Ar. 28.-33. Jahrg. flbonnements-Bedlngungenj BBonnementä■ Breit pränumerand«, Bictieliäbtl 3JO Ml. monaü. 140 Bö. wöSemttlb 2ö Crj. frei m» paui. finjdn» Kummei ö Vsz feonnlaj». nummn mu iQuftnmn Sormtagi. Beilage.Die Jieue Seil* 10 B'g Noa> Hbonnemem 1,10'Kart tco H o n a t BingttiageB in Sie Soft• Seuuno#» Brei.liitc llmei Kreuzband fte Eeutfttlani und Oeilerreich. Ungarn ZW Tiaxl iür da. übrige(UifTank 4 Mari vro Monat Loiiabonnement» r.ebmen an, Belgien Dänemnti, Holland, 3talien. Luxemburg. Lormgat Kiunänicn. Schweden und die Schwei» Ol« ein flgn«. ( 5 Pfennig} Die Tnferflons'GeWUr Hetrügi für die sechsgeiballene Kolonelleile oder deren Raum€0 Pig. für poRliiche und gewerkschaftliche BeremS- Und BersnmmlungS.Anzeigen SO Pfg, B kleine llnreigen", das fettgedruckte Zart 20 Pfg, fzuläsfig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Eielleneefuche und Schlafstellenan- »eigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg, Worte über IS Buch. staden zählen für zwei Worte, Jnseraie für die nächste Nummer müssen bis 5 llhr nachmMags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Verlinev Volksblnkk. dios d' Zcntruiorqzn der rozialdcmokratifchen Parte» Deirtfcblatids. Telegramm- Ädreffer «SozlaliieiMlint Berlin'', Kedaftion: EW. bS, Linüenstraße Z. Oernivreitier: Ami Morivpla«. Rr.»SIS«— 15197. Sonnabend, de« 29. Januar 1916. Cxpedition: Slv. 68, Linüenstraße 3. spreche»: Amt Moritzpla», Rr. 151 90—»51 37. MW»ei wOm lies«iWteWWell hmes. Cin Kompromiß unö seine folgen. Das englische MUitärdienstgesetz mit seiner Bedrohung der Freiheit der Arbeiterklasse ist mit ungeheurer Majorität im Unterhaus angenommen worden. Die Lords werden es in Kürze verabschieden und dann müssen nur vierzehn Tage verstreichen, ehe es in Kraft tritt. Bis zum letzten Augenblick haben die Arbeiter dagegen gekämpft. Sie wurden unterstützt von einem Teil der radikalen Liberalen und den Quäkern. Aber trotz ihres Protestes, trotz des Beschlusses der Nationalen Arbeiterkonferenz haben eine Anzahl ihrer Vertreter im Par lament dem Gesetz ihre Zustimmung gegeben. Die parlamentarische Arbeiterpartei und die Exekutive der Arbeiterpartei beschlossen, den Arbeiterministern zu er- lauben, im Amte zu bleiben..Labour Leader" nennt diese Entscheidung eine„flagrante Verletzung des Willens der Ar- beiterkonfercnz, mit der sich die nächste— inzwischen stattgefundene— Arbeiterkonferenz befassen müsse.— Noch in seiner letzten Nummer vor der Abstimmung im Parlament rief der.Labour Leader": Keine Kompromisse! Seither sind Kompromisse geschlossen worden, und zwar solche, bei denen die Regierung kaum ernsthaste Zugeständnisse machte und die Arbeitervertreter alles bewilligten. Zehn Arbeiterparteiler: Macdonald, Snowden, Jowett, Thomas, Adamson, Richards, Abraham, Goldstone, Parker und Richardson, 27 Radikale und 2 Nationalisten stimmten gegen die zweite Lesung des Gesetzes(der Arbeiterparteiler Anderson und der Radikale Whitchonse fungierten als Stimmenzähler für die Minderheit). Für das Gesetz stimm- ten von der Arbeiterpartei 18, nämlich: Bowerman, Brace, tzrooks, Duncan, Galbraith, Hancock, Henderson, Hodge, Johnson, O'Grady. Roberts, Sutton, Taylor. Tootill, Stanton. Walsh, Wilkie, Wilson. Vier, die bei der ersten Lesung gegen das Gesetz gestimmt hatten, enthielten sich bei der zweiten. Es waren das Clynes, Hudson, Thorne, Wardle. »» « Wie wird das Land das neue Gesetz aufnehmen? Werden ernstliche Unruhen entstehen, wird man Gewalt anwenden müssen, um diejenigen, die die Dienstpflicht verweigern, zu zwingen? Und vor allen Dingen: wird es wirklich keine industrielle Konskription geben? Das sind Fragen, die schon die nächste Zukunft beantworten muh. Nicht nachgeben! sagen die Gegner des Militärzwanges.„Wenn das Gesetz in Kraft getreten ist, wird unsere Agitation fortgesetzt. Wir werden unaufhörlich seine Aufhebung verlangen, bis die Wiederabschaffung erreicht ist. Wir werden uns jedem Versuch, den Umfang der Mahnahmen auszudehnen heftig entgegenstellen. Wir werden niemals nachgeben. Und zukünftige Generationen werden er- kennen, dah wir. indem wir so handeln, unserem eigenen Land und allen Ländern den gröhten Dienst erweisen."— Die Stimmen der Arbeiterkonferenz für und gegen eine Agitation gegen eine einmal beschlossene Wehrpflichtgesetz halten sich fast die Wage. Eine kleine Mehrheit ergab sich gegen die Agitation. Aber werben sich die 614t>00, deren Vertreter für die Fortsetzung der Agitation stimmten, bei dem Beschluh beruhigen? Sehr viel wird natürlich von dem Vorgehen der Behörden abhängen, die auherordentlich weite Vollmachten haben. Fast alles: Befreiungen, Strafen, Unter- suchungen sind in ihre Hand gelegt. Hoffen wir. dah sich der Einfluh der Frauen geltend macht, die auf einen Antrag Philipp Snowdens zu den lokalen Militärtribunalen hinzu- gezogen werden sollen. G Einen nicht unbeträchtlichen Teil der Opposition machen diejenigen aus, die auf Grund von Gewissensbedenken von der Militärpflicht befreit sein wollen. Das religiöse Element ist in England sehr stark vertreten, und dieRecjicrung wird genötigt sein, hier große Nachsicht zu üben. Genossen Snowden trat allerdings im Unterhaus dafür ein, dah die Geistlichkeit als solche nicht von dem Militärzwang befreit sein solle. Die Geistlichkeit in seinem Wahl- kreis z. B. habe einstimmig eine Resolution zugunsten der Dienstpflicht angenommen, und er sehe nicht ein, warum man den Geistlichen den damit ausgesprochenen Wunsch zu dienen, nicht erfüllen solle. Der Bischof von Norwich habe kürzlich gesagt:„Wir und unsere Verbündeten glauben, daß wir für die Anfrechterhaltung der Sache Christi kämpfen." Man tue deshalb diesen Leuten den gröhten Gefallen, wenn man ihnen Gelegenheit gebe, aktiv an dem Kampf tellzunehmen.„Wenn Geistliche nicht kämpfen wollen, können sie um eine Ausnahme nach dem Gesetz einkommen, und ich bin sicher, niemand wird einem Geistlichen das Vorhandensein eines Gewissens be- streiten, wenn er Dienstbefreiung aus Gewissensbedenken nach- sucht." «» Genosse Snowden hatte überhaupt einen starken Anteil an der Oppositi»» i« Unterhause. Die„Times" nannte seine MUn»es(Stoßen SnWlWMs. Amtlich. Große» Houptqaortier, de« 28. Januar 1916. kW. T. 8.) Westlicher Kriegsschauplatz� I» de« Froatabschuitt vou Neuville wurde« Handgrauatenangriffe der Franzose« auter großen Ber- lusten für sie abgeschlagen. Einer unserer Sprengtrichter ist in der Hand de» Feinde» geblieben. Die Beute vom 26. Januar hat sich um vier Maschinengewehre und zwei Schleudermaschiueu erhöht. Vielfache Beschießung vou Ortschasteu hinter unserer Front durch die Franzosen beantworteten wir mit Feuer auf Reims. Bei Höhe 285 nordöstlich vou La Chalade besetzte» unsere Truppen nach Kampf einen vom Feinde gesprengten Trichter. Ueber einen nächtlichen feindlichen Luft- augriff auf die offene Stadt Freibarg liegen abschließende Meldungen noch nicht vor. Im englischen Uutcrhause sind über die Ergebnisse der Luftgefechte Augabeu gemacht worden, die am besten mit der folgenden Zusammeustellung auserer und der feiud- lichen Verluste au Flugzeugen beantwortet werden. Seit unserer Beröffeutlichaug am 6. Oktober 1915, also i u de« Zeitraum seit dem 1. Oktober 1915, find au deutscheu Flugzeugen au der West- front verloren gegangen: Im Luftkampf 7 durch Abschuß vou der Erde.»». 8 vermißt........... 1 im ganzen.. 16 e g u e r verlöre» in dieser Zeit: Uusere westliche« Im Luftkampf......... 41 durch Abschuß vou der Erde.... 11 durch unfreiwillige Laudung innerhalb unserer Linie«........ 11 im ganzen.. 63 E» handelt fich dabei nur um die vou un» mit Sicherheit festzustellenden Zahlen der iu uusere Hand ge- falleneu feindlichen Flugzeuge. Oestlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits von Widsy(südlich vou Dünaburg) sowie zwischeu Stochod and Styr fanden kleinere Gefechte statt, bei denen wir Gefangene machten und Material er- beutete«. Balkan-KriegSschauplatz. Nicht» Neues. Ober st e Heeresleitung. •« Dn SilmeWW senerolWMW. Wien, 28. Januar.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart: 28. Januar 1916. Ruffischer Kriegsschauplatz. Sei Toporoutz an der bessaradische« Grenze Übersiele» heute früh Abteilungen de» mittelgalizischen Infanterie- regiments Nr. ly eine russische Borfeldstellung, eroberten sie im Handgemenge, warfen die russischen Gräben zu und führten einen großen Teil der Besatzung als Gefangene ab. Sonst nicht« Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. So» den gewöhnliche» Artilleriekämpfen und kleinere» Meter- uehmnnge» abgesehen, verlief der gestrige Tag ohne Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. tlnsere Truppen haben nun auch die Gegend von Gnsinte besetzt und stießen auch hier nirgends auf Widerstand. Die Ent- waffnung des montenegrinischen Heeres nähert sich ihrem Abschluß. Der Stellvertreter des Chef« des Generalstabe»: von Hoefer. Frldmarschallcutnant. Rede vom 12. Januar den geschicktesten Streich, der im Untorhause gegen das Gesetz geführt worden sei. Es ist be- zeichnend für die Situation, daß auf Snowden Mr. Henderson antwortete und die Regierungsvorlage verteidigte. Snowden hatte nach den Gründen für die Einbringung der Bill gefragt und die Unterwerfung des Kabinetts unter die konskriptionistischen Mitglieder dafür verantwortlich gemacht. Der Premierminister erkläre, er werde nicht für eine all- gemeine Dienstpflicht zu haben sein.„Aber wenn der Munitions- minister der Nachfolger des gegenwärtigen Premierministers werden sollte, würden wir dann gegen eine Maßnahme der allgemeinen Dienstpflicht gesichert sein?" Er richtete an die Mehrheit die Frage, ob sie nicht nach dem Kriege sagen würde: „Wenn wir vor dem Krieg die allgemeine Dienstpflicht gehabt hätten, würden wir besser auf ihn vorbereitet gewesen sein. Laßt uns nie wieder unvorbereitet angetroffen werden. Die allgemeine Dienstpflicht wird uns die nötigen Männer geben," und er stellte fest, daß nur eine einzige Stimme von den überfüllten Bänken seiner Gegner auf diese Frage mit „nein" geantwortet habe. «« » Geraide die Aussicht auf die Zukunft, die an Stelle des liberalen Kabinetts ein konservatives ans Ruder bringen kann, das an keine Versprechungen und Verpflichtungen gd- Hunden ist, muß die britische Arbeiterschaft mit der größtem Sorge erfüllen. Die Annahme der Wehrpflicht für die Un- verheirateten währeird dieses Krieges zieht unweigerlich den vollkommenen Dienstzwang für alle nach sich, wenn bald nach dem Kriege die Neuwahlen die politischen Machtverhältnisse verschieben sollten. Dann werden Henderson und sevie Freunde sagen: Das haben wir nicht gewollt, aber in der Politik kommt es darauf an, gegen die Anfänge reakrio- närer Maßnahmen mit voller Kraft zu kämpfen. Ist der Stein im Rollen, so ist es meist unmöglich, ihn aufzuhalten. Die englischen Arbeiter gegen öas Wehrpflichtgesetz. London, 27. Januar.(W. T. 23.) Reuter. Auf der Arbeiterkonferenz in Bristol wurde heute eine Resolution gegen die Dienstpflicht mit 1796000 gegen 219 000 Stimmen angenommen.' Man kann unmöglich sagen, was die Folge dieser Abstimmung sein wird, die mit dem Geiste der gestern angenommenen Resolution wenig übereinstimmt, aber den Rücktritt der drei Arbeiterminister Henderson, Roberts und Brace zur Folge haben und nach der An- ficht einiger Kreise zu allgemeinen Wahlen führen kann, deren Resultat eine überwältigende Mehrheit zugunsten der militärischen Maßregeln der Regierung sein würde. Im Laufe der weiteren Verhandlung stimmte die Konferenz über die folgende Resolution ab: Die Kon- ferenz beschließt, für die Verwerfung der Militärdien st bill zu agitieren. Diese Rcso- lution wurde mit 649000 gegen 614000 Stimmen abgelehnt. Die Lage scheint deshalb so zu sein, daß die Konferenz zwar ihrer Mißbilligung des Zwangs- Prinzips noch einmal Ausdruck gibt, aber bereit ist, sich mit der gegenwärtigen Lage abzufinden.— Ein Mitglied der Arbeiterpartei erklärte, er sei zwar gegen die dauernde Dienst- Pflicht, unterstütze aber die jetzige zeitweilige Bill als eine Zweckmäßigkeitsmaßregel. Die Waffenflreckung Montenegros. Berlin, 28. Januar.(W. T. SS.) Wenn es für den großen Eindruck, den die Bezwingung Montenegros durch unser« Verbündeten auf unsere Gegner hervorgerufen hat, noch eines Be- weises bedurft hätte, er wäre durch den ungeheuerlichen Lügen- f e l d z u g gegeben, den die Regierungen in Rom, isiaris, London und Petersburg und die ihnen dienende Presse in der montenegriuffchen Sache führen. Allen diesen Tartarennachrichten gegenüber, denen die SSericht« der verschiedenen in Feindesland residierenden Kon- fuln die Krone aussetzen, wird von berufener Seite zusammen- fassend folgendes mitgeteilt: Am 11. Januar nahmen die öfter- reichisch-ungarischen Truppen den Lovcen üi Besitz. Am 13. richtete der König NikolausvonMontenegroan den Kaiser und König Fvanz Josef ein persönliches Handschreiben, in dem er um einen Waffenstillstand und um die Einleitung von Friedensverhandlungen bat. Eine Bitte gleichen Inhalts ging, unterzeichnet von allen montenegrinischen Ministern, an die österretchifch-ungarische Regierung. Auf Grund oer Erfahrungen, die die Donau- M o n archi c nüt ihrem unruhigen südöstlichen Nachbar zu Verschiedeiren Zeiten, zu- letzt in der Skutari-Krife 1913 gemacht hat, und in Erwartung des Gege»°drucks, der von Seiten der feindlichen Großmächte zweifellos einsetzen mußte, war es klar, daß jeder Friedensverhandlung mit Montenegro eine bedingungslos-ugestandene Waffenstreckung durch das montenegrinische Heer vorauszugehen hatte. In diesem Sinne wurde dem montenegrinischen Angebot geantwortet und die montenegrinische Regierung zögerte nicht, am 16. Januar die Forderung nach be- dingungsloser Waffen st reckung formell au zu- nehmen. Am 17. nachmittags trafen die Abgesandten der monte- negrinischen Regierung zur Regelung der Entwafftiungsaktion in der mittlerweile von den k. u. k. Truppen besetzten Hauptsrodt Cetinje ein. Verschiedene Schwierigkeiten, die sich hei der Erledigung vs« n-ben sächlichen Einzelfragen ergaben, ließen es am 22. wünschenswert erscheinen, noch vor Abschluß der Vereinbarungen den Vor- maisch ins Innere Montenegros fortzusetzen und die montene- grini schon Abteilungen dort zu entwaffnen, wo man sie eben traf. Ter Wiener Generalstabsbericht sagt darüber: Eine solche, durch militärische Gründe, sowie die Eigenart d«Z Landes und seiner Bevölkerung bedingte Lösung wird am raschesten dem seit langen Jahren vom Krieg heimgesuchten Montenegro den Frieden wieder- zugeben vermögen. Die österreichisch-ungarischen Kolonnen haben, gestützt auf die Erfahrungen, die in den Feldzügen 156S, 1878 und 1882 in diesem Wettertvinkel Europas gemacht wurden, schon zwei Tage später nebst Skutari die durch die Städte Niksitsch, Danilovgrad und Podgoritza gekennzeichnete Hauptader des Landes besetzt, ohne daß irgendwo ein Schuß gefallen war. Auch die Waffenablieferung ging bis in die entlegensten Gebiete völlig glatt, ohne daß der geringste Widerstand geleistet wurde, von statten. Das man» tenegrinische Volk ist kriegsmüde über alle Maßen und kennt nur einen Wunsch: Brot! Alle Schilde- rungen über neue Kämpfe, verzweifelte Durchbruchsversuche monte- negrinischer Heeresteile, Neuorganisatione eine? Widerstandes und dergleichen mehr sind von Anfang bis zum End« freie Erfindung. Mit der Besetzung«des ganzen Landes durch die österreichisch- ungarischen Stvoikräfte und der Entwaffnung des montenegrinischen HeereS, die sich ihrem Abschluß nähert, ist das militärische Ziel des österreichisch-ungarischen Feldzuges in Montenegro erreicht: Die Unterwerfung des Landes und die Auflösung des montenegrinischen Heeresl An diesem Erfolg, auf den es im Kriege allein ankommt, kann auch das saltsame Verhalten des alten Königs, der zuerst die Gnade deS Kaisers von Oesterreich angerufen hat und dann doch den Einflüssen aus Rom und den anderen feindlichen Hauptstädten unterlegen ist, nicht das Geringste ändern. Die öfter- reichisch-ungarische Regierung hat erklärt, daß sie geneigt sei, nach der Unterfertigung des Entwaffnungsvertrages montenegrinische FriedenSverhändler zu empfangen. Ob solche Unterhändler kom- men werden und ob es überhaupt eine Regierungsgewalt gibt, die solche Unterhändler zu entsenden vermag, das ist vielleicht für Montenegro und seine Dynastie von Interesse, kann aber Oester» reich«Ungarn völlig gleichgültig sein. Das Land der schwarzen Berge ist bezwungen, seine Truppen sind ent- waffnet, das montenegrinische Heer ist aus der Reihe unserer Feinde verschwunden. Die Montenegriner werden ihren Frieden erhalten auch ohne den König, der sie in ihrer schwersten Stunde treulos verlassen hat. Die Heüingungen öer montenegrinischen waftenftreckung. Wien, 27. Januar. ToS k. und k. Armee-Oberkommando der- öffeutlichr im folgenden die am 25. Januar. 6 Uhr abends, unter- zeichneten Bestimmungen über die Waffenstreckung des montene« grinischen Heeres. Diese lauten: 1. Alle im Lande befindlichen Kriegswaffen samt Munition und Zubehör inklusive Geschütze und Maschinengewehre. Hand- granaten, Bomben usw., Kriegsmaterialien zeder Art, SchiffahrtS- mittel, ob Privat- oder Staatsbesitz, werden den k. und k. mili» tärischen Kommanden übergeben. 2. Art der Waffenablieferung: Jeder Montenegriner liefert die bei sich befindlichen Waffen und dergleichen in nachstehenden Orten ab: Podgoritza, Niksic, Kolasin, Danilovgrad, Savnik. Andre- sevica, GoranSto. Die montenegrinische Regierung trägt die Ver- anttpvrtung. daß niemand- der Ablieferung fernbleibt. Dnrchfuh- ruug der Hauptsache nach binnen drei Tagen, die kommunikations- armen Gebirgsgegenden längstens sechs Tage nach Unterzeichnung des Protokolls. Von diesen Orten werden die Waffen und der- gleichen durch montenegrinische Transportmittel— wenn diese nicht ausreichen, österreichisch-ungarische, in die Orte Niksic, Dani» lcvgrad, Podgoritza geschafft, wo sie nach Ermessen der k. und k. militärischen Stellen bewacltt und gesichert werden. ?!o:wendige Transportmittel spricht die montenegrmische Re- gierung unter Angabe des Ortes und des Transtzortgeivichtes bei den k. und k. Besatzungsdetachements an; Offizier- dürfe» ihre Seitenwaffen behalten. Mit Schußwaffen können ausgerüstet wer- den: die notwendigsten Polizei- und Gendarmericorgane allet Be- zirke, Grenzwache gegen Albanien. Weiter wird es gestattet, daß in dem Grenzgebiete gegen Albanien und teilweise gegen den Sandschak Vertrauensleute der Behörden Revolver tragen. Jeder zum Tragen von Waffen berechtigte Montenegriner mutz stets eine von der montenegrinischen Regierung auf die Person ausgestellte Legitimation bei sich tragen, widrigenfalls er nach Ablauf der im Punkte 2 genannten Termin« als feindlich Gesinnter bekämpft oder nach Entwaffnung der militärstrafgerichtlichen Behandlung«j- geführt wird. Die montenegrinische Regierung wird über die Anzahl der in Waffen zu belassenden Personen dem k. und k. mili- tärischen Kommando in Cetinje einen konkreten Vorschlag machen und auch bekanntgeben, wie diese Organe äußerlich gekennzeichnet sind bztv. sein werden. 3. Da die k. und k. Truppen bereits fast das ganze montene- grinische Territorium besetzt haben, steht es ihnen frei, bis zum Friedensschluß ihre Operationen fortzusetzen. Hierbei werden sie seitens der Montenegriner weder behindert noch beunruhigt werden. Tie montenegrinische Regierung wird ihrerseits den k. und l. Truppen bei diesem Vorgehen jede mögliche Unterstützung angedeihen lassen, und zwar betreffend Unterkunft, Holz, Wasser und Trans- portmittel, insoweit das die bescheidenen Verhältnisse des Landes zulassen werden. 4. Tie monienegrinifche Negierung übernimmt, soweit eS in ihrer Macht liegt, die Garantie, daß alle wehrfähigen Männer ruhig in ihren Wohnsitzen verbleiben werden und keinerlei Agitation gegen Oesterreich-Ungarn geschürt wird. Im Falle irgendwo solche Agitationen oder andere Unruhen ernstlichen Charakters vorkommen sollten, kann das t. und k. militärische Kommando diesbezüglich eine militärische Ueberwachung einführen. Die montenegrinische Regierung wird aus eigenem Antriebe von den k. und k. Truppen bewaffnete Hilfe in jenen Fällen verlangen, in denen sie es für notwendig erachtet. Alle Häfen, Landungsplätze, Eisenbahnen und Befestigungen sind bereits in den Händen der k. und k. Truppen und können b!S zum Friedensschluß gehalten werden. Die monte« negrinische Regierung erklärt, daß im Lande keine weiteren Be- festigungen existieren und im Falle solche sein sollten, steht es den k. und k. Truppen frei, selbe zu besetzen. 5. Alle österreichisch-ungarischen und deutschen KriegSgefange- neu werden am 25. Januar des laufenden Jahres freigelassen und sind in Podgoritza dem k. und k. militärischen Kommando zu über- geben. Die montenegrinischen Kriegsgefangenen werden beim Friedensschluß übergeben. Die montenegrinischen Delegierten bitten jedoch, daß ihre Kriegsgefangenen auch schon vor dem Friedensschluß freigelassen werden. Jene Montenegriner, welche sich seit dem Einstellen der Feindseligkeiten, 17. 1. 8 Uhr 30 Minuten vormittags, den k. und L Truppen ergeben haben, gelten nicht als Kriegsgefangene und werden in ihre Heimat ehestens zurückgestellt. 3. Die Verwaltung in Montenegro wird durch die montenegri- nischen Behörden ausgeübt. Die österreichisch-ungarischen Kom- Mandanten können deren Mitwirkung jederzeit in Anspruch nehmen. 7. Alle am Skutarisee vorhandenen Schiffahrtsmittel und deren Standort sind mittels Verzeichnisse? dem k. und k. Kommandanten in Cetinje bekannzugeben und, soweit die Möglichkeit besteht, von der montenegrinischen Regierung nach Virpazar zu dirigieren. Nicht benötigt« Transportmittel werden von den l. und l. militärischen Stellen den Besitzern zurückgestellt werden. 8. Die königlich montenegrinische Regierung wird vom 26. 1. an, wenn tunlich täglich, über den Stand der Waffenablieferungen dem t. und k. militärischen Kommandanten in Cetinje berichten. g. Die montenegrinischen Delegierten werden zur Kenntnis bringen, wo sich die verantwortliche Regierung Montenegros jeweilig befindet; dermaliger Aufenthaltsort ist Podgoritza. 10. Die montenegrinischen Delegierten bitten, di« Friedens- Verhandlungen möglichst bald zu beginnen, da hierdurch auf di« Be- völkerung beruhigend eingcwirli werden würde. Beschlossen und gefertigt von den bciderseiitgen bevollmächtigten Delegierten. Cetinje, am 25. Jänner 1918. Tie k. und k. Delegierten: v. Weber, m. p., Feldmarschalleutnant; Schuppich, m. p., Major des Generalstabes. Die montenegrinischen Delegierten: General Becir, m. p., Major Lompar, m. p. die Slockaüe der griechischen Küste. Bularest, 27. Januar.(T. 11.) Die italienische Telegraphenagentur meldet aus Rom: Die ganze griechische Küste ist von der Enlenteflotte blockierl; alle ein- und ausfahrenden Schiffe stehen unter Kontrolle der Entente. Dieser Tage wurden von englischen Krieg»- schiffen die griechischen Dampfer.Telemachos�,.Gerakis",„Mar- chetli* und.Joannis' angehalten, die auf Anordnung der Regierung Getreide für Griechenland brachten. Die ausgebrachten griechischen Schiffe wurden nach Malta gebracht, wo sie sich noch jetzt befinden. Griechenland befindet sich hinsichtlich der LebenSmitlelbeschaffung in großer Sorge. Die Provinzbevöllerung bestürmt die Regierung. um Getreide zu erhalten. Die griechische Regierung sah fich ge- nötigt, eine Note an die Ententemächte zu richten, in der die Frei- gäbe der gekaperten Getreideschiffe gefordert wird. Die Eng« länder errichteten auf der Insel Salmina eine drahtlose Station. Die politische Agitation der Entente in Griechenland wird immer größer._ Der ftanzöstsche Tagesbericht. Paris, 23. Januar.(W. TB.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Im ArtoiS während der Nacht lebhafter Artilleriekampf im Abschnitt von Neuville-St. Vaast. In der Gegend der Straße Neuville— La Folie fuhren wir fort, die Horchposten und Trichter, in denen der Feind Fuß gefaßt hatte, allmählich wieder zu besetzen. Wir fanden zahlreiche feindliche Leichen und machten einige Gefangene. In den Argonnen ließen wir mit Erfolg zwei Minen springen, die eine bei Haute Chevauche, die andere in der Umgegend von Bauquois. Paris, 28. Januar.(28. T. B.) Amtlicher Bericht vom Donnerstag abend. Unsere Artillerie war im Laufe des Tage» an der gesamten belgischen Front tätig. Das Bernichtungs- feuer, das wir auf die deutschen Schützengräben gegenüber von Boesinghe zwischen Steenstraete und Hei SaS richteten, verursachte schweren Schaden beim Gegner. Im ArtoiS, östlich von Neuville. St. Vaast suchte der Feind durch Gegenangriff die Trichter wieder zu nehmen, aus denen wir ihn im Laufe der Nacht vertneben hatten. Er wurde vollkommen zurückgeschlagen. Nördlich der AiSne zerstörten unsere Schützengrabengeschütze feindliche Werke bei Ville au Bois. In den Argonnen ging der Minenkrieg zu uniercn Gunsten zwischen Höhe 235 und Haute Chevauchee weiter. Wir brachten zwei Minen zur Entzündung. Der Feind hatte schwere Verluste meinem Kamps, der fich um die Eroberung eines Trichters entwickelt hat, dessen Ränder wir besetzt halten. Eines unserer weittragenden Ge- öhütze nahm einen Transport de» Feindes unter Feuer, der in MangienneS nordwestlich von Etain einrückte. Belgischer Bericht. Beiderseitige Artillerietätigkeit be- önderS südlich von Dixmuiden. Der Bombenlamps geht in der Richtung aus daS Fährmannshaus weiter. Zwei feindliche Zlieger über Zrelburg. Freiburg(BrciSgau), 28. Januar.(W. T. B.) Gestern abend nach zehn Uhr warfen zwei feindliche Flieger über der Stadt fünf Boniben ab, die nur Materialschaden verursachten und Personen nicht verletzten. DaS Stadttheater war aus Anlaß des vaterländischen Abends dicht gefüllt. Das Publikum blieb ruhig im Hause, bis die Gefahr beseitigt war. Die englische Meldung. London, 27. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht aus dem britschen Hauptquartier in Frankreich. Wir ließen gegenüber Givcnchv eine Mine springen und bombardierten mehrere Punkte der feindlichen Linien. Feindliche Artillerie war bei LooS, Armen- tieres und ypern tätig. Unsere Artillerie antwortete mit Erfolg. „Die Westfront/ Oberst Repington, der ständige militärische Mitarbeiter schreibt in der.Times' vom 20. Januar: Die Hauptkiäite deS Feindes standen immer an der Westfront. Hier liegt das Zentrum der deutschen militärischen Macht. Hier müßte ein Sieg entscheidend sein. Zwar hat man eingesehen, daß es schwer ist. diesen Sieg zu erringen, aber da» Prinzip, den Schwer- punkt des Feindes zu treffen, bleibt bestehen. Durch über« legen« Kräfte und gesteigerte Anstrengungen muß seine Macht überwunden werden. Seit Kriegsbeginn haben wir und die Franzosen nicht weniger al« 600 000 Mann mit den entiprechenden Geichützen und Munition in die weite Ferne geiandt. Höllen wir diese abgezweigten Kräfte bei den Offensiven in, Mai und September zu unserer Verfügung gehobt, wir hätten den Deutschen einen ichicksalsschweren Schlag versetzen können. Die Kriegsschauplätze zweiten Ranges verlangen von uns große Truppenkontingente, die uns im Westen angesichts der Hauptmasse der deutichen Armeen ge- 'ährlich schwächen. Den Feldzügen im Orient fehlt«in NareS Ziel. Sie werden in schwierigen Gebirgsgegenden geführt, denen gute Verbindungs- mittel fehlen. Dieses Gelände ist für Armeen wie die französiiche und englische besonders ungeeignet. Die Nebenfeldzüge bringen Armeen gegen uns aui die Beine, die niemals en.stlich zu unteren Feinden geworden wären, wenn wir sie in Ruhe gelassen hätten. Bulgaren und Türken spielen daS deutsche Spiel, indem sie Deutsch« land Truppen ersparen und uns von unserem Hauptziele ablenken. Unser Hauplziel ist, jeden Monat 200 000 Deutsche zu töten oder zu verwunden, bis es den beschränktesten Köpfen in Deutsch« land klar wird, daß Deutschlands Ziele nicht erreicht werden können, Laßt uns unser Wanderjahr jetzt abschließen und wieder an untere Hauptarbeit gehen I Unsere Armeen in Frankreich schützen nicht allein Frankreich, sondern auch England. Sollte Deutschland einen Uebersee-Angriff gegen England versuchen, so könnten wir untere Armeen aus den jetzigen Stellungen schnell nach England zurückbringen. Diese Stellungen liegen unserer beimischen Basis und allen unleren Kraftquellen so nabe. daß es leicht ist. sie mit Munition und Nachschub zu versorgen. Kranke und Verwundete können von hier aus schnell. leicht und sicher nach Hause tran»« portiert werden. In Frankreich würden daher unsere Armeen am wirksamsten gebraucht werden können, Frankreich hat«in groß- artiges Eisenbahnnetz. Im übrigen find unsere Armeen darauf ein- gerichtet, in zivilisierten Ländern und in gemäßigtem Klima zu fechten. Der Westen ist daher der be st e Kriegsschau- platz für uns. Je näher unsere Truppen an den Kanalhäfen stehen, um so leichter kann der Krieg geiühri werden. Andererseits kommt es allerdings auch wieder nicht so sehr darauf an, wo wir die Deutschen bekämpfen. Rur müssen wir mit ihnen selbst kämpfen und nicht mit ihren Verbündeten, deren Schicksal Deutschland gleichgültig ist. Nirgends ist eS leichter für uns. Deutsche umzubringen, als in den jetzigen Stellungen im Westen. Selbst wenn der Feind die heutigen Stellungen halten würde, könnten wir ihm so schwere Verluste beibringen, daß er schließlich zugrunde geben muß, Man sagt, wir können die deutschen Linien nicht durchbrechen. Was haben denn auch solche Angriffe für einen Sinn, wenn wir mebr Leute dabei verlieren als der Feind? Die!« F a t a M o r- g a n a, die deutschen Linien zu durchbrechen und ans einen Schlag die ganze deutsche Armee wegzufegen, dieses Ziel, das unserer Infanterie bei einem Angriff gestecki wird, diel'e fertig dastehenden Kavallerickoips haben aus mich niemals großen Eindruck gemacht. So sahen früher die Manöverichlachien aus. Wie können wir erwarten, die deutschen Linien in einer Schlacht zu durchbrechen! Da sind Linien hinter Linien, Wenn wir die nächsten Hügel genommen haben, stoßen wir auf Lille, dann kommt die Scheide, die Maas, der Rhein, und immer noch viel mehr Linien, Wir müssen diese Pläne bei'eiie stellen und den Gedanken, die Linien zu durchbrechen, vergessen. Hätten wir >m Mai und September unsere ersten Gewinne befestigr und daS weitere für später gelassen, so würden wir das gleiche mit ganz geringen Verlusten erreicht haben. Unsere Infanterie hätte nicht ohne Unterstützung unserer vortrefflichen Artillerie vorzurücken brauchen. Wir und die Franzosen haben alle theore» tischen Möglichkeiten in unserer Taktik von 1915 erschöpft; wir muffen nun etwas Besseres finden. Vor allen Dingen müssen die Verbündeten im Gegeru'atz zu dem bis« he, igen Verfahren ihre Offensive an allen Fronten gleichzeitig beginnen, um es den Deutschen unmöglich zu machen, mit Hilfe ihrer wunderbaren Eiienbabncn dieselben Truppen bald gegen die eine, bald gegen die andere Macht anzusetzen. Was für den ganzen Krieg eine Wahrheit ist, ist es auch für jede Front. Wenn nicht die ganze Front gleichzeitig angegriffen oder wenigste!,« bedroht wird, bat unter Feind ein leichtes Spiel. Mir Hille von Eisenbahnen und Kraftwagen ruft er die Reserven a»S de» Nachbar« abschnitten herbei und tritt uns mit ebenbürtiger Stärke gegenüber. Die 100 deutschen Bataillone, die den Franzoien in der Champagne entgegentraten, wuchten schnell zu 200 Bataillonen an. Werl in den Nachbarabschnilten alles ruhig blieb, Eine allgemeine Offensive aller Verbündeten zur gleichen Zeit, eine allgemeine Offensive aus der ganzen Ausdehnung jeder Front, das ist die Taktik, die Deutschland am meisten schädigen wird. Unsere Artillerie und unsere Munitionsvorräte wachsen derartig an. daß wir uns den Luxus einer derartigen Taktik erlauben können. Wir können es uns leisten, den Feind aus seinen Gräben öiters bloß durch Artilleriefeuer allein zu vertreiben. Es mag sein, daß die Infanterie au» heute noch die Königin der Schlachten ist. aber die moderne Artillerie hat sich neben ihr einen sehr bemerkenswerten Platz errungen. Es ist fraglich, ob wir in dem jetzigen Grabenkriege nicht die Infanterie als ErgänzungS- waffe benutzen sollen. Wenn wir die ersten scindlichcir Schanzlinien und die Hindernisse zerschossen, die deuliche Artillerie wirksamst bekämpft haben, kann unsere Infanterie den gewonnenen Boden besetzen und befestigen. Alsdann ist der Vormarsch unserer Artillerie abzuwarten, bevor der Angriff fortgesetzt wird. So können wir hoffen, gute Erfolge zu haben und dem Feinde größere Verluste zuzufügen, als wir selbst erleiden. In unseren Kommandostellen befinden fich viel zu viel Kavallerieoffiziere, die nicht gewöhnt find, andere Waffen zu befehligen. Es wäre besser, unsere hohen Generale in Zukunft aus der Infanterie und Artillerie zu wählen. Sie würden dann mit den Waffen kämpfen, an die sie ihr ganzes Leben ge- wöhnt find. Der rusiifthe Heeresbericht. Petersburg, 23. Januar,(B. T. B.) Amtlicher Bericht vom 27. Januar. Westfront. Deutsche Flugzeuge über« flogen wieder die Gegend von Riga und Dünaburg und waifen Bomben ab. Südwestlich de» Narocz-SeeS hatten unsere Aufklärer erfolgreich« Zusammenstöße mit dem Feinde; eine der Aufklärung»- abteilungen griff eine deutsche Abteilung überraschend mit dem Bajonett an, schlug fie in die Flucht, brachte ihr empfindliche Ver- luste bei und machte Gefangene. Südöstlich Kolkt drangen unsere Aufklärer, unterstützt durch Artilleriefeuer, in die feindlichen Vor- postenlinien ein. Am Dnjester, in der Gegend des Brücken- kopfeS von USciecio griffen wir den Feind mit Handgranaten an. Nördlich von Bojan<15 Kilometer östlich Czernowitz) sprengte der Feind drei Minengänge vor unseren Gräben und versuchte, unS mehrmals anzugreifen, wurde jedoch durch unser Feuer zurück- geworfen.— Kaukasus, In der Gegend von Erzerum ver- eitellen wir die Angriffsversuche der Tllrlen und machten Gesangene. — In der Gegend von Melazgert ein für unS glückliches Gefecht mit türkischen Abteilungen. Meldung der italienischen Heeresleitung« Ro«, 27. Januar.. Die Pflichtigen Gesellschaften haben die Geschäftsberichte und JahreSabfchlüfle nebst den Gewinn- und Verlustrechnungen der FriedenSgeschäflSjahr« und der Kriegsgeschäftsjahre sowie die darauf bezüglichen Beschlüfle der Generalversammlungen der von der obersten Landesfinanzbehörde bestimmten Behörde zu einem von ihr festzusetzenden Zeitpunkt einzureichen und dabei die Bildung der gesetzlichen Sonderrücklage, soweit sie nicht ohne weiiere» auS den eingereichten Bilanzen und JahreSabschlüffen ersichtlich ist, unter Beifügung einer Berechnung de» Mehrgewinns nachzuweisen. Für Gesellschaften mit beschränkter Haftung und eingetragenen Genossenschaften, die ausschließt, ch der gemeinschaftlichen Verwertung von Erzeugnisien der Gesellschafter oder Genossen oder dem gemeinschaftlichen Einkauf von Waren für die Gesellschafter oder Genoffen dienen, ist bestimmt, daß als Geschäftsgewinn im Sinne des Gesetze» nicht derjenige Teil des Reingewinns, der als Entgelt für die von den Gesellschaftern oder Genossen eingelieferten Erzeugniffe, oder al» Rückvergütung auf den Kaufpreis der von den Gesellschaftern oder Genoffen bezogenen Waren anzusehen ist.— Ebenso soll bei V« r s i ch e r u n g» g e s« l l s ch a f t e n für die Fest- siellung de» GeschäftSgewinn» derjenige Teil de» Reingewinns aus- scheiden, der auf die den versicherten selbst al» sogenannte Divi- dende zurückzugewährenden Prämienüberschüffe entfällt. ß 9 enthält sodann noch ergänzende Bestimmungen über die Feststellung de» durchschnittlichen Friedensgewinns für den Fall der Umwandlung einer Pflichtigen Gesellschaft in eine andere Gesellschaftsform, sowie für die Fälle der Fusionen. Weiter ist der Reichskanzler ermächtigt, vorbehaltlich der späteren Beschluß- faffung deS Bundesrats eine anderweite Feststellung des durchschnittlichen früheren Geschäftsgewinns auf Antrag der Pflichtigen Gesell- schaft vorläufig zu genehmigen, wenn die Anwendung der Vorschriften de» ß 5 de» Gesetze» in einem einzelnen Fall« zu einer besonderen Härte führen würde.___ El« Spionageprozeh. Leipzig, 28. Farruar.(W. T. B.) Vor dem zweiten Straf- settat de» Reichsgerichts wurde heule gegen den wiederholt vor- bestraften Fabrikarbeiter Friedrich Holländer, geboren zu Sophien- tal. Kreis Lelms, wegen Spionage verhandelt. Nach dem Eröff, mingsbefchluß ist der Angeklagte, der früher in der französischen Fremdenlegion stand und den gegenwärtigen Krieg zum Teil als Unteroffizier in der deutschen Armee mitmachte und sogar da» Eisern« Kreuz erwarb, hinreichend verdächtigt,"ch des Verbrechens gegen§ l des alten und neuen Spionagegesetzes und des Rückfall, diebstahl« schuldig gemacht zu haben. Das erstgenannte Verbrechen i verrat geheimzuhaltender Gegenstände) soll er im Oktober und November 1912 begangen haben. Die Oeffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Der Angeklagte wurde wegen vollendeten Verrats M-Uitärifcher Geheimnisse sowie Diebstahls in wiederholtem Rückfalle zu drei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren GhrenrechtSverlust, unter Anrechnung von vier Mo- nalen UntersluchungShast, oerurteilt. Der Angeklagte hatte im Jrchre l91L m einer Hannoverschen Pulverfabrik, wo er als Ar- beiter tätig war. einige Proben Pulver entwendet und an daS französische Nachrichtenbureau in Longwh gelangen lassen. Bei der Strafzumessung kam erschwerend in Betracht, daß Holländer ohne jegliche Veranlassung Gegenstände, von denen er wußte, daß sie geheimzuhalten waren, verriet, strafmildernd dagegen, daß er sich als Soldat im Kriege gut geführt hatte. Fritz»»» Friedländer-Fuld im Herrenhaus. Geh. Kommerzien- rot Fritz von Friedlönder- Fuld ist in das Herrenhaus berufen worden. Er gehört zu den Vertretern der Handels- und Industrie- weit als Inhaber der Kohlengroßfirma Emanuel Friedlönder u. Ko. in Berlin und Gleiwitz._ Paul Lima« gestorben. Der Schriftsteller und longjährige Leitartikler der„Leip- zvger Neuesten Nachrichten", Dr. Paul L i m a n, ist im Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Gallensteinope- ration gestorben._ Lette Nachrichten. Die englischen Gesamtberluste. London, 28. Januar.(W. T. B.) Reutermeldung. Amtlich wird erklärt, daß die gesamten britischen Verluste an Getöteten. Verwundeten und Vermißten auf allen Kriegsschauplätzen bis 9. Januar 24 122 Offiziere und52S34öMann betragen. Gewerkschaftliches. Verltn und Umgegend. Teuerungszulage in den Grotz-Berliner Brauereien. Der Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend Hai in seiner am 21. Januar b, I statlgehablen Sitzung beschlossen, die monailiche Kriegszulage für die Zeit bis Ende März l9tS von 19 M. auf lb M. zu erhöhen und als Auszahlungstermine Freitag, den 28. Januar, den 2ö. Februar, den 81. März 1918 festzusetzen. An alle dem Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend ni-bt angehörenden Brauereien, welche bisher eine Kriegszulage gewährt haben, ist das Ersuchen gerichtet worden, dem Beschlüsse des Verein« der Brauereien Berlin» und der Umgegend beizu» treien. Falls dies in einzelnen der angegebenen Brauereien nicht geichieht. eriuchen wir, den Organisationsleitungen davon Mitteilung zu machen. Die i« den Brauereien Kroß- Berlins vertretenen Arbeitnehmer- Organisationen. Der Verband der Gemeindcarbeiter nahm m der General dersoiiimlung der Filiale Grotz-Berlin den Geschäftsbericht für das vierte Ouarial entgegen. Aus demselben geht hervor, dah die Kossew Verhältnisse trotz der durch erneute Einberufungen zum Heere ver- minderien Einnahmen befriedigend sind. 2V Sil M. wurden für Unicistützungen ausgegeben, davon kommen 15 127 M. aus die Weihnachtslinlelstützung. 6332 M. aus Krankenunlersiützung. 4355 M. auf Sterbegeld. Die Zahl der männlichen Mitglieder hat sich von 4641 aus 434l vermindert, die Zahl der weih- lieben Mitglieder ist von 451 aus 585 gestiegen und die der jugendlichen von 13 auf 11 zurückgegangen. Die Gesamtzahl der Mitglieder ist 4937 gegen 4641 am Schluß des dritte» Quartals. Die Ortsverwaltung beschäftigte sich unter anderem mit der Kiiegsbeichädigleusüriorge. Sie reichte den Gemeindebehörden die hiersür in Frage kommenden Grundsätze ein rn der Erwartung, eS werde zu einer Arbeiisgemeinichafi kommen, wie sie in einigen Ziveigen der Privatindustrie besteht. Diese Erwartung hat sich bis jetzt noch nicht erfüllt. Es ist noch nicht bekannt, wie sich die Behörden zu dieser Angelegenheit stellen werden. Nur der Magistrat von Lichtenberg bat eine be- stimmte Antwort gegeben. Er verweist auf das Bestehen eines Aibeiierausichusses und lehnt deshalb einZusammen- arbeiten mit dem Verbände ab, will aber die von ihm ausgestellten Grundsätze beachten.— Da zu den Betrieben der Stadt Berlin neuerdings die Elektrizitätswerke hinzugekommen sind, in denen lbvv für den Verband in Frage kommende Arbeiter beschäftigt werden, io bat die Orlsverwaliung mit der Gewinnung dieser Arbeiter für den Verband begonnen und den Magistrat ersucht, er möge die in anderen städtischen Betrieben gewährten sozialen Leistiiiigen auch aus die Arbeiter der Elektrizitätswerke ausdehnen. Insbesondere wirkte die Ortsverwaltung dahin, daß die Arbeiter Teiierungszu>agert erhalten. Nachdem in den Sommermonaten diese Bewegung in den meisten Betrieben Erfolg gehabt hatte, der aber angesichts der foriichreitenden Steigerung der Lebensmittelpreise nicht befriedigen konnte, wurde zum zweitenmal eine Eingabe an die Behörden gerichtet. Diese hatte das bekannte Ergebnis, daß der Magistial von Berlin im Dezember eine etwas weitergehende Neu« regelung der Teuerungszulagen vornahm. Ein Ausgleich der ver- teuerten Lcbenshallung wird hierdurch allerdings noch lange nicht erreicht. Es wird alio noch weiter dahin gewirkt werden müsien, daß die städtischen Arbeiter dem Ausgleich zwischen Lohn und Lebens« hallung möglichst nahe kommen. Die Versammlung wählte auf unwidersprochenen Vorschlag die bisherige Orlsverwaliung wieder und bewilligte ihren Angestellten eine Teuerungszulage von 20 M. monatlich. Schließlich entstand noch eine längere Aussprache über eine au» der Versammlung eingebrachte Resolution, welche sagt: .Die Versammlung verurteilt da? Verhallen einzelner Te- tverkichaftssührer zum Parteistreit sowie die Schreibweise des .KorrespondenzblatleS' der Generalkommrssion und verlangt, daß der proletarische Geist in den freien Gewerkschaften gefördert werde.' Der erste Redner, welcher hierzu sprach, betonte, daß er auch die Haltung des Verbandsorgans der Gemeindearbeiter verurteile. Der Ortsvorfitzende Müntner bezeichnete die Resolution wegen ihrer unklaren Fassung als nicht annehmbar. Im übrigen bemerkte er: Wir haben hier keine Parleistreitigketten. sondern nur unsere Berufsangelegenheiten zu behandeln. Wer zu Parteiftagen Stellung nehmen will, muß das in den Parteiorganisationen tun. Zwischenruf: Unser RedaUeur hat ja de» Parteistrev i» unser Gewerkschaftsblatt hineingetragen. Redakteur D i t t m e r wandte sich gegen die Resolution und suchte die Haltung deS Blattes als im Interesse der Arbeiter liegend hinzustellen. Kassierer Hoffmann sagte: Wir können von unserem Redakteur verlangen, daß er sich nicht so sehr in die Parteistreitig- leiten mengt. Das hat er getan und zwar immer nur zugunsten der einen Seite, auf der die meisten Gewerkschaflsredakleure stehen. Auch der Gewerkichailsredakleur soll, wenn er zu Partetangelegen- heilen Stellung nehmen will, dies in den Organisationen der Partei tun, aber nicht im Gew-rkichaftsblatt. Redakieur Dünner bemerkte, nur der verbandStag habe über die Haltung des Verbandsorgans zu entscheiden. UebrigenS habe er die Vorgänge in der Partei nur soweit im Blatte bebandelt, als es im gewerlschastlichen Interesse notwendig war. In diesem Sinne habe er den Diiziplinbruch der Minderheit der Reichstags- fraktion behandelt. Hoffmann führte auS: Ohne in die Befugnisse de» Verbands- tages einzugreisen habe die Versammlung doch daS Recht, sich über die Haltung des Verbandsorgans zu äußern. Der Redakteur solle dre Leser auch über politische Vorgänge informieren, sich aber nicht im Parteistreit auf die eine Seite stellen, wie es Dinmer von Anfang an getan habe. Tie Resolution wurde zurückgezogen, da man die Angelegenheit durch die Aussprache für erledigt hielt. Deutsches Reich. Was geh« da vor? Am Gonntag. den 23. Januar, fand im Oberhausener Bezirk eine stark besuchte Bclegschaftsversammlung statt, in der. die Lohn- frage beipiochen wurde. Diese Versammlungen find bisher von den Verbänden, die die Lohneingaben eingereicht haben, gemeinschaftlich einbetufen worden. An dem gemeinschaftlichen Vorgehen ist auch der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter beteiligt. In der Versammlung am Sonntag machte der Einberuser nun bekannt, daß der Bezirksleiter des christlichen Gewerkverein« m Oberhauien den christlichen Bergarbeitern geraten habe, die Versammlung nicht zu besuchen. Schon ,m Sommer habe der Mann der gemeinschaftlichen Aktion der Verbände Schwierigkeiten bereitet, indem er fälschlicher« weise behauptete, die Lohnbewegung solle zum Streik führen. Diese Mitteilung, der eine Kritik nicht angefügt wurde, rief lebhafte Bewegung in der Versammlung hervor. Alle fragten sich, wa» dieses Borgehen des christlichen BezirksleiterS eigentlich zu bedeuten habe. Will der Gcwerkverein nicht mehr mit- machen, und soll sich da» Spiel von 1912 wiederholen? Es ist nicht bekannt, wo und wann im Rubrbccken während der KiiegSzeit einem Streik das Wort geredet worden ist oder was sonst den Gewerk- verein christlicher Bergarbeiler veranlassen könnte, die gemeinichaft- liche Lohnaklion auf solche Weise zu stören, wie e» durch den chiist- lichen Beamten geschehen ist. Vielleicht äußert sich die Leitung der christlichen Organisation zu dem Verhalten ihre» Angestellten, dessen Handlungen im Widerspruch zu dem Vorgehen des christlichen Gewerkvereins stehen._ Mus Industrie und Handel. Die staatliche Regelung deS Devisenhandels. Der Einfluß der Devisenkurse aus die Preisgestaltung am Lebensmittelmarkte ist groß. Jede eingeführte Ware verteuert sich nämlich um io viel Prozent, als die deuliche Währung der ausländischen gegenüber minderwertig geworden ist. Nehmen wir z. B. an. der Zentner Butter koste»n der Schweiz 200 Frank, d. h. nach den vor dem Kriege besiebenden Berhällnisien berechnet, ungefähr 160 M. Nun ist der Wert des Franken im Kriege an den deutschen Börsen gestiegen, sagen wir von 0.80 M. auf 1 M. Infolgedessen kostet jetzt der Zentner aus der Schweiz eingeführter Butter in Deutichland 200 M.. stall wie früher 160 M. Da nun das Deutsche Reich au» den umliegenden neutralen Ländern Nahrungsmittel bezieht, so wirkt, wie das Beispiel zeigt, der hohe Preissland ausländischer Geldsorlen, d. h. der Devisen- markt, verteuernd, und das gerade w Waren, deren Ver- billigung sehr wünschenswert wäre. Da nun der hohe Devisenstand durch die Nachfrage nach ausländischen Zahlungs- Mitteln und Auslandsguthaben bedingt ist, deren Mangel wiederum durch das Fehlen des Exports nach dem Aus« lande entstände ist, so ist der Preissteigerung am Devisenmarkt direkt nur zu begegnen durch tunlichste Förderung des Exports oder durch Verkauf von in deutschem Besitz befindlichen Weitpapieren noch dem Auslande oder indirekt dadurch, daß der Import möglichst beschränkt bleibt. An der Stergernng der Devisenkurse an den deutschen Börsen war auch die Spekulation nicht unschuldig. Sie trieb am Devisenmarkt ihr Spiel und steigerte die Kurse trotz der ungünstigen Rückwirkungen auf die allgemeine Teuerung und die Nahrungs- mittelver'orgung durch spekulative Steigerung der Nachfrage und Zurückhaltung von verfügbaren Auslandsguthaben nicht unwesentlich. Dieser spekulativen Entwertung tritt die neue Bundesraisver« ordnung vom 20. Januar entgegen. Sie bezweckt die Ausschaltung spekulaiiver Machenschaften. Der Devisenhandel wird monopolisiert. Unter Kontrolle der Reichsbank ist einer Reihe von Banken und Bankfirmen in Berlin. Frankfurt a. M. und Hamburg das alleinige Recht übertragen worden, in Devisen Handel zu treiben. An diese Banken und Bankfirmen hat sich die übrige Baukwelt wie der Tevi'en benötigende Geschäftsverkehr zu wenden. In den daraus bezüg- lichen Anträgen muß der Zweck, für den Auslandsguthaben benötigt werden, angegeben werden. Der Reichsbank oder den Monopol- banken steht das Recht der Ablehnung zu. Damit kann die spekulative Tätigkeit am Devisenmarkt als ausgeschaltet angesehen werden, um so mehr, da die Verordnungen des Bundesrats falsche Angaben unter schwere Geld- und Freihetisstramt stellen. Da den Verordnungen des Bundesrats aber in der Hauptsache vorbeugender Charakter innewohnt, so wird erst die Ent- Wicklung der Devisenkurse abzuwarten sein, ehe man sagen kann, ob nicht weitere Schritte notwendig werden. Auf diese wei'en bereits die mit den Veroi dnungen veröffentlichten»offiziellen Mitteilungen' hin. die für eine Besierung der deut'chen Valuta die schon oben er- wähnten Hilfsmittel empfehlen: Tunlich st e Steigerung der Ausfuhr, Verkauf von im deutschen Besitz befindlichen ftemden Werlpapieren, Einschränkung des allgemeinen Jmpoits und Ausschaltung des Lurusimvorts(Kaviar. Austern, feine russische Pelze, ftanzösisite Kleider und Kleiderstoffe). tur gleichen Frage wird uns n ch geschrieben: äe Regierung iucht zu verhindern, daß das Ausland unter Ausnutzung der Ueberweitigkeit seiner Währung deutsche Waren spottbillig ankauft. So zahlte der Holländer für Stabeilen im Werl von 100 M. vor dem Kriege 59 Gulden, vor kurzem nur 40 bis 41 Gulden. Dafür hat die deuliche Regierung ein Ausfuhrverbot für gewisse Eilen- und Stahlsorten erlassen: Ausnahmen werden nur bewilligt, wenn Sicherheil für die Verarbeitung und den Verbrauch im neutralen Ausland übernommen und ein Preis gezahlt wird, der dem Markkurs im Frieden entspricht. Umgekehrt sucht die Regierung die Einfuhr und damit die Warenschulden Deutschlands ans neutrale Ausland einzuschränken. Das geschieht vor allem dadurch, daß die m't dem Monopol des Devisenhandels betrauten Banken ausländische Zahlungsmittel nicht flir alle Zwecke hergeben und sich so eine Kontrolle des Einkaufes sichern. Wo aber ein Import notwendig ist, wird die Umwandlung der daraus entstehenden sofortigen Zahlungsverpflichtung in eine Schuld versucht, die erst später bezahlt werden muß. Am weitesten in der Währungsfürsorge geht Rußland. daS auch am schwersten unter der Entwertung seines Geldes zu leiden hat. Den für die Landesverteidigung tätigen Firmen werden dort ausländische Zahlungsmittel zu einem niedrigeren als dem Markt- kurs geliefert, so daß der Staat hier unmittelbar einen Teil des Währungsverlustes auf sich nimmt. Dieses Beispiel wird bei langer Kriegsdauer auch in Deutsch- land Nachahmung finden müssen, so sehr sich auch Herr Helfferich gegen jede Belastung des Reichssäckels wehren mag. Teutschland ist eben eine belagerte Festung, deren Kommandant für den Bezug ausreichender Lebensmittel zu billigen Preisen sorgen muß. Durch die dreißigprozentige Entwertung der deutschen Währung wurden aber alle aus dem Ausland bezogenen LebenSmiltel und Rohstoffe um diesen Betrag verteuert und es erscheint nur billig und gerecht, daß die Währungsverluste unter die Kriegskosten gerechnet weiden, da dadurch die Einwirkung des durch die Ent- Wertung gesteigerten Auslandspreises auf die inländische Preisbildung ausgeglichen wird. Eine dauenide Hebung des Markkurses ist aber nur von der Wiederbelebung der fruchtbaren Friedensarbeit zu erwarten. Ganz richtig sagte der Direktor der Ungarischen Kreditbank Adolf von Ull« mann einem Vertreter von ,Az Est':»Nach dem Kriege werden wir aus voller Kraft auf der ganzen Linie im Interesse der Mehr- Produktion in Aktion treten, den Ertrag des Bodens heben, die Industrieanlagen erweitern, neue Industriezweige einbürgern müffen.' Hoffentlich erfüllen sich diese guten Wünsche. Freigabe von Nähgarne». Das Kriegsministerium gibt bekannt: Von den beschlagnahmten Garnen und Zwirnen werden die bei Verbrauchern und im Handel befindlichen Vorräte an Nähgarnen und Nähzwirnen zur Verwendung freigegeben. Die Herstellung von Klöppelspitzen(Hand- und Maschinenspitzen) ist auS den für die Herstellung von Geweben frei- gegebenen Garnen genaitet. A.3andorf&6 Belle-Alliancestr. Kr. Fraoklnrterstr. Bnumeostc. Koübuser Damm Iffumersdorlersir. Lebensmittel Kolonialwaren Malsttries..................... ft—a 55� Gerstengrütze-- r** 70� Erjsmehl... BscVobst— Backpflaumen... Ringäpfel------ Pfirsiche rnroekB**.. Suppenwürfel— nud 63 pu . nuo 85pt .umo 75 pi. pt«iia 85 P1- ____ Ptnnd 95 p,. IOO ättok 1,25 Verkauf von ausländischem Schweinefleisch Verkauf nicht an Wiedtrverhäafer Soweit Vorrat Zusendung OMsgosdilosssn Wurstwaren Blut- od. Zwlehelworst... 1.40 Landteberwursi 1.70 Ja-dwurst--------—«»° 2.10 Sülzwurst----------- rtad 1,50 ff. Leberwurst............. mmd 2.10 Mettwurst 2.40 Teewurst.................... ptuo Zervelatwurst____________ nu* 2.60 Gemiscäte armelode a«u Friscb-Obst mit Raffinade, leiebt gefirbl M Pftmd 45 Pt. Pflounien- aiMloüe mit Zusatz tob Apfel- mark u.* ristallrucker H Pfund 55 pt. Kräuter- herinse Pfund 70 Pf Frische Schollen Pfund 45 pf. Obst und Gemüse Mandarinen— Anfeisinen---- Zitronen. ftranzfeigen Essapfel------- Aochä*) ei—............ Weisskohl<«.'»>.»)— Wirsing�oh-(a-»oa°rrs Rotkohl(liolUcdtoaka) Rosenkohl Spinal.............. Soh«arzwurzetn Moh rrtl ben Kohlrüben. Zwiebeln... .. Plmau 45 P' .DBtMOd ��Pi. Dnurad 5 5'• . Pruad Pi ,. ptud 25 p� . Ptaad 18 Pl 19 ...Ptamd 15pi .„Pfand 20 ...Pfand 38 P� 2 Pfand 35 P' ... Pfand i5Pt Pfand 8Pu -„...Pfand 5Pt- ...Pfand 15 Pt- Konserven Pflaomen puu.?>»>»«.. o«« 58 Ft Kirschen«m buu---------„t, do» L0 Apfe mus......—------- 1, o«« 72p Birnen 1, r*-**----------- 1. o««- 85p tallerle>n Karoten In Streiten...........t, Doe. 42 P' f cito wer Rübchen„.„...1.0«, 88 Stangenspargei........... h, do« 1.15 O K kaufen Sie von Kavalieren wenig getragene sowie un Versatz gewesene Jackett- und itock- anzüge, Paletot«, Ulster. Serie f; IO— 18 dl.. Serie II: 80— SO VI., größtenteils auf Seide Ferner Gelegenheitskäufe in neuer Maßgarderobe, enorm billig. ßiesenposten Kleider, Koatümo, Plünchmftntel. auf Seide, jetzt nnr SO— 35 M. Große Posten l'elz- «tolas in 8kank»..Härder. 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Februar dieses Jahres zehn Prozent seiner Kartoffel- ernte zur Verfügung des Kommunalver- bandes zu halten, ausgehoben. Das heißt also, die Regierung verzichtet daraus. Kartoffeln zu niedrigerem Preise auf dem Wege der Beschlagnahme zu erwerben, um den Landwirten freiwillig höhere Preise zahlen zu können. Ein bürgerliches Blatt hat ausgerechnet, daß der Gesamt- konsum der Bevölkerung an Kartoffeln vom 1. Februar bis 13. März etwa 18 Millionen Zentner betragen wird. Be- rücksichtigt man dabei, daß bereits viele begüterte Personen sich mit Kartoffeln eingedeckt, und daß einzelne Städte sich Vorräte angelegt hätten, so war zu erwarten, daß die not- wendige Nachfrage sich in Wirklichkeit auf eine viel geringere Menge beschränken wird. Anstatt nun diesen Bedarf durch Aufrechterhaltung und Erweiterung des Beschlag- nahmerechts sicherzustellen, greift die Regierung zu dem für Landwirte und Händler allerdings rentabeleren Mittel der Preis- erhöhung! Die Regierung wird natürlich zu ihrer Entschuldi- gung anführen, die 10 Prozent seien bereits überall beschlagnahmt worden. Wir bezweifeln das ent- schieden; aber selbst wenn die Auffassung der Re- gierung zuträfe, lag erst recht kein Grund vor, die Be- schlagnahmeverordnung vorzeitig auszuheben. Aber die Re> gierung scheint er immer dann sehr eilig zu haben, wenn die Verordnungen den Produzenten zugute konimen. Auch die Ermächtigung zur Erhöhung der Kartoffelhöchst- preise ist ja äußerst raich erteilt und publiziert worden. Die „Freisinnige Zeitung" setzt mit Recht ironisch hinzu:„Natür- lich, da es sich um eine..Schnelligkeitsprämie" für diejenigen Landwirte handeln soll, die bisher in Er- wartnng der Erhöhung der Höchstpreise ihre Kartoffeln z u- rückbehalten haben" Bei Maßnahmen zugunsten der Verbraucher hat eS an diesem Eifer bisher stets gefehlt. Die beiden erwähnten Verordnungen lauten: Tie Bekannimochnng über die Regelung der Kartoffel- preiie vom 28. Okiober 1915 erhält folgenden§ 3a:„Die Heeres« verwaliung und die Marineveiwaliung, die Reichslarloffelslclle und die von dieser ermächtigien Siellen und Personen sind an die Höchstpreise nicht gebunden. Sie unterliegen jedoch bei den Än- und Verkäufen den Weisungen des Reichekanzlers."— Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Die zweite Bundesratsverordnung vom 27. Januar besagt: In der Verordnung über die Karioffelversorgung vom 9. Oktober 1915 in Verbindung mit der Verordnung vom 28. Oktober 1915 weiden'olgende Aenderungen vorgenommen: 1.§ 7 wird gestrichen. 2. In§ 22 Satz 2 werden die Worte.oder den au' Grund des Z 7 Ab'. 3 erlassenen Bestimmungen" gestrichen. Diese Verordnung tritt mu dem Tage der Verkündung in Kraft. Weitere Einschränkung des Bierbrauens. Aach Informationen der.Franks. Ztg." besiäligl sich daß bereits der BunbeSrcu mit einer Verminderung des Bierkonlingenls von 69 aus 45 Proz. mit Rückwirkung vom 1. Oktober 1915 beichäfiigt ist. Anscheinend gilt in erster Linie, die Bedürfnisse der Heere?- j Verwaltung an Funersloffen sicher zu stellen. Als nichi ausgeschlossen wird bezeichnet, daß nach dem Geiey dasjenige ausländische Malz. daS nach dem 1. Oktober in den Brauereien bereits verarbeitet ist, bei der Konlingeniur mirberechnei wird. Tie Erzeugungskosten der Kartoffeln. Der Helstellungspre's für Karioffeln wurde in einer Verband- lung vor dem Kölner Schöffengericht gegen zwei Landwirte, die beide des Karioffelwuchers angeklagt waren, eingehend erörtert. Der eine Landwirt T. haue Kartoffeln zentnerweise zum Preiie von 5 M. verkauft, während der andere, W. sogar einen Preis von 5,59 bis 5,89 M. berechnet balte. T erklärte, daß bei ihin der Herslellungs- preis durch Einkauf von 49 Fuhren Düngemitteln, durch Ein- berusung ieines Sobnes und andere Umstände besonders verteuert worden sei. so daß er bei dem Berkausspreis von 5 M. keinen über- mäßigen Gewinn gehabt habe. Demgegenüber stellte L a n d r a t v. Uslar aus Lennep in einem eingehenden Guiachten fest, daß sich für Kartoffeln unter Berücksichtigung der hiesigen gebirgigen Gegend und aller Nebenumstände ein Preis von 2,43 M. ergebe, einschließlich ausreichenden Verdienst. Seiner Berechnung habe er nur einen Erlrag von 89 Zentner für den Morgen zugrunde gelegt. In Wirklichkeit seien im Kreise Lennep 190 Zenrner aus den Morgen geerntet worden. Im Frieden würde der Preis von 2.43 M. viel zu hoch sein. Ein Preis von 1,59 M. würde noch einen angemessenen V e r d i e n st enthalten. Im Kreise Apenrade habe sich der Preis für den Kartoffclanbau in leichtem Boden aus 85 Pf. gestellt. Nach Ansicht des LandralS sind 3,70 M. für den Groß- und 4 M. sür den Kleinverkaus ausreichende Preiie. Ein Preis von 5 M. iei zu hoch. Ein dem Landwirtstande oiigeböriger zweiter Sachverständiger erklärte, den Anschauungen deS Landrats nicht zustimmen zu können. Das Gcricht folgte dem Gutachten deS LandratS v. Uslar, da der zweite Sachveiständig« keine tatsächlichen Unter« lagen für sein Gutachten habe geben können, und verurteilte T. zu 199 M Geldstrafe. T. habe für seine Kartoffeln einen Preis genommen, der den Herstellungspreis einschließlich eines angemessenen Veidienstes um 199 Prozent überstiegen habe. Er habe sich daduich deS Kartoffelwnchers schuldig gemacht. Der zweite Angeklagte wandte ein. daß seine Selbstkosten so gestiegen seien, daß er zu den früheren Preisen l.80 M. habe hinzurechnen müssen. In diesem Falle ließ eS das Gericht bei 39 M. Geldstraie bewenden. Ablieferungspflicht für Dünge« und Futtermittel. Amtlich. Berlin, 28. Januar.(W. T. 93.) Der Bundesrat hat eine Verordnung beschlossen, durch die eine Ablieferungspflicht für eine Reihe von Dünger, und Futtermitteln, die aus dem Ausland eingeführt werden, angeordnet wird. Der Reichskanzler wird die näheren Bestimmungen treffen, u. a. auch anordnen, an welche Stelle abzuliefern ist. Bestandsaufnahme von Rohzucker. Vom Reichskanzler lReichsami des Innern) ist eine Bestands» aufnabme von Rohzucker für den 1. Fcbruar 1916 angeordnet worden. Hiernach bat derjenige, welcher Rohzucker919 ilarb ihre Malter. Julie Bebel, an einem unheilbaren Krebsübel in Zürich. Tie halte sie bis zur letzten Slunde mii aller Hingebung, deren sie iähig ist, gepflegt. Der Schmerz über dieien Verlust war noch nichl verwunden, als ein neuer enrietzlicher Schlag sie traf. Ihr Mann, Dr. Simon, wurde Weibnnchien 191 1 bei Ver'uchen im bakteriologischen Institut von einer zu Versuchs- zwecken infizierlen Maus gebiflen und starb nach einer zweiwöchigen enlietzlichen Krankbeil im klaren Bewußtsein, daß sein Leben nichi zu reilen sei, als Op'er der Wiffcnschafl. Km August 1913 reiste sie mii ihrem Vater nach Bad Pasigg in Graubüitdien. wo.ste sich er- Ijolen sollte. Am. Morgen des>3. August'and sie A» g u s>.B e b e l, als sie ihn zum Frühstück wecken wollte. iol-ben beiruMgen. Brieflich« Antwort wird nichi erteilt. Antragen, denen(eine AbonnemenlSauitiung beigefügt ist. werden Nicht deantworle». Eilige Fragen trage man IN der Sprechstunde vor Benröge, Schristsiücke und dergleichen bring, mar t» die Sprechstunde Mi, B. K. 88. Bei Ihrem Verdienst wird Bedürftigkeil nicht als vor« liegend erachtet und deshalb die Uiitcrslühiing apgelehnt. Sie haben auch keinen absoluten'Anspruch aus staalliche Uiiterstüyung.— M. W. 46. Wir nebmen an, dtiß der Vater verstorben und der söhn im- perlunrnul ist. Dann erben Mutler und Kclchwister.— Max Bl. Nein. — IVO. 91. H. Wenn der Bett essende an Wochentagen keiner Beschäfti- gung nachgeht. Sonntags aber bei Ihnen in Stellung ist, sind Sie per- pflichtet, sür ihn die Jnpalidenmarke zu kleben.— Müllerftraste 499. Ja. — St. 12. Wenden Sie sich mit einer Beschwerde au das Militär- bmeau des Magistrais. Klostersti. 6".— Kri> gswochenhilfe 199. Ihre Frau muß sich an die Waisendeputation des Magistrats. Alle Jakab- straße 33/35, mit d m Gesuch wenden, ihr aus der Schmidl-Kalifch-Stiituna eine Zuwenduiig zukommen zu lassen.— H. F. 4. Sie dürfen nicht Aimenunteitiühui g beaniiaaen: eine Extra-Kriegsimterstütziing wird nicht als solche gerechnet. Der Mann würde daher das Wahlrecht nicht oerlterea. — Zl. K. 11. Garnison- nnb arikeitSverwendungzsähig. KolunibuZ. 1. Sie müssen zn Vielem Zweck einen Gewerbeschein habe». 2. Ja. 3. Ja. Er mutz uor allen Dingen einen Patz haben.— Ziounhünser. Der Frau kann die Unterstützmrg deshalb nicht vorenthallen werden. Sie mutz sich veschwerdesübrend an den Kreisausschutz(an das zuständige Landratsamt) wenden. Ebenso wegen der Unterschrist unter dem Gesuch. Für das uneheliche Kind wird Unterstützung gezahlt, wenn der Vater die Valerschast anerkannt bat. Zur Anerkennung der Vaterschaft genügt eine einfache briefliche Mitteilung. A. M. 67. In erster Linie sind die Söbne zum Umeihalt der unterstützungsbedürftigen Ellern verpflichtet. Die Kosten für die Beerdigung und Krankenbebandlung können natürlich vom Natzlatz in'Abzug gebracht werden. Eine Nachforderung für Nnierhaltskostcn aber würde bei einer coentl. gerichtliche» Entscheidung aussichtslos sein.— W. 90. Nein. — M. 10. a) Darüber erhalten Sie am besten Auskunst beim Arund- buchrichter(zuständigen Amisgerichts), b) Nein, c) Ja. d) Die Witwe bekommt die ihr zunehendv Miliiärwstwenrente ungekürzt.— M. M. Lichtenberg. 18 Gehen Sie zum Nachiatzgericht(Amtsgericht) und er- heben Sie dort Ihren Anspruch aui das Erbteil.— A. Z. 45. 1. Ja. 9. An das Justizmmislerium. 3. Die Strafe ist in den Akten vermerkt. 4. Unter Umständen ja. 5. Die Bank gilt allgemein als sicher.— H. H. 100. 1. Wenn Sie noch im Lehrverhältnis stehen, nein. 2. Sie haben schlietzlich nur Anspruch auf den im Lehroertrag festgesetzten Lohn. Was Ihnen der Lehrherr darüber hinaus�adlt, ist sein freier Wille. 3. Sie könnten event. auf Lösung des Lehrverhaltnisses klagen. Wir glauben aber nicht, datz die Klage in ihrem Falle viel Aussich! auf Eriolg hat.— 31. S. 36. 1. Ja. 2. Ja, solange vom Käuier nicht eine schriftliche oder unter Zeugen- gegenwart abgegebene Erklärung für den Rücktritt vorliegt. Sie müssen ihn zunächst durch eingeschriebenen Brief zu einer solchen Rücktriltserklärung auffordern.— O. 5t. 54. Nein.— I. Z. 30. 1. und 2. Ja. 3. Die Mitteilung darüber braucht doch erst bei Stellung des Antrages aus Waisen- rente der LandeeversichcrungSanstall gegenüber gemacht zu werden. 4. Ja, das Kind erhält beim Ableben der Mutter aus Grund der Versicherung Waisenrente. S. Das liegt in Ihrem persönlichem Ermessen. Wir würden Ihnen die Versicherung bei der.BollSsürforge', Engewser 18, empfehle». llSetterauSstchttn für das mittlere Norddeutichlan» vis Sonntag Wittag. Im Nordwesten vielfach heiter, in den anderen Gegenden vorwiegend nebelig; bei gelindem Frost nirgends wesentliche Niederschläge. genvem Bolzarbelterrertiaiil Zahlstelle Berlin. Xacbrat. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Stell- macher Adalbert Koch Greifs walder Str. 153 im Ali er von 36 Jahre» ge- itorben ist. Die Beerdigung fand am Mit- woch, den 13. Januar, statt. Den Mitgliedern fern« zur Nachricht, datz unser Kollege, der Tischler Ferdinand Koschak Neue Hochstr. 47 Im Aller von 54 Jahr» ge- starben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 23. Januar, vormittags 11 Uhr, auf dem Frieddoi der Dankes-Gemeinde, Berlin-Remickendors-West, Blanke- urage, stall. Den Mitgliedern ferner zur Nachiicht, datz unser Kollege, der Ziahmenmacher Qeorx Maul Britz, Bürgerstr. 43 im Alter von 41 Jahre» ge- storben ist. _ Die Beerdigung findet am Sonnlag, den 33. Januar, nach- mittags 3 Uhr, auf dem Britz« Gemeinde- Friedhof in Britz, Chausieestratze, statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Ehre ihrem flludeutenl 82/5 Die Lrtsverwaltung. vevlAder Hetailarbeiter-Verhantl Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. datz unser Kollege, der Klempner Aclolt Rietzschel (Oderberger Str. 60) am 26. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 3t. Januar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des Berliner Gemeinde- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt._ Nachrufe. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, datz unser Kollege, der Former Karl kindner (Jnsterburger Str. 6) am 17. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Den Kollegen serner zur Nach. richt, datz unser Kollege, der Metallarbeiter August Ridder am 21. Januar an Kehtkopsteiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! 11/4 Die Ortsverwaltnng. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz am 27. Januar, früh 61/, Uhr. der Genosse (ZeonF iVlaul an Lungcnliibci lulolc verstorben ist Ehre»einem Andenke»! Die Beerdigung finde! am Sonntag, den 30. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Britzer Gemeindesried- Hofes aus statt. Rege Beteiligung erwartet 134/6 U«-i- Voi-«t»nck. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meiner lieben Frau sagen wir hier- mit allen, insbesondere Herrn Waldeck Manafle herzlichen Dank. 502L Karl Lildkfi»ul»««p». Verband der freien Gast- und Schankwirte DeutsehJands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz unier tangjähriger Kollege Vildelm Briiikmann Pantstr. 60(Bezirk 2) am 26. Januar im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung stndet am Montag, den 31. Januar, nach. mittags 3'/. Uhr, von der Leichen. balle des PhilippuS-Apostel-Klich- Hofes auS nach dem städliichev Friedhof. Müllcrswatze(Ecke See- stratze) statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/3 Die Ortsverwaltung. Nachruf zum Sterbetage meines über alles inniggeliebten, herzensguten Mannes, Schwiegersohnes und Schwagers, des Wchrmannes Paul l'kie gefallen am 28. Januar 1315. (Landwehr-Jns.-Rcgt. 4, IZKomp.) In tiefstem Schmerz Wwe. Martha Thie Ä nebst Eltern und Geschwistern Als ich an Deinem Grabe war Und diese trampe Gegend sah. Da fühlt' ich all' Dein Leiden. Du Haft viel Last ertragen. Dein Laus war kurz und schwer. Nun fühlst Du von den Plagen Des Lebens keine mehr. A Ruhe sanst in Friede»! Luchhandlullg Vorwärts Lilldenftrasie 3. Soeben erschien: Kriegsührnilg Heer» Flotte Miiitärischt FulfMnsdrückt Gemeinverständlich erläutert von Ernst Däumig. Preis 10 Pf. bdiI mmM EBmlsposseiL Zahlstelle Geschäftsstelle; C 54, Mulackstr. 10 I. Fernspr.; Amt Norden 4518. Sonntag, den 30. Jannar 1916, nachm. S Uhr: kenersl- Versammlung im Gewcrkschaftshause, Engelufer IS, großer Saal. Tagesordnung: 1. Geschästs. und Kassenbericht vom 4. Quartal 1315.— 2. Jahresbericht für 1315.— 3. Ersatzwahlen zur Ortsverwaltung.— 4. Berbands- angclegcnheitcn. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich«ud pünktlich z» er. scheinen.— Mitgliedsbuch oder Kontrollkarte legitimieren zum Eintritt. 12/2 Ble Ortuverwaltnits-. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 185, 1233, 1387, 3714. Bureau geöffnet von 3—1 Uhr und von 4—7 Uhr. ich«»»?! Rohrleger u. Helfer! teinnm! Sonntag, de» 30. Januar 1916, vormittags 10 Uhr: Kranchen-Nerlnmmlung im Gewerkschaftshaus. Engelufer 15, Saal 2. , Tagesordnung: 1. Stellungnahme zn unserem Darif. 2. Distusstan. 8. Verbands- und Branchenangel egenheite». 4. Verschiedenes. Bei der Dichtigkeit der Tagesordnung ist daS Erscheinen aller Kollegen, auch derjenigen, die jetzt in anderen Berufen tätig find. dimgend erforderlich._ Die Qrtsverwaltung. Sonntag, den 30. Januar 1916, vormittags 16 Uhr: Krauchen-Nerfammlung aller in ikk lüetalllnduftrle belchSfllgten Iflafchinenarbeiter und Arbeiterinnen in den Mufiker-Festfälen, Kaifer-Wilhelm-Ttr. 31. Tagesordnung: 1. Vortrag: Genosse Rudolf Wifieli. 2. Diskussion. 3. Branchen, und BerutSangelegenheite». VV Zu dieser Versammlung sind alle in der Metallindustrie be' ichästigtcn Hobler, Bohrer, Fräser. Stotzer. Stanzer, Schmltaibciler, sowie alle an Maschinen betchästigten Arbcilrrinnen eingeladen. Die jetzig» Zu- stände in unserem Berus ersordern dringend die Beteiligung aller. _ Die Lrtsvcrwaltuug. Achtung! Achtung! Montag, den 31. Januar 1916, abends 6 Uhr: Versammlung der letallformer und ßerufsgenoifen im Gewerkfchaftshaus, Engelufer 15, Saal 1. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wilhelm Siering: Die Ardcitsvcrhält. niste der Metallarbeiter nach dem Kriege. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchen angelegenhetlen. OV Da« erschein» aller Kolleg» ist unbedingte Pflicht. Auch die Ziiikgicsier werden ersuch», z» erscheine». 111/5 Die OrtSverwaltung. Naden Sie btolf? Ich fertige davon Anzug od Paletot nach Mass, schick, dauerh Zuraten von 28 Mark an Moritz Labaad, Hey Prviwvf.MJSfMPMn J. England am Pranger! .4. 5«. der weltberühmte Roman John Retcllffs, t�n|%!|V von dem bereits 350000 Bände verkaufl v/ sind, schildert in unvergleichlich packender Weise und in markerschütternder Darstellung die vor nicht» zurückschreckenden Winkelzüge Englands, um sich in den Besitz Indiens zu setzen.— Heute ist dieser Roman besonders aktuell, beute droht wieder der Ausitand der Jndier, die durch die grausame Behandlung der Engländer bis aus» Blut gereizt sind.— Wer daher in Form eines ungemein spannend» Romans sich über die Verhälinisse. über Land und Leute in Indien unterrichten will, wer über die kommenden Ereigmsse aus«Tr.», /* � elegante d-m Saufenden bleiben will, der lese»ILllU WUrUP* Leinwand. bände. Getegenheitskaus. Statt 12 Ml. für 6 M. RetclistS iiimtitche weltberühmten, Hiftorifch-politischen Romane. 40 Prachtbände statt 160 Äk für 78 Mk. Gegen monatliche Teilzahlung von 4 Mk. Ii. Hsdifelii« Potsdam» Postfach 457» Hohenzollernstr. 3. Innungskrankenkasse der luitliftc, Gild- uvd McMmitiie (Zwangsinnung) zu Berlin. Bekanntmachung. Infolge Ausscheidens ans den Reihen der Versicherten sind für den Ziest der Wahlperiode bis 31.' Dezem- ber 1317 14 Vertreter und 30 Grsahmaixicr zum Ausschutz zu wäh�n. Die Wahl findet am Sonntag, den 19. März 1916, vormittags von 3— 12 Uhr, im Kaffcuiokal, Sebaftianstr. 17, statt. Nach§ 7 der Wahlordnung ist vom Vorstande ein Wahlvorschlag aufgestellt. Dersilbe liegt im Kassen. lokal werktäglich von 3— 1 Uhr zur Einficht aus. Die Versichert» werden hiermit ausgesondert, weitere Wahlvorschläge bis spätestens den 13. Februar 1316 einzureichen. Nur die Äs zu diesem Termin eingereichten Wxhlvorschläge können berücksichtigt werden. Die in den Wahlvorschlägen einzeln bezeichneten Bewerber sind unter jortlausender Nummer auszu- sühren, weiche die Reihenfolge ihrer Bencnnmig ausdrückt und nach Fa» mili». und Vornamen, B>rus und Wohnort zu bezeichnen. Auch ist der Arbeitgeher anzugeben, bei dem sie beschäftigt sind. Mit den Wahlvorschlägen ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, datz er zur An« nähme der Wahl bereit ist. Di« Wahloorschläae müssen von mindestens 5 Wahlbercchtiat» unterzeichnet sein. In jedem Wahlvorschlag ist serner ein Vertreter und ein Stellvertreter sür ihn aus der Mitte der Unter- zeichnet» zu benennen. Der Wahl- vorlchlagsvcrtreter oder sein Vertreter ist berechtigt und verpflichtet, dem Vorstände die zur Beseitigung etwaiger Anstände erforderlichen Er- lläruug» abzugeben. Die Anstände müssen bis zum 4. März 1316 be- seitigt sein. Die zugelassenen Wablvorkchläge können von den Wählern im Kassen- lokal vom 13. Februar � bis 4. Mär« in den Kassenslunden eingesehen werden. Sind aus gültige Wablvorschläge im gauzen nur soviel wählbare Be- Werber benannt wie Vertreter zu wählen sind, so gellen sie als ge- wählt. Sind weniger Bewerber vor- geschlagen, so gelten diele ebenjalls als gewäblt. Die Stimmabgabe ist an die recht- zeitig eingegangen» Wablvorschläge gebunden. Die Stimmabgabe am Tage der Wahl ersolgt durch einen Stimmzettel, welcher die bezeichnete Orb- nungsnummer des Wahlooischlages enthätr. Wahiberechligt und wählbar sind die volljährige» Versicherten. Zur Feststellung der Wablberech- tigung liegen die Mitgl ederverzeich- nisse bis zum 13. Februar 1316 wäarcndder Kassenslunden im Kassen« lokal aus. Einsprüche gegen die Richtigkeit der sich aus dem Milgliederoerzcich» nis ergebenden Wahl- und Stimm» berechiigung sind bei Vermeidung des Ausschlusses bis späleilens de» 13. Februar unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Vorstand ein- zureichen. 266/11 Ferner bat sich jeder Wahl- berechttgte, soweit er seiner Perlon nach nicht belanni ist, bei der Wahl» Hand ung mit einer Legitimation zu versehen.(Mitgliedsbuch oder Be- scheinigung des Arbeitgebers) Der Wadlausichutz am Tage der Wahl ist besagt, die Wahl- und Slimmberechtigung jedes Kähler» bei der Wallthandtung zu prüsen. Berlin, den 28. Januar 1316. Oer VorstsnU. XlesIt ItoHt, H. Berts, Vorsitzender. Echrisisührer. Knaben- und Jünglings- Anzüge, Paletots, Pyjeks, Konfirmations-Anzüge 113b Einzelverkaul zu Fabrikpreisen. Konigstr. SS, 1. Etage, gegenüber Rathaus. Sonntag geschl. Münzen tHUUMVU zMhelmstr. 46/47 o Haben Sie empseble nach Matz passend gearbeileic StQtzeinlagen sowie Brachbandagen aller Art, Leibbinden, StützkorietlS uiw., Arlikel zur Gesundheiis- u Krankenpflege.• Pollmann, LMaM, Berlin N. Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankenkassen. Hr. 28. 33. Zchrg. SMs-SnlGk Ks Jonrttte" fit Mw-Weßeii. 29. Iaavar 1916. fius Groß-öerlin. Die Prüfung öer Lebensmittelpreise. Zur Ueberwcrchung der für Lebensmittel festgesetzten Preise beben die Gemeinden Preisprüfungsstellen eingesetzt. Diese Prüsungsstellen sollen die erhobenen Preise ermitteln und Vorschläge machen, um für bestimmte Waren Richtpreise fest zusetzen. Daneben soll im einzelnen beobachtet werden, ob die festgesetzten Preise auch eingehalten werden. Bei der großen Zahl der bekanntgegebeneu Höchstpreise für den Erzeuger, für den Groß- und Kleinhandel, ist es für das Publikum keine leichte Sache, zu wissen, was der Höchstpreis für eine bestimmte Ware ist, zumal die Preise wiederholt ab geändert worden sind. Es wäre erwünscht, wenn von Zeit zu Zeit der Magistrat die zurzeit in Geltung befindlichen Preise zu sammengestellt veröffentlichen würde, wenn auch kürzlich der Nationale Frauendienst eine solche Zusammenstellung heraus gebracht hat. Inwieweit die Preisprüfungsstellen ihren Aufgaben ge recht geworden sind, soll im Augenblick nicht näher erörtert werden, da uns ihre Tätigkeit im einzelnen nicht genügend bekannt ist. Daß sie in einzelnen Fällen allzu großer Heber- Vorteilung des Publikums vorzubeugen versucht haben, ist Tat- fache. Daß sie aber einen weitgehenden Einfluß aus die Preis- gestaltung ausgeübt, daß sie bisher irgendwie richtunggebend gewirkt haben, davon hat die Oeffentlichkeit nicht viel er- fahren. Im Gegenteil sind Fälle bekannt geworden, wonach an die Reichsbehörden um Erhöhung bestimmter Höchstpreise petitioniert wurde, wie überhaupt die Interessenten bestimmter Erwerbsgruppen einen allzu überwältigen Einfluß zum Nachteil der Konsumenten ausüben. Ob da eine Reform möglich ist oder ob die Institution der Preisprüfungsstellen ihrem ganzen Wesen nach in der Lage sind, die Uebervorteilung der Konsumenten hintenan zu halten, ist eine Sache für sich. Jedenfalls haben die Preisprüfungs- stellen ein sehr bescheidenes Dasein gefristet. * Der Dlagistrat teilt mit: Die PreiSprüfungZstelle Groß-Berlin hat eine neue Verordnung über den Aushang und die Ausstellung von Preisverzeichnissen für den Kleinhandel erlassen, die am 1. Fe- bruar in Krait trill. Die Verordnung gilt sür Berlin, Charlotten- bürg, Lichlenberg, Neukölln, Schöneberg, Wilmersdorf und die beiden Kreise Teltow und Niederbarnim. Sie betriffl den Kleinhandel in den wichtigsten Gegenständen des täglichen Bedarfs, wie Kar- toffeln, Fleisch, Obst. Gemüse, Milch, Butter, Kaffee, Hausseife», Kerzen. Sie tritt an die Stelle der bisherigen Bekanntmachung des Oberbefehlshabers in den Marlen vom 16. Juli 1915. Durch die neue Verordnung wird insofern eine weitgehende Erleichterung für die Kleinhändler geschaffen, als die bisher erforderliche Polizei- liche Abstempelung der Preisverzeichnisse wegfällt. Dadurch wird andererseits erreicht, daß eine Anpassung des Verzeichnisses an die Preisschwankungen ohne Einhaltung lästiger Formalitäten ermög- licht wird. Infolgedessen kann und mutz das Verzeichnis in ständiger Uebereinstimmung mit den tatsächlichen Preisen gehalten werden, so datz die Aushänge eine wirkliche Orientierung des kaufenden Publikums über die in dem Geschäft tatsächlich matzgebenden Preise gewährleisten. Weiter wird die Kontrolle der Preise durch die behördlichen Organe insofern erleichtert, als die in dem Verzeichnis angegebenen Preise als matzgebend gelten, so datz, wenn sie im Widerspruch zur Marktlage Lbermätzig find, eine Be- rufung auf etwaige abweichende tatsächliche Forderungen nicht zu- gelassen wird, vielmehr aus Grund der Angaben in dem VerzeichSnis die gerichtliche Verfolgung eingeleitet werden kann. Die ncue Ver- ordnung dürfte daher den Interessen der Händler, des Publikums und der Kontrollorgane entsprechen. » Der Magistrat Berlin teilt mit, datz mit Rücksicht auf die neue Bundesralsvcrordnung zur Herbeiführung der beschleunigten Ab- lieferung von Gerste und Hafer vom 17. Januar 1916 der Grund- preis für eine Tonne Hafer auf 499 M. erhöht werden mutzte. Dieser Preis kommt bereits für die Verteilung des Hafers für die Zeit vom 1. bis 15. Februar 1916 in Betracht. Die Zuschläge für die Futtermittelhändler bleiben vorläufig die gleichen wie bisher. * Gegenüber einem vor wenigen Tagen durch die Presse ge- gangenen Bericht aus der Generalversammlung des Verbandes Deutscher Kartoffelinteressenten, der zu Unklarheiten Veranlassung ßeben kann, stellt die PreiSprüfuilgsstelle Grotz-Berlin fest, datz in ihrem FachauSschuh sür Kartoffeln, Gemüse, Obst, Einigkeit darüber herrscht, datz die Spannung zwischen Erzeuger« und Kleinhandels- Höchstpreis für die besonderen Verhältniffe Grotz-Berlins in der Höchstpreisverordnung vom 28. Oktober 1915 zu niedrig bemeffen worden ist._ Höchstpreis für Mehl in Grost-Berliw. Berlin, den 28. Januar 1916. Das Oberkommando in den Marken erlätzt folgende Bekannt- machung: Unter Aufhebung meiner Bekanntmachung vom 6. Februar 1915 — 0. Nr. 16 599— bestimme ich hiermit für das Gebiet des Zweck- Verbandes Grotz-Berlin auf Grund deS Gesetzes über den Be- lagerungszustand vom 4. Juni 1851 und deS Reichsgesetzes betr. Höchstpreise vom 4. August 1914> und Lieblnechl im Ansann des Dcuiich- �ranzösifchc» Kricpes. Von R. Ajaianoss.— Millcleuropa. Von K Kauisly. iTchiuK.)-*• Feuilleton: Ter Noman der Laubenprolelariei. Von ieranz Dietcrich.— L>tei arische Nui dschau: Tbeodor Hcuh, KrieaSloualismns Von Q>\ Ecksrein. Tr. F. Lisschiitz, Ziubiand. Von-n.— Notizen: Zur Abwebr. Ni« Jabr in Flandern. Ein Kneflsbuch von Joseph Kliche. l M. Verlag: Paul Hug u. Co., Rüiningen l. Oldcnb Studiereu oder nicht? Von Dr. S. Schab. Sv Ps. Anzengruber. Verlag. Wien und Leivzig. Fleisch-Feit-Fischloso Krirgskochkunst. Von A. Brehmer. 3S Ps A. Collignon, Verlag. Berlin W. 62. 91m Nande der Zeit. Betrachtungen lS!4/1k. Bon I. Bad. 2 M.. geb. 3 Vi. Oester Held u. Co.. Berlin\V. 15. Alexius. Der Wcllsrledcustrauin. Von K. E. Theodor. 4 M., geb. 5 Vi. Xcnien-Verlag, Leipzig Das Deutich-Oesterrerchlich. Ungarische Wirtschaft»,»nd Zoll- biindnis. Bon Ingen. C. Jrresberger. 80 Ps I. Sin inger, Berlin W. 9. Die unterseeische Dchisfahrt ersunden und ausgcsrihrt von 23. Bauer. 1,50 Vi. C. C Buchner» Verlag. Bamberg. Gelverbliche Einzelvortriigc. Herausgegeben von den Aelteften der KanimaiinschasI von Beilin. 167 S. K Reimer, Berlin V. 10. Internaiionale Rundschau. 2. Jahrg. 1. Hest. 80 Ps.— Art. Jnstilut Orcll Fützli, Zürich. Artur Jmhoff. Roman von H. Land. 1 M., geb. 1,25 M.— S. Fischer, Berlin, Bülowslr. 90. Fachblatt für Holzarbeiter. Januarheft 1916. Herausgegeben vom Deutrchen Holzarbeitervelband. Erscheint am 15. jeden Monats. Vierlclj. 1,20 M.— Selbstverlag des Veibandes, Berlin SO. 16. Bermögensgrenze. Zwilchen Sozialismus und Kapitalismus. Von einem deutschen Richter. 30 S.— Verlag: Dr. S. Lauser, Schineberg, Am Varl 20. Grober BilderatlaS deS Weltkrieges. 8. bi» 10. Lieserung. Einzelliefcrung 3 M. Lieserung 1—10— Bd. 1. Geb. 25 M.— F. Bruck- mann, München. R.— Zum Rhein, zum deutschen Rhein. Roman von Erika Grupe-Lircher. 3 M., geb 1 Vi.— Hess. u. Becker, Leipzig, Fluftichristr» des Türerbundcs. IIS: Die deutsche Familie »nd der Krieg Kon W Clajien.— 150: Das erste Jahr des Kultur. krieges. Bon W. v. Schdlitz. Einzeln. 30 Ps.— G. D. 23. Callweq, München Führer durch die deiltichr Krankenversicherung. Von E. Langkam Geb 2,75 M.— C. Koch Nürnberg, am Marienlor. Das Vndziel des Weltkrieges. Englands ZluSichaltung au« Europa. Von Mauius Rcval. 168 S.— Tabellen über die Bc. vö lrru» gsvorgängr Berlins Im Jahre lttllt. Herausgegeben vom Statisli chei 2lml der Stadl Berlin. 8,50 M.— Pulllammcr u. I'lühlbrecht, Berlin V. 56 Die Schule au der Sonne. Von Dr. A. Rollier. Broch. 1,80 M. A. Franke, Bern. Die Lüge im Solde(Englands. Bearbeilel oon W. Marlen 192 S. .Weltbund der Wabrbeilssreundc'. Berlin, Potsdamer Str. 48. Asiatischer Kriegsschauplatz.(KriegSilaudskarte 6.) 1 D. Reimer, Berlin S1V. 48. Im Kampf gegen Rustlaud. Bon W. C. Gomoll. 1 F. St. Brockbaus. Leipzig. 91 Soldaten, und vatcrlandslieder. Bd. 2. Mit Roten. 40 Ps. — H. Kegler, Trier. Rede des Reichskanzler» von Beihmann Hollweg am 9. De- zember 1915. 10 Ps.— Die Frtedensirage in der Sitzung des Deutsche» Reichstage» vom 9. Dezember 1915. 20 Ps.— G. Stille. Berlin diW. 7. LcbenStag eines Menschenfreundes. Roman von 23. Schäfer. 410 S.— Wenn die Kosaken kommen. Erzählung oon 21. Paul. 94 S. — G. Müller, München. Kriegsberichte aus dem Grasten Hauptquartier. Hest 11—14. Einzelhcst 25 Pf.— Deutsche Verlagsaustalt. Stuttgart. Tie RetchSgründung. Von Gebeimral Pros Dr. E. Brandenburg. 2 Bände. 12 Vi., geb.>4 Vi.— Quelle u. Meyer. Leipzig. »Tie Fricdrn.'ttiarte." Biätter sür zwischenstaatliche Organisalian. 18. Jahrgang. Nr. 1. Herausgeber: Dr. 2t. Fried. Ei scheint monallkch Einzelnummer 80 Ps,— Art. Institut Orell Füyli, Zürich. Berse einer Frau aus dem grasten Kriege. Von Erna Grauloss. Druck oon I. Siltenjeld, Berlin. Spezialarzt i. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden. Schwäche. Ehrlich-Hata-Kuren. Blut- ,- und Harn-Untersuchungen l>r. luea. Karl Ko i n tiard t. Institute; Prinypnctr zwischen Dresdener und AnnenstraSe. rilll�eiiSir U1 Sprechst. 5—7. Sonntags 10—11. Potsdamer Str 117 � d. Lüuowstr.. Sprechst.'/sU-- '..... 0lrJ:' 1' U.•/,8-V.lO ü. abds.. Sonnt. 11-1. a IHK 19 PPIlrtp � Ssrtsn starke krosobüre wratis und post- aUlaltel �IlUl. tz-gj\n versonlossoaem Ivavan, saiill MMMKMM WANDER- BOCHER in die Umgebung Berlins sind stets vorhanden in der Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 63:: Lindenstrasse 3 il Leinen- mWäsche-Verkaui WösdiestoHe für LeiMdie. Fertig Bett- und Tisclt-Odsciie. Dnnien-Heßiden.BeinHIeider.Jicken. Wflstiiestotfe tflr Bettudsclie. fQr Kissen för Deckbett Louisianatuch 95 85 75 1,65 1,50 1,40 Damast, mo»»»»»on» 2,65, 2,25, 1,95 Klöppel,»"üb-. Torehon-Bpiue««. Vaaata 2g jg �2 Pf Damen- u. Kinder-Kragen Q(. 7_ lß„ aas S'.aohtal, Sftiekerai n. Batist....'' Stubiüi- und Kdciien-Hundtuclier. Cordinen- Bettdecken- Stores. 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Druck u. Verlag: Vorworts tövchviuckere» u. VerlagSanftalk Paul Singer& Eo, Berltn SW.