Ur. SÄ. Abonnements-Bedingung««: Whonnfmentä■ ütctä rränume?and», Bicrtdiäbcl a30 M. monatl. 1JO SH. völbenlü» 25 Viz tici m» HauH. iinzeln» Summ« 5 Stg. Sonnlag». immmct mii iCuItncnet Eonmag». Beilage.Die Seue Seil- 10 V«g. Soft. Lbonnernem 1,10 Marl sto 3Ä o n a l Eingetragen m die Sott• Zettung». VreMüIe Um« ftreugband ffli Deuiickiland und Lei, erreich. Ungar» 2�i Mar! tür das übrtge ilu-land » Mari uro Monat SotiabonnetneM» nehmen an: Belgien, Tänernarl. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, «umänieu. Schweden und die Schwei» Sichelt» iZgNch. Verlinev Volksbl�kk. 38. Jahrgang. DI« Tnfertions-Gebüf)« Oehfigt für die sechsgefpaltene Kolonel. »eile oder deren Rannt W Pfg,, für holififche und aewerkichaftliche Vereins» und Verfammlungs-Anzeigen::0 Pfg. „Kleine Hnreigcn", das fettgedruckte Bort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort lo Pfg. Stellengesuche und Tchlaffiellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes wettere Wort 5 Pfg, Worte über IZ Puch- staben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer niüsicn bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Exveditioil ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adrefs e: „SczlaldeiBokrat BtrUo", Zcntralorgan der fozialdcmokratifcheti Partei Deutfcblands. Kedoftion: SM. H8, Änüenstraße Z. Zfernfprechsr: Ami Morisvla«. Nr. Iii!»v—!-;> S7. Sonntag, den 28. Ja, mar 1916. Expeüition: EW. HS, Linöenftraße Z. Aferuivrecher: Ami Morikplati. Nr. li»! SO— IM 97. Die€ntwaffnung der Montenegriner. Das Eisern«- Tor. Von G u st a v E ck st e i n. £fie Nachricht, daß bic serbischen Streitkräfte von der Donau abgedrängt wurden, hat einen Parteischriftsteller dazu begeistert, seiner reichen' Phantasie in der bürgerlichen und in der Partei- presse die Zügel schießen zu lassen und eine neue Epoche der Handelsbeziehungen zwischen Zentraleuropa und dem nahen Orient und damit der Weltgeschichte als Folge dieses frohen Ereignisses zu verkünden. »Die jetzige Erschließung des Donauweges," schreibt Dr. Paul Le n sch im'„Größeren Deutschland",»wird zunächst dem rnmäni- schen und bulgarischen Getreide sowie den rumänischen Mineral- ölen den'Wasserweg nach Zentraleuropa öffnen." Danach sollte man meinen, vor der„setzigen Erschließung" hätten nur hie serbischen Kanonen diese Transporte und über- haüpt den- regsten Verkehr' auf der.Donau verhindert. Nun ist natürlich vor'dem � August 1914 keinem Serben eingefallen, auf Schisse zu»schießen, die den Doncrnweg hinauf- oder hinabfuhren. Und dennoch war auch damals der Verkehr auf der ganzen Donau bis zur ungarisch-rumänischen Grenze sehr gering. So belief sich auf allen österreichischen Donaustatidnen von Passau bis Preß- bürg, einschließlich Wiens, der gssamte Güterverkehr in Zufuhr und Abfuhr im Durchschnitt auf nicht viel über 114 Millio- pen Tonnen jährlich, während sich der Verkehr auf der Spree für Berlin und Charlottenburg allein auf etwa 9 Millionen Tonnen stellte. Den Schiffsverkehr-Budapests etwa mit dem Mannheims zu vergleichen, wäre völlig lächerlich. 'Woher kommt diese verhältnismäßige Verkehrsarmut des größten Stromes. Mitteleuropas, des Flusses, nach dem die Habs- burgischei lMonatchie.' so i, oft!, geixannt wird? Die Ursachen sind mannigfaltige., Sie liegen zum Teil im.den rein geographischen) zum Teil! aber auch in den wirtschaMchen und verkehrspolitischen Berhältniffen tief begründet. Der wichtigste Umstand ist sicherlich, daß die Donau nicht wie z. B. Rhein oder Elbe in ein Weltmeer mündet, m ein« Hauptader des Weltverkehrs, sondern in eine wenig belebte Sackgasse. Damit hängt zusammen, daß die Mündungen des Rheins einen wohlgepflegten Garten einschließen und mächtig« Handelsstädte an ihren Ufern sehen, das Delta der Donau hingegen eine Urwald- Wildnis darstellt. Dazu kommt aber noch, daß die Donau auch technisch der Schiffahrt große Schwierigkeiten bereitet. In ihrem Oberlauf bis unterhalb Preßburg sind Gefälle und Strömung für eine rentable Schiffahrt zu stark. Dazu kommen fortwährende Versandungen und Verlagerungen des Fwßlaufs, so daß besonders in der Strecke oberhalb Raab das Auflaufen von Dampfern auf den Grund nichts Seltenes ist. Noch viel größer sind aber die Verkehrsschwierigkeiten an der unteren Donau, und sie stehen mit' den Verkehrs- und Handels- politischen Verhältnissen der beteiligten Länder in so innigem Zusammenhang, daß die Geschichte ihrer Bekämpfung ungemein interessant und lehrreich ist. Es kommen dabei vor allem zwei Hindernisgrnppen in Be- tvacht: die Stromengen und Stromschnellen zwischen Orsova und Turn-Severin. meist zusammengefaßt unter dem Namen„Das Eiserne Tor", und die versandeten Flußmündungen. Im„Eisernen Tor" wird die Donau, die kurz vorher eine Breit« von fast zwei Kilometern aufzuweisen hat, bis auf 199, an einer Stelle auf 69 Meter zusammengepreßt, und das Gefälle, das vorher nur 4 Zentimeter auf den Kilometer beträgt, steigert sich bis zu 18 Meter. Klippen und Untiefen erschweren noch die Durchfahrt. Im Delta, an der Einmündung in das Schwarze Meer, war die Donau lange Zeit für größere Schiffe überhaupt unfahrbar. Sie führt ganz ungeheure Massen von Sand und Schlamm mit sich, die sie an ihrer Mündung ablagert. Mit der Beseitigung dieser Hindernisse beschäftigten sich zwei europäische Friedenskongresse. Im Pariser Frieden von l8S6, der den Krimkrieg beendete, wurde auf Betreiben, besonders Englands, die Regulierung der Sulinamündung der Donau beschlossen und Mit diesem Werk ein«„Europäische Donaukommisfion", bestehend aus den Vertretern der Großmächte, betraut. Im Berliner Frieden von 1878, der d»e Verhältnisse nach dem russisch-türkischen i irieg regelte, wurde die Beseitigung der Hindernisse im Eisernen ! ior beschlossen und Oesterreich-Ungarn mit der Durchführung dieses Planes beauftragt. Oesterreich überließ aber dieses Mandat lyieder der anderen Reichshälfte. ' Nun war es aber den Ungarn mit der Oeffnung des Eisernen Tvrs keineswegs eilig. Damals war Ungarn in noch höherem Maße als jetzt Agrarland. Sein Hauptabsatzgebiet für landwirt- schastliche Produkte war Oesterreich, mit dem es durch gemeinsam« tßthe Zollschutzmaucrn gegen das Ausland abgesperrt war. Es lag agher nicht im Interesse der führenden Kreise Ungarns, die Ein- fuhr landwirtschaftlicher Produkte aus den Balkanländern zu er- leichtern. Vielmehr war die Politik Ungarns und infolgedessen der ganzen Donaumonarchie stets vor allem darauf gerichtet, die Ägrarprodukte der Balkan lästder, besonders Vieh und Fleisch, vom österreichischen Markt fernzuhalten. Zu diesem Zweck hat die Monarchie im letzten Vierteljahrhundert zwei große Zollkriege ge- führt: einen mit Rumänien, der von 1886 bis 1834 dauerte, und Mang lies Großen fMuarnerc. Amtlich. Großes Hauptquartier, deu 22. Januar 131«.«W. T. B.» Westlicher Kriegsschauplatz. Sudöstlich von Atzeru zerstörten wir durch eiue Mine die feiudlicheu Gräben in einer Breite von 7« Meter. Uusere Stellungen zwischen der Mosel und den Vogesen sowie eine Anzahl von Ortschaften hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos beschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Smorgou und vor Dünaburg Artilleriekämpfe. Nichts Neues. Balkan-Kriegsschauplatz. Ober st e Heeresleitung. * * M slkmMW semmosoerim. Wien, 22. Januar.(W. T. B.) Amtlich wird vcr- lautbart: Wien 22. Jannar 1916. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Waffen st reckung des montenegrinischen Heeres, dir die Vorbedingung für weitere Friedeusverhand- lungen bildet, ist im Gange. Die österreich-nngarischen Truppen traten zu diesem Zweck, jede Feindseligkeit unterlassend-, den Bor- marsch in das innere deS Landes an. Die montene- ' grinischen' Soldaten haben, wo sie init unseren Abteilungen zu- sammcntreffcn, die Waffen abzugeben und können, wen» dies ohne Widerstand geschieht, in ihren HeimatSorte» unter an« gemessener Aufsicht ihrer Beschäftigung vachgehen. Wer Widerstand leistet, wird gewaltsam entwaffnet und kriegög efangen abgeführt. Eine solche, durch militärische Gründe, sowie durch die Eigen- art des Landes und seiner Bevölkerung bedingte Lösung wird am raschesten dem seit langen Jahre» von Krieg heimgesuchten Monte- uegro den Frieden wiederzugeben vermögen. Das montenegrinische Oberkommando wurde in diesem Sinne unterrichtet. Russischer Kriegsschauplatz. Gestern fanden an der ganzen Nordostfront Geschützkämpfe statt. Bei Berestiany in Wolhynicn wiesen unsere Truppen russische Strriftommandos ab. Heute in der Frühe begann der Feind wieder mit seinen An- griffe» gegen Teile der bessarabische» Front. Wir schlugen ihn zurück. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit der italienischen Artillerie war gestern au mehreren Abschnitten der lüftentändische» und der Dolomiten-Front lebhafter, als in den letzten Tagen. Auch Riva wurde wieder aus schweren Geschützen beschossen. Der Stellvertreter deS Chefs deS GeneralstabeS: von Hoefer, Feldmarfchalleotaant. einen noch erbitterteren mit Serbien, der 1996 begann und eigent- jlch bis zum Ausbruch des Weltkrieges mit kurzen und mehr schein- baren Unterbrechungen fortdauerte. Während des elfteren Kamp- fes ging die rumänische Aussuhr nach Oesterreich-Ungarn von 67 Millionen Mark bis auf 7,2 Millionen Mark zurück, der Export der Monarchie nach Rumänien aber von 75 auf 42 Millionen Mark. Roch ärger waren die beiderseitigen Schädigungen in dem Zollkrieg mit Serbien, der dieses Land schwer bedrückte, aber auch den öfter- reichischen Jndustrieexport noch Serbien fast vernichtete. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die ungarischen Regierungen besonders angsichts der wenig befriedigenden Finanz- löge des Landes, wenig Lust zeigten, große Kapitalien in ein Unternehmen zu stecken, das ihre Politik nur durchkreuzen konnte. So schleppten sich die Dinge trotz allen Drängens der österreichi- schen Industrie bis zum Jahre 1899, wo endlich die Arbeiten am Eisernen Tor in Angriff genommen wurden. Unterdessen aber hatte die Europäische Donaukommission schon längst ihre Aufgabe gelöst und mit einem Aufwand von gegen 69 Millionen Mark die Sulinamündung und den Unterlauf der Donau bis zur ungarischen Grenze hinauf selbst für größere Hoch- seedampfer schiffbar gemacht. Die Folge davon war, daß nun eng- lische, deutsche und französische Schisse vom Schwarzen Meer aus in die untere Donau sindringen und Jndustrieprodukte dieser Länder auf denn billigen Wasserweg ohne Umladung bis tief nach Rumänien urb Bulgarien bringen und von dort Ägrarprodukte holen konnten, während die österreichische Industrie auf die teure Eisenbahnfracht angewiesen blieb. Was das für die Konkurrenz- sähigkeit besagen will, dafür nur ein Beispiel: Von Kattowitz in Oberschlesien wurde vor dem Krisge Kohle auf der 915 Kilometer toyal Bahnstrecke noch Jassy ia Rumänien um 20 � M. pro Gewichtstonne befördert. Von Cardiff in England nach der rumänischen Stadt Galatz an der Donau aber/d. h. Seeweg und Snlina hinauf zusammen etwa 7999 Kilometer, zahlte die Tonne Kohlen nur 19 M.— Diese Jahre der freien Fahrt auf der untc- ren Donau,' der fortdauernd gehemmten Schiffahrt durch das Eiserne Tor, und der Zollkriege mit den'Balkanländern waren es, die die österreichische Exportindustrie aufs' schwerste schädigten. Die englische und deutsche Industrie hatten den Hauptvorteil. Endlich wurden im Jahre 1896 die neuen Werke am Eisernen Tor unter großen Feierlichksiten eröffnet. Begeisterung über das gewaltige Kulturwerk, das etwa 37 Millionen Mark gekostet, er- füllte■ die europäische Tagespreise, � und damals entstanden jene Phantasien über den ungeheuren /Aufschwung des Verkehrs zwischen Biitteleuropa und dem nahen Orient, über die Wieder- belebung der Donauschiffahrt,'deren Nachhall wir jetzt aus den Spalten des..Hamburger Echo" und des„Größeren Deutschland" vernehmen. Und man muß zugeben, daß zu jener Zeit immerhin eher Veranlassung zu solchen Pbantasicn war als henk. Sie dauerten aber auch damals nicht lange. Denn schon sogleich nach der Eröffnung des Kanals bezeichnete, eine Reihe gewichtiger Fach- männer verschiedener Nationalitäl, darunter z. B. Prof. Arnold von. der Technischen Hochschule in Hannover, das Unternehmen als vom technischen Standpunkt völlig verfehlt. Die Strömung in dem neuen Kanal, der nur eine Tiefe von 2 Metern besitzt, ist sv reißend,, daß nur einzelne. Kähne mit verhältnismäßig geringer Ladung hinaufgeschleppt werden können. Bei der Probefahrt hatte ein Dampfer von 899 Pferdestärken einen Prahm mit 269 Tonnen Ladung nur mit äußerster Anstrengung die 1899 Meter lange Strecke in 75 Minuten geschleppt. Zu dieser technischen Unzulänglichkeit kam aber, daß die ungarische Regierung für die Benutzung deS Kanals und für daS Schleppen Usw. sehr hohe Gebühren einheht. /Vergebeirs protestierte besonders Rumänien'aus juristischen und wirtschaftlichen Gründen. gegen diese Taxen. Allerdings. werden auch für die Passierung der Sulinamündung Gebühren erhoben; diese stehen aber in gar keinem Verhältnis zu denen am Eisernen Tor. Während dort für die Gewichtstonne 89 bis 67 Centimes eingehoben werden, beträgt die Taxe am. Eisernen Tor für dasselbe Gewicht 2,29 Fr. Und die Folgen? Der Verkehr durchs Eiserne Tor hat sich seit der glorreichen Regulierung kaum gehoben. Die eingehenden Gebühren decken. bei weitem nicht die Betriebskosten und die Verzinsung des Anlagekapitals, der ungarische Staat muß Jahr für. Jahr Zu- schüsse leisten, die jetzt schon viele Millionen ausmachen; aber die rumänischen und bulgarischen Ägrarprodukte können jetzt so wenig die Donau herauf wie früher, und die österreichischen Industrie- Produkte gehen auch nur ia verschwindendem Maße auf der Donau nach den Balkanländern oder gar in die asiatische Türkei. Bezeichnend für die VerlehrSverhältntste ist es, daß Stabeisen aus dem großen österreichischen Eisenwerk in Witkowitz(Nordmähren) bis zum Jahre 1993 nach Rumänien über Oderberg und Hamburg und von da zur See nach Galatz verfrachtet wurde. Damals gelang es der österreichischen Regierung, beim Oesterreichischen Lloyd einen billigen Tarif für den Levante-Handel zu erwirken, und seither ging das mährische Eisen über Trieft nach Galatz. Der Donauweg kam auch jetzt nicht in Betracht. Für Deutschland kommt die Donau als Verkehrsstraße natürlich noch viel weniger in Frage. Die Beförderung einer Tonne Weizen von Galatz nach Mainz kostete z. B. vor einigen Jahren unter Be- Nutzung des Donauwege 57 M., auf dem Seewege aber 19—13 M Diese Zahlen zeigen übrigens, daß die hohen Taxen am Eisernen Tor durchaus nicht der einzige Grund dafür sind, daß die Donau als Wasserstraße nach dem Orient nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen kann. Das Wort, daS Friedrich List in den vierziger Fahren sprach, gilt eben auch heute noch:.Die Nordsee ist längst mit dem Schwarzen Meer durch einen natürlichen Kanal verbunden Er fließt an Gibraltar und Konstantinopel vorbei. Mit ihm kann eine Binnenwasserstraße niemals konkurrieren." Dr. Lensch ruft freilich pathetisch:„Mit dem Kolben ist das Eiserne Thor ausgesprengt." Schade, daß er dieses Verfahren nicht schon vor 29 Jahren entdeckt und den ungarischen Ingenieuren der« raten hat. Die Weltgeschichte hätte dann vielleicht einen anderen Verlauf genommen. Die Tore, die die Natur dem menschlichen Verkehr verrammelt hat, lassen sich heute vielfach durch die moderne Technik sprengen; die eisernen Tore aber, die kapitalistische Sonderinteressen und Eigensucht ihm verschließen, bedürfen zu ihrer Oeffnung anderer Kräfte. �reUassung öer in Saloniki verhafteten Konsuln. New Uork, 21. Januar.(W. T. B.)(Reutenneldung.) Der Washingtoner Korrespondent der„Assodated Preß" meldet, daß dank der Dazwischenkunft der amerikanischen Regierung der deutsche, österreichisch-ungarische, rürkische und bulgarische Konsul, die in Saloniki gefangen genommen wurden und sich an Bord eines französischen Kriegsschiffes befanden, freigelassen werben sollen. Zusammentritt öer griechischen Kammer. Alhc», 22. Januar.(28. T. B.) Meldung der Agenee Havas. Die Kammer wird ihre Arbeiten am Montag aufnehmen. Eine Thronrede wird nicht verlesen wenden, die Legierung wirS sich aber vorbehalten, zu einem späteren Zeitpunkt Erklärungen über die politische Lage abzugeben. Man nimmt an, daß Rouphos, der frühere Gouverneur von Kreta, zum Präsidenten der Kammer gewählt werden wird. König Konstantin über öie Haltanpoiitik öer Verbündeten. London, 21. Januar.(W. T. B.) Die Blätter veröffeitflichen eine Unterredung d eS Athener Korrespondenten der„Associated Preß" mit König Konstantin. Ter Koni g, der sehr erregt war, sagte:„Es ist die reinste Heuchelei, wenn England und Frankreich von der Verletzung der Neutralität Belgiens und Luxemburgs reden, nach dein, was sie mir getan haben und noch tun. Ich habe alles ver- sucht, um in der englischen und französischen Presse„kair play" zu erhalten. Sobald die englische Presse mit einer erstaunlichen Verdrehung der Tatsachen und unter Entstellung der Motive Griechenlands eingegriffen hatte, gab ich einem ihrer Korrespon- dcnten eine vollständige Erklärung über die Lage Griechenlands. Ebenso habe ich der französischen Presse eine solche offene Er- klärung gegeben. Das einzige Forum der öffentlichen Meinung, das niir offen steht, sind die Vereinigten Staaten. Ich werde immer wieder an Amerika appellieren, um das unparteiische Gehör zu finden, das mir die Verbündeten versagen. Tie Truppen der Verbündeten haben Lemnos, Jmbros, Mhtilene, Castellorizo, Korfu, Saloniki mit der Halbinsel E h a l c i d i c e und einen großen Teil Mazedoniens besetzt. Was bedeutet ihr Versprechen, nach dem Kriege Schaden- crsatz zu zahlen. Sie können die Leiden meines Volkes, das aus seinem Heim vertrieben ist, nicht vergüten. Sie machen die mili- tärische Notwendigkeit geltend. Unter dem Zwange der milrtäri- scheu Notwendigkeit ist Deutschland in Belgien eingedrungen und hat Luxemburg besetzt. Es ist zwecklos, zu sagen, daß die Mächte, die jetzt die Neutralität Griechenlands verletzen, sie nicht garantiert hätten, wie es bei Belgien der Fall war. Denn die Neutralität von Korfu ist von England, Frankreich, Rußland, Oesterreich-llngarn und Preußen garantiert. Und worin lag die militärische Not- wendigkeit, die Brücke von Demirhissar zu zerstören, die 1% Mill. Drachmen gekostet hatte und die den einzigen Weg bildete, auf dem unsere Truppen in Ostmazedonien mit Lebensmitteln versorgt werden? Die Brücke war unterminiert und konnte beim Heran- nahen des Feindes in einem Augenblick in die Luft gesprengt wer- den. Eingestandenermaßen war kein Feind m der Nähe der Brücke und kein Anzeichen für sein Herannahen vorhanden. Was ist ferner die Notwendigkeit für die Besetzung von Korfu? Wenn Griechenland mit Serbien verbündet ist, so ist es Italien auch, und die Serben hätten leicher nach Albanien und Italien gebracht werden können als nach Korfu. Wollen die Italiener die Serben nicht haben, weil sie die Cholera fürchten, und glauben die Alliierten, daß den Griechen die Choleragefahr weniger unangenehm ist als den Italienern? Tie Alliierten sagen, daß sie Castellorizo, Korfu und andere Punkte besetzt haben, um Stützpunkte für die Unterseeboote ausfindig zu machen. Die bri- tische Gesandtschaft in Athen hat 2000 Pfund, was ein großes Vermögen für einen griechischen Fischer ist, für Informationen an- geboten, die zur Entdeckung eines Unterscebootsstützpunktcs führen würden, aber sie hat niemals eine Nachricht über einen Untersee- bootsstützpunkt in Griechenland erhalten, und niemals sind Unter- sceboote von Griechenland aus mit Vorräten versorgt worden. Die Geschichte der Balkanpolitik der Verbündeten ist ein großer Fehler nach dem anderen, und aus Aerger, weil alle ihre Berechnungen fehlgeschlagen sind, suchen sie Griechenland das Ergebnis ihrer eigenen Dummheit aufzubürden. Wir haben sie gewarnt, daß die Expedition in Gallipoli fruchtlos sein würde, und daß die Oester- reickcr und Deutschen Serbien sicherlich zerschmettern würden. Sie wollten es nicht glauben, und jetzt wenden sie sich gegen Griechen- land Ivie erzürnte, unvernünftige Kinder. Sic haben absichtlich jeden Borteil griechischer Sympathie wegge- warfen. Am Beginn des Krieges waren 80 Proz. der Griechen der Entente günstig gesinnt, heute würden nicht 20 Proz. eine Hand rühren, um den Verbündeten zu helfen." Der französtsche Tagesbericht. Paris, 22. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Freitag nachmittag. Aus dem Laufe der Nacht ist nichts zu melden, ausgenommen aus dem ArtoiS, wo wir mit Erfolg unter den deutschen Schützengräben in der Gegend des Hügels 119 südlich von ThcluS eine Mine springen ließen. Paris, 22. Januar. fW. T. B.) Amtlicher Bericht von Freitag abend. In Belgien bewirkte das Feuer unserer Artillerie gegen die deutschen Schützengräben in den Dünen mehrere Brände. Zwischen Soissons und RcimS wurde in der Gegend von Vregny(nordöstlich SoissonS) eine feuernde feindliche Batterie von uns unter Feuer genommen und zum Schweigen gebracht. In den V o g e s e n beschädigten wir im Laufe einer Beschießung in der Gegend des RehfelsenS Schützengräben und zerstörten eme feindliche Beobachtungsstelle. Aus dem übrigen Teile der Front war der Tag durch eine ziemlich lebhafte Tätigkeit der beiderseitigen Artillerie gekennzeichnet. Belgischer Bericht. Ziemlich heftiger Artilleriezweikampf in der Gegend von Tixmuiden. Unsere Batterien überraschten eine von Beerst nach der Dser im Marsch befindliche Kolonne. Der Feind wurde zerstreut. Die englische Meldung. London, 21. Januar.(W. T. Bö Bericht aus dem britischen Hauptquartier. Der Feind ließ westlich von Fricourt drei Mmen springen, eS wurde kein Schaden angerichtet. Wir brachten östlich von Festubert eine Mine zur Explosion. Unsere Artillerie sprengte vier Arbeiterabteilungen auseinander. Wir bombardierten mit Erfolg die Artilleriestellungen und Laufgräben östlich von Fleurbaix. Sonst gegenseitige Artillerietätigkeit._ Der russische Heeresbericht. Petersburg, 22. Januar.(W. T. B.) Amtlicher russischer B e r i cht v o m 21. I a n u a r. Westfront: Aus der Gegend von Dwinsk wird erfolgreiche Tätigkeit unserer Artillerie gemeldet. Bei dem Bahnhof Wilejka(3S Kilometer östlich Smorgon) erbeuteten wir ein deutsches Flugzeug. Nördlich von Tzartorysk versuchte der Feind sich in Besitz der von uns besetzten Höhen zu setzen, wurde aber zurückgeworfen. In der Gegend nordwestlich Zbaraz(18 Kilo- meter nordwestlich Tarnopol) explodierte ein Luftballon deS Feindes und verbrannte in der Luft. Seine Gondel fiel später in unsere Linien. Kaukasus: In der Küstengegend versuchten die Türken unsere Truppe» in breiter Front zurückzuwerfen, sie wurden jedoch mit großen Verlusten abgewiesen. Unsere Abteilungen nahmen nach Kampf die Stadt Hasankala und trieben den fliehenden Feind bis zu den Befestigungen von Erzerum zurück; wir machten hierbei löOO Gefangene und erbeuteten eine Kanone, viel Munition und ein Zeltlager. Die Türken ziehen sich überstürzt aus allen Richtungen, unter dem Schutz der Festung Erzerum. zurück und lassen ein großes Munitionslager und große Vorräte an Heiz- Material in unserer Hand. Südlich des Urmiasee» warfen wir erneut eine Abteilung Kurden über den Djaghatu-Fluß zurück. Melöung öer italienifthen Heeresleitung. Rom, 21. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Krieg«» b e r i ch t. In dem gebirgigen Teil des Kriegsschauplatzes Artillerie- tätigkeit. In der Gegend der Tofana(Hochboite) zwang eine un- serer Abteilungen feindliche Truppen zum Rückzug, nachdem sie ihnen schwere Verluste zugefügt hatte. Am mittleren und unteren Jsonzo verhinderte gestern Nebel die Artillerietätigkeit, dagegen war der gegenseitige Kampf mit Bomben, der besonders den Zweck verfolgte, die Verstärkungsarbeiten in den feindlichen Linien zu zer- stören, heftig._ Ca bor na. Meldung öes türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 22. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Heeresbericht. Gestern hat eins unserer Wasserflug- zeuge T e n e d o s überflogen und mit Erfolg Bomben auf den Flugzeugschuppen und die Lager des Feind-s gemorfen. — Gestern morgen hat ein feindliches Kriegsschiff eine Weile die Umgebung von Seddul Bahr beschossen. Von den anderen Fronten nichts Neues._ Dementierung eines englischen /lömiral- ftabsberichts. Berlin, 22. Januar.(W. T. B.) Einer Reuter-Nachricht zu- folge meldet der Befehlshaber des englischen Geschwaders an der belgischen Küste, Admiral Bacon, in einem Bericht: Nur wichtige militärische und maritime Objekte der flandrischen Küste sind beschossen worden, um die Zivilbevölkerung vor Menschen- Verlusten und Schaden zu bewahren. Sechsmal sind große kombi- nierte Operationen ausgeführt worden, wobei u. a. ein Torpedo- boot, 2 Tauchboote, eine große Baggermaschine versenkt, 8 militä- rische Fabriken vernichtet, die Hafenwerke von Zeebrügge erheblich beschädigt, Wersten und Molen beschädigt und 13 schwere Geschütze vernichtet wurden. Blutige Verluste des Feindes seien überdies groß. Die englischen Verluste betragen 3 Patrouillenboote. Gesamtverluste der Engländer 34 Tote und 24 Verletzte. Hierzu wird dem W. T. B. von zuständiger Seite mitgeteilt: 1. Die Absicht, nur militärische und maritime Objekte der flandrischen Küste zu beschießen, mag vorgelegen haben, der tat- sächliche militärische Erfolg blieb aus. denn eS wurden fast nur Ver- luste der Zivilbevölkerung herbeigeführt. 2. Sechs große kombinierte Operationen stnd den deutschen Streitkräften nicht zum Bewußtsein gekommen. Seit dem 23. No- vember 1914 sind sechs schwächliche Versuche gemacht worden, die nicht einmal den Charakter einer scharfen Rekognoszierung er» reichten. 3. Ein Torpedoboot ist im Nachtgefecht mit zwei Zerstörern gesunken, wobei der eine feindliche Zerstörer vom Kampfplatz weg» geschleppt werden mußte, während unsere Leute sich mit eigenen Mitteln retteten. 4. Es ist kein Tauchboot durch die englischen Küstenangriffe verloren gegangen. K. Es ist keine große Baggermaschine versenkt oder beschädigt worden. 6. Es ist keine militärische Fabrik vernichtet worden. 7. Die Hafenwcrke von Zeebrügge find völlig unbeschädigt geblieben. 8. Die Wersten find gänzlich unbeschädigt geblieben. 9. Die Treffer gegen die Granitmole in Zeebrügge waren ohne jede Wirkung und werden es auch in Zukunft sein. 19. Es ist kein einziges Küstengeschütz vernichtet oder beschädigt worden. 11. Die Verluste während des ganzen Jahres waren: 1 Mann tot, 4. schwer verletzt, 2, leicht verletzt. Die hin und wieder gegen die Landstellunge» von La Panne aus angestellten Schießversuche der englischen Monitore find hier als Schießübungen angesehen worden, die nur in seltenen Fällen eine Abstrafung durch unser Geschützfeuer verdienten. Es gereicht zur Befriedigung, daß die englischen Verluste be- deutender sind, als wir selbst sie angenommen haben. Zusammengefaßt: Admiral Bacon hat seine ergebnislose Tätig- keit wohl zu wirllichen GesechtSereignissen aufbauschen müssen, wahr» scheinlich um den mit England Verbündeten und dem englischen Volke die Untätigkeit der englischen Flotte zu verbergen; denn man kann nicht annehmen, daß der Kommandierende englische Admiral vor der belgischen Küste, Bacon, militärisch so urteilSloS ist, daß er feine Erfolge nicht einzuschätzen verstände. Englands neue Dlockade. London, 21. Januar.(W. T. 23.)„Times* schreibt: Die Debatte im Unterhause über die Blockade verspreche ein Ereignis von größter Bedeutung zu werden. Man erwarte, daß die Regierung den Antrag, der hierübP; eingebracht werden wird, annehmen werde. Seine An- nähme durch das Unterhaus würde der Regierung bei ihrer neuen Politik eine kräftige Stütze gewähren. Diese neue Politik könne als eine regelrechte Blockade- und Konterbandepolitik der vier verbündeten Großmächte de- zeichnet werden. Das Parlament werde die kräftigste Politik, welche die Minister einschlagen können, um Deutschland die Daumenschrauben anzulegen, unterstützen. Grey werde im Laufe der Debatte eine wichtige Rede halten. Die Kämpfe in Kamerun. London, 21. Januar. Reutermeldung.(W. T. B.) Amtlich. Nach der Besetzung von Jaunde in Kamerun am 1. Januar wurden nach verschiedenen Richtungen Kolonnen ausgeschickt, um den Feind nach der Küste zu drängen und ihm den Rückzug nach spanischem Gebiet abzuschneiden. Eine dieser Kolonnen befreite 17 Engländer und sieben bürgerliche französische Gefangene sowie drei fran- zösische Offiziere und Unteroffiziere. Bis zum 18. Januar liefen Berichte ein, daß die Deutschen E b e l o w a und Akonolinga geräumt hätten. Der deutsche Gou- verneur Ebermeyer und der deutsche Komman- baut Oberst Zimmermann erreichten das spanische Gebiet. Weiter südlich an der spanischen Grenze wird gekämpft. Dort trachten zwei kleine französische Kolonnen von der Küste und dem französischen Kongo den Feind zu verhindern, nach spanischem Gebiet auszuweichen. Anmerkung der Redaktion deS 23. T. B.: Falls tatsächlich der Gouverneur und der Kommandeur der Scbutztruppen spanisches Gebiet erreicht haben, so ist voraussichtlich in allernächster Zeit eine amtliche deutsche oder spanische Meldung über den Gang der Ereignisse seit dem Fall von Jaunde zu er- warten. Bis dahin erscheint der ziemlich unklaren Reutermeldung gegenüber Mißlrauen geboten. Nach dem Inhalt der englischen Meldung ist jedenfalls anzunehmen, daß der Versuch, die deutschen Streitkräfte in der Richtung auf die Küste abzudrängen und ihren Uebertritt auf spanisches Gebiet zu hindern, bisher nicht gelungen ist. Paris, 22. Januar.(W. T. B.)„Journal" meldet aus London: Ein Telegramm aus Lagos berichtet, daß es den Deutschen seit einigen Wochen gelungen sei, vereinzelt in Spanisch-Guinea einzudringen, und daß sie dort Lager aufgeschlagen hätten, welche jetzt der bei Ngaundere (soll wohl Jaunde heißen) geschlagenen Truppe als /Zuflucht dienten; ferner irrten feindliche Abteilungen ohne Munition im Süden von Kamerun umher, deren Ucbergabe bevorstehe. Aus diesen Nachrichten ergebe sich, daß die Eroberung dieser deutschen Kolonie vollendet sei. * Paris, 22. Januar.(W. T. B.)„Journal* meldet aus London: Zwischen Madrid, London und Paris hat ein Meinungsaustausch über die Eni- waffnung und Jnternierung deutscher Sol- baten» stattgefunden, welche sich nach Spanisch- Guinea geflüchtet haben; der Regierung in Madrid ist mitgeteilt worden, daß die französisch-englischen Truppen den Feind auf spanisches Gebiet verfolgen würden, falls die spanischen Behörden nicht über genügende Hilfsmittel ver- fügten, um der spanischen Neutralität Beachtung zu verschaffen. Besprechungen hierüber sollen zwischen dem französischen Generalgouveneur von Aequatorial-Afrika und einem Vertreter von Spanisch-Guinea eingeleitet sein. Deutsch-französische Vereinbarung wegen des /lustauschs nicht wehrfähiger Zivilgefangener. verNn, 22. Januar. Die„Norddeutsche Allge- meine Zeitung" schreibt: Nach langen Verhand- lungen ist soeben zwischen der deutschen und der französischen Regierung eine Vereinbarung wegen Freilassung der beiderseitigen nicht wehrfähigen Zivilgefangenen zustande gekommen, welche die hierüber bisher getroffenen Ver- abredungen erheblich erweitert hat. Auf Grund der neuen Vereinbarung sollen nämlich unverzüglich folgende drei Klaffen von Zivilgefangenen in Freiheit gesetzt und in die Heimat entlassen werden: 1. Frauen und Mädchen; 2. männliche Personen unter 17 und über 53 Jahren; 3. Männer zwischen 17 und 55 Jahren, die wegen ihres körperlichen Zustandes zur Erfüllung militärischer Pflichten völlig untauglich sind. Ausgenommen von der Freilassung sind nur Personen, die sich wegen gemeiner Verbrechen oder Vergehen, mit Einschluß derer gegen die Sicherheit des Staates, in Untersuchungs- oder Strafhaft befinden, ferner die Geiseln im eigentlichen Sinne, d. h. solche Personen, die nach Völkerrecht zur Sicherstellung des Wohlverhaltens der Bevölkerung oder der Erfüllung ge- wisser ihr auferlegter Verbindlichkeiten festgehalten werden können. Die Vereinbarung findet Anwendung sowohl auf die im eigenen Staatsgebiet mit Einschluß der Kolonien und Protektorate festgenommenen feindlichen Zivilpersonen, als auch auf solche Zivilgefangene, die auS den von den beider- seitigen Streitkräften besetzten feindlichen Gebieten oder von eigenen, neutralen oder feindlichen Schiffen fortgeführt worden sind. Wie sich aus diesen Abreden ergibt, ist es leider nicht gelungen, das Abkommen den deutschen Vorschlägen gemäß auch auf die beiderseitigen wehrfähigen Zivilgefangenen zu erstrecken. Immerhin ist die Vereinbarung als ein wesent- licher Fortschritt im Sinne der Menschlichkeit zu begrüßen. da hiernach auf beiden Seiten viele Tausende von Zivil- gefangenen, die an der Kriegführung völlig unbeteiligt sind, die Freiheit zurückerlangen; insbesondere können auch die aus dem Elsaß und aus den deutschen Schutzgebieten fort- geführten Personen, soweit es sich nicht um Wehrfähige handelt, nach langer Leidenszeit in die Heimat zurückkehren. Die Vorbereitungen für die Durchführung der Verein- barung werden nach Möglichkeit beschleunigt werden, so daß mit einem baldigen Eintreffen der beteiligten Deutschen gc- rechnet werden kann. Dittere Worte der Erkenntnis. Mailand, 21. Januar.(T. U.) Unter der Ueberschrist „Die Ehre" bringt der sozialistische„ A v a n t i" einen langen Artikel, strotzend von beißendem Sarkasmus, dem wir folgende Stichproben entnehmen: Im Leben ist alles relativ, besonders in Kriegszeiten, vielleicht weil der Krieg das richtige Leben ist, wie uns täglich die Kriegsliteraten und Kriegsjournalisten er- zählen, die ihre Heldentaten an der Front von Rom und Mailand vollbringen. Die Idee und der Begriff der Verteidi- gung, der nationalen Gefahr, der Barbarei, des Rechts der Neutralen, des Rechts der Nationalität, des internationalen Rechts, das sind alles ganz präzise Imperative, heilige, un- veränderliche Worte, wenn sie uns gegen den Feind dienen. Sie werden aber sofort kontinentaler Plunder, Trödelkram, künstliche Erfindungen, Gebilde aus Gummielastikum, wenn der Feind sie anwendet, anruft gegen unsere Interessen, gegen unsere militärischen Not- wendigkeiten, gegen unser Schicksal. Wenn der Feind ein neutrales Land auf seine Seite zu ziehen sucht, so nennt man seine Anstrengungen Intrigen, Korruption. Bestechung; wenn wir aber dasselbe tun, dann nennt man unsere Be- mühung Propaganda. Die einzige Neutralität, die wir uns gegenüber dulden und anerkennen, ist die uns begünstigende. Gegen den Feind erlaubten wir uns eine absolute, heroisch abschließende Neutralität. Die Erfolge unserer Feinde sind höchstens scheinbare; seine militärischen Kommuniques Phantasiemeldungen. Das Volk in Feindesland wird von seiner Regierung frech betrogen. Hunger und Revolution sind dort zu Hause. Wenn der Feind erklärt, er könne den Krieg fortsetzen und sei seines Endsieges sicher, so sind daS stereotype Formeln, groteske, eitle Deklamationen, die der Wirklich- keit nicht entsprechen, denn er ist doch schon von uns besiegt! Wenn der Feind aber erklärt, er sei bereit, Frieden zu schließen, dann ist es klar, daß er ihm passen würde, weil er eben bis jetzt siegreich war. Zu den Kriegs- Waffen zählt heute als allgemeinste und verbreitetste Waffe die Zeitungslektüre. Der lateinische Genius, der slawische Genius, der germanische GeniuS vermischen sich in dieser Literatur mährend des Krieges derart, daß der Genius am Ende das Gegenteil des gewöhnlichen Verstandes wird. Die italienische Presse hat hiervon schlagende Beweise gerade jetzt aus Anlaß des Falls des Lovcen und der darauf folgenden Kapitulation Montenegros gegeben. Heute schreiben die Zeitungen das gerade Gegenteil von dem, was sie vor zwei Tagen berichteten. Achnliche Salto mortale haben sich die italienischen Blätter in der Sache der Dardanellen geleistet. pariser Irauen für üen Irieöen. Am 2. Januar versammelten sich ungefähr 1500 Frauen, Ehefrauen eingezogener Mitglieder des SeemannsverbandeS, in der großen Halle des Pariser Gewerkschaflshauses, um ihre monatlichen Unterstützungsbeiträge von feiten der Gewerkschaften entgegen- zunehmen. Sebastian Faure hielt eine eindrucksvolle An- spräche zugunsten des Friedens, die begeisterten Beifall fand, und es wurde einstimmig ein den Frieden fordernder Beschluß gefaßt. Sebastian Faure ist daraufhin vom Minister des Innern vorgeladen und von ihm gewarnt worden, die Friedensagitation weiterhin fort- zusetzen. Das Unterhaus über üie Dehanölung ües Eigentums feinülicher Ausländer. London, 21. Januar.(38. T. B.) Unterhaus. Das Unter- Haus nahm einstimmig den Gesetzentwurf an, durch welchen das Handelsamt ermächtigt wird, gegen feindliche Unternehmungen oder solche Unternehmungen, an denen feindliche Untertanen interessiert sind, kräftig vorzugehen. Wenn das Handelsamt sich davon überzeugt hat, daß ein Betrieb infolge seines feindlichen Charakters oder seiner Beziehungen zum Feinde ganz oder hauptsächlich Untertanen seind- licher Länder zugute kommt, hat eS das Recht, diesen Betrieb zu verbieten oder zu liquidieren. DaS Handelsamt hat das Recht, für alles feste und bewegliche Eigentum des Feindes einen Verwalter aufzustellen. Wenn feindliche Untertanen Anteile an einer Gesellschaft besitzen, kann es diese an die Gesellschaft ver- kaufen. Der Sollicitor General erklärte, eS bestehe Grund zu der Annahme, daß britisches Eigentum in Deutschland nicht zu Recht behandelt oder entsprechend sichergestellt werde. Man wolle in England das feindliche Eigentum nicht kon- fiszieren, wünsche aber, daß der Staat auf solche Güter seine Hand legt und sie aufbewahrt, bis man sieht, was mit dem britischen Eigentum in Deutschland geschieht. Auf diese Weise könne man vielleicht eine bessere Behandlung des Eigentums britischer Untertanen in Deutschland erzielen. Neuer türkischer Kriegskreüit. Konftanrinopel, 2l. Januar.(W. T. B.) Die Kammer hat ein Gesetz angenommen, durw das im Nachtrag zu dem für das Kriegs- Ministerium bewilligten Budget des laufenden Gebarungsjahres ein außerordentlicher Kredit von 10 Millionen Pfund genehmigt wird. Im motivierenden Bericht wird erklärt, die im letzten Jabre für die Aufgaben des Kriegsetals gewährten außer- ordentlichen Kredite von 10 Millionen Pfund seien zwar noch nicht vollständig erschöpft, aber, da der Krieg noch andauere, und es nicht bekannt sei, wie lange er noch dauern werde, sei es zweckmäßig er- schienen, noch 10 Millionen Pfund anzusprechen. Krieg und Privatgeschäft. Washington, 22. Januar.(28. T. B.) Im Senat beantragte der Republikaner C u m m i n g s, daß die Regierung die Her- stellung aller Kriegsmunition selber übernehme, und den Verdienst, der Privatunternehmern zufließe, auf diese Weise ausschalte, da die Möglichkeit solchen Privatgewinns Einfluß auf den Krieg habe. Cummings trat für schnelle Annahme einer Tagesordnung ein, der zufolge ein Sonderausschuß eingesetzt werden solle, der einen Plan zum Erwerb von Betrieben ausarbeiten solle, um Heer und Marine mit allen nötigen Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenständen, Schisse eingeschlossen, zu versehen, und der die notwendige Gesetzgebung einleiten solle, um die Herstellung solcher Erzeugnisse durch Privatunternehmer zu ver- hindern. CummingS zählt eine Liste von zwanzig Unternehmungen auf, deren Mtienwert sich von 4 auf 32 Millionen erhöht hat. Der Redner sagte: Ich behaupte nicht, daß jede Person oder Korporation, die aus dem Kriege Nutzen zieht, den Krieg fördert, aber ich behaupte, daß alle solche Personen und Personengesamtheiten nicht zuständig sind, um über die Streitfrage zu urteilen, die zu einem Konflikt führen könnten. Da sie aber nicht von dem großen Betätigungsfeld dieser Republik entfernt werden können, sollten sie doch von einer Geschäftsart entfernt werden, aus der ihnen wachsender Vorteil ent- steht. Es sollte jedem einzelnen und jeder Korporation, soweit es in der Macht der Regierung steht, unmöglich gemacht werden, aus dem Kriege Geld zu ziehen und die Wirkung des europäischen Krieges zu erhöhen. Ueber die privaten Munitionsunternehmer sagte der Redner: Seit der Krieg begann, haben sich 174 neue Korporationen in diesem Lande zur Herstellung von Munition gebildet. Der Wert der in 14 Monaten ausgeführten Waffen und Munition belief sich auf 161 064 000 Dollar. Cummings unterbreitete dem Hause eine Tabelle, die Schätzungen des Wertes der Kriegslieferungen enthält. Die Zahlen für einige der größeren Gesellschaften sind folgende: Baldwin Locomotive Company 100 Millionen, General Electric 68 Millionen, American Locomotive 66 Millionen, Westinghouse 100 Millionen Dollar. politische Ueberslcht. Kriegsstcuern. Di«„Kölnische V o l k s z e i t u n g" hatte kürzlich die Frage aufgeworfen, ob es notwendig uiÄ zweckmäßig sei, zu Kriegssteuern �u greifen. Die Frage war von dem Zen- trumsblatt verneint worden. Einmal würde bei der be- stehenden Uneinigkeit der Parteien über Steuerfragen der „Burgfriede" bedroht werden: auch sei es angesichts der Stim- mung der Bevölkerung ein Fehler, bei der herrschenden Teuerung dem Volke mit neuen Steuern zu kommen. Weiter sei die Notwendigkeit neuer Steuern nicht ohne weiteres ein- zusehen, da der endgültige Bedarf des Reiches noch nicht fest- stehe: es wäre ein Fehler, wenn jetzt einzelne Steuerprojekte vorweggenommen würden. Zudem habe der Reichsschatzsekre- tär dem deutschen Volke in seiner Rede vom 1l). März 1915 versprochen, daß er ihm während des Krieges keine neuen Lasten bringen wolle. Gegen diesen Artikel des Zentrumsblattes verteidigt sich die Regierung nun in der„Norddeutschen A l l g e- meinen Zeitun g". Das offiziöse Organ stellt zunächst fest, daß der Reichsschatzsekretär sich im März 1915 nur dahin geäußert habe, daß er zurzeit(d. h. für das Finanzjahr >915/16) von der Einbringung von Kriegssteuern Abstand nehmen wolle. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" fährt dann fort: „Ein Versprechen, daß Kriegssteuern auch bei jeder beliebigen Dauer und EntWickelung des Krieges nicht eingeführt werden sollten, ist in diesen Worten nicht enthalten. Im Gegenteil, die| Ausführungen des Reichsschatzsekretärs vom 10. März v. I. be- zeichnen genau und bestimmt die Grenze, bis zu der von der Ein- führung von Kriegssteuern Abstand genommen werden kann. Diese Grenze wird mit dem Etat für 1916/17 überschritten. Wie der Reichsschatzsekretär in der Dezembertagung des Reichstags mit- teilte, kann der Oieichshaushalt für 1016/17 ohne neue Einnahmen nicht ms Gleichgewicht gebracht werden. Hier liegt eine zwingende Notwendigkeit vor. An- gesichts des mit aller Sicherheit vorauszusehenden Fehlbetrages des ordentlichen Etats für das kommende Rechnungsjahr wäre ein Ver- zicht auf Kriegssteuern nicht länger zu vertreten. Jeder andere Weg, sei es eine Defizitanleihe, sei es die Deckung der Zinsen der Kriegsschuld aus neu aufzunehmenden Anleihen, wäre eine u n- Verantwortliche Finanzgebarung, die überdies von unseren Feinden als Zeichen finanzieller Unzulänglichkeit zur weiteren Auspeitschung der Kriegsleidenschaft mißbraucht werden würde. Wir müssen auch im Kriege die Ordnung in unserem lausen- den Reichshaushalt aufrecht erhalten---- Ueber das Wie? wird die Einigung erzielt werden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die Vorschläge der Verbündeten Regierungen werden im Zusammenhalt mit den Steuermatznahmen, die in den Einzelstaateri und Kommunen notwendig geworden sind, eine gerechte, die schwächeren Schultern nach Möglichkeit schonende Verteilung der Lasten bringen. Es wäre eine kleinmütige Ein- schätzung des im Kriege neugeborenen Gemeinsinns der Parteien, wenn man annehmen wollte, daß die Parteien unfähig seien, sich über die notwendig gewordenen Kriegssteuern zu eiingen. Es wäre ein schlechter Burgfrieden, der nur durch die Preisgabe von Staatsnotwendigkeiten erhalten werden würde. Die Tatsache, daß erst nach dem Friedensschluß über den Neubau der Roichsftnanzen endgültig zu beschließen sein wird, beseitigt nicht die Notwendig- keit, während des Krieges die Reichsfinanzen vor einem Verfall zu bewahren. Dagegen wird diese Tatsache den Parteien die Ver- ständigung unter sich und mit den Verbündeten Regierungen er» leichtern; denn es handelt sich jetzt nicht um die Schaffung dau- ernder Verhältnisse, sondern um Notbehelfe, die der Nachprüfung und der Einordnung in die endgültige Reichsfinanz- Verfassung unterliegen, nicht um Grundsätze, sondern um Kriegsmaßnahme n." Wie sich die Regierung finanzielle Kriegsmaßnahmen ohne die Orientierung nach irgendn>elchen Grundsätzen vor- stellt, ist uns nicht ganz klar. Die Sozialdemokratie wiftd jedenfalls ihre steuerpolitischen Grundsätze auch bei der Be- ratung und Gestaltung der Kriegssteuern zur Geltung bringen._ Reichs- und Staatssteuern. Die.Berliner Polüischen Nachrichten" behaupten,.daß bei der Besprechung des Reichsschotzsekretärs mit den bundesstaatlichen Finanzministern vom 12. Juli 1915, in ivclcher eine Verständigung über die Befriedigung des Bedarfs an Mehreinnahmen im Reiche und in den Bundesstaaten herbeigeführt wurde, auch eine Abrede über die Begrenzung des Steuergebtetes des Reiches und der Bundesstaaten getroffen wurde, ebenso, daß nach der gesetz- lichen Entwickelung und dem bundesstaatlichen Charakter der Reichs- Verfassung dabei den Bundesstaaten die Sicherheit gewährt wurde, das Reich werde ihnen die Einkommen- und die Vermögens- steuer uneingeschänkt belassen und seinen Bedarf an Mehreinnahmen durch stärkere Inanspruchnahme der direkien Steuern und der Ber- kehrsabgaben bestreiten." Nach den damals vereinbarten Richtlinien gehen jetzt sowohl die Rcichsstnanzverwaltung wie die Finanz- verWallungen der Bundesstaaten vor. Einzelne bundesstaatliche Finanzminister haben sich zwar kürz- lich gegen direkte Reichssteuern ausgesprochen, aber wir b e- zweifeln doch, daß darüber bereits feste Abmachungen zwischen Reich und Bundesstaaten vorliegen. Wir halten die ganze Meldung mit einem bürgerlichen Blatt für ein neues Glied der SlimmungS« mache zugunsten der Wünsche bestimmter Kreise. Wie wenig man ohne direkte Reichssteuern mit bloßen Palliativmittelchen auskommen kann, zeigt wider Willen sogar ein Artikel Ocrtcls(in der .Deutschen Tageszeitung"), der sich über die Ertrags- Möglichkeiten der geplanten Verkehrs- und Tabaksteuern sehr zurück- haltend ausspricht._ Der neue ReichSetat. Welche neuen Steuern wird die Reichsregierung dem Reichstage im März präsentieren? Noch immer büllt sich die NeichSregierung bierüber in Scbwcigen. Lediglich nachstehende, offenbar von offiziöser Seile stammende Notiz geht durch die Blätter: .Die Verbandlungen zwischen dem Neichsschatzamt und den übrigen Reichsämtern sind so weit gediehen, daß dos Etats- gesetz bis Mitte Februar im Bundesrat zur Beschlußsassung vorliegen wird. Aus jeden Fall wird der Reichstag bei seinem Zusammentritt Milte März die Vorlage vorfinden. Im Gegensatz zu dem Etat für 1915 werden im nächsten Erat die fort- laufenden Ausgaben der Heeres- und Marineverwallung nicht mehr aufgenommen werden, weil sie aus dem Anleiheionds bestritten werden. Die einmaligen Ausgaben des Heeres und MarineetatS werden dagegen auch weiter im Etat erscheinen, weil sie aus laufen- den Einnahmen gedeckt werden müssen. Durch das Fehlen der fort- laufenden Ausgaben dieses Etats tritt eine Entlastung der AnS» Habenseite um etwa 1100 Millionen Mark ein. Dagegen steigern sich auf der 3Iiisgabenseite die Auswenduiigen für den Ziusendienst, die sich bei dem gegenwärtigen Stande der Kriegsanleihen auf zwei Milliarden belaufen, von denen eine Milliarde bereits im Etat für 1915 enthalten ist. Jede weitere Kriegsanleihe, die im Laufe dieses Jahres aufgenommen wird, erhöbt naturgemäß die Ausgaben für die Verzinsung schon im Etat für 13 l6. Außerdem fehlen im nächsten Etat die rund 320 Millionen aus dem Wehr- beitrag. Jnfolgedeffen würde der Etat trotz der erheblichen Ver- Minderung der Ausgaben für Armee und Marine nicht zu balanzieren sein, wenn nicht neue Einnahmequellen erschlossen würden. Zu diesem Zwecke werden, wie ja bekannt, einige Steuervorlagen mit dem Etat dem Reichstage vorgelegt werden." Ein Loblied auf den Erwerbssinn sang in der sächsischen Ersten Kammer der sächsische Finanzminister. Er sprach sich gegen direkte Reichsstenern aus und versicberte, daß alle Bundesstaaten und das Reich darin einig seien, daß die direkien Steuern den Einzelstaalen verbleiben müßten. Der Minister gab dann ganz offen zu. daß die. indirekten Reichssteuern und Zölle die Lebenshaltung verteuern; aber dieie Wirkung werde ausgeglichen durch weitgehende soziale Fürsorge für die Unterschichten des Volkes. Im Anschluß an diese Bebauplunq führte er aus: ES ist ein jeder gesunden Wirtschaftsordnung feindliches Streben, wenn man den Wohlhabenden und Reichen einen möglich st großen Teil ihres Einkommens weg- st e u e r n will, um es ihnen zu erschweren oder u n m ö g- lich zu machen, ihr Vermögen und damit ihr Ein- kommen weiter zu vermehren. Die Volkswirtschaft bedarf zu ihrem Gedeihen starker, natürlicher Triebkräfte. Eine dieser Triebkräfte ist der Erwerbssinn. Dieser hat dem deutschen Kaufmann, dem deutschen Industriellen den Welt- markt erobert: er hat den deutschen Landwirt angefeuert, seine Pro- duklion so zu steigern, daß sie den Inlandsbedarf nahezu deckt; er ist neben dem deutsche» Idealismus und der deutschen Vaterlands- liebe der Schlüssel zu der vielgerühmten An- passungsfähigkeit, durch die unsere Friedensindustrie als- bald nach Kriegsausbruch sich in eine Kriegsindustrie zu verwandeln vermocht hat.... Aber den Erwerbssinn als solchen zu dämpfen, wäre eine volkswirtschaftliche Torheit. Diese Torheit aber würden die Gesetzgeber begehen, wenn sie zur Läegsteuerung der hohen Einkommen verschalten, bloß um die natürlichen Unterschiede zwischen Reich Und Arm zu verringern. Lähmt man durch übermäßige direkte Steuern den Erwerbssinn, so schwächt man damit zugleich den Sparlricb und die Kapitalbildung— und damit nollvendige Vorbedingungen jedes blühenden Wirtschaftslebens. Wenn diese Grundsätze lür alle künftige Steuergesetzgebung maß- gebend sind, dann kann sich das deutsche Volk gratulieren. Landtagsersatzwahl in Sachsen-Meiningcn. Für die durch den Tod des Abgeordneleir Serge nonvendig gewordene Ersatzwahl haben die Genossen des Kreises Pößneck den Genossen Max Neubauer aufgestellt. Seine Wahl ist sicher, da die im Kreise in Betracht kommenden Liberalen beschlossen haben. Burgjricdcn zu halten und Wahlenthaltung zu üben. Genosse Neubauer steht zurzeit im Felde. Verteuerung von Zucker und Gemüse. In der verstärkten Budegetkom Mission des Abgeordnetenhauses teilte der B e r i ch t e r st a t t e r nach dem amtlichen Bericht folgendes mit: Im Jahre 1915 seien nur noch 68 Prozent der gesamten Rübenfläche mit Rüben bebaut worden. Der Ertrag sei des- halb auch von 52 Millionen auf 30 Millionen Zentner Zucker zurückgegangen. Daraus könne im wesentlichen nur der mensch- liche Bcbars gedeckt werden. Wolle man eine erhöhte Produktion hervorrufen, so könne dies nur durch eine entsprechende Preispolitik geschehen. Der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirlfchasts- rates schlage statt bisher 12 bis 1214 M. pro Zentner Rohzucker den Preis von 15 M. vor. Das würde den Zuckerfabriken ermöglichen, den Riibenbauern 30 bis 40 Pf. pro Zentner Rüben mehr zu zahlen, wozu sie verpflichtet werden müssen. Ein größerer Vorrat an Rüben würde auch verhindern, daß Kartoffeln in größerem Maße verfuttert würden. Ter Landwirtschaftsminister wies darauf hin, daß ausschlaggebend für die Einschränkung des Rübenbaues die Knappheit an künstlichen Düngemitteln gewesen sei. Abgesehen von dem unvorhergesehenen Bedarf für Futterzwecke habe sich dann, be- sonders seit April 1915, ein stark erhöhter Verbrauch für mensch- »iche Ernährung bemerkbar gemacht. Diese Steigerung des Be- darfs zwinge, auf Erhöhung des Anbaues von Zuckerrüben hin- zuwirken. Es werde unter diesen Umständen nur übrig bleiben, die Rübenpreise zu erhöhen. Hiermit sei noch nicht gesagt, daß die Verbrauchs zuckerpreisc entsprechend steigen müßten. AuS der Ritte der Kommission wurde um baldige Fest- setzung des neuen Preises gebeten. Dagegen wurde von anderer Seile darauf hingewiesen, daß man jede Erhöhung des Zucker- Preises für den Verbraucher vermeiden müsse. Es müßten eventuell die Zuckerfabriken und die Zuckerraffinerien, die erhebliche Dividenden abgeworfen hätten, ihren Verdienst verringern. Als Verbraucher kämen gerade die kleinen Leute in Betracht, denen man bei der heutigen Lage die Lebenshaltung nicht noch mehr verteuern dürfe. Es sei auch von Wert, daß den Verbrauchern rechtzeitig mit- geteilt würde, daß eine Erhöhung des Rohzuckerpreiscs s i e nicht treffen solle. Auch müsse noch geprüft werden, ob nicht die Roh- zuckerfabrikanten auch mit einem niedrigeren Preise auskommen könnten.— Ein anderes Mitglied der Kommission hielt jede Preiserhöhung für unnötig, sowohl für die Rüben selbst als auch für den Rohzucker. Bei der Frage der Gemüsehöch st preise wies der B c- richtcrstotter darauf hin, daß die späte Festsetzung der Höchst- preise sehr bedauert werden müsse. Dann aber habe man die Höchstpreise derartig niedrig gewählt, wie sie nicht hingenommen werden könnten. Unter Hinweis auf die Sachverftändigenaussagcu der verschiedenen Gemüsebanvereinignngen und des Ständigen Ausschusses des Deutschen Landwirtschaftsrates erachtete der Be- richterstatter die Festsetzung anderweitiger Höchstpreise für ein dringendes Erfordernis. JeSbesondere wies der Berichterstatter darauf hin, daß die Höchstpreisverordnung keineswegs, wie eS beabsichtigt gewesen sei, den Konsumenten ein billiges Gemüse ver schafft habe; denn unter Benutzung des Umstandes, daß ausländisches Gemüse von der Höchstpreisverordnung frei fei, habe der Klein- Handel sich vielfach nicht an die festgesetzten Kleinhandelspreise ge- halten, sondern verkaufe zu wesentlich höheren Preisen, die in Einzelfällen 300 bis sogar 500 Proz. mehr betrügen, als die in der Höchstpreisverordnung vorgeschriebenen Preise. Nachdem verschiedene Mitglieder der Kommission sick zur Sache geäußert hatten, führte der Landwirts chasts minister aus: Die am 4. Dezember V.. I. festgesetzten Preise entsprächen nicht den heutigen Verhältnissen.- Er habe datier Aenderungen vorgeschlagen» die im wesentlichen mit den Vor schlagen des Ständigen ZluSschusses des Deutschen LandwirtsckastS rates übereinstimmten. DaS Reichsamt des Innern halte gleichfalls die Heraufsetzung der Preise für notwendig. So sehr er wünsche, daß die Preise im Interesse der verbrauchenden Bevölkerung niedrig seien, so müßten doch auch die Verhältnisse der Produktion bcrüä sichtigt werden. Wünschenswert sei, daß die Gemüsebauer sich zu Verbänden zusammenschlössen, die den Absatz regeln. Ein Ausfuhrverbot für Butter hat die norwegische Regierung erlassen. Es tritt am 25. d. M. in Kraft. Letzte Nachrichten. Bekanntmachung. Da mit Siegeln unid Stempeln von Mili- tarbehorden Mißbrauch getrieben worden ist, namentlich um Urlaubspässe und Militärfahrscheinc unter Benutzung von Vordrucken zu fälschen, bestimme ich hiermit für das Ge- biet der Staidt Berlin und der Provinz Brandenburg auf Grund des§ 9d des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851: Es ist verboten, ohne schriftlichen mit Siegel- oder Stempelabdruck versehenen und ordnungsgemäß unterschriebe- neu Auftrag einer Militärbehörde: 1. Siegel oder Stempel mit auf Militärbehörden be- züglichen Inschriften, 2. Vordrucke zu Militärurlaubsscheinen, 3. Vordrucke zu Militärfahrscheinen anzufertigen oder bereits angefertigte Gegenstände dieser Art oder Abdrucke der zu 1 genannten Siegel oder Stempel außerhalb der dienstlichen Zuständigkeit an einen anderen als» die Behörde entgeltlich oder unentgeltlich zu verabfolgen. Zuwiderhandlungen werden, sofern nicht nach den allge- meinen Strafgesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist, gemäß Z 9d des Gesetzes über den Belagerungszustand bestraft. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Berlin, 22. Januar 1916. Der Oberfehelshaber in den Marken. v. Kesiel, Generaloberst. Die montenegrinische Regierung in Lyon. Paris, 22. Januar.(W. T. B.) Einer Blättermetduiig zu- folge ist der Sitz der montenegrinischen Regierung nach Lyon ver- legt worden. Italien und Albanien. Paris, 22. Januar.(W. T. B.) Wie dem„Journal" aus Rom gemeldet wird, hat Italien alle Entscheidungen über Albanien dem Kriegsrat des Vierve-rbandes in London übertragen. Gewerksthastlickies. Tarifverhanülungen im Alalergewerbe. Auf Anregung des Staatssekretärs Dr. Delbrück fitr den Dienstag, den 25. d. M. im Reichsamt des Innern Ver- Handlungen über die Erneuerung des am 15. Februar ab- laufenden Neichstarifvertrages im Malergewerbe statt. Der letzte Tarifabschlnß erfolgte im Jahre 1913 nach einer elfwöchigen Aussperrung der Gehilfen in ganz Deutschland. Der Unternehmerverband verfügte diese Aussperrung, weil ihm die von dem bekannten Kollegium der drei Unparteiischen v. Schulz. Prenner, Rath gefällten Schiedssprüche zu weit gingen. Und dabei waren, noch dazu auf drei Tarif- jähre verteilt, durchschnittlich nur etwas mehr wie 4 Pf. Lohnerhöhung und für 30 Lohngebiete von 320 Arbeitszeitverkürzungen von meist täglich V& Stunde ausgesprochen worden. Die Aussperrung hatte für die Unternehmer keinen Er- folg. Diese erkannten am 22. Mai 1913 die erst abgelehnten Schiedssprüche an und mußten in einer Reihe Städte noch darüber hinaus bestimmte Zugeständnisse machen. Der Gau Rheinland- Westfalen des Unternehmerverbandes allerdings fügte sich den Beschlüssen seiner Organisation nicht, er voll- zog den vom Unternehnierverbande angenonimenen Tarif- Vertrag nicht, weshalb später sein Ausschluß erfolgte. Die Maler hatten schon vor dem Kriege unter recht un- günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu leiden. Ihre Lohnverhältnisse sind ganz unzulänglich, sie sind weit schlechter als in vielen gleichartigen Berufen. Besonders der Saison- charakter des Gewerbes, die unständigen Arbeitsverhältnisse und der starke Zufluß ungelernter, lohndrückend wirkender Arbeitskräfte erschweren geregelte Lohn- und Arbeitsbedin- gungen. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges haben aber die Lage der Arbeiter im Malergewerbe noch schlechter gestaltet. Es kommen nach einer in den letzten Monaten aufgenommenen Statistik für sie noch Stundenlöhne unter 40 Pf.(für 3,1 Pro- zent der Beschäftigten) vor. Mehr als die Hälfte(54,3 Pro- zcnt) arbeiteten noch für weniger als 60 Pf. Und das bei großer Arbeitslosigkeit und häufigem Betriebswechsel. Trotzdem wurde davon abgesehen, noch während der Tarif- dauer eine Teuerungszulage allgemein zu fordern. Der Ver- band der Maler sah voraus, daß von den Unternehmern ein solches Entgegenkommen entschieden abgelehnt worden wäre, er berücksichtigte, daß auch von den Unternehmern mancher unter den gegebenen Verhältnissen leidet. Doch im Laufe der Zeit müssen die Arbeiter eine Berücksichtigung ihrer Lage fordern. Wenn jetzt viel mehr als sonst für die sehr ver- teuerten Materialien ausgegeben werden muß, warum soll da nickt auch für die nötigen Arbeitskräfte mehr als bisher, min- bestens aber soviel ausgegeben werden können, daß diese im- stände sind, sich und ihre Familien menschenwürdig zu er- nähren. Es stehen jetzt zehntausende Malergehilfen unter den Waffen, andere haben sich teils besser, teils schlechter entlohnte Beschäftigung in Kriegsindustrien als Heimarbeiter gesucht, sie fanden Anstellung bei der Post, der Straßenbahn. Die aber im Beruf noch Beschäftigten und die vom Militär Zurück- gekehrten müssen schon jetzt so entlohnt werden, daß zwischen Lohn und Teuerung wenigstens annähernd ein Ausgleich ge- schaffen wird. In der Zeit des zweiten Reichstarifvertrages, feit der Aussperrung, sind, nachdem die örtlichen Verhandlungen er- kedigt waren, größere Differenzen zwischen den Tarifpvrteien nicht mehr vorgekommen. In einigen Fällen versuchten die Zentralleitungen der beiderseitigen Organisationen vermit- telnd zu wirken. In der Hauptsache entstanden dadurch ge- wisse Schwierigkeiten, weil sich die Unternehmer in den meisten Orten weigerten, die erfolgte Lohnerhöhung auch den schon über den Minimallohn bezahlten älteren und gualifizierteu Gehilfen zuzugestehen. Dadurch sind nicht alle Arbeiter in den Genuß der seinerzeit aiisgesprocbenen Verbesserung der Arbeitsverhältnisse gekommen, zumal der Krieg verhinderte, daß das erst Verweigerte später doch noch erreicht werden konnte. Tie Verhandlungen beim Ablauf des jetzigen Reichstarif- Vertrages müssen leider unter recht anormalen Verhältnissen inmitten dieser Kriegszeit stattfinden. Darum werden die das Molergewerbe und seine Angehörigen beherrschenden wirt- • schaftlichen und sozialen Verhältnisse besonders gründlich und i sachlich erörtert und genügend gewürdigt werden müssen. ! Die beiderseitigen Organisationen sind sich natürlich darüber einig, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine fried- liche Verständigung erzielt werden muß. Notwendig ist dazu allerdings, daß den berechtigten Ansprüchen der Arbeiter so- weit entgegengekommen wird, wie es deren schwere Lage trotz aller Anerkennung der Situation, in der sich auch ein Teil der Unternehmer befindet, erfordert. verlin unö Umsegenö. Arbeitsgemeinschaft zur Unterbringung kriegs- beschädigter Textilarbeiter. Der Arbeitgeberverband der Textilindustrie von Berlin und Umgegend und die Arbeitnehmerverbände: Deutscher Textilarbeiter- Verband lVerwaltung Berlin), Verband der Deutschen Geweri- vereine und der Christliche Textilarbciter-Verband haben zur Beschaffung von Arbeit für kriegsbeschädigte Textilarbeiter, die zu- letzt in den Betrieben Grotz-Berlins beschäftigt waren, folgende Leitsätze vereinbart: Zur Beratung der Kriegsbeschädigten-Fürsorge wird eine Kommission, bestehend aus je fünf Arbeitgebern und fünf Arbeit- nehmern resp. deren Vertreter, eingesetzt. Im Bedarfsfalle können zur Beratung noch fehlende Sachverständige hinzugezogen werden. Die Unterbringung der Kriegsbeschädigten ist in folgender Weise vorgesehen: Es wird zunächst versucht, den Beschädigten bei derjenigen Firma unterzubringen, bei der er zuletzt beschäftigt war. Ist dieses aus irgendeinem Grunde nicht angängig, dann soll die Unterbringung in einem anderen Betrieb der Textilindustrie versucht werden. Es ist möglichst darauf hinzuwirken, daß der Beschäftigte in einer seiner früheren Tätigkeit entsprechenden Weise beschäf- tigt wird. Erst wenn das nicht möglich ist oder der körperliche Zustand des Beschädigten dies nicht zuläßt, soll eine andere Beschäftigung für ihn gesucht werden. Glaubt ein bereits in Arbeit gebrachter Kriegsbeschädigter, daß er die ihm übertragene Arbeit nicht ausführen kann oder fühlt er sich gegenüber seinen gesunden Arbeitskollegen zurückgesetzt, so wird die Kommission versuchen, eine Verständigung herbeizuführen. Das gleiche soll geschehen, wenn die Arbeitgeber in ähnlichen Fällen die Vermittelung der Kommission in Anspruch nehmen wollen. Die Kommission erledigt ihre Arbeiten in der Regel im münd- lichen Verfahren. Diese Tätigkeit der Kommission soll über die Dauer des Krieges hinausgehen, ohne an eine bestimmte Zeit gebunden zu sein. Ihre Geschäftsordnung gibt sich die Kommission selbst. Die Geschäftsstelle ist: Karl Krauß, Berlin W. 30, Maaßen- straße 24.. i Verlustlisten. Die Verlustliste Ar. 436 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen- Infanterie usw.: Garde: 2. Garde-Reg. z. F.(f. Füs.-Reg Nr. 33); 7. Garde-Jnf.-Reg.; Garde-Gren.-Regimenter Alexander. Franz und Elisabeth. Gren.-, bezw. Inf.-, bezw. Füs.-Regimenter Nr. 2, 3, 6, 7. 13, 14, 16, 19(s Res.-Jnf.-Reg. Nr. 7), 31 bis einschl. 35, 37, 42, 43, 46, 47(s. Feldfliegertruppe), 51 bis einschl. 54, 56, 57. 58, 60 bis einschl. 63, 65, 66, 69, 70, 76, 78, 80, 83, 84, 86, 87, 89 bis einschl. 94(letzteres s. auch Fnf.-Reg. Nr. 372 ; und M inenwerfer-Komp. Nr. 38). 95, 96, 97, 99. 109, III, 112, 113. l 115, 129, 131. 132, 135 bis einschl. 138, 140. 141, 142. 146, 147 I(f. auch Jnf.-Reg. Nr. 372), 149, 150, 157 bis einschl. 161, 166. ! 168, 169. 171 bis einschl. 176, 184, 188, 189, 368 bis einschl. 372. Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 2. 3. 6. 7, 10, 12. 15. 17, 34 bis einschl. 38, 46, 48, 53. 56. 60. 61, 64, 65. 67. 68, 69, 77. 78. 81. 82. 84, 86, ;87, 91, 93, 94, 98, 99, 202, 207, 208, 214, 216, 218, 220, 226. i 227, 231, 271. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 3 bis einschl. 7, 17, 31. 34 bis einschl. 37, 48. 52, 53. 55, 57, 60. 61, 72. 74. 76.(s. Res.- Fnf.-Reg. Nr. 69), 81, 83, 84. 87, 109, 110, 116. Ueberplanmäßiges Landw.-Jnf.-Batl. Nr. 4 des 4. Armeekorps. Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 37, 39, 40(alle drei s. Jnf.-Reg. Nr. 368), 43, 79(beide s. Jnf.- Reg. Nr. 370). Jqger-Bataillone Nr. 4, 6, 10; Rest-Bataillone Nr. 5 und 11. Md-Maschinengew.-Züge Nr. 117, 133(beide s. Gren.-Rbg. Nr. 7) und Nr. 186(f. Füs.-Reg. Nr. 33). Kavallerie: Kürassiere Nr. 5(st Feldfliegertruppe); Grena- diere zu Pferde Nr. 3; Dragoner Nr. 4 und 24; Husaren Nr. 9; Ulanen Nr. 3, 7, 9, 10, 12, 13. 14. 3. mobile Landw.-Eskadron des . 11. Armeekorps. ! Feldartillerie: 5. Garde-Reg. Regimenter Nr. 19(s. Minen- werfer-Komp. Nr. 38). 40. 45. 47. 60, 51, 52, 54. 58, 60, 66, 74. i 75, 76, 97, 100, III, 112, 201, 209, 217, 223; Res.-Regimenter Nr. 44 bis einschl. 47, 49, 50, 59, 62, 64, 68. Feldart.-Abteilungen � Nr. 203 und 204; Gebirgskanonen-Batterien Nr. 4, 6, 9, 15. Ballon» Abwehrkanonen-Zug Nr 72(st Feldart.-Reg. Nr. 74). Futzartillerie: 1. Garde-Reg. Regimenter Nr. 13 und 14; Res.-Regimenter Nr. 2 und 3 Fußart.-Bataillone Nr. 22, 24, 38, 56 und Posen l; Res.-Batl. Nr. 38; Ers.-Batl. Nr. 21; Äandst.- Batl. des 5. und Nr. 2 des 11. Armeekorps. Fußart.-Batterien Nr. 102, 121, 214, 222, 262, 291, 334. 348. 447, 452, 471, 484, 490, 503. 542, 559. Pioniere: 1. Minenwerfer-Ers.-Batl.; Minenwerfer-Kom- pagnien Nr. 17. 20. 33. 38. 39, 54. 117, 162, 217, 222. 252, 281; Leichte Mmenwerfer-Abt. Nr. 244; Mittlere Minenwerfer-Abt. Nr. 156. Verkehrstruppen: Feldluftschiffer- und Feld fliege rtruppe. Armierungs-Bataillone Nr. 27, 35, 49, 53. 62. 63, 68, 70. 76. 86. 92, 112. Di« Liste Nr. 3 der aus Rußland zurückgekehrten preußischen Austauschgefangenen wird veröffentlicht. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr 246, deren FnhÄt bereits mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Die sächsische Verlustliste Nr. 246 bringt Verluste der Inf.» Regimenter Nr 100, 101, 102, 104, 134. 178; Landw.-Jnf.-Regi- menter Nr 107. 350; Gavdeveiter; Karabinier-Reg.; Ulanen Nr. 17, 21; Nes.-Ulanen, Husaren Nr. 19. 29; Res.-Husaten; Res.-Kav.-Abt. Nr 53; Pionier-Kompagnien Nr. 183, 192, 245, 264; Res.-Pionier- Komp. Nr 53; Minenwerfer-Kompagnien Nr. 23, 24, 224; Sani- tätS-Komp. Nr. 58; Res.-Sanitäts-KoMP. Nr. 2. 12. Reservekorps; Schwere Proviant-Kolonne Nr. 1, 12. Armeekorps; Leicht« Proviant- Kolonne Nr. 2, 19. Armeekorps; Fuhrpark-Kolonne Nr 1, 58. Ins.- Div.; Armierungs-Bataillone Nr 22, 23, 25. Die württembergische Verlustliste Nr. 334 enthält Ver- luste des Gren.-Reg. Nr 119 und Berichtigungen früherer Verlust- listen. Zouden- Preise AWERThEIM j°' Montag bi« 5* Mittwoch n.- Porzellan Billiges welkes Po zellM Speispfel'er......... 20 Frühslücksleller...... 15 PI- Kompoiteller....... 12 Pst Dralensdiüsseln 28 sL 1-10 Kompoltsdiüsselnv 22» 70 PI- Kompoltschalen..... 5 PI- Suppenschüsseln mit Deckel........ 1.35 1.75 K«i1oB«is,e" 3.25 Milchlöpfe...... 18 20 Pst Kaffeegeschirrl sPe« s-'e!i.3.?5 Kudieniefier..... 45 70pi Tdfelgesch irr Kuchenkörbe....... 70Pf...... f(.��,.35 m. Zuckerdosen........ 28 Pst Tassen.......... 18 25 Pst feines deutsches Fabrikat I.IZPm.KVML 47 M H2Pm.77.WI. 65 Glaswaren Nene KrMan-Trinkgarnitur feta geschliffen Rol- od.Weifweingläs. 75 Pst Sü�weingläser...... 60 Pst ükörgläser........ 55 Pf Bowlengläser...... 80 Pst Bierbecher......... 55 Pf Wasthgarnituren SSÄBi 6.75 8.10 11.59 Wasdigarnllur Wilhelm 2.90 Wasserkannen9««>85Pi 1.2� Waschschüsseln»». 85 Pi 1.25 Steingut Ganz besonders prel.wert! 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Kcilm des„Pmirls" Kerlim Wlksdlsll. Sonntag. 23. Januar l9l6. Die Neuregelung öes Devisen- Handels. Es ist eine bekannte Tatsache, daß sich seit Beginn des Krieges der MarkkurS mehr und mehr verschlechtert hat. Diese Entwicklung beruht wesentlich auf den durch den Kriegszustand verursachten, für Deutschland besonders fühlbaren Aenderungen und Erschwerungen des internationalen Zahlungsausgleichs. Deutschlands Ausfuhr hat eine außerordentliche Beeinträchtigung erfahren und die Ein- fuhr erweist sich in verhältnismäßig starkem Umfange als notwendig. Das gewinnbringende Seetransportgeschäit ist fast ganz fortgefallen, während deutsche AuSlandssorderungen und Guthaben zurzeit zu einem großen Teil nicht einziehbar sind. Das Angebot an deutschen Zahlungsmitteln in außerdeutichen Börsenplätzen ist also sehr groß, während umgekehrt der Bedarf danach verhältnismäßig gering ist. Die Folge davon ist ein Sinken des MarkwerteS gegenüber dem Werte ausländischer Zahlungsmittel. Diese ungünstige Gestaltung deö MarkkurseS hat sich in neuester Zeit aus verschiedenen Gründen erheblich verschärst. Um sich die nötigen Rohstoffe für die Zeit nach dem Friedensschluß zu sichern. haben große Handels- undJndustrieunternehmungen schon jetzt umfang reiche Anschaffungen im Auslände gemacht. Da die Bezahlung der nach Friedensschluß zu liesernden Waren bereits jetzt, wenigstens teil weise, vorgenommen wurde, ist auch dadurch der deutsche MarkkurS gedrückt worden. Dazu kam, daß deutsche Spekulanten künstlich im Auslande die Mark im Kurse gedrückt haben, um den Unterschied, der zwischen den Kursen gleicher Werte iGeldsorten und Wechsel) an verschiedenen Plätzen besteht, zum eigenen Vorteil auszunutzen. Um den großen Bedarf an ausländischen Zahlungsmitteln zu befriedigen, haben die deutschen Importeure ihre Gesuche um ausländische Zahlungsmittel bei ihrer Bank mit erhöhten Beträgen oder gleich zeitig an verschiedenen Stellen angemeldet, wodurch eine weitere Preissteigerung der Auslandswerte im Verhältnis zu den deutschen Werten stattfand. Eine Besserung des MarkkurseS wäre nur durch eine Aenderung der Zahlungsbilanz zu erzielen, d. h. durch Steigerung der Aus- fuhr, durch Abstoßung der im deutschen Besitz besindlichen Fremd- Papiere und durch Verminderung der Einfuhr, insbesondere des Imports von Üuxuswaren. Eine wesentliche Aenderung ist aber während des Krieges in dieser Richtung kaum zu erzielen. Ilm wenigstens die Spekulation auszuschalten, hat die Regierung sich dazu entschlossen, den ganzen Handel mit in- und ausländischen Zahlungsmitteln(den Devisenhandcl) zu kontrollieren und zu kon- zentrieren. Durch eine BundcSratSvsrordnung vom 20. Januar d. I. wird der gesamte Handel mit Zahlungsmitteln in die Hände der Reichsbank und einer beschränkten Anzahl von großen Bankfirmen gelegt. Die BundeZratsverordnung bestimmt, daß ausländische Geldi'orten und Noten sowie Auszahlungen, Schecks und kurzfristige Wechsel(auf das Ausland) nur bei den vom Reichs- kanzler bestimmten Personen und Firmen gekaust, umgetauscht oder darlehnSweise erworben und auch nur an sie verkauft, verpfändet oder darlehnSweise veräußert werden dürfen. Auch die Verfügung über Guthaben im Auslande wird durch diese Verordnung be- troffen. So muß zum Beispiel die Umwandlung eines Gut Habens im Auslands in ein auf eine andere Währung lautendes Guthaben durch die Hände der privilegierten Banken gehen. Unter die Bestimmungen der Verordnung fällt nicht nur der Devisenhandel der Banken und Bankiers, sondern auch die Devisengeschäfte aller übrigen Geschäftsleute. Der ganze ZahlungS- verkehr mit dem Auslande und der Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln im Inlands geht also durch die Hand der Reichs- bank und der privilegierten Banken. Alle übrigen Banken haben zwar das Recht, Austräge anzunehmen, aber nur als Kommissionäre. Die Ausführung der Geschäfte selbst müssen sie den privilegierten Banken überlassen. Zum Devisenhandel zugelassen sind— außer der Reichsbank— die nachstehenden Firmen: I. In Berlin: Königliche Sechandlung(Preußische Staatsbank), Bank für Handel und Industrie, Berliner Handels- gesellschast, S. Bleichröder, Commerz- und Disconto-Bank, Tel- brück. Schickler u. Co., Deutsche Bank. Direktion der Disconw- Gesellschaft. Dresdner Bank, Hardy u. Co. G. m. b. H., Mendels- sahn u. Co., Mitteldeutsche Crcditbank, Nationalbant für Deutsch land; II. in Frankfurt a. M.: Deutsche Effecten- und Wechsel- bank, Deutsche Vercinsvani, I. Treyfus u. Co., E. Üadenburg, Lincoln Menny Sppeicheimer, Franlfurter Niederlassung der Psälzischen Bank, Lazard Speyer-Ellissen, L. u. E. Wertheimber, Ernst Wertheimber u. Co. und die Frankfurter Niederlassungen der unter 1 bestimmten Firmen; III. in Hamburg: L. Behrens u. Söhne. Norddeutsche Bank in Hamburg. VereinSbank in Hamburg, M. M. Warburg u. Co. und die Hamburger Niederlassungen der unter I bc- stimmten Firmen. Tie Zulassung zum Deviscnhandcl ist jedoch nicht bedingungs- los erfolgt, vielmehr von der Uebernahme gewisser Verpflichtungen abhängig gemacht. Tie Jnnehaltung der dieserhalb getroffenen Abmachungen wird dauernd von der Reichsbank kontrolliert. Durch die Konzentrierung des gesamten Devisenhandcls soll die Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln möglichst be- schränkt und die Bildung von deutschen Auslandsguthaben gefördert werden. Devisen dürfen ohne Zustimmung der Reichsbank nur abgegeben werden, wenn sie zur Bezahlung eingeführter oder binnen einer gewissen Frist einzuführender, für den Inlandsbedarf unumgänglich nötiger Waren dienen. Der Reichsbant soll es vorbehalten bleiben, bestimmte Waren(Luxuswaren) zu bezeichnen, für deren Bezahlung Devisen nicht abgegeben werden dürfen. Ter Besteller hat eine schriftliche Erklärung ab- zugeben, aus der hervorgeht, tvelche Waren nach Art und Aienge mit der Auslandsvaluta bezahlt werden sollen, und daß es sich um Waren handelt, die entweder schon eingeführt sind oder binnen einer gewissen Frist eingeführt werden sollen. Tie Reichsbank und die privilegierten Banken haben das Recht, die betreffenden Belege(Fakturen, Frachtbriefe usw.) zwecks Prüfung nachträglich einzufordern. Aus diese Weise soll die Verwertung der Devisen- bestände für wirtschaftlich notwendige Zwecke sichergestellt werden. Um den Bedürfnissen des Verkehrs Rechnung zu tragen, ist dem Reichskanzler in§ 5 die Ermächtigung erteilt, Ausnahmen von den Vorschriften der Verordnung zuzulassen. Von dieser Be- fugnis hat der Reichskanzler zugunsten des UmwcchselungSver- kehr«, des Verkehrs nach den unter deutscher Verwaltung stehenden Gebieten Belgiens und Ruhlands und des Po st Verkehrs Ge- brauch gemacht. Die Festsetzung der Devisenkurse, die veröffentlicht werden, erfolgt in Berlin. Die Verordnung, die am 2ö. Januar in Krai! tritt, bedeutet einen entscheidenden Eingriff in den Devisenhandel und damit des gesamten Wirt'chaslSlebenS überhaupt. Ter Reichsbank und den privilegierten Großbanken werden dadurch Befugnisse über- tragen, die die im Kriege besonders tvirksarac Konzentration im Bankwesen weiter verstärken. Das im§ 2 der neuen Bundes- ratöverordnung den privilegierten Banken übertragene Recht, von dem Erwerber und Beräuhcrer der Zahlungsmittel die Auskunft und Belege über die dem Zahlungsgeschäft zugrunde liegenden Geschäftsvorgänge zu verlangen, gibt den Großbanken einen lücken- losen Einblick in die gesamten Handelsbeziehungen Deutschlands mit dem Auslände, wenigstens für die Zeit während des Krieges. Das muß dazu führen, daß die schon jetzt bestehende Abhängigkeit des Handels und der Industrie vom Bankkapital in Zukunft nach Umfang und Intensität noch größer wird.— Wir behalten uns vor, auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Buirdesratsverord- nung noch im einzelnen zurückzukommen. Zamilienunterstühung öer Kriegsteilnehmer. Ter gestern abend erschienene..Reicbsanzeiger" veröffent- licht die van uns schon angekündigte neue Bundesratsver- ordnung über Familienunterftütznng von Kriegstcilnebmern. Tie Bundesratoverordnung faßt die bisherigen Erweite rungen des Gesetzes zusammen und enthält im Anschluß an die vom Reichstag gefaßten Beschlüsse einige erhebliche Ver besserungen des bestellenden Znstandes. Anlaß zu einer schier endlosen Reihe berechtigter Klagen gab unter anderem der Umstand, daß die Frage, ob Bedürftigkeit im Sinne des Gesetzes vorliege, van einzelnen Liefern ngsverbänden und von Kommissionen in durchaus dem Zweck des Gesetzes Wider sprechender Weise verneint wurde, wenn nicht geradezu Be dürftigkeit in a r m e n r e ch t l i ch e m Sinne vorlag. Bereits im November lstl-t und seitdent wiederholt hatten wir bc tont, daß es erforderlich fei, den Begriff„Bedürftigkeit" ans dein Gesetz zu streichen. Roch dieser Richtung gestellte An träge der sozialdemokratischen Fraktion wunden aber erst im Tezcniber vergangenen Lahres von der Rcichstagskommission im Prinzip gebilligt. Es kam ein jetzt in der Verordnung niedergelegter Komproiniß zustande, nach deim Bedürftigkeit stets vorliegt, wenn nach der letzten Stenertieranlagung das Einkommen des in den Dienst Eingetretenen und seiner Fa milie in den Orten der Tarifktast'e L 1000 M. oder weniger, in den Lrtm der Tarifklassen C und D 1200 M. oder weniger, in den Orten der Tarifklassen A und B(hierhin rechnet Berlin) 1Z00 M. oder weniger beträgt. Von den Verbcsse rimgeu sei ferner hervorgehoben, daß fortan im Gegensatz zu dem bisherigen Zustand die Aufsichtsbehörde die Zahlung der Familieyuntcrstützung anordnen kann. Die Wichtigkeit der Verordnung rechtfertigt ihre Wort liche Wiedergabe. Sie lautet: 8 1. Unterstützungen nach dem FamilienunterstützungSgesetze und den Vorschriften dieser Verordnung erhalten im Falle der Bc- dürftigkeit außer den Familien der im§ 1 des Gesetzes aufgeführten Mannschaften die Familien: a) der Mannschaften, die sich in Erfüllung ihrer gesetzlichen aktiven Dienstpflicht befinden, M der Freiwilligen aus Kricgsdauer(KriegLftxiwilligcn, § 98, sä der Wehrordnung), c) der Rcichsangehöngen, die an der Rückkehr aus dem Aus- land infolge feindlicher Maßnahmen verhindert oder vom Feinde verschleppt worden sind. § 2. Aus die nach S 1 des Familicnunterstützungsgcsetzcs und § 1 dieser Verordnung zu gewährenden Unterstützungen haben außer den im§ 2 des Familienuntcrftützungsgesetzes bezeichneten Personen Anspruch: u) elternlose Enkel, b) Stiefeltern, Stiefgeschwister, Stieflinder, O die schuldlos geschiedene Ehefrau, der nach§ 1378 des Bürgerlichen Gesetzbuches der Ehemann deit Unterhalt zu gewähren verpflichtet ist, : Zahlung der Familie»unter stützung anordnen. Sie können diese Befugnis, unbeschadet ihres Rechtes, sie jederzeit selbst auszuüben, auf die gesetzliche Vertretung der Lieferungsverbände übertragen, wenn innerbalb der Lieferun gsverbändc besondere Kon:- Missionen über die Unterstützungsanträge Beschluß fassen. In Bundesstaaten, in denen vou der Bildung besonderer LieferungSverbände abgesehen tvorden ist. wird durch die Landes- Zentralbehörde bestimmt, welche Dienststellen als Attffichtsbchördcu anzusehen sind. § 8. Ist die Unterstützungspflicht zivischen verschiedenen Liefe- rungSverbänden streitig, so ist zur vorläufigen Unterstützung bor- behaltlich des Rückgriffs auf den nach§ 4 des KamilienunterstützungS- gefetzeS und des K 5 dieser Verordnung verpflichteten LieferungSvcr- band und bis zu dessen Eintreten der LiefenmgSvmband verpflichtet. in dessen Bezirke sich der Unterstützungeberechtigie zur Zeit der Stellung des Antrages aufhielt. _ Streitigkeiten zwischen Lieferungsberl>äi:dcn über die Frage der Zuständigieit zur Gewährung der Fatni lienunterstützuug nach ji 1 des Familienunterstützungsgesetzes und des 8 ö dieser Verordnung werden, soweit es sich um Liefcrungsverbäirde desselben Bundes- ftaats handelt, bou der Landeszentralbehörde, soweit LieferuttgS- verbände verschiedener Bundesstaaten in Betracht kommen, im Weize deS Schriftwechsels zwischen den Zentralbehörden dieser Bunde'-- staateu und, wenn eine Einigung nickt zustandekoinmt, nach Ar- titel 70 der Reichsverfafsung unter Ausschluß des Rechtsweges ent- schieden, § 9. Tie Vorschriften dcS Gesetzes vom 30. September 1913 (Rcichs-Gefetzbl. S. 629) finden entspreche»de Anwendung, wenn der in den Dienst Eingetretene infolge einer Verwundung oder Krankheit in den Genuß von MilitarversorgungSgebührniffen tritt Anw.: Das Gesetz vom 30. September 1913 ordnet an, daiz die Familienunteritützung wäürend dreier Monate neben den Hinterbliebenenbczitgeu zu zahlen ist. Es ist demnach mit Wir- kung vom 20. Oktober 1915 ab auch neben Wilitärversorgungs- gebiihrnissen drei Monate hindurch die Familienunterstützung weiterzuzahlen. § 10. Ein Anspruch auf lluterstützung steht den Familien der im � 1 unter C bezeichneten Personen nickt zu. sofern diese infolge stratgerichllicher Verurteilung dauernd unfähig zum Dienst im Heere und i» der Marine sind. I 11. Tic Bestimmungen der 1. 2, 3. 5, 0 treten mit Wirkung vom 1. Januar 1916 in Kraft. Soweit sie indessen einen Anspruch auf Unterstützung feststellen, der bereits durch Ver- waltungsanor.dnung zuerkannt worden ist. oder soweit eine iotche im Sinne des tz 5 bereits vorliegt, gilt als Tag des Inkrafttretens der in den Verwaltungsanordnungen bezeichnete Tag oder, wenn ein solcher nicht bczoichiwt ist. der erste Tag des auf das Datum der VerwaltungSanordiiiiug folgenden Monats. Di? Bcstimntmigcn des§ 4 treten mit Wirkung vom l. No- vemder 1913, die der S§ 7, 8 mit Wirkung vom 2. August 1911, die de«§ 9 mit Wirkung vom 20. Oktober 1915, die des S 10 mit Wirkung vom 1. November 1914 rückwirkend in Kraft. Den Zeitpunkt, mit dem die Vorschriften dieser Verordnung außer Kraft treten, bestimmt der Reichskanzler. Berlin, den 2>. Januar 1916. Der Stellvertreter des Reichskanzlers Delbrück. /lusöchnung öes Rechtsschutzes auf immobile Truppen. Das Gesetz vom 4. August 1014 zum Schutz der Wahrnehmung der Rechte der Kriegsteilnehmer verlangt Aussetzung des Verfahrens gegen die Kriegsteilnehmer, die mobilen oder gegen den Feind venvendelcn Teilen der Kriegsmacht quge- boren. Eine Lücke enthält das Gesetz nach der Richtung, daß Kriegsteilnehmer, die immobilen Truppen angehören, diesen Rechtsschutz in der Regel nickst genießen. Vielfacher Streit besteht außerdem darüber, ivclcke Truppe als„gegen den Feind verwendet" anzusehen ist. Der Reichstag hat im August 191a die Regierungen ersucht, den Schub des Gesetzes auf alle Kriegsteilnehmer auszudehnen. Diesem Verlangen ist, wie lvir schon mitteilten, eine Bundesratsverordnung vom 20. Haimar teilweise nachgekommen. Die Verordnung ist im gestrigen„Reichsanzeiger" veröffentlicht und publiziert. Sie lautet: § 1. In bürgerlichen RechtSstreitigkeiteu hat das Gericht auf Antrag einer Partei, die vermöge ihres Dienstverhältnisses, Amtes oder Berufs zu anderen als den mobilen oder gegen den Feind verwendeten Teilen der Land- oder Seemacht oder zu der Bc- fatzung einer weder armierten noch in der Armierung begriffenen Festung gehört, die Aussetzung des Verfahrens anzuordnen, w e n n die Partei infolge ihrer Zugehörigkeit zur bewaffneten Macht au Wahrnehmung ihrer Rechte behindert ist. Der Antrag ist abzulehnen, wenn die Aussetzung nach den Umständen des Falles offenbar unbillig ist. 8-■ Auf Antrag des Gegners bat das Gericht die Aussetzung wieder aufzuheben, wenn die Voraussetzungen ftir ihre Anordnung weggefallen sind oder die weitere Aussetzung offenbar unbillig ist. Die Entscheidung kann ohne mündliche Verhandlung erfolgen. Vor der Entscheidung ist die im S 1 bezeichnete Partei zu börcn; die Aeußerung kann vor dem Gerichtsschreibcr zu Protokoll erklärt werden. § 3. Die Vorschriften der KS 1 und 2 finden entsprechende Anwendung auf die natürlichen Personen, die durch eine im§ 1 bezeichnete Person gesetzlich vertreten werden, sofern sie nicht pro- zehsähig sind. § 4. Die Befugnis des Gerichts, auch von Amts wegen die Aussetzung deS Verfahrens anzuordnen(K 247 der Zivilprozeßordnung) wird durch diese Verordnung nicht berührt Diese Verordnung ebenso wie das Gesetz vom 4. August 1914 werden ihren vollberechtigten Zweck, die Kriegsteilnch- mer und ihre Familien in der Wahrnehmung ihrer Rechte zu schützen, nur erreichen können, wenn endlich die Zulassung eines Stellvertreters für den Kriegsteilnehmer nur m solchen Fällen erfolgt, in welchen es sich um zahlungsfähige Kriegs- teilnchmcr handelt. 7*110 Ser Partei. Tic„fränkische Tanrspost" ,',»r so/,ialdcmokratischcn LandtaaserkläriMli. Zu dcr Erklärung, die die sozio Sdemiokratif che Fraktion im preußischen Landtage abgab, schreibt unser Bruderblatt: Wir babcn sie immer und immer wieder gelesen, aber wir begreifen die Aufregung nicht, die sie hervorgerufen hat. Darüber sollten wir uns doch alle einig sein, daß unsere führenden Genossen keine tslelegenheit unventcht vorübergehen lassen dürfen, ohne dem Friedenswillen des Proletariats Ausdruck zu verleih«». Würden sie aühcrs handeln, so würden sie gegen die Beschlüsse der inter-- nationalen Kongresse verstoßen. Wenn demgegenüber Haenisch in einer bekkonderen Erklärung gegen die Mehrheit seiner Fraktions- kollegen dan Vorwurf erhebt, daß sie zwar nicht absichtlich, aber doch tatsä�lich die Interessen unseres Landes schädigen und die Herbeisühritvg des Friedens gefährden, so beweist er dairnt nur, daß er sich bereits völlig im Gedankenyang der Vertreter der heutigrii Regieruiigsplotitik bewegt. Das ist die Phrase, die wir ständig zu Hörer» bekourmen, so oft von unserer Seite irgeird etwas gesagt wird, was den herrschenden Kreisen nicht paßt. Als aber Braun, eine»' von der Minderheit der Landtagsfraktion, im vorigen Zommcr seine übrigens' sehr gute Rede über die Lebensmittel- tenernng gehabten baiie,»da wurde ihm vom Regiernngstische ganz ähnliches erwidert, und nicht genug damit, wurde sogar die Per- bveitnng seiner Rede verbchen. Dieser Gefahr ist Haenisch freilich nktn ausgesetzt.■ Nebenbei bemerkt, wird es die Fraktionsmehrheit wenig berühren, wenn Haenisch von ihrer Erkläruinz„soweit wie nur möglich" abrückt, Daß ce sich bemüßigt fühlt, dies öffentlich �u betone», ist auch charaktenistisch für die Anschauungen, von deiten ein Teil unserer Genossen heute beseelt ist. Unsere politischen Gegner, vor allem der Nationalliberale Dr. Friedbcrg. der nach unserem Redner zu Worte kam, haben sich wenigstens bemüht, sachlich unsere Ertlärnng zu bekämpfen, sie haben sich diesmal nicht hinter nichtssagende Redeiisarten zurückgezogen. Wir pflichten den Eiuwciidnngcn Friedbergs in keinem Punkte bei, aber wir erkennen an, daß er von seinem Standpunkt als Gegner einer demokratischen Staatsverfassung ans nicht gut aitders reden konnte. Daß die Nationalliberalen die eifrigsten Verfechter der Annexionsbestrebungen sind, ist zur Genüge bekannt: es kann also niemanden wundern, daß ihr Führer sich gegen das sozialdemotraiifche Programm wendet, und wenn auch er darin eine Ermutigung des Auslandes erblickt, so kann mau mit viel mehr Recht umgekehrt sagen, daß das Ausland vielleicht gerade durch die ruhige Erklärung unserer Fraktion zur Besinnung kommt. Vergessen wir nicht— und das scheint geflissentlich übersehen ;n werden—, daß die Erklärung sich nicht einseitig gegen die deutsche Regierung, sondern daß sie sich in gleicher Weise gegen alle Regierungen richtet, die dem Frieden abgeneigt sind! Vergessen wir auch nicht, daß Deutschland kein Frieden um jeden Preis zu- gemutet wird, sondern nur ein Frieden, der die politische und Wirt- schastliche llnabkängigkeit und Selbständigkeit des deutschen Volkes nickt antastet. Daran vollends, daß Protest eingelegt wird gegen die Unterjochung anderer Völker, wird kein Sozialdemokrat Anstoß nehmen können, es sei denn, daß die sozialdemokratischen Grund- iätze für ihn nur ans dem Papier stehen, und wenn die Erklärung schließlich die Mittel und Wege angibt, die nach Ansicht derer, die sie verfaßt haben, zu einem Frieden führen, so wird man auch das nur dankbar begrüßen können. Tie Erklärung soll die Politik der Reichstagsfraktion durch- kreuzen. Ganz abgesehen davon; daß kein Parteigenosse verpflichtet, mit der Reichstagsfraktion durch dick und dünn zu laufen, muß denn doch diese Ansicht zurück- gewiesen werden. Die Erklärung vermeidet peinlichst alles, was geeignet ist, die Gegensätze zwischen Mehrheit und Minderheit zu vergrößern, sie betont zwar einigemal den Charakter dös Krieges, läßt aber die Schuldfrage und die Frage der Kredit- beroilligung offen. Wir können es uns sehr wohl vorstellen,'daß auch ein Kreditbewilliger für sie stimmt, weil er sich sagt, ganz gleich, wie der Krieg entstanden, ganz gleich, welches sein Charakter ist. ick bewillige die Mittel, weil ich das Vaterland nun und nimmer- im Stiche lasse. Es ist ein Vorzug der Erklärung, daß sie von dem, was uns trennt, absieht und nur das hervorhebt, worauf wir alle uns ewigen können, wenn anders wir nicht völlig die Besinnung ans uns selbst verloren haben. Die Mehrheit der preußischen Landtagsfraktion bat damit nicht nur der deutschen Partei, sondern auch dem toter- nationalen Proletariat einen Dienst erwiesen, und sie hat�— daS ist unsere unerschütterliche Ilcberzcvgung— der Idee des Friedens gedient.__ Ter„Parteitag der Minorität". Kürzlich wußte die.Dortmunder Arbeiterzeitung" von Be- strebungen auf Einberufung einer Reichskonferenz der Minderheit zu beriebten. Es lourdc weiter bchaupict, daß schon Dclegiertenloahlen :u dieser Konferenz staitgcfundcn- hätten. Auch von anderen rechts- nähenden Blättern ist diese Mitteilung weiterverbreitet worden. Wir hielten gleich die Richtigkeit der Notiz für unwahrscheinlich, haben uns aber auch im übrigen ebenso wie die„Leipziger Volkszeitung" gegen die Einberufung einer derartigen Konserenz gewendet. � Tie„E fsener Arbeiterzeitung" bemertt jetzt dazu: Das„Bochumer Volksblatt" teilt mit, daß sich im Bezirk Niedcrrhciu die Bestrebungen zur Veranstaltung einer Reichs- konfcrenz der, Minderheit offen hervorgelvagt hätten. Diese Bemerkung nötigt uns zu der kurzen Feststellung. Der Versuch, für eine solche Konferenz aktiv tätig zu sein, ist aller- dings gemacht worden. Von diesem Versuch ist aber gerade von dem Vertreter unseres Blattes der Bezirksleitung des Niederrheins Mit- > eilung gemacht worden. Nachdem so die Auftnerksamkeit auf dies Beginnen der Spaltungspolitiker von der äußersten Linken gelenkt wurde, haben sich sowohl der„Vorwärts" wie die„Leipziger Volks- zeunlig" gegen solches Bestreben ausgesprochen. Auch die Bezirks- keitung des NiedcrrheinZ hat es abgelehnt, solchem Streben Vor. schub zu leisten. Damit dürste wohl die Mythe von dem angeblichen Parteitag der Minorität erledigt sein. Stellungnahme der Bremischen Organisatiousleitung zum Sondcrblatt. Ter Vorstand des Wahlveretos Bremen �beschäftigte sich in drei «itzungen eingehend mit der Gründung des Sonderorgmis und kam zu folgendem Entschluß: „Der Vorstand verurteilt die Gründung der„Bremischen Corre- spondenz" und fordert die Preßkommission auf, sofort die weitere Herstellung des Blattes in der Druckerei der„Bremer Bürger- Zeitung" zu hindern. Ter Vorstand macht darauf aufmerksam, daß als lokales Partei. blatt, das mit allen Kräften zu unterstützen gerade gegenwärtig die Pflicht jedes Parteigenossen und jeder Parteigenossin ist, nur die „Bremer Bürger-Zeitung" gilt. Jede Propaganda für ein Sonder- blatt muß den Einfluß und die Existenz des offiziellen Parteiblattes und damit den Kampf gegen alle Gegner und für die Interessen des Proletariats, nicht zuletzt auch im Dienste der Gewerkschaften, emp- findlich schwächen. Der Vorstand billigt die.Haltung der„Bremer Bürger-Zeitung in politischen und parteitaktifchen Kragen und befürwortet, falls die „Bremische Correspondenz" vorher ihr Erscheinen einstellt, die Be. rcitstellung der Kosten(eventuell aus der Kasse des Sozialdemo. kratrschen Vereins) für eine wöchentlich erscheinende Sonderbeflage der„Bremer Bürger-Zeitung", in der autoritative Artikel und Preß- stimmen, die im Sinne der Mchrheitspolitik gehalten sind, unter Hinzufügung der gegentelligen Meinung der Redaktion der„Bremer Bürger-Zeitung", vollständig oder im Auszug wiedergegeben werden." Der erste Absatz wurde einstimmig, die übrigen mit relativ großer Majorität angenommen. Die Redaktion der„Bremer Bürger-Zeitung" bemerkt zu diesem Beschluß: „Wir haben zu unserem Teile schwere Bedenken dabei nur müh- sam unterdrückt. � Jetzt haben die„Leute" von der„Bremischen Corre- spondenz" zu zeigen, daß sie im Interesse der Partei- und Gewerk- schaftsbewegung zu einem gleichen Entgegenkommen bereit sind. Im übrigen hat die Generalversammlung des Sozialdemokratischen Ver- eins das Wort, die für Dienstag nächster Woche geplant ist. Die Ge- nossen Niendorf und Henke werden die Referate erstatten; die Dis- kussion soll sich dann anschließen." Soziales. Schlecht entlohnte Kriegerfrauen. Die Fälle, ftaß Kriegerfrauen als kaufmännische Ange- stellte Gehälter beziehen, die in großem Mißverhältnis zu ver verlangten Arbeitsleistung stehen, beschäftigen auffallend häufig das Berliner Kanfmannsgericht. So stellte sich vor der 5. Kammer ein Arbeitgeber durch seine eigenen Ausfnh- rungen in bezug auf die Entlohnung einer angestellten Kriegerfrau in ein recht ungünstiges Licht. Der beklagte Kartoffelhändler Schal? hatte zur Leitung eines Marklhallenstalibes die Kriegerfrnu T. mit einem Monatsgehalt von 65 M. ohne irgendwelche Nebenbezüge angestellt. Obgleich Frau T. Anspruch auf vierwöchige Kündigungsfrist hatte, wurde sie Ende Dezember ohne weiteres sofort entlassen. Als Grund der Entlassung führte der Vertreter des Beklagten an, daß die Klägerin Untreue gegenüber dem Geschäft gezeigt habe. Schon toi November hätten sich Kundinnen darüber beschwert, daß sie Mindergewicht erhielten. Es bestebe darum der dringende Ver- dacht gegen Frau T., daß sie weniger Ware gegeben nnid den sich dadurch ergebenden Mehrerlös für die Kartoffeln in ihre Tasche gesteckt babc. Der Beklagte habe deshalb bei der Staalsanwaltichafr Strafantrag gestellt. Der Vertreter bat, die Sache beim Kauf- mannsgericht solange auszusetzen, bis das Strafverfahren erledigk sei. Als ein Frau T. belaftrndrs Moment führte der Vertreter noch an, daß die Frau im Markthallenrestaurant immer reichlich gegessen habe,„das konnte sie sich von dem'flehalt nicht leisten". Diese seltsame Bewoisführung veranlaßte den V o r f i tz e n d e n zu der Bemerkung:„Um so schlimmer, wenn Tie eine Kriegerfra» nicht einmal so besolden, daß sie sich nicht richtig sattcssen kann." Die Klägerin bestätigte dem Vertreter.des Beklagten, daß ihr kleines Gehalt allerdings nicht ausreichte, um sich angemessen er- nähren zu können; sie wies aus den im Znhörerranm sitzenden Ehemann bin, der mit Urlaub in Berlin weilt. Ihr Mann werde bezeugen können, daß er sie noch unterstützt habe. Die Klägerin berief sich als Zeugen auf den Wachtmeister B. von der Markt- Hallenpolizei, der werde bezeugen können, daß die Frauen zum Kartoffelkauf häufig mit viel zu kleinen Behältnissen kamen, und daß dabei oft Kartoffeln auf die Erde sielen. Sie habe immer das richtige Maß gegeben und trotz des großen Andranges ihre volle Schuldigkeit getan. Nicht einen Pfennig habe sie für sich behalten. Frau Sch., die das Geschäft leitete, sei auch stets febr zu- frieden gewesen. Zum Zeichen des Dankes für ibren Fleiß bekam sie, Klägerin, zu Weihnachten iwch ein Geschenk. Um so erstaunter war sie darum, als bald darauf ihre Entlassung erfolgte. Das Kaufmannsgericht verurteilte den Beklagten antragS- gemäß zur Zahlung von 65 M. Gehalt für Januar. Die angeführten Entlasiungsgründe seien nicht als ausreichend zu erachten. Der betrügerische Filialleiter. Welchen Gesahren Angestellte von Zweignnternehmungen aus- gesetzt sind, wenn der Leiter des Zweiggeschäfts auf unredlichen Bahnen wandelt, zeigte eine gestern stattgehabte Verhandlung vor der 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Eine sächsische Fensterrahmensabvik hatte die Leitung ihrer Berliner Niederlage einem Kaufmann D. übergeben, der sie, wie sie jetzt nach Jahren herausbekam, um über 50 000 M. betrogen hatte. Die Klägerin in dem Prozesse, die als Buchhalterin in der Filiale acht Jahre tälig war, war entlassen worden, weil sie sich an den Unredlichkeiten angeblich beteiligt hatte. In der Verhandlung beteuerte sie unter Tränen, sie habe die Eintragungen gemacht, wie es ihr D. anbe- foblen hatte, den sie immer als ihren Chef ansah. Sie habe es gar nicht gewußt, daß D. selbst nur Angestellter war.— Die Verhandlung ergab auch, daß die Stammfirma den Leiter der Nieder- läge nie beaufsichtigte und ihn nach eigenem Belieben schalten und walten ließ. Darum hielt das Kanfmannsgericht auch die Firma für moralisch mitschuldig, wenn auch Klägerin vom strengen Rechtsstandpunkie abgewiesen werden müßte. Sie habe unter dem Einfluß eines Betrügers gestanden, dessen bedauernswertes Opfer sie geworden sei. Auf dringendes Anraten des Gerichtshofes zählte die Firma vergleichsweise 40 M. Gerichtszeitung. Das Berliner Tanzverbot vor dem Reichsgericht. Das Tanzverbot in Berlin bildete am Freitag den Gegenstand von Erörterungen vor dem Reichsgericht. Vom Landgericht I in Berlin ist am 4. Oktober v. I. die Schankwirtin Frau W o d a r g wegen unbefugier Veranstaltung einer Tanzbelustigung zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Sie vertritt ihren Mann, der als Unteroffizier unter der Fabne stebt. Sogleich nach Ausbruch des Krieges, am 21. August 1914, hat der Polizeipräsident sämtliche Tanzerlaubnisse zurückgezogen und erklärt, daß neue nicht erteilt werden. Später bat der Oberbefehlshaber in den Marken mit dem Polizeipräsidium über diese Angelegenheit Beratungen gepflogen, und die letztere Behörde bat dann allen Inhabern von Tanzlokalen durch die Polizeireviere mitteilen lassen, daß die Abhaltung von Tanzlnst- barkeiten auf Grund des Belagerimgszustandgesetzcs bestraft werde. Veröffentlicht worden ist eine entsprechende Anordnung des Ober- befehlsbabers in den Marken nichk. Festgestellt ist, daß die Ange- klagte das Verbot gekannt und dennoch geduldet hat, daß eines Abends� in dem Seitcngange ihres Lokals getanzt wurde. Die Revision der Angeklagten wurde vom Reichsgericht als unbe- gründet verworfen. Mit Recht sei ein Vergehen gegen das BelagerungSzustandgesetz, nicht eine einfache Polizeiübertretung an- genommen, da die Verordnung der Militärbehörde zu Recht besteht und festgestellt ist, daß die Angeklagte das Verbot gekannt hat. Wurstdiebstähle im Großen. Raubzüge durch zahlreiche Schlächtergcschäfte untcv Oberleitung eines Schlächtermeisters, die eine ganze Zeit lang die Schlächtermeister in Neukölln, Britz, Tempelhof, Marien- dorf und in den verschiedensten Stadtgegenden Berlins in Aufregung versetzt haben, unterlagen gestern der Prüfung der dritten Strafkammer des Landgerichts II. Die auf schweren Diebstahl in zahlreichen Fällen bzw. Hehlerei und Beihilfe lautende Anklage richtete sich gegen den wegen Dieb- itabls schon mit Zuchthans vorbestrasten Schlächtermeister Leon- Hardt K a n ff man n zu Tempelbof, Ringhahnstraße 6/7, den vielfach vorbestraften Schmied Paul Wolfs, den gleichfalls mit zahl- reichen Vorstrafen belasteten Malergebilfcn Friedrich M ü I l e r, die Frau des Angeklagten Kaufsmann und den bei Kaufsmann tätig gewesenen Schlächtergesellen August Ricke. Die in Massen vorgekommenen Einbrüche in Schlächtergcschäfte veranlassten die Kriminalpolizei, in der Nacht zum 26. Fevruar eine Haussuchung bei Kaufsmann abzuhalten. Diese ergab, daß K. über auffallend umfangreiche Bestände an Taucrwurstwaren, die in gar keinem Verhältnis zu seinem kleinen Geschäftsbetriebe standen, verfügte. Unter � den Warenbeständen erkannten 27 Inhaber von Fleischer- geschäften einen großen Teil der Fleisch- und Wurstvorräte als ihr ihnen gestohlenes Eigentum wieder. Kanffmann leugnete zunächst einen strafbaren Erwerb der bei ihm gefundenen Vorräte, gestand dann aber nach und nach ein, daß er in einigen Fällen von den Angeklagten Wolfs und Müller Fleisch- und Wnrstwarcn gekauft babe, auch habe sein Geselle Ricke den beiden letztgenannten mehr- mals das Diebesgut abgenommen. Bei ihrer darauf erfolgten Fest- nähme traten die beiden Diebe mit starken Belastungen gegen Kaufs- mann hervor. Tie bezeichneten diesen nicht nur als ihren Hehler. sondern behaupteten auch, daß er sie zur Begehung der Diebstähle überredet habe. Nach ibrer Darstellung soll er ihnen die Geschäfte, die zur Vornahme von Einbruchsdiebstählen geeignet schienen, ein- zeln nachgewiesen, die Oertlichkeiten genau beschrieben und hernach mit einem Fuhrwerk in der Nähe des Tatortes gewartet und das Diebesgut in Empfang genommen haben. Wolfs und Müller gaben aber� nur vier Einbnichsdicbstähle als von ihnen begangen zu und Kaufsmann, cser die Darstellung der Mitangeklagten bezüglich seiner Anstiftung entschieden bestritt, behauptete seinerseits, daß alle ge- stohlenen Waren von Wolfs und Müller verrührten. Frau Kaufs- mann gab zu, die Waren vertaust zu haben, bestritt aber jede Kenntnis von dem strafbaren Erwerb; ebenso Ricke, der als Geselle die Waren nur verarbeitet haben will.— Nach den Ergebnissen der Beweisaufnabme mußten 23 Fälle der Anklage ausscheiden, da bei ihnen teils die von den bestohlencn Meistern angegebenen Erkennnngsmerkmale ibrer Würste doch nicht ganz überzeugend Ivaren, teils der Beweis nicht erbracht werden konnte, daß in allen diesen Fällen die beiden ersten Angeklagten die Täter waren. Dafür spricht allerdings der Umstand, daß nach ihrer Festnahme derartige Einbrüche völlig aufgehört habe». Das Gericht ver- urteilte Wolfs und Müller wegen schweren Diebstahls in vier Fällen zu je 6 Jahren Zuchthaus, Kaufsmann zu 3 Jahren Zuchthaus unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft. Gleichzeilig wurde Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeianssicht ausgesprochen. Tie beiden übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Z/ltdrlchstraS« 119 Msablt. TvrmstraKe s» Tauentzlenstraße 20 M Ii l l« r st r a ß« Z» Köalgstraß- 14 O r a n l e n st r a ß« 14 Teipzlger Straße 61 Neukölln, Lergstr. 7/S Oranienstraße 478 Friedenau, Rbelnstr, 14 ä&ar. biuß SchatihöJüi) ÖrolbtenbiM EüSfllj Todes-Anzeigen� MM Im Meile»»»serer o«l dm SrlessWiWlid gel»lle»e» Smsse«! Am 6. November sicl im Alter vo» 26 Jahren der Arbeiter �oksnn Mallon Boxhagencr Str. 6, Bezirk 332 Am 10. Januar siel im Alter von 26 Jahren der Schlosser Geisler Ratiborstr. 18, Bezirk 208 IL 211�0 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berl. ReichstagswahlKreis. Jnsolge seiner im Felde erhaltenen Wunden verstarb im Lazarett am 3. Januar der'Arbeiter HVilKol»« Hartkopf 38 Jahre alt, Reinickendorfer Str. 75. 20. Abt., Bez. 7S2. Am 17. August sicl in einem Oöciccht der Arbeiter Adolf Heller 30 Jahre alt, Strasburg« Straße 16, 1. ABL, Bez. 182. 224/9 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Im Felde fiel im September 1915 der VcrfichermigZbcamte Otto Behrens Wanzlickstr. 18, Bezirk 22. Im Felde siel im November der Schloff« Joseph Revolinski Seserstr. 184, Bezirk 4. 236/1 Sozialdemokratischer Wahlverein NeukSlln. Deutscli. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung Berlin. Tem Andenken unserer im �clde gefallenen Kollegen. Artur Bernstein, Helfer, geb. 14. 7. 1892 zu Berlin. Rudolf Görlitz, Metallarbeiter, geb. 25. 6. 1880 zu Berlin. Florian Korpolewski, Schlosser, geb. 16. 0. 1883 zu Goldfeld. Emil Kraatz, Arbeiter. geb. 23. 3. 1875 zu Berlin. Fritz Lahn, Rohrleger, geb. 24. 9. 1886 zu Bellin. Philipp Michel, Arbeiter, geb. So. 6. 1879 zu Markigeule». Karl Pech, Dreher, geb. 28. 3. 1895 zu Berlin. Ernst Sander, Revolverdreher. geb. 18. 4. 1885 zu Berlin. Artur Schiller, Schlosser, geb. 18. 11. 1888 zu Goldberg. Eduard Schultz, Arbeiter, geb. 8. 7. 1882 zu Schöncbcrg. Franz Sümnich, Elektromonteur, geb. 7. 10. 1881 zu Greiscnhagen. Michael Zimnitzky, Kernmacher, geb. 17. 9. 1881 zu Lutllcn. Ehre ihrem Andenken l 110/-0 Die Lrtsvcrwaltuug. r Bezirk Groff-Bcrlin. Folgende Äollcgen sind im Felde gefallen: Otto trickse, Industriearbeiter. Wilhelm Gänsrich, Geschäftsdiencr. _ Hermann Hempel, Droschkcnchauffcur. Heinrich Kurz, Kohlenkutscher. Gustav Miltz, Gcschäftskutscher. Otto Mitschke, Geschaftsdieuer. Richard Paasch, Gcschäftskutscher. Ernst Röhr, Bretterträger. Max Ruppert, Industriearbeiter. Paul Siewert, Speicherarbeiter. Karl Sothen, Packer. Oskar Schmidt, GeschSftsdieoer. Hermann Schmidtke, Industriearbeiter. Max Strauß, Industriearbeiter. 61/9 Ehre ihrem Andenke«! l>lo Bezirksleitang. t.d. 2. BerLReichstagswablkreis. Bezirk 215. Nachruf. Am 18. d. MtS. verstarb unser Mitglied, der Maur« Gtto Schilling Lllerandrinenstraße 123. Ehre seinem Andenke» k 205/3 Ter Vorstand. VesbaadOucb-aÄdMei'e!- Hillsarbeiter und ÄFbeiterinneo Deutschlands. . Ortsverwaltung Berlin. Am 20. Januar»erstarb nach schwerem Leiden unser Mitglied Erida Migottky im Alter von 22 Jahren. Ehre ihrem Andenken k Die Beerdigung findet morgen Montag, den 24. Januar, nach- mittags 3 Uhr, auf dem Zentral« friedhos in Friedrichsjelde staiL 27/3 Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag, den 20. Ja- nuar 1916 verstarb nach kurzer Ärantheit mein lieber Mann, unser gut« Vater. Schwieger- und Großvater, Bruder. Schwäger und Onket, der Kupferschmied Richard Hrosig im 64. Lebensjahr. Dies zeigt tiesbetrübt an ,44wlnv Urosig: geb. Zedier nebst Kindern. Tie Emäscherung findet am Dienstag, den 25. Januar, nach- mittags 3 Uhr, im Krematorium, Gerichtstr. 37/38, statt. Verband der Lltbograpben, llcrlln. Nachruf. Den Mitgliedern bringen wir zur Kenntnis, daß unser Kollege, der Lithograph Paul Buchholz am 15. Januar 1916 im Alter von 57 Jahren an Lungenentzün- dung verstorben ist. Sein Andenken werden wir in Ehren hasten. 108/2 Die Verwaltung. Am 21. Januar verschied sanft nach langem Leiden meine innig- geliebte Frau, unsere gute Mutter Martha Eauxe im 32. Lebensjahre. Dies zeige» tiesbetrübt an Friedrich Lange nebst Dochter Hochstr. 37. 105A Die Beerdigung sindet Diens- tag. nachmittags 4 Uhr, vom Gar- nison-Kirchhos, Müllerstraße, aus statt. Am 21. Januar verstarb plötzlich am Herzschlag meine innig- getiebte Frau und gute Mutter Elise Rein geb. Marquardt. Tie Beerdigung findet am Montag, den 24. Januar, nachmittags 4 Uhr. von der Leichen- halle des städtischen Friedhoses in Friedrichssetde aus statt. 13121 Jost. Rein und Sohn. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 19. Juli 1915 jncin innigst geliebter Mann, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Musketier Karl Baldin Infant.- Regt. Nr. 43, 2. Komp. in Königsberg heut im Zllter von 35 Jahren. 110A Dies zeigt an in tiefem Schmerz die schwergeprüfte Witwe Berta B»l«Hn geb. K n o b e l. Und schweift zu Dir auch tränen- schwer mein Blick, Du kehrst zu mir doch nimmer- mehr zurück. Wer Dich gekannt, so brav, so treu und schlicht Im Leben, im Berus, vergißt Dich nicht. Sein Wunsch auf Wiedersehen Ließ Gott aus Erden nicht geschehe». Dir der Friede, mir der Schmerz. Eharlottenburg. Pestalozzistr. 3, am 22. Januar 1916. IH im und verwandten Berufe. Unseren Mitgliedern bringen wir hierdurch zur Kenntnis, daß folgende Kollegen gefallen sind: GttO Wolf, Lithograph, gefallen am 7. Januar 19t 6. Julius Zeidler, Steindrucker, gefallen am l6. September 1915. Karl Krause, Steindrucker, gefallen anl 3. Oktober 1915. Georg Charia, Ttemdrucker, gefallen am 30. November 1915. Friedrich Radtke, Positiv Retoucheur, gestorben am 14. Januar 1916 infolge Ruhrerkrankung. Ei» ehrendes Andenken werden wir unseren gefallenen Kollegen stets bewahren. 108/4 Die Vcrtv aliiziiso» Berlin I, II, III, Verband der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe (Deutscher Soncfelder-Bund Chemigraphen. Sief erschüttert bringen wir den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kollege und zweiter Vorsitzende, der Nachschneider Gustav Michelis plötzlich am 9. Januar an den Folgen eines Magen-, Darm- und LebärleidenS im Militärlazarett Königsberg i. Pr. verstorben ist. Ein fast unersetzlicher Verlust hat uns betroffen. Jeder Kollege wird eS zu schätzen wissen, wie« uneigennützig imd unermüdlich in ständiger Kleinarbeit sür die Interessen unserer Mitglieder tätig war. Tie Organisation war ihm heilig und wirkte er sür deren standige Ausbauung. was wir ihm nie vergessen werden. 108/3 oein Andenken ehren wir am besten dadurch, daß wir geloben, ihm ttetS nachzueifern. Möge er fern von der Heimat in Frieden ruhen. Ble VersviUtmiix Berlin II. Aus dem Felde der Ehre fiel bei einem Sturmangriff uns« heiß- geliebter Sohn, Binder und Bräutigam, der Musketier Karl Strohalm, Infanterie-Regiment 189, tut Aller von 22 Jahren. 116A Um stille Teilnahme bitten Th. Strohalm und Frau. Frii, Strohalm als Bruder. Anny Behrend als Verlobte. Mögelt Du in fremder Erde zur ew'gen Ruh gebettet sein, Du wirst in unserem Herzen stets unvergessen sein. ES ist geknüpft ein ewig Band fest zwischen mir und Dir, Und ob Du ruhst int sreinden Land, im Herzen ruhst Du mir. So schlaf' denn wohl. Tu Liebster meines Lebens, Kein Kampsgetöse stört mehr Deine Ruh! Ach. all' mein Hoffen, es war doch vergebens 1 Nun deckt Dich fremde, kalte Erde zu. Dir den Frieden, uns den Schmerz. Verb. d.Sebneidep, Schneiderinnen und Wäschearheiter Deutschlands Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Uniform- ichneider, Kollege Eritz Richter geb. 9. 9. 1879, am 20. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 3% Uhr. auf den, Heiligireuzkirchhof, Mariendors, Eisenacher Straße, statt. 162/6 Die Drteverwaltung. Zum Geburtstage und Sterbetag meines geliebten, unver- geßtichen Gatten und Vaters, des SeewehrnianneS Veitin Kuhn im Alter von 36 Jähren. In schmerzlicher Erinnerung seine Gattin 110Ä Ida Äuhn geb. Neugebauer, Kinder, Mutter und Schwiegereltern. 'Allein zu sein— drei Worte, leicht zu sagen, Doch schwer, so endlos schwer zu tragen. Er kehrte nicht heim, das ist unser Klagen, Er, den wir geliebt, er kehrt nicht heim. In der Fremde haben sie ihn zu Grabe getragen. Es soll uns dies Wort zum Tröste sein. Werth« gekannt hat, weiß, was wir verloren. Lieber Papa! Wir können eS nicht glauben, Daß unS der Tod das Liebste tonnte rauben. Wir möchten mit den Händen die Erde ausgraben, Vir möchten unseren lieben Papa wieder haben. Deine Martha u. Hertha. Nachrtrf. Bei den schweren Kämpfen am 13. und 17. September 1915 sieleu meine treuen Mitarbeiter Gustav Sprick Neulölln, Manitiusstr. 2, Heinrich Profe Britzer Str. 20. Ferner verstarb nach schwerem Krankenlager am 8. Januar mein langjähriger Mitarbeit« August Gutsche Naunynstr. 45. Meinem Hause hat derselbe zirka 30 Jähre treu zur Seite gestanden. tvleichzeitig starb nach schweren Leiden am 30. November die Galiin meines langjährigen Mii- arbeiters, Frau Luise Emma Prenß JohanniSttjch 11. Ehre ihrem Andenken! �tsx lirskt i. F. Fachtischlerei f. Buchdruckereien, Fttrstenslr. 8. 152b Gesangverein„Ney Erwacht". Hierdurch die traurige Nachridjt, daß auf dem Kriegsschauplatz wiederum ein Mitglied und zwar Paul Winnig ge- als Opfer des Belikrieges fallen ist. Ter Verein wird auch diesem Sangesbruder ein dauerndes An- denken bewahren. 57/5 Bvr Vorstand. Hiermit die traurige Stachricht, daß meine herzensguie Frau Julsusle Oelscliläger am 2 l. Januar nach nennwöchigem Krankenlager sanft entschlafen ist. Dies zeigt tiesbetrübt an der trauernde Gatte 164b Sallas OelschlttiBrcr Eharlottenburg, Kaiserdamm 97. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. Januar, vor- mittags 10'/, Uhr, von der Halle des Südwest-, ZriedhoseS in SiahnS- dort aus statt. hlbfnbrtvon Cbarlottenburq 9.37. Als Opfer des Weltkrieges»er- starb am 23. Dezember 1915 unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Ptusletier Otto Rossow vom 150. Jns.-Reg. im 31. Lebensjahre. 96A Dies zeigen tiesbetrübt an 51«* Palm, als Bruder, und Familie, Johannisthal. Ein gutes Herz kehrt nicht zurück, Vernichtet hatä ein Augenblick TYP0GRAPH1L Ten werten Mitgliedern die traurigeNachricht, daß uns« treues, langjähriges Mitglied, Kollege Köi'msllu Netw im 61. Lebensjahre verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung sindet statt am Montagnachm. l'/z Uhr aus dem Christus- Kirchkos, Mariendors, Chausseestraße(Linie 73). Recht zahlreiche Betelligung, besonders der Sänger,«wartet Her Vorstaad. Verband der ttupierscbMede Bcatschlaads. Filiale Berlin. Am Donnerstag, den 20. Ja- nnar verstarb nach kurzer Krank- heit unser langjähriges Mitglied, der Kollege Richard Brosig im Alt« von 64 Jahren. Ehre seinem Andenken k Die Einäscherung findet am Dienstag, den 25. Januar, nach- mittags 3 Uhr, im Krematorium, Gerichtstraße 37/38, statt. Um rege Beteiligung wird ge- beten. NachmL. Ferner verstarb nach längerer Krantheit unscr Mitglied, der Kollege Wilhelm Schröder im Felde. Ehre seinem Andenke» k Bor Vorstand. Erst heute erhielten wir die Nachricht, daß uns« lieber Kollege. der Schrijtsetz« 165b Otto Kilian geb. 24. 9. 1883 in Wallenburg am 12. Februar, 1915' aus dem Felde der Ehre gefallen ist. Ein dauerndes gutes Gedenken werden ihm dewahren Die Kollegen der Norddeutschen Buchdruckerei. Berlin, den 22. Januar 1916. nuar Fern von seinen Lieben fand den Heldentod sürS Vaterland infolge eines Kopfschusses am 15. Ja 1916 mein herzensguter, innigstgeliebter Mann, Vater seines einzigen KindeS, der Gardesüjili« Gg. Baumann Lchr-J»s.-Regt. 6 Komp. In tiefem Schmerz Frau Emma Vaumann nebst Sohn, Mutter und Schwester. Es war so schwer das Abschied- nehmen, als fort Du zogst in Feindesland: doch ach, wie schreck- lich war die Slunde, als plötzlich kam die Trauerkundc: er starb den Tod fürs Vaterland. Ost ist es uns, wenn still der Tag ver- rinnt, als müßtest Du noch wiederkommen. Es ist fo schwer, wenn sich zwei Augen schließen, zwei Hände rnh'n, die einst so viel geschastt. und unsre Tränen still und heimlich fließen, nicht vor der Welt, daheim vor Deinem Bild. Wir kennen nicht die Stätte, wo er starb, auch nicht die Stunde; wir kennen nicht fem Grab. Doch Du, Natur, der Du freier bist als wir, wir rufen Dich: Streu Blumen um ihn her. Tempelhof, den 23. Jan. 1916, Siolbcrgstr. 8a, 65A Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, anzuzeigen, daß uns« lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, der Buchdrucker Paul Schafer Reserve-Jns.-Reg. 36, M.-G.-K., sein« schweren Verwundung, im 35. Lebensjahre, am 18. Ja- nuar 1916 in einem Feldlazarett erlegen ist. 160b Jni Nanien der Hinterbliebenen PamiHo II. Scliäter. Berlin, Januar 1916._ Danksagung. Für die uns erwiesene überaus berzliche Anteilnahme anläßlich des Ablebens unseres liehen Gatten, Vaters und Großvaters .liiüus Saupe jagen wir allen seinen Freunden und Mollegen unseren herzlichen Dank. Innigsten Dank auch insbesondere Herrn Manasse und den Vertretern der Gewertschasten sür ihre zu Herzen gehenden Worte und die überaus zahlreichen Kranzspenden. 99/4 /Familie Saiipe. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten VaterS sagen wir hierdurch allen, insbesondere den Kollegen der Firma Argo- Flugzeugwerke Johannisthal unseren herzlichsten Dank. USA Frau Anna Homtke nebst Kindern. Der Schuhhof if Inventur-Ausverkauf Linkstraße 11 lob. F. 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Herr Joseph Wilhelm, München, schmbi:„Seit 2 Monaten lilt ich derart an Ischias, dag ich nicht gehen und nicht stehen und das Bett nicht acrlassen konnte. Ich hätte ausschreien mögen vor schmerzen. Kein Mensch glaubt, was ia- gelitten habe. Nichts hals mir. Da brachte mir meine Frau aus der pothele Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Zablelien genommen batte. war ich vollkommen wieder bergcstcllk. Ich gebe daber jedem Leidenden den Nat, sich sosort da» überaus billige und uiischlbar wirkende Togal zu besorgen.?!tcniand wird diese Ausgabe bedauern." Acbnlich berichten viele Hunderte, welche Togal gegen Rhen- matismus, Hexenschug, Gicht, Schmerzen in den Gliedern und Gelenken sowie bei allen Arte» von Nerven- und Kopsschmerzen gebrauchten. Es gibt nichts Besseres. Alle Apotheken sühreu Togal-Tablcttcn. mmmmmmmmmm Trauerkleidung sehr billig! 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Tie Debatte wogte hin und her.„Solange nicht Reich lind Staat den Anfang inachten und Frauen in die Parlamente wählen lassen, bedanke sich der Haus- und Grundbesitzervcrein dafür, Frauen in den Vorstand zu entsenden", hieß es. Alle Gegengründe, daß die Frauen dieselben Beiträge zahlen, dieselben Pflichten zu erfüllen hätten wie die männlichen Mitglieder, nützten nichts. Ter Antrag wurde abgelehnt. Der vorgeschlagene Mann erhielt 141. lvährend sich o5 Stimmen auf die Frau vereinigten. Der Haus- und Grundbesitzervcrein von Schöneberg ist wieder gerettet. Diese kleine Katzbalgerei ist in der heutigen Zeit bezeichnend, wenn sie sich anch in einem bürgerlichen Verein abgespielt hat. In Berliner Hausbesitzervereinen ist man ans diesem Gebiete nicht gan� so rückständig wie in dem Schönebcrger Verein. Hier gibt es Vereine, die Frauen bereits in den Vorstand auf- genomn/n haben. Auch der Schöneberger Verein wird noch dahiip kommen. Die Debatte in Schöneberg lenkt aber die AHtuerksamkeit auf die Rechte der Frau überhaupt. In den Arbeiterorganisationen ist es schon lange selbst- verständlich, daß das weibliche Element auch an der Ver- waltung beteiligt wird. In politischen und gewerkschaftlichen Vereinen sitzen weibliche Personen in den Vorständen und leisten der Sache oft Ivertvolle Dienste. Die Kriegszeit hat die arbeitende Frau in noch größereni Matze als früher in alle Erwerbszweige hineingezogen. Damit wird die Not- wendigkeit noch besonders erwiesen, der Frau auch alle politischen Rechte zu gewährleisten/ die den Männern zustehen. Wie wichtig wäre es schon angesichts der Teuerung, wenn Arbeiterfrauen im Parlament sätzen. Sic würden die Aller- s achverständigsten sein und den Parteien und der Regierung sagen, vielleicht sogar sehr deutlich sagen, tvas nottut. Hoffen wir, dqß die Widerstände gegen die Gleichberechtigung der Frau bald überwunden werden und datz der Frau die Rechte gewährt werden, auf die sie selbstverständlichen Anspruch hat. Arbeitcrbildungsschule. Heute, Sonntag, den 23. Januar, abends 7'/., Uhr, findet der dritte der u a t u r w i ss e n schast- lichcn Lichtbildervorträge statt. Genossin K ä t c D u n ck e r wird diesmal das Thema:„Die Wirkungen des Waffe r s- a u f die Erdoberfläche" behandeln. Die Vorträge finden-im Hörsaale, der Schule, LindenM 3, 4. Hof rechts 3 Treppen, statt. Der Eintrittspreis beträgt 10 PfenniFe.£'—7''~- »:'**l'"£- * ♦ Das Löjährigc Bestehen der ArbeiterbildnngSschule, die am 12. Januar 1891 als Verein ins Leben gerufen wurde, soll in einer kleinen Gedächtnisfeier gewürdigt werden, die S o n n a b c n d, den 29. Januar. 8'/, Uhr, im Hörsaale der Schule statt- finden wird. Die älteren Mitglieder des Vereins Arbeiter- bildungSschule und die jüngeren Schüler sowie die Freunde unserer Bildungsarbeit sollen auf diese Weise Gelegenheit haben, zusammenzukommen, um der in einem Vierteljahr- hundert geleisteten Arbeit zu gedenken und Anregungen für die Ausgaben der Zukunft zu empfangen. Tie Feier wird sich, da der Ernst der Zeit große Feste nicht zuläßt, nur in einem schlichten Rahmen halten; sie wird einen Vortrag des Genossen Wurm, der an der Gründung der Schule beteiligt und viele Jahre an ihr als Lehrer tätig war, sowie eine Aus- tvahl guter Musitvorträge bringen. Ausgabe von Heimarbeit durch den Verband der Schneider. Der Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäfchearbeitcr Deutschlands(Filiale Berlin) ha: von einer größeren Firma die Verteilung von Sandsaclnäh arbeiten an Heimarbeiterinnen übernommen. Diese Näharbeiten vergiebt der Verband an seine arbeitslosen Mitglieder zu den von der Militärbehörde festgesetzten Löhnen. Die Ausgabe der Arbeit erfolgt in den Räumen des Verbandes, Sebastiaustr, 37, Hof link-5 III, von 9—4 Uhr. Arbeitslose lassen sich auf einem der nachstehend angegebenen Arbeitsnachweise eine ArbeilStosenkarte ausstellen und weisen sich mit dieser und ihrer Mitgliedskarte auf dem Verbandsbureau ans. Die Arbeitsnachweise befinden sich an nachstehenden Stellen: Junlerstr. 10 I, Rücker- stratze 9, Tresckowslr. SS und Gerichtstr. 35; sie find geöffnet von 9—1 Uhr vormittags und von 3—7 Uhr nachmittag?, In der Sitzung des FachanSschusies für Hülsenfrüchte, Reis, Grieß, Graupen, Koloniallvarcn. Konserven derjßreis- Prüfungsstelle Groß-Berlin am 19. d. Mts. iourde zur Sprache gebracht, daß mehrfach Konservenfabriken sich weigern. Gegen- stände des täglichen Bedarfs ohne gleichzeitigen Bezug von Luruskonserven zu liefern. Die Preisprüfungsstelle sieht in bie|cni Geschäftsgebaren eine Zurückhaltung der ersteren Warenart im Sinne des§ 1 der Bundcsratsbekanntmachung gegen übermäßige Preissteigerung vom 23. Juli 1915. Sic wird ihre Wahrnehmungen der Reichsprüfungsstelle Braun- schweig als Hauptherstcllungsort für Konserven mitteilen, um mit dieser gemeinsam gegen den Mißstand vorzugehen. In der Sitzung wurde ferner beschlossen, vier hiesige Kleinhändler zu verwarnen.__ Die Tragödie im Tiergarten ist jetzt zum Teil aufgeklärt. Der Mann ist der 56 Jahre alte Hauseigentümer und Kaufmann Richard Schliebener aus der Schloßstr. 27 zu Sieglitz, der seine Frau mit mehreren erwachsenen Kindern hinterläßt. Die Frau ist eine 32 Jahre alte Näherin Ida R o st, die in der Steglitzer Straße 3 bei den Schlosser Linkeschen Eheleuten ein leeres Zimmer abgemietet und mit eigenen Sachen ausgestattet hatte. Eine weitere Mitteilung besagt, daß bei der Leiche Schliebeners ein Brief gesunden sei, der mit„Käte" unterschrieben ist.„Käte" bittet in diesem Briefe, den sie an Schliebener nach der' Behrenstraße richtete, wo er beschäftigt war, nicht mehr nach der Steglitzer Straße zu kommen, damit er nicht auch in Gefahr und Unglück gerate. Es handelt sich um einen Abschiedsbrief. Die Schreiberin Käte teilt dem Empfänger nnt, daß sie alle seine Briefe vernichtet habe, aber sein Bild auch zu vernichten, könne sie nicht über sich bringen. Sie schreibt, daß sie nicht wert sei, weiter zu leben. Von der Abficht einer Zusammenkunft ist in dem Briefe, der bereits mit einer Freimarke ver- sehen war, nicht die Rede. Wie sich das Paar dann doch noch getroffen hat, weiß man nicht. Die Selbstladepistole, eine Waffe kleinen Kalibers, ist ganz neu. Sie ist mit sechs Patronen geladen gewesen, die alle abgeschossen wurden. Das erwähnte Bild Schliebeners, eine farbige Photographie, wurde bei der Toten gefunden, Tie steigende Havel. Unaufhörlich wächst der sonst so sacht dahinfließende Strom und von Tag zu Tag tritt er mehr aus seinem Bett und überflutet daS Gelände. Die stärkste Steigerung ist in den letzten 24 Stunden ein- getreten und im Laufe des gestrigen Tages betrug die Zunahme der Wasserhöhe auf der nach dem Marguarter Strommeisterei-Pegel gemessenen Sacrow-Paretzer Kanalstrecke 1 Zentimeter. Bei Sacrow ist an der Havelenge eine andauernde Steigung bei starkem Süd- Westwinde zu bemerken und der Pegelstand wird dort mit 2,94 Meter angegeben. Am Capnther Gemünds hat das Zunehmen des Wasserstandes tagsüber angehalten. Auf den niedrig gelegenen Plätzen in Potsdam sieht man das Grundwasser, besonders am Wilhelmsplatz, der durch den hohen Wasserstand im Stadtkanal beeinflußt wird, emporquellen. Zur Sicherung der Schiffahrt und der dem Wasserverkehr dienenden Bauwerke in Berlin hat die Berliner Wasierbauverwalmng angeordnet, datz große Schiffe, die von der Oberspree nach Potsdam und weiter hinaus bestimmt sind, und die für den Landwehrkanal zu groß find, durch den Teltow kanal fahren müssen. Durch Ablassen von 25 Kubikmeter Wasser sekundlich wird an der Machnower Schleuse der Wasserspiegel im Teltowkanal gleichbleibend abgesenkt. Beim gegenwärtigen Wasser stände erweist sich der Teltowkanal als besonders wertvoller Verkehrs- Vermittler, in dessen Anlage alle Evenlualitäten berücksichtigt sind. Der Verkehr hat denn auch eine lebhafte Zunahme erfahren und entlastet die Berliner Wasserwege. An der Mündung des Teltolv kanals herrscht Hochwasser. Gcstügelvorsührung. Der bekannte Verein Berliner Geflügel- zllchter„Fortuna" veranstaltet heule Sonntag, den 23. dieses Monats, in seinen Vereinslokaliläten Rosenthalerstr. 14 eine Vereinsgeflllgel schau, in welcher e:wa 299 auserlesene Rasseliere zur Vorführung gelangen. Tarunter sind besonders vertreten die schönen Plymouth Rockshllhner, Wpandottes, Mmorka und Italiener sowie zierliche Zwerghühner. Unter den Tauben stehen die warzenschnäbligen Carrier, die beliebten Berliner Flugtauben sowie die Feld- und Farbenlauben an der Spitze. Die Ileine Schau soll insbesondere zeigen, daß die Berliner Züchter trotz Futternot und Futterteuerung werlvolle Zuchlstämme durchgehalten haben, welche mit dazu bei- tragen sollen, nach beendetem Kriege die erheblich zurückgegangene Geflügelzucht wieder aufzubauen. Der Eintritt ist für eingeladene und durch Mitglieder eingeführte Gäste frei. Straßensperrung. Da? Polizei-Präsidium teilt mit: Die Georgen st ratze zwffchcn Prinz-Louis-Fevdinawd-Straße und Friedrichstratze wird wegen Bauausführungen an dex Nordsüdbahn für Ayhrwerke und Reiter vom 1. bis 15. Februar 1916 gänzlich gesperrt und vom letztgenannten Tage ab bis auf weiteres in der ffffchpmg imn Westen nach Osten. Die bezügliche �Lelcuustznuchuug vom 19. d. M. wird aufgehoben. Mus öen Gemeinden. Ttadtverordnetensitzung in Lichtenberg. Bei den in der letzten Sitzung vorgenommenen Vorstands- und Beisitzer wählen wurde das bisherige Bureau, darunter die Genossen Otto John als Vorsteherstellvertreter und A u g u st B c ck e r als Beisitzer wiedergewählt. Der Vorsteher Dannenberg wies in seiner Dankesrede auf den Burgsrieden hin und knüpfte daran den Wunsch, datz auch im Lichieuberger Stadtparlament der Burgsrieden von allen Parteien in diesem Jahre innegehalten werden möge. Doch gleich nach dieser Rede kam es anders. Die Hausbesitzer der bürgerlichen Vereinigung sagten sich gegen seitig den Krieg an. Lichtenberg ist nämlich an zwei Kanalisationsnetze angeschlossen. Der Orlsteil innerhalb der Ringbahn ist an die Berliner und der außerhalb der Ringbahn an die Lichieuberger Kanalisation angeschlossen. Bei der Lichten- derger werden in»: etwa« höhere Gebühren erhoben; die hier an» gescklosienen Hausbesitzer stellten jetzt daS Verlangen, daß die städti scheu Körperschaslen ein Lrlsstatut erlassen sollten, wonach im ganzen Orte gleiche Beiträge zu erheben wären. Nachdem noch die Wahlen zum Wahlausschuß erfolgt waren, beschäftigte sich die Versammlung wieder einmal mit dem neuen Gaswerk und den Mängeln des Leuchtgases. Leider wurde diese wichtige Angelegenheil von der öffentlichen auf die geheime Sitzung verschoben._ Tic neue» Brotkarten in Wilmersdorf. Der Wilmersdorfer Magistrat benachrichtigt die Haus- b e s i tz e r oder deren Stellvertreter davon, daß sie bei den zu- ständigen Brotkommlssioueir den Ilmtausch der ans ihre Grundstücke entfallenden Wochen-Brotkarten der 59. und 5l. Woche vorzunehmen haben. Dagegen erfolgt in Wilmersdorf der Umtausch der Zusatzbrotkartcn durch die Inhaber selbst. Lebensmittelfürsorge in Pankow. Der Gcmeindevorsland macht bekannt, daß diejenigen Haus- hallunge», denen Berechtigungskaricn zum Bezug« frischer Milch nicht zustehen, Berechtig ungSkarten zum Bezüge konden- sierter Milch in Dosen erhalten können. An Haushaltungen bis zu 3 Personen ivird eine Karte, an größere werden 2 Karten ausgegeben. Die Karten sind»n Einwohnermeldeamt. Zimmer 15 des Rathauses, während der Dienststunden von 9—2 Uhr, persönlich in Empfang zu nehmen. Die Abgabe der kondensierten Milch findet nicht regelmäßig statt, sondern nur soweit der von der Ge- meinde beschaffte Borral reicht. Am Montag erfolgt bereits die Ausgabe von Milch und Kakao- pulver an die Wiederverkäufer. Ferner gelangt von jetzt ab ein Posten Markfett aus Rinderknochen derart zum Verkauf, daß auf jede Lebens- mittelkarte der Gemeinde innerhalb einer Woche stz Pfund ab- gegeben wird. Der Preis beträgt für Pfd. 1,25 M., für'/- Pfd. 0,63 M. Der Verkauf erfolgt in den durch Anschläge kenntlich ge- inachten Geschäften. Die Velkäuser sind verpflichtet, den Verkauf in der entsprechenden Wocticnrubrik in der Spalte„Fette" durch Aufdruck des Firmen- oder Datumstempels ersichtlich zu machen. Auf Lebensmittelkarte», die in den belreffenden Feldern einen solchen Vermerk tragen, darf in keinem Geschäft Markfett verkauft werden. Stadtverordnetenversammlung in Potsdam. .In der letzten Sitzung wurde deir Stadtverordneten eine lieber- ficht über das Vermögen der Stadtgemeinde und der Stiftungen unterbreitet, aus der ein Vermögensüberscbuß von 24 477 218 M. bei einem Aktivvermögen von 54 83t 615 M. hervorgeht. Das Aktivvermögen wuchs um 2 928 614 M. Das Verwallungsvermögen be- läufr sich auf 12 218 883 M. und es ergibt sich ein reines, von Oer Stadt frei verwertbares Kämmereivermögen von 12 263 335 M. Beim Stiftungsvermögen ist ein Ueberschuß von 5 117 279 M. festgestellt. Eine lebhafte Aussprache rief die Nachbewilligung von 2799 M. für die Verbesserung des Potsdamer EhrenfnedhoseL hervor. Die Stadt hatte den Erwerb von 3699 Quadratmeter mit einem Grundpreise von 25 Ps. veranschlagt, der Forstfiskus forderte aber 1 M. für das Waldland. Mehrfach wurde dieses geringe Eni- gegenkommen bemängelr und der Preis bei der auf dem Gelände liegenden Baubeschränkung als Luxus- oder Spekulaiions- preis von den Rednern bereichnet. Man bedauerte auch, datz der Fiskus wenig Verständnis für den beim Ehrenfriedhos maßgebendeir Gotühlszweck bekundet habe. Der Preis wurde vielfach für zu doch gehalten und man schlug darum die Beschreitung des Jmmediat- Weges vor. Schließlich stimmte nach Anhörung des Oberbllrger- meisterS und des Bürgermeisters die Versammlung der beantragten Nachbewilligung mit der Maßgabe zu, daß der ForstfiskuS anch das übrige noch zu erwerbende Gelände zum Preise von 1 M. pro Quadratmeter an die Stadt verkaufen solle. Zur Aufbringung der Mittel für die Kriegerfamilienunterstützung wurde beschlössen, die Bestände der Stadt m Anspruch zu nehmen. Die vom Reich zu erstattenden Beträge werden sich zum Schluß des NechnungsjahrcS ani SS9 999 M. belaufen, woraus bereits 179 328 M. zurückgezahlt und 150 000 noch rllckerstattet werden. Die endgültige Belastung der Stadt dürfte 629 999 M. ergeben. Schweinefleischverkauf auf Brotkarten in Weiftensec. Vom Montag ab beginnt in der Verkaufsstelle der Gemeinde, Langhansstr. 193, der Verkauf von gefrorenem Schweinefleisch. Für jede in der laufenden Woche gültige Brotkarte wird ein Pfund ver- abreicht. Die Preise des abzugebenden Fleisches richten sich nach den festgesetzten Höchstpreisen. Gemeindevertretersitzung i» Mahlsdorf. In der am 19. d. Mts. stattgcfundenen Sitzung wurde Herr Zimmermann, Hönower Straße, als Waisenrat für Mahlsdorf-Oit gewählt. Eine anfzunehmende Anleihe von 6599 M. zur Befestigung der Zugangsstraße zum neuen Friedhof war bereits in einer früheren Sitzung bewilligt, vom Kreis aber aus formellen Gründen bc- anstandet worden. Die Vertretung stimmte erneut der Anleihe zu. Dem Gutsbesitzer Herrn Lange wird gestattet, die Straße 12, hinter seinem Grundstück zu sperren. Er hat dafür eine Anerkeiiniuigs- gebühr von 1 M. zu zahlen. Für die Gestaltung der Begräbmsplatz- Kapelle lag ein Projekt des Herrn Bartsch vor, das 21 600 M. kosten soll. Die Vorlage wird mit einigen vom Ge- nosien Schumann gewünschten Abänderungen angenommen.— DaS Straßenland an der Ecke der Hönower Straße und Zeppelinstraße wird von der Gemeinde kostenlos übernommen. Zum Schluß der Sitzung brachte Gemeindevertreter Klein Klagen über die mangelhafte Gasbeleuchtung vor. Der Vorsteher erwiderte, daß Beschwerden darüber wohl aussichtslos seien, da die Sladt Lichtenberg sich darauf berufen werde, daß ihr für eine bessere Gas- erzeugung die geeignete Kohle fehle. Wählerlisten und Auskunfterteilung iu Biesdorf. Die Wählerlisten liegen in der Zeit vom 15. bis 39. Januar, wochentäglich von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmiltaiis, in: Gemeindebureau. Dorfstr. 67, aus. Am Sonntag, den 23. Januar und Sonntag, den 89. Januar, erfolgt die Auslegung der Listen von zultehmen.'" Ilm Auskunft in Unterstützungsangelegenheiten wende man sich an die Genossen A. Daumann, Königstr. 29 und Albert Lindemaun, Eitelstr, 2._ Mus aller Welt. Eine zweite§euersbrunst in Norwegen. Tie Stadt Molde zerstört. Kaum sind die Rauckwolkc» aus Bergen verzogen, und schon wieder ist ri»e blühende Stadt Norwegens ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer, von einer Wollwarcnfabrik in Moide ausgehend, wurde durch einen heftigen Sturm in rasender Eile weiter verbreitet. Da Molde vornehmlich aus Holzhäusern besteht, fand das Feuer reiche Nahrung, und bald stand die ganze Stadt in Flammen. Nach den bisherige» Meldungen sind 129 bis 159 Häuser niedergebrannt. Von den etwa 3999 Einwohner« ist der dritte Teil ab dach los. Tie Ob- dachlosen sind in Hotels und in Privatwohnungen untergebracht. Menschenleben sind nicht»mgckomine», aber es herrscht grosicr Mangel an Lebensmitteln. Bon Aalefund gehen Dampfer mit Kleidungsstücken und Lebensmitteln ab. Ter Brand wird auf Brandstiftung zurückgeführt, da er gleichzeitig an zwei weit vonciiiander entfernten Stellen ausbrach. Der Gcfamtschaden beträgt gegen drei Millionen Keinen; betroffen find meist arme Leute, die nicht versichert waren. P Der Hafenplcitz Molde liegt im Amt Romsdal. südwestlich von Trondhjem, hat über 3999 Einwohner, die größtenteils lebhaften Hairdel mit Fischen, Holz und Teer betreiben. Die Stadt liegt in einer der schönsten Gegenden Norwegens, ist ein Haupttreffpunkt des großenteils deutschen Fremdenverkehrs und anch vom Deutschen Kaiser anläßlich seiner Nordlandfahrten wiederholt besucht worden. Meerwärts ist der Hafen durch große, malerisch vorgelegene Inseln vor Stürmen geschützt. Neunfacher Mord. In dein Dorfe R v z k o p a c z o w o, Kreis Lubartow(Gouvernement Lublin), wurde die aus a cht Köpfen bestehende Familie des Szloina Grünberg und ein bei ihnen nächtigender Einwohner des Dorfes Zeztzlin, ein Dorf- schneider, ermordet aufgefunden. Eisenbalmunglück in Bencticn. Tie„Neue Zürcher Zeitung" meldet qus Mailand: Bei Vigodarzerc in Veuetien stießen zwei Züge zusammen, von denen einer mit drei Maschinen bespannt war. Den ersten Meldungen zufolge sind viele Per- sonen getötet und verletzt worden. Einzelheiten fehlen noch. Ein schweres Explosionsunglück ereignete sich in Kaisers- läutern durch mivorsiclitiges Hantieren mit nicht entladenen Sprenggeschossen. Ter 14jährige Schüler Langhauser spielte. mit einem solchen Geschoß, das dabei explodierte. Tie Sprcngstncke risien dem Knaben den Unterleib auf, so daß sofort der Tod eintrat. Zwei Spielgefährten wurden schwer verletzt. Geheimnisvoller Raubmord. Im Hotel„Bristol" in Lemberg wurden die beiden Universitätshörcrmnen Pauline und Eäcilie Spannlang tot aufgefunden; die Damen waren auS Krakau in Lemberg eingetroffen, um sich von dem ins Feld ziehenden Gatten und Schwager zu verabschieden. Es ist ertviesen, daß sie eine größere Barschaft und wertvolle Ringe bei sich hatten, doch wurden nur 380 Kronen bei ihnen gefunden, so daß allgemein ein Raubmord vermutet wird, MntocMcr in Odenwald und«vessart. dcr Nackt zum Mrck-- tag gingen, wie der„B. Ztg." gcbruhtct wird, in.OtzcMvqtd und Spessart schwere Unwetter inodcr.. Durch orkanartigen Sturm, tv* «leitet von Hagclschtag, wurde i» den Watdungen, den Häusern und au den Telephoirleitungeu graßer Schaden angerichtet. Ii: Hanau stürzte ein aus Holzfachwerk errichteter Neubau zusammen. Hochwasser im Sprccwnld. Taj? Hachlvasscr im Sprcewatd hat einen Stand erreicht, der seit viele» Iahren nicht beobachtet worden ist. Felder und Wälder stehen unter Wasser. Dcr Ver- kehr ist nur noch mit Kähnen aufrecht zu erhalten. In Lübbe» und Lübbenau stehen zahlreiche Keller unter Wasser. Einzelne ab- gelegene Dörfer sind vom Verkehr abgeschnitten. Einsturz einer Stadtmauer. In einer Länge bon 35 Metern stürzte die Stadtmauer in An naberg dicht hinter dem Stadt- bade ein. Nach den bisherigen Feststellungen dürfte, ein Unglücks- fall dabei nicht zu verzeichnen sein. Soldaten der Ämiaberger Garnison wurden zu den Aufräuinnngsarbeiten abkommandiert. Die Stadtmauer wurde von 1503 bis 1510 in einer Stärke von Ä, Meter erbaut. parteiveranftaltungen. Sechster Wahlkreis. Für den heute abend Tl., Uhr bei Bötzow. Prenzlauer Allee 24Z/247. statlftndenden Lichtbildervorträg lind außer an den schon benannten Stellen noch Billett sbeiNochus. Schiie- m a n n st r a ß e 39, zu b a b c n. Der Vorstand. Schöucberg. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins stndei Dienstag, den 25. d. M., abends 9 Uhr. in den Neuen RaihanSsälen, Martin-Luther-Strabe ö9, slalt. Die Zagcsvrdnung laute!:„Besondere ?lgilation unter den Frauen zur Gewinnung neuer Mitglieder für den Wahlocrcin". Stralau. Die Genossiimeu und Genossen loci den ersucht, sich an der Mitgliederversammlung am Dicnslag, den 25. Januar, recht zahlreich zu I beteiligen. Dagejordnung: Dortrag über die.tleichöverlichcrungZordnung und Berichterstattung des Gcmeindcvcr treters. Gleichzeitig machen wir. auf I die Auslegung dcr Gcmcindewählcrliste vom 15.— 31. Januar austnerbam. ES ist Pflicht jedes.Gemcindcwäblcrs, die Liste einzusehen. Pankow. Dir Bildungsausschusz veranstaltet Sonnabend, den 29. Fauuar, abends s Uhr, in der Aula der V. Gemeindeschule einen Kunst- abend zu einem billigen Eintrittspreise von 10 Ps. Die Mitgliedcrvertammlung des Wahlvereins kann besonderer Umstände halber erst Mittwach, den 2. Februar, stättstnden. Sriefkasten üer Reüaktion. H. H. 1 11. Dcr frühere Mieter muß die Miete für das volle Quarial zahlen. Eine Klage gegen ihn würde also Erfolg haben.— M. S. 35. Ihnen steht, wenn Sie selbst Marken geklebt haben, ein Witwengeld zu. dem Kinde die Waisenrente. 2. Der Ansvcuch ist unter Einsendung der Ausrech mingsbeicheiiiigung und der letzten Invalldenkalten von Ihnen und Ihrem Manne bei der Landesversichcrungsanstalt geltend zu machen. 3. 568 M. jährlich.— W. 44. Wenn Sie Ihre Adresse angegeben haben, erfolgt aus Wunich Zusendung.— P. B. 4. Die jetzt noch allgemein ge- bräuchlichc Schreibweise ist mit pH. M. S4 88. Auskunst darüber erhalten Sie beim Verband der-Schneider, sebastianstraßc 37/38.— Wrangelstr. In, Bureau des Nationalen Frauendienstes. Mariannen- platz 27/28. erhalten Sie die gewünschte Anleitung.— Kit. Kit. Nein. — W. S. 18. Sie haben den gleichen Erbanspntch. Tie Adresse der Krankenkasse ist uns nicht bekannt, die müssen Sie doch aus dem Mitglieds- buch der Mutter ersehen.— Altruppi«. 1. Ja. 2. Ja. Die Witwe er- hält ein Witwengeld. Dcr Antrag ist unter Vorlegung Ihrer Invaliden- karten und der Zkustechnungsbetcheinigung und der Ihres berstorbenen Ehe- manncs beim VersicherungSamt zu stellen.— Kl. St. 1. Wenn Sie 23 M. Pflegegeld bekommen, wird Ihnen die staatliche Unterstützung nicht gezahlt. Dcr'Abzug kann daher jetzt erfolgen. 2. Nein.— W. 5. Nein. — B. F. 400. 1. Ja, weil durch die Amnestie diese Strasc erlassen ivorden ist. 2. Ja.— P. L. 89. 1. Der Wirt ist zur Reparatur ver- pflichtet. Wenn dcr Verwalter aus wiederholte Aufforderung die Reparatur nicht machen läßt, so lassen Sie die Reparatur arij leine Kosten anfertigen. 2. Daß die Unterstützung in diesem Falle gekürzt wird, ist uns nicht be- kann!.— A, M. 30. Nein.— K. tt. 61, Ja,— A. S. 121. Da Sic sich sicher durch Unterschrift auf einem Bestellschein zu weiterer Zahlung verpflichtet haben, io müssen Sic diese Verpflichtung cr- füllen. Die Firma würde, im anderen Falle gegen Sie mit Erfolg Klage erheben können.— M. P. 888. 1. Ja." 2. und 3.?!ei». — A. F. 30. i; Rein. 2. Er bedarf dazu der Zustinrnmitg des Regimentskommandeurs.— A. 2. 35. 1. Wenn die Sirase über jeetrs Monate beträgt, kommt die Kriegsunterstützung solange in Wegsall. bis der Betreffende wieder zum EeereSdieust zurückkehrt. Sie müßten dann um Armenunterstützung cinkommcn. 2. Versuchen Sic es mit einem solchen Gesuch.— E. Dötsch. Der Chef ist im Recht. Ihre Tochter ist ver- iicherungspstichtig für die Invaliden- und Angeslellteiiverüchcrung.—• — F. P. Lichtenberg 30. Tie Bezrichnmig kennen, wir nichl. Sic ist jedenfalls eine rein medizinische.— Köpenick 38. Wenn erwiesen ist, daß dcr Kündigungsbrief am 28. abends dem Adressaten nur deshalb nicht zugestellt werden konnte, weil cr nicht anwftend war, so gitt die Kündigung. — ktaum cniqne. Darüber müssen sie sich Auskunft beim Polizei- Präsidium holen.— S. 31. Die Stempelsteuer wird mit 50 Ps. nach oben hin abgerundet, somit müssen Sie 2 Mark zahle».— Fr. 84. 53. Es gibt leider in Ihrem Falle keinen Weg, um eine Erhöhung dcr Unter- stützung zu erwirken.— P. K. 78. Der Ausgang ist zweisetbast. — K. 100. Strafbar machen Sic sich nicht. Es würde aber in Ihrem Interesse die Selbsteinschätzung zu empfehlen sein.— Schulftr. 103. Wenn die Eltern Kriegsunterstützung beziehe», können sie einen Antrag auf Zahlung dcr jSohnung an das Ersatzbataillon desjenigen Regiments richten. zu dem der Söhn eingezogen wurde.— F. I. Wenden Sie sich mit eiuer Beschwerde an den Kreisausschiiß für Niederbarnim. Friedrich-Karl-Ufer 5. — A. R. 16. Die Heirat zwischen Onkel und Richte ist nicht oerboten. — Landsturm 18831 Endgültige'Ausmusterung ist nach Ihren Angaben noch nicht erfolgt. Sic find einstwellen zurückgestellt.— Klciiilick 10. 1. Ja. 2. Sic müssen aus Lösung des Vertrages beim Amtsgericht llagcn. 3. Durch Klage. 4. Nach Ihrer Darstellung können Sic dasür leine Entschädigung oeriangen. Wetteraussichten kür das inittlcre Norddeutichland diS Montag mittag. Zunächst überall sehr mild, vorwiegend Nrmbe und etwas nebelig mit öfter wiederholten, besonders im Küstengebiet ergiebigen Regen- fällen; sväter im Westen beginnende Aufheiterung und etwas Abkühlung. AYtsrerlLau 00 W 1 Jerui�emerjßramDoDlio�lal� YerKauf twl enormbiUi�en PreÜen. Freier Kund Einkaufs- und Produktiv- genosseuschaft freier Gast- und Schankwirte Berlins und Umflegcnd (Eingetragene Genossenschaft m. b. H.) Am Freitag, den 11. Februar. nachm. 5 Uhr, beim Genoffen- schafler k>i»«t Funke, N, Trift- straffe 68 102/5 Ordentliche General'Versammlung. Tagesordnung: I. Verlesen des Protokolls der letzten Generalversammlung. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Bericht des Zlussichtsrates. 4. Beschlußfassung über die Bilmiz und Gewinnverteilung. 5.'Antrag deS Vorstandes und Auf- fichtsratcs auf Abänderung des K 5 Abs. 1 des Statuts. ö. ErgänzungSivahlen zum AusfichtS- rat. Oer Forstnnd. Joseph Franke, Paul Obiglo, Badstr. 19. Koppenstr. 29. Men-, Sterbe- u.Zuscliußl(asse für imlicbe Personen aller Berufe tiroß-Bcrlin. Montag. 31. Februar 1916, abends 7'/» Uhr, Sophienstr. 5 bei Hummel: Mltglitdtr-Vkrsammlmlg. Tagesordnung: 1. Vorstands- und Kassenbericht. 2. Bericht dcr Revisoren. 3. Wahl der Revisoren. 4. Bericht der Schieds- kommission. 5. Wahl dcr Schicds- kommission. 6. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen dcr Mit- glreder ersucht 281/11 Der Vorstand. L Georgelowitz. Wer hat Aheumalismus, Sicht, SItedee- u. Erkältung«- schmerze», Seschwulst oder wer gelähmt Ist, der gebrauche Reichel'» Eleciricum lllllllllllUWlIilllllllllllllllllltIllllUIlllllllltl Sin Naturprodukt vor, äußerlich träftlg durchgreifender, schmerz- giNender, Mucket- u. Nerven- gärtenderWIrlungävlan nehme nur»Echt Electrlcum" Fl. l,25 und 2,25. Wo In Drogerien nicht erhältlich, durch ONo Relcbel. Berlin S043, EiientahnslrA J. Baer Badstr J6f Ecke Prinz.-Allee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. Eleg. Paletots, Ulster. Joppen i. jed. Preislag. Gr. Stofflager z. eleg. MaBanfertigung £V~ Billigste, feste Preise,-ipfl 3n Sielen ütonoen - Die- Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich l Hell tür ld ps. vvtMllll'! IrMrilllijliiln lZräBt«-tusvabl. KUiizat«?rel»e. L MohrenstraB» 37« (Kolonnaden) il. Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andrea�str.) Autwahlsandunflen sofort. Amt Zentrum 7890. Sonntag 12— 2 Uhr geiffnat. Allgemeine Orts- Krankenkasse Berlin-Pankow. Der Vorstand wird vom 17. Januar 1916 ab aus solgenden Herren gc- bildet:' 266/8 Otto Rlßmnnn. Vorsitzender, Berlin-Pankow. Müblenttr. 30. KnrI I-ublzj. Slcllverlrelcr deS Vorsitzenden, Bcrlin-Pankow, Kaiser- Friedrich-Straße 15. Pintnv Hofer, Berlin-Pankow, Wollankslr. 1. Karl Wlftmer, Berlin- Pan- kow, Wollankftr. 3. HernlannU-a�eeke.BerlrnV, Soldincr Str. 13. ?an1 Cioscmann. Berlin X., Soldiner Str. 19. Franz Bartels, Berlin-Pankow. Wollankitr. 25. Brnst Ottnther, Berlin, Sol- durcr«tr. 13. Da die Herren Gaseman» und Bartels KrregSteilnebmer find, so werden sie von den Herren Richard SchOckel, Berlin- Pankow. Damcrowstr. 62, und Johann Steinborn, Berlin- Ponkow, Ichulzestr. 27, vertreten. Berlin-Pankow, den 22.Januar 1916. Otto RiBmann, Vorsitzender. Größte Einkautsvorteile bietet ii LS*" Emü ef evre Berlins. Seil 1882:5 Oranienslr. 158 Riesen» Teppich-Lager alter Größen und Qualitäten. Sofa-GröBe. ä 5, 10, 15-40 M. Salon-GröBe ä 15, 20, 30-150 M. Saal-GröBe. ä 45, 60, 75-800 M. 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Allen Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser altes Mit- glied. dcr Invalide Ricksnl Morgenthum am Freitag, den 21. Januar, verstorben ist. bsihre seinem Andenken k Die Beerdigung findet morgen Montag,»achmiitags 4 Ilbr. von der Halle des Zioiis-Kirchhoscs in Nordend aus statt. lim zahlreiche Beleiligmig criucht 76/1 Der Vorstand.