C 5 Pfennig) MSNtltSSltUSArt�e( 5 Pfennig) Nr. 30. flbennemratS'Bedlnsvnseit KSonnrmeiu»• Ore>» primimttanboi Vierteljahrs 8�0 Ml. man all 140 Ml. wöchentlich 25 Psz. frei int Hau». Einzeln« Nummer 5 Psg. Sonntag». nummer mit illustrierter Sonntag». Beilage.Die Neue Seil* 10 Plg Post- Abonnement: 140 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitung». Preisliste llnler tlreuzbanp sär Deulschland und Oesterreich- Ungar» 2,50 Marl für das übrige ttuÄanb » Mart pro Monat Postabonnement» nehmen an: Belgien. DSnemart. Hollarih. Italien. Luxemburg. Portugal Kuinätiien. Schweden und die Schwei» «chetm Sgllch. 33.Ia!;rg. vir snleltlonz-Lcdühk »etrigt für die fechsgespaltene Kolonel. zelle oder deren Raum«0 Psg. für politische und gewerlfchastliche Berem». und Versammlnungs-Anzeigen L0 Big- „tilein- Znreigen", das settgedruckte Wort 20 Pfg. szulüssig 2 fettgedruckte Wortej, lede» wlitere Wort 10 Pfg. Stellengeiuche und Schlafstellenan- zeigen das erste WoN 10 Psg.. jede» weitere WoN 5 Bjg. Worte über 15 Buch- 'taden zählen für zwei Worte. Inserat« ür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachnültags in der Expedition ataegeden werden. Die Exveditwn ijl bis 7 Uhr abends geöffnet. relegramm- Adresse: �»»lUilewdUr« llllffg-. ls? fc 1 Zcntralorgan der rozialdcmokratirchen Partei Deutfcblands. kteüaktioa: SW. H8, Linöenstraße 3. Fernsprecher- Amt Moritzpla«. Nr. 1S1 SV— 151 97. Montag, den 31* Januar 1916* Expeüition: SW. öS, Llnöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90—151 97. Ein Zeppelin über Paris. AeppeliN'Mngriss auf Paris. Paris» 30. Januar.(W. T. B.)(Ageuce HavaS.) Während dichten Nebels erschien Sonnabend gegen elf ein Zeppelin und warf über Paris mehrere Bomben ab, denen ziemlich viele Personen zum Opfer fielen. An einem Punkte wurden fünfzehn Personen getbtet, an einem anderen ein Man« und drei Frauen. Ein Haus wurde zerstört» auch sonst vielfach Materialschaden angerichtet. Die Jagd der Flugzeuge auf den Zeppelin blieb vergeblich. Bis eio Uhr log Paris völlig dunkel. »» * Paris, 30, Januar.(SB. T. 33.) lieber einen in der Nacht zum Sonntag erfolgten Zeppelinangriff auf Paris verbreitet die„A g e n c e H a v a folgende Meldungen: Die Pariser Polizei ergriff am Sonnabend um 9 Uhr 45 Minuten abends alle im Falle von Zeppelinangriffen vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen. In einigen Minu- ten war die Stadt in völlige Dunkelheit gehüllt. Eine zweite Depesche besagt: Um 9 Uhr abends wurde ein Zeppelin gemeldet, der die Richtung auf Paris hatte. Sogleich wurde Alarm geschlagen und Vorkehrungsmaß- nahmen getroffen. Scheinwerfer leuchteten den Himmel ab. Der Unterstaatsfekretär für Flugwesen und Oberst Mayer, sein Kabinettschef, begaben sich nach Bourget. Feuerwehr- lhute durcheilten die Hauptstraßen und gaben Hornsignale. Man erkannte über der dunklen Stadt die Bewegungen der Flugzeuge des mit dem Schutze von Paris beauftragten Geickstvaders. Scheinwerfer leuchteten fortwährend den Himmel ab. Die sehr zahlreichen Spaziergänger auf den Boulevards verfolgten die Lichtstrahlen mit den Augen. Ueberall bildeten sich Ansammlungen. Besonders lebhaft wurde die Bewegung beim Schluß der Theater. Nirgends war infolge des Alarms die Vorstellung unterbrochen worden. In den Straßen hörte man sehr deutlich das Surren der Flugzeugmotore. Die Menge bewahrte völlige Ruhe und schien mehr interessiert als erregt. Gegen 11 Uhr nachts hörte man mehrere Explosionen, die von herabge- worfenen Bomben herrührten. Einige Personen fielen dem Angriff zum Opfer und auch Materialschaden wurde ange- richtet. Weiter wird gemeldet: Der Zeppelin warf während seines Fluges über Paris mehrere Bomben, denen ziemlich viele Personen zum Opfer fielen. Iln einem Punkte wurden 15 Personen getötet, an einem anderen ein Mann und drei Frauen. An einer anderen Stelle zerstörte eine Bombe ein Haus, auch dort fielen ihr mehrere Personen zum Opfer. Wieder an anderen Stellen verursachten die Bomben Ma- terialschaden oder riefen nur einfache Aushöhlungen hervor, ohne Personen zu verletzen. Dichter Rebel bedeckte die Stadt bis zu einer �Höhe von 700 bis 800 Meter, schwächte die Wirkung der Scheinwerfer und behinderte das Feuer der Abwehrkanonen. Mehrere Flugzeuge machten Jagd auf den Zeppelin, der in großer Höhe flog, und schössen auf ihn, in dem Augenblick, wo er sich entfernte. Um 1 Uhr 10 Minu- ten war die Beleuchtung in Paris wieder hergestellt, und das Ende des Alarms wunde durch die Hornsignale der Feuer- wehr angekündigt._ Der franzöftsche Tagesbericht* Paris, 30. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht v on Sonnabendnachmittag. In Artois haben wir heute vor- mittag westlich von der Höhe 140 durch einen Gegenangriff einen Teil der gestern durch die Deutschen besetzten Grabenstücke wieder- genommen. Südlich von der Somme hat der Feind gestern nach heftiger Beschießung unserer Stellungen diese auf einer mehrere Kilometer breiten Front angegriffen, und zwar am User der Somme bei Frise und südlich davon. Dieser Angriff scheiterte auf dem ganzen südlichen Teile und hatte nur am Somme-Ufer Erfolg gegen das sich an den Fluß lehnend« Dorf, welches von einer unse- rer Feldwachen besetzt war. Jetzt ist der Angriff des Feindes zum Stehen gebracht; die ersten von uns gemachten Gegenangriffe haben zur Wiedereinnahme einiger von den Deutschen weggenommener Schützengräben geführt. In der Gegend von Lihons unternahm der Feind im Laufe der Nacht einen Angriff, der sofort aufgehalten wurde. Im Tal der Fecht rief das Feuer der schweren französischen Artillerie in einer in ein Munitionsdepot umgewandelten Fabrik östlich von Münster einen Brand hervor. Es wurden zahlreiche Explosionen gehört. Paris, 30. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Berichtvon Sonnabendabend. In Artois westlich des Hügels 140 fuhren wir fort, die uns gestern vom Feinde entrissenen Schützengraben. teile allmählich wieder zu besetzen. Im Verlauf der Kampfhand- lung haben wir SO von den Deutschen gefangen genommene fran- zöstsche Soldaten wieder befreit. Südlich des Weges von La Folie Meiiimg m AM» SWMMs. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 30. Jauuar 191K.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Au uud südlich der Straße Vimy-Rcuville dauerte« die Kämpfe um den Besitz der von uns genommenen Stellung an. Ein französischer Angriff wurde abge- schlagen. Tie südlich der Somme eroberte Stellung hat eine Ausdehnung von 3500 Meter und eine Tiefe von 1000 Meter. Im ganzen sind dort 17 Offiziere, 1270 Mann, darunter einige Engländer, in unsere Hand ge> fallen. Tie Franzosen versuchten nur einen schwache» Gegenangriff, der leicht abgewiesen wurde. In der Champagne kam es zeitweise zu lebhasteu Artillerickämpfcn. Auf der übrigen Front wurde die Fcucrtätigkeit durch unsichtiges Wetter beeinträchtigt. Gegen Abend eröffneten bei klarer Sicht die Franzosen lebhaftes Feuer gegen unsere Front östlich von Pont ü Mousson. Das Vorgehen feindlicher Jnfanteric-Abteilungeu wurde der- citelt. O estlich er und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung. Oberste Heeresleituug. ** Sei mmmme EenmlWMcW. Wie«, 30. I annar.(». T, B.) Amtlich wird der» lautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Der Gesa« wiederholte gester» tagsüber seine Angriffe gegen die Brückenschauze nordwestlich von Ufeiesko. Alle Ber. suche, sich ihrer zu bemSchtige», schriterten an der Tapferkeit der Verteidiger. Fast an allen Teile« der Nord- ostfrout trat die russische Artillerie zeitweilig stark in Tätig. keit; auch schwere? Geschütz wirkte an verschiedenen Steven mit. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Montenegro ist Ruhe. I« San Giovanni d i M e d u a wurden zwei Geschütze, sehr viel Artilleriemnni. ti»n und beträchtliche Vorräte an Kaffee und Brotfrucht er» beutet. Der Stellvertreter deS Chef? des GeneralstabeS. v. H« e f r r» Fcldmarfchalleutnaat. versuchte der Feind, zwei von uns eroberte Trichter zurückzuge» Winnen; sein Angriff wurde abgeschlagen. Zwischen Somme und Ois« große Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien in der Gegend von Armancourt. Südlich von Lassigny zerstreuten wir eine Pro- viantabteilung und zerstörten einen feindlichen Beobachwngsposten. Nördlich der Aisne zerstörte unsere Artillerie Beobachtungsposten beim Hügel 108(südlich von Berry au Bac) und feindlich« Werke auf dem Plateau von Vauclerc. In Lothringen wirksames Schießen unserer Artillerie auf feindliche Werke zwischen Nomeny und Eply. Belgischer Bericht. Die Nacht und der Tag waren auf der belgischen Front ziemlich ruihig, da der Nebel die Artillerie- tätigkeit hinderte. Orientarmee. Am 28. Januar schleuderte«ine Gruppe von 14 französischen Fliegern zahlreiche Wurfgeschosse auf feind- lrche Lager bei Pazarli nördlich vom Tarian-See. Die englifthe Meldung. London, 23. Januar.(W. T.B.) Bericht aus dem bri- tischen Hauptquartier in Frankreich. Der Feind drang gestern abend nach einem heftigen Bombardement in unsere Laufgräben bei Carnoy ein. Gegenangriffe am frühen Morgen vertrieben den Feind, der Tote und Verwundete zurückließ. Die feindliche Beschießung dieser Gegend wurde heute fortgesetzt. Bombenangoiffe, die während der Nacht und des Morgens auf dem Steinbruch von Givenchh stattfanden, wurden zurückgeschlagen. Das Bombardement war in der Nachbarschaft von LooS schwer und nahm jetzt ab. Unsere Artillerie antwortete kräftig und de- schädigte außerdem die feindlichen Laufgräben an anderen Stellen. Die§liegertätigkeit bei Saloniki* Saloniki, 30. Januar.(SB. T. B.)(Meldung der Agence Havas.) Bei Pazarli unternähmen Flieger einen erfolgreichen Streifflug und verursachten beträchtlichen Schaden. Alle lehrten wohlbehalten zurück. Verständigung. Mit dem heutigen Tage ist der achtzehnte Monat des Weltkrieges dahingegangen. Wer— wenigstens im kontinentalen Europa~- hätte bei Ausbruch des Krieges eine solche Dauer vorauszusetzen gewagt. Und einen solchen Verlauf des Krieges!. Eine solche Perspektive nach anderthalb Jahren unsäglichen Blutvergießens, nach so ungeheuerlichen materiellen Opfern, die schon heute die Fort- führung der kapitalistischen Produkiion Europas aufs crnstlichste in Frage stellen I Die an die Staatsfinanzen aller Länder so oben- teuerliche Anforderungen stellen, daß das ahnungsvolle Grauien vor einer„Konfiskation" der Einkommen und Vermögen durch neue Steuern keineswegs unbegründet erscheint I Seit anderthalb Jahren tobt die Kriegsfurie in Europa. Millionen von Leichen sind auf den Schlachtfeldern verscharrt worden, und Millionen von Kriegsbeschädigten bedürfen der Unterstützung durch die Gesamtheit. Und doch ist nirgends noch die Entscheidung gefallen, nirgends auch nur abzusehen. Denn so glänzend es auch um die militärische Bilanz DeutscdlandS steht, so wenig haben sich dessen Gegner doch bis jetzt davon überzeugen lassen, daß sie die Geschlagenen seien. Tie Aushebung und Ausbildung neuer Millionen von Streitern geht in allen Ländern ununterbrochen weiter, und spätestens für die Zeit der Schneeschmelze erwartet ma» im Westen und Osten, im Norden und Süden neue Zusammenstöße von einer Heftigkeit, wie sie selbst dieser im Riesenmatzstab verlaufene Krieg vielleicht noch nicht erlebt hat. Aber so sehr auch die Gegner auf eine erfolgreiche Gegen- offensive rechnen mögen, so klar sollte es doch jedem Einsichligereu und nüchterner Abwägenden von ihnen sein, daß auch das tapferste und verzweifeltste Anrennen gegen die Armeen der Zentralmächte vergebens sein wird, daß es die Erde mit neuen Blutströmen zu düngen, aber keine Wende, keine Entscheidung des Krieges herbei- zuführen vermag. Ebenso unsinnig find die Hoffnungen auf eine.Aushungerung' Deutschlands, auf eine Erschöpfung seiner Rohstoffe für die Kriegsindustrie. Kluge und unterrichtete Politiker und Winschafts- kenner Englands und Frankreichs haben das selbst längst zuge« standen. Die Spekulation auf den.ErschöpfungSkrieg' wird sich ebenso als Trugbild erweisen wie die Hoffnungen aus das militärische Niederringen der Zentralmächte. Wohl aber wird der Krieg, wenn ihm die Einsicht der Völker nicht noch in letzter Stunde ein Ende bereitet, ein Krieg der Erschöpfung für alle Beteiligten werden und mit dem Ruin Europas enden, mit einem furchtbaren Chaos. Die Ausblicke erscheinen trostlos. Trostlos für jeden denkende» Politiker, für jeden Kulwrfteund. Und dennoch gäbe eS einen Ausweg aus der Sackgasse, wenn nur die in Frage kommenden Kresse in allen beteiligten Ländern sich nicht jeden Rettungspaß kurzsichtig verrammeln wollten. Man hat es von den Regierungen der kriegführenden Staaten immer wieder gehört, daß ein Frieden nur dann geschlossen werden könne, wenn der Gegner jede Absicht auf Niederwerfung des anderen Teils ausgegeben habe. Ueber diese negatiden Erllärungen ist man nicht hinausgegangen, da man überall von der Lussassung ausgeht, daß eine weitergehende Bereitschaft zum Frieden als Schwäche aus- gelegt werden und nur zur Ausstachelung der Kriegsanstrengungen des Gegners beitragen könne. Man kann darüber sehr geteilter Meinung sein. Aber nehinsn wir einmal an, die Ansicht wäre richtig, und die Regierungen müßten, um nicht der Sache ihrer Länder zu schaden, eine solche Zurückhaltung üben. Dann ist es um so mehr die Pflicht der Nationen selbst, ihren Friedenswillen entschieden zum Ausdruck zu bringen, um eine Brücke zu bauen, über die die Regierungen selbst zur Ver- ständigung gelangen können. Und wenn es irgend eine politische und kulturelle Macht gibt. um diese unendlich verdienstvolle Vorarbeit für den Friedens« schluß zu leisten, so verkörpern sie die Sozialisten der ver- schiedenen Länder. Hat doch selbst der nationalliberale Führer Dr. Friedberg kürzlich im Preußischen Abgeordnetenhause erkläit, er könne es, wenn er dies« Auffaffung auch selbst- verständlich nicht teile, immerhin verstehen, daß die Sozia- listen während des Krieges eine solche Friedenspolitik trieben, indem sie auf internationaler Grundlage für die Dämpfung ber Kriegsleidenschaften eintreten l Wieviel hierin in den verschiedenen Ländern und auf beide« Seiten bisher gefehlt worden ist, ist leider nur zu bekannt. Statt sich als große, gemeinsame Macht des Friedenswillens zu betätigen und der nationalistlichen Ueberhitzung entgegenzuwirken, die uns die Unabsehbarkeit dieses Krieges beschert hat, haben sich die sozia- listischen Mehrheiten gerade der größten Länder selbst als Par- teien in den Mahlstrom des Krieges hineinreißen lassen, aktiv Partei für die Kriegspolitik ergriffen und dadurch zur Verschärfung der internationalen Gegensätze beigetragen. Mag das nun ein schwerer Fehler oder nur, wie andere meinen, ein unabwendbares Verhängnis gewesen sein: so viel ist klar, daß man eine Politik nicht fortzusetzen braucht, wenn ihre schlimme« Konsequenzen iinmer deutlicher herborireien. Noch heute ist e§ Zeit, andere Wege einzuschlagen und wieder in die Bahn jener Friedens« polilik, jener Poliiü der internationalen Bersöhnung und Verständt- gung zurückznkehren, in der ein halbes Jahrhundert lang die Sozial- demolrane aller Länder ihren größten Stolz und kulturellen Ruhmes- mel erblickte. Auch die deutsche Parteileitung hat— im Gegensatz zu manchen völlig imperialistisch und nationalistisch sich gebärdenden ölenienten innerhalb der deutschen Sozialdemokratie— immer wieder und biL zuletzt erklärt, daß sie die Hoffnung auf eine Ber» ständigung mit den ausländischen Parteien nicht aufgibt und zu internationalen Beiprechungen bereit sei. Inwieweit sich in der letzten Zeit die Aussichten auf solche Verständigungsversuche ge- bessert haben, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber bitter notwendig 'st eS, daß endlich auf allen Seiten erste ernstliche Schritte in diesen, Sinne getan werden. Daß die französische Parteikonferenz, die um die Jahreswende tagte, sich nicht in aller Fonn � einer solchen Aussprache bereit erklärte, ist der schwerste Vorwurf, der ihr gemacht werden kann. Es ist sogar der einzige Vorwurf, zu dem die deutsche ..Mehrheit' berechtigt ist. Denn das muß unverständigen und die so dringend geborene Einigung nur erschwerenden Angriffen gegen- über der französischen Partei mit allem Nachdruck festgestellt werden: alle sonstigen vcschliiffe der Konferenz verdienen wohl vom Stand« punkt der deutschen.Minderheit', nicht aber von dein der.Mehr- fieit" auS herben Tadel. Denn wen» die französische Mehrheit an der Bewilligung der KriegSkrrdite festhielt— hat die deutsche Mehr- heit etwaS andere? getan? Wenn sie erklärte, daß Frankreich un- möglich einen Separatfrieden abschließen könne— hat nicht auch die deutsche Mehrheit es als ihr Programm aufgestellt, daß nicht nur Deutschlands Besitzstand unangetastet bleiben muffe, sondern auch der Oesterreichs und der Türkei? Läuft das nicht in der Sache gleichsalls aus die Ablehnung jedes Separatfriedens hinaus? Daß die französische Parteikonferenz sich erneut gegen Im- perialismus und Eroberungspolitik ausgesprochen hat und daß sie ganz ausdrücklich die„Niederlage des preußischen Militarismus' als Borbedingimg des Friedens zurückwies, war ja in dem aus der „Humanits' übersetzten Manifest sowohl im.Vorwärts' wie im ..Hamburger Echo' deutlich zu lesen. Der so vielfach falsch ge- deutete spätere Satz vom.deutschen Militarismus' hatte ganz offen- bar nur den Sinn, daß der deutsche Militarismus gezwungen werden muffe, die.Methoden des Rechts', also Schiedsgericht»« oerrräge, anzuerkennen, wie sie ja bekanntlich eine Forderung dcS Erfurter Programms sind. Nach der wirklichen Lage der Dinge bestehen also(mit Ausnahme der Forderung für Etsoß-Lothringen, die aber sicherlich kein unausschaltbareö Hemmnis einer FriedenSverständigung sein würde) keinerlei Hindernisse für einen Verständigungsversuch der Sozial- demokrateu der verschiedenen Länder. Und der erste Schritt aus diesem Wege würde zweifellos zur Feststellung und Betäti- gung weitgehender Ueberemstimmung führen. Denn Elemente, die sich einer vernünftigen Verständigung innerhalb der Partei auch dann noch widersetzen und die ganze Zusammenkunft nur als eine hohle Komödie aufzufasicn versuchen sollten, wllrden sich sicherlich nicht nur innerhalb der internationalen, sondern auch innerhalb der eigenen nationalen Sozialdemokratie schleunigst um jeden Kredit bringen! Bricht sich aber erst einmal die Besonnenheit und die Vernunft in den Kreisen der volksmasien selbst Bahn, so wird eS den besonneneren und klarer sehenden Elementen innerhalb der ver« schiedenen Regierungen und auch der bürgerlichen Parteien— und eS wäre ja erstaunlich, wenn es nach Lage der Verhältnisse solche Personen nicht geben sollte!— nicht mehr schwer fallen, der ob- struiercnden Kreise Herr zu werden und auch einen Weg zur diplo- matischen Verständigung zu finden. Da» Zusammentreten einer internationalen sozialistischen ver- ständigungSkonfcrenz wird natürlich nicht der Frieden selbst sein, sondern nur ein erster Schritt dazu. Aufgabe der breiten Massen der Sozialisten der verschiedenen Länder würde es sein, alle Ber« Handlungen nach Möglichkeit zu überwachen und die Halben und Zögernden vorwärt» zu drängen. Auch wäre eS natürlich aus- geschlosse», daß die bisherigen.Mehrheilen' dir Konferenz al» ihre von öer Westfront. Erlebnisse und Eindrücke. Heimwärts. Heimwärts! So überraschend war eS gekvmuten! Aus der Reservestellung herau».„Zum Kompagnieführcr!'—„Herr Hauptmann wünschen?'—.Sie können nach Deutschland fahren."— —„Da» glauben Di« wohl nicht?'—.Wenn der Herr Haupt- inann es sagen, glaube ich es natürlich. Aber..."—.Na ja, es kommt Ihnen etwas unerwartet. Um so angenehmer wirb eS Sie berühren... Also packen Sie gleich Ihre Sachen, und dann loSl Morgen früh sollen Sir sich im RegimentsGeschaftözimmer melden. Sie müssen also sehen, daß Sie über Nacht hinkommen.. Ich wünsche Ihnen natürlich viel Glück auf die Reise...' Hei, war das ein schnelle? Packen der Sachen, ein froher Abschied selbst von alten guten Kameraden geworden! Eine halb« Stunde später schon war alles erledigt gewesen. Nun abl Kein angenehmer Weg; fast grundlos aufgeweichte Lehmwege, kaum kenntlich die braune Heide durchschneidend, stockdunkle Regennacht, nasse Schauer mit hartem Wind und nicht viel weniger als zwanzig Kilometer Weg. Aber doch hatte eS unterwegs keine Rast und kein Verweilen gegeben. Nicht eher Halt, als bis das Quartier des RegimentSstabS erreicht war. Dort erst ein paar Stunden Schlaf. Morgen mit dem frühesten die Meldung. Und dann mit kleinem Trupp Gleichglücklicher weiter, der nächsten Bahnstation zu. Nun ist die Wanderung beendet, die Zone des Bahnverkehrv er- reicht. Aber immer noch treibt die gleiche Unruhe: Nur weiter, weiter, keine Rast, ehe Du da bist, wohin Dein Herz Dich drängt! Da gibt eS kein Warten, bis der nächste Lokalzug fährt, obgleich er den richtigen Anschluß an den großen Urlauber-V-Zug nach der Heimat hat. Mit Genehmigung des Bahnhofskommandanten geht e» mit leeren Güterzügen in zerlegten Strecken der bekannten Hauptstation zu. von' der de» abends der Heimatzug auslaufen soll. Mag es dann dort ruhig ein paar Stunden Sitzen im Warte- saal geben: man kommt doch um diese paar Stunden früher hin,— früher an einen Ort, der wieder um einige Dutzend Kilometer der Heimat näher liegt. Wie langsam die Stunden dahinkriechenl Langsamer fast noch als dort drüben so oft im Schützengraben. Nun wieder ein lang- weiliges Rangieren— elender Aufenthalt! Und wie das Zügle Iii echt! Aber die Laune, die fröhliche Laune kann das alles doch nicht verderben. Es geht ja heimwärts, wenn auch langsam, so doch sicher heimwärts I Endlich wenigstens die ersehnte Anschlußstrecke mit dem D-Zug! In den'Warteräumen schmeckt nach den Anstrengungen und Aufvegungen des Tages und der vorangegangenen Nacht ein ausgiebiges Abendbrot. Und die Stimmung wächst und steigt. Noch eine Stunde... Tornister auf; die kann draußen ab- gewartet werden! Da kommt er heran, langsam, majestätisch, mit verheißungs- vollem Fauchen, zwei Hossnungslichter am schwarzen Bug,— der Heimbringer, der Glückverheißerl Spezialangelegenheit betrachteten und ihr da? Siegel ihrer Auf- faffung aufzudrücken versuchten. Aber der erste Schritt muß endlich getan werden. wenn nicht das blinde Verhängnis seinen SchreckenSgang nehmen soll zur Verheerung der ganzen europäischen Kultur. die Meldung öes russischen Generalftabes. Petersburg, M. Januar.(W. T. B.) A m t I i ch e r B e r i ch t vom Sonnabend. West front: Im Laufe de? vergangenen Tages nur bei den Truppen de» Generals Jwanoff, an der mittleren Strypa, Zu- sammenstöße mit dem Feinde: hier versuchte der Feind sich unseren Gräben zu nähern, wurde jedoch überall durch unser Feuer zurück. geworfen. KaulasuSfront: In der Gegend des TorwmseeS machten unsere Truppen Fortschritte. Nördlich der Bergkette de» Dümlü» Dagh(25 Werst nördlich Erzerum) warfen wir die Türken auS einer Reihe besetzter Punkte hinau». Der versuch der Türken, gegen das obere Pasin-Tal, östlich Erzerum, vorzugehen, wurde durch unser Artilleriefeuer vereitelt. In allen Gefechten machten wir Gefangene bei den türkischen Ab- teilungen. Die Verfolgung der türkischen Truppen, die die Gegend von Ehnhskala besetzt hatten, dauert an. An einzelnen Stellen liegt der Schnee vier Meter hoch. Melüung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 30. Januar.(W. T. B.) Amtlicher Kriegs. berichl von gestern. In Judikarien zerstocute unsere Ar- tillerie am 27. Januar durch genaues Schießen ein« feindliche Truppe, welche von dem Fort in der Gemeinde Por herabstieg. Am 27. und 28. Januar führte die Tätigkeit unserer Infanterie zu kleinen Zusammenstößen im Lagarina-Tale, im Galamente-Tale (Brenta-Gruppe) und im oberen Vanci-Tale(Cismen). Ueberall wurde der Feind zurückgeschlagen und ließ Kriegsmaterial und Ausrüstungsstücke in unseren Händen. In Kärnten machte der Feind gestern eine Demonstration gegen unsere Stellungen am Großen Pal durch heftiges Maschinengewehr- und Jnfantertefeuer, welches durch Eingreifen unserer Arttllerie zum Schweigen ge- bracht wurde. Auf den Höhen westlich von Görz verhältnismäßige Ruhe. Unsere Artillerie beschoß den Bahnhof von St. Peter süd- östlich von der Stadl, von wo Zugbcwegungen gemeldet waren. Eadorna. Die türkische hauptquartiersmelöung. Konstantinoyel, 29. Januar.(W. T. B.) DaS Haupt- quartier teilt mit: An der Jrakfront keine wichtige Veränderimg. In der Umgegend van Felahi« vernichteten wir durch unser Feuer auS einem Hinteichalt eine feindliche Aufklärungsabteilung von 16 Mann vollständig. In dieser Gegend nahmen die Muidjahilds 1606 Kamele dem Feinde ab. An der K a u k a s u s f r o n t finden Vorpostengefechte weiter zu unseren Gunsten statt. Im Zentrum nahmen wir durch einen überraschenden Angriff dre vom Feinde mit starken Kräften besetzte Stellung zurück. An der Dardanellenfront warf gestern ein femd- liches Panzerschiff einige Granaten gegen die Umgebung von Sedd ul Bahr und zog sich sodann zurück. Die Kämpfe in Mesopotamien. London, SS. Januar.e Riesenopfer, die daS Volk gerne und willig gebracht hat und die e» weiter bringen wird, so fern diese Stunde vielleicht auch noch ist. Darum soll« der Kaiset diese Stunde nicht künstlich zu früh herbeiführen lassen, damit wir nicht um den DiegcSprei» kommen, der den Erfolg unserer Waffen krönen soll." Mit diesem Wunsche werden die alldeutschen„Heimkrteger' wohl auf wenig Verständnis stoßen. „Burgfriedensbrecher auf Kanzel und Katheder." Mit dieser vielsagenden Uebeeschrift versieht die Korr«» spondenz de».Bunde» der Landwirte" einen mit heftigen Angriffen gewürzten Artikel. Festgestellt wird, daß in einem Dorf der Provinz Hannover ein Pfarrer auf der Kanzel gesagt bat: „Die Bauern verkauften jetzt ihre Produkte nur noch zu Wucherpreisen!" Im anderen Fall soll in Hildesheim eine Lehrerin zu ihren Schülerinnen gesagt haben: »Die Bauern halten ihre Erzeugnisse zurück und mästen sich damit und lassen di« Einwohner der Städte hungern!" Darin erblickt das Organ de» Bundes der Landwirte ein«— Störung de» Burgfrieden» II Da» geht selbst dem»Reich»- boten zu weit, der dazu u. a. bemerkt: »All« solche Verallgemeinerungen und Beschuldigungen be- züglich Wuchern» von Landleuten sollten peinlichst vermieden reevden. Im übrigen ist e« freilich Pflicht der Kirche, ein kräf- ttgeö Zeugnis gegen den Wucher und die Wucherer abzulegen, wo immer sie sitzen mögen, in der Stadt oder auf dem Lande." Bei den Angriffen, dl« di« Sachwalter de» Bunde» der Land- wirte vor einiger Zeit gegen den fortschrittlichen Reichstags- abgeordneten Dr. Wendorff richteten, haben die jetzt so empfind- samen Herren offenbar nicht an den Burgfrieden gedacht. Zur Beschlagnahme von Nustbaumholz. Amtlich. Berlin, 30. Januar.(W. T. B.) In manchen Kreisest ist die Ansicht verbrettet, daß infolge der Bekanntmachung betreffend Beschlagnahm« und Bcstanderhcbung von Nußbaumholz und stehenden Ruhbäumen vom 15. Januar 1916(V. II. 206/11. 15 K R A) da» Fällen der angemeldeten stehenden Walnußbäume angeordnet worden sei oder die angemeldeten Bäume demnächst gc- fällt werden. Diese Ansicht ist irrig. Die Bekanntmachung ordnet lediglich eine Verfügungsbeschränkung über Nußbaumholz und stehende Nußbäume an. Ein Fällen der Bäume ist durch die Be- kanntmachuna nicht vorgeschrieben und ohne besonderen Grund auch nicht gestattet.____ Letzte Nachrichten. Ein« Konferenz der Munitionsminister. Pari», 30. Januar.(W. T.B.) LloydGeorge und B o n a r Law sind in Pari» eingetroffen, um mit Unterstaatssekretär Thomas zu beraten. Die Zusammenkunft hatte zum Zweck die Slufstellung eine» gemeinsamen RüstungSprogramms zwischen den Alliierten. ES wurden zwei Versammlungen abgehalten, die ein« mit Vertretern der Generalstäbe, die andere mit Artillerie- sachverständigen. Am Abend empfing Ministerpräsident Briand die Minister._ Die Kämpfe in Marokko. Taza(Marokko). 30. Januar.(W. T. B.)(Meldung der Agence HavaS.) Die französischen Truppen überraschten am 27. Ja- nuar daS Lager deS Agitator» Abd cl Malek und zerstörten e» voll- kommen. Der Agitator ist geflüchtet, seine Harka ist zerstreut. Mus Groß-6erlin. Die ärztliche Versorgung von Familie» der Kriegsteilnehmer. Neuerdings ist für Berlin mit den Aerzten eine Vereinbarung zustande gekommen in den Fällen, in denen in Kriegerfamilien Krankheitsfälle entstehen. Ter Magistratskommissar für Militär- angelegenheiten veröffentlicht folgende Bestimmungen- „Die ärztliche Versorgung der Kriegsteilnehmerfamilien ist in der Weise geregelt, dah die Uebcrweisung an den behandelnden Arzt durch Ausstellung eines mit Amtssiegel zu versehenden U e b e r- Weisungsscheines durch den zuständigen BezirkSvor- steh er oder das Militärbureau erfolgt. Der UeberweisungSschein gilt nur für e i n e n Krankheitsfall, für Erkrankungen von mehr als einer Person ist die entsprechende Mehrzahl von Ueberweisungs- scheinen erforderlich. Der Schein gilt nur für einen Monat(nicht Kalendermonat). In dringenden Ausnahmefällen, wenn der lleberweisungS- schein nicht rechtzeitig zu beschaffen ist, kann eine einmalige ärztliche Behandlung auf Grund deS Unterstützungsbogens statt. finden, der lleberweisungsschein ist dann nachträglich auszustellen. Der lleberweisungsschein verbleibt in den Händen des Hilfe- suchenden, nach Abtrennung des für den Arzt bestimmten Gutscheins. Der UeberweisungSschein ist bei jeder Inanspruchnahme vorzulegen. In allen Fällen, in denen Angehörige von Kriegsteilnehmern ärztliche Behandlung beantragen, ist Ueberweisung an den zuftän» digen Bezirksvorsteher angezeigt. Sämtliche städtische Unterstützungsorgan«, insbesondere die Herren Armenkommissionsvorsteher werden von dieser Regelung in Kenntnis gesetzt und ersucht, in solchen Fällen hiernach zu ver- fahren.' Arbeit gegen Gold. Im städtischen Arbeitsnachweis in der Gormann straste werden Heimarbeiterinnen seit Kriegsausbruch beschäftigt. ES ist Näh- arbeit: Sandsäcke, Helmbezüge, Pferdedecken, Zwiebackbeutel usw., die da vergeben wird. Diese Arbeite» werde» gewissermaßen als Notstandsarbeiten ausgegeben. Es drängen sich zu ihnen nur solche Frauen, die eS bitter notwendig brauchen. Es sind Krieger- frauen, Kdegswitwen und sonst durch den Krieg in Not geratene Frauen, die hier einen Verdienst suchen. Die Frauen verdienen durchschnittlich 16 bis 18 M. m der Woche. Bis vor einer Woche wurden alle Frauen bei der Ausgabe der Arbeit ziemlich gleichmäßig behandelt. Da» hat sich nun Plötz- lich geändert. Anfang» der borigen Doch« wurde den Frauen von den leitenden Persönlichkeiten in der Arbeitsausgabestelle mit- geteilt, daß diejenigen Heimarbeiterinnen, die Gold mitbrächten. ei» größeres Quantum Heimarbeit erhalte» sollten. In der Tat sollen auch bereits Zwiebackbeutelnäherinnen, die«in, wahrschein- lich irgendwo mit Müh« aufgetriebenes Goldstück brachten, drei- hundert Beutel mehr in der Woche erhalten haben, was einen nicht unerheblichen wöchentlichen Mehrverdienst für diese Frauen aus- macht, welchen die Frauen gut brauchen können. Diese Art der Goldsammelei ist wohl das unsozialste und, man möchte fast sagen, unanständigst«, was es geben kann. Kein« der armen Frauen, die sich dort Heimarbeit holen, wird wohl selbst Gold zu Hause haben. Sie muß also ihr« Zeit versäumen, um ein Goldstück aufzutreiben. Es klingt wie«in Hohn, wenn Frauen, die in dieser Zeit gewiß nicht auf Rosen gebettet find und in ihrer Not nach Arbeit verlangen, diese Arbeit zugewiesen wird in dem Maße, wie sie Goldstücke mitbringen. Hoffentlich bedarf es nur dieser Zeilen, damit die aufsichtführenden Instanzen diesem Unfug, der vielleicht nur auf den Uebereifer einiger angestellter Personen zurückzuführen ist, ei» ebenso plötzliches Ende machen, als er begonnen hat. Abgabe voa Reis«nd Hülsenfrüchte» durch die Stadt. Die Abgabe von Reis und Hülsenfrüchten erfolgt in Berlin auch für den Monat Februar in der üblichen Weise. Die Bcßugskarten werden wieder ausgegeben: an die von der Armenverwaltung Unterstützten durcb die Armenkommission, an die Arbeitslosen im allgemeinen durch die städtischen Ge- fchäftsstellen der Arbeitslosenfürsorge. Soweit die Landes- Versicherungsanstalt, Gewerkschaften, Verbände usw. Arbeits- losenunterstützung zahlen, können diese Stellen die Karten bewilligen. Die Kriegsunterstützungsempfänger und die Kriegerwitwen erhalten die Karten durch die Brotkommissio- nen gegen Vorlegung des Unterstützungsboßens bezw. der Nachricht der Intendantur, welche für die Knegerwitwen die Gebührnisse festsetzt. Zur Vereinfachung des Austeilungsgeschäfts wird die Verteilung an Kriegsunterstützte und Kriegerwitwen so vöp- genommen werden, daß sie erfolgt für Personen, deren Namen mit den Buchstaden A— G einschließlich beginnen. am Mittwoch, den 2. Februar 1916, für Personen, deren Namen-mit den Buchstaben H—Ii einschließlich beginnen, am Donnerstag, den 3. Februar 1316, für Personen, deren Namen mit den Buchstaben dl— B einschließlich beginnen, am Freitag, den 1. Februar 1916, für Personen, deren Namen mit den Buchstaben 8— Z einschließlich beginnen, am Sonnabend, den 5. Februar 1916. Alle übrigen Hilfsbedürftigen, soweit sie nicht von der Armenverwaltung oder der Arbeitslofenfürsorge unterstützt werden, müssen sich cm die über das Stadtgebiet verteilten, für die Ausgabe der Karten besonders eingerichteten Stellen des Nationalen Frauendienstes wenden. Zwischen den Puffer«. Im Dienste tödlich verunglückt ist vorgestern der 35 Fahre alte Aushilfsrangierer August Sackriß aus der Bergstraße 71, der auf dem St«ttiner Vorortbahnhof beschäftigt war. Hier sollte er eine Rangiermaschine an einen Personenzug, der auf dem Gleis 25 stand, ankoppeln. Statt sich, wie es vorgeschrieben ist, zu bücken, ging er aufrecht zwischen Zug und Maschine. So geriet er zwischen die Puffer, die ihm den Brustkorb eindrückten. Gleich darauf fand man ihn zwischen zwei Gleisen tot daliegen. Filr 1000 M. Schweinefleisch und Fleischwaren entwendet wurden in der Nacht zum Sonntag auf dem Grundstück Frank- furter Allee 73. Hier öffneten sie mit einem Nachschlüssel die Ladentür deS„Hackepeters' von Müller, riegelten hinter sich ab, um sich gegen Ueberraschungen zu schützen, gingen vom Laden nach dem Kühlrcmm und fanden hier für 500 M. Schweinefleisch, für 150 M. Leber», Fleisch- und Landleberwurst, für 35 M. Schmalz und dergleichen mehr. Auch Wein und Liköre nahmen sie mit, dazu noch 8 M. auS der Ladenkasse. Den Rückweg nahmen die Einbrecher durch die Kellertür über den Hof und durch die Haus- türe. Alle Türen schloffen sie hinter sich wieder ab. WetterauSsichten für da» mittlere Nordbeotschlond bis Dienstag- mittag: Zeitweise nebelig, sonst trocken und vielfach heiter, bei durch- schnittlich wenig veränderten Temperaturen. Flämiralspslast Lis-Arena GroBes Sis-Sallefi 81/, Mu-. L. 3, 4 M. Torziigllehe Küche. ££ e£6€£6e€€€6€€€< fc/' Herzlicbsten Qlückwanscb dem Silberpaar J Max Schulze jj Kösliner Str. 23. A H Familie Stankowekl, jj Familie Lehmann, J � Familie Zimmermana. ,| ssssssssssssss S®' vi vi vi vi vi vi vi vi SozialdemokratiseberWalilvereiii I. d. 6. Bert. Reichstagswahlkreis. 9. Abteilung. 627. Bezirk. Am 28. Januar verschied unser Mitglied, der Musiker Robert Müller Ackerstrage 134, im Alter von 60 Jahren. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den t. Februar, nachm. 3'/, Uhr. von der Leichenhalle des Elisabeth, friedhoss in der Wollankslrage aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Kührer durch das preußische Glnkommenfleuergesetz Mit 19 Form ularen für Eingaben und Reklamationen, sowie ein. m ausführlichen Sachregister Preis 40 Pf. Zu haben In allen zz Vorwärts> Ausgabestellen und in der Luchhandlung Vorwärts Berlin SW., lindenstrahe S fj'.f.fsSsSSsssSA's. ' Bekanntmachung! � Infolge der gegenwärtig schweren Zeit und der Butter- und Fettknappheit wird mein Bernh. Reichelt,s