Nr. 87. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für dte fünfgespaltene Petttzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition tst an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Gegen die Bildung. Je mehr unsere Feinde sich von der Vergeblichkeit thres Ankämpfens gegen die Sozialdemokratie überzeugen, desto pöbelhafter beginnen sie zu schimpfen, desto schamloser zu lügen und zu desto verrückteren Schlußfolgerungen werden sie getrieben. Jeden Tag haben wir Dutzende Mal Gelegenheit, diese Beobachtung zu machen. Für heute sei aus dem Wust gegnerischer Schimpfereien ein Artikel herausgegriffen, den die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" vorigen Sonntag veröffentlichte. Dieses Blatt, welches in anständiger Gesellschaft nicht erwähnt werden könnte, wenn nicht die neue Regierung, wohl um die Echtheit des von ihr fortgesetzten alten Kurses" zu beweisen, es von Zeit zu Zeit als Organ für vertrauliche die„ NordMittheilungen an das Publikum benutzte der a " Mittwoch, den 15. April 1891. " wenden muß, wo der Frevel feinen eigentlichen Ur sprung nimmt. Was uns in den Schandschriften der Kommunisten als widerliche Fraße, aber freilich zugleich in einer für die niedrigen Instinkte der Menschen natur verlockenden Gestalt entgegentritt, ist nichts als der Niederschlag von wissenschaftlichen" und literarischen Strömungen, die vorher durch das geistige Leben unserer gebildeten Klassen ihren Weg gefunden haben. Hier gilt kein Leugnen, dem Bewußtsein der Mitschuld entspringt jene Mattherzigkeit, die angesichts der schnödesten Begeiferung und Herunterreißung dessen, was uns am heiligsten sein sollte, kaum eine Regung zum Widerstande empfindet." Expedition: Beuth- Straße 3. begann heute bei§ 134a( Fabrik- Ordnungen), der in der Kommissionsfassung also lautet: Für jede Fabrik, in der regelmäßig mindestens zwanzig Arbeiter beschäftigt werden, ist innerhalb vier Wochen nach Inkrafttreten dieses Gesetzes oder nach der Eröffnung des Betriebes eine Arbeitsordnung zu erlassen. Für die einzelnen Abtheilungen des Betriebes können besondere Arbeitsordnungen erlassen werden. Der Erlaß erfolgt durch Aushang(§ 134 e Absatz 2). Die Arbeitsordnung muß den Zeitpunkt, mit welchem sie in Wirksamkeit treten soll, angeben und von demjenigen, welcher fie erläßt, unter Angabe des Datums unterzeichnet sein. Abänderungen ihres Inhalts können nur durch den Erlaß von Nachträgen oder in der Weise erfolgen, daß an Stelle der bestehenden eine neue Arbeitsordnung erlaffen wird. fassung: § 134 b. Die Arbeitsordnung muß Bestimmungen enthalten: 1. über Anfang und Ende der regelmäßigen täglichen Ars beitszeit, sowie der für die erwachsenen Arbeiter vorgesehenen Pausen; Man lese diesen Erguß mit Aufmerksamkeit, und Die Arbeitsordnungen und Nachträge zu denselben treten lasse sich nicht vom Ekel übermannen. Hinter dem frühestens zwei Wochen nach ihrem Erlasse in Geltung. sittlichen Zorn" der Norddeutschen", der nur eine Die Sozialdemokraten haben hierzu beantragt, die Worte, burleske Possenreißerei ist, steckt ein ernsthafter Gedanke - derselbe ernsthafte Gedanke, der seit Jahren die welche die Zahl der Arbeiter einer Fabrik auf 20 beschränken, den der sonderbare Engländer Whitmann in den russische Regierung in ihrem Kampfe gegen die Opposition Antrag wurde nach einer kurzen Debatte verworfen und der beherrscht: Der Gedanke, daß der Urquell der modernen Paragraph in der Kommissionsfassung angenommen. deutschen Arbeiterbestrebungen entdeckt habe, heiße revolutionären Bewegung in der modernen Wissenschaft Der folgende Paragraph lautet in der Kommissions richtiger„ ein mehr radikal revolutionärer Gehalt"; zu suchen ist, und daß folglich, wer der modernen und die Ursache hierfür sei weniger in dem ausgiebigen revolutionären Bewegung Herr werden will, der modeutschen Schulunterricht"( dessen Dürftigkeit die Nord- dernen Wissenschaft zu Leib gehen muß. deutsche" sicherlich wohl kennt) als viel mehr in dem Wir nehmen von dieser geistigen Bankerott- Erklärung nichts weniger als erfreulichen Umstande, daß aus der Akt und stellen mit Genugthuung fest, daß die Vertheidiger akademisch gebildeten Klasse Deutsch- der sittlichen Weltordnung von heute d. h. des lands, Manche ohne zu wollen, aus verblen Reptilienfonds, der Unternehmerkartelle, der Ausnahmedetem Doktrinarismus, die Anderen- aus einem gesetze, Millionärezüchtung, Brot- und Fleischvertheuerung dem proletarischen Geiste verwandten Jnu. f. w. u. f. w. die wissenschaftliche Natur der sozialstinkt, die zunächst auf wirthschaftliche Ziele gerichtete Demokratischen Bewegung zugeben müssen, und daß die pompabstrakt sozialrevolutio- haft angekündigte Bekämpfung der Sozialdemokratie mit Arbeiterbewegung mit ganz nären Ideen befruchteten und sie eigentlich erst das geistigen Waffen" schließlich in einen Feldzug gegen durch zu einer Gefahr für die nationale Kultur machten. Die wissenschaft ausläuft Also das„ Gefährliche" der deutschen Bewegung ist Rußland. -aus„ Norddeutschem" Schimpfdeutsch in gebildetes Deutsch übersetzt ihr wissenschaftlicher Cha rafter. Nach diesem blamablen Bekenntniß folgt ein tolles Gemengsel von Fischmarkt- Phrasen über die verbrecherische sozialdemokratische Kritik, die sich an Alles wagt und Nichts verschont. Das Blatt hat die Frechheit, von Bebel's Schrift Die Frau und der Sozialismus" zu sagen, sie dufte nach dem Lupanar, d. h. nach dem Bordell, und kommt dann zu folgender Konklusion: 0 s. ganz wie in Politische Leberlicht. Berlin, 14. April. Damit im Reichstag rascher und fleißiger gearbeitet werde, ward gestern der Beginn der heutigen Sizung auf 11 Uhr Vormittags anberaumt. Der Zweck ist jedoch nicht erreicht worden. Um 114 Uhr waren blos 24 Mitglieder im Haus, so daß der Präsident noch 10 Minuten mit Eröffnung der Verhandlungen wartete. Zunächst haben wir einen kleinen, allerdings unwesent„ Für jedes deutsche und männliche Gemüth, das Lichen Frrthum in unserem gestrigen Resumé zu berichtigen. im Stande ist, den Angriffen der verworrensten Die Schullehrer, von denen in der Hacke'schen Interpellation und oberflächlichsten Sudler auf geheiligte In- die Rede war, waren nicht Einjährig- Freiwillige, sondern stitutionen unseres nationalen Kulturlebens sittlichen 3orn entgegenzusetzen, kann keinen Augenblick Zweifel be- dienten als Reservisten die den Lehrern gewährte Sechsstehen, daß der Kampf gegen die ruchlose Zerstörung Wochen- Dienstzeit ab. alles sittlichen Glaubens sich vornehmlich dahin Feuilleton. Nachbruck verboten.] ( 86 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. Mit einem Lächeln in den verschwommenen Augen blickte er auf das Baar, das sich vor dem Altar umschlungen hielt und seine großen, harten Hände gegen einander reibend, wartete er bis Stafi für ihn Zeit haben würde. Die Debatte über das sogenannte Arbeiterschutz- Gesetz der ihm hatte folgen wollen, um ihm bei dem Ablegen des Ornats zu helfen, mit einem Winke fortschickend. 2. über Zeit und Art der Abrechnung und Lohnzahlung; 3. sofern es nicht bei den gesetzlichen Bestimmungen be wenden soll, über die Frist der zulässigen Auffündigung, sowie über die Gründe, aus welchen die Entlassung und der Austritt aus der Arbeit ohne Auffündigung erfolgen darf; 4. sofern Strafen vorgesehen werden, über die Art und Höhe derselben, über die Art ihrer Festsetzung und, wenn sie in Geld bestehen, über deren Einziehung und über den Zweck, für welchen fie verwendet werden sollen; 5. sofern die Verwirkung von Lohnbeträgen nach Maaßgabe der Bestimmung des§ 134 Absatz 2 ausbedungen werden soll, über die Verwendung der verwirkten Beträge. Strafbestimmungen, welche das Ehrgefühl oder die guten Sitten verletzen, dürfen in die Arbeitsordnung nicht aufgenom men werden. Geldstrafen dürfen den Betrag des ortsüblichen Tagelohns(§ 8 des Krankenversicherungs- Gesetzes vom 15. Juni 1883, Reichs- Gefeßbl. S. 73) nicht übersteigen und müssen zum Besten der Arbeiter der Fabrik verwendet werden. Das Recht des Arbeitgebers, Schadensersatz zu fordern, wird durch diese Bestimmung nicht berührt. Dem Besitzer der Fabrik bleibt überlassen, neben den in Absatz 1 unter 1 bis o bezeichneten, noch weitere die Drdnung des Betriebes und das Verhalten der Arbeiter im Betriebe betreffende Bestimmungen in die Arbeitsordnung aufzunehmen. Mit Zustimmung eines ständigen Arbeiterausschusses können in die Arbeitsordnung Vorschriften über das Verhalten der Arbeiter bei Benutzung der zu ihrem Besten getroffenen mit der Fabrik verbundenen Einrichtungen, sowie Vorschriften über das Berhalten der minderjährigen Arbeiter außerhalb des Betriebes aufgenommen werden. Die Sozialdemokraten haben hierzu beantragt: " seltsam beklommen zu Muthe: sie hielt die Hand ihres. Mannes fest und hatte nur ein mattes Lächeln für die Stolz und triumphirend wie ein Sieger führte Ambros freundlichen Worte, mit denen die gute Nachbarin sie zu seine junge Frau, deren blühende Farben von der inneren ermuthigen suchte. Um Hannes im Schreiben nicht zu Erregung gedämpft waren, aus der Kirche. Stasi ging wie stören, sprach Frau Carlotta nur mit gedämpfter Stimme im Traume an seiner Seite. Das Häuflein Neugieriger, und so hörte man deutlich die ungemüthliche Musik, die der welches am Ende des Mittelganges harrte, ließ stumm den Nordwind zu dem wunderlichen Hochzeitsmahle machte. Die kleinen Hochzeitszug an sich vorüber; in den Blicken jedoch, kleine Frau konnte sich einer schlimmen Borahnung für das die sich die Leute zuwarfen, stand deutlich das Wohlgefallen Glück des jungen Paares nicht erwehren. Da griff sie rasch an dem jungen Paare zu lesen. nach der Flasche, schenkte die Gläser voll und rief, mit Als Hannes später in der Pfarrstube sich einfand, lag Ambros und Stasi anstoßend: Glück und Segen! Glück auf seiner stark ausgeprägten Stirn ein Schimmer, hervor- und Gegen!" gegangen aus dem kalten Schweiße, der sie in der Einsamkeit der Sakriftei bedeckt hatte. Stafi küßte ihm die Hand, Ohr steckend, ergriff sein Glas und stieß auf das Wohl der Da erhob sich auch Hannes, die Gänsefeder hinter das „ Jezt wird Deine Mutter des ewigen Lebens froh wer; schenkt hatte, sondern mit einem tief dankbaren Blicke." Ich habe den Vater von dem Geschehenen in Kenntniß den," Jüsterte er seiner Nichte zu und füßte sie zärtlich auf Satte sie doch aus diefer Hand erhalten, was sie für ihr gesetzt und ihn für uns Beide um Verzeihung gebeten, höchstes Glück hielt. Ambros aber schüttelte ihm fast den wandte er sich darauf an den Bruder." Ich hoffe zu Das war für Staft das köstlichste Hochzeitsgeschenk, Arm aus dem Gelenke. Hannes blieb ſtill und nachdenk Gott, daß meine Gründe und Vorstellungen sein Herz das ihr hätte gemacht werden können und mit glücklichen lich; dann sette er sich an seinen Arbeitstisch und begann zu wenden werden. Ihr Beide aber möget eingedenk sein, daß Gott Eure Herzen zusammengeführt hat, um durch Thränen stammelte sie:„ Ach, Ohm! Lieber, guter Dhm!" schreiben. Unterdeffen hatte Frau Carlotta ein Essen bereitet, so Eure Liebe der Eltern Frren, Fehlen und Leiden zu Auch Frau Carlotta umarmte und füßte Stafi mit großer Zärtlichkeit und zu Ambros sagte sie:„ Die Manns gut es der farge Inhalt ihres Speiseschrankes und die Gile fühnen." wenn die Mablen geſcheidt wären, thäten sie nimmer heirathen, noch flink aus der Schenke geholt hatte. Hannes trank geleute taugen zwar Alle nicht viel, Gott sei's geklagt, und gestatteten. Auch eine Flasche Wein stellte sie auf, die sie und Sie werden auch nicht besser sein als die Andern; aber wöhnlich nur Wasser. bas sag' ich Ihnen, Herr Falkner, wenn Sie das Kind nicht beide Wangen. nicht verwirrt wie damals, als sie Ambros die Rose ge- Neuvermählten an. Wartet nicht auf mich", murmelte Hannes weiter glücklich machen, dann giebt's keinen schlechteren Menschen, schreibend, und Frau Carlotta winkte den Gästen, sich an ben die liebe Sonne beſcheint.- Und jetzt wollen wir den Tisch zu sehen und zuzulangen. Jedoch nur David ließ machen, daß wir wieder in die warme Stube kommen. Der er sich bedächtig schmecken. Ambros war voll Ungeduld, den Heimweg anzutreten, nachdem er seinen Zweck erreicht Hannes war in der Sakristei verschwunden; den Küster, hatte, und Stafi vermochte nichts anzurühren. Es war ihr " 1 " Er kehrte zum Schreibtisch zurück, schrieb noch einige Beilen, worauf er den Brief faltete und siegelte und Ambros übergab, um ihn auf den Klosterhof zu schicken. Ambros, der schon mit den Augen seinen Hut und Mantel suchte, versprach es leichthin, als ob es sich um eine Gefälligkeit handelte, die nur den Bruder, nicht ihn selbst beträfe. Als er und Stafi aber reisefertig waren, vief er, Hannes die Hand schüttelnd, mit Herzlichkeit: Gott vergelt's Ihnen, daß Sie uns geholfen haben a) Die Ziffern 3 und 5 zu streichen. b) Im Msatz 2 hinter den Worten„Geldstrafen dürfen" zu sehen:'>>> „im Laufe einer Lohnperiode." v) Im Absatz 3 den Schlußsatz zu streichen. w•B�ktesem Paragraphen, der den Arbeiter an Händen und Fußen gebunden dem Arbeitgeber überliefert, ergriff zu- nächst„König" Stumm das Wort, um darzulegen, daß der Ar- verter noch lange nicht ausreichend geknebelt werde— im Interesse des Arbeitgebers liege eine wesentliche Verschärfung, z. B. Erhöhung des Strafmaßes(ein Tagesverdienst statt eines ortsüblichen Tagclohns:c.). Auf diese Rede, welche die wahre Natur des deutschen Unternehmerthums und dessen Ideale mit brutaler Offenheit enthüllte, antivortete zuimchst in a j Hirsch, der ja mit diesem Musterarbeitgeoer ver- schiedcnc Hühnchen zu pflücken hat, sich doch nicht zur ein- fachen Unterstützung des sozialdemokratischen Antrags auf- schwingen konnte,— und dailn Bebel. Dieser hielt Herrn Stumm den Spiegel seiner famosen Fabrikordnung vor(die z. B. d,e Arbeiter nur mit Erlaubiliß des Herrn Stumm heirathen läßt), und zeigte, daß diese Fabrikkönigc genau so despotrsch seien, wie die schlimmsten Feudalherren des Mittel- alters. Er führte auch andere Fabrikordnungen vor und lieferte den Nachweis, daß der sogenannte„freie Vertrag" zwischen Arbeiter und Unternehmer Schwindel und Lüge ist. Bebel unterwarf auch den Wechselbalg der Arbeiterausscküssc einer scharfen Kritik. � Herr von Stumm war von der Bebcl'schen Rede nicht sehr erbaut, es wurde ihm aber ein Pflaster auf die Wunde gelegt, und zwar von dem Herrn Handelsminister, Freiherrn v. Berlepsch, der, um die Harmonie des Klassenstaats und des Unternehmerthums klar zu demonstriren, ebenfalls für eine Verschärfung der Kommissionsfassung plädirte, und die Wiederherstellung der ursprünglichen Rcgierungsfassung wünschte, nach der die Einbehaltling des doppelten orts- üblichen Tagelohns gestattet war. Nachdem der Zentrumsmann S ch ä d l e r nun noch für das„väterliche Züchtigungsrecht", und der Fortschrittler W o l l m e r für etwas manchesterliche Philanthropie ein- lvar, stellte der nationalliberale Unternehmer M ö l l e r sich Mit anerkennenswerthem Much auf Seiten seines Kollegen Stumm, und forderte eine schärfere Formu- l,rung des Paragraphen, der in der Kommissionsfassung die Interessen der Unternehmer aufs Schwerste schädige. Zum Schluß machte Herr S t u ni ni noch einen Versuch, sich als Wohlthäter der Arbeiter hinzu- stellen,~ und es giebt Leute, die meinen, er glaube das wirklich—, und malte die Gefahren an die Wand, welche der Monarchie drohen würden, wenn der Paragraph nicht noch verschärft würde. Bebel er- widerte ihm(die ganz unbedeutenden Bemerkungen des Herrn O e ch e l h ä u s c r zw Gunsten der Arbeiterausschüsse übergehen wir)— und Herr Stunim fand sich so hart bedrängt, daß er noch einmal zu seiner Ver- thewigung das Wort ergriff, ohne jedoch etwas Neues zu sagen. Die Abstimmung erfolgte um 4 Uhr. Der sozialdemo- kratische Antrag, dessen erster Absatz im Laufe der Sitziing zurückgezogen worden ivar, wurde verworfen— desgleichen mit geringer Majorität der Antrag auf Verschärfung des Paragraphen im Sinne des Herrn Stumm. Bios die Konservativen und Nationalliberalen stimmten für„die Rettung der Monarchie"— a la Stumm. Der Paragraph ward hierauf mit ziemlicher Majorität in der unveränderten Kommissionsfassung angenommen. Der folgende Paragraph(134o) lautet in der Koni- missionsfaffung: Der Inhalt der Arbeitsordnung ist, soweit er den Gesetzen nicht zuwiderläuft, für die Arbeitgeber und Arbeiter rechts- verbindlich. Entlassung und Austritt aus der Arbeit dürfen aus anderen als den in der Arbeitsordnung bezeichneten oder den gesetzlichen Gründen nicht erfolgen. Andere als in der Arbeits- ordnung vorgesehenen Strafen dürfen über den Arbeiter nicht verhängt werden. Die Strafen muffen ohne Verzug festgesetzt und dem Arbeiter zur Kenntniß gebracht werden. Tie verhängten Geldstrafen sind in ein Verzeichniß einzu- tragen, welches den Namen des Bestraften, sowie den Grund und die Höhe der Strafe ergeben und auf Erfordern dem in § 139 b bezeichneten Beamten jederzeit zur Einsicht vorgelegt werden muß. Die Sozialdemokraten beantragen: Dem Absatz 1 folgende Fassung zu geben: „Die Arbeitsordnung, sowie jeder Nachtrag zu derselben ist unter Mittheilung der seitens der Arbeiter geäußerten Bedenken dem im§ 139b bezeichneten Aufsichtsbeamten zur Genehmigung vorzulegen. Gegen die Entscheidung des in§ 139b bezeichneten Aufstchtsbeamten ist binnen zwei Wochen die Beschwerde an die höhere Verwaltungsbehörde zulässig." Für diesen Antrag sprach F r o h m e in längeren AuS- führungen. An der Debatte betheiligten sich noch Stumm (wiederholt), Gutfleisch, Möller, Schmidt(Elber- feld), Singer, worauf, unter Ablehnung des sozialdemo- kratischen Antrages, die Kommissionsfassung angenommen wurde, mit der Aenderung, daß der erste Satz des zweiten Absatzes, nach Antrag des„Kartells" also zu lauten hat: „Andere als die in der Arbeitsordnung oder in den ZZ 123 und 124 vorgesehenen Gründe der Entlassung und des Austritts aus der Arbeit dürfen im Arbeitsvertrage nicht vereinbart werden." Die Sitzung wird hierauf nach SVe stündiger Dauer aufgehobcil. Fortsetzung morgen Vormittag 11 Uhr.— Wie wenig Herr Metzner mit seiner Opposition gegen den sozialdemokratischen Antrag zu tz 126(Lehrlingswesen) den Intentionen der Zünftler entspricht, konnte der Abg. Bebel heute erfahren, der von dem berufensten Vertreter einer der größten Innungen ein Schreiben erhielt, in welchem seine Stellilng zur Lehrlingsfrage voll und ganz. gebilligt wurde.— Noch immer schweige»„Kleines Journal", „B ö r s e n-C o u r i e r",„L o k a l- A n z e i g e r",„N o r d- deutsche Allgemeine Zeitung",„Volk" und der„R ei ch s- A nz ei g e r" über das Komplott gegen die deutsche Arbeiterklaffe. Ihr Schweigen haben ge- brachen die„V o l k s- Z e i t u n g",„Freisinnige Zeitung", das„Berliner Tageblatt", die„G e r- m a n i a",„B e r l i n e r Z e i t u n g",„D i e Post" und die„B ö r s e n- Z e i t u n g". Die„Post" schreibt: Der„Vorwärts" entrüstet sich darüber, daß die Arbeit- geber zu den sozialdemokratischen Agitatoren in die Schule gegangen sind und deren Praktiken gegen sie an- wenden. Darauf haben wir schon gestern erwidert: Wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe. Uebrigens unterscheidet sich unser Vorgehen nach jeder Richtung sehr vortheilhaft von dem der Unternehmer. Die nationalliberale„Börsen-Zeitung" sieht wie die„National- Zeitung" in dem Vorgehen der Kühncmann, Verdy, Maybach und Richthofen nichts Ver- werfliches. Im Bunde mit den Unternehmerorganen be- indct sich auch die fromme„Germania", welche sagt, daß Durch unsere Veröffentlichung der Nachweis gebracht werden soll, a l s o n i ch t gebracht sei, daß die Koalitions- srciheit durch die Unternehmer vernichtet werde. An dem Geschenke von 3000 Mark hat das Blatt nichts aus- zusetzen. Das„Berliner Tageblatt" schließt seine ebenso kurzen wie wenig treffenden Ausführungen mit folgenden Sätzen: „Wenn die Fachorgane der sozialdemokratisch-organisirten Arbeiter fast in jeder ihrer Nummern Listen boykottirter Arbeit- geber und Unternehmungen bringen, so ist es nur naiv, wenn die Sozialdemokraten sich entrüstet darüber stellen, daß auch Listen boykottirter Arbeiter verbreitet werden. Wer den Boykott von der einen Seite ruhig als Kampfmittel benutzt, der darf sich nicht wundern, wenn er auch von der andern Seite als solches angewendet wird." Nun ist dies erstens nicht wahr, daß fast in jeder Nummer unserer Fachorgane Boykotterklärungen verössent- licht werden Wenn dies aber auch wahr wäre, so werden die Arbeiter vielfach deshalb bestraft, gegen die Unternehmer ist aber, wie das„Berl. Tageblatt" hervorzuheben unterläßt, trotz offenbarer Gesetzesübertretung nicht vorgegangen worden, obgleich Straf-, Vereins- und Gewerbcgesetz dazu die Hand haben bieten würden. Herr Eugen Richter wird höflich in der ,Freis. Ztg.", wenn er sich gegen den Kommcrzienrath und Fabrikanten Kühneniann zu wenden hat. Er findet einzelne Ungehörigkeiten" durch unsere Veröffent lichung aufgedeckt. Nachdem er diese Ungehörigkeiten aus gedeckt hat, behauptet er, daß die Unternehmer nur das und wenn Sie'mal in der Klemnie stecken, dann denken Sie an mich. Gott soll mich strafen, wenn ich Sie nicht heraus- beißen thu'!" „Am Besten wirst Du mir danken, indem Du Stasi glücklich machst," entgegnete Hannes mit einiger Anstrengung, „und wenn Du das Fluchen läßt," fügte er fester hinzu. „Der.Herr sei mit Euch." Er trat an das Fenster und sah ihnen nach, wie sie rasch gegen die Gader hinschritten, dann neigte er den Kopf und murmelte: „Eoimumatum est!" Frau Carlotta, die ihnen biS vor die Haüsthür das Geleit gegeben und Stasi wieder und wieder geküßt hatte, als ob sie ihre Tochter wäre, seufzte, indem sie in ihre Stube zurückkehrte:„Arme Taube! Arme Taube!" Sie wußte nun aus den Aeußerungen des Kuraten, warum die Trauung so ohne alle Unistände vor sich ge gangen war. Ambros deckte Stasi mit seinem Körper vor den» Sturm, gegen den er die rechte Schulter vorstemmte. David, der sich seinen Hut mit dem Taschentuche fest' gebunden hatte, schlurfte gekrümmt hinter ihnen her. Hätte es das Brausen des Sturmes nicht unmöglich gemacht, so würde Hannes den fröhlichen Jauchzer gehört haben, den Ambros jenseits des FlüßchenS als letzten Gruß zurücksandte Das Jöchl war bereits zu tief eingeschneit, um einen lleber gang zu gestatten; die Wanderer mußten daher den weiteren Weg thalabwärts bis zur Einmündung des Vigil baches bei Zwischenwasser verfolgen. Wie eisig ihnen auch der Nord entgegen wehte, Ambros und Stasi wenigstens fühlten ihn nicht. Ambros brach dessen Gewalt für Stasi und zuweilen ging er rückwärts, um sich an seiner kleinen Frau zu weiden, deren braune Augen ihn aus dem von der Kälte glühenden Gesicht still glückselig anleuchteten. Jenseits der Gader erhob sich über steil abfallenden Wänden der Peitlerkofl, dem der Schnee eine weiße Hals- krause umgelegt hatte. Ambros neckte Stasi, daß sie auf dem Heimwege von St. Lorenzen von dem Jagerbub und seinem Schatz gesprochen, und jetzt wären sie Beide dennoch ein Paar. Stasi blickte ihn mit einem schämigen Lächeln Gleiche gethan haben, wie die Arbeiter. Dies ist unrichtig. und schon von uns widerlegt worden. Uebrigens, wenn dies auch richtig wäre, so hätte sich Herr Eugen an das Sprichwort erinnern sollen von den kleinen Dieben, die man hängt und den großen, die man saufen läßt. Nur die„Berliner Zeitung" und die „Volks-Zeitung" verurtheilen, wenn auch nicht ent- schieden genug, das Gebahren der Unternehmer. Dies ist kein gutes Zeugniß für die Berliner Presse, aber ein Beweis dafür, daß sie nicht die öffentlichen Interessen, sondern lediglich die Interessen des Unternehmerthums vettreten. Morgen werden wir die Urtheile der Provinzpresse über das Komplott veröffentlichen.*). Der Redakteur der ultramontanen„Westfälischen Volk?- Zeitung", Fusangel, setzt neuerdings seine Enthüllungen über die zu niedrige Besteuerung der Bochumer libe- ralen Koryphäen fort. In der„Wests. Volks- Ztg." zieht er interessante Vergleiche zwischen den Einnahmen zunächst des Justitiars des Bochumer Vereins, Dr. W. Baare, eines Sohnes des Generaldirektors, und den von diesem zu zahlenden Steuern und der ihm(Fusangel) auferlegten Steuerlast. Unter Annahme eines Einkommens von 7200 bis 8400 M. ist Herr Dr. Baare zur siebenten Einkommen- steuer- Stufe veranlagt. Die Kommission nahm als Gehalt 6000 M. und als Miethwerth seines Hauses 1200 M. an. Nun ist aber, wie die„Volks-Ztg." weiter ausführt, erst jüngst dem langjährigen Justitiar des Bochumer Vereins ein junger Assessor als Gehilfe mit einem Anfangsgehalt von 6000 M. an die Seite gegeben worden. Es komme hinzu, daß Dr. Baare einen bedeuten- den Nutzwerth saus Kapitalzinsen habe. Die„Volls-Ztg." be- rechnet dieselben auf 12 000 M., das Gehalt inkl. Tantismen u. s. w. aus 18 000 M., dm Miethwerth. aus 2400 M., erhält also ein steuerpflichtiges Einkommen von 32 400 M.; dafür zahle der Inhaber rund 821 Mark an Staats-, Kommunal- und Kirchen- Steuern, während der Redakteur der„Volksztg." von seinem 6000 M. betragenden Gehalt 933 M. zahlen solle. Der kaufmännische Direktor des Bochumer Vereins, tr. Generotzky, steuert in der siebenten Stufe, also eine tufe niedriger als Fusangel. obwohl sein Einkommen auf 36—40 000 M. berechnet wird, der praklische Arzt Dr. Schmidt mit einem Einkommen von 13—20 000 M. ebenfalls in der siebenten, Direktor Freymuth in der sechsten, der Hauptkassirer des Bochumer Vereins und langjährige Kompagnon der Feilen- fabrik Mummenhoff und Stegemann in der sechsten. Die beiden Ingenieure Capelle und Bering zahlen 72 bezw. 60 M. Klassen- steuer. Ingenieur Pin agel, der zugleich Prokurist ist, zahlte im vorigen Jahre 24 M. Klaffensteuer und soll jetzt einige Stufen höher gekommen sein. Der Generalsekretär des Bochumer Ver- eins, Hr. Fritz Baare, ebenfalls ein Sohn des Generaldirektors, beziehe inkl. Tantiemen und Repräsentationskosten 30 000 M.. als Verwaltungsrath beim neuen Stahlwerk 3000 M. und bewohnt eine prächtige Villa mit schönem Garten, welche der Bochumer Verein glänzend ausmöblirt hat und die von der Kommisston auf 900 M. bewerthet ist, während man in Bochum für diesen Preis kaum eine halbwegs anständige Etagenwohnung haben kann. Trotzdem sei Hr. Baare jr. im vorigen Jahre in die sechste, in diesem in die neunte Stufe gestellt worden. Wir haben uns wieder einmal mit dem„Leipziger Tageblatt" zu beschäftigen. Das Kartellblatt hält eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit für nothwendig. Das ist diskutabel. Allerdings ist der Marimal-Arbeitstag, den das nationalliberale Blatt freilich bekämpft, die erste Voraussetzung, um eben die Zwecke zu erreichen, denen die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit dienen soll. Jedenfalls ist es aber ebenso erfreulich wie überraschend, das„Leipz. Tagebl." einen, wenigstens seinem Zwecke nach, so arbeiten freundlichen Vorschlag machen zu hören. Jndeß, wer dem„Leipz. Tagebl." etwas Gutes zutraut, fällt mit Sicherheit jedesmal herein. Man höre und staune, wer nach dem Vorschlage des würdigen Blattes die Ver- sichernng gegen Arbeitslosigkeit ins Leben rufen und ihre Lasten tragen soll. Nur die Arbeiter! Die Sozialdemokratie sei wegen ihrer Grundsätze moralisch verpflichtet, das Recht auf Arbeit bezw. Existenz schon jetzt rn dem Kreise der Bevölkerung, den sie beherrscht, zu verwirklichen. Die Unternehmer sind zu schonen, der Mehrwerth ist sakrosankt (unverletzlich, bei schwerer Strafe). Arbeiter, theilt bruder- lich mit einander; nur verlangt nicht, daß wir etwas hinzu- geben! Wenn wir auf die verrückte Zumuthung, daß für die Sozialisten eine solche Verpflichtung aus ihren Grundsätzen folge, aber eine vernünftige Antwort geben sollen, so heißt an. Plötzlich lief sie mit ausgestreckten Armen auf ihn zu und warf sich an seine Brust. „Juch, juch, mein kleines Fraule!" scholl's übermüthig in den Sturm, und zu Zwischenwasser im Wirthshause, da hielten sie fröhliche Rast.— Zwei Tage später stand der Klosterbauer Morgens auf der Schwelle seines Kuhstalles und überschaute mit Wohlgefallen seine Rinder, die nun wieder ihr Winterquartier bezogen hatten und in langer Reihe an den Krippen standen. Da kam ein kleiner Bursche ans den Hof, der einen Brief in der Hand trug. Seine rolhen Backen waren schwarz von Ruß und die Hand, welche den Brief hielt, war nicht sauberer. Er war der Lehrjunge Wolf Lechners und dem Klosterbauer war er nicht unbekannt. Von wem der Brief wäre? fragte der Klosterbauer gedehnt. Der Junge wies grinsend seine blendend weißen Zahne Daß ein so großmächtiger Mann wie der Klosterbauer das nicht wußte! „Ja, mein Meister schickt ihn", rief ,er und galoppnte davon. Eile mit Weile, so schickte es sich für den Großbauer Der Klosterbauer steckte den Brief in die Tasche, sah noch eine Weile dem Fressen der Rinder zu. ging dann zu den Dreschern auf der Tenne und warf noch erst einen Blut in den Pferdestall, alles mit Gemessenheit, ehe er sich m seine Stube begab.,. Breit pflanzte er sich in seinen Lehnstuhl und erbrach den Brief, sah aber zuerst nach der Unterschrist auf der zweiten Seite.. ,, „Ja, was hat mir der denn zu schreiben?" murmelte er, als er den Namen seines jüngeren Sohnes las. Statt sich jedoch darüber aus dem Briefe zu unterrichten, schloß er die Augen bis auf ein Spältchen, was seinem Ge ficht einen lauernden Ausdruck gab. Dann züngelte es wie Triumph um seinen Mund. Nach seiner An- ficht konnte das Schreiben nichts anderes enthalten, als eine Fürbitte, Ambros wieder zu Gnaden anzunehmen und hierin bestärkte ihn der Umstand, daß der Brief durch Wolf Lechners Hände gegangen. Er hatte nach Ambros nicht •) Wir bitten die Genossen allerorts uns die Zeitungen zu übermitteln, welche sich mit unseren Enthüllungen beschäftigen. gefragt, seitdem dieser den Klosterhos verlassen hatte, denn er war überzeugt, daß er sich schon wieder einfinden würde. Mochte Ambros alle Zügel zerreißen, der goldene Zügel, den er, der Klosterbauer, in der Hand hielt, bändigte ihn, und nun hatte er ja auch die Vcrmittclung seines Bruders in St. Martin nachgesucht. O, sie steckten Alle unter einer Decke: die Brüder, der Schmied und Lisei. Aber da kannten sie den Klofterbauer schlecht, wenn sie sich einbildeten, daß er nun auch gleich die Hand Anibros entgegenstrecken wurde. Erst sollte'Ambros noch eine gute Weile zappeln. Er setzte sich behaglich zurecht. „Lieber Vater," begann er zu lesen und bei sich brummte er:„Hat sich was!". �, Plötzlich ging ein Ton durch das Haus, der so fremd, so unheimlich klang, daß Alle, dre rhu hörten, ein Schrecken überkam. Es klang halb wie der'Aufschrei eines wilden Thieres, halb wie das Lachen eines Wahnsinnigen. Die Mägde in der Küche unterbrachen jäh ihre Arbeiten: Lisei flog nach der Wohnstube. Der Anblick, der hier ihr sich darbot, hielt sie zitternd auf der Schwelle fest. Der Kloster- bauer tobte wie ein Besessener in der Stube umher und schlug mit den Fäusten nach allem, dem er nahe kam. Er hämmerte auf den Tisch, gegen den Ofen, die Schränke. Ein Stuhl, der ihm im Wege gestanden haben mochte, lag zerbrochen auf der Erde. Den Brief des Kuraten hatte er kurz und klein gerissen und seine Fetzen waren über den Fußboden zerstteut. Bevor die erschrockene Lisei sich fassen und eine Frage thun konnte, stürmte der Klosterbauer gerade aus die Thür zu, und wäre Lisei nicht schnell bei Seite gewichen, würde er sie niedergerannt haben. Er fuhr zum Hause hinaus und vom Hofe. Die Knechte blickten ihm wie versteinert nach. Alle Würde, ohne die sie ihn bisher sich nicht hatten vor- stellen können, war von ihm gewichen, weggewischt wie der Goldschaum von einem Weihnachtsapfel. Das gesammte Gesinde lief an der Ecke des Wohnhauses zusammen. (Fortsetzung folgt.) tönnen. Arbeiterbewegung. fie: Die Arbeiterklaffe, die Sozialdemokratie thut, was sie Genossen freilich nicht bekommen und die Versammlung mußte| Verbandes begreifen. Schade nur, daß ein Bürgermeister eine fann. Sie kann manches, aber nicht alles. Sie kann tros des strömenden Regens im Freien auf einer Wiese abgehalten solche Vereinsschließung nur vorläufig verfügen kann, und daß schließlich andere Leute da auch noch ein Wörtchen mitzureden die Opfer der Maßregelungen unterstüßen und sie thut es, werden, die der Genosse Leift zur Verfügung gestellt hatte. Um 4 Uhr sollte die Versammlung beginnen; aber lange vor haben. Sie kann in den Massen theilweise die Bildung verbreiten, der festgesetzten Zeit wimmelte es auf der Wiese schon von Män- Unser Bildungsverein entfaltet erfreulicher Weise eine andie der Klassenstaat. ihnen vorenthält, und die Sozialdemo- nern und Frauen, die trotz der schlechten Witterung aus den um- erkennenswerthe Thätigkeit. Am 1. März hat er ein glänzendes fratie hat für die Volksbildung mehr gethan, als die offi- liegenden Ortschaften herbeigeströmt waren. Jetzt glaubte der Stiftungsfest gefeiert, wobei ein paffendes Theaterstück zur Aufzielle, die Staatsschule. Aber der Arbeitslosigkeit kann sie Gendarm sich ins Mittel legen zu müssen; deshalb forderte er führung gebracht wurde. nicht abhelfen nicht eher, als bis sie die politische Macht die erschienenen Männer und Frauen wiederholt auf, sie sollten in ihre Hände bekommen hat. nach Hause gehen, es würde ja doch nur Quatsch geredet werden. Die Tollheit des„ Leipz. Tageblatt" hat nicht einmal Man bedeutete dem Beamten aber einfach, daß man doch bleiben Methode, fie offenbart nur Bornirtheit und blinden Haß.werde, um sich auch einmal die Wahrheit anhören zu Um 4 Uhr wurde die Versammlung unter freiem Himmel" Ohne Lügen geht's nicht. Die„ Nationalliberale RorreKongreß der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter. ( Schluß.) spondenz" will beweisen, daß die Sozialdemokratie den eröffnet und dem Genoffen Friz Zubeil aus Berlin das Wort Salle, 12. April. In der Organisationsfrage nahmen) Kontrattbruch sanktionirt habe, und das thut sie wie ertheilt zu einem Vortrage über die wirthschaftlichen Verhältnisse der Jetztzeit und über Alters- und Invaliditätsversicherung. noch mehrere Redner für Zentralisation oder Lokalorganisation folgt: Herr Liebknecht mag noch so viel Ableugnungen Genosse Zubeil sprach etwa 11/2 Stunde, wiederholt unterbrochen das Wort, ohne viel Neues beibringen zu können. allenbringen, es steht fest, daß die Sozialdemokraten auf dem von dem rauschenden Beifall der Versammelten. Letzten internationalen Arbeiter Kongreß Während der ganzen Versammlung regnete es unaufhörlich, thin- Berlin trat für eine„ lose Zentralisation" ein, d. h. für in Paris den Beschluß gefaßt haben, den 1. Mai, gleich jedoch fiel es keinem einzigen der Versammelten, deren Zahl 300 Vertrauensmänner in Verbindung mit der Agitationstommission. Im Schlußwort empfahl Eämmerer- Riel nochmals die viel auf welchen Wochentag er falle, als Arbeiter- weit überſtieg, ein, nach Hause zu gehen, sondern alle blieben so Bentralisation. Bei der Abstimmung fiel zunächst die von GasDamit hat die Sozial- lange, bis die Versammlung geschlossen war. Selbst die Honomann Berlin eingebrachte Resolution, welche wesentlich die Festtag zu feiern. Demokratie den Kontraktbruch geradezu rationen des Ortes, der Ortsschulze, der Förster und der Bahn- Aufrechterhaltung der Lokalorganisationen forderte, mit 27 gegen fanttionirt. Denn wir möchten die Arbeitsverträge meister, die ebenfalls erschienen waren, blieben trotz des Regens, 14 Stimmen. Mit 26 gegen 15 Stimmen wurde sodann eine der besonders gegen Schluß der Versammlung geradezu unerträg Resolution angenommen, welche die Zentralisation als sehen, in denen der 1. Mai als Feiertag zwischen lich wurde, bis zum letzten Augenblicke zur Stelle. die zur Zeit zweckmäßige Organisationsform bezeichnet Arbeitgeber und Arbeiter ausbedungen ist." Das war die erste Versammlung, welche hier abgehalten und erklärt, daß, von der Magenfrage" ausgehend, Bei der köstlichen Logik und dem eben so köstlichen wurde und man kann mit dem erzielten Erfolg ganz gut zu die indifferenten Arbeiter zum Klassenbewußtsein zu er Stil wollen wir nicht verweilen wir wollen blos die frieden sein. Denn wenn trotz des schlechten Wetters die Verziehen sind. Pflicht jedes Delegirten soll es sein, diesen unverschämte Fälschung annageln, welche dadurch versammlung noch so gut besucht war, so darf man auf einen noch Beschluß zu respektiven und zu befolgen. Das Fachblatt„ Der deckt werden soll, daß der Arbeiter fe stt a g" in dem fol- besseren Besuch hoffen, wenn eine Versammlong bei schöner Arbeiter", mit welchem man allgemein zufrieden ist, bleibt Fachgenden Satz als Feiertag", d. h. Tag der Arbeitsfeier Witterung abgehalten wird. Jedenfalls hat aber die Versammaufgeführt wird. Die Fälscher wissen sehr wohl, daß in lung und der Vortrag des Genossen Zubeil hier großen Eindruck organ. Sitz der Organisation ist Hamburg, Sitz des Ausschusses gemacht und man darf getrost annehmen, daß die Lehren der Berlin. In den Vorstand wurden gewählt: Pein- Hamburg Paris von einer Arbeitsfeier bei dieser Gelegenheit Sozialdemokratie hier Wurzel gefaßt haben und daß sie sich im( 23 Stimmen) als erster und Tesch- Hamburg( 28 Stimmen) als zweiter Vorsitzender, Lange Hamburg( 32 Stimmen) als gar nicht die Rede war, und daß bei einer anderen Gelegen- Laufe der Zeit immer mehr ausbreiten werden. erster und Kreuz- Hamburg( 23 Stimmen) als zweiter Kassirer, heit, wo die Rede davon war, der Gedanke von der großen Sämmerer- Riel( 23 Stimmen) als Schriftführer. Zum Redakteur des Fachorgans wurde einstimmig 2ange gewählt. Mehrzahl des Kongresses, und namentlich von den deutschen Eine weiter noch angenommene Resolution mißbilligt AnDelegirten, energisch zurüdgewiesen ward. Was griffsftveits. haben unsere Feinde aber überhaupt gegen uns vorzubringen, Der Gewerkschaftstongreß soll befchickt werden; als Delegirter wenn ihnen die geistige Waffe" des Lügens und Fälschens wurde Bein gewählt. genommen wird? Nach einem Schlußwort von Tesch Hamburg trennte sich an * A. = Gelsenkirchen, 12. April. Der Redakteur der Bergarbeiter Zeitung" Heinrich Möller aus Gelsenkirchen wurde von der Straffammer von der Anklage, einen Obersteiger der Zeche„ Gintracht- Tiefbau" in Freifenbruch in seinem Blatte beleidigt zu haben, freigesprochen, weil er sich zur Zeit des Erscheinens in Haft befand und die betr. Nummer nicht von ihm, sondern von Auf die Immediateingabe der schlesischen Weber dem verstorbenen Karl Beckmann gezeichnet war. Hätten sich der Kongreß unter dem Absingen der Marseillaise. ben Kaiser ist, wie die Schles. 3tg." mittheilt, von dem nun diese Thatsachen, welche offenbar die Freisprechung zur Folge haben mußten, nicht vorher feststellen lassen? Daß Möller wie Mainz, 18. April. Bei einem Theil der hiesigen MöbelMinister für Handel und Gewerbe an die Weber Karl Por- ein schwerer Verbrecher, die Hände übereinandergeschlagen und fabrikanten und Schreinermeister beginnt bereits die Erkenntniß mann und Genossen zu Leutmannsdorf folgender, vom in Sträflingskleidung, aus dem Gefängniß vorgeführt wurde, hat sich Bahn zu brechen, daß sie mit ihrem Vertragsbruch wohl ihren 6. d. M. datirter Bescheid ergangen: felbst nationalliberale Blätter gewundert. Man kann sich darnach Arbeitern während des Winters recht harte Tage befcheert, sich Auf Ihre erneute, Namens der schlesischen Handweber des auch denken, wie es Möller im Gefängniß selbst geht. Es kommt selbst aber schließlich doch am nachhaltigsten geschädigt haben. Eulengebirges unterzeichnete Immediateingabe vom 10. Januar c. hinzu, daß Genosse Möller in hohem Grade leidend ist, was man Der Groll hierüber verführt manche der Herren, mit unendlich eröffne ich Ihnen im Allerhöchsten Auftrage, daß Se. auch auf den ersten Blick erkannte. Würde sich die Angelegenheit kleinlichen Mitteln den Kampf gegen die ausgesperrten Arbeiter zu führen. Besonders verhaßt sind ihnen die Wachposten, welche Majestät der Kaiser und König aus Anlaß Ihrer Immediat- nicht zur Besprechung im Reichstag eignen? die Arbeiter vor den Fabriketablissements und den VerkehrsEingabe vom 28. April v. J. die sorgfältigsten und eingehendsten Untersuchungen über die Lage der Handweber im Herr Lensing ist gegen uns immer mit Berichtigungen bei anstalten aufstellen, um zureisende Gesellen über die Gründe der Eulengebirge angeordnet hatten. Diefelben wurden im vorigen der Hand. Aus den Berichten über Lensing's Reden in den hier bestehenden Differenzen aufzuklären. Ein vor einiger Zeit Sommer vorgenommen und auch auf die Handweber der Kreise rheinisch- westfälischen Blättern aller Parteistellungen geht evident unternommener Versuch, mit Hilfe der Polizei diese Posten aufNeurode und Glatz ausgedehnt. Sie thaten dar, daß sowohl in hervor, daß Herr Lensing, sei es aus Berechnung, sei es aus Un- zuheben, ist kläglich gescheitert. Der Herr Polizeirath hatte näm= diesen Kreisen wie in den Kreisen Schweidnitz, Reichenbach und klarheit, immer sehr vag, undeutlich und zweideutig spricht, so lich damals geglaubt, dieses Poftenstehen als eine vorbereitende Waldenburg die Erwerbsverhältnisse der Berufshandweber feit daß es ebenso schwer für Andere iſt, ſeine Meinung richtig Handlung der in§ 158 der Gewerbe- Ordnung verpönten erklären Jahrzehnten höchst dürftige sind und zur Deckung des färglichsten zu erfassen, wie leicht für ihn, einen Bericht für falsch zu erklären. und aus den allgemeinen Aufgaben der Polizei deduziren zu Lebensunterhaltes nur nothdürftig ausreichen. Die Ursachen In seiner Rede am letzten Sonntag dokumentirte sich diese Gigen können, daß ihr das Recht zustehen müsse, solche zu verhindern. Dieser bedrängten Lage der Berufshandweber liegen einerseits thümlichkeit des Herrn Lensing wieder deutlich; es wird Herrn Das hiesige Organ der Sozialdemokraten hatte es aber damals in der übermächtigen Konkurrenz der mechanischen Weberei und Sensing aber diesmal nicht gelingen, die Folgerungen, die sich bei unternommen, der hohen Polizei einen so lichtvollen Kommentar andererseits in dem überaus zähen Festhalten der Weber an der Rede aufdrängen, abzuwehren. Nach dem Berichte der zu den Bestimmungen der Gewerbe Ordnung zu liefern und der ihrem überkommenen Beruf. Der größte Theil der Handweber Dortm. 3tg." äußerte in der Sonntag- Bersammlung der be- Polizei so gemeinverständliche Eröffnungen über ihre Auffertigt grobe Baumwollen, Halbleinen- und Leinenstoffe, in fannte Bergmann Joh. Weber- Bochum: Die Bergleute gaben Wink ihrer machen, daß sie auf einen zu Behörde alsbald beschloß, sich in Die welchen der Handstuhl nur noch zu unzulänglichen Löhnen mit hätten nichts von einem Anschluß an das Zentrum zu er vorgesetzten dem mechanischen Stuhl fonfurriren kann. Alle bereits in früheren warten. Wenn dem Bedrängten Hilfe tomme, so sei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und-Mehmern fürder nicht Jahren unternommenen Versuche, die Handweber oder ihre Kinder es gleich, von wem.( Zwischenruf Nicht von den Sozial- einzumischen. Da nun dieses Radikalmittel versagte, versuchen zu anderen Erwerbszweigen überzuführen, sind an der durchaus demofraten!) Wer für das Zentrum eintrete, werde von den es die Herren Fabrikanten mit unbedeutenden Chitanen. Die ablehnenden Haltung der Weber gescheitert. Sie wollen lieber bei Bergleuten( foll wohl heißen: Bergwerkbesigern, oder Weber's hiesige Straßenbrücke ist von je zwei Pavillons flankirt, von denen ihrer, eine freie Bewegung gestattenden Hausindustrie ein fümmer- Gedankengang ist wieder einmal unklar, Red. d.„ Vorwärts") nur je einer als Bureau der Brücken- Gelderhebung Verwendung liches Dasein fristen, als sich der strafferen Arbeitsordnung in ebenso gefnebelt, wie von nationalliberaler Seite.( Stürmische findet. In den unbenußten hatten nun bisher bei schlechtem einem anderen lohnenderen Grwerbszweige unterwerfen. Während Unterbrechung. Ruf: Naus, after Maulschwäger! Herunter Wetter die Posten stehenden Arbeiter unter stillschweigender Ge des verflossenen, ungewöhnlich strengen Winters hatte sich die mit dem Kerl!") Bor 1/2 Jahren habe er die Herren Lensing nehmigung der Brückenbeamten Unterkunft gefunden, bis es in Lage der Weber verschlimmert. Trotzdem ist ein allgemeiner und Fusangel gebeten, für die Bergarbeiter einzutreten. Die der vorigen Woche einem fein gekleideten Herrn einfiel, einen außerordentlicher Nothstand auch in diesem Winter nicht ein- beiden Herren hätten geantwortet:" Was gehen uns die dummen Polizeikommissar darauf aufmerksam zu machen, daß diese Parteigetreten. Partielle Nothstände in einzelnen Ortschaften find Kerle an!( Rufe: Pfui!) Lensing habe auch bemerkt, sein früheres nahme" der Beamten gewiß nicht die Billigung ihrer Vorgesetzten durch das Eingreifen der öffentlichen und privaten Fürsorge Gintreten für die Bergleute sei ihm schlecht gelohnt worden. finde. Der Herr Kommissar verbot selbstverständlich sofort die wirksam bekämpft worden. Seine Majestät der Kaiser und Als er( Weber) diese Aeußerung Herrn Fusangel mittheilte, habe Benutzung der fraglichen Pavillons als Unterstandsräume der König legen das Hauptgewicht auf die zur Beseitigung der feit dieser ihm gefagt:„ Lensing ist ein Geschäftsmann". Das sei ein Arbeiter, was wiederum zu fehr auseinandergehenden Aeußerungen Jahrzehnten bestehenden chronischen Noth der Weber zu treffenden Pröbchen, wie man von den Zentrumsleuten behandelt werde. der höheren Gewalten Anlaß gab. Von Seiten der Polizeidurchgreifenden und organischen Maßnahmen und begleiten und was fagte Herr Lensing zu diesen Enthüllungen? Nach verwaltung wurde dem Kommissar nämlich eine Nase von be= die weitere Erörterung und Durchführung dieser Maßnahmen dem Bericht der Dorim. Stg." Folgendes:" Er habe anfangs merkenswerther Länge gebreht, weil er sich um Dinge gefümmert mit warmer Theilnahme. Dieselben bezwecken die Förderung geglaubt, Weber fönne der Bergarbeiter- Bewegung dienen. Nach habe, die nicht seines Amtes feien, während das Kreisamt ihn der Einführung neuer Erwerbszweige in die Weberdistrikte und beffen Rede am 24. Mai sei ihm aber klar geworden, daß Weber seines schneidigen Auftretens halber belobigte. die Ueberführung der Handweber und ihrer Kinder zu anderen ein unklarer Kopf sei, der die Haut mit dem Rocke wechsele. Bradford, 18. April. Bei dem heute Abend hierselbst abErwerbszweigen. Sollen diese Maßnahmen den erwünschten Bor solchen Leuten müsse man sich in Acht nehmen. Die Erfolg haben, so müssen die Handweber selbst die sich ihnen sonstigen( was soll dieses sonstigen" wohl heißen?) Bemerkungen gehaltenen Meeting der ftreitenden Seidenweber kam es zu Ruheftörungen. Die Polizei versuchte die Versammlung zu zerstreuen bietende Gelegenheit des Uebergangs zu einem anderen Beruf Weber's feien Lüge. Lensing's Vertheidigung überzeugt Niemanden. Lensing er-( Weshalb? Red. des Vorw."), wurde jedoch mit Steinen be= bereitwilligst ergreifen. In der Uebergangszeit müssen fie ferner ernstlich bemüht sein, die zur Besserung ihrer Lage mög- fannte schon im Mai 1889 Weber als unklaren Kopf; warum worfen und zurückgetrieben, wobei mehrere Polizisten Verlichen Maßnahmen zu unterstützen, die gleichfalls der Erörterung blieb er gleichwohl in enger Verbindung mit ihm? Herr Lenfing wundungen davontrugen, Hierauf wurde die Aufruhrakte verweiß nicht viel mehr zu sagen, als daß man sich vor Weber in lesen, und eine Abtheilung Infanterie griff mit aufgestecktem unterliegen." Wir können nicht annehmen, daß die schlesischen Weber Acht nehmen müsse. Das aber doch nur deshalb, weil Weber die Bajonett die Menschenmenge an. Nachdem mehrere Arbeiter leicht von diesen Ergebnissen ihrer Bemühungen befriedigt sein Herrn Lensing so unbequemen Enthüllungen gemacht hat. Wo verwundet waren, wich die Menge der Truppenmacht. werden. Uebrigens bleiben die Pläne des Handels- Herr Lensing sich wieder an die Bergleute drängt, wird man minifteriums noch ziemlich im Dunkeln und entziehen sich ihn an das Wort erinnern:" Was gehen uns die dummen baher einer eingehenden Kritik.— oder verhindert worden! Kerle an?" Briefkaffen der Redaktion. Paul G., 58. 1. Was sollte wohl für ein Unterschied fein zwifchen einer lebenslänglichen Verurtheilung und einer solchen Beit Lebens? 2. Wir geben grundsäßlich keine Nathschläge, ob die eine oder andere Kaffe empfehlenswerth ist. G. 5., 100. Der Miethsthaler barf bei der nächsten Lohngilt dieser als geschenkt. Staßfurt. Wir haben schon öfter Gelegenheit genommen, Darüber, daß Streiks nicht durch Maßregelungen, wie fie die verbündeten Herren Kühnemann, v. Berdy und May- auf das Vorgehen unserer Polizeiverwaltung aufmerksam zu Die Maifeier, welche hier wie anderwärts am 3. Mai statt bach geplant haben, verhindert werden, sind wohl alle Renner machen und fügen heute zwei neue Beläge bei. der Arbeiterverhältniffe einig. Biel eher verhindern große, findet, ist von der Polizeibehörde bis auf 10 Uhr Abends bemächtige, tüchtig geleitete Arbeiterorganisationen Streits. fchränkt worden. Haben wir nicht Grund, für diese Vorsicht Ein Beispiel hierfür sind die schweizerischen Arbeiter dankbar zu sein? Unser Fest wird dadurch bedeutend an deiz zahlung abgerechnet werden. Wenn aber die Herrschaft einmal organisationen, welche eine Streif Reservetasse gewinnen und für die gewiß wohlgemeinte Einschränkung der das volle Lohn ohne Abzug des Miethsthalers ausgezahlt hat, so gegründet haben, über deren Leistungen wir einem nicht Festzeit werden wir uns zu entschädigen wissen. Den in Bochum domizilirenden Verband deutscher Berg- J. R., 14. Sie brauchen dem Vormundschaftsgerichte nur Sozialdemokratischen Blatte folgendes entnehmen können: Durch das Bemühen Stefer Streit- Reserve- leute, welcher an hiesigen Orte und in der nächsten Umgebung zu berichten, wenn Sie von demselben zum Bericht aufgefordert Pflegetasse, find im Laufe des letzten Jahres nicht weniger gegen 1500 Mitglieder befitt, hat unsere Polizeiverwaltung werden. Da Sie aber irgend welches Bermögen ihrer Blege= als sirka breißig Streils gütlich beigelegt am 9. April vorläufig geschlossen. Sie nimmi an, daß durch befohlenen nicht verwalten, so wird voraussichtlich ein solcher das Vorhandensein von Mitgliedern in verschiedenen Orten Bericht niemals erfordert werden. Dom 11. März 1850 umgangen fet. 5. 100. Sie müssen jedenfalls den Beginn Ihres GeDer Berner Steinbauermeister Verein hat das Vereinsgefets in ehrlicher Würdigung dieser Thatsache beschlossen, seine Gie legt dieſes deſet nämlich so aus, daß durch dasselbe die werbebetriebes dem Magistrat anzeigen, obgleich Sie GewerbeArbeiter zum Beitritt zu diefer Raffe an ofaliirung politischer Vereine ausgesprochen sei, daß demnach steuer nicht zu zahlen brauchen. Durch Unterlassung der Unzuhalten, damit in Butunft konflitte eher ein pulitiſcher Berein sich nicht über mehrere Drte erstrecken dürfe. meldung würden Sie sich strafbar machen. Zu Beiträgen für vermieden werden, und die Schlossermeister Sm Anschluß hieran ſieht sie in dem Umstande, daß auch in die Altersversicherung sind Sie berechtigt, aber nicht verpflichtet. in Lausanne richteten an die Leiter der Kaffe ein Dank- Staßfurt Mitglieder jenes Verbandes sind, den Beweis erbracht, daß in Staßfurt fchreiben für ihre erfolgreiche Thätigkeit.- ben Berfehr von Gin ſelbſtändiger Berein exiſtire und findet in schriftliche Erkenntniß haben, bringen Sie dasselbe uns. Wir dem Staßfurter Mitgliedern mit der Bochumer GeK., Kgs- Wusterhausen. 1. Wenn eine Wohnung für jähr Das ungarische Gesetz über die Sonntagsruhe schäftsstelle die Handhabe, um auf Grund von§ 8b und§ 8 tritt nach 3 Monaten in Kraft. Der 19. Juli ist der erste Afined 2 des Gesetzes vom 11. März 1850 den Verein vorläufig lich 120 W. mündlich gemiethet ist, so sind beide Theile baran auf ein Jahr gebunden. Der Wirth braucht den Miether nicht Es mag für den töniglichen Bergrath Schreiber in der von seiner Verpflichtung zu entbinden, auch wenn dieser für ein Sonntag in Ungarn, an welchem jede gewerbliche Arbeit zu schließen. That eine unangenehme Empfindung gewesen sein, wenn er als Vierteljahr Miethe freiwillig opfern will. 2. Ein Verein kann ruhen muß. Leiter der hiesigen großen fistalischen Salz- Bergwerte es mit an- für von ihm veranstaltete Vergnügungen ein Gintrittsgeld erheben, sehen mußte, daß sogar die fiskalischen Arbeiter sich diesem Verbande, ohne daß deshalb ein Gendarm das Recht hat, das Vergnügen Der wie er wohl vermuthet auf sozialdemokratischen Grund- zu kontrolliren oder mit Auflösung zu drohen. 3. Solch Verlagen fußt, der die Schröder, Bunte, Siegel zu Führern hat, an- gnügen ist an die allgemeine Polizeistunde nicht gebunden. geschlossen haben, daß sie den Siegel fogar zum Delegirten für F. B. 12. Da voraussichtlich in Ihrem Miethskontrakte Den Bergarbeiter- Kongreß" in Paris gewählt haben und seiner die Aftervermiethung untersagt ist, so braucht sich der Wirth und Alt- Golfen( im Wahlkreise Kalau- Luckau). Zum ersten des Bergraths- vaterländischen Vereinigung nur gezwungen einen neuen Miether an Ihrer Statt nicht gefallen zu laſſen Wir können ihm dies, wie gesagt, fann erklären, daß er nur gegen Zahlung einer von ihm zu be Male ist hier am Sonntag, den 12. April, eine sozialdemokra- oder gar nicht beitreten. tische Bersammlung abgehalten worden. Einen Sagt hatten die nachfühlen und seine Befriedigung über die Schließung des stimmenden Summe Ihnen dazu die Erlaubniß ertheilt. Korrespondenzen und Parteinachrichten. D. 1. Solche Instruktion existirt nicht. Sobald Sie das können Ihnen dann mündlich Auskunft geben. Theater. Mittwoch, den 15. April, Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Unfern Freund und B. Schulze, zu ſeinem heutigen Biegen- Graveure! Ciseleure! R. feste ein breimal donnerndes Soch! Oeffentliche Versammlung Sozialdemokratischer Lese- und Diskutir- Klub Rudolph Du weeft doch Bescheed? am Donnerstag, 16. April, Ab. 81/2 Uhr, im Lofale Deigmüller, Alte Jakobstr. 48. Tagesordnung: 226b R. A. B. F. W. Unserm Freund und Genossen. Berliner Theater. Verschollen. Es Adolf Grunau die besten Wünsche Verband und wie stellen sich die Gra zum heutigen Tage senden Lessing- Theater. Thermidor. hat so sollen sein. Deutsches Theater. Die Kinder 221b Die Rothen aus dem Osten. der Exzellenz. Weib. Achtung! 208 Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Unserm Freund und Vereinswirth, Wallner Theater. Des Teufels heutigen Geburtstage ein donn. Hoch! Des Teufels Herrn Jean Frenkel, zu seinem Residenz- Theater. Der selige Tou- Die zielbewußten Maler von Friedenau! pinel. Vorher: Ohne Liebe. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Gavaut, Minard u. Ko. Vorher: Die Ddaliste. Oftend Theater. Uriel Acosta. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Raufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große Spezialitäten Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten Borstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Nur Mark foftet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 22 L ,, Max Kaysen, 1. Der neugegründete Metallarbeiter Sonntag, den 19. April, Abends 6 Uhr, im großen Saale der ,, Berl. Bockbrauerei" am Tempelhofer Berg: veure und Ciseleure dazu. Referent Herr Alwin Gerisch. 2. Diskussion. 162b 3. Wahl eines Mitgliedes zur Agitationskommission. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Gedächtniß- Feier für den verstorbenen Reichstags- Abgeordneten Max Kayser unter gütiger Mitwirkung des Gesang- Vereins ,, Zufriedenheit"; ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Mitglieder- Versammlung Festrede, gesprochen von einem seiner früheren des Kranken- Unterstützungsbunds Großes Uhren- Lager der Schneider Neu! Regulatoren, Nußb., 14% g. gehend, Schlagw. 18 M. Silb. Nem. Uhren von 16 M. an. Otto Eleser, Uhrmacher( Fachmann), Nannyutv.15, pt., Ecke Mariannenftr. ArtistischPhotographisches Atelier Don Carl Graefe, Berlin S., Prinzenstraße 11, empfiehlt sich den Freunden und Parteigenoffen zur Aufnahme von Portraits, am Donnerstag, 16. d. M., Ab. 81/2 Uhr, Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobstr. 32. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Wahl der 2 Beifizer.. 274/4 3. Ersatzwahl der UnfallversicherungsRommiffion. 4. Verschiedenes. Achtung! * Achtung! Kollegen, welche gewillt find in Reichstags- Kollegen. Großes Konzert, unter Leitung des Musikdirektors Herrn Rob. Thiele. Der Reinertrag ist für die ausgesperrten deutschen Arbeiter bestimmt. Eintrittskarten à 30 Pfg. find zu haben bei H. Schimansky, Arndtstraße 25, Hof part.; May Koch, Arndtstr. 10; Ammer, Bergmannstr. 30; G. Wilfchte, Katzbachstr. 1( Ecke Yorkstraße); Albert Auerbach, Rottbuser Damm 7; Otto Klein, Rottbuser Damm 14. Es werden alle Genossen um recht zahlreiche Betheiligung gebeten. J. A.: H. Schimansky. Fachverein d. Tischler. Etablissement Buggenhagen Gruppen, Sandschaft. u. Reproduktionen. Moabit einen Arbeitsnachweis GIIVALAIN am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Bratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben unter Mitwirtung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Coll Neu Empfehle zugleich meinen Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Verfammlungen. 703 F. Sodtke. PassagePanopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Amerikanerin m. 25 cm langem Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Castan's Panopticum. J etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Welt- Restaurant. 97. Dresdenerstraße 97. Tägliches Auftreten der Norddeutschen Sänger, ( 7 Personen), sowie der Duettisten Geschw. Waldmann. 2 Sonnabende und 1 Sonntag, Anfang Mai, ist mein Saal und Garten an Vereine zu vergeben. 227b R. Schröder, Manteuffelstr 9. Maitrank l. 0,75. 552L]. Beyer, Oranienstr. 154. Filiale: Elisabeth- Ufer 47. Genoffen und Freunden empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal Mittagstisch( Hausmannstoft) auch I. in Werfft. Ernst Magnan, Krautstr. 13. 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B. das unerlaubte Schießen verboten wird, schutz- Gesetzgebung an den Fundamenten des Staates rüttele, die in welcher Rolle befinden sich denn die königlichen Behörden dem folgendermaßen: Art an die Wurzel unserer Monarchie legen würde. gegenüber! Es ist kaum anders denkbar, als daß die Behörden Börner( Soz.) 701 St. Abg. Hirsch( dfr.): Das Alles um den Unterschied selbst in einem abhängigen Verhältniß von den Gebrüdern Stumm zwischen ortsüblichem Tagelohn und Tages Arbeitsverdienst! stehen, sonst müßten sie sich entschieden gegen solche Bestimmungen Darum diese pathetische Rede, diese furchtbare Perspektive! Ich auflehnen. Aber so bilden unsere Großindustriellen einen Staat E3 findet also Stichwahl zwischen Börner und Liebenow statt. halte den§ 134 b auch für wichtig, aber für minder wichtig, im Staate und haben es durch ihre soziale Macht so weit geals die allermeisten übrigen Bestimmungen dieses Gesetzes. Herr bracht, daß sie sich Befugnisse beilegen, die von Rechtswegen nur Am 19, November 1889 erhielten: v. Stumm vergißt gänzlich, daß für die Arbeitgeber weder ein Behörden zustehen. Die sächsische Staatsbahnverwaltung Befähigungsnachweis noch eine Altersgrenze vorgeschrieben ist; hat vorgeschrieben, daß die aufzunehmenden Arbeiter in verlangt er im Ernst die unbeschränkteste Autorität, die unbedingte den Werkstätten nicht unter 16 und nicht über 35 Jahre Bei der Stichwahl am 12. Dezember 1889 fielen auf Richter Strafgewalt des vielleicht blutjungen Arbeitgebers über Leute mit alt sein sollen. Wenn eine ähnliche Bestimmung von Privatgrauen Haaren, die um den Staat im Krieg und Frieden sich unternehmern erlassen wird, wo sollen wir denn hin? Daß 844, auf Börner 760 Stimmen. verdient gemacht haben? Unseren Wünschen entspricht es über eine untere Verwaltungsbehörde im Königreich Sachsen es haupt nicht, den Fabrikbesizern ohne Weiteres, blos weil sie nicht wagen wird, gegen eine solche Fabrikordnung einer Arbeitgeber sind, die Befugniß zu geben, die Arbeiter zu strafen; Staatsbehörde Einspruch zu erheben, unterliegt keinem Zweifel da wir nicht mehr erreichen konnten, haben wir wenigstens die und ebenso wird es in Preußen sein. Ueber alle Vergehungen Höhe der Strafe heruntergesetzt. Eine solche Strafe kann ja des Arbeiters entscheidet allein der Arbeitgeber, der Arbeiter hat täglich erhoben werden. Wir können freilich auch den Antrag, feine Macht dagegen. Eine große Zahl von Fabrifordmungen daß solche Strafen nur einmal während einer Lohnperiode er schreibt vor, daß die Arbeiter ihre Genossen denunziren sollen, Am Tische des Bundesrathes: von Berlepich, 2oh- hoben werden sollen, nicht annehmen, denn Disziplin muß sein, wenn diese sich gegen die Interessen ihrer Arbeitgeber vergehen. aber die Bestrafung durch Entziehung des ortsüblichen Tage Durch die Vorschriften auf den kaiserlichen Werften, wonach die Das Haus setzt die zweite Berathung der Gewerbe- rd- lohnes ist schon eher zu hart als zu milde. Und nun be- Arbeiter die Arbeit nicht verlassen dürfen, um sich bessere Arbeitsnungs- Novelle( Arbeiterschuh- Gese) bei sehr schwach behauptet Herr v. Stumm, daß von der Erhöhung des Straf- bedingungen zu verschaffen, wird das Koalitionsrecht der Arbeiter maximums nicht blos das Gedeihen der Fabrit, sondern vernichtet. Wo bleiben da die schönen Versicherungen, die man auch alle Autorität in Kirche und Staat abhängt! Das kann uns fortgesetzt macht, daß man das Koalitionsrecht der Arbeiter § 134 a schreibt vor, daß für jede Fabrik, in der regelmäßig ich nicht fassen. Es giebt noch eine ganze Reihe wirksamer nicht antasten will? Auch die politische Gesinnung der Arbeiter mindestens 20 Arbeiter beschäftigt werden, innerhalb vier Wochen moralischer Mittel zur Aufrechterhaltung der Autorität, wird auf den kaiserlichen Werften bestraft. Was der Arbeiter in nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes oder nach der Eröffnung Verweise, private und öffentliche, Verwarnungen mit Androhung politischer Beziehung außerhalb seiner Arbeitsstellung thut, geht des Betriebes eine Arbeitsordnung zu erlassen ist. Für der Entlassung u. s. w. Nicht blos die Entlassung selbst. Die den Unternehmer nichts an. Wird nach§ 134 b eine Bestimmung einzelne Abtheilungen des Betriebes können besondere Arbeits- Ordnungen erlaffen werden. Der Erlaß erfolgt durch Aus- Entlassung ist gewiß eine harte Strafe, aber blos um nicht zu unmöglich werden, wonach den Arbeitern die Betheiligung an diesem Mittel greifen zu müssen, das Strafmaximum so außer- politischen Vereinen irgendwelcher Art verboten ist? Bei einem hang. ordentlich zu erhöhen, dazu können wir uns nicht verstehen. späteren Paragraphen müssen wir eine besondere Behörde Abg. Wurm befürwortet den sozialdemokratischen Antrag, Biel wichtiger erscheint mir, daß in diesem Paragraphen zum installiren, welche darüber wacht, daß solche Bestimmungen die Beschränkung dieser Vorschrift auf Fabriken mit mindestens ersten Mal die Arbeiter Ausschüsse in die Gewerbe- unmöglich sind. Unsere Anträge, die Ziffern 3 und 5 20 Arbeitern zu streichen. Die Grenze sei mit 20 Arbeitern hinausgerückt; auch in Fabrikbetrieben mit weniger als 20 Arbeitern Ordnung aufgenommen und mit einer bedeutsamen Funktion ver- zu streichen, müssen wir, nachdem die Abstimmung bei§ 125 und hinausgerückt; auch in Fabritbetrieben mit weniger als 20 Arbeitern sehen werden. Damit wird das Ideal eines mehr genossenschaft- 134 gegen unsere Auffassung ausgefallen ist, zurückziehen. In fei eine feste Arbeitsordnung unerläßlich, damit der Arbeiter in solchen lichen Verhältnisses in den gewerblichen Betrieben in gewissem Fällen, wo es sich um einen von dem Arbeiter angerichteten Fabriken nicht der Willkür des Arbeitgebers ganz und gar über- Sinne verwirklicht, eine gewisse beständige Fühlung zwischen den Schaden handelt, verlangen wir, daß über einen solchen Fall nicht lassen werde. Auch früher habe man schon bei regelmäßiger Be- beiden Parteien hergestellt. Die Sozialdemokraten befinden sich der Arbeitgeber entscheidet, sondern das Gewerbegericht, an welschäftigung von 10 Arbeitern den Betrieb als Fabrikbetrieb erflärt, ebenso gelte ja die Zahl 10 als Mindestzahl für die unfall- sie bekämpfen die Arbeiterausschüsse, und doch beruhen ihre Ar- nicht mit dem Arbeiter verständigt. Die Arbeiterausschüsse dieser Institution gegenüber in einer inkonsequenten Haltung; ches sich der Unternehmer sofort zu wenden hat, wenn er sich versicherungspflichtigen Betriebe. Abg. Hartmann( dk.) bekämpft diesen Antrag. Wäre es den wirken Arbeiter und Arbeitgeber zusammen. Die soziale danach sind sie nicht, was sie sein sollen: von den vorgeschlagenen Form ab, denn beitskammern nur auf vergrößerten Arbeiterausschüssen. In bei- lehnen wir in nach dem Wunsche der Konservativen gegangen, so würden die Es liegt vollGrenzen noch höher gelegt worden sein. Die feinen Betriebe Frage ist ja mit diesen Ausschüssen nicht gelöst; aber Arbeitern frei gewählte Vertrauenskörper. Neben den Ar- ständig in der Hand der Unternehmer, wie sie die Arbrauchen keine gedruckten Arbeiter- Ordnungen, da können sich beiterausschüssen bleiben die nationalen Gewerkvereine eine beiterausschüsse zusammensetzen wollen. Die Arbeitskammern sind Arbeitgeber und Arbeiter direkt verständigen; für die großen Be- Nothwendigkeit. Die Wohlfahrtseinrichtungen halte ich in der ganz was Anderes, sie sind für größere Bezirke gewählte Vertriebe sei dies aber in der That unerläßlich. Dem Arbeitgeber That für etwas Wohlthätiges, Segensreiches für beide Theile, tretungskörper und öffentliche Behörden. Die Arbeiterausschüsse folle fein Opfer auferlegt werden, welches nicht nöthig ist. In erkenne aber an, daß eine große Zahl schwerster Mißbräuche sich haben gar keine selbständige Initiative, sondern können nur ihre Gachsen liegt jetzt die Grenze bei 30, und das habe sich sehr daran knüpfen. Bezüglich dieser Mißbräuche behalte ich mir die Meinung über das äußern, was den Arbeitgebern gut dünkt. Unter Ablehnung des Antrages Auer und Genossen wird der Stellung eines besonderen Antrags für die dritte Lesung vor. Daß solche Scheineinrichtungen ihren Zweck verfehlen, unterliegt Unter Ablehnung des Antrages Auer und Genoffen wird der Bezüglich der minderjährigen Arbeiter sind wir in erster Linie feinem Zweifel. Außerordentlich bedenklich ist, daß die Arbeiter§ 134a unverändert angenommen. Nach§ 134b muß die Arbeitsordnung Bestimmungen ent- für Streichung und nur eventuell für die Beschränkung der Beausschüsse, die völlig in der Hand der Arbeitgeber liegen, den Arstimmung auf die Arbeiter unter achtzehn Jahren. beiter unter 21 Jahren unter ihre Vormundschaft stellen können. bewährt. halten: Lohnbeträge. zu weit war in der Abg. Bebel( Soz.): Die Bedeutung, welche Herr v. Stumm Es kann diesen Arbeitern z. B. verboten werden, einem Verein 1. über Anfang und Ende der regelmäßigen Arbeitszeit, fo- diesem Paragraphen beigelegt hat, wird selbst seine Freunde über- anzugehören. Es kann ihnen befohlen werden, zur Kirche zu wie der Pausen; rascht haben. Die Aufhebung der Eisenzölle 1873 hat nicht die spätere gehen u. dergl. Der Arbeiter soll ein vollständig freier Mann 2. über Zeit und Art der Abrechnung und Lohnzahlung; 8. über die Frist der Auskündigung, sowie über die Gründe, furchtbare Krisis für die betreffende Industrie herbeigeführt, hat sein, der nur seine Arbeitskraft für eine gewisse Zeit den Unteraber für die Jadustriellen den Vortheil gehabt, daß sie ihr die nehmern verkauft. Außerhalb der Arbeit hat ihm Niemand etwas aus welchen Entlassung und Austritt ohne Auffündigung er Hauptschuld an der Krisis zuschieben konnten. Die Krifis zu befehlen. Diese Bestimmung verlegt auch ſtaatsbürgerliche folgen darf; felbst eine Folge der Ueberproduktion der Rechte, denn nach dem preußischen Vereinsgesetz tönnen bereits 4. über Art und Höhe der Strafen, die Art ihrer Festsetzung, milliardenperiode. In der Hauptsache können wir mit Leute unter 18 Jahren politischen Vereinen angehören.( Beifall über Verwendung und Verwendungszweck; 5. über die Verwendung der etwa nach§ 134 verwirkten bem§ 134b einverstanden sein, benn er verbessert nach bei den Sozialdemokraten.) manchen Richtungen den bisherigen Zustand, wir wollen Minister v. Berlepsch: Erhebliche ernste Bedenken gegen aber noch weiter gehen. Daß der Abg. von Stumm, die Geldstrafen als nothwendiges Mittel zur Aufrechterhaltung Strafbestimmungen, welche das Ehrgefühl oder die guten dessen Fabrikordnung zu den härtesten in Deutschland gehört und der Disziplin sind in der Kommission nicht vorgebracht worden; Sitten verlegen, dürfen in die Arbeitsordnung nicht aufgenommen Strafbestimmungen wie feine andere enthält, durch die Rom- die Uebertragung der Befugniß zur Festsetzung von Konventional werden. Geldstrafen dürfen den Betrag des ortsüblichen Tage- missionsbeschlüsse ganz niebergedrückt ist, begreife ich; danach strafen ist mit den hier vorgeschlagenen Bestimmungen und mit Lohnes nicht übersteigen und müssen zum Besten der Fabrit ver- müssen die Gebr. Stumm in Neunkirchen ihre Fabrikordnung ganz bem Gefeße sehr wohl vereinbar; eine Beschränkung dieser Be wendet werden. Weitere die Ordnung des Betriebes und das und gar abändern. In der Kommissionsfassung ist nicht gesagt, fugniß existirte bisher überhaupt nicht, sie wird durch dieses Verhalten der Arbeiter im Betriebe betreffende Bestimmungen wie oft die höchste Strafe verhängt werden kann, wir beantragen Gesetz in die Gesetzgebung eingeführt. Verweise und Veraufzunehmen, soll dem Arbeitgeber überlassen bleiben. daher, daß dieses Strafmaß nur einmal in einer Lohnperiode warnungen könnten von erheblicher Wirkung sein, aber andererNach einem Zusatz der Kommission können mit Zustimmung erreicht werden darf. In der Schweiz, namentlich der Ostschweiz, feits giebt es viele Betriebe, wo kräftige, wirksame Strafeines ständigen Arbeiterausschusses in die Arbeitsordnung Vor- find schon seit Jahren die Bußen in den meisten Fabriten gänzmittel nicht entbehrt werden können, wo gefährliche Maschinen schriften über das Verhalten der Arbeiter bei Benutzung der zu lich aufgehoben und die Schweizer Fabrikinspektoren erklären sich und große Arbeitermaffen zusammen kommen, besonders wenn threm Besten getroffenen, mit der Fabrik verbundenen Einrich- in dem letzten Bericht gegen die Bußen oder wenigstens für eine dabei fluttuirende Elemente in Betracht kommen. Die Vorlage tungen, sowie Vorschriften über das Verhalten der minderjährigen bedeutende Ermäßigung derselben. Was wir hier grundsätzlich hatte den doppelten ortsüblichen Tagelohn als Maximum vorge Arbeiter außerhalb des Betriebes aufgenommen werden. vertreten, ist nicht blos eine sozialdemokratische Forderung, son- schlagen. Bis jetzt ist in feiner Gesetzgebung diese Befugniß Abg. v. Stumm beantragt, Geldstrafen bis zur Höhe des dern wird auch von allen humanen Unternehmern und Aufsichts- fallen gelaffen worden. Die Schweiz zieht überhaupt keine beamten gefordert. Nach Stumm's Auffassung ist die Disziplin Grenze. In der Kommissionsfassung liegt ein sehr ernstes Bedurchschnittlichen Tagesarbeitsverdienstes zuzulassen. Die Abgg. Auer u. Gen. wollen die Ziffern 3 und 5 streichen, nur mit ganz exorbitanten Mitteln aufrecht zu erhalten, aber in denken, denn der einfache Tagelohn als Maximum ist zu niedrig. Geldstrafen in der angegebenen Höhe nur im Laufe einer Lohn- jedem Betriebe könnte auch ohne Strafen das Maß von Disziplin Das hat schon Herr v. Stumm nachgewiesen. Thätlichkeiten periode" zulaffen und beantragen endlich auch die Streichung des aufrecht erhalten werden, das der Geschäftsbetrieb erfordert. gegen Mitarbeiter, Verstöße gegen Vorschriften zur Sicherstellung Disziplinlosigkeit und Anarchie wollen und Anarchie wollen wir nicht. Aber des Betriebes, Verstöße gegen die guten Sitten müssen höher be von der Kommission beschlossenen Zusages. schränken. legen haben. fanttionirt. Die freisinnigen Kommiffionsmitglieder Abgg. Gutfleisch, es darf nicht stets der Zuchtmeister vor dem Arbeiter stehen, straft werden können, besonders da die Strafe nicht zum Besten Kirsch u. Gen. wollen die Vorschrift des letzten Sahes ber der ihn mit harten Strafen auf seine Pflicht aufmerksam macht. des Arbeitgebers gezahlt wird, sondern zu gemeinnüßigen Kommissionsbeschlüsse, betreffend das Verhalten der Arbeiter Iſt denn bei den Unternehmern eine Integrität des Charakters Zwecken verwendet werden muß. Der Reichstag sollte nicht außerhalb des Betriebes auf die Arbeiter unter 18 Jahren be- vorhanden, die den Mißbrauch dieser Befugniß ausschließt? Herr zögern, dem Unternehmer die Mittel zu gewähren, deren er be Nach einem Antrag Bebel sollen Bestimmungen über das v. Stumm schreibt den Arbeitgebern die Rolle eines Erziehers darf, um Zucht und Ordnung in seinem Betriebe aufrecht zu er Arbeitern zu. Sie follten zunächst einmal erſt balten. Wenn die Recht des Arbeitgebers, Schadenersatz zu fordern, in der Arbeits- ihre Söhne richtig erziehen. Das Verhalten unserer Studenten würde das Richtigste sein, den Antrag Stumm anzunehmen. auf den Hochschulen beweist nicht, daß die Unternehmer die Er- Abg. Schädler( Bentr.): Wir stehen auf dem Boden der ordnung nicht aufgenommen werden.. Abg. v. Stumm: Wir stehen hier vor einer der folgen ziehungsaufgabe lösen können, welche fie gegenüber ihren Arbeitern Kommissionsbeschlüsse. Die eingebrachten Anträge gehen mir nach Viele Unternehmer tann man nicht als beiden Seiten zu weit. Die Geldstrafe im Maximum nur einschwersten Abstimmungen, welche dem Reichstage jemals obge- übernehmen wollen. 13 hier der freie Arbeitsvertrag zwischen Muſter den Arbeitern hinſtellen; ſie müßten erſt einen Befähi- mal innerhalb der Lohnperiode schwächt die Wirksamkeit der Strafe Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch eine Reihe von gefeß- gungsnachweis als Erzieher erbringen. Wir sind eigentlich gegen zu ſehr ab; das Maximum in Höhe des burchschnittlichen Zages lichen Vorschriften beschräult werden. Die staatliche Einmischung alle Strafen, da wir aber damit nicht durchkommen, wollen wir arbeitsverdienstes ist mir zu hoch; denn der Arbeiter könnte für in die gewerblichen Berhältnisse würde damit in aller Form wenigstens bie möglichste Beschränkung. Ich bin nicht sicher, daß ein mäßiges Vergehen oder Versehen mit seinem ganzen TagesIch kann mich auf diesen Standpunkt nicht die neuen Fabriforbringen en witch ausfallen, wie sie verdienst bestraft werden, von dem doch nicht nur er, sondern ohne Vorbehalt stellen. Am besten für Arbeiter und Arbeitgeber nach§ 134b ausfallen follen. Die Strafbeftiminungen sollen auch seine Familie leben muß. Sehr erfreulich ist es, daß Derr ist es, wenn die Einmischung der staatlichen Organe von dem Ghrgefühl und gute Gitten nicht verlehen Gs wird jedoch alles Bebel für die Aufrechterhaltung der Disziplin unter den Arbeitern Arbeitsverhältniß jerngehalten wird. Auch der Staatsrath hat beim Alten bleiben. Bon den 50 Paragraphen der Fabrikordnung der eintritt. Die Mittel dazu sind einmal Prämien, bann Mayfich im Prinzip gegen die Einmischung eines Dritten in diese Gebr. Stumm in Neunkirchen enthalten 36 Strafbestimmungen nungen, Verweise, Warnungen mit Androhung der Entlassung, wenn man von dieser Hauptstreitfrage absieht, das in der Vor- Sie macht mehr den Eindruck eines Straf Gesetzbuches. Nach den; es wird daher die Verhängung von Geldstrafen, d. h. von allen Meistern und Arbeitern wat, als es nach dem Beschlusse der Kommission sein soll; ich gerichtliche Klagen auf zu geben auf verheirathen, ohne haben die Kommissionsbeschlüsse Bedenken. Gins derselben liegt Lagelohns den bem Chef davon Nachricht zu geben.( Gettere in schweren wider in" blichen Tagelohn". Dadurch werden verschiedene burchschnittlichen Arbeitsverdienst zu setzen. Auch der Staatsrath handelnde werden mit 3 bis 10 M. bestraft, in schweren Fällen Vergehen mit derselben Strafe belegt. Wäre es nicht lat but ich gegen die Feftfehung eines Maximums überhaupt erklärt tritt Entlaffung ein af ein Gingriff in die Rechte der eine Unterscheidung zwischen Vergehen und Vergehen einleichte und schwere zu unterscheiden, freien Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeiter überlassen Heirathen verbieten. Solche Bestimmungen betragen fich nicht welche lettere bann schärfer zu ahnden wären? und prinzipiell halte ich dafür, daß die Höhe der Strafen der Arbeiter, denn danach kann der Arbeitgeber den Arbeitern das treten zu lassen, Krantentassen- und Unfallversicherungs- Gesetz mit unseren Anschauungen von Menschenwürde, und die Arbeiter Anderes ist ein einmaliges Verspäten und das Betreten eines figiren bis zu 20 M. Die Strafe der Bahlung eines orts- geber abhängig möglich bleiben, beim aber froß brennender Pfeife. Bleiben wir dennoch auf dem Boden der figiren ein viel höheres Strafmaximum; im Krankenkassen- Gefeß würden sich das nicht gefallen laſſen, wenn sie nicht vom Arbeit- Raumes, in dem leichtentzündliche Stoffe sich befinden, mit üblichen Tagelohns von 90 Pf. etwa ist kaum ein Nadelstich für des§ 134b noch möglich bleiben, denn die Fabrikordnungen sollen Kommissionsbeschlüsse stehen, so thun wir es, weil nicht in jebem einen) Monteur, der 6 M. täglich verdient; sie ist kaum fühlbar von den unteren Verwaltungsbehörden genehmigt werden, in Falle sofort der ganze Tagelohn als Strafe eingezogen wird. für den Arbeiter, der den Bestimmungen über die Sonntagsrube Preußen also von den Landrathen, in Sachsen von der Amts- Eine Bereicherung des Arbeitgebers kann nicht eintreten, da alle zuwider am Sonntag arbeitet. Ohne starke Erhöhung des Straf- hauptmannschaft. Wenn ich mir einen Landrath wie Herrn Geldstrafen zum Besten der Arbeiter verwendet werden müssen, Buazimums würden überhaupt die sämmtlichen Vorschriften für v. Kleist- Rehom bente, fürchte ich allerdings, daß§ 134 b nicht viel jede Strafe muß ja auch in einem besonderen Buche eingetragen die Sonntagsruhe nur auf dem Papier stehen. Wenn die staat- nützen wird. Die Gebrüder Stumm verlangen von ihren Arbeitern werden, das den Fabritinspektoren vorgelegt werden muggie liche Einmischung so weit geht, dann müßte fie logisch noch viel auch, daß sie durch ihr Verhalten außerhalb des Betriebes der Arbeiterausschüsse begrüßen wir mit Freuden: fie werdent weiter gehen, sie müßte die Arbeitsbedingungen überhaupt regeln, Firma Ghre machen; namentlich ist ihnen das unerlaubte mehr als Scheinausschüsse sein, fie werden ein Vermittelungsund dann wären wir mitten im sozialdemokratischen Staat drin. Schießen auf den Straßen bei Hochzeiten und in der Neujahrs- organ zwischen Arbeitern und Arbeitgebern werden; wir geben. bleiben muß. Etwas dem letzten Absatze des§ 134b gern unsere Zustimmung, weil| gegen die Stimmen der beiden Parteien der Rechten und der fragt. Herr Bischoff verlas unter mehreren Briefen auch der wir den Arbeitgebern und dem Ausschusse die hohe sittliche Auf- Nationalliberalen mit Ausnahme des Abg. Müllensiefen, der An- eines Rittergutsbesizers, welcher einem ehemaligen Lehrer, der zur gabe einer erziehenden Einwirkung auf die Jugend übertragen. trag Gutfleisch- Hirsch gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Schippe hatte greifen müssen, nachrühmte, daß er an ihm eine Wir können darin nicht eine Bevormundung, sondern eine Unter der Volkspartei, der Freisinnigen und des nationalliberalen gute Acquisition(!) gemacht habe. Das wollen wir gern glauben. stützung der Erziehung und der elterlichen Autorität sehen. Abgeordneten Siegle abgelehnt;§ 134b im Ganzen wird Leider haben die Herren Bischoff und Dr. Starcke, welche zwei gegen die Stimmen der sämmtlichen Nationalliberalen und eines und drei Mal auf diesen Punkt zurückkamen und immer wieder großen Theils der Deutschkonservativen und der Reichspartei an betonten, daß die Erdarbeit dauernd und einträglich sei, darüber genommen. teine Zahlenangaben gebracht. Wir wollen ihren guten Glauben nicht in zweifel ziehen; aber wenn man etwas mit so großer Bestimmtheit öffentlich behauptet, dann sollte man doch auch den Beweis dafür erbringen. Wir wiederholen also unfere bereits Abg. Wöllmer( dir.): Nach den Erklärungen des Vorredners wird die Strafbestimmung wohl nach der Kommissionsfassung ungeachtet der Aufforderung des Handelsministers zur Annahme gelangen. Die Herabsehung der Strafmaxima macht Nach§ 134c soll der Inhalt der Arbeitsordnung, soweit er immer weitere Fortschritte. Die Arbeiterausschüsse sind der erste dem Gesetze nicht zuwiderläuft, für Arbeitgeber und Arbeiter Anfang, der Keim zu weiteren Gestaltungen, welche dazu dienen rechtsverbindlich sein. follen, auf das Arbeitsverhältniß gewisse konstitutionelle Formen Abg. Frohme befürwortet die Ablehnung dieses Para- früher aufgestellte Forderung, eine genaue Statistik über die zu übertragen; sie sollen hauptsächlich die Gleichberechtigung der graphen, der den Arbeiter auf eine Arbeitsordnung verpflichten Löhne der untergebrachten Strafentlassenen und über die Dauer Arbeiter auch äußerlich martiren helfen. Ist die hier geborene wolle, deren einzelne Festsetzungen gar nicht genau umschrieben ihrer Stellung zu veröffentlichen. Die Beschaffung des Materials Gestalt eine unvollkommene, so darf man deshalb das Kind nicht seien. In der weiteren Kritik dieser Vorschrift tommt Redner ist für die Leiter des Vereins außerordentlich leicht, da sie ja mit mit dem Bade ausschütten. Die Entfernung aller sittlichen Ge- auf den Verband der deutschen Metallindustriellen zurück, den Pfleglingen und deren Arbeitgebern noch lange Zeit, walten aus dem Arbeitsverhältniß ist nach meiner festen Ueber der sich nach den neuesten Enthüllungen mit der Polizei und den manchmal eine Reihe von Jahren hindurch, in persönlichem oder zeugung auch nicht der Wunsch der Sozialdemokraten selbst, denn oberen Staatsbehörden zum gemeingefährlichsten Anarchismus brieflichem Verkehr bleiben. sonst würden sie auch für dieses Arbeiterschutzgefeß nicht ein- verbunden habe.( Präsident v. 2 evehow rügt diesen Aus- Im Uebrigen wird unsere Kritik auch durch den gedruckten treten können. Die Mitwirkung der Arbeiterausschüsse bei den bruck.) Namentlich bedenklich sei diese Rechtsverbindlichkeit, wenn Bericht über das Jahr 1890 in allen Punkten mehr als bestätigt. Wohlfahrtseinrichtungen der Betriebe billigen wir daher, nicht man die Unbestimmtheit der Strafen und die Willkür der Arbeit- Neben dem wiederholten Hinweis darauf, daß das Ergebniß eraber die Uebertragung von Befugnissen betreffs der Ueber- geber in dieser Beziehung in Betracht ziehe. wachung des Verhaltens der minderjährigen Arbeiter außerhalb freulich, befriedigend u. s. w. und die Arbeit nicht vergeblich Abg. v. Stumm will aus§ 134c die Bestimmung, daß die gewesen sei, lesen wir Klagen über erhöhte Ausgaben und verder Arbeit. Junge Leute von 19, 20, 21 Jahren kann man nicht Strafen ohne Verzug festgesetzt werden sollen, entfernen minderte Einnahmen, über die empfindliche Einwirkung des vom anders bezüglich ihres Verhaltens kontrolliren, als solche von 22, und befürwortet einen dahingehenden Antrag. 23, 24, 25 Jahren. Damit würde man zwei Kategorien von Oberbürgermeister Berlins bekanntlich geleugneten Nothstandes Abg. Gutfleisch empfiehlt einen Kompromißantrag, welcher des vergangenen Winters. Die Zahl der Hilfesuchenden betrug Arbeitern schaffen und ungünstig auf die ganze Gestaltung des eine flarere Fassung der Borschrift enthält, daß im Arbeits- 1889: 3256, 1890: 3423, die der Untergebrachten 1889: 2608, Tameradschaftlichen Verhältnisses einwirken. Sollen diese Be- vertrage teine anderen Gründe, als die in der Arbeitsordnung 1890: 2766, also in beiden Jahren 80 pCt. Daß in den tältesten fugnisse durchaus den Ausschüssen übertragen werden, so mag vorgesehenen oder auf den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften Monaten der stärkste Andrang stattfindet und die Wenigsten man sie beschränken auf die jungen Leute unter 18 Jahren, denn der Gewerbe- Ordnung beruhenden vereinbart werden dürfen und Beschäftigung erhalten können, hat sich auch 1890 wieder mit 18 Jahren beginnt die Strafmündigkeit und hört das Be- bittet im Uebrigen um Ablehnung des Antrages v. Stumm. Als gezeigt. dürfniß einer solchen besonderen Bevormundung auf, es wird zu ,, ein besonders erfreuliches(!) Resultat" Gegen den Antrag von Stumm macht Abg. Schmidt wird es bezeichnet, daß die Zahl derjenigen, welche diesem Zeitpunkte auch die gewerbliche, wirthschaftliche Mündig-( Glberfeld) geltend, daß gerade die Verhältnisse, welche den als ländliche Arbeiter( Knechte, Hofgänger) plazirt wer= feit erreicht. großen Bergarbeiter- Streit hervorgerufen hätten, die Veranlassung den konnten", es wäre richtiger, zu sagen: mußten Abg. Möller( natl.): Wenn wir dies Gesetz noch ver- gewesen seien, die angefochtene Bestimmung in die Vorlage zu von 687 im Jahre 1888, 736 im Jahre 1889 abschieden wollen, halte ich uns bei der Geschäftslage des Hauses bringen. Nichts hätte die Arbeiter mehr erbittert, als die nach auf 1413(!) im Jahre 1890 gestiegen ist. Rechnet man 186 als für verpflichtet, uns kurz zu fassen und werde meinerseits dieser trägliche Festsetzung der Strafe; erst bei der Monatsabrechnung Fabritarbeiter und 829 als Erd- und Ziegelei- Arbeiter Plazirte" Pflicht um so eher nachkommen, als die schweren Bedenken der habe man dem Arbeiter für genullte Wagen, für sonstige Ver- zu diesen 1413 Landarbeitern hinzu, so ergiebt sich, daß von im Unternehmerkreise gegen die Fabrikordnungen, Bedenken, welche ftöße so und so viel abgezogen. Man solle also gerade im Ganzen 2766, Plazirten" allein 2428 als Arbeiter" beschäftigt ich in vollem Maße theile, von anderer Seite schon eingehend Interesse des Arbeiters diese Bestimmung bestehen lassen. vorgetragen sind. Wir hoffen, daß bis zur dritten Lesung eine Abg. Singer: Herr Stumm will dem Arbeiter die Möganderweitige Ordnung der Strafe und des Strafmaximums lichkeit wahren, bei Verhängung einer Strafe den Rekurs an den fich wird erreichen lassen; geschieht dies nicht, so werden wir Chef zu nehmen. Das kann ja auch bei sofortiger Festsetzung in dritter Lesung für den Antrag von Stumm stimmen. der Strafe geschehen. Für die Arbeiter liegt die Sache doch Sämmtliche Sonstige Abänderungsanträge werden wir ablehnen, anders. Die Strafen müssen verhängt werden unter voller für die Arbeiter- Ausschüsse im Sinne und Umfange des letzten Kenntniß der Strafumstände; die Fassung der KommissionsSages des§ 134b werden wir eintreten. vorlage verdient den Vorzug vor dem Antrage v. Stumm. Die Arbeiter können es als ein Recht beanspruchen, daß die Strafe sofort festgesetzt wird. § 134 c wird mit dem Antrage Gutfleisch unter Ablehnung des Antrages v. Stumm angenommen. Um 434 Uhr wird die Fortsetzung der Berathung auf Mitt woch 11 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. wurden. " 1 " " " " " Wenn wir, nicht wie Herr Bischoff zwischen den Zeilen, sondern zwischen den Zahlen lesen, so finden wir noch manche interessante Thatsache, deren Feststellung man allerdings bedauerlicher Weise dem nachrechnenden Leser überlassen hat. Der Bericht unterscheidet die Arbeiter", also Fabrik-, Erd-, Ziegeleiund Landarbeiter, von den übrigen Strafentlaffenen, nämlich den Beamten, Kaufleuten, Buchhaltern, Verkäufern, Aufsehern, Abg. v. Stumm tritt den von den Abgg. Bebel und Hirsch Schreibern, Handwerkern, Kutschern, Gärtnern, Hausdienern. ihm gemachten Vorwürfen entgegen. Die Bestimmungen über Ver1889 befanden sich unter 2608 Untergebrachten 1057, d. h. 401/2 pt. gehen außerhalb des Betriebes werden aus meiner Arbeits- Ordehemalige Arbeiter" und 1551, d. h. 591/2 pet. ehemalige nung und aus allen anderen wegfallen, weil derartige Bestim,, Nichtarbeiter", 1890 befanden sich unter 2766 Untermungen für Vergehen außerhalb des Betriebes nicht mehr in den gebrachten 1081, b. h. 89 pCt. ehemalige Arbeiter" und 1685, Arbeits- Ordnungen enthalten sein sollen. Aber ich werde das 5. h. 61 pt. ehemalige" Nichtarbeiter". Thatsächlich mußten bisherige Verfahren mit derselben Entschiedenheit wie bisher aber 1889 2105, b. h. 81 pet. als Arbeiter" und 503, d. h. durchführen. Niemand kann mich hindern, durch besondere Be 19 pet. als„ Nichtarbeiter", 1890 fogar 2428, d. h. 88 pet. als fanntmachungen zu erklären, daß ich mich um das PrivatArbeiter" und 338, d. h. 12 pet. als„ Nichtarbeiter unterverhalten der Arbeiter wie bisher kümmern werde, daß, gebracht werden. Demnach wurden 1889 von 1551 ehemaligen wer eine Ehe eingeht, wer ein Geschäft anfängt, ohne mir Nicharbeitern" nur 503, d. h. 321/2 pt. einem gleichen und feine Absicht mitzutheilen oder sonst diese Bestimmungen Be- 1048, d. h. 67/2 pet. einem schlechteren" Beruf, 1890 dagegen verletzt, zuerst verwarnt und im Wiederholungsfalle gefünvon 1685 ehemaligen Nichtarbeitern" nur 338, d. h. 20 pCt. digt wird. Diese Art der Ahndung wird eben viel schärfer fein einem gleichen und 1347, d. h. 80 pCt. einem schlechteren" Beals die bisherige, und das will ich durch meinen Antrag gerade ruf zugewiesen. Oder: 1889 hatten unter 2105 als Arbeiter" vermeiden. Von einem Verbot des Heirathens ist übrigens Abg. Rickert beantragt, die Wahl durch Stimmzettel er- Beschäftigten mur 1057, d. h. 50 pCt. früher einen gleichen und bekanntlich in meiner Arbeitsordnung gar nicht die Rede. Die folgen zu laffen, welche die nach der Wählerliste aufgerufenen 1048, d. h. 50 pet. einen befferen" Beruf, 1890 haften dagegen Arbeitsordnung der Gebrüder Stumm soll die härteste in Deutsch Wähler in die Wahlurne zu legen haben. unter 2428 als ,, Arbeiter" Beschäftigten nur 1081, land sein. Die höchsten Strafmaße sind in meinem Betriebe In namentlicher Abstimmung wird nach längerer Debatte der d. h. 4412 pet. früher einen gleichen und 1347, d. h. wohl niemals angewendet worden; die zeitweilige Ablegung, die Antrag Hickert mit 182 gegen 91 Stimmen abgelehnt( dafür 551/2 pet. einen befferen" Beruf gehabt. Das heißt: der härteste aller Strafen, ist bei mir seit vielen Jahren schon an die stimmen Zentrum, Polen und Freisinnige);§ 59 wird unver- Verein hat 1890 feinen Pfleglingen in noch größerem Umfange Zustimmung des Arbeiters gebunden. Bei einem Strafmaximum ändert angenommen. Die§§ 60 und 61, welche Vorschriften als 1889 Stellungen zuweisen müssen, in denen sie länger und von 1,80 oder 2 M. muß ich natürlich die zeitweilige Ablegung über die Wahl enthalten, werden genehmigt, ebenso§ 62 mit der schwerer arbeiten müssen, geringer geachtet, schlechter behandelt öfter zur Anwendung bringen, also die Strafe verschärfen. Für Aenderung, daß die neu gewählten Gemeindevertreter mit dem und erbärmlicher bezahlt werden, und diese Stellungen sollen die Vorschriften, welche meine Arbeitsordnung bezüglich des Ver- der Wahl folgenden 1. April( statt 1. Januar) in ihr Amt ein- noch dazu nach der wiederholten Versicherung der Herren Bischoff haltens der Arbeiter außerhalb des Betriebes enthält, sind mir geführt werden sollen. und Dr. Starde, wie auch des Jahresberichts, nicht etwa nur vorübergehende, sondern dauernde gewesen sein. Das nennt der Bericht ein erfreuliches" Resultat! 68. Sigung vom 14. April, 11 Uhr. Am Ministertische: Herrfurth und Kommissarien. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten rathung der Landgemeinde- Ordnung. Nach§ 59 sollen die Wahlen erfolgen durch öffentliche Stimmabgabe. die Behörde, die Landräthe, die Bürgermeister außerordentlich Ohne Debatte gelangt der Abschnitt V: Gemeindevermögen dankbar. Uebrigens hindert die Arbeiter nichts, in die Arbeits-(§§ 66-71) zur Annahme. Ordnungen hineinschreiben zu lassen, daß auch der Arbeitgeber Der VI. Abschnitt(§§ 72-89) handelt von der Verwaltung Herr Bischoff hat uns vorgeworfen, daß wir dem Verein strafbar sein soll, wenn er sich betrinkt u. dergl.( Lachen bei den der Gemeinden. Steine in den Weg gelegt hätten, statt solche wegzuräumen. Wir Sozialdemokraten.) Der Antrag Schädler ist nicht akzeptabel, denn Nach§ 72 steht an der Spitze der Landgemeinden der Ge- müssen Herrn B. vorwerfen, daß er, statt zuzugeben, daß er die er will die Strafverschärfung für die Verstöße gegen die Ordnung meindevorsteher und ihm zur Seite die Schöffen. Die Abgg. bereits im Wege liegenden Steine nicht wegzuräumen vermag, des Betriebes nicht, wo sie gerade am allernothwendigsten ist. v. Jagow und v. Rauch haupt beantragen, hinter Gemeinde- einfach die Augen schließt und darüber stolpert. Es ist wahrlich Die Schlußausführungen meiner ersten Rede haben natürlich vorsteher bezw. Schöffen in Klammern einzufügen:" Schulze, ein verdienstvolles Wert, die Strafentlassenen durch Sicherung fagen sollen, daß es das Resultat der hier vorgeschlagenen Be- Scholze, Richter, Dorfrichter" bezw.„ Schöppen, Gerichtsmänner, ihrer Existenz vor einem Rückfall zu bewahren, und stimmungen sein wird, daß die Art an die Wurzel der Monarchie Gerichts- oder Dorfgeschworene". der überaus geringen Zahl Derjenigen, die es ehrlich meinen, gelegt wird. Nach einem von der Kommission beschlossenen Zusage können denen die Vereinsthätigkeit nicht Mittel zum Zweck, sondern Abg. Dechelhäuser( natl.) erklärt, daß er auf die Arbeiter- in größeren Gemeinden durch Ortsstatut kollegialische Gemeinde- Selbstzweck ist, wollen wir die Anerkennung nicht versagen. Aber Ausschüsse später zurückkommen werde. Vorläufig gebe er nur vorstände, welche aus dem Gemeindevorsteher und den Schöffen wenn sie ganz ehrlich sein wollen, dann müssen sie zugeben, seiner großen Befriedigung darüber Ausdruck, daß diese Ausschüsse bestehen, eingeführt werden. daß von einem nennenswerthen Erfolg in unserer gegenwärtigen von den Sozialdemokraten angefeindet würden. Gesellschaftsordnung nicht die Rede sein kann. Herr B. hob doch selber hervor, daß seiner Erfahrung nach die jugendlichen Ge fangenen in den meisten Fällen halb oder ganz verweist seien und in allen Fällen der führenden und stützenden Hand entbehrt hätten, daß sie nicht gestrauchelt wären, wenn sie eine beffere Erziehung hätten haben können. Und selbst Dr. Krohne, der Direktor des Bellengefängnisses, gab zu, daß Niemand wissen törme, ob er unter gleichen Verhältnissen nicht ebenfalls ein Ver brecher geworden wäre. Die ungünstigen sozialen Verhältniffe, die so Viele zum Straucheln bringen, das sind die Steine, die wir aus dem Wege räumen wollen! Tokales. Die Aerzte, deren Ansprüche den Krankenkassen gegenüber in neuerer Zeit recht erheblich höhere gegen früher geworden find, erscheinen doch mitunter in den Resultaten ihrer ärztlichen Behandlung und Anschauung recht widerspruchsvoll, namentlich wenn es sich um die Behandlung oder Untersuchung eines Arbeiters handelt. Daß die Aerzte ihre materielle Lage verbessern wollen, verdenken wir ihnen am allerwenigsten; aber mit ihrer Behandlung der Arbeiter hat es von jeher gehapert. Die Raffenärzte waren nicht beliebt, die Fabritärzte scheinen es ebenso wenig zu sein. Ein Árbeiter B. aus Friedrichsfelde schreibt uns :: Fabrit zu Rummelsburg Ich hatte Arbeit in der æ Nach§ 87 a soll dieser Gemeindevorstand an die Stelle des Abg. Bebel: Die heutigen Besprechungen der Arbeitsord- Gemeindevorstehers treten; dem Letzteren soll nur die Aufsicht nung des Frhrn. v. Stumm werden in weiten Kreisen, nament über die Gemeindebeamten bleiben. lich auch bei seinen eigenen Arbeitern, einen anderen Eindruck Abg. Huene beantragt, diesen Absatz zu streichen. machen, als er selbst gehofft hat. Ich weiß ja freilich, daß er Die Nationalliberalen( Avenarius und Genossen) beantragen, jebe Opposition seiner Arbeiter mit den schärfsten und rücfichts- einen neuen§ 87 b einzufügen, wonach durch Ortsstatut Gemeinde lofesten Mitteln bekämpft. Die Behauptung, daß durch die ausschüsse gebildet werden können zur Verwaltung einzelner Geneuen Bestimmungen an feiner Fabrifordnung nichts schäftszweige. Dieselben sollen bestehen aus dem Gemeindevorgeändert wird, ist mir unbegreiflich. Die Maximalfirafe wird steher, den Schöffen und den gewählten Gemeindeverordneten fünftig selbst bei hohen durchschnittlichen Arbeitslohne nur oder auch anderen Gemeindegliedern. 2 bis 21/2 m. betragen, während in den von mir angezogenen In der Abstimmung wird§ 72 nach dem Antrage des Abg. Paragraphen der Arbeitsordnung des Frhrn. v. Stumm feine v. Jagow,§ 87 a mit dem Antrage des Abg. Schmidt- Warburg einzige Strafe unter 3 M. enthalten ist. Die Ausführungen des angenommen, der neu beantragte 87b aber abgelehnt. Herrn v. Stumm beweisen, daß nach dem Inkrafttreten des Um 3/4 Uhr wird die weitere Berathung bis Mittwoch 11 Uhr Gesetzes an den Bestimmungen seiner Arbeitsordnung nicht viel vertagt. geändert werden wird und daß die Willkür des Arbeitgebers feinen Arbeitern gegenüber nach wie vor in Kraft bleiben soll. Wenn man soweit geht, selbst das Heirathen zu verbieten, so ist diese Willfür höchstens noch bei den Junkern anzutreffen, die den Gedanken, daß die ländlichen Arbeiter ihre Hörigen sind, auch nicht fallen laffen können; sie selbst heirathen, ohne irgend Je- Der Verein zur Besserung der Strafgefangenen" mand zu fragen, und manche von ihnen begnügen sich nicht ein- hat sich in seiner am Montag abgehaltenen diesjährigen Hauptmal mit einer Frau.( Unruhe rechts.) Dem Arbeiter aber muß versammlung auch mit uns beschäftigt. Wir hatten, wie unseren Folgendes: auch hier vorgeschrieben werden, wie er sich verhalten soll. Durch Lesern noch erinnerlich sein wird, den Werth der Thätigkeit des die Befürwortung des Stumm'schen Antrages geht der Vereins tritifirt und mehrere Zuschriften von Strafentlassenen, bekommen. Es ist dort üblich, daß jeder Arbeiter, wenn er einHandelsminister fogar über die Regierungsvorlage hinaus, die uns infolge dessen zugegangen waren und in denen die mit gestellt wird, vom Kaffenarzt untersucht und gesund befunden bie Strafen werden für einen Theil der Arbeiter höher dem Arbeitsnachweise- Bureau des Vereins, sowie mit den vor- werden muß. Ich ging nun zum Kaffenarzt und ließ mich fein. Die Herren, welche durch fubtile Unterscheidungen urtheitslosen" Arbeitgebern gemachten Erfahrungen geschildert untersuchen; berselbe erklärte mich für trant. Da ich mir die Frage zu lösen versuchen und glauben, nachweisen zu müssen, waren, veröffentlicht. Am Montag erklärte Herr Kaufmann durchaus nicht bewußt war, leidend zu sein, so ging ich zu einem daß für mancherlei Verhältnisse die festgesetzten Strafen nicht Bischoff, Dirigent des Arbeitsnachweise- Bureaus, die betreffenden Privatarzt, der mich für gesund erklärte. Ich wurde nunmehr in ausreichen, wollen doch beachten, daß nicht gesagt ist, wie oft Artikel seien nicht gerade beleidigend, aber zwischen den Zeilen sei die Fabrit eingestellt und arbeitete einige Tage. Da erklärte der die Strafen verhängt werden dürfen; der Unternehmer tönnte zu lesen, daß der Verein seiner Aufgabe nicht gewachsen sei, und Ingenieur, daß es nicht zulässig sei nach der Fabrikordnung, auch aus einem Bergehen deren mehrere machen und jedes daß es doch nicht schön von den Arbeitgebern sei, wenn sie die einen Arbeiter zu beschäftigen, der vom Kassenarzt nicht für geeinzelne dann mit dem Strafmaximum belegen. Gine ganze Strafentlassenen für einen„ Spizbubenlohn" beschäftigten. Soviel fund erklärt worden ist; ich wurde also zum zweiten Male zum Reihe bisher mit minimalen Strafen bedachter Vergehen werden wir wissen, war das nicht blos zwischen den Zeilen zu lesen, sondern Rassenarzt geschickt. Der meinte nun, es sei zwar nur eine jetzt mit höheren Strafen belegt werden. Die Unternehmer werden wir hatten es mit dürren Worten deutlich und klar ausgesprochen. Kleinigkeit, um die es sich hierbei handle, aber sein Wort nehme jedenfalls in Hülle und Fülle Mittel und Wege finden, die Strafen und unsere Vermuthung, daß mancher Großgrundbesitzer nur des- er nicht zurück, ich sei frant!- Nun ging ich zu einem anderen Privatzu häufen, darum war ein Korrektiv durchaus nöthig, wie wir halb sein Vorurtheil gegen Strafgefangene unterdrücken werde, arzt, der mich ebenfalls untersuchte und gesund befund. Bei dieser es vorgeschlagen haben. Strafen sind nicht die rechten Mittel, weil er auf die billigen Arbeitskräfte spekulire, wurde ja durch Sachlage wurde ich von der Fabrit aus zum dritten Mal zum Raffenarzt geschickt. Der wollte mir aber gar nicht mehr Rede stehen, sondern um die Arbeiter zur Gewissenhaftigkeit in ihrer Arbeit und zur eine der Buschriften in vollstem Umfange bestätigt. Borsicht anzuhalten. In der Hibernia" soll das Unglück nur Wenn es außerdem noch eines Beweises bedurft hätte, daß meinte, ob ich mit ihm Blindekuh spielen wollte. Natürlich habe durch die Ueberarbeitung des betreffenden Arbeiters hervorgerufen wir mit unseren Ausführungen das Richtige getroffen hatten, ich die beiden Privatärzte aus meiner Tasche bezahlen müssen. Der Briefschreiber theilt uns leider nicht mit, ob er die Arsein, die eine Folge der Affordbedingungen wieder war. Lasse dann hat ihn uns gerade die Hauptversammlung geliefert. man deshalb lieber das fluchwürdige Affordsystem in unseren Herren Bischoff und Geh. Ober- Justizrath Dr. Starcke suchten beit in der Fabrik behalten hat oder nicht. Der Fall ist aber Die Krankenversicherung der Fabrikarbeiter, die Betrieben fallen, welches mittelbar schuld an den vielen schweren mit auffälligem Eifer die Erd- und Landarbeit, welche den sehr lehrreich. Unglücksfällen ist, die durch Außerachtlassung von Vorsichts- größeren Theil der nachgewiesenen Arbeit bildet, herauszustreichen. ein Vortheil für dieselben sein sollte, tann, wie der vorliegende maßregeln entstanden sind. Herr Dr. Starde versicherte, die Löhne seien in West- Fall beweist, eine große Gefahr für den Arbeiter werden, wenn Nach einer kurzen Entgegnung des Abg. v. Stumm schließt falen und in der Rheinproving ziemlich hoch, nachdem der Fabrikarzt in solchem Falle, wie dem vorliegenden fich die Diskussion. er kurz vorher erzählt hatte, daß ein großer Theil der irrt. Der Arbeiter verliert dann seine Arbeit, oder bekömmt erst In der Abstimmung werden die sozialdemokratischen Anträge Strafgefangenen nach Mecklenburg verschickt werde. In gar keine. Von drei Aerzten, die den Mann untersucht haben, gegen die Stimmen der Antragsteller, der Antrag von Stumm Mecklenburg sind bekanntlich billige Arbeitskräfte start ge- halten ihn zwei für gesund und einer für frank. Wer hat recht? -Die " Die genannte Abtheilung übersendet uns deshalb Jedenfalls hätte unter diesen Umständen doch der Kaffenarzt die und der macht alles todt. Der Gemeindediener ist auch werden kann. vermeintliche Krankheit bestimmt angeben müssen, damit seine ein naher Verwandter und da bleibt halt Alles beim Alten!" ein Verzeichniß sämmtlicher öffentlicher Feuermeldestellen, welches Jezt begaben sich die Herren zum Ortsschulzen, um bei diesem wir abdrucken. Kollegen sie auch hätten finden können. eine Intervention zu versuchen. Derselbe war offenbar bereits Die Feuermeldestellen sind folgende: I. Polizei Zelegraphen Stationen. Was für Schlaumeier die geistlichen Bekämpfer der So- benachrichtigt und empfing die Herren mit der ganzen Hoheit eines An der Schleuse 5. Bauhofstr. 11. Neue Wilhelmftr. 2. zialdemokratie find, erhellt zur Genüge aus folgender Leistung des Gemeinde- Oberhauptes. Wie fommen Sie dazu, fich in fremde Gv. firchl. Anz." Derselbe meint:„ Die Osterfestartikel der Angelegenheiten zu mischen? Das ist eine Frechheit!"" Wir( Moabit) Werftstr. 5. Karlstr. 29. Artillerieſtr. 3b. Tieckfir. 18. " Ach was, Mensch fozialdemokratischen Bresse glichen diesmal einander in merk fommen im Interesse der Menschlichkeit!"-Ach was, Mensch würdigster Weise. Der Grundgedanke fast aller war:" Das lichkeit! Dr. Gröbe in Französisch- Buchholz sagt, daß es dem Reſſelſtr. 36/37. Prinzen- Allee 81. Streligerstr. 14. Bergstr. 23/24. straße 25. Dragonerstr. 5. Grenadierstr. 43. Wörtherstr. 1. alte Ofter- Evangelium ist ein überwundener Standpunkt und Kranten ganz gut geht und dieser sich gar keine bessere Behand- Rosenthalerstr. 3. Große Hamburgerstr. 18/14. Kaiser WilhelmDas ist nicht wahr, das kann nicht Neue Königstr. 91. Liegmannstr. 7b. Elisabethstr. 23. Klostermuß dem neuen Oster- Evangelium Plaz machen, der siegreichen lung wünschen fann!" Holzmarktstr. 8. Straußbergerstr. 12. Kleine Alte Jakob sein und so wenig Weisheit befizen, wie die Schwarzen, um in befferes Wiffen für einige Groschen Geld verkauft!"" Ist mir Andreasstr. 13. Naunynstr. 38. Melchiorstr. 25. Auferstehung des Proletariats."- Man muß wirklich so naiv fein! Ginen solchen Arzt giebt es nicht in Deutschland, der ſeinstraße 41. ber gedachten Uebereinstimmung„ diesmal" auch nur etwas Mert. Alles gleich, ich berufe mich auf Dr. Gröbe! Uebrigens fagt der Straße 36. Alexandrinenstr. 38. Louisen- Ufer 11. NeuenburgerLichterfelderstr. 2. Derfflingerstr. 20a. Königin würdiges" zu finden. Es ist doch ganz naturgemäß, daß Die Amtsdiener daffelbe! Der ist sechs Jahre Wärter in einer Frren- Straße 56. Augustaftr. 36. Schönebergerstr. 20. Belle- Alliance- Platz 17. jenigen, welche ein Gedanke beseelt, auch nur diesen zum Aus- anstalt gewesen und sagt, dort geht es den Kranken auch nicht brud bringen. Predigten doch die Herren Geistlichen zum Oster- beffer! Was sollen wir auch machen? Wir haben unsere Schuldig Charlottenstr. 5. Mohrenstr. 53. Kronenstr. 22. Lindenſtr. 89. gethan! Wenn wir Scheiben einsetzen, schlägt er Spittelmarkt 4. Brandenburgstr. 80. Louisen- Ufer 44. Eisenbahnfeste auch nur einen Gedanken, freilich aus anderen Beweg- feit Kleider und Betten zerreist er, und wenn straße 39. Große Frankfurterstr. 120. Stralauer Platz 8/9. gründen! Und wenn dann das fromme Blatt weiter sagt in fie entzwei, er sich vielleicht. Dampf Bezng auf die Sozialdemokratie:" Es ist nichts erbärmlicher als wir heizen, dann verbrennt Christinenstr. 16. Landsbergerstr. 1/2, Gingang Friedenstraße. die Heuchelei; und Heuchelei ist's, wenn man vom Frieden redet heizung haben wir in Carow noch nicht und der Kranke fühlt Brunnenſtr. 35a. Grimmstr. 26. Kottbuserstr. 4b. Manteuffelstr. 95. und heimlich den mörderischen Kampf vorbereitet; wenn man von ja auch nichts!" Als ihm nun die Geſellſchaft Borstellungen Memelerstr. 39. Wrangelstr. 97. Reichenbergerstr. 164. SchmidAn der Zwölf Apostelfirche 7c. Müllerstraße 55a. einer schönen neuen Zeit predigt und doch weiß, daß diese Zeit machen wollte, schrie er:" Das geht Niemandem was an! Hier straße 2a. wahnsinnige Luftschlösser, die hat Reiner etwas zu sagen! Hier bin ich Polizei und wehe bem, Müllerstr. 178. Gartenplatz 4/5. Brunnenstr. 90. Oderbergermit Blut gefühnt werden", so möchte man doch die Frage auf der da dreinredet! Und wenn Sie nicht machen, daß Sie fort straße 25. Zehdenickerstraße 12c. Kurfürstenstraße 9.( Moabit) nur Kämpfe zeitigen wird und werfen, ob das Gesagte nicht viel besser past auf Diejenigen, die kommen, dann sollen Sie gleich einmal fehen, was ich mit Ihnen Bremerstr. 67. Fruchtstr. 24. Frankfurter Allee 65. Boffener Tief empört zog sich die Gesellschaft zurück uno ſett straße 37. Straßburgerstr. 24. Reinickendorferstr. 20. Wieneres geschrieben, als auf die Sozialdemokratie, auf welche es ge- mache!" münt it? ým Uebrigen ersieht man aber auch hieraus wieder, nun ihre Hoffnung auf die Presse. Wenn die Deffentlichkeit sichstraße Görlizer Bahnhof. Hornstr. 2. Solmsstr. 41. Breitenbağ bie ultima ratio aller geistlichen und geistigen Bekämpfer der Sache annimint, dann kommt der Kranke vielleicht in ein felderstr. 5c, Ede Großgörschenstr.( Moabit) Stephanstraße 9. Der Sozialdemokratie das tröstliche Bewußtsein ist:" Der Säbel öffentliches Irrenhaus in eine angemessene Behandlung, wenn es( Moabit) Birkenstr. 6. Kloppstoditr. 37. Flottwellstr. 8. Bärder Familie, auch wieder Geld kostet". haut, die Flinte schießt!" " 1 " " B waldstr. 53. Görligerstr. 41. Heinersdorferstr. 6. WeißenburgerSonstige Polizei- Stationen. Unterwasserstr. 7/8.( Moabit) Wilsnackerstr. 3/4. Stadtbahnhof Georgenstraße. Rummelsburg, Hilfs- Gefängniß. II. Feuerwehr- Telegraphen Stationen. Schönebergerstr. 20. An der Apostelkirche 7d. Mauerstr. 15a. Lindenstr. 41. ( Moabit) Spittelmarkt 4. Linienstr. 128/129. Thurmstr. 37. Pantsir. 1. Cerbergerstr. 25. Reibelstr. 27. Memelerstr. 39. Köpenickerstr. 125. Reichenbergerstr. 66. D Schwere Brandwunden erlitt ein in der Metzerstr. 7 bestraße 63. Hochstr. 37. Der schleichende Mord in Carow. Ein Berichterstatter schreibt uns: Eine entsetzliche Barbarei ist soeben in dem Dorfe schäftigtes Dienstmädchen Helene Torf. Beim Abheben eines mit Carom( feitwärts von Französisch- Buchholz belegen) an die stedend heißem Fett gefüllten Kessels schlug ihm der Dampf derDeffentlichkeit gezogen worden. In dem genannten Dorfe sowie artig in's Gesicht und auf die Hände, daß es bedenkliche Verin der nächsten Umgebung war es ſeit langem öffentliches Ge- legungen erhielt. Auf ärztliche Anordnung erfolgte noch Abends heimniß, daß der geistestranke Gasthofsbefizer Thiemann von die Ueberführung nach dem katholischen Krankenhause. seiner Frau und deren Verwandten eingesperrt gehalten und In Moabit treiben zur Zeit Diebe ihr Unwesen, welche himmelschreiend behandelt werde, ebenso daß der Ortsvorsteher Kerkow, ein Onkel der Frau Thiemann, nicht allein Kenntniß den Hunden Halsband mit Marke und den Maulkorb abnehmen. III. Deffentliche Feuermelder. von der skandalösen Behandlung habe, sondern dieselbe auch Ginem Gastwirth, der bei einem Ladenbesitzer Ersatz für die geAlbrechtshofer Brücke. Alexanderstr. 5( Bolizeipräsidium). bahren nach seiner Berheirathung mit seiner aus Garow mitgetheilt, daß er an jenem Tage ſchon der fünfte sei, der in Alexanderfir. 40. Alexandrinenstr. 112( Apothete). Alvenslebenbillige. Thiemann ist gelernter Uhrmacher und betrieb in den stohlenen Gegenstände kaufen mußte, wurde von dem Verkäufer straße 8. Arkona Platz 4. Astanischer Platz 5. Badstr. 11 stammenden Frau am Alexanderplate in Berlin ein Uhrengeschäft, der bezeichneten Weise bestohlen wurde. Badstr. 41a. Behrenstr. 49. Belle Alliancestr. 6) mit dem er jedoch nicht reussirte und in Konkurs gerieth. Da Fünfhundert Mark Belohnung sind, wie die Säulen.( Apotheke). Birkenstr. 28. Blumenstr. 73( Apotheke). Breitedie Schwiegermutter ihre Tochter gern in der Nähe haben wollte, plakate verkünden, auf die Ermittelung von Dieben und Ein-( Kaserne). so faufte sie den Thiemann'schen Eheleuten den Gasthof in Carow. brechern ausgesetzt, welche am 9. April in einem Hause des ftraße 20a( Köln. Nathhaus). Büschings- Play. Büschingsstr. 4. Chauffeestr. 16. Chauffeeftr. 54 Der Mann hatte sich erst den Verfall seines Geschäfts sehr zu Alexander- Users einen eisernen Geldschrank geplündert haben. Charlottenstr. 40( Raserne). Fichtestraße, Gasbehälter- Anstalt. Herzen genommen, mehr aber noch den Tod seines zweiten Wie die Kriminalpolizei bekannt macht, sind wahrscheinlich mehrere( Apotheke). Fennstr. 32. Friedrichstr. 107 Kindes, eines Mädchens, das bald nach der Geburt an der Personen bei diesem Einbruch thätig gewesen und haben, nach Große Frankfurterstr. 70. Friedrichstr. 46. dann aber bald egyptischen Augenkrankheit Augenkrankheit erblindete, dem es ihnen gelungen war, mittelft Nachschlüssels das Zimmer,( Kaserne). Gartenstr. 126( Stettiner Bahnhof). Greifswalderin diesem starb. Nun wurde er schwermüthig und Zustande stieg er eines Tages in einen Schnellzug, der in welchem sich der Geldschrank befindet, zu öffnen, den letzteren straße 22. Großbeerenstr. 11( Apotheke). Hansa- Play. Heiligeangebohrt resp. die Schlösser ausgeschnitten. Die Einbrecher, zu Geiststr. 17/18. Holzmarktstr. 20. Holzmarktstr. 73. Rastanienin Carom nicht hielt und als er seinen Irrthum bemerkte, welchen wohl die Matadore unserer Diebeszunft gehören, haben Allee 69. Klosterstr. 82. Königin Augustaftr. 49. Königs- Platz da sprang er in der Nähe seines Wohnortes mitten in der Fahrt dann nur das vorhandene baare Geld in Höhe von 4000 Mart( Generalstabs Gebäude). Köpenickerstr. 3/5. Köpenickerstr. 160. aus dem Zuge. Er tam äußerlich zwar mit einigen Hautab- geraubt, schürfungen davon, bald aber zeigten sich die Folgen des heftigen geraubt, das fast ausschließlich in Tausend, Hundert- und Koppenſtr. 65. Am Kupfergraben 1/8( Kaserne). Kurfürstenſtr. 86a. 3wanzig- Markscheinen, Der Diebstahl wurde von Louisenstr. 42. Magdeburger Platz. Markgrafenftr. 46. Altösterreichischer Währung bestand. Drittes Kind kam blödsinnig zur Welt. Die Frau brachte ihren dem Geschädigten, einem Industriellen, sofort der Kriminalpolizei Moabit 11/12( Gerichtsgeb.). Moltenmarkt 8. Monbijou- Platz 6/9, Sturzes in völliger geistiger Umnachtung. Ein später geborenes 3wanzig Markscheinen, sowie aus Zehn- und einer Gulden- Note 2antsberger Allee 187. Unter den Linden 59. Lothringerſtr. 31. Mann nun nach der Edel'schen Privat- Irrenanstalt in CharNeanderstraße 1. Neu- Köln a. W. 24. Pallisadenstraße 96( Postlottenburg. Nachdem aber die Diagnose auf„ unheilbar" gestellt gemeldet, doch ist es derselben noch nicht gelungen, die Spuren( Schloß Monbijou). Moriz- Play. Mühlenstr. 70/71. Münzstr. 14. Der Einbrecher zu entdecken. Fuhramt). Perlebergerstraße 10( Gefängniß). Philippstraße 18 worden war, wollte die Frau die hohen Pflegegelder sparen und Das Ende der Friedens Armee". Dem Staatsanwalt( Thierärztliche Hochschule). Plan- Ufer 11( Apotheke). Play vor nahm den Mann wieder nach Carow. Es war dies zu Anfang Neuen Thor. Potsdamer Brücke. Potsdamer Platz. Oktober v. J. Der Kranke wurde nun nach dem Hause der übergeben, durch Gläubiger zersprengt und von der Wirthin" ermittirt dem Schwiegermutter gebracht. Dort erhielt er ein fleines Zimmer zu werden, das ist das Schidsal der Friedens- Armee", jener neu- Prenzlauerstr. 5. Rosenthalerstr. 25. Neue Roßstr. 1. Scharn mit eisernen Traillen vor dem Fenster, das jedoch keine Glas- gegründeten religiösen Sekte, welche der„ Heils- Armee" Konkurrenz horststraße 31( Artillerie- Schießschule). Scharnhorststraße, gegenscheiben hatte, daher offen war. Zum Lager erhielt der Kranke zu machen versuchte. Der General der Friedens Armee ist der über der Kesselstraße. Schlesischestr. 14. Schönhauser Allee 145. eine alte, halbverfaulte Matratze und loses Stroh zum Decken. 22 jährige Kaufmannsgehilfe Gerbig jun., der Sohn durchaus Schönhauser Allee 131. Schulstr. 1. Sebastianftr. 23. Stalizer Das Essen wurde ihm an einer Stange durch das Fenster ge- achtbarer Eltern, der früher Rekrut in der Heils Armee" ge- straße 35. Stegligerstraße 22. Stralauer Play 29( Gasanstalt). reicht. Dabei war der Mann fast gänzlich unbekleidet und in wesen und aus derselben ausgestoßen worden sein soll. Der Thurmstr. 67. Tiecftr. 18( Feuerwache). Am Urban( Krankendieser Verfaffung hat er den ganzen Winter bei oft 17 Grad junge Mensch gründete vor etwa fechs Wochen die Friedens- haus). Urbanstraße 184. Waldemarstraße 61. Rohlen- Ufer 1/5. Kälte in dem ungeheizten, offenen und dem eisigen Nordostwinde Armee", welche es bis auf 16 Mitglieder brachte und deren Werderscher Markt 4. Wichmannstr. 3. Wienerstraße( Görlizer. ausgesetzten Raume zugebracht. Diese Thatsachen waren Tendenzen denen der Heils- Armee" ähnlich sein sollten. Gerbig Bahnhof). Wilhelmstr. 117. Neue Wilhelmstr. 16. General", machte dann einen offenes Geheimniß, obwohl Niemand den Kranken zu Gesicht be- ernannte sich zuerst zum 120 Mart monat- Polizeibericht. In der Nacht zum 18. b. M. trank ein tam, denn auf den Hof der Schwiegermutter durfte kein Mensch Techniker J. gegen ein Gehalt von außer dem Hausstande. Gin grober Knecht hatte lediglich lich zum Hauptmann" und Schriftführer, betraute einen Schlosser in seiner Wohnung Tieckstr. 11 aus Versehen aus einer 100 Uniformen pro mit Chloroform gefüllten Flasche und mußte nach Anwendung die Aufgabe, den Hof zu bewachen und jeden Unbefugten Schneider mit der Anfertigung von Jm fern zu halten. Erst im Winter fonnte sich ein Fremder Woche, von denen bis jetzt eine für den General abgenommen von Gegenmitteln nach der Charitee gebracht werden. bie Ueberzeugung von der Begründung des umlaufenden Gerüchts wurde, ließ Drucksachen auf Schulden" anfertigen, nahm zum Landwehrkanal wurden während des Vormittags gegenüber dem verschaffen. Der Steinfegmeister E. aus B. handelte mit der Hauptquartier ein leeres Zimmer in der Stralsunderstr. 4 und Grundstück Rottbuser Ufer 42 die Leiche eines neugeborenen Schwiegermutter um einen Stein. Bei dieser Gelegenheit fam er bezahlte keine Miethe und miethete schließlich ein, Musik- Korps", dem Kindes und gegenüber der Lausitzerstraße die Leiche eines unbeZu der= auf den Hof und sah den Unglücklichen in seiner schrecklichen er das Geld schuldig blieb. Auch ein Zahlmeister" mußte fein; tannten, etwa 70 Jahre alten Mannes aufgefunden. der in seiner Entrüftung gar kein Hehl als der Herr" General" zum letzten Mal sich am 4. April zur ſelben Zeit wurde auch im Louisenstädtischen Kanal, an der Lage. Durch Herrn E. aus seinen Wahrnehmungen machte erfuhr unser Gewährs Ausmusterung bei der Ersatz- Kreiskommission stellen mußte, lernte Oranienbrücke, die Leiche des Tischlers Martin angeſchwemmt. mann davon, welcher sich im Interesse der Menschlichkeit ent- er bortselbst den ebenfalls noch militärpflichtigen Buchdrucker G. An der Ecke der Landsberger- und Gollnowstraße wurde zu der= schloß, der Sache auf den Grund zu gehen. Am Freitag voriger fennen, dieser war zur Zahlmeister- Karrière" am Besten geeignet, felben Zeit eine Frau von einem Bierwagen überfahren und am Woche machte er fich auf den Weg nach Carom. Ein Versuch, denn er hatte nach Ansicht des Generals das größte" Porte- Kopfe und an der linken Hand so schwer verletzt, daß ihre UeberG. wurde sofort zum„ Stabshauptmann" gemacht, führung nach dem Krankenhause am Friedrichshain nothwendig Durch Keckheit auf den Hof zu gelangen, schlug fehl, der Knecht monnaie! Abends fiel ein Dachdecker- Lehrling beim Anzünden 100 M. bekommen und fist mit wurde. schlug ihm die Thüre vor der Nase zu. Jeht versuchte er es mit follte ein Gehalt von der List, ging in den Gasthof, ließ sich von Frau Thiemann ein 40 M. Auslagen" für den" General" in der Tinte. Da einer Laterne vor dem Hause Thaerstr. 2 von dem dort befindanderweitig Schulden vom Hauptquartier" gemacht lichen Schutzdach herab und erlitt außer einer Verletzung an der Glas Bier geben, knüpfte ein Gespräch mit derselben an und er- auch zählte, er wolle in der Gegend eine Heilanstalt für Nervenkranke waren, zogen fich namentlich in den letzten Tagen drohende Stirn einen Bruch des Handgelenks. Er wurde nach Anlegung errichten, ob sie wohl meine, daß der Plan Erfolg verspreche. Wolken über den Häuptern des Generals und seiner Getreuen eines Nothverbandes nach dem Krankenhause am Friedrichshain Ja wohl, Spe- zusammen, bis sich in der vorigen Woche das Gewitter entlub. gebracht. ,, Ach, Sie sind also Arzt?" frug die Frau. Ach, das trifft sich gut, ich haben einer öffentlichen Versammlung vom 5. April tam es zwischen zialist für Nervenleidende!" aud) so einen Kranken, wie lange kann der wohl noch den Gläubigern und Streitern der Friedensarmee zu heftigen Fehden Das kann ich nicht ohne Weiteres sagen, da und als der oben erwähnte geschädigte Buchdrucker nun mit dem leben?" Die Frau ging Staatsanwalt drohte, da desertirten sämmtliche Offiziere und müßte ich den Kranken erst sehen!" in die Falle und führte den Pseudo- Arzt nach dem Hofe Krieger; der General aber verlor den Muth noch nicht. Er beder Schwiegermutter. Es war ein Anblick zum Entsetzen, rief zu vorgestern Abend eine Versammlung nach dem mächtigen der sich dort bot. Der Kranke war von Rheumatismus ganz ver. Saale der Brauerei Friedrichshain ein, wo sich 5 Journalisten, von Schmieden in Berlin vom 19. November 1890 geäußert: frümmt und zusammengezogen, er konnte sich nur auf allen 7 Angestellte der Brauerei, 6-10 Gläubiger, nicht etwa Gläubige In Hamburg gehen die Polizeibehörden als StrafverfolgungsBieren bewegen und das Aufrichten kostete ihm ersichtliche An- des Generals, zwei Polizeibeamte, insgesammt etwa 30 Personen, Behörden vor, sobald Arbeiter in öffentlichen Versammlungen strengung. Seine Kleidung bestand aus einem schmutzigen Hemd, einfanden. Als Billetkontrolleur fungirte ein aus dem städtischen darlegen, daß Arbeiter Unterschlagungen an Sammlungen für welches nur bis an die Hüften reichte und aus einem Paar alter Siechenhause herbeigeholter Mann, der noch schnell zum Lieutenant" Arbeiterzwecke vornehmen, das Berliner Polizeipräsidium kümmere zerrissener Unterhosen, die wiederum nicht bis zum Heind hinauf ernannt wurde, während der" General" die Kaffe übernommen hatte. sich um solche Dinge aber nicht. Hiernach in Verbindung mit der reichten, bie Gytremitäten gänzlich freilegten und von dem In derselben befanden sich 3,60 M. Erlös für Druckschriften und Aeußerung, die der überwachende Polizei- Offizier dahin glaubte Kranken mit den Händen festgehalten werden mußten. Die Füße Eintrittsgelder, welcher Betrag sofort von einem Gläubiger mit verstanden zu haben: der Polizeipräsident gehe nicht vor, weil es waren gänzlich nacht. Die Frau bemerkte bei dieser Gelegenheit: Beschlag belegt und dem General abgenommen wurde. Ueber die sich um Arbeiter und nicht um Arbeitgeber- Angaben handele, " Mein Mann ist noch gar nicht so sehr verrückt, er fann noch Versammlung selbst ist nicht viel zu sagen, der General hielt eine fand das Schöffengericht eine Beleidigung des Polizeipräsidenten lesen!" Bei diesen Worten zog sie ein Zeitungsblatt aus der Rede, worin er den schwachen Besuch dieser Versammlung damit und verurtheilte deshalb Tempel zu 20. Geldstrafe. Tempel Tasche und hielt es ihrem Manne vor, dieser las auch wirklich, entschuldigte, daß Gott es nicht anders gewollt und deshalb legte hiergegen Berufung ein. In der heutigen Verhandlung vor wenn auch mit Anstrengung, so doch Wort für Wort, gleich strömenden Regen heruntergefchickt habe! Seine Gläubiger der Strafkammer führte Rechtsanwalt Stadthagen als Vertheidarauf begann er wieder, Stroh zu essen, daß er von seinem machten nach Beendigung des Vortrages den Verfuch, zu ihrem diger des Angeklagten etwa aus: Angeführt habe der Angeklagte Lager nahm. Als nun ber falsche Arzt Vorwürfe wegen dieser Gelde zu kommen, der General aber, dem sicher noch eine große nur, wozu er zur Wahrnehmung berechtigter Interessen berechtigt aber Beweis dafür entfeßlichen, todtbringenden Behandlung machte und dabei Zukunft bevorsteht, schloß schnell die Versammlung mit den gewesen sei. Ueberbies würde die Frage stellte, warum nicht wenigstens Fensterscheiben Worten: Und wenn man mir auch nachsagt, daß ich Schulden angetreten, daß der Polizei Präsident von Berlin allererwiderte fie, bas nütze nichts, die gemacht, so habe ich es für Gott gethan und zum Wohle der dings so vorgegangen fein, so vorgegangen sein, wie Tempel es behauptet eingesetzt würden, erwiderte Das müsse der Polizei Präsident von Berlin als Warum Menschheit"! Erwähnen wollen wir noch, daß der General beim habe. der Kranke doch schlage entzwei. laffen Sie alsdann nicht die Scheiben von draußen, außerhalb Miethen des Saales der Direktion einen Besuch von 1000 Per- Beuge selbst zugeben. Falls demselben, wie bislang stets, sein -Da müßte ich erft ben Maurer fonen versprochen hat und infolge dessen 10 Lohnfellner" zur Beugniß abzulegen verboten würde, trete er anderen Beweis an. der Traillen anbringen?" Friz Kühnemann, Vorsitzender des Verbandes Berliner kommen lassen und das kostet doch wieder Geld!" Am letzten Stelle waren. Metallindustrieller, werde befunden müssen, daß gerade zu der Sonntag machte fich unser Gewährsmann wieder auf den Weg Es ist bereits vielfach vorgekommen, daß der Ausbruch hier intereffirenden Zeit- Mai 1890 die Beamten der Polizei nach Carow, diesmal in Begleitung des Magistratssekretärs Sch. beg Schlächtermeisters K., die ihm als Beugen dienen sollten. eines Schadenfeuers verspätet zur Meldung gekommen ist und Berlins über Gebühr" durch die zu Gunsten der Arbeit. Am geber aufgewendete Thätigkeit angestrengt gewesen seien. Als sie zunächst bei Frau Thiemann eintraten, war diese sichtlich dasselbe dadurch sehr an Umfang zunehmen konnte. erschrocken, lief schleunigst zur Mutter und als fie dann zuriid 10. Februar d. 3. ist sogar der Dachstuhlbrand des Hauses Ja, der Polizeipräsident habe mit Rücksicht auf diese Weberfehrte, da rief sie den Fremden höhnisch zu: So, jezt fönnen Spittelmarkt Nr. 3 weder von den Hausbewohnern noch anstrengung seiner Beamten zu Gunsten des Verbandes der Gie hingehen, jezt habe ich dafür gesorgt, daß Sie nicht auf den Baffanten, sondern überhaupt nicht gemeldet worden, obwohl die Berliner Metallindustriellen, wiewohl die Annahme von Sof fommen!" Unter diesen Umständen verzichtete die Gefell- Feuerwache unmittelbar daneben liegt; erst direkt von den Wach- Geschenken feitens Beamter selbst für eine in chaft auf einen weiteren Versuch, den Kranken zu sehen. Statt mannschaften, welche durch die Ansammlung des Publikums vor ihr Amt schlagende Thätigkeit nach 331 St.G.B. mit bessen ließen sie sich von den Dorfbewohnern die Sache erzählen. der Wache aufmerksam gemacht waren, wurde das Feuer be- Strafe bedroht fei, von Herrn Frih Kühnemann ein GeBen sie auch frugen, alle wußten Graufiges über die Behand merkt und dann weiter gemeldet. Das königliche Polizeipräsidium schenk von drei Tausend Mart für seine Bea lung des Kranten zu erzählen. Eine alte Frau erklärte: Ach( Abtheilung für Feuerwehr) glaubt, daß dieses verspätete bezw. amten angenommen. Der Gerichtshof erachtete den anGott, ja es ist schrecklich und um so schrecklicher, als es teine ganz unterlaffene Melden lediglich auf mangelnde Kenntniß von getretenen Beweis für unerheblich, weil bereits aus dem GesichtsSilfe, fein Erbarmen giebt. Ich habe felber schon Beschwerde den zunächst gelegenen Feuermeldestellen zurückzuführen ist und punkt der Wahrnehmung berechtigter Intereffen heraus der Angeführt, aber der„ Schulze" ist der Onkel von der Frau daß diesem nur durch öfteres Bekanntgeben derselben abgeholfen geklagte nicht für schuldig erachtet werden könne, den als " wieder Gerichts- Beitung. Stadtverordneter Tempel hatte in einer Versammlung Beugen benannten Polizeipräsidenten beleidigt zu haben. Zempel| werden kann. Sie erklärt sich infolge beffen mit dem Vorgehen wurde deshalb freigesprochen, bie Rosten der der gesammten Metallarbeiter einverstanden und verpflichtet sich, Staatstasse auferlegt. mit aller Kraft sich diesen anzuschließen." Versammlungen. Eine öffentliche Former- Versammlung, auch der erste Lese- und Diskutir- Abend stattfinden. Der nächst folgende wird in Steglit, Restaurant" Zur Börse", Schloßstraße 66a, stattfinden. Ebenso sollen Vereinsversammlungen abBei der Besprechung darüber, welche Veranstaltungen zu der wechselnd in Friedenau und Steglitz abgehalten werden. Wir Maifeier getroffen werden sollten, entschied sich die Versammlung ersuchen alle Diejenigen, welche sich für unsere Sache interessiren, dafür, fich den Beschlüssen der öffentlichen Metallarbeiter- Ver- dem Verein beizutreten und für denselben zu agitiren, damit auch, fammlung vom dritten Osterfeiertage anzuschließen und dement- unser Verein die Hoffnungen, welche wir auf ihn als Mittel der sprechend sich am Abend des 1. Mai an der allgemeinen Metall- Agitation und Aufklärung gesetzt haben, voll zu erfüllen vermag. arbeiter- Versammlung, welche in Tivoli stattfinden soll, zu Der Vorstand des Arbeiter- Bildungsvereins für Friedenau, betheiligen, während bei der Feier am 3. Mai jedem Kollegen Steglitz und Umgegend. der Anschluß an die politischen Veranstaltungen selbst überlassen sein soll. die am Sonntag Vormittag unter dem Vorsitz des Kollegen Stopfact tagte, beschäftigte sich mit der Organisationsfrage. Diese lettere sei, wie der Referent Kollege Gerisch bemerkte, Achtung, Fachverein der Steindrucker und Lithographen. General. zur Zeit eine brennende, da die verschiedensten Meinungen einVersammlung Donnerstag, den 16. April, Abends präz. 8% Uhr, bei Feuerstein, ander gegenüberständen. In verschiedenen Gewerkschaften werde Auf Anregung des Kollegen Körften wird dagegen am Bußtag Alte Jakobftr. 75. Tagesordnung: 1. Staffenbericht. 2. Antrag des Borstandes über Nichterhebung des Beitrages für Monat April. 8. Ist es nothwendig, leider der Kampf um die Form mit einer solchen Heftigkeit ge- eine Fußpartie unternommen werden. laut Beschluß der legten außerordentlichen General- Versammlung, den Fachführt, daß die Sache selbst auf das schwerste leide, Weiter wurden die Kollegen aufgefordert, ihre verein noch drei Monate bestehen zu laffen? 4. Berschiedenes und Fragetaften." und die Organisation außer Stande fei, ihre rückständigen Beiträge nachzuzahlen, damit sie Sämmtliche Kollegen, welche noch mit den verschiedenen Kommissionen Aufgaben zu erfüllen. Dies sei erfreulicher Weise bei bei der am 20. April stattfindenden GeneralBillets 2c. abzurechnen haben, werden gebeten, es in dieser Versammlung zu thun. Quittungsbuch legitimirt. den Metallarbeitern nicht zu befürchten, wenigstens in Berlin versammlung des Fachvereins, welche sich mit Achtung, Bauhandwerker. Sonntag, den 19. b. Mts., Mittags 1 Uhr, nicht, da hier volle Einmüthigkeit herrsche. Leider werde von der Auflösung desselben beschäftigen foll, findet in Botale des Herrn Gnadt, Brunnenſtr. 38, die Konferenz der von den einzelnen Gewerten gewählten Delegirten behufs konstituirung des Ausaußen her versucht, wieder Einiges von dem mühsam errichteten theilnehmen können. Werke abzubröckeln. So habe der Kollege Grenz in der letzten schusses statt. Die Delegirten werden ersucht, pünktlich zur angesetzten Beit In dem Lokal des erblindeten Kollegen Poillon, Grenzstr. 4, erscheinen zu wollen. Nummer der„ Metall.- 3tg." die Frage an die Magdeburger und soll eine Zahlstelle des neuen Verbandes hinverlegt werden. Freitag, den 17. d. Mts., Abends 9 Uhr, findet Brunnenstraße 84 in Berliner Former gerichtet, was sie denn von der Verschmelzung Zum Schluß wurde noch auf die am nächsten Sonntag wäsche und Schürzen- Arbeiter und Arbeiterinnen zur Be Gothmann's Salon eine öffentliche Versammlung sämmtlicher selbständiger mit den übrigen Metallarbeitern für einen Nutzen hätten. ( den 19. April) im Feenpalast stattfindende große fprechung und Gründung eines Bercins statt. Diese Frage sei ebenso thöricht, wie das Verlangen eines öffentliche Metallarbeiter Bersammlung auf- Vereinigung der Maler etc., Filiale 7, Süd- Weft. Generalversamm Kollegen, der heute einer Organisation beitritt, und bereits morgen mertfam gemacht und zum regen Besuch derselben auf- lung am Mittwoch, den 15. April, Abends 8½ Uhr, im Reſtaurant Burkhardt, ziffernmäßig den Nachweis verlangt über die Vortheile, die ihm gefordert. Kollege Gerisch meinte, daß zwar als erster Punkt die 3. Wahl des Gesammtvorstandes. 4. Berschiedenes. bereis erwachsen sind. Für die Berliner Metallarbeiter sei Stellungnahme zum nächsten Metallarbeiter- Kongreß in Aussicht Der Privat- Theaterverein ,, Georgina" tagt jest Mittwochs 9 Uhr im gerade die Erkenntniß mit ein Grund zur Verschmelzung ge- genommen sei, daß es aber nach den neuesten Enthüllungen wohl Restaurant Sahn, Elfafferstr. 57. Nach der Sigung: Fidelitas. Gäste wilwesen, daß sie als Einzelne niemals im Stande sein würden, angebracht sein dürfte, sich mit diesem vor allen Dingen in der die Aufgaben in einer für Berlin würdigen Weise zu lösen, die Versammlung zu beschäftigen, und daß daher eine diesbezügliche ihnen vom letzten Kongreß in Bezug auf Regelung des Arbeits- Abänderung der Tagesordnung sehr angebracht sein dürfte. nachweise, Herbergs- und Reise- Unterstützungswesen gestellt Nostiastr. 50. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht des Vorstandes.! tommen. willkommen. Nürnberg. " verein" Deutsche Eiche", Blumenſtr. 46 bet Went. verein& ch o", Pankow bet Borchardt, Schulzeftr. 27. Unternehmerthums hin und ermahnte, sich hieran ein Beispiel zu er che", Abends 9 Uhr, bei Zimmermann, Brunnenstr. 119. verein Hämmerle, Bülowstr. 59, part. Männergesangverein Morgenroth", des Kapitals entgegentreten. 1 " männergefangverein„ Edelweiß", Abends 8 Uhr, bet Schneider, Belforterftraße 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Lübeck'scher Turnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch. Vorwärts", Abends 8% Uhr, Sigung im Lokale des Herrn Köhn, Naunynstr. 83. Gäfte haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Nord", Abends 8½ Uhr, bet Raabe, Ruppinerstr. 46.„ Gleichheit". wurden. Die Metallarbeiter seien zu dieser Verschmelzung be- Salon eine Versammlung der Steindrucker, Lithographen und Emanzipation", Abends 8% Uhr bei Wagner, Neue Königstr. 89. Gäfte Steindrucker. Am Sonntag, den 5. April, fand in Joel's Abends 8½ Uhr, bet bilgenfeld, Bergstraße 60. Gäste haben Butritt. rechtigt gewesen, da der letzte Kongreß sowohl die Fach- Berufsgenossen statt. Auf der Tagesordnung stand Vortrag über Gäste wiffommen. Gleichheit", 8% Uhr bei Schönemann, Staligerstraße 7. " Frete Denter", 9 Uhr bet Haugt, Böthstr. 12. flärt hat. Die rabulistische Tüftelei des Kollegen Grenz, daß diese Zweck und Ziele des Vereins. Wahl des Zentralvorstandes. Gäste willkommen. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegedd. Mitttwoch, Abends' Bestimmung nur für Neugründung von Organisationen gelten Stellungnahme zum Zentral- Arbeitsnachweis. 9 Uhr, Uebungsstunde( Aufn. von Mitgl.). Gefangverein Freya",( Gem. solle, an Orten, wo solche überhaupt noch nicht beständen, sei das Referat übernommen. Referent führte in furzen, klaren ochfit. 32 a bet inter Zum ersten Punkt der Tagesordnung hatte Kollege Sillier Chor) bei Bemter, Münzstraße 11.- Männer- Gesangverein hilaritas", ganz hinfällig. Erkenne man beide Formen überhaupt für be- Worten die Nothwendigkeit der Zentralisation und die Vortheile Flöterscher Gesangverein", Landsbergerstr. 31 bei Musold. Arbeiter- Gefangverein, or wärts", Schönhauser Allee 28 bei rechtigt an, dann müsse es auch ganz gleichgiltig sein, unter Gesangverein„ tedesfreiheit", Blumenstr. 38 bei Hente. Gesangverein der Steinmeßen", Johannisstr. 21 bei Müller. Gesangs welchen Umständen ihre Gründung geschehe. Ebenso unberechtigt derfelben gegenüber den Lokalorganisationen der Versammlung Arbetter- Gefang sei der Vorwurf, daß die Berliner durch ihre Beschlüsse den Be- vor Augen. Referent wies besonders auf die Verbände des Gesangverein schlüssen des nächsten Kongresses vorgegriffen hätten. Sofort nach nehmen und sich recht fest unter einander zu verbinden, denn die verein Johanni" am Ostbahnhof Nr. 7, bet Junold. Gefang dem letzten Kongreß hätten die Vorarbeiten begonnen, dieselben Arbeiter- Gefang " Freiheit", Uebungsstunde von 9 bis 11 Uhr im Restaurant feien aber einmal durch die Nachwehen des 1. Mai, und dann Interessen der Arbeiter sind immer die Gleichen, und es sei kein Unterschied zu machen zwischen Druckern, Lithographen und orangelstr. 147 bet W. Schmidt. durch die Schwierigkeiten der Materie selbst so verzögert worden, sonstigen Berufsgenossen. Nur dann sei etwas zu erreichen, Schwedterfir. 17 bet Wolter. Verein, Steinfeger- Sängerchor", Gefangverein Südost" bet Stemer, Cuvry Männergesangverein Steinne Ite", Gerichtstr. 10 im Restau Dies werde aber in einer großen Stadt immer so sein; wolle wenn alle Sonderinteressen fallen und wir geschloffen der Macht straße 16. rant. Nachdem Redner noch die Alerisstraße 5. Männergesangverein 8ufriedenheit" bet Gauger, Willibald man sich auf den Standpunkt Derer stellen, die den Berlinern Gefangverein" yra" bet Stachel, Naupachstr. 6. wegen ihres Verhaltens Vorwürfe machten, dann würde man wichtigsten Paragraphen des Statuts erläutert, wurde zur Wahl Männergesangverein der Kürschner bet Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Frisch niemals dazu kommen, einen Kongreßbeschluß auszuführen, da geschritten. Die Wahl des Vorstandes erfolgte durch Stimmzettel. Gesangverein Pausebeutel" Abends 9 Uhr bei Poppe, Bindenstr. 106.- Gefangverein' voraussichtlich darüber so viel Zeit vergeht, daß bereits ein neuer Laut Statut gehören zum Vorstande 7 Personen. Da Kollege Sillier auf" bends 8-10% 1hr bei Haller, Naunynftr. 70. Kongreß vor der Thüre steht. Wollten die in diesem Falle An- auf dem Kongreß als erster Vorsitzender gewählt ist, so waren" offnung", Moabit, Abends 9 Uhr bet Jlges, Wilsnackerfir. 63. gegriffenen boshaft sein, dann brauchten sie nur den Spieß um- noch 6 Personen zu wählen. Es wurden gewählt: Kollege Männergefangverein" Sangestreue", Abends 9-11 Uhr bet Luther, Brüderstr. 26. Gesangverein Alpenrose",( Gem. Chor) 8-10 Uhr, Preuß, Lithograph, zweiter Vorsitzender; Kollege Mescha, Stein- Alleranderftr. 37, Gate Kaiserstr., 1" Er. zukehren und den Kollegen Grenz an eine von ihm selbst gestellte brucker, erster Rassirer; Rollege Scharnow, Präger, zweiter 8 Uhr, bet Schröder, Reichenbergerstr. 24. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, Gesangverein Alpenglühen" letzten Bitherflub Alpenveilchen", Abends 8½ Uhr, Kaisers Resolution erinnern, nach welcher die Zentralisation der Former Rassirer; Kollege Dubelt, Lithograph, Schriftführer; Rollege ftraße 25b, Ede Alexanderftraße. Gäfte willkommen. Tambourverein erst dann für durchführbar erklärt wird, wenn ein einheitliches Die Stellungnahme zum Zentral- Arbeitsnachweis mußte vertagt Echo"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bei Hüttrich, Gollnowftr. 9. Bereinsgesetz vorhanden ist. Am weitesten hat aber Kollege werden der vorgerückten Zeit halber. Die Bildung der Filialen Grenz mit seiner Behauptung am Ziele vorbeigeschossen, daß die Verschmelzung der Metallarbeiter das Werk von einigen Personen muß von den eingeschriebenen Mitgliedern in nächster Zeit 10 Uhr im Turnsaale des„ Königstädt. Gymnaf.", Gitſabethstr. 57-58. sei, die unfähig wären, etwas Anderes zu Stande zu bringen. branchenweise vorgenommen werden. Unter Verschiedenem wurde Berliner Turngenossenschaft.. Männerabth. Abds. von 8-10 ühr; Ganz abgesehen davon, daß es sich hier um Kollegen handelt, die seit Destreich u. Hartmann zu vernehmen, und es mag hierbei gleich- btheilung, von 8-10 Uhr Abends, Blumenstr. 63a. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis der Wunsch laut, wieder einmal etwas über den Streit bei Turnlokal Mariannen- Ufer 1a. 11 Uhr. Turnlotal: Mühlenstr. 49-50. Turnverein, sten", MännerJahren in der Gewerkschaftsbewegung thätig sind, waren es nicht zeitig bemerkt sein, daß am Dienstag, den 21. d. M., eine Ver- Theaterverein" Blumenlese" Sigung 9 Uhr Abends im Dresdener diese Einzelnen, welche die Verschmelzung bewerkstelligten, sondern es war die Noth der Zeit, die mit elementarer Macht das Gesammlung bei Feuerstein stattfindet.( Siehe Inserat kommenden Garten", Dresdenerstraße 45, Damen und Herren als Gäste wintommen. fühl der Zusammengehörigkeit in den Massen erweckte und sie Sonnabend.) Zum Schluß wurde folgende Resolution einstimmig efter aufammenführte. Und dies Bewußtsein, daß Einer auf den An- angenommen: 1. Die heute, den 5. April, tagende Versammlung des Ver- oder beim Vorsitzenden dern angewiesen ist, daß Alle nur Glieder einer großen Familie eins der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutsch- Stewald, Dresdenerstr. 38. Pollack- Klub ustige Brüder", Abends 8-10% uhe im Restaurant find, hat die Berliner Metallarbeiter so fest verbunden, daß der lands erkennt die Nothwendigkeit eines engeren Zusammen- bet G. Stien. Gäfte willkommen. Bergnügungs- Verein Proletariat", Sirenengefang des Kollegen Grenz, der die Former aus der Vereinigung mit den Schlossern, Drehern, Bohrern u. s. w. wieder schlusses aller Berufsgenossen an; nur dadurch ist etwas zu er- Sizung Abends 9 Uhr, bet Steemann, Melchiorftr. 15, Sof part. Gäste millGeselliger Verein herausschälen möchte, völlig wirkungslos verhallen wird. Die zielen, wenn alle persönlichen Meinungsunterschiede fern bleiben felliger lub offnung" bet geige, Martusitraße 31. Enthüllungen, welche der heutige Vorwärts" enthält, werden und die vereinigten Branchen geschlossen in den Kampf" Fretheit" bends 8% Uhr, bet Genoffe Leininger, Bovenstr. 40. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Bergnügungsverein Bonum", Abends 8% Uhr bet jedenfalls das Gefühl der Zusammengehörigkeit noch mächtig Schröder, Stegltgerstr. 18. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. 2. Die Versammlung beschließt, zur wirksamen Agitation für Berein der„ Golbine r", Abends 8% uhr bei Wutte, Friedrichsbergerstr. 24.fördern. Da die Massen gesprochen haben, der Weg klar vorgezeichnet ist, brauchen wir nicht mehr im Gebält umherzu- Berlin 3 Bahlstellen zu errichten, und zwar je eine der Litho- Berein Kreuzfibel", Sigung mit Damen bet Doberstein, Mariannenzimmern, ist es unnöthig, sich über die Form zu streiten. graphen, Steindrucker und Berufsgenossen( Steinschleifer, Präger). Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, 28ilhelmftr. 105. Rauchflub, Nords Arbeit ist auf dem von uns gewählten Wege in Hülle und Fülle Diese Bahlstellen haben laut Statut monatlich eine Branchen- ftern" in Friedrichsberg. vorhanden, thue Jeder seine Schuldigkeit und der Erfolg wird versammlung einzuberufen und mindestens vierteljährlich eine Ahmer, Gräfeftr. 82.nicht ausbleiben. tombinirte Versammlung aller vereinigten Berufszweige. Alle mann, Manteuffelstr. 71. Gäste willkommen.- Rauchtlub Frisch gewagt". ( Großer Beifall.) In der Diskussion, der sich die Kollegen Pätzold, Tauschel, Körsten, Beschlüsse, sofern diese nach Lage der Sache wichtiger Natur sind, abends 8% Uhr, Frankfurter Allee 90 bet Otto Babel. Gäfte willtommen. Wernisti und Stopfact betheiligten, sprachen alle Redner müssen in Form von Anträgen in der kombinirten Versammlung im Sinne des Referenten. Rörften wies die Angriffe von Grenz eingebracht werden. scharf zurück und bezeichnete es als unerhört, all die Tausende, Aufruf! Den Parteigenossen von Steglit, Friedenau und Briefkaffen der Expedition. die in Berlin, Magdeburg und anderen großen Städten der Ver- Umgegend geben wir hiermit bekannt, daß laut Beschluß der schmelzung zugestimmt, als Leute vom Schlage Dietrichs zu be- Mitgliederversammlung vom 15. März die Bereinsversammlungen Für die ausgesperrten Arbeiter gingen ferner ein: zeichnen. Nach Schluß der Diskussion gelangte folgende Refo- jeden Mittwoch, Abends präzise 81/2 Uhr, stattfinden.( Findet Gef. v. 7 roth angehauchten Schneidern d. C. Stegemannn Lution zur einstimmigen Annahme: Versammlung statt, fällt der Leseabend aus.) Mit Rücksicht auf der Siegeris'schen Wertst. 3 M. Spandauer Töpfer durch A. B. Die heutige öffentliche Bersammlung der Former und Be- die schlechten Geschäftsverhältnisse des verstossenen Winters haben 8,50. Für eine bei Lassalle's Geburtsfeier aus fremder Tasche rufsgenossen erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten wir es für angemessen erachtet, die Leseabende bis nach der gelangte verauktionirte Wurst 5,57. Schriftgießer und Schrifts vollständig einverstanden, sie giebt zu, daß den Berliner Verhält- nächsten Vereinsversammlung aufzuschieben; alsdann finden die gießerei- Arbeiterinnen 15, niffen Rechnung getragen werden muß und erklärt sich damit Versammlungen und Leseabende regelmäßig statt und einverstanden, daß nur durch ein geschlossenes Vorgehen sämmt zwar die erste Versammlung in Friedenau, Rhein licher in der Metall- und Eisenbranche beschäftigten Arbeiter dem straße 13, im Lokale des Herrn Frentel, wo Herr Gründel vereinten Vorgehen der Kapitalisten ein Damm entgegengesetzt einen Vortrag über Volksernährung halten wird. Daselbst wird an " treten. Empfehle den Genossen meine Theater u. Bergnügungsverein Bultanta" Abends 9 Uhr, in Meißners Gartenstraße 162. Damen und Herren, welche ge= neigt sind, dem Verein beizutreten, tönnen fich baselbst melden M. Lieste, Ackerstraße 13, of 1 Treppe. Berein Fidele Brüder", Schönleinſtr. 5 tommen. Geselliger Klub Proletariat" bet Lorenz, Koppenftr. 40 e. Ge straße 31.- Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", Rauchtlub Bultan". Abends 9 Uhr bet Orientalischer Rauchklub, Abends 9 Uhr, bet HartStattlub reff Abends von 9-11 Uhr, Poſenerstr. 5 bet Rockendorf. " Grün, Steinenbrück. Wir können Ihnen darüber keine Auskunft geben, da wir den betreffenden Herrn nicht kennen. A. S., Luckenwalde. Die Konsiszirung muß unbedingt auf einem Irrthum beruhen. Kl. Tanzlokal ist Umstände halber Aust. bei Pfitzner, Wilsnackerstr. 58 febr billig zu verkaufen. 229b Große öffentliche Volksversammlung Glaserei und Bildereinrahmung. priquer, Milionate pe o für Frauen und Männer 414 L 2Stand Betten 3.v.Sebastianstr.15, H.p.I. Lassalle, Marx, Fr. Engels etc. in Original- Aufnahmen.( Eckdestillation). Die Arbeiterbewegung 1890.Sozialdemokratische Sinnsprüche.- Gruppenam Freitag, den 17. April, Abends 8 Uhr, in der Schloss- bilder. Das Fahnenbild Lassalle's, auf feinem Kartonpapier pr. Stück 75 Pf. 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