( 5 Pfennig J ReSaMon: SW. b8, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Ami Morivvla«. Nr. l�SI SV— 151 97. Donnerstag, den 3. Februar Expedition: SM. SS» Lindenstraße 5. Fernsprecher: Amt MorittvluK. Nr. 15190—15197. Ztr. 33.-33. Jahrg. Verlinev Volksblatt. clee rozlaldcmokratifchai Parte» ffbonnements-Bedingungeas Bponncnicnts• SJtetä pränumerant«« Bicneljäbil 330 Ml. monaiL L10 Ml, wöchentlich 25 Sin frei WZ Haut, einzelne Nummer ö Lsg Sonnlagt» Nummer mit llluktrierier Sonntag t» Keilage.Die Neue Seit' lv P'q. Lost» Hbonnemenr 1,10 Mari pro Monat eingetragen in die Lost■ Zeilungt- Lreisliite Unter Kreuzband Ar Deutschland und Oeslerreich> Ungar» 2,50 Mari für das übrige Ausland t Mari pro Monat Loiiaoonnementt nebmen an: Belgien, Dänemarl, Holland, Zlalien, Luxemburg, Portugal, Hiunäiücn, Schweden und die Schwele Cridiciat täglich. Zcntralorgan — IIIWIIIH II IIWIWIIIIII■■IIIWII Die Tnicrtions' Gebühr Sebägt für die sschSgefbalrene Kolonel- zeile oder deren Raum eo Pfg,, für politische und gewerischoflliche Vereint- und Versmnmlungs. Anzeigen M P-a. „Alerne Anreigen", dos fettgedruckte Wort 20 Pfg, lzulässtg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlafsiellenan- »eigen das erste Wort 10 Pfg,, jede! wertere Wort 6 Pfg, Worte über lo Buchstaben zählen für zwei Worte, Fnserate für die nächste Nummer müssen bis K Uhr nachmittags in der Erveditio» abgegeben werden. Die Ervebition sji bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: �SsiiäitlesdllAt BerüD", Dcutrdilands. »«f t Die Sesihlagnahme der Gewebe. Die Verordnung, die die Beschlagnahme der fertigen Ge- webe betrifft, bezweckt offenbar die Sicherstellung des Heeres- bedarfs. Da niemand weiß, wie lange der Krieg noch dauern kann, will die Heeresverwaltung sicherstellen, was sie an Beklcidungsstoffen für das Heer, einschließlich der Verwun- deten, bedarf, also Tuch für Mäntel und Uniformen, Lein- wand und Baumwollstoffe für Wäsche, Bettzeug. Schlaf- und Pferdedecken u. a. m. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Umkreis der Beschlagnahme recht weit gegriffen; es sind alle Gewebe beschlagnahmt. Indessen hat das wohl nur den Sinn einer Bestandsaufnahme, da für viele der jetzt be> schlagnahmten Gewebe— man denke an die„Phantasie- stoffe" zur Herstellung von Blusen und anderen Kleidungsstücken für Frauen— die Heeresverwaltung offenbar keine Verwendung haben kann. Es ist somit zu erwarten, daß nachdem die vor- handenen Vorräte an Stoffen jeder Art genau festgestellt sind, ein Teil der beschlagnahmten Stoffe wieder freigegeben werden wird für den Verbrauch der Zivilbevölkerung. Für diesen Verbrauch bleiben vorläufig die in den Händen der Groß- und Detailhändler befindlichen fertigen Bekleidungs- gegenstände und die in der Verarbeitung befindlichen Stoffe. Da die deutsche Konfektions- und Wäscheindustrie eine ge- waltige Ausdehnung hat, so ist zu erwarten, daß diese auf Lager befindlichen Kleidungsstücke— das Wort im weitesten Sinne gebraucht— für geraume Zeit ausreichen. Aber frei- lich, der Markt wird nicht mehr in dem bisherigen Maße reichhaltig versehen sein und die Deckung des Bedarfs des Einzelnen wird eingeschränkt werden müssen. Wie groß die wirklichen Vorräte sind, muß sich erst herausstellen. Diese Einschränkung wird ziemlich weite Kreise der Be- dölkerung sicher nicht schwer treffen. In Deutschland wurde ein erheblicher Aufwand in Kleidern getrieben und es ist sicher kein Unglück weiter, wenn die in den Haushalten vor- handenen Kleider aufgetragen werden müssen, ohne daß Neu- anschaffungen gemacht werden. Wenn Männer und Frauen darauf verzichten müssen„die Mode mitzumachen", wenn„un- modern" gewordene, aber sonst noch brauchbare Kleider auf- getragen werden, so bedeutet das kaum eine„Entbehrung".— Anders steht's freilich vielfach in Arbeiterkreisen, wo man nicht eine Anzahl Kleider im Schrank zu hängen hat, sondern neben dem Arbeitsanzug in der Regel selbst bei besser situierten Arbeitern nur noch ein zweiter Anzug vorhanden ist und auch der Vorrat der Frauen an Kleidern bescheiden ist. Noch schwerwiegender ist hier die Beschaffung von Wäsche. Der wohlgefüllte Wäscheschrank, der Stolz der Hausfrau, gehört dem Gestern an: in Arbeiterkreisen hat man sich daran ge- wöhnen müssen Konfektionswäsche zu kaufen und hält eine geringe Anzahl Wäschestücke im Hause.— Hier also kann die Erneuerung des geringeren Vorrates sehr bald äußerst dringend werden, trotzdem selbstverständlich zu erwarten ist, daß die vorhandenen Kleider und Wäschestücke bis aufs äußerste aus- genützt werden. Nun ist angeordnet worden, daß für Erzeugnisse aus Web- und Wirkstoffen, soweit sie nicht beschlagnahmt worden sind, die Preise nicht erhöht werden dürfen. Das beugt einer Ausnützune der Lage' seitens der Händler vor, aber es schützt nicht davor, daß die vorhandenen Vorräte sehr schnell aufgekauft werden können seitens des kaufkräftigen Publi- kums, das auch hier„einhamstern" wird. Daher werden un- bedingt Maßnahmen getroffen werden müssen, da- mit die Bekleidungs- und Wäschestücke, die aus den vorhandenen Stoffen nach Deckung des Heeres- bedarfs hergestellt werden können, wirklich den Bedürftigen zukommen. Hier dürfte es ohne gewiffe Eingriffe in den privaten Haushalt nicht abgehen. Vielleicht wäre die Lösung auf die Weise möglich, daß der Vertrieb nur gegen Karten geschieht, die von den Behörden ausgestellt werden. Jeden- falls wird hier eine Regelung der Verteilung eintreten müssen. Eine weitere recht schwerwiegende Frage ist, was mit den Arbeitern und Angestellten der Konfektionsbranche und der mit Geweben handelnden Firmen geschehen soll. Die Konfektions- firmen arbeiten allerdings heute bereits zu einem erheblichen Teile für die Heeresverwaltung und insofern tritt eine Ver- ringerung der Beschäftigung nicht ein. Aber die Zahl der auch jetzt noch mit Herstellung von Konfektion für die Zivil- bevölkerung beschäftigten Arbeiter und besonders Arbeiterinnen ist selbstverständlich noch sehr groß und hier wird eine starke Einschränkung eintreten müssen.— Im Handel mit Geweben tritt eine angestrengte Arbeit für kurze Zeit ein: es müssen genaue Lageraufnahmen gemacht werden und die Eigen- tümer werden große Posten von Waren alsbald abliefern. Sie machen dabei sicher ein gutes Geschäft, denn Viele Stoffe, die so gut wie unverkäuflich waren, werden jetzt gebraucht, die Heeresverwaltung übernimmt sie, läßt sie zum Teil vielleicht umfärben und dann verarbeiten; gezahlt wird >es Vordringen BIM Des Men SWWMs. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 2. Februar 1916.(38. T. 28.) Westlicher Kriegsschauplatz» Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelneu Ab- schnitten der Champagne und östlich von St. Die sin den Bogeseo) große Lebhaftigkeit. Die Stadt Leus wurde abermals vom Gegner be- schössen» Ein französisches Großflngzeng stürzte, von unserem Abwehrfeuer gefaßt, südwestlich von Channy ab. Die In- fassen sind verwundet gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Eine stärkere russische Abteilung wurde von deutschen Streifkommandos au der Wiesieluche südlich von Kuchecka Wola(zwischen Stochod und Styr) angegriffen und ans» gerieben. Balkan-Kriegsschauplatz. Unsere Flieger beobachteten in den Hafenaolageu von Saloniki große Brände, die offenbar von unserem Luftschiffangriff herrühre«. Ober st e Heeresleitung. O« Set MMiW GekmlWMW. Wien, 2. Februar.(W. T. B.) Amtlich wird der» lautbart, 2. Februar 1916: Russischer Kriegsschauplatz. vor der Brückenschanze nordwestlich von Usciesko wnrde der Feind dnrch Mincnangriffe zum Verlassen seiner vorderste« Gräben gezwungen. An andere» Stellen der Nordostfront fände» Patrouillenlämpfe statt. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Suganalale wurden westlich von Roncagno mehrere An« griffe eines italienischen Bataillons abgewiesen. Am Hang deS Cot di Lana wurde eine feindliche Sappenstellung im Hand- gemenge genommen und gesprengt. Au der Jsonzofront Geschütz- l impfe. Südöstlicher Kriegsschauplatz. I« Albanien gewannen unsere Vortruppeu ohne Kampf daS Südufer des Mati-Flnsses. In Montenegro volle Ruhe; keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter deS Chefs deS GcneralstabeS: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. bar und die Preise werden sicher nicht gedrückt werden. Das ist ein gutes Geschäft. Aber dann kommt der unvermeidliche Stillstand und Tausende von Ladcnverkäufern und-Verkäufe- rinnen, von Kontorangestellten, Reisenden und sonstigem Personal werden beschäftigungslos. Da der Absatz auch in den Warenhäusern und Kleidergeschäften zurückgeht, so wird hier abermals die Zahl der Arbeitskräfte vermindert. Ins- gesamt wird es sich um viele Tausende von Menschen handeln, die auf solche Weise brotlos werden. Der Uebergang in andere Branchen dürfte kaum in größerem Maßstabe möglich sein. Es bleibt daher nichts übrig, als daß— ähnlich wie bei den Textilarbeitern— der Staat helfend eingreift.— Es darf wohl erwartet werden, daß die Regierung bald ihre Entschlüsse nach dieser Richtung bekannt gibt. Der neue Chauffeur. i Petersburg, 2. Februar. Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Minister- Präsident Goremykin ist auf sein Ersuchen hin in Anbcfracht seines geschwächte» Gesundheits- zustaudes von seinen Obliegenheiten als Minister- Präsident enthoben und zum Wirklichen Geheimen Rat erster Klasse ernannt worden. Das Mitglied des Reichsrates Stürmer ist zum Minister- Präsidenten ernannt worden. Vor wenigen Wochen veröffentlichte der bekannte liberale Politiker M a k l a k o w in dem Moskauer Blatte„Rußkija Wedomosti" eine Parabel vom russischen Staatsautomobil, die lange in aller Munde war und die die Stimmungen in den politischen Kreisen Rußlands treffend wiedergab: „Ein Mann fitzt im Automobil. Seine Mutter sitzt neben ihm. Das Auto fährt mit Wahnsinnniger Geschwindigkeit. Der Mann bemerkt plötzlich, daß der Chauffeur betrunken ist, oder vielleicht irrfinnig— und gleichzeitig gewahrt er, daß die Maschine au einem Abgrund emlang rast. Der Mann will aus Steuer- in Albanien. rüder springen. Aber der Chauffeur will seinen Posten nicht der- lassen, er bekundet deutlich die Absicht, seinen Platz nicht kampflos zu räumen. Was tun? Ihn fassen und mit ihm ringen? Und der Abgrund ist ganz nahe! Ihn gewähren lassen?"... Ganz Rußland wußte, wer unter dem Chauffeur gemeint war. Ganz Rußland wußte auch, daß die Tragik der Lage mit jedem Tage mehr und mehr verschärft wurde durch die Feigheit derjenigen, die dem„Chauffeur" am nächsten saßen und aus Furcht vor dem„Abgrund" den wahnsinnigen oder betrunkenen Lenker des Staatsautomobils nebst seiner Cligue frei schalten und walten ließen. Nun kommt urplötzlich die amtliche Nachricht, daß an die Spitze des russischen Staats- automobils ein neuer Lenker gesetzt ist. Nicht mehr der greise Goremykin, der seit Februar 1911 mit erstaunlicher Zähigkeit, die nur durch seine Unfähigkeit übcrtroffcn wurde, den Vorsitz im Ministerkabinett führte, sondern das konser- vative Reichsratsmitglied Stürmer lenkt nun die Geschicke des russischen Reiches. Ein Personenwechsel, offenbar aber kein Systemwechsel. Was über Stürmer bekannt ist, berechtigt zu keinen weitgehenden Erwartungen im Sinne einer Neuorientierung in der inneren Politik. Er ist ein Mann der Rechten, Fleisch vom Fleische der herrschsüchtigen Bureaukratie, die sich nur durch Gewalt vom Steuerruder fortdrängen läßt. Das russische Staatsautomobil rast aber inzwischen weiter. Wahnsinn und Verbrechen am Steuer, Feigheit und Mut- losigkeit auf den Sitzen der Insassen... «» •' Von einigem Interesse ist, wie die führende Verliner Presse sich zu dem Personenwechsel an der Spitze der russischen Regierung äußert. Während die Mehrzahl der Blätter— wohl in Anbetracht des völligen Mangels näherer Nachrichten aus Petersburg— in ihren Aeußerungen sehr zurückhaltend ist, schreibt die„Kreuz-Zeitung" an leitender Stelle: „Außerpolitisch gehört Stürmer nicht zum Kreise der Panslawiften, eher könnte man ihn d e u I s ch f r e u n d l i ch bezeichnen... Kann seine Ernennung mithin vom deutschen Standpunkte eher als ein g ü n st i g e S Anzeichen gedeutet werden, so soll man sich doch nicht etwa übertriebenen Er- Wartungen hingeben." Es sei wohl ausgeschlossen, daß im Standpunkt des amtlichen Rußlands in der Kriegs- und Friedens- frage jetzt bereits ein Uinschwung eingetreten sein könnte. „Aber daß an der Stelle deS Ministerpräsidenten nicht ein Mann steht, der einem s i ch später etwa anbahnenden Umschwünge Hindernisse zu bereiten gewillt wäre(!), ist immerhin wertvoll." Die„Kreuz-Zeitungs"-Mätiner scheinen demnach noch immer an ihrer traditionellen Zuneigung zum konservativen, amtlichen Rußland zu kranken. Der Zeppelin-fingriff auf Cnglanö. London, I.Februar.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Wie amtlich mitgeteilt wird, war der Luftangriff der letzten Nacht in großem Maßstabe unternommen. Die Iln- greifer scheinen jedoch durch dichten Nebel behindert worden zu sein. Nachdem die Zeppeline die Küste überflogen hatten, nahmen sie ihren Kurs in verschiedenen Richtungen und ließen auf einige Städte und ländliche Bezirke vor D e r b y s h i r e, L e ic e st c r s h i r c, Lincolnshire und Staffordshire Bomben fallen. Es wurde einiger Sachschaden angerichtet. Bisher wurden 51 getötete und 67 verwundete Personen festgestellt. Renauöel gegen öie vergeltungspolitik. Das„B. T-" meldet aus Kopenhagen: In der„Humanitö" widersetzt sich der Sozialisten- führer Renaudel dem allgemeinen Rachegeschrei der Pariser Boulevardblätter wegen der Zevpelin-Angriffe aus Paris.„Wenn wir unter Berufung darauf, daß die Deutschen angefangen haben, auch unsererseits wieder völk er- rechtswidrige Gewalttaten begehen und Frauen und Kinder töten," sagt er,„welches Recht haben wirdann, uns über unsere Feinde zu er- heben? Als Entschuldigung für solchen Rechtsbruch können wir uns nicht einmal auf die Zweckmäßigkeit berufen. Die einzige Furcht dieser Angriffe ist immer nur Empörung und Haß". Zeppelin-/lngreff auf Saloniki. Saloniki, 2. Februar.(W. T. B.) Meldung der A gen ce H a v a s. Gestern morgen um drei Uhr bombardierte ein Zeppelinluftschiff heftig Saloniki. Es warf zwanzig Brandbomben ab. Es wurden zwei griechische Sol- baten, fünf Flüchtlinge, sieben Arbeiter und fünfzig andere Zivilpersonen verwundet. An militärischen Werken ist kein Schaden verursacht worden. Montenegros wüffenstreckung. SSoii Hugo Schulz- Wien. Kriegspressequartier, 26. Januar 1916. Tie Wasfensireckung Montenegros ist im vollen Zuge. Heute haben ztoei Brigaden ihre Waffen abgeliefert. Ich sah heute in Cattaro die ersten montenegrinischen Gefangenen, unter ihnen solche, die mit französischen Uniformen bekleidet waren. Auch mir einer Gruppe von österreichischen Offizieren, die heute aus der montenegrinischen Gefangenschaft zurückgekehrt sind, hatte ich Gelegenheit zu sprechen. Unter ihnen war der Kapitän der .Ze n t a", Fregattenkapitän Pachner, der nebst seinen Offizieren, wie noch erinnerlich sein wird, m Beginn des Krieges nach Helden- mutigem Kampfe gegen die ganze französische Eskadre mit seinem Schiffe unterlag. Die„Zenta" sank, und die Offiziere und über- lebenden Mannschaften retteten sich durch Schwimmen an die montenegrinische Küste. Pachner erzählt, daß die Behandlung an- ständig gewesen sei, bis der französische Gesandte Laroche, der in chaubinistischer Weise gegen die„salez Boches"(schmutzigen Deutschen) hetzte, dagegen Vorstellungen erhob. Laroche hat nach dem Fall des Lobcen als erster von den Gesandten Cctinje bei Nacht und Nebel berlassen. Sehr bemerkenswert? Einzelheiten wußte ein Fliegeroffizier zu berichten, der am 16. November im Sansdfchak abstürzte und in Gefangenschaft geriet. Er mußte 22 Tage zu Fuß durch das Ge- birge wandern, bis er nach Danilowgrad kam. Von dort zeit- wellig nach Eetinfe gebracht, war er gerade während der entschei- denden Vorgänge in der montenegrinischen Hauptstadt. Die Oester- reichsreunde besprachen ihm gegenüber ganz offen alle Geschehnisse. Am 2l. Dezember erhielt das alte Ministerium von der Skupschtina ein Mißtranensvotmn und trat zurück. Vom neuen Ministerium verlangte die Volksvertretung die Vorlage der Slutariakte. In einer stürmischen geheimen Sitzung, in der die Opposition zur Fort- sctzung deL Krieges hetzte, wurde beschlossen, auszuharren, wenn der Vierverband seine Versprechungen einhält. Indes bereitete sich in der Bevölkerung eine sehr vierverbandsfeindliche Stimmung vor. Zu den Gefangenen sagten die Montenegriner:„Sollen die Schwabaö(Deutschen) mit uns machen, was sie wollen, wenn nur die Italiener gründlich besiegt werden I" Ebenso großer Haß zeigt sich in Montenegro gegen die Franzosen und gegen Rußland und auch Mißstimmung gegen die serbischen Brüder. Unsere Gefange- neu, die gerade in Eetinse weilten, konnten den Angriff auf den Lovccn genau verfolgen. Die Montenegriner wurden höllisch über- ralcht. Sie Hatten einen Angriff überhaupt für unmöglich und den Loveen für uneinnehmbar gehalten. Große Bestürzung bemächtigte sich ihrer darum, als sie unsere graubärtigen Lttnidstllnner plötzlich vor den Drahthindernissen auftauchen sahen. Der Polizeimeister von Cetinje lief in'die Kaffeehäuser und rief den dort anwesenden Männern zu:„Sokolaci Hejdi na lovoenul"(Marsch auf den Lovcen, Ihr Falken!) Nach dem Bericht der zurückkehrenden Offiziere fit die montenegrinische Armee bereits völlig aufgelöst. Im Becken von Podgoritza ist kein Manu mehr auf seinem Posten. Dafür gibt es Unruhen im Lande. Viele verweigern die Waffenabgabe, gehen aber auf eigene Faust nach Haufe. Einige Kommandanten wurden von den Truppen erschossen. In Niksie, dann in Danilowgrad und schließlich in Podgoritza wurden die Magazine geplündert. Das Tnrkenviertel von Podgoritza mußte geräumt werden. Die Gen- darincrie schritt ein. Dabei wurde der Gcndarmeriekapitän schwer verwundet. Der Stabschef der Grahovabrigade soll ermordet sein. Der König enteilte im Auto nach Planitza, und von dort flüch- tele er vor der demonstrierenden Bevölkerung nach Skutari, um sich schließlich nach Brindisi einzuschiffen. Ter Hunger und das Eleill? sind sehr groß. Fleisch ist noch vorhanden, aber kein Brot. kein Mehl, kein Tabak, kein Salz und kein Petroleum. Zünd- Hölzchen kosten 7V Heller. Schrecklich mußten bei solcher Not die östcrreichisch-ungarischen Gefangenen in Podgoritza, etwa 606 Mann, leioen. Sie sind völlig entkräftet. Viele starben. Die Leichen blieben auf dem Strohlager liegen. Solange es möglich war, hat sich der Leibarzt des Königs, Dr. Perasitsch, der Gefan- genen angenommen und viel zur Linderung ihrer Not getan. Die Unruhen bezlvecken nicht eine Forfietzung des Krieges, sondern sie find ein Verzweiflungsausbruch infolge der Hungersnot.— Man erwartet überall fehnfuchfig das Einrücken unserer Truppen. Gegen Oesterreich ist in Montenegro gar keine feindliche Stimmung mehr, und die zurückkehrenden gefangenen Offiziere konnten offen in Autos von Podgoritza nach Cetinje fahren, ohne im geringsten be- lästigt zu werden. Der französische Tagesbericht. Paris, 2. Februar.(W. T. B) A m t l i cki e r Bericht von Dienstag nachmittag. Es ist nichts Wichtiges zu melden mit Ausnahme einiger Schüsse unserer Artillerie zwischen Oise und AiSne auf die feindlichen Stellungen von St. Lcccade und in Lothringen auf feindliche Ableilungen in der Gegend von Domevre. Paris, 2. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Im Artois ziemlich lebhafter Geschützkamps; südlich von der Höhe 1t6, nördlich von der Straße St. Nicolas— öen Sümpfen vor Riga. Olai, Januar 1916. An dem großen, in der charaktevistfichen rotbraunen Farbe der Schlösser des Nolokozcitalters gehaltenen, im 17. Jahrhundert er- bauten Schlosse vorbei, verlassen wir Mitau. Auf dem ansgedehnten Schloß Hof, den die 306 zum überwiegenden Teil saalartigen Räume des Schlosses in einem gewaltigen Rechteck umschließen, an den Brücken und anderen Gebäuden stehen militärische Wachtposten in ihrer neuesten Ausrüstung: Pelz und große Holzpantoffsln. Gestern konnten die Leute auf das Schaffell verzichten, es lvar frühlingsmähia warm. Aber naß und regnerisch. Die schnell vor- beisausenden Autos spritzten den Stratzenkot bis an'die Häuser- wände, lieber Nacht trat der Frost die Herrschast wieder an, be- deckte die Pfiitzchen und niedrigen Gewässer mit einer stillen Eis- schicht. Dazu bläst jetzt ein eisiger Wind. Schnell wurden die schon in den Ruhestand versetzten Pelze wieder hervorgeholt und die kleinen hölzernen Ruderkähne an den Füßen sind bei Frost ebenso hochgeschätzt wie bei nasser Witterung und im sumpfigen Gelände. Zwischen Mitau und Riga liegt ein großes Su-mpfgebiet. Felder und Wälder stehen nun unter Wasser. Der Frost bildete Huilderttau-scnde von kleinen und größeren Eisflächen, die Wege durch die Wälder sind mit Glatteis bedeckt. Manche Baumgruppen scheinen aus einem See herausgewachsen zu sein. Jeder Baum steht in einem Topfe von Moos. Aus dem Wasser oder der Eis- fläche ragen von dem Waldgrund nur diese MooShügelchen heraus. Die jetzigen Wittcrungsverhältnisse sind für die Lebewesen in diesem Gebiet gefährlicher, als anhaltender trockener und starker Frost. Der Wildbestand geht in erheblichem Umfange ein. Der Boden liefert keine Nahrung, und die Tiere finden keine Zufluchtsstätten. Nun aber müssen Menschen hier aushalten. Unter sehr erschwerten Umständen sogar. Zwar für ihre Ernährung wird gesorgt, jedoch ihr Leben, ihre Gesundheit ist nicht allein von Naturgewalten be- droht, sie müssen es auch gegen den mit den Hilfsmitteln der modernen Technik und dazu mit den Geländeverhältnissen ver- trauten Kriegsgegner schützen, den sie überdies bedrohen, an- greifen, überwinden, in die Flucht treiben sollen. Hier müssen tat- sächlich ganz ungewöhnliche Hindernisse überwunden, ganz hervor- ragende Leistungen vollbracht werden. Eine Festung in Sand ist sicherlich schwer einzunehmen, aber der hinter Sümpfen zur Ab- wehr bereite Gegner ist noch viel schwerer aus seiner Stellung herauszuwerfen als der durch Sandhügel gedeckte. Bei starkem, anhaltendem Frost sind die Sümpfe passierbar, darum mutz man di« ganze eingenommene Linie befestigen. Die bei Tauwetter jeden Vormarsch und Uebcrfall verhindernden Sumpfftreifen können da- St. Laurent(nordöstlich von Arras) hat eine feindliche Abteilung einen Angriff versucht, welcher sofort durch Handgranaten ausgehalten wurde. Unsere Artillerie hat die Stellungen des Feindes an der Liller Straße(südlich von TheluS) beschossen und einen Brand verursacht, welchem Explosionen folgten. Zwischen Avre und Oise richteten unsere Batlerien ihr Feuer auf die deul'chen Schützengräben bei Beuvraignes und FreSnieres und beschossen Transporle in der Gegend von Laisigny. Wirksames Geschützfeuer aus die feindlichen Werke bei Beaulne und der Cbolerafarm lnördlich von der Aisne) sowie westlich von St. Die in der Gegend von La Fave, Belgischer Bericht: Artilleriekamvf unmittelbar südlich von Dixmuiden. Ruhe aus den anderen Punkten der belgischen Front. Die englische Melöung. London, 1. Februar./. du. 2.40 O« J I 1 versch ed.Höhen O.*70 Stehumlegekragen 4 fach. uü. z./U Cz L] mit angebogenen Ecken,«} OA Otenkragen Leincndccka... Vj Dutzend J.jU Manschetten 4 fach, Ä Dulzend Paar 3 M. Vorhemden Pikee u. Baüst gestr., St. 50?! Herrenhem den m.Falten.guteWare 3.60 Nachthemden Ce.w"8:.mi,.~.te.m4.50 Nachthemden»..f. 5.25 Oberhemden Ä"*.". F!Ucn: 4.90 7! 5.50 ungewaschen 4.50 u. 4. 9 0 weili Pikee mit Maschcttcn., Oberhemden kTeineeÄ3.50 p7rl" 5.25 /~W I 1 guter Perkai, mit losen ä'7 ff Uberhemden sunschei.en........ 4./ 3 Oberhemden �ÄeTmi.Ä 6.75 /�vi i l weiß.guter wcn:orc6, m.ab-»7 ff /> UDernemaen knSpfDareaAermclinanzch. a Gewebte Tiiilgarnituren c o cn 2 Schal*, 1 Querbchang... Penster Ä»/ 3 GewebtTüligardinen � 5.90 8.10 Gewebte Tüllvorhänge« zta» mr (Stores)............... Stück 2.60 4.25 Gewebte Tüllbettdecken«. c (Or 1 Bett.............. Stück.£.13 J.l J Gewebte Tüilbettdecken, a r a für 2 Betten............. 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Pid. 2.33 Junge Brathühner Fet e Plilchmastpnten Pid 2.20 2 40 Fette Enten..... Pfd. 2.�.0 2.30 Gr. frische Schneehühner St. 2.50 2.80 Fette Suppenhühner... Pfd. 2.10 Soweit Vorrat .. Pfd. 2.30 Rflgenwald Qänsef eisch gepök. Pfd 1.90 in Fässern, zirka 150 Pkd... Pfd. 1.80 Wilden'ea......... Stück 2 M. Frische Land-Eier Stück 23 25 Pf. Donnerstag bis Sonnabend Käse Geheimratskäse f.d Feldpost2M. CmmenLSchweizerkäse, Pfd. 2 M. Emmen! Schachtelkäse, St 1.75 Emmentai.Kränterkäse, St 30 Pf. Edamer Käse in ganzen Kugeln.... 1.80 1.90 2M. Ho l. VoUtett-Käse, Pfund 2.40 HoU. Käse, Pfund 2 M. 2.23 2.30 Holl. Brotkäse... Pfund 2 M. Donnk�g Obst untl Gemüse Rotkohl(Hofländer)... Pfund 23 Pf. Große Maronen.... Pfund S3Pf. Wirsingkohl(Hofländer) Pfund 15 Pf. Rote Eß-Aepfel..... Pfund 25 Pf. Weißkohl(dänischer).. Pfund 10 Pk Kochäpfel....... 2 Pfund 35 Pf. Kohlrüben gelbe.... Pfund 5 Pf. Mandarinen....... Pfund 45 Pf. Rosenkohl........ Pfund 30Pt. Blat- Apfelsinen. Dtz. 70 80 rf. 1.20 Schwarzwurzeln.... Pfund 15 Pf Zitronen gelbe....... Dtz. 55 Pf. Bayerische Rettiche Stück 5 u 10 Ff. Kranz-Feigen...... Pfund 65 Pf. Chicoree.......... Pfund 28 Pf. Delikateß-Feigen...-. Pfund 1.30 Fiseäe Grüne Stralsnnder Heringe Zg Szf iStö 0 Pfd. 3 5 40 45 Pi � � i5r Kostproben von II— 1 u. 5—7 Uhr. Schellfisch, Jüthnder. Pfd. 75 Pf. g�ende starl e Aale. Pfd. 2.50 Schellfisch, Norweger Pfd. 55 60 Pf. gebend- Hummern(nur Leip- Seelachs, Norweger, in ganzen zi ölra)je)........ Pfd. 4.80 Pisehen, ohne Kopf,.. Pfd 58 Pf. Ostsee-Dorsch Kabi'aa, Norweger, m ganzen(nur Lejpzi,er Straße)... Pfd. 65 Pt Fischen, ohne Kopf... Pfd. 58 Pf. a(, Pfd. 50 Pt. 4 Lit Dose 5.60 Räucheraal prima, Pfund 3.23 u 3.60 Aali. Gelee v. Pfd. 80 Pf., 4 Lit.-Dose8.50 Prima Kaviar...... Piumt 24M. Rollmops..... 4 Lit-Dose 5 60 Kaviar leicht gefärbt.. Pfund 5 M. Nord lee-Mttscheln in Gelee Sarde lea...... Pfund 9dPt. 1.80 i), Pid. 40 PL 4 Lit-Dose 4.50 M. Bz-üh-Fischwnrst.... Pfund 1.40 "BMOTttoTälebalL: Alfred LZiclevv. Neufölln. Inseratenteil oeramw. Th. Glocke. Bertin. Trmt u. Verlag: Vorwärts Luchdr. u. Verlagsanflalt Paul Singer Lr Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. lluterhalUiugsbl. ül. 33. 33. Iajzryaug. Stille des JmSrts" Doullerstag 3. Februar l9l6. Mus öer Partei. Delegiert niversammluug des schweizerischen Grütlivereius. � Am Sonntag, den 30. Januar, fand ln Zürich eine Delegierten» Versammlung des schweizeriirden Grütlivereins statt, die sich mit den Beschlüssen des sozialdemokratischen Parteitages in Aarau be- schäitigte. Die Beschlüsse gingen bekanntlich darauf hinaus, den Grütliverein mit der sozialdemokratischen Partei zu einer Einheit zu verschmelzen. Das Zentralkomitee de-Z Grütlivereins legte der Delegiertenversammlung folgende Resolution vor: .Der schweizerische Grütliverein findet sich ab mit den Be» schlüsi'en des sozialdemokratischen Parteitages 191ö in Aarau und beschließt: 1. Der schweizerische Grütliverein wird als Zentralverband aufrechterhalten. 2. Das Zentralkomitee wird jedoch ermächtigt, auf Grund von Vorschlägen der Geichästsleitung der sozialdemokratischen Partei der Schweiz mit dieser Vet Handlungen zu pflegen, um die völlige Einhett der sozialdemokratischen Parteiorgantsalion zu verwirk- lichen, unter Berücksichtigung aller Institute und Korporationen des scbweizerlschen Grütlivereins, und das Resultat dieser Ver- Handlungen einer nächsten Delegiertenversammlung vorzulegen.' Nachdem der erste Satz, daß der Grütliverein sich mit den Be- schlüssen des Parteitages in Aarau abfindet, vom Zentralkomilee zurückgezogen war, wurde die Resolution einstimmig angenommen. Damit war die Delegiertenversammlung beendet. Stellungnahme zur Fraktionshaltung. Die Parteigenossen von Reuß älterer Linie nahmen in zwei Beriammlungen Stellung zu der Kreditbewilligung und der Haltung ihres Abgeordneten Cohen. Genofie Cohen begründete die Stellung der Fratlionsmehrheit, Genosse Haase die der Minderheil. In beiden Versammlungen wurde folgende Resolution ange- nommen: .Die Versammlung spricht den zwanzig Parteigenossen der Minderheit unserer Fraktion, die gegen die Kredite stimmten, ihre Sympathie aus. Sie bedauert, daß nicht auch die übrigen Mit- glieder der Minderheit sich dieiem entschlossenen Vorgehen ange- schlössen haben, denn sie kann darin keinen Versuch, die Partei- organiialion zu spalten, erblicken. Die Versammlung ist mit der Hallung ihres Abgeordneten nicht einverslanden. Die Versamm- lung kann dem Parteiausschuß und auch der Reichstagsfraktion nicht das Recht zuerkennen, in dieien Differenzen eine Entscheidung zu treffen, diese steht nur dem Parteitag zu.' » Eine am 39. Januar in Erfurt in.Tivoli' auf Grund des Statuts der Beziiksorganisation einberufene Borständekonferenz be- schäfligte sich auch mit den gegenwärtig in der Partei bestehenden Differenzen. Nach eingebender Aussprache über die Vorgänge in der Fraktion und in der Partei wurde eine Resolution, die wir aus den bekannten Gründen nicht im Wortlaut wiedergeben können, gegen zwei Stimmen angenommen, in der die Konsercnz sich aus den Boden der Reichstags Minderheit und der Landtags- Mehrheit stellt und eine Fortsetzung der Politik der Minderheit erwartet. Vertreter des Kreises im Reichstage ist Genosse Heinrich Schulz, der zur Fraktionsmehrheit gehört. Mus Znöustrie und Kandel. Die Ausfuhr uud Durchfuhr vou Platin verboten. Durch Erlaß des Reichskanzlers vom 1. Februar ist die AuS- fuhr und Durchfuhr von Platin m jedem Zustande der Bearbeitung verboten. Em Ruf«ach Zollerhöhungeu. Die Handelskammer zu Dresden halte zur weiteren Ver» anlassung beim sächsischen Ministerium des Innern beantragt, eine Erhöhung der Einiuhrzölle für feinere gewebte Spitzen und Spitzen- stoffe aus Seide und Baumwolle sowie für feinere Tülle herbel- zuiühren. In der Begründung dieses Antrages wurde daraus auf- merkiam gemacht, daß diese Artikel, für die jetzt ein Einfuhrverbot besteht, großenteils bisher in England und Frankreich fabriziert worden seien. Jetzt im Kriege Halle sich die deutsche Industrie mit erfreulichem Erfolge bemüht, diese Artikel ebenfalls zu fabrizieren und für die zur Fabrikation erforderlichen Spezialeinrichtungen erhebliche Aufwendungen gemacht. Wenn nach dem Kriege das Einfuhrverbot wieder aufgehoben wird und dann kein genügender Zollichutz existiert. also der deutsche Markt mit englischen und französischen Waren über- schwemmt werden kann, würde dies eine schwere Schädigung der be- teiligten Industrien bedeuten. Um solchen Schädigungen zu begegnen. müsse noch vor Friedensschluß eine entsprechende Zollerböhung, und zwar durch Abstufung der Zölle nach der Stärke der zur Verarbeitung gelangenden Garne durchgeführt werden. Der Antrag der Dresdener Handelskammer findet in beteiligten Interessentenkreisen keines- Wegs allgemeine Zustimmung. Die Handelskammer Plauen, in deren Bezirk der Hauptsitz der Stickerei- und Spitzen- industrie ist. äußert sich dabin, daß die für die in Frage stehenden Waren im deutschen Zolltarif vorgesehenen Gewichts- zölle allerdings keinen ausrerchenden Zollschutz für die inländische Tüll- und Spitzenweberei gewährten, und daß deshalb auch der Wunich nach einer Erhöhung der betreffenden Zollsätze zur Ver- metdung der mit Grund befürchteten Schädigungen durchaus be- rechtigl sei. Trotzdem halte sie es jedoch nicht für angezeigt, gegen- wärtig eine Aenderung des Zolltarifs in der beantragten Weise vor- zunehmen, da die Kammer grundsätzlich den Standpunkt vertrete. daß solche Wünsche nur im Rahmen einer Neuregelung deS Zoll- tarrss unter Erörterung der künstigen Handelsbeziehungen zum Auslande gepiüft und berücksichtigt werden könnte. Eine derzeitige Entickließung über die künftige Gestaltung der Zollsätze für gewebte Spitzen, Spitzenstosfe und Tülle würde daher lediglich eine nicht ge- reällfertigle Bevorzugung der Tüll- und Spitzenweberei von anderen Industriezweigen bedeuten, die sich zudem teilweise in ähnlicher Lage befänden und die sich deshalb mit Recht darauf berufen dürften, nun die gleichen Vorteile zu erlangen. Die Plauener Handels- kammer erklärte sich daher durchaus gegen den von der Dresdener Handelskammer gemachten Vorschlag. Mus Groß-Serlin. Zur Ablieferung der Messing Ofentüren. Der Magistrat gibt bekannt: .Wiederholt wird von Hausbesitzern darüber Klage geführt, daß die Mieter sich weigern, die von der Verordnung vom 3l. Juli l9lS beschlagnahmten Türen an Kachelöfen und Kochmaschinen ihnen zur Ablieferung herauszugeben. Es wird darauf hingewiesen, daß die Mieier hierdurch gegen die Enieignungsanordnung vom 16. No- vember 19lö>n Verbindung mit der Bundesratsverordnung über die Sicherstcllung von Kriegsbedarf vom 24. Juni 1916 verstoßen und sich der Geiahr aussetzen, bestraft zu werden. Die dem Haus- besitzet zugegangene Enieignungsanordnung gibt ihm das Recht und die Pflicht, die Wohnung des Mieters zu betieten, um die Meisingtüren daselbst zu entfernen. Dieses Reckt wird durch privat- rechtliche Verträge über den Besitz der beschlagnahmten Gegenstände, insbesondere also durch einen Mietsvertrag, der den Mietern den Mitbesitz an den den Vermietern gehörenden Gegenständen verschafft, nicht berührt. Es wird besonders auch darauf aufmerksam gemacht, daß diese Türen nicht etwa von den Mietern, sondern von den Hausbesitzern abzuliefern sind. Den mit der Durchführung der Enteignungsanordnung beauf- tragten Kommunalverbänden gehen dauernd Anzeigen darüber zu, daß einzelne von der Beschlagnahme der Enteignung betroffene Per- sonen immer noch beschlagnahmte Gegenstände zu verheimlichen und zu hinterziehen suchen, trotz der erheblichen Strafen, die darauf stehen. Es ist dringend erforderlich, daß alle diejenigen, die trotz der ihnen jetzt zugehenden Enteignungsordnung beschlagnahmte Gegenstände überhaupt nicht gemeldet hatten, diese sofort bei den öffentlich bekanntgegebenen Sammelstellen zur Ablieferung bringen. Es wird alsdann der hierfür festgesetzte Uebernahmepreis ausgezahlt. während, wenn es zu einer Bestrafung kommt, die Gegenstände durch Urteil dem Staat für verfallen erklärt werden und eine Ent- s ch ä d i g u n g alsdann nicht gezahlt wird. Arbeit gegen Gold. Zu der unter vorstehender Ueberschriit ver öffentlichten Notiz wird uns vom Zentralverein für Arbeitsnachweis mitgeteilt, daß die Sammlung von Goldstücken aus einem besonderen Anlaß unter den Werkstattarbeiterinnen angeregt wurde. Bei der ersten Anfrage an die Werkstattarbeiterinnen seien 139 M. zusammengekommen, die tue Arbeiterinnen im Augenblick bei sich gehabt hätten. Zur Aneiferung des Sammelns sei der Ab- teilung, die am meisten zusammenbringen würde, ein freier Tag versprochen worden. Die doppelte Ausgabe von Heimarbeit, die seit der vorigen Woche bei den Sandiacknäherinnen stattgefunden habe, habe mit der Gold'ammlung nichts zu tun: sie sei ein zufälliges Zusammentreffen durch einen kurzfristigen Mehrbedarf, für den nicht neue Arbeiterinnen eingestellt werden sollten. Einige Heim- arbeiterinnen, die, um Gold zu bringen, sich einen besonderen Weg gemacht hatten, hätten in dieser Woche noch ein Arbeitsquantum extra mitbekommen, aber eben weil das erhöhte Quantum ausgeliefert werden sollte. In den Abteilungeit. in denen kein größeres Arbeitsbedürfnis vorgelegen habe und bei den Arbeitslosen, die Gold mitbrachten, seien für besondere Wege Konsumvereinsmarken ausgegeben worden. Selbst wenn die Ausgabe von Mehrarbeit für Goldsammle- rinnen nickt als Belohnung angesehen werden sollte, so bleibt die ganze Sache peinlich genug. In einem objektiv geleiteten Arbeits- Nachweis sollte alles vermieden werden, was nach Bevorzugung aus« sehen kann. Wir hoffen, daß mit unseren Hinweis eine Wiederholung dieses Vorkommnisses vermieden werden wird. Die städtischen Eier. Eine Arbeiterfrau sendet uns folgenden Klagebrief: „Ehe städtische Eier zum Berkauf gelangten, war es einem kaum mehr möglich, ein Ei zum Kochen oder auch für ein Kind zu ver- wenden, da die Preise nicht zu erschwingen waren. Um so freudiger begrüßte man die städtischen Eier, welche doch bedeutend billiger sind und nur 17 Pf. das Stück kosten, während man für ein frisches Ei derselben Größe 24 Pf. geben muß. Das gibt bei mehreren Eiern schon eine ganz schöne Ersparnis, und der Arbeiterfrau die Möglichkeit, sich hier und da für den Tisch oder für ein Kind ein Ei zu leisten. Also holte ich mir gestern zwei Eier, unr meinem Kinde wieder ein- mal nach langer Zeit etwas Kräftiges zu gönnen. Leider war meine Freude nickt von langer Dauer, denn eins der beiden Eier war schlecht. Was war naheliegender, als zurückzugeben, um das Ei um« zutauschen, wie man das nicht anders gewöhnt ist. Da kam ich aber schön an:„Die städtischen Eier werden nicht umgetauscht, weil wir sie auch nicht umgetauscht bekommen', wurde mir sehr trocken ge- sagt, dann konnte ich wieder gehen. Und dos Ende von der Ge- schichte? Da man faule Eier bekanntlich wegwirft, was auch ich tun mußte, so blieb mir also noch ein Ei. für welches ich demnach 34 Pf. bezahlt hatte. Um zu sparen, kaufte ich kein frisches Ei für 24 Pf., und zum Schluß habe ick ein Kalkei und 34 Pf. bezahlt- Hätte ich noch 14 Pf. zugegeben, hätte ich nebst zwei frischen Eiern das Bewußtsein gehabt, ein etwa schlechtes umgetauscht zu er- hallen. Aber ich wollte ja sparen.— Ich frage nun: Ist das richtig? Warum werden städtische Eier nicht umgelauscht, wenn sie schlecht sind? Soll man denn jedesmal das Risiko auf sich nehmen, ein, zwei schlechte zu finden und die andern demnach doppelt be- zahlen? Dann ist aber der Dienst nicht sehr groß, den der Magistrat uns leistet l Wohlhabende Leute kaufen sich frische Eier. Wenn nun unsereiner schon mit Kalkeiern vorlieb nehmen muß. kann man doch wohl verlangen, daß einem ein etwaiger Schaden auch ersetzt wird. Es kann einem doch nickt zugemutet werden, daß man in dieser Zeit das Geld für faule Eier zum Fenster hinauswirft. Dann hat ja die ganze städtische Eiergeschichte keinen Zweck.' Die Sckreiberin hat zweifellos recht mit ihrer Klage. Es scheint mit den städtischen Eiern, welche die Stadt von der Zentral- Einkaufsgesellschait erhält, ähnlich zu liegen wie mit dem von der Kriegsgetreidegescllschaft gelieferten Mehl, das ebenfalls nicht zurück- genommen wird, wenn es nicht gut ist. Soweit es sich um die Eier bandelt, muß unter allen Umständen durch die Einführung des Umtausches schlechter Eier gegen gute verhütet werden, daß eine Wohltat nicht zur Plage wird und daß die Käuserinnen städtischer Eier Schaden leiden. Das Radikalste dürste sein, beim Verkauf darauf zu achten, daß schlechte Eier überhaupt nicht mitgegeben werden. Kriminalbeamte als Schatzgräber. Kürzlich wurde im Tiergarten ein junger Mann hilflos auf- gefunden, der als der bei einer Versicherungsgesellschaft angestellte 19 Jahre alte Bureauvorsteber H. festgestellt wurde. Der junge Mann hatte 9999 M. unterschlagen, die, wie er jetzt eingestanden bat. zum größten Teil in leichtsinniger Gesellschaft verausgabt hatte. Er hatte, durch Bekannte verführt, in einem anrüchigen Quartier in der Blumenthalstraße verkehrt, wo ihm das Geld abgenommen worden war. Die Kriminalpolizei stellte u. a. fest, daß ein„Geschäfts- führer' W. 4999 M. an sich genommen und das Geld in Hohen- neuendorf vergraben hatte. Beamte führten ihn gestern dorthin. und sie fanden in der Tat auf einem Grundstück unter einem Baum .verbuddelt' und im Hühnerstall rund 4999 M. Den größten Teil des Geldes, fast alles Papiergeld, hatte W. in einen Senslops getan und diesen eingegraben. Weiter wollte er nichts erhallen haben. Die Beamten halten aber einen Spürhund mitgenommen, der bald ein zweites Versteck entdeckte. Alles Papiergeld hatte W. in alte Zigarettendoien getan und im Hühnerstall versteckt. Mit dem ver- führten jungen Mann werden sich auch alle die zu verantworten haben, denen er in die Hände gefallen ist. Frauen im Dienst vou Wach- und Schlieft- gesellschaften. Vom Nationalen Frauendienst wird uns geschrieben:.Die Ein« stellung von Frauen in den Dienst von Wach- und Schließ» gesellschaften ist von manchen Seiten als eine erfreuliche Er- rungenschaft der immer weiter voidriiigeliden Frauenerwerbsarbeit begrüßt worden. Demgegenüber muß betont werden, daß die Besckäfli- gung von Frauen in diesem Beruf heut zwar eine Notwendigkeil ist. gegen die eine Auflehnung verfehlt wäre, daß aber gerade dieser Berus nach sachlichen Feststellungen der.Erinitleluiigsstelle für Frauen- berufe' annrengend und aufreibend ist und daher weder in größerem Umfang noch etwa für die Dauer den Flauen empfohlen werden kann. Nach den Verhandlungen zwischen den Berliner Wach- und Schließgeiellschaiten und dem Polizeipräsidium steht übrigens mit Sicherheit zu erwarten, daß noch Beendigung des Krieges die nur zur Aushilfe eingestellten Frauen ihren Posten wieder an die Männer werden abtreten müssen, was durchaus gerechtfertigt ist.' Kurze Freude hatte der 21 Jahre alte Hotelvolontär Fobann Ammeriller, der in einem Hotel Unier den Linden einem Gaste 19 999 M. unierschlug, die ihm zur Verwahrung anvertraut waren. Das Polizei-Bezirsamt Berlin-Mitte traf nach der Anzeige der Ver- untreuung soiori alle Maßiegeln und benachrichtigte namentlich auch durch den Draht ausführlich die Kriminalpolizei von München, der Vaterstadl des Flüchtigen. Ammeriller schlug, während er seine Ge- liebte, die er erst vor einigen Tagen aus München hierher holte, sitzen ließ, in der Tat den Weg nach seiner Heimat ein, nachdem er sich einen schönen neuen Gehpelz gekausl hatte. Als er auf dem Hauptbahnhos ausstieg, nahm ihn die Kriminalpolizei gleich in Empfang uud brachte ihn hinter Schloß und Riegel. Der Verhastete besaß von dem unterschlagenen Gelde noch etwas über 18 999 M. Im Zirkus Busch übt die Pantomime.Ein Weihnachtsmärchen' auch jetzt noch ihre volle Zugkraft aus. Daneben hat die Direktion die Spezialilätennummern teilweise durch neue ersetzt. Besonders Anerkennung erwarben sich die Gebr. Lindion mit ihren Matrosen- spielen am 16 Meter hohen schwankenden Mast und es muß als eine große Leistung angesprochen werden, daß das Kunststück gelang, auf der Spitze des Mastes zu stehen und zu turnen. Bemerkensweit ist ein Lultakt Frl. Revos und Radotzkys humoristische Bärendressur. Obenan steht aber doch die Leistung des vom Direktor Blumenield gerittenen Schulpferdes„Puppchen', das in der elegantesten Weise nach bekannten Operettenmelodien im Tanztempo die' Beine setzt. Mus den Gemeinden. Lebeusmittelfürforge in Neukölln. Die Lebensmittelkommission beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, bei der Abgabe des von der Stadt beschafften frischen Schweine« fleisches durch die Schlächtermeister von diesen zu verlangen, daß 69 Prozent des Fleisches in frischem Zustande au die Bevölkerung abgegeben werden müsse. Die Kontrolle darüber, ob diese Be- stimmung innegehalten wird, sollen die Lebensmitlelkommissioneii aus- üben. Die Kontrolle soll nach näheren, noch vom Magistrat festzu- setzenden Grundsätzen gehandhabt werden. Ferner wui'de beschlossen, einen größeren Posten Sckmalz und braune Speisebohnen, die den weißen Bohnen nicht nachstehen, anzuschaffen, lieber einen Antrag der Grünkramhändler aus Einstellung des städtischen KartoffelverkausS wurde zur Tagesordnung übergegangen. Soziales. Entlassung wegen verweigerter SonntagSarb eit. Weil er am Sonntag die Arbeit auf dem Bau einer MunitionS- fabrik der A. E. G. verweigert hatte, wurde ein Maurer, der beim Bau- geschäft von Guthmann Nachfolger beschäftigt war, am Montag früh, als er zur Arbeit kam, enllassen. Durch Klage bei der Kammer 3 des Gewerbegerichts verlangte der Maurer Bezahlung des Entlassungslages. Diese Forderung ist an sich berechtigt, es sei denn, daß ein besonderer Grund zur Entlassung vor Ab« lauf des Arbeitstages vorlag. Als besonderen Grund machte die beklagte Firma die Verweigerung der Sonntagsarbeit geltend. Sie berief sich auf eine Bestimmung des Bau« arbeitertarifs, wonach die Arbeiter aus Verlangen des Arbeit- gebers in dringenden Fällen zu Ueberstundeti- und Sonntagsarbett verpflichtet sind. Als dringende Fälle bezeichnet der Tarif solche. wo es sich um die Gefahr von Menscheitleben handelt sowie unauf- schiebbare Jnstallalionsarbeiten in Theatern und dergleichen. Die Firma sagte, beim Abschluß des Tarifs habe man nicht an den Kriegsfall und den Bau von Munitionsfabriken denken können. Aber sinngemäß müßten derartige Kriegsarbeiten auch zu denen gerechnet werden, wo die Arbeiter auf Verlangen zur Sonntags- arbeit verpflichtet sind. Da der Kläger diese Pflicht verletzt habe. sei seine Entlassung zu Beginn des Arbeitstages berechtigt. Von der Prüfung der Frage, ob der Bau einer Munitionsfabrik für die A. E. G. unter die angegebene Tarifbestimmung fällt, konnte das Gericht absehen. Denn es wurde festgestellt, daß die Firma die Sonntagsarbeit nicht verlangt hatte. Vielmehr wurde jeder einzelne Maurer am Sonnabend vom Polier g e s r a g h ob er am Sonntag arbeiten wolle. Allerdings hatte sich der Kläger zur Sonnlagsarbeit bereit erklärt, aber unter der Be- ding un g. daß er im Innern des Baues beschäftigt werde. Als der Kläger am Sonntag auf der Arbeitsstelle erschien, wurde von ihm verlangt, daß er außen arbeite. Das lehnte er ab und ging nach Hause. Am Montag früh wurde er dann enllassen.— Nach dieser Feststellung hielt das Gericht die fraglich« Tarifbestimmung nicht für anwendbar, weil es dem freien Willen des Klägers überlasten war, ob er am Sonntag arbeiten wolle und weil er seine Zusage an eine Bedingung knüpfte, die nicht erfüllt worden ist.— Die Firma wurde deshalb verurteilt, dem Kläger einen Tagelohn von 7.29 M. und 4 M. Versäumniskosteu für die Wahrnehmung von zwei Terminen zu zahlen. Gerichtszeitung. Wildernde Schutzleute. Durch unzulässige Befriedigung ihrer Jagdlust haben sich die beiden Äriminalschutzleute Schiwinski und Dröscher eine böse Suppe eingerührt: sie wurden gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts III wegen unbefugter AuS- Übung der Jagd zur Verantwortung gezogen. Der Justizrai Große-Leege in Charloltenburg besitzt in Hohen- schönhausen als Vorsitzender einer dortigen Baucseiellichafl die Jagdgerechtigkeit für ein qrvßes. der Gesellschaft gehöriges Parkgelände. welches mit einem Drahlgiitcr umfriedet ist. Wiederholl kamen dort Wilddiebereien und Holchiebstähle vor, ohne daß die Täter ermittelt werden konnten. Eines Tages meldele sich bei dem Juslizrat der An- geklagte D. und erbot sich, auf etwaige Wilddiebe zu achten. Das An- erbieten wurde dankend angenommen; D. erhielt den Schlüssel zu dem Parkeingong, eine Erlaubnis zum Jagen wurde ihm aber nichl er« teilt. Am 10. November nahm D. den ihm besreundeleu Sch. mit tit den P-irk i sie waren jeder mit einem Tesching versehen. Ms es schon dämmerte, hörten die beiden Arbeiter Hermann Willmvw und Wilhelm Lichienberct im Pari Sckiisse fallen. Sie mutmaßten, daß sie von Wilddieben herrührten und eilten dem Knalle nach in den Park. Dort fanden sie den ersten Angeklagten, der auf ihre Vor- Haltungen entschieden bestritt, geschossen zu baben. Die beiden Ar- beiter glaubten es nickt, packten ihn an und wollten ihn zum Amts- Vorsteher bringen. Dem ividerietzle sich der Angeklagte. es kainzumNing- lampt und hierbei suckle sich Sch. seiner beiden Gegner durch Schläge mit dem Laus und dem Kolben des Desching zu erwehren. Er zog aber den lürzeren; es nutzte ihm nichts, daß er erklärte. Kriminalschutz- mann zu sein: die beiden Arbeiter transportierten ihn nach dem Amtsbureau. Der zweite Angeklagte hatte sich in der Zwiichenzeit schleunigst entfernt und war nach Hause gegangen. Bei seinem Verhör auf dem Amte hat Sch. zugegeben..gewildert' zu haben, viel über das Unheil gejammert, welches er auf diese Weise über seine Familie gebracht, und weiter erklärt, dag D. auf der anderen Seite des Parkes gestanden habe und gleichfalls gewildert, d.h. aus Fasanen geschossen habe. Letzlerer wurde auch alsbald aufs Am! geholt und bestritt zunächst, überhaupt geschossen zu haben: dann behauptete er. dag sie beide nach einer Scheibe und dann nach Krähen und Raubvögel geschossen hätten. Aus dem Amtsbureau gab man ihnen den Rat. zu dem Justizrat Groge-Leege zu gehen und um gut Welter zu bitten. Dort erklärten sie dem Justizrat— wie dieser bekundete— als„reuige Sünder' zu kommen und baten ihn, aus der Sacke doch nichts weiter zu machen. Sie hatten aber kein Glück: der Justizrat verwies daraus, dab die Sache in den Händen der Polizei sei. dost er gar kein Mitleid mit ihnen habe, sondern sie am liebsten selbst züchtigen möchte, da sie sich in sein Vertrauen eingeschlichen und dieies schändlich mistbrauckt hätten.— Am nächsten Morgen fand ein Arbeiter an der Stelle, wo Sch. tag? vorher festgenommen worden war, dessen Hut und nickt weit davon eine mit einer Teschingkugel totgeschossene Fasanen-Henne. Vor Gericht legten sich beide Angeklagte aufs Leugnen und behaupteten, dast sie nur mit der Absicht. Krähen, Kaninchen und Habichte zu schiehen den Park betreten hätten. Der Staats» a n w a l t beantragte je einen Monat Gefängnis.— Justizrat Dr. Sehfeld und Rechtsanwalt Dr. Holpert be- kämpiten den Antrag aus juristischen und tatsächlichen Gründen und hielten, falls das Gericht zu einer Verurteilung käme, eine Geld- strafe gegen zwei sonst tüchtige Beamte, denen von den Vorgesetzten das beste Zeugnis gegeben werde, für durchaus hinreichend.— Das Gericht hatte keinen Zweifel, dast die Angeklagten sich des Ver« gehen? gegen§292 Str.-G.-B. schuldig gemacht haben und verurteilte sie zu je 3 0 0 M. Geldstrafe. Verdorbenes Eisbein. Der Schlächter Robert Köhler in Berlin ist vom Landgericht Berlin I am 25. Oktober wegen versuchten Inverkehrbringens eines gesundheitsschädlichen Nahrungsmittels zu drei Monaten Ge» fängnis verurteilt. Er hielt aus dem Wochenmarkt ein ver- dorbeueS, stinkiges Eisbein feil. Als der Polizeitierarzt ihn auf die Gesundheitsgefährlichkeit des Eisbeins aufmerksam machte, rief er einer Frau zu:„Wollen Sie das Eisbein? Ich schenke es Ihnen, dadurch stirbt lein Mensch.' Der Polizeitierarzt beschlagnahmte daraus das zu menschlicher Nahrung ungeeignete Fleisch. Der An- geklagte, der bereits dreimal aus ähnlichem Anlast bestrast ist, legte mit dem Einwand Revision ein, die Frau habe das Fleisch als Hundesutler verwenden sollen. Das Reichsgericht verwarf am Dienstag das Rechtsmittel. Ms aller Welt. Eisenbahnkatastrophe in Frankreich. 10 Tote, 15 Verletzte. Ein schweres Eisenibahmmgfück hat sich Dienstag abend in Saint Denis ereegnet. Der Schnellzug von Calais, der den Bahnhof Saint Denis um 7 Uhr abends passieren sollte, hatte eine Viertelstunde Verspätung und fuhr mit 80 bis 90 Kilometern Stundengefchwindig- keit, als er jenseits des Bahnhofes an der Brücke entgleiste. Die Lokomotive stürzte nach links um, Tender und Packwagen fuhren ineinander, der ihnen folgende Wagen erster Klasse wurde zerdrückt, ein Wagen zweiter und drei Wagen dritter Klasse stürzten gleichfalls nach links um, die drei Wagen am Schlust des Zuges fielen noch rechts; sie bilden einen unentwirrbaren Haufen von E i s e n t e i l e n. Fast augenblicklich singen die Gasbehälter Feuer, und binnen kurzem brannten alle Wagen. Die Feuerwehr von St. Denis kam zuerst zu Hilfe, dann folgten Truppen und Fabrikarbeiter. Soweit bisher festgestellt werden konnte, for- derte das Unglück zehn Tote und fünfzehn Verletzte. Die Schwerverletzten wurden nach St. Denis, die übrigen mit der Eisenbahn nach Paris gebracht. Die Toten sind auf dem Bahnhof geborgen. Aufdeckung eines Verbrechens. Am 29. Januar wurde in einer Scheune bei Stettin die Leiche des Schachtmeisters Heft auf- gefunden. Man glaubte zuerst an einen Unglücksfall; die nähere Untersuchung ergab aber, dast Heft erwürgt worden ist. lieber die Täter ist nichts bekannt. Der Ermordete hinterlästt eine Witwe mit zehn Kindern. Vorläufige Schließung des Panamakanals..Lloyds' meldet auS Panama, dast der Kanal bis zu seiner dauernden Wiedereröffnung ganz geschlossen bleiben wird._ Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 441 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 2., 3. und 4. Garde-Regiment z. F.; Garde-Grenadier-Regimenter Franz, Elisabeth und Augusta; Gavde-Füsitier»Regim«it; Garde-Jäger- und Garde-Schützen- Bataillon. Lehr-Jnf.-Regt. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsi- lier-Regimenter Nr. 29, 32, 33, 35, 37, 38, 39, 41 bis einschl. 44. 86 ss. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 213), 152. 154,>58. 161, 162. ,63. 165, 166, 168, 169, 170, 173. Reserve- I nsan ter i e- R egi mente r Nr. 24, 25. 26. 28. 34. 35. 88. 52. 53. 69. 83. 204, 205. 208, 213. 214. 216, 221 bis einschl. 225. Er satz-Jnf.-Regimenter Nr. 23 und 29. Landwehr- Jnfcmterie-Rsgimenter Nr. 26 bis einschl. 31, 34, 36, 52. Landst.- Jnfanterie-Regiment Nr. 25. Brigcrde-Ersah-Bataillone Nr. 58. 82, 34(alle drei s. Ers.-Jnf.-Regt. Nr. 29). Jäger-Bataillone Nr. 1 und 4; Reiert>e-Bataillone Nr. 3 und 5. Rad sah rer-K oinpagme der Londtvehr-Division Bredow(Nr. 18). 2. Ersatz-Maschinengewehr- Kompagnie des II. Armeekorps. Kavallerie: Kürassiere Nr. 2; Dragoner Nr. 8, 15, 18, 22, 23; Husaren Nr, 2, 4. 6, 14, 17; Jäger zu Pferde Nr. 3 und 8. Kav.- Eskadron der 10. Ersatz-Divffion. Fewarbillerie: Regimenter Nr. 3, 4, 8, 9, 10, 14, 15, 19, 22 bis einschl. 26, 30, 33, 36, 37, 39, 53; Reserve-Regimenter Nr. 7, 17, 20, 22. 25. 30, 85. 36, 44. 46. 47. 51. Fustartillerie: Regimenter Nr. 7, 8, 10, 11, 13 bis einschl. 16. 18, 20; Reserve-Regimenter Nr. 7, 8, 9, 14, 15, 17, 18. Fußart.- Bataillone Nr. 27, 36, 54; Landw.-Bataillone Nr. 15 und 17. Fuß- artillerie-Batterien Nr. 213, 481, 499, 573. Freiwillige Krankenpflege. «» » Die Lifte Nr. 4 des Vermißten-Nachweises enthält Angaben über das L»hr-Jnfanteri«-Regiment; Infanterie- bzw. Füsilier- bzw. Grenadier-Regimenter Nr. ll(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 23). 23, 25. 30. 39 bis einschl. 43. 46, 47. 48, 50. 53. 57. 61. 64 (s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 24); Reserve-Jnf.-Regimenter Nr. 24, 25, 28. 36. 38. 40. 46. 48. 49. 51. 53. 55. 56; Landwehr-Jnf.-Regimenter Nr. 23. 46. 48. 49. 52. 53. 55; Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 17; Zahlenmäßige Zusammenstellung der in letzter Zeit zur Truppe zu- rückgekehrten Heeresangehörigen, die als vermißt oder irrtümlich als in Gefangenschaft befindlich gemeldet waren. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 248 wird ge- meldet, deren Inhalt wir bereits gestern mitteilten. Die württembergische Verlustliste Nr. 340 veröfsent- licht Verluste des Landwehr-Jnfanterie-Regiments Nr. 119; Ref.- Jnf.-Regt. Nr. 120; Jns.-Regi Nr. 121; Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 123; Infanterie- und La ndwehr- I n f.-R egt. Nr. 124; Jnfanteric-Regi- menter Nr. 125, 126; Res.-Jnf.-Rcgimenter Nr. 246, 247, 248; Feldartillerie-Regiment Nr. 65; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Die V e r l u st l> st e Nr. 63 der Kaiserlichen Marine wird veröffentlicht. Briefkasten öer Redaktion. •Di arrha 36. I. und 2. Ja.— 8. X. 100. 9ri-gswat'enrrmk sQi uneheliche Kinder gibt es bis jetzt noch nicht; es ist möglich, daß der Reichstag etwa»ach Kriegsbeendigung eine» wichen Beicklust saßt.— — St. Sch. 16. i, Ja; lesen sie unsere Notiz arüber im iokale» Teil in der Dienstagnummer nach. 2. Lassen Die sich den Unteriliitzungsichein vom Sohn r, Menden ur.d stellen Sie Antrag bei der zulländigen Steuer- lasse.— S. D. 43. I. Sprechen Sie zunächst mit dem Relior der Schule, welche Ihre Tochter besucht. Dessen Yoiitachien kommt bei den EMicheidungen iebr Iii Setiacht. Auch erfuhren Sie dort die Wege, die Sie zunächii einzuschirren baben. 2. 2 M.; die Miete für den Arbeit«- räum kommt nicht in Abrechnung.— F. E. 110. An das Ersatzbataillon des Jnsanterie-Regiments Nr. 24.— T. 60. 1. Führen sie Beschwerde bei der Armendeputation des Magistrats. 2. Anspruch aus InvaiidenreMe besteht, wenn 200 Marken geliebt sind Witwenrente kann die Frau aui Grund der von ihrem Ehemann geklebten Marlen beziehen, wenn ebenialls mindellens 200 Marken getlebt sind und sie dem Sinne des Gesetzes nach invalid ist. —<£. 91. 5. Sie könnten beim BormundichastSgerichi(Amtsgericht) einen Beschluß aus Erteilung der Erlaubnis zur Heiral unter Darlegung der dringenden Gründe ermirlen.— M. L 8. Nein. 91. B. 1. I. Die Frau bezieht die Unterstützung weiter. Wenn Arbeits- verdienu vorbanden ist, kann die Unterstützung gekürzt worden.— F. I. 10. Ja. WetterauSsichten für das mittlere iNorddeutkchiand bt« Freitag mittag. Im Osten meist trocken und zeilweise heiter, in den übrigen Gegenden zunebmende Bewölkung mit geringen, an der Küste vielfach etivas stärkeren Niederschlägen. Georg A-Sasmalzi' AKfiengesel. den Stoffe fdr feine Damen-Kostllnie, Herren-Anzüge osw. Mtr. 4,-, 6,-, 8,-, 10,-, 12,- M. Tuch-Lager Koch& Seeland G, m. b. GertruüiltMisfr. 20/21, untmnn's Tnuermoinzin Größte AiuwehL Billigate Preiae. L MehrenttreS« 37a (Kolonnaden) IL Or. Prankturtar Str. 115 (nahe Aadreasatr.) Auiwahlsenduneen eelerL Amt Zentrum 1890. Sonntai 12—2 Uhr oeettnet. Qewerksehafishaus Sonnabend, den 5, Februar 1916: ßocbbieranstich und �ammeirosten, a?ortion 1,00]1 Sonntag, den 6. Febrnar 1916, w Kongreßsaa!; Weiterer Kunstabend des ürbeiterwanderbundes. Eröffnung und Anfang des Konzerts 5 Uhr. In Seil HoetiparteiTesilliD: Konzert und taoristisetie Vorträge. LI Schweine werden geröstet, a Portion 1,00 M. Sonntag mittag: Blumenkohhuppe..... 0,20 Kraftbrühe mit Einlage... 0,15 Zanderfilel in Weißwein... 0,80 Fr, Spinat mit Kalbsstück.. 0,60 Gedämpfte Rippchen.... 0,70 Bayrische Leberknödel m. Kraut 0,50 Gäniebraten....... 1.25 Kalbsnierenbraten..... 0,30 Kasseler Rippespeer.... 0,80 Hammelkeule....... 0,80 Kompott, Salat...... 0,15 Speise, Käse....... 0,23 Montag, den 7. Februar 1916, abends: Neuis ober ZKsiaUarbsiier- Verband. iD □ □ Lichtbilder □ □ □ Borführoug der Fabrikation von Granaten«. anderen Geschosieu. Eröffnung und Anfang des Konzerts 7'/. Uhr. Heute und Sonnabend ein sehr bMger Schnellverkauf nicht unter S Pfund. a Pfd. Difitcnflelfifi, schier] Hammelkeule 1.... 1,80 und Rücken} Lauenburger Fettkälber... 1,60 Ochsenkamm....... 1,50 Ein Posten Knochen.... 0,20 Frische Blutwurst..... 1,20 Gr. Post, harte Salami, gr. Post. Rügenwald.Teewurst, Cervelat. Wurst, Sastsalami.... Braunschweiger Schrotwursl. Fleisch-, tzilberstädter Leber- wurst......... Knoblauchswurst...... a Pjd. 2,50 2.80 2,00 1.50 Ein Posten fette Schweine komme» zum Berkauf. fSAÄÄAäb&vXA/VV} «ÖitiivUof»/>15«T'fj SWtocfi, 15 ekanntmachung. Wir gewähren unseren Mitgliedern jetzt wieder größere Heilmittel bis zum Höchstbetrage von SO M. oder einen Zujchuß bi» zu dieler Höhe. Aitgtui. Orlskranktnkasse des Kreises Niederbarnim. Kühn, Vorfitzender. 266/14 leipzigersfrassQ Alexanderplafz Fr&nkfuiferAlfee Ufps$g&r0ifr&ss9 Alex ander plidz FrankfutfatrAlke Fische und Fleisch nur Leipziger Str. n AlexanderpL Lebensmittel Fische und Fleisch nur Leipzlter Str. s. Alaxanderpl. Nur Donnerstag soweit Vorrat Fleisch fe5.c3�S3St5�EUl6 im Omnxen.. Pfand*1� KaSbsrQchen........ � l80 Kaibsvorsierfl. leo Kalbsbaxe..........">">* I20 mit Enoehan �70 Schmorfleisch ..... Ff und Rinderhamn..... T0 Querrlaoe........... l60 Hammeikeule...... I80 Hammelfleisch....."»>>' I70 Pökelzunge.........»und ro hiimirmmimtiiiiiiiiniiiii Wurstwaren Sülzwurst................ i«) Zwlebehuurst...... w«? i40 Landlefaerwurst.. i89 JaftdWIKfSt.......... Pfand 2W Feine Leherwurst. � 2" KHaChUmrStm Ka.bl.nchPtaad 289 Teewurst.......... 28° Zerveiafwursf..... � 290 Kraftfleisch........ � i65 Donnerstag und Freitag soweit Vorrat Fische Lebende PIBtzen....... ptnnd 65 pr. Lebende Schiele....... Pfund 1.50 Lebende Forellen...... Pfund 3.00 Lebende Aale»Urfce..... Pfund 2.50 Schel If isch............... 1 Pfand Seelachs Im Oamea, ahne Kopf,,> 28 Goldbarsch ,,j Pfennig Cr. Ostseedorsch....... ptund 40 Pt- Norw. Wels ohne Kopf.... Pfund«5 Pf. Schollen............ Pfund 65 Pf. Cabeljau im Osnten.. Pfund 50, 60 Pt Seemuscheln......... B Pfund 60 Pf, Salzfisch eewSssert PId. 35, 60, 65 Pf. Klippfisch............ P/und 58 Pf. Makrelen.......... Stuck 8, 20 Pf. Salzheringe i. Einlesen Mist 39, 69 Pf. Obst und Gemüse Blut-Apfelsinen. Dtsd 69, 79, 90 Pt. Apfelsinen.... Dntiend 69, 79, 89 Pf. Mandarinen........... Pfund 69 Pf. Belle-Fleur-Aepfel..... Pfand 29 Pf Crosse KochHpfel..,.» Pfund 69 Pf. Mtfrk. Rübchen....... Pfund 20 Pf. Mohrrüben........... Pfund 8 Pf Schwarzwurzel Pfund 19 Ff. Kohlrüben............ Pfund 9 Pf. Rotkohl(Hallinder)...... Pfand 20 Pf. Wirsingkohl(Holunder).. Pfand 19 Pt. Weisskohl(Dinlocher).... Pfund 10 Pf. r.o n