Ar. SS.- 33. Jahrg. HbonnementS'BedlngiinQa: ■Iiormemeittä• SrctJ picmmMtanS«! Bieneijähtl. 830 Dll. monaiL UO SDK, wöchenllick 26 Big. siei in« Hau». Einzelne Kummet 5 Pfz. e-onntagt» n Ummer nnl illuittietiet Sonntag#« Beilage.Die Neue-Seit' 10 S'a. BofV llbonnemeni! l.10 Mari vto Monat, Einaertagen m die Bon< Zeinrna». Btetsliite. Unter ßrcujband röt Teutickland und Oellerrelch> Ungarri 230 Marl, iüt das übrige UuSland 4 Mark vre Monat. Bostaboimement» nehmen an: Belgien. Dänemart, Holland. Italien. Luxemburg. Bortugai. Uumünieu. Schweden UN» die Schwei» VlSel« kZgUch. Nevlinev VolKsblnkk. ( S Pfennig) Die Tnlerflons-GeMNif Sstrügt für die sechszeihallene Kalonef- leile oder deren Raum co Pfg, jür doiitischc und aewerffchafillKe Berein d- und BersanimlungS-Zlnzergen M Pfz „Uleinc Anreixen", dad jeltsedrulitr 2?ort 90 Pfg.(zulässig 2 tcligcbrudie Körte), irbci weitete Dort 10 Pfg etcUcnaciuchc und Echlafftellenrn-. «eigen das erste Äott 10 Pfa., jedcZ weitere Wort 6 Pfg. Worte üder"l3Blu!! f tben zählen für noei Worte, iiuferai: r die nächsle Nummer müssen vi � Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervedttion ifl biS 7 Uhr abends geoffned Peiegruinm. Sdoesie: .SskülSesiilll« Rwlio", Zcntralorgan der fozfaldcmokratt fehen partei Dcutfchlands. Neüaktion: EW. öS, Linöenstraße Z. Fernivrecher: Ämt Morittpla». Slr. lSI SV— ISl S7. Donnerstag, de« 27. Januar 191.6. Expeöition: SW. öS, Linüenftraße 2. Kernivrecher: Amt Moritzplatz, Nr. l.S1 UV— 151 S7. SM GlMMM i>! WM M SM MllM SfÜRt. iknglisthe Reichszollverbanös- pläne. Je mehr im Verlaufe des Krieges die englische Handels- bourgeoisie erkennen muß. daß ihr hauptsächlichstes Kriegsziel, die Vernichtung der deutschen Handelskonkurrcnz, sich nicht so leicht durchführen läßt, wie sie zu Beginn deS 5kricgcs an- genommen hat, desto ungestümer drängt sie die englische Re- gierung zur Anwendung energischerer Kampfmittel. Zu diesen Mitteln� gehört in erster Linie eine Ausdehnung der Bann- Warenliste aus alle Artikel, die Teutschland im jetzigen Kriege nützen und seine Widerstandskraft stärken könnten, zweitens die Verhinderung deS deutsch. schwedischen und deutsch-dänischen Schiffsverkehrs auf der Ostsee durch eine streng durchgeführte Blockierung der deutschen Ostseeküste. Tatsächlich soll diese „regelrechte Blockade", wie amerikanische Blätter melden, bereits von der englischen Regierung in Aussicht genommen und eine darauf bezügliche königliche Verordnung binnen kurzem zu erwarten sein. Aber nach Auffassung der Geschäftsbonrgeoisic Englands genügt� es nicht, durch Abschneidung der Lebensmittel- und Rohstoffzufuhr Deutschland zur Unterwerfung zu zwingen, es muß auch verhindert werden, daß Deutschland sich nach dem Kriege bald wieder erholt und seine Handels- und SchiffahrtL» konkurrenz von neuem aufnimmt. Dieser Zweck soll dadurch erreicht werden, daß nach dem Kriege den deutschen Handels- schiffen die englischen und französischen Häfen verschlossen werden. Nach Meldung amerikanischer Blätter ist nämlich dem Staatsdepartement der Vereinigten Staaten die vertrauliche Nachricht zugegangen, zwischen England und Frankreich werde ein Abkommen verhandelt, wonach auch künftig(das heißt nach Friedensschluß) keinem deutschen Handels- schiff erlaubt sein solle, in einen britischen oder französischen Hafen einzulaufen. Nun wird zwar vieles nicht so heiß gegessen, wie cS auf- gefüllt wird, ob die englische Geschäftsbourgeoisie ihre schönen Pläne durchzuführen vermag, hängt nicht nur von ihrem Willen ab. auch der Ausgang des Krieges wird dabei ein ent- scheidendes Wort mitsprechen. Für die heutige Stimmung unter einem großen Teil des geschäfttreibcnden wohlbabendcn englischen Vürgertunis und seine Absichten sind diese Vorgänge jedoch immerhin kennzeichnend. Wichtiger als diese englischen Vernichtungspläne ist das Wiedererwachen der Zollvereinigungsbe- wcgtlng in England, das Wiederaufflammen jener Forderung eineS Zusanimenschlusses Englands mit seinen Kolonien zu einer Art britischer Reichszollvereinigung, für die zu Beginn des laufenden Jahrhunderts Joseph Ehamberlain und sein Anhang eine höchst energische Agitation betrieben haben. Wie sehr diese Forderung der„Imperial Federation" bereits aufs neue Wurzel zu schlagen beginnt, beweist am besten die Verhandlung deS englischen Unterhauses am KX d. M. Das konservative Parlamentsmitglied William A. S. Hewins, früher Professor der Volkswirtschaft an der Londoner Uni- bersität und einer der Hauptknappen Ehamberlains, stellte dort folgenden Antrag: „Um die Macht der Verbündeten zwecks Fortführung des Krieges zu vermehren, soll die Regierung sofort mit den Regie- rungcn der selbständigen Kolonien in Beratung eintreten, damit sie mit deren Hil'e die ge'amte Mrtschastskrafl des Reiches und die unser« Verbündeten zusammenwirken läßt in einer gegen den Feind gerichteten Politik." Zirr Begründung führte Hewins auS, Deutschland be- ginne bereits seine Wirtschaft für die Zeit nach dem Kriege zu organisieren. Es nutze die Hilfsquellen der von den deutschen Truppen besetzten feindlichen Gebiete auS und stelle ihre Rohstoffbestände und Produktionskräste unter staatliche Aufsicht. Unter Deutschlands Leitung sei bereit- ein neues WirtschaftSreich im Entstehen begriffen: ein mitteleuropäischer Zollverein. Deshalb müsse auch England sich mit seinen Kolonien zollpolitisch zusammen- schließen usw. Doch nicht Hewins Antrag ist das Bedeutsamste, sonoern daß dieser sowohl bei den Konservativen und Unionisten, alS auch bei manchen Liberalen Zustimmung fand und sogar im Unterhaus die Wiederbelebung der Navigationsakte. das heißt die Sperrung der britischen Häsen für die deutsche Schiffahrt(wohlverstanden für die Zeit nach dem Kriege), verlangt wurde. Selbst der liberale Handelsministcr Runciman, bisher einer der enragiertestcn Freihändler, vergaß seine ganze Freihandelstheoretik nnd erklärte, er wäre nicht gegen einen britischen Zollverein oder einen Zollbunb Englands mit seinen Verbündeten, wenn die wirtschaftliche Lage eine solche Ver- einigung nötig machen solle; jedenfalls werde man nach dem Kriege nicht mehr Deutschland die gleichen Borteile gewähren, wie bisher; die Melfinng lies(Stollen Mnotflets. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 26. Januar 1916.(SB. T.«.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Franzosen versuchten durch eine große Zahl von Gegenangriffen die ihnen eutriffcneu Gräben östlich von Neuville zurückzugewinnen. Sic wurden jedesmal, mehrfach nach Handgemenge, abgewiesen. Französische Sprengungen in den Argonuen verschütteten ans einer kleinen Strecke mtfereu Graben, bei Höhe 283 nordöstlich von La Chalade besetzten wir den Sprengtrichter, nachdem wir einen Angriff deS Feindes zum Scheitern gebracht hatten. Marineflugzeuge griffen militärische Aulagen des Feindes bei La Panne, unsere Heeresflugzeuge die Bahnanlagen von Loa(südwestlich von Dixmude) und von Böthnue an. Ocftlicher und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. ** 8« MrellWe seumMslieW. Wien, 26. Januar.(W. T. B.j Amtlich wird ver- lautiart: 26. Januar 1916. Russischer Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Goerzer Brückenkopf nahmen unsere Truppen in den Kämpfen bei OSlavija einen Teil der dortigen feindlichen Stellungen in Besitz; hierbei fielen eintau sendrinhunbertsirbenundneunzig dar- unter fünfuudvierzig Offiziere und zwei Biaschiuengewehre in unsere Hände. Auch an mefj- rcrcn anderen Stellen der Jsouzosront nah« die Gcfrchtstätig« keit zu. Angriffe und Annäherungsversuche der Jtaltciier gegen die Podgora, de» Monte San Michele und unsere Stellungen östlich von Mousalronr wurden abgewiesen. Unsere Flieger be- legten Unterkiuffte und Magazine des Feindes in Borg» und Ala mit Bomden. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Tie Bereinbarunge« über die Waffen- firecknng des montenegrinischen HeereS wurden gestern um 6 Uhr abends von den Bevollmächtigte« der min- teuegrinischea Regirrung unterzeichnet. Die Entwaffnung geht ohne Schwierigleiten vor fich und wurde auch auf die Bezirke von Äolafin und Andrijevica ausgedehnt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes» von Hoefer, Fcldmarschalleutnant. Meistbegünstigungskausel hätte ihre einstige Berechtigung verloren. Eine recyt niedliche Schwenkung für einen Freihändler von den Qualitäten eines Runciman. Es scheint sich da be- züglich der Freihandelsfrage im modernen England eine ähn liche Wandlung zu vollziehen wie in der Frage der Wehr Pflicht und des Militarismus. Neu ist freilich, wie schon qesagt, die Forderung eines zollpolitischen Zusammenschlusses Englands mit seinen Kolonien nicht. Schon im Jahre 188-1 bildete sich zur Propagierung dieses Gedankens die „Imperial Federation League", und im nächsten Jahre forderte bereits die Londoner Handelskammer die Re- gierung auf, die Frage einer Zollvereinigung mit den Kolonien in Erwägung ziehen und deren Regierungen zur Aeußerung hierüber veranlassen zu wollen. Die Bewegung bewirkte, daß das Kolonialamt tatsächlich die Kolonien zur Aeußerung über die Zollvereinsfrage aufforderte und im April 1887 in London ewe Konferenz herbeiführte, zu der die wichtigsten Kolonien Vertreter entsandt hatten. Die Frage der„Imperial Federation"(Reichsvereinigung) wurde zwar als nicht spruchreif aus der Erörterung ausgeschieden, doch erklärten sich die meisten Delegierten für einen Zollvcrband, der Eng- land aus seinen Kolonialmärkten bestimmte Vorzugszölle sichere. Damtt war die Bewegung für die„Imperial Federation" jedoch keineswegs beendet. Joseph Ehamberlain, der englische Kolonialminifter, nahm im Jahre 1908 die Agitatton für diesen Plan energisch wieder auf und versammelte bald um sich eine statUiche Anhängerschaft. Damals(im September 1903) erschien in der„National Review" unter dem Titel „The Econornics of the Empire"(die ökonomischen Verhältnisse des Reichs) ein 106 Seiten langer Artikel, der Ehamberlains ' Ansichten klar entwickelte nnd allgemeines Aussehen erregte. Es wurden.dort nach einer gründlichen Erötcrnng der Handels- entwicklung Englands, Deutschlands und der Vereinigten Staaten von Amerika in den Jahnen 1872 bis 1902 unter anderem folgende Leitsätze aufgestellt: „Die Interessen des Mutterlandes(Englands) erfordern, daß sein Austausch von Jndustrieioarcn gegen NahrungSinittel und Roh- siosse weiter ausgedehnt wird. Das Interesse der Kolonien erfordert die Bevorzugung bri- tischer Fabrikate, damit das Mutterland, das den größten Verbrauch von eingeführten laudwirtfchastlichen Produkten in der Welt hat, andererseits die Entwicklung der kolonialen Produktion zu fordern vermag. Der Bestand und die Sicherung des Reiches erfordert, baß es sich mögllchst mit allem zum Gebrauch Siöiigen selbst versorgt, und zwar nicht nur so weit als möglich, sondern auch sobald als möglich. Das Problem der Reichsmacht ist ein Problem der Reich!- Wirtschaft, und der einzige zweckmäßige Weg, der zur wirklichen Einheitlichkeit unseres politischen Verteidigungöshstems— unter Wahrung vollster Freiheit der Selbstverwaltung und der Handels- entwicklung für alle Teile— sührt, liegt in der VorzugSbchand« lung." Ergänzend dazu heißt eS weiter: „Kurz zusanmiengefaßt, unsere ganze Zukunft als Volk häng:, wenn wir die Position, die Ww Besetzt haben, zu behalten wünschen. davon ab, daß wir unsere Bestrebungen erfolgreich durchführen. einen starken einheimischen Markt zu gewinnen als Zentrum einet sich sckbstversorgendon Imperiums." Obgleich die Agitation fiir eine Reichszollvereruigung da mals bei einem stattlichen Teil der cuglischen Industriellen Anklang fand, hat sie doch nur einen bescheidenen Erfolg gehabt. Wohl hat schon 1897 Kanada demMutt er land Vorzugszölle von 20 diS 25 P r o z. gewährt, und diesem Beispiel sind dann a uch Australien, Neuseeland und B r i t i s ck.- S ü d- afrika gefolgt; aber zn der gewiinschtcm„Imperial Federation" ist es nicht gekommen. Erstens wollte dra englische Ausfuhrhandel von diesen Plänen nicht viel wissen, weil er davon eine Stärkmrg der protckttouistischen Tendenzen anderer Länder und damit eine Einschränkung der englischen Ausfuhr nach diesen Märkten sowie ferucr eine Erschivcrune des englischen Durchfuhrhandels befürchtete: zweitens aber hatten die englischen Kolonien wenig Neigung, ihre junge au: blühende Industrie der ilberlegenen Konkurrenz der englischen Industrie auszusetzen und die"industriellen Ansätze auf ihrem Boden vernichten zu lassen. Sie wollten vielmehr die Freiheit behalten, diese beginnende einheimische Industrie nach ihrem eigenen Ermessen beliebig durch Schutzzölle schützen zu können. Tatsächlich hat denn auch Kanada, bevor es England 1897 Vorzugszölle auf Baumwoll- und Lcinenwaren gclvährte, die früheren Zollsätze für solche Waren um zirka 25 Prozent erhöht. Dazu kamen die mißlichen Finanzverhältnissc verschiedener Kolonien, vornehmlich Australiens. Die direkte Besteuerung deckt in den meisten selbständigen Kolonien Englands nur einen Teil der StaatSauSgaben; der weitaus größere Teil wird auS den Zollerträgen bestritten. Vermindert sich aber der Handel mit dein Ausland und wird ein wesentlich größerer. Teil der Einftihr als bisher durch die englische Industrie gedeckt. so müssen sich dementsprechend auch die Zolleinkünfte vermindern. Das bedeutet jedoch zunehmende Defizite im Staatshaushalt. Außerdem weckte der Plan in den Kolonien schwere politische Bedenken. Soll ein solcher Reichszollvercin Bestand baben, dann müssen unbedingt politische Garantien für die Unterordnung der sogenannten autonomen Kolonien unter die Zollbestimmungen und für die Berücksichtigung ihrer speziellen Interessen geschaffen werden. Es muß eine Zentrale vor- Händen sein, welche die sich ergebenden Streittgkeiten zwischen den beteiligten Kolonien schlichtet, llebeisschreitungeu der gegen- fettigen Kompetenzgrenzeit inhibiert, die haiidelspolitischen'Beziehungen zu auswärtigen Mächten regelt, den Zollverein nach außen vertritt usw. Tie Ordnung dieser verschiedenen An gelegenheiten erschien jedoch rocht schwierig, da in den autonomen Kolonien das Bestreben besteht, sowohl die ciuhcimischc Verwaltung dem Einfluß des englischen Mutterlandes möglichst zu entziehen, als auch die Beziehungen zu fremden Mächten eigenmächtig, entsprechend den eigenen Bedürfnissen zu ordne«. So gelang es Ehamberlain nicht, mit feiner Agitation durchzudringen. Der Plan eineS ReichSzollvcrbandes mußte vorläufig fallen gelassen werden. Nichts wäre aber ver- kehrter, als daraus kurzweg zu folgern, daß er auch jetzt oder nach dem Kriege keine Aussicht auf Verwirklichung habe. Schon vor dem Kriege hat man in den selbständigen englischen Kolonion mehr und mehr erkannt, da�die Macht des englische» Mutter- TanbeS zugleich auch die Macht feiner Kolonien stärkt und— unbeschadet der freien Selbst- Verwaltung— ein engerer Zusammenschluß Englands mit seinen Nolonicu auch im politischen Interesse der letzteren liegt, besonders was ihre Stellung gegenüber fremden Staaten anbetrifft. So haben denn auch diese Kolonien das Mutterland in dem jetzigen Kriege mit allen Mitteln militärisch unterstützt, obgleich sie dazu keineswegs verpflichtet sind. Sie betrachten geradezu Englands Handels- krieg als ihren eigenen Kampf. Britisch-Südafrika hat sich sogar, lediglich, um dem englischen Mutterland zu nützen, in einen kostspieligen Krieg gegen Dcutsch-Südwestafrika gestürzt. Diese Tatsachen schaffen einen völlig neuen Boden für die früheren ReichSzollverbandspläne, so daß es heute mehr als wahrscheinlich ist, daß nach dem Krieg in der einen oder anderen Form ein britischer Reichszollverband zustande kommen wird. Es wäre ein großer Fehler, diese dem deutschen Wirtschaftsleben nach dem Kriege drohende Beeinträchtigung in naivem Optimismus zu übersehen und anzunehmen, weil vor einem Jahrzehnt die Agitation für die.Imperial Fede- ratiou" nur geringen Erfolg hatte, müsse sie auch heute unter völlig veränderten Verhältnissen ohne nennenswertes Resultat bleiben. H. C. Der vormarfth üer Gesterreicher gegen Durazzo. Bern, 26. Januar.(W. T. B.)„Jdea Nationale" meldet unter dem 26. d. M., die Räumung von San G i o- v a int t öl M e d u a habe bereits begonnen, da starke österreichische Kolonnen auf die Stadt vorrücken. Die Reste der fliehenden Truppen suchen in Durazzo Schutz. Der französische Tagesbericht. Paris, 26. Januar. sW. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. In Belgien fuhren die beiderseitigen Artillerien im Verlause der Nacht fort, in der Gegend von Nieuport lebhaste Tätigkeit jw entfalten. Neue Einzelheiten bestätigen, daß gestern feindliche Angriffsversuche gegen die Asermündung durch das Feuer unserer Artillerie abgeschlagen wurden. Es gelang den Deutschen nicht, sich zu entwickeln, außer an einem Punkt, wo einige Gruppen in einen vorgeschobenen Graben eindrangen. Sie wurden alsbald nach einem sehr lebhaften Kampfe vertrieben, da die gegen sie geworfenen Granaten ihnen empfindliche Ber- Uiste zufügten. Im ArtoiS wurde ein gestern vom Feinde gegen unser« Stellungen östlich von Neuville— St. Vaast gerichtetes Unter- nehmen, das vollkommen gescheitert wur, von ihm gegen Ende des Tages in größerem Umfange wieder aufgenommen. Nach einer neuen Llcihe von Minenexplosionen, die von einer sehr heftigen Be- ichießung begleitet waren, griffen die Deutschen auf einer Front von 1ö(X) Meter ungefähr in dem Winkel an, der von den Straßen Arras— Lens und Neuville— St. Vaast— TMuZ gebildet wird. Der Feind wurde durch unser Feuer ans seine Linien zurückgeworfen. An zwei Punkten, wo unsere Schützengräben durch eine Erplosion zerstört worden war, besetzte der Feind die Trichter, deren Mehrzahl alsbald von uns wieder genommen wurden. In den Vogesen be- schössen wir wirksam die feindlichen Werke bei Bau de Sapt. Paris, 26. Januar. iW. T. B.) A m t I i ch e r B e r i ch t v o n g e st e r n abend. In Belgien südöstlich von Boesinghe beschießt unsere Artillerie im Verein mit der britischen heftig die feindlichen Werke, die schwere Beschädigungen erlitten haben. Heute vormittag warfen zwei deutsche Flugzeuge fünf Bomben auf Dünkirchen und dessen nächste Umgebung. Fünf Personen wurden getötet und drei verwundet. Im ArtoiS war die Kanonade sehr lebhaft östlich Neuville und in der Gegend von Vailly, wo unser Feuer mehrere feindliche Batterien zum Schweigen brachte. Nördlich der AiSne zerstreuten wir einen bedeutenden Transport des Feindes. In der Gegend von Eraonne wurde eine schwere deutsche Batterie, welche die Brücke bei Berry au Bac zu zerstören versucht, durch das Feuer unserer schweren Geschütze beschädigt. Auf den MaaShöhen, im Abschnitt Nouilly, wurde eine feindliche Abteilung. die sich unseren Linien nach einein ziemlich lebhasten Bombardement zu näher» versuchte, durch unser Feuer leicht zerstreut. In den Vogesen wirksames Feuer unserer Artillerie auf die feindlichen Stellungen bei Mühlbach. Stoßweier und die Unterstände von Pain des EheneS. Belgischer Bericht: Ziemlich lebhafter Arlilleriekampf auf verschiedenen Punkten der belgischen Front. Die englische Nleiüung. London, 25. Januar. sW. T. B.) Bericht a u S dem britischen Hauptquartier. Heute führten wir ein wirk- lameS Bombardement auf OvillerZ, La Borfelle, Libridoux und Boesinghe durch. Bei Boesinghe brachten wir ein deutsches Bomben- depot in den deutschen Linien zur Explosion. Die deutsch« Artillerie war in der Gegend von Gommecourt, um LooS und in Hoog« tätig. Britische und deutsche Flieger traten in Aktion; die britischen be- hielten die Oberhand.__ Der rusiische Heeresbericht. Petersburg, 26. Januar. sW. T. B.) A m t l i ch e r B e r i ch t vom 25. Januar 1S16. Westfront: Unsere Artillerie beschoß mit Erfolg die deutschen Stellungen an der Düna flußabwärts von Friedrichstadt. Am 24. Januar warf ein feindliches Flugzeug zwei Bomben auf Dünaburg; eine Frau wurde getötet. In der Gegend des Dorfes Ossenischki, westlich des BoginSkoje- sees, warfen wir einen gegen unsere Hindernisse gerichteten deutschen Angriff zurück. In G a l i z i c n an der Strypa Artilleriekamps. Es ist beob- achtet worden, daß der Feind neuerdings wieder Ausrufe aus Lust- vallons in unseren Gebieten abwirft. Nach eingezogenen Erkundigungen hatte in einer deutschen Division eine große Anzahl Soldaten erfrorene Gliedmaßen, viele >0 heftig, daß sie zur Wiederherstellung in die Heimat zurückgeschickt werden mußten. Kaukasus: In der Gegend von Erzerum verfolgen wir iveiter die Türken und machen in jedem bewohnten Ort Gefangene. In der Gegend von MelaZgert hatten wir glückliche Zusammenstöße mit feindlichen Kavallerie- und Jnfanterieabteilungen. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 26. Januar. fW. T. B.) Amtlicher Bericht vom Dienstag. Im Lagarinatale schlugen unsere Truppen in der Nacht vom 24. Januar und später in den Stellungen in der Ilmgegend von M o r i eine Abteilung des Feindes zurück, welche sich über« löschend zu nähern versucht hatte. Im Suganatale warf die ieindliche Artillerie einige Granaten auf Borgo und Roncegno, wo- ourch im letzteren Ort eine Feuersbrunst hervorgerufen wurde. Unsere Artillerie erneuerte die Beschießung des Bahnhofs von Cal- donazzo. In dem Abschnitt von Tolmein versuchte der Feind, durch Nebel begünstigt, zwei Angriffe gegen unsere Stellungen bei St. Lucia, die sofort zurückgewiesen wurden. Am mittleren Jsonzo heftiges feindliches Artillerieseuer gegen unsere Stellungen auf den Hohen westlich Görz. Auf der übrigen Front keine Veränderung. C a d o r n a. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Kouftautinoptl, 26. Januar.(33. D. 23.) Amtlicher Heeresbericht. An der I r a k f r o n t unternahm der Feind uach seinen ungeheuren Verlusten bei Felahie keinen neuen Angriffsversuch. Bei Kut el Amara zeitweise aussetzender Artilleriekampf. In der Nacht des)8. Januar überfielen wir überraschend mit Erfolg ein feindliches Lager westlich von Korna und töteten zahlreiche Soldaten des Feindes und eine Menge Vieh. An dieser Front herrschte ausnahmsweise Schneefall, dem starke Kälte folgte. An der Kaukasusfront nichts von Bedeutung, außer unwesentlichen Scharmützeln am rechten Flügel nördlich vom Muradfluß. An den übrigen Fronten keine Veränderung. Versenkung eines englischen Vampfers. London, 26. Januar.(W. T. B.) Neutermeldung. Der britische Dampfer„Norsemau" von neuntausend Tonnen soll versenkt worden sein. (Notiz des W. T. B.: Wahrscheinlich handelt es sich um den in Lloyds Register mit 10 756 Tonnen ausgeführten Dampfer „Norscman".) London, 26. Januar.(W. T. B.) Lloyds meldet: Der Dampfer„N o r s e m a n" wurde nicht versenkt, sondern ist gestrandet. Kein Menschenleben ging verloren. Norwegen und üie neue englische Dlockaüe. Kopcnhageu, 26. Januar.(W. T. B.) Nach einer Meldung der „Berlingske Titende" aus Kristiania herrscht dort allgemein und besonders in den Kreisen der Industrie- und Geschäfts- weit große Erbitterung gegen die englische Handelskontrolle, weil dieselbe recht willkürlich ausgeübt wird und in der Tat keinerlei nennenswerter Durchgangsverkehr nach Deutschland vor sich geht. Unter diesen Umständen verstimmt es um so mehr, daß England Nahrungsmittel, die von Amerika kommen und besonders Rohstoffe für die Herstellung von Margarine beschlagnahmt, trotzdem Norwegen ein Ausfuhrverbot hierfür erlassen hat. Durch die Beschlagnahme von Kupferdraht werden übrigens auch die elektrischen Anlagen in den Städten mit völligem Stillstand bedroht. Das Wieöererwachen ües Sozialismus. Jean Longuet schreibt im„Populaire du Centre" über das allmählige Wiedererwachen des sozialistischen Ge- Wissens in den kriegführenden Ländern. Es komme schneller. als man nach den Ausbrüchen des nationalistischen Hasses auf allen Seiten hätte erwarten können. Nachdem Longuet die Situation in Teutschland und das Vorgehen der Minder- heit dort geschildert hat. wendet er sich nach Frankreich und England. Die Lage der französischen Sozialisten sei eine andere gewesen aüi die der deutschen. Auf sie hätte zu- getroffen, was auf den internationalen Kongressen über die Landesverteidigung gesagt worden sei.„Trotzdem war es auch in Frankreich nötig, mit Kraft gegen das Außerachtlassen der sozialistischen Grundanschauungen vorzugehen, gegen die Ueberflutung der sozialistischen Partei mit dem Nationalismus, der nichts gemein hat mit der be- rechtigten sorge, die Unabhängigkeit deS Landes aufrecht zu erhalten; gegen die Schwächung des Gewissens der proletarischen Klasse, gegen die befremdenden Abweichungen derjenigen, die behaupteten, uns einen Neusozialismus mit „sozialem Frieden" zu fabrizieren, diesem fremden Gemisch von kleinbürgerlicher Demokratie, reaktionärem Nationalismus und sozialem Konfusionismus." Das sei auf dem letzten französischen Kongreß geschehen. Zuerst durch die Konstituierung einer kraftvollen und kämpf- fähigen Minorität von 966 Mandaten unter 2766, die der Kongreß zählte, über die hinaus es 766 Man- date der Föderationen des Nordens, der Ardennen, des Pas- de-Calais, der Aisne gebe, denen es nicht möglich gewesen sei, ihren Delegierten irgend ein Mandat zu erteilen. Die Minorität umfasse alle Arbeitervcreinigungen innerhalb der Bannmeile von Paris und einige der besten Elemente in der Provinz. Sie habe ihre Meinung mit aller Entschiedenheit durch den Mund von Mistral, Pressemane, Poncet, Mau- rangeS und Longuet verteidigt, so wie sie jeden Tag in den drei Organen der Minderheit, dem„Populaire du Centre" in Limoges, dem„Droit du peuple" in Grenoble und dem „Midi Socialiste" in Toulouse zum Ausdruck komme. Die Minderheit hätte sich mit der Mehrheit auf eine Resolution geeinigt, weil ihre prinzipiellen Grundgedanken in dieser nieder- gelegt seien und weil sie die verabscheuungswürdigsten natio- nationalistischen Abirrungen herausgelassen habe. Da nun auch in Großbritannien die Arbeiter in den Klassenkampf einträten und so die Phrase von der nationalen Einheit aller zerstöre, sei die beste Aussicht vorhanden, daß wieder überall wirklich sozialistische Politik getrieben werde. Zum erstenmal sei nach der Verlesung deS Abstimmungsergebnisses über die Stellung der englischen Arbester zur Wehr- Pflicht, die„Rote Fahne" in emer offiziellen Versammlung der britischen Gewerkschaften erklungen. „In Wahrheit, die sozialistische Internationale ist lebendiger denn je". Die englische Arbeiterpartei für Unter- siützung üer Kriegspoliti? öer Regierung. London, 26. Januar.(W. T. B.)(Meldung des Reuter- scheu Bureaus.) Die Jahreskonferenz der Ar- beiterpartei nahm mit 1 562 666 gegen 662 666 Stim» men die von der Gewerkschaft der Dockarbeiter vorgeschlagene Resolution an, durch welche die Konferenz sich ver- Pflichtet, die Regierunaso viel als möglich bei der Fortsetzung des Krieges zu unter st ützen. Kriegsüebatte im englischen Parlament. London, 25. Januar.(W. T. B.) Reutermeldung. Im Ober- Hause wurde die Parlamentsbill in dritter und die Militär» d i e n st b i l l in zweiter Lesung angenommen. London, 25. Januar.(W. T. B.) Unterhaus. Handels- minister R u n c i m a» sagte auf eine Anfrage, daß der Verkehr englischer Schiffe zwischen neutralen Häsen möglichst eingeschränkt worden sei, aber ein absolute» Verbot sei nicht im nationalen Interesse.— UnterstaatSselretär Tennant erklärte, daß zwischen den freiwillig eintretenden Rekruten und denen, die auf Grund der Dienstpflichtbill ausgehoben werden sollen, keinerlei Unterschied ge- macht werden würde. Während der Debatte über die Dienstpslichtbill war ein Antrag«ingebracht worden, um die Garantien gegen einen Miß« brauch d«S Gesetzes zu industriellen Zwecken zu verstärken, den die Mmister bekämptten und der abgelehnt wurde. Bonar Law führte auS. daß das KrtegSamt über die Leute keine Gewalt habe. bis sie aufgerufen seien. Danach ständen sie unter Mililärrechl. Aber vorher könnten sie nicht als Soldaten behandelt werden. Ein Nachfolger ües»Zorwarü'. Manchester, 26. Januar,(ffl. T. B.) Der Londoner Korrespondent de».Manche st er Guardian" schreibt: Wenn die Regierung die Einstellung weiblicher Arbeiter in den Munitionswerken fortführt, werden vermutlich nicht nur einige wenige Extreme Opposition machen. Man ist besorgt, daß im Clyde- Bezirk ernstliche Schwierigkeiten entstehen werden, wenn man nicht die lokalen Arbeitervertreter über die anzuwendenden Bedingungen mitreden läßt. Der Korrespondent erfährt, daß die gelernten Arbeiter gegen jeden Plan, der ihnen von oben aufgezwungen würde, Widerstand leisten würde, ohne deshalb zu streiken. Derselbe Korrespondent teilt mit, daß an Stelle des unterdrückten.Forward" ein neues Organ.The Worker" entstanden ist. Sein Erscheinen sei ein beunruhigende? Symptom. Das Komitee, das es herausgibt. ist eine starke Organisation, die unabhängig von den Gewerkschaften besteht, aber in Verbindung mit ihnen arbeitet. Dieses Blatt fordert im Zusammenhang mit der Einstellung von weiblichen Arbeitern, daß der-Kapitalgewinn nicht einer Klasse allein zugute läme, daß sie die übrigen Arbeiter in keiner Weise schädige und daß die organisierten Arbeiter an ihrer Kontrolle Anteil haben sollen. Drianü für Rufrechterhaltung üer Zensur. Paris, 26. Januar.(W. T. B.) Kammer. Vor der bereits gemeldeten Abstimmung über die Preßvorlage wies B r i a n d auf die Unmöglichkeit hin, zuzulassen, daß unerquickliche Artikel in die Schützengräben gelangten, wo die Soldaten der Pflicht ins An« gesicht blicken müßten. Die in Uebereinstimmung mit den Ver« tretern der Presse zu Beginn deS Kriege» geschaffene Pressekontrolle habe nach 18 Monaten Krieg das Ergebnis gezeitigt, daß alle Nervosität dem Lande erspart geblieben sei, dessen Ruhe und Zu- verficht den Feind aus der Fassung brächten. ES sei besser, das gegenwärtige System nicht zu ändern, das der Stunde gerecht werde. in der alle sich Opfer auferlegten. Der Augenblick, in dem der gegenwärlige Grundsatz der Autorität dem Grundsatz der Freiheit weichen werde, werde mit dem Sieg des Landes kommen. GnaSenerlasse. Der Kaiser hat unter dem heutigen Datum eine große Anzabl besstaster Kriegsteilnehmer durch Gnadenerlasse von ihrer Strafe befreit und außerdem einen Erlaß über Löschung von Straf- eintragen verfügt. Der erste Gnadenerlatz erläßt allen Militärpersonen des aktiven Heeres, der aktiven Marine und der Schutztruppen die vo» Militärbeiehlshabern verhängten Disziplinarstrafen sowie die von Militärgerichten des preußischen Kontingent» oder vom Gouvernementögericht Ulm verhängten Geld- und Freiheitsstrafen, sofern die auserl-gten FreiheitS- strafen sechs Monate nicht übersteigen. Ist aus Geldstrafe neben Freiheitsstrafe erkannt, so ist die Geldstrafe nur dann erlassen. wenn die Freiheitsstrafe unter den Gnadenerlaß fällt. Aus- geschlossen von der B-gnadigung sind die Personen, die 1. unter der Wirkung von Ehrenstrafen, 2. seit der Verhängung der Strafe sich schlecht geführt haben. Der Gnadenerlaß findet auch auf die Angehörigen der Großherzoglich Mecklenburgischen Kontingente An- Wendung. Ein weiterer Gnadenerlatz bezieht sich auf K r i e g S- t e i l n e h m« r. gegen die Verfahren noch schweben. Durch ihn werden die gerichtlich noch nicht rechtskräftig erledigten Untersuchungen gegen Personen niedergeschlagen, die vor dem 27. Januar 1616 die Eigenschaft al» Kriegsteilnehmer er« langt haben. Niedergeschlagen sind durch den Erlaß alle U e b e r- tretungen, Vergehen mit Ausnahme derjenigen deS Verrat» militärischer Gcheimnisie und solche Diebstahls- und Betrugsverbrechen im Sinne der ßZ 243, 244, 264 des Reichsstrafgesetzbuchs, bei denen der Täter zur Zeit der Tat das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte. Der Erlaß bezieht sich auf diese drei Kategorien von Slraftalen, falls diese vor dem 27. Januar 1616 und vor der Einberufung des Täters zu den Fahnen begangen sind. Die Niederschlagung erfolgt unter der Bedingung, daß nicht der Täter durch Militär- gerichtliches Urteil mit Entfernung aus dem Heere oder der Marine oder mit Dienstentlassung bestraft ist oder bestraft werden wird. oder, wenn er keine Person des SoldaienstandeS ist, mit Rücksicht auf eine Straftat seine Eigenschaft als Kriegsteilnehmer verloren hat oder verlieren wird. Ferner wird den Teilnehmern an dem gegen- wältigen K r i e g e, die vor ihrer Entlastung von den Fahnen durch Urteil oder Strakbefehl eines preußischen Zivil- g e r t ch t S einschließlich der auf Grund des Gesetzes über den Be- lagerungSzustand gebildeten außerordentlichen Kriegsgerichte oder durch Stratversügung einer preußischen Polizei« b e h ö r d e oder durch Strafbescheid einer preußischen Verwaltungsbehörde wegen der vor der Einberufung zu den Fahnen begangenen Straftat bis zum 27. Januar rechts- kräftig erkannten Strafen, soweit sie noch nicht vollstreckt oder er- lassen find, einschließlich der Nebenstrafen und der rückständigen Kosten erlassen, sofern die einzelne Strafe oder ihr noch nicht voll- treckter Teil nur in Verweis, Geld st rase, Haft FestungShast Vis zu einem Jahre einschließlich oder Gefängnis bis zu einem Jahre einschließlich allein oder in Verbindung miteinander oder mit Nebenstrafen be- steht. Der Erlaß der Nebenstrafen erstreckt sich indessen nicht auf die nach K 42 Absatz 1 de» Militärstrafgesetzbuchs von RechtS wegen eingetretenen militärischen Ehrenstrafen. AuS- geschlossen von den Gnadenbeweisen bleiben: Personen deS SoldaienstandeS, gegen die durch gerichtliches Urteil auf Entfernung aus dem Heer oder der Marine oder auf Dienst- entlassung erkannt worden ist oder erkannt werden wird; 2. andere Personen, die mit Rückficht auf eine Ettastat die Eigenschaft al« Kriegsteilnehmer verloren haben oder ver- lieren werden; 8. Personen, die Kriegsteilnehmer geworden sind, obwohl ste die Fähigkeit zum Dienst in dem deutschen Heer oder der Kaiserlichen Marine gemäß KZ 31. 34 de« ReichSstrafgesetzbucheS. ZK 32, 33, 42 des Militärstrafgesetzbuches verloren haben. Ferner ist der Justizminister ermächtigt, zugunsten von Kriegsteilnehmern und deren Hinterbliebenen in Strafsachen, die vor preußischen Zivilgerichten geschwebt haben. die Kosten. soweit sie noch nicht«lasten sind, ganz oder teilweise auch unter Rückerstattung bereit» bezahlter Beträge niederzuschlagen und die Befugnis zur Niederschlagung auf andere Justizbehörden zu übertragen. Sin weiterer Srlah Verslist die LSschong von Strafeinträgen. ES sollen im Strafregister und in den polizeilichen Listen alle Vermerke über die bis zum 27. Januar ISOS ieinschliehlichi von preußischen Zivilgerichten oder von Militärgerichten des preußischen Kontingents erkannten sowie über die bi» zu dem bezeichneten Tage durch Verfügung preußischer Polizeibehörden festgesetzten Strafen gelöscht werden, wenn 1. der Bestrafte keine anderen Strafen erhalten hat als Cesängni« bis zu einem Jahre einschließlich oder Festungshaft bis zu einem Jahre einschließlich oder Arrest oder Hast oder Geldstrafe oder Ver- weis allein oder in Verbindung miteinander oder mit Nebenstrafen, 2. gegen den Bestraften nach dem 27. Januar ISO« bis zum beutigen Tage nicht wieder auf Strafe wegen eines Verbrechens oder Ver« gehens gerichtlich erkannt ist. Aus die Strafen, die von einem der mit anderen BnndeSstaoten gemeinschaftlichen Gerichte erkannt sind, findet dieser Erlaß An- Wendung, sofern nach den mit den beteiligten Regierungen getroffenen Vereinbarungen die Ausübung d«S Begnadigungsrechts in dem be- treffenden Falle Mir zusteht. Ein Erlaß des Königs von Bayern vom 7. Januar 1S16 verfügt— entsprechend den Erlassen deS Kaisers vom 27. Januar und 2i. April 1915— die Niederschlagung von Straf- verfahren gegen Kriegsteilnehmer wegen strafbarer Handlungen, die vor der Einberufung zu den Fahnen begangen sind. Der Gnadenerlaß findet auch aus die Angehörigen deS Königlich Bayerischen Heeres Anwendung, die unter der Gerichtsbarkeit preußischer GerichtSberren stehen. Auch die Löschung von Strafvermerken in den Straf- regiftern wird durch diesen bayerischen Erlaß verfügt. politische Ueberflcht. Die Erhöhung der Kartoffelhöchstpreise. Der Reichskanzler hat— wie gestern mitgeteilt— die Retchskartoffelstelle und die Kommunalverbände ermächtigt, bis zum 15. März die Kartoffelhöchstpreise durch einen Preis- zuschlag an den Erzeuger von 1,26 M. pro Zentner zu er- höhen. Reich und Staat tragen die Hälfte des Zuschlages, während die Gemeinden und Kommunalverbände die andere Hälfte übernehmen müssen. Dadurch soll den Wünschen der Landwirte nach Erhöhung deS BerkaufSpreises Rechnung getragen werden, ohne die Verbraucher zu belasten. Wir finden diese„Lösung" in keiner Hinsicht für glücklich. Die Belastung der Verbraucher tritt auf jeden Fall mittelbar ein; denn die von Reich und Kommune gezahlten Zuschläge müssen letzten EndeS von den Steuerzahlern aufgebracht iverden. Aber selbst das durch die Preiserhöhung angestrebte Ziel, die Kartoffelknappheit zu beseitigen, wird schwerlich ein- treten. Die Landwirte werden fortan nur an Gemeinden verkaufen, um sich den Zuschlag zu sichern. Private Ver- brauchcr und Händler werden künftig für eigene Zwecke von den Landwirten keine Kartoffeln mehr erhalten. Da es uns zweifelhaft erscheint, ob die Gemeinden sofort die Ver- sorgung aller Einwohner werden übernehmen können. werden dadurch wahrscheinlich die BezugSschwicrigkeiten für die Verbraucher in der nächsten Zeit noch steigen. Die Regelung bezieht sich weiter nur bis zum 15. März. Müssen nicht die Landwirte, und gewisse Spekulanten die durch künstliche Zurückhaltung der Vor- rate die jetzige Preiserhöhung erzwungen haben> die Hoffnung hegen, durch einen weiteren Druck eine nochmalige Erhöhung der Preise zu erzielen? Der jetzigen Preiserhöhung standen dabei feierliche Versicherungen der Regierung aus dem Herbst gegenüber, die Landwirte dürsten auf keinerlei Erhöhungen rechnen. Die Regierung bringt sich durch ihre ständige Nachgiebigkeit gegenüber Jnter- essentenwünschcn selbst in die schwierigste Lage und trägt nur zur dauernden Unruhe auf dem LebenSmittelmarkt bei. Die Verbraucher verlangen endlich eine klare, feste Lebensmittel- Politik, die allein als einziges Ziel die ausreichende und billige Versorgung der Bevölkerung verfolgt. Der Deutsche Städtetag über Ernährungisfragen. Un« wird geichrieben: .Der NahrungS mittelauSschuß des Deutschen Gtädtetages hat feine Beratungen beendet. Wegen der Karloffetversorgung der gegenwärtigen Winterperiode ging man von der Tatsache auS, daß das Reich und in Preußen auch der Staat je die Hälfte des Betrages übernommen habe, den die Kommunen jetzt für Speuekartoffeln über den HöckstpreiS zu zahlen ermächtigt sind, io daß die Preise, die die Verbraucher zu zahlen haben, sick während des Winters nicht erhöhen werden. Für die ipälere Zeit ist die Reichsleitung dringenv um baldige Mitteilung ihrer Absichten gebeten worden. Dabei ist nachdrücklich betont worden. daß die Kommunen zwar zu jeder Mitarbeit bereit sind, dagegen nicht ihrerseits die verantwortliche Entscheidung über die Bedarfsdeckung treffen und auch nicht, wie im vorigen Jahre, da» finanzielle Risiko einer U-bereindeckung tragen können, weil allein da» Reich die Entwicklung deS KartoffelmarkteS übersehen und beherrschen kann. Weiter sind die schwierigen Verbältnisse der Versorgung der Be- völkerung mit frischem Schweinefleisch eingehend besprochen worden. Man glaubt nicht, daß Einzelmaßnahmen, zum Beispiel im Gebiet der Wurst- und Konservenherstellung, sür sich allein zum Ziele führen können. Vielmehr soll die sofortige Emsührung von Stallhöchstpreisen beantragt werden." „Schädliche" Höchstpreise. Der Deutsche Land wirtschaftsrat hat kürzlich fol- genden Beschluß gefaßt: .Ter LandwirtschaftSrat erachtete die festgesetzten G e m ü s e- höch st preise für schädlich, und zwar sowohl sür den Hersteller als besonders auch sür den Verbraucher.... Slbädlich sür den Ver- brauwex: 1. weil bei den zu niedrig bemessenen Preisen viel Ge- Müse in die Vieh st alle gedrängt wird; 2. weil die Zufuhr vom Auslände ferngehalten wird; S. weil die Gemüsehöchsipreise zu spät eingeführt worden sind; weil die Höchstpreis» nur für den Hersteller und nicht sür den Kleinhandel gelten; 5. weil die Pro- duktion für das kommend« Jahr unbedingt eingeschränkt werden wird, wenn die Herstellungskosten höher find als der Verkaufs- pneiS. Für die Ernte deS vergangenen trockenen Jahres werden daher ähnliche Preise vorgeschlagen, wie solche in dem trockenen Jahr 1911 bestanden haben, und zwar: Für den Hersteller ftei nächster Verladestation: Weißkohl........ 4,50 M. Rotkohl......... 8,00„ Wirsingkohl....... 6,0«„ Grünkohl........ 6.00. Zwiebeln........ 10,00. gelbe Kohlrüben...... 3.00, weiße Kohlrüben..... 2,00. rot« Mohrrüben...... 6,00, weiße und gelbe Mohrrüben. 3,50. Für den Kleinhandel müffen unbedingt Höchstpreise ein- geführt werden, und zwar durch Zuschläge von etwa 30 bis SO Prozent. Die abgeänderten Preise sind unverzüglich einzuführen." Die einzige Forderung, der die Verbraucher zustimmen, ist be« reitS erfüllt worden: Höchstpreise sür den Kleinhandel besteben ehe der LandwirtschaftSrat sie forderte. Die Kritik der.Sachverständigen" beruht also hierin aus einem Irrtum. Um die anderen Mängel ab- zustellen, bedarf es keiner Preiserhöhung. Die Berfütlerung von Gemüse an da» Vieh könnte durch Verbote und Beschlagnahme ge- bindert, die Zufuhr vom Auslände, das übrigens fast überall billigere Gemüsepreise als Deutschland hat, durch staatliche Zuschüsse angeregt werden._ Zur Fleischnot. Infolge der zunehmenden Schwierigkeiten beim Einkauf von Schlachtvieh sah sich der Vorstand deS Konsumvereins in Gotha zur Schließung des seit mehr als fünf Jahren be- triebenen Fleischereigeschäfts genötigt. Schweine im tchlacht- reifen Zustande waren fast gar nicht mehr aufzutreiben. In dem Betriebe wurden früher 6—10 Gehilfen beschäftigt, sechs wurden alsbald nach Kriegsausbruch zum Heer eingezogen. Die Teuerung schränkte den Fleischverbrauch wesentlich ein, namentlich in den letzten Monaten nahm der Umsatz sehr ob. ES wurden trotzdem in der Fleischerei im letzlverflossenen Geschäftsjahr noch 1423 Schweine und 106 Rinder verarbeitet. Der Umsatz betrug 32 9 366 M., das sind 200 M. weniger wie im Jahre vorher. Kriegsziele und„offiziöse" Presse. Im Anschluß an eine Besprechung der Vorgänge in Montenegro fordert die„ K r e u z- Z c i t u n g" erneut die teil iv eise Freigabe der Kriegsziel-Erörte- r u n g e n: .Dabei wird, wie wir glauben möchten. doS bisherige Ver- b o t der Erörterungen der Kriegsziele völlig nicht mehr aufrechterhalten werden können. Wenn an einer, viel- leicht unbedeutenden. Stelle deS Weltkrieges das Wort Frieden erklungen ist und am Horizont eine Möglichkeit des Abschlusses erscheint, so m u ß, wie daS in der.Kreuz-Zeitung"(19. Januar) bereits mit vollem Recht hervorgehoben wurde, über diesen Frieden geredet werden können. Auch heute ver- kennen wir das Gewicht der Gründe nicht, die für eine Beibehaltung deS bisherigen ZustandeS bei uns sprechen. Aber ebensowenig wird sich die Regrerung der Einsicht entziehen können, daß mit der Kapitulation Montenegros die Loge sich grundsätzlich auch in dieser Beziehung zu ändern beginnt, und kann sie von ihrem bisherigen Standpunkts nicht abgeben, so werden wir ver- langen müssen, daß die offiziöse Publizistik in dielen Lebens- fragen deutscher Zukunft ganz anders, führend und orrentierend hervortritt, als sie e» bisher im Ver- laufe des Krieges tat." Die Forderung, daß eventuell wenigstens die„offiziöse Publizistik" von dem Verbot befreit werden solle, verdient natürlich die schärfste Zurückweisung. Soll überhaupt die Möglichkeit bestehen, die Frage der Kriegsziele zu erörtern, so muß selbstverständlich allen Parteien und den Presse- organen jeder Richtung das Wort verstattet werden. Die „offiziöse" Publizistik ist am allerwenigsten geeignet, in Lebensfragen des deutschen Volkes„führend und orientierend" hervorzutreten._ Zu den neuen Reichssteuern. Die„Nordd. Allg. Ztg." bringt folgende offiziöse Notiz: Die Presse bringt nahezu Tag für Tag Mitteilungen über die neuen Neichssteuerv, die im März dem Reichstage zur Be- schlußfassung unterbreitet werden sollen. Diese Mitteilungen sind in keinem Fall authentisch. Das RcichLschatzamt hat über die geplanten Steuern bisher keinerlei Veröffentlichung ausgegeben und wird aus dieser Zurückhaltung auch weiterhin nicht heraustreten, sylange die Vorlagen sich noch im Zustande der Vorbereitung befinden._ Wahlreform in Braunschweig. Am Dienstag wurde der Braunschweigische Landtag feier- lich eröffnet. In der Thronrede ist besonders eine Stelle be- merkenswert, die sich auf das Landtagswahlrecht bezieht. Sie lautet: „Die Landesregierung wird mit aller Kraft bestrebt sein, die ins Stocken geratenen oder einstweilen zurückgestellten staatlichen Aufgaben zu fördern und zum Abschluß zu bringen, sobald solches möglich ist. Insbesondere gilt das auch von der schwebenden Aenderung des Wahlrechts. Allen an der Gesetzgebung beteiligten Stellen wird es schon jetzt und in der maßgebenden Zukunft am Herzen liegen, vom Standpunkt des allgemeinen Wohles auf das sorgfältigste zu prüfen, imvieweit bei der Schaffung neuer Vorschriften der durchgehenden Bewährung aller Volksklassen in dieser ge- waltigen Zeit Rechnung zu tragen ist. Durchdrungen von dem Bewußtsein der Ünbesicgbarkeit deutscher Kraft. Opfer- freudigkeit und Ausdauer im Felde und daheim vertrauen auch wir Braunschweiger auf eine glückliche Zukunft des Deutschen Reiches und namentlich auch unseres engeren Vater- landcs." Das Versprechen der braunschwcigischen Regierung ist also nicht weniger zaghaft als das in der preußischen Thronrede. Herr v. Heydebrand korrigiert sich. Die„Lib. Korreip." teilt mit: Eine bemerkenswerte Aenderung in dem Stenogramm seiner Rede vom 17. Januar hat der konservative Führer Abg. Dr. v. Heydebrand vorgenommen. Bekanntlich hatten alle Zeitungen berichtet, und die Ohrenzeugen bestätigen dies auch jetzt noch, daß Heydebrand ausgeführt hatte, die Gestalt unseres preußischen Ab- geordneienhauseS sei, von einigen Schönheitsfehlern abgesehen, eine den Bedürfnissen deS Landes.geradezu ideal entsprechende". Im Stenogramm heißt eS nun aber an dieser Stelle:„Es ist doch gar keine Frage, daß die Gestalt unsere» preußischen Abgeordneten- Hauses, unserer preußischen Volksvertretung, eine den Bedürfnissen deS Landes, wie ich behaupte, fast ideal entsprechende ist." Ganz amüsant ist, daß zwei Sätze später Heydebrand einen PaffuS seiner Rede hat stehen lasten, wonach wir„dank dieses preußischen Wahlrechtes eine preußische Volksvertretung haben, die den Ansprüchen deS Lande! und den Wünschen, die wir für daS Wohl des Landes hegen, durchaus gerecht wird". Dieses .durchaus" paßte mit dem obigen.geradezu" ausgezeichnet zu- sammen. Gegenüber dem.fast ideal' bildet eS eine gewiffe Un- stimmigkeit. ES ist jedenfalls bemerkenswert, daß selbst Herr v. Heydebrand doch vor dem.geradezu ideal" nachträglich etwaS zurückgeschreckt ist und die Folgen deS preußischen Wahlrechtes nur noch als„fast ideal" angesehen wissen will! Die Ztanalgegner. Der Ausschuß zur Förderung des Mittelland- k a n a l s hat am Montag in Berlin von neuem in Vor- trägen und Entschließungen auf die D r i n g l i ch k e i t hingewiesen, die Wasserstraßenvcrbindung zwischen dem Osten und Westen endlich herzustellen. Die„Deutsche Tages- z e i t u u g" antwortet prompt mit dem Hinweis auf ent- gegengesetzte Ausführungen in der Fachpresse und fügt hinzu: »Da die wirtschaftliche wie die militärische Seite der Kanal- frage erst nach dem Kriege völlig geklärt werden laiin, so er- scheint es aber nicht recht verstäiidlicb, daß man ichon während des Krieges den.möglichst raschen" Ausbau des Kanals ver- langen zu solle» glauble.... Aus allen diesen Gründen wäre eS wohl zweckmäßiger gewesen, eine Neuaufrollung dieser Kanal- frage wenigstens bis nach dem Kriege zu Verlagen." Die Konservativen sind also nach lvie vor Gegner des Kanalbaues. Entwurf eines Schähungsamtsgesetzes. Die preußische Negierung hat dem Abgeordnelenhause den Ent« Wurf eines SchätzungsamlSgeietzes unierbreitet; sie hofft, daß durch ein solches Gesetz nicht nur die Mißstände auf dem Gebiete des Schätzungswesens beseitigt, sondern auch einer ungesunden Steige- rung der Mietpreise vorgebeugt werden kann. Amtliche Schätzerstellen iür allgemeine Grundstücksschätzungen bestehen heute nur in vereinzelten' Landesteilen; im wesentlichen liegen die Schätzungen in der Hand privater Einschätzcr. Hieraus haben sich im SchätzungSwesen und in Verbindung damit im Beleihungs- wesen erhebliche Mißstände entwickelt. Der freie Wettbewerb im Schätzer- gewerbe bewirkt bei manchen Schätzern eine gewisse Abhängigkeit gegenüber den Wünschen der Auslraggeber und beeintiäckligi ihre Unparteilichkeit. Nicht nur, daß bei Schätzungen mancher Schätzer ständige und offenkundige Ueberi'chrcitungen des wirklichen Grund- stückwertS nachgewiesen sind, ist eine t a r s ä ch l i ch e Ueberichätzung der Grundstückswerie, insbesondere der städtischen, fast zur typischen Erscheinung geworden. Die innere Ursache bieisür bestebl, wie in den Motiven des Geietzeniwurfs hervorgerufen wird, hauptsächlich darin, daß die Schätzung sich nicht stets' auf die ausschließliche Erfassung des Gegenwartswertes beschränkt, sondern— namentlich für den Grund und Boden— den Zukunslswert oft in weitgehender Weise berücksichtigt. Dadurch werden Grundstllckowerle ge- schaffen, die nicht dein wirklichen Wer: entsprechen, sondern Spelulationswerte darstellen. Diese Mißstände haben in daS Schätzungsweien eine allgemeine Unsicherheil gebracht und auf verschiedenen wirlichaftlichen Gebieten schweie Schädigung bewirkt. Nach Ansicht der Regierung ist eine gesunde Entwickelung des Grundstücks- und des GrundkredilwesenS sowie des Wohnungs- wesrnS ohne ein geordnetes und zuverlässiges Schätzungswesen nicht möglich; sie erblickt in der systematischen, die Bildung von Spekulationswcrten begünstigenden Ueberschätzung der Grundstück»- werte, besonder« in größeren Städten, eine der Hauptursachen, durch die das Bauland in überlriebener Weise verteuert und die ungesunde Grundstücksspekulation gefördert wird. Die Ueber- schätzung hat eine talsächliche Erweiterung der für die erstsielligen Hypotheken üblichen Velcibungsgrenzen ermög« licht, die sogenannte erste Hypothek umfaßt jetzt meist einen Teil der früher von der sogenannten zweiten Hypothek eingenommenen Stelle. Daher kommt es,' daß in besonders hohem Grade durch die Ueberschätzungen die zweitstelligen Hypotheken bei der Zwangs- Versteigerung der Gefahr eines Ausfalls ausgesetzt sind. Die„Not der zweiten Hypothek" ist wesentlich mit durch die Unzuverlässig- keit der Grundstücksschätzungen entstanden, und die Frage der zweiten Hypothek ist gleichzeitig eine Frage der Regelung des Schätzungs- Wesens geworden. Es läßt sich ferner nicht bestreiten, daß die übertriebenen Schätzungswerte auch eine ungesunde Steigerung der MwlSpreise be- wirken, und zwar nicht nur iiifolge der Verteuerung des Bau- landcs, sondern auch infolge der Ueberspannung der Beleihungen; denn die verhältnismäßig hohen Jahresleistungen für die zweil- stelligen Hypotheken mußten durch den Mielspreis ausgebracht werden. Dieser Unsicherheit im SchätzungSlveien, die sich überall in Stadt und Land findet, will die Regierung in Ausführung eines im vorigen Jahre vom Abgeordnelenhause gefaßten Beschlusses dadurch entgegentreten, daß sie in jedem Stadtkreis und in jedem Landkreis kollegiale Schäyungsämler mit behördlicher Eigenschaft errichtet. Die Errichtung der Schätzungsämter überträgt der Entwurf grundsätzlich den Kreiskommunalverbänden, den Sch'ätzungsämtern selbst legi er die Eigenschaft einer kommunalen Behörde bei. Für den Verband Groß-Berlin ioll ein besonderes Schätzungs- amt �SchätzungSamtGroß-Berlin) mit der erforderlichen Zahl von Abteilungen unter enlsprechcndsr Anwendung des Zweck- Verbandsgesetzes sür Groß-Berlin durch Satzung errichtet werden. Mit Zustimmung des Oberpräsidcnten soll der Geichäilsbezirk de» Schätzungsamles auf Teile des Vcrbandsgebietes beschränkt werden können doch sind in diesem Falle für die nicht zu dem SchätzungS- amte Groß-BerUn gehörenden Teile des Verbandes besondere SchätzungSämler von den beteiligten Kreisen zu errichten. Wir zwetfeln nicht daran, daß wenn der Entwurf Gesetz wird, der spekulativen Schätzung ein Riegel vorgeschoben wird. Aber damit wäre erst eine der vielen Ursachen der Spekulation in Grund und Boden ein Ende gemacht. Welche Wirkung das Gesetz auf die Höhe der Mieten ausübt, bleibt abzuwarten. Allzuviel versprechen wir uns davon nicht, weil bekanntlich den hohen Mielspreisen noch manche andere Ursachen zugrunde liegen. Vor allem aber glauben wir nicht, daß die« Gesetz von irgendwelchem Einfluß auf die Gestaltung des Wohnungsmarktes nach dem Kriege sein wird; seine Wirkungen werden sich vielleicht in Jahren bemerkbar mache». Wir müssen deshalb fordern, daß die Regierung neben diesem Ge- setzentwurf noch weitere Vorlagen einbringt, die geeignet sind, den nach Friedensschluß voraussichtlich einsetzenden Mangel an Klein- Wohnungen zu beseitigen und den Baumarkl zu beleben. Erhöhung der Gcmeindesteuern. Der Breslauer Magistrat plant eine Erhöhung des Kommunal« Zuschlages für 1916 von 172 auf 220 Proz. Ein neuer Dienstrang in der Marine. Durch eine Kabinettsordcr vom 27. Januar ist für die Marina der Dienstrang des Deckoffiziarleutnants, des Deck- offizier-Jngenieurs und de» FeldwcbelleutnantS geschirfsen»orben. Dieser Dienstrang der Marina entspricht dem im mobilen Feld- haare schon bestehenden Range des Feldwabelleutnants. Kriegsbekanntmachungen. Keine Exhumierungen im serbischen Kriegsgebiet. Wien, 26. Januar.o ganien Kugeln, Plurd 1.90 2 M. Holländer Vollfettkäse.... Pfund 2.40 Holländer Käse...... 2 m. 2.20 2.30 Holländer Brotkäse.......... 2 m. Frische Land-Eier.. Stück 23- 25 Pf. Donnerstag, Freitag, Sonnabend Gemischtes Backobst Pfund 72 88 Pf. Callf. Aprikosen........ Pfund ILO „ Birnen... Pfund 1.10 1.20 1.45 „ Pfirsiche........ Pfund 78 PL „ Pfirsiche, geschält... Pfund 1.05 „ Pflaumen..... Pfund 98 88 Pf. Bosnische Pflaumen.... Pfund 72 Pf. Zapfen. Birnen......... Pfund 62 pl Feigen.............. Pfund 52 Pf. Getrocknete Steinpilze... Pfund 3.40 Maisgries............ Pfund 52 Pf. Karieffelmehl......... Pfund 28 Pf. „Xuchenfix", die fertige Kuchenmasse, ohne Brotmarken verkäuükh.. Paket 78 PL Marmelade leicht gefärbt— Verkauf am Butterlager Pflaumen mit Apfel...Pfd.58PL Himbeer mit Apfel....Pfd. 58 Pf Himbeer-Konfitüre..... Pfd. 78 Pf. Orangen- Konfitüre..... Pfd. 78 Pf. Saure Kirschen-Marmel. Pfd. 78Pf. Gem. Frischobst Marmel. Pfu.50Pf. Vierfrucht-Marmelade..Pfd. 50 Pf Pflaumen-Marmelade...Pfd. 58 Pf. Thüringer Pflaumenmus..... Pfd. Rheinisches Apfelkraut..... Pfd Kunsthonig flOssig oder dick...Pfd litt a jf- �5? a.-g in «ia 60 Pf. 60 PL 35 Pf. Ständiger �| Q|| d 3 I Verkauf, Töpte per Deutsche Kra'twürze, von vorzüglicher Qualität (Allein- Verkauf lür die Berliner Warenhäuser) _ tf,_ f,_% Ptund 1.25 2.50 3.50 6 m. Fleisch Verkauf Donnerstag Schmorfleisch mit Knochen Pfd. 1.50 Rinderkamm....____ Pfund 1.40 Rinderquerrippe..... Pfund 1.30 Roastbeef mit Knochen.. Pfund 1,40 Kalbskeule im Ganzen.. Pfund 1.60 Kalbskeule geteilt..... Pfund 1.70 Kalbsrüoken im Ganzen.. Pfund 1.50 Kafbskamm u.-Brust.. Pfund 1.45 Kalbshaxe.......... pfimd9Jpt Hammelkeule im Ganzen. Pfund 1.70 Hammelrüoken....... Pfund 1.70 Hammeldünnung..... Pfand 1.50 Pökelrinderzunge..... Pfund 1.40 Gehacktes Fleisch____ Pfund 1.40 Geflügel Donnerstag und Sonnabend Suppenhühner gefroren. 1.60 1.80 Brathühner gefroren Pfund 2 M. 2.50 Suppenhühner....... Ptund 2.40 Mastenten...... Pfund 2.10 2.30 Mastputen..... Pfund 2.20 2.30 Rljemltl. BSnselletsch gepökelt Pfd. 1.90 In Fässern, etwa 150 Pfd.... Pfund 1.75 Wildenten........... stück 2 m. BirkWÜd nur leipziger Straße Schneehühner... stück 2.50 2.80 M riipeGt\A/ ocho der. preise ummraiBrnnMim1»*........... tmwmmm Beronto. Rehakt., Alfred Wielevv. Neukölln. Inseratenteil verautw. tt. Glocke. Berlin. Dr»tcku.EerWz:VvrwärLS!S>lchdr.u.BerlagSanuaft Paul Sing-r�Tö�Serfliu 8W. Hierzu 1 Beilage«. Unter holtungSW, Hr. 26. 33. IahrMg. |cilif te Jonnärtü" ßftlintt WIKsM Höttttfrstög, 27. Januar 19(6". Ms Groß-öerlin. Verbot von Ausverkäufe« usw. für Web- und Wirk- waren. Amtlich. Berlin, 26. Januar.(W. T. B.) Auf Grund des Z 9d des Preußischen Gesetzes über den Lelagerungszintand vom 4. Juni 1851, in Bayern auf Grund des§ 4 des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. Povembsr 1912 in Verbindung mit der Allerhöchsten KabincMorder vom 31. Juli 1914, den Uebergang der voll ziehenden Gelvalt auf die Militärbehörde betreffend, werden hiennit für den Monat Februar jede Art von Sonder-Aus Verkäufen, wie Inventur« oder Saifon-Ausverkäufe, sogenannte Weiße Wochen oder Tage, Propaganda- und Reklame-Wochen oder Tage sowie jede andere eine besondere Beschleunigung des Berkaufs bezweckende Leranstaltung, insbesondere die An kündigung von Berkäufen zu herabgesetzten Preisen für Web und Wirkstoffe und für Waren, die aus Web« und Wirkstoffen hergestellt sind, oder bei deren Herstellung Web- oder Wirk- swffe verwandt sind sowie für alle Strickwaren verboten. Der Oberbefehlshaber in den Marken. v. Kessel, Generaloberst. Vom Kartoffclklcinhandcl i» Berli«. Die Organisation des Kartoffelkleinhandels in Berlin wird durch die neuerlichen Bestimmungen betreffend die Erhöhung des Erzeugcrhöchstpreises nicht berührt, insbesondere wird auch der Kleinhandel weiterhin, sofern überhaupt Kar- toffeln herankommen, solche festhalten können. Der Kartoffel- kleinhändler bezieht die Ware von denjenigen Großhändlern, welche auf Grund von Bezugsscheinen und entsprechenden Anweisungen der Gemeinde die Kartoffeln in den Lieferungs- kreisen gekauft haben. Die städtischen Verkaufsstellen bleiben natürlich daneben aufrechterhalten, um im Falle von Stockungen in der Zufuhr an die Kleinhändler das Publikum mit Kartoffeln zu versorgen. Tie verschwundenen Lkartofseln. Uns wird geschrieben:.Es war bisher schon schwer, in Berlin Kartoffeln zu erhalten, seit gestern früh sind sie in Berlins Klein- Handel auf einen Ztuck verschwunden. Die Kartoffelknappheit, die durch Aufhebung der Produzentenhöchsipreise beseitigt werden sollte, ist durch diese gerade herbeigeführt. In der amtlichen Mitteilung heißt eS:.Für den Verbraucher wird diese Anordnung bis auf weiteres nicht fühlbar werden." Die Händler erklärten dagegen den amtlich getrösteten Verbrauchern, daß sie bei einem Einkaufspreise von 4 M. die Kartoffel» nickt zu einem ebenso hohen Berkaufspreise abgeben könnten und schafften ihre Vorräte rücksichtslos in ihre Kellereien, um erst eine ihnen selbstverständliche Erhöhung der Klein- Handelspreise abzuwarten. Es wird jetzt Ausgabe der Behörden sein, die Händler rücksichtslos zur Abgabe der vorhandenen Borräte zu zwingen, uni nicht Szenen heraufzubeschwören, wie sie seinerzeit die Butterpreistreiberei verursachte. Die Kartoffeln, die ja doch zu den alten Preisen eingekauft worden sind, müssen aus den Lager- räumen, wieber in die Verkaufsräume geschafft und die. Händler zur Abgabe unter den bisherigen Bedingungen angehalten werden. Eine Abweisung der Käufer trotz vorhandener Borräte, wie sie gestern vielfach vorkam, darf unter keinen Umständen geduldet werden. Es muß den Verkäufern klar gemacht werden, daß für Erlraprofite jetzt nicht die Zeit und auch bei den Behörden kein Verständnis dafür vorhanden sei." Hierzu müssen wir bemerken, daß die Angabe der Händler, sie müßten die Differenz der jetzt herausgesetzten Kartoffelpreise zahlen, unrichtig ist. Ein Zurückhalten von Kartoffeln ist nicht nur unnötig, sondern auch strafbar.___ Steigende Fleischprcise— fallende Viehpreisc. Tie Flcisckipreise klettern immer höher hinauf; für ein Pfund Hammelfleisch wird bereits ein Preis von 2 Mark und darüber der- langt. Schweinefleisch bekommt man nur unter der Bezeichnung: .Ausländisches Fleisch" zu kaufen, wofür ein Preis von 2,50 bis 8,00 Mark pro Pfund angelegt werden muß, es sei denn, es glückt einem, städtisches Gefrierfleisch für 1.40 Mark zu erhalten. Nach dem Marlibericht vom letzten Sonnabend sind bei Rindern, Kälbein und Schafen die Preise je nach der Qualität um ö bis 20 Mark pro Zentner gefallen. Es wird die Frage aufgeworfen, wie cL kommt, daß die Ladenpreise für Fleisch steigen, während die Viebpreise eine sinkende Tendenz auftoeisen. Tie.Deutsche Tageszeitung" greift die Tatsache auf und teilt noch folgendes mit:.Tatsache ist jedenfalls, daß die Höchst- preise im Fleisch- und Wurst verkauf von Anfang an fast gar nicht oder nur der Form nach be- achtet worden sind und die PreiSüberwachungSstellen äußerlich kaum oder überhaupt nicht in Erscheinung treten. Es wird uns sogar ein bestimmter Fall berichtet, in welchem ein Strafantrag wegen erheblichen Mindergewichts— auch eine Form der Preissteigerung— von der Behörde als un- erheblich abgelehnt wurde. Unter diesen Umständen ist ein Beharren der Fleischverläufer aus ihren Preisen trotz der billigeren Viehpreise sicher zu erwarten; vielleicht erlebt man sogar Steigerungen mit der jetzt üblichen Ausrede, daß es sich um ausländisches Fleisch handele." Steigende Fleischpreise sind mit sinkenden Viehpreiien nicht der« einbar; noch weniger die von der.Tageszeitung" behauptete ständige Ueberichreilung der festgesetzten Höchstpreise. Soll das ruhig so weitergehen? Arbcitcr-Bilduugsschule. Es sei nochmals daran erinnert, daß heute Donnerstag, den 27. Januar, abends 8'/, Uhr, der acht Abende umfassende Kursus beginnt, in dem Genoffe Eduard Bernstein die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie behandeln wird. Der Kursus findet im Hörsaale der Schule, Lindenstr. 3, 4. Hof rechts, 3 Treppen, statt. Das Hörergeld für die acht Abende beträgt 50 Pf._ Aufklärung eines grotzeu Warendiebstahls. Wie wir kürzlich berichteten, war ein hiesiges Speditionsgeschäft durch einen Kutscher schwer geschädigt worden, der eine Warenladung im Werte von etwa 30 000 Sä gestohlen hatte. Der Kriminalpolizei ist eS jetzt gelungen, den Dieb in der Perion des 21 Jahre allen, aus GierSdors gebürtigen ehemaligen Fürsorgezöglingö Zulbowsli zu ermitteln und zu verhaften. Z. hatte in der Markus-, Mulack- und Steinstraße drei Läden gemietet, in denen vorher Friseur- Geschäfte und eine Schankwirtichast betrieben worden waren. An diesen drei Stellen war er mit dem ibm anvertrauten Gespann vor- gesahrea und hatte alles abgeladen. Die Lädeu sollten mir solange I als Unterstand dienen, bis er Abnehmer für die reiche Beute i gefunden Härte. Einen kleinen Teil verkaufte er bald, um„Be- 1 wegungsgclder" zu haben. Auch für die anders Ware hatte er schon ' Bewerber, als die Kriminalpolizei auf seine Spur kam. Zuchowski hatte sie durch die erdichtete Äkitteiluug, daß die Waren zu einer bestimmten Zeit an einer bezeichneten Stelle in der Stadt auf- tauchen würden, irre zu führen und abzulenken versucht. Weiter ergab sich, daß die Geliebte des Z.. eine 24 Jahre alte Charlotte Swenn, ihre Hand im Spiele gehabt hatte. Auch diese wurde er- mittelt. Sie hatte in Moabit unter dem Namen Schröder i>r der Rostocker Straße eine Wohnung gemietet, die ein Versteck für Z. bot. Das Paar hatte aus dem Erlös der verkaufen Sachen so viel, daß eS gut leben konnte. Nachdem die Beamten das Mädchen fest- genommen hatten, beobachteten sie die Wohnung und verhafteten auch den Dieb, als er dort eintreten wollte.— Noch nicht aufgeklärt ist eine andere Unterschlagung gleicher Art. Geschädigt ist auch in diesem Falle eine Spedition. Hier wurden für 10 000 M. Waren gestohlen. Auf die Ermittlung dieser Waren ist eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. Kaiscr-Geburtstagsschiesten um wären! Butter und Fett- Die Berliner Schützeiwereine veranstalten alljährlich am Ge- burtStage des Kaisers oder an dem darauf folgenden Sonntage so- genannte Kaiser-GeburtStagsschießcn. bei denen mehr oder minder wertvolle Preise verteilt werden. In diesem Jahre ist hierin bei vielen dieser Vereine eine Aenderuug eingetreten, denn als Preise werden keine Luxnsgegenständc, sondern,.den Zeitverhältnisien Rech nung tragend", Lebensmittel der verschiedensten Art verteilt. So gibt der Gemütliche Schützenklub Berlin bekannt, daß als Preise- Butter und andere Fettwaren auSgeickosien werden. Der Schützen Hausfrau wird das bedeutend lieber sein, als wenn der Herr Schützen- papa einen silbernen Becher, ein Schild, einen Zigarrenbchäller oder gar Ziergsgenstände mit nach Hause bringt. Die.Schützenschwestern" dieses Vereins verzichten übrigens auf den üblichen.Königskaffee". Der Schützenkönig überwies die hierfür stets aufzuwendende Smnme von 100 M. der Königskasse.__ Grostfeuer in Weihensee. In der Streustr. 89/03 in Weißensee kam in der Nacht zu Mitl woch, vermutlich durch Selbstentzündung, ein Großfeuer zum AuS. bruch. Als die Gefahr bemerkt wurde, stand ein langgestrecktes Fabrikgebäude der Magnestawerkc Weißensee G. in. b. H. in ganzer Ausdehnung in Flammen. Diese leuchteten weithin. Angesichts der großen Auödehnütrg des Feuers wurde auch die Berliner Feuerwehr alarmiert, die einen Löschzug der ö. Kompagnie entsandte, der mit einem B» und einem O-Rohr von Motorspritzen wirksam löschte. Die Wcißenieer Wehr griff mit mehreren Schlauchleitungen an. Die übrigen Wehren, die später erschienen, kamen nicht mehr in Tätig keit. Das Fabrikgebäude der Mngnesiawcrke ist niedergebrannt. Die angrenzenden Gebäude und auch die des Deutschen Luxfer- Prismen-Syndikats in der Lehderstr. 34/88 konnten geschützt werden. Der erhebliche Schaden ist durch Versicherungen gedeckt. Der Betrieb soll weitergeführt werden._ DaS Verschwinden eiueö ungleichen Liebespaares beschäftigt die .Kriminalpolizei in Neukölln. Der lö Jahre alte Arbeitsbursche Max Serozinsli, der als ein ordentlicher Junge geschildert wird und bei seiner Pflegemutter Frau Marie Schulz in der Bürkuersiraße 15 wohnt, entbrannte in Liebe zu einem erheblich älteren Dienstmädchen, das auch feine Neigung erwiderte. Seine Angehörigen aber wollten natürlich von dieser Liebelei nickts teilten. Das nahm sich der Junge so zu Herzen, daß er ihnen erklärte, er werde sich das Leben nehmen. Am IS. d. M. verschwand er aus der Wohnung und ließ seitdem nichts mehr von sich hören. Auch das Dienstmädchen ist seit dem Tage verschwunden. Ob sich das Paar wirklich das Leben genommen hat, läßt sich nickt sagen. Der junge Serozinsli ist 1.70 Meter groß, hat dunkelblondes Haar und ein frische» Gesicht und trägt ein graublaue» Jackett, einen braunen Filzhut und schwarze Schnür- schuhe. Etwaige Mitteilungen über den Verbleib des Pärchens nimnrt die Neuköllner Krimmalpolizei entgegen. Bisher ist noch nicht die geringste Spur von ihm gefunden. Ein tödlicher Straßeniahnunfall hat sich gestern nachmittag vor dein Hause Brunnenstr. 26 ereignet. Die sechsjährige Margarete Ihlenfeld lief unmittelbar vor einem in der Richtung nach dem Gesundbrunnen verkehrenden Straßenbahnwagen der Linie 41 auf das Gleis. Da der Führer trotz größter Bemühungen seinen Wagen auf so kurze Entfernung nicht mehr zum Stehen zu bringen ver- mochte, wurde das Mädchen umgestoßen. Die Kleine geriet unter die Schutzvorrichtung und konnte nur noch als Leiche hervorgezogen werden. AuS der Spree geborgen wurde gestern am Eröbenufer die Leiche des vier Jahre alten Knaben H e r b o r t Clemens, der bei seinen Großellern in der Falckensteinstr. 37 wohnte. Der Knabe ist wahr scheinlich beim Spielen ins Wasser gestürzt und ertrunken. Einstellung einer Omnibuslinie. Der Betrieb der Pferde� omnibuslinie 21 Wedding sNettelbeckplatzs— Görlitzer Bahnhof wird am Sonnabend, den 29. Januar abends bis auf weiteres emgestellt. /ins öen Gemeinden. Berkauf städtischer Hülsenfrüchte in Wilmersdorf. In der Zeit vom 31. Januar bis 13. Februar 1916 werden von der Stadt Wilmersdorf durch Bermittelung der Händler Bohnen und grüne Erbsen an die Einwohner abgegeben. Der Berkauf erfolgt nur gegen gleichzeitige Vorzeigung der städtischen Ausweis- karte und der betr. Brotkarte; er ist für jede Karte und Woche auf l/z Pfund von jeder Sorte beschränkt. Gemeindevertretersihung in Weistensee« In der letzten Sitzung wurde der Sparkaffenetat festgesetzt. Die Nebenstelleninhaber der Sparkassen sollen für ihre Tätigkeit mit Vz Proz. der Einlagen entschädigt werden, ebenso die Lehrer, welche die Schulsparkassen verwalten. Zu Vorsitzenden des Kaufmanns- gericht» wurden wiedergewählt: Beigeordneter Dr. Klamroth, Syndikus Knothe und Rechtsanwalt Müller. Eine Hinausschiebung der Tilgung der Anleihen für das Jahr 1916 soll in demselben Umfange erfolgen wie für daS EtatSjahr 191S. Die schlechte Kartoffelversorgung durch die Händler wurde gekennzeichnet und um Abhilfe angetragen. Vom Bürgermeister wurde mitgeteilt, daß der Kanoffelverkanf der Gemeinde sehr flott gehe und dieser täglich für den Kleinverkaui in der Verkaufsstelle, Langhansstr. 103, nach- mittapS von 4— 7 Uhr stattfindet. Von 14 000 Zentnern bestellten Kartoffeln sind bereits 6S00 Zentner verkaust. In Zukunft sollen auch Kartoffeln in Mengen bis zu drei Zentnern abgegeben werden. Reflektanten wollen ihre Bestellungen wi Bauverwaltungsbureau, PistoriuSstr. 24. abgeben. Die von einem Privatunternehmer ein- gerichteten beiden Verkaufsstellen, die unter Kontrolle der Gemeinde stehen, haben bisher abgesetzt: 6000 Zentner Kartoffeln, 3000 Zentner Gemüse, 450 Zentner Obst. 100 Tonnen Heringe, 300 Zentner Wurst; außerdem wöchentlich 10 Zentner Knochen. ZkriegSgarnison in Köpenick. Nach einer Mitteilung des Magistrats wird die Stadt vom kommenden Monat ab mit Militär für die Dauer des Krieges belegt werden. Die Trappen werden voraussichtlich Ende Februar in Stärke von 2800 Mann einrücken. Außer in öffentlichen Gebäuden, Schulen usw. wird die Kriegsgarntson auch in Gastwirtschastcn untergebracht werden._ Gerichtszeitung. Betrug gegen den Militärfiskus. Die am 18. Oktober gegen den Vorsitzenden der FuhrwcrksbcrufLgenossenschaft. Fnhr- nntcrnohntcr Johann Knaucr, vom Landgericht Berlin II ausgesprochene Verurteilung zu 2000 M. Geldstrafe wegen Betrugs gegen den Militär fiskuL beschäftigte am Dienstag das Reichsgericht. Der Angeklagte hatte auf die Frage eine» Mitgliedes der militärischen Abschätzungskoimniision, wieviel er für eilten Kraft- wagen bezahlt habe, den das Militär erwerben wollte, 19 500 Mark angegeben. Auf Vorbalt, daß daS doch nicht möglich sei, da die Daimlerwcrle solche Wagen für 17 000 M. verkaufen, erwiderte der Angeklagte, er habe 18 000 iN. bezahlt. Talsächlich hatte er nur 16 550 M. bezahlt. DaS Gericht erblickte in den unwahren Angaben einen Betrugsversuch, verurteilte den An- geklagten aber entgegen dem auf drei Monate Gefängnis lautenden Antrag de» Staatsanwalts unter Amtahme mildernder Umstände— Angeklagter hat Spenden der Kriegsfürsorge zu- gewendet— nur zu der angegebenen Geldstrafe. Die Revision des Angeklagten stützt sich darauf, daß da» Auto tatsächlich 19 500 M. wert gewesen sei. Das Reichsgericht hielt diese Rüge für be- gründet, weil, wenn die Angabe de» Angeklagten zutreffe, eine Ver- mögensbeschädigung nicht vorliegen könne. DaS Urteil wurde deS- halb aufgehoben und zu einer weiteren Verhandlung, in der der Wert festzustellen ist, an da» Landgericht zurückgewiesen. Verbrechen gegen Kinder. Ein umfangreicher Prozeß gegen neun Personen, die wegen Kuppelei und Sittlichkeitsperbrechcn gegen noch nicht 14 Jahre alte Mädchen unter Anklage standen, ist gestern nach mehrtägiger Verhandlung vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I zu Ende gegangen. Staatsanwalt Carl beantragte exemplarische Strafen, nämlich gegen die Hauptangeklagte, Zimmervermicterin Magdalene Well- hofer 6 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, gegen die Zinimervermieterinnen Eugenie Z ei se und Amalie Baus ch je 2 Monate Gefängnis, gegen den Tapezierer Eduaro H a i f k e 4 Jahre Zuchthaus und 5 Jahrs Ehrverlust, gegen den Kom- miisionär Albert Schilling 2 Jahre Zucht hau» und 6 Jahre Ehrverlust, gegen den Militärinvaliden Albert Braun 1 Jahr Zuchthaus, gegen zwei weitere Angeklagte, den Glaser Eugen D a n i t und den Maurer Rud. Kammer je 1 Jahr Gefängnis, gegen den iKnsiker Paul Schanz die Freisprechung.— Das Urteil lautote wesentlich milder; es wurden verurteilt: die Ange- klagte Wellhof er zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Haffke zu l'/s Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust, die Angeklagte Z e t i e zu 2 Monaten, die Bausch zu 2 Wochen Gefängnis. Sämtliche übrigen Angeklagten wurden frei- gesprochen. Ein Teil der Angeklagten'hatte Kinder unter 14 Jahren an Männer verkuppelt, ein anderer Teil der Angeklagten halte die Kinder mißbraucht._ Schmiergelder. Das Schöffengericht Berlin-Asitte verhandelte infolge Straf- antrages de» Verein» gegen das BestechungsweienS, Sitz Berlin, gegen den Werkmeister Robert Bösel wegen Bestechung. Der Angellagte war seit zehn Jahren in der TranSformatorenabteilung einer großen ElektrizilätSgesellschaft in Berlin tätig und wurde vor kurzem wegen der zur Anklage stehenden Vorgänge entlassen. Das Gericht erachtete durch die Beweisaufnahme für erwiesen, daß der Angeklagte seine technischen Erfahrungen, die er bei der ElektrizitätSgeiellschaft erworben hatte, in den Dienst der Firma Postler u. Comp., Chemische Werke in Dresden-Riedersedlitz, gestellt hat, wodurch die genannte Firma umfangreiche Kittlieferungen für die ElektrizitätS-Gesellschaft erlangte und sich jahrelang als alleinige Lieferantin behaupten konnte. Der Angeklagte hat nach seiner eigenen Angabe von der Lieferantcnfirma mindestens 1000 M. er- halten und ferner darauf hingealbeitot, die Stelle eine» ständigen Vertreter» der Lieferantenfirma zu erlangen. Da der Angeklagte noch unbestraft war und nach Ansicht des Gericht» verführt worden ist, so wurde eine Geldstrafe von 300 M. für angemessen er- achtet. Außerdetn wurde ein den nachgewiesenen Schmiergeldern entsprechender Betrag von 1000 M. dem Staat verfallen erklärt._ Ms aller Welt. Eine Woche Gefängnis für Disziplinbruch in der Jngend. kompägnie. Wie au»® r ü nJ6 c r g in Schlesien berichtet wird, hatte sich vor dem dortigen Schöffengericht der Klempncrlehrling R i x d o r f ans Grünberg wegen eines Disziplinbruch» in der Jugendkompagnie zu verantworten. Bei einer Uebung dieser Kompagnie unter Leitung des Oberrechrningsrcvisor» Körnchen benahm sich Rixdorf sehr gleichgültig, lachte höhnisch über Er- Mahnungen deS Zugführer», dem er schließlich mit geballter Faust so heftig ins Gesicht schlug, daß es stark anschwoll. Auch gegen den Leiter der Jugendwehr wurde Ripdorf tätlich, dann lief er fort. Der Amtsanwalt beantragte 20 M. Geldstrafe, aber das Ge- richt ging weit darüber hinaus und verurteilte Rixdorf zu einer Woche Gefängnis mit der Begründung, die Hebungen der Jugendwehr seien ein Bestandteil des Fortbild ungs- s ch u l u n t e r r i ch t S. Den Lehrern aber stehe nach einer Entscheidung des Reichsgerichts das Züchtigungsrecht zu. Das ganze Verhalten deS Angeklagten verdiene eine exemplarische Bestrafung. Im Lenchtttirm verhungert. Wie„Expreß" meldet, sind zwei Männer, eine Frau und drei Kinder durch den Ward- dampfer„Mexiko" in einem Leuchtturm an der mexikanischen Küste saft verhungert aufgefunden worden. Fünf- zehn Tage lang hatten sie von Wasser und Fischen gelebt. Die Frau starb bald darauf. Trotz allem war da» Signallicht brennend erhalten worden. Gewöhnlich werden diese abgäegenen Leuchttürme alle zwei Monate verproviantiert, jetzt aber war das Boot mit Lebensmitteln wahrscheinlich durch den Krieg schon vier Monate ausgeblieben. Ter Dampfer ließ Vorräte zurück und benachrichtigte die nächste mexikanische Küstenstatton. Der Gedankenleser Labcro verhastet. Aus Wien wird der „Voss. Ztg." gedrahtet: Der Gedankenleser Labcro(eigentlich Laber) wurde im ZirinS Beketow während der Vorstellung verhaftet. Er soll sich der Urkundenfälschung und erheblicher B e t r ü- gereicn schuldig gemacht haben. Dur Antrag auf Festnahme stellte die Staatsanwaltschaft in Freiburg i. Br.— Vkan erinnert sich, daß Labero im Herbst v. I. auch in Berlin im Zirkus Busch Vorstellungen gab. Erdbeben in Siebenbürgen. In verschiedenen Städten Sieben- bnraenS sind Erdstöße vorgekommen, so in Schäßburg, Krön- tadt, Szilagy-Szomlho. Nagyenyed, Sächstsch-Regen und FogaraS. In Schätzburg. wo das Erdbeben morgens um 8 Uhr 37 Minute» verspürt wurde, sind Schornsteine umgestürzt und die Mauern an vielen Stellen gesprungen. Die Bevölkerung flüchtete ins Freie. Verunglückt ist niemand. Verlustlisten. Die Terlustliste Nr. der preußischen Armee eni» hält Verluste folgender Truppen: Etappen-Jnspettion der 8. Armee. Infanterie usw.: Garde: Garde-Gren.-Rcg. Franz ss. Res.» Jnf.-Reg. Nr. LOS); Gavde-Füs.«Reg. Grs».» bzw. Jns.� bzw. Füs.-Regimenter Nr. 1, 4 bis einschl. 0, 19, 20, 21, LI(f. Res.» Jnf.-Reg. Nr. 210,, 47 ls. Res..Jnf..Reg. Nr. 08,. 49.&L. 55. 56, 57, 65(f. auch Landft.-Jnf.-Reg. Nr. 8). 78, 77, 78, 83 bis einschl. 86, 93, 95, III, 113, 114, 116, 118 131, 136, 140, 142, 146, 147, 152, 153, 157, 159(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 21), 163, 165. 168, 169, 171, 173, 176, 176,- 184, 188, 180, 376, 377. Res.- Jnf.-Regimenter Nr. 8. 19, 20. 21. 36, 62, 63, 66. 66, 66, 68. 69. 72, 73. 75, 76. 78, 83. IIS, 209, 210, 213. 214, 221, 227. 229, 266. Res..Ers..Jnf..Reg. Nr. 4. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 4 bi« einschl. 9(letzteres f. FestungS-Maschinengew.-Abt. Nr. 4 Schorn), 18 bis einschl. 21, 63, 55, 77, 83, 84, 110. Landst.-Jnf.-Negimenter Nr. 8'und 20. Ers.-Depot des 40. Rescrvekorps. Rekruten-Depots des 3, und 6. Armeekorps, des 27. und 40 Reservekorps sowie der 14. Res.-Div. Jäger-Bataillone Nr. 4 und 9: Res.-Bataillone Nr. 17, 19, 22. Feld-Maschinengcw.-Zug Nr. 122 Res.-Jnf.- Rcg. Nr. 19,: Festungö.Maschinenflew..Abt. Nr. 4 iThorn); Fe stungs-Maschinengew.-Trupp 5(Metz), Festungs-Maschinengew.- Komp. Nr. 2»(Straßburg i. E.). Feldartillcrie: 4. Garde-Rcg. Regimenter Nr. 24, 37, 41, 41, 46, 6«, 71. 76, 108, 217, 22»! Ref.-ReglmenlK Nr. 12, 15, 20, 51, 66; Crs.-Reg. Zossen; Landw.-Reg. Nr. 3. Fußartillerie: 1. und 2. Äarde-Reg.; 1. Gardc-Res.-Reg.; 1. und 2. Garde-Landw.-Bat. Fußart.-Reg. Nr. 1. Pioniere: l. Garde-Bat. Reg. Nr. 20; Bataillone: I. Nr. 8 (s. auch Mineniwerfer-Komp. Ar. 16), l. und II. Nr. 16, III. Nr. 28. Ers.-Bat. des Pionier-Bat. Nr. 6. Pionier-Kompagnien Nr. 112, 287, 241, 271, 273, 274, 804; Res.-Komp. Nr. 49; 1. Landw.-Komp. des 7., 1. und 2. des 14. sowie 1. und 2. des 18. Armeekorps. Sturm-Abt. 1. Minenwerfer.Ers.-Bat.; Minenwerfer-Kompagnien Nr. 7. 16. 66. 264. 302. VerkehrStruppcn: Laichte Funkenstation Nr. 7. Jeldwettcr- ftation Brest-LitowSk. Train: Fuhrparkkolonne Nr. 2 der 66. Jnf.-Div. Äafenkommandantur Thorn. FeftungS-BootSabteilung Königsberg i. Pr. Tie Veröffentlichung der bayerischen Verlustliste Nr. 247, deren Inhalt gestern mitgeteilt wurde, wird fortgesetzt. Die württembergische Verlustliste Nr. 336 entbält Ver- luste de» Erf.-Jnf.-Rcg. Nr. 61; Jnf.-Regimenter Nr. 120, 121, 124, 126, 126; Rcs.-Jnf.-Regimentcr Nr. 120. 246, 247; Füs.-Reg. Nr. 122; Landw. Jnf.-2iegimenter Nr. 122, 123; Gren.-Reg. Nr. 123; Gebirgs-Maschinengew.-Abi. Nr. 250; Feldart.-Regimenter 8ir. 29, 65; 2. Feldpionier-Komp.; Verluste durch Krankheiten; Be- richtigungen früherer Verlustlisten. Deutsche««rvetter.Abstinenteudund, LUsgrupPe Groh-Berlin, Heute Donnerstag, abends 9 Ubr, im Äckperlsthmtsbause. Saal L: Wer« sammlung. Lorwag des Herrn Dr. Winjch über:.Die Brot« und Fettfrage', Sriefkasten üe? Reüaktwn. R. lvl>. Die Kiiwer haben fetzt bei eingetretener Grohjäheigleit An. spruch aus Herausgabe des Erbteil», Mit ihrem Einverfländnis könnten sie durch eine Barzahlung aus dem Sachnachlas; befriedigt Warden.— Prinzenallee 91. Wenn da» Testament eigenhändig geschrieben, mit Orts- und Datumangabe und Namens Unterschrift versehen ist, ist es rechts. gültig,— S. 50. Sic tonnen gegen diesen Beschluß der Wmsendevutation bis zum 31. Januar dl« Entscheidung des Bormundschaslsgericht», Neue Friedrichstratze, anrusen,— E. T. 100. Neln, Sie tönnen das Zimmer nur am 15, zum 1, kündigen,— A. S. 35. Ein Gesuch ist jetzt zwecklos. Zunächst mug die Gerichtsverhandlung abgewartet werden.—$», III. Ihr Schreiben ist uns nicht recht verständlich. Aber wenden Sie sich doch zunächst an den Zentralvorstand der Kranleutasse.— lth. B. 80. Ja. B. O. 50. Sie müssen beim Polizeipräsidenten die Ausstellung eines Passes beantragen, Ueber die Kosten und die Art der Reise erholten Sie am besten Auskunft aus einem der Reilebureaus,— M. St. 3. Durch Testament kann dem Mann in diesem Falle das Erbteil aberkannt werden. Wenn das nicht geschehen ist. erbt der Mann die Hälfte de« Nachlasse».— — G. H. 84. Ja. wenn die Mitgiiedschast bei der Kasse nach Eintritt in daS Heer sortgesetzt wurde.— Karl 75. An die Müllabfuhrgesellschast. WetterauSftchten für das mittlere Storddeutschlan» vi« Freitag mittag. Mild, zunächst und etwas nebelig; zeitweise aufklarend, dock meist trübe später wesloitwarts sortschrttlendc Regensälle, Leipzitfersfr&sse Alexanderplöjtz Frankfüifer Allee Leipzigers /ra. sse Alexander plödz /rankfur/er Allee Donnerstag soweit Vorrat frzisioerte Czöensmittet Fleisch Kalbskeule �»p�l40 Kaibsnierenbraten r KalbsvorUerfleisch!" Katbshaxe Pfund Schmorfl. t Pf. 50 30 Gulasch........ Roastbeef«»dt40 Hammelkeule"»!60 Hammelfleisch Gehacktes...... �V0 30 Rinderkamm Pfund 1J Wurstwarcn Sülzwurst.......... Pfund l30 Zwiebel wurst........ Pfund l30 Landleberwurst...... Pfund 16S Jagdwurst.......... Pfund 200 Feine Leberwurst.... Pfund 210 Knackwurst m. Knoblauch, Pfund 230 Teewurst........... Pfund 290 Zervelatwurst....... Pfund 290 Kraftfleisch......... Dose l65 Obst und fiemttse Apfelsinen■ Dutzend 60, 75, 95 Pf. Stern-Reinetten... 2 Pfund 45 Pf Schweizer Tafeläpfel Pfund 25 Pf. Kohlrüben........ Pfund 5 Pf. Mohrrüben...... 2 Pfund 15 Pf Schwarzwurzel-.. Pfund 1 5 Pf Weißkohl(dänischer).. Pfund 10 Pf. Wirsingkohl(holländisch.) Pfd. 15 Pf. Spinat.......... 2 Pfund 35 Pf. Fische und Fleisch nur Leipziger Str. u. Alexanderol. Fische Leb. Plötzen p" 6Sp Leb. Schleie».n« T0 Leb. Forellen� 3°° Räucherwaren und Flschhonserven Pomm. Sprotten. V, Pfund 55 Pf- Fettbückiinge.. sto.k 12, 18 pl- Sprottbücklinge.. Vi Pfund 45 Pf. Makrelbücklinge---- stück 36 Pf- Goldfische........ stück 36 Pf Bismarckberlnge.... Delikateß-Heringe•.. Hering In Gelee.... Senf-Heringe...... Pfeffergurken...... 1-Pkun4- Fswfoit- parkuaa ia Karton 90 Pf. Delikateß-Heringe Dose 80 PL l20 Muschelfleisch 65, Ü'.SS Pf Appetlt-Sild.... Dose 60, 70 Pf Ia Matjes-GabelbissenSoof.mm l26 Norw. Sardinen la v°.'° 50, 70 Pf Belg. Sardinen 50, 65 Pf Kleine Makrelen d�omogV«"« 75 Pf- Neunaugen sstuek 7oPf-, es'uok l20 Bratheringe... 4-Liter-Dose 550 Senfgurken..... s-uter-Dose 380 Kabeliau 65 pf. Schel fisch 85 Goldbarsch � 50» Scholien 50 Schellfisch.JM 85 Grflne Heringe mSO» Seemuscheln s 35« Salzheringe� 35 p | Todes-Anzeigen SozialdemokratisciierWahlverein f. d. 4. Eerl. Reictistagswalilkrels. Stralauer Viertel. Bezirk 298 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, dasi unser Genosse, der Maurer Wltislm Kussatz Strakauer Allee 20 b, gestorben ist. Ehre feinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. Januar, nach. mittag» 2'/, Uhr, von der Leichen- 'alle des Zentral-FriedhoseS in riedrichsfclde auS statt, Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung OroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Packer Jeske von der Firma Rosenthal u. Koster- iitz, Hausoogteiplatz, am 22, d. Mts. im Alter von 64 Jahren verstorben ist. Ehre icinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 27, d, M,. nach. mittags 3 Ubr, von der Leichen- halle des Alten Sophicn-Kirch- Hofes, Bergstraße, aus statt. Nsacbruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Droschkensührer Lnnsi Kasten am 22. d. Mts. im Alter von 84 Jahre» verstorben ist. Ehre seinem Andenke»: 61/11 Die Bezirksverwaltung. Nachruf zum Sterbetage meines lieben Mannes, unseres unvergeßlichen Bruders, des Reservisten kduanlKrlehn gefallen am 25, Januar 1915. Im treuen Gedenken 129A Luise Krieh» geb. Czarnetzki als Gattin nebst Töchterchen Edith, Johanna Neumann und Ltsdetd Bernhard als Schwestern, Wilhelm als Bruder. Du zogst hinaus in Feindesland, Fürs deutsche Recht zu streiten. Du mußtest dort sürS Baterland Den Heldentod erleiden. Die Freude Deiner Wiederkehr War nicht vergönnt den Deinen, Und mögen sie auch noch so sehr Ihr Liebstes nun beweinen. Nun ruhe saust im Heldengrab, Befreit von allen Schmerzen, Die Liebe, die Dich bei uns um- gab, Lebt fort in unfern Herzen. Deutscher Metallarbeiter-Verband Varwaltungsetelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rohrleger Lmil Kümmert Rigaer Str. 105 am 23. Januar gestorben Ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 27. Januar, nach. mittags 2 Uhr, von der Leichen- balle deS städtischen Friedhofes in Friedrichsseide aus statt. 131A Um rege Beteiligung ersucht 111/3 Die ivrtsvcrwaltnng. Hiermit allen Perwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser unvergeßlicher Vater, Schwiegcr- und Großvater, der Putzer Willlelm Kussatz nach schweremLeiden im 71.Lebens> ahre am 24. Januar sanst ent- lasen ist. Die» zeigen tiesbetrübt an die trauernde Gattin Pauline Kussatz geb. Wender. Georg Kussatz, Frau u, Kinder, Otto Kussatz und Frau, Paul und Wilhelm Kussatz. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 28. Januar, nach. mittags 2'l, Uhr, von der Halle des Städtischen Zentral-Friedhoses in Friedrichsselde aus statt, ja! Danksagung. Allen Freunden bei der und Bekannten welche bei der Beerdigung meiner lieben Frau gefolgt sind, den Sängern und dem Kollegen Schmahl sage ich meinen herzlichen Dank. 131A M. Rein. Männer-Gesangverein Jllegro- Anakreon". M. d. D. A.-S.-B. Allen Mitgliedern und Freunden die traurige Nachricht, daß der unerbittliche Tod am 23. Januar unseren lieben Sangesbrudcr Hermann Fabian im 60. Lebensjahre von uns ge- nommen hat. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 28. Januar, nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des alten ThomaS-Klrchhoses in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Ein lieber Freund, ein guter SangeSbruder geht von uns. Ein ehrendes Andenken ver- bürgt ihm sein jetzt abge- schlossener Lebenswandel. Der Vorstand. iAjvIiAäK vr>~ (-jmwuLfttXA»-tBtAMLpfy SUtofäßr Nachruf. Gewidmet zum 33. Geburtstag, d. 27. Jan. 1916. Den Heldentod fürs Vaterland erlitt infolge Bauchschuß am 20. Juli 1915 mein geliebter Mann, der treuloraende Vater seine» einzigen Söhnchen«, unser lieber Sohn, Schwiegersohn. Bruder. Schwager, Onlei, Neste und Cousin, der Former 124A Harmann Dlirtar, Wchrmann Im Landw.-Jns.-Regl Nr. 19, 4. Bat,, 1. Komp. Seine schwergeprMte Gattin Rmm Dörfer geb, Scholz nebst Söhnchcn Herbert Berlin N. 20, Sriezener Str. 28. Es ist bestimmt in GotteS Rat, daß man vom liebsten, was man hat, muß scheiden. vefiiminn'! Trauermnsiizln GrSfite Hnawahl. BUligite Preis«. L MohrenstraU« 37a (Kolonnadeni II. Or. Frankfurter Str. US (nahe Andreasstr.) Auewihljandungen iolert Amt Zentrum 7890. Ssantaa 12— 2 Uhr getttnat + Haben Sie empsehle nach Maß passend gearbeitete Bllitzelnlagen sowie Brnchbandagen aller Art, Leibbinden, Stützkorsett» usw., Artikel zur GesundheitS- u. Krankenpflege.* Pollraann, Kandagik, Berlin N, Lothringer Str. 60, Lieferant fBr Krankenkassen. Am Montag, den 24. d. Mt«, entschlief samt nach langem, schwerem Leiden mein innig. geliebter, strebsamer Mann, unser guter Bruder. Schwager und Onkel, der Schankwirt 40A Richard Müller im 53. Lebensjahr«. Die» zeigt, um stille Teilnahme bittend, an die trauernde Witwe Marie Müller geb. Reisemann, Die Beerdigung findet Freitag, den 28. d. Mt»,. nachmittags 2'/, Ubr, von der Halle des städli- Ichen Kirchhofes, Seestraße, aus statt._ Deutscher Banarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Stralau. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß am 24. Januar der Putzer Wilhelm Kussatz oerstoiben ist. Ehre seinem Slndenteu 1 Die Beerdigung findet morgen Freitag, nachmittags 2'/, Uhr. von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsselde au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/6 Die»rtllod« Verwaltung. Es ziehi! Wie leicht holt man sich dabei«ine Erkältung oder doch wenigstens eine lästig« Heiserkeit. XABUE.1TEN schützen davor, denn sie erhöhen den Speichelfluß und beugen so, aus n a t ü r l i ch« W« i s e desinfizierend, den Kolgen einer Erkältung vor. Sie enthalten kein« Mineralien und wirken daher nicht störend, sondern eher günstig aus die Verdauung. Schachtel mit 400 Tabletten In allen Apotheken und Drogerlen Mk. I.Warnung vor Nachahmungen!- Verlangen Sie stets»Wtzberf.