Zlr. 83. Erscheint täqltch außer Montags. Preis pränumerando: Viertel- jährlich 8,30 Marl, monatlich 1,10 rot., wöchentlich 28 Pfg. sret tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Psg. SonntagS- Nummer mit illustr. Sonntags-Beilage„Nene Welt" 10 Pfg. Post-Abonnemcnl: z.ZoMt. pro Quartal. Unter Kreuz- band: Teutschland u. Oesterreich- Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 8 Ml.pr.Monat. Eingelr. in der Post-ZcitungS- Preislist« für isss unter Nr. 881» 11. Jahrg. �»sertions-Bebühr betragt für die sünfgespalleuc Petitzeile oder deren Raum«0 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Psg. Inserate für die nächste Nummer müsse» bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn- und Festtagen bis» Uhr Vor- mittags geöffnet. xerusprecher: Amt t, Zlr. lüg 8. Telegramm-Adresse: „KoiialdeuioKrat Heritii!' Vertiner Volksblait. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: 8V. 19, Meuth-Strake 2. Mittwoch, den 11. April 1894. Expedition: 8V. 19, Wenth-Straße 3. Tabakdauer und Tabak- Fabrikat- Stenervorlage. Für diese Session ist das Schicksal der Tabak-Fabrikat steuer erledigt. Aber sie ist ein Gespenst, das wieder um gehen kann. Deshalb veröffentlichen wir trotz der Aenderung der parlamentarischen Situation den folgenden uns vor mehreren Tagen zugegangenen Artikel: Der bekanilte Unternehmerverband, der Deutsche Tabakverein, hat soeben eine Denkschrift zu den Kommissionsberathlingcn erscheinen lassen, die nochmals die wichtigsten Gesichtspunkte der Vorlage Übersicht- lich behandelt. Daß die Tabakindustriellen, die ihre kapitalistischen Interessen den Tabakarbeitern gegenüber mit der größten Schroffheit vertreten, die Arbeiterzustände hier gerade als Kampfmittel benützen, ist ein Ergebniß der Situation, das von unseren Freunden, den Tabakarbeitern, nach Gebühr bereits verwerthet und gekennzeichnet worden ist. Aber da es auch den Industriellen an den Kragen geht, mußte eben so gepfiffen werden; das bloße Mundspitzen half nicht mehr. Die Denkschrift des Tabakvereins beschäftigt sich vor allem mit der Stellung des deutschen Tabakbaues zur Vor- läge. Ani Rcgierungstisch ergab sich in der ersten Lesung eine auffallende Verschiedenheit der Ansichten. Der neue Schatz- sekretär Graf Posadowsky weist auf grund amtlicher Zahlen nach, daß der Tabakbau durch das Gesetz von 1879 keinen Nachtheil erlitten habe, daß weder die Preise, noch die An bauflöche bis 1891 zurückgegangen seien. Herr Miquel legt dar, daß der Tabakbau„Schritt für Schritt zurückgehe" und schließt sich der Auffassung derer an, die meinen,„daß selbst die gegenwärtige Gewichtsstener über kurz oder lang nahezu den ganzen deutschen Tabakbau vernichten werde." Er stellt fest, daß dem gegenüber die Einsuhr ausländischen Tabaks stets zugenommen habe. Wie liegen die Dinge? Bis zum Jahre 1879 zahlte der deutsche Tabak 4 Mark per Toppclzentner an Flächen- steuer, während der eingeführte fremde Tabak mit 24 Mark Zoll belastet war. 1879 wurde die Steuer auf inländischen Tabak auf 45 Mark per Doppelzentner allmälig erhöht, der Zoll sofort auf 85 Mark gesteigert. Nach dem Eintritt dieses verdoppelten„Schutzes" begannen die Klagen der Tabakbauer, denen dieser„Schutzzoll" doch zu gute kommen sollte, lebhafter zu werden. In Teutschland wird eben leichter, brennbarer Tabak und vor allem im Elsaß, in einigen Bezirken Badens und Bayerns sehr nikotinreicher, schwerer, schwer verbrennlicher Tabak gebaut. Während der leichte Tabak sich leicht ver- kauft, ist der schwere Tabak nicht gut zu verwerthen, sein Verbranch fällt von Jahr zu Jahr. Es handelt sich hier um eine große Zahl kleiner Bauern, die in Zwergbetrieben mit unzureichenden Mitteln JTcmllekcm. 12 Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. S p i n d l e r. Die Bäuerin machte sorglich die Thüre hinter sich zu, nachdem sie im Vorzimmer nachgesehen hatte, ob nie- mand zugegen; schob den Riegel vor, und näherte sich ver- legen und mit gebücktem Haupte der Frau vom Hause. „Bleibt nur immer ruhig auf Eurem Stuhle," sagte sie zögernd:„Ihr spracht nicht unwahr. Ich bringe kein Glück." „So ist es denn endlich wahr geworden, was schon lange zu fürchten ivar?" klagte Margarethe mit herz- zerreißendem Geflüster:„Er ist dahin,... todt...?" Willhild nickte trübsinnig mit dem Haupte. Marga- rethe warf sich in den Stuhl zurück, und schlug in bittrem Schmerz beide Hände vor das Gesicht. Es giebt ein Leiden, das sich weder in Worten, noch in Thränen ausspricht, und den Körper eines Starken durch seine entsetzliche Wucht an die Grenzmarke des Lebens drängt,..... dahin, wo die Sinne schwinden und der Athem vergeht, ohne ihm einen Laut avzwingen zu können. Es ist der lang vorausgesehene Gram, dessen fernher kommender Tritt schon die Thränen- quelle öffnete. Während er nun langsam und düster ver- hüllt einherkommt, versiegen schon die Thränenströme. Die Augen haben kein Wasser mehr, wenn der Fürchterliche ihnen endlich mit einem Zauberschlage ganz nahe steht und sein entsetzliches Antlitz weist. Die Brust hat keinen Seufzer niehr, die Zunge keiiie Klage, und nur das mühsam arbeitende Herz kämpft mit dem Grau- auf zum Theil ungeeignetem Boden diesen schlechten Tabak erzeugen. Der Zoll nützt ihnen nichts, sie gehen als arme Parzettenwirthe elend zu Grunde. Um sie über Wasser zu halten, bedarf es agrarpolitischer Maßregeln, die die land- wirthschaftliche Betriebsweise umgestalten; unser Klassen- staat kann das nicht. Ter elsässische Tabakbau vor allem muß zurückgehen. Seine Erzeugnisse finden in Teutschland keinen Anklang. Er befindet sich, da er auf die Aussuhr seiner Produkte an- gewiesen ist, in sehr gedrückter Lage, seitdem seit 1885 Frankreich, das bis dahin noch den Elsasser Tabak für bc- stimmte ordinäre Sorten kaufte, aufgehört hat, regelmäßiger Käufer zu sein. Auch Italien hat sich als Käufer mehr und mehr zurückgezogen. Deutschland spielte, gegenüber diesem ausländischen Absatz, für Elsasser Tabak immer nur eine geringe Rolle. Die Reichsstatistik ergicbt folgendes Bild: In den acht Jahren 1872/73—1879/89, vor der Einführung der Gewichtsstener, haben jährlich 189 831 Pflanzer 22 335 Hektar bebaut und 37 395 Tonnen geerntet und in den 12 Jahren 1839/81 bis 1891/92 haben 1891399 Pflanzer 29 985 Hektar bebaut und 41 691 Tonnen geerntet. Es sind also im deutschen Zollgebiet in den letzten 12 Jahren durchschnittlich pro Jahr 84 129 Zentner mehr geerntet. In den Jahren 1889/81 bis 1891/92 hat der Hektar durch- schnittlich 835 At. und in den Jahren 1872/73 bis 1879/89 durchschnittlich 819 M. eingebracht, also nach der Gewichts- steuer und Zollschutz-Einführung 25 M. mehr. Die Einfuhr von überseeischem Tabak betrug vor der Zollerhöhung von 1871/72 bis 1876/77 bei einer Bevölkerung des Zollgebietes von 43 999999 Köpfen 996 366 Ztr. p. a. und ging nach der Zollerhöhung bis 1392 bei 51 999 999 Seelen zurück auf.,. 848 199„„ hat also abgenommen um..... 148 16/ Ztr. p. a. Allerdings ist die Einfuhr seit dem im Jahre 1888 er- folgten Zollanschlüsse von Bremen und Hamburg, die infolge des Schiffs- resp. Seeverkehrs bedeutende Verbraucher sind und derzeit 75 249 Ztr. Tabak nachverzollten, in den letzten vier Jahren 1888/92 auf 959 589 Ztr. gestiegen gegen 996 366 Ztr. bei 43 999 999 Einwohnern in den Jahren 1872/77, also bei 51 999 999 Einwohnern 1892 noch zurückgeblieben um 45 736 Ztr. Nach der der Denkschrift beigegebenen Berechnung eines hervorragenden Fachmannes wurden in den Jahren 1871/72 bis 1876/77 in Teutschland an inländischem Tabak etwa 35, an ausländischen! Tabak 65 pCt. verwendet. Die Verhältniß- zahlen für die Jahre 1877/76 bis 1891/92 sind dagegen 41 und 59 pCt. Ter Verbranch inländischen Tabaks hat seit 1877 um 19 pCt.(etwa 28 999 Doppelzentner) zugenommen. Die Aussuhr inländischen Tabaks ist von Jahr zu Jahr zurückgegangen. In den Jahren 1872/73 bis 1876/77 bc trug sie im Jahresdurchschnitt 67 569 Doppelzentner, in den samen einen kurzen aber um so schrecklicheren Kampf, der den widerstrebenden Sterblichen entweder unter dem eisernen Fuß deS Schicksals zermalmt, oder ein seltenerer Ausgang— ihn zum Herrn und Sieger seines Verhängnisses niacht.— Ein solches Leiden hatte Margarethens Seele überfallen; gegen ein solches Leiden stritt sie verziveifelnd eine bittere Viertelstunde lang, und ihr ward der Siegerkranz. Willhild stand niedergeschlagen vor der Trauernden, und murmelte Gebete, als diese mit einem Male die Hände sinken und die üble Bot schafterin in ein bleiches, ernstes, in starrer Ruhe gehaltenes Antlitz blicken ließ. „Ermanne Dich, Willhild," sprach sie gefaßt.„Trockne die Tropfen ab, die dick und schwer an Deinen grauen Augenwimpern hängen. Folge meinem Beispiel. Als Du vor einigen Wochen niir die erste Nachricht brachtest, ge- wöhnte ich mich nach und nach an den Gedanken des höchsten Kummers. Du siehst, sein plötzliches Einbrechen hat mich nicht dahingerafft.— Ich wußte schon, was kommen würde!" setzte sie hinzu, und gedachte schmerzlich ihres Traums, der so schnell in Erfüllung gehen sollte.„Erzähle aber, wie ging es? Schone mich nicht." „Ach, gestrenge Frau!" versetzte die Alte, in peinlicher Verlegenheit, wie die Sache anzubringen sei.„Die Heiligen mögen es wissen, daß keine Sorge gespart wurde, das junge Herrlein zu erhalten, bis es das zufällige Geschick uns entriß." „Nichts ist Zufall!" fiel Margarethe ein.„Der Knabe mußte sterben nach Gottes Gebot, und ich spreche Dich frei von aller Schuld." „Vorgestern", fuhr die Alte stockend fort....„vor- gestern war das Junkerlein noch ziemlich munter, aber... am Abend... war er nicht mehr bei uns."— „Schied er unter Schmerzen, der liebe Knabe?" fragte Margarethe. Jahren 1877/78 bis 1891/92 dagegen nur noch 13 669 Doppel- zentner. Der jährliche Ausfall belief sich somit aus 53 999 Doppelzentner, also auf fast 29 pCt. der gesammten in- ländischen Erzeugung. Wie schon ausgeführt, sind die Reichslande dadurch am stärksten betroffen, da ihr Tabak mit Ausnahme der in den besseren Rebut-Orten(Rebnt — Ausschußwaare) und in den einen leichteren Tabak bauenden Gemeinden Ebersheim, Sermersheim, Kogenau und in der Hagenaner Gegend erzeugten Sorten, dem französi- schen Geschmack zusagt, nicht aber dem deutschen, die französische Tabakregie aber seit 1385 nicht mehr regel- mäßig elsässischen Tabak bezieht. In Deutschland wird jährlich für etwa 15 Millionen Mark Tabak erzeugt. Nach dem Etatistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich gab es im Etatsjahr 1891/92 162 738 Tabakpflanzer, die 18 533 Hektar mit Tabak be- pflanzten. Auf einen Pflanzer entfielen demnach durch- schnittlich 11,39 Ar. Der Ertrag in getrockneten Tabak- blättern betrug für 1 Hektar im Durchschnitt 1,88 Tonnen (1 Tonne— 29 Zentner), der Brutto-Geldertrag der Tabakernte nach Abzug der Steuer 727 Mark. Auf den Pflanzer käme demnach ein Geldbetrag von rund 89 M. für das Jahr. Rechnet man auch einen Einzelertrag von 199 M. für das Jahr, was viel zu hochgegriffen ist, so erkennt man trotzdem, daß es sich hier zum sehr großen Theil nicht uni einen vollen Lebens- erwerb, sondern um eine komplementäre Erwerbsweise handelt, das heißt um einen Nebenerwerb, der neben dem Hauptberuf betrieben wird und betrieben werden muß, da die Zubuße zum Lebensunterhalt erforderlich ist. Es liegt hier ähnlich, wie bei den Kleinbauern, die Hausindustrie treiben, und umgekehrt; wir erinnern an vie badischen Zigarrenmacher auf dem platten Lande. Im östlichen Preußen haben 45 398 Tabakpsianzer insgesammt 134 Hektar in Kultur. Jeder Pflanzer bewirthschaftet dort 9,3 Ar, einen Raum von 19 Meter Länge und 3 Meter Breite. Da verschieben sich die Verhältnisse natürlich noch weiter unter das Durchschnittsmaß. So zeigt sich, daß die Lage der Tabakbauern, mögen sie nun den Tabakbau als Haupt- oder Nebenerwerb treiben, schlecht ist, daß kein Tabarzoll und keine Tabak-Fabrikat- steiier ihnen helfen kann. Die Tabakindustrie, die den ans- ländischen Tabak so nothwendig braucht wie das liebe Brot, die Tabakverbraucher müssen von dem Drucke der indirekten Steuer und des Zolles so gründlich wie möglich befreit werden. Weniger Steuerdruck, stärkerer Verbrauch, wohl- feilere Genußmittel, reichlichere Arbeitsgelegenheit. Tie Tabakbauern sind dem Schicksale des Kleinbetriebes, der ländlichen Zwergwirthschaft verfallen, sie werden auf- gerieben und deklassirt. Erst kommen die Produzenten der schlechten Sorten, dann die anderen Tabak-Parzellenbauern an die Reihe. Kein Miquel, der die Reichen schont, die Besitzlosen aber durch indirekte Steuern belasten will, kann „Nein... das nicht, edle Frau," entgegnete Willhild: „Im Schlumnier ward er von uns genommen.„Gestern haben wir ihm ein Kreuz errichtet." „Gestern wurde er begraben?" fiel Diether's Gattin ein.„O mein warnungsvoller Traum! Johannes, du bist das goldene Kleinod, das in die schwarze Grube sinkt... und mir einen ewigen Stachel zurückläßt. Kein Wort niehr, Willhild. Er ist todt, bestattet; genug bis auf eine Zeit, wo ich werde weinen können. Eine Frage: Du hast doch beachtet, was ich Dir bei Deinem letzten Hiersein vorschrieb. Du hast geschwiegen?" „Wie das Grab!" betheuerte Willhild.„Ich darf einen Eid darauf ablegen. Auch hat noch keine Christeuscele erfahren, daß das Herrlein... nicht mehr bei uns." „So sei es auch serner!" sprach Margarethe lebhaft. „Sein Tod sei ein Geheimniß für die Welt." „Der Vater muß jedoch erfahren..." meinte Willhild. „Er am allerwenigsten," versetzte Margarethe herrisch; „vor der Hand zum mindesten nicht. Du weißt übrigens, was ich Dir auf den Fall des Ablebens unseres Sohnes neulich vertraute?" „Als ob es gestern gewesen wäre," erwiderte Willhild. „Mein Eheherr," fuhr Margarethe fort,„kaum von chwerer Krankheit genesen, hat nicht das geringste von �ohannes Siechthum erfahren. Noch weniger erfahre er .. m. seinen Tod, wenn es mir gelingt, wovon ich Dir jüngst sagte, und Du mir Deinen Beistand nicht entziehen willst." „Gewiß nicht! ehrsame Frau!" gelobte Willhild. „Auch meinen Mann, den einfältigen Kumpan, will ich schon unterweisen. Er kömmt ohnedies nie hierher gen Frank- furt." „Aber der Pfarrherr, der des Knaben Leiche be- stattete..." fragte Margarethe. „I nun!" meinte Willhild nach einigem Besinnen: ihnen helfen. Aber er versucht, sie seinen Steuerplänen dienstbar zu machen. Das Bolt erscheint dann nicht blos als steuerbar und frohnpflichtig auf Gnade und Ungnade, es tritt auch auf als Statist in der Steuertragikomödie. Aber den Bauern hilft nur die Agrarreform, das ist der Sozialismus. Und den hat Herr Miquel völlig verschwitzt feit 1850. Politische Leberlicht. Berlin, den 9. April. die Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen in Walz und Hammerwerken hat der Minister für Handel und Gewerbe zum 30. d. M. eine Konferenz von sachverständigen Industriellen hierher einberufen. über den Zweck der Enquete auszusprechen. Blos das eine Dem Offiziosus beliebt es, sich möglichst undeutlich scheint klar hervorzugehen, daß blos die Unternehmer und nicht auch die Arbeiter, um deren Kinder, Brüder, Mitarbeiter und Konkurrenten es sich handelt, befragt werden. sich in die Politik zu mischen, Meetings gegen die Sozialdemokratie( z. B. hier in Marburg) zu veranstalten it. dergl., empfahl ich Fernhaliung von der Tagespolitik, dagegen sorgfältiges Studium 1. der thatsächlichen Lage der arbeitenden Selassen, nicht einseitig nach sozialistischen Parteischriften, sondern nach wissenschaftlichen Zeitschriften, wie den beiden von Heinrich Braun geleiteten, die bekanntlich Forscher verschiedener Parteirichtung zu Worte kommen lassen; ich empfahl 2. Studium der Geschichte der sozialistischen Be wegung von Morus an. Ich selbst habe zur Sozialdemokratie keine andere Stellung eingenommen, als etwa Carlyle und Kingsley zum Chartismus, Schiller, Fichte, PestaEine partielle Vermögenssteuer und eine Novelle Iozzi u. v. a. zur französischen Revolution. Die.. außer zur Einkommensteuer zur stärkeren Heranziehung Zusammenhang zitirten Sätze( d. h. der auch in der Franks. Aus dem Reichstag. Die Verhandlungen gelangten der Einkommen über 30 000 m. wird in Baden geZeitung" zitirte Passus) wollen, wie übrigens selbst so zu er heute nicht über den ersten Punkt der Tagesordnung: Zweite plant. tennen war, nichts weiter als den Gedankengang verständlich Berathung eines Gesetzes betr. die Abzahlungsgeschäfte" Die Deutsche Verkehrs- Zeitung", das Organ für machen, durch den„ geistig hochstehende Männer" heute zur hinaus. Dieser Punkt wurde aber erledigt. Die Vorlage Kolonialferereien und ähnliche Kindereien, ist sehr erbost darüber, Sozialdemokratie oder doch zu der Frage" geführt werden, ob wurde, mit Ausnahme einiger unwesentlicher Aenderungen, daß sich die Postbeamten, besonders die Postassistenten, für die sie es nicht unter Umständen Pflicht sein könne, fich der Sozialnach der Regierungsvorlage angenommen. demokratie anzuschließen... Die... Zeitung glaubt, mich eigentlich berechnet ist, mehr und mehr von ihr abwenden. Auch auch über meine Amtspflicht belehren zu müssen. Ich kenne als Von den angenommenen Zusazanträgen ist der die sehr hohe" Protektion vermag hieran nichts zu ändern, und Hochschullehrer feine andere Verpflichtung als die, nach bestem wesentlichste der von unseren Genossen Tubauer und wenn das Prinzip der Dienstaltersstufen auch bei der Post einWissen und Können die Wahrheit zu vertreten. Eine VerAuer gestellte, wonach, wenn über ein Abzahlungs- geführt sein wird, hat sie auch für diejenigen das Interesse verpflichtung, Stüßen unseres"( heutigen) Staates, unserer" geschäft eine Urkunde errichtet wird, der Verkäufer foren, die heute noch zur Beurtheilung ihres Avancementsver( heutigen) Gesellschaft heranzuziehen, ist mir nicht auferlegt, bei Strafe bis zu 150 m. verpflichtet ist, dem Käufer ein hältnisses ab und zu einen Blick hineinwerfen. Die letzten und ich würde ein Amt, welches diese niit der Unabhängigkeit Postdebatten im Reichstage und die sich hier anschließenden Duplikat der Urkunde auszustellen. Erörterungen in der Deutschen Post- Zeitung", dem Organ des wissenschaftlicher Forschung unvereinbare Verpflichtung einWeitere Anträge des Abg. Lenzmann, von dem der Verbandes der Postassistenten, haben begreiflicherweise auf schlösse, auch niemals übernommen haben." Versuch vorlag, den Inhalt einer Petition der Berliner die Gemüthsverfassung der Hintermänner der Deutschen Die Gegner Natorp's werden wohl schwerlich das Möbelhändler in das Gesetz hineinzubringen, sowie ein Verkehrs- Zeitung" sehr ungünstig eingewirkt, was in der Schimpf- und Denunziationsfeuer einstellen. Sie haben es Antrag des Abg. Gröber, der das Aufsuchen von Be- lezten Nummer in recht liebenswürdiger Weise bescheinigt darauf abgesehen, ihn zur Aufgabe der Professur zu Es heißt da: Die Mittheilungen des Abg. Schoen- zwingen. stellungen auf Abzahlungsgeschäfte durch Agenten, sowie wird. nur durch Verlegung des Dienstgeheim die Abschließung solcher Geschäfte durch Hausterer verbieten lank tönnten wollte, wurden abgelehnt. Ein parlamentarischer Streik im wahrsten Sinne des Wortes war die Taktik des Deutschen Reichstags gegenüber dem Steuerbouquet des Herrn Miquel. Der Reichstag erklärte einfach, die ihm zugemuthete Arbeit nicht thun zu wollen. Er war zu allen anderen Arbeiten bereit, aber zu dieser war er nicht zu haben. Herr Miquel mochte thun was er wollte, schmeicheln, drohen, zuredenes half alles nichts der Reichstag streikte, und der Streit war ein vollständiger Erfolg. Was Herr Miquel nun anstellen wird? Das ist seine Sache. Vermuthlich arbeitet er seine Vorlagen etwas um, und seßt den aufgewärmten Kohl dem Reichstage im Herbst wieder vor. Wird der Reichstag dann wieder streiken? Oder, was besser wäre, kurz und scharf Nein! sagen? Das ist Sache des Reichstages oder richtiger des deutschen Voltes, das in dem mun folgenden parlamentslosen Halbjahr dafür zu sorgen hat, daß seine Erwählten nicht umfallen". " -Das arme Reich aber ist in einer seltsamen Situation. Es hat mit fuapper Majorität die Militärvorlage bekommen, allein ohne die nöthige Deckung" und num muß es bei den Einzelstaaten betteln" gehen. Das mag fehr traurig" sein für gewisse Leute, auch sehr beschämend" für den deutschen Militarismus. Für das deutsche Volk und dessen Vertretung ist es aber sehr ehren voll. Auch dem Auslande gegenüber, das jetzt doch zu lernen beginnt, daß es in Deutschland auch noch andere Menschen giebt, als Streber, Bediente und uniformirte Maschinen, und auch noch andere Jdeale als Kasernen und Soldatenspielerei. Ein Stück Staatssozialismus benennt das Bolt" ben Getreidemonopol- Antrag zur Bereicherung der Agrarier. Das Blatt der Herren Stöcker und Oberwinder meint, daß wir als sozialistisches Organ für den Antrag Kanig Ploeg eingenommen sein müßten. " nisses seitens der Beamten zu seiner Kenntniß gekommen Monopole in Oesterreich. Nach dem Bureau Herold sein; darin liege eine Gefahr(!) für den Verband. So lange der verlautet in Wien, daß der„ liberale" Finanzminister Plener Ausschluß dieser eidbrüchigen unsauberen Elemente nicht erfolgt die ernstliche Absicht habe, die Einführung eines Spiritus-, sei, werde sie, die" Verkehrszeitung" auf die Anzapfungen der Bet roleum und Dynamit Monopols in DesterEin guter Postzeitung" nicht mehr antworten. Abgang, fürwahr, nachdem man sich im Kampfe für den reich anzustreben. Die diesbezüglichen Vorarbeiten sollen beRuhm" des Herrn von Stephan eine vernichtende Schlappe ge- reits weit vorgeschritten sein. holt hat. holt hat. -Die Zeitungs- Berichterstatter haben in ihrem Konflikte mit dem Präsidenten des ungarischen Abgeordnetené hauses gesiegt. Für die Prügelstrafe in Afrika legt sich der Afrika reisende 3 intgraff in dem Organ der rheinisch westfälischen Schlotbarone ins Zeug. Nirgends fann man deutlicher den entjittlichenden Einfluß der Vergewaltigung der afrikanischen Bevölke Der internationale Arbeiterschutz- Kongreß, der rung wahrnehmen, als an den Kundgebungen dieser neugebackenen nach 3 ürich einberufen war, wird nach einer Meldung Zivilisationsträger. Sie selber verrohen in ihrem Denken und des Basler„ Vorwärts" wegen der ablehnenden Haltung Fühlen, sie sinken auf das Niveau afrikanischer Despoten herab, und die Schwarzen werden nicht um ein Jota besser, als sie vorher der sozialdemokratischen Parteien Deutschlands und Destergewesen sind; im Gegentheil, sie entarten physisch durch den über- reichs nicht abgehalten werden. Ueber eine eventuelle mäßigen Genuß des Branntweins und aus ihrem Gemüth treiben spätere Einberufung soll der nach London für das Jahr die Peitschenhiebe der europäischen Herren den letzten Funten 1896 einberufene internationale sozialistische Kongreß entvon Selbstachtung heraus. Herr Bintgraff erklärt, daß die scheiden. Prügelfirafe eine geschichtliche Berechtigung in Afrika habe und findet es ebenso unangebracht, sich über deren Anwendung bei Ueber das letzte Anarchisten Attentat und den Negern zu entrüften, als wenn man von dem mittelalter- Anarchisten- Attentate im allgemeinen schreibt unterm 5. d. M. lichen Gerichtsverfahren und seiner Strafvollstreckung, von Folter der Pariser Korrespondent der Kreuz- Zeitung" und Viertheilen, mit frommem Schauder sprechen wollte". Dem wie folgt: Neger müffe das Verständniß für das europäische Staatswesen, mit dem er beglückt worden, durch Prügel eingebläut werden und ,, vom Standpunkt der Prügeltechnit" sei die Flußpferdpeitsche noch das beste Instrument. Nun hat Herr Zintgraff zweifellos Recht mit seiner Behauptung, daß der Neger dem europäischen Staatswesen, besonders dessen Modifikation nach preußischbureaukratischem Zuschnitt, völlig verständnißlos gegenübersteht. " Eine Regierung im europäischen Sinne", sagt er, ist selbst den aufgetlärtesten Negerstämmen cin fremdes, ganz unfaßbares Ding. Die Art und Weise des Regierens aber wird von ihnen um so schwerer begriffen, je unbekannter die mit demselben betrauten Beamten mit der Denkweise des Negers sind." Herr Zintgraff irrt nun aber völlig darin, daß er glaubt, den Negern könnte ein Verständniß für die Regierungsmagimen der preußischen Bureaukratie eingebläut werden. Höchstens wird erreicht, daß Seit wann ist es denn die Aufgabe der Sozialdemo- nich die Neger in stummer Unterwürfigkeit der Willkür und den Mißhandlungen ihrer weißen Herren fügen. Die Barbareien, kratie, die Landbarone zu bereichern und die Macht der welche in Kolonial: Afrifa von weißen Kulturträgern begangen Reichsregierung durch Vermehrung der Monopole zu werden, find nicht erforderlich zur Bivilisation der stärken? Neger, sie hindern sie vielmehr. Sie sind die nothDie konservative Partei und der Getreide: wendige Folge des ganzen europäischen Systems der Bimonopol- Antrag. Den dem Reichstage vorliegenden An- oder militärischem Geiste erfüllt und mit der Flußpferdpeitsche Auvilifirung. Nicht despotische Herren, mit bureaukratischem trag des Grafen Raniz, betreffend das Getreide- Monopol, in der Hand, find die berufenen Träger der Kultur im dunklen haben außer dem Antragsteller 26 Ronservative, ein Erdtheil, sondern Lehrer und Berather, die den Neger durch Hospitant der Deutschen Reformpartei, Dr. Förster und freundliche Ermahnungen und überzeugendes Beispiel in die zwei Fraktionslose, Liebermann von Sonnenberg und Bahnen einer höheren Sittlichkeit leiten. Dr. Hahn, unterzeichnet. Ihre Unterschriften Profeffor Natorp in Marburg ist wegen seiner freihaben, wie der„ Reichsbote" hervorhebt, 36 Konservative müthigen Aeußerungen über die Sozialdemokratie, wie zu zurückgehalten. erwarten stand, Gegenstand der heftigsten Angriffe geworden. Er fand sich infolge dessen genöthigt, eine Erklärung abzugeben, der wir folgende Säße entnehmen: Nur keine Arbeiter befragen! Die„ Nordd. Allg. Btg." schreibt: Behuss Erörterung einer Abänderung der in der Praxis beanstandeten, vom Bundesrathe erlassenen Bestimmungen für Wenn Ihr nicht schelten wollt, möchte ich Euch wohl gestehen, daß ich, Eurer frühern Reden eingedent, dem Lentpriester von Wiesbaden vorgelogen habe, der Knabe sei mein eigener Sohn gewesen." Gut!" rief Margarethe, und ein Strahl der Freude flog über ihr Angesicht: diese Lüge soll Dir herrlich be lohnt werden, wenn die Hauptsache erst in Richtigkeit ift." Freilich," versetzte Willhild etwas ängstlich, ich sehe nur nicht ab, wie Ihr das alles ins Werk richten wollt." Meine Sorge!" sprach die edle Frau. Wenn nur der Zufall seinen Segen giebt." " Als in den Burschenschaftlichen Blättern" die Frage aufgeworfen wurde, ob die Burschenschaften wohl daran thäten, " überrascht, und fragte hastig und unwirsch nach des Mädchens Begehr; aber ihr Gesicht wurde freundlicher, ihr Wort sanfter, da sie Ben Davids Botschaft vernahm. Sinnend rieb sie sich die Stirne, und sprach nach kurzem Besinnen: Dein Vater mag noch diesen Abend kommen in ehrbarer Tracht. Meine Mägde werde ich aus dem Sause senden, und eine vertraute Frau zur Thürhüterin bestellen. Um die siebente Stunde erwarte ich ihn, wenn die Glocke achte schlägt, kommt mein Eheherr nach Hause und darf ihn um alles in der Welt nicht mehr finden. Geh' jetzt von dannen." " " von Die neue Anarchisten- Bombe, die man diesmal, wie sich's für den Lenz ziemt, in einem Blumentopf versteckt hatte, und die vielleicht für den Senat bestimmt war, erregt natürlich wieder einiges Aufsehen. Daß sie gerade einen( wenn auch nicht gerade die Propaganda durch die That billigenden) Anarchisten am meisten verwundet hat, ist eine seltsame Fronie des Schicksals. Aber die Dummheit, mit der das Attentat ausgeführt wurde( als Aufstellungsort für die Bombe wird der nach der Straße belegene Fenstersims, und als Zeit der That eine Stunde gewählt, wo das Restaurant nur noch wenig Gäste beherbergt) beweist doch auf das deutlichste, daß derartigen Idioten teine ernste Er schütterung der Gesellschaftsordnung zu be= fürchten ist. Man überschäht überhaupt die Bedeutung dieser Bomben Attentate, selbst wenn sie von intelligenteren Leuten ausgingen, was aus inneren Gründen unmöglich ist. Aber diese feige Kampfart ist nun mal etwas Neues, und oberflächliche Beobachter vergleichen derartige Vorgänge mit politischen Revolutionen, da sie von einer drohenden sozialen Revolution reden. Nichts ist irriger als das. Soziale Revolutionen vollziehen sich viel schwieriger als politische, und vor allem viel langsamer. Es ist unendlich viel leichter, Grevy wegzugraulen ihn durch einen Carnot, oder einen mit Sedan völlig diskreditirten dritten Napoleon durch eine republikanische Regierung nationalen Vertheidigung zu ersetzen, als neue wirth= fchaftliche Systeme einzuführen. Wie sollen wohl diese paar sternschnuppenartigen Bomben, selbst ivenn fie noch häufiger plagen, irgend eine revolutionäre Wirkung ausüben tönnen! Und ganz abgesehen von dieser zu ver neinenden Grundfrage, man gewöhnt sich an die Sprengstoffe der Anarchisten, wie während der Pariser Belagerung an die ausgetauschten granatenen Höflichkeitsbezeugungen. Gestern Abend war das Restaurant Foyot, das von Senatoren und Schriftstellern vielbesuchte, beste Restaurant( des linken Seine- lfers) natürlich von Schuhleuten und Stadtsoldaten ab gesperrt. Ich habe selten soviel schlechte Kalauer von einer gaffenden Menge vorbringen hören. und der Zur Erheiterung des fleinen Zwischenfalles suchte man sogar einen, ich weiß nicht wodurch gereizten Droschfentutscher vor dem benachbarten Odéon von seinem Bock herab zuiverfen. Heute Morgen strömte alle Welt die vornehme an der Spitze! in die Fuhrmannskneipe, die dem Restaurant Foyot gegenüberliegt und ihre sämmtlichen Scheiben eingebüßt hatte, um in dem nunmehr historischen Glasstaub zu waten und nachher sagen zu können: Ja, ich bin darin gewesen! Ich habe die Schreckensszene an Ort und Stelle nachgefühlt!" Wieder eine abgeschwächte Form jenes unſeligen Heroftratismus, jener ungesunden eit len Neugier, die ich schon so oft an dieser Stelle bei ähnlichen Gelegen heiten gebrandmarkt habe! Der vorerwähnte Schnapswirth macht übrigens dabei glänzende Geschäfte. Diese bloße Thatsache beweist, wie wenig tief der Eindruck der artiger Bombenattentate geht und wie wenig dieselben, ich wiederhole es, im stande sind, irgendwie bedeut fame Veränderungen im politischen und wirthschaftlichen Leben eines Volkes zu veranlassen." Margarethe wunderte sich nicht wenig, als die Dirne Es pochte an der Thür leise und verstohlen. Mar nicht von der Stelle wich, sondern eines Schauens nach garethe fragte auffahrend, wer ihre Einsamkeit störe. Zu einer Schilderei starrte, die über dem Puztische der Altdem Schlüsselloch stahl sich aber eine zarte Stimme ins Ge- bürgerin hing. Und da das Mädchen auf eine wiedermach, die verficherte insgeheim und auf der Stelle mit der holte Mahnung nicht von dannen ging, so wandte sich gestrengen Frau sprechen zu müssen. Margarethe winkte Margarethe mit einem ungeduldigen: Verdammter jüdider Bäuerin in das Seitengemach, und öffnete die Thüre, scher Eigennuz!" von ihr ab, suchte nach einigen Hohl durch welche Ben David's Tochter herein schlich. Wie ver- pfennigen in ihrem Wetscher*) und drückte dieselben, mit schieden war aber ihr Aussehen, ihre Kleidung von der der Weisung, das Trinkgeld zu nehmen, und endlich zu Ben Davids Wir kennen fein liberales oder demokratisches Blatt Tracht und dem Benehmen des gestrigen Tages. Statt scheiden, in Esthers widerstrebende Hand. des seidenen Gewandes, mit köstlichen Blumen besäet, Tochter kam zu sich, und wies erröthend die Gabe von sich. in Deutschland, das sich gleich vorurtheilslos und gleich mit Franzen geschmückt, und von einem silbernen Reif, Bist Du so stolz, schmuzige Jüdin," sprach Marga- vernünftig über die französischen Bomben- Attentate ausder an Gürtelstelle war, zusammengehalten, hing heute rethe, dadurch gereizt; daß Dir dieser Lohn zu gering er gesprochen hätte. ein ärmlich unsauber Kleid um ihren schöngeformten scheint, für welchen andere Deines Gleichen einen falschen der„ Standard“, der die Sache am fühlsten und richtigsten Auch in England ist es ein konservatives Blatt, Körper, dessen Reize in der groben Hülle ihr Grab fanden. Eid leisten würden?" Ob mit diesem Gelde ein falscher Schwur sich bezahlen auffaßt. Der" Standard" meint, die ganze Bedeutung Die von wollenen Streifen umwickelten Füße schlürften in schweren Holzschuhen einher, und das blühende Gesicht war läßt, weiß ich nicht;" antwortete Esther mit leichtem Un- dieser Vorkommnisse sei eine künstliche, weil man ihnen untenntlich gemacht durch die tief anliegende Kopfbinde und willen, aber Ihr könntet meinen Gang, ohne mir durch thörichterweise einen politischen Charakter gegeben den groben kurzen Schleier, der Haar, Wange und Hals schnödes Almosen wehe zu thun, besser vergelten, sonder hätte. Betrachte man sie einfach als gemeine Verbrechen, neidisch und unbildlich versteckte. In solcher Bermummung Geld und Gabe." mußte, wenn es wiewohl selten die Nothwendigkeit erheischte, die musterhaft gebildete Jungfrau ihr Haus verlassen, wie ein Weib der niedersten Volksklasse. Diese abscheuliche Larve mußte ihren Wohlstand vor dem Blicke des Neiders, ihre Schönheit vor den Begierden del Wollüftigen sicher stellen und verbergen. Die Hausfrau war unangenehm durch die Erscheinung " " Wie das?" fragte Margarethe stolz. Whit einem freundlichen Wort," erwiderte Ben Davids wer ist der Tochter. Sagt mir doch, gnädige Frau, Reiter dort auf dem Bilde, der die Schlange todt sticht ( Fortseßung folgt.) unter seines Pferdes Hufen?" Lederne Gürteltasche der Frauen. so verschwänden die Anarchisten- Attentate vollständig in der Masse der übrigen Verbrechen, die jeder Tag zu Hunderten bringt. Und da hat der" Standard" recht. Aber das war ja gerade das Geheimniß der Andrieur und Konsorten, diese Verbrechen als politische zu politischen Zwecken zu züchten. eber den Konflikt zwischen dem Pariser Gemeinderath und der Regierung wird uns aus Paris unterm 4. April 群 n schrieben): Es war vorauszusehen, daß der Gemeinderath die bei früheren Wahlen, so auch diesmal wiederholt in Konflikt mit hätten. Aber für nichts, was einen modernen Anstrich hatte, mgestaltung des Hotel de Ville zu einer Filiale der Regierung, den Sozialisten. zu einer Präfeftur sich nicht ruhig gefallen lassen werde. Die waren die versammelten Zunftmeister zu haben, und sie beRegierung glaubte allerdings, den Gemeinderath dadurch über die zwar nicht wörtlich durchgeführt werden dürften, aber doch Innungs- Schiedsgerichte. Es ist da zu allerhand gegenseitigen Drohungen gekommen, anspruchten rigoros auch die Extrawurst der obligatorischen listen zu können, daß sie die Okkupation des Stadthauses durch mancherlei Schaden anrichten können. den Seinepräfekten für den Moment vorbereitet hatte, da die einer Auch das würde bei Am Nachmittage setzten die Verhandlungen wieder mit poliGemeinderathssession geschlossen war. Daß dies aber die als irischer Patriot muß wünschen, Aenderung des vermieden. Wahlsystems Davitt tischen Reden in großem Stile ein. Der Abg. Hahn, der Gemeinderäthe durchaus nicht hinderte, sich zu einer Ron- vativen nicht ans daß die Konser Dekonomierath. Abg. v. Mendel- Halle, der Abg. Vieregge u. a. m. Ruder kommen, ferenz zusammenzufinden, das wissen bereits die Leser des irgend einer Form Gesetz geworden, und so handelt er nur grundlegenden Bedeutung des deutschen Handwerks und der ehe Homerule in sprachen von den sozialen Aufgaben der Mittelstände, von der Vorwärts". Es handelte sich da zu wissen, welche Schritte fonsequent, wenn er solche Kandidaturen bekämpft, die in der deutschen Landwirthschaft, von der falschen Richtung des neuen unternommen werden sollen, damit Paris, das den anderen entgegengesetzten Richtung wirken. Gut, sagt ein großer Theil Kurses, von den bösen Sozialdemokraten, gegen die die Gr Gemeinden Frankreichs gegenüber insofern eine Ausnahms- der englischen Sozialisten. Aber uns sitzt das Hemd auch näher haltung des Handwerks der stärkste Wall sei, von Thron, stellung einnimmt, daß es mehr als jede andere unter der Vor- als der Rock. Bekämpft Ihr Fren uns, so werden wir Euch von Altar und Vaterland, und von anderen schönen Dingen, mundschaft der Regierung steht. Sollte der Gemeinderath de- nun an als politische Feinde behandeln. Es liegt auf der Hand, die man mit dem Brustton der Ueberzeugung in schön abgemissioniren? Sollte er jeden Verkehr mit der Präfektur abbrechen? daß, so sehr die Sozialisten damit in ihrem Recht wären, dies rundeten Phrasen immer wieder aussprechen hört, wenn die Im ersteren Falle würde der Gemeinderath durch eine von der doch keine wünschenswerthe Eventualität ist. Sie wäre aber Herren ihren Namen in den Zeitungen gedruckt sehen wollen, Regierung ernannte Verwaltungskommiffion ersetzt werden, im auch zu vermeiden, wenn das relative Mehr nicht mehr die aber nichts Rechtes zu sagen wissen. Den versammelten Handletzteren die Durchführung der städtischen Arbeiten städtischen Arbeiten ge- Wahlen entschiede. Denn dann hat ein Michael Davitt erst da werkern ersetzten diese Reden das Mittagsschläfchen und die hindert werden, in beiden Fällen fomit nur die fich einzumiſchen, wo Feinde Homerule's gegen Freunde der Abgeordneten stiegen wieder so sehr in ihrer Achtung, daß der Pariser Bevölkerung, darunter zu leiden haben. Man irischen Selbstverwaltung fämpfen. hatte sich schließlich dahin geeinigt, vorerst der Bevölkerung Protest des Juweliers Fischer- Berlin gegen die Wahlreden im von Paris die ganze Frage betreffend die Installirung des Mit de Felice Giuffrida sind noch zehn andere Mit- Interesse der Parteipolitit unter lebhaften Schlußrufen der Versammelten völlig verloren ging. Präfekten als einen Zwischenvorfall in dem von der Regierung glieder und Leiter der Arbeiterbünde" angeklagt. Den Prozeß gegen den Gemeinderath organisirten System der Provokation werden wir eingehend behandeln, wenn er zum Abschluß gelangt. Gesinnung der Zunftmeister bestehen fonnte, so wurde er gründ Wenn noch irgend ein Zweifel über Sie arbeiterfreundliche darzulegen und die Intervention der Pariser Abgeordneten Für heute sei nur bemerkt, daß in der Anklageschrift, die lich behoben bei den Berathungen über die Gesellenausschüsse und anzurufen, auf daß ein republikanisches Munizipalgesetz ge- jetzt vorliegt, sich kein Material befindet, das nicht auf den das Lehrlingswesen. Nach den Regierungsvorschlägen sollten die schaffen werde, das auf Paris Anwendung zu finden habe. ersten Blick die bornirteste Polizeimache verriethe. Die Beschlüsse der Innung, wenn sie gegen sämmtliche GesellenDie mit der Durchführung dieser beiden Punkte beauftragte schlimmste Thatsache ist die Sammlung eines Streitfonds.stimmen gefaßt wurden, durch Beschluß des Gesellenausschusses Rommission, an deren Spize der Präsident des Gemeinderaths, Champondry, steht, hat sich bereits dieser Aufgabe erledigt. suspendirt werden können. Das war wenigstens ein kleines Dem Kronprinzen von Schweden und Norwegen Sicherheitsventil gegen den Uebermuth der Meister; aber bereits Vor wenigen Tagen hat sie nämlich ein Manifest an die Wähler von hat die norwegische Kammer das Gehalt gesperrt, für den die Vorkonferenz hatte diese Schutzbestimmung wesentlich zu gunsten Paris erlassen, in welchem sie nachweist, daß der Kampf zwischen Fall, daß er seine gegen Norwegen gerichteten Drohungen der Meister modifizirt und sie wurde auf Antrag Voß- Hamburg, der Regierungsverwaltung und dem Gemeinderath nicht erst nicht widerruft. Nun ist dies geschehen. Natürlich" ist der das Recht der Majoritäten proklamirte, gänzlich ausgemerzt. von heute datitt, daß sie sich allen von ihm gewollten Reformen der Kronprinz ganz unschuldig, alles beruht auf einer Umsonst warnte Faßhauer- Köln wegen der Tragweite einer entgegensetzt und daß die Besetzung des Hotel de Ville durch den Eeinepräfeften nur in der Hoffnung vorgenommen wurde, den Beitungsente. Das ist ja selbstverständlich, sollte denn ein vorn herein vor den Kopf zu stoßen, aber die Meister wollten solchen Art der Kompetenzregulirung, die Gesellen von Gemeinderath durch eine Verwaltungskommission ersehen zu Kronprinz eine Dummheit machen können? Ob freilich die" arbeiterfreundlich" sein, und sie drückten den Gesellen auf das fönnen. Einem Ministerium, heißt es daselbst, das den Ralliirten bösen Norweger nicht doch meinen werden, daß das Geld niedere Niveau herab, das ihm nach der von Gott gewollten ein Unterpfand anbietet und nur mit Hilfe reaktionärer Gesetze dem Kronprinzen lieber ist als der Muth der Ueberzeugung, Ordnung zutommt. Noch toller wurde es bei den auf das zu regieren und zu verwalten vermag, einem solchen Ministerium ist eine andere Frage. ift eine unabhängige Pariser Versammlung eben unbequem." Gestern Lehrlingswesen bezüglichen Fragen. Selbst den bankrotten Meistern, endlich hat die Kommission, die Lage der Pariser Kommune darlegend, Aus China wird gemeldet, in der Provinz Schonsi mehr haben, soll es gestattet sein, Lehrlinge aus die kein Verfügungsrecht über ihr Vermögen ein Schreiben an sämmtliche Abgeordneten von Paris gerichtet, auf fei ein französisches Missionsgebäude von der zubeuten und hungern zu laffen daß diese der Kammer ein auf Paris anzuwendendes republikanisches einheimischen Bevölkerung niedergebrannt worden. doch, wie Woß- Hamburg meinte, den verarmten Meistern „ man folle Munizipalgesetz unterbreiten. In diesem Schreiben wird ihnen Daß die Chinesen auf so urwüchsige Weise gegen die Ein- nicht ihre legten Hilfskräfte entziehen". Und mit Halloh wurde an's Serz gelegt, so rasch als möglich zu handeln und gesagt führung des Christenthums protestiren, wird von der jetzt der Antrag Döhrmanns- Bochum abgelehnt, die Zahl der Lehrbem Lande gesagt werde, daß es eine französische Gemeinde giebt, ruhig hingenommen werden. Und wir können auf eine wir an anderer Stelle noch zu sprechen kommen werden- feine „ Es ist nothwendig, daß von der Tribüne der Kammer herab sehr christlich gewordenen französischen Regierung nicht linge bei einem Meister auf höchstens drei zu beschränken. auf deffen prinzipielle Bedeutung Nachdem der Gefeßentwurf die nach einem dreiundzwanzigjährigen Bestande der Republik noch immer unter orleanistischen und bonapartistischen Gesetzen diplomatische Kazbalgerei gefaßt sein, die vielleicht zu einem definitive Formulirung erhalten hatte, konnte der Handſtehe." Es ist selbstverständlich, daß der Gemeinderath noch kleinen Krieg" führt. weitere Schritte unternehmen wird, um Paris zu seinem Rechte zu verhelfen und vorauszusehen, daß die Regierung nicht das legte Wort in dem von ihr heraufbeschworenen Kampfe haben wird. " Dentscher InnungsMehr Kanonen, weniger Schulen, darin gipfelt und allgemeiner Handwerkertag die Kulturpolitik der europäischen Militärstaaten. In Preußen hat der Staat kein Geld für die Gewerbeschulen und in Italien ist es ebenso. Ein Telegramm aus Rom meldet hierüber: Einer ministeriellen Verfügung zufolge sind aus Sparfam feitsrücksichten den Schülern der Industrie, Kunst- und Gewerbeschulen die bisher gewährten Subsidien vom 1. Juli ab nicht mehr zuzubilligen. Die Neubewaffnung der italienischen Armee wird aber trotzdem auf's ernstlichste ventilirt. Die Kulturaufgaben Leiden nicht! in Berlin. werkertag in der einstimmigen Annahme einiger schöner, aber in grauenhaftem Deutsch formulirten Resolutionen austlingen, in denen noch einmal die Zwangsorganisationen der Handwerksmeister und Kleingewerbetreibenden, der Befähigungsnachweis, die Handwerkerkammern, das der Innung allein zustehende Recht Lehrlinge au süchten, kategorisch gefordert wurde. zu Soziale Meberlicht. Aufruf an die Arbeiterschaft aller Länder! der Schweiz einen Umfang erreicht, wie es in unserm Lande Die Lohnbewegungen und Abwehrstreits haben dieses Jahr bisher noch nie vorgekommen ist. Namentlich ist die Lohnbewegung der Bauhandwerker Zürichs Forderungen des neunstündigen Arbeitstages und Einführung von großer, grundsäglicher Bedeutung durch die von Minimallöhnen. Unter dem bei solchen Gelegenheiten üblichen patriotischen Rummel ging sodann der Handwerkertag auseinander, indem er 3weiter Verhandlungstag. Del als ersten Punkt auf die Tagesordnung einer neuen Busammenaus von den heutigen Verhandlungen des Handwerkertages. Bon Getretener Quart wird breit, nicht feft... Das gilt durch- funft feßte:" Die politische Bertretung des Handwerks." Paragraph zu Paragraph der Vorschläge zur Organisation und Hebung des Handwerks schleppt, sich mühsam die Debatte fort und verliert sich in die fleinlichsten Nebensächlichkeiten. Die Verhandlungen gewinnen kaum an Leben, wenn der Borsigende immer wieder die Mittheilung vom Eintreffen eines andern Reichstags- oder in Das Kabinet Rosebery kann nicht leben und nicht daß selbst für die deutschen titelwüthigen Handwerks ,, me i ster" phrase wiederholt. Dieses Greigniß hat sich bereits so oft wiederholt, sterben. Gestern Nacht entschlüpfte es noch mit einer kleinen die Sendboten des Volkes zu gewöhnlichen Staubgeborenen ge Majorität einer Niederlage. Aber ähnliche Steine des worden sind, die Anwesenden reagiren kaum noch auf die VorAnstoßes können ihm jeden Tag in den Weg geworfen ftellung und Begrüßung. Etwas lebhafter wurde es nur, werden; und ein Kabinet, das nicht einmal in einfachen als die Namen v. Plöz, Zimmermann, Werner und Gräfe Bauhandwerker, welche einer täglichen Unterstützung von ungefähr Wir haben nun auf dem Plaße Zürich ca. 1200 streifende Fragen der Tagesordnung und um eine solche ließen. Herr v. Plötz und der Abg. Gräfe von der Reform- 200 Schneider im Ausstande. Ferner werden die Schuhmacher in um eine solche verwandte Saiten in der Brust der Handwerker milklingen 2500 Franks bedürfen. Außerdem befinden sich in Bern liber handelte es sich in der gestrigen Unterhaus- Sigung- partei" ließen sich denn auch die schöne Gelegenheit nicht entseiner Sache und feiner Partei ficher ist, kann gehen, für ihre Privat- Steckenpferde bezw. für ihre Parteien den Zürich und Olten in den Kampf eintreten. Durch das Anschwellen der auf Autorität feinen Anspruch machen. Unter Netlametamtam fräftig zu rühren. Lohnbewegungen wird die Steuerkraft der Organisationen aufs solchen Umständen ist ist es nicht zu verwundern, Herr v. Plöß, der, wie die Rage immer auf die Beine, mit Höchste gespannt, so daß vielerorts eine Mehrleistung undaß der Ruf nach Auflösung des Parlaments in fonstanter Regelmäßigkeit auf den Bund der Landwirthe und möglich ist. England immer allgemeiner wird und auch aus den Reihen den russischen Handelsvertrag fällt, sprach von der Gemein- Nationen ist, so wird die gegenwärtige schweizerische ArbeiterWie denn nun unsere Kleine Schweiz der Sammelplag vieler der liberalen Partei selbst zu ertönen beginnt. Lord Rose- schädlichkeit der wirthschaftlichen Intereſſengeſetzgebung der letzten bewegung, namentlich für die Arbeiter unserer Nachbarstaaten bery wird sich nicht mehr lange der Nothwendigkeit Landwirthschaft, an dem lediglich die Gesetzgebung schuld sei. von größtem Intereſſe ſein. 20 Jahre, sprach von dem völligen Ruine des Handwerks und der entziehen können. Je länger er den gefürchteten Moment Aber die Beit werde fommen, wo man auch mit diesen Gesetzen unterstützung im Kampf um unsere Existenz. Wir appelliren Wir ersuchen Euch daher um Gure thatfräftige hinausschiebt, desto ungünstiger gestalten sich die Aussichten aufräumen werde. Die Gemeinsamkeit der Interessen der Land- biermit an die internationale Solidarität der Arfür ihn und für die liberale Partei. wirthschaft und des Handwerkes diesem Zuge der Zeit gegenüber zwänge die Vertreter diefer beiden Stände zu gemeinsamem beiter. Bedenket, daß unsere republikanischen Verfassungen Handeln. Durch Bundesorganisationen müßten die Handwerker und Gesetze uns nicht vor Ausbeutung und Hunger schüßen. ihre Zähne zeigen, wie es die Landwirthe gethan, dann werden wir haben genau so wie die Arbeiter der Monarchien die auch sie die Machtstellung erreichen, die der Bund der Land- Hungerpeitsche und den Polizeiknüppel des Kapitalismus zu wirthe bereits erreicht hat, und bald werden Landwirthe und fühlen. Handwerker die Majorität im Reichstage erringen, " V Verhandlungen langsam und langweilig weiter fort. Nach diesem melodramatischen Intermezzo schleppten fich die Berlin Ferner erinnern wir Euch, daß die Schweiz von jeher ben herrschenden reaktionären Strömung in der Bürgerschaft aufs Berfolgten aller Nationen ein Asyl gewährt hat, und daß die die Fortbestehung dieses Asylrechts bei der gegenwärtig herrschenden reaktionären Strömung in der Bürgerschaft aufs Aeußerste gefährdet würde, wenn sich die Arbeiterschaft wegen Mangel an Mitteln auf Gnade und Ungnade ergeben müßte. Ihr Alle fennt unsere Lage; Ihr wißt, daß unsere Forde rungen gerecht sind. Laßt uns nicht vergeblich auf Unterstützung warten. Rasche Hilfe ist doppelte siffe! Gelder find an unsern Rassirer Emil Hug, Hirslanden Bürich, zu richten. Zürich, im April 1894. Ans England wird uns geschrieben: Die Nachwahlen, von denen ich in meinem vorigen Brief schrieb, sind nun sämmtlich vorüber und haben, soweit es sich um die Parlamentsfige handelt, die Verhältnisse unberührt gelaffen. Jede Partei hat ihre Sige zurüderobert, und wenn hier die Liberalen, so haben dafür ander wärts die Konservativen relativ verloren. In Midlanart: shire ist das Resultat folgendes: Liberale 3965, Ronservative in dem Stile, der dem antisemitischen Hep- Hep Apostel so Noch einige Grade träftiger waren die Töne des Abg. Gräfe, 3685, Arbeiterpartei 1221 Stimmen. Da das relative Mehr wunderbar zu Gesichte steht, wetterte er gegen die jüdischen Ausentscheidet, ist der Liberale gewählt: bätten noch 381 Arbeiter beuter, die rothen Umstürzler, die nur darauf hinarbeiteten, das dem Kandidaten ihrer Klasse ihre Stimme gegeben, so würde, ehrsame Handwerk zu vernichten, und rollte dann die chinesische bei 5186 antifonservativen Stimmen, der Konservative ins Parla Wandtapete des antisemitischen, Pardon, reformparteilichen Proment eingerückt sein. Beeilen die Liberalen sich nicht, diesem Zu gramms auf. Mit behandschuhter Hand versetzte da aber der stand durch Abänderung des Wahlsystems ein Ende zu machen, Borsitzende, Biel- München, dem Bierbanfredner eine flatschende so ist ihre Niederlage bei der nächsten allgemeinen Wahl fast Ohrfeige, indem er ihn mit den Worten unterbrach, ihm sei gewiß. Die 1221 Stimmen, die die Arbeiterpartei in Midlanart zwar jede politische Meinung gleich achtenswerth, aber die Handshire erhielt, wo vor sechs Jahren Keir Hardie nur die Hälfte, werker seien nicht nach Berlin gekommen, um Parteipolitik 617 Stimmen, erzielte, tönnen ihnen als Warnungszeichen dienen. zu treiben". Mit verlegenem Lächeln quittirte Herr Gräfe diese Das Bundeskomitee Diefer Stimmenzuwachs ist ein bedeutender Erfolg der sozia moralische Ohrfeige, indem er meinte, gerade das habe er auch des Schweizerischen Gewertschaftsbundes. liftischen Arbeiterpartei. Das Daily Chronicle", dem man das ausführen wollen. Verdienst einer guten Witterung nicht absprechen kann, tadelt Achtung, Mechaniker! In der Werkstatt von Jähnisch nachträglich die Liberalen des Kreises, daß sie dem Arbeiter: und Böhmer, Prinzenstr. 34, sind Differenzen zwischen Arbeitern fandidat, der früher im Felde gewesen, überhaupt und Unternehmer ausgebrochen. Schon seit Jahren ist diese Bei der Theilung der Welt reklamirte der Musiker Bomke- Werkstatt in Kollegenfreifen dafür bekannt, daß dort schlechte einen Kandidaten gegenübergestellt haben. Die Liberalen haben fehr gefchloffene Intereffen gegen fich die Staatskirche in Eng- großmüthig wurde es ihnen gewährt, aber nur für die, die hältnisse immer mehr in letzter Zeit zugespißt. Vor einigen auch für die Berufsmusiker ein Plätzchen und Lohnverhältnisse bestehen, und haben sich die gegenseitigen Ber land, Schottland und Wales, die Protestanten in Irland, die den Befähigungsnachweis geführt haben, daß sie mindestens Wochen sind nun die Kollegen der betreffenden Werkstatt daran Brauer und Schankwirthe im ganzen vereinigten Königreich und die große Trommel handwerksmäßig zu rühren verstünden; gegangen, die neunstündige Arbeitszeit zu verlangen und 21 M. das Groß der mit diesen gehenden indifferenten Arbeiter, die Drehorgelspieler, Hoffänger und Harmonikavirtuosen haben kein Minimallohn, sowie Erhöhung der Affordpreise, welche Maffe der Grundbefizer in Stadt und Land, die große Finans Anrecht auf die allein seligmachenden Innungen. und Anhang 2c. 2c., dagegen haben sie wenig Elemente hinter systematisch heruntergedrückt wurden. Sie erhielten auch Allmälig stiegen den Handwerkern aber doch einige Bedenken eine zusagende Antwort, sich, die ihr Klasseninteresse an sie bindet. Wie mit den Fren, über die Begriffsbestimmung deffen, was unter Handwerk zu wurde eingeführt, doch wie sich bald herausstellte, wurden die neunstündige Arbeitszeit müssen sie suchen, mit der sich neuerdings kräftig regenden Ar- verstehen sei, auf; nach den Ausführungen des Bürgermeisters die vier Arbeiterinnen davon ausgeschlossen, ebensowenig merfie beiterpartei einen modus vivendi zu finden. Mit den Jren ist es Neff St. Johann zog man sich aber geschickt aus der Schlinge man etwas von aber verhältnißmäßig leicht, da dieselben kein Prinzip von den dadurch, daß man es den Handwerkerkammern in die Hand gab, der Akkordpreise. Als die Arbeiter abermals deshalb vorstellig den 21 M. Minimallohn und Erhöhung Liberalen trennt und sie in feine Konkurrenz um Wahlfige mit darüber zu befinden, was in konkreten Fällen noch als Hand- wurden, verweigerte ihnen Herr Jähnisch einfach das Geforderte, ihnen treten. Die Arbeiterpartei aber bethätigt sich im Rampf wertsbetrieb aufzufassen fet, und was nicht. Nach den Ansichten, namentlich die neunstündige Arbeitszeit der Arbeiterinnen. Um gegen die liberale Partei, muß ihr prinzipiell die gelegentlich von Delegirten zu Tage gefördert wurden, wird auch einen Beleg dafür zu haben, daß die Arbeiterinnen die Boden abzunehmen suchen, Zusammenstöße find hier man sich faum zu verwundern haben, wenn die Handwerker- neunstündige Arbeitszeit nicht haben wollten, ließ er jede einzelne, unvermeidlich, vom Standpunkt der Arbeiterpartei unerläßtammern, nota bene wenn sie überhaupt erst einmal ins Leben von der Jüngsten angefangen, in das Komtoir fommen und lich, und da ist das jetzige System des relativen Mehr wie ge- getreten sein werden, auch die Gruson, Stumm, Krupp und unterschreiben, daß sie mit der zehnstündigen Arbeitszeit zufrieden schaffen, die Geschäfte der Ronservativen zu besorgen. In Borsig 2c. den Handwerksmeistern zuzählen und sie in die feien. Die Arbeiter und Arbeiterinnen sind alle organisirt und Midlanart find gegen 1892, wo die Arbeiterpartei aus dem Spiel Innungen pressen. blieb, die Stimmen der Liberalen um 646 gefallen, die der fordern wir die Kollegen auf, den Zuzug nach dieser Werkstatt Etwas lebhafter wurden die Verhandlungen, als die Kom- fern zu halten, bis die Streitigkeiten erledigt sind. Weiterer BeKonfervativen um 146 gestiegen, die Arbeiterpartei hat somit petenzen der Innungen zur Debatte standen. Es versteht sich richt folgt. nur den Ersteren Stimmen abgenommen. May Lange, Annenstr. 32, 4 Tr. obligatorisch machen wollen, freilich ausgestattet mit denselben Gummiwaarenfabrik haben eine Anzahl jugendlicher Arbeiter die von selbst, daß die Zunftmeister die Innungs- Schiedsgerichte Jugendliche Arbeiter im Streik. In der Harburger Kompetenzen, wie sie die Gewerbe Schiedsgerichte besitzen. Der Arbeit eingestellt, weil sie mit einem Sohn von 1,70 m. pro Breslauer Innungsausschuß wollte diesen Passus streichen, weil Tag nicht zufrieden waren. die Breslauer mit dem Gewerbe- Schiedsgericht, troß der darin fizzenden bösen Sozialdemokraten, die besten Erfahrungen gemacht Für die Liberalen agitirte sehr eifrig Michael Davitt, und das brachte ihn, der gerade am frühesten für ein Zufammengehen der Iren und der englischen Arbeiter eingetreten, wie schon *) Wegen Raummangels verspätet. IT Für den Inhalt der Inserate über Adolph Ernst- Theater. Heute: nimmt die Redaktion dem Publikum Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 11. April. Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Die gelehrten Frauen. Der eingebildete Kranke. Deutsches Theater. Romeo und Julia. Berliner Theater. Magdalena. Maria und Leffing- Theater. Niobe. Friedrich- Wilhelmäädt. Theater. Der arine Jonathan. Residenz- Theater. Der Maskenball. Wallner- Theater. Geschlossen. Neues Theater. Ein Volksfeind. Central- Theater. Der neue Kurs. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die schöne Melusine. Alexanderplak Theater. Die Nachteulen von Paris. National- Theater. Eine Nacht im 0 Ballhaus. Vorher: Kaiserwetter. bruder und Kollegen, den ZeitungsUnserem alten Genossen, SangesSpediteur Albert Wendisch nebst Frau Sozialdemokratischer Wahlverein spenden wir unſere beften Glück für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Vierteljährliche Generalversammlung wünsche zu ihrem filbernen HochzeitsSchwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. tage. Albert! kämpfe weiter für FreiVorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. ratweil'sche Bierhallen Kommandantenkte.- 79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Läglich bei freiem Entree abwechselndes Programm der österreichischen Damenkapelle " Dittl" in kleinrussischen Nationalkostümen. Auftreten von Theater Unter den Linden. Der Künstlern.. Spezialitäten Obersteiger. Hierauf: Columbia. American Theater. Lumpen= Su1. Ranges, ſanne, oder: Die Obdachlosen von sowie Auftreten der nordamerikanisch. Berlin. 0 Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Negergesellschaft Mr. Brown. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro Reichshallen- Theater.Spezialitäten Stunde 60 f. Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenCentral- Theater. Alte Jafobstr. 30. Mittwoch, den 11. April 1894, Bum 4. Male: Der neue Kurs. Posse mit Gesang in 3 Atten von Leopold Ely. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Der neue Kurs". National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gine Ragt in Balhans. Nacht Echwant in 4 Aufzügen von R. Kneifel. Regie: Mar Samst. Vorher: Kaiserwetter. Schwank in 1 Aufzug von A. Schmasow. Regie: May Sam ft. C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten sind noch an verschiedenen Tagen zu haben. Alcazar. Variété. u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Vornehmster: Familien- Aufenthalt. Täglich: Gr. Theater- Vorstellung. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf. Sonntags 7 Uhr. Sonntags 30 Pf. R. Winkler. Castan's Panoptikum. Im 9. Kreise der Hölle: Der Rutsch a. d. Rafirmesser. Rajſeneröffnung 6½ Uhr. Anfang Elite- Damenkapelle Austria. 7½ Uhr. Morgen: Mutter segen. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Letzte Woche in dieser Saison. Jeden Abend 9 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen.„ Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen " Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. mit bewegter VergangenMartin Bendix. Brunwald heit Neu! Original- ,, Barna" Neu! Musikalischer Elektro- Phantast. Ferner u. a. ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Engen 3ocher, Sächsischer Original- Humorist. Anfang: Wochentags 1/2 Uhr. Sonntags 62 Uhr. Vor- Anzeige! Gonnabend, 14. April: Benefiz für die beliebte Berliner Soubrette Josephine Delcliseur. Sonntag: Vorletzte Vorstellung. Circus Renz, ( Karlstraße.) Mittwoch, den 11. April 1894, Abends 72 Uhr: Auf vielseitiges Verlangen:" Ein Künstlerfest. Neue Einlagen. Gr. Pracht- Feuerwerk. Außerdem: 4 arab. Schimmelhengste, als Fahnenpferde vorgeführt von Herrn R. Renz. Beautiful und der Steiger Solon, geritten von Frau Renz- Stark. Die Handakrobaten Gebr. Detroit. Die Luftgymnaftifer Gebr. Wortley. Mr. Lavater Lee it. f. 1. Donnerstag: Ein Künstlerfest. Gr. Pracht- Feuerwerk. Sonnabend: ,, Sanssoucif Kottbuserstr. 4a. Donnerstag, den 12. April: 2897b heit und Recht. Mehrere Genossen: am Donnerstag, den 12. April, Abends 82 Uhr, im Lokale des K. Sch. R. 2. St. Herrn Deigmüller, Alte Jakobstraße Nr. 48 a. Tages Ordnung: Die Verlobung mit Herrn Emil Werner hebe ich hiermit auf. Berlin, 9. April 1894. Martha Ueberlé. 2916b Allen Freunden, Bekannten und Kollegen hiermit die traurige Nachricht, daß am 9. April 1894, Vorm. 81/2 Uhr, mein lieber guter Gatte unser Vater, der Schriftseter- Invalide, jezige Raffenbote Otto Buhrs im 34. Lebensjahre nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. Dies zeigt in ihrem größten Schmerz tiefbetrübt an die trauernde Wittwe. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. d. Mtz., Nachm. 42 Uhr, vom Trauerhause, Kastanien- Allee 95/96, nach dem Zions Kirchhof zu Weißen29066 see statt. = Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am Montag, den 9. d., früh 8 Uhr, unser liebe Neffe, Kousin und Bräutigam der Sattler 29096 Hermann Matschke in seinem 26. Lebensjahre verschieden ist. Die Beerdigung findet am Donners tag, den 12. d. Mis., Nachm. 4 Uhr, vom Krankenhause àm Urban nach dem neuen Thomas- Kirchhof in Brig statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. 1. Vorstandsbericht. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1893 und vom 1. Quartal 1894. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Wahl eines ersten Schriftführers. 5. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Vogtherr über: Die Bedingungen geistiger Freiheit". 6. Diskussion und Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. " 467/11 : Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Am Freitag, den 13. April, Abends 8 Uhr, im Lokale Marienbad", Badstr. 35-36( Gesundbrunnen): Große öffentliche Volks- Versammlung Tages Ordnung: 1. Anwendung und Bedeutung des Boykotts für die sozialdemokratische Partei. Referent Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr. 2. Diskussion. Der Einberufer. Achtung! Moabit. Adtung! Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Donnerstag, den 12. d. M., Abends 8½ Uhr, in Ahrens Brauerei, Thurmstr. 26/27( kl. Saal): Grosse Versammlung der Filiale Moabit. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn A. Hoffmann über:" Der Kampf ums Dasein". Herren 2. Diskussion. 3. Aufnahme von Mitgliedern. 4. Verschiedenes. und Damen als Gäste sind willkommen. Tellersammlung findet statt. 461/8 Die Bevollmächtigte. welche meiner mir unvergeßlichen Frau, Frauen- und Mädchen- Bildungsverein theuren Wilhelmine geb. Diwiz die letzte Ehre erwiesen haben, unsern 2908b tiefgefühltesten Dant. 3. Dombrowsky und Kinder. Musik- Instrumente. Am des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Donnerstag, den 12. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Nagel, Schwedterstraße Nr. 23: Wanderversammlung der Filiale Nord. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Rohrlack über: Der Widerspruch der geſellſchaftlichen Pflichten mit den Naturgefeßen". 2. Distuſſion. 8. AufAlle Blas, Streich- u. Schlag- Instru- nahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. mente, Spieldofen zum Drehen u. selbstspielend, Musik Automaten fertigt Aug. Kessler, Laufikerstr. 51. Männer und Frauen als Gäste sehr willkommen. M Rechts- Bureau Bil- und Straffachen Zivil23956 gegründet 1880. F. Deter, Alt- Moabit 124 1. Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. nur eigene Fabritation, 25 Bigarren Mart. Garantie rein amerikanische abate. Rippentabat 2 Bid. 60 Pis 5444L* H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Pfandleihe Rose, Oranienburgerstrasse 55, part. 4000. Soirée Das erste Stiftungs- Fest der Stettiner Sänger in Berlin. Grosses DoppelKonzert. FestProgramm. 1. A.: Begrüssungs- Chor an das Publikum. Oftett von Meysel. Ein Abend bei den Stettiner Sängern, Humoreske für großes Orchester, arrangirt von Neumann- Bliemchen. Anfang der Konzert- Musik 7/2 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf, wie immer, 40 Pf. Nach der Soiree: Tanzkränzchen bei vollem Orchester. Freitag: Viktoria- Brauerei. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Audrenstraße 64. Heute, Donnerstag, den 12. April: Gr. Elite- Soirée der Norddeutschen Sänger Auserwähltes Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Passe- partouts, Familien- u. Freibillets haben Giltigkeit.. 73/18 C. Saeger. Dom Skatklub ,, Einigkeit" findet am Sonntag, den 15. d. M., bei W. Grube, Mariendorferstr 5, statt, wozu Freunde, durch Mitglieder eingeführt, Zutritt haben. 2913b D. V. W. Schüler. Baustellen 29036 mit Bauerlaubniß, 21-22 Mt. Baugeld, fertig finanzirt, günstige Lage, find preiswerth mit geringer Anzahlung zu verkaufen. Näheres unter K. K. durch die Expedition dieser Zeitung. PassageDer Vorstand. Freie Vereinigung der Kaufleute! Handlungsgehilfen! 461/9 Morgen, Donnerstag, den 12. April, Abends 82 Uhr, in den 味 Fettsälen des Industrie- Gebäudes, Beuthstr. 20: Große Versammlung. Tages Ordnung: 2914b 1. Die Küche der Firma G.& S. Bing, Kronenstraße 20. 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Kollegen! Erscheint zahlreich zu dieser wichtigen Versammlung. Der Vorkand. J. A.: Hecht, Rastanien- Allee 13/14. Sozialdemokratischer Agitations- Verein für die Kreise Wittenberg, Torgau u. s. w. Versammlung am Donnerstag, den 12. April, Abends 8 Uhr, in den ArminHallen, Kommandantenstraße 20( kleiner Saal). Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubeil. 440/4 Fachv. der Bilderrahmenmacher Berlins u. Umg. 1. Stiftungsfest unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Oberon"( Mitglied des A.-S.-B.), bestehend in Konzert, Vortrag und Ball im ,, Deutschen Hof, Lucauerstraße 15. Billets sind zu haben bei Mar Jéannéret, Fürstenstr. 7. Alle Mitglieder und Freunde des Vereins sind hiermit eingeladen. 132/6 Die Mitglieder werden gleichzeitig auf die am 17. April stattfinden de Generalversammlung aufmerksam gemacht. Vollzähliges Erscheinen ist nothwendig. Der Vorstand. Vision eines Lebenden. Panopticum. Todten- Tanz. Bon A. v. d. Passer. 50 PfennigDie Die Zeit des ancien regime und unsere Zeit. Blutiger ZufammenGlocke bruch oder friedliche Umwälzung. Die Blindheit der besitzenden Klassen und die, nur von scharfen Denkern beachtete und geachtete, geistige und sittliche Kraft, welche den sozialen Ideen innewohnt. Das ist's, was diese Schrift allen Volksfreisen in marfigen Zügen vorführt. von Fr. v. Schiller. Musit von Romberg. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. B. Nieft's Festsäle, Weberstr. 17. Empfehle meine eleganten Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten und Verfammlungen gratis. [ 59362* B. Nieft, Weberstraße 17. Schmiedel's Festsäle, Jeder Buchhändler und Kolporteur kann liefern. Ausstellung Jtalien in Berlin Mai- October 1894 119550 auf dem Terrain der West- Eisbahn ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. Wwe. E. Schmiedel. Gr. Vereinsz. zu verg. Simeonstr. 23. G. Leichnitz' Restaurant Königsbergerstr. 28[ 59182* empfiehlt allen Genossen Vereins- Säle zu Festlicht. u. Versammlungen • vormals G. Feuerstein Amt I. Boltz' Festsäle, Alte Jakobstr. 75. Nr. 1082. zu Vergnüg. fostenlos. Klagen, Gingaben. zimmer in beliebiger Größe bis zu Für d. Commermonate empf. meinen Sommergarten Kaffeeküche, auch Count. Benefiz des Herrn R. Renz u. For Unfallsachen, Butzger, Steglitzerst.65. 80 Personen. 2 Kegelbahnen. Billard. Sonnabend, 28. und Sonntag, 29. d. M., noch Säle frei zu Verf. u. ſ. w. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in lin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Fr. Renz, Direktor. Hierzu eine Beilage Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 83. Mittwoch, den 11. April 1894. 11. Jahrg. Vorlmnetttsvertilite. Deutscher Reichstag. 78. S i tz u n g vom 10. A p r i l 1894. 1 U h r. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, Nieberding, Gra, L e r ch e n f e l d. Zur zweiten Berathung steht die Vorlage betreffend die Abzahlungsgeschäfte. § 1 lautet: Hat bei dem Verlauf einer dem Käufer über- gebenen beweglichen Sache, deren Kaufpreis in Theilzahlungen berichtigt werden soll, der Verkäufer sich das Recht vor- behalten wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage zurückzutreten, so ist im Falle dieses Rücktritts jeder Theil verpflichtet, dem anderen Theil die empfangenen Leistungen zurückzugewähren. Eine entgegen flehende Vereinbarung ist nichtig. Dem Vorbehalten des Rücktrittsrechtes steht es gleich, wenn der Verkäufer wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen kraft Eeietzes die Auflösung des Vertrages verlangen kann.§ 2. Der Saurer hat im Falle des Rücktritts dem Verkäufer für die in- Tjj'jie bes Vertrags gemachten Aufwendungen, sowie für solche Beschädigungen der Sache Ersatz zu leisten, welche durch ein Verschulden des Käufers oder durch einen sonstigen durch ihn zu vertretenden Umstand verursacht sind. Für die Ueberlassung des Gebrauchs oder deren Benutzung ist deren Werth zu vergüten. Eine entgegenstehende Vereinbarung, insbesondere die vor Aus- Übung des Rücktrittsrechls erfolgte vertragsmäßige Festsetzung einer höheren Vergütung ist nichtig. Abg. Lenziuann will de»§ 1 dahin verändern, daß im Falle des Rücktritts der Verkäufer an den Käufer denjenigen Betrag zu erstallen hat, um welchen der gegenwärtige Werth der Sache den noch rückständigen Theil des gesammten Verkaufspreises übersteigt. In tz 2 hat nach dein Antrage Lenzmann der Käufer für die Benutzung der zurückzugewährenden Sache sich auf den ihm zu erstattenden Sachwerth 5 pCt. der Kaufpreisrückstände an- rechnen zu lassen. Abg. Euneecerus will im 2 nach dem Worte„ver- guten" einfügen:„ivobei auf die inzivischen eingetretene Werth- Verminderung der Sache Rücksicht zu nehmen ist." Abg. Lenzmann(frs. Vp.): Die vorliegenden Fragen sind so verzwickt und kontrovers, daß jede Ueberhastung die schlimmsten Folgen haben kann. Das Einfachste wäre freilich, durch ein Gesetz die sog. Verwirkungsklausel zu verbieten. Vielfach sprechen schon heute die Gerichte die Nichtig keit der Verwirkungsklausel aus. Aber dieser Weg ist keineswegs unbedenklich; er würde unter Umständen eine Himmel» schreiende Ungerechtigkeit gegen den Verkäufer bedeuten. Mein Antrag scheint mir die richtige Mitte zu wählen, weil er auf die Werlhverminderung des Objekts schon im tz 1 gebührende Rück- ficht nimmt. Der Antrag Enneccerns ist für mich zu unbestimmt und deshalb unannehmbar. Die Vorlage will eine Ersatzpflicht nur dann, wenn Entwerlhung durch Verschulden des Käufers eingetreten ist. Wie es gehalten werden soll, wenn die Schädigung durch Zufall erfolgt ist, darüber trifft die Vorlage auch nicht Bestimmungen. In allen diesen Beziehungen verdient mein Antrag entschieden den Vorzug. Ich bitte das Haus, meine Anträge anzunehmen. Der redliche Abzahlungshandel ist eine Nothwendigkeit und unentbehrlich; beschließen Sie keine Maßregeln, welche ihn unmöglich machen. Abg. Enneccerus(ntl.): Zu einer Kommifsionsberathung wäre es jetzt doch zu spät. Die Darstellung des Vorredners geht von dem einseiligen Standpunkte des Berliner Möbelhnndlers aus. Nach seincin Antrage löst der Verkäufer das Geschäft auf, als ob es garnicht geschlossen wäre, er soll aber die Vortheile aus dem Geschäft haben. Auflösung des Geschäfts ist kein Ri'ich kauf. Bei einem Abzahlungsgeschäft muß naturgemäß wegen des Risikos in Ansehung der Zahlungsfähigkeit des Käufers der Kaufpreis ein hoher sein. Je stärker die Abnutzung ist und je schneller sie erfolgt, um so mehr würde der Käufer nach dem Modus» welchen der Antrag Lenzmann vorschlägt, geschädigt werden. Um den Verkäufer vor Schaden zu bewahren, dazu reicht mein Antrag nollständig aus. Abg. v. Buchka(dk.): Die Gerichte gehen allerdings mehr und mehr von der Ansicht aus, daß die Verwirkungsklausel nichtig, weil contro. bonos rnores fei, aber ganz stabilirt hat sich diese Auffassung in der Judikatur noch nicht, und wir können deshalb von der besonderen gesetzgeberischen Behandlung dieses Punktes nicht absehen. Der Regelung durch die Vorlage ist der Vorzug zu geben. Dem Antrag Lenzmann ist hauptsächlich entgegen- zuhalten, daß er nur einen der Kontrabenten berücksichtigt, nur für die Wahrung der Interessen des Verkäufers Sorge trägt. Die Feststellung des gegenwärtigen Werthes bezw. der Werth- Verminderung in jedem einzelnen Falle wird außerdem zu Weiterungen führen, die weder dem einen noch dem andern Theil erwünscht sein können. Wir stimmen für die unveränderte An- nähme der Vorlage. Abg. Spahn(Z.) spricht sich in demselben Sinne aus. Ein Rückgang des reellen Abzahlungsgeschäfts sei von den Vorschriften des Entwurfs nicht zu besorgen. Abg. Günther(ntl.): Der Werth des Antrages Lenzmann steht hinter demjenigen der Regierungsvorlage ganz erheblich zurück. Auch die Vorlage wird ja nicht alle Schlupswinkel ver- Freie Volksbühne. Die„Freie Volksbühne" hat in dem nun bald zu Ende gehenden vierten Spieljahr die gewohnte, ihr von Anfang an als Hanptrichlung vorgezeichnete Bahn im allgemeinen nicht ver- lasten, und hat ihren Mitgliedern vorwiegend solche Stücke ge- boren, welche die Wunden an dem Gesellschaftskörper schonungs- los bloßlegen. Auch das vieraktige Schauspiel„W i e m a n w o h l t h u t" von Edgreen-Lesfler, welches am Sonntag Nachmittag (in deutscher Bearbeitung von G u st a v L i ch t e n st e i n) im National-Theater ausgeführt worden ist, gehört dieser Richtung an. Es benutzt den außerordentlich dankbaren Stoff des„Wohl- thätigkeits"-Fiebers, das sich der besitzenden Klasse in den letzten Jahrzehnten mehr als jemals bemächtigt hat, als Hinlergrund einer Familiengeschichte, die dieses schein-edle Treiben der„vor- nehmen" Gesellschaft in seiner ganzen Verlogenheit zeigt. Die Baronin von D ö h r i n g ist die Seele aller„wohl- thäligen" Unternehmungen. Sie bewährt ihr mildes Herz bei allen Sammlungen für die Armen, sie versäumt keinen Bazar zur Linderung des Elends der arbeitenden Klasse, sie versagt keiner Soiree, ans der sich die„vornehme" Welt zu gunsten der Nothleidenden ämüsirt, ihre Unterstützung. Ihr„Wohllhätigkeits- sinn" erstreckt sich sogar bis in die eigene Familie hinein. Sie hat B l a n k a, eine uneheliche Tochter des Barons, bei sich aufgenommen und hält sie wie ein leibliches Kind. Freilich hat sie sich zu diesem Schritt, der ihr durch Nächstenliebe und Vor- urtheilslosigkeit eingegeben zu sein scheint, erst entschlossen, als ihr das einzige eigene Kind gestorben war. Sie hat auch nur die eine der beiden unehelichen Töchter des Barons zu sich ge- nommen, die schönere natürlich, und hat die andere, E l l y, in dem Elend gelassen, in welchem Blanka mit ihr zusammen auf- gewachsen ist. Die Baronin hat von der unehelichen Nach- kvmmenschast des Herrn Baron bereits vor der Verheirathung stopfen, in welche die unreellen Abzahlungshändler sich zurück� ziehen könnten, aber sie baut doch energischer vor, als der Antrag Lenzmann. Abg. Gnneecerus: Der Entwurf des bürgerlichen Gesetz buches sieht beim Rücktritt vom Vertrag Berücksichtigung der Werthverminderung vor. Nehmen Sie meinen Antrag im Jntev esse des soliden Abzahlungsgeschäftes an. Staatssekretär Nieberding: Ter Vorschlag der Regierung ist praktischer als der Antrag Lenzmann, er trägt den Verhältz nisten besser und vollständiger Rechnung. In der Tragweite der Vorlage wird auch durch den Antrag Enneccerus nichts ge> ändert, die Vorlage will, wie die Motive ausführen, genau dasselbe. Abg. Munckel(frs. Vp): Wenn diese letztere Ansicht auch noch so oft ausgesprochen wird, so kommt das, was man in das Gesetz legt, damit nicht in das Gesetz hinein, und der Richter kehrt sich nachher bei der Interpretation an das Gesagte absolut nicht; er wird meistens sagen, gemeint mag das Gesetz so sein, ausgedrückt ist es aber ganz anders. Es ist ein Akt der Huma- nilät, wenn man solche Fragen, wie die Entschädigung für Werthverminderung in das Jnternum einer Kommission verweist. Es scheint mir schlechterdings unumgänglich, die Geschäftslage des Hauses mag lein, wie sie wolle, diesen Punkt kommissarisch auf- zuklären. Wir sind' doch nicht dazu da, Gesetze a tont prix fertig zu machen; Gesetze wollen geprüft, überlegt sein Man beklagt die rücksichtslose, mißbräuchliche Ausnutzung des Rücktriltsrechts, der Verwirkungsklausel; die Vorlage setzt aber eine gewisse Prämie auf die Ausbeutung der Nichtzahlung durch den Käufer. Man kann doch den Verkäufer nicht schlechter stellen, wenn er sein Rücktrittsrecht ausübt, als wenn er es nicht ausübt. Vor dem Antrage Enneccerus hat der Antrag Lenz mann den großen Vorzug, daß er den gegenwärtigen Werth setzt, während nach dem ersteren Antrag die Werthverminderung be- sonders ermittelt werden muß. Ich beantrage prinzipaliter die Vorlage einer Kommission von 14 Mitgliedern zu überweisen. Damit schließt die Debatte, Der Antrag Munckel auf Kommissionsberathung wird abgelehnt; ZZ 1 und 2 der Vorlage werden mit dem Antrage Enneccerus unter Ablehnung des An- träges Lenzmann angenommen. ß 3, welcher die Erfüllung der gegenseitigen Verpflichtung Zug um Zug vorschreibt, wird ohne Debatte angenommen.. § 4 besagt, daß eine ausbedungene unverhältnißmäßig hohe Konventionalstrafe durch Urlheil auf Antrag des Käufers auf den angemessenen Betrag herabgesetzt werden kann. Die Fällig- keil der ganzen Nestschuld im Falle Nichtzahlung einer Rate soll rechlsgiltig nur für den Fall verabredet werden können, daß der Käufer mit mindestens zwei Raten ganz oder theilweise im Ver- zuge ist und der Betrag, mit dessen Zahlung er im Verzuge ist, mindestens dem zehnten Theil des Kaufpreises gleichkommt. Z 4 wird mit einem deklaratorischen Amendement des Abg Enneccerus angenommen, dgl. ohne Debatte§ 5 und 6, welch letzterer die Vorschriften des Gesetzes auf Mieths-, Leih- u. s. w Verträge gleichmäßig ausdehnt. Die Abg. Tutzauer und Auer(Soz.) beantragen einen neuen Z Ga, wonach der Verkäufer dem Käufer der Sache eine zweite Ausfertigung der Vertragsurkunde auszuantworten und diesen im Besitz des Käufers dauernd zu lassen hat. die Aushändigung soll spätestens am dritten Tage nach der Ab- stempelung erfolgen und Zuwiderhandlungen mit Geldstrafe bis zu 150 M. geahndet werden. Abg Tutzauer(Soz.) führt ans. daß auch eine Vorschrift. wie sie sein Antrag wolle, sehr geeignet sei, die im Abzahlungsgeschäft hervorgetretenen Schäden beseitigen zu helfen. Das schwindelhaste Abzahlungsgeschäft werde sehr häusig in der Weise betrieben, daß der Käufer einer Waare möglichst im Un- klaren über die von ihm übernommenen Verpflichtungen bleibe. Der Geschäftsinhaber oder seine Agenten lassen sich einfach beim Abschluß des Geschäfts ein Kontraktformular unterzeichnen, dessen Inhalt der Käufer gar rticht zur genauen Kenntniß bekomme und der nachher die Handhabe bieten müsse, ihn gründlich„hineinzu legen". Der Einwand, daß der Antrag bei aller Beifallswürdig� keil seiner Tendenz doch nicht durchzuführen sei, erledige sich doch wohl schon dadurch, daß die österreichische Gesetzgebung eine gleiche Vorschrift ausdrücklich erlassen habe. Der gestellte Autrag enthalte darüber hinaus noch Bestimnuingen über die Zeit der Auslieferung der zweiten Urkunde und die Verpflichtung, dieselbe» dauernd dem Käufer zu belassen. Auch gegen die Festsetzung der Geldstrafe hätten sich Juristen des Hauses als gegen ein juristisches Monstrum ausgesprochen. Aber auch in dieser Beziehung könne man auf die österreichische Gesetzgebung verweisen, die Geldstrafe bis zu 50 Gulden androht. Abg. v. Buchka erklärt sich für den Antrag. Abg. Spahn lehnt den Antrag ab. Die Abgg. Lenzmann und Günther sind dem Antrage wohlwollender gestimmt. Ter Antrag Tutzauer- Auer wird durch eine aus den Sozialdemokraten, den Deutschkonservativen, der Reichspartei, den Antisemiten und einigen Ztationalliberale» bestehenden Mehr- heil angenommen. Abg. Gröber(Z.) beantragt einen neuen§ 7a, wonach mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestrajt werden soll, wer gewerbs- mäßig im Umherziehen oder im stehenden Gewerbebetrieb mit ihm gewußt. Natürlich ist ihr das kein Hinderuiß gewesen, die Verbindung mit ihm einzugehen. Man hat die Geliebte des Barons einfach einem Stubenmaler O st b e r g zugeschoben, der, wie man zu sagen pflegt,„den Schanddeckel zu machen" hatte. Für Geld und gute Worte hat er die beiden Kinder mit in den Kauf ge- nommen und ewiges Schweigen gelobt. Die künstige Baronin hat dem Ostberg selber das Geld gebracht und ihm das Gelübde abgenommen. Das entspricht gewiß vollkomme» den Anschauungen von Anstand und guter Sitte, die in den höheren Gesellschailskreisen herrschen. Es kommt nur darauf an, unliebsames Aufsehen zu vermeiden. Das übrige ist Nebensache, und darüber, daß man die Kinder des künstigen Herrn Gemahls sammt der betrogenen Mutter voraussichtlich dein Elend überliefert, macht man sich keine Gedanken. Es ist der ehemaligen Geliebten des Barons in der That so ergangen. Ostberg ist durch das Sündengeld zum Säufer ge- worden, der schließlich Frau und Kinder mißhandelt. Blanka wird, wie gesagt, durch die„wohlthätige" Frau Baronin nach- träglich aus diesem Sumpfe herausgezogen. Sie wird in dem Hause des Barons erzogen, ivächst im Luxus heran, wird von der eleganten Welt bewundert und umworben und verlobt sich mit dem reichen Fabrikbesitzer Hauptmann v. Wulfsen. Und sie ahnt nicht, daß Elly, die sie bei der Mutier zurückgelassen hat, ihre leibliche Schwester ist. Unter dem Einfluß des Wohllebens und des Hochmuthes, mit dem man im Hause des Barons auf das„niedere" Volk herabsieht, hat Blanka beinahe jedes Band, das sie einst mit der Mutter und der Schwester verknüpfte, zerrissen. Sie will die Schwester, die sie aus einem„Wohlthätigkeits"- Bazar aussucht, um sie in ihrem Glänze zu sehen, nicht mehr kennen. Es ist ihr also ganz gut gelungen, sich den veränderten Ver- Hältnissen und den Gewohnheiten„vornehmer" Kreise anzupassen. Sie erkennt es auch dankbar als eine Wohlthat an, daß sie aus der niederen Sphäre, aus dem Hause des Trunkenbolds in diese von Ort zu Ort bezw. von Haus zu Haus Bestellungen auf Waaren gegen Abzahlung bei Personen aufsucht, in deren Geschäftsbetrieb Waaren der angebotenen Art keine Verwendung sinden, oder an solche Personen solche Waaren feilbietet oder veräußert. Es müsse auch diese Frage bei dieser Gelegen- heit geregelt werden, zumal, nachdem sie bei dem betreffenden Abschnitt der Gewerbe-Ordnung(Hausirhandel) nicht mit erledigt worden sei. Mit der bloßen zivilrechtlichen Regelung komme man nicht aus. Den betrügerischen Vorspiegelungen der Agenten dieser Geschäfte namentlich auf dem Lande falle eine ungeheure Zahl von Personen zum Opfer und einem solchen Unfug sei nur durch eine Strafandrohung wirksam entgegenzutreten. Aus die Frage, was denn aus dem bayerischen Antrage auf Abänderung der Gewerbe-Ordnungs-Bestimmungen bezüglich des Hausir- gewerbes geworden sei, bemerkt Staatssekretär v. Bötticher, daß der betreffende Antrag die erste Ausschußberathung im Bundesrath passirt habe, daß die zweite bevorstehe und der Reichstag wahrscheinlich in seiner nächsten Session mit einer entsprechenden Novelle zur Gewerbe- Ordnung befaßt sein werde. Mit Rücksicht auf diese Perspektive ersucht der Staatssekretär den Abg. Gröber, seinen Antrag, der materiell doch zur Gewerbe-Ordnung gehöre, für jetzt zurück- zuziehen. Abg. Hasse(ul.): Meine Partei erkennt an, daß manche Uebelstände auf diesem Gebiete vorliegen, die Abhilfe muß aber bei der Revision der Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung über den Hausirhandel versucht werden. Abg. Buchka erklärt sich unter Anschluß an die Aus- führungen des Ministers gegen die Berathung des beantragten § 7a. Abg. Auer(Soz.) widerspricht ebenfalls dem Antrage Gröber. Der Effekt des Antrages würde der sein, einen Ge- schästszweig. dem sich Hunderte von Leuten gewidmet und sich davon mehr oder minder ehrlich ernährt haben, einfach durch einen Beschluß abzuschneiden, ohne daß der Reichstag sich in einer Kommission oder auch nur in erster Lesung mit der Trag- weite des Antrags befaßt hätte. So ganz allgemein, wie es hingestellt war. seien die Beschwerden über das von Hausirern betriebene Ratengeschäft nicht; man könne also wohl schon bis zum nächsten Herbst warten, wo ja das Zentrum zweifellos seinen Antrag wieder einbringen werde. Abg. Gröber: Die gemachten Einwendungen können mich nicht veranlassen, den Antrag zurückzuziehen. Abg. Enneccerus(nationall.) wendet sich gegen den An- trag Gröber, der in seiner Tragweite weit über den Kreis der eigentlichen Abzahlungsgeschäfte hinausgreise. Abg. Lenzmann hält es für unmöglich, durch solche gesetz» liche Bestimmungen, wie sie der Abg. Gröber ins Auge fasse, leichtfertige Käufer vor Schaden zu bewahren. Abg. v. Kardorff(Rp.): Daß der Buchhandel bei der Revision der Gewerbe-Ordnung einer gründlichen Prüfung unter- zogen werden muß, ist gewiß. Ich halte den Antrag Gröber dafür aber keineswegs geeignet. Nachdem sich noch der Abg. Hilpert(b. k. F.) für und der Abg. Haffe(natl.) gegen den Antrag ausgesprochen, wird der Antrag Gröber gegen die Stimmen des Zentrunis und der Anti- semiten abgelehnt. Abg. Hofmann(natl.) befürwortet den von ihm ein- gebrachten Antrag, daß für Klagen aus diesem Gesetze der durch die 8s 13 24 der Zivil-Prozeßordnung bestimmte Gerichtsstand ausschließlich begründet sein solle. Abg. v. Bnchka hält ausreichende Gründe für den Antrag für nicht vorhanden. Abg. Pomian v. DziembowSki(Reichsp.) erklärt, nur gegen die Fasjung des Antrags Einwendungen erheben zu müssen. Staatssekretär Nieberding führt aus, daß, abgesehen von diesem formellen Mangel, der Antrag auch die Erhebung einer Widerklage unmöglich machen würde. Abg. Hofmann zieht hierauf seinen Antrag zurück. Die Vorlage wird unter Ablehnung des Antrages Gröber angenommen. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr.(Initiativanträge, Wahl- Prüfungen.) Schluß 53/4 Uhr. Abgeordnetenhans. 45. Sitzung vom 10. A p r i l 1894. 11 U h r. Am Ministertische Thielen und zahlreiche Kommissarien. Die Spezialberalhung des Etats der Eisenbahn- Verwaltung wird fortgesetzt beim Einnahmetitel: Vergütung für Ueberlassung von Bahnanlagen und für Leistungen zu gunsten Driller 6 641300 M., welcher ohne Debatte genehmigt wird; ebenso werden genehmigt die Einnahmen ans der Ueberlassung von Betriebsmitteln und aus Erträgen von Veräußerungen. Beim Titel:„Verschiedene sonstige Einnahmen" kommt Abg. Graf Limburg» Stirum(k.) auf die Leistungen der Eisenbahn für die Reichspostverwaltung zurück. Die preußische Eisenbahnverwaltung habe diese Leistungen auf über 23 Millionen Mark berechnet, Herr v. Stephan hält aber diese Rechnung nicht üir richtig; er meint, bei einer genaueren Prüfung würden sich andere Zahlen ergeben. So bezeichnet'er z. B. die Gebühren Kreise gebracht worden ist. Als sie aber später erfährt, daß auch Elly nicht Ostberg's, sondern ebenfalls des Barons Tochter, also ihre leibliche Schwester ist, sieht sie die vermeintliche„Wohl- that" mit einein Male in einem ganz anderen Lichte. Sie findet den Weg zur Mutter und zur Schivester zurück, und wenn sie auch vor der Armuth und der sittlichen Schwäche, die sie dort ludet, anfangs zurückschaudert, so gewinnt sie doch Kraft genug, um das Band, das sie mit dem reichen Hause des Barons bisher verknüpft hat, entschlossen zu zerreißen. Sie scheidet von der „wohlthätigen" Baronin als„undankbare" Tochter, die sich des ihr erwiesenen Guten unwürdig gezeigt habe. Das Stück bietet mannigfache Gelegenheit, die soziale frage zu erörtern. Es wird in dieser Beziehung fast des öulen zu viel gethan. In die oben kurz skizzirte Handlung hinein spielt das Verhältniß Elly's zu einem Arbeiter Hell- m u t h, der in der Fabrik des Hauptmanns von Wulfsen bs 'chäftigt ist, aber von diesem als„Auswiegler" entlassen wird. Elly ist von dem Hauptmann verführt worden, aber Hellmuth ist, in besserem Sinne als ehedem Ostberg, vorurtheilslos genug, das Mädchen trotzdem zu Heirathen.— Der Erfolg des Stückes schien anfangs zweifelhaft. Man war augenscheinlich nicht recht dazu aufgelegt, sich im dunklen Theatersaal dramatisirte Vorträge über soziale Schäden halten zu lassen, während draußen im Garten die Frühlingssonne lachte. Der erste Akt, in welchem die Exposition und die Schürzung des Knotens in dem bunten, etwas zerstreuenden Durcheinander eines „Wohlthätigkeits"-Bazars halb verloren gehen, wurde mit einiger Enttäuschung und kühlem Schweigen aufgenommen. Aber die olgenden drei Akte, in denen die Gegenüberstellung der beiden Gesellschaftsklassen mehrfach zu dramatisch bewegten Szenen führt, vermochten in der gewohnten Weise zu fesseln und ernteten reich- lichen Beifall. Unter den Mitwirkenden interessirle besonders Herr Rhode-Ebeling. Lr. entweder dem Genoffen Ferdinand Wendland, Hohewegstr. 6, oder dem Genossen August Heimlich, Kugelweg 31, beide in Werder a. H. brieflich genau bekannt zu geben. Es werden dann von den Parteigenossen in Werder Führer an Ort und Stelle versandt, welche den Berlinern einen möglichst angenehmen Aufenthalt verschaffen wollen. Diese Führer werden auch Vereinen entgegen gesandt, welche nur bis Wild park fahren. Mögen die Berliner Genoffen diese Winke genau beachten. Nothwendig ist noch, daß die Vereine den Genossen in Werder irgend ein Erkennungszeichen befannt geben. für das Rangiren der Postwagen als nicht berechtigt. Herr| Preis von 108 m. nicht bedingt. Die englischen Berichte melden Damit dieselbe konsequent durchgeführt und den Berliner Vereinen v. Stephan berechnet aber die Leistung der Poft für die Reichs- einen Preis von 82-84 M. für die englische Tonne. Verkäufe bei alledem ein angenehmer Aufenthalt in Werder geschafft werbehörden zc. auf 10 Millionen Mart und verweist auf die Aus von preußischen Werken nach dem Auslande sind auch zu den kann, wird den Organisationen empfohlen, den Tag gaben der Post für die sozialpolitische Gesetzgebung. Eine solche niedrigeren Preisen abgeschlossen. Die hessischen Bahnen haben und die Art des Ausflugs( ob zu Wasser oder mit Aufrechnung ist aber nur möglich bei zwei Reichsverwaltungen, im vorigen Jahre zu 98 m. abgeschlossen, in Karlsruhe wurden der Bahn) einige Tage im voraus aber die Eisenbahnen sind Einrichtungen der Einzelstaaten. Da die deutschen Werte von dem belgischen Werk Cockerill unter die Poft einen rechnungsmäßigen Ueberschuß von 16 Millionen boten mit 108 M., wobei große Frachtkosten in Betracht kommen. Mart hat, so würde, allein Preußens Leistung dagegen berechnet, Dem gegenüber ist der Preis von 108 M. ziemlich hoch. Die die Post mit einem Defizit von 8 Millionen Mark arbeiten. deutschen Arbeitslöhne tönnten niedriger sein, die Preise von Da aber auch andere Staaten in Betracht kommen, so ergiebt Roats und Kohlen tönnten niedriger sein, wenn nicht das Kohlensich die Thatsache, daß die Einzelstaaten, welche Staatsbahnen syndikat vorhanden wäre und die Produktion beschränkte. besitzen, einen versteckten Matrikularbeitrag an das Reich zahlen; Redner fragt, welche Werke an der Vereinbarung betheiligt sind. diejenigen Staaten, welche eigentlich die Post am meisten benußen, Minister Thielen: Es sind alle Werke Preußens und der aber feine Staatsbahnen haben, Hamburg, Bremen, Lübeck und Reichslande betbeiligt und die Verständigung ist innerhalb des die industriereichen thüringischen Staaten zahlen diesen Beitrag Verbandes der Walzwerke zu stande gekommen. nicht. Diese Leistungen werden hauptsächlich aufgebracht für die Postpackete und die Zeitungsbeförderung. Durch die Postpackete werden die Händler in der kleinen Stadt benachtheiligt zu gunsten der Händler der großen Hafenftädte und der Provinzial- Hauptstädte. Redner verlangt eine scharfe und präzise Auseinanderfehung zwischen den Eisenbahnen und der Postverwaltung, weil die preußischen Finanzen unter dem jetzigen Berhältniß leiden. Abg. Sammacher( ntl.) dankt dem Vorredner für die Anregung dieser Frage, weist aber darauf hin, daß von dem billigen Packetporto nicht nur Handel und Industrie, sondern auch die Landwirthschaft Vortheil ziehen( Widerspruch rechts), z. B. bei der Versendung von Butter. Eine Auseinandersetzung zwischen dem Reich und den Eisenbahnen, um den letzteren eine angemessene Entschädigung zu sichern, set nothwendig. Der Titel wird genehmigt, ebenso die übrigen Einnahmen; Antheile aus den Privatbahnen, an denen der Staat be theiligt ist. Bei den Ausgaben für Besoldungen weist Abg. Hammacher darauf hin, daß im Reichstag zur Sprache gebracht fei, daß Beamten in Hinblick auf die Einführung der Dienstaltersstufen die ihnen eigentlich zustehende Erhöhung des Gehalts vorenthalten sei; das sei eine Ungerechtigkeit gegenüber den Beamten. Redner fragt, ob bei der Eisenbahn- Verwaltung ähnliches vorgekommen ist. Minister Thielen: Der Zentralverwaltung ist davon nichts bekannt. Es sind allerdings in der legten Zeit einzelne Vakanzen in höheren Stellen nicht besetzt, aber lediglich mit Rücksicht auf die bevorstehende Neuorganisation. Von den verschiedensten Klassen von Beamten liegt eine große Anzahl von Petitionen vor; die Kommission hat die meisten durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt; einige werden der Regierung als Material überwiesen. Abg. Hammacher: Graf Kanit hat von dem englischen Der Staub hört in Berlin nicht auf! Vor dem 1. April Preise von 80 M. gesprochen. Rechnet man 25 M. Boll und die Fracht dazu, so tommt man auf einen Preis von 108 m. fonnte sich der Straßenpassant noch damit trösten, daß, da am Wenn Graf Kaniz davon gesprochen hat, die Löhne könnten 1 Apri! die sogenannte Sprengfaison beginnt, der Staub dann niedriger sein, so muß ich meine Genugthuung darüber aus- ein Ende nehmen würde. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, sprechen, daß die Löhne hoch sind. Je höher die Löhne, desto es staubt nach wie vor, nnmentlich in ben ersten Vormittags größer die Konsumtionskraft der Arbeiter( Widerspruch rechts), und Nachmittagsstunden, also zu Zeiten, in denen der meiste Verkehr auf den Straßen herrscht. Warum wird nun so und davon hat auch die Landwirthschaft einen Vortheil. Der Titel wird nach weiterer Debatte genehmigt. ungenügend gesprengt? Fehlt es vielleicht an Sprengwagen? Darauf wird die weitere Berathung des Etats bis mitt bewahre! Wagen sind genug vorhanden, nur werden sie nicht woch 11 Uhr vertagt. in Betrieb gefeßt, obgleich sie bezahlt werden. Parteinachrichten. mainz- Oppenheim hält am 15. April zu Laubenheim Die fozialdemokratische Partei des Reichstagswahlkreises eine Wahlkreisfonferenz ab mit der Tagesordnung: Bericht der Delegirten, Bericht des Reichstags- Abgeordneten Jöst- Mainz über die Thätigkeit des Reichstags und Referat des Landtags Abgeordneten Müller- Darmstadt über die Maifeier. Während so die Unternehmer, die übrigens immer diefelben sind, ihre Eäckel füllen, warten die hungernden Kutscher auf ihre Einstellung, und es staubt ruhig weiter und die Kontratte der Unternehmer werden, wie es scheint unter dem Staub begraben. bemerken resp. ihre Einstellung anordnen, wenn dieser Staub Der Magistrat wird wohl erst dann das Fehlen der Wagen durch das Publikum von jenen Kontrakten geblasen sein wird, und sie leserlich gemacht sein werden. Und so wollen wir hiermit geblasen haben. Aus Spandau wird uns berichtet:" Von einem Die Landes Versammlung der Sozialdemokratie ftande fann auch in Spandau nicht die Rede sein und infolge großer Arbeitslosigkeit entstandenen allgemeinen NothSachsens findet am Dienstag, den 15. Mai( 3. Pfingstfeiertag), wenn es auch bedauerlich ist, daß es einen großen Theil im Saale des Pantheon",( Dresdnerstraße) in Leipzig statt. Die beschäftigungsloser Arbeiter giebt, so fann doch leider hiergegen Tagesordnung lautet: 1. Bericht über die Thätigkeit des Land- von seiten der Kommune nicht helfend eingeschritten werden, tages. Berichterstatter August Kaden. 2. Organisation und Im übrigen ist Spandau immer noch ein Ort, wo sich dem Agitation. Berichterstatter Anton Heilwed. 3. Preffe. Einzelnen am ehesten Arbeitsgelegenheit bietet, und sodann fällt Berichterstatter Herm. Goldstein. 4. Anträge der Partei- ja auch in Betracht, daß ein großer Theil der Beschäftigungsgenossen. Unträge, die auf der Landesversammlung zur Verlosen hier nicht ortsangehörig ist." Das war das, wenn wir handlung kommen sollen, find bis zum 3. Mai an Genossen nicht sehr irren, obligatorisch eingeführte Lied, mit dem auch das August Kaden, Kößschenbroda- Dresden, einzusenden. Inzwischen scheint sich Spandauer Stadtoberhaupt, dem bekanntlich zu seinem neuen Abg. Hammacher weist darauf hin, daß die Zahl dieser Titel als Oberbürgermeister eine Gehaltszulage von 1000 M. Petitionen eine größere ist als jemals und bringt bei dieser GeDaß die Junungen ebenso gut als die Kriegervereine gespendet wurde, nach berühmten. Mustern eine Juterpellation legenheit Beschwerden darüber vor, daß die Telegraphisten in politischen Zwecken dienstbar gemacht werden, obwohl sie abgespeist hat, die von sozialdemokratischer Seite in der letzten Gifen bis zu 12 Stunden Dienst angehalten werden, obgleich ftatutarisch hierzu nicht berechtigt sind, ist längst fein Geheimniß Stadtverordneten- Versammlung an ihn gerichtet wurde. Eine nach einer allgemeinen Vorschrift der Dienst nur 8 Stunden mehr. Ginen recht eklatanten Beweis hierfür erbrachte fürzlich ähnliche Antwort wurde einer von den Arbeitslosen gewählten dauern sollen. die Tischlerinnung in Hannover. Auf den Antrag des Deputation zu Theil, die den Oberbürgermeister wegen des Minister Thielen erklärt, daß er auf strenge Durchführung Tischlermeisters Heinze waren der Innungskaffe 150 Mark zur Nothstandes interpellirte. Die Arbeitslosen, so meinte der Herr, der Vorschriften halten werde. Daß die Zahl der Petitionen sich Agitation für die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause hätten überhaupt nichts von der Stadt zu fordern, sondern nur vermehrt habe, liegt in äußeren Gründen. Die Unzufriedenheit entnommen worden. Ein anderes Mitglied hatte gegen diesen der Eisenbahnbeamten würde von den verschiedensten Seiten ge- Beschluß beim Magistrat Protest erhoben mit der Begründung, zu erbitten. Dabei blieb es. schürt; es werde förmlich ein Geschäft daraus gemacht. daß Gelder aus der Innungskaffe nur zur Förderung gemein Die Eisenbahn- Berwaltung hat aber die Verhältnisse ihrer Beamten famer gewerblicher Interessen der Innung verwandt werden bem Jahre 1883/84 werden jetzt an Besoldungen zc. 45 300 000 m. schieden und dem Vorstande der Tischlerinnung aufgegeben, das feit der Verstaatlichung sehr erheblich aufgebessert. Gegenüber dürften. Der Magistrat hat nun im Sinne des Protestes entfür die mittleren und Unterbeamten mehr aufgewendet und Nöthige zu veranlassen. Die sozialdemokratische Partei hätte gewiß am allerwenigsten gwar 17/3 Millionen für die etatsmäßigen Beamten und 23 Millionen für die Hilfsbeamten und Arbeiter, ferner über etwas dagegen einzuwenden, wenn es allen Vereinen ohne Unter4 Millionen für Wohlfahrts- Einrichtungen u. s. w. Gegenüber schied gestattet wäre, Politik zu treiben, sich zu diesem Zweck zu dieser Aufbefferung ist es bringend nothwendig, auch an die verbinden u. f. f. Wenn das die Innungen ebenfalls ernstlich Ausbesserung der Gehälter der höheren Beamten zu denken, sobald für alle Staatsbürger wollen, dann mögen sie uns helfen, alle vereinsgefeßlichen Hindernisse zu beseitigen. Aber freilich! das die Finanzlage das gestatten wird. hieße den Bünftlern zu viel zugetraut. * Polizeiliches, Gerichtliches 2e. die Auffassung über die Aufgaben und Pflichten, welche die Stadtgemeinde Hilfs bedürftigen gegenüber zu erfüllen hat, doch ein wenig geändert sich die Fürsorge für eine zufällig nicht aus dem Arbeiterstande bedürftigen gegenüber zu erfüllen hat, doch ein wenig geändert zu haben. Wenigstens ist von einem Fall zu berichten, in dem nicht einmal mehr in den ihr gesteckten Grenzen zu halten verhervorgegangene Person so überquellend gestaltete, daß sie sich mochte. Die Geschichte ist so: Ein ehemaliger Hauptlehrer einer hiesigen Gemeindeschule hinterließ bei seinem Tode unter anderem auch eine bestimmte Geldsumme mit der Bestimmung, daß der Zinsertrag alljährlich als Stipendium an den Sohn eines hiesigen Bürgers vergeben werden solle, wenn der betreffende die erste Gemeindeschule bis zur ersten Klasse besucht und die Absicht habe, sich zum Lehrer auszubilden. Die Ausführung dieser Bestimmung liegt dem Magistrat oder beffer der Schuldeputation ob. Abg. v. Riepenhausen( t.) hält diese Mehrausgabe für sehr bedeutend, bedauert aber, daß die Eisenbahnbeamten feine genügende Sonntagsruhe haben, um ein ordentliches FamilienWenn eine Umsturzpartei bestehe, leben führen zu können. - Grober Unfug. Am Sedantage hatten die Sozial welche ein Fünftel des deutschen Volkes umfasse, dann müsse der demokraten in Buckau rothe Plakate angeklebt, auf denen zu Auf ein in Arbeiterfreisen mit immer größerer Bestimmtheit Staat in feinen Betrieben Familienleben, Sonntagsruhe und lesen war, daß am gleichen Tage eine sozialistische Versamm aufgetretenes Gerücht hin, wonach bei der letzten Vergebung des Gottesfurcht schützen. lung stattfinden werde, in der über den" Sedanrummel" ge- Stipendiums diese Bestimmungen nicht innegehalten wären, interAuf eine Anfrage des Abg. v. Heede( nl) erklärt der sprochen werden sollte. Die Polizei hatte damals die plakate pellirte am legten Donnerstag Genosse Schröer in der StadtEisenbahnminister Thielen, daß in den 45 Millionen Mark feine entfernen laffen und gegen die Urheber war Strafantrag gestellt pellirte am letzten Donnerstag Genosse Schröer in der Stadtverordnetenfißung den Herrn Ober- Bürgermeister. Gehälter für neue Stellen, sondern nur Gehaltserhöhungen ent- worden. Das Schöffengericht hatte damals anf Freisprechung Nach längerem Diplomatisiren machte dieser Herr das Ein halten find. erfannt. Hiergegen war von amtlicher Seite Berufung eingelegt geständniß, daß sich allerdings Bewerber, welche den Be Bei einer Petition von Eisenbahn- Wagenmeistern bemerkt worden. Sonnabend stand nun vor der Landgerichts- Straj dingungen entsprachen, gemeldet hatten, ja, daß in einem dem Hauptlehrer der derzeitige der ersten der Referent Abg. Gerlich( ft.), da die Petition in einem fammer 4 Berufungstermin an, in dem von 5 Angeklagten Fall, Brachtbande mit Goldschnitt überreicht sei; das lasse wohl nicht wegen groben Unsugs drei Angefagte mit 6 Wochen und zwei Gemeindeschule dem fähigen Bewerber bereits vertrauensvoll auf eine Nothlage der Betenten schließen. mit 4 Wochen Haft bestraft wurden. längere Zeit zur Vorbereitung Privatunterricht gegeben hatte, Abg. Hammacher hält einen solchen Schluß nicht für beEbenfalls groben Unfug sollten einige fogar die glänzendsten Zeugnisse vorgelegt werden konnten. Troßrechtigt; eher könne man auf eine gewisse Höflichkeit gegenüber Magdeburger Genoffen begangen haben durch Verhängung alledem, so gestand der Bürgermeister weiter ein, sei das Stipen dem Abgeordnetenhause schließen. und Empfehlung des Boykotts. Sie hatten gegen das Urtheil Abg. Graf Limburg- Stirum: Daß wir sörmlich mit pracht- des Schöffengerichts, das auf 6 Wochen Gefängniß lautete, Be noch überhaupt eine Gemeindeschule besucht habe. Daß der Bater Be- dium an einen Bewerber vergeben worden, der weder die erste, voll ausgestatteten Drucksachen überschüttet werden, läßt nicht rufung eingelegt, wurden aber von der Straftammer abgewiesen. noch überhaupt eine Gemeindeschule besucht habe. Daß der Bater dieses Glücklichen der Polizei Inspektor von Spandau, Die Revision des Genossen Keßler, des Herr Lindau ist, ist wohl nur ein Zufall; dieser Zufall verhinderte eben darauf, daß man sich an einen gewissen Petitionssturm ge- Redakteurs der Mannheimer Volksstimme", ist am Donnerstag es aber doch nicht, daß der Herr Ober- Bürgermeister, sowie die von dem Reichsgericht in Leipzig verworfen worden. Er wird Minister Thielen: Ich möchte bitten, für diesen Prachtband also in nächster Zeit wegen" Beleidigung des Großherzogs und Schuldeputation fich von dem Genossen Schröer gehörig die Wahrheit sagen lassen mußten. nicht die mir untergebenen Beamten verantwortlich zu machen. Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen" vier Monate GeDas kommt auf Rechnung des Petitionsunternehmers, der dabei fängniß abbrummen, weil er es geroagt hat, eine Rede des so gut gefahren ist, daß er sich einen guten Einband hat leisten Großherzogs zu kritisiren. Wir hatten keinen anderen Spruch tönnen.( Heiterfeit.) des Reichsgerichts erwartet. wöhnt hat. Die Petition von Bahnmeistern empfiehlt Abg. Sander( ntl.) dem Hause und beantragt, dieselbe nicht als Material, sondern zur Berücksichtigung zu überweisen. Sander angenommen. Gegen die Stimmen der Konservativen wird der Antrag Jm Uebrigen werden die Petitionen, deren Zahl über 220 beträgt, meist ohne Debatte nach den Anträgen der Kommission erledigt. zu " " es auch Maikäfer wird es, wie man annimmt, in diesem Jahre be sonders viele geben, und man trifft daher schon jetzt die erforderlichen Vorbereitungen zu ihrer rechtzeitigen Vernichtung. Im - Die liebevolle Aufmerksamkeit, welche der Regierungsbezirk Frankfurt a. d. Oder ist auch bereits wiesozialdemokratischen Presse seitens der Staatsanwaltschaft im der die übliche amtliche Bekanntmachung veröffentlicht worden, allgemeinen zutheil wird, ist hinlänglich bekannt. Das„ Aachener welche die Maikäfer sammelnden Schulkinder während der FlugVolksblatt" hat in einem Monat drei Preßprozesse auszufechten. periode vom Unterricht entbindet. Eine ähnliche Bekanntmachung Kaum hat der Elberfelder Gerichtshof die Spitelgeschichte bis dürfte in Bälde auch für den Regierungsbezirk Potsdam, zu zum 30. April vertagt, so haben sich auch schon wieder unsere welchem die Umgegend von Berlin gehört, erfolgen, wenn beiden Genossen A. Wilde und H. Krewinke! am 12. April vor sie nicht bereits ebenfalls schon erfolgt ist. Die Bekanntmachung dem Achener Gericht in zwei Sachen zu verantworten, und zwar lautet: die Sammlung der Maitäfer erfolgreich handelt es sich hier um die Weihnachts- Gratifikation der Eisen- nur während eines kurzen, wenige Tage umfassenden Die Ausgaben für die Besoldungen werden genehmigt. Bei dem Titel: Unterhaltung der Bahnanlagen, bemerkt bahn- Beamten in Nr. 24 und um einen Artikel bezügl. Soldaten- Beitraums in den frühen Morgenstunden stattfinden kann, hat Minister Thielen, daß es der Eisenbahnverwaltung gelungen mißhandlung, welcher in Nr. 25 vom vorigen Jahre ent- die königliche Regierung für Kirchen- und Schulwesen mit Rückfei, fich auch für die Zukunft solche Materialienpreise zu sichern, halten war. ficht auf das bevorstehende Flugjahr auf Antrag des Regierungs Todtenliste der Partei. In Breslau ist nach präsidenten nachgegeben, daß die Lokal- Schulinspektoren auf An die im Verhältniß stehen zur jetzigen Lage der Industrie. Die Schienen find früher zum Preise von 111 M. pro Zonne ab- dreijährigem schwerem Krankenlager der Genoffe star trag der Amtsvorsteher bezw. Ortsvorsteher die größeren SchulWie fehr er von der Bres- finder, welche sich an dem Einsammeln der Maikäfer betheiligen gefchloffen. Die deutschen Schienenwerte haben sich jetzt Rühnel verstorben. verpflichtet, die Schienen in den nächsten beiden Jahren lauer Arbeiterschaft geachtet wurde, zeigte sich am besten wollen, in diesem Jahre während der Flugperiode von dem Die rechtzeitige und radikale Ver108 m. aut liefern; die Eisenbahnverwaltung hat bei seiner Beerdigung. Diese fand am Sonntag Nachmittag statt Unterricht entbinden." fich ein Optionsrecht vorbehalten. Die Schienenwerte haben und betheiligten sich an derselben einige tausend Personen. nichtung der Maitäfer ist allerdings im Interesse der Eine große Anzahl Kränze mit prachtvollen rothen Schleifen Landwirthschaft zu wünschen, und wir finden sich damit einverstanden erklärt, daß die Schienen verDie Breslauer Genossen durchaus in der Ordnung, daß diese auch das Gemeinstärkt werden, daß die Schienenlängen bis zu 12 Metern ohne wurden auf dem Grabe niedergelegt. Buschlag gewalzt werden und daß die flußeisernen Schwellen bedauern in Kühnel einen eifrigen Mitkämpfer: möge sein wohl berührende Angelegenheit von der Regierung in die Hand genommen und nicht dem Belieben des Einzelnen überzum Preise von 100 m. geliefert werden. Diese Abmachungen Beispiel andere begeistern. laffen wird. Bedauerlich bleibt nur, daß man zum Einsammeln find für die Eisenbahnverwaltung durchaus vortheilhaft. Es der Maikäfer Kinder verwendet. In den frühen Morgen tönnte die Frage sein, ob sie auch für die Walzwerke vortheilstunden" bedeutet, wie wir aus einer genaueren, im Jahre 1891 haft sind.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Diese Frage haben die Schienenwerfe selbst zu entscheiden. Aber die Schienenwerte müssen einen Theil ihrer Produktion ins Ausland schicken; Mittwoch übend bei Brühning, Rosenthalerstr. 12, statt: Mai geht die Sonne aber erst gegen 1/25 auf und im April, der Achtung, V. Wahlkreis! In der Annonce der heute vom föniglichen Oberförster in Tegel bei Berlin erlassenen Betanntmachung ersehen, zwischen 4-8 Uhr Morgens. Anfang fie können das nur, wenn sie sonst genügend beschäftigt find. findenden Versammlung ist aus Bersehen die Zeitbestimmung in diesem Jahre wegen der zeitiger aufgetretenen Wärme für Deshalb haben sie sich entschlossen, einen Nachlaß von 3 M. fortgelassen worden. Nachträglich sei daher darauf hingewiesen, bas Mailäfersammeln gleichfalls in Betracht kommt, erst um 5 Uhr. eintreten zu lassen. Daburch erreichten sie, daß der ge= Die Schulkinder müssen also lange vor Sonnenaufgang aufstehen, fammte Bedarf der preußischen Verwaltung ibnen gesichert blieb. daß die Versammlung 812 Uhr Abends beginnt. Abg. v. Schalfcha( 3): In diesem Titel find fast 3 mil. Zur Banmblüthe in Werder erinnern die dortigen Ge- besonders wenn sie noch einen weiten Weg nach der Sammelstelle Mart enthalten zur Unterhaltung der Bahnhofsanlagen; was nossen die vielen Berliner Ausflügler daran, daß von den acht zu machen haben. Und das in der Aera der Sozialreform, die, wie nützen aber die schönsten Gärten, wenn die Wege zum Bahnhofe großen Lokalen, die in diesem Orte sind, kein einziges für sozial- man fagt, auch die Kinder vor Ueberanstrengung und Ausbeutung fehlen. demokratische und Gewerkschafts- Versammlungen zu haben ist. schüßen will! Schon deshalb müßte der Regierung die VerNach einer Rede des Abg. Benmer( natl.) im Interesse der Die Wirthe sollen sich einfach damit brüsten, daß trop der wendung von Kindern zum Maitäferfang verwerflich erscheinen. deutschen Walzwerke bemerkt ausgesprochenen Sperre die vielen Vereine bei ihnen Ein- Aber auch die Rücksicht auf die Schule spricht gegen diese durchUm die Herren zu bewegen, Abg. Graf Kanit( t.): Ich will gegen den Preis von 108 M. fehr halten. gleiches aus zu mißbilligende Maßregel. Der Unterricht fällt aus, weil pro Tonne Schienen nichts einwenden. Ich freue mich, daß Recht für Alle, also auch für Sozialdemokraten gelten die Kinder Maitäfer sammeln müssen! Wo bleibt denn da die ben deutschen Werken ein solcher Verdienst geboten wird, weil zu lassen, wenden die Parteigenossen in Werder sich jetzt an die allgemeine Schulpflicht, der man sonst bei den Eltern der die dadurch auch den deutschen Eisenbahnen die Frachten Berliner Arbeitervereine mit der dringenden Bitte, vor allem aur Bolksschule besuchenden Kinder durch Schulverfäumniß Strafen zu gute tommen. Aber durch die Lage des Weltmarktes ist der Zeit der Ausflüge die Sperre mit aller Strenge zu beachten. Achtung zu verschaffen sucht? Sind nicht sonst die Be Tokales. Hörden sehr schnell zur Stelle, wenn einmal ein Schul- lind nach eigenem Ermessen der Eltern zu Hause behalten wird. weil es der kranken Mutter beistehen oder, wenn der Vater arbeitslos ist, miterwerben muß? Dabei ist� es, wenn schon einmal nach Kinderschutz und Schulpflicht nicht gefragt werden soll, immer noch besser, daß man den Unterricht ganz ausfallen läßt, als daß man ihn, wie es in früheren Jahren z, B. im Regierungsbezirk Potsdam beliebt worden ist, auf den Nachmittag verlegt. Vor 4 Uhr Morgens, vielleicht so- gar schon vor 3 ausstehen, bis in den Vormittag hinein durch Jeld und Wald streifen und dann Nachmittags noch Unter- richt haben,— was sollte dabei herauskommen! In Berlin denkt man über das Verhältniß der Kinderarbeit zum Schulbesuch denn doch etwas anderes. Die Beschäftigung von Schulkindern im Gewerbebetrieb ist hier wenigstens von Abends 13 Uhr an polizeilich verboten. Unter dieses Verbot fällt nicht nur der Hausirhandel mit Blumen, Streich- hölzern u. s. w. auf den Straßen und in den Restaurants, sondern auch das Kegclaussetzen. Das Verbot ist besonders mit Rücksicht auf die Schule erfolgt. Es ist zurückzuführen auf eine Anregung der Schulkommissions-Vorsteher-Versammlung, welche zuerst im November ISSO auf die Schuldeputation und durch diese auf die Polizei einzuwirken versucht hat. Die Versamm- lung hat damals den Wunsch ausgesprochen, daß auch die Be- schäftigung von Kindern im Gewerbebetrieb vor 3 Uhr Morgens (Austragen von Zeitungen und Frühstück) unmöglich gemacht werde, jedoch hat sich die Schuldcputation hierin ablehnend verhalten, weil sie nicht so weit in die Rechte der Eltern eingreifen dürfe. Möglicher- weise versteckt sich hinter dieser Phrase die Scheu, in den Geld- beute! der Eltern einzugreifen; denn natürlich bedeuten der- artige Verbole eine pekuniäre Schädigung derjenigen Eltern, welche darauf angewiesen sind, ihre Kinder mitverdienen zu lassen. Aus diesem Grunde wird sich auch die Regierung mit ihren Maikäfer-Erlassen bei kurzsichtigen Eltern sogar noch gewisse Sympathien erwerben. Sie würde sich größere Sympathien und mit Recht erwerben, wenn sie auf eine Beschäftigung der Arbeitslosen mit dem Maikäserfang hinwirkte. In Frankreich ist das von 1892 an in einer be- sonders arg von der Maikäferplage heimgesuchten Ge- meinde geschehen. Allerdings würden Erwachsene voraussichtlich mehr Lohn fordern, als man ihn Kindern zu geben braucht. Darin mag denn auch eine gewisse Erklärung für das ganze, höchst widerspruchsvolle Verhalten der Behörden in dieser An- gelegenheit liegen. Es wird gespart zu gunsten der Gemeinden und der Landwirthe, d. h. meistens der Großgrundbesitzer, aber zu Ungunsten der Schule, der Schulkinder und der arbeitslosen Eltern, die ihre Kinder nicht aus Erwerb auszuschicken brauchten, wenn man ihnen Arbeit gäbe. Sie kämen thatsächlich bester weg, wenn sie gegen einen angemessenen Lohn d i e Arbeit ver- richten dürsten, die man ihnen entzieht, um sie für ein paar Pfennige von ihren Kindern verrichten zu lassen. Eßt kein ungarisches Schweinefleisch! Ter Polizeipräsident erläßt folgende Warnung: Wie die Erfahrung mehrfach bewiesen hat, beherzigt das Publikum die Thatsache immer noch nicht genügend, daß selbst dann, wenn«ine gutorganisirte und zuverlässige Fleischschau am Wohnorte für alle geschlachteten Schweine besteht, doch theils aus Orten, in welchen die Fleischschau zwar eingeführt, aber nicht für alle geschlachteten Schweine vorgeschrieben ist, theils aus Orten ohne jede Fleischschau, theils endlich mit Umgehung der bestehenden Bestimmungen, garnicht oder mangelhaft unter- suchtes Schweinefleisch in den Verkehr gelangen und große Ge- fahren für Leben und Gesundheit der Konsumenten herbeisühren kann. Es wird daher vor dem Genuß jeglichen rohen Schweine- fleisches ernstlich gewarnt und ferner daraus hingewiesen, daß lediglich ein vollkommenes Garkochen(Turchbraten) der Fleisch- stücke wie sämmtlicher Zubereitungen aus Schweinefleisch(Fleisch-, Blut-, Leberwürste. Klöße, Sülzen u. s. w.) im stände ist, die etwa vorhandenen Trichinen zu tödten und dadurch jede Gefahr einer Gesundheitsschädigung auszuschließen. Um das Garkochen, Durchbraten größerer dickerer Stücke(Schinken, Genickbraten ic.) zu ermöglichen, ist es nothwendig. tiefe, etwa 8 Zentimeter von einander entfernte Einschnitte in die betreffenden Stücke zu machen, damit auf diesem Wege die Siedhitze auch auf die tieist gelegenen Fleischschichten hinreichend einzuwirken vermag. Auf skandalöse Biihnenverhältiiisse wirft eine Notiz ein Schlaglicht, welche die„National-Zeitung" vom Dienstag bringt. In äußerst dankenswerlher Weise, so schreibt sie, gehen jetzt-die Behörden auf dem Gebiete des Theater-Konzessio- nirungs-Wesens vor, um hier thunlichst gesicherte und klare Verhältnisse zu schaffen. Denn nicht nur, daß bei der Ver- leihung neuer Konzcssionen die möglichst größten Garantien ge- fordert werden, so werden auch bereits früher verliehene Kon- Zessionen auf das Genaueste nachgeprüft und strenge Musterung wird unter den Inhabern derselben gehalten. Aus solchen Gründen erklärte erst kürzlich das Polizeipräsidium den Besitzer» eines hiesigen ersten Kunstinstituts(mit dem„ersten" Kunst- institut ist jedenfalls das Theater Unter den Linden gemeint), daß „nur noch acht Tage lang der Konzessionär desselben geduldet werde, da eben dieser nur zum Schein Direktor sei und dem Be- triebe jenes Theaters gänzlich fern stünde". Ein eben stattgehabter Direktionswechsel ist daraus zurückzuführen. Fortan werden also die Behörden dahin wirken, daß derjenige, der in Wirklich- keit das Geschäft betreibt, auch die Konzession dazu besitzen muß, damit nicht, wie seither häufiger schon. Unzuträglichkeilen ent- stehen können, wenn die als Direktor stgurirende Persönlichkeit in Wahrheit nichts als die Puppe des Hanseigenthümers ist und nur dazu dient, unzureichend vermögenden oder gänzlich un- bemittelten Existenzen Gelegenheit zu waghalsigen Spekulationen auf Kosten Dritter zu verschaffen. Aber nicht nur den Theatern wird sich diese Fürsorge der Behörden zuwenden, sondern sie wird sich auch aus die Spezialitätenbühnen ausdehnen, und dies mit nicht minderem Recht; denn auch auf diesen Gebieten kann durch Leichtsinn oder ungenügende Geschästskenntniß das ruhige Dasein Vieler gefährdet werden— beträgt doch der Monatsetat eines solchen Instituts, wenn es zu den besteren zählt, durch- schnittlich immer 20 000—21 000 M., und dies nur für die Künstler, das Orchester und das technische Personal. Wie wir schon neulich erklärt haben, läßt sich durchaus nichts dagegen einwenden, wenn die Polizei sich in uützlicker Weise be- thäligt und, so weit in ihren Kräften steht, dafür sorgt, daß die schon ohnedies schlecht genug honorirte» Angestellten einer öffent- liche» Schaubühne nicht von einem Lumpazius und dessen sauberen Hintermännern um ihren Verdienst betrogen werden. Aber wun- dern thut es uns nur, daß ein so kopitalsrommes Blatt, wie die „National-Zeitung", nicht gegen diesen Eingriff in dw ge- heiligten Rechte des Kapitals aufmuckt. Ganz dieselben Gründe, welche die Polizei bewegen, dem Theaterschwindel zu begegnen, könnten sie eines Tages auch einmal veranlassen, etwa zenen modernen Schufterles und deren auf dem Geldsack sitzenden Helfershelfern auf die Finger zu sehen, welche durch den in aller bürgerlichen Ehrbarkeit betriebenen Bauschwindel sowohl Hand- werter als Arbeiter aufs Schamloseste um ihren sauren Verdienst prellen. Und noch sonst giebt es bekanntlich der Veranlassungen mancherlei, welche die Behörden gegen das liebliche„freie Spiel der wirlhschaftlichen Kräfte" in Aktion setzen könnten. Hoffentlich bleibt die„National-Zeitung" konsequent und hört auch mit ihrem Gezeter auf, wenn die Arbeitervertreter im Parlament dieser oder jener Kategorie von Profitwütherichen die giftigen Krallen stutzen lasten wollen. Pfe, istische Gedankenfreiheit. Trotzdem die Angelegenheit des Lehrers der„Freireligiösen Gemeinde", Dr. Bruno Wille, welcher bekanntlich wegen Ausübung unbefugter Lehrtbätigkeit mit eitter Geldstrafe von SOV M. von, Provinzial-Schulkollegium belegt wurde, noch nicht«ndgiltig entschieden ist. ist der pro- visorischen Jugendlehrerin Frl. Ida Altmann ebenfalls die fernere Ausübung der Lehrthätigkeit bei der Gemeinde unter An- drohung von 100 M. Geld- oder 10 Tagen Haststrafe untersagt worden. Frl. Allmann sei zwar staatlich geprüfte Lehrerin, be- sitze aber nur die Ausübung der Lehrthätigkeit für eine be- schränkte Anzahl Kinder(die Zahl der Kinder der Freireligiösen Gemeinde beträgt etwa SO— 30), im letzteren Falle müsse sie Schulvorsteherin sein. Frl. Altmann will nun um die Ertheilung dieses Charakters nachsuchen. Der Beschwerdeweg ist sofort be- schritten worden. Wenn die braven Leute, die im Provinzial- Schulkollegium sitzen, durch ihre Verbote auch nur um einen einzigen Tag die Eni- Wickelung des freien Gedankens verhindern könnten. Bei all ihrer äußeren Macht arbeiten die Herren doch sür nichts anderes als— pour le roi de prusse! Er war entbehrlich für die königliche Hauptwerkstätte Berlin, der Stellmacher M.; deshalb wurde ihm seitens seines vorgesetzten Werkmeisters gekündigt.„Dunkel ist der Rede Sinn", so folgerte der Arbeiter, dem das gänzlich unerwartet kam, und er ging, getreu dem vorgeschriebenen Instanzenweg, zum Vorsteher, da"er sich nicht enträthseln konnte, daß man ohne weiteres enllassen wird, wenn Arbeil vorhanden und die Brauch- barkeit erst durch eine Lohnzulage am 1. Januar ausdrücklich anerkannt war. Auf die Bitte zur Angabe von Gründen gab es auch hier nur ein bezeichnendes Achselzucken und die lakonische Antwort„entbehrlich". Die Erlaubniß, an der„höchsten" Stelle beim Herrn Direktor Garbe anfragen zu dürfen, ward ebenfalls gütigst erlheilt und da erhielt M. zum dritten Male die Ant- wori„entbehrlich", aber in einem Tone und mit einer Geste, daß der Fragesteller nunmehr wußte, daß dies ominöse„ent- behrlich" nur eine sinnige Umschreibung für„gefährlich" war. Der Herr Direktor Garbe ist, wie das Gerücht geht, ein gar frommer Mann und nebenbei ein klein wenig Sozialisten- tödter— und es rast der See und will sein Opfer haben— sagt der Volksmnnd. Die Reichöbank ist im Begriff, eine Einrichtung zu treffen, welche von einschneidender Wirkung auf den gesammten geschäft- lichen Verlehr der Reichshauptstadt sei» dürfte. Das Reichsbank- Direktorium geht, wie der„Konfektionär" erfährt, mit der Ab- ficht um, die sogenannte englische Tischzeit zur Einführung zu bringen. Während jetzt die Bureaus der Reichsbank von 1 Uhr bis 31/, Uhr Nachmittags für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen sind, sollen dieselben fortab von 9— S Uhr ohne Unterbrechung geöffnet sein. Um die Durchführung dieser neuen Ein- führung zu erproben, soll dieselbe erst versuchsweise sür eine Abtheilung eingeführt werden. Wird diese neue Einrichtung von der Reichsbank definitiv getroffen, müßten alle Bank» und Groß- geschäfte folge», wodurch schließlich auch in vielen Dingen der öffentliche Verkehr der Reichshauptstadt eine andere Gestaltung erfahren dürfte. Die Aichnugsbeamte» walten seit Beginn dieses Monats ihres Amtes, nämlich der Gewichtsrevisionen. Man merkt dies auch gelegentlich in den Straßen, wenn Polizeibeamte nicht blos Gewichtstücke, sondern auch unrichtig sunktionirende Waagen m einer Droschke nach dem Polizeipräsidium schaffen. Neulich er- regte eine große glänzende Messingwaage, die aus einem Fleischer- laden konfiszirt zu sein schien, und von einem Schutzmann mittels Droschke befördert wurde, in den Straßen am Molkenmarlt bei den Geschäftsleuten einiges Herzklopfen. Tecksitzplätze für Damen. Ein Berichterstatter will wissen, daß die Polizeibehörde die Frage, ob die Decksitze der Pferde- bahnen auch für Damen freigegeben werden sollen, ventilirt unc. im bejahenden Sinne beantwortet habe. In London werden be- kanntlich die Decksitze der Omnibusse anstandslos von Frauen be- nutzt, ohne daß sich dadurch sittliche oder sonstige Ungelegenheiten ergeben hätten. Wie die Direktion des Passage-Panoptikumö berichtigend meldet, ist die von einem Berichterstatter verbreitete Nachricht über den Unfall, der den Agenten Neumann gelegentlich des Ab- sturzes eines Trapezkünstlers betraf, glücklicher Weise übertrieben. Von einer Verletzung, die N. am Sprnngnetz erlitten haben sollte, könne nicht die Rede sein, da dieses 12 Fuß hoch angebracht wäre. Die leichten Hautabschürfungen des genannten Herren rührten vielmehr von dem Fall her, den der Erschreckte gethan. Von einer„Beschädigung der Wirbelsäule und des Rückenmarks", von der ein späterer Bericht sprach, sei keine Rede. Ein„gefundener" Grabstein ist am Montag Vormittag dem 80. Polizeirevier gemeldet worden. Bei Tagesanbruch wurde auf den Geleisen der Pferdebahn der Linie Weißcnsee-Molken- markt in der Greifswalderstraße gegenüber der Gasanstalt ein etwa 1,75 Meter hoher mit Inschrift versehener zirka 5 Zentner schwerer Grabstein gefunden, welcher aus grauem Granit ge- fertigt und an den Kanten stark beschädigt und abgestoßen war. Da der Fuhrverkehr der Pferdebahn völlig gestört war, wurde das seltsame Fundobjekt mittels Hebebäum'en nach der städtischen Gasanstalt hinübcrgerollt und dem zuständigen Polizeirevier Meldung gemacht. Od der Stein von einem Wagen herab- gefallen, oder ob derselbe gestohlen worden ist, hat bis jetzt noch nicht ermittelt werden können. Ein angeblichcv Kellner Lehmann ist gestern auf dem Stettiner Bahnhof festgenommen worden, als er einem Fremden einen werthlosen Ring, der höchstens 20 Pf. Werth repräsentirte, für S M. verlauft hatte. L. scheint den Schwindel gewerbs- mäßig betrieben zu haben, denn in seinem Besitz wurden noch mehrere solcher„Ringblüthen" gefunden. Erhängt hat sich der Eisenwaaren-Händler Thormann, Kommandantenstr. 49, in seiner in der Brandenburgstr. 31 be- legenen Privatwohnung. Zahlungsschwierigkeiten sollen den öS Jahre alten, unverheiratheten Mann zu dem verzweifelten Schritt getrieben haben. Hilflos aufgefunden wurden in der verwichcnen Nacht zwei Männer vor dem Hause Brunnenstr. 90 und auf dem Karls-Platze. In dem ersteren ist der Tischler Rudolf Paschke ans der kiöslinerstraße erkannt worden, der sich durch einen un- glücklichen Fall einen Bruch des linken Unterschenkels zuzog. Der letztere ist etwa 3V Jahre alt und in einem so bedenklichen Zu stände, daß sein Ableben in der Charitee, wohin er gebracht wurde, jeden Augenblick bevorsteht. Seine Persönlichkeit hat sich daher noch nicht feststellen lassen. Durch eine» Leichensund, der zu beunruhigenden Ge- rüchten Veranlassung gegeben hat, wird die Kriminalpolizei seit vorgestern in Thätigkeit gesetzt. Am Nachmittag um 4 Ubr sah ein Arbeiter einen fast unbekleideten Leichnam hinler dem Grundstück Köpenickerstr. 3/5 auf der Spree treiben und ließ die Landung durch Schiffer bewerkslelligen. Der Tobte trug nur Schnürschuhe mit Messingösen, grauwollene Strümpfe und ein ebensolches Unterbeinklcid und hatte um den Hals eine grünseidene Kravatte mit blauen Punkten. Er ist ziemlich groß, hat dunkelblondes Haar, das zu ergrauen anfängt, einen kleinen Schnurrbart, braune Augen und guterbaltene Zähne, die besonders gut ge- pflegten Nägel lassen die Annahme zu, daß der Unbekannte sich in einer guten Lebensstellung befunden hat. An der Leiche sind verschiedene sehr schwere Verletzungen wahrnehmbar: der rechte Arm ist gebrochen, der Kopf zum Theil zertrümmert, die rechte Seite des Körpers zerrissen. Alle diese Umstände brachten das Gerücht zu Wege, daß der Leichenfund mit einem Verbrechen im Zusammenhang stehe. Wenn nun auch das Fehlen der Kleidung aufsallen muß, so wird doch behördlicherseits an- genommen, daß die Verletzungen am Körper erst nach dem Ein- treten des Todes entstanden sind, zumal da an dem Fundorte der Leiche ein reger Verkehr von Dampfschiffen stattfindet. De» Kolporteure», so meldet ein Berichterstatter, welche in dm öffentlichen Versammlungen Bücher, Zeitungen w. auslegen resp. verkaufen, wird von Seiten der Polizei neuerdings mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als bisher. Die Kolporteure werden nämlich jetzt von den die Versammlung überwachende» Polizeibeamten zur Bestrafung notirt, wenn sie nicht ein Ver- zeichniß bei sich führen, welches die Titel sämmtlicher zum Ver- kaufe ausliegender Schriften enthält. Eine große Anzahl von Kolporteuren scheint keine Kenntniß von dieser Verfügung zu haben. Polizeibericht. Am 9. d. Mts. Morgens wurde bei der Schleusenbrücke die Leiche eines neugeborenen Kindes und Nachmittags an der Oberbaumbrücke die Leiche eines etwa 42 Jahre alten Mannes angeschwemmt.— Mittags wurde ein Kaufmann in seiner Wohnung, in der Brandenburgstraße, er- hängt vorgesunden.— In einer Gastwirthschafl versuchte Nach- mittags ein Mann, sich durch einen Schnitt in den Hals zu tödten. Er wurde noch lebend nach dem Krankenhause gebracht.— Auf dem Schlesischen Güterbahnhofe stürzte ein Arbeiter beim Entladen eines Eisenbahnwagens herab und verletzte sich erheblich am Kopfe.— In der Alten Leipzigerstraße wurde ein Mann sinnlos betrunken und mit einer bedeutenden Verletzung am Kopfe auf- gefunden und nach der Charitee gebracht.— Vor dem Grund- stücke Schöneberger Ufer 5—9 fand ein Zusammenstoß zwischen einem Rollwagen und einem Geschäftswagen statt, wobei der Führer des letzteren von seinem Sitz herabgeschleudert und am Kopfe, sowie an der Hand bedeutend verletzt wurde.— In der Nacht zum 10. d. M. wurde ein Handwerker vor dem Hause Brunnenstr. 93 mit einer schweren Verletzung am Bein auf- gefunden und nach der Charitee gebracht.— Im Laufe des Tages fanden fünf Brände statt. Kleine Theater- und Literatur-Chronik. Emil Thomas, der nach dem vorjährigen Krach nach Amerika entschwand, kehrt wieder zurück in die Gefilde der Heimath und tritt, wieIgemeldet wird, in einigen Wochen in seinem früheren Heim, dem jetzigen Zentraltheater als Gast aus.— Im Nationaltheater werden heute erfreulicher Weise die Schwänke„Eine Nacht im Ballhause" und„Kaiserwetter" zum letzten Mal gegeben. Morgen Tonnerstag geht das Schauspiel „M u t t e r s e g e n" in Szene, während übermorgen„Der Glöckner von Notre Dame" gegeben wird.— Im Alexanderplatz-Theater tvird heute ein Trauerspiel mit Gesang„Die Nachteulen von Paris" zum ersten Mal gegeben. Die Hauptrollen liegen in Händen des Fräulein tenny Schmidt, sowie der Herren Hugo Hummel und Albert errmann. Das„Deutsche Theater" soll am 1. September d. I. unter der neuen Direktion mit„Kabale und Liebe" eröffnet werden, mit derselben Vorstellung also, mit der sich vor 10 Jahren das„Deutsche Theater" einführte. Den Sekretär Wurm spielt Jnsef Kainz, der damalige Ferdinand. Witterungsübersicht vom 10. April. Witterung in Deutschland am 10. April, 8 Uhr Morgens, Auch heute herrscht in ganz Deutschland trockenes Wetter mit schwachen östlichen Winden. In Süd- und Mitteldeutschland ist der Himmel überall wolkenlos, im Nordwesten hingegen� hat die Bewölkung zuzunehmen begonnen und an der ostpreußischen Küste lagert Nebel. In verschiedenen Gegenden überschritten die gestrigen Nachmittags- Temperaturen 20 Gr. Celsius, namentlich im Süden, aber auch sogar an der Nordsee: heute Morgen haben Mülhausen i. E. wieder 12, Chemnitz und Borkum 11 Gr., dagegen Memel nur 2 Gr. Celsius. Berliner Wctterbureau. Wetter-Prognose für Dienstag, den 11. April 1804. Ein wenig kühleres, vorwiegend heiteres, trdckenes, zeitweise wolliges Wetter mit mäßigen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerilk»ks--Ieitu»rgt Zln die Geschichte von den betrogenen Betrüger» er- innert zum Theil die Anklage wegen Diebstahls und Hehlerei, die gestern vor der I. Strafkammer verhandelt wurde. Sie richtete sich gegen den Handlungsgehilfen Karl Reinhardt ti l l e r, den Hausdiener Hermann Georg Triebe!, den chneider Ed. Julius Jahn, den Kaufmann Jos. Theod. Jahn, den Schlächter Josef Blum und die ehemalige Schlächtersrau Eva Wolter. Die beiden ersten Angeklagten waren in dem Galanteriewaarengeschäft von Strenger in der Neuen Friedrich- Straße angestellt und haben in zahllosen Fällen Portemonnaies, Taschenbürsten, Taschen- meffer, Hosenträger, Manschettenknöpfe, Broches u. s. w. ent- wendet. Den größten Theil der Sachen haben die Angeklagten Jahn erhalten, welche dieselben an kleine Händler ver- schärften. Aber auch Blum und die Wolter, welche zum Termin nicht erschienen waren, sollen in wiederholten Fällen gestohlene Waaren gegen Hingabe von Fleisch aus ihrem Schlächterladen an sich gebracht haben. Blum soll den Angeklagten tiller sogar direkt zu den Diebstählen aufgefordert haben. r hat die Bekanntschaft mit dem Angeklagten schwer büßen müssen. Die Gebrüder Jahn wußten aus ihrem Verkehr mit Blum, daß dieser in dem hinter dem Schlächterladen ge- legenen Wohnraum sich einen mit eiserner Thür versehenen Wand- schrank hatle anbringen lassen und darin baarcs Geld, Effekten lind Goldsachen verwahrte. Die Gebr. Jahn lockten ihn nun am 21. September Abends in verschmitzter Weise ans dem Hause in ein Bierlokal und benutzten seine Abwesenheit, um in seiner Wohnung einen Einbruch zu verüben. Während Joses Jahn Schmiere stand, öffnete Eduard Jahn mittels eines Dietrichs die Thür züc Wohnung, erbrach mittels eines Hackebeils die eiserne Thür zu dem Wandschrank und stahl aus demselben einen Tausendmark- schein, zwei Hundertmarkscheine, 140 M. in Gold und Silber und ein Holzkästchen mit zwei Herren- und einer Damenuhr, drei Ringen, zwei Armbändern u. f. w. u. f. w. Gegen diesen Verlust ist der Gewinn, den er aus dein Erwerb gestohlener Galantericwaaren gezogen haben kann, ein gar nicht in die Wagschaale fallender.— Der Gerichtshof verurtheilte H i l l e r zu 8 Monaten, Triebe! zu 1 Monat und Eduard und Josef Jahn zu je drei Jahren drei Monaten Gcfängniß. Gegen den Schlächter Blum und die Wolter mußte das weitere Verfahren vorbehalten bleiben. Nach K ZZO des Strafgesetzbuches wird derjenige, der bei der Leitung oder Ausführung eines Baues wider die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst dergestalt handelt, daß hieraus für Andere Gefahr entsteht, bestraft. Das Reichsgericht hatte durch Urtheil vom 4. November 1390 fest- aeft ellt, bas Abbruchsarbeiten nicht unter den Begriff Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Der Streif der Hutarbeiter von J. H. Ita in Wien des Baues im Sinne des§ 330 zu stellen seien. Der dauert seit 9. Januar 1894 ununterbrochen fort und find IV. Senat des Reichsgerichts hat nun in einem in der erst drei Streitbrecher zu verzeichnen. Der Geist der " Jur. Wochenschr." veröffentlichten Erkenntniß ausgesprochen, Streifenden ist ein guter. Gelder find an die Administration „ daß er sich von der unhaltbarkeit dieser Ansicht der Freien Sutmacher- Zeitung", Neulerchenfeld, Menzelgasse 12, überzeugt habe und sie nicht aufrecht erhalten zu senden. Wir sind entschloffen auszuharren, bis der Sieg tönne." Er sagt jest: Der§ 330 will Schutz gewähren gegen unser ist. Zuzug ist fernzuhalten. Gefahren, welche aus einem gewissen fehlerhaften Betrieb des Baugewerbes entspringen. Trägt man diesem Gedanken Rechnung, so bat man unter einem Bau jede in das Gebiet der Bauthätigteit, der Ausübung des Bauhandwerks fallende Thätigkeit zu verstehen, für deren Vornahme allgemein anerkannte Regeln der Baukunft von solcher Bedeutung, daß ein Zuwiderhandeln gegen fie mit Gefahr für Andere verbunden ist, bestehen. Eine solche Thätigkeit ist als Vornahme eines Baues" anzusehen, ohne Rücksicht darauf, ob sie die Herstellung eines Bauwerts bezweckt, oder die Beseitigung eines solchen beabsichtigt, also sich als Abbruchsarbeit darstellt. Weil er dem kühnen Einbrecher Adolf Krüger zu seiner Entweichung aus der Jrrenanstalt Herzberge verholfen haben sollte, wurde der Wärter Christian Mar Sieggrön am Dienstag vom Landgericht II zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt, von welcher Strafe drei Monate durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. In der Verhandlung erregte namentlich der als Zeuge vorgeladene Krüger Interesse, aus oeffen Aussage sich allerdings teine belastende Momente für den Angeklagten ergaben. Achtung! Tischler und deren Hilfsarbeiter! Nachdem oie Wiener Tischler ihre Forderungen bereits gestellt und es voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Monats April zu einem Ausstande der in der Tischlerbranche beschäftigten Arbeiter tommen wird, so ersuchen wir die Kollegen allerorts, nach Kräften zu wirken, damit der Zuzug nach Wien ferngehalten wird. Bei der großen Anzahl der voraussichtlich an dem Lohntampfe sich Betheiligenden( 12 000 bis 13 000) und bei der tristen Lage, in der sie sich befinden, ist nicht nur die moralische, sondern auch eine ausgiebige materielle Unterstützung nothwendig, soll der Sieg auf unserer Seite sein. Blumenhandlung P. Abromeit, Blücherstraße 69, Berlin SW. 55478* Kränze, Bouquets, Topfgewächse, Guirlanden u. s. w. Billigste( Markthallen-) Preise bei geschmackvoller Ausführung. Lawn- tennis- Schuhe und-Bälle, Radfahrer, Turn- u. Kellner- Schuhe mit Gummi- Sohlen, Gummi- Tischdecken, Auflegestoffe 2c. zu billigsten Fabrifpreisen empfiehlt[ 697 0. Lietzmann, Gummiwaarenfabrik, Rosenthalerstr. 44. 66. Resterhandlung. 66. Billig Reste zu Knaben- Anzügen von 1 M. Große Anzüge von 7 M. an bis zum feinsten Rammgarn, auch pass. zu Einsegnungs- Anzügen. Große Aus wahl in Baletotstoffen, sowie zu Frühjahrs- und Sommermänteln, Jaquets, Plüsch, Atlas, Seide, Sammt u. Spizen. Auf Wunsch Alles zugeschnitten, auch angefertigt. Fertige Knaben- Anzüge. 66. Karle, Waldemarstrasse 66. A Teppiche mit kleinen Webefehlern Sopha- Grösse 5, 6, 7, 8-10 M. Salon- Grösse 12, 15, 20-50 M. Portièren 3, 4, 5, 6-10 M. Bettvorleger 1, 2, 3-5 M. Sophastoffreste 5-12 M. Läuferstoffe 0,50,0,60-1,50 M. Tischdecken 2, 3, 4, 5-10 M. Steppdecken 4, 5, 6, 7-10 M Fabrik A. Michaelis, Berlin, Friedrichstr. 7, am Belle- Alliancepl. Nur Hüte mit ArbeiterKontroll- Marke führt Genosse Bauarbeiterstreik in Potsdam. Auf dem Neubau der Artillerie- Kaserne ist ein Streit ausgebrochen. Maurermeister Naumann aus Dessau hat seinen Gefellen nur einen Lohn von 25-30 Pf. pro Stunde gezahlt, obgleich der hier übliche Mindest Iohn 42 Pf. beträgt. Die Gesellen haben deshalb die Arbeit eingestellt. Der Zuzug ist streng fernzuhalten. Eine überraschende Nachricht finden wir in der legten Nummer der Münchener Post". Dieselbe lautet: In Berlin wird sich heute entscheiden, ob 30 000 Bauarbeiter in den Streit eintreten, oder ob deren Forderungen ohne Streit genehmigt werden." Ob hier ein Jrrthum vorliegt, insoweit als es statt Berlin, Wien heißen sollte, oder ob die Redaktion unseres Münchener Bruderorgans über die Vorgänge innerhalb der Berliner Arbeiterschaft wirklich so schlecht unterrichtet ist, wie die Notiz den Anschein erweckt, müssen wir dahingestellt sein lassen. Hoffent lich haben sich unsere Münchener Freunde mittlerweile überzeugt, daß die Berliner Bauarbeiter zur Zeit auch nicht entfernt daran denken, in eine umfassende Lohnbewegung einzutreten. Versammlungen. Große Versammlung der in Buchbindereien, Album, Karton- und uruspapier- Fabriten beschäftigten Arbeiterinnen am Mittwoch, den 11. April, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: Bortrag über:„ Die Lage der Arbeiterinnen und wie ist dieselbe zu heben?" Schwedterfir. 23. Tagesordnung: Bortrag des Genoffen Rohrlad aver:„ Der Widerspruch der gesellschaftlichen Pflichten mit den Naturgefegen." Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 11. April, Abends 8% Uhr, Sigung mit Damen im Vereinslotal, Komman danten- Garten, Kommandantenfir. 10-11. Aufnahme neuer Mitglieder. Vergnügungsverein Thusnelda( ehem. Schüler Steffen"). Mittwoch 9 Uhr, Möckernfir. 114( Anhaltische Ressource). Gäste sehr milltommen. Vermischtes. Ju Milwaukee wurde durch eine Feuersbrunft das Davidson. Es sind bis jetzt 35 verkohlte Leichen aufHotel zerstört. gefunden worden. 25 Personen werden vermißt; dieselben liegen jedenfalls unter den Trümmern des zerstörten Hotels begraben. Bei den Rettungsarbeiten sind 10 Feuerwehrleute schwer verlegt worden. Neben dem Hotel wurde auch noch ein benachbartes Theater theilweise zerstört. Der pekuniäre Schaden wird auf eine Million Dollars geschätzt. Depeschen. Privat Telegramm des„ Vorwärts". Burg b. Magdeburg, 10. April. Die Schuhmacher Burgs bei Magdeburg bitten wegen Maßregelung den Zuzug nach hier fern zu halten. Bericht folgt. ( Wolff's Telegraphen Bureau.) Prag, 10. April. Gestern wurde in Pilsen eine Arbeiterversammlung seitens der Behörde aufgelöst, wobei es zu Ruhestörungen fam. Da die Polizei nicht ausreichte, wurde die Ordnung durch Militär hergestellt. In Daudleb fand ein Bu sammenstoß zwischen den streikenden Arbeitern und Gendarmen statt. Drei Arbeiter wurden durch Bajonnettstiche verwundet. Wien, 10. April. Der Streit in den Wienerberger Biegelwerken ist durch Intervention der Direktion beigelegt worden. Der größte Theil der Arbeiter hat die Thätigkeit wieder aufFrauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes genommen. für Berlin und umgegend. Wanderversammlung der Filiale Nord am Donnerstag, den 12. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Nagel, Künstl. Zähne, vorzügl. u. Garantie, ſchmerzl., Zahnschmerz beseitigt, ſchmerzloses Zahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienstr. 123. Schleuniger Ausverkauf der Restbestände aus der 5982L* J. Adler Söhne' schen Concursmasse, als: Teppiche, Portièren, Läuferstoffe, Möbelstoffe, Stepp- und Tischdecken, ferner ca. 1500 Fenster engl. Tüll- Gardinen und Stores, crême und weiss, der haltbarsten und modernsten Sorten werden bedeutend unter den Taxpreisen ausverkauft. Spandauerstr. 30, gegenüber dem E Die Firma bestent seit 1873. Neuheiten [ 59761* HEINE für die Frühjahrs- u. Sommersaison in Kleiderstoffen. Reichhaltige Sortimente im neuesten Geschmack. Fertige Koßtüme, Kostümröcke u. Blousen. Die schönsten Kinderkleider für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenrödte. Unterröcke und Schürzen in größter Auswahl vorräthig, ev. MaaßBERLIN.N.CHAUSSEESTR.14. Reste u. einzeine Roben spottbillig anfertigung schnell! Frischen Maitrank, ſehr wohlschmeckend, à Flasche inkl. 70 Pfg., 10 Flaschen intl. Mt. 6, Johannisbeerwein, weiß und roth, à Flasche 60 Pfg., 10 Flaschen Mt. 5,50. Eugen Neumann& Co., 0.Gerholdt 678M Dresdenerstr. 2 ( am Kottbuser Plaz). Kein Laden. Sophastoff- Reste! zu Bezügen ausreichend, Teppiche von 4 Mk. an, Gardinen, Läuferstoffe, Tisch- u.Steppdecken etc. offer. viel billiger als im Laden u. sogen. Ausverkaufs- Geschäften G. Littmann's SpezialGeschäft. Berlin NO., Landsbergerstr. 97, pt. Kein Ausverkauf. Gardinen- Reste 31 1-4 Fenstern passend, spottbilligst in der Fabrik Grüner Weg 80, part. Eingang v. Flur. Jeder Käufer empf. Jubiläumsgeschent. Künstler- Octav- Harmonika mit feinst. Neusilberstimmen Specialität 96 tönig, geschraubt, genaueste Abstimmung in allen Dur- und Moll- Tonarten pr. Stück M. 3. 20 portofrei gegen Nachnahme. La. Qual. Garantie. Wiederverkäufern entsprech. Rabatt. C. Weiss, Mundharmonikafabrik Gosheim, Württemberg. 6a. Belle- Allianceplatz 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienstr. 8. und Polsterwaaren. Große Auswahl in Nußbaum und Mahagoni, empfiehlt zu billigen Preisen Möbel, Spiegel 57442* Franz Kernien, Tischlermeister, Seydelstr. 8. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch: Brannenstr. 35, 5. p., gegenüb. Andreas Kinderwagen, her gratis. Theilzahlung gegrößtes Lager Berlins. Musterstattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ch nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Die Gesundheit Eurer Mütter und Töchter ist das wichtigste. Wie viele altern frühzeitig durch die aufreibende Arbeit über dem Waschfass. Kauft ihnen Karol Weil's Seifenextract, welches ihnen Arbeit spart, die Gesundheit erhält und die Wäsche schont. Nehmt nichts anderes! Roh- Tabak!! Roh- Tabak!! Detail- Verkauf Rud. Völcker& Sohn, Köpnickerstr. 45. Stempel Vereins- Abzeichen 2c. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, in billigster Preislage, empfiehlt Heinr. Franck, Rohtabakvorräthig. Handlung, Brunnenstr. 185. Formen( Bockfaçon) wieder Dann's SpezialTrauer- Magazin Neanderstraße 38 empfiehlt sämmtliche Artikel zur Trauer. Bitte genau auf Firma zu achten. Gravirarbeiten fertigt Tieckstr. 36 I. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L* am biesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reale Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtavate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. in reichhaltiger Farbige Sergesel, schwarze bügelechte Zanella, bestes Bielefelder Wattirleinen, Aermel- u. Taschenfutter offerire auch im Ausschnitt zu wirklichen Stückpreisen. Eine Partie Reste bes. billig. J. Michaelis, Kochstr. 44/45, I. Et. 37 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Gig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, Kinderwagen- Bazar Max Brinner, Jerufalemerfraße 42, part. und 1. Etage, und Brunnenkraße 6, Hof parterre. Großart. Auswahl Kinderwagen, Puppenwagen- Kinder Sportwagen billigst. Theilzahlung gestattet. Aeltere Muster billiger. -ON 1000 Damen!!! Regenmäntel, Frühjahrsjaquets, Capes u. Kinderanzüge à 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 M. u. f. w. Landsbergerstr. 48, 1. HerrentuchStoffreste, passend zu eleganten Hosen, Anzügen und Baletots für die Hälfte des FabritationsPreises. Reelles Fabrikat, nur reine Wolle. Lohnender Einkauf für Private und Händler im Engros- Tuchlager Hoher Steinweg Nr. 11, 1. Gt., nahe Rathhaus. 712M Zeisige, Finken, Hänflinge 75 Pf., Stiegliße 1 M., Staare 1-1,50., Kanarienroller 4, 5, 6 M., Drosseln 37 Admiral- Straße 37 5-6 M., Bogelleim, Goldfische, LaubS. Neumann's Bentral- Bazar. 1. Geschäft: Andreasstr. 62. 2. Geschäft Frankfurterstr. 90, Ecke Markusstraße. 58442* Durch Gelegenheitskäufe und Massenabschlüsse große Posten in Haus- und Küchengeräthen, Emaille, Porzellan, Steingut, Holzwaaren, Besenwaaren, Waschständer, Gardinenstangen 50 Pfg., Rosetten von 8 Pfg. an 2c. 2c. wie be tannt zu den billigsten Preisen. Massenausverkauf der Cohn'schen Hosenfabrik befindet fich vom 1. März ab nicht mehr Pallisadenstr. 7, nur 5. Pallisadenftr. 5. Grösstes Billigste Lager. Preise. Beste Marken. Roh- Tabak. Reelle Bedienung. Geöffnet Gesundheit den ganzen garantirt. Tag. 1 Um geehrten Besuch bittet W. Hermann Müller Neue Friedrichstr. 9. frösche, Schlagnete, ff. Gierbrot, Käfige zu Fabrikpreis. Nedtmann, Madais straße 2, am Schlef. Bahnhof. 2901b Gekauft werden jede Anzahl weißer Mäuse, Tanzmäuse, Lachtauben, Eichhörnchen, Brieftauben und andere Tauben, Mehlwürmer, neue und alte Vogelbauer und Vogelspinden. Nedtmann, Madaisir. 2, am Schles. Bahnh. Schulstr. 50: 1 Schmiede mit Beschlagbrücke, 1 Tischlererei mit Doppellicht, Stallung zu 12 Pferden mit Remise per sofort und später zu vermiethen. 2 1 Bimm., 1 Küche, sep. Korrid. v. 20 M 1 25 an, W., Goltz- Strasse 10, bei Wilhelm Neumann. Möbl. Zimmer ſteht frei Hufſfitenſtraße 22 part, bei Bloßfert. 29076 Stube u. Küche Umstände halber sof. oder zum 1. zu verm. zu erfragen 29126 Stefanſtr. 49, of pt. Arbeitsmarkt. Zwicker fofort bei ho hem Lohn. Ausputzer 29046 in und außer dem Hause bei hohem Lohn sofort gesucht. Mech. Schuhfabrik H. Morösse, Grenadierstr. 10. 6 bis 8 tüchtige Steinmetzen in polirtem Granit finden dauernde Beschäftigung in Rostock i. M., Patrio tischer Weg 81a. 2900b Tech, Steinmetz- Polier. Gürlerlehrl. verl. Fischer, Adalbertstr.96. Metalldreher auf Hahnarbeit finden dauernde Beschäftigung bei der Metallgusswaaren- u. Pumpenfabrik Gebr. Metscher, Wittenberge. Lehrling zur Etuisarbeit wird ver2917b langt Bischofstr. 23. Blempner, die auf Messing gearb., fuchen Krämer& Co., Georgen29116 firchstraße 64. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.