Wr.S.-SS.IHrg. RbonnementS'Bedlngongn: Rbonnmtentä• Preis ptänumeconb«! BieaeliäiirL 5,SO MI. monafl. UO Ml, vöcheniiilv 2ö Big. frei in« Hau«. Einzelne Nunwisr S Pfg. Eonmag»- Nummer mil illukirieriei Sonntag«» Beilage.Die Neue WelP 10 Pfg, Post» «lbonnemeM: 1,10 Marl vro Monat, Gmgeirazen in die Poll. ZeiUma». Prei-liiie. Unter Kreuzband fäx DeutiSiand und Oesterreich. Ungar» i£0 Marl, für da- übrige Ausland « Marl pro Monai. Poilabonnement« nehmen an: Belgien. Tänemarl, Holland, Jialien, Luxcmbura, Pormgah «utnäaiea. Echwedeu und die Schwei« Vicht! M flgüch. Derlinev Vol�sblÄK. f 5 Pfennig) Die!nfertlons-Gebü!)r f eteagt für die sechSgcsvaltenc Kolonel. zetle oder deren Ramn«a Pia., für politische und gewerlichastliche Vereins- und BersmiMiluiigS-Llnzeigen SO Pfg, „Kleine Anreizen", da- seitqedruclic Wort 20 Pig.(zulässig S fettgedruckte Worte), iedeS weitere Wort 10 Pig Stellengesuche und Schlnfsicllcnaii. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jede« weitere Wort 5 Pfg. Worte Wer IS Büch. stabe» zählen für zwei Worte, Anserate str die nächste Nummer müssen bis a Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Exvediticit jit bis 7 Uhr abends geöffnet. toegromm- Adresser «SwlaldcDKlirat Btrlig". Zentratorgan der fozialdcmokrati feben Partei Daitfchtands. Neöaktton: EW. HS, Linöenstraße Z. Fernsprecher:'Ami Moritzplatz. Nr. lSI SV— ISl 97. Ezcpeüitioa: SM. HS» Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritiplat». Nr. 1SZ, SV— ISI S7. ZölkS« dkl AM Sil dkl SeMMW Die englischen Kolonien. Es bewarf wohl jetzt keiner näheren Erklärung, warum folgende Angaben über die englischen Kolonien, die wir der soeben erschienenen offiziellen Publikation der englischen Re- gierung(Ltatistieul abstraot fortke brit, eelf-gov. dominions, Colonies etc, London 1915) entnehmen, von hohem Interesse sind: spielen doch die kolonialen Probleme in diesem Kriege eine so große Rolle... Die englischen Kolonien umfaffen ein Gebiet von 11,15 Millionen Quadratnieilen. Die Be- völkcrung betrug 1891 307,5, 1901 343,96 und 1911 371,9 Millionen, hat sich also in 20 Jnhrcn um 64,4 Millionen oder 28 Proz. vermehrt, vorausgesetzt, daß die früheren Zählungen genau waren. Davon kommen auf Indien 315,08 (244.22 Millionen aus Britisch-Jndien und 70,86 Millionen auf die selbständigen indischen Staaten) Millionen, 4,45 Millionen auf Australien, 1,01 Million auf Neu- seeland, 5,97 Millionen auf Südafrika und 7,2 Millionen auf Canada; in allen übrigen Kolonien wohnen somit bloß 88 Millionen Personen. Außerdem kommen noch verschiedene Gebiete in Betracht, die unter dem Protektorate Englands stehen, wie die malaischen Staaten mit einer Bevölkerung von 1,04 Bcillionen, Norborneo, Sadarak, die Salomoninsel usw. mit über einer Million Einwohnern. Aegypten hat 1907 11,3 Millionen Einwohner gezählt. Sämtliche Kolonien find noch Agrarländer und weisen in den letzten Jahren eine ziemlich rasche Entwickelung auf. So ist die Weizenfläche in Indien von 1899 bis 1912 von 18,7 auf 29,6 Millionen Acres, in Australien von 1899 bis 1913 Von 5.6 aus 9.3 ausgedehnt worden. Eine besonders be- deutende Rolle als Weizenproduzent spielt aber Canada. 1900 hat es nur 59,58 Millionen Bushels Weizen, 1907 93,13 und 1913 gar schon 216,01 Millionen Bushels hergestellt. Die Ausfuhr ist von 16.8 auf 120,4 Millionen Bushels an- gestiegen, wobei der weitaus größte Teil(108,57 Millionen Bushels) nach England geht. Einen vollständigen Ueberblick über die Getreideproduktion der englischen Kolonien gibt die angeführte Publikation nicht, da es an Angaben darüber vielfach mangelt. So erfahren wir selbst aus Indien nichts über den Anbau der anderen Getreidearten. Sehr stark wird der Baumwollbau ge- pflegt. In Indien betrug die Baumwollfläche 1899/1900 nur 11.88 Millionen Acres, 1900/01 14,23 und 1913/14 24,59 Millionen Acres. Die Produktion stellte sich 1900/01 auf 1181,35 Millionen und 1913/14 2080,4 Millionen Pfund. Die Gewinnung von Baumwolle scheint also große Fortschritte zu machen, wenn die Ernte in dieser kurzen Zeit um 76 Proz. steigen konnte. Noch rascher ist die Ausfuhr gewachsen, von 400,5 auf 1190,1 Millionen Pfund. Für den inneren Verbrauch sind also rund 780 und 890 Millionen Pfund übrig geblieben. Der innere Verbrauch ist bloß um 15 Proz. gestiegen. Interessant ist es aber, daß die Baumwolle in der Hauptsache den Weg nicht nach England sondern nach anderen Ländern nimmt. Die Ausfuhr nach England schwankt stark von Jahr zu Jahr, macht im all- gemeinen keine Fortschritte. Sie betrug in den Jahren 1900,01 und 1913/14 42.67 und 43,11 Millionen Pfund. während der Baumwollexport nach anderen Ländern von 358 auf 1147 Millionen Pfund gestiegen ist. Mit anderen Worten: Indien versorgt nicht Eng- land, sondern andere Länder mit Baum- wolle. Ein anderes Land, das Baumwolle in großem Maßstabe produziert, ist Aegypten. Von 1899/1900—1901/02 bis 1910/11—1912/13 ist die durchschnittliche jährliche Ernte von 604,7 aus 743.88 Millionen Pfund gestiegen. In Aegypten wird die Baumwolle in geringem Maße verarbeitet; fast die gesamte Baumwolle wird ausgeführt. Man könnte aber etwa denken, daß die Baumwolle hauptsächlich nach England geht. Keineswegs. In den Jahren 1900/1903 gingen von der Ge- samtbauniwollausfuhr Aegyptens 48,3 Proz. nach England, 1910/12 aber bloß 47,6 Proz. des Gesamtexports von Baum- wolle. Die Aussuhr nach England hat also relativ abge- nommen. Nun könnte man vielleicht sagen. England beziehe doch den weitaus größten Teil der ägyptischen Baumwollernte, habe also dennoch einen besonderen Vorteil aus seiner poli- tischen Stellung in Aegypten. Das scheint aber nur so. Denn England erhält proportionell aus Aegypten nicht viel mehr Baumwolle als die anderen Länder. England besitzt nämlich rund 40 Proz. aller Baumwollspindeln der Welt und erhält dementsprechend auch den größten Teil der ägyptischen wie auch der amerikanischen Baumwolle. Dabei darf man nicht außer acht lassen, daß ein Teil der aus Aegypten nach England ausgeführten Baumwolle wiederum ausgeführt wird, daß also, im ganzen genommen, England nur rund 40 Proz. der ägyptischen Baumwolle enthält, ebenso wie Deutsch- Mang des Stolen gonnignotflets. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 3. Januar 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Eine große Sprengung nördlich der Straße La BassSe— Bethnne hatte vollen Erfolg. Kampf- und DeckuugS- graben des Feindes, sowie ei» Verbindungsweg wurden verschüttet. Der überlebende Teil der Besatzung, der sich durch die Flucht zu rette« versuchte, wurde von unserer Jufanterie und von Maschinellgewehren wirksam gefaßt. Ein anschließender, auf breiter Front ausgeführter Feuerüberfall überraschte die feindlichen Grabcnbesatzuugeu, die teilweise ihr Heil in eiliger Flucht suchten. Auf der übrigen Front keiue Ereiguiffe von besonderer Bedeutung. Bei der Beschießung von Lutterbach im Elsaß durch die Franzosen wurde am Neujahrstage beim Verlassen der Kirche ein junges Mädchen getötet, eiue Frau und drei Kinder verwundet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Russen setzten au verschiedenen Stelle« mit dem gleichen Mißerfolge wie au den vorhergehenden Tage« ihre Uuteruehmunge« mit Patrouillen and JagdkommaudoS fort. Balkankriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste H e e r eSl ei t«» g. »» * Set gslmeWW SemMMlietW. Wien, 3. Januar.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: Wien. 3. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. An der bessarabischen Front wurde auch gestern den ganzen Tag über erbittert gekämpft. Der Feind setzte alles daran, im Räume von Toporoutz unsere Linien zu sprenge«. Alle Durchbruchsversuche scheiterten am tapfereu Widerstand unserer braven Truppen. Die Zahl der eingebrachten Gefangene» be- ttägt drei Offiziere und achthimdertfünfzig Man«. Au der S e r e t h m ü n d a n g, an der unteren Strtzpa, am Lormynbach und am Styr wurden vereinzelte rusfische Vorstöße abgewiesen. Zahlreiche Stellen der Nordostfront standen unter feiudlichrm Geschützfener. Italienischer Ztriegsschauplatz. Seine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei Mojkovac wurde eine mooienegrinischr Abteilung, die sich an das Nordufcr der Tara vorwagte, in die Flacht gejagt. Die Lage ist unverändert. Der Stellvertreter des ChcfS dcS Generalstabe». v. H« e f e r, Feldmarfchalleutnant. land, das 8 Proz. der Baumwollsptndeln der Welt besitzt, ebenfalls aus Aegypten etwas über 8 Proz. der Baumwollausfuhr bezieht. Die englischen Kolonien versorgen also die anderen Länder mit Baumwolle ebenso gut wie England selbst. Wenn man den Gesamthandel der englischen Kolonien be- trachtet, so erhalten wir dasselbe Resultat. So betrug beispiels- weise der Ueberseehandel Indiens 1900 78,03 und 1913 171,23 Millionen Pfund Sterling. Davon gingen nach Eng- land 22,5 und 45,9 Millionen, nach den anderen englischen Kolonien 19,44 und 28,36 und nach den übrigen Ländern 36,09 und 96,98 Millionen Pfund. Die Ausfuhr nach Eng- land hat sich um 23,4 Millionen oder um rund 100 Proz., nach den fremden Ländern aber um 60.9 Millionen Pfund oder um 168 Proz. erhöht I Relativ noch bedeutender ist die Ausfuhr nach Deutschland gestiegen, nämlich von 5,02 auf 16,62 Millionen Pfund, sie hat sich also gar mehr als ver- dreifacht. In der Einfuhr dominiert England. Immerhin führt Indien Waren auch aus anderen Ländern in rasch steigendem tSOO bis ein. So stieg die Einfuhr aus England von 1914 von 43,63 auf 102.54 Millionen, die aus den fremden Ländern aber von 12,87 auf 43,54 Millionen, im ersten Falle um 135 Prozent, im zweiten aber um fast 240 Prozent! Die Einfuhr aus Deutschland aar hat einen gewaltigen Ausschwung genommen, nämlich von 1,12 sich also verachtfacht. auf 8,45 Millionen Pfund, hat Das gleiche Resultat ergibt sich, wenn wir die Wirtschaft- lichen Beziehungen der anderen Kolonien betrachten. So führte beispielsweise Kanada nach England 1899/1900 für 22,14 und 1913/14 für 45,7 Millionen Pfund ans, nach den anderen Ländern aber, die englischen Besitzungen ausgenommen, für 15,84 und für 47,88 Millionen Pfund aus. Die Ausfuhr nach den anderen Ländern ist also bedeutend rascher gestiegen als die nach England. Kanada gewährt bekanntlich den eng lischen Waren bedeutende Zollermäßigungen. Trotzdem ist dir Einfuhr aus England nicht rascher gewachsen als die am- anderen Ländern. Sic betrug aus England 9,20 und 27,15 Millionen; aus den fremden Ländern aber 27,21 und 98,49 Millionen Pfund. Die Einfuhr aus England hat sich ver- dreifacht, aus den fremden Ländern aber verdrciundcinhalb- facht. Der Export aller englischen Besitzungen und Protektorate ist von 1899 bis 1913 von 249,46 auf 553,86 Millionen ge- stiegen. Davon gingen nach England 116,47 und 235,68, nach den fremden Ländern aber 91,13 und 246,29 Millionen. Die Einsuhr hat sich von 226,58 auf 562.69 Millionen erhöht. Davon kamen aus England: 109,24 und 240,0 Millionen, aus den fremden Ländern aber 75,5 und 243,6 Millionen Pfund. Sowohl die Ausfuhr nach als auch die Einfuhr aus den fremden Ländern ist absolut wie relativ viel, viel rascher gestiegen als der Handel mit England! Es folgt also daraus, daß die englischen Kolonien fremde Länder mit Rohstoffen versorgen und von ihnen in steigendem Maße Fabrikate beziehen. Die Monopolisierung des kolonialen Handels ist somit heute nicht mehr möglich. Die Vorgänge in Saloniki. Athen, 3. Januar.(W. T. B.) Meldung der Agoncc Havas. Infolge der jüngsten Luftangriffe der Deutschen aus Saloniki treffen die Alliierten außergewöhnliche Maßnahmen, um eine Wiederkehr ähnlicher Versuche zu verhinderu. Der serbische General st ab wird sich vermutlich nach Saloniki begeben, um sich mit den Alliierten über die beste Verwendung des serbischen Heeres zu verständigen. In Saloniki dauern die Verhaftungen von An- gehörigen der feindlichen Nationen an. Alle Verdächtigen werden nach einem Verhör an Bord eines Schiffes der Alliierten gebracht. Die Alliierten sind entschlossen, die Stadt von allen Verdächtigen zu reinigen. Die Knappheit der Lebensmittel wird in Saloniki mit jedem Tage fühlbarer. Die Kaufleute haben deshalb die Regierung ersucht, den LebenSmittelbezng zu er- leichtern, um für die Bedürfniffe der Bevölkerung sorgen zu können. Verhaftung ües norwegischen General- konsuls in Saloniki. Athen, 3. Dezember.(W. T. B.) Vom Berichterstatter des W. T. B. General Sarrail ließ den norwegischen General- konsnl in Saloniki, Seefelder, verhaften. Scharfer griechischer Protest gegen üie Entente. Athen, 3. Januar.(W. T. V.) In der scharfen Protestnote, welche die griechische Regierung wegen der Ereignisse in Saloniki an die Regierungen der Ententemächte gerichtet hat, heißt es u. a., daß sich Griechenland genötigt sehe, gegen die flagranteste und un- menschlichste Verletzung der griechischen Souveränität Ein- spruch zu erheben, die mit vollständiger Mißachtung der traditionellen Regeln des diplomatischen Asylrechtes und der elementarsten traditionellen Courloisie erfolgt sei. Raüoslawow gegen öle verhastungea in Saloniki. Sofia, 2. Januar.(W. T. B.) Meldung der Bulgarischen Tele- graphen-Ageniur. In der S o b r a n j e erklärte im Laufe der Beratung des Budgechrovisoriums sllr die ersten sechs Monate des Jahres 1916 der Ministerpräsident Nadoölawow: Die Ne- gierung übernimmt die volle Verantwortung für die Maßnahmen, welche für die Ausfuhr von Getreide zu unseren Ver- kündeten und unseren Freunden getroffen sind. ES ist nur zu be- dauern, daß man infolge der Anwesenheit der Engländer mrd Franzosen in Saloniki nur 69 Waggons auf der Linie Saloniki— Otifchilar nach Griechenland schicken konnte, während die Regierung 1999 Waggons Griechenland versprochen hat. Die Regierung ist jederzeit bereit, dieses Versprechen zu erfüllen. Statt den Trans- Port dieser Lebensmittel zu erleichtern, schaffen die Engländer und Franzosen nur Schwierigkeiten, deren letzte die Verhaftung der Konsuln in Saloniki ist, eine Maßnahme, welche durch das Erschemen deutscher Flugzeuge über dem englischen und französischen Zager angeblich begründet ivird. Wir haben wegen dieseK Gewaltaktes Einspruch erhoben und verlangt, daß Griechenland von seinen Hoheitsrechten Gebrauch mache, denn unsere Konsuln sind nicht bei den Engländern und Franzosen, sondern bei der Regierung Griechenlands beglaubigt. Die Engländer und Franzosen werden jetzt erst gewahr, daß sie sich im Kriege mit uns befinden. Der König von Griechenland beharrt bei der Neutralität. London, 3. Januar.(SS. T. B.) Meldung de-5 Reuterschen BureauS. Der Sonderberichterstatter des»Daily Cbronicle"' in Athen harie eine Unterredung mit dem Könige. Dieser sagte, er lönne England noch immer nicht begreisen. Es sei ihm gleich- gültig, ob es angegriffen werde, aber er verlange, daß man ihm gegenüber ehrlich handle. Boshafte Kritiker wiesen darauf bin, daß er der Schwager des Kaisers sei, vergäßen aber, daß er auch der 'effe des Königs von England sei. Er habe sein Wort gegeben, eine wohlwollende Neutralität einzuhalren, und weder 'ine Ansichten noch seine Versprechungen seien irgendwie geändert worden. Seine Pflicht gegenüber dem Lande sei offenbar, daß er 'gfür sorgen müsse, daß Griechenland neutral bleibe. Er sei überzeugt, daß Griechenland am besten gedient sei, wenn es sich von einem Krieg fernhalte. �us dem rumänischen Parlament. Bukarest, 1. Januar.(Wt T. B.) In der g e st r i g e n K a m m e r- s i tz u n g antwortete Carp auf die Rede Take Joncscus und sagte; Take Jonescu beruft sich auf eine meiner Reden, in der ich gesagt habe, daß wir der Rückgabe Bcssarabiens nicht zustimmen lönnen,' und daß wir Herren der Donauinündung bleiben müssen. i.ch bin auch heute der Ansicht, Jonescu hat versucht, seine Ueber- legenheit über seine Gegner zu zeigen und behauptet, daß die deutsche Unterdrückung den Krieg hervorgerufen habe, daß das Ergebnis der Triumph der Freiheit und der Demokratie sein werde. .Zoneseu war nicht immer so hochsinnig wie jetzt. Seinerzeit war er dafür, daß die rumänische Politik nicht den vorüber- -henden Interessen anderer Rumänen Rechnung tragen ürfe. Vor einem Jahr war er für die Neutralität, beute ist er für den Eintritt in den Krieg und nennt jene Feiglinge. •:e seine Ansicht nicht teilen. Hatte er damals Recht oder hat er reute Recht? Weder damals noch heute: denn niemals verteidigte . c feine wirkliche Ueberzeugung. Wie damals, wohnen wir auch deute einer neuen Umwandlung bei. Jonescu« Talent rechtfertigt nicht alle Wandlungen, wie Schönheit nicht jede Entehrung recht» fertigt. Man sagt, daß unser Verlrag mit den Mittelmächten ein Vertrag der Furcht war. Als mich der verstorbene König wegen der Donaufrage nach Berlin sandte, sagte ich in meinem Be- richt, daß wir ein Jnieresse daran haben, mit Oesterreich« Ungarn .i gehen. Nach Rumänien zurückgelehrt, studierte ich die Lage Ru- inämenS und kam zu der Ueberzeugung, daß sein Schicksal nur durch Eroberung oder Zugeständnisse verbessert werden konnte. Eroberung war nicht möglichlich, denn sie setzte die Zertrümme- luug der österreichisch- ungarischen Monarchie voraus. Des- halb hatten ivir als Isolierte die Pflicht, den Weg der Zugeständnisse u machen. Um erobern zu können, müssen wir stark werden, indem wir Bessarabien nehmen. Bevor wir an das ganze Ideal denken, trachten wir zu tun. was möglich ist. Diese Erwägungen brachten den Vertrag zustande. Auch heute dürfen wir nicht einmal daran denken, über die Karpathen zu gehen. Für den Fall des Sieges es Vierverbandes wissen wir aus dem Munde des russischen Minister- Präsidenten, was uns bevorsteht. Rußland will die Meerengen, die Donaumündungen und Galizien. Bulgarien hat verstanden, daß dann Rußland den Ueberlandweg nach Konstantinopel braucht, des- ! alb ist es in den Krieg gegen Rußland eingetreten. Deshalb sehe ich es als unsere Pflicht an, gegen Rußland zu sein. Die rumä- uiiche Politik konnte und kann sich nicht von Vorliebe leiten lasten, 3ic kann nicht in der Politik einer Großmacht völlig aufgehen. Sie Epilog zur Isonzofthlacht. Von Hugo Schulz-Wien. LS. Dezember ISIS. Der Verlauf der Jsvnzoschlachten ist typisch; sie unterscheiden 'ich von einander mir durch den Grad der Heftigkeit des Kampfes, l urch die von einem zum andernmale wachsende Größe des Massen- Zusatzes von Munition und Angriffstruppen, schließlich auch durch die wechselnde Richtung des Hauptstoßes, den die vier Frontab- schnitte— Doberdo, Görzer Brückenkopf, Tolmein und Plawa, .Uitscher-Becken— zur Auswahl darbieten. Im übrigen geben e Kämpfe das Bild einer reinen Frontalschlacht; es ist für den Angreifer weder Raum noch sonst eine Diöglichkeit, die einerseits ■:tdi Anlehnung an das Meer, andererseits durch daS Gebirge und durch Fühlung mit Nachbargruppen gesicherten Flügel unserer Elelluilgen zu umfassen. Das ist bei einer Offensive, die sich aus den Verhältnissen des Stellungskrieges entwickelt, fast immer sie ist genörigi, geradeaus zu gehen und hat für ihre Gesamt- aktion keine andere'Taktik als die des frontal angesetzten Massen- voßeS. Die taktischen Erwägungen der Leitung beziehen sich da nicht so sehr auf den Raum wie auf die Zeit, insbesondere auf die . npähpng des richtigen Augenblicks für den entscheidenden Kräfte- nsatz und auf das zeitgerechte Zusammenwirken der Waffen und wrbände. Es ist nun nicht ersichtlich, ob die italienische Führung Entschlüsse gefaßt hat, die auf fehlerhaften Erwägungen beruhten, � rsichtlich ist für uns nur die Leistung unserer eigenen Führung, die eine geradezu unheimliche Fähigkeit'bekundete, die Angriffs- . ntwürfe des Gegners zu erraten und ihren Reserven entsprechend > disponieren, so daß sie es gar nicht einmal notwendig hatte, , ährcnd der Schlacht bedeutende Verschiebungen vorzunehmen, nd daß sie auch, so gewaltige Massen der Feind auch aus seinen ngrifssräumen vorbrechen ließ, immer noch Trümpfe in der Hand dehielt. Für diese Frontalschlachten von der Art, wie sie sich am .sonzo abspielten, gibt es seit dem vorbildlichen Durchbruch bei Gorlice einen eigenen Stil und sowohl Joffre wie Cadorna hmieden ihre Dnrchbruchspläne in bewußter Nachahmerschaft onrads urid Mackensens. Als sehr stümperhafte Nachahmer er- - steinen sie, wenn man ihre Erfolge mit den unsrigen vergleicht nd dazu bedenkt, daß ihnen noch weit größere quantitative Ueber- , genheiten zu Gebote stehen als den Verbündeten in Westgalizien, deren Streitkräfte bei den Angriffen auf die oefestigten russischen Stellungen nördlich und südlich von Gorlice eigentlich nicht er- eblich stärker waren als die des Feindes. Vermutlich ist es doch nicht so, wie Joffre und Cadorna glaubten, daß man bloß die ' on Conrad-Mackensen angewendeten Maße zu vergrößern, noch cdentendere Munitionsmengen zu verschwenden, noch gewaltigere dnfanteriemassen vorzutreiben braucht, um einmal den Erfolg zu czwingen. Es muß in der vielleicht bei Gorlice zu großartig be- .Zährten Angviffsmethade etwas liegen, was das plumpe Gesetz r Zabl in seiner Geltung einschränkt und was sich nur dem , Feingefühl genialer Heerführer erschließt. Es gibt meines Er- 'chtens für jede Kampfform dialektische Prozeß e, bw denen zeit- "eilig die Quantität in die Qualität umschlägt und das gilt auch ur die Kampfformen, in denen sich die modernen Durchbruchs- ylachten abspielen. Was tat Cadorna, um den Erfolg zu erzwingen? Er ließ on einer Jsonzoschlacht zur andern eine bedeutende quantitative Steigerung seiner Streitmittel eintreten. War es mit einer alben Million Granaten nicht gelungen, die österreichischen Stellungen sturmreis zu machen, so sollte es mit zwei Millionen elingen; hatten 200 000 Bajonette nicht genügt, unser« erheblich schwächeren Truppen ins Wanken zu bringen, so werden es wohl 40W*> wird immer jenem folgen, der in Suropa die Fahne des Wider- standes gegen eine Invasion von Norden entfaltet. Diese glorreiche Fahne ist in den Händen der Mittelmächte. Den Bestand des rumänischen Staates vorübergehenden Interessen von Rumänien in anderen Ländern unterzuordnen, wäre eine ganz irrige Politik. Die Karpalhenfrage wird nicht jenseits der Karpathen, sondern jenseits des Prath gelöst werden. Nach der mir großem Beifall aus- genommenen Rede Corps sprach der B e r i ch t e r st a t t e r MarzeScu, der die bisherigen Reden dahin zusammenfaßte, daß man der Regierung nicht Vorwerken könne, daß sie die Interessen des Landes preisgegeben habe. Sodann sprachen als Veitreter der Konservativen C, C, Arion und Take Jonescu. C, C. A r i o n führte aus. daß die konservative Partei eine Politik der Wirklichkeit machen wolle, wenn in Zukunft die Lage ebenso lein werde, tv-.e beule, werde diese Politik an der Seite der Miltemächte sein. Take Jonescu erwiderte zunächst ans die Rede Corps und des Vorredners und erklärte, er wünsche festzustellen, daß die Führer der Opposition dem König und dem Ministerpräsidenten eine Denkschrift über den Eintritt Rumäniens in den Krieg überreicht haben. Was den Vertrag mit Serbien anbelangt, so besiehe er. Redner habe 'eine endgültige Form redigiert. Redner erklärte, was seine Schrift vom Jahre>8gl betreffe, so bestehe zwar scheinbar ein Gegensatz zu seinen heutigen Ansichten. Damals waren wir, sagte Jonescu. auf einen Krieg mit Rußland gefaßt und rechneten mit der Ueberschreilung des Pruth durch die Russen. Der Zweck der Schrift war also begreiflich, Ministerpräsident Braiianu wies daraus hin, daß die Regierung über internationale Politik nicht sprechen könne, was aber nicht bedeute, daß sie alles hier Gesagte billige. Sodann wurde die Adresse mit 82 gegen 2 Stimmen an- genommen. Bukarest, 1. Januar.(W. T. B.) In der gestrigen Sitzung des Senats entwickelte Toma Jonescu seine Interpellation gegen Sion, der als Staatsbeamter in der»Moldova" einen für die Mittelmächte freundlichen Artikel geschrieben habe. Daß Sion nicht gemaßregelt wurde, zeige, daß die Regierung die Propaganda für den Eintritt Rumäniens an der Seite der Mittelmächte billige. Der Minister des Innern, Mortzun, teilte mit, daß er nach der Ankündi- gung der Interpellation Toma Jonescus Sion rufen ließ, um ihm mitzuteilen, daß er als Beamter nicht an Politik teilnehmen dürse, ebenso mißbilligte der Ministeipräsident die Hallung Sions. Aber der Minister könne doch nicht einen anständigen Mann köpfen lassen, um seinen Kops Toma JvneScu zu übergeben. Jonescu erklärte, er sei mir der Antwort des Ministers nicht zufrieden. Wenn Sion seinen Posten nicht verläßt, sagte er, so heißt das, daß wir nicht mehr eine rumänische, sondern eine ungarische Regierung haben. Die Aeußerungen riefen großen Lärm hervor. Der Präsident ver- langte die Zurückziehung des Wortes. Jonescu weigerte sich, worauf ihn der Präsident zur Ordnung rief und sagte, daß in Zu- kunst der Senat nicht mehr jene Geduld gegenüber Toma Jonescu, wie bisher, haben werde. Der Minister des Innern Mortzun sagte, die Heftigkeit der Sprache von Toma Jonescu mache auf niemanden mehr Eindruck. Der Palriotismus der Regierung werde später fest- gestellt werden. Er holte das, was er gesagt habe, daß Beamte in politische Polemiken sich nicht hineinmischen dürfe, aufrecht. Mit dem Angenblicke. in dem Sion seine Haltung bedauere, sei die Au- gelegenheit erledigt. Bukarest, 1. Januar. sW. T. B.) Kammer und Senat haben sich bis zum 2. Februar verlagt. Zu den Gefechten an der ägpptijchen Westgrenze. Kairo, l. Januar. Personen sind gerettet.— Der j j ap anisch e Dampfer.Kenkoku Maru�(6217 Brutto- s Registertonnen, 1314 gebaut) ist versenkt worden. Die ganze Besatzung wurde gerettet. London, 3. Januar.(W. T. SB.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.)„G l e n g y l e" war ein Dampfer von 3000 Tonnen, der von England nach Wladiwostok fuhr. Das Schiff hatte 120 Personen, Passagiere und Besatzung, an Bord. Es sank zwischen Port Said und Malta. Alle Personen, bis auf drei Europäer und sieben Chinesen, wurden gelandet. London, 3. Januar.(W. T. B.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der britische Dampfer.St. Oswald" wurde versenkt. Zur Versenkung öer„persia". London, 3. Januar.(W. T. B.) Wie Lloyds meldet, befinden sich unter den Ueberlebenden der„Persia" 59 Passagiere, darunter 17 Frauen, 35 Mann der weißen Besatzung und 59 Laskaren. Eine andere Meldung besagt, daß der amerikanische Konsul in Aden vermißt wird. Washington, 3. Januar.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Staatssekretär L a n s i n g erklärte, er habe den Botschafter Penffeld in Wien beauftragt, von Oesterreich-Ungarn alle Aufschlüsse einzuholen, die dazu dienen können, die Nationalität des ll-Bootes festzustellen, welches die„Persia" versenkt hat. Die amerikanische prejse zur Torpeöierung üer„Persia". London, 3. Januar.(SB. T. SB.) Wie das Reutersche SBureau aus New Jork meldet, schreibt der ententefreundliche„New U o r k Herald" anläßlich der Versenkung der Persia, er machte wissen, was die honigsüßen Worte der Diplomatie gegenüber diesen fort- währenden Verbrechen für einen Wert hätten. ES sei notwendig, das amerikanische Volk darauf hinzuweisen, daß durchaus keine Ursache für Optimismus bestehe. WaS die Aufrechterhaltung der diplomatischen SBeziehungen zu den Mittelmächten betreffe, so hätten die Vereinigten Staaten im Laufe der Zeit ihre Forderungen immer mehr ermäßigt und die Mittelmächte sie trotz allen Hin- und Herredens nie bewilligt. Die ententefreundliche..New Jork Tribüne" lenkt in einem Leitartikel, der vor der Nachricht vom Untergang der„Persia" verfaßt ist, die Aufmerksamkeit auf die„heuchlerische" Genug- tuung der amerikanischen Regierung über die österreichischen Ver- sprechungen, die im selben Augenblick niedergeschrieben worden seien, als die östcrreichisch-ungarischen lll-Boote die„Ville de Ciodad" und die„Aasaka Maru' torpedierten. Auf den Artikel folgt eine Fußnote, in der vom letzten„Massacre" gesprochen und gefragt wird, wie viele weitere Morde an amerikanischen Männern und Frauen notwendig seien, um die Nation davon zu überzeugen, daß es keine Flucht vor der Pflicht gäbe und man sich nicht durch Worte der Tat entziehen könne. Die Notiz schließt mit der Frage: Ist Woodrow Wilson noch immer zu stolz, um zu kämpfen? Anhänger unter dem Adel und dem oberen SBürgertum, werde aber trotzdem nicht so bald durchgeführt werden. Das Volk und das Kleinbürgertum seien selbst gegen die zeitweilige Einführung eines Zwanges, da man dessen Beibehaltung nach dem Kriege fürchte. Die Wahl Stantons beweise in dieser Hinsicht nichts, er sei nicht gewählt worden, weil er ein Anhänger der Wehrpflicht sei, sondern weil seine Wähler unter Staatsaufficht arbeiten, also keine Gefahr laufen, die Uniform anziehen zu müssen. England werde antimilitaristisch bleiben, und dieser Sieg über sich selbst sei für das Land ebenso wichtig wie der Sieg über das militaristische Deutschland.(R. d. A.) Englisihe �rbeiter-SchwlerlgkeiSen. London, 2. Januar.(W. T. 23.) Reutermeldung. Heute abend wurde der offizielle Bericht über den Empfang der Deputation der Amalgamated Society oi Engineers durcb ASquith und Lloyd George am 31. Dezember veröffentlicht, wobei Asquith den Gesetzentwurf zur Anwendung des Munitionsgesetzes besprach. Asquith trachtete die Deputation von der absoluten Notwendigkeit einer weiter- gehenden Zusammenarbeit der gelernten mit un- gelernten und halbgelernten Arbeitern zu über- zeugen, damit die Regierung genügend Munition herstellen könne und nicht gezwungen werde, große Mengen Munition im Auslande zu kaufen, was die größten finanziellen Nachteile mit sich brächte. ASquith erklärte weiter, daß die Regierung bereit sei. in diese neue Gesetzesvorlage einige Bestimmungen über Lohn- tarife und Arbeitsbedingungen aufzunehmen. wenn der Verband alles, WaS möglich fei, tun wolle, damit das abgeschlofiene Uebereinkommen durchgeführt werde. Die Deputation nahm eine Entschließung an, worin im Namen deS Verbandes der Wortlaut der Regierungserklärung angenommen und versprochen wird, energisch bei der Durchführung mitzuarbeiten. weitere Rüstungen Kanadas. Ottawa, 1. Januar.(W. T. W.) Reutermeldung. Der Premier- minister Sir Roberl Borden erklärt in seiner Neujahrsbotschast an das kanadische Volk, daß im Jahre 1316 260 000 Mann bewilligt seien. Die Anmeldungen hätten diese Zahl fast schon erreicht und vom Neusahrstage 1316 au betrage die Zahl der be- willigten Truppen 600 000. Kriegsunterstützung in Frankreich. Das.Journal Officiel" veröffentlichte die nachstehenden Zahlen über die Höhe der gezahlten staatlichen Kriegsunterstützungen und vie fie empfangenden Personen: Demijsion des englischen Staatssekretärs des Innern. London, 3. Januar.(W. T- B.)„Daily Chronicle" meldet die Demission des Staatssekretärs für innere Angelegenheiten Sir John Simon. London, 3. Januar.n- schlutz der drei im Ministerium sitzenden Genossen ausüben können, ständig an Boden. «> Die Debatten und die Abstimmung bei der Tagung der Fedö- ration de la Sern« zeigten, daß es in der Hauptsache drei Gruppen in der Partei gibt. Die eine, die unter den Pariser Delogierten vorläufig noch die meisten Anhänger zählte, steht auf dem Boden der Parteileitung. Sie identifiziert kurz gesagt das Jnter- esse des Sozialismus mit dem Frankreichs, sie ist für das„Durch- halten", ohne über das Ziel des Durchhaltens völlige Klarheit zu besitzen und sie zeigt wenig oder gar keine Neigung, schon im gegen- wärtigen Zeitpunkt mit den deutschen Sozialdemokraten in SBe- sprechungen einzutreten. Ihr gegenüber steht die zunächst ver- hältnismäßig kleine Gruppe der„Zimmerwalder". Von Bourderon und M e r r h e i m geführt, legt sie den Hauptton auf eine alsbaldige Wie-deranbahnung der Beziehungen zu den deutschen Genossen. Sie erhofft von der Wiederherstellung der Internationale die Anbahnung eines Friedens, der mit den sozia- listischen Grundsätzen in Einklang steht, lehnt all« Zugeständnisse an den Nationalismus ab uird verlangt, daß die Sozialisten sich nicht darauf beschränken, Untersuchungen über den unmittelbaren Anlaß des Krieges anzustellen, soirdern wie zuvor den Kapitalis- mus für die Störung des Friedens verantwortlich zu machen. Eine vermittelnde Rulle sucht eine nicht ganz unbeträchtliche Minderheit zu spielen, die Jean L o n g u e t, dem Enkel von Karl Marx, folgt. Longuet ist ein wenig der Mann des Einerseits-Anderseits. Er rechtfertigt im allgemeinen die von der französischen Partei bisher eingenommene Haltung, stellt die Verteidigung des Landes in die erste Linie, möchte aber auch die internationalen Fäden wieder ge- knüpft sehen. Er wünscht besonders eine Verständigung mit den deutschen Sozialisten und betont im übrigen im Gegensatz zur amt- lichen Partei, die in diesem Punkte eine etwas zweifelhafte Stel- lung einnimmt, die Notwendigkeit einer Volksabstimmung als Boraussetzung der Rückgabe Etsaß-Lothringens an Frankreich. Da die Mandate resp. die Stimmen für den Parteitag nach dem Proportionalsystem verteilt wurden, erhielten von der Seine- Föderation die Amtlichen 26, die Fraktion Longuet 16 und die Zimmerwalder 2 Stimmen. Ausbau öer Arbeiterorganisationen in Petersburg. Die Periode der Stagnation, die bei Kriegsausbruch in der Petersburger Arbeiterpartei eintrat, ist längst überwunden. Machten sich schon während des ganzen Jahres in steigendem SRatze Bestrebungen geltend, die lebhafte Organisationstätigkeit, die der Krieg unierbrochen hatte, wieder aufzunehmen und die legalen und illegalen Institutionen der Arbeiterbewegung weiter auszubauen, so erhielten diese Bestrebungen durch die Wahlkampagne für die Kriegsindustrieausschüsse neue mächtige Antriebe. Wie aus Peters- bürg mitgeteilt wird, hat die organisatorische Tätigkeit neuerdings mit großer Lebhaftigkeit und in mannigfachen Formen eingesetzt. Neben den— natürlich geheimen— Parteiorganisationen und den Gewerkschaften, die sich ungeachtet der polizeilichen Schikanen immerhin offen organisieren können, werden gegenwärtig auf den Fabriken und Werken Arbeiterkomitees gebildet, die unter einem gemeinsamen Petersburger Arbeiterkomitee ver- einigt werden sollen. In vielen Fabriken findet die Wahl dieser Ausschüsse u'.rcer der Parole eines gemeinsamen Arbeiter, kongress es statt. Die sozialdemokratische Dumafraktion nimmt, wie das Organ der Buchdrucker,„Nasche Petschatnoje"(Ztr. 24) mitteilt, an dieser Organisationstätigkeit lebhaften Anteil. So fand neuer- dings unter dem Vorsitz des Genossen T s ch e i d s e und unter der Beteiligung einiger anderer sozialdemokratischer Dumaabgeordneter eine Versammlung von Vertretern einiger großen Fabriken und Bezirke Petersburgs statt, auf der die Frage erwogen wurde, Arbeiterkomitees zur Unterstützung der nach der Hauptstadt ge- flüchteten zahlreichen Arberter ins Leben zu rufen. So bietet das Leben täglich neue Anlässe und Möglichkeiten, die engen Schranken der Rechtlosigkeit zu durchbrechen und in rastloser organisatorischer Tätigkeit das Fundament für einen neuen Aufschwung der Ar- beiterbewegung zu legen._ Letzte Nachrichten. Beschlagnahme von Fahrraddecken und Fahrradschläuchen. Amtlich. Berlin, 3. Januar.(W. T. B.) Mit dem 4. Januar 1916 tritt eine Weite Nachtragsverordnung zu der Bekanntmachung betreffend Kautschuk(Gummi), Guttapercha, Balata und Asbest sowie von Halb» und Fertigfabrikaten unter Verwendung dieser Rohstoffe—« vom 1. 663/6 15.— in Kraft.— Hiernach sind Fahrraddecken(montiert und unmontiert) mit Garantie und Fahrrradschläuche(montiert und unmontiert) mit Garantie, die bisher nur meldepflichtig waren, ebenfalls be- schlagnahmt. Diese Gegenstände dürfen vom 4. Januar 1916 ab in Bayern nur noch an die Traindepots des 1. und 11. bayerischen Armeekorps, in Sachsen nur noch an die König» liche Munitionsfabrik in Dresden, in Württemberg nur noch an die Königlich Württembergische Artillerie- und Train- depots-Direktion und in sämtlichen übrigen Bundesstaaten nur noch an die Königliche Gewehrfabrik in Spandau oder an deren durch schriftlichen Auftrag ausgewiesene Beauftragte verkauft oder geliefert werden. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Meldepflicht für Fahrraddecken und Fahrradschläuche durch die Beschlagnahme nicht geändert wird. — Der Wortlaut dieser Nachtragsverordnung ist bei den Polizeibehörden einzusehen. Maffenverhaftuugen in Saloniki. Athen, 3. Januar. Vom Berichterstatter des W. T. B. Die Alliierten ließen gestern in Saloniki tau- send Untertanen der ihnen feindlichen Mächtegruppe verhaften. Das rücksichtslose Auf- treten des Generals Sarrail und die Mißachtung der griechi« schon Rechte ruft in«der ganzen Oeffentlichkeit große Erbitte- rung hervor. Die Bedrückungen, die sich die Verbandsmächte erlauben, werden immer unerträglicher. Der Kampf um die Dienstpflicht in England. Rotterdam, 3. Januar.(W. T. B.) Der„Roterdamfche Courant" meldet aus London:„Times" warnt davor, daß man vielleicht versuchen werde, den drohenden Rücktritt MacKennas und R u n c i m a n s durch ein Abkommen über die Heeresstärke ab- zuwenden. ES sei allgemein bekannt, daß seit einiger Zeit eine begrenzte Ziffer für die Stärke des Heeres auf Grund von Gut- achten hervorragender militärischer Sachverständiger aufgestellt worden sei. Die Alliierten wüßten davon. Das Kabinett habe an dieser Ziffer bisher festgehalten. Augenblicklich komme es darauf an. dafür zu sorgen, daß die festgesetzte Zahl von Divisionen in voller Stärke erhalten bleibe.„T i m es" setzt sich in einem Leitartikel dafür ein, daß die bisherige Stärke vor allen Zugestand- nissen an MacKenna und Runciman bewahrt bleiben solle. Auch „Daily Mail" wendet sich gegen eine Einschränkung der Heeres- stärke. „Manchester Guardian" schreibt, daß illunoiman Wd Ma Menno drei Dinge fordern: 1. die Begrenzung der militäri- schen Vorbereitungen, 2. Ue-bergangsniaßregeln, die es ermöglichen würden, das Fveiwilligensystem vielleicht doch noch zu retten, und 3. die allgemeine Dienstpflicht mit gewissen Einschränkungen, falls Zwang nötig sein sollte. Am Schlüsse der Beratungen des Kabinetts vom Freitag hätten die Reden der beiden Minister für die Begrenzung der militärischen Vorbereitungen auf die gemäßigten Anhänger der Dienstpflicht, namentlich SBalfour und Asquich, tiefen Eindruck gemacht. ES seien Anzeichen dafür vorhanden, daß in der nächsten Kabinettssitzung die Entscheidung gegen die Anhänger der Wehrpflicht fallen werde DaS einzige, was man voraussagen könne, sei, daß die Unionisten es nicht aus Neuwahlen ankommen lassen werden, wenn Lloyd George nicht mit ihnen geht.„Man- chester Guardian" glaubt, daß die Drohung mit Neuwahlen auf beiden Seiten Muff sei, daß aber die besten Karten sich in den Händen der Gegner der Wehrpflicht be- fänden. Zum Untergang der„Persia". London, 3. Januar.(W. T. B.)(Meldung des Reuter- sehen Bureaus.) Ein Fahrgast des Dampfers„Persia" hat folgenden Bericht über den Untergang des Schiffes hierher telegraphiert: Der Dampfer wurde 49 Seemeilen südlich von Kreta von einem Torpedo getroffen. Ein Unterseeboot ver- suchte Hilfe zu leisten, aber es war unmöglich. Die Steuer- bordboote konnten wegen Ueberholens des Schiffes nicht zu Wasser gebracht werden; im ganzen kamen fünf bis sechs Boote zu SVasser. Die Haltung der Fahrgäste und der Be- satzung war vorzüglich; es entstand keine Verwirrung und keine Panik. Vier Rettungsboote wurden, nachdem sie. 36 Stunden getrieben hatten, von einem Kriegsschiff aufge- nommcn; nach den anderen wird in der Umgebung der Stelle, wo der Dampfer gesunken ist, gesucht. Eine Explosion in einer italienischen Munitionsfabrik. Aus der Schweiz, 3. Januar.(T. U.) Die italienische Presse be- richtet über ein Exploswnsunglück in einer Munitionsfabrik in Turin. ll Arbeiter sind verwundet worden. In einer Artilleriewerkstatt m Piacenza sind 2 Soldaten getötet worden. Gewerksthastliches. Die Arbeiterschaft nach üem Kriege. Auch in England beginnt man sich jetzt mit den Wirt- schaftlichen Problemen, die nach dem Friedensschluß auftauchen werden, eifrig zu beschäftigen. In erster Reihe steht da die Organisation der Arbeit und die Für- sorge für die aus dem Felde heimkehrenden Soldaten. I Oberhaus hat über diesen Gegenstand schon eine Diskussion stattgefunden. Auch die organisierte Arbeiter s ch a f t selbst beschäftigt sich damit. Das parlamentarische Komitee des Gewerkschaftskongresses, der allgemeine Gewert schaftsverband und der Vollzugsausschutz der Arbeiterpartei sind am 16. Dez. zusammengetreten, um über die Lage der aus dem Felde heimkehrenden Militärs während und nach dem Kriege zu beraten. Ein Subkomitee hatte namentlich folgende Punkte zur Diskussion vorgeschlagen: .Bildung eines Komitees zur Leitung der methodischen AuS» Nutzung der Arbeitskräfte und Hilfsmittel nach dem Krieg. Registrierung der Arbeitsgelegenheiten. Organisation des UeberschusseS von Arbeitskräften zur Vermeidung von Uebersüllung auf jedem Gebiet. Bemühung, den entlasienen Heeresangehörigen bis zur Gr langung einer Beschäftigung die Erhattung durch den Staat zu sichern. Ermächtigung der Gemeindeverwaltungen, die während des Krieges unterbrochenen öffentlichen Arbeiten wiederaufzunehmen. Ausnutzung der für diese gesetzlich vorgesehenen Begünstigungen.� Die Konferenz beschloß, auf die Regierung einen Druck auszuüben, um sie zur unverweilten Ausarbeitung eines Planes zu bewegen und ihr den in der gleichen Angelegenheit von Sir George Murray vorgelegten Kommissionsbericht zur Berücksichtigung zu empfehlen. Serlin vnü Umgegenö. Ter Berliner Arbeitsmarkt im November ISIS. Eine wesentliche Veränderung auf dem Berliner Arbeitsmarkte trat im November lSlü nach dem Bericht des Zentralvereins für Arbeitsnachweis nicht ein, der Mangel an geschultem Arbeiter» personal hält infolge der Einberufungen in verstärktem Matze an, während umgekehrt die Reihen der Arbeiterinnen stärker anwachsen, als die Nachfrage es geboten erscheinen lätzt. Die Teuerung auf dem Lebensmittelmarkte ist mit ein Hauptgrund für das große Angebot der weidlichen Arbeitskräfte. In den Arbeitsnachweisen konnte die Nachfrage nach männlichen Arbeitskrästen kaum gedeckt werden. während bei den Frauen auf 100 offene Stellen 150 Arbeitsuchende entfielen. Die Mitgliederzahlen der Krankenkaffen verschieben sich immer weiter zugunsten der Frauen, im Berichtsmonat zählten die Berliner Krankenkassen rund 80 000 weibliche Mitglieder mehr als männliche. Bei der Landesversicherungsanstalt Berlin sind die Ein» nahmen aus Markenbeiträgen gegen das Borjahr um über 70 000 M. gestiegen. �luslanS. Lohnbewegung der Holzarbeiter in Lansaune. Die organisierten Tischler in Lausanne find in eine Lohn» bewegung eingetreten mit folgenden Forderungen: Reduktion der Arbeitszeit auf 58 Stunden wöchentlich, Abschaffung der Ueber- stunden- und Sonntagsarbeit und eine fünsprozentige Teuerungs- zulage._ Ter Arbeitsmarkt des Staates New Jork. Angesichts der vielen Vermutungen, Reden und Schriften über die Entwicklung der nordamerikanischen Volkswirtschaft sind die folgenden Mitteilungen aus der Monatsschrift der Jndustriekommission des Staates New Dort von besonderem Interesse: In der»Zeit» fchriff, die seit Oktober d. I. von der Jndustriekommission des Staates New Dort monatlich herausgegeben wird, berichtet das Statistische Bureau über den Beschäftigungsgrad des jeweilig der- flossenen Monats im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr. Der Bericht für August 1315 gründet sich auf Feststellungen von feiten 1300 Unternehmungen mit etwas über 400 000 Arbeitern, d. h. auf Grund von Feststellungen bei etwa einem Drittel der im Staate New Jork beschäftigten Industriearbeiter. Im Juli und August d. I. war der Beschäftigungsgrad lebhafter als in den entsprechenden Monaten des Jahres 1914. Die akksährlich stattfindende Verbefierung des Tätigkeiis« grades im September hat sich in diesem Jahre stärker geltend ge- macht als im Vorjahre. Während sich im Jahre l314 die Lage des Wirtschafrsmarkles vom Juni bis zum September hin verschlechterte, zeigt sich im entsprechenden Zeitraum des lausenden Jahres eine Aufwärtsbewegung. Nach den Berichten des Jahres wurden im September 5 Proz. mehr Arbeiter als im Vorjahre beschäftigt, und die gezahlte Lohnsumme war um 3 Proz. höher als im September 1314. Eine Ausnahme von der allgemeinen Belebung machen nur das Bekleidungsgewerbe, die Tabakverarbeitung, die Papierindustrie und das Baugewerbe. Im Vergleich zum August d. I. wies der September 1315 im ganzen eine um 5 Proz. größere Zahl von Be» schäktigten auf und eine um 4 Proz. höhere Lohnsumme. Die Ver» besserung im September d. I. prägte sich am stärksten in der Metall« induslrie aus. insbesondere hinsichtlich der Herstellung von Waffen, Automobilen und Automobilteilen. Die Herstellung von Messing-, Kupfer« und Alunriniumwaren war im Seprember zwar etwas weniger lebhast beschäftigt als im Vormonat, gleichwohl zeigt diese Industrie sich weit stärker als im Vorjahre beichäftigt. An zweiter Stelle steht in bezug auf die Verbesserung des Beschäftigungsgrades die Pelz- und Lederindustrie. Hier tritt eine sich ständig mehr entfaltende Verbesserung im Vergleich zu den entsprechenden Monaten des Jahres 1314 hervor. Die Schuh- und Stiefelindustrie beschäftigte im September 11 Proz. Arbeiter mehr als im Vorjahre und sie zahlte eine insgesamt um 20 Proz. höhere Lohniumme aus. Die Glas- und Steinindustrie wies eine leichte Steigerung auf. Die chemische Industrie hatte besseren Beschäftigungsgrad als im Jahre 1314, obgleich sie im September d. I. etwas weniger leb- Haft war als im Vormonat. Die Nahrungs- und Genutzmittel- industrie wies im August und September 1315 keine wesentliche Ver- änderung auf und blieb etwas hinter dem Borjahre zurück. Das Baugewerbe hatte während der Monare Juni bis August d. I. keine so große Nachfrage nach Arbeitskräften wie im Jahre 1314 aufzu- weisen, doch war die Nachfrage im September stärker als im gleichen Monat des Jahres 1314. Die Arbeitslosenziffer, die auf Grund der Berichte von SO Fachverbänden mit einer Mitglieder- schaft von mehr als 3000 Arbeitern oder einem Viertel der Gesamt- zahl der organisierten Bauarbeiter im Staate New Jork fest- gestellt worden ist. war um Juni und im Juli um 3.3 bezw 4.3 Proz. größer als im Vorjahr; sie stellte sich im August zwar noch um 0.4 Proz. höher, betrug jedoch im September des Berichtsjahres 6,8 Proz. weniger als im September 1314. Gleichwohl war die Arbeitslosenziffer im September dieses Jahres auch noch höher, als in ftübeien Jahren. Für das Verkchrsgewerbe wird von 50 Fach- verbänden mit mehr als 2200 Mitgliedern oder etwa einem Viertel der Gesamtzahl der in diesem Gewerbe organisierten Arbeiter be- richtet. Die Monate Juli bis September verzeichneten hier eine etwas stärkere Nachfrage nach Arbeitskrästen als die gleichen Monate im Fahre 1314. Die Arbeitslosenziffer war im Juli d. I. um 0.6 Proz. höher als im Vorjahre, im August und September aber um 3,0 bezw. 4,1 niedriger. still siegen, da die R.-G. von zirka 8000 mittleren und größeren Mühlen in diesem Jahre nur zirka 330 beschäftigt. Die Veriamm» lung beschloß eine Petition an den Ausschutz des ReichshauShalteS gelangen zu lasten, die einzelnen Reichstagsmitglieder durch eine Druckschrift über die Lage aufzuklären und den Herrn Staalsminister Dr. Delbrück zu ersuchen, eine Abordnung zu empfangen. Am nächsten Tage hatte der Vorsitzende der Versammlung und fünf andere Herren des Ausschusses im Staatsministerium des Innern eine Iftzstündige Unterredung, der außer Sr. Exzellenz Dr. Delbrück noch die Herren Unterstaatssekretäre Dr. Michaelis und von Stein beiwohnten. Ferner wurde dieselbe Abordnung von den Vorständen der Reichstagsftaktionen empfangen. Verlustlisten. Mus Znöustrie unö kanöel. Vom Handelskrieg. Nach einer Reutermeldung erhielt das Aus- wärtige Amt eine neue Abteilung mit dem Namen„ITorsixns Trade Department". Ihre Aufgabe wird sein, das neue Gesetz durchzu- führen, durch welches verhindert werden soll, daß britische Privat- Personen oder Gesellschaften mit feindlichen Untertanen oder Firmen im neutralen Auslande Handel treiben. Berlustabschluß der De BeerS Company. Die.Times" schreibt am 21. 12.: Diamanten sind im Kriege ein überflüssiger Luxus. Daher stellte die Direktion der südafrikanischen Minen der De Beers Company auch im August 1314 den Betrieb ein. So zeigt der am 20. 12. veröffentlichte Jahresbericht das bei dieser Gesellschaft un- ewöhnliche Schauspiel eines Verlustes. Die Bilanz des am 30. Juni sendeten Geschäftsjahres schlietz» mit einem Verlust von 508 537 Pfd. Sterl. ab. Die Einnahmen aus Diamanten gingen von 5 123 336 Pfd. Sterl. aus 574 333 Pfd. Sterl. zurück. Eine Dividende kann natürlich nicht gezahlt werden. Die Gerüchte, daß die Gesellschaft sich mit der Herstellung von Munition befaßt, be- stätigen sich anscheinend nicht. Da neuerdings Nachfrage nach Dia- manten aus neutralen Ländern aufgetreten ist, werden die Werke am 1. 1. 16 wieder in bescheidenem Umfange zu arbeiten beginnen. _(31 d. A.) Die Mühleubesttzer und die Reichsgetreidegesellschast. Am 22. Dezember fand in Berlin eine Versammlung von Mühlenbesitzern aus allen Teilen Deutschlands statt, deren Betriebe Die Verlustliste Nr. 413 der preußische« Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 1., 2., 3., 4. und 5. Garde-Reg. zu Fuß; 7. Gavde-Jnf.-Reg.; 1. und 2. Garde-Res.-Reg.; Garde- Greu.-Regimenter Alexander, Franz und Elisabeth; Garde-Füs.» Reg.; Garde-Jäger- und Garde-Res.-Jäger-Batl.; Gavde-Schützen- und Garde-Res.-Schützen-Batl. Lehr-Jnf.-R.eg. Gren.-, bezw. Inf.-, bezw. Füs.-Regimenter Nr. l bis einschl. 4, 31, 35, 41, 45, 46. 47, 43. 51 bis einschl. 55. 53. 60. 63. 64, 67. 74, 76 bis einschl. 73. 81, 82, 83, 85, 86. 88, 30, 31, 32, 35. 37, 110 bis einschl. 113 (letzteres s. Gren.-Reg. Nr. UO), 118, 123, 130, 136, 147, 151, 152, 153, 157, 160, 161, 163 bis einschl. 166(letzteres s. auch Kommandantur Wesel), 163, 170, 175. Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 2, 35. 46, 48. 51, 53, 60. 61, 64, 65, 68, 63, 73, 74. 76, 77. 81, 82. 84. 31, 34, 39. 116, 118, 202. 203. 204, 206, 207, 215. 218, 223, 224, 228. Res.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 1. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 13, 34. 35, 49. 51, 53. 57. 60. 74, 83. 84, 93, 103. Landw.-Ers.-Jnf.- Reg. Nr. 2. Landw.-Brig.-Ers.-Bataillone Ztr. 3 und 21(beide s. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 2). Jäger-Bataillone Nr. 5(f. Feld- fliegertruppe), 8. 11, 14; Res.-Bataillone Nr. 2. 3, 11. 17. 13. 20, 22, 24. Maschineugew.-Komp. Nr. 404; Festungs-Maschinengew.» Abt. Nr. 2a(Posen); Festungs-Maschinengsw.-Komp. Nr. 3 (Straßburg). Kavallerie: Kürassiere Nr. 2; Dragoner Nr. 14, 17, 18; Hufa- ren Nr. 11; Manen Nr. 13; Jäger zu Pferde Nr. 3; Res.-Jäger zu Pferde Nr. 1. Feldartillerie: 2. Garde-Reg. Regimenter Nr. 3, 6, 9, 14, 17. 24. 31, 38, 43, 47, 51. 52, 54, 57, 74, 76, 73, 80. 38, 100, 104, 107. 112, 203, 233; Res.-Regimenter Nr. 7, 10. 15, 20, 35. 60. Gebirgskanonen-Batterie Nr. 4. Fuhartillerie: 1. Garde-Reg. Regimenter Nr. 4, 5, 10, 13, 16(f. auch Fußart.-Reg. Nr. 10); Res.-Reginrenter Nr. 3, 7, 11, 18; Landw.-Batl. Nr. 6; Landst.--Batl. des 5. Armeekorps. Fuß- artilleris-Batterien Nr. 217, 254, 274, 331, 389, 496, 522. Pioniere: I. Garde-Batl. Regimenter Nr. 18, 19, 25, 29, 36; Batailloire: II. Nr. 4, l. Nr. 5, I. Nr. 6, II. Nr. 7, I. Nr. 8, I. Nr. 9. I. und II. Nr. 11, l. Nr. 14. Nr. 17(s. Feldflieger- truppe), I. Nr. 17, l. Rr. 27. Ers.-Bataillone der Pionier-Bataillone Nr. 6, 8, 26. Pionier-Kompagnien Nr. 112, 229, 303; Res.-Komp. Nr. 55. Pionier-Abt. der 2. Kav.-Div. 1. Landw.-Pionicr-Komp. des 14. Armeekorps. Feld-Schsinwerserzug Nr. 233; Scheinwerfer- zug Nr. 237. Garde-Minenwerser-Komp. Nr. 7. Minenwerfer- Komp. Nr. 38; Leichte Minenwerfer-Abt. Nr. 246. Berkehrstruppen: Militär-Eisenibahndirektion IV und V. Mili- tär-Eisenbahn-BetriebSamt I Gent. Eisenbahnbau-Komp. Nr. 12. Eisenbahn-Betriebskompagnie Ztr. 22. Armee-Ferirsprech-Abt. Nr. 17. Feld fliegertruppe. Train: Ers.-Abteilungen der Traitt-- Abteilungen Nr. 5 und 21. Proviantamt der 6. Jnf.-Div. Fuhrparkkolonne Nr. 182. Munitionskolonnen: Artillerie-Munitionskolonne Nr. 3 des 20. Armeekorps und Nr. 1 der 35. Res.-Div.; Res.-Art.-Munitions- kolonne Nr. 30. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Komp. Nr. 3 des 2. Armee- korps sowie Nr. 113 und 117; Res.-Sanitäts-Komp. Nr. 4. Festungslazarett Kriegsschule Metz. Res.-Lazarett Preutzisch-Stargard. Arurierungsbataillone Nr. 20, 26, 31, 48, 53, 55, 76, 83, 101, 102. Armierungs- und Straßenbau-Formationen: Armierungs- Bataillon«. Straßenbau-Komp. Nr. 46. Kommandantur Wesel. Kriegsbekleidungsamt des 3. Armeekorps. Gewehrfabrik Spandau(s. Ers.-Batl. des Pionier-Bata-illonS Skr. 8). «» « Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 241 wird mitgeteilt, deren Inhalt wir bereits am 1. Januar angaben. »eut�cti«« Theater. Direktion; Max Reinhardt T'/jUhr: Ein Sommernaehtstraum. läittw. 8; Der Stern von Bethlehem. Kammerapiele. 8 Uhr: Der Welbntcnfel. Mittwoch: Der Weibstenfel. VolkMbühne. Theater a. BDIowpl. 8'/, Uhr; Walleniiteln« Tod. Mittwoch: Traamiilaa. Dir. Meinhard-Bernaaer Theater in der Königgratzerstr. 7'/, ü.: Citttz v. Berlichlngea. Komödienhaus 8 Uhr: Die räteelhafte Frau Berliner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen Lessing-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 8 Uhr: Komödie der Worte. Drei Einakter von Artur Schnitzler Uittw.: Kaiser and Galllder. Deutsches Künstler-Theater. Allabendlioh 8 Uhr: Die selige ExzclleM. URANIA Taubcnstr. 48/49. 4 Uhr(halbe Preise): Ton den Karpathen bis Brest- 1,1 towak. 8 Uhr: ha Kampte um Konetanthiepal. Theater für Dienstag, den 4. Januar. Deutsches Opernhaus Charlottbg. 8 Uhr. Rigoletto. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. stnaJerpligeKatettÄu). o.b». Herrnfeld. tw«.»» s Uhr: Rosenblatt's Geheimtip Kleines Theater. s Uhr: Beuriette Jacoby. Komische Oper. 8 uhr. Jung maß man sein Xinstspielhaas. Sft. uhr: Alles m GelHIligkeit Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin AMeÄ. JDontls Operetten-Theater s uhr: Der Weltenbummier. Resldcnz-Theater sv.uhr: Die PriDzessin m Iii. Schiller-Theater O. 8 uhr: Die fünl Frankfurter. Sehlllcr-Th.Charlottenbc. 8 uhr: Rosmersbolm. Thalia-Theater. s uhr: Drei Paar Schuhe. Theater am Tellendortpl. 3't, Uhr: Die Zanberflöte. S1/. Uhr: Immer feste druff! Theater des Westens s uhr: d. Fräulein f. Amt mit Guido Thielscher. Trlanon-Ttacater. �D-lerheirateteJonigeseDen. Mittw. 4 Uhr; Rotkäppchen. Luisen-Theater. Täglich 8.15 NHr, Sonntags 8 Uhr: Bettelstudenlen. Mittwoch. 4. Jan., 4 Uhr: Kindervorst SeitneeweiselieD uoti Rosenrot 20, 30 Pi. usw. Casino- Theater Loldringer Str. 37. Tagt. 8 Uhr: jfen! IVen! Men• Was»nächste nu? Posse in 3 Aufzügen von HanS Berg. Allabendlich stürmischer Beifall. Dazu das eftlkl Spezialilätcnprog:. Sonntag 4 Uhr: Familie Tchnase. ircusSuscb Täglich 8, Sonntags S'/i u. 8 Uhr. Die neuen.lannar- Spezialitttte n! iL a. Oer geheimnisvolle Globus Die vornehm. Kopf- a. Hand standk(instler,Leiter-Equi iibristen Lilly Barellas Dressurakt Corty Althoffs neue Meister- Dressuren. Ferner: Puppchen. Zum Schlug: Das zugkräftige __ Prunk- " Aasstatt. Htlick Ein Winter- marehen Mittwoch, 8. Jan., nachm. 3'/, Uhr: Zum Schluß der Schuljerien nochmals: Or. Sonder- Wachmitt.- Vorstellung: Ein Wiaterm&rclien. 1 Kind frei, weitere Howe Preise. Possen-Theater Ldnienstrsüe,&. d. Fnedrichstr. Melonenbaum. Posse mit Gesang t. Theo Uaiton. Meschugge ist Trumpf Posas in 2 Akten v. Deonh. Haskel mit Leonh. Haskel o. Siegfried Beriech Ül Dtrektton Adolf Vogei EaS | TVlef.t Lüttow 7841| Das große konkurrenzlose Neujahrs- Programm! Salerno. Milde Breiten. Nansens Seelöwen! Karl Malstedt 1. Garcia Ada Pagini. l/orck. II Ikarier En Pterdc. Watter Stelner. | Vory— Else Gorell und die übrigen Schlager I! Anfang 8 Uhr Billettverk. 11—1 a. d. Kasse| 1 sowie Wertheim u. Invaliden« Berliner Konzertbans. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Täellch Großes Konzert. Berliner Konzerthaus-Orchester Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pik Anfang; 8 Uhr. An allen Wochentagen Kactunlttags-KenEert bei vollem Orchester und freiem Eintritt Eis-Arena Udmiralspalast Großes Eis-Ballett. «>/, Uhr. Preise 2, 3 und 4 Mark. Torzttellche Küche. Reichshallen-Tbeater. Stettiner Sänger. DinoBWes Anfang 8 Uhr. (ür Militärp krönen vollkomm freier Zutritt zu ü.stett. Sängern. Münzen tauft Ball, Munzenhandlung. Sllhe InilTr. 46/47 Der erfoigreiebe neue Januar-Spielplan! Anlierdem; „Flotte Bursche" Operette L 1 Akt v. F. v. Snppd. Mitwirkende: Else Bema— Lotte Werkmeister v. Thalia- Theat a. Q. Kurt Busch- Steffi Walldt Gustav Matzner— Heinrich Peer Hanna Ewald— loset Conradi V olgt-Tlieater. Badstr 58. Badstr. 58. Morgen, Mittwoch, 5. Januar 1916: „Ein edles Herz". Orig.-Voltslchauspiel in 5 AbL von Joh. Heinr. Mirani. Kasfeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. kose-Thealer. L'/. Uhr: Hans mein Schofför. Sonnabd. 4 Uhr: Hünsel und Gretel. Walhalla-Theater. s Uhr: Wilhelm Tell. Morgen 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Tägl. 8 Uhr. Sonnt 31/, u. 8 Uhr. Ein Lnxns-Pro gramm I Treumann-Larsen. PersSnl. Auftr. in dem Akt Gegensätze berühren sich. Ikunhs-FAe- qi _■ reizende Neuheiten in Skunks. Eapes. Skunks- Stuffeu in Kürbis, und Zeppelin- form. Skunks- und Opossum- streifen für Kleiderbesatz ~" Ka" erst» sowie llassige Kavalierpelze üirekt in üer Werkstatt ohne jeden Zwiichenhandet L' D fl O f Köllnischer Fls cbmarkt 2, DCClf II. Etage. zwischen Brette Str. u. Stadt Spart LpeÄslsrZlt Dz-, med. WoekcakaH, Friedrlchstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlioh-Hata-Kur(Dauer 12 Tags), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- Störung. Teilzahlung. Sprechstunden• 10—2 und 4— 8 _ av, w VI. m.u._ �umi.uH, um: tyMmmc �....nuTc. I_ rcupE iniur. 40/ r i rjtorgen a upr: nanse. unn ureiei. oprecnstuncen■ lu— u una t— e Verantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. ThlGtucke-Berltn. Druck u. Verlag: Vvrwäztä Buchvt. t». Belftigstrnftüu Paul Singer LCvv Berliu LW. Hierzu IScilogc u. Untcrhaltuugsbl. Nr. 3. 33. Iahrgallg. Keilagt i>es.Jotrairtü" Acrlim WlkMM Dienstag, 4. Jannar 1916. Zürsorge für Kriegsteilnehmer. Das soeben erschienene.Ministerialblatt für die preußische innere Verwaltung' enthält einen Erlaß des preußischen Ministers des Innern vom IS. November IStv, der nach mehreren Richtungen hin das FamilienunterstützungSgesey bespricht. Zunächst wird auf Grund des Erkenntnisses des Bundesrats für das Heimatswesen vom 23. Oktober ISlö dargelegt, daß, wenn ein Lieferungsverband An- staltspflege hat eintreten lassen, er einen Anspruch auf Erstattung gegen den Armenverband nicht erwirbt. Ferner hebt der Minister hervor:.es wird in Kürze eine BundeSratsverordnung ergehen, die nicht nur alle im Verwaltungswege getroffenen Erweiterungen der Vorschriften des Familienunterstützungsgesetzes nachträglich festlegt, sondern sie auf alle Angehörigen von aktiv dienenden Mannschaften und auf die Pflege- linder in denjenigen Fällen ausdehnt, in denen daS Pflegekind von den Pflegeeltern wie ein eigenes gehalten. insbesondere unentgeltlich verpflegt worden ist und in denen dies Verhältnis bereits zu Beginn des Krieges bestanden hat, es sei denn, daß schon anderweit für das Pflegekind auf Grund der be- stehenden Bestimmungen Unterstützung gewährt wird." Der Minister hebt serner hervor, daß er für Beschaffung von Kleidungsstücken, einschließlich des Schuhzeugs, und von Brenn- material Naturallieferung empfiehlt. Die Lieferung notwendiger Bedarfsartikel unmittelbar an bedürftige Kriegerfamilien werde zweck- mäßig auch auf solche Gegenstände auszudehnen sein, die angesichts der erhöhten Produktionskosten einen billigen Preis nicht haben und deshalb auch mit erheblich erhöhten Geldunterstützungen enlweder gor nicht oder nur schwer beschafft werden können.»Selstverständ- lich müssen den Kriegerfamilien ausreichende Gelduntcrstützungen verbleiben, um damit andere Nahrungsmittel wie Brot, Kaffee und dergleichen zu beschaffen. Auch müssen zur Bestreitung der Wohnungsmieten entsprechende Mietsbeihilfen gewährt werden.' Endlich bemerkt der Minister zur Beseitigung von Zweifeln: , L Die Familienunterstützung ist in den Fällen, in denen die Ehefrau beziehungsweise den Kindern eines Gefallenen Hinterbliebenenrente gewährt wird, an seine anspruchs- berechtigten Eltern und entfernteren Verwandten weiter zuzahlen, wenn nicht etwa ein ausreichendes Kriegs- elterngeld gezahlt wird. 2. Armierungssoldaten sind aktive Mannschaften des Heeres. Nicht als solche zu behandeln sind Armierungsarbeiter, die auf Grund des Kriegsleistungsgesetzes herangezogen sind oder in einem privarrechtlichen Vertragsverhältnis zur Heeresverwaltung stehen.' Es wäre zu wünschen, daß die in Aussicht gestellte Bundes- ratsvcrordnung bald ergeht und daß im Sinne des Erlasses tatsächlich und überall das Gesetz verständnisvoll so aus- geführt wird, daß es, um mit den Worten des Ministers zu sprechen,„seinen Hauptzweck erreicht, bei den Kriegstcil- nehmern die beruhigende Gewißheit zu schaffen, daß ihre be- dürstigen Angehörigen vor jeder Not bewahrt sind". politische Uebersicht. Fernwirkungeu. DaS„Berliner Tageblatt" hatte in einem Artikel auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß die innerpolitischcn Beihältnisfc Deutschlands die Beurteilung Deutschlands durch das Ausland wesentlich erklären könnten. Die„Kreuz- Zeitung" glaubt nun diese Feststellung dadurch abschwächen zu können, daß sie dem„Tageblatt" und der oppositionellen Presse in Deutschland, vorwirft, erst und allein die Kritik dieser Presse habe das ungünstige Urteil hervorgerufen. Das konservative Blate schreibt also u. a.: „Im Gegenteil, das„Berl. Tagebl.' möchte gewiffermaßen den Spieß umkehren, indem es behauptet, unsere innerpolirischen Verhältnisse als solche, nicht etwa ihre Darstellung und Behandlung durch eine Presse vom Schlage des.Berliner Tageblattes" seien es, unter denen unsere auswärtige Politik zu leiden habe. Die logische Folgerung ist dann die Forderung, daß wir uns innerpolitisch dem Geiste.einer mehr und mehr demo- kratiich fühlenden Welt' annähern müßlen. um bei den von jenem Geiste erfüllte» Staaten nicht„im Nachteil' zu sein. Nicht„mit dileitanlischen Propagandamitleichen, mit Aufklärungsschriften, Pressebeziehungen und ähnlichem KrimSkramS' ist etwas Nennenswertes auszurichten. Viel mehr würde man erreichen, wenn man sich zu einem wahrhaften Parlamentarismus und zu einer kräftigen preußischen Wahlreform entschließen könnte.' Wenn die„Kreuz-Zeitung" in ihrer Kritik es nun so dar stellt, als ob die innerpolitischen Forderungen nicht aufgestellt würden nach unseren eigenen deutschen Bedürfnissen, sondern nur um des Beifalls des Auslands willen, so ist das— „burgfricdlich" ausgedrückt— ein arges Mißverständnis. Gerade die eigensten Bedürfnisse des deutschen Volkes er- fordern Wahlreform und parlamentarische Kontrolle der Re- gierung, und die günstige Wirkung der Verwirklichung dieser Forderungen im Auslände würde nur ein allerdings sehr wert- voller Nebcnerfolg sein._ Tie neuen Tteuervorlage«. Eine Korrespondenz meldet: Unlängst ist aus München gemeldet worden, wegen der neuen Steucrvorlagen sei eine Zusammenkunft der Finanzminister in Berlin zu Neujahr geplant gewesen, sie sei aber bis Ende Januar der- schoben worden. Diese Meldung triff: nicht zu, Einladungen zu solchen Besprechungen sind nicht ergangen, eS ist vielmehr angenommen, daß eine Finanzministerkonferenz zu diesem Zweck nicht notwendig sein wird. Die Vorlagen werden nach ihrer Fertig- stellung voraussichtlich den üblichen Weg durch das preußische Staats« Ministerium nehmen und dann unmittelbar dem Bundesrat zu« gehen, in dem sie auf keinen grundsätzlichen Widerstand stoßen dürften, da die Finanzen der Einzelstaaten von ihnen nicht berührt werden. Nach neueren Berechnungen werden 4—500 Millionen Mark an neuen Steuern notwendig werden, um das Gleich- gewicht im R«chsbauShalt he«,ilslellen. Die ordentlichen Ausgaben für Heer und Flotte im Betrage von 1100 Millionen Mark sollen wieder ganz durch ordentliche Einnahmen gedeckt werden. Im übrigen wird der neue Reichshaushalt im wesentlichen nur eine Ab- schrift des vorigen darstellen. Armenpflege als Kriegsfürsorge. Die sozialdemokratische Sladtverordnetenfraklioii in König?» bei., stellte den Antrag, allen Angehörigen von Kriegsteilnehmern, die gesetzliche Kriegsunterstützung erhallen, einen laufenden monat- lichen Zuschuß von mindestens je 10 M. für die Ehefrau und je 2, SO M. für jedes Kind zu zahlen; und Kriegsteilnehmern mit einer Wohnung von nicht niehr als zwei Zimmern einen direkt an den Vermieter zu zahlenden Zuschuß zur Miete in Höhe von zwei Dritteln unter der Bedingung zu gewähren, daß der Vermieter auf mindestens ein Drittel der Miete verzichtet. Die Unterstützungen sollten direkt von der städtischen Verwaltung ausgezahlt werden. Durch diesen Antrag sollten die schweren Mißstände beseitigt werden, die in Königsberg auf dem Gebiete der KriegSwohlfahrts- pflege bestehen. Diese ist in Wirklichkeit Armenpflege, da keine festen Zuschüsse gezahlt werden. Die Frauen müssen vielmehr Bittgänge antreten, und es wird bei der Prüfung der Bedürftigkeit ein Verfahren angewandt, das mit der Armenpflege fast überein- stimmt. Mit der Ausübung der KriegswohlfahrtSpflege sind vor allem die kirchlichen Organe betraut worden, und es wurde in der Stadtverordnetenversammlung der Beweis geführt, daß dabei Propaganda für die Kirche gelrieben wird, was auch einem Beschluß der Kreissynode entspricht. Deshalb sollten die kirchlichen Organe ausgeschaltet worden. Dann sollte eine Er- böhung der Zuschüsse erreicht werden. In Königsberg erhalten die Familien der Kriegsteilnehmer im wesentlichen eine kommunale Bei- Hilfe von 19 bis 30 M. pro Monat und davon müssen sie noch bis zu zwei Dritteln der Miete bezahlen. sodaß zur Ernährung herzlich wenig übrig bleibt und die Kriegs- Wohlfahrtspflege im wesentlichen eine Fürsorge für den Hauswirt ist. Trotz dieser schweren Mißstände, unter denen die Kriegerfamilien sehr zu leiden haben, wurde der sozialdemokratische Antrag abgelehnt und auch über eine Petition der Kriegerfrauen wurde glatt zur Tagesordnung übergegangen. Von den bürgerliche» Stadtverordneten ergriff niemand das Wort. Wer ist krieflsverwcndungsfähig, wer ist garnisonverwendungsfähig und wer ist arbeits- verwendungsfähig? Diese drei Bezeichnungen werden von den militärischen Dienst- stellen gegenwärtig amtlich gebraucht zur Kennzeichnung der drei verschiedenen Grade der Dienstfähigkeit. Ueber die Bedeutung dieser drei Bezeichnungen herrscht vielfach Unklarheit, und zwar Haupt- sächlich deshalb, weil man noch immer an die Verhältnisse der Friedenszeit denkt.— Im Frieden gab es nur zwei Grade der Dienstsäyigkeit, nämlich„feld d i e n st fähig' und„garnison d i e n st- fähig".— Jetzt im Kriege gibt es drei Grade der Dienstfähig- keit, nämlich: 1. kriegS verwendungs fähig(abgekürzt: k. v.>, 2. garnisonverwendungsfähig iabgekürzt: g. v.� 3. arbeits verwendungs sähig(abgekürzt: a. v.). „Kriegsverwendungsfähig' sind die Wehrpflichtigen, die zum Dienste beim Feldheer für tauglich befunden sind. Hierzu zählen im allgemeinen alle, die im Frieden als„feld d i e n st fähig' ausgehoben sind; aber auch viele, die in Friedenszeiten„garnison- d i e n st fähig' oder dem Landsturm überwiesen waren, werden im Kriege.kriegsverwendungsfähig' sein. Denn im Frieden wurden bei der großen Zahl der Gestellmigspflichtigen und dem begrenzten Bedarf alle, deren körperliche Leistungsfähigkeit auch nur im geringsten vermindert erschien, für„garnison d i e n st fähig' er- klärt oder dem Landsturm überwiesen. Im Kriege gibt es beim Feldheer mehr Verwendungsmöglichkeiten als beim stehenden Heer im Frieden. .Garnisonverwendungsfähig' find die Wehr- Pflichtigen, die zur Ausübung des mililärtschen Dienstes in der Garnison(z. B. des Wach-, Bewachungs-, Ausbildungs-, Bureau-, HandwerkeroiensteS usw.) für tauglich befunden werden. Hierzu zählen im allgemeinen die im Frieden als„garnison d i e n st fähig' Gemusterten, soweit sie inzwischen nicht sür.kriegsverwendungsfähig' oder für nur.arbeitsverwendungsfähig' erklärt worden sind. „Arbeitsverwendungsfähig' sind die Wehr- Pflichtigen, die zum eigentlichen militärischen Dienst, d. h. zum Dienste mit der Waffe, ungeeignet sind, aber zum Dienst als Ar- mierungssoldaten(Schanzarbeiter) oder zu einer ihrem bürgerlichen Beruf entsprechenden Beschäftigung verwendbar erscheinen. Die Zuweisung zu einer dieser drei Gruppen ist nicht ein für allemal feststehend. Vielmehr kann im Verlauf der Zeit eine Aende rung des DienstsähigkeitSgrades eintreten; denn eS ist möglich, daß jemand, der z. B. eines vorübergehenden Leiden» wegen nur für „garnisonverwendungsfähig' oder„arbeitsverwendungsfähig' er- klärt wurde, nach Behebung dieses Leiden?„kriegSverwendungS fähig' wird. Maßgebend ist in jedem Falle einzig und allein die von der zuständigen Militärbehörde ausge- stellte amtliche Bescheinigung, da« heißt: für Wehrpflichtige, die seinerzeit nicht eingezogen sind, der Ausweis des BezirSkommandos; für alle gegenwärtig zum Militärdienst Einberufenen eine Bescheinigung des Truppenteils. Wenn in den Mililärpapieren der Grad der Dienstverwendungsfähigkeit nicht klar mit der Bezeichnung.kriegsverwendungsfähig'(I. v.) oder garnisonverwendungsfähig'(g. V.) oder„arbeitsverwendungsfähig (a. v.) oder„garnison- und arbeitsverwendungsfähig'(g. u. a. v.) angegeben ist. sondern noch mit einer allen Bezeichnung, wie z. B. „L. o. W. A.', so wende man sich unverzüglich an die nach den vorstehenden Ausführungen in Betracht kommende militärische Stelle. Von dieser wird j e d e m a u f s e i n E r s u ch e n in d i e m i l i t ä ris ch en A u s- weiSpapiere hineingeschrieben, welcher von den oben genannten drei Gruppen er angehört. Abgang des oldenburgischcn Z?inanzministerS. Oldenburg, 3. Januar. Der Grotzherzog hat das Abschieds gesuch dcS Finanz Ministers Ruh st rat I bestätigt und ihm den Titel Staatsminister verliehen. Sein Nachfolger als Finanz und Eisenbahnminister wird der bisherige Eisenbahndirektion? Präsident G r a e p e l. Vorsitzender des Ministeriums ist jetzt Minister Ruhstrat II, der Minister für Justiz, Kirche und Schulen. M. Nene Höchstpreise für Wild. Unter Festsetzung entsprechend erhöhter Höchstpreise für den Großhandel wurden für die Abgabe im Kleinhandel an den Ver- braucher vom Reichskanzler die Höchstpreise herausgesetzt: bei Rot- und Damwild sür 0,S Kilogramm.. 1,40 „ Rehwild für 0,5 Kilogramm...... 1,80 , Wildschweinen im Gewichte von mehr als 30 Kilogramm für 0.6 Kilogramm.... 1,20 „ Wildschweinen im Gewichte bis zu 30 Kilo« gramm(Frischlinge) sür O.ö Kilogramm. , Hasen ohne Fell, im ganzen, für das Stück . Hasen ohne Fell, zerlegt, für das Stück . Hasen mit Fell, im ganzen, sür das Stück . Kaninchen ohne Fell für daS Stück... , Kaninchen mir Fell sür das Stück.... 1,00 „ Fasanenhähne für das Stück mit Federn.. 3.S0 „ Fasanenhennen sür das Stück mit Federn. 3,00 Diese Bestimmung trat am 1. Januar 1916 in Kraft. I.SO 4,75 5,00 5,25 1,50 Tie Höchstpreise gelten nicht für Frühgemüse. Amtlich. An die Festsetzung von Höchslpreisgrenzen für Gemüse hat sich in den Kreisen der Gemüsezüchter und Landwirte die Befürchtung geknüpft, der Anbau von Gemüse, insbesondere von Frühgemüse, möchte bei den inzwischen weiter gesteigerten Erzeugungskosten und-schwierigkeilen nicht mehr lohnend sein. Demgegenüber sei betont, daß die Höchst- Preisfestsetzung vom 4. Dezember nur die Erzeugnisse der Ernte des Jahf�S 1915 umfaßt. Höchstpreiserhöhungen. Nachdem die Höchstpreise für Wild mit Wirkung vom 1. Januar ab erhöht worden sind, sind nun auch die Höchst- preise für Margarine und Speisefett nicht im- wesentlich erhöht worden. Tie Großhandelspreise dürfen für Margarine von 1,28 auf 1,45 M., die für Speisefette von 1,52 auf 1,69 M. hinausgesetzt werden. Entsprechend dieser Er- höhung steigen natürlich auch die Kleinhandelspreise, und zwar noch mehr als die Großhandelspreise. Die Margarine- Preise sind von 1,49 M. auf 1,69 M., die Speisefettpreise von 1,64 M. auf 1,84 M. erhöht worden. Neue Anmeldung von Kraftfuttermitteln. Nach der Verordnung vom 28. Juni muß die neue Anmeldung der vorhandenen sowie der voraussichtlich im laufenden Vierteljahre zu erzeugenden Kraftfuttermittel und Hilfsstoffe bis einschließlich 5. Januar 1916 erfolgt sein. Jeder, der Kraftsuttermittel in Ge- wahrsam hat und dem das neue Anmeldeformular noch nicht zu- gegangen ist, ersuche sofort die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, Berlin W., Genthiner Str. 34, ihm ein solches zuzu- senden. Eine Versendung der Anmeldeformulare durch die Han- delskammern findet diesmal nicht statt. Drei Milliarden Schaden in Ostpreußen. Nach den neuesten genauen Feststellungen beträgt der Schaden, den Ostpreußen durch die Russcneinfälle erlitten hat, über drei Milliarden Mark. Die Kriegshilfskommission für den Wiederaus- bau Ostpreußen? beendete einen bedeutsamen Abschnitt ihrer Tätig- keit. Das Ergebnis chrer Verhandlungen sind die Vorschläge, welche von der Kommisfion der Staatsregierung für den Erlaß eines endgültigen Entschädigungsgesetzes gemacht werden. Das Material wird nunmehr vom Oberpräsidenten den Ministern unter- breitet werden._ Ms öer Partei. Tagung des Parteiausschusies. Die Mannheimer„V o l k s st i m m e' berichtet: „Der Parteiausschuß tritt am 7. Januar 1916 zu einer auf zwei Tage berechneten Sitzung in Berlin zusammen. In diesen Sitzungen soll dem Parteiausichuß ein Situationsbericht gegeben werden. Auf Wunich der Reichstagsfraktion wird dabei auch über die letzten Ver- handlungeit in der ReichStagsfraktion Bericht erstattet. Am Sonntag, den 9. Januar, tagt der Parteiausschuß vormittags 9 Uhr im Reichstag. In dieser Sitzung soll über die Frage der wirtschaftlichen Annäherung Deutschlands und Oesterreichs verhandelt werden. Angeregt ist diese Verhandlung vom Vorstand unserer deutsch-österreichischen Bruderpartei, die sich mit dieser Frage bereits eingebend beschäftigt hat. Außer einer Vertretung der deutsch-öster- reichischen Partei- und Gewerkschaftsleitungen werden an dieser Ver« Handlung teilnehmen die Reichstagsfraktion, die Generalkommission der Gewerkschaften, je ein Vertreter der Zemralvorstände der Gewerk- schaflen und eine Vertretung des Zentralverbandes Deutscher Kon« sumvereine. Selbstverständlich hat diese Verhandlung lediglich informa- torischen Charakter.'___ Aus de« Organisationen. Beschluß der Bezirksleitung am Niederrheiu. Die Bezirksleitung der sozialdemokratischen Partei am Nieder- rhein nahm zu den letzten Vorgängen im Reichstage und in der ReichStagsfraktion Stellung und faßte mit 19 gegen 3 Stimmen folgenden Beschlutz: „Die Bezirksleitung des Niederrheins billigt die Stellung der fraktionsminderheit von 44 Genossen, die für die Ablehnung der riegskredite in der Fraktion eintraten. Sie bedauert das Vor- gehen der Fraktionsmehrheit, das der Minderheit die öffentliche Darlegung ihres Standpunktes unmöglich machte. ihr Redner im Plenum versagte und so zu dem selbständigen taktischen Vorgeben von 20 Mitgliedern der Minderheit führte. Die Bezirksleitung wendet sich gegen jeden etwaigen Versuch, die FraklionSminderheit durch den Partciausschuß zu disziplinieren. Der ParteiauSschuß ist nur eine beratende Körperschaft und eS ge- hört nicht zu seinen Obliegenheiten, schwebende grundsätzliche oder taktische Streitfragen zu entscheiden.' Eine andere vorgeschlagene Fassung des ersten Absatzes, in der die Hallung der 20 Genossen ausdrücklich gebilligt wurde, die im Plenum gegen die Kriegskredite stimmten, war vorher mit 11 gegen 9 Stimmen abgelehnt worden. Die abgelehnte Fassung selbst harte 12 Unterschriften erhallen. Diese 12 Genossen stimmten dann geschlossen sür die oben wiedergegcbene Fäsiung de? ersten Absatzes, nachdem von den Einbringern desselben ausdrücklich erklärt wurde, daß ihr Antrag keine Verurteilung der 20 bedeuten solle, daß man vielmehr die 20 von den 44 nicht trennen dürfe und allen 44 die Zustimmung der Bezirksleitung ausdrücken müsse. » Die Vertrauensleute des Leipziger LgitasionSbezirkeS haben sich in einer Konferenz mit den Vorgängen in der ReichStagsfraktion beschäftigt und folgenden Beschluß gefaßt: Die Vertreter des Bezirks Leipzig billigen die Verweige- rung der letzten Kriegskredite durch 20 Mitglieder der Fraktion in der Erwägung, daß die Handlung nötig war zur Wahrung der Grundsätze der Partei und zur Förderung deS Friedens. Sie er- klären aber zugleich, daß es ihr fester Wille ist, die Einheit der Partei aufrecht zu erhalten und gegen jede Anfechtung zu ver- leidigen. Der erste Satz wurde mit erheblicher Mehrheit, der zweite ein- stimmig beschlossen. * Eine Parteikonferenz für den ersten weimarischen Reichstagswahlkreis, welche am 2. Jannar in Weimar stattfand, nahm zu den Differenzen in der Reichstags- f r a k t i o n Stellung. Nach einem Vortrag des Abgeordneten B a u d e r t und nach lebhafter Diskussion faßte die von 53 Ge- »offen und Genossinnen besuchte Konferenz einstimmig folgende Resolution: „Obwohl jedem Spallungsversuch der Parteiorganisation auch fernerhin mit aller Energie entgegentretend, erachten die Partei- Mitglieder das Vorgeben der gegenwärtigen Minderheit in der Fraktion als selbstverständlich. Selbst in dem offenen Gegen- stimmen der 20 Frakiionsmitglieder, welches die Veriammlung im Interesse der Organisation und Geschlossenheit der Partei nicht für richtig erachtet, kann nicht der Versuch, die Organisation zu spalten, erblickt werden. Es mutz vielmehr auf die politische Eniwickelung und ganz besonders auf die offene Erklärung der bürgerlichen Par- teien am 2. Dezember, daß... da« Vorgehen der 20 Abgeordneten als ein Akt der Notwehr bewertet werden. Die Konserenz erklärt sich im allgemeinen mit der Haltung ihres Abgeordneten einverstanden. Ferner spricht die Konkerenz dem Parteiausschuß und der Fraktion das Recht ab, eine Entscheidung in den vorliegenden Diffe- renzen zu treffen.' s Die öerlmer SchuZspeisung. In Berlin hat die Versorgung von Sckuliindern mit warmem Mittagessen bisher in Händen des Vereins für Kinder- Volksküchen gelegen. Zwar muhten die Kosten schon seit Jahren zu einem grohen und immer gröheren Teile durch Beiträge aus Mitteln der Stadt gedeckt werden, aber nach wie vor überließ man den ganzen Betrieb dem Verein. Inzwischen haben bei den Ge- meindebehörden sich endlich Bestrebungen bt»lähgeietzt, die eine andere und bessere Lösung der wichtigen Schulspeisungsfrage hoffen lassen. Die Stadtverwaltung macht Veriuchs mit Schulspeisung in eigenem Betrieb, und sie wird bei Bewährung nicht zögern dürfen, daraus die Folgerungen zu ziehen. Was die bisherige Schulspeisung in Berlin leistete, darüber wünschte die städtische Schulspeisungsdeputation die nötige Klarheit zu gewinnen. Sie veranlaßte Untersuchungen, die das Unter- suchungsamt der Stadt, das jetzige Medizinalamt, durch seine chemische Abteilung ausführte. Die Ergebnisse sind mitgeteilt von Dr. Fendler, dem Leiter der Abteilung, in einem durch das Archiv für Hygiene veröffentlichten und nun auch als Sonderabdruck vor- liegenden Aufsatz, der eine wertvolle Grundlage für die von der Stadt zu schaffenden Schulspeisungseinrichtungen bietet. (G. Fendler, Untersuchungen über die Berliner Schulspeisung. Aus Archiv für Hygiene, Bd. 8ö, Heft 1.) Bei Betrachtung der Lefftungen des Vereins für Kindervolksküchen hat Fendler sich nicht durch den äußeren Eindruck blenden lassen, sondern ist bemüht gewesen, mit scharfem Blick zu prüfen, was diese Leistungen tatsächlich wert sind. Er hat, unbekümmert um die für den Nähr- wert der Speisen wenig beweisenden Ziffern des Verbrauchs von Rohstoffen, festzustellen gesucht, welche Mengen tischfertiger Speisen schließlich an die Kinder gelangten, wie diese Speisen zusammen- gesetzt waren und welchen Nährwert sie hallen. Seine Ergebnisse vergleicht er mit den Ansprüchen, die man an das Mittagsmahl schulpflichtiger Kinder zu stellen hat. Wir müssen es uns versagen, die fachwissenschastlichen Darlegungen des Aufsatzes ausführlich wiederzugeben, weil das ohne Beifügung einer Fülle von Zahlen nicht möglich wäre. Nur die Hauptergebnisse seien mitgeteilt ünd einige Einzelheiten, die lehrreich sind und Beachtung verdienen. Die ersten Untersuchungen wurden schon im Winter 1910/11 gemacht, wobei das Amt die zu prüfenden Speisen aus den Kinder- Volksküchen unauffällig durch Kauf entnehmen ließ. Im Winter 1913/11 begannen neue Untersuchungen, diese aber geschahen bei offener Entnahme von Speiseproben und unter Einforderung von Angaben über Art und Menge der verwendeten Rohstoffe sowie über die veranschlagte Zahl der auszugebenden Portionen. Fest- gestellt wurde, daß die Zahl der tatsächlich ausgegebenen Portionen meist größer als die veranschlagte Zahl war. Fendler berichtet das nur, ohne sich darüber zu äußern, welchen Einfluß die Ueberschreitung der veranschlagten Portionenzahl auf die Menge und den Wert der einzelnen Portion gehabt haben kann. Eine Fortsetzung der Untersuchungen folgte im Herbst 1914. Die Ergebnisse aller Untersuchungen prüft Fendler an Hand der Feststellungen, die von anderen Forschern über Schulkindermahlzeiten gemacht worden sind. Als Maßstab für den Nahrungsbedarf eines 10jährigen Kindes setzt er pro ganzen Tag: Roheiweiß S8 Gramm, Fett 35 Gramm oder mehr bis 60 Gramm, Kohlehydrate 286 Gramm oder weniger bis 230 Gramm langen.— II. ItZIZ. Ja. wenn er bereits pcnfionsberechtigt war.— I. W. 1. Sie können die Kahlung nur von Ihrem Mann verlangen. Unseres Erachtens liegt kein Grund vor, Ihnen das Geld nicht zu senoen.— II. 1. An das dänische Note Kreuz in Koponliagen. L. Wenn Sie sür den Sohn die KricgSuntcrstütznng beziehen, können Sie einen Antrag aus Zahlung der Löhnung an das Ersatzbataillon deS Regiments, von dem Ihr Sohn eingezogen wurde, richten. — Else 43. Der Gegenstand Ist nicht benannt, Sie find zur Ablieferung nicht verpflichtet.— R. O.. MJV. Sie brauchen sich jetzt nicht zu melden, Sie können GestcllungSordcr abwarten.— M. M. 339 Treptow. Das Bild ist doch Eigentum des Vater»; nur er kann es zurückfordern.— K. K. 10. Ja, da Sie noch im MlitärverhälwiS stehen.— Walter 51. 1. Ja. 2. Ueißig umgraben und aus dem Boden entfernen.— M. R. 375. Nein, das Testament ist gültig.— C. L. 100. Die Geschwister würden miterbcn. Irgend welch« Befürchtung erübrigt sich aber, da die Armendirektion für die Verpflegung der Riuttcr in der Anstall chre Rechte an dem Nachlaß geltend machen wird. Die Versicherungsgesellschaft zahlt auf Grund einer Sterbcurkunde die Versicherungssumme au§.— G. G. 38. Die Veranlagung ist gesetzlich.— W. R. 34. 1. Die Berficherungspflicht ist zweiselhast— da Sie die Eetschädigungssumme nicht angeben. Fragen Sic eventuell beim Versicherungsamt in der Kloiterstr. 65/69 an. 2. Nein, der Anspruch ist verjährt. 3. Der Vater soll sich mit seinem Anliegen an den Zdirchcnvorfiand wenden.— W. M. 13. Nein. Wetteraussichten für das mittlere Mittwoch mittag. Von West nach Ost fortschreitende Abküh weise heiter, aber sehr unbeständig, mit öste: wiederholten, vicljach starken Niederschlägen. Norddeutschland ühlung. im Osten noch dtS Zeit. Stets zuverlässig als alkdewähries Hausmittel bei Husten und Hesierkett sind die seit 70 Zahren elngesllhrten Sie sottien immer in der Hausapotheke sein, um st« bei Erkältungen in der Familie zur Hand zu haben. Wyberi- Tabletten schlitzen sicher vor den ofi ernsten Folgen eine« Hustens oder Katarrhs. Gchachiel mit 400 Tabletten in asten Apotheken und Drogerien Mk.4.-. Warnung vor Nachahmungen!-Verlangen Sie stets, Wybert�. ist der schönste Ausflugsort? � Immer noch Pichelswerder, aÄS" beim Alten Frennd. .UNZSps Marine' Desle ZPfg. Cl�oreffe/, j TßUiTFRCI• •-i>m. '; A. ASMATZr AKTICNnrr�L'"-C. Dk" EN-A. TiSFHirlir Verwaltanc Berlin. Moritzplatz 10628, 8578. Bureau: Rungestratze 30 Mitglieder- Uersammlung Bezirk Oberschöneweide. DienStag, de« 4. Januar, abendS 8>/, Uhr, bei Wilhelminenhofstr. 18. Vertrauensmännerversammluiigeii Stellmacher I Mittwach, den 5. Januar, abends»Vj Uhr, bei Hummel, Sophienstr. 5. Kistenmacher Mittwoch, den S. Jannar, abdS. 8'/, Uhr, bei Dannenberg, Holzmarttstr. 21. Korbmacher Mittwoch, den S. Jannar, abendS 8'/, Uhr, bei Shrtmfc, Mariannen platz 8. 81/1 Die OrtaTerwaltnnc. Was glänzk ist Gold! Wenigsten» stlr unser Ruhnke Gold-DoublS trifft die» zu! Denn es ist weder eine Bergotdung. noch eine durchweg gleich» mäßige Legierung oder Mschung von Metallen, sondern eine wirklich« echte Golddecke wird auf eine unechte Metallunterlag« fest aufgebracht. Unser Ruhnke Gold-Douhlö gleicht den fonrnterten Möbeln. Der Tischler leimt bekanntlich edle Hölzer wie Eiche. Ruh. bäum, Mahagoni in dünnen Platten auf billigere Hölzer, und ivenn Sie irgendwo Möbel sehen, die Sie für„echt Eiche"„echt Nußbaum", echt Mahagoni" halten, so sind es stets die four- nierten, denn andere gibt es kaum. Wahrend wir unser in ähnlicher Weise hergestelltes Gold-Doublü nicht als„echt Gold" verkaufen, obgleich es viel„echter" ist. al» jene„echten Möbel". Beim Ruhnke Gokd»DoubId ist nämlich die Goldschicht nahtlos hergestellt, sodaß außen überall echtes Gold ist. Deshalb sieht unser Ruhnke Gold-Donblb nicht nur immer so aus wie echtes Gold, sondern eS trägt sich auch wie«chteS Gold, ist aber viel billiger und leichter. Kein noch so gewiegter Fachmann kann Ruhnke Gold-Doublä von echtem Golde unterscheiden, ohne gründliche Untersuchung, die aber ist unmöglich, wenn Sie Zfhr Augenglas auf der Nase haben. Der beste Beweis für die Güte unserer Ruhnke-Gold-DoublS-Kneiser und-Brillen ist aber uniere Garantie. Wir könnten sonst nicht für eine Ruhnke-Gold-Doublb- Fassung schon von 4.b0 M. an ein Kohr Garantie leisten, für die besseren von 8.50 M. an zwei Jlchre. für die besten von 12.50 M. und mehr sogar drei Jahr«, lind das nicht bloß für dauernd goldgleiches Aussehen, sondern auch für Haltbarkeit, d. h., Sie erhalten in der Garantiezeit alle Reparaturen umsonst, auch weun diese durch Ihre Schuld entstanden sind. Für Gläser- bruch gilt die Garantie nicht, wohl aber garantieren wir für genaue? Passen der Gläser, die wir Ihnen nach ganz sorg- fältiger Untersuchung Ihrer Augen richtig sitzend anfertigen. Die Augenuntersuchung ist kostenlos. Ein Paar Ovial-Gläser kosten 1.50 M.. Kontorik-Menttken punktuell abvffdend 6 M. Optiker Ruhnke, Berlin. Leipziger Str. 118, Ecke Mauer-Str. Alezanorrplatz. n. Aschin gar Tauentzien-Str.lb. E.MarburgerStr. Oranien-Str. 44 Friedrich-Str.1S0,E.T>orotheen-Str. Brunnen-Str. IL „ 180. Ecke Tauben-Str. Chaustee-Str. 72 Link-Str. 1. Ecke Potsdamer Str. Svittelmorkt. Ecke Wall-Str. Friedenau, Nhein-Str. 18, gegenüber Kaiser-Eiche, Ecke Ktrch-Str. auch Sonntag« von 12— 2 geöffnet. Rheumatische und Nerven- Schmerzen werden mit Togal- Tabletten rasch und dauernd bekämpft, leibst wenn andere Mittel versagen. Aerzt- Ilch glänzend begutachtet. In Zlpotheken zu M. 1.40 und M. 3.50.• MMkN-Nkckikd SO•/. 50' E. Neuheit Kommandanten Str. 29, 1. Etage SO Seltenes Angebot. Hersbcesetat anf Herren-Gehpelze liäniel n. Feiern 507. '"7. 107« Kragen und Muffen 00 7« Der Ausverkauf beginnt am 4. Januar und findet nur kurze Zeit statt. Keine Zielrnngsverlegung. ön widerruf! ieh Ziehung sohon 11. und 12. Januar Aitonaer Lotterie 7300 Gewinne(100000 Lote) im Wtrta ron Uaik *18888 !' 15000 bar ohne Abzug zahlbar Altonaer Lose 2 Mark-oHs Dn4 H.C KROGER' Telear.-Adr.„OoldqneUe". 80 Pfge. extr» ERLIN WS Prlearlch.tr. 191« Eck« Str H.Pfau, Baniagist ®ecT Direksenstraße 20 zwilchen Bahnhof Alexanderplatz und Polizeipräsidium.—Amt üst. 3208. Für Oamen Frauen-Bedienung.* Aeserani für alle Kronkenkaflen MM _ einer Leibbinde? Sämtliche Systeme am Lager resp. nach Maüanfertigung sowie Bruchbandagen � Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Pollmann, Bandagist Berlin N., Lotliringer Str, 60. Lieferant für Krankenkassen. Verkänfe. Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenheit, sich Möbel anzuschaficn. Mit kleiner Anzablung schon Slube und Küche. An jedem Stück deutlicher Preis. Ucbervortellung ausgejchlosien. Bei KrankheitSsällcn, Arbcitslostgleit anertonnl Rücksicht. Möbelgejchäjt Goldstaub, Zosienerstraße 33, Ecke Gneisenaustraße. Ä01K' Plüschsosns 55.—. 65,—. Cbaije. longueS 25,—. Englische Bettstellen 38,—. Tapezierer Walter, Slar> garderftraße 18. 3SK* Möbclsuchcnde! erhalten reich« illustrierten Katalog lostenioS zu« gesandt..Berliner Möbelhaus' M. Hirschowitz, nur Südosten, Skalitzerstraße 25. 105K' Fortwährender billiger Möbel« verkauf I Kleiderjpinden, VerlikoS 25,00. Plülchjosa 40.00, AuSzugtilche, Chaiselongue. Zylinderbnreaus 30,00, Betlstellen 25,00, Schreibtische 30,00, 50.00, 60.00, Büielts 98,00, Garde. robcnschränke 35.00, Waichtische. Mödellpeicher, Prinzenstraße 71.* Umzugshalber nagelneue Woh« nungSeimichtung für jeden annehm- baren Preis. Roienthalerstraße 57, vorn III bei Glas(gewerblich). Händler verbeten. 120/1 3r Billige Möbel sür jedermann. Nußbaum Kleiderschrank 38,—, Kom« mode 10,—, Marmortoilette 18,—, Spiegel 12,—, Bettstellen mit Matratzen 10,—, 20,—, Zylinderburcau 35,—. Möbelhau« Osten, Andrea«- straße 30. 97K MusUdnstmmente. Gitarrezithern mit sünfundachtzig Unterlegnoteu 8,50, Mandoline mit Tasche 9,S0. Gitarren 9,50, Sololaute 25,—, gut eingespielte Orcheftergeige mit Formetni 18,— verkaust Ernst. Oranienslratze 166 III. 74b ksmgfesiiche. Korbmacher auf GroßgeschiageneS und Grün verlangt Menzel, Schön« hauserallee 74._ 706* Korbmacher aus KVcm-Pahroncu« körbe sucht Vollmuth, Dresdener- firaße 77. 71b Neservekutscher krästig, sabrkundtg, stellt ein 45b* Seliiiltheiß' Brauerei, IMn61 Guten Verdienst erzielen Frauen und Männer durch den Verkauf des.Berliner Tage« biattS" für Berlin und die westlichen Vororte gegen festen Wochenlohn und Provision. Meldungen vormittags (außer Sonnabend) von 10—11 Uhr Schützenstr. 24/25._ 109/11 Tüchtiger Kutscher aui der Eisen- und Metallbranche sosort gesucht. 72b �Inki-nlUirei-lv Obor- schttneweldo, Tabbertstraße 10. Mstorsöhrer sür System Diesel, möglichst gelern« ter Maschinenschlosser, wird verlangt bei* Biesche& Sabin, Georgenkirchstr. 49._ TochtiseWefkzeugdrelier werden bei hohem Lohn sofort ver« langt. EbHcb A Graetz, Berlin SO, Elsenstraße 90/94. 5t piJ-er»« aus Leibchenholen ««ru euer in � ncfetn( ver« langt David, RüdcrSdorserstraße 3. vtzlAntwoittiÄer Nepätteur: Mrch ÄIclepp, Neukollli. Für he? Lnseratcnteil verantw.: TH.Tfocke. Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt» Buchdruckerei u. VerlagSanjtalt Paul Singer& Cow Berlin SW.