Nr. 8. Htennements-Bedlnaungen: Btoimfmenlä• BreiZ rraiwmerand»» tSimeliäbtt 330 Ml. monalL UO 2J1, wöchemlich 2ö üfft. kei mä Hau». einzelne Nummer 5 Big. Eanmag»- NUmmer mir illuktrierrer Eonmag»- Beilage.Die Reue Well' lv P»a. Polt» (iboimemem: 1.10 Mar! pro Monat. Eingeiragen in die Bon. Zeimng»- TreisliNe. Unter Kreuzband Ntr DeuiiSIand und Oesterreich. Ungar» L.ö0 Mar!, iür das übrige Lu-land » Mar! vro Monat. Bosiabonnelltem» nehmen an: Belgien. DSnemart, Holland. Italien. Luxemburg. Jormgal. Ullinänirn. Schweden und die Schwei» CMelnt tZgllch. Verlinev Volksvlatk. 33. Jahrgang. vie Inkettlsnz-Sedilh? letrügt für die sschSgelpaltene Kolons!. »eile eder deren Raum iv) Pfg., für politische und gewcrlfchaitllche Lexeliu- und Lersninmmngs.Anzeizen«0 P a „kleine Anaeigen", das iettgedruchie «ort 20 Big. l zulässig Sfettgedruche Worte), jede- weitere Wort 1» P g Etcllengesuchc und Schlass-ellenan zngen das erlie War! 10 Big., jedes weitere Wort ö Big. Worte übe: iö Biun- stnden zählen für zwei Sorte. Inserat? für die nächkic rlummer müssen bis S Uhr nachinittags in der Exxedinoii »dgegcben werden. Tic Exbsdinon ijt bis 7 Uhr abends. geöffnei, Telegramm- Sldreff«! �»ÄlteNeliru BcrUi". Zcntralorgan der roziatdcmokratifcbcn Parte» Deutfcblands. Neüaktton: SW. 6$, Ltnöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moripplatz. Nr. 131 90—131 97. Expedition: Slv. 6$, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritiplan, Rr. 131 90—131 97. Die stanzösisthe Parteikonferenz. Wir haben bereits, soweit das nach den spärlichen Be- richten über die Verhandlungen der französischen Parteikonferenz möglich war. über deren Verlauf berichtet und sowohl die von ihr angenommene Resolution wie das Manifest der Minderheit im Wortlaut wiedergegeben. Unserer bereits angekündigten Absicht, zu der Konferenz kritisch Stellung zu nehmen, kommen wir. soweit es die ja all- bekannten Umstände gestatten, hiermit nach. � Güte Anzabl deutscher Parteiblätter hat bereits seine Ansicht zu der Konferenz geäußert. Wenn man dieser Kon- fcrenz auch den Namen„Parteitag" gibt, so kann das doch pur in sehr bedingtem Sinne geschehen. Denn so wenig zur- zeit in Teutschland ein mit allen demokratischen Garantien ausgestatteter Parteitag stattfinden könnte, ist das auch in Frankreich möglich. Von einem Parteitag, einer Kundgebung des Massenwillens einer demokratischen Partei, kann nur Hann die Rede sein, wenn nicht nur dessen Tagung, sondern auch dessen Vorbereitung und Beschickung in aller Seffentlich- keit und mit der Möglichkeit der freiesten Aussprache statt» zufinden verniag. Alle Fragen der inneren und äußeren Politik—_ denn mit beiden hätte sich während eines Krieges ja ein Parteitag gründlichst auseinanderzusetzen — inußte geraume Zeit vorher eingehend und unbeschränkt zur Debatte gestanden haben. In der Presse wie in den Parteikörpcrschaften, in denen zur Tagesordnung des Partei» tageS Stellung zu nehmen ist. Denn erst auf Grund des Gr- gebnisses dieser unbeschränkten Aussprache wäre ja eine Be- schlußfassimg der einzelnen lokalen Organisationen und' eine ihr entsprecheiche Beschickung des Kongresses möglich. Da in Frankreich aber keine wesentlich anderen Zustände herrschen. als in den anderen kriegführenden Ländern des kontinen- talen Guropa. konnte von alledem keine Rede sein. Die fran» »ö fische Parteikonferenz war deshalb kein Parteitag, der das Empfinden und den Willen der sozialdemokratischen Massen widerspiegelte, sondern nur eine Zusammenkunft der Partei- funktionäre und der Politiker, also gerade jener Kreise, über deren bisherige, längst feststehende und bestätigte Haltung zu Gericht zu sitzen Aufgabe eines Parteitages loäre. Es hau- delte sich also nur um eine Konferenz, nicht um einen Partei- tag der bisher üblichen Art. Und wenn selbst ein einzelner Parteitag unter dem Einfluß einer regsamen und ein- flußreichen Schicht von Parlamentariern und Funktionären eine Physiognomie zeigen kann, die dem für die Dauer sich durchsetzenden Willen einer demokratischen Massenpartei keineswegs zu entsprechen braucht, um wieviel mehr muß dann eine Parteikonferenz der gekennzeichneten Art ein ge- trllbtcs, wenn nicht total verfälschtes Bild der wirklichen Auf- fassung der Gesamtpartei ergeben! Wir haben diese Feststellung für notwendig gehalten, um dem französischen Proletariat nicht unrecht zu tun, nicht um für die französische Parteikonferenz auf mildernde Umstände zu plädiere». Denn wir wollen sofort erklären, daß wir die Konferenz für s e h r übel beraten und ihre Beschlüsse für h ö ch st unglücklich halten. Wir würden sogar unserer.Krikik der französischen Parteikonferenz die schärfsten Töne leihen, wenn es uns zurzeit möglich wäre, auch nach der anderen Seite hin unserer Verurteilung ebenso entschiedenen Aus- druck geben zu können. Unter den obwaltenden Umständen halten wir es allerdings für eine unabweisbare Pflicht, uns von jeder Einseitigkeit der Kritik möglichst fern zu halten. Die deutsche Partcipresse, die auf dem Standpunkt der Fraktions- und Partcivorstandsmehrheit steht, übt leider diese Zurückhaltung nicht. Sie ergeht sich in den schärfsten Angriffen gegen die französische Mehrheit, ohne zu bedenken, daß jedes Wort der Kritik, das sie der französischen Mebrbeit widmet, auch für die deutsche Majorität Geltung haben müßte. Was die deutsche Mehrheitspresse an der französischen Resolution verurteilt, sind in der Hauptsache folgende Punkte: 1. Die französische Mehrheit beauftragt ihre parlamen- tarischen Vertreter, auch künstig für die Bewilligung der Kriegskredite einzutreten. 2. Sie fordert das Selbstbestimmungsrccht für Elsaß- Lothringen. 3. Sie stellt sich auf� den Boden der Regierungen der Ententemächte, daß kein Separatfrieden, sondern nur ein ge- meinsamer Frieden der vier verbündeten Mächte abgeschlossen werden darf. Wir sind der Ansicht, daß diese Politik der französischen Sozialdemokratie prinzipiell ebenso verfehlt, wie politisch kurzsichtig ist. Denn sie läuft unserer Ueberzeugung nach nicht auf eine Abkürzung des entsetzlichen Völkerkrieges, son- Mw Oes Stögen SlWWMs.. Amtlich. Großes Hauptquartier, dcu 8. Jauuar 1816. iW. T. B.j Westlicher Kriegsschauplatz. Die Gcfechtstätigkcit wurde auf dem größte» Teile der Front durch die Witterung uugüustig beeinflußt. Südlich des Hartman nsweilerkopfes wurde den Frauzoseu durch rineu überraschendcu Vorstoß ein Grabenstück cntrisseu. Ueber sechzig Jäger fielen gefangen in uusere Haud. Oestlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereiguiffe von Bedeutung. Oberste Heeresleitung. »* Set öfterradMt SmwIWMM. Wien, 8. Januar.(SS. T. B.) Amtlich wird vcr- lautbart: Wien 8. Januar 191li. Russischer Kriegsschauplatz. Die Schlacht i» L st g a l i z i e n und an der Grenze der Bukowina ist gestern aufs neue entbrannt. An der Strypa hat, wie bereits gemeldet wurde, der Feind schon vor Tagesanbruch seine Angriffe begonnen. Einige starke Abteilungen der Sturm- truppen waren unter dem Schutze des Nebels bis zu uusercu Batterien vorgedrungen, als der Gegenangriff der Honved- Regimenter Nr. 16 und 24 und des mitielgalizischcn Infanterie- Regiments Nr. 57 einsetzte und die Angreifer über unsere Stellungen zurückschlug. Unter den 72l> hierbei gefangenen Russen befinden sich ein Oberst und zehn andere Osfizicie. Unsere Linicu am Dnjestr standen tagsüber meist unter starkem Geschütz- frucr. Ander b e s s a r a b i s ch e» Front leitete der Gegner seine Angriffe kurz vor Mittag durch Artillerietrommclfeier ein. Seine Anstrengungen waren abermals gegen unsere Stellungen bei Toporoutz und östlich von Rarancze gerichtet. Tie Kämpfe waren wieder außcrordrnllich erbittert. Teile seiner Angriffs- kolonncn vermochten in unsere Gräben einzudringen, wurden aber durch Reserven im Handgemenge wieder zurückgetrieben. Wir nahmen hierbei einen Offizier und 250 Mann gefangen. Bei Bcrcstiany in Wolhynicn wiesen unjcrc Truppen russische Er- kundigungabteilungcn ab.'Am Styr vereitelte die Artillerie durch konzentrisches Feuer eiucn Versuch der Russen, den Kirchhof nörd- lich von Ezartorysk zurückzugewinnen, Italienischer Kriegsschauplatz. Tie Italiener hielten den Skordtcil des Tolmeiner Brücken- kopfes und unsere Stellungen nördlich davon, besonders de» un- längst genommenen Graben, gegen den sich auch gestern wieder mehrere Slngriffsvcrsuchc richteten, unter sehr lcbhaitem Gewehr- scuer. Auch bei Oslavija und stellenweise im Abschnitte der Hochfläche von Dobcrdo fanden ziemlich heftige Gcschützkämpfc statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Acudcrung. Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabcs. v. H o c f c r, Fcldmarschallcutnant. dern aus dessen Verlängerung und Verschärfung hinaus. Unserer Ansicht nach wäre es von Anbeginn an Aufgabe der französischen wie der internationalen Sozialdemokratie ge- wesen, nicht die ohnehin so starken und verhängnisvollen .Kräfte des Krieges zu stärken, sondern sich mit aller Eni- schiedenheit für die Abtürzung des Krieges und die Ab- schwächung des Kriegsfurors einzusetzen. Ter Sozialdemokratie, die nirgends den Krieg zu vor- hindern vermochte, wäre doch die ungeheuer wichtige und im Interesse des Proletariats nicht nur, sondern der gesamten internationalen Kultur liegende Ausgabe zugefallen, der Völkerseindschast entgegenzutreten, mildernd und ausgleichend auf die nationalen Gegensätze einzuwirken und durch ihre Tätigkeit einen alle'Nationen gleichermaßen dienlichen Frieden vorzubereiten. Zu diesen Grundsätzen und Richtlinien einer vernüns- tigen internationalen Politik stcbt die Haltung der franzö- fischen Sozialdemokratie leider in s ch r o f s e m W i d e r- s p r u ch. Und die Resolution ihrer letzten Konferenz drückt nur das Siegel auf die beklagenswerte nationalistische Vcr- irrung der französischen Mehrheit. Aber diese Kritik zu üben sind nur diejenigen Sozial- demokraten der anderen Länder berechtigt, die selbst eine andere, prinzipientreuere, politisch weitsichtigere Politik ein- geschlagen haben. Die deutsche„Mehrheit" hat kein Recht, sich auf den Boden dieser Kritik zu stellen. i« Min. Wer also die nationalistisch auf dem StandptmK der Entente eingestellte Haltung der französischen Parieikaufc- renzmehrheit verurteilt, hätte alle Ursache, zunächst einmal im eigenen Hause Kritik zu üben. Man kann unmöglich die Stellungnahme der französischen Mehrheit an den Pranger stellen, wenn man nicht selbst eine andere Haltung cmge- nommen hat. N Der„V o r w ä r t s" hat seit jeher auf die Bedenken und Gefahren einer einseitig nationalistischen Politik der Sozial- Demokratie hingewiesen. E r hat an der Haltung der eigenen Mehrheit Kritik geübt und darf deshalb auch das Recht ui Anspruch nehmen, auch aus die Irrwege der Parteimehr- hellen des Auslandes hinzuweisen. Und von diesem einwandfreien Standpunkt aus können wir allerdings die Haltung der französischen Mehrheit nur aufs tiefste bedauern. Wir bedauern insbesondere die erneute Stell ungnohuit der frauzösifchen Konferenz zur eliaß-lothringischen Frage. In einer Serie beachtenswerter Artikel, die wir im„Züricher Volksrecht" finden, Artikeln, von denen wir nur gewünscht hätten, daß sie noch vor der französischen Parteikonferenz:er- schienen wären, lesen lvir: „lind wenn das Recht in Sachen Elsaß-LoLsringens zehn- mal, hmidertmal aus der Seite RenaudelS wäre, bliebe es minderer Aberwitz und ein geringere» Verbrechen, allein E l s a ß- 2 o t h r i n g e u s w e g c n n o ch Millionen von Ptoletatietu hinuiorden zu lassen? Käifi frön- zöfischer Sozialdeuiokrat Halle die Frivolität besessen, einen grgu- sigen Völkerkrieg gutzuheißen, der wegen Elsaß-Lothringen inszeniert worden wäre. Jetzt aber soll dieser Siresthuzstt. so N'ichtig.und unausichaltdar sciu�uui eine Fortsetzung'des Krlsses bis ins Uferlöse', bis'zur'totalen Berwüstüng der beidövs'eiÄg.'n Länder zu rechtfertigen?"■■,: Und damit kommen wir auf den Kernpunkt: auf die Pflicht der Sozialdemokratie der verschiedenen Länder, sich zu verständige n. Wir bestreiten zu allerletzt, daß die Politik der Partei- Vertretungen der verschiedenen Staaten zu einer Verschärfung der internationalen Spaltung und Zerrissenheit beigetragen hat. Aber dieser Zerreißung ider internationale» Bande wird Vorschub geleistet durch die obstruierende Haltung der fräu- zösischen Genossen. Gerade ans diesem Grunde bedauern wir. daß sich ein erheblicher Teil der französischen Minderheit zur Unter- stützung einer schwammigen, jeder Mißdeutung jährigen Kompromißerklärimg bereitfinden ließ, wie sie in der schließ- lich angenommenen Resolution ihren Ausdruck fand. Nicht durch Verkleisterungen und vieldeutige Redens- arten dient man heute der Sache'des Friedens, der Völker- Versöhnung und der europäischen Kultur, sondern mir durch deutliche Aussprache dessen, was man wirklich will. Erfreulicherweise beginnt die französische Minderheit sich berclls erneut zu regen. Hoffen loir, daß sie nunmehr klarer und ent- schiedener Stellungnahme nicht mehr ausweicht. Die grundsätzliche sozialdemokratische Politik, die sich auf den Erfahrungen und Lehren der ganzen bisherigen Poll- tischen und sozialen Geschichtsvorgänge ausbaut, bat gerade in der Zeit unserer allgemeinen Völkerzerklüftung der einzige Leitstern sozialdemokratischen Verhaltens zu sein.?kur sie dient den Interessen des Proletariats aller Länder, aber gleichzeitig dem Interesse der gesamten Kultur und der ganzen Menschheit.__ Italiens Forderungen wegen Albaniens. Mailand, 7. Januar.(W. T. B.)„Secolo� betont in einem Leitartikel das Jnteiesse Italien? an Albanien. Es müsse entweder ein unabhängiges oder ein unter italienischem Protektorat stehendes Albanien geschaffen werden. Eine andere Lösung köime Italien nicht zugeben. Wer Albamcii berühre, rühre au die Spitze dek italienischen Schwertes. Die italienische Front gehe nicht vom Siilfser Joch zum Karst, sondern auch von Skntari bis an die nord« griechische Grenze. Ein ßlugzeug über Saloniki. Salvniki, 8. Januar.(ST T V.s Meldung des Reute vllfiir. Bureau?. Am Morgen des griechischen Weihnachtstages warte die Sradt von einer Taube heimgesucht, die Bomben a u s t he Lager der Alliierten außerhalb der Stadt fallen ließ, ohne gber besonders viel Schaden anzurichten. Das Flugzeug wurde heftig beschossen und kehrte nach Norden zurück. Der montenegrinische Kriegsbericht. Paris, 8. Januar.(SB. T. 25.) Amtlicher montenegrinischer Bericht vom 6. Januar. Ter Feind befindet sich mit beträchtlichen Streitkräften an unserer Nordfront, gegen Mojkövac hin und in der Richtung auf Suchido, Berane und Räzaj im Vorgehen und unternimmt wütende Angriffe mit zwanzig Bataillonen. zahlreichen Geschützen und Maschinengewehren. Wir brachten Ken Oesterreichern schwere Verluste bei, auch die unsrigen waren fühl- bar. Wir hielten die meisten Stellungen fest; nur drei Dörfer wurden vom Feinde besetzt. Der Kampf, der sehr erbittert ist, dauert fort. der franzö'sisihe Tagesbericht. Paris. 3. Januar. iW. T. B) Amtlicher Bericht von Freitag nachmittag. Aus dem Verlauf der Nacht tft nichts zu melden. Paris, 8. Januar. fW.?. B.i Amtlicher Bericht von g e st e r n a b e n d. Im ArtoiS beschossen wir im Lause des Tages von neuem den Bahnhof Boislcux-au-Mo»i südlich von Arras und unterbrachen de» Bertehr auf der Lüne. Unicr ZerstörnngSfeuer auf die feindlichen Stellungen auf dem Plateau von Nouvron, Nordwest- lich von SotssonS, war wirksam. Zwei deutsche Posten wurden ver- nichrct. In der Champagne ist unsere Arlillcre andauernd sehr tälig. Eine starte Gruppe von Arbeilern nördlich von Somme-Py und ein Transport bei Souplet wurden durch unser Feuer zerstreut. Wir be- schössen die feindlichen Schützengräben bei Maison de Champagne und in der Gegend von Massiges, In den Argonnen sprengte eine unserer Minen einen kleinen Posten im Abschnitte von VmiquoiS in die Luft. Eine» unserer weitlragenden Ge- schütze feuerte auf. eine feindliche Abteilung am Rande von Billy— SouS—Mangienne nördlich von Etai». Unser wohlgezieltes Feuer brachte Unordnung in die Abteilung und rief in dem Dorfe einen Brand hervor. Im Walde von Bauchet nördlich St. Mihiel verursachten unsere Geschütze drei Explosionen in den feindlichen Werken. Belgischer Bericht: Nördlich Dixmuiden beschoß»nsere Artillerie wirksam die von dem Gegner am linken Aserufer ge- balteue» Gchösle. Bei Wvumrn und Dricgrachten zerstreuten wir feindliche Ansammlunge». Die englische Melüung. London, 7. Januar. A in t l i ch e r H e c r e S b e r' ch t. Ein soindlichor Bombenangriff an der Bahnlinie Armentiöres-Lille, der durch die Ariillerie unierstützt wurde, ist abgeschlagen. Unsere Artillerie hat verschiedene Punkte der feindliche» Linien beschoffen und die feindlichen Laufgräben empfindlich beschädigt. Churchill zum öataillonskommanöeur ernannt. London, 7. Januar. fW. T. B.) NeutcrS Sonderberichterstatter beim britischen Hauptquartier in Frankreich meldet, er erfahr«, daß Winston Churchill zum Kommandeur eine» Bataillon» der Royal Scoi»-Füsiliere ernannt wurde. E» sei wahrscheinlich, daß er demnächst zum Brigadckommnndeur vorgeschlagen werde. Der ruPsche Generalftabsbericht. Petersburg, 8. Januar. iW. T. B.) Amtlicher Bericht vom 7. Januar. Westfront. In der Gegend von Riga richteten die Deutschen bei Olai erstickende Gase gegen uniere Gräben. In der Gegend von Jakobstadt griffen 60 russische Aus- klarer in der Gegend von Dükern sS Kilometer südwestlich Jakob- stadt) deutsche Aufklärer im Nahkampse an, töteten eine große Zahl mit dem Bajonett und nahmen Üö Wann gofaitgen, darunter einen Offizier. Wir besetzten de» Flecken Czarloryit und di« Höhe West- lich davon, nahmen drei Offiziere und sechSundsiebzig Soldaten ge- langen und erbenieten Drahtvorräte. Feindlich« Gegenangriffe, Czartorysk wicderzunehmen, scheiterten. Norösllich Czernowitz ver- suchten die Oesterreicher einen Gegenangriff mit erstickenden Gasen. Sie wurden durch unser Feuer gezwungen, in ihre Siellungen zzrrückzugehen. K a u k a s u S f r o n t. Am Abend des t. 1. leiteten di« Türken unter dem Schutze des Nebels einen Angriff bei den Dörfern Acha und Bildatchor sbeide 22 Werst südwestlich Olty) ein. Unter unserem Feuer, da« erst eröffnet wurde, als der Gegner unter« Hindernisse erreicht hatte, gingen die Türken unter schweren Berlustkn auf ihre Stellungen zurück.— P e r l i e». Einige hundert Wann zu Fuß und zu Pferde versuchten einen Angriff von Dovletabad au» iwB'-'Uj'iH!.11-!■»» i�uuii-rnji j>»»«»>>>>>. Hei den �rmierungstruppen im Gften. Allein in russischer Schnee-Einödc. Ein Armierunasmann verläß» da» Lazarett. Beladen mit dem Bündel seiner Habseligkeiten begibt er sich zu seiner Truppe. ES ist Bormtttag. Zarte Schneeflocken fallen in dickten Masse» vom Himmel und zeichnen zierlich« weiße Sternlein auf den schwarzen Mantel des Soldaten. Auf den Straßen und Häiiferdächern der russischen Kleinstadt, in der daö Lazarett liegt, bilden si« bald«in« hohe lockere Schicht, auf allen Bortpriingen und in allen Spalten bleiben st« hasten. Sie bringen überall leuchtende weiße Linien und Kanten an. die Freundlichkeit und Leben in da» sonst so graue Bild der Stadt tragen. Vergnügt ausschreitend detrachiet der Soldat rech!» und link» di« Siraßc». Der russischen Kleinstadt fehlt die gemütliche Enge. di« fast all« deutschen Kleinstädte der Konzentration um-inen Fleck, dem Markt, der Einschnürung i»«inen Gürtel von Wällen und Gräben verdanken. Die russische Kleinstadt war nie eine Freistalt, di« sich durch starke Wehr ihre Rechte trotzig zu wahren wußte. An weitläufig allSeinandergezogenen Straßen liegen die menschlichen Wohnstätie», hier die Holz« oder Fachwerkhäuser jüdischer Händler oder Kleinhandwerkcr, dort die strobgedeckte» Hütten ärmlicher russischer Bauern. Irgendwo in dem lockeren Gefüge von Straßen und Häuiern liegt auch der Markt, eine weit« grasbewachsene Fläche. Die Kirche mit der griechisch-katholischen Zwiebelkuppel siebt außerhalb der Stadt, eine in Nutzland sehr häufige Erickeinung. Sie ist von einer Granate getroffen worden und liegt zum Teil in Trümmern. Die Stadt ist still. Nnr wenige Hütten sind von ihren Eigentümern bewohnt, in den übrige» haben deutsche Soldaten lbre Quartier« eingerichtet. Bon Kopf bi» Fuß in Tüch-r gehüllt, huschen ernigs Frauen dickt an de» Häuiern ent« lang, ein Bauer mit grellem Haar im langen Schafpelz wagt sich auf di« Milte der Straße. Unterwürfig grüßt er, stehenüleibetid und die Mütze ziehend, den deuticken Soldaten. Die Stadt liegt hinter dem eiisiam Wundernden und vor Um breitet sich eine endlos scheinende, schneebedeckte Ebene. Die Flocken fallen dichier und dichter, spitze ViSlörner mischen sich unter sie. die scharfer Nordostwind dem Manne ins Gesicht treibt. Kein Hau» und kein Baum erbebt sich über der Fläche, nicht» stört ihre schneeschimmernd« Langweiligkeit. In unbestimmter Ferne ver« schwimmt das Weiß der Eben« langsam in da» Grau de» wölken- schweren Himmel». Und nicht» regt sich in der Landschaft, nickt» Lebendige» ist zu sehen. Da» lautlose Fallen der Flocken ist di« einzige Bewegung im grauweißen Bilde. Unser ArmierungSmann ist völlig allein in der gespensterhakt einsamen Umgebung. Allein im ierne». fremden Lande, im seindlichen Lande. Nicht ernmal eine Waffe begleitet ihn. Aber der Gedanke an«ine Gefahr kommt ihm Nicht in den Sin». Ruhig schreitet er, mehr i» sich als um sich schauend, vorwärts. liefer und tiefer hinein in die Stille. Da» Knirichen de» Schnees unter leinen Tritten ist da» einzig Hörbare. Allein, weit und breit der einzige Mensch und doch der Teil einer organisierten Masse von Millionen,«in winziger Teil, wie ein Schnceflöcklein unier den vielen, unendlich vielen. Dort in der Ferne ringen di« Tausend« mit bluttriefenden Waffen, dort steht die (80 Kilometer südöstlich Hamadan) auf Kiamarh, wurden aber bis hinter den Rendelian-Bcrg zurückgetrieben. Meldung der italienischen ffeeresleitnng. Rom, 7. Januar.(W. T. B.) A in t l i ch e r H e e r e s b e r i ch t. In der Zone von Riva haben unsere Truppen am b. Januar von »entm einen Enotg errungen, indem sie sich durch Ueberraichung einer Stellung bei San Giovanni auf den Nmdabhängen des Monte Sperone bemächiigien. In der Gegend de» Col di Lana griff der Feind liniere Linie» an mehreren Stellen an, wurde aber überall zurückgeichlage». Auf dem übrigen Teil der Front herrschte lebhafte Artillerieiätigkeit, während welcher der Feind von neuem Geschosse mit erstickenden Gasen verwandle. Feindliche Flugzeuge erschienen über den Tälern de» oberen Jsonzo und warfeii einige Bomben ab, ohne Schaden anzurichten. C a d o r n a. Versenkung eines italienischen Dampfers. Cctinje, 7. Januar.(W. T. B.) Meldung der Agence Havo». Ein italienischer Dampfer ans Brindisi mit mehreren hundert Tonnen Lebensmitteln und 42ö montenegrinischen, au» Amerika kommenden Rekruten ist ganz nabe von St. Giovanni di Medua auf eine Mine gestoßen. Da» Schiff sank sofort. Zwei Mann sind um- gekommen. Cctinje, 7. Januar.(W. T. B.) Zu dem Untergang des italie- irischen Dampfers aus Brindisi, der mit Borräten und 425 montenegrinischen Rekruten aus Amerika gestern bei San Giovanni di Medua auf eine Mine gestoßen und gesunken ist, wird noch ge- meldet, daß dabei zweihundert Passagiere ums Leben gekommen sind. /tu öer hollänüischen Küste angespülte Minen. Amsterdam, 7. Januar.(W. T. B.) Im Dezember sind an der »iederländischeii Küste 23 Minen angespült worden, davon 13 eng- tische, 3 deutsche und 7 unbekannleu Ursprung«. Cnglanö und öle»Saralong�Märe. London, 8. Januar.(W. T. B.)(Reuter.) Die englische Regle- rung hat ein W e i h p a p i e r über die Beschwerden der deutschen Regierung gegen die Besatzung de» eng- lischen Hilfskreuzers„Baralong" ausgegeben. Der Staatssekretär des Auswärtigen. Sir Edward G r e y. sagt darin, die englische Regierung habe mit großer Genugtuung, aber auch mit Erstaunen vernommen, daß Deutschland sich ernsthaft für die Grund- lagen einer zivilisierten Kricaführuna einsetze und für diejenigen, Ivelcho si« mit Vorbedacht beiseite setzten, Bestrafung fordere. Der Vorfall, welcher die deutsche Regierung plötzlich daran erinnert habe, daß es derartige Grundlagen gebe, sei ja allerding« einer, bei welchem Engländer und nicht Deutsche die Ucbeltäter sein'ollton; aber die englische Regierung nehme nicht an, daß beabsichtigt werde, das Ge- biet gerichtlicher Untersuchungen willkürlich zu beschränken. Es würde ungereimt sein, den„Baralong"-Fall allein als Gegenstand einer Untersuchung auszuwählen. Selbst wenn die Beschuldigungen der deutschen Regierung zugegeben würden, wa» di« englische Re- gierung jedoch nicht tue. so wäre die Anklage gegen Kommandant und Mannschaft der»Baralong" von geringer Bedeutung im Vergleiche mit den Freveltaten, welch« von deutschen Offizieren zu Lande und zur See absichtlich gegenüber Kämpfern und Nichtkämpfern begangen worden seien. Arey erwähnt sodann drei Fälle, welche sich in denselben Tagen, wie der.,Baralong"-Fall, ereignet hätten, erstens, die Versenkung der„Arabic" durch ein deutsches Unterseeboot, welches ohne vorherige Warnung gehandelt und keinen Versuch gemacht habe, die Besatzung der„Arabic, die keinen Widerstand geleistet habe, zu retten; zweiten», den Fall des deutschen TorpedobootSzerstörer», welcher ein an der dänischen Küste gestrandetes englische« Unterseeboot entdeckt und, obgleich er e» vorher nicht verfolgt, obgleich e» sich in neutralen Gewässern befunden hätte und außerstande gewesen wäre, sich zu verteidigen, das Unterseeboot und seine Mannschaft bei ihrem Versuche. zu schwimmen, beschossen hätte. Ein dritter Vorfall habe sieh ungefähr 48 Stunden später abgespielt. Der Dampfer„Rucl" sei durch«in deutsche» Unterseeboot angegriffen worden, er habe nicht den geringsten Widerstand versucht, um sich zu retten und sei mit Kar- tatschen und au» Gewehron beschossen worden, wodurch ein Mann u Barriere der Massen, hinter der sich— in der anderen Richtung— die ruisisch-polntsche Ebene schier endlo» dehnt. Gerade so öde und flach wie der lleine AuSschnrn, der den Soldaten umgibt. Dort lebt alles nur nock für den Krieg der Massen dort vorn, dort lebt und ivebl es auf den Straßen und in allen Städten nur im Jnter- esse de» Kriege», dort ziehen die endlosen Wagenreihe» und Eisen- bahnziige hin und her. beladen mit den Mitteln de» Kriege». Die Mafien der seuersprühenden Barriere find thrZiel, sind ihrDasew«zweck. Dahinter aber liegt die Heimat. Schmerzlich zuckt e» im ? Gerzen des Einsamen und lichte Bilder tauchen vor ihm auf. Bilder nedlichen, kultjuielten Menschenleben«. Stille, freundliche Räume mit lieben Mensche»! blühende« Leben und Treiben in Handel und Wandel; gesittete« Messe» der Kräfte zum Segen der Kultur, wenn auch noch einer Kultur, die nur dem Interesse weniger dient«; ein Ringen um den Fortschritt der Menschheit zu höherem, freieren Daiein. Da fuhr der Krieg hinein! Mit einem wuchtigen Hiebe trieb er di« Menschheit in wirrem Wirbel durcheinander, versetzte sie in eine» Rausch von Blut, verbreitete Jammer und Klagen. Er nahm die Menschen au» ihren stillen Räumen und aus ihren Ge» schäslen und ballte sie zu jener Masse, die dort vorn um einen un- beslimmlen Sieg ringt. Dort hält er si« fest, sie alle und auck ihn, dessen Gedanken über die einsame Schneesiepp« sehnsüchtig nach der Heimat wandern. Und viel« kommen nimmer zurück. Sie bleiben in den Einöden, durch die der Krieg tobt, und ein Holzkreuz ist dos letzte und einzige Zeichen ihrer Existenz. Dem Soldaten ist bei seine», Sinnen der Weg kurz geworden. Er hat die stille Fläche durchschritlen und ist am Bahnkörper an« gekommen. Hier liegt ein russischer Friedhof. Unter mächtigen, rauschenden Föhren ruhen di» Toten. Fiach» Hügel und kleine. eigenartig in Sargkorm geschnitten» Holzklötze mir stehenden Kreuzen zeigen die Grabstätte» on. Kreuz und quer liegen sie durcheinander. Ein rober Halzzaun mit einfachen, Tor, da« der Wind knarrend be- weat, umgibt den Ort. Alle« ist verschneit. Krähen krächzen in den hohe» Bäumen. Hier macht der Soldat«inen Augenblick Rast, dann degibt er sich zum nahen Bahnhof, um seiner Truppe zu folgen, um wieder In der Masse unterzutauchen. Winterarbeit. Ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Nächtlicher Dezemversturm heult um da» kasernenarlige HanS, in dem die Armierung»kompagnie auartier». Drinnen erwacht da« Soldatenleben. Aukmatt erleuchieien Treppen und Gängen streben die Männer dem Ausgange zu. um auf der Straß« vor dem Haus« Aufstellung zu nehmen. Draußen ist e» noch stockdunkel. Nur durch Rufe» und Fragen findet jeder den Platz, auf dem er anzutreten hat, damit die Kompagnie fem läuber- lich in Reih und Glied geordnet stehe. Au« dem Chaos von dunklen, sckippenbewcbrten Gestalte» formt sich schnell rin übersichtliche» Ganzes, die Kompagnieformation. Kommando» ertönen. Geschäfte werden erledigt und die Armierung«kompagni« rückt zum Dienst ab. Hinein in di« Winternacht. Der Marsch zur Arbeitsstätte dauert fast eine Stunde. Dt« Leute aleiten mehr ol« si, gehen, denn der Weg ist glatt. In den letzten Tagen hat e» gefroren und getaut und wieder ge« froren, dazu geregnet und geschneit in lustigem Wechsel. Große getötet und acht andere, darunter der Kapitän, schwer verletzt seien. Der unter Eid erstattete Bericht, aus den die Mitteilungen sich gründen, gebe keine Ursache an. welche diese rohe, kühlen Blute» be- gangene Missetat rechtfertigen würde. Die britische Regierung sei der Ansicht, daß diese drei Fälle zu- s a in m e n mit dem„B a r a l o n g". F a l I vor einen unpartei- ischen Untersuchungsrat gebracht werden könnten, z. B. vor eine aus amerikanischen Marineoffizieren zusammengesetzte Kommission. Sollte dieser Vorschlag angenommen werden, so würde die englische Regie- rung alles tun, was in ihrer Macht liegt, um die weitere Unter- suchung zu erleichtern und die Schritte tun, die die Gerechtigkeit er- fordere. Tie britische Regierung erachte es nicht für notwendig, auf die Beschuldigung zu antworten, daß die englische Flotte sich der Un- Menschlichkeit schuldig gemacht habe. Die letzten Statistiken, die sie zur Verfügung habe, erwiesen, daß 1150 deutsche Matrosen gerettet worden seien. Die deutsche Flotte könne diesen Rekord nicht schlagen, wahrscheinlich weil sich ihr nicht die gleiche Gelegenheit geboten habe. Noch keine österreichische Beantwortung öer amerikanischen Note. Washington, 7. Januar.(W. T. B.) Reutermeldung. Das Staatsdepartement gibt bekannt, daß nach Mitteilung des amerikanischen Botschafters tn Wien die österreichisch-ungarische Regierung bis zum 4. Januar d. I. keine Mitteilung über den Untergang der„Persia" besaß. Versenkung öes Tanganpika-Dampfers �Kingani�. London, 5. Januar. Amtlich.(SB. Z. 0.) Eine nach dem Tanganyikat'ee entsandte Marineexpedition hat am 2S. Dezember das bewaffnet« Dampfschiff„Kingam* angegriffen und es ge« zwungen, sich nach einem zehn Minuten dauernden Gefecht zu ergeben. Alle deulschen Offiziere sind gefallen. Das Schiff wurde, obwohl es sich in sinkendem Zustande befand, an Land gebracht. (Anmerkung des W. T. B.: Der Dampfer„Kingani*. den die Engländer auf dem Tangauyika angeblich zerstört haben, ist ein kleines Schiff von 10 Meter Länge und 3,5 Meter Breite. Seine Besatzung besteht im Frieden au« einem europäischen Maschinisten sowie«inigeil farbigen Bedienungsmannschaften. Bon einer für kriegerische Zwecke in Betracht kommenden Bewaffnung de» Schiffchens kann schon mit Rücksicht auf seine Bauart nicht die Rede sein. CS dient« früher an der ostafrilanischen Küste al» gollwochtschiff und wurde nach Kriegsausbruch in unzerlegtenr Zustande mit der Bahn von Dar cS Salam nach Udjiddi und auf den Tanganyikasee gebracht. Ein Umstand, der zeigt, um ein wie un« bedeutendes Fahrzeug e» sich handelt. Dort war e» zusammen mit dem de» Tanganyika seit 1000 betahrenden Dampfer.Hedwig v. Miss- mann", der am 22. November!9l4 die englischen Dampfer.Cecil Rhode»" und'.Good-News" zerstört hatte, beim Abtransport des in Kafakalawo erbeuteten englischen Telegrophenmaterial» beteiligt ge- wesen. Auf welche Art den Engländern die Zerstörung diese« Schiffes gelungen ist, steht noch nicht einwandfrei fest. Nach einer weiteren Reutermeldung sollen die Engländer neue bewaffnete und besonder» ausgerüstete Fahrzeuge mit einer Marineexvediiion nach dem Tan- ganyikasee gesandt haben. Diese können dorthin entweder auf dem Weg« über den Zambest-Schtrefluß zum Nyaffasee und von dort über Land, oder über den Kongo und mit der Ende 1St4 fertig gewordenen Lukugabohn gelangt sein. Es ist zu hoffen, daß unsere jetzt noch auf den, See befindlichen größeren Dampfer diesen eng- ltschen Fahrzeuge» gewachsen sein werden.) die pariser presse über die Opposition üer englischen Arbeiter gegen die Wehrpflichtbill. Bern, 8. Januar.(W. T. B.) Die ablehnende Haltung der englischen Arbeiterverbände gegen die Dienstpflicht ist der Gegenstand lebhafter Sorge tn der Pariser Presse. Der „Temp»" schreibt: Es scheint, al» ob die englische Arbeiterklasse teil- weise noch nicht genügend von dem Ernst der Lage überzeugt sei. Sie verschließt die Augen vor der Wirklichkeit und scheint sich keinen ....... IJ'. I.IJ.,!.. U Waffcrpfütz«,, haben sich in blank« Eisfläche» vetwandelt, der Schnee ist flstgcfahren und-geircten und nicht minder glatt al» die ge- frorrnen Lache». Zahlreiche Buckel und Löcher machen den Weg nicht bequemer. Darüberhin bewegt sich die ArmierungSkompagnie, so qut e« geben will. E« beginnt zu schneien. Oft ertönt warnend der Ruf »Halt I" nach rückwärt«, denn ein Mann ist ausqeglttten und krabbelt zwischen den Beinen der übrigen am Boden umher. Soiortige Hil»«- slellung der Nebenmänner bewahrt ihn vor der Gefahr, anderen Stürzenden al« Unterlage zu dienen. Wieder auf die Beine gestellt, marschiert er weiter, se nach Beranlagung mit einem Fluch oder elnem Witz. Andere sind inzwischen vorüvergelaufen, wieder andere bleiben zurück. Langsam beginnt e» zu dämmern. Da» nächtliche Schwarz de« Himmel» weicht einem trüben Grau. Bei der Aukunst an der Arbeitsstätte ist die Ordnung der Kam« vagnie wieder völlig aufgelöst. All« sind froh, daß der beschwerliche Marich ohne ernsten Unfall überstanden ist und ordnen sich schnell zu neuen Gliedern. Und wieder Kommandoruse. Die Formierung von Arbeitsgruppen ist schnell erledigt. Si«.rücken in die Stellungen", die einzelnen Arbeitsplätze der Schipper. Ein« Gruppe gräbt im meierlief geirorenen Boden eine Sohle für ein neue» Bahnglei«, ander« Trupp» tragen Schwellen und Schienen von den Stapel« Plätzen zum Verwendung»««. An der ausgedehnten Arbeltsfiätt« vorüber zieht sich ein hoher Bahndamm hin, die freie ebene Um« gebung al» einzige Bodenerhebung überragend. Dort oben trägt ein Trupp Bahnschwellen entlang. Der Schnee fällt in immer dichteren Mafien. S« ist. al» wollt« der Himmel seinen ganzen Borrat in wenigen Stunden über di» Erde ausschütten. Dl« großen Flocken sind feucht und schwer. Klatschend treibt der Sturm sie den Männern ins Gesicht. Di« dort oben auf dem Bahndamm« haben Mühe, mit der Last der Schwellen auf den Schultern gegen den Sturm anzukämpfen. Eisen- bahnschwellen sind fürwahr kein« Zahnstocher. Der Schnee schmilzt auf der Kleidung. Auf Mänteli, und Hosen. Kovfschützern und Mützen legt sich Tropfe» neben Tropfen. Der Stoff taugt da« Wasser aus und wird schwerer und schwerer. In der Arbeitspause scharen sich die Männer um qualmend« Feuer. Mühkam wärmen sie einen Schluck Kaffee. Die Finger werden sieif und können da« vom Schnee geseuchtete Brot kaum ballen. E» ist ungemütlich. Und nun verwandelt sich der Schnee in Rege». Die Arbeit wird fortgesetzt. Die Feuchtigkeit de» Himmel« durchdringt allmählich die Kleidung. Die Männer spüren sie schon aus der Haut. Immer mühseliger wird di« Arbeit und die Kräfte lassen nach. Aber gelassen verrichten die Leute den schweren Dienst. Sie sind längst an dergleichen Dinge gewöhnt. Die Schwellen« träger geben plaudernd ihren Weg hin und her, einmal mit und da» andere Mal ohne Last, und die Soldaten, die dort unten die Sohl« ausschachten, wüblen unermüdlich mit Picke und Schaufel im Boden, bi« die tägliche Dienstzeit, di« auch an solchen Tagen um kein» Minute gekürzt wird, ihr Ende erreicht hat. Dann ertönt ein er« lösender Pfiff und nun geht die Formierung der Marschkolonne noch schneller als am Morgen. Ein Tag ist vorüber. Nock viele gleich, stehen bevor. Und dennoch: um einen Tag ist man dem Ende näher. Fliegerscschießung. Bom wolkenlosen blaßblanen Himmel locht die Winlersonn«. Der von Regen und Tauwtnd aufgeweicht« Boden ist von neuem Begriff zu machen, daß hier nicht mehr ihre Interessen, fondern die Ehre und der Bestand des Vaterlandes auf dem Spiele stehen. Das ist dieselbe Gesinnung, die, während von Calais her die Kanonen donnerten, es zu Streiks wegen Lohnerhöhungen und ArbeitSord- nungsn kommen ließ. Man konnte ja nicht zweifeln, daß das Parla- ment die Vorlage annehmen werde, aber es schien nicht weniger wünschenswert, daß sich die nationale Einmütigkeit einmal mehr bei der Anwendung von Maßnahmen zeigte, die von den Vechültuissen geboten waren. Man wird bedauern, daß die Verbände ihre Klassen- Vorurteile nicht überwinden konnten, daß die Arbeiter, nachdem sie zahlreich ihr Leben auf dem Schlachtfelds hingegeben haben, da Opfer von Grundsätzen verweigerten, dem das ganze Land schon zugestimmt hatte..»Petit Parisien" findet, daß die Arbeiter es ja an vater- ländischer Pflichterfüllung nicht haben fehlen lassen, da sie zahlreich zu den Fahnen geeilt seien. Aber eS sei doch seltsam, daß gerade sie der letzte Hort einer mehr als wankenden Ueberlieferung gewesen wären. Jedenfalls fürchteten sie Wohl, daß man ihnen, wenn sie erst die Dienstpflicht auf sich nähmen, ihre Vereinigungsrechte beschneiden würde..Matin" läßt sich aus London melden, daß der lltücktrilt der Minister dw politische Lage bedenklich verschlimmert hätte. Die Hal- tung der Arbeiter lasse Neuwahlen als notwendig erscheinen.„Echo de Paris" sieht in der ablehnenden Abstimmung der Arbeiter eine ernsthaste Schlappe für Henderson und die Parteiführer. Kein verstoß gegen üas Völkerrecht. London, 7. Januar.(W.T.B.) Unterhaus. Grey sagte auf eine Frage, die Gefangennahme der britischen Hauptleute Rapier und Wilson auf einem griechischen Schiffe durch ein feindliches Hl-Boot stehe nicht im Widerspruch mit der allgemein anerkannten Auffassung des Völkerrechtes. Buö öer franzö'stschen Partei. Der Pariser Korrespondent des„Labor Leader' hat an dieses Blatt einen Beucht über den am IS. Dezember beendeten Kongreß der Scine-Föderation geschrieben, der, wenngleich er durch den inzwischen abgehaltenen Kongreß der Gesamtpartei überholt worden ist, eine Menge interessanter Einzelheiten enihält, die die Entwicklung der Meinungen in der französischen Partei beleuchten. Seit der Nationalratssitzung im Juli v. I. hat die krUische Stimmung gegenüber der Regierungsvolitik und ihren Vertretern in der Partei ungemein zugenommen. Charakieristisch ist z. B., daß zum Aorsip in der ersten Sitzung des FöderationikongresseS mit großer Mehrheit die Genossi» Saumoneau gewählt wurde, die eben auS der Haft entlassen worden war. Genossin Saumoneau gehört zu den entschiedensten Gegnern des.Kriege« bis zum Ende". Sie hat während ihrer Haft von seilen der Sozialisten im Ministerium nicht die Teilnahme gefunden, die zu erwarten gewesen wäre. So fehlte ihrer Wahl zur Vorsitzenden nicht der demonstrative Charakter.— Entscheidend aber war die veränderte Stellung in der Frage der Wiederanknüpfung der internationalen Be» Ziehungen. Noch im Juli hatte sich die Mehrheit des Partei Vorstandes ihr entschieden widersetzt. Diesmal fehlte die grund» s ä tz l i ch e Abweisung v o l l st ä n d i g. Der Unterschied der von R e n a u d e l und L o n g u e t vertretenen Tagesordnungen bestand darin, daß die erste die Spaltung der deutschen Partei als Bedingung hinstellte, die zweite die Verhandlung mit der ganzen deutschen Partei in Aussicht nahm. Tie Renaudelsche Resolution forderte die Wiedergewinnung Elsaß-Lothringen« als entscheidende FriedenSbedin gung, die Longuetsche die Befragung der Bevölkerung. iDer Gesamt Parteitag hat dann eine, etwas zweideutige, mittlere Formel gewählt. aber jedenfalls den von Renaudel und besonders von Albert Thomas in seiner Rede in Champigny vertretenen schroffen Standpunkt ver- lassen. D. Red.) Als dritte Resolution war die B o u r d e r o n S da, die die Gesichtspunkte der Resolution von Zimmerwald vertrat. Für sie wurden S4S, für die Longuets LSM Stimmen abgegeben. Die Minorität bekam also im ganzen 4L8l gegen 6121 für Renaudel, d. h. zwei Fünftel! Für die Resolution Longuets stimmte die Mehrzahl der Sektionen und eine große Mehrheit der Delegierten der Vororte. Die Entscheidung gaben die 18., 19. und 29. Sektion von Paris, wo Sembat, Cachin und F i a n c e t t e großen Ein» fluß haben. Da Paris stets das Zentrum des Chauvinismus war, ist das Ergebnis sehr befriedigend. Am 19. Dezember wurde eine Resolution angenommen, die den Eintritt der Sozialisten ins Ministerium billigte, aber die s o z i a» listischen Minister wegen ihrer Zustimmung zur Vertagung de« Parlament» im letzten Jahre tadelt. Die Debatte war sehr heftig. Als ein Delegierter der 19. Sektion sich über die Untätigkeit der Fraktion beklagte, die alle Initiative den Radikalen überlassen habe, erklärte der Deputierte M a y e r a s. ein alter Pariser Aue» bist und Redakteur der„Humanite", das sei fest gefroren. Leine oberste Schicht ist zu einer steinigen Masse ge» worden. Die ArmierungSsoldalen, wieder an der Arbeit, führen wuchtige Hiebe mit schwerer scharfer Picke gegen den widerspenstigen Stein. Der Siabl schlägt Funken und die Bruchstücke des ge froreuen Bodens fliegen wie Granatsplitter umher. Brocken auf Brocken löst sich und wird von den Männern Niit der Schaufel be seiligl. Klappernd arbeiten die Schaufeln zivischen den steinharien Klumpen. Lockere« Bodenmaterial kommt zutage und die blinkende Schaukel gibt einen singenden Ton von sich, wenn sie dieses zur Seile wirst. Es geht heut fröhlich zu auf der Arbeitsstätte. Der Soldat ist ja so dankbar. Ein Schimmer Sonnenlicht, ein heiterer Himnicl, und sein Herz ist froh, vergessen sind Jammer und Schmutz, Unwetter und Strapazen. Lustig arbeiten Picke und Schaufel. Scherze fliegen hin uiid her. Da ertönt der Ruft»Ein Flieger I" Die Hände aller ruhen im Augenblick, alle Augen sind zum Himmel gerichtet. Dort ist er ja I In der Ferne schwebt er über Stadt und Bahnhof. Nur als schwarzer Punkt ist er dem Auge sichtbar. Da ertönt»in dumpfer Knall und zugleich blinkt eS in der Nähe des Flugzeuges, als spränge dort ein eleklrischer Fnnke über. Und aus dem blinkenden Feuerschein»niwickelt sich im Augenblick ein niedlicher, schneeweißer Wolkenboll, der schnell größer und größer wird.«Uo ein feindliche« Flugzeug, aus da««ine Abwehrbaiterie das Feuer eröffnet. Der Flieger beschreibt ruhig seine Zirkel. Doch jetzt blinkt es dort oben von neuem. Und noch«in» mal— und wieder— und wieder. Jede» Blinken erzeugt einen Woltenball. Er erreicht eine bestimmte Größe und behäil dann Form und Umkang. Wölkchen Ichließt sich o» Wölkchen; sie gleichen einaiider wie Hühnereier. Die hübschen weißen Gebilde beschreiben am Himmel einen großen Bogen, um da« Flugzeug ein» zuschließe». Diesem bleibt nlchiS übrig, als„ach oben zu enifliehen, um in sausender Fahr» den einkreisenden Wollenballen zu cnl- schlüpfen. Bald ist es nur noch als winziger Punkt erkennbar. Die Bauerie nimmt die Verfolgung auf. Ihre Schrapnelle folgen dem Fliebendeii. Sie sind es. deren Krepieren in de» Lüften jenes Blinken und da« Erscheinen der hübschen Wolkenballen erzeugt. Eine lange Kette von weißen Wölkchen bestet sich dem Flugzeug an die Propeller, bi» es der Tragweile der Abwehrgeschütze ein» rönnen ist. Jetzt ertönt aus der Richtung, in der die Batterie steht, das Surren eine« anderen Flugapparate«. Dicht über dem Erdboden schivebt dort ein deuss»«« Kampfflugzeug. In schräger, schnür- gerader Fahrt steigt e« aufwärt«, dem fliebenden Gegner folgend. lieber die Köpf« der Armi«rung»solda>en binweg verschwinden beide Riekenvögel schnell in der blauen Lust. Die hübschen Wolkenballen haben lange ihre Form beballen. Nun verflüchtigen sie sich langsam zu dünnen Schleiem. ES ist still geworden. Di- Schipper waren au« ihrer Ausschachtung hervorgekommen und aus die ousgeworienen Erdhauken gekietiert. um dem spannenden Spiel um Leben und Tod zuzuichauen. wie man etwa einem Feuer- werk beiwohnt. Ihre Blicke folgen den Flugzeugen, so weit die Sehkraft reicht. Lebhast debattierend erwägen die Soldaten das Schicksal des Russen. ES ist gelungen, ihn hinter die deutschen Linien zu drängen. Erwartet ihn dort Tod oder Ge- fangenschoit oder findet« einen Ausweg zurück zu den Truppen seines Volke«,». S. j die Folge der Parteidisziplin. Die Fraktionsmehrheit wolle nichts ' tun und die Minderheit sei machtlos. Es gebe Leute, für die die Re- gierungStätigkeit alles sei, und Leute, die an nichts anderes dächten, als in der Regierung zu bleiben. Bei dieser Gelegenheit enthüllte Mayeras unter großer Bewegung, daß die Zensoren den Auftrag er- halten hätten, Erörterungen über den Frieden in der Presse zu untersagen, und daß der Minister des Innern, Malvy, an die Präfekten ein Rundschreiben gerichtet habe, worin er sage, daß die Friedensbewegung be- unruhigende Proportionen annehme, und daß alles mögliche getan iverden müsse, um sie zu unterdrücken, nötigenfalls mittels Hausdurchsuchungen und Beschlag- nähme der Privatkorrespondenz. Ein sehr bemerkenswerter Zwischenfall ergab sich, als Fian- cette die alte Streitfrage zwischen Renaudel und Rappoport wieder aufs Tapel brachte und die von Rappoport I a u r e s zugeschriebe- neu Aeußerungen bestritt. Mayeras bestätigte die Dar- st eilung Rappoports und fügt« hinzu, daß Jaures am 31. Juli 1914, als Jswolski durch ein Zimmer im Ministerium des Aeußern hindurchschritt, wo er mit anderen sozialistischen Abgeordneten wartete, mit lauter Stimme gesagt habe:„Da geht der Schurke Jswolski; er hat den Krieg gewollt und hat ihn bekommen!" Die Diskussion wurde immer erregter. L o r i o t sagt«:„Wa- rum sollen wir nicht mit Südekum, Scheidemann und Heine diskutieren? Ich diskutiere doch auch mit Renaudel! Dieser Ausfall rief einen minutenlangen Tumult hervor, worin Renaudel vergebens zu Wort zu kommen versuchte. L a v a l, der für die Resolution Longuet eintrat, erklärte, daß d i e Londoner Deklaration vom 4. September 1914 dem Volk nie vorgelegt worden sei und daß Umstände eintreten könnten, die es nötig machen würden, im Interesse Frankreichs und der Arbeiterklasse darüber hin- wegzugehen. Der Kongreß beschloß einstimmig einen Protest gegen die Hausdurchsuchung im Pariser Bureau der Frauen-Liga für dauernden Frieden. Die Zensoren verboten den Zeitungen, den Text der auf dem Kongreß eingebrachten Resolutionen zu veröffentlichen und auf Geheiß der Regierung fälschten die Zeitungen den Sinn der Resolution Longuet, indem sie behaupteten, daß auch sie die Wieder- anknüpfung der internationalen Verbindungen erst für die Zeit nach Beendigung des Krieges vorgesehen habe. Für die andere Ansicht zählte man nur die S4b Stimmen für die Resolution Bour- deron, und durch diesen betrügerischen Kniff kam man zur„über- wältigcndcn Mehrheit" von 9ö7S Stimmen gegen die Erneuerung des internationalen Zusammenschlusses. Noch ein Interview vanöervelöes. Amsterdam, 7. Januar.(Privattelegramm des»Bor- wärt«'.) Der»Tclegraaf" veröffentlicht ein Interview Vander- Velde», wonach dieser eine Antwort auf die Frage, ob Belgien einen Sonderfrieden schließen würde, verweigerte. Er fügte aber hinzu, daß Frankreich und England leine Aufforderung an Belgien gerichiet hätten, der Londoner Deklaration beizutreten. Für die Schreibereien de? ,XX. Siöcle" über die Aufgabe der Neutralität und Annexionen fei die Negierung nicht verantwortlich. Eine Um- bildung des Kabinetts in eine Regierung der nationalen Verteidigung war geplant, ist eS vielleicht noch, war aber infolge der Flucht nach Havre und der Zerstreuung der Abgeordneten undurchführbar. Die auswärtige Politik in öee duma. Zu den Erörterungen über die auswärtige Politik in der Budget- kommiiston der Duma, über die telegraphisch kurz berichtet wurde, liegen nun ausführlicher« Berichte der russischen Zeitungen vor. auS denen folgendes nachgetragen sei. An der erwähnten Sitzung, die am 23. Dezember statifand, nahmen fast alle in Petersburg an- wesenden Dumaavgeordneten sowie der Minister de» Aeußeren, Ssasonow und eine Anzahl hoher Beamter seine« Reffort« teil. Der Minist.'r legte in einstündtger Rede die Einzelheiten seiner Politik und die Perschiebungen in den internationalen Beziehungen seit seinem letzten Austreten in der Duma dar. Nach einer Schilderung der Umstände, dank denen Bulgarien sich den ZeiUralmächten anschloß, ging er auf die Rolle Serbien? im jetzigen Stadium de« Weitkrtege« und danach auf die Politik Griechenlands über. Der Minister erklärte, nachdem die Verbündeten sich in Salonili befestigt hätten und dort über eine bedeulende Truppenzahl verjügten, seien die Beziehungen zu Griechenland vollkommen gellärt. Sehr ausführlich schilderte der Minister die diplomatischen Verhandlungen mit Rumänien und gab darüber, wie über die Beziehungen Rußlands zu Schweden»durchaus beruhigende" Erklärungen ab. Auch die Lage im fernen Osten wurde von Herrn Ssasonow in den Krei« seiner Betrachtungen gezogen. Er hob besonder« hervor, daß er die Gelegenheit benutze, die Abgeordneten mit vielen Tatsachen bekannt zu machen, die nicht von der Tribüne der Duma veröffent« licht werden könnten. Jedenfalls werd» er auch der Duma eine Mitteilung über die auswärtige Politik machen, zu der er bereit« dt« Ermächtigung de« Zaren erhalten habe. An der an die Mitteilungen des Ministers anknüpfenden Debatte nahmen die Vertreter fast aller Dumaparteien teil. Leider wird in den Presseberichten nichts über die Kririk der Vertreter der äußersten Linken mstgetetlt. Auch aus den kritischen Reden der Vertreter der bürgerlichen Parteien wird nur das mitgeteilt, wa« zur Stimmung«- mache momentan erforderlich ist. Auf dt« Frage de« Führer« der Kadettenpartei, Miljukow, wa« an den Gerüchten über«inen angeblichen Sonderfrieden wahre« fei, entgegnete der Minister, die Enientemächte hätten keinerlei Friedensunterhand« l u n g e n geführt und auch in der nächsten Zukunft seien solche Unterhandlungen nicht vorauszusehen. Der Minister ermächtigt« die Abgeordneten ausdrücklich, alle über diesen Gegenstand zirkulierenden Gerüchte kategorisch zu dementieren. Einen unverhältnitmäßig große» Raum nehmen in den Zeitung«- berichlen die Erörterungen über P e r st« n ein— wohl au« dem Grunde, weil nur über diese Frage ausführlicher« Berichte gestattet wurden. Der Oktobrist A n t o n o w war in der Budgetkommifsion der erste, der die persische Frage anschnitt. Er bat den Minister um Aufklärung darüber, weshalb die Lage Rußlands in Persien sich verschlechtert habe, obwohl doch nach allem, wa« bekannt war, ein entgegengesttzies Resultat erwartet werden durste. Offenbar, so be- merkie er. stände die russische Diplomatie in Persien nicht auf der früheren Höhe. Unter anderem sragte er auch, weshalb die russische Diplomatie es zugelassen habe, daß an die Spitze der gegen Ruß- land operierenden internationalen Gendarmerie deutschfreundliche schwedische Offizier« gestellt worden seien. Während der weiteren Erörterungen macht« der Kadett Schin- gar« w. getreu dem Dogma setner Partei, klein« polltische Kon- zessionen durch Unterstützung der äußeren Politik der Regierung zu erschleichen, den ziemlich harmlosen Versuch, den Minister deS Aeußeren für eine sortschriltliche Politik im Innern festzulegen. Er wie« nämlich daraus hin, daß e» notwendig sei, eine Harmonie zwischen der inneren und äußeren Politik herzustellen— wa« wohl soviel bedeulen sollt», daß Rußland sich schämen müsse, ein« reaktiv- näre innere Poliiik zu treiben, während e« nach Ansicht der Liberalen— in setner äußeren Politik sür den Fortschritt«intrete. Herr Sasasonow, der seelenruhig die Knutenpolitii seiner Kollegen Ehwosiow und Goremykin mitmacht, erwie« seinem liberalen Apologeten den Gefallen, seiner Anficht»unumwunden zuzustimmen." Amerikanische Senatsüebatten. Washington, 7. Januar.(Durch Funkspruch von dem B e r i ch t e r st a t t e r des W. T. B.) Im Senat brachte Hitchoock ebne Resolution ein, die sich mit der Zurückweisung der ausländischen Störung der amerikanischen Po st- sendungen auf hoher See beschäftigt. Die Reso- lution sondert den Generalpostmeister auf, alle in seinem Besitz befindlichen Schriftstücke über diesen Gegenstand dem Senate vorzulegen. Im Repräsentantenhause griffen die Republi- kaner Stafford und Cooper aus Wisconsin den Republikaner Gardner aus Massachusetts lebhaft an wegen seiner Rede, in der er die Deutschamerikaner und die deutsche Nation tadelte. Cooper, der zu dem Ausschutz für auswärtig« Angelegenheiten gehört, rief aus: Die Bemerkungen, die wir eben gehört haben, waren so heftig, als wären sie im englischen Parlament getan worden. Stafford erklärte in einem erregten Zuruf: Gardner ist mehr Eng- länder als Amerikaner und tadelte ihn wegen der Natur seiner Be- merkungen, während jedes Mitglied seine Worte sorgfältig wäge» sollte. Der Redwer verteidigte entschieden die Deutschamerikaner. Stafford ging insbesondere auf die Behauptung ein, die Deutsch- amerikaner zerstörten die amerikanischen Munitionsfabriken mit Gold und Dynamit. Stafford sagte: Diese Anschuldigungen können nicht gegen die acht Millionen Deutschamerikaner dieses Landes gemacht"werden. Ich bin nicht der Anwalt der deutschen Sache, aber ich weiß, daß in meinen eigenen Bezirken die Munitionsfabriken, in deren Umgegend Tausende von Deutsch- amerikanern wohnen, täglich ohne Unterbrechung in Betrieb sind. Diese grundlose Anschuldigung, die eines jeden Mannes uilwürdig ist, bringt mich in Erregung. Angebliche /lrbeiterrevolte in Amerika. New York, 8. Januar.(W. T. B.) MeEung des Reuter- schen Bureaus. Während eines Ausstandes in den Stahl- werken von Eastyoungtown steckten die Streikenden� sechs Gruppen von Gebäuden in Brand und plünderten. Drei Per- sonen wurden getötet, neunzehn verletzt. Um zu verhindern, daß die revoltierenden Arbeiter in den anderen Teil der Stadt gelangten, wurde die Brücke in Brand gesteckt. Aus der Um- gegend herangezogene Truppen sind am Sonnabend früh an- gekommen. Die Arbeiter bemächtigten sich 5lX> Pfund Pul- Vers, sprengten mehrere Gebäude und drohten, die Wohn- Häuser zu zerstören. Hierauf stahlen sie Whisky und betranken sich. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Kriegsbekanntmachungen. Verpflegnngsgcbührniffe bei Urlaub. Die neueste Nummer de» Armee-VerordnungSblatte« enthält folgende Bestimmung: Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich, daß den wahrend deS gegenwärtigen Krieges unter Gewährung freier Fahrt beurlaubten Monnfchaflen mobiler und immobiler Formationen für die Dauer de« Urlaubs Verpflegungsgebührnisse gewährt werden dürfen. DaS Kriegsministerium bat das Weitere zu veranlassen. Großes Hauptquartier, de» 21. Dezember 1916. gez. Wilhelm. Zu dieser Allerhöchsten Kabinettsorder be« st i m m t das SriegSminislerium: 1. Die unter Gewährung freier Fahrt beurlaubten Unteroffiziere und Mannschaften erhalten für die Dauer des Urlaubs VerpflegungS- gebübrnisie. Diesen Urlaubern stehen die beurlaubten Unteroffiziere und Mannschaften gleich, die an sich auf freie Fahrt Anspruch hätten. zur Erreichung des UrlaubSoris, von dieser Vergünstigung jedoch keinen Gebrauch machen. Somit sind keine Verpflegungsgebührnisie zuständig: a) bei häufig wiederkehrenden Beurlaubungen, wie Sonntags- urlaub u. dergl., b) bei Beurlaubungen zum Zweck der Beschäftigung in gewerb- lichen Betrieben usw., bei denen vom Arbeitgeber Entschädigung ge- währt wird. Ferner bleiben vom Bezüge der Verpflegungsgebührrnsse ausgeschlossen: c) die Gehalt empfangenden Unteroffiziere bei Beurlaubungen. 2. Durch diele Bewilligungen erfahren die grundlegenden Be- stimmungen der Kriegsverpflegungsvorschrift keine Aenderung. 3. An VerpflegungSgebührnissen sind für den Urlaubslag 1,69 M. zuständig.(Ziffer 1 und 3 des Erlasses vom 11. 19. 16— A.-V.-Bl. S. 476.) 4. Insoweit Unteroffizieren und Mannjchaften bei Beurlaubungen Löhnung und Verpfleguiigsgebührnisse zustehen, haben die Truppen- teile und, wenn Beurlaubungen aus den Lazaretten erfolgen, diese den Beurlaubten sowohl die Löhnung als auch die VerpflegungS- gebührnlsse für die ganze Urlaubsdauer vor Antritt des Urlaubs zu zahlen. 6. Vorstehende Bestimmungen gelten sinngemäß für das Personal der freiwilligen Krankenpflege. 6. Die Bestimmungen treten mit dem 21. Dezember 1916 in Kraft. In Vertretung: gez. v. Wandel. Letzte Nackrichten. Die Konsuln Von Saloniki in Toulon. Touken, 8. Januar.(W. T. B.) Die Konsuln der feindlichen Staaten, die in Saloniki verhaftet wurden, sind an Bord des Kriegsschiffe», auf welchem sie interniert wurden, hier eingetroffen. Sie werden zur Verfügung der Behörden gehalten. Schadenfeuer bei Krupp. Essen a. Ruhr, 8. Januar.(W. T. B.) Die Direktion der Firma Krupp teilt mit: Im Modell schuppen der Firma Friedrich Krupp, Aktie ngcsellsä>ast, brach heute abend gegen 6 Uhr au« bisher unbekannter Ursache ein Brand aus, der bei dem Herr- schenden starken Winde rasch um sich griff und auf einen Anbau der R a d e r s a tz w e r k st ä t t e übersprang. Nach zwei Stunden war die Macht des Feuers gebrochen. Der Modellschuppen und der Anbau sind niedergebrannt. Sonstige Gebäude wurden nicht beschädigt. Verletzt wurde niemand. Eine Demonstration gegen die Teuerung in Genua. Bern, 8. Januar.(W. T. B.)„J talia" meldet, daß in Genua eine Kundgebung von Frauen und K i n- d e r n stattfand, die sich gegen die Lebensniittelteuerung richtete. Der Umzug wurde auf der Piazza Ferrari durch Polizei aufgelöst._ Uebersall eines chinesischen Zollpostcns. Hingkvng, 7. Januar.(W. T. B.) Meldung de« Reuterschen Bureau«. Eine bewaffnete Bande von mehr als 199 sogenannten Revolutionären griff den in D i n t i n, ungefähr 8 Kilometer von C h a t o k o k in den neuen Provinzen gelegenen Zollposten an und plünderte ihn vollständig au«. Die Bande verwundete einen Chi- nesen und machte einen Dänen namens Stangaard und einen Eng- länder namen« Toll zu Gefangenen. Die Europäer wurde» ge- zwungcn. Uintin zu verlassen und sich nach Hongkong zu begeben, wo sie wohlbehalten ankamen. Vierzig europäische und indische Polizeiagenten wunden auSgesandt, um den Polizeiposten von Thatokok zu bewachen. Gewerkfthastliches. �in Prozeß gegen 50 Gewerkschaftler. Ein neuer Rresenprozeß gegen 50 Gewerkschaftler wird tu EhikaM vorbereitet. Sie sollen während des letzten großen toinpfes in_ den Bangswerben die verschiedensrcn Gewalt- toten, Erpressungen usw. begangen haben. Die Anklage bc- hauptet, daß die Gewerkschaften besondere Banden organi- sierten und bezahlten, um die Arbeitswilligen und Unter- nehmer zu terrorisieren. Durch diese Banden seien zum Bei- spiel 1913 Ladenfenster im Werte von über 100 000 M., 1014 für über 150 000 M. zertrümmert worden. Gewissenlose Ge- werkschaftsbeamte hätten während des Kampfes über eine Million Mark� von den Unternehmern erpreßt und für sich verwendet. Die Angeklagten bestreiten entschieden die ihnen zur Last gelegten Vergehen. Sie wollen vielmehr den Nach- weis � führen, daß die von den Unternehmern bewaffneten Streikbrecher ein wahres Schreckensregiment führten und daß zahlreiche Verbrechen auf deren Konto kommen. An den zer- brochenen Fenstern hätten die Glasfabrikanten das meiste Interesse, und der Umstand, daß auch von ihnen mehrere der- haftet wurden, lasse den Schluß� zu, daß die Gewerkschaften auch an diesen Scherben unschuldig seien. Es nmß hierzu bc- merkt werden,� daß in Amerika große wirtschaftliche Kämpfe stets_ mit großer Erbitterung und unter Amvendung echt amerikanischer Methoden cmsgesochten werden. Zahlreiche Tote und Verwundete sind dabei keine Seltenheit und eine Massenverurteilung von Arbeitern krönt manchmal den Sieg der brutalen Gewalt des Kapitals. verlin und Umgegend. Anwachsen der Arbeitslosigkeit. Die Wochenberichte deZ statistischen Amtes der Stadt Berlin zeigen ein Nachlassen der Ärbeitsgelegenheit' an, das hoffentlich nicht andauern wird. Die Gesamtzahl der V erst che rn n g s p f l ich t i g e n Mitglieder von 239 Krankenkassen Groß-Berlins sank in der Woche vom 18. bis zum 25. Dezember von 1130 337,9'e,wa 11� IXIclUcrdUi niTIcl rjne(arbig, l i Crt Meiaenanei 100 an... Meier'•/J etwa HO cm breit......... vieler 11.2U Kleiderstoffe Bedr. Wollmusseline M»r. 95 Pf. Blusenstoffe....... Meter 1.40 Kostümstoffe � 3.00 Schottenstoffe Jü Blusen v. Kleider � 40 ehw 105 on breit. Mir.< Kostümstoffe � b�0ft: 5.25 etwa 110 cm breit......... Meier• Morgenröcke ».. 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Er beschäftigte sich mit dem Stand der Organisation und der Presse, der Situation in der Partei und den Beziehungen zu den sozialistischen Parteien im Auslande. Ter Parteiausschust nahm am Schlüsse seiner VerHand- lungen mit 28 gegen 11 Stimmen folgende Ent- schließung an: „Der Parteiausschuß, nach dem Statut der Partei bc- rufen, über wichtige die Gesamtpartei berührende Fragen ein Gutachten abzugeben, erklärt zu den Vorgängen in der Reichstagsfraktion und zu der Bewilligung der Kriegskredite: Die Zustimmung der Fraktion zu den Kriegs. k r e d i t e n am 21. Dezember 1915 war Wohl begründet. Sie ist die folgerichtige Fortführung der am 4. August 1914 eingeleiteten Politik, deren Voraussetzungen auch heute noch gegeben sind. Die Gegner zeigen noch keinerlei Geneigtheit zum Frieden, beharren vielmehr auf ihrer Absicht, Deutschland und seine Verbündeten wirtschaftlich und militärisch niederzuwerfen. Die Durchkreuzung der Politik unserer Fraktion durch das Vorgehen der zwanzig Fraktionsmit- g l i e d e r, die entgegen dem Fraktionsbeschluß die Kredite ablehnten und eine besondere Erklärung abgaben, ist aufs schärfste zu verurteilen. Diese Sonderaktion ist zugleich ein schroffer Bruch mit den besten Ueberlieferungen der Arbeiterbewegung und gefährdet die Einheit und Schlagkraft der Partei in bedroh- licher Weise. Sie ist nicht geeignet, die von der Gesamt- fraktion unternommene Friedensaktion zu stärken und dient den Interessen der Arbeiterklasse in keiner Richtung. Das Er- gebnis des französischen Sozialistenkongresses ist dafür der denkbar durchschlagendste Beweis. Insbesondere verdient das Vcrbaltcn des Genoffcn H a a s e die schärfste Mißbilligung. Indem Haase sich an dem Disziplinbruch beteiligte, hat er aufs neue und in noch schlimmerer Weise als durch das„Gebot der Stunde" gegen die Pflicht verstoßen, die ihm sein Amt als Vorsitzender der Parteiorganisation auferlegt. Weiter stellt der Parteiausschuß fest, daß der„Vor- w ä r t s" seine Pflicht als Zentralorgan der Partei nicht er- füllt. Statt die Politik der Partei zu vertreten, fördert die Redaktion des„Vorwärts" die auf Parteizcrrüttung ge- richteten Bestrebungen. Damit verwirkt der„Vorwärts" jedes Recht, als Zentralorgan der deutschen Partei zu gelten. Ueber die Frage, ob und durch wen die Parteieinheit gefährde: wird, haben wir uns in letzter Zeit mehrfach und ausführlich ge« äuhert. Wir verzichten daher auf eine erneute Widerlegung der in dem„Gutachten" des ParteiausschusieS erhobenen Anklagen. Wir möchten nur betonen, datz die Vorwürfe, zumal bei der Schärfe ihres Tons, zu einer weiteren Verbitterung der Parteiauseinander- setzungen führen müffcn. Das„Gutachten" des Parteiausschusses ist geradezu Oel ins Feuer. Die Mißbilligung des Genoffen Haase und der übrigen neun- Zehn Fraktionsmitglieder, die am 2t. Dezember die wohlverstandenen Interessen der Arbeiterschaft und des Sozialismus über die Disziplin der Fraktion stellten, wird nicht dem Ansehen dieser Genossen, sondern nur dem des Parteiausschusses schaden. Be- zeichnend ist übrigens, datz von vier Parteiausschutzmitgliedern, die das„Gutachten" als Antragsteller einbrachten, drei in Magdeburg zu den Verteidigern eines wirklichen Disziplinbruches gehörten. Was schlietzlich das Urteil über den„Vorwärts" anbetrifft, so hat hier der Parteiausschutz seine Befugnisse vollends über- schritten. Es ist nicht wahr, datz der„Vorwärts" nicht die Politik der Partei vertreten hat. Vielmehr hat er stets, soweit ihm das möglich war, im Sinne der auf deutschen Parteitagen und internationalen Kongressen geforderten Politik gewirkt. Er hat eS dagegen vom 4. August 1914 an abgelehnt, die Haltung der Fraktionsmehrheit zu decken. Aber wer gibt dem Partei- ausschutz das Recht, die Politik der Fraktionsmehrheit und die der Partei gleichzusetzen? Wenn der Parteiausschutz schlietzlich„feststellt", datz der„Vor- wärts" jedes Recht verwirkt habe, als Zentralorgan der Partei zu gelten, so setzt er sich mit diesem„Gutachten" einfach über das Organisationsstatut hinweg. Nach§ 25 des Statuts wacht über die prinzipielle und taktische Haltung des Zentralorgans die Berliner Pretzkommission sBertreter der beteiligten Wahlkreise) in Gemein- schaft mit dem Parteivorsland. sBei Meinungsverschiedenheiten zwischen Parteivorstand und Pretzkommission entscheidet die Kontroll- kommiision gemeinsam mit den beiden Körperschaften.) Irgendeine Verpflichtung, die Politik des Partei- oder gar des Fraktions- Vorstandes zu vertreten, kennt das Statut selbstverständlich nicht. Noch vor wenigen Jahren hat der Parteivorstand selbst eS ausdrücklich zurückgewiesen, datz der„Vorwärts" �ebensowenig wie irgend ein anderes Parteiorgan) verpflichtet sein solle, die Politik des Partei- Vorstandes zu vertreten. Wenn das„Gutachten" des Parteiausschuffcs jetzt die Redaktion des„Vorwärts" deshalb verurteilt, weil der„Vorwärts" sich nicht zu dem berüchtigten Offiziös entum nach der Art einzelner bürgerliwer Blätter freiwillig hergeben oder dazu mitzbrauchen laffen will, so ist das für die Mehrheit des ParteiausschusieS be- zeichnend. Der Z 24 des Organisationsstatuts kennt nur eine Verpflich- tung des Zentralorgans, nämlich: die offiziellen Bekanntmachungen der Partei an hervorragender Stelle des redaktionellen Teils zu ver- öffentlichen. Die Partei wollte sich im Zentralorgan eine Zeitung schaffen, die statutarisch v e r p f l i ch t e t ist, die offiziellen Bekannt- machungen des ParteivorstandeS(nicht die AuSlassnngen einzelner Mit- glieder) zu veröffentlichen. Bei den übrigen Parleiblättern besteht nur eine moralische Verpflichtung. Wenn der Parteiausschutz nun„feststellt", datz der„Vorwärts" das Recht verwirkt habe, verpflichtet zu sein, die Bekanntmachungen des Parteivorstandes zu veröffentlichen, so macht er sich durch dieses.Verdammungsurteil" nur lächerlich, ohne natür- lich an den Bestimmungen des Organisationsstatuts und dem Charakter de?„Vorwärts" selbst irgend etwas ändern zu können. Der Parteiausschutz wird sich zum mindesten gedulden müffen, bis der nächste Parteitag zu den Wünschen nach einem gefügigen Zentral- organ in den Händen des Parteivorstandes wird Stellung nehmen können. Die schönsten„Gutachten" bleiben bis dahin völlig wirkungs- los und können den klaren Wortlaut des Organisationsstatuts nicht aus der Welt schaffen. »» Nach dem OrganisationSstatul der Gesamtpartei(§§ 20. 21) be- steht der Parteiausschutz aus je ciuem Vertreter der Bezirks- und Landesvorstände,... Ueber seine Aufgaben sagt das Organisations- statut:„Der Parteiausschutz berät gemeinsam mit dem Partei- vorstand über wichtige, die Gesamtpartei berührende politische Fragen, über die Einrichtung zentraler Parteiinstitutionen, die die Partei finanziell dauernd erheblich belasten, über die Festsetzung der Tagesordnung deS Parteitages sowie die Bestellung der Rese- renten und gibt durch Beschlutz sein Gutachten ab." Er ist also lediglich eine beratende Körperschaft, ein Hilfsorgan des Partei- Vorstandes, den er über die Stimmung und Wünsche der einzelnen Bezirke unterrichten soll. Dem Parteitag ist nicht er. sondern allein der Parteivorstand über etwa auf Grund der„Gutachten" gefatzlen Beschlüsse des Vorstandes verantwortlich. Auf dem Parteirag zu Chemnitz(1912), auf dem die jetzige Gestaltung des Parteiausschusses beschlossen wurde, äutzerte sich der Referent der Reorganisations- kommiision, das Parteivorstandsmitglied Genosse Müller, gegenüber Befürchtungen, datz der Parteivorstand sich hinter den Parteiausschutz verkriechen und datz der Parteiausschutz seine Kompetenz über- ichreiten könne, u. a.:„Wenn der Parteiausschutz nun neben dem Parteivorstand beschlietzr und diesem sein Gutachten unterbreitet, so trägt der Parteivorstand in Zukunft allein gegenüber dem Parteitag die ungeteilte Verantwortung, Diese Tatsache, datz der Ausschutz eine gutachtende Körperschaft ist und der Vorstand die Verantwortung allein trägt, konnte es nun entbehrlich machen, datz der Parteitag die Ausschutzmitglieder bestätigt"..... Der Parteiausschutz gibt sein Gutachten ab, der Parteivorstand ist an diesen Beschlutz nicht gebunden"...„Dann ist eine Frage aufgeworfen, auf die ich a priori gestern eingegangen bin, nämlich, ob etwa im Parteiausschutz Fragen erledigt werden können, wie die über die Abstimmung beim Budget. Es ist unmöglich, datz solche Fragen dort anders entschieden werden können, als durch den Parteitag. Kein Parteitag würde sich das gefallen lassen und kein Parteivorstand würde sich über die Beschlüsse des Parteitags hinwegsetzen, selbst wenn der gutachtliche Beirar das be- schlietzen würde, den wir im Parteiausschutz in Zukunft haben. Man hat gesagt, man werde schon sehen, wie der Hase läuft. DerHase wird noch lange nicht so laufen, wenn selbst ein Parteiausschutz das be schlietzen würde." ** In dem Artikel„Disziplin, Partei und Fraktion" in Nr. 6 des„Vorwärts" hat sich in dem Zitat des Erfurter Parteitags- beschlusses ein Schreib- oder Druckfehler eingeschlichen. Auf dem Erfurter Parteitag 1891 wurde beschlossen: Der Parteitag verlangt von jedem einzelnen Genoffen, datz er den Beschlüssen der Gesamtpartei und den Anordnungen der Parteiorgane, so lange diese innerhalb der ihnen zuge- wicsenen Befugnisse handeln, olle Beachtung schenkt usw. In dem Zitat in Nr. 6 hatte der Schreib- oder Druckfehler- teufel aus„Parteiorgane"„Parteiorganisationen" gemacht. An dem Sinn des Zitats und dar aus ihm gezogenen Folgerungen in dem Artikel ändert das natürlich nicht das gering st e. Wirtschaftsbünöniße. In öcr bürgerlichen Publizistik wird der Plan eures Wirtschaftsbündnisses zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn eifrig weitererörtert. Tie Diskussion geht dabei in- �dessen mehr in die Breite als in die Tiefe. Aber in einer Richtung scheint doch eine Klärung eingetreten zu sein: hüben und drüben machen die Interessenten in Unternehmerkreisen keinen Hehl daraus, daß die Aufhebung der Zollschranken zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn auf sehr ener- gischen Widerspruch stoßen würde. Es bleibt dal>er den An- hängern des Bündnisses nur der magere Trost, daß man es dann in Gottes Namen mit„Zwischenzöllen" versuchen müsse. Das würde also bedeuten, daß die beiden Staaten ihren Handel gegenseitig bevorzugen, daß Zölle zwischen ihnen be- stehen bleiben, jedoch Zölle, die niedriger sind als jene, die auf Waren aus deni übrigen Auslande gelegt werden. Wie man der Schwierigkeiten Herr werden will, die sich in diesem Falle bei der Abschlicßung von Handelsverträgen mit anderen Staaten ergeben müssen, darüber erfährt man nichts. Daß diese Schwierigkeiten bedeutend sein würden, liegt auf der Hand. Wenn zum Beispiel ungarischer Weizen mit 3 M. pro Doppelzentner verzollt werden soll, während für anderen Weizen der bisherige Zoll von 5.59 M. beibehalten wird, so ist doch wohl sehr wahrscheinlich, daß die Re- gierungen der Vereinigten Staaten oder Argentiniens unter diesen Bedingungen nicht leicht einen Handelsvertrag mit Deutschland abschließen würden. Allgemein gesprochen müßte ein solches auf Zwischenzölle aufgebautes System die beiden Staaten in ernste Konflikte mit allen übrigen Ländern brin- gen, und da ist denn doch noch sehr die Frage, ob die Vorteile, die ihnen gegenseitig aus der wirtschaftlichen Annäherung erwachsen, die Nachteile aufwiegen, die diese Konflikte nach sich ziehen. Vom Standpunkt der volkswirtschaftlichen Interessen Deutschlands betrachtet, scheint uns das nicht einmal mehr fraglich. Es dürfte nämlich die Tendenz der Entwickelung dahin gehen, daß Deutschlands Interesse den Abbau der Schutzzollmauern erfordert. Seine Industrie— darüber besteht kein Zweifel— kann sicher des„Schutzes" entraten, kann sich ebenso, wie die englische, im freien Wettbewerb behaupten. Für die Landwirtschaft hat der Kriegszustand sehr klar ge- zeigt, daß intensive Wirtschaft in Deutschland ohne die Ein- fuhr billiger Futtermittel nicht möglich ist. Dazu kommt, daß die Preise der Rohstoffe und Nahrungsmittel auf dem Welt- markte, die in den letzten fünfzehn Jahren vor dem Kriege im Steigen waren, todsicher nach dem Kriege noch stärker steigen werden. Bei steigenden Weltmarktspreisen erscheinen aber Zölle, die die betreffenden Produkts für das„geschützte" Land noch mehr verteuern, als� eine Ungeheuerlichkeit. Diese Ten- denz zum Abbau der Schutzzölle kann eine Hemmung erfahren, wenn die am Schutzzoll interessierten Gruppen das Wirtschastsbündnis mit Oesterreich, das Zwischenzölle zur Voraussetzung hat, zum Vorwand nehmen, um die öffentliche Meinustg in schutzzöllnerischem Sinne zu bearbeiten. Phantasiebegabte Leute haben nun glücklich den Gedanken des Wirtschastsbündnisses mit Oesterreich weitergesponnen tind erwärmen sich für den„zusamnienhängenden Wirtschafts- komplex", den die Zentralmächte mit Bulgarien und der Türkei bilden sollen. Richtig ist, daß das politische-militä- rische Bündnis auch in der Zeit nach dem Kriege aus die Wirt schaftlichen Beziehungen einwirken kann. Von da bis zur Bildung eines Wirtschaftskomplexes, der der übrigen Well als ein geschlossenes Ganzes gegenübersteht, ist indessen noch eine weite Strecke. Ein Zwang ist bei freundschaftlichen Be- ziehungen ausgeschlossen, und ob es den Interessen der Be- teiligten entspricht, die Verbündeten zu Ungunsten anderer Länder zu bevorzugen, scheint noch recht fraglich. Um so sonderbarer erscheint dann, daß man glücklich dahin gelangt, die Vorstellung von diesem„Wirtschafts- koniplex" mit der Idee des„europäischen Wirtschaftsbundes" zu verknüpfen. Diese Idee findet Anklang auch bei einzelnen Sozialdemokraten. So schreibt Wilhelm Jansson in dem„Gewerkschaftlichen Kriegsbuch":„Das Friedensbünd nis von Lule-Elf bis zum Persischen Golf scheint durchaus innerhalb der wirtschaftlichen Realisationsmöglichkeiten zn liegen." Lule-Elf ist der nördlichste Fluß Schwedens, und so werden die skandinavischen Länder bereits in den Kompler einbezogen. Nun haben diese Länder schon ein Interesse an einem möglichst regen Verkehr mit Deutschland, aber»ich! minder mit England, Amerika und der übrigen Welt. Auch Julius K a l i s k i erwärmt sich in einem Artikel über„di. Wirtschaftspolitik der Arbeiterklasse", den die Internationale Korrespondenz verbreitet, für den„zusammenhängenden Wirt- schaftskomplex", den die Länder der Zentralmächte und ihrer derzeitigen Verbündeten bilden sollen und redet den Schwei- zern, Holländern, Dänen, Italienern, Franzosen freundlich zu, sich ihm anzuschließen. Wir wagen vorauszusagen, daf sie die freundliche Einladung freundlich aufnehmen werden unter der Bedingung, daß man es in ihr Belieben stellt, auch zu anderen„Wirtschaftskomplexen" nicht minder gute Be ziehungen unterhalten zu dürfen. Die Vorstellung„zusammenhängender Wirtschaftskomplexe" hat indessen die unangenehme Voraussetzung, daß dieje Komplexe eben gegen andere sich abschließen, sonst zerfließt sie in nichts. Tann aber ist die Gegenwirkung leicht voraus zusehen: Dem„zusammenhängenden Wirtschaftskonipler'h der„von Lule-Elf bis zum Persischen Golf" sich erstreckt. lviirde sehr bald der durch Vorzugszölle zusainmengeschiniedeE Wirtschaftskomplexes des britischen Weltreiches— ein alter Traum der englischen Imperialisten— gegenüberstehen, ein amerikanischer Komplex, ein russischer und vielleicht ein chinesisch-japanischer. Daß dabei Konflikte nicht ausbleiben würden, Konflikte, die leicht zu neuen Weltbränden führen würden, liegt auf der Hand. Ob ein solcher Zustand das er strebenswerte Ziel der Wirtschaftspolitik der Arbeiterklasse sein kann, scheint uns denn doch mehr als fraglich. Vielmehr scheint uns im Interesse der Arbeiterschaft zu liegen die Förderung der wirtsckwftlichcn Beziehungen aller Völker der Erde auf Grundlage der internationalen Arbeitsteilung und des Gesamtinteresscs der Menschheit. Geht man davon aus, dann ist die wirtschaftliche Annähe- rung der benachbarten Länder Oesterreich-Ungarns und Deutschlands ein durchaus erstrebenswertes Ziel, und es ist erreichbar ohne Zwischenzölle und Absperrung gegen die übrige Welt.— Man kann zugeben, daß die österreichische Industrie geniäßigte Schutzzölle, die hier noch als„Er- ziehungszölle" wirken, nicht entbehren kann. Deutschland aber kann die Agrarzölle entbehren, ja es liegt im Interesse der großen Masse der iverktätigen Bevölkerung einschließlich der Bauernschaft, daß sie beseitigt werden. Geschieht das und sorgt man für möglichsten Ausbau der Verkehrswege, besonders der Wasserstraßen, dann dürfte das Ergebnis sein, das) die sehr steigerungsfähige landwirtschaftliche Produktion Oesterreich-Ungarns dank dem Absatz nach Deutschland sich rasch heben wird. Das aber ist die erste Bedingung fia Hebung der Konsumfähigkeit der Bevölkerung. Diese erst schafft"Absatz für die Industrie. Daß aber dann die deutsche Industrie niißgünstig die Entwickelung der österreichischen bc- trachten muß, ist eine durchaus falsche Vorstellung. Im Gegenteil, genau wie England und Deutschland gegenseitig ihre besten Kunden wurden, als die deutsche Industrie sieh rasch entwickelte, würde die Arbeitsteilung dazu führen, daß das industriell sich entwickelnde Oesterreich ein guter Abneh- mer für Jndustrieerzeugnisse des benachbarten Deutschlands würde. Auf dieser Linie scheint uns das beiderseitige Interesse der arbeitenden Massen Deutschlands und Oesterreich-llngarns zu liegen. I!>,. 1 s-L t M WIWWWMM ssr'" ■ü nn imm in ii ii mimi ii 1 1 1 ii imiu l I( 1 1 1 II 1 1 1 III II II nMInii'ITm; B k! O« zi Mini: Jf V »» ft * Plüschpaletots...............Stüde M Kurze Astrachanpaletots.... Lange � m..... Ulster................ Kostüme............... Kostümröcke............ Garnierte weil. Kleider..... Weisse Stickereikleider..... Morgenröcke............ Blusen(Samt, Seide, Wolle, Tüll) Trikot-Unterröcke..... Weisse Stickerei-Unterröcke Untertaillen............ Covercoat-Paletots....... Alpaka-Mäntel.......... Moirö-„............... n i Capes u. Havelocks...... Stock M. 7.50 lllllllllllllllllllllllill i 29.- 12.50 33.— 5,90 12.50 2.50 12.50 9.75 7.50 4.50 3— 3.25 0.78 19.50 12.50 1250 11.50 W M » S. Klein Berlin, Jerusalemer Str. 44-45, Ecke SchützenstraOe, nahe Dönhoff-Platz. W WWW Ssiita; tod 12 Iis 2 Ukr gafiffBit. SINGER I1HH1SCHIIER fUr UauKeebrauch and für den Erwerb. Zu haben in den Läden mit nebenstehendem Schild oder durch deren ===== Agenten. 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Jan. 1916, vorm 91/, Uhr pünktlich: General-Versammlung im Acreinshanse Berliner Musiker (unterer Saal), Kaiser- Wilhelm« Straffe 31(ISm). Tagesordnung: 1. Kaffen- und Jahresbericht. 9. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahlen von VorstandSmit- gliedern(2. Vorfitzender, 1. Echrist- führcr). Lid» 4. Neuwahl der Revisoren. Mitgliedsbuch legittmiert. Der Borstand. I. A.: G. Weguer, Lorsitzender. S Habe« Vir empfehle nach Maff passend gearbeitete StBtzeinlagen sowie llrnchbandagen aller Art, Leibbinden, Stützkorsetts usw., Artikel zur Gesundheils- u. Krankenpflege. pollmaim, Berlin N, Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankenkassen. Berlin C W W Wallstr. 13 Gardinen MMw-DnIlitil 50"/. 50 E. Neuheit Leipziger Straße io4, I. Etage (jegenüber Wclnhans Kcmplnskl. Seltenes Angebot. Herabscsetct auf 50 7o Herren-Gehpelze 50 7( 40 7, Dam-Peliiel,»m 407, 007. Stola, Muffen 807, Der Ausverkauf findet nur kurze Zeit statt. cAi�r* 4 l' Einfarb. 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InttHltr 1916, Groß-öerlin. wozu öle Klaffeneinteilung bei Verkehrs- anftalten: Das harte Muß der Äriegszeit hat so manches, was früher als unmöglich galt, möglich gemacht und erzwungen. Vielleicht dürfen wir da mit einem Vorschlag kommen, dessen Verwirklichung auf Hoch- und U n t er grün d bahnen sowie auf Stadt-, Ring- und Vorortbahnen den melbeklagten Uebelstand der Zugüberfüllnng ein wenig mildern könnte. Wie tvär's, wenn diese Verkehrsanstaltcn sich entschlössen, die Sonderung der Fahrgäste nach Klassen endlich zu be- seitigen? Die Straßenbahnen haben die bei den Eisen- bahnen angeblich unentbehrliche Klasseneinteilung niemals mitgemacht, sondern halten für alle Fahrgäste ohne Unter- schied nur eine„Klasse" bereit. Dieselben Leute, die im Straßenbahnwagen mit jedem vom Zufall neben sie gesetzten Nachbar vorlieb nehmen, sollten auf Hoch- und Untergrund- bahnen oder auf Stadt-, Ring- und Vorortbahnen nicht ohne besondere Klaffe auskommen können? Von einer Abschaffung der Klasseneinteilung versprechen wir uns Nutzen für das Verkehrswesen Groß-Berlins. Die Züge der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen sowie der Hoch- und Untergrundbahnen sind Tag für Tag zu gewissen stunden überfüllt, aber hauptsächlich in der dritten Klasse, fast nie in der zweiten Klasse. Wer es oft genug am eigenen Leibe erfahren hat, der weiß, wie in den Wagen der dritten Klaffe die Fahrgäste sich drängen und drücken, während die Wagen der zweiten Klasse nur spärlich besetzt sind. Abschaffung der Klassen würde eine gleichmäßigere Verteilung der Fahrgäste gestatten, die nicht nur den Fahrgästen, sondern auch den Verkehrs- anstalten selber zugute käme. Sie würde keine allzu fühlbare Einnahmeverringerung bringen, die übrigens in dieser Zeit noch weniger als sonst eine notwendige Neuerung hindern darf, Dafür würde sie die Zugabfertigung beschleunigen und den Ausenthalt auf den Haltestellen abkürzen. Ivas eine bessere AuLnützung des rollenden Materials ermöglicht. Wie der Versuch einer Klasseubeseitigung jetzt besonders nötig ist, so hätte er jetzt auch besonders wenig Widerstand zu erwarten. Daß ein Fahrgast der dritten Klasse sich niemals dagegen wehren ivürde, einen Wagen der zweiten Klaffe zu benutzen,' ist selbstverständlich. Wer aber wird den Mut haben, zu behaupten, daß— in dieser Zeit!— Fahrgäste der zweiten Klaffe sich gegen eine Vermischung mit denen der dritten Klasse wehren würden'4 Im Schützengraben ist ja die Vermischung viel gründlicher und inniger, und immer wieder wird versichert, daß niemand ein Unbehagen dabei empfindet. Gerade jetzt sollte man an die Beseitigung der Klassen bei den Verkehrsanstalten herangehen. Denn jetzt wird die Neigung, ihr zuzustimmen, so groß sein, wie nie zuvor. Vielleicht wird dann, was unter dem Zwang der Kriegs- zeit versucht wurde, nach zweifellos zu erwartender Bewährung auch über d��Mieg'MnaiBse�Ätistst. Mb hoffen und wünschen es.. � TaS Brot der Berliner Stadtbäckerei. Die Stadt Berlin hat in Buch für ihre dortigen Kranken- anstalten eine eigene Bäckerei. Der Betrieb dieser Berliner Sladtbäckerei, die mit der Zentrale Buch verbunden ist, stand im Verwaltungsjahr 1914(1. April 1914 bis 31. März 1915) größtenteils unter dem Einfluß des Krieges. Selbst- verständlich galten die für die Brotbereitung ergangenen Vor- schriftcu, die infolge des Krieges notwendig geworden waren, hier ebenso wie in jeder anderen Bäckerei. Der Jahresbericht über das Verwaltungsjahr 1914 meldet, daß verbacken wurden L29816 Kilogramm Roggenmehl l)1, 87 MO.Kilogramm Weizenmehl 0, Ü90 695 Kilogramm Weizen- mehl 00, ferner als kriegsgemäßer Zusatz 23 175 Kilogramm gekochte Kartoffeln, 5635 Kilogramm Kartoffelmehl und Kar- toffelflocken. Diesmal war der Brotbedarf beträchtlich höher als sonst, weil außer den Krankenanstalten in Buch auch das dort eingerichtete Lazarett versorgt werden mußte. Die Ge- samtlieserung� für alle Anstalten einschließlich Lazarett stellte sich auf 415 984 Kilogramm Bröl, 197 995 Kilograinni Schrippe. 48296 Kilogramm Milchbrot, 12 017 Kilogramm Zwieback, das sind zusammen 674 293 Kilogramm Gebäck. Die Bäckerei liefert das Gebäck gegen Bezahlung, aber zu Preisen, die nur die Selbstkosten decken. Bei der Kostenermittlung sind zu berücksichtigen die den Hauptbestandteil der Selbstkosten bildenden Ausgaben für Mehl und aildere Zutaten, ferner Ausgaben für Löhne, für Feuerung, Kraft, Wasser usw., weiter auch Beträge für Verwaltung sowie für Verzinsung und Erneuerung. Wie hoch'waren nun in dieser Zeit der Brotteuerung die von der StaLtbäckerei hcrausgcrcchneten S e l b st k o st e n p r e i s e lk Die Anstalten hatten ihr pro Kilogramm zu zahlen für Brot 29,11 Pf., für Schrippe 38,66 Pf., für Milchbrot 38,92 Pf., für Zwieback 48,02 Pf. An diesen Preisen pro Kilogramm waren allein die Ausgaben für Mehl und andere Zutaten beteiligt bei Brot mit 23,40 Pf.(— 80 Proz.), bei Schrippe mit 32,95 Pf. (= 85 Proz.), bei Milchbrot mit 33,21 Pf.(= 85 Pf.), bei Zwieback mit 42,31 Pf.(= 88 Proz.). Man kann selbst- verständlich die Stadtbäckerei nicht ohne weiteres mit anderen Bäckereien vergleichen, schon deshalb nicht, weil sie für sich keinen Gewinn berechnet. Bei den oben angegebenen Selbst- kostenprcisen wird aber manchem doch auffallen, wie sehr sie hinter den in Berlin festgesetzten Höchstpreisen für Gebäck zurückbleiben. Deutsche Kriegsausstellung. In den Ausstellungshallen am Zoologii'ckcn Garten hat das Zentralkomitee der deurichen Vereine vom Rolen Kreuz unrer Mir- Wirkung des preußischen KriegSminrsteriums und mit Unterstützung des RerchSmarineamteS und vieler anderer Reichs- und Staats- behörden eine Ausstellung von im Felde erbeuicler Waffen veran- itoliet. Ein großes Verdienst um die Organisation der Ausstellung gar sich Leutnant Rnötel � vom 148. Infanterie- Regiment, der im Felde eine Armverwundung davongetragen hat und nun hier auf Urlaub weilt, durch die musterhasie Anordnung der ausgestellten Gegenstände erworben. Wie Leutnant Knötel den Vertretern der Presse bei Vorbesichtigung der Ausstellung er« klärte, soll die Ausstellung nicht etwa bei den Besuchern Haß- und Rachegedanken erwecken, sondern die Schwere der noch tobenden Kämpfe an der Hand einer Uebersicht über das Kriegshandwerk im- sercr Gegner zeigen. Dieser Anblick soll ein Gefühl des Dankes gegen unsere braven Truppen draußen erwecken, die mannhaft die Grenzen der Heimat verteidigen und uns vor den Schrecken des Krieges im eigenen Lande bewahren. Die Ausstellung soll außerdem dem Roten Kreuz neue Mittel für Äriegshilfe zuführen, deren es dringend bedarf. In der Hauptsache umfaßt die Ausstellung erbeutete Waffen, Uniformen usw. Einen großen Raum nehmen die eroberten Maschinengewehre ein. Großes Jnteresie erweckt ein riesiges Festungsmaschinengewehr, das nur vom Innern der Festung aus verwendet wird und unverwundbar ist. Ziemlich umfangreich und sehr fesselnd ist auch die Gruvpe der erbeuieten Geschütze aller Art. Ferner sab man ein großes Panzerautonrobil. da§ drei Mann und daneben einer großen Menge vvn Munition und mehreren Maschinen- gewehren Platz bietet und an dessen Panzer alle Gewehrkugeln ab- prallen. Dieses Panzerauto erinnert an das trojaniiche Pierd. da» Homer io anschaulich geschildert hat. Groß ist auch die Zahl der ausgestellten feindlichen Handfeuerwaffen aller Art. In Wachs- abbttdungen sind Typen aller gegen uns kämpfenden Bolksstämme zu sehen, Zuaven, Lurkos, Australier, Inder usw. Interessant ist auch die vsteneichisch-ungarische Ausstellung, die u. a. ein deutsches Geschütz enthält, das seinerzeit den Türken geliefert und von den Serben den Türken abgenommen worden war. Im jetzigen Feldzuge gegen Serbien haben die. Oesterreicher nun das Geschütz erobert. Es ist durch Schüsie derart zugerichtet, daß es nicht mehr verwendet werden kann. Sehr reichhaltig und hochinleresiant ist anch die Gruppe der ausgestellten seindlichen Zeitungen, Bekanntmachungen, Zeichnungen und Photographien aller Art, die so recht einen lieber- blick über die Art der Berichterstattung der Entente geben. Die Kriegsausslellung soll nicht aus Berlin beschränkt bleiben, vielmehr wird sie in allen größeren deutschen Städten stattfinden. Bekanntmachung. De eZ in letzter Zeit bäung vorgekommen ist, daß Angehörige von eingezogenen oder für das Vaterland gefallenen Kriegern durch das betrügerische Verhalten von Reisenden sogenannter„K u n st- und V e r g r ö ß er u n g S a n st a l t e n" um ihr Geld gebracht tvordcn find, bestimme ich hiernnt für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg ans Grund des§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851: Ausgeschlossen vom Gewerbetrieb im Umherziehen-(Titel III der Reichsgewerbeordnungt ist das Feilbieten von Waren sowie das Aussuchen von Bestellungen auf Waren oder gewerbliche Leistungen, wenn die Waren oder gewerblichen Leistungen dem Gedenken an HeereSangehörige oder an gefallene Kriegsteil- nehmer zu dienen bestimmt sind lGedenkblätter, Umrahmungen, Photvgraphievcrgrößerungen uitv.) Zmoiderhandlungen werden, wenn die bestehenden Gesetze keine böbere Freiheitsstrafe bestimmen, gemäß§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand bestraft. Berlin, den 8. Januar 1916. Ter Oberbefehlshaber in den Marken. von Kessel, Generaloberst. Bestimmungen über den Handel mit Marmeladen. Das Polizeipräsidium tollt mit: Der Herr Minister für Handel und Gewerbe hat bestimmt, daß vom 15. Januar 1916' ab Marmeladen zum Verkaufe nur seilgeboten werden dürfen, wenn sie in einer für den Käufer leicht erkennbaren Weise einen Vermerk cnif d er Verpackung tragen, aus der sich ergibt, welche Sorte.il— V der Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 14. Dezember 1915. RtG.Bl.. S. 817s: den- Inhalt-der Verpackung bildet.� /Ferner muß rrui der Bürpackliirg in icscht erkeitnbcrrer Weite das 17 der Verordnung vom 25. Sep- tembcr 1915«R.G.Bl. S. 607 ff.) bestraft. Der Fachausschuß der Preisprüfungsstelle Groß-Berlin für Hülsenfrüchte, Kolonialwaren, Konserven usw. hat sich in seiner«itzung vom 5. Januar 1916 von neuem mit den Preisen süt Kakao und Schokolade bcschästigt und meyriach Preiserhöhungen sestgestellt, welche in keinem Vcr'bälrniS zu der Steigerung der Preise für die Rohprodukte stehen. Die PreisprüfungSstellc hat sich bereits mit den in dieser Warengattung bestehenden Fabrikanlen- und Handelsvcrbänden in Verbindung gesetzt, um Preisherab- setzungen zu erzielen. ES wurde beschloffen, eine hiesige Finna wegen zu hoher Kakaopreise zu verwarnen. Tie Uebecschreitung der Höchstpreise. Aus dem Rathause wird berichtet:.Es scheint im Handel sowie im Publikum nicht hinlänglich bekannt zu sein, daß sich bei einer UebersSreilung der Höchstpreise nicht allein der Verkäufer, sondern auch der Käufer strafbar macht. ES ist der Preisprüfungs- stelle Groß-Berlin bekannt geworden, daß einzelne Groß- und Klein- Händler sowie Verbraucher für Kartoffeln und Gemüse freiwillig mehr geboten haben als statthast war, um dadurch Ware zu er- hallen. Die Preisprüsungsstelle wird in Zukunft gegen derartige Uebertretungen und Umgehungen der Höchstpreise einschreiten. Vor allem glaubt die Preisprüfungsstelle auch hauptsächlich den Ge- müiegroßhandel darauf aufmerksam machen zu müssen, daß sowohl Erzeuger wie Händler nach dem Gesetze unbedingt verpflichtet sind, Gemüse nach Gewicht zu verkaufen, für welches Höchstpreise an- geordnet sind. Es wird seitens der Preisprüfungsstelle auf Jnnehaltung auch dieser Bestimmung geachtet werden. Das Gerücht, die vom Magistrat festgesetzten Höchstpreise im Kleinhandel für Grünkohl, Kohlrüben, Mohrrüben, Zwiebeln und Sauerkraur seien widerrufen worden, entbehrt jeder Begründung. Diese Höchstpreise sind vielmehr ab 1. Januar in Kraft getreten/ Es befremdet in weiten Kreisen, daß bei der neuen Preisfest- setzung Preise für Rot-, Wirsing- und Weißkohl fehlen. Warum das so ist, dazu wird sich der Magistrat wohl äußern müssen. Maisabgabe. Es werden wiederum und zwar zunächst für die Zeit bis zum lZ. Januar, 3 Pfund Mais seitens des Magistrats Berlin für jedes Pferd an jeden Pferdehalter abgegeben, der auf Grund von Hafer- scheinen Hafer bezieht und Mais für sein Pferd zu erhalten wünscht. Der Preis für den Mais belrägt einschließlich Sackleihgebühr frei Haus höchstens 26,75 M. iür den Zenrner und bei Abholung vom Lager des Futtermittelbändlers 26,40 M. Für Schroten des Maises darf höchstens 0,76 M. für den Zentner berechnet werden. Für Pferde, die nur zur Weiterveräußerung gehalten werden, wird Mais nichr abgegeben. Auch Brauereien sollen für ihre Pferde Mais nicht erhalten, da diese in ihren Natzlrebern ein wertvolles Kraftfutter für die Pferde besitzen. Tie Berliner Bolksspende. Die Werbetätigkeit für die Berliner Volksspende hat begonnen! Durch Anschlag an den Säulen, in jedem HauS wenden sich Magistrat und Stadtverordneten im Verein mir dem Kriegsausschuß für warme Unterkleidung an die so oft betätigte Gebcfreiheit unserer Mitbürger' Es gilt, durch lausende oder einmalige Beiträge neue Mittel für die städtische Kriegssaunnlung zu beschaffen, um die Nöte des Krieges zu lindern, sowie um unseren Kriegern im Felde Gaben aller Art zuzuführen. Da auch die kleinste Gabe— schon von wöchentlich 10 Pf. an— herzlich willkommen ist, ist es jedeni ermöglicht, ein Scherflein beizutragen. Es können einmalige aber auch laufende Beiträge auf die ausgegebenen Karten gezeichnet werden. Der Zweck der Spende ist ein guter. Die Werber üben ihre Tätigkeit in unbesoldetem Ehrenamt freiwillig aus. Aerztliche Bertretung. Der Polizeipräsident hat dem Vorstand der Aerztekammer fol« gendes mitgeteilt:„Laut Anordnung des Oberkommandos in den Marken vom 10. Dezember ist es durchaus unzulässig, daß Aerzie durch feindliche Ausländer vertreten werden, die nicht in Deutschland approbiert sind. Sollten derartige Vertretungen bestehen, so sirrd sie sofort aufzuheben. Angehörige verbündeter oder neutraler Staaten, die nicht in Deutschland approbier! sind, können hier zwar die Heil- künde ausüben, dürfen sich aber nicht als Arzt bezeichnen und leine den Aerzten vorbehaltene Berufstätigkeit ausüben(Jmpfarzt, Kassen- arzt, Leichenichauarzl). Die Vertrelung von Aerzten durch Kandi- baten der Medizin soll während der Dauer des Krieges statthaft sein, aber nur, wenn der Kandidat mindestens zwei klinische Halb- jähre nachzuweisen verinag, lein feindlicher Ausländer ist und sich seine Tätigkeit auf die Behandlung von Krankenkassenmitglredern— als Hilfsperson im Sinn des§ 122 der Reichsversicherungsordnung— beschränkt._ Anträge auf Bewilligung von KricgZuntcrstützungen sind einzig und allein bei den Steuerkaffen, in deren Bezirk die Antragsteller loohnen, anzubringen, nicht aber bei anderen Stellen, wie �bei dem Kriegsministerium, dem Oberpräsidenten, dem Polizeipräsidenten oder dem Militärbureau des Magistrats zu Berlin. Durch Ein- reichung der Anlräge an falscher Stelle entsteht' eine Verzögerung, welche eine verspätete Auszahlung der Unterstützungen unvermeidlich im Gefolge hat._ Sandsackbcschaffung. Das stellvertretende I n g e n i e u r- K 0 mr te e, dem die Beschaffung der Sandsäcke obliegt, hat schon neue VergebungS- und Lieferungsbedingungen herausgegeben, denen folgendes von allgemeinem Interesse entnommen ist: In Zukunft muß seder Bewerber schon bei seinem Angebot.an- geben, welchen Teil der angebotenen Sandsackmengen er durch Heim- arbeiterinnen nähen lassen will. Erhält er einen Zuschlag, so wird ihm vertraglich vorgeschrieben, wie viel Sandsäcke durch Heimarbeit zu fertigen sind. Unr die N ä h l ö h n e den örtlichen Verhältnissen entsprechend für ganz Deutschland einheitlich zu gestalten, ist bestimmt worden, daß als reiner Nählohn ein Lohnsatz zu zahlen ist, der den orts- üblichen Tagelohn um mindestens 40 Proz. übersteigt. Als Mindestleistung einer Arbeiterin bei bstündiger AlbcttSzcit ist hierbei zugrunde gelegt, daß 90 Säcke ohne Schlaufe, 30, mit Trageschlaufe, 60. mit Bindeschlaufe gefertigt werden. . Das.Einziehen, der Kordeln ist mit 0,50 M. für 100 Säcke he- ffcmderö. zu vergüten und das Garn- kostensier zu stellen. Rur dre gesetzticheu Abzüge für Kränkenkaffe und--J-nvalibitätsversicherrlirg / ffind. gestattet.- Damit-möglichsi--vielen-Frauen ein kommen kann, ist ferner bestimmt, daß wöchentlich an eine Person nur 540 Säcke ohne Schlaufe, 180. mit Trageschlaufe. 360. mit Bindeschlaufe ausgegeben werden dürfen. Für eine Familie darf die Zahl auf das Doppelte erhöht werden. Um eine möglichst gleichmäßige und gerechte Verteilung dcr Näharbeit über ganz Deutschland zu erzielen, will sich das stell- vertretende Jiigenieurkomitee des vom„Deutschen Wohlfahrrsbund", Berlin, Budapester Str. 1, neu begründeten„KrrcgsauSschusses für Heimarbeit" bedienen, an den alle Anträge auf Zuweisung von Näh- arbeil von Stadlmagistraten, Wohlfahrtsvereinen uiw. in Zukunft zu richten sind, sofern ihre Heimarbeiterinnen nicht durch einen Sandsack- tieseranlcn unmittelbar in Anspruch genommen iverden. Der Kriegs- ausschuß wird Vorschlagslisten ausarbeiten, die vom stellvertretenden Jngenieur-Komitee genehmigt werden. Auch wird er darüber wachen, daß die einzelnen Unternehmer ihre vertraglichen Verpflichtungen zur Anfertigung durch Heiinarbeit und bezüglich der Nählöhne innc- halten. Er lvird ferner Borschläge unterbreiten über Verteilung der Stoffinengen, die unabhängig von den Lieferungen durch Fabrikanten vom stellvertretenden Jngenieur-Komitee ausdrück- lich zu dem Zwecke angekauft iverden, um Wohlfahrtsvereinen usw. Näharbeit zuweisen zu können. Die Heeresverwaltung hofft, daß durch diese Neuregelung die Unklarheiten und Unzulräglichkeiten beseitigt werden, die bisher bc« standen und gewissenlosen Unternehmern die Möglichkeit gaben, sich durch Lohnwuchcr zu bereichern. Auch die zahlreichen WohliahrtS- vereine iverden es begrüßen, daß durch Einrichtung des Kriegs- aiisschusses die bisherige Jagd nach Aufträgen und nach Näharbeit aufhört und nunmehr ein Mittel gesunden ist, ihre in diesen Winter- tagen besonders wichtige soziale Arbeit zu unterstütze:!. Arbeiter-Bildungsschule. Auch in diesem Vierteljahre sind in den Lehrplan der Arbeiter-Bildungsschule Sonntagsvorträge aufgenommen, die bisher viel Anklang gefunden haben und gut besucht ivaren. Es ist lviederum je ein vier Abende um- fassender Zyklus aus dem Gebiete der Naturwissenschaften, dcr Musik und dcr bildenden Kunst vorgesehen. Die natur- ivissenschaftlichen und kunstgeschichtlichen Vorträge lverdcn an Lichtbildern, die musikalischen durch Beispiele am Flügel erläutert. Der naturwissenschaftliche Vortrags- zyklus beginnt heute Sonntag, den 9. Januar, abends 7ffz Uhr. In ihm sollen die Veränderungen der Erdoberftächc und ihre Ursachen vorgeführt werden. Vortragende ist Genossin Käte Duncker, die schon früher über naturwissenschaftliche Themen in der Schule gesprochen hat. Der erste Vortrag wird im besonderen das Thema:„Erdschrumpfung, Brüche, Erdbeben" behandeln. Die Vorträge finden im Hörsaale der Schule, Linden- straffe 3, Hof IV rechts, 3 Treppen statt. Der Eintrittspreis beträgt 10 Pf. Frida mit dem Schäferhund. In den hiesigen Warenhäusern fiel seit einiger Zeit eine„junge Dame" aus, die in der Regel mit einem deutschen Schäferhunde kam, den sie bis zur Beendigung ihres Bc- suches an der Verwahrungsstelle abgab. Das Mädchen kam oft allein, oft aber auch mit einer ällercu oder einer jüngeren Begleileriu. Mau sah zwar nicht,', daß es etwas kaufte, nahm aber auch nicht wahr, daS es mit unlauteren Absichten umher- gehen könnte, bis es jetzt plötzlich bei einem Taschendiebstahl auf frtr�er Tat ertappt wurde. Die Tntlarbte bersuÄte noch zu leugnen und erklärte, sie habe es um so loenigcr nötig zu stehlen, als sie die Tochter wohlhabender Eltern sei. Auch das war bald wider- legt. Die Diebin wurde� festgestellt als eine erst 15 Jahre alte Frida N. aus der Webcrstrasze, die in den einfachsten Verhältnissen lebt. Bei ihr fand man in einer dunkelbraunen Neisehaudtasche noch eine schwarze Handtasche, die fünf Portemonnaies verschiedener Art und Farbe enthielt. Alle diese Sachen hat sie gestohlen. Sie können jetzt im Zimmer 325 bei der Kriminalpolizei von den Eigentümern abgeholt werden. Die Mutter Fridas lebte in dem Glauben, daß ihre Tochter, weil sie regelmäßig zu bestimmten Zeiten wegging und wieder kam, in einem Geschäfte tätig sei, wie sie ihr vorgeschwindelt hatte. Auch darüber, daß sie öfter mit dem schönen Hunde nach Hause kam, machte sie sich kein Kopf- zerbrechen; denn ihre Tochter erzählte ihr, das sei der Hund ihres Chefs, und sie sei beauftragt, ihn auszuführen. Jetzt aber ergab sich, daß sie das Tier einem Grotzschlächtermeister in der Zentral- Markthalle gestohlen hatte. Es diente der Fünfzehnjährigen dazu, auf der Straße Aufmerksamkeit zu erregen und Bekanntschaften an- zuknüpfen. Für ihre Taschcndicbstähle hatte sie sich eigens mit einem Umhang versehen, den sie noch über dem Mantel trug. Zwei Monate tot in der Wohnung gelegen hat ein junges Ehe- paar, dessen gemeinsamer Selbstmord gestern abend entdeckt wurde. In der Schäferstr. ö bewohnte seit einem Jahre der ebenso lange verheiratete Kaufmann Georg Glücksmann, der aus Königs- Hütte stammt, ein Mann von 23 Jahren, mit seiner gleichaltrigen Frau Herta, geborene Aschner, eine Stube und Küche. Glücksmann geriet in Schwierigkeiten, weil er seine Stellung verloren hatte und keine neue wiederfinden konnte. Seine Miete zahlte er noch bis Ende Oktober. Anfang November sagte er dann dem Verwalter, er wolle mit seiner Frau zu seinen Eltern nach Königshütte fahren und bei der Rückkehr die fällige Miete weiter zahlen. Der Ver- Walter erklärte sich damit einverstanden. Seit dem ö. November sah man das junge Paar nicht mehr. Man glaubte im Hause, daß es nach Königshütte abgereist sei, und der Verwalter nahm das auch an. In den letzten Tagen aber dauerte es ihm doch zu lange mit der rückständigen Miete, zumal da Glücksmann nichts mehr von sich hören ließ. Er schrieb deshalb einmal an seinen Vater nach Königs- Hütte. Zu seiner Verwunderung erhielt er gestern abend die Ant- wort, daß das Paar in Königshütte nicht eingetroffen sei und daß seine Eltern seit Anfang November auch nichts mehr von ihm wüßten. Jetzt ging der Verwalter zur Revierpolizei, und als nun ein Schutzmann durch einen Schlosser öffnen ließ, fand man das junge Ehepaar tot in seiner Stube liegen. Die Frau lag auf dem Ruhebett, der Mann davor. Beide waren entkleidet. Die Leichen lvaren zum Teil verwest, zum Teil mumienhaft eingetrocknet. Neben ihnen stand ein Wasserglas, aus dem die Lebensmüden wahrschein- lich eine giftige Mischung getrunken haben. Außerdem aber hatten sie von der Gaslampe den Brenner abgeschraubt und alle Hähne geöffnet. Auffallend ist es, daß niemand einen Gasgeruch wahr- genommen hat. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Wer ist der Tote? Mit durck>schnittenen Pulsadern tot auf- gefunden wurde im bewaldeten Teil des Tempelhofer Feldes ein unbekannter Mann von etwa 30 Jahren. Der Tote besaß keinerlei Papiere, die über seine Persönlichkeit Auskunft geben konnten. Er trug eine blaue Jacke, eine schwarze Wcste und schwarze Schnür- sticfel. Die Leiche wurde nach dem hiesigen Schauhause gebracht. ßue öen Gemeinden. Neuköllns Kriegslasten. Die von der Stadt Neukölln an Kriegerfamilien zu gewähren- den Unterstützungen haben im Monat Dezember 1915 die monatliche Höckistiumme von 1 525 999 M. erreicht. In diesem Betrage sind allein 79 999 M. für die von der Kriegsnotstandskommission bewilligte Lieferung von Brennmaterial an die Kriegersrauen ent- hallen. Für Kriegswochenhilfe wurden im Dezember rund 2999 M. und für Zwecke der freiwilligen Kriegswohlfahrtspflege rund 5999 M. verausgabt. Lichtbildervortrag der Stadtgemeinde Neukölln. Der nächste von der Stadtgemeindc Neukölln veranstaltete Volks- tümliche Lichtbildervorirag findet am Dienstag, den 11. Januar. abends 8>/z Uhr, in der Aula der Realschule, Boddinstr. 8t— 41. statt. Herr Privatdozenl Jens Lützen spricht über das Thema: „Ein Ausflug in den Wellenraum". Der Vortrag ist mit Lichtbildern ausgestattet. Numerierte Platzkarten, die zugleich zur kostenfreien Abgabe der Garderobe berechtigen, sind zum Preise von 19 Pf. im Natbause, 2 Treppen, Zimmer 219, während der Dienststunden von 8—3 Uhr, sowie an der Abendkasse erhältlich. Der Vortrag beginnt pünktlich zu der angegebenen Zeit, so daß verspätet kommende Besucher nicht zugelasien werden können. Kinderveranstaltungen in Neukölln. Die Kinderspiele und Handarbeitsstunden finden von Montag, den 19. Januar, ab wieder regelmäßig statt. Lebensmittelvcrkauf in Lichtenberg. Auf den Wochenmärkten an der Frankfurter Allee, auf dem Viktoriaplatz, in der Sopbienstraße, auf dem Traveplatz und dem Boxhagener Platz sowie in den durch rote Plakate als amtliche Ver- kaussstcllen bezeichneten Ladengeschäften werden bis auf weiteres beste holländische Heringe zum Preise von 22 Pfennigen für das Stück verkaust. In den nächsten Tagen wird auch wieder ein Posten Aepfel zum Preise von 13 Pfennigen pro Pfund auf den Wochenmärkten an der Frankfurter Allee, in der Sophienstraße, auf dem Viktoria« platz und auf dem Traveplatz zum Verkauf gebracht. Die städtischen Verkaufsstellen sind durch entsprechende Aushänge gekennzeichnet._ Potsdamer Stadtverordnetenversammlung. Zu Beginn der ersten Sitzung fand durch den Oberbürgermeister die feierliche Einführung und Verpflichtung der neugewählten und wiederwählten Stadlverordneten statt. Eine längere Verhandlung entspann sich über die Erhöhung der Krankenhausverpflegungssätze, in der mehrfach die Rücksicht auf die Krankenkasse angedeutet wurde. Die Meinungen stießen schroff aufeinander und schließlich einigte man sich aus einem Kompromiß zwischen dem Magistratsantrag und neuen Anträgen, die auch eine Erhöhung der Sätze für die 1. Klaffe verlangien. Die neuen Verpflegungssätze, die eine Erhöhung von 25 bis 199 Pf. umfassen, lauten: 3. Klasse: für Erwachsene 3 M.. für Kinder von 19 bis 14 Jahren 2 M, für Kinder unter 19 Jahren 1,59 M., für auswärtige an Geschlechtskrankheiten und Krätze leidende Kranke 3.59 M.. für auswärtige Geisteskranke 4 M., für auswärtige Wöchnerinnen 3,59 M. Die neuen Verpflegungssätze treten bei neu Aufgenommenen sofort, bei den bereits verpflegten Kranken in 14 Tagen in Kraft. Eingegangene Druckschriften. Kopf-oben-auf, die Hand am Knauf, mein deutsches Boll... Sonn' auf k Stimmen zum Krieg. Von C. Flaischlen. 3 SD?.— Der große Bormarsch. 1915. Neue Kriegsberichte von der Nordostfront. Von R. Brandt. 2 M. E. Fleische! u. Co.. Berlin IV, Linkslr. 16. WettcrauSfichten für daS mittlere Norddeutschland dt» Montag mittag. Westlich der Oder noch größtenteils bewölkt und vielfach starke, weiter westlich nur geringe Nicdcrichläge. Dazwischen zeitweise heiter. Ostwärts fortschreitende allmähliche Abkühlung. Mus aller Welt. Ter Rausch des Heereslieferanten. Bor dem Bezirksgericht Margareten in Wien war dieser Tage ein Mann namens Otto Koch wegen Uebertretung der Trunkenheit angeklagt, weil er, als er voll berauscht war, das Ver- brechen der Störung der öffentlichen Ruhe begangen haben soll. Koch war einmal Redakteur der„Hochschulstimmen" und ist jetzt Heereslieserant. Ter Prozeß beruht daraus, daß ein Kellner angezeigt hat, Koch habe ihm gesagt:„Ich bin zwar Heereslieferant und verdiene viel Geld, aber Oe st erreich und Deutschland..." Und nun sei eine schon sehr gewöhnliche Redewendung gefolgt. Koch gab in der Ver- Handlung an, er sei damals so betrunken gewesen, daß er sich an nichts erinnern könne. Da der Kellner als Zeuge angab, Koch habe ganz vernünftig gesprochen und erzählt, daß er 399 999 Kronen in sein Geschäft gesteckt habe und glänzend verdiene, trat der Bezirlsrichter die Sache dem Landwehrdivisions- g e r i ch t ab. Es ist schon anzunehmen, daß der Angeklagte bei seiner Tat nicht ganz nüchtern war. In solchem Zustande pflegen die meisten Menschen auszusprechen, was sie wirklich denken. Ist Wchrpflichtshinterziehung ein„Politisches" Verbrechen'i Mit dieser Frage wird man sich anläßlich der bekannten Pariser Militärbefreiungsaffäre in der Schweiz befassen müssen. Ein ge- wisser Garfounkel, der dem Pariser Arzt Dr. Lombard bei Befteiung französischer Wehrpflichtiger vom Militärdienst behilflich war und kürzlich in Genf verhaftet wurde, sträubt sich gegen seine Auslieferung an Frankreich und hat mit Wahrung seiner Interessen drei Genfer Anwälte beaustragt; er wendet ein, besagte Handlung bilde ein„politisches" Vergehen, und nach dem schweizerisch-fran- zösischen Auslieferungsvertrag seien politische Vergehen von der Auslieferungsverpflichtung ausgenommen. Niemand dürfe vielmehr von der Schweiz an Frankreich ausgeliefert werden wegen eines vor seiner Auslieferung begangenen politischen. Vergehens oder wegen irgendeiner damit zusammenhängenden Hand- lung verfolgt oder bestraft werden. Falls sich Garfounkels Einrede, daß es sich in seinem Fall um„politische" Vergehen handle, aufrecht erhalten läßt, mutz das schweizerische Bundesgericht die Ausliefe» rungsftage entscheiden._ Eisenbahnunglück in Passau. Zwischen Nen-Stift und Pfenning-Bach entgleiste, wie aus Passau telegraphiert wird, der aus dem Rottal kommende Lokalzug und fiel die höhn Waldböschung hinab. Der Bahndamm war durch das an» haltende Regenwetter unterspült worden. Der Lokomotiv- führer wurde getötet; sechs Reisende sind schwer und zehn leichter verletzt. An Methylalkoholvergiftnng gestorben ist der 13jährige Ar- bester Fritz GanSwindt in Marienwerder, während e i n anderer Arbeiter schwerkrank daniederliegt. SSeide hatten zur Geburtstagsfeier Schnaps genossen, den sie sich aus einem Liter Methylspiritus selbst hergestellt hatten. Blühende Mandelbäume. Die„Pfälzische Presse" meldet aus W e i n h e i m: In einigen Höhenlagen haben infolge der unge- wohnlich milden Witterung der letzten Zeit die Mandelbäume teil- weise schon ihr volles weißes Blütenkleid angelegt, eine für Januar äußerst seltene Erscheinung. Da der Boden durchwärmt ist, so ist anzunehmen» daß die Frühblüher ihre Frucht ansetzen, falls nicht noch gar zu strenger Frost kommt. In früheren Jahren hat man im Frühjahr blühende Mandclbäume beobachtet, die der rauhen Witterung gut widerstanden haben. (2 (I (o) ® ® @ @ ® ® ® ® ® ® @ ® ® ® ® Kaufhaus linieft CO, Ciiausseestr.61 62 Wir dringen nachsiehende Waren preiswert zum verkauf: Mklie und WiMestoffe Hemöentuch so cm breit, Stück von 10 Meter..... 0.80 Fertige Bettbezüge Deckbett» 2 ni»5e», v»rol«ur 6,50 Damast-Bettbezüge Deckbett n 2 Klrt.,fert genäht 7.50 Deckbettinlett rot eäer r<>5»ret geetrellt, lerllg genäht 4 00 Weiße Bettlaken Bottbreite, gesäumt......... 2.25 Gerstenkornhanötücher banter Kante.>/, Duts. 2.50 Stubenhanbtüdier DroIIgewebe, Dnliend..... 3'45 Wischtücher gesäumt und gebändert,■/> Duttend... 1.50 RolltÜdier wlt eingewebten Figuren........ 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Der Antrieb zu diesem Vorgehen war die Bekämpfung der Kinder- sterblichkeit, die in Norwegen keineswegs den hohen Grad wie in Deutschland erreicht hat. Ministerialrat Alten aus Kristiania veröffentlicht in der„Deutschen Juristen-Zeitung" eine übersichtliche Darlegung der jetzigen Stellung der unche- lichen Kinder in Norwegen. Wegen der vorbildlichen Wichtigkeit der Regelung dieser Frage in Norwegen lassen wir nachstehend die Darstellung des Ministerialrats Alten folgen: .Nacti dem bisher gellenden Rechte haben die unehelichen Kinder in Norwegen wie in Derttschland die rechtliche Stellung eines ehe- lichen Kindes im Verhältnis zu der Mutter und den Verwandten der Mutter, während dem Valer nur eine Unterhallspflicht obliegt. Erbrecht nach dem Valer und seinen Verwandten haben jedoch, von Legitimation durch spätere Ehe abgesehen, die unehelichen Kinder, welche von dem Vater unter gewissen Formen anerkannt worden sind. Solche Anerkennung begründet aber, wenn der Vater eheliche Kinder hat, nur ein Recht auf halben Erbteil; sie ist sehr selten vorgekommen. Wesentliche Acnderungen bringen das neue Gesetz vonr 10. April Illlö über uneheliche Kinder und die gleich- zeitigen Gesetze über Kindersürsorge und über Abänderungen deö Erbschaflsgcsetzes. Diese Gesetze, die auch in anderen Ländern Beachtung finden dürften, haben teils den praktischen Zweck, die Stellung der Mutter und des Kindes vor der Geburt wie während des Heranwachsens zu sichern, teils aber auch den idealen Zweck, die familien- und erbrechtlichc Minderwertigkeit der unehelichen Kinder so weit als möglich zu beseitigen. In erster Reihe handelt es sich um die Bekämpfung der Kinder st erblichkcit. Diese hat sich, namentlich im ersten Lebensjahre, für uneheliche erheblich größer als sür eheliche Kinder erwiesen. Hauptsächlich wird das der ungeschützten Stellung der Müller und künstlichen Ernährung der Kinder zugeschrieben. Das Gesetz über Kinderfürsorge gewährt deshalb jeder unverheirateten schwangeren Frau, die nicht selbst für ihr Auskommen zu sorgen ver- mag. einen Anspruch auf Unterstützung aus der Ge- meindekasse während der letzten sechs Wochen vor der Entbindung. Eine verheiratete Frau erhält dasselbe Recht, wenn ihr Mann gestorben ist oder verschuldet hat, daß die Ehegalten nicht zusammen leben. Ferner wird jeder bedürf- t i g e n Mutter ein Anspruch auf die erforderliche Unter- st ü tz u n g aus der Gemeindekasse zugestanden, um ihr Kind während der ersten drei Monate seines Lebens bei sich zu haben und es selb st zu stillen. Die Unter- stützungen sind nicht als Armenbcistand zu betrachten. Die Gc- meinde erhält aber gegen den Vater einen Eriatzanspruch, der je- doch in der Regel auf die Unterhaltsbeiträge für den betreffenden Zeilraum beschränkt ist. Die unehelichen Kinder werden den ehelichen auch im Verhältnis zu dem Vater und seinen Ver« wandten unter der Voraussetzung rechtl ich gleich- gestellt, daß die Vaterschaft entweder anerkannt oder gerichtlich fe st gestellt ist. Eine gerichtliche Fest- stellung darf nur erfolgen, wenn das Geüchl als erwiesen erachtet, daß der angebliche Valer zu solcher Zeil der Mutter beigewohnt hat, daß er Vater des Kindes sein kann, und das Gericht außer- dem keinen Grund findet zu der Annahme, daß in jener Zeil auch ein anderer der Mutter beigewohnt habe, oder daß andere Umstände vorliegen, die es zweifelhaft machen, ob der angebliche Vater auch wirklich der Vater des Kindes sei. Unter diesen Voraussetzungen wird das Kind berechtigt, den Familiennamen des Vaters ebenio wie den der Mutter zu führen; es erhält dasselbe Erbrecht wie ehe» liche Kinder auch gegenüber dem Vater und seinen Verwandten. Wird aber der väterliche Familienname nicht schon von der Geburt an geführt, so darf er später nur nach den sonst für Namensänderungen geltenden Vorschriften angenominen werden. Das neue Erbrecht von väterlicher Seile kommt nicht den Kindern zu, die vor dem 1. Januar 1917 geboren sind, und es findet insoweit eine Beschränkung, als das Anerbenrecht auf Landgüter von einer besonderen Willenserklärung des Vaters abhängig gemacht wird. DaS Odelsrecht, ein familienrechtliches Lösungsrecht auf Land- güter, die in den Besitz eines Fremden oder entfernter Ver- wandter übergegangen sind, wird den unehelichen Kindern von väterlicher Seite nicht eingeräumt. Wird die Vaterschaft nicht anerkannt und liegen die Voraus- setzungen der gerichtlichen Feststellung auch nicht vor, so ist der an- gebliche Vater wie bisher durch Urteil als unterhaltspflichtig zu erkennen, wenn das Gericht für bewiesen erachtet, daß er zu solcher Zeit der Muller beigewohnt hat, daß er Vater des Kindes fein kann. Von allen unehelichen Kindern gilt wie bisher, daß die Sorge für die Person des Kindes in der Regel der Mutter zusteht, die dann auch dessen Vormund ist. Bezüglich des Unterhalts, der Erziehung und Ausbildung des Kindes wird die neue Vorschrift eingeiühri, daß sie sich nach den Lebens- Verhältnissen des Vaters oder Unterhaltspflichtigen zu richten haben, wenn aber die Verhältnisse der Mutter besser sind, nach diesen. Der Vater erfüllt, wenn ihm die Sorge nicht übertragen ist, seine Unterhaltspflicht durch Entrichtung von Geldbeiträgen. Diese werden beträchtlich höher als bisher; das neue Gesetz hat sogar Mindestbelräge fest- gesetzt unter Berücksichtigung der öitlicheu Verschiedenheiten. Außer dem jetzigen Beitrag zu den Kosten der Entbindung und des Wochen- belleS hat der Vater einen Unterhaltsbeitrag an die Mutter für die letzten drei Monate vor der Geburt zu entrichten. Hat die Mutter das Kind bei sich, ist ein b e- sonderer Verpflegungsbeitrag für die ersten neun Lebensmonate aufzuerlegen. Die Dauer der Unterhalts- Pflicht, welche sich jetzt bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres erstreckt, wird um ein Jahr verlängert. Die Beiträge sind monat- lich im voraus zu bezahlen. Erfahrungsgemäß haben sich die Väter in weitem Umfange der Erfüllung ihrer Unterhaltspflicht entzogen, und sogar die Feststellung dieser Pflicht ist nur gegenüber etwa 49 Proz. von ihnen erfolgt. Um diesem Mißstände abzuhelfen und zugleich die wirkliche Vater- schasr festzustellen, wird bestimmt, daß die Mutter jchon vor der Geburt oder spätestens vier Wochen nachher anzugeben hat, wen sie als Vater ansiehr. Die Behörde hat dann von Amts wegen für die Feststellung der Vaterschaft oder, wenn das nicht gelingt, der Unterhaltspflicht zu sorgen. Ferner haben die Gerichtsvollzieher von Amts wegen die Unterhalisbeiträge einzuiordern und den Müttern auszuzahlen. Die neuen Bestimmungen über die rechtliche Stellung der un- ehelichen Kinder im Verhältnisse zu dem Vater haben natürlich zu Aenderungen des Eherechts führen müssen, indem die Ehefrau unter Umständen das Recht erhält, die Che durch Scheidungsantrag anzu« fechten oder die Auflösung der ehelichen Gütergemeinschasl zu be- anspruchen. In beiden Fällen ist auf ihren Antrag das Gesamtgut so zu verteilen, daß jeder Ehegatte im voraus erhält, was er bei der Eheschließung oder durch späteren Erwerb von Todes wegen in die Gütergemein'chaft eingebracht hat, gegebenenfalls mit ver- hältnismäßiger Kürzung. Das Recht der unehelichen Kinder auf Namen und Erbschaft nach dem Vater ist nicht ohne heftigen Widerstand durchgeführt worden. Die Einwendungen, daß eine Herabwürdigung der Ebe und eine Förderung der unehelichen Verbindungen zu befürchten seien, sind aber ohne Belang. Die Ehe wird stets faktisch wie rechtlich über der unehelichen Verbindung stehen, und die Häufigkeil der unehelichen Verbindungen hängt von anderen Faktoren als recht- lichen Betrachtungen ab. Insofern solche sich gellend machen, dürsten die neuen Gesetze eher hemmend als fördernd wirken. Andererseits darf die praktische Bedeutung des Namens- nnd Erbrechts nicht übertrieben werden. Erstens sind diese Rechte auf Fälle beschränkt, da die Vaterschaft anerkannt oder gerichtlich festgestellt ist Zweitens gehören die Väter wie die Mütter der meisten unehelichen Kinder den besitzlosen Bevölkerungsklassen an. Diese Rechte bedeuten, daß den unehelichen Kindern Gerechtigkeit erwiesen wird. Praktisch wichtiger ist es dagegen, daß die neue Gesetzgebung im übrigen die Stellung der unehelichen Kinder und ihrer Mütter verbessert. Und von den weitgehenden Neuerungen betr. Kinderfürsorge und Unter- haltspflicht darf man sich viel versprechen. Auch wird die Oeffentlich- keil dahin wirken, daß die moralische Beurteilung des Vaters und der Mutter eines unehelichen Kindes eine gleichmäßigere sein wird, als dies jetzt der Fall ist" Sriefkaften üer Redaktion. Di« lurtstilch! Sprechstunde findet für Abonnenten Lwdeuftr. 8, IV. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Ugr, am Sonnabend von 6 bis 6 Uhr statt. Jeder sür den B r t- t I a st e n bestimmten Anfrage ist em Luchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Brieflich« Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSanittung beigefügt ist. werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Bcrträgc, Schriststüike und dergleichen bringe«an in die Sprechstunde mit. Eugen KZ. Sie brauchen sich nicht zu melden. Die Bezeichnung kennen wir nicht, sie heißt aber jcdenjalls: Entscheidung ausgesetzt.— O. L. 190. Sie lönncn den Mietsvertrag nicht ohne weiteres löicn, sondern nur Klage aus Löiung beim Amtsgericht erbeben.— 100. A. W. Die Unter- stützung muß nachgezahlt werden; erinnern Sie beim Kreisausschuß um eine Bescheiderteilung.— M. 35. 1. und 2, Wenn Sie! 893 oder ipäter geboren sind, müssen Sie sich melden. Die Zeichen bedeuten: Entscheidung ausgesetzt.— W. T. IIS. 1. Bei Heimalsmlaub, der über 4 Tage währt. 2. Verpslegungsgeld wird erst vom 21. Dezember ab gewährt. 3. Die Be- slimmungen sind vom Kriegsministerium erlassen. 4. Sie muffen eventuell den instanzenmäßigen Beschwerdeweg beschreiten.— A. B. 1. Ja. 2. Die Familie bekommt die Kriegsunterstüpung. 3. Nein.— H. M. 333. 1. Ja. 2. Die Kranlenkassc ist zur Gewährung der Leistungen verpflichtet. 3. Eine Klage ist nicht nötig und zwecklos, wenden Sie sich an die kiravkenkasse. — W. N. 83. i. Wenn sie Kricgsunlerflützung bezieht, ja. 2. An daS Ersatzbataillon des Nealments, von dem der Sohn eingezogen wurde. 3. Nur die genaue Angabc der Personalien ist crjoidcrlich. 4. Briese sind an den Gefangenen direkt zu richten; sie müssen aber offen abgesandt werden und die Auffchrist.Kriegsgesangcncnscndung" wagen.— A. 50. t. Ja. 2. Sie werden eine Aufforderung erhalten.— G. St. 100. Sie sind zur Rückgabe der Vcrlobungsgeschenkc verpflichtet.— H. R. 83/84. Rein.— H. 1885. Ja.— E.>11. 100. Die Zahl bezeichnet weder die Art der Krankheit noch den Grad der Dienstsähigkeit; sie bezieht sich jeden- falls aus die Vorstellungslifle.— Klara M. 45. Die Jnvalidenmatken haben mit der Unsallrenle nichts zu tun. Sic erhalten iür sich und Ihr Kind Hinterbliebenenrente aus der Unsallversicherung. Wenden Sie sich sofort an die LerusSgcnoffcnschast.— W. Ä. 4700. 1. Eine Mark. 2. Wabrscheinlich nicht, das enischeidet aber die Militärbehörde. — T. S. 100. Dafür sind die statutarischen Bestimmungen des Per- bandes maßgebend. Fragen Sw dort an.— A. K. 45. Schillingstr. Ja, ist zulässig.— F. L. 1014. 1.— 4. Dieser Ort ist auf den uns zur Verfügung stehenden Karlen nicvt verzeichnet. Tragen Sie aus der Kam- mandantur. an der Schloßbrücke, gegenüber dem Zcughause. Ihr Anliegen vor. Dort erhalten Sie die gewünschte Auslunst.— Hedwig 18. Tragen Sie Ihre Frage beim Metallarbeiterverband vor. Linienstr. 83— 85.— Hansschen. 100. Soweit uns bekannt, durch die Generalkommission.— 31. 80. In diesem Falle müssen Sie sich an einen Arzt, dem Sie Ihr Berlraucn schenken, um Rat wenden.— Ol. P. 10. Wenden Sie sich per offenen Brief, mit der Aufschrift.Gefangenensache", unter Beifügung der erwähnten Karle, an daS Dänische Rote Kreuz in Kopenhagen.— Z. 30. Am besten ist Ihnen gedient, wenn Sie sich unter Beisügung eines sran- kicrten Kuverts an das Patentamt selbst wenden.—(S. 40. 56. Wenden Sie sich an das Bureau des Nationalen Frauendiensles in Ihrem Bezirk. —(Ö. 48. Eine Zankt euselin.— M. 3. 50. Die näheren Bestimmungen, die hierüber bei der Feuerwehr bestehen, sind uns leider nicht be- kannt.— K. H. Olamlerstr. 1. Städlifchc Badeanstalt, Gerichtflr. 65—69. 2. Ein solches Institut ist uns nicht bekannt. 3. Ist schon immer mit.ei" und nicht mit ,ai" geschrieben worden. 4. Diese Frage ist zu kompliziert, um im Brieskaslen behandelt zu werden. In der Bolksbibliothek, Adalbert- slraße 41, steht ihnen die einjchlägige Fachliteratur tostensrei zur Verjügung. lllllillilllllllllllllll Billiger'*w �<«r w von Kleiderstoffen, Seide, Konfektion, Wasche, Gardinen, Teppichen, (j Paletots K!' W au» reinwollenem W feigen I.Tuch, W fesche sja™.......... u p ROCkC einfarbig und g e» U mustert............. I 01ufcn Molle, Seide und U weiß« Stickerei.......... Mädchen-Mäntel Knaben-Anzüge Ko�umc au° cinfa!:b,'9cn Stoffen und melierten NläNte! u-undetvolle, Stoffe moilige, warme el.35.nt.und fesch, in Wolle, Seide u. wcißgeftickt. RoflümröckeK»» neueste Slockcnform........ Rostume SÄ kleidsame Fassons, aus Seide. Mäntel� Stoffe.: Fasson«, beste SchrvarzeUNntLÜ �"ch, Afttochanu. 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Januar ISIS, abeudS 8'/, Uhr, in Boekers Festsalen, Weberstr. 17: 8W Versammlung"Wß aller anf Militärhemden,-Hosen, Sandsäcke, Halsbinden, Pa- tronengiirtel, Sanitätstascheu, Granatenbezüge nnd ähnliche Gegenstände Beschäftigten. Tagesordnung: „Was ist notwendig, um für diese Arbeiten angemestene Arbeitslöhne zu erzielen?" Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es notwendig, daß all« w dieser Branche Beschäftigten in dieser Versammlung erscheinen! 169/2 �_ Die Orteverrvoltung. Die z weile Nachtragsoerordnung des Oberkommandos in den Marken dom 4. Januar 1916 zu der Bekanntmachung, betreffend Bestandserhebung und Beschlagnahme von Kaulschul(Gummi). Guttapercha, Balata und Asbest sowie von Halb» und Fertig» fabrikaten unter Verwendung dieser Rohstoffe ist in Kraft getreten. Die vollständige amtliche Bekanntmachung dieser Verordnung erfolgt an den Anschlagsäulen und in der»Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". Berlin, den 4. Januar 1916. 1. I. Mil. 16. II. Der Polizei-PräfidenL M Khellmatidn und Nervtllltldtllde. Glänzende Ersolge eine» 7Sjihrigen. Herr Baumschulenbefitzer Koppenhöser in Neuenslein schreibt: »Mit besonderer Freude kann ich sagen, dag Togal ein rasch wirkendes Mittel ist, und daß sich schon nach kurzem iScbrauch eine außerordentlich günsttgc Wirkung bei mir zeigte. Dieses ist bei mir um so böher anzuschlagen, als ich schon seit mehr als 30 Jahren von sehr schweren Fällen von Rheumatismus am Knie heimgesucht wurde und jür Badekuren usw. sehr viel Geld aus- gegeben habe. Außerdem bin ich jetzt im 73. Lebensjahre. Kürz- lich machte ich eine 1'/, stündige Fußtour nach meinem Weinberg ohne die geringsten Beschwerden. Früher mußte ich hierzu stets einen Wagen nehmen." Jeder, der einen Versuch mit Togal bei Rheumatismus, Ischias, Hexenschuß, Gicht, Schmerzen üi den Gelenken und Gliedern, bei allen Arten von Nerven- und Kops- ichmerzcn, sowie bei Neuralgie macht, wird ebenso begeistert von Togal sew, ivic Herr Koppenhöser. Es gibt nichts Besseres. Togal-Tablettcn sind zu billigem Preise in jeder Apotheke erhältlich. l» Ii- Verwaltunc Berlin. Ted-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungeftraße 30 BeÄrks-Verssmmlungen der Einsetzer Heute Sonntag, den v. Januar, vormittags IC Uhr, in folgenden Lokalen: Bezirk 1: Andreasstr. 26 bei Wittenberg. ■, 2: Kopenhagener Str. 74 bei Glleeebe. » 4: Neukölln, Roscnftr. 34 bei Schenk. » 5: Bülowftr. 58 bei Wiemere. » 6: Tkalttzer Str. 59 bei nix. , 7: Charlottenburg, Wielandstr. 4 bei Thnnaek. » 8: Malplaqnetstr. 33 bei Ellrich. Vertrauensmänner-Versammlung. Perlullltt-, iorn- md Sleinntz- Arbkiltt. Sonntag, de» 0. Januar, vor«. IC Uhr, bei Thomas, Melchiorstr. 0. Kranchen- Versammlung. Korbmacher. DienStag, de» 14. Januar, abends 8'/, Uhr, t« GewerkschaftShause, Engeluser 15(Saal I). Tagesordnung: L Bericht der Brauchen- nnd Zentrallommtsfio« und Neuwahl der- gelben. 2. Verbandsangelegenheiten. Bergolder. Dienstag, den 11. Januar, abends S Uhr, im Gcwerkfchafthause, Engelujer 15(Saal III). Tagesordnung: Bericht der Kommission, Neuwahl der Funktionäre und Branchen- angelcgenhcitcn. 61/8 vi« Orteverwoltnng. Kranken- and Begrabniskasse der Seifensieder und Btrnfsgeoossen an Berlin. Ordentllehe General-Versammlung am Sonntag, den 13. Februar 4916 in WollschlägerS Festsäle». Landsberger Str. 89. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. 281/4 Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. I. A.: Karl Geisler, Kassierer. Orts- Krankenkasse der Gürtler zu Berlin, Oranienstraste 138. Zu der am Montag. denl7.d.M., abends S Uhr, im Gewertfchafts. Hause, Cngelufer 15, Saal 3, stattstnd enden außerordentlichen Ausschuh- Sitzung werden die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kafieamtt- glieder im Ausschuh hiermit er- gebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Beratung und Beschlußfassung über die für die Angestellten der Kasse auszustellende Dienstordnung. L. Verschiedenes. Anfragen und Beschwerden, zu denen die Einsicht der Geschäfts, buchet erforderlich ist, find dem Vor- fitzenden de» Vorstandes bis zu« 14. d. N. I christlich zu unterbreiten. Di« versammln»« wird pünktlich eröffnet. Ein« Vertretung ist«wznISfflg. Berlin, den 8. Januar 1916. Der Borftaud. Ewald Siefad, Vorsitzender. Die den Herren Vertretern zu- gehende Einladungskarte dient als Legitimation und ist am Saaleingang abzugeben. 266/3 LpasisUurt Dr. med. WockenfnB, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10— 2 und 4—6 Wer hat Rhnimabtmu«, Sicht, Glieder- u.'aekTuk. Den Heldentod silr« Baterland starb am 3. Dezember 1915 unser alles treues Rlitglied, der Gejreste Otto klumensteia. Ehre seinem Andenken Rauchklub„Bulgarien". Zm Mnlea Wem ggf dem MeiMmM »eWeaea Seaaffea! Im veplcmbcr starb im Lazarett, im Mter von 2S Jahren, der Arbeiter Richapd Vogt Adalbertstr. 97. Bezirk 149. Am 7. September fiel im Alter von 29 Jahren der Arbeiter Willi Abt 211/4»rtmbenzcr Straße 2. Bezirk 337. Sozlaldemokr. Wahlverein t. d. 4. Berliner Relehataiawahlkr. Am 20. November verunglückte bei eine« Patrouillengang der Löjährige Buchdrucker Lricb Mahn lleckermünder Straße 2. 6. Abt., Bez. 570b. Am 16. Dezember verstarb im Lazarett der 24 Jahre alte GastwirtSgehilse Willi Rowold Rüllerstraße 134 a. 22. Abt., Bez. 771». An seinen im Felde erhaltenen Wunden verstarb am lt. Dezember 1915 im Kriegslazarett der 2kjährige Schmied Raul Tiegmund Turmstraße 50. 13. Abt., Bez. 711. Im Kampse fiel, im jugendlichen Alter von 22 Jahren, der Dreher Roman Reumann Grünthalcr Straße 10. 8. Abt., Bez. 811. 224/8 Sozialdemoilr. Wahlverein I. d. S. Berliner Relchalagaivahlkr. Im Felde fiel der Huttnacher ELnicb Rasack Wcisestraße 58. 21. Bezirk. Am 26. Dezember starb im Lazarett der Arbetter Ricband Tschürtner Brusendorser Straße 2. 11. Bezirk. Im Felde starb am 24. Ottober der Schloffer Rani Sadowsky Berliner Straße 84. 5. Bezirk. 236/2 Sozialdemokratiacher Wahlverein NeukSlln. MM Ärbeiter-Tumerbundes. Wiederum haben wir folgende Turngenoffe» als Opfer des Weltkrieges zu beNagen: Raul Kugas, 2. MSnnerabteilnng. Max Kaiser, 3. MSnnerabteilnng. Richard Koch, 4. MSunerabteiluug. Georg Krüger, 4. MSnnerabteilnng. Otto Gianelli, 5. MSnnerabteilnng. Willi Macat, 5. Männerabteiluug. Max Krieger,«. MSnnerabteilnng. Karl Seiffart, 12. MänuerabteUung. Max Benzin, 13. MSnnerabteilnng. Georg Gunther, 14. MSnnerabteilnng. Paul Reumann, 48. MSnnerabteilnng. Ehre ihrem Andenken! 186/19 AIS Opfer des Krieges starb am 14. Dezember 1915 mein inniggelicbter Mann und guter Vater seines einzigen Sohnes, der Landsturmmann prielfrick Klamandt im 41. Lebensjahre. Dies zeigt tiesbetrübt an Frau.4.1111a. Klamandt nubtit Sohn, Wiener Straße 35. Ihm der Friede, uns der Schmerz, Drmn schtumm're sonst, Du gutes Her,._ 121« Freie TnrnersEtialt Lichtenberg Mitgl. d. A..T.-B. Als viertes Opser des Weltkrieges starb am 24. April 1915 an den Folgen seiner Verwundung unser lieber Turngenoffe Leorg Kämmerieh. Wir verlieren in ihm einen treuen Turngenossen und werden sein Andenken in Ehren halten! 185/2 Ter Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen find folgende Mitglieder: 21 Jahre alt. 27. 41. 30. 81/7 Ksi-I Fischer, Tischler, Richard Orabert, Tischler, Friedrich Knorre, Tischler, Wilhelm Leiding, Tischler, Rudolf Loh, Tischler, Wilhelm Muchow, Tischler, 36 Otto Pankow, Tischler, 43 August Scharf, Tischler, 22 Ehre ihrem Audenre»: III« Ortüverwaltnns. 31 Deutsch. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefallenen Kollege«. OttO Ruch, Schlosser, geb. 7. 10. 1835 te Halle. Karl Dehnke, Metallarbeiter, geb. 21. 6. 1893 in Berlin. Richard Langner, Metallarbeiter, geb. 25. 8. 1887 in Berlin. Wilhelm Richter, Schlosser, geb. 8. 2. 1872 in Cöthen Max Rüster, Werkzeugmacher, geb. 10. 1. 1893 in Berlin. Karl Sadowsky, Mechaniker, geb. 9. 12. 1885 In Berlin. Otto Scherz, Schlosser, geb. 22. 1. 1895 in Berlin. Karl Schubert, Metallarbeiter, geb. 12. 6. 1893 in Berlin. August Schultowsky, Polier, geb. 24. 9. 1882 in Klein-Lesewitz. Paul Siegmund, Schmied, geb. 18. 7. 1889 in WilmerSdors. Otto Wünsche, Metallarbeiter, geb. 25. 11. 1886 in Liepe. Ehre ihrem Andenke«! "0/« Die OrtSverwaltnng. Deutscher Buchbinder-Verband. Zahlstelle Berlin. Berlin SO 40, Eugelufer 15 IL Als wettere Opser des Weltkrieges verloren wir nachstehende Kollegen: Oskar Rischer, Buchbinder, geb. 14. L 81 in Leipzig. Joachim Mayer, Buchbinder, geb. 23. 5. 85 in Lemten. Max Götschmann, Sart-uarbeiter, geb. 27. 9. 89 in Luckenwalde. Oskar Müller, Buchbind«, geb. 8. 12. 79 in KottbuS. Willi Märtins, EtuiSarbeiter, geb. 5. 8. 83 in Berlin. Georg Idenius, Buchbinder, geb. 28. 1. 85 in Berlin. Karl Faltyn, Buchbinder, geb. 14. 9. 81 in Posen. Max Becker, Buchbinder, geb. 13. 1. 89 in Landsberg a. W. Georg Ball, Buchbinder, geb. 26. 7. 95 in Leopoldshagen. Richard �ogt, Sartonnirter, geb. 10. 3. 87 in Niemarzien. Richard Timner,»artonmeter, geb 27. 1. 84 in Berlin. Johann Reumann, v-chbinder, geb. 13. 10. 83 in Berlin. Gustav Fobian, Buchbinder, geb. 21. 5. 86 in Swinemünde. Wir werden allen ei« ehrendes Andenken bewahre«! 23/2 Die Ortsverwaltung. Bezirk Grost-Berlin. Folgende Kollegen find im Felde gefallen: Fmil Büge, Geschäftsdiener. Oskar Forkert, Geschäftsdiener. Wilhelm Habedank, Straßenbahner. Karl Hoffmann, Bierfahr«. Otto Kröschel, Industriearbeiter. Karl Henseke, Rollkutscher. Alfred Lehmann, Droschkeuchanffenr. Fritz Marquardt, Bierfahrer. Franz Heumann, Lagerarbeiter. Ernst Oschmann, K-Hlenarbeiter. Paul Schneider, Geschäftskutscher. Ehre ihrem Andenken: 61/5 IHe Bezlrkbleltaaz;. Vertand der Fabrikarbeiter Deutseblands. Zahlstelle Grost-Berli». Am 24. Dezember 1915 verstarb unser Mitglied Vu8lsv Krause. Am 31. Dezember 1915 verstarb unser Mitglied Uid«ig Kiesewetter. Am 4. Januar verstarb unser Mitglied Oskar Scholz. Am 4. Januar verstarb unser Mitglied Alhert Dalinski. Ehre ihrem Andenken: 53/1 vi« Oetsvervealtung. Deutscher Bauarbeiter-Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Oranienburger Vorstadt. Am 6. Januar starb unser Mitglied, der Maurer Franz Jaekel. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet morgen Montag, nachmittags 2 Uhr, im Krematonum Gerichtstraße 37/38 statt. 140/1 Die ertliche Verwaltung. Deutscher MetaUarbeiter-Yerband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Revolver- dreh er Molf Forsberg Winsstraße 3 am 6. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 10. d. M., nach- mittags l'/jüht, von der Leichenballe des ZentralsriedhoseS in FriedrichSselde aus statt. Den Mitgliedern serner znr Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Will! Schubert Lothringer Straße 61 am 7. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. d. M., nach- mittags 8 Uhr, von der Leichen- Halle des alten Sophien-Äirch- hojes in der Bergstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 110/7 Die Ortsverwaltung. Als Opser des Weltkrieges starb nach schlverer Verwundung am 29. Dezember 1915 unser lieber, einziger Bruder, mein innig- geliebter Bräutigam. Onkel, Reffe und Vetter, der Ersatz-Reservist Otto Fischor Jnfant.-Rezt. 380, 8. Komp. im 34. Lebensjahre. Minna Fischer. Berta Fischer. Anna Berthold und Kinder. Anna PtSke als Braut und Verwandte. 98b Ruhe sanst in sremder Erde. Dem Weltkriege zum Opser I gesallen ist mn 18. Oktober 1015| unser Kollege, der Mechaniker Karl Sadovsty ilnterosfizier in einer GebirgS- Majchinengewehr- Abteilung. Er war uns stets ein guter Kollege und Freund. Sein Andenlen werden wir stets tu Ehre» halten. 116A Die Branclienkommlssion der Mechaniker im Deutschen Metallarbeiter- Verband. Am 5. d. Mts., abends 11'/, Uhr, entschlief sanst nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, mein lieber Sohn, unser Bruder, Schwager und Onkel Otto Arnhold im 48. Lebensjahre. 112/13 Dies zeigen ttesbeirübt an Ida Arnhold geb. Stompler und Kinder. Lerlin-Karlshorst, 7. Januar 1916. Krausestr. 5. Die Einäscherung findet statt am Sonntag, de» 9. Januar, nachmtttags 3 Uhr, im Krema- wrium Treptow, Kieshoizslraße (Bahnhos Baumschulenweg). Danksagung. Für die herzliche Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau sagen wir allen Teilnehmern unscreii herz- ilchsten Tank. Paul Schmidt nebst Kindern, 101b Brih-Lerlin. AIS Ovser des Weltkrieges fieli am 14. Oktober 1915 unser lieber j Kollege, der Mechaniker Karl Sadowsky im 41. Lebensjahre. HCAj Wir werden ihm stcis ein treues s Andenken bewahren. Tic Kollcgcu».Kolleginnen! dcr'D. T. W., Abt. Köpenicker Siraße 10a. Ais Opser des Weltkrieges siclj am 8. November 1915 der Land- slurmmann 121A[ Richard Langner Jnsanleric-Regiment Nr. 151. Dies zeigen ticsbeirübl an *»"■ Wilhelm Langner| als Brüder. Paul Langner Kurt Langner Max Langner f Kart Müller, Schwager. Berta Müller. Schwester. Oskar Haffelhuhn, Schwager. Emma Hajsethuhn, Schwester. Ruhe sanst in sremder Erde. Gewidmet zu seinem 30. Geburtstage am 10. Januar 1916. Nachdem uns am 3. November 1914 die traurige Kunde zuging. daß unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, der Unteroffizier der Reserve 100b Wiihelm Krüger Res.-Jns.-Regt. 206, 11. Komb. den Heldentod starb, waren ail acht Tage vergangen, als er seinem lieben Bruder Friedrich aus dem Felde der Ehre folgte. Dies zeigen tiesbetrübt an Wilhelm RrDger und Frau, Georg Krüger als Bruder, Flora Oesterreich als Schwägerin, Neukölln, Ziethenstraße 44. Ihr starbt im Frühling Eures Lebens, Geschafft habt Ihr mit treuem Fleiß, All' unser Hoffen, ach, es war vergebens, Ihr kehret niemals wieder heim. Nun ruht Ihr ohne Totenschrein In hlrttgetränlten Betten, Es schmücken keine Kränze, keine Leichensteine, Die unbekannten Stätten._ So schlastJhrjeßtden letzten Schills, Wir denken Eurer mit Schmerzen. Das Blei, das Euch zu Tode traj, Zerreißt daheim die Herzen. Ruhet sanst in sremder Erde! Als Opser des Weltkrieges starb am 26. Dezember 1915 nach 15 Monat schweren Kämpsen im Feldlazarett an seiner am 13. No- vember 1915 erlittenen schweren Benvundung durch Granatsplilter unser lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager, Onlei und Neffe, der Musketier 905 Georg Lange im Land lv.-Jnj.-Reg. III., 9. Kump. Ritter des Eisernen Kreuzes, im blühenden Alter von 26 Jahren.! Dies zeigen an in tiesstem Schmerz| August und Martha Lange, als Eltern, Hedwig Krüger, als Schwester/ f Hanl Krüger, als Schwager, und Verwandte. Röntgental, 9. Januar 1916. Fern von der Heimat, da ist cur Grab, Dort senkte man einen deutschen Helden hinab. Er ruhet nun friedlich aus vom Schmerz, Ein braves Bruderherz. Er wird von den Seinen daheim bcioeint, Die Gott ans Erden nicht mehr vereint. So ruhe nun aus, du gutes Herz, Dort oben ist Frieden, hier unten nur Schmerz. Ruhe sanst in fremder Erde I Dantfagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnabnic und herrlichen Kranz- spenden bei der Beerdigung des Herrn Joseph Kocwarek lagen wir hiermit allen Lcrioandten, Freunden und Bekannten, den Herren Kollegen und dem Holzarbettervcr- band unsern herzlichsten Dank. jl21A Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin sagen wir hiennil allen Teilnehmern, insbesondere Herrn Waldeck Manasse für seine trostreichen Worte, dem Hauptoorstand und der Bezii lslcitung des Berbandcs der freien Gast- und Schantwirte, dem Gelaiigvercin Ober- schöncwcider Licdcrtnscl, dem Wahl- verein Bezirk Oberschöneweidc, der Arbeiterjugend, Sparvercin Komet und Stammgästen unseren herzlichsten Dank. 8gA Friedrieii Warueke nebst Söhnen. Der Schuhhof Inventur-Ausverkauf Linkstraße 11 lob. F. Schmalzt. Die regulären Sctuhwaren, besonders braune Damen-Halbschuhe, sind im Preise bedeutend herabgesetzt. 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Janaar. liehrstfttten im Xorden, Nordwesten, Nordosten, Uehtenberg and Nenktillu. „Deutschland und seiner Feinde Seegewalt''— „Hygiene der arbeitenden Frau"—„Strafrechf"— „Oer Ring des Nibelungen'-—„Geschütze und Geschosse" „Deutsche Sprechkunst-'—„Volkskunde und Volkslied"— „Hygiene des Auges"—„Selbsterziehung und Lebenskunst" „Goethes, Faust' I. und II." DOrgebtihr für eine VorlcKangsrcIhe SO Pfennige. Außerdem unentgeltliche EinzelvortrSve und unentgeltliche Führungen durch die Museen. Vorlesungsverzeichnisse und Hörerkarten hei: Theaterkassen von Hermann Tietz, zahlreichen Geschäftsstellen der Konsumgenossenschaft, den Mitgliedern des Hörer-Ausschusses der Arheitorvorlosungon; Zweigstelle C. Linienstr. 2-27, 4— 7; Hauptbureau W. 57, Kurfürstens tr. 166, I. 10— 12, 1— 5; Lützow 8794. Diese Vorlesungen sind nur Arbeitern zugänglich. BERLIN C 25 Vo A 1 6X30 Ö 6 TP! HtZ Tel. Königstadt 3727 Dlrcksenstr. 20, Welnmeisterstr. 2, Chausseestr.92, Cr. Frankfurter Str.t44 Neukölln: Bsrgstr. 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