In Birnbaum bei Podgrad in Jstrien schlug während des Frühgottesdienstes ein Blitz in die dortige Pfarrkirche ein. Durch den Blitzschlag wurden 5 0 Per- s o n e n betäubt, von denen die meisten Brandwunden erlitten. Ei« langwieriger Prozeß. Die Stadt Szeged hatte gegen die markgräfliche Familie Pallavicini im Jahre 1638 einen Prozeß wegen eines 38 Joch großen Grundbesitzes in der Ge- meinde Tape eingeleitet. Jetzt nach beinahe 2 28 Jahren wurde der Prozeß in allerletzter Instanz entschieden. Die Stadt Szegc-d hat den Prozeß verloren. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 417 der preußischen Armee ent- hält Verlust folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: Garde-Gren.-Regimenter Elisabeth und Augusta(beide s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 21). Gren.- bzw. Ins.- bzw. Füs.-Regimenter Nr. 11 bis einschl. 17, 20, 22, 23, 25, 33, 34, 35, 38, 40, 43, 49, 52 ls. Leichte befehlsm. Minenwerfer-Abt. der 5. Jnf.-Div.), 55(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 16), 57, 61(s. Res.- Jnf.-Reg. Nr. 21). 62 bis einschl. 65. 67, 70, 74. 75(s. Res.-Jnf.- Reg. Nr. 21), 76, 78, 79, 83. 85, 92, 93, 95, 96. 97, 111 bis einschl. 117, 129, 131, 137, 138, 140, 142, 144, 145, 146, 148 biS einschl. 153, 155 bis einschl. 153. 161, 162(s. auch Nes.-Jns.-Reg. Nr. 21), 166, 167(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 21), 170, 173, 174, 193, 332, 336, 381(s. Festungs-Maschinengew.-Abt. Nr. 13(Gouv. Posen). Ref.- Jnf.-Regimenter Nr. 12, 13, 15 bis einschl. 18, 20 bis einschl. 24, 26, 32, 88, 51. 59, 60, 61, 65, 68. 69, 72, 76, 77, 79 bis einschl. 82. 93, 94. 98, 109, III, 116, 113, 203, 205. 220, 221, 223, 226, 228, 230, 232, 234, 237, 238, 249, 250, 253, 254, 257, 259, 260, 263, 272. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 4 is. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 21), 12, 13, 15 biS einschl. 20, 22, 23, 24, 51, 63, 57, 60, 71, 75. 81, 83, 84, 109. L«nrdst.-Jnf.-Rogiment!er Nr. 7, 9, 11, 23. Jäger- Bat. Nr. 3; Res.-Bataillone Nr. 3 und 4. Res.-Radsahrer-Komp. Nr. 81; Festungs-Radfahrer-Komp. Neubreisach. Feld-Mafchinen- gewehr-Züge Nr. 163 ff. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 83), 203 ss. Landw.- Fnf.-Reg. Nr. 75); Festungs-Mafchinengew.-Abteilungen Nr. 13 (Gouv. Posen) und Feste Obergentringen. Kavallerie: Husaren Nr. 2; Dragoner Nr. 5 und 18. 1. Landst.- Eskadr. des 1. Armeekorps. Feldartillerie: Regimenter Nr. 2, 3, 15, 18, 19, 21, 26, 26, 33, 39. 43. 44. 45. 50. 52. 53, 61, 63, 66. 67, 73. 81. 95, III; Ref.- Regimenter Nr. 6, 7, 18, 19, 20, 44. 50, 60; Landw.-Rog. Nr. 9. Pioniere: l. und III. Gavde-Bat. Ers.-Bat. des Garde- Pionier-Bat. Pionier-Versuchs-Komp. Regimenter Ztr. 20, 23, 24, 25; Bataillone: I. Nr. 2, II. Nr. 4, I. und II. Nr. 5, I. Nr. 7, I. Nr. 8, I. Nr. 9, I. Nr. 10, I. und II. Nr. 11, I. Nr. 17, I. Nr. 27, I. Nr. 28; Res.-Bat. Nr. 33; Ers.-Bat. des Pionier-Bat. Nr. 16. Pionier-Kvmp. Nr. 233; Res.-Kompagnien Nr. 48, 76, 91; 2. Landw.- Komp. d«S 3. Armeekorps. Minenwerfer-Kompagnien Nr. 5(siehe auch Minenwerfer-Komp. Nr. 17 und Leichte behelfSm. Minen- R. G. IO0. Die Reklamation ist an da? Bezirlskommando 4 zu richten.— X. L. 100. An die evangelisch, lutdeiifche Kirchengemeinfchait. — P. 2. 6. 1. Ihrer siüberen Anfrage können wir unS nicht entsinnen. Ist sie bei uns eingelaufen, so ist auch Beantwortung erfolgt, die Sie vielleicht übersehen babcn. Wir würden Ihnen empfehlen, unter Bei- bringung einer Bescheinigung des Sanitälsrats Dr. H. beim Bezirks. kommando die Befreiung von der Militärpflicht nachzusuchen unter Dar- legung des Sachvcrbalts. 2. Im Nabrungsmittelunter-suchungsamt, Fischer- straf)« 39— 42. Die Untersuchung ist natürlich nicht lostenloS. 3. Mit dieser Frage müssen Sie sich an die Babnverwaltung wenden. So lange uns nicht nähere Mitteilungen in dieser Sache unterbreitet werden, lönncu wir uns unmöglich damit beschäftigen. 4. Am Portal V des Reichstages beim Kastellan, mehrere Tige zuvor.— Tornow 1884. 1. Die Unterstützung der Mütter der zum Heeresdienst eingezogenen Söhne beträgt emlchlicsilich eine? kommimalen Zuschlages von 100 Proz. nur 15 Mark monatlich. 2. Die Gemeinde, in der die Schwiegermutter ihren Wobnsitz bat, zahlt jedcnialls keinen kommunalen Zulchlag zur staaliichen Unter- slützung, deshalb beträgt der lwtcrslübungSsatz nur 7,50 M. mauatlich (nichts 7 M., wie Sie angaben),— G. P. 100. Ja.— A. L. 777. l. Sic können jetzt schon Antrag aus Miiitärinvalidenrente stellen. 2. Da Sie wabrschcinlich nicht zu zwei Dritteln erwerbsunsähig erachtet sind, haben Sie keinen Anspruch auf Invalidenrente.— W. 18. Rein. — 91. W. 3. Sie müßten sich mit einer Eingabe an den preußischen Juslizminister wenden.—:)i. P. 1. und 2. Anleitung zu einem solchen Testament erhalten Sie bei uns in der Sprechstunde. 3. Da die Bedürs- tigkeis in diesem Falle wahrscheinlich verneint wird, erhält die Frau leine Unterstützung. 4. Ja.— M. P. 31. Der Dtenstvertrag ist mit dem 31. Dezember erloschen. Sie kann also an diesem Tage abends ziehen. — A. C. 1000. 1. Das kommt aus das Urteil an, aber mit dem 113. Lebensjahr wird jedenfalls die Verpflichlung zur Zahlung für Sie aus- hören. Sie werden aber noch die rüciständigcn Alimente zu zahlen haben. 2. In 30 Jahren. 3. Mit dem 2l. Lebensjahr.—