d jit. a. nbonncments-Bedlngongtii! Bbonnementä• Preis pränumerando, Dierleljährl. S,30 Ml. monatl. UO Ml, «öchenüich 25 Pfg frei ins Hau». Einzelne Nummer 5 Pjg. Sonniag»- nummer mil llluitrierier Sonntags- Beilage.Die Neue Welt'>0 Pfg Polt- Wonnenient: l.lo Marl pro Monat. Eingerragen in die Poll. Zeitung». VreiSlisie llnler Nreuzdand iür Deurickilond und Oeslerreich- Ungarn 2,50 Marl für da- übrige Ausland 4 Marl pro Monat Poslabonnemcnt» nehmen an: Belgien, Dänemari, Holland, Italien, Luxcniburg. Pormgal, «umänien. Schweden und die Schweis «ldeli» lZgiil». ) Montagsansgalte( 5 Pfennig) ZZ. Jahrg. Die Infertions'Gebuljr beträgt für die lechSgespallenc Kolone!» zeile oder deren Raum 60 P!g. für politische und gewerkschaftliche Tereins» und VersamnilnungS-Anzeigeii i>0 Psg, „dlleine Znrergen", das scrlgedruclte Wort 20 Vlg,(zulässig 2 feligedruilts Worte), ledes writere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Echlassiellenan. zeigen da- erste Wort 10 Psg,, jedeZ weitere World Psg. Worteüder löBuch- staben zählen für zwei Worte, Inserate sür die nächste NlMllncr inüsscn dt» !» Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Erdediiion tu bis 7 Uhr abend» geöffnet. Telegramm> Adresse: „SozialdcmoKrat Berlin", Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte» Deutfcblands. ssfssa Neöaktion: SÄ). H8, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Morinpla«. Nr. läi sv— lä»g7. Montag, den 3. Januar 19 l 6. Sxpeöltion: SL). 68, Linöenftraße Z. Fernsprecher: Amt Morinplatz, Nr. 1.V1 90—151 97. le Mt oü Der deMfin Ml OmW. wmm Des mm smiWUins. Amtlich. Grones Hauptquartier, den 1. Januar 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Äeine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Friedrichstadt scheiterte ein über das Eis der Düna geführter russischer Angriff in unserem Feuer. Feindliche Jagdkommandos und Patrouillen wurden an mehreren Stellen der Front abgewiesen. Nördlich von Czartorysk stiesscn stärkere deutsche und österreich-ungarische Erkundungsabteilungcn vor. Sie nahmen etwa 59 Russen gefangen und kehrten nachts in ihre Stellungen zurück. Oesterreich-ungarische Batterien der Armee des Generals Grafen von Bothmer beteiligten ssch wirkungs- voll flankierend au der Abwehr russischer Angriffe südlich von Burkanow. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Ober st e Heeresleitung. * Amtlich. Grosses Hauptquartier, den 2. Januar 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In der Nacht zum 1. Januar wurden Versuche stärke- rer englischer Abteilungen, iu unsere Stellung bei Freiing- hem(nordöstlich von Armentiöres) einzudringen, ver- eitelt. Nordwestlich von Hulluch besetzten unsere Truppen nach erfolgreicher Sprengung den Trichter. Bei der Eroberung eines feindlichen Grabens südlich des Hartmannsweilerkopfes fielen über 299 Gefangene in unsere Hände. Oestlicher Kriegsschauplatz. An verschiedenen Stellen der Front wurden vor- gehende schwächere russische Abteilungen abgewiesen. Nörd- lich des Trpswjaty-Sees war es einer von ihnen ge- lungen, vorübergehend bis in unsere Stellung vorzu- dringen. Balkaukricgsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. ** ♦ Set MMIW GenerKMWU. Wien, 1. Januar.(W. T. S.) Amtlich wird ver- lantbart: 1. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Die Schlacht in O st g a l i z i e n dauert unvermindert heftig an. TaS Schwergewicht der Kämpfe lag auch gestern auf unserer Front an der mittleren und unteren Strypa. Im Räume nordöstlich von Buczacz traten kurz nach Mittag die russischen Artillericmasscn in Tätigkeit, deren Feuer bis in Verhaftung öer Konsuln üer Mittelmächte in Saloniki. London, 1. Januar.(W. T. B.)„Evening News" melden aus Saloniki vom 39. Dezember: Nach einem Luftangriff(?) auf Saloniki hat General S a r r a i l Befehl gegeben, die Konsuln der feinö- lichen Staaten in der Stadt mit ihrem Personal zu verhaften. Englische und französische Truppen um- ringten die Konsulate und führten die Verhafteten nach dem Hauptquartier, von wo sie auf ein Kriegsschiff gebracht lvurden. General Sarrail hat den griechischen Behörden hiervon Mitteilung gemacht.— Auch die„Times" hatte die Verhaftung der Konsuln von Deutschland, Oesterreich- Ungarn, der Türkei und Bulgariens gemeldet, diese Nachricht aber später dahin berichtigt, die Konsulate seien von ihren Bewohnern verlassen und darauf von den Truppen der Entente zur Einquartierung verwendet worden. die Abendstunden währte, dann ging der Feind zum Angriff über. Seine Kolonnen drangen in zahlreichen Angriffswellen stellenweise vier- bis fünfmal an unsere Drahthindernisse vor, brachen aber immer und überall unter der verheerenden Wirkung uasercs Feuers zusammen. In der Nacht zog sich der Gegner, Hunderte von Toten und Schwcrverwundctcn liegen lassend, in seine 666 bis 1666 Schritt entfernte Ausgangsstellung zurück. Auch die Angriffe, die die Russen bei Jaslowiec südlich von Buczacz und nächst Uscieczko am Dnjcstr unternahmen, er- litten das gleiche Schicksal wie die an der mittleren Strypa. An der bessarabischen Front verlief der Tag abermals verhältnismässig ruhig. Die Stellungen der Armee des Gcue- rals Grafen v. Bothmer an der oberen Strypa und der Heeresgruppe Bochm-Ermolli an der Jkwa standen unter feind- lichrm Artillcricfeuer. Bei der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand wurde ein russisches Bataillon zersprengt, das süd- lich von Bercstiany vorzustosscn versuchte. Am Styr-Bug nord- östlich von Czartorysk überfielen deutsche und österreichisch- ungarische Truppen mit Erfolg die feindlichen Borpostcn. Bei Kolodia westlich von Rafalowka schlugen wir einen Angriff ab. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern beschoß die italienische schwere Artillerie neuer- Vings die Orte Malborghct und Wolffbach. In der Neujahrs- nacht unterhielt sie ein besonders lebhaftes Feuer gegen den Col di Lana. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei Jpek wurden neuerlich vier von den Serben ver- grabene Geschütze eingebracht. An der Tara Geplänkel. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. H o e f e r, Fcldmarfchallcutnant. * Wie», 2. Januar.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: 2. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind nahm nun auch sein« Offensive gegen die b e s s a r a b i s ch e Front der Armee Pflanzer-Baltin wieder auf. Nachdem er schon in der Neujahrsnacht zweimal und am darauffolgenden Bormittag ebenso oft vergeblich versucht hatte, in unsere Stellungen einzudringen, führte er um 1 Uhr nach- mittags gegen die Bcrschanzungcn bei Toporoutz einen neuer- lichen starken Angriff, der von den tapferen Verteidigern im Handgemenge abgeschlagen wurde. Zwei Stunden später drangen im gleichen Raum sechs russische Regimenter vor, die zum größten Teil abermals geworfen wurden. Nur in einem Bataillonsabschnitt ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Die Berluste des Gegners sind ausserordentlich groß. Auch unsere Strypafront nordöstlich von Buczacz griff der Feind am Neujahrsmorgen an. Der Angriff misslang ebenso wie ei« russischer Vorstoß auf eine Schanze nordöstlich von Burkanow. Die Zahl der seit einer Woche in Ostgalizien eingebrachten Ge- fangencn reicht an dreitausend<3666) heran. Südlich von Dubno und bei Bercstiany im Kormingebiet wurden schwächere Abteilungen abgewiesen. Italienischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabcs. v. H o c f e r, Feldmarschallcutnant. Paris, 1. Januar.(W. T. B.) Die Agenee Havas meldet aus Saloniki vom 30. Dezember: I n f o l g e d e s Angriffes feindliche r Flugzeuge haben die Militärbehörden die Ausweisung der Konsuln des Deutschen Reiches, Oe st erreich- Ungarns, der Türkei und Bulgariens beschlossen: die Konsulate wurden von Truppen umzingelt, und die Konsuln erhielten Befehl, unverzüglich abzureisen. Nach einer anderen Meldung der Agenee Havas sind die Konsuln an Bord des französischen Großlinienschiffes „P a t r i e" gebracht worden. Athen, 31. Dezember.(W. T. B.)(Meldung des Reu- terschen Bureaus.) Griechen lan� hat gegen die Verhaftung der Konsuln in Saloniki, welche es eine Verletzung seiner Souveränitätsrechte nennt, protestiert. London, 1. Januar,(W. T. B.)„Times" meldet aus Athen, daß die Konsuln der Mittemächte, die in Saloniki verhaftet worden sind, mit dem Personal zusammen 62 Personen zahlen. Der bulgarische Konsul war nicht zu finden und ist nicht verhastet. das Wirtschaftsjahr 1915. Das allgemeine Charakteristikum des Wirtschaftsjahres 1915 ist die immer mehr steigende Anpassung der Weltwirtschaft an du speziellen Bedürfnisse des Wellkrieges. Hat Deutschland schon in den ersten Kriegsmonaten seine Industrie auf den Kriegsfuss ge- stellt, so haben dies die anderen kriegführenden Länder erst im Laufe des Sommers getan, haben die Vereinigten Staaten und selbst Japan die Herstellung don Munition in grossen Massen be- gönnen, haben die überseeischen Ackcrbauländer ihre Felder in erster Linie mil solchen Produkten bestellt, nach denen grössere Nachfrage vorhanden ist. Man beachte beispielsweise den Getreideanbau in Ar- gentinien. Die Anbaufläche fast aller Gelreidcarten ist eingeschränkt worden— zugunsten des Weizenanbaues, dessen Anbau- fläche um 9,38 Millionen Hektar(6 Proz.) bergrössert wurde. Eben weil die Nachfrage nach Weizen in diesem Jahre besonders gross ist, da die Zufuhr aus Russland und den Donauländern nach den West- Märkten abgeschnitten ist. Ungckebrt haben die Länder, die Baum- wolle pflanzen, ihren Anbau reduziert. So Indien auf 73 Proz. des vorjährigen Umfanges. Die ägyptische Ernte dieses Jahres be- trägt überhaupt nur 69.5 Proz, der vorjährigen. Auch in den Ver- einigten Staaten wurde die Anbaufläche von Baumwolle um 5,9 Millionen Acres verkleinert. Die Laudwirtichaft wird heute kapitalistisch betrieben und den Bedürfnissen des Marktes an- gepaßt. Eine andere Aenderung in der Weltproduklion und speziell im Welthandel wurde durch die direkte Einmiichung des Staates ver- ursacht. England hat zunächst die indische und jetzt die kanadische Weizenernte(16 Millionen BushelS) beschlagnahmt. Dadurch wurde zwar die engltsche Gctreideversorgung gesichert, die Spekulation in anderen Ländern aber angestachelt. Die Weizenpreise haben darum auch auf dem Weltmarkte stark angezogen. In England, Frankreich und Italien sind sie aber noch höher, weil die Frachten enorm ge- stiegen sind. Nach einer Notiz, die durch die ganze bürgerliche Presse ge- gangen ist, soll die Fracht New Jork— Liverpool, die vor zwei Jahren 7 Schilling 3 Pence pro Tonne gekostet habe, heute mit 62 Schilling 5 Pence bezahlt werden. Die La-Plata-Fracht soll von 9 Schilling 6 Pence auf 85 Schilling gestiegen sein. Darum sind die Weizen- preise in England sogar höher als in Deutschland, Zmn Vergleich werden die offiziellen Höchstpreise herangezogen, von denen die tatsächlichen Preise stark abweichen. Die englische Presse und die englischen Regicrungsbeamten selbst bestreiten umgekehrt, daß in England eine grosse Teuerung herrsche. So hat der Handels- minister auf einer Konferenz der Gewerkschaften erklärt, daß die Preise der Lebensmittel einer Arbeiterfamilie um 4» Proz,, die Preise der Mieten um 2 Proz., die der Kleider um 36 Proz,, die Kohlen- und Petrolpreise um 25 Proz., die Preise verschiedener anderer Gegenstände um 15 Proz., im Durchschnitt um 36 Proz. gestiegen sind. Der Haushalt einer deutschen Arbeiterfamflie ist aber um 66— 70 Proz. verteuert worden, wie Prof. Zimmermann in dem Dezemberheft der.Preußischen Jahrbücher" konstatiert. Es ist aber eine müssige Arbeit, heule, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse anormal und die Beziehungen der Länder unter einander so gestört sind, Vergleiche aufzustellen. Worauf es vielmehr an- kommt, ist die Tatsache festzustellen, daß die ganze Welt unter der Teuerung stark leidet, daß diese Teuerung in erster Linie auf die Erschöpfung der Borr ätze und der Bezugsquellen infolge des Krieges zurückzuführen ist. Je länger der Krieg dauern wird, um so grösser wird die Erschöpfung sein, und um so unerträg- licher die Teuerung, die den Krieg überdauern wird. Die Perspektiven, die sich für die Arbeiterschast nach dem Kriege eröffnen, sind darum äusserst düster, wie selbst das.Korrespondenzblatt der General- kommiision" einzugestehen beginnt. In der industriellen EntWickelung zeichnet sich das Jahr 1615 dadurch aus, daß etwa seit Juli die Kriegskonjunktur in Deutschland in ein ruhiges Stadium eintritt, während sie in den neutralen Ländern in Aufschwung kommt. Setzen wir beispielsweise den Versand des Stahlwerksverbandes den Aufträgen des amerikanischen Stohltrusts gegenüber, so ergeben sich zwei verschiedene Entwickelungslinieir. Es stellte sich der Versand des Stahlwerksverbandes: Aufträge des Stahltrusts in Millionen Tonnen am Ende des Monats. Die höchste Ziffer de-? Slahlwerlöbersands entfällt auf März. Seitdem geht der Versand olkmählich zurück und bleibt sogar hinter dem vorjährigen zurück. Dagegen steigen die Aufträge des Stahl- trusts in Amerika immer mehr an und haben das vorjährige Maß weit überschritten. Der Versand des Stahlwerks stellt sich heute auf 45,7 Proz. der Beteiligung, der Versand das Roheisensyndikals auf 55,54 Proz. Die Leistungsfähigkeit der Werke werden damit nur in geringem Maße ausgenutzt. Es verdient besonders beachtet zu werden, daß vom Gesamtversand des Stahlwerks im Jahre 1914/15 im Umfange von 3,39 Millionen Tonnen 19 Proz. nach dem Auslande gingen, wobei der Anteil des Auslandsexports bei Halbzeug gar auf 23,8 Proz., bei Hormeisen immer noch 21 Proz. ausmacht. Ter Jnlandsversand bildete 81 Proz. des GesamlversandeS, im vorigen Jahre aber bloß 54,13 Proz. Trotzdem erreichte auch der Jnlandsabfatz nur 70 Proz. deS normalen. Die großen Aufträge der Militärverwaltung konnten also den Ausfall des sonstigen Bedarfs nicht ganz ersetzen. In den Ländern, wo die Eisenindustrie überhaupt wenig ent- wickelt ist und in der Hauptsache für die Negierung arbeitet, haben die ÄriegSbestellungen gewissermaßen den normalen Verbrauch all» mählich fast ersetzt. Laut einer Meldung der„Frankfurter Zeitung* betrugen die Austräge des russischen Eisentrusts, Prodameta, in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 94,7 Millionen Pud gegen 99,07 Millionen im Vorjahre und 119,95 Millionen Pud im Jahre 1913, also fast 89 Proz. der normalen Aufträge. In den Vereinigten Staaten aber wird heute mehr als jemals Eisen hergestellt, im Ok» tober 2,28 Millionen Tonnen gegen 1,85 Millionen Tonnen im Ok- tober 1913. Die großen Kriegslieferungen Amerikas äußern sich direkt in der gestiegenen Ausfuhr von Eisen und Stahl. In den ersten neun Monaten 1914 wurden Stahlerzeugniste sür 162 Millionen Dollar und zur selben Zeit 1915 für 251 Millionen ausgeführt. Be- achtenswert ist, daß diese Kriegslieferungcn erst seit Mai eine be- trächtliche Hohe erreichen. Erst von da ab steigen sie auf 28,7 Millionen Dollar an und erreichen im Juli die Höhe von 43,98 Millionen. So kann man im allgemeinen sagen, daß das Wirtschaftsjahr 1915 eine günstige Kriegskonjunltur für die neutralen Länder gebracht hat. Dauert aber der Krieg noch länger, so würden auch die HilfS- quellen der neutralen Länder sich erschöpfen. Die Vernichtung der Güter durch den Krieg geht rascher vor sich, als ihre Erzeugung, selbst wenn die Produktivkräfte der gesamten Welt in den Dienst des Krieges gestellt werden sollten. Daher wird es auch mit der Hochkonjunktur in den neutralen Ländern nicht lange dauern: die allgemeine Erschöpfung und Ermattung wird auf sich nicht allzu- lange warten lassen. Der griechische Protest. Athen, l. Jammr.(W. T. B.)(Meldung der Agmce .Hoves.) Die Mittelmächte, Bulgarien und die Türkei staben bei der griechischen Regierung einen ge- in eins amen Schritt wegen der Verhaftung i b r e r Konsuln in Saloniki unternommen. Ministerpräsident Sknludis antwortete, daß die Regierung schon bei dem Pariser und dem Londoner Kabinett Einspruch erhoben habe. Sofia, 2. Januar.(W. T. B.) Der Vertreter von W. T. B. erfährt aus bester Quelle: Die Völkerrechts- widrige Verhaftung der Konsuln der Mächte des Vierbundes in Saloniki durch die Franzosen hat in Athen .ine hochgradige Erregung hervorgerufen. Da der neueste U eher griff'des Viervevbandes nicht nur, wie bisher, sie Interessen des Landes beeinträchtigt, sondern sogar die Ehre des griechischen Staates antastet, hat die griechische von öer Westfront. Eindrücke und Erlebnisse. Ein Tag in Löchern.�) ES war eine elend kalte, nebelfeuchte Nacht gewesen. Patrouillen hatten gc-rneldet, daß eS bei den Gegnern sehr lebhaft n- ginge. Das hatte scharfes Aufpassen nötig gemacht. Die Löcher, ii-: man sich eine Nacht zuvor in Abständen von zwei zu zwei Schritt in den harten Steinboden getrieben hatte, konnten nicht, wie ursprünglich geplant, vertieft miteinander verbunden und so einem Schützengraben ausgebaut werden; nur jeder dritte Mann konnte immer arbeiten, und das schafft« bei dem festen Ge- nein nicht viel. Die anderen hatten zu-beobachten und schußbereit n liegen. Alles fror jämmerlich. Endlich zeigten sich im Osten die ersten Spuren der Dämme- rirng. Das bedeutete Erlösung. Tagsüber brauchten— die feind- cl'M Stellungen waren weit genug entfernt— nur ein paar Posten oben zu bleiben; währenddes saß der Rest hinten im Hohl- U'.v, bereit, auf die verabrodeten Alarm§eichen hin die Böschung .ui � erklettern und zu den Steinlöchern auf der Anhöhe hinzu- icsmcn. Das genügte dann immer noch, fo schnell konnte der Gegner nicht über das Tal hinweg und den Abhang herauf. " Alles wartete, zitternd vor Frost, auf den Befehl zum Ab- rücke». Aber er kam nicht. Statt dessen hieß eS: Die Kompagnie lllcibt heute ganz in Stellung. Und dann kamen nähere Weisungen: Es käme darauf an, die Stellung der feindlichen Beobachtung, vor allem der Fliegerentdeckung, zu entziehen. Jeder möge versuchen, es iich in seinem Loche so bequem wie möglich zu machen. Aber dann gelte es, den ganzen Tag darin anszuhalten. Keiner dürfe sich zeigen, Kopf oder gar Oberkörper herausstrecken. Wären Flieger oben, müsse sogar jeder möglichst regungslos liegen. 'Angenehm« Botschaft! Wenn es wenigstens noch halbwegs bequeme Löcher gewesen wären! Aber so handelte eS sich zumeist um kurze, schmale, wenig über Halbmetertiefe Knien mit kleinem Erd» auswurs davor. Darin ließ sich weder richtig sitzen noch liegen. Während es langsam Tag wurde, probierte alles hin und bcr. Schließlich mußte man sich irgendwie zufrieden geben,— aber es war danach. Dieser saß, die Knie ans Kinn gezogen; jener lag wie ein geknicktes Streichholz; andere streckten zwar die Beine, aber mußten den Oberkörper seitswärts geneigt halten, da. mit der Kopf nicht hinaussähe. In jedem Falle: als Sitz, als Lager nichts als scheußlich hartes, kaltes Steingeröll; der Mantel. der einzige Schutz, feucht von den Nachtnebeln; die Glieder steif von dem Stilliegen während der Nacht; der ganze Körper bibbernd vor Frost. Fehlte bloß noch, daß die feindliche Artillerie auch noch zu schießen ansinge.... Und sie fing an zu schießen. Es war noch nicht neun Uhr, da begann die Kanonade,— gleich, nachdem die ersten Fl-ieger die Gegend abgesucht hatten. Kein Zweifel, daß die Löcher entdeckt waren. U:id die dauernd oben herumschwirrenden Flieger mußten das Feuer gut lenken. Zuerst schlugen die Geschosse— zwei Batterien teilten sich augenscheinlich in die Arbeit— bald hier und bald dort ein. Mit der Zeit wurde die Kanonade aber genauer. Und nach ein, zwei Stunden waren die Geschütze tadellos einge- schössen, sie wußten die ganze Linie der Löcher mit erstaunlicher Sicherheit aufs Korn zu nehmen. In Pausen, bald länger, bald kürzer schickten sie ihre Grüße herüber. Jetzt eine Salve ganz nach rechts hin; nun wieder acht Schüsse mit Wahnsinnniger Schnelle links daneben; jetzt acht zum •) Siehe Nr. 322, 343, 350 und 357 des„Vorwärts". Regierung sofort die entschiedensten Maß- nah in e n ergriffen, um sich Genugtuung zu verschaffen. Einerseits haben die griechischen Behörden sofort vom General Sarrail die Freilassung der F e st g e n o m- menen verlangt und griechische Offiziere und Gen- darmen mit der Bewachung der Konsulats- gebäude beauftragt, andererseits hat die griechische Re- gierung in Paris und London auf das entschiedenste Ein- spruch erhoben und auf das nachdrücklichste vor allem die Auslieferung der Konsuln und ihres Personals verlangt. General Sarrail hat geantwortet, er habe die Maßregel nur aus militärischen Gründen vorgenommen und könne nur auf Befehl cms Paris, wohin er über den Vorfall berichtet habe, die Freilassung bewirken. Die griechische Re- gierung ist um so peinlicher überrascht, als die Vertreter des Vierverbandes ihr in aller Form zugesichert hatten, daß sie nicht�an eine Vertreibung der Konsuln des Vier- bundes aus Saloniki dächten und daß sie die griechische Re- gierung, wenn etwa Derartiges beschlossen werden sollte, vor der Ausführung des Beschlusses davon benachrichtigen würden. Der Vorwand des Fliegerangriffes ist nichtig, weil der Angriff auf das verschanzte englisch-französtsche Lager und nicht auf die griechische Stadt Saloniki gerichtet war. Die griechische Regierung findet in ihrer festen Haltung einen Rückhalt an der Bevölkerung, die ohne Unterschied der Partei den Uebergriff des Vierverbandes als eine rohe Ver- letzung der griechischen Neutralität und des Völkerrechts an- ficht. Annahme öerKn'egskreöite in üerSobranje Sofia, 31. Dezember.(W. T. B.) Die S o b r a n j e hat den Gesetzentwurf betreffend Eröffmmg eines Kriegs- kredits von einer halben Milliarde endgültig genehmigt. Bei der zweiten Lesung der Kriegskreditvorlage teilte Finanzminister Tontschew mit, der deutsch-bulgarische Au- leihevertrag enthalte keine geheimen Klauseln und keine Ver- pflichtung zu bestimmten Einkäufen. Deutschland und Oe st erreich- Ungarn verpflichten sich. Bulgarien monatlich für die Dauer des Krieges 50 Millionen Leva vorzustrecken: sie erhalten dafür fünfprozentige Schatzscheine, die nach dem Kriege aus den Mitteln einer großen Anleihe zurückgekauft werden sollen. der montenegrinische Sericht. Paris, 31. Dezember.(W. T. B.) Montenegrinischer Bericht vom 29. Dezember: An der Sandschakfront vernichteten wir eine feindliche Abteilung und machten 15 Gefangene. Auf unserer südlichen Front schlugen wir einen feindlichen Angriff gegen Botcjibe zurück. Die Österreicher nahmen Raskowo Gora zurück mW befestigten eS. An der Lovcenfront schlugen wir den Feind zurück, fügten ihm empfindliche Verluste zu und machten Gefangene. «» « Cetinje, 31. Dezember.(W. T. B.) Gestern wurde amtlich mitgeteilt: Die Verproviantierung von Monte- negrowird voll st ändig unmöglich und die Lage täglich schwieriger. Oesterreichisch-ungarische Unterseeboote greifen Segler und Dampfer an unseren und den albanischen Küsten an. Am 29. Dezember wurde ein montenegrinisches Segelschiff mit Lebens- mittein bei Dulcigno versenkt, heute ereilte einen Dampfer mit zweitausend Tonnen Lebensmittel bei San Giovanni di Mcdua dasselbe Schicksal. Cetinje, 2. Januar.(S3. T. B.) Während der Beschießung von D u r a z z o am 39. Dezember durch ein österreichisches Ge- schwader geriet der Dampfer„M i d i e l", der etwa 9999 linken Flügel hinüber; jetzt Feuer auf die Mitte... Reihauf, rsihab, in unregelmäßiger Folge. Und„Rcrtsch-ratsch-Batterien"! So haben die Soldaten jene kleilckalibvigen Batterien getauft, die ihre Geschosse mit so beson- derer Wucht flach über die Erde hinjagen: Kaum hat das Ohr den Abschuß gehört, so beißen sie sich mit gellendem Einschlag auch schon an ihrem Ziel in die Erde. Man hört kein nahendes Pfeifen und Sausen. Hinterhältig und vasch, wie raubgierige Katzen, stürzen sie heran, daß der Schreck in die Nerven fährt. Lieber schwerere Geschosse, die man kommen hört, als diese kleinen Kläffer, die so überraschend heranstürzen. Das dachte auch wieder jeder von denen, die hier in ihren Löchern lauerten. Zu den Körperqualen, diesem Stillhocken in un- möglichen Stellungen, Frost und Gliederschmerzen, kamen seelische Qualen unerhörter Art: Ein Warten und Lauern nach dem un- sichtbaren Feind hinüber, das die Nerven zerrieb. Eben war der linke Flügel dran gewesen. Welcher Abschnitt würde jetzt folgen? Wie lange wollten sie drüben noch zögern, ehe sie die nächste tückische Salve schickten? Da— jetzt... Nein, eS war ein Abschuß irgend- wo anders.... Sie zögerten drüben immer noch. Wer nun... da sprangen sie wieder herüber, Schlag auf Schlag... ganz dicht, ganz nahe... das Auge kann nichts sehen; aber das Trommel- fell wird zerrissen; und Erde, Steinchen klitschen in das Loch. Mit wahnsinniger Schnelle fahren allerlei Gedanken durch das Hirn: Jetzt ist's vorbei... der nächste Schutz wird das Ende bringen... Ober vielleicht doch nicht? Klang dieser Einschlag nicht schon wieder entfernter?... Verflucht, der galt dir, sicher- lich dir... Ein Wunder, daß du immer noch lebst... Aber hoffe nicht zu viel!... Der Tag ist noch lang... Du brauchst nicht zu glauben, daß du nochmals nach Haufe kommst... Aber du willst, willst— du mußt! Die Kinder, die lieben, lieben Kinder... Nein, nicht sterben! Leben, leben bleiben!... Vielleicht glückt es doch noch einmal. Das waren doch schon die acht Schüsse. Oder fehlt noch einer?— Nein, es bleibt still. Sie haben sich drüben wieder einmal aus- gegeben. Uird die nächsten Salven werden andere Abschnitte suchen. Für eine halbe Stunde hast du jetzt vielleicht wieder Ruhe. Am Ende sogar für eine ganze... Freilich, freilich, der Tag ist noch lang, so entsetzlich lang. Wie spät mag es denn eigentlich sein? Ein Uhr, oder vielleicht schon zwei?— Du lieber Gott, eben erst zwölf durch! Vor sechs Uhr fällt keiu Dunkel. So lange zum mindesten wird es also noch auszuhalten gelten. Aushalten in d e r Lage, bei diesem Feuer. Entsetzlich! Am schlimmsten vielleicht noch, wenn jetzt ein Splitter trifft, der nicht gleich tötet... Dann kannst du hier langsam verbluten. Keiner wird kommen, keiner kann und darf kommen, dir zu helfen. dich zu verbinden, dich fortzuschaffen. Und du selbst kannst auch nicht herauskriechen. Scheußlich, auch nur daran zu denken!... Wie mancher liegt da nebenan vielleicht schon so, dergestalt langsam verblutend; oder auch stumm und tot.... Und warum das eigentlich? Hätte nicht auch die Bereitschaft da hinten in dem schützenden Hohlweg wieder genügt? An einen Angriff dachten die da drüben doch nicht! lind wenn schon—. Wozu überhaupt das ganze Morden und die Höllenqual?— Aber nicht soviel denken! Das Gehirn hält es nicht aus... Ist nicht auch wieder die Zeit, wo sie dort auf dem Berge die Geschütze richten werden? Gleich wird es sich wieder herüberstürzen, fauchend und grollend, blühendes Leben zu vernichten... Die Minuten zählen! Das lenkt die Gedanken ab und läßt die Zeit vergehen. Das Mittel hat schon oft geholfen. Eins, zwei, drei, vier... Endlos, so eine einzige Minute! Wie langsam, wie furchtbar langsam die Stunden dahin kriechen! Das Hocken in der unnatürlichen Korperhalhmg wird immer Tonnen Lebensmittel für Montenegro führte, in Brand. Tie Ladung ist verloren. �US öer rumänischen Kammer. _ Bukarest, 31. Dezember.(W. T. B.) In der gestrigen Sitzung�) er Kammer setzte in der Adreßdebatte der Ab- geordnete Stere seine vorgestern begonnene Rede fort: Der Redner fiihrte u. a. aus, daß man ihm nicht vortverfen könne, er habe für die rumänischen Interessen kein Verständnis. Wer eine Politik ohne Bessarabien will, begeht einen großen Fehler. Der große rumänische Staatsmann Kogalniceanu wollte di« drei bessara- bischen Bezirke nicht gegen das bulgarische Ffftungsviereck ein- taufchen; er wollte nicht seine Zustimmung zu einem Verzicht aus rumänischen Boden geben.(Beifall.) Damals wurde die natio- uale Richtung des rumänischen Volkes festgelegt. Alle Politiker haben seither diese Politik befolgt. Wir haben heute nicht die Vorbereitung und die notwendige Erziehung für eine Eroberung Siebenbürgens. Der Abgeordnete Ghionconaneschti weist darauf hin, daß zu Beginn des Krieges alle in Rumänien einig waren. Erst seit der Agitation Take Jenescus und Filipescus, die sich gegen jene wandte, die an dem Sieg der Entente zu zweifeln ansingen, sei die Meinung geteilt. Der Redner iritt für die Ver- wirklichung aller nationalen Ideale ein, denn man dürfe nicht ver- gessen, daß auch Bessarabien rumänischer Boden sei. Wir werden den Boden nehmen, den wir nehmen können, erklärte der Redner. Die militärische Lage sei für die Mittelmächte, an deren Sieg er nicht zweifele, günstig. Take Jonescu untersuchte die Frage, ob Rumänien neutral bleiben könne und beantwortci sie mit nein. Man spreche auch von einer anderen Politik, einer Hyänen-Politik. Diese zu treiben, wäre nicht nur Rumäniens un- würdig, sondern auch sehr gefährlich. Es bleibe nur die Politik des nationalen Instinktes und die Polisik Corps und Stercs. Jene verlange, daß das nationale Leben sich frei entfalten könne. Es hat sich auf eine tausendjährige Rivalität zwischen den Ungarn und den Rumänen aufgebaut. Hierüber war in der rumänischen Volks- feele nieinals ein Zweifel. Man sagt, die Mission des rumänischen Staates sei, Rußland zu hindern, an das Meer zu gelangen. Ruß- land ist wsder so stark noch so schwach, wie man meint. Ruß- land ist gewiß eine Gefahr für uns, wie jeder große Nachbar eine Gefahr für die Kleinen ist. Rußlcmd hat uns angliedern wollen, aber auch Oesterreich will das und hat ein Recht dazu. Man sagt uns, daß Rußland Galatz und das Eiserne Tor haben will. Dos ist nicht richtig. Was Rußland in der Zukunft machen wird, weiß ich nicht. Es wird sich gegen Rußland ebenso eine Koalition bilden, wie gegen Deutschland, wenn Rußland etwas ähnliches unter- nehmen will wie heute Deutichland. Eine Verbindung Rumäniens mit Deutschland wäre gerechtfertigt, wenn der Vierverband besiegt werden würde. Wenn wir aber Bessarabien nehmen, brauchen wir, um es zu verteidigen, die Ukrainer. Der erste Preis, den wir für die Aufhaltung der Russen aus dem Wege zum Meere zahlcu werden, wird die Einverleibung Rumäniens durch Ungarn sein. Kommen wir beute den Russen nicht zu Hilfe, so wird die unga- rische Souveränität sich über uns ergießen. Es ist sicher, daß kein rumänischer Polisiier Rumänien dorthin wird sichren wollen, wohin Carp und Stere zeigen. In der Freitags-Sitzung der Kammer setzte Take Jonescu seine Rede in der Adreßdebatte fort. Der Redner untersuchte die Laye vor Beginn des Krieges. Nach der Haltung des Deutschen Kaisers, sagte der Redner, hätte man glauben können, daß der Krieg nicht ausbrechen würde. Auch König Carol war der Meinung, daß der Friede noch vier bis fünf Jahre gewahrt werden würde. Für Rumänien bestand damals die Sorge, daß es seinem Vertrag hätte treu bleiben müssen, wenn jene, die zum Krieg herausforderten, die Sache hätten so darstellen können, daß sie herausgefordert wur-» den. Denn Rumänien hätte sich nicht die Auffassung der großen Staaten zu eigen machen können, da es ein Staat ist, der auf seine Ehre hält. Der Bertrag mit Rumänien starb politisch mit dem Kronrat, rechtlich mit dem Eingreifen Italiens. Noch am Vorabend des Kronrates war der Redner der Meinung, daß Rumänien nie- mals mit Oesterreich-Ungarn zusammengehen könne. Der Redner untersuchte, wie der Vertrag zustande gekommen sei, und faßte die Lage für Rumänien nach der Unabhängigkeitserklärung dahin zusammen, daß es unter Zwang den Vertrag geschlossen habe. unerträglicher; ein Glied nach dem anderen„schläft ein*. Natür- liche Bedürfnisse fangen an zu quälen, aber sie können nicht be- friedigt werden. Nun wieder eine Salve..... Nebenan stöhnt einer und röchelt.„Sanitäter... Sani- täter.. Ja, rufe du nur„Sanitäter!" Armer Teufel! Es kann dir ja keiner helfen! Nicht mal der, der drei Schritte von dir liegt... „Sanitälerl... Ruft doch... Helft doch... Sanitäter.. Ein paar Stimmen geben den Ruf weiter, obgleich sie wohl alle wissen, wie zwecklos es ist. Aber es mag den Verwundeten trösten. Einer der Nachbarn sucht ihm auch Mut zuzusprechen. „Ein bißchen Geduld! Es wird schon bald einer kommen. Es wird ja auch bald dunkel! Verbind? Dich man vorläufig selbst..." „Ich kann... nicht... Ruft doch... Hilfe..." Die Stimme ist schon ganz leise; schließlich hört man nur noch das Röcheln und Stöhnen. Vier Uhr nachmittags. Eine böse Stunde, die jetzt folgt. Das Feuer gewinnt an Lebhaftigkeit, die Pausen werden immer kürzer. Kaum einer, der nicht mindestens einmal jetzt von spritzender Erde überschüttet wird.... Endlich wieder ein Wflauen.... Langsam— wie aufreizend langsam— beginnt c8 drüben dunkler zu werden. Noch eine halbe Stunde vielleicht, dann wird es, mutz es möglich sein, aus dem Loch herauszukriechen, di« Glieder zu strecken, die Füße zu vertreten.... Dan-n wird doch hoffen:- lich auch das Feuer verstummen.... Schließlich mutz dan-n ja auch der Befehl zum Abrücken kommen. Noch eine Nacht hier oben — unmöglich! Und— wieviele mögen denn überhaupt noch übrig sein?... Läuft da nicht schon jemand herum? Erhöhte Spannung: Wird drüben geschossen werden?— Es bleibt ruhig. Dann hat es also keine Gefahr mehr. Heraus aus dem elenden Loch!... Aber es ist schneller gesagt als getan. Die Glieder gehorchen dem Willen kaum noch. Zum Ueberfluß— sching, sching schlug— auch noch wieder eine Salve... Endlich... Im dämmernden Dunkel läuft es jetzt hinter den Löchern hin uiii her. Diese suchen sich zu wärmen, jene suchen die Kuten nach Verwundeten ab. Die Krankenträger haben reiche Arbeit. Einen nach dem anderen schleppen sie, in braune Zeltdahn gebettet, davon. Dieser und jener hinkt allein mit ihnen, oder stützt sich mühsam auf einen Kameraden. In manchen Löchern sitzen noch dunkle Gestalten. „He. du!"- Nichts rührt sich.—„Schläsit du?"— Alle? bleibt still.—„Fehlt dir etwas?"— Noch immer keine Bewegung. Der Frager kniet nieder, den Stummen zu rütteln. Seine Hand faßt feucht. Blut. Die Stirn ist kalt.„Tot..." Die Offiziere laufen hin und her:„Ihr müßt wieder in die Löcher hinein. Und aus jeder Gruppe ein Posten weiter vor, wie letzte Nacht. Es hilft nicht, ein paar Stunden müßt Ihr noch aus- halten. Bis die Ablösung kommt..." Nur langsam wird Folge geleistet. Aber da blitzt es drüben ein paar Mal aus... ratsch, ratsch, fährt es daher. Hei, jetzt ist der letzt« wieder in seinem Loch... Bis zehn Uhr gilt es noch auszuhalten. Dann endlich kommt die Kompagnie, di« die Erschöpften ablöst. „Lieber ein Jahr Zuchthaus als noch solch ein Tag," murmelt einer zwischen den Zähnen. Sein Begleiter nickt. S. N. Denn Oesterreich-Ungarn, welches das Protektorat über dt: Dona!'- Mündungen erworben hatte, übte alle möglichen Schikanen, um den Vertrag zu erlangen. Dieser wurde geschlossen, um mit Oesterreich- Ungarn in Frieden leben zu können. Es war ein Bündnis der Furcht. Es war allerdings nicht ohne Vorteile sür uns. Wir er- hielten Geld, wenn es auch nicht zu verwundern war. daß wir als Verbündete Geld erhielten. Wir hatten Frieden. Unsere Brüder in Ungarn wurden weniger unterdrückt. Wir konnten aber nie- mals auf Siebenbürgen verzichten, wenn auch im Jahre 1393 «tolojan in einer Interpellation von der Möglichkeit sprach, daß Rumänien ein vielsprachiger Staat werden könnte, womit er meinte, daß es sich nach Bulgarien hin ausdehnen könnte. Im Jahre 1913 niißfiel unsere Aktion einigen Großmächten, anderen aber gefiel sie. Diesen müssen wir uns heute anschließen, wo Serbien nicht mehr besteht und Bulgarien der Diener Oesterreichs ist. Allerdings fand uns der Krieg materiell, wenn auch nicht moralisch ungerüstet. Wir haben 31 Jahre im Zustand der Trägheit gelebt. Heute aber keinen Glauben an die Kraft des Landes zu haben, wäre ein Ver- brechen. Der Redner zählt die Momente auf, von Lemberg bis zu dem Eintvitt Bulgariens in den Krieg, wo die Regierung den Krieg hätte erklären mühen, wenn es auch Opfer geästet hätte. Wir hatten gegenüber Serbien Verpflichtungen. Wir hätten die Deut- schen verhindert nach Süden vorzudringen und hätten die Zer- trümmerung Serbiens vereitelt. Damals hätten war das machen können, wozu nicht zehn Millionen Soldaten des Vierverbandes ausgereicht hätten. Der Redner schließt mit einem Appell an alle, der großen Probleme eingedenk zu sein, die heute gelöst werden und die alles überbieten, was seit tausend Jahren dagewesen ist. Unsere Generation, die so Ivenig auf Heldenmut vorbereitet ist, muß alles tun, um dieses Werk zu verwirklichen. Sie mutz an den Fortschritt denken, der dem Lande blüht, das sich vergrößert.(Bei- fall bei der Minderheit.) Der französische Tagesbericht. Paris, 1. Januar.(SS. T. B.) Amtlicher Bericht von Freitagnachmittag. In'der Champagne versuchte der Feind, uns während der Nacht durch Handgranatenangriff einen kleinen Horchposten bei der Höhe 193 wegzunehmen. Der Versuch scheiterte gänzlich. Auf der übrigen Front herrscht verhältnismäßige Ruhe. Paris, 1. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Freitagabend. Unsere Batterien beschossen mit Erfolg die feindlichen Schützengräben der ersten und zweiten Linie sowie die Eisenbahn bei Beesinghe in der Gegend von Rohe. Treffer unserer Artillerie beschädigten ernstlich Materialschuppen bei Vermilliers. Nördlich der Aisne zerstörten wir ein deutsches Werk westlich von Soupir. Auf den Maashohen wirksames Geschützfeuer auf Unter- stände und ein Blockhaus des Feindes im Bois des Chevaliers. In den Vogesen richtete der Feind nach lebhafter Vorbereitung einen Jnfanterieangriff gegen unsere Stellungen in der Gegend des Hirzsteins; der Angriff wurde vollkommen abgewiesen. Belgischer Bericht. Das Gelände in der Nachbarschaft von Dixmuiden war einer gegenseitigen andauernden Beschießung unterworfen. Die Wirksamkeit der belgischen Artillerie war groß, besonders mit ihren Schüssen in die Mitte einer Gruppe von feind- liehen Arbeitern, die mit der Wiederherstellung der im lieber- schwemmungsgebiet errichteten Werke beschäftigt waren. Orientarmee. Im Laufe des 39. Dezember warfen Flieger Bomben auf Saloniki. Eine dieser Bomben, die auf ein« unter den Augen des Prinzen Andreas übende griechische Eskadron geschleudert war, tötete einen Schäfer, der fünfzig Bdeter von dieser Stelle entfernt war. Der Materialschaden ist unbedeutend. Expeditionskorps an den Dardanellen. Am 39. Dezember verlangsamten infolge lebhafter Beschießung seitens unserer schweren Artillerie die türkischen Batterien an der asiatischen Küste merklich ihr Feuer. Mehrer« feindliche Geschütze wurden be- schädigt und ein Munitionslager in die Luft gesprengt. Paris, 2. Januar.(W. T.B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Im Laufe der Nacht wurden einige deutsche Patrouillen südlich von Vailly durch unser Feuer zerstreut. Zwischen Somme und Oise und im Woewregebiet in dem Abschnitt von Flirey Artilleriefeuer mit Unterbrechung. Von der übrigen Front ist kein Ereignis zu melden. Paris, 2. Januar.(SB. T. B.) Amtlicher Bericht von g e st e r n abend. Zwischen Avre und Oise brachte unser« schwere Artillerie die feindlichen Batterien in der Gegend von Slmy-sur» Rohe zum Schweigen. Zwischen Soissons und Reims Kampf mit Minen. Wir haben mit Erfolg zwei Minen in der Gegend von Troyon und eine dritte bei La Pompclle südöstlich von Reims zur Entzündung gebracht. In den Vogesen lebhafte Tätigkeit unserer Slrtillerie in der Gegend von Mühlkmch. Am 1. Januar hat ein weittragendes feindliches Geschütz etwa zehn Geschosse auf Nancy und Umgebung geschleudert. Zwei Einwohner wurden getötet, sieben leicht verletzt. Der Sachschaden ist unbedeutend. Das Ge- schütz wurde sofort durch ein« Gegenbatterie bekämpft. Belgischer Bericht. Ziemlich lebhafte Artillerietätigkeit an der Front an der User und bei AperlSe. Unsere Batterien brachten die bei Merckhem stehende feindliche Artillerie zum Schweigen und zerstreuten eine Jnsanterieabteilung bei Possele. Die englijche Meldung. London, 31. Dezember.(W. T. B.) Amtlicher Heeres- b e r i ch t. Der Feind lieh gestern nördlich von LooS fünf Minen springen, wobei wir einige Verluste hatten und den Schützengräben einiger Schaden zugefügt wurde. Es wurde kein Angriff unter- nommen, der Schaden wurde wieder gut gemacht. Beiderseits wo» die Artillerie tätig, und zwar bei Hulluch, Givenchy, Armentieres und anderen Orten. Unsere schweren Haubitzen richteten an ver- schiedenen Punkten der feindlichen Linien bedeutenden Schaden an. Die Melüung ües rusilschen Generalsiabes. Petersburg, 1. Januar.(SB. T. B.) Amtlicher russl- scher Bericht vom 31. Dezember. Westfront: Südöstlich von Olai warfen wir in der Nacht Handgranaten in die feindlichen Schützengräben; die Angreifer kehrten morgens ohne SZerluste zurück. Auf der Front bei Düna- bürg, in dem der Eisenbahn nach Poniewi� benachbarten Abschnitt kleine Gefechte. Südlich bis zum Prypec keine Veränderungen. An der Front südlich vom Prypec sinden stellenweise erbitterte Kämpfe statt. Kaukasus: Die Versuche der Türken, die Archave südlich Chopa zu überschreiten, wurden leicht vereitelt. In der Gegend des Dorfes Ardos(99 Werst süd-südöstlich Llty) hemmte unser Feuer die türkischen Arbeiten zur Anlegung und Befestigung von Stellungen. P e r s i e n: In der Gegend östlich Ouchnouh(99 Werst süd- lich von Urmiai Zusammenstöße mit Kunden, die von türkischer Infanterie unterstützt wurden. In der Umgegend des Dorfes Sirkan südlich von Hamadan Feuergefecht mit persischen Gen- darmen, welche auf die feindliche Seite übergegangen sind. Petersburg, 2. Januar.(W. T. B.) Amtlicher russl- scher Bericht vom 1. Januar. Von der Rigaer Front bis zum Prypec keine Veränderungen. Südlich des Prypec dauert der heftige Kampf an. Im Abschnitte des Styr-FlusseS, zwischen der Eiseilbahn Kowel— Sarny und der Stadt Czartorhsk gingen wir auf das linke Styrufer über und besetzten das Dorf ChraSk. Die heftigen Gegenangriffe des Feindes, um uns auf das rechte Styrufer zurückzuwerfen, waren erfolglos, ebenso mißlang der Versuch des Gegners, uns aus der Gegend der Kolonie Milaszow, südöstlich Kolki zurückzudrängen. Nördlich des Bahnhofs Olyka (39 Kilometer östlich Luck) drangen wir weiter vor und befestigten das eroberte Gelände. Auf der Front des Strypa-Flusses besetzten wir zwei Schützengrabenlinien des Feindes. In der Gegend oer Stadt Useieczko warfen wir den Feind auf das rechte Dnjester- Ufer zurück. Zwischen dem Dnjester und der rumänischen Grenze erreichten wir das Drahthindernis des Feindes, überschritten es und befestigten das eroberte Gelände. Melüung üer italienischen Heeresleitung. Rom, 31. Dezember.(W. T. B.) Amtlicher Bericht. An der ganzen Front beschränkte sich die Gefcchtstätigkeit auf Artilleriefeuer, durch welches beide Gegner ihre SLerke zu zerstören versuchten. An einigen Stellen, wie z. B. im Daonetale, warf der Feind eine große Menge von Geschossen mit erstickenden und Tränen verursachenden Gasen gegen unsere kürzlich eroberten Stel- lungen auf dem linken Ufer des Chiese, ohne Schaden anzurichten. C a d o r n a. Rom, 1. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Kriegsbe- r i ch t.) Tie heftige Tätigkeit der beiden Artillerien dauerte'auf der ganzen Front am Im Lagarinatal gestattete uns eine kühne Erkundung an der Zurezhütte, nördlich vom Casinarücken einige Gefangene zu machen. Der Feind griff unsere Stellungen an der Corna Calda, südlich von Rovereto, an, wurde aber zurückgeworfen. Gez. C a d o r n a. Meldung ües türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 31. Dezember.(W. T. B.) Bericht des Hauptquartiers: An der Dardanellen- front herrschte bei Seidd ul Skrhr in der Nacht vom 29. zum 3V. Dezeniber bis zum Morgen ein zeitweilig heftiges Gewehrfeuer und Bombcnkämpfe. Am 30. Dezember fanden nachmittags heftige Kämpfe der Artillerie, der Infanterie und mit Bomben auf dem rechten Flügel statt. Zwei Kreuzer und ein Monitor beteiligten sich an den: Feuer- gefacht auf dem Lande. Unsere Artillerie verursachte schweren Schaden in den feindlichen Gräben und in seinen Lagern bei Sodd ul Bahr. In der Nacht vom 30. zum 31. und am 31. Dezeniber bombardierten unsere Batterien erfolgreich die Landungsstelle bei Sedd ul Bahr und bei Tekke Burun. Eins unserer Flugzeuge bewarf erfolgreich ein feindliches Lager bei Sedd ul Bahr und ein Transportschiff, ein anderes machte einen Erkundungsflug in der Richtung auf Jmbros und warf Bomben auf das Panzerschiff Swiftsure. Sonst nichts Neues. Konstantinopel, 1. Januar.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: An>der Dardanellenfront, bei Sedd ul Bahr, fanden in der Nacht zum 31. Dezember lebhafte Bombenkämpfe am rechten Flügel statt. Im Jen- trum'dauerte der heftige Artilleriekampf und das Bomben- werfen bis zum Morgen an. Am 31. Dezember nachmittags brachten wir am rechten Flüge! zwei Minen zur Explosion. Sodann beschoß die feindliche Artillerie unter Mitwirkung zweier feindlicher Kreuzer unsere Schützengräben im Zen- trum. Wir erwiderten das Feuer kräftig. Unsere Batterien in den Meerengen beschossen die Ausschiffungsstelle von Sedd ul Bahr und die benachbarten Lager. Das Panzerschiff „Suffren" antwortete unter dem Schutze von fünf Torpedo- booten und mit Hilfe der Beobachtungen eines Flugzeuges auf dieses Feuer erfolglos. Eins unserer Wasserflugzeuge griff ein feindliches Flugzeug an, welches Beobachtungen an- stellte, verhinderte es, seine Beobachwngen fortzusetzen und zwang es zu fliehen. Sonst nichts Neues._ vom v Dootskrieg. London, 1. Januar.(W. T. B.)„Lloyds" meldet: Der britische Dampfer„Abelia" ist versenkt worden. Ein englischer postüampfer versenkt. London, 1. Januar.(W. T. B.)(Reutermcldung.) Lloyds berichtet: Der Postdampfer„Persia" der Peninsular and Oriental-Linie ist am 30. Dezember auf Der Fahrt nach Bom- bay versenkt worden. Die Mehrzahl der Passagiere und der Besatzung sind umgekommen. Vier Boote vermochten das Schiff zu verlassen. Der letzte Hafen, welchen die„Persia" angelaufen hatte, war Malta, wo sie am 28. Dezember ankam. Offizielle Zahlen sind noch nicht be- kanntgegeben, aber die„Persia" hatte viele Passagiere und eine beträchtliche Besatzung an Bord. Nach anderen Meldungen geht aus der Passagierliste der „Persia" hervor, daß 2 3 0 P a s s a g i e r e in London Billette nahmen. Darunter befanden sich 87 Frauen, 25 Kinder und 3 Amerikaner. Notiz: Der Dampfer„Persia" faßte 7951 Tonnen. London, 1. Januar.(W. T. B.)(Reutermeldung.) Die P. und O.-Linie erhielt die Nachricht von der Admiralität, daß die„P e r s i a" torpediert wurde. Die P. und O.-Linie gibt ferner bekannt, daß die„Persia" bei Kreta versenkt wurde. Die Personen, welche in den vier Booten den Dampfer zu verlassen vermochten, wurden von einem anderen Dampfer, der nach Alexandria fuhr, aufge- nommen. Man fürchtet, daß der Verlu st anMenschen- leben sehr schwer ist. London, 1. Januar.(W. T. B.)(Meldung des Reuter- schen Bureaus.) Die Besatzung des Dampfers„P e r s i a" betrug zwischen 200 und 300 Köpfe, größtenteils Laskaren. Wenn also vier Boote selbst mit der Höchstzahl von 00 Per- sonen gerettet wurden, müssen immer noch 200Personen umgekonimen sein. Unter den an Bord befindlichen Amerikanern befand sich auch der amerikanische Kon- s u l v o n A d e n. Die P. und O.-Linie teilt mit, daß die„Persia", welche am 18. Dezember von London nach Bombay abfuhr, eine sehr große Brief- und Paketpost mitfUhrtr, sie habe aber nur wenig Ladung und weder Kriegsmaterial noch Truppen an Bord gehabt. Die Explosion auf üem englischen Kreuzer «.Natal". London, 1. Januar.(W. T. B.) Die„Times" meldet: Die Explosion aufdem Kreuzer„Natal" fand am Donners- tag nachmittag statt und war mit ernsten Verlusten an Menschen- leben verbunden. Wie gemeldet wird, sind von der 794 Personen starken Besatzung ungefähr 399 Mann an Offizieren und Matrosen umgekommen. Das Schiff lag im Hafen. Die eigentliche Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. Amtlich wird mitgeteilt, daß der Kreuzer durch eine Explosion im Innern zerstört worden ist. Der Ort, wo sich das Unglück ereignet hat, wird verschwiegen. Die Sldmiralität veröffentlicht die Namen von 14 O f f i- zieren und 373 Mann, die bei der Explosion des Kreuzers „Natal" mit dem Leben davongekommen sind. Melüung ües französischen Marineminifteriums. Paris, 1. Januar.(SB. T. B.) Amtlicher Bericht des Marine- Ministeriums. In der Nacht vom 28. zum 29. Dezember wurde vor dem Kampfe, der den Gegenstand des vorhergehenden amtlichen Berichts bildet und in dessen Verlauf zwei österreichische Torpedo- bootszerstörer vernichtet wurden, das französische Unters eeboot „Monge" durch einen feindlichen Kreuzer vor Cattaro ver- senkt. Gefangene, die auf dem österreichischen Zerstörer„Lika" gemacht wurden, erklären, daß ein großer Teil der Besatzung des „Monge" gerettet worden sei. Bei der Beschießung von Durazzo am 29. Dezember verwendete der Feind Wasserflugzeuge. Eins dieser Wasserflugzeuge wurde durch einen italienischen Kreuzer zerstört. Ein französches Unterseeboot brachte im Adriatischen Meer ein Materialtransportschiff durch Torpedoschuß zum Sinken. Eine Richtigstellung. verlin, 1. Januar.(W. T. B.) Die Behauptung der schwedi- schen Presse, daß deutsche Torpedoboote nahe Carls- krona innerhalb schwedischer Hoheitsgcwässer einen schwedischen Dampfer angehalten hätten und durch Warnungsschüsse des schwc- dischen Forts Hästholm vertrieben worden wären, ist von uns mit der Feststellung beantwortet worden, daß sich vom 27. Dezember abends bis 28. Dezember mittags keine deutschen Kriegsfahrzeuge an der betreffenden Stelle aufgehalten haben. In der schwedischen Presse taucht n-unmehr die Behauptung auf, der Vorfall habe sich nicht am Dienstag, den 28. Dezember, sondern am Montag, den 27. Dezember, zugetragen. Hierzu erfahren wir von zuständiger Stelle, daß auch am Montag, den 27. Dezember, während des-ganzen Tages kein deut- scheS Kriegsfahrzeug in der Nähe von Carlskrona gewesen ist. Der �rieüensgeüanken� üer «.Neuen Auricher Aeltung�. Der Berner„Bund" bringt folgende Meldung: Unter st aatssekretär Zimmermann sagte uns:- rem Vertreter, daß der Artikel der„Neuen Züricher Zeitung" „Friedensgedanken" lediglich private Gedankengänge enthalte, wie schon die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" betont habe, lieber seine Herkunft sei nichts bekannt, �eden- falls rührt der Artikel weder vom Auswärtigen Amt, noch von einer, dem Auswärtigen Amt nahestehenden Persönlich- keit her. Uebrigens erhelle bereits aus der ganzen Fassung der Veröffentlichung, daß der Artikel lediglich die Privat- arbeit einer unverantwortlichen Stelle sei. Dem wider- spreche auch nicht die Veröffentlichung eines Auszuges des Artikels durch das Wolffsche Telegraphen-Bureau. Im Gegenteil sei hierdurch eine noch sensationellere Aufmachung verhindert und der Regierung Gelegenheit zu einem soforti- gen Dementi gegeben worden. Die„Neue Zürcher Zeitung" gibt zu, daß das Wolffsche Telegraphen-Bureau mit Recht die Auffassung etwa der„Basler Nachrichten", es handle sich um einen deutschen Friedensfühler, dementierte, indem es die deutsche Regierung gegen diese Unterschiebung in Schutz nahm. Zur auffälligen Tatsache, daß französische Preßstim- men noch immer nicht vorliegen, meint das Blatt, anscheinend verhinderte die französische Zensur, daß sich die Blätter mit der Sache beschäftigten. Die englischen Arbeiter unü üie Dienstpflicht. Der Londoner Korrespondent des„M a n ch e st e r Guardian" schreibt: In der am Donnerstag stattgefunde- nen Konferenz der Arbeiterpartei wurde Hendersons Erklärung argwöhnisch und kühl aufgenom- in e n. Der Korrespondent versichert, daß McKenna und Runciman bereits ihre Demission angeboten haben. Wenn sie dabei bleiben, wird Henderson ihrem Beispiel folgen, da die Arbeiterpartei die Dienstpflicht von einem uneinigen Kabinett nicht annehmen will. Asquiths Stellung würde da- durch noch schwächer werden, als sie bereits ist. Die Vorbereitungen für die große Arbeiterver- s a m m l u n g sind beendet, über drei Millionen Ar- b e i t e r werden darauf vertreten sein. Die Beratungen sind nicht öffentlich. Wie zu erwarten war, nehmen auch die Gruben- arbeiter einen durchaus ablehnenden Standpunkt ein. Nach einer Meldung des„Daily Telegraph" hat das aus- sührende Komitee des Grubenarbeiterbundes von Südwales aus einer Versammlung eine Resolution angenommen, die den Regierungsbeschluß in scharfen Wendungen verurteilt und die Einberusung einer Konferenz des Allgemeinen Grubenarbeiterverbandes fordert. Der Text der Resolution ist an Henderson telegraphiert worden. »» » Der Dubliner Korrespondent der„Times" gibt der all- gemein herrschenden Ansicht Ausdruck, wenn er schreibt, daß die Wehrpflicht in Irland nie eingeführt werden dürfe. Der Korrespondent sagte, daß jeder Versuch zur Einführung des Dienstzwanges nicht nur politische Verwicklungen, son- dern noch„andere bedauerliche Folgen" haben würde. Aus privaten Meldungen aus Irland geht hervor, daß die irische Arbeiterschaft sich mit allen gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln gegen eine Ausdehnung der Wehr- Pflicht auf Irland widersetzen wird. Offen wird ausgesprochen, daß sich sehr leicht die Ereignisse aus den Zeiten Parnells— offener Bürgerkrieg— wiederholen könnten. Driefe ües Grafen Dernstorff beschlagnahmt. Rotterdam, 31. Dezember.(W. T. B.)„Rotterdamsche Courant" meldet aus New Aork: Wie aus Washington berichtet wird, befanden sich unter den Postsachen, welche die Engländer von niederländischen und skandinavischen Schiffen holten, auch Briefe des deutschen Auswärtigen Amtes an den Grafen B e r n st o r f f. Man erwartet, daß die Regierung der Vereinigten Staaten gegen die Einbe- Haltung der Postsachen protestieren wird. Ms Groß'Serlin. Im neuen Jahr. Ruhig und still wie im Vorjahre wickelten sich in Groß- Berlin auch in diesem Jahre die Silvesterfeiern ab: man möchte sagen, noch ruhiger. Denn soweit sich Leute in Re- staurants zusammenfanden, übte das Alkoholverbot diesmal besonders auf die Feier ein. Der große Trubel in der inneren Stadt ist verschwunden, nur nach dem Einuhrschluß, der größere Menschenmassen aus den Caf6s auf die Straße bringt, war es etwas lebhafter, aber bald verliefen sich die Nachtschwärmer. In der Hauptsache blieb man in der Familie und glitt unmerklich in das neue Jahr hinein. Der erste Neujahrstag brachte diesmal weniger Gratu- kanten. Die Frühstücksfrau fehlte, auch die Milchfrau kommt nicht mehr. Und die anderen Gratulanten erben bei den schlechten Zeiten auch nicht viel. Jeder braucht sein Geld dringend zum Lebensunterhalt. Trotzdem viele Leute diesmal'das Gratulieren einge- stellt� hatten, hatten die Postboten am Neujahrstage und am gestrigen Sonntage alle Hände voll zu tun, um die Gratu- lationen an die Adressaten abzuliefern. Ob mündlich oder schriftlich: U eberall dieselben Wünsche nach einem besseren neuen Jahre. Möge das neue Jahr auch un'ere Parteifreunde zu klarem, entschiedenem und einheit- lichem Handeln vereinigen! Amtliche Bekanntmachungen. Bestandsmeldung von Metallen, die der Beschlag- nähme unterliegen, müssen alle zwei Monate neu erfolgen bei der Metallmeldestelle der Kriegsrohstoff-Abteilung des Kriegsministeriums, Potsdamer Str. 10/11. Die Frist der Meldung läuft am 13. Januar ab.— Ein Nachtrag zu der Bekanntmachung betreffend die Bestandserhebung von tierischen und pflanzlichen Spinn st offen und daraus hergestellten Wirk- und Strickwaren ist erschienen. � Eine andere Bekanntmachung betrifft die Veräußerung und Verarbeitung von Web-, Trikot-, Wirk- und Strickgarnen. Eine weitere Bekanntmachung bezieht sich auf die Verarbei- tung und Veräußerung von Schaftvolle, Kamelhaaren, Mohair, Alpakka oder anderen Tierhaaren. Sämtliche Be- kanntmachungen und Nachträge können bei den Polizei- behörden eingesehen werden. Ehctragödie. Eine Ehetragödie endete gestern morgen in der Lindower Straße mit dem Tode zweier Menschen. In dem Hanse Nr. 26 wohnte seit% Jahren der 52 Jahre alte Arbeiter Karl Mügge, der seit 27 Jahren bei der Großen Stratzenbahngesellschaft beschäft'gt war, mit seiner 47 Jahre alten Frau Berta, geborene Bethke, und drei Kindern, von denen das jüngste 12 Jahre zählt, einem Sohn und zwei Töchtern. Gestern morgen um 5 Uhr wurden die Töchter Else und Maria, die in einem Zimmer neben den Eltern schliefen, plötzlich durch zwei Schüsse geweckt, die kurz hintereinander fielen. Sie sprangen auf, um zu den Eltern zu eilen, fanden aber deren Zimmer von innen verschlossen. Ihr Bruder, den sie jetzt aus seinem nach hinten heraus gelegenen Schlafzimmer holten, drückte die Tür mit Gewalt auf. Den Kindern bot sich ein grausiger An- blick. Die Eltern lagen, in ihrem Blute schwimmend da, die Mutter im Bette, der Vater am Fußende des Bettes auf dem Boden. Die Mutter gab noch schwache Lebenszeichen' von sich. Mügge hatte seiner Frau aus einem Jagdgewehr eine Schrotladung'in den Kopf geschossen und dann sich selbst durch einen Schutz in den Mund ge- tötet. Wahrscheinlich hatte er zu dem letzten Schutz den einen Laus auch noch mit Wasser geladen, denn ihm war der Kopf ganz zer- sprengt. Im Hause hatte man von den Schüssen nichts gehört. Ein Arzt, den die Kinder holten, konnte nur noch feststellen, daß Vater und Mutter tot waren. Die Leichen wurden von der RevierpoNzei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die Ursache der Tragödie ist nicht sicher bekannt. Wahrscheinlich ist es Eifersucht. Denn Mügge war trotz der Jahre des Ehepaares auf seine Frau noch sehr eifersüchtig. Er wollte sie stets zu Hause haben und litt auch nicht, daß sie außerhalb arbeitete. Mehr als einmal holte er sie von der Arbeit, die sie in Spandau und anderswo angenommen hatte, aus Eifersucht wieder weg. In der Silvesternacht ertrunken. In der Silvesternacht sind die beiden Kaufleute Albert Mehler vom Bundesratsufer und Friedrich Göritz aus der Pariser Srratze zu Schöneberg in der Nähe der Abtei ertrunken. Beide waren Mit- glieder des Ruderklubs„Teutonia", und hatten in dessen Klubhaus in Stralau an der Silvesterfeier teilgenommen. Auf dem Heimweg kamen sie aus den unglücklichen Gedanken, noch eine Bootsfahrt anzutreten. Das Boot kenterte jedoch aus unbekannter Ursache, und beide versanken in den Fluten, ehe ihnen Hilfe gebracht werden konnte. Die Leichen sind noch nicht geborgen. Raubanfälle. Zwischen Saatwinkel und Weidmannslust wurde auf den Bier- fahver Knittel, der bei der Firma Erbrecht in Weidmannslust an- gestellt ist, in der Silvesternacht ein Raubanfall verübt. Zwei un- bekannte junge Leute schlugen ihn mit einem stumpfen Gegenstand nieder und raubten ihm die Geldtasche mit 536 M. Knittel ist bettlägerig krank. Ter Uebersall hat ihn stark mitgenommen. Tie Täter sind in der Dunkelheit entkommen. Auf ihre Ergreifung ist eine Belohnung von 306 M. ausgesetzt. Ein zweiter Raubanfall wurde am Silvesterabend auf dem Wege von Spindlersfeld nach Köpenick verübt. Dort wurde eine Frau, die mit ihrer Schwester durch die Forst ging, von einem Mann: mit der Faust geschlagen, niedergeworfen und ihrer Hand- tasche beraubt. Die Tasche enthielt einen großen Geldbetrag. Später aufgenommene Nachforschungen führten zur Ermitteluno der Geldtasche, der das Bargeld entnommen war, die aber noch das Papiergeld enthielt. Der Täter ist nicht ermittelt. Steuerexekution gegen eine Kriegerfrau. Auch in dieser Kriegszeit wird von Sleuerkasien, wenn der Einziehung fälliger Sievern sich Schwierigkeiten emgegenstellen. nicht ohne weiteres auf Anwendung von Zwangsmitteln verzichtet. Ist ein nach Mahnung ausgeführter Ptändungsveriuch bei dem Steuerschuldner fruchtlos, so bleibt vielleicht noch die Möglichkeit der Pfändung einer ihm zustehenden Geldforderung. Gegenüber Arbeitern und Arbeilerinnen, die noch Steuern schulden, wird zu dem Mittel der Lohnbeschlagnahme gegriffen. Eines Tages geht dem Arbeitgeber eines Steuerschuldners ein gegen diesen sich richtendes Zahlungsverbot in Höhe des ge- schuldeten Steuerbetrages