Ar- 34.-33. Jahrg. Bbonncmcnts-Bedingungen: ■ftonnements• VreiZ ttämttnetanb«« Bieneljäbtl. 330 Ml. monatL 140 Ml, wöcherillicb 25 Siz frei tnS Hüll». »inzelne Nummer 5 V:g Sonnlag»- nummsr mil lllustnerier Eonnlag», Leilage»Die Neue Seü* 10 P'a Boft» kbonnemem 1.10 Marl vro M o» a t. »wgelragen m die Poil. Zeitung»- Preisliste llmer Kreuzband für Deui'ckland und Oeilerreich» Ungar» 230 Marl iür das übrige ttuslan» » Marl vro Monat. Loilabonnement» nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien. Schweden und die Schwei» «cheibl lZgNch. r 5 Pfennig) Die TnlertlonS'Gebfl�r Beträgt für die sechsgesdaltene Kalctrel» »eile oder deren Raiun W Pfg, für hoLtifchc und gewerlichastlichc Verein». und Bersamnwtngs-klnzeigcn!0 Psg «üteine Anreizen", das settgedruche Wort 20 Pfg.(zulässig 2 sctigedruekte Wortes, jedes weitere Wort 10 Pfg. Etellcnaest'.che und Cchsafst-llenQ,!- »eigen das erste Wort 10 Psg.. jode? wettere Wort 5 Pfg. Worte über l-> Suav stoben zählen für zwei Woric. Iwerote für die nächsie diiittttner müssen tli o Uhr nachmittags in der Srdsdiäo» abgegeben werden. Die Expediijon ist MS 7 llhr abends geöffnet. Verlinev VolKsblerK. relearamm- Ndresie: »Sgziziätliisdl'iit emio". Zentralorgan der rozialdcmokrattfchcn Partei Deutfcblands. Neöaktion: ctD. HS, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Ami Morihvla», Rr. llil SV— 181 S?. Freitag, den 4. Februar 1NI.3. Expeöition: SV). HS, Linüenstrahe 3. thernivrecher: Amt Moripplatz, Nr. lSISv— ISIS?. MegeranMe auf Surazzo und Valoua. vu/llfthe Stimmungen. Ein Mitarbeiter des„New Statesman" schrieb vor kurzem in einem Bericht über die Stimmung Rußlands gegen Eng- land und Deutschland folgendes:.Wer in Rußland deutsch- feindlich ist. braucht deswegen durchaus nicht ein freund der Engländer oder des Verbandes zu sein. Tatsächlich ist die Kriegspartei in Rußland geteilt in einen englandfreundlichcn und einen englandfeindlichen Flügel. Unglücklicherweise ist die ausgesprochen deutschfeindliche englandfreundliche Partei sehr klein, während die deutsch» freundliche Partei, obwohl nicht sehr zahlreich, außer- ordentliche Macht besitzt. Zur letzteren gehören die Bureaukraten, die fürchten, daß eine Schwächung des Thrones in Deutschland unmittelbare Rückwirkungen auf die russische Dynastie haben könnte. Sie erinnern daran, daß das regierende Haus in Rußland aus deutschem Blute stammt und glauben, daß ein siegreiches Deutschland die einzige Hoffnung biete, Rußland vor gänzlicher Anarchie zu retten. Auch gibt es eine große Partei, die aus einem Sonder- frieden mit Deutschland Vorteile zu ziehen hofft und zu der manche einflußreiche Personen deutscher oder baltischer Ab- stammung am Hofe gehören. Der Einfluß der Zarin ist be- deutend, und es ist kein Geheimnis, daß sie und manche Damen am Kaiserhofe ganz im Banne Rasputins (des bekannten„Wundertäters") stehen, der von den deutsch- freundlichen Kreisen stets mit Wohlwollen betrachtet worden ist. Des Zaren bekannte Bemerkung:„Besser Rasputin, als jeden Tag hysterische Anfälle erleben müssen", zeigt die außer- ordentliche Stellung Rasputins.... Das Zünglein an der Wage bildet jedoch der Teil-der deutschfeindlichen Partei, der gleichzeitig cnglandfeindlich ist. Ihn. muß man daher be- sonders sorgfältig im Auge behalten.., Wohl in Anlehnung an diesen Bericht schreibt Pxofeffor H o e tz s ch in seiner letzten Wochenübersicht über die aus- wärtige Politik in der„Kreuz-Zeitung�: „Der englische Argwohn sieht auch ganz deutlich, daß die Deutschfeindlichen in Rußland deshalb noch nicht unbedingt englandfrcundlich zu sein brauchen, daß die russische Kriegs- Partei in einen englandfreundlichen und einen englandfeind- lichen Flügel zerfällt und daß den englichcn Einflüssen nicht unerhebliche deutschfreundliche Einflüsse am Hofe, in der höchsten Aristokratie und Beamtenschaft entgegenarbeiten." In seinen weiteren Ausführungen nennt Professor Hoctzsch verschiedene Stimmen russischer Zeitungen, die Belege für die oben dargelegte Anschauung erbringen, so eine Veröffent- lichung des Blattes„Utro Rossii" und Aeußerungen der großen liberalen Petersburger Blätter„Djen" und„Rjstsch". die die Existenz der erwähnten Strömungen bestätigen. Wir können diese Blütenlese von Aeußerungen um einige besonders markante und oft erörterte Stimmen vermehren, die für die Einschätzung der politischen Stimmungen und Strömungen in Rußland nicht ohne Interesse sein dürften. So gilt als klassisches Bekenntnis der Deutschfreundlichkeit folgende Aeuße- rung des echtrussischen Hauptorgans„Rußkoje Snamja" in der Nummer vom 30. September 1914; „Vor dem Kriege ist die rechtsstehende Presse für die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu den Deutschen des- halb eingetreten, weil Deutschland infolge der gesunden Grund- sähe seiner Staatsverwaltung, die äs facto monarchisch-absolut ist, wie auch dank der patriotischen Erziehung in Schule und Heer der Träger der staatlichen Macht ist... Die rechts- stehende Presse ist stets dafür eingetreten, daß Rußland mit dem monarchischen Deutschland sich' grundsätzlich nicht streiten dürfe..> Dies waren die Anschauungen der rechtsstehenden Presse vor dem Kriege, dies sind sie auch jetzt und werden es auch nach dem Kriege bleiben; mit dem ds facto monarchischen Deutschland muß man in Frieden und Freundschaft leben." Die russische liberale Presse hat den Echtrussen aus dieser Kundgebung ihrer herzlichen Sympathie für das monarchische Deutschland mehrfach einen Vorwurf gemacht, obwohl es eigentlich der Ueberzeugungstreue der extremen russischen Monarchisten nur ein ehrendes Zeugnis ausstellt, daß sie die Anschauungen, die sie vor dem Kriege theoretisch und praktisch vertraten, nach Ausbruch des Krieges nicht völlig verleugneten. Den Liberalen war es eigentlich auch nur darum zu tun, durch den Hinweis auf die Deutschfreundlichkeit der Rechten deren politischen Einfluß einzudämmen und ihren eigenen Patriotismus in ein besonders helles Lichts zu rücken. Die natürliche Folge hiervon war. daß die russische konservative Presse in ihren Sympathiekundgebungen für das„monarchische Deutschland" fortan zurückhaltender wurde. Erst als die Reformbe'.vegung im Sommer und Herbst vorigen Jahres einen bedrohlichen Umfang annahm, erhielt die rechts- stehende Presse, auf die sich die Regierung nach einer kurzen Periode der Schwankungen"mehr und mehr stützte. Gelegenheit, offen zu erklären, lieber sei ihr schon ein Ausgleich mit Deutschland als ein Sieg der Resormbewegung. Während selbst ein Purischkewitsch. der im Interesse des Krieges seinen Frieden mit den Liberalen gemacht hat, offen Mono Oes(StoOen fMunotflets. Amtlich. Großes Hauptynortier, de« 3. Februar 1916. Ein feindlttbeS Flug» zeug ist von einem der unseren zwischen Topcin und Verria iwesllich Salvniki, abgeschossen worden. Die beiden Flieger, die sich darin befanden, darunler ein Flugschüler, sind gefangengenommen worden. die englische Nelüung. London, 3. Februar. sW. T. B.) General Haig meldet »mn 2. Februar: Geslern warf eine unsrier Palrouillen nach Er- ichsisiung de« feindliche» Wachtpostens Handgranaten auf den am Nordostende von Frise aufgesiellten feindlichen Posten. Heule skills gegen 1k Uhr 30 Minuten versuchte der Feind einen überrnschenden Äirgriff gegen milere SchistzsiigrAben längs des Weges von Dpern nach Pillen. Dem Angriff lvar eine Anilleiic- vorbcreilung nicht vorangegangen. Er wurde durch unser Feuer leicht abgewiesen. der niMche Heeresbericht. Petersburg, 3. Februar.(W. T, B.) A m l l r ch e r r u s s i s ch e t Bericht vom 2. F e b r u a r. W e st s r o n t: In der Gegend von Uexküll entwickelte der Feind gestern eine lebhartc Arlifletie» rätigkeit. Südlich Oger verhindcri« unsere Ariillerte mit Srtolg Erdarbeiten, die der Feind mit Maschinen vornahm und beschosi wirksam die feindlichen Maschincngrivebistcüungeii. Bei der Insel Glaudvn(Lt Kilometers flnsiabioärli Dünaburg und bei Schtschkowo <13 Kilometer) wcstlich Dünabnrg versuchten die Dculschcn, ihre Gräben zu verlassen und gegen unsere Sielhmgcn vorzugehen wurden aber durch Feuer zurlickgeioorseN. Südlich des Prypec, in der Gegend von Wolka-�Holnzia(11 Kiloureter nordwestlich Nafaloivka), machten nnscce Patrouillen, von denen ein Teil aus das Geratewohl oprriale, eine glückliche Glrcife, bei der sich der Leutnant Zschege Syrvwoy ganz besonders auszeichnete. Aus G a l i z i c n und der Bukowina ist nichts zu melden. Kaukasusfront: Auf der Verfolgung der Türken in der Gegend von Torlnm meichlon unsere Truppen den Tschurukflutz. Im oberen Pasintale(Üsttich Erzemni) Hatten wir glückliche Gefechte mit türkischen Äorhulen, denen wir Äetangeiie abnahmen. Am Midufer des WmiseeS nahmen wir»ach Kamps das Dorf Norkew «12 Kilomeler westlich Man). P e r s i e n: In der Gegend von Kermanschah lourde der Feind auf Nehavend zurückgeworfen [120 Kilometer üstlich KermaNschah). In lhreir letzten amtlichen Berichten sagen die Türken selbst: „Türkischer Rückzug gegen Ärzerum nach Kampf Mann gegen Mann" und geben der Versicherung Ausdruck, das; eS ihnen gelingen wird über die rein numerische und übrigens nur vorübergehend« lieber» legeiiheii der Russen zu siegen. Diese Berichte bestültgen am besten unsere Erfolge...... NeZöung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 3. Februar. lM. T, B.) A in i l i ch o r Kriegsbericht vom Mittwoch. Im Lagarlttatal rrneueri« der Feind am 3t. Januar morgens mit Unterstützung seiner Artillerie seine vcr» geblichen Angriffe gegen unsere Stellungen nordöstlich von Mori, »ie nach lote vor im seslcn Besitz unserer Truppen sind. Im Su» ganaial Zusainmcnstvhe tieinercr Abteilungen. Der von den unsrigen überraschte oder besiegte Feind lvurde überall zurückgeworfen. In �«r Gegend von Görz und auf dem Karst die gewöhnliche Tätigkeit der beiden Artillerie». Die nnkrige erzielte einen Volltreffer in einem ans dem Marsche von Mareoklini»ach San Mariino befind« bche Abteilung. ES wird ein neuer kühner Einbruch einer unserer Abieilnngen in ein Stück setndlicken Schützengrabens südwestlich von San Martina del Carso gemeldet. El wurden ftünszlg Bomben in diese» Schützengraben gewoisen, die ihn verwüsteten. Eadorna. lNelöung öes türkischen Hauptquartiers. konstantinopel, 2. Februar.(W. T. B s DaS Haupt« g u a r t t e r tsiit mit: An der Dardansllenfront warf am i'.l. Januar ein Kreuzer auf der Höhe vou Tekks Burun zwölf iHranaten auf die Nn-.gebuug von Zedd ul Bahr und entfernte sich dann. Von den anderen Kriegsschauplätzen liegt keine wichtige Nachricht vor._ Englischer Dampfer torpeüiert. London, 3. Februar.(Ä. T. B.). L l o h d" meldet: Der britische Dainpicr.Belle o: Franc e" wurde versenlt. Die europäische Besatzung und 22 Laskaren wurden geretiit; 19 Las» lutea werden vitinist:. Torpsöierung eines holländischen Zahrzeugs. Rotterdam, 2. Februar.> n r r i s o n ergab sich, da er einsah, das, wclrem Wider» stand vergeblich wäre. Sodann tam Leutnant Berg mit einer PrUenbeinannung von 22 Köpfen an Bord, und das denische Kaper« schlsf verschwand,»achdein es auf der.Appam"»tne groste Fahl von Gefangenen zurückgelassen halte, die von sieben britischen Schiffen herrührten.— Die.Appam" wurde hierauf ots Hilfskreuzer benutzt und b-mnchiigle sich noch zweier englischer Schiffe. Die.Appam" kam in Amerika nnier dem Rainen S. M. S.„Appam" a». Das Schiff be« findet sich in ausgezeichnetem Zustand und führt eine grotze Ladung, darunter eine Menge Kakao. Später meldet der Korrespondent der„TimeS": Leutnant Berg ist ein kleiner, schniächliger Mann mit einem Schnurrbärlchen. Heut» nsittag erzählt« er lächelnd von seiner Nets«. Sein Schiff, Pesten Namen er nicht nennen wollte, war fünf Monate lang Herta n der Arbeit gewesen. Wir Ivaren, sagte er. nur einige Meilen vo», Hasen eiitfernt. dursten aber nicht einlaufen, sondern bliebe» in der Nachbarschaft und warteten auf die „Appam". Wir hatten die Hoffnung, fie zu faffen, schon auf« gegeben und dachten, dast sie vielleicht von uns gebärt hätte und nach einem anderen Hafen gegangen wäre. Di« Passagiere haben wir so gut wie möglich behandelt und ihnen alle erdentlichen An» nehmlichkeiten verschafft. Wir desusiragten Äerzte, die von einem anderen Schiff hernniergeholt worden wäre», für die Pcrwnndotkn zu sorgen. Ursprünglich planten loch, nach New Jork zu fobren, hörten aber, datz feindliche Schiffe in der Nähe von New Dort kreuzten und änderten iniolgedeffen unseren KmS nach Norfolk. Wir hallen erworiet, am Sonntag hier einzutreffen, mutzten aber vorsichtig sein und einen Umweg machen, um das Kap Virginia zu erreichen. Wir faden keine englischen Kreuzer, be« gegneien aber verschiedenen Handelsschiffen, die wir bätien nehmen können. Dadurch ivärs fedöch unsere Ankunft hier vielleicht>n Frage gestellt worden, deshalb liest«» wir sie laufen. Unter den Passa» gieren der„Appam" befinden sich K Kinder und 20 Frauen, allen gehl es gui. Nachdem wir die«Appam" erbeute: hauen, sichteten wir noch ein anderes Äwiff, das aber nicht gul genug war, um mit« genommen zu werden. Wir bohrten es deshalb in den Grund. Nur vier Mann von unserer Mannschaft wurden verwundet, keiner von ihnen ernnlich. In einem anderen Telegramm an die„TimeS" wird au» Norsolt berichtet, dast das deutjch» Schiff, welch«» die.Appam" nahm, der Kreuzer„Möwe" war, der sich als Frachldampker ver« mumml haue«nd mit Kanonen anSgeriistet war. Die„Möwe" soll aus Kiel gekommen und durch die Linie der britischen Florte in der Nordsee in den Atlantischen Ozean geschlüpft sein. Rotterdam, 3. Februar.(W. T. B.) Der„Rotterdamsche Courant" meldet aus New Jork! Der deutsche Kommandant der „Appam", Leutnant Berg, hat in einem Pressegespräch mit» geteilt, daß er selbst und drei andere Deutsche leicht verioundrt wurden, niemand wurde gelötet. Der britische Botschafter wird Lansing ersuchen, die„Appam" freizulassen, außer wenn sich herausstellt, daß sie Ivirklich in einen Hilfskreuzer verwandelt wurde. Die Presse sprich: sich über die Verwegenheit der Deutschen, die ihre Prise quer über den Ozean zu bringen wußten, ans.„Sun" zufolge spricht man in der britischen Botschaft von dem Fall„Appam" al» von einem verteufelt geschickten Streich. Reuter meldet aus Norfolk: Leutnant Berg er- zählte noch, dag die„Appam" am IS. ttanuar SO Meilen nördlich von Madeira genommen wurde. Am 17. Januar griff die„Möwe" den Dampfer„Clan Mackavish" an, der nach einem heftigen Gefecht, wobei 18 Mann der„Elan Maetavtsh" getötet wurden, sank. Die „Appam". die bereits meilenweit entfernt war, kehrte zurück und retiete vier Mann der Besatzung des gesunkenen Dampfers, die In den Wellen herumtrieben. Später setzte Leutnant Berg auf Befehl des Kapitäns der„Möwe" Kurs nach Amerika. Die„Appam" hatte eine Kanon« an Bord, als sie erbeutet wurde, Diese wurde nach der „Möwe" gebracht, so daß sich, als die„Möwe" die„Farringford" erbeutet und in den Grund gebohrt und hierauf die„Eorbridge" mit einer Ladung Kohlen genommen. An Bord des letzteren Schiffes wurde eine Prisenbesatzung gegeben. Am 13. Januar begegnete die„Möwe" der„Dromonby", die keinen Widerstand bot und ver- senkt wurde, am 18. der„Ariadne" mit einer Weizentadung, die ebenfalls versenkt wurde. Die„Möwe" näherte sich dem Schiffe unter britischer Flagge und wechselte Salutschüsse. Als sie nahe genug herangekommen war, hißte sie die deutsche Flagge. Die „Appam" führte die britische Flagge, bis sie innerhalb der Drei« meilenzons kam. Bei der Ankunft erkannte Leutnant Berg, daß er nicht genug Lebensmittel an Bord habe. Er erhielt die Erlaubnis, für einen Tag Proviant einzunehmen. In einem anderen Telegvainni wird mitgeteilt, daß die „Appam" immer noch im Bereiche der Kanonen des Forts Monroe liegt und dort bleiben wird, bis das Staatsdepartement über sie entschieden hat. Die Zollbehörden hoffen, Mittwoch ein Schiff nach Norfolk oder Ä empört Neros senden und den bürgerlichen Passagicven aeststten zu können, an Land zu aelwn. Kapitän Harr! so n der„Appam" erzählt« dem Lotsen: ES war hellichter Dag, als wir sin Schiff sichteten, das aussah, wie ein gewöhnlicher Frachtdampfer, der langsam näher kam. Wir befürchteten nichts und trafen keine Voobereitungön, um Widerstand zu leisten, da wir aar nicht auf einen Angriff sskötzt waren. Plötzlich feuerte das Schiff als Zeichen für un», daß wir beidrehen sollten, vor unseren Bug und zugleich verschwand die falsche Berschanzung, die offenbar au» Segeltuch hergestellt war, und wir sahen ein« Batterie großer Kanonen. Wir ergaben uns ohne Widerstand. Ein« Prisen- besasung kam unter dem Schutz der Kanonen an Bord und ent« waffnete die Mannschaft, die In Kajüten eingeschlossen wurde. 29 deutsche Gefangene, die sich an Bon» befanden, wurden befreit und halfen den Angreifern. Als die Reise nach Hampion ange« treten ivuvde, wurde ein Deutscher mit dem Dienste in der draht- losen Station des Dampfer» betrau! und erhielt den Auftrag, alle Telegramme aufzunehmen, aber keine zu versenden, Besatzung und Passagiere dursten täglich tu kleinen Abteilungen Luft chöpfen. Auf diese Weise vermöchten die wenigen Deutschen di« Hunderte von Gefangene» leicht zu überwack>cn. Der Lotse teilt auch mit, daß die Passagiere sich nicht über di« Behandlung beklagt hatten. Freilassung üer Passagiere üer*ft>patn�. Washington, 3. Februar.» i ch I o s i e n werden, dann traf« weder da« deutsche Boit noch leine Regierung für diese unselige Wendung der Dinge die geringste Schuld." Die.Vossische Zeitung" sagt unter anderem: »Wir haben un« die größte Mühe gegeben, den amerikanischen Jnlereffen in der.Lnfliaitta'-Aiigeleaenhsit soweit wie nur irgend möglich enigegenzutommen. Biete unter un« sind der Ansicht ge- weien, daß vteie« Sntgegentommen bereits weiter ging, als not- wendig war. Wenn oll unsere Nachgiebigkeit bisher nicki die Beilegung des Falles ermöglichte, io kann das nur daran liegen, daß die Amerikaner über die Eiillchädigmrg im Einzelfalle hinaus die Grundsätze anerkannt zu sehen wünsche», die sie in ihrer Note aufgestellt haben. Sie oeriteikeii sich darauf, von uns die Erklärung zu bekommen, datz uns«» Entschädigung keine freiwlllige Leisiung, sondern wie der Jurist sagen wütde, dls Erttillung einer Dsltitsoüiiga- tlon ist. Wir haben uns bereit erklär«, die Frage, ob die Torpedierung der.Lustiania" völkerrechtswidrig Sifolgl iei oder nicht, dem Haagcr Schiedsgericht zu unterbreiten. Amerika aber verlangt, dast wir auf der Ereile zugebe» sollen, lchuldbafl gehandeil zu haben. Dt« Abgab« etner solchen Erklärung würde un» jeder Rechtsgrundlage für unferen Unier- feebootkrleg berauben. Wir würden dadurch zugesteben, datz die Regel» des EeelrieaSrechl«. die zu einer ge>« aufgestellt wurden, als man an Unterseeboote noch nicht dachte, wörtlich aus- gelegt werden müssen, nicht aber unter BerÜcksschtiaung der neuen Leewaffe-- sinngemäß erweitert— anzuwenden sind. Wir können un» nicht denken, datz die neuen Weisungen, die Graf Bermiorff von Berlin erhallen bot. ihn ermärtittgen. all unsere bisherigen Aiischauungeir in der Frage preiszugeben. Ist da» aber nicht geschehen, io mutz man sich d a r a u f g e f a tz t machen, daß eine Einigung überhaupt nickt zu erzielen ist, riiid daß di««rnsiesten Folgen immerhin nicht a» herhalb de» Bereiche» der Möglichkeit liegen." poincars über Frankreichs Kriegsziele. Pari», 2, Februar.>W. T. v.) Präsident P o i n c o r 6 hielt in Anwesenheit zahlreicher Offiziere und Parlamentarier bei einem von dem Blatt«„Journal" veranstalteten F.ste für die mit dem KrisgSkreuz auSgezelchneten Soldaten eine Ansprache, in der er unter Betonung der Einigkeit und der Begeisterung de« ganzen Volke» umer anderem nach längeren LuSkiihrungen über die kran» zösticke Geduld und den Knegswillen Dcutichland» und dessen Brutalität folgende» sagt»! Frankreich will nickt sein Opfer weiden. e« will nick» gezwungen werdtn zu einer erniedrigenden Vasallen- schafr, es will nicht nur seine politiich« Souvnän'iät be- wahren, sondern auch keine wirischastliche, moralische und gettuge Unabhängigkeit; et will seine Knliur. seinen Geist und seine Siiren unberührt erhallen. Wenn der Einsatz diese» Kriege« für Frankreich surchlbar sei, so sei er es nicht minder für die Berbündeien Front- reich», die»benfall« nicht die Beute getmanifcher Gier werden wollten, ja selbst die Neutralen könnten, wenn sie eine klare Bor« slellung von ihren dauernden Interesse» hätten, den» Konflikie nickt gänzlich gleichgültig gegenübelstehen. Auch sie häiien olle« zu iüichlen von den hinterhältigen Eindringlingen, die in den von ihnen unierzelckneteir Beilräge» nur Papirrsetzcn sähen und an der Bernichtuiig kleiner Völker ein wilde««'er- gnügen fänden. Zum Schlüsse kam Po'near» au! da» KriegSziel zu sprechen und sagle: Wir wollen alle, datz der Frieden unserem Land« Freibeit. Arbeit und Wohlfahrt stckert. Damit aber unsere einmütigen Wünsche stck verwirklichen, ist e« nöitg, das, der Friede, der unseren besiegten Feinden unsere Bedingungen vorickreivt, un» di« Provinzen wiedergibt, die un» die Gewalt ge- raubt hat, dast dieser Ftiede da» zerstückelte Frankrelch unveriedrt wiederherstellt und dost er un« ernsthafte Bürgschaklen bietet gegen den krtegertscheir Wahnsinn de« kaiserlichen Deutschland. die Zrauenarbeit tn üer französischen Munitionsinüusirie. Man schreibt un» au» A m st e r d a in: Die Verwendung der Frauenarbeit in der französischen MunitionSindustrie macht mit dem andauernde» Krieg« immer mehr Fortschritte. In Ereusot sowohl— den französischen Kiupp- betrieben— wie auch i» kleineren für den Kriegsbedarf ar- beitrnden Unternehmungen geht di« Zahl der Frauen bereits in die lausende. So sind in Bourge« 8000 Frauen in einer Fabrik iür Waffenbedarf tätig, in St. Etienne 1100 usw.— Der Munitionsminister Albert Thomas widmet der Heran- ziehung der weiblichen Arbeitskraft zur Munitionsfabii- kation keine besondere Ausmerlsamkeit. In einem neuer- ding« an die Unternehmer gerichteten Zirkular verweist der MunitionSminister tn dringlicher Weise auf die Roiwendigkeit, tn noch verstärkterem Mast« wie bisher Frauen heranzuziehen, einmal um den Busfall der Mobilisierten wettzumachen und um dem gesteigerten MunitionSbedarf zu genüge». Der Munitioniminlste« drückt tn dem erwähnten Zirkular auch seine Besriedigung darüber au», dost die Unternehmer bereit« zum großen Teil seinem früheren Appell Gehör geschenkt und Frauen nickt nur bei der Kontrolle u. dgl. sondern bei der direkten Er- zeugung von Geschossen und Waffen eingestellt habe». Andere Untenrehmen scheuen indes, sagt da» Zirkular, noch davor zurück, Frauen bei der dircklen Erzeugung zu verwenden, weil sie Schwierigkeiten bei der Arbeit selbst befürchten. Dieie Schwierigkeiten—.technische Probleme"— seien aber, wie der Minister sagt, von anbeten Unter- nehmer» glücklich gelöst worden. Und da auch die Organisaiio» der Arbeit, wenn sie einige Neuerungen erführe— wie z. B. di« Ein- sllhrung der ackistündigen ArdetlSschicht, die den kontinuierltckeir Be- trieb ermögliche— der Einstellung der Frauen kein« Schwierig- keilen entgegensetzen müsse, so hofft der Minister, daß bie ver- wendung der Frauenarbeit im Interesse der nationale» Verteidigung von den Unternehmen» noch mehr begünstigt| werden wird. Die Uttternehmer haben sich den Forderungen der Zeit und des Seschäit» in der Tat bereit« in der Weis« angepaßt, dab sie die technischen„Schwierigkeiten', die sich der grauenardeit in der Waffen« fabrikation bot, in der Weise gemeistert baben, dab sie besondere Hebe« und TranSporivorrichtungen eingesiihrt haben, so dab es .möglich' wurde— ob der grauenkonstitution nicht doch gesährlich, ist eine andere Frage— auch Frauen bei der Erzeugung a»ch der ichwersten Geschosse, zu verwenden.— Immerhin, der moderne Krieg mobilisiert nicht nur alle sür die Kriegslihrung und den Kriegsbedarf tauglichen Männer, sondern auch eine immer gröbere Anzahl von grauen. Und wenn die Frauen auch die Waffen nicht führen, io sind sie e« doch, die sie zum nichr geringeren Teil herstellen Dab»in Mitglied der Srbeiteipartei al« Minister die Werbe» arbeit sür dies« KriegSbetäiigung der Frauen übernehmen m»b gehör« eben mit zu den vielen verirrungen de« Weltkriege«. Zum Minifterwechfel in Rußlanü. Urber die Vorgeschichte der Demission Goremykins wird dem „Berliner Tageblatt' au» Stockholm folgende Version gedrabtet: An, SS. Januar fand«ine besondere MinisterratSkonferenz stau, auf der über die Wiedereröffnung der Duma wie die Dauer und das Programm der Tagung beraren wurde. Der gröbere Teil der Kabinetrsmitglteder war für sofortige Einberufung, odn« von vornherein die Dauer und da» Protiramm der parlamentarischen Arbeiten begrenzen zu wollen Dieselben Mininer sprachen sich auch für Zusammen» arbeiten zwischen Regierung und Duma aus. Die Minder- b e i t mit G o r e m y k> n an der Spitze erklärte, derarr von der Srärke der jetzigen Regierung iiberzeugl zu sein, dab diese selbst- ständig ohneHilfe d t r D u m a alle« erledigen könnre. Falls die Duma durchaus einberufen werden müsse, solle sich die Dauer ihrer Veralungen auf Erledigung de« Budget« beschränken. Da die Mehrheit siegte, ivurde G o r e m y k t n S Siel« lung unsicher und ,r reiste sofort am nächsten Tage zum Zaren in« Haupiquariier, um sein Abschiedsgesuch zu über» reichen. Man wird gut tun, weitere Nachrichten abzuwarten,»he man über die Emstebung der russischen Minisierkrise«in endgültige« Urteil fällt. Sollt« sich die obig« Darstellung bewahrheiten, so sind weitere Aenderungen tm Mmistntabinett nicht unwahrscheinltch. lieber den neuen Ministerpräsidenten wird aul Petersburg gemeldet: Ministerpräsident Stürmer erklärte einem Redakteur de« „Nowoje Wremja', seine Poliiik wird besonder» durch da« Streben gelciler, den Krieg zu einem guten Ende zu bringen. Keine Borschläge für eine» Sonder- frieden würden die Lösung der groben Probleme bringen, vor welche die Völker sich infolge de« Wellkrtege« gestellt sehen.„ES icheini mir,' erklärte Stürmer ferner,»dab dieseingen, die von finanzieller und wirischakllichcr Erschöpfung RubiandS sprechen, scherzen, denn da« Viussenvolt und Ruhland können nicht er» schöpft oder besiegt werden." Die russischen Blälier enthalten sich der Kommen- tare zu Stürmer« Ernennung und ziehen keine Schlüsse weil Slürmer schon zehn Jahre lern von jedem Amt lebte und es deshalb unmöglich sei. vorauszusagen, welche rnnerpoliiische Haliung er annehmen wird. Di« Blärler hoffen, dah«» Ihm gelingen werde, alle Kräfte in der Regierung und Verwaltung zu veretnlgcir. Iva« besonder« während de« Kriege» notwendig sei, und dah«r, wa» Goremvkin nicht gelang, die Hilfsquellen de« Lande« zu organisieren wissen werde, um den Sieg derjenigen, die an der Front da« Blut vergteben, zu sicher». Sozlalöemokratlscher Antrag im Storthing. Kristiania, 2. Februar.(W T. 99.) In der heurigen ge» Heimen Sitzung de« Siorthing« brachre der Fllhier der sozialistischen Gruppe ein« Vorlag« ein. durch welch« die Regierung eriuchr wird, den JntegritälSverrrag von 1V07 recht zeilig zu kündigen. Weiler wird die Regiernna ersucht, die tlforderlichen Schritte zu tun, um zwischen Nor weg und allen anderen selbstän digen Staaten Verträge abzuschlteben, durch welche die V«r rragschltebenden sich gegenseitig derpflichten, alle Streittgkeiten im Weg« de« Schieds- gericht« ohne Waffengewalt entscheiden zu lassen. Der Minister de« Aeubern erklärte, den ersten Teil der Vorlage nichl empfehlen zu können, bezüglich de« zweiten Teile« iagie er, die betreffende Frage werde bereu« im Ministerium bear- beilet. Der Antragsteller e, klärte darauf, fall« der erste Tetl der Voi läge nicht a n g e» o in in e n werde, beirachle er den letzten Teil al« erledig». Der erst« Teil der vorlag« wurde sodann mit alle» gegen lg Stimmen abgelehnt, der zweite Teil war damti erledigt. polltische Uebersicht. „Turchhalten." Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: ..Der Aufenthalt de» ReIch«schatzsekretSr« Dr. Helfferich ln Wien gab Gelegenheit zu einem eingehenden Memu»g«au«tausth mit den österreichischen und ungarischen Staattmännern über alle mit der finanziellen Kriegführung zusammenhängenden An» gclegenheitcn sowie zu einer allgemeinen Aussprache über die gemein samen Wirtschaft«fragen. Der Auttausch der Gesichtspunkte über die beiderseiiS ergriffenen und weiterhin zu ergreifenden Mahnahmen wird, wie niit Sicherheit erwartet werden darf, hier wie dort gute Früchte zeitigen. Einen besonderen Raum nahm in den Besprechungen die L a l u t a f r a g e ein, in der Deuischland durch die neugeschaffene Organisation de« Devisenoerkchr« einen Schritt auf neuer Bahn getan Hai. Sin wohlbedachte» und gut«Veiiendc« Ineinandergreifen der beiderseitigen Mahnahmen ist gerade auf diesem Gebiete von un- mittelbar praktischer Wichtigkeit. Auch über da« Zusammenwirken zur Festigung de« K r o n e n k u r s e« ergaben die Konferenzen volle Uebereinstimmung. E« bedarf keiner Hervorhebung, daß die Unter Haltungen die erfreuliche Uebereinstimmung der Ansichten über die Fähigkeit und den Willen der verbündeten zum Durchhalten in dem Finanz, und WirtschafiSkrieg erneut bestätigt haben." Die„Teutsche Fraktion" im Reichstage. Die neu« Fraktion, die sich im Reichslage jüngst gebildet hat. bedarf norb der Anerkenining durch den Aeltestenrat. Auf Grund erhobenen Einwand« soll In der nächsten Tagung erst klargestellt werden, in welcher Wels» die einheitliche Stellungnahme der Fraktion nach Matzgabe ihrer Zusammensetzung gesichert er» scheint. E« handelt sich hierbei um«ine grundsätzlich« Frage, da die Fraktionen ihrer ganzen Natur nach dazu dienen, ak« matzgebliche Vertretung der in ihnen zusammengeschlossenen, nach einberilichen politischen Anschauungen gnichieten Gruppen an der Führung und Aereiufachung der parlamentarischen Geschäfte reilzunehmen. Bei der Zulassung einer au« verschiedenen polltischen Gruppen gebildeten Fraktion lediglich al« parlamentarische Arbeit«- gemeinschaft hegt man nach Meldungen Berliner Blätter im Aeltesttnrat besonder» auch wegen der Konsequenzen Bedenken. Dir „Deutsche Fraktion' wird beim Beginn der nächsten Tagung sich schlüssig zu machen haben, wie sie ihre parlamentarische Aktion«» sähigteit nach Matzgab« der gellenden Grundsätze gestalten soll. Man denk» dabei an die Möglichkeit der Lufftellung einheitlicher Richtlinien für eine öieihe parlamentarischer Aufgaben. Klus der Vudgetkommffflo« des Srbgeordt»etenha«seS. In der Sitzung vom 3. Februar ISIS machte nach dem amt- lichen Bericht der Berichterstatter Mitteilungen über die Lage des Düngemittel Marktes. Staatsminister Dr. Helfferich, Staatssekretär de« Roichsschatzamis, machte vertrauliche Mittet luirge.» über die Fabrikation de« Stickstoffdünger«, die Leistung» fähigkeit der in« Leben gerufenen Reichswerk« und über die Orga »isation der Berieiluirg de» fabrizierten Stickstoff». Sr bemerkte im weiteren Berlaufe der Besprechung u. a.. datz die Reichtwerke bei Festsetzimg der Verkaufspreise für Kaltstickstofs Rücksicht nehmen mutzten auf die Rentabilitätsverhältniffe der Privatindustrie. Zu dem folgernden Punkt« or« Beratungsplane» übergehend, betreffend Acker be st elluna und menschlich« Arbeits kräfte in der Landwirtschaft, bracht« der Berichterstatter zahlreiche Wünsche der Landwirtschaft vor. Sin Kommissar de» Kriegsminister» macht« Mitteilungen im einzelnen über die Be urlaubung Militärdienstpflichtiaer für die bevorstehende Früh. jahrsbestellung. Sr wie» insbesondere darauf hin, datz angestrebt werden müsse und angestrebt werde, mehrere kleiner« landwirt- schaftliche Betriebe unter Leitung eine» erfahrenen Landwirt» in Gemeinwirtscktaft zu nehmen. Bei der Beurlaubung landwi rischaft licher Betriebsleiter und ArbsitSkräft« spreche neben der irotwem digen Rücksicht auf die Erhaltung der landwirtschaftlichen Produk tion auch die Rücksicht auf die jeweilige taktische Lage mit. Die Kriegsgefangenen kämen nach wie vor vorwtegend für die größeren Betriebe in Betracht. Demgegerrüber wurde an» der Kommission von mehreren Seiten darauf hingewiesen, daß die Verwendung vor, Kriegsgefangenen auch in kleiner«» und mittleren Betrieben uner» lätzlich fei, wie sie sich denn auch bi»lang in der Praxi» durchaus bewährt habe._ Verlust der deutschen Staats,«geHörigkeit. verlin, g. Februar.erstroh« aller Vorräte, ohne Rücksicht auf die Mindefimengen, meldepflichtig geworden, Ebenso ist die bisher in manchen Fällen erlaubte schätzungsweise Angabe des Ae. wichte« nur noch bei den bereit« in Verarbeitung befindlichen Spinnüosfen oder bei Bastfakerstroh zulässig! bei alle» anderen Spinnstoffen und bei Garnen bedarf e« für eine nur schätzungsweise Angabe des Gewicht« einer besondoven Genehmigung. Auch ge- spulte Garn« sind meldepflichtig. von den von der Meldepflicht befreiten Vorräten lind besonder« hervorzuheben die in handel»f«rtiger Aufmachung vorhandenen Strickgarn« und die tm Besitz von Haushaltungen für den Hau» gebrauch befindn-be» Garne. Es ist zu beachten, datz die Bestandsmeldung der am 1. Februar lssit» vorhandenen Vorräte bereiis auf Grund der veränderten Be. stimmungen erfolgen soll. Der Wortlaut der NachttagS-B«kannt. machung, die die umfangreichen Bestimmungen über die Melde. Pflicht der von der Bekannimacknrng beirofienen Gegenstände in einer neuen zusammenfassenden Form enthält, ist bei der Polizei. behördc einzusehen. Bayern und die Lebensmittelversorgung. In Norddeuischland herrscht vielfach die Anschauung, datz in Bayern ein Uebcrflutz an Butter, Eiern und Fletsch vorhanden sei, Ueber die Ausfuhr von Lebensmitteln au« Deutschland wird von tuständiaer Lette folgende Darstellung gegeben: im Herbst kgmen würnembergische Händler nach Bayern, speziell nach dem AllgS». kauiten dorr grotze Mengen Butter auf und verkauften sie mit be- deutendem Gewinn nach Norddeuifchlaud. E« sollen bei diesem einträglichen Handel Millionengewinn« erzielt worden sein. Um diesen Händlern de» Handwert zu legen, und um den Sigenbedar der bayerischen Bevölkerung an Buner sicher zu stellen, wurde in Bayern die Butter Verteilung« stell« gegründet. Sin allgemeine« Autfuhrverbot sür Butter existiert, wie gegenüber falschen Anschauungen in Norddeuischland festgestellt sei, in Bayern nicht, sobald die Butierverieilunasstelle die Ueverzeugung hat, datz der bayerische Bedarf gedeckt ist, lägt sie eine Buiterai>«f»hr zu. Die Statistik weist nach, datz die bayerische ButtcrouLfuhr recht be- deutend gewesen ist. E« betrug iiämttch in den Monaten November, Dezembor und Januar die gesamte bayerische Vuitererzeugung SO 000 Zentner davon wurden»n Bayern verbraucht. SSSO, zur Ausfuhr gelangten...... 12130. Bayerische Butler ging nach Sachsen, Hessen, Baden, Elsast- Lothringen, kleine Ouantitäien auch nach Preutzen. In«rsiee Reihe bedachte die bayerische Butierverterlungtstelle nairirgemStz diejenigen Orte, die schon von jeher gröhere Mengen bayerische Bulter bezogen hatie». Die ButierverieilniigSsielle stellte autzerdeur die Bedingung. datz die mlt bayerischer Butler bedachten Gemeindin die Butter- preise ebenso niedrig bemessen wie in Bayern. Bon der bayerischen BuiierauSsuhr einfielen etwa 2000 Zentner auf Sachsen und 570 Zentner auf Preutzen.-- Bayern hat auch kein Ausführverbot für Eier erlassen, ebensowenig für Fett. Eier sind in recht bedeutenden Mengen zum Preise von 12—1« Pf. pro Stück au« Bayern au»- geführt worden. Die Ausfuhr von Vieh und Fleisch ist nur nach Oesterreich-Ungarn verboten, da Händler ganz« Viehherden nach Oesterreich verkauften. Di« Eesahr, datz Händler grotze Fleisch- mengen für die Konstrven- und Wurstsabrikation auskausten, ver- anlatzte Bayern zur Errichtung einer Fleischverterlung«- stelle, die die entsprechenden Funktioneu wie die Bruterverteilung«- 1 »stelle auszuüben hat. Di« Srlaubni« dieser FleischverteilungSstell« ist einzuholen, sobald e« sich über die«ussuvr von Fleisch über 5 Kilogramm handelt. Diese Erlaubnis wird aber bereitwillig er- teilt, sobald Kommunen und Kommunalverbände die Bezieher sind. Die Ausfuhr von Fleisch und Butter unter ö Kilogramm ist in Bayern jederzeit erlaubt. Zur Regelung der Butterversorgung. In ganz Sachsen ist die Butterkarle eingeführt, die aber nicht verhindert, datz nach wie vor die Butiergeschäsie belagert werden. Zur Aenderung dieser unwürdigen Verhältnisse hat nun Dresden fol» gende Bestimmungen erlassen: Die Buiiererzeuger In Dresden sowie die auswäriigen Landwirte und Kleinhändler, die unmiiiell'ar nach Dresden liefern, müssen der beim städtischen Lebensmiiielausschutz eingerichteten Butierzentrale alle vier Wochen ihre in Dresden er- zeugten bzw. abgesetzten Vorräte anzeigen. Der einheimische Handel mutz jeden Sonnabend die Gesamteinfuhr der letzten Woche anmelden. In der Stadt darf Mittwoch«, Donnerstag« und Freitag« von den Geschäften kein« Butter abgegeben werden. Wer au» anderen sächsr- schen Orten bezieht, mutz seine Buiterkari« vorher au den Verkäufer einsenden. Da« wichtigste ist nun aber bei der Dresdener Regelung. datz jeder Käufer feinen Butterbedarf für die Woche bi» spätesten» Dienstag» bei seinem Lieferanten durch Abgabe seiner Buiierkarte (übrigen« eine» ganz einfachen Zettel«) anmeldet. Da« kann auch auf vier Wochen im vorau» geschehen. Die Händler, die ein Kunden» buch zu führen haben, müssen bi« Mittwoch» unier Einsendung der Butterkartenabschniiie ihren gesamten Butterbedarf und ihren Buttervorrat dem zuständigen Bezirk anmelden. Für den Fehlbetrag erhalten sie einen Wochenauswets, den st« an ihre Grotzhändlor weiter zu geben haben. Diese müssen die AuSlveise sammeln und bis Don- nerStag«, ebenfalls unter Angabe ihrer Vorräte und ihre« Bedarfs, der Butterzentrale einsenden. Auf Grund dieser Angaben, die also Butterbedarf und Buttervorrat ganz Dresden» bezeichnen, und unter Hinzurechnung der ihr behördlicherseits zugewiesenen Butierinengm gibt nun die Butterzentrale am Freitag bekannt, welche Menge auf jeden Butterabschnitt entfällt. An den VerkausStagen Freitag, Sonn- abend, Sonntag und Montag holt sich dann jeder Käufer seine Butter ab. Sr weitz dabei genau, datz jeder andere Dresdener Bürger, ganz gleich, ob„guter Kunde" oder nicht, ob bemittelt oder unbemittelt, auch nur das gleiche Quantum erhalten kann, soweit er e« vorher anmeldete. Er hat aber auch die sichere Gewähr, datz er seine Butter überhaupt bekommt, ganz gleich, zu lvelchcr Tagesstunde er sie ab- holt._ Erhöhung des RohzuckerpreiseS. A in t l i ch. Berlin, 3. Februar.(33. T. 33.) Der Bundesrat hat den Preis für Nohzuctor auS dem kommenden Betriebsjahr 191(5/17 auf 15 Mark für den Zentner erhöht, mit der Matzgabe, datz der Mehrbetrag gegen- über dem bisherigen Preise auöschlictzlich zur Erhöhung der an die Rübenbaucr zu zahlenden Preise zu verwenden ist. Die rübenverarbeitenden Fabriken haben für die tm Betriebs« jähr 191(5/17 an sie zur liefernden Zuckerrüben mindestens 45 Pf. mehr als im Betriebsjahr 1913/14 zu zahlen. Der erhöhte RohzuckerprciL gilt nur für das künftige Betriebsjahr, d. h. für die Zeit nach September 1919. Im Bundesrat besteht Einverständnis darüber, datz eine Beschlag- nähme der Rübenschnitzel für Zwecke der Allgemeinheit, wenn sie sich als unumgänglich erweisen sollte, auf dav unbedingt Notwendige beschränkt bleiben und tunlichst nicht in dem Um» fang wie im Vorjahre geschehen soll. Der Bundesrat hat sodann die Verwendung vor Ver- brauchszuckec zur Viehfütterung und Branntweinher- stellung verboten, zu technischen Zwecken nur mit Ge- nehmigung des Reichskanzlers für zulässig erklärt. Eine Ver- Wendung von VerbrauchSzllcker zu Heil-, Genutz- und Nahrungsmitteln sowie zur Bienenfütterung bleibt unbeschränkt gestattet._______ Kriegsbekanntmachungen. Postanweisungen an Zivilgesangene in Rustland. verlin, 3. Februar.(W. T. B.) Die Königlich schwebische Post- direktton tm Malmö-Drstrikt, durch deren Vevmittlmrg Post- anweisungeu an Kriegsgefangene in Rutzland versandt werben, hat bekannt gemacht, datz die russische Postverwaltung nunmehr auch Postoiüveisungen an Zivilgefangeire zulätzt, wa« früher nicht der Fall war. Nach wie vor sind indes Postanweisungen an solche Personen feindlicher Nationalität, die beim Kriegsausbrüche freiwillig in Rutzland geblieben sind und dort, obwohl unter polizeilicher Auf- !icht stehend, privat wohnen, unzulässig. Postanweisungen zu emp- angen steht nur solchen Zivilpersonen feindlicher Natroiralität zu, sie aus militärischen Gründen oder auf Befehl der Militärbehörden in Gefarrgenenlagern oder in Gefängnissen interniert sind. ES wird dcshalb bezüglich der Postanweisungen an Zivil- gefangene in Rutzland anacrateu, tir der Adresse(die auf die Rück- feite de« Abschnittet zu schreiben ist, während die Anweisung selbst an das Postamt Malmö 1 Upa gerichtet werben mutz) deutlich an- zuaebe», datz der Empfänger interniert ist, da cS sonst möglich ist, datz die rrrfsischeir Behörden die Anweisung ohne nähere Unter- suchung zurücksenden.__ Letzte Nachrichten. Unbegründete Gerüchte. Berlin, 3. Februar. �W. T. B.) In ver Markthalle an der Invaliden- und Acker st ratze wurde heute beim An- drang de« Publikums zum Dchmalzverkauf ein eiserner Ofen um- geworfen: Personen wurden dabei nicht verletzt. Dieser Vorfall veranlatzte Gerüchte von Ävawallen und Waffengebrauch der Schutzmannschaft, welche jedoch vollständig undegcündet sind. Tie Behandlung der„Appam". Washington, 3. Februar.(W. T. B.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Graf Be r n st o r f f teilte Herrn Äanstng formell niit, datz die„Ä p p a in" als Prise auf Grund der Bestimmungen des preutzisch-amerikanischen Vertrages, worin der Besitz des Fahrzeuges demjenigen verbürgt wird, der es erbeutet hat, nach Hampton Noads gebracht würde. London, 3. Februar.(W. T. B.) Reuter erfährt, datz das Staatsdepartement in Washington dein britischen Bot- schaftcr mitteilte, datz dem britischen Mzetonsul in Rorfolk lestattct worden ist, sich mit den Pafsagrcren der„Rpparn" n Verbindung zu setzen. Die Behörden wurden angewiesen, ofort die Landung aller an Bord bcfmdlichcr Personen mit Ausnahme der Prisenbesatzung zu gestatten. Die britische RegierilNss hat noch keine Nachricht von einer Entscheidung der Vereinigten Staaten über den rechtlichen Stand der „Appam". Die Angelegenheit wird jetzt beraten. Flicgerunsälle in Frankreich. Bern, 3. Februar.(W. T. B.) In Frankreich haben sich gestern mehrere schwer« Fliegerrmfälle ereignet. Zwei Flieaer sind bei BeconleS Bruyereö abgestürzt und wurden schever verletzt in« Krankenhaus gebracht; tödlich verunglückten ein belgischer Flug- chüler Uber dem Flug selbe Tille Sauvage bei Eiampe« und ern vierter Flieger bei einem Fluge über Aulnay sou« bor«. Die Appa. rate stnd sämtlich zerstört worden. Gewerkfthastliches. Verlin und Umgegend. Ter Verband als milchende Kuh. Ein interessantes Schulbeispiel dafür, wie manche Arbeiter und Arbeiterinnen zur Organisation stehen, bot eine Klage, die in der letzten Sitzung der Schlichtungsiommission sang- und klanglos zu Grabe getragen wurde. Ein Zwischenmeister hatte auf dem Regreß- Wege gegen einen Vorderunternehmer geklagt und 2000 M. erhalten, die er selbst einstecken wollte. Kunze vom Schneiderverband, dem von einer Anzahl Arbeiterinnen und Arbeitern die Vertretung übertragen worden war, erreichte, daß das Personal von den 2000 Vi. 1600 M. ausgezahlt erhielt. Nunmehr klagte der Schneiderverband neuerdings gegen den. selben Zwischenmeister, und es wurde Regreß erhoben gegen einen andern Hauptlieferanten. Im Vergleichswege erhielten 26 Arbeite- rinnen, für die der Verband geklagt hatte, 3000 Vi. ES waren nun aber auch noch Arbeiterinnen und Arbeiter da, die bei der ersten Verteilung etwas erhalten hatten, sich dann jedoch um nichts mehr kümmerten. Als sie jetzt hörten, daß wiederum eine Summe von 3000 M. verteilt worden war, verlangten sie nachträglich einen Teil davon ab. Damit kamen sie aber beim Verband schön cm, zumal der Zwischenmeister vor Gericht folgendes mitgeteilt hatte: Als die Klagezustellung erfolgt sei, habe er sie in seinem Betriebe laut vorgelesen und fem Personal habe hell hinausgelacht über die an- geblich unsinnige Forderung. Von den Verbandsvertretern wurde daruui den Betreffenden gesagt: Habt Ihr über unsere Klage gelacht, so könnt Ihr jetzt auch sehen, woher Ihr was bekommt. In der letzten Sitzung der Schlichtungskommission traten sie denn auch an: Kunze führte auS: Lediglich, weil die Kläger durch das Ein- wirken des Verbandes schon einmal ganz unvermutet zu Geld ge- kommen seien, glaubten sie, das ginge nun immer so. Er denke gar nicht daran, etwas an dieselben auszuzahlen. Niemand könne den Verband zwingen, für ihn einzutreten. Sie hätten sich um Ihre Interessen kümmern sollen. Von den 3000 M. erhielten sie jedenfalls keinen Pfennig. Hätten sie vorher über die Klage des Verbandes ge- quietscht, so könnten sie jetzt zu ihrem Arbeitgeber gehen. Fritze vom Kürschnerverband erwähnte noch(es waren Mützen, die angefertigt worden waren), daß die Klage damals um zirka 10 000 M. gegangen sei. Der betreffende Zwischenmeister hatte gegen 100 000 Feldmützen angefertigt. Die Schlichtungskommission hatte damals festgestellt, daß 83 Heimarbeiterinnen an die 30 000 M. zu wenig gezahlt worden waren. Auf Anraten der Kommission nahmrn die Kläger ihre Klage zurück. Gleichzeitig hatte sich die Kommission wieder mit den mysteriösen Sandsäcken zu beschäftigen, die angeblich für Bulgarien gewesen sein sollen, deren Auftraggeber aber bis jetzt nur den Göttern bekannt sein dürsten. Der Sitzungsraum war denn auch wieder dicht gefüllt mit Sandsacknäherinnen und-nähern, die ihre Meinung sehr oft � durch impulsive Zwischenrufe zu erkennen gaben. Zwei Beklagte waren mit Rechtsanwälten im Gefolge erschienen. Der eine davon j machte geltend: DaS Gewerbsgerichi habe erst am gleichen Vormittags qine ähnliche Klage abgewiesen, da die Tariffestsetzung des General- kommandos erst am 1. Januar d. I. in Kraft getreten sei. Der gleiche Tatbestand liege hier vor, er erhebe dieselben Einwände übrigens gegen alle derartigen Klagen. Auch sei es nicht der letzige Sandsack gewesen, sondern ein solcher, der weit weniger Arbeit erfordert hätte. (Hier protestierten die Arbeiterinnen einmütig.) Ferner handle es sich um keinen amtlichen Auftrag, da sie für Bulgarien waren. v. Schulz:„Ist denn das den Frauen gesagt worden?" Die Frauen:„Nein, nein!" Kunze führte aus: Das Urteil des Gewerbegerichts komme hier gar nicht in Betracht. Selbst wenn das Gewerbegericht mal ein Fehlurteil fälle, so gehe das die Kommission nichts an. Die Schlich- tungskommission urteile selbständig. Er beschästige zurzeit auch 300 Personen und zahle die vorgeschriebenen Preise, obgleich diese Säcke tatsächlich leichter herzustellen seien, da es em anderes Muster sei als die früheren, was auf die der Klage zugrunde liegenden Sand- säcke nicht zutreffe. Uebrigens: Wenn Bulgarien Säcke brauche, habe es die gleichen Löhne zu zahlen wie die deutsche Heeresleitung. Er halte die Angelegenheit für genügend geklärt, der Tarif ist nicht ein-! gehalten worden, das stehe fest. Der Beklagte Noack erwähnte auch in der Sitzung, daß er die Firma Mendelsohn u. Co. auf 30 000 M. und diese wiederum die j Firma Wollheim u. Ossenbach auf mehrere Hunderttausend Mark verklage. Das Gericht beschloß, noch eine weitere Beweisaufnahme vor- zunehmen. Die Sache wurde vertagt. In der nächsten Sache handelte es sich um ein seltenes Bor- kommnis: Ein Arbeiter glaubte sich um 3,50 M. geschädigt, ging schnurstracks nach Spandau und meldete es der Behörde, die dem Unternehmer prompt die Arbeit entzog, bis er den Beweis erbringen würde, daß er nur fahrlässig gehandelt habe und die Wünsche der Militärbehörde respektieren wolle. Der Unternehmer gab an, die Klage habe ihre Ursache in einem Mißverständnis, das seiner Frau passiert sei. Im übrigen bat er die Schlichtuugskommission. die An- gelegenheii zu regeln, er habe dem Manne die 3,50 M. sofort aus-! gezahlt, erhalte aber schon 6 Wochen lang keine Arbeit mehr. Dem' Wunsche des Unternehmers wurde entsprochen, indem der Arbester die Erklärung abgab, daß er keine Ursache gehabt habe, den Unter- nehmer des Lohndrucks zu bezichtigen. Erleichtert verließ der letztere den Sitzungsraum. Es kamen sodann noch einige Klagen zur Verhandlung, die daL. Kürschnergewerbe betrafen und teils an die ordentlichen Gerichte ver-! wiesen, teils vertagt wurden. In dem einen Falle erbot sich die Ver- 1 treterin des Obermeisters Lampe, an den Vertreter des Kürschner- Verbandes Fritze 549,45 M. nachzuzahlen. Diese Partei scheidet nunmehr auS der Reihe der Beklagten aus— also eine Art Separat- friede. Die Rahmenlnacher hatten im letzten Jahre eine günstige Kon- junktur. Die Mitglieder erhielten in jüngster Zeit sowohl eine I Lohn- als auch eine Teuerungszulage. Es ist hierbei zu erwähnen,! daß bei Ausbruch des Krieges vielfach Abzüge vorgenommen lourden, und zwar bis zu 33 Proz. und darüber. Um so mehr war es geboten, die Löhne wieder auszugleichen. Es wurden auch reichlich Frauen und Mädchen als Leimerinnen ausgebstdet, in der ausgesprochenen Absicht, die Löhne herunterzubringen. Die 50stündige Arbeitszeit ist Wohl überall durchgeführt. Auch die im Juli tariflich fällige Zulage ist, soweit es sich übersehen läßt, zustande gekommen. Zwei Maß- regelungsfälle sind vorgekommen. Die Geschäftslage ist zurzeit auch noch so. gut, wie kaum je. Natürlich hängt dies damit zusammen, daß sehr viele Berufsange- hörige zum Militär eingezogen worden sind. Ueber die Laschheit der Mitgliedschaft in Organisationsfragen wurde in der letzten Branchen- Versammlung sehr geklagt. Ein Redner bemängelte die Schreibweise der»Holzarbeiter- zeitung" sowie die Halwng des„Correspondenzblattes der General- kommission". So könne es nicht weitergehen. Die Branche könne verlangen, daß der Vertreter des Holzarbeiterverbandes kundgebe, wie er sich zu der Haltung der Generalkommission stelle. Der nächste Redner verlas den Leitartikel aus der letzten Nummer der..Holzarbeiterzeitung". Wer so schreibe� vergesse, daß viele Mitglieder schon 20, 30 Jahre mit ihrem Herzblut für die Organisation gekämpft haben. Diese Richtung machen die Mit- glieder nicht mit. Der folgende Redner meinte, das komme von der Sucht, oben anerkannt zu werden. Den Arbeitern sei damit aber wenig geholfen. Um die Aemter niederzulegen, sei dies alles aber kein Grund, jeder müsse auf seinem Posten ausharren, Es wurde ein Antrag eingebracht, der besagt: Die Kommission wird beauftragt, die Anfrage an die Verwaltung zu richten, wie sich die Vertreter des Holzarbeiterverbandes in der Generalkommission zu dem Beschluß derselben betreffend den Standpunkt der Mehrheit in der Reichstagsfraktion gestellt haben. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. veutf&es Netck. Hilfsmaßnahmen für arbeitslose Textilarbeiter. Für die Provinz Westfalen sind in einer von den Behörden, vom Generalkommando, von den Gemeinden, den Handelslammern, Unternehmern und Arbeitern beschickten Konferenz vor einigen Tagen Hilfsmaßnahmen besprochen worden. Bindende Beschlüsse wurden nicht gefaßi. Man hat sich u. a. mit der Umgestaltung stilliegender Tcxtilfabnken in Munitionswerkstätten und mit der Verpflanzung anderer Industrien. namenilich der Tabakindustrie, in die betreffenden Orte beschäftigt. Für die Gewährung von Unterstützungen wurden.Richtlinien' ausgestellt und gutgebeißen, die u. a. die Verpflichtung für die Erwerbslosen vorsehen, Arbeit auch außerhalb ihres bisherigen Berufs und Wobn- orts zu übernehmen. Den Gemeinden wird empfohlen, unter Be- rücksichtigung örlticher Verbältnisse Regelleistungen festzusetzen, die mit zunehmender Kriegsteuerung von Zeit zu Zeil nachzuprüfen wären. Die Unterstützungen sollen teilweise in Lebensmitteln ge- währt werden können. Ferner ist vorgesehen, daß Abzüge für Miere und eventuell Hypoihekenzinsen gemacht werde» können, die un> mittelbar an den Vermieter oder Hypothekengläubiger abgeführt werden sollen. Die Durchführung soll besonderen Ausschüssen über- tragen werden. iSetteranSsschte» für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabend mittag. Ein wenig wärmer, vielfach heiter, aber verändcr- lich, ohne erhebliche Niederschläge. HontKeNv» Theater. Direktion: Max Re-nhardt. T'/j Uhr: Marl» �tnart. Bonnabend: Der Itiborpeln. Sonnt. Ü.nd.Pr.): Wetterleuchten Kän»nier»piele. Sonnab.: Der Welbotenfe). Sonnt-Snd.Pr.): 0 deutsch. Kleinstadt. Volksbühne. Theater a. BDIowpl. 8 Uhr: Das Mirakel. Dir. Meinhard-Bernauer. Theater i.d.Königgratzerstraße 71/, U.: Gütz f. Rerlichtncen. Komödienhaus 81/, U: Die riltnelhafte Fran Berliner Theat. 8 Uhr: Wenn zwei Hochzeit machen. Lessing»Theater. Direktion: Victor Eiarnowsky. 71/, Uhr; Peer Gynt von Ibsen. Musik von Grieg. Sonnab.: Die gutgeschnittene Ecke. Deutsches Kliustler-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die Bellte Exzcllcns. URANIA TaubenstraSe 48/49. 8 Uhr: Aegypten, derSoezkanal und der Weltkrieg. Theater für Freitag, 4. Februar. Deutsches Opernhaus Chariottbj. s uhr: Die EntlShrong il Serail. Friedrich-Wilheimstädt. Theater. 8 DHr: Der plige Kadett jÄ o.br. Herrnfeicl.Th.at.r s uhr: Sokrates um! Perlmuiter. Kleines Theater. s mtr: Ben) Jsttchen Gebert Komische Oper. 8 Uhr: Jane maU man Bein. tinstspielhan». sv. uhr: Der Gatte des Fräuleins. Metropol-Theater s uhr: Die Kaiserin ÄLU ResIdenB-Thenter 81/, Uhr:„l-oge Ko. 7". Sonnt SV.: l»c Prinzessin»cm Nil. fflontla Operetten-Theater Gastsp. Ed. Lichtenstein aus Hamb. s uhr: Der Sterngucker. Scblller-Tlieatcr O. s uhr; Zwei glückliche Tage. Schlller-Th.Charlottenbg. 8 ehr: Rosmersholm. Thalia-Theater. s uhr Drei Paar Schuhe. Theater am\ollenrtorfpl. Zum 500. Male: sv.ü.: ImmeF feste druff! Theater de» Weatens s utr: D. Fräulein v. Amt mit Guido Thieischer. Trtanon-Theater. 8v.ü.: Kerheiratete JunggeseDen. Sonntag, den 6. Februar, im Gewerkschaftshaus, SO., Engelufer 15: Heiterer Kunstabend unter freundlicher Mitwirkung von Kraul. Else Baeck. Rezitation heiterer Prosa, u. Hrn. Leonhard llulman», Lieder zur Laute. N�hro|�msfes Geselliges Beisammensein. Eintrittskarte 30 Pf. Saalöffnang 6 Ubr. Anfang 7 Uhr. XXX Garderobe 20 PI. XXX W Einlaßkarten sind zu haben bei Heyse, Boyenstr. 19; llorBch. Engelufer 15; in der Geschäftsstelle� Erlt» Krime, Mariannenstr. 11(MoritzpL 1575); in den übrigen Zahlstellen sowie im Gewerkschaftshaus am Büfett. Verwaltnngsstelle Berlin ft N 54, LInlenstraBe 83-85 Telephon: Amt Norden«5, 1239, 1987, 9714. Bureau gefiffnet von 0—1 Uhr und 4— 7 Uhr. Sonnabend, den 5. Februar 1916, abends SV« Ubr, im Lokal von Franke, Badstr. 19: Gr. LiehtbilderYortrag des KoUegen üanterbach, Stuttgart: „Die Entwicklung des deutschen Schiffsbaues." Eintritt 10 Pf. Zahlreichen Besuch unserer Kolleginnen nnd Kollegen zu diesem lehrreichen Vortrag erbittet _ Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 6. Februar 1916, abends 6 Uhr, in den Pharussälen, Müllerstr. 142: Unterhaltungs- Abend der Eisen-, Metall- und Revohrerdreher sowie Rundschieifer. Vortragsfolge: t. Tord Foleson von Uthmann, aus dem Norwegisohen. Gesangverein„Namenlos". 2. Vortrag. Kollege K. Müller. 3. Llchtbildertortrag. Kollege Lauterbsoh, Stuttgart 4. Rezitation. Herr B. Koppel. 5.„Ich warte Dein" von Uthmann.— Clara Bohm-Schnch. Eintritt frei. Garderobe 20 Pf. SaelSffnung 5 Uhr. Nach der Vorstellung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Zur besonderen Bcachtang! Sämtliche an Drehmaschinen beschäftigten Kolleginnen nnd KoUegen sind hiermit eingeladen. Auch die unserer Organisation nicht angehörenden Kolleginnen werden Interesse an der Veranstaltung haben und sind dieselben herzlich willkommen. Die Ketlegen mOmn sieh durch Mitgliedsbuch legitimieren. 111/11 Ole Ortsvenraltung. >| ♦ Lggnazxxzzxszz»� "Betantm. Redakt.: Alfred Wielevv. Reukölln. Inseratenteil verantw. JU Serliner Konzerthans. j£jrj\ Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute: Große Kaiser'GeburtstagsePeier. Veranstaltet vom Verein ehemaliger Kameraden des KSnigm-Elisabeth- Garde-Grenadier-Regts Nc. 3. Berliner Konzerthaus-Orchester Femer haben ihre Mitwirkung gütigst zugesagt: Berliner Uederkranz. Leiter: König!. Musikdirektor Wilh, Handwerg. Erl Gretei Blähe und Herr Jacques Bilk vom Dt. Opernhaus. Anfang 8 Uhr. Klntritt 50 Pf. Anfang n Uhr. Karten im Vorverkauf im Berk Konzerthause und den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. AUe Vergünstigungen aufgehoben. Luisen-Theater. 8.15 Ubr täglich: Mattersegen. Sonnab. 4: Max nnd Moritz. Sonntag 3: Bettelstudcn ten. Freitag, den II. Februar 1916: Benefiz Fritz Ritterfeldt: „Charlotte Klinger4'. Rose-Theater. � Gestern rioebaDl stolzen Rom Morgen nachm.: Der gestiefelte Kater. Walhalla-iheater. 8 mr: Grigria Sonntagnachm.: Die Fö rster-Christl. Neuer Spielplan! Clotllde von Derp. Tänze. I 4 Veras, Drahtseilkünstlerinnen■ 2 Milfords, Excentrics 7 Sennets, kom. akrob. Szene Wilma, Sandmalerin Mar u. Moritz, radfahrende ÄSen Kaufmanns RoUsohuhläuferinn. Gebert Delling, kom Dressuren u. a. m. Kineniatograph. Außerdem: Abcnda O Uhr: Die schöne Komödiantin Operette in 1 Akt v. Eugen Burg u. Louis Taulstein. Musik von Ueo Ascher. Mitwirkende- Else Derne— Lette Werkmeister v. Thalia- Theat a. G. Gutta* Matzner— Heinrich Peer Julius Splelmann_ V oigt-Tlieater. Badstr 58. Sadstr. 58. Freitag, den 4. Februar: „Lenore" oder:„Die Grabcsbraat". Sonnt. 3 Ubr:„Goldene Jugend.- Montag:„Eine Nacht in Berlin.» Kasieneröisimng 7 Uhr. Am. S Ubr. Anl. 8 Uhr. Sonnt ZV, u. 8 Uhr. Joseph Plaut und das große, vorwiegend heitere Februar-Programm. Fliegende Hunde— Margarethas Wundergarten— Asra— Büron— Merkel— Geschw. Holz usw. Possen-Theater Linienstraße, a. d. Pnedrichstr. Melonenbaum. Posse mit Gesang v. Theo Halten. Meschugge ist Trumpf Posse i. 2 Akt- v. Leonh. Haskelmit Leonh. Haskel n. Siegfried Berisch. Anfang SV. Uhr. Tgl. 8, Sonnab.u Sonnt. SVjU.SUhr. Das vollständig neue Pehrnar-Prosramm!u.». FuO' Radsprung Ober 12 Pferde. Radotzkys huinor. Bären dress. Lotte Revos Sensation. Lnftakt Gebr. Lindsens Matrosenspiele a. 15 in hohem schwankenden Mast. Ferner prolongiert: Herr u. Frau Direktor Althoffs ganz neue Meislerdressuren „Puppchen', d. Operettenpferd. 3 Schi». Biumenleld.— Geschw. Jansiy.— Polly Dassl, urkom. Spaßmacher. Znm SchlnB: WftMnfefmdf[/}ins 0. weit, ungestüm. Andranges weg. DM- wiederum Sonnabend nachm. S'/j Uhr: Ein Wintermärchen. Ari�geausr feftangdheffen am 3*> SSaSt 50 Pfg. Reiciishallen-Theater. Stettiner Sänger. Auw Schiaß: m Ir Emii". Ansang 8 Uhr. Casinos Theater itolbringer Str. 37. Tagt. 8 Uhr: Stürmischen Beifall— Groß. Lachersolg erzielt allabendlich der Pofseisschlager Was machste tut? Dazu das große Spezialitälenprozr. Sylvester-Trio, die best Fangtünstler. Sonntag 4 Uhr: Familie Schnase. Aümiralspalast Lis-Arens GroßeH 8is-SaUett. »V. Uhr.*. S. 4 M. VorBügllche Köche. fft Gipckf. R»ri>n �riii« m.«erl/tg;«QrwartS Suchdr. iL VerlaaSanuaU ffittiil Smaer& Co> Berlin S W. Hierzu 1 Beilage n. Uuterhaltungsbl. Nr. 3-L 33. ZakrMg. Bcilnilt des„HoriBirtü" üttlintt öcllislilitt. Freitag 4. Februar 1916. /lus See Partei. Ausbau der Parteikorrespoudeuz. Suf Beschlutz des Parteivorst au des wird von jetzt ab die.Sozialdemokratische Partei- Kor- respondenz* jede Woche herausgegeben werden. Bis zum Ausbruch des Krieges erschien sie alle Ii Tage, nach Kriegsausbruch unregelmätzig. Die.Partei-Korrespondenz' wird auch in Zukunft da? zur Be- urteilung der poliliiche» Situation nötige Material bringen und von wichtigen Vorgängen und MeinungSäutzerungen innerhalb der Partei fortlaüiend Notiz nehmen und, wenn nötig, sachliche Richtigstellungen dazu geben. Die.Partei-Korrespondenz' soll in Zukunft weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden. Besonders den Kreis- und OrtSvereinSvorsiyenden und den Funktionären der Partei soll sie durch die Bezirksorganisationen regeln: ätzig zugestellt werden, au die Anfragen wegen Lieferungen zu richten sind. Ein Sozialdemokrat iu den Kreistag gewählt. In HaSpe(Reichstagswahlkreis Hagen-Schwelm) fand Dienstag die Wahl von drei KreiSwgSabgeordneten für den Landkreis Hagen statt. Dabei wurde unser Genosie Stadtverordneter Wilh. Leonard als erster Sozialdemokrat in den Kreistag gewählt. Bus Industrie und Handel. Kriegsgewinne. Der Aufsichtsrat der Königsberger Walz mühle, Aktiengesellschaft, hat beschlosien, der am 28. d. MtS. stattfindende!: Generaloersammlung die Verteilung einer Divadende von 20 Prozent gegen 12 Prozent im Vorjahre vorzuschlagen. Die Gesell- schuft hatte in den beiden letzten Friedensjahren keine Divi- dcirdc gezahlt. Die Magdeburger B e rgwe r k s- A k ti e nges e ll- s ch o f t erhöht ihre Dividende von 22 auf 30 Prozent. Bei der Mitteldeutschen Gummiwarenfabrik Louis Peter, Aktiengesellschaft. Frankfurt a. M., stieg trotz erhöhter Abschreibungen(in Höhe von 925 132 M., im Vorjahre 558 231 M.) der Reingewinn auf 483 019 M.(in: Vor- jabre 78 626 M.). Für das am 30. September 1915 abgelaufene Geschäftsjahr wird eine Dividende von 8 Prozent zur Ausschüttung gelange::. Die Brauerei zum Feldschlößchen, A.-G., in Dresden erzielte im Jahre 1914/15 nach erhöhten Abschrei- bungen(225 990 gegen 144 420 M.) einen Reingewinn von 619 350 Mark(im Vorjahre 534 860 M.i. Die Dividende wird wie im Vorjahre auf 10 Prozent bemessen. Der Auisichtsrat der Königsberger Walzmühle Aktiengesellschaft bat beschlosien. der am 28. d. Mts. stattfindenden Generalversamm- lung die Verteilung einer Dividende von 20 Prozent gegen 12 Proz. im Vorjahre vorzuschlagen. Zum Schutz der britischen Industrie.(Meldung des Reuter- scheu Bureaus.) Das HandelSamt veröffentlicht einen Bericht des Subkomitees, das damit beauftragt wird, Echutzmatzregeln für ge- wisse Industrien nach dem Kriege vorzuschlagen. Darin wird eine Abänderung der Patentgesetze und deren strengere Handhabung vorgeschlagen. Jeder einzelne in Deutschland oder Oesterreich- Ungarn hergestellte Artikel soll mit der Marke Made in Ger- m a n y oder Made in Austria-Hungary versehen werden.— Es soll den britischen Schiffahrtsgesellschaften verboten werden, von britischen Schiffen höhere Frachtsätze zu verlangen, als von nord- europäischein Ferner werden verschiedene andere Schutzmatzregeln für die britischen Erzeugnisse und Borzugstarife für die jetzigen Verbündeten Großbritanniens vorgeschlagen. Staötverorönetenversammlung. 3. Sitzung vom Donnerstag, den 3. Februar 1916, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher M i ch e l e t eröffnet die Sitzung nach o'A Uhr. Zur Verhandlung steht zunächst der Magistratsantrag auf Zustimmung der Versammlung zur Annahme der Erbschaft von dem Rentier Wilhelm Ehrecke. Der vor kurzem Verstorbene hat die Stadt Berlin zur allein:- gen Erbin eingesetzt. Der Nachlaß hat einen Wert von drei bis fünf Millionen Mark und ist mit 279 000 M. Kapitalvermächtnissen beschwert. Der Wortlaut der Teimmentsbestimmungen hat zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der städtischen Körperschaften geführt, weshalb von den Sozialdemokraten Ausschußberatung vcr- langt und vom Genossen H e i m a n n begründet wurde. Nach längerer Debatte wurde dieser Antrag jedoch zurückgezogen, worauf der Annahme der Stiftung einhellig zugestimmt wurde. Am 1. Juli d. I. läuft der Bertrag mit dem FisiuS(königliche Tiergartenverwaltung) über Errichtung und Unterhaltung von Berschönerungsanlagcn im Kleinen Tiergarten ab; er soll auf weitere 20 Jahre, bis 1. Juli 1936, verlängert werden. Die Versammlung stimmt zu. Die Annahme einer Sonnenburg-Stiftung zu Unter- stützungcn an Angehörige der Schwestermchaft im Krankenhause Moabit erfolgt ohne Debatte. Frau Geh. Rat Sonnenburg, die Witwe des früheren KranienhausdirektorS, hat dafür 20 000 M. der Stadt übereignet. Die städtische„böhere Fachschule für Te r t i l- und B e k l e i d u n g S: n d u st r i e" am Warschauer Platz 7/8 wurde bisher vom Staate und von der Stadt zu gleichen Teilen unter- halten, woneben Berlin die Unierrichtsräume mit Einrichtung zur Verfügung stellt. Nachdem der Staat die Beteiligung an neuen Abteilungen für Spinnerei und Appretur, die die Stadt an der An- statt errichten wird, abgelehnt hat, soll der S t a a t s z u s ch u ß auf 71 000 M. jährlich festgelegt werden. Diese Vorlage geht aus Antrag des Siadtv. Sonnenfeld (Linke) an einen Ausschuß, der sofort vom Vorstand ernannt wird. Schluß 6� Uhr.___ Bus Groß-öerlin. Rätselhafter Tod dreier Männer. Tot aukgefunden wurden in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag die Bäckermeistsr Weiner aus der Hobenstaufenstraße 58 und Schee: aus der Barbarossastraße 32 aus Schöneberg, ein Geselle liegt schwer im Schöneberger Krankenhause. Ueber den Vorfall wird berichtet: .Der 47 jährige Bäckermeister A. Scheer aus der Barbarossa- straße 32 halte am Mittwoch abend gegen Vz9 Uhr seinen langjährigen Freund und Berufskollegen Weiner in dessen Wohnung Hohenstaufenitratze 58 besucht. Die beiden Männer setzten sich zur Unterbaltung in dem an den Laden grenzenden kleinen Zimmer nieder Ihnen getellte sich der bei Eeiner als Geselle beschäsrtgte achtzehnjährige Reffe Fritz Weiner hinzu. Die drei Männer j spielten Skat, während Frau Weiner sich zur Frau Scheut begab. Als Frau Werner gegen VzlO Uhr nach Hause kam, wurde aus ihr Klingeln und Klopfen im Laden nicht geöffnet. Daraus schloß die Frau, daß die Männer noch fortgegangen wären und begab sich in die im ersten Stockwerk gelegene Wohnung, um sich zu Bett zu legen. Gegen 2 Uhr nachts wurde die Frau durch wiederholtes heftiges Läuten des Fernsprechers aus dem Schlaf ge- weckt. Frau Scheer fragte, beunruhigt über das lange Ausbleiben ihres Mannes, an. ob sich dieser noch bei Weiner aufhalte. Jetzt fiel es Frau Weiner auf, daß auch ihr Mann noch nicht zu Hause war. Sie begab sich nach dem Erdgeschoß, um nachzusehen, ob die Männer noch bcisammensätzen. Als sie die Tür zu dem hinter dem Verkaufs- räum gelegenen Zimmer öffnete, sah sie ihren Mann leblos auf einem Stuhl sitzen. Scheer lag der Länge nach, mit den: Gesicht nach unten, auf dem Futzboden, und nicht weit von ihm lag der 18 jährige Geselle. Die beiden Bäckermeister gaben kein Lebens- zeichen mehr von sich, während der junge Mann noch leise atmete. Die von der entsetzten Frau alarmierten Hausbewohner riefen telephonisch von der nächsten Rettungsstelle einen Arzt herbei. Dieser stellte sowohl bei Meiner wie Scheer den Tod fest. Der Geselle konnte nach längeren Bemühungen ivieder zum Bewußtsein gebracht werden. Er wurde nach dem Schöneberger städtischen Krankenhause gebracht, wo er in sehr bedenklichem Zustande danieder- liegt; es ist ftaglich, ob man ihn am Leben erhalten kann. Vermutet wird, daß die drei Personen das Opfer einer Fleisch- Vergiftung geworden sind. Sie hatten zum Abendbrot konserviertes Schweinefleisch in Brühe gegessen, das offenbar verdorben war. Das Fleisch halte Frau Weiner schon vor einiger Zeit von einer Bekannten in einer Pfundbüchse bezogen. Zum erstenmal hatte die Familie von diesem Fleisch am Dienstag gegessen, ohne daß sich freilich die geringsten nachteiligen Folgen bemerkbar machten. Es werden auch andere Möglichkeiten als Ursache in Betracht gezogen. Die nähere Untersuchung dürfte hoffentlich Aufkärung bringen. Daß das Schweinefleifch mit dem Vorfall in Verbindung steht, scheint durch die Tatsache bestätigt zu werden, daß eine Katze, die nachträglich von dem Fleisch gefressen hatte, verendet ausgefmrden wurde. Die polizeilichen Feststellungen über die Ursache der so un« glücklich verlaufenen Erkrankungen sind noch im Gange. Arbeiterbildnugsschnle. Sonnabend, den 5. Februar, abends S'/a Uhr. beginnt der acht Abende umfassende Kursus des Genossen Emil Eichhorn über die Nationali- tätenfragc._ Werde« schlechte Eier im Kleinhandel umgetauscht? Zu dieser Frage wird uns mitgeteilt: Es widerspricht den im Eierhandel üblichen Usancen durchaus, schlechte Eier nicht umzu- tauschen. Eier werden im Großhandel meist in Kisten, die 24 Schock enthalten, abgegeben. Dem Kleinhändler werden aber nur 22 Schock berechnet, die übrigen 2 Schock gelten als Ersatz für schlechte Ware. Durch diese 2 Schock Ersatz sollen also die durch Umtauschen ent- stehenden Verluste des Kleinhändlers ausgeglichen werden. Im städtischen Berkauf müssen daher ebenso wie im Privathandel ver« dorbene Eier umgetauscht werden; in dem erwähnten Falle noch umiömehr, da die bezogenen Eier ziemlich hoch im Preise stehen. Lichtenberg bat bereits mit dem Verkauf von frischen Eiern begonnen, Neukölln wird das in den nächsten Tagen tun, und zwar zum Preise von 15 Pfennig pro Stück. Von der Transmission zermalmt« Im Chemikalienraum der städtischen Klärstation in Potsdam, Neue Luisenstratze 27, wurde der Kolonnenführer K. Strohwig schrecklich verstümmelt als Leiche aufgefunden. Zur Erhebung des Tatbestandes erschien gestern ein Vertreter der Staatsanwaltschaft. St. lag zwischen der Transmission bei den Rührwerken. Der Kopf, die Arme und ein Bein waren vom Rumpfe getrennt und wurden wahrscheinlich von der TransmiisionSwelle abgerissen, während sich St. am Treibriemen zu schaffen machte. Vom Fahrstuhl geköpft wurde gestern nachmittag der 19 Jahre alte Hausdiener Gustav S o b i l a t i s, der bei seinen Eltern in Alt-Boxbagen 24 wohnte. Der junge Mann sollte Waren nach dem Weinhause Traube in der Leipziger Str. 117/113 besorgen und benutzte dort einen Lastenaufzug, den er selbst in Bewegung setzte. Gleich darauf hörte der Fahtstuhlführer in seinem Dienstraum einen lauten Schrei. Er eilte nach dem Aufzug, hielt ihn gleich an und iah nun, wie der junge Mann irgendwie zwischen Stuhl und Wand geraten, und wie ihm der Kops vom Rumpfe gerissen war. Er holte sofort einen Schutzmann und befreite mit dessen Hilfe die Leiche, die dann von der Revierpolizei beschlagnahmt und nach dem Schaubause gebracht wurde. Rückgang des Wasserstandes der Havel. Das frostige Wetter und die teilweise Eisbildung aus den Wasseiflächcn und in den Buchten der Havel hat auf den Wafferstand merklich eingewirkt und von vorgestern auf gestern einen Rückgang von 2—4 Zentimeter be- wirkt. In Sacrow betrug abends die Pegelhöbe 2,04(weniger 2 Zentimeter), in Marquardt 1,81(um 3 Zentimeter gefallen) und in Potsdam 1,96(4 Zentimeter gefallen). Sowobl im Zunehmen wie im Abnehmen war das von einem Tag auf den andern der größte Unterschied._ Feuer auf dem Flugplatz Johannisthal. Auf dem Flugplatz Johannisthal brach gestern vormittag in der alten Zuschauerlribüne ein Feuer aus. das be: dem herrschenden Winde in kurzer Zeit an Umfang gewann und die Alarmierung der benachbarten Feuerwehren notwendig machte. Es gelang diesen. das Feuer schon nach kurzer Zeil einzudäinmen und größeren Schaden zu verhüten. Vor allem konnten die Flammen von allen Flugzeugfabriken und Schuppen ferngebalten werden.>ö daß kein Flugapparat beschädigt wurde. Die Tribüne ist dagegen zum Teil zerstört. Man nahm zuerst an, daß die Ursache des Brandes auf eine böswillige Brandstiftung zunickzu führen sei. Es hat sich aber inzwischen mit Sicherbeil berousgestellt, daß der Brand einer Un- Vorsichtigkeit zuzuschreiben ist, indem einer der stark geheizten kleinen eisernen Oefen, die zum Heizen der einzelnen kleinen Zimmer in: Erdgeschoß der Tribüne benutzt werden, umstürzte und, ehe es rechtzeitig bemerkt wurde, die hölzerne Wandung der Tribüne in Brand setzte. Das Feuer war bereits in den Mittagsstunden wieder gelöscht. Apollo-Theater. DaS Februarprogramm des Apollo-Theater ist äußerst interessant und abwechselungsreich zusammengestellt. Das Bernhardt-Trio leistet auf dem Gebiet der Gymnastik geradezu Er- staunliches. Krast und Gewandtheit sind tadellos vereinigt; vor allem stebt das„schwache Geschlecht* seinen Mann. Das gleiche gill für die vier Claeres, die sich als geschickte Reckkünstler produ- zieren. Amalie LencloS verfügt über ein Slimmorgän. da« die höchsten Töne klar und prächtig herausbringt und um das sie mancher Sangesfreund beneiden dürste. Das Gegenstück bildet das Parsiial- Quartett, dessen Baritonsänger im»tiefsten Keller* zu Hause ist.. Eleganz und Geschmeidigkeit zeichnen das Tänzerpaar Hilde und Jos. Biller aus. Max Marzelli gemahnt uns ein wenig an den Humorfften Jean Paul, der uns die Lachmuskeln in Bewegung setzen helft. Neben der Sachetle-Gesellichast mit ihrer Tanzszene: „Orientalische Phantasie" tritt auch Kläre Waldoff wieder aus. deren so oft gehörte Hymne auf die Laubenkolonie dem Zuhörer schließlich zum Halse raus hängt: sie kann besseres, wenn sie will. Mit seiner „Putzstunde* erzielt Jülich mit leinen Rekruten, der wieder im Apollotheater auftritt, immer wieder großen Lacherfolg. Kleine Nachrichten. Selbstmord im Krankenhause beging ein 64 Jahre alter Paul D. aus MünÄeberg. Der Mann erhängte sich in einer hiesigen Privatklinik, in der er sich se:t einiger Zeil be- fand, am Pfosten seines Bettes. Als man ihn gestern morgen auf- fand, war er schon tot.— Bei der Arbeit vom Tode überrascht wurde gestern nachmittag der 53 Jahre alte Tischler Rudolf Richter vom Norduftr 13. der in einer Fabrik in der Usedomstraße be- schäftigt war. Ohne vorher über irgend etwas geklagt zu haben, brach er plötzlich an seinem Arbeitstisch zusammen und starb auf der Stelle, wahricheinlich am Herzschlag.— Schwermut über den Ver- lust seines Sohnes hat den Renlenempfäiiger Rudolf S. aus der Vrehmestraße in Pankow in den Tod getrieben. S. erhängte sich in seiner Wohnung an der Türklinke.— AuS der Umerhavel ge- landet wurde die Leiche einer unbekannten Frau, die ihrem Acußeren nach wohl dem Arbeiterstande angehörte. Die Ertrunkene ist mittelgroß und etwa 30 Jahre alt und trug einen grau ge- streiften Wintermantel, eine grünliche Bluse, einen graubraunen Rock mit gelbem Gurt und Schnalle, einen grauen Unterrock, schwarze Strümpfe und gelbe Schnürstiefel. Ihre Wäsche ist M. T gezeichnet. Verloren wurde am 24. Januar auf dem Wege zwischen Spitiel- und Molkenmarkt eine braune Brieftasche, enthaltend wichtige Brief- schaften. Abzugeben bei Benno Guthke, Neukölln, Noseggersir. 36. Bus den Gemeinden. Teuerungszulagen in Neukölln. Die Neuköllner Kriegsnotstandskommission beschloß in ihrer letzten Sitzung die erneute Gewährung einer Teuerungszulage in Höhe von 25 M. an diejenigen Beamten, Bediensteten und Arbeiter» ivelche bereits vor drei Monaten die einmalige Zulage erhalten haben. Außerdem wurden weitere Mittel für folgende Zwecke zur Verfügung gestellt: Einrickitung und Betrieb von Abendheimen, sowie Kindergärten, Beschaffung von Wollsachen für inS Feld rückende Soldaten, Unterstützung der Säuglingsfürsorgesiellen und der nicht kriegsunterstützungSberechligten Pflegekinder. Die Mittel sür Unterstützung der Kriegersamilien(Zuschüsse der Gemeinde) wurden auf 7 500 000 M.. die Mittel sür Gewährung von Sonder- Unterstützungen auf 300 000 M. verstärkt. Für die Lieferung von Brennmaterialien an Kriegerfrauen mußte ein gleicher Betrag bereit« gestellt werden. Zum Schluß der Sitzung erstattete der Dezernent für die städtische Lebensmittelversorgung einen ausführlichen Bericht über die inzwischen vom Sonderausschuß II getroffenen Maßnahmen. Er wies u. a. daraus hin, daß der Ankauf von Speisekartoffeln vom Erzeuger sich gegenwärtig äußerst schwierig gestaltet. Aus der Neuköllner Magistratssitzung. Zur Förderung des Frauenschwimmens soll im Stadtbad an einem Sonntag im Februar ein von der Stadt veranstalleter Schwimmweltbewecb stattfinden, an dem sich die hiesigen Schwimm- vereine, soweit sie Frauenabteilungen haben, beteiligen werden. Der Magistrat erklärt sich auch grundsätzlich damit einverstanden, daß den hiesigen� höheren und mittleren Mädchenschulen bei klassenweisem Besuch des Stadlbades Ermäßigung des Schwimmbadpreises gewährt wird.— Der Magistrat nimmt von dem Ministerialerlaß über die Versorgung mir Bulter vom 15. Januar 1916 Kenntnis und erklärt sich grundsätzlich damit einverstanden, daß vom 1. Februar ab sür dcu Bezirk Groß-Berlin eine einheitliche Fetlkarle eingeführt wird. Kartoffelverkanf in Friedrichshagen. Die Gemeinde hat mehrere Hundert Zentner Speisekarioffeln beschafft. Der Verkauf ist den hiesigen Kartoffelbändlern übertragen worden. Diese sind angewiesen, die Kartoffeln nur an Ge- meindeangehörige abzugeben. Die Konsumenten wollen besonders darauf achten._ Die neue Potsdamer Butterkarte die dem Inhaber zun: Ankauf von einem Bienelpsuiid wöchentlich berechtigt, soweit der Vorrat reicht, bat sich heule denn Wochenmarlt bereits als Verteilung»- und Ausgleichsmittel fühlbar gemacht. Für die Verkäufer, die an ihre Halbr-fundpalete berettS gewöhnt waren, erwies sich die Teilung etwas schwierig, aber die Käufer wurden dadurch verdoppelt und befriedigt. Auch im städtischen Verlauf hat die Butterkarte aus den Käuferandrang regelnd gewirkt. Enttäuscht zogen nur auswärtige Käufer von bannen, die bei aller Beweglich» teil und Dringlichkeit in Potsdam butterlos bleiben mutzten. Bei der gleichmäßigen Erfassung des Konsums war die Stadt bereits in der Lage, aus ihren Buttervorräten an die Geschäftswelt größere Mengen abzugeben. Die Güliigleit der Butlermarke erstreckt sich auch auf die außerhalb Potsdams bezogene Butter, sofern sie hier verlaust wird. Sehr weienilich rst auch das bedingte Bulterausfuhr- verbot. Nach dieser Vorschrift darf nur dann Butler aus dem Stadt- kreise Potsdam auSgeiührt werden, wenn der Magistrat innerhalb von 24 Stunden das Kausangebot nicht angenommen hat. Alle Bergehen gegen die Magistralsanordnung vom 26. Januar 1916 werden auf Grund des§ 17 der Bekanntmachung über die Errich- lung von Preisprüfungestellen und die VeriorgungSrezelung mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. Soziales. Wieder eine Klage gegen Stcinberg. Die bekannte Geschäftspraxis der Krawattenfabrik bzw. Lehranstalt von C. F. Ä. Steinberg und Frau, vor denen das Oberkommando kürzlich eine öffentliche Warnung erlassen hat, wurde gestern wieder vor dem Gowerbegericht beleuchtet. Den Anlast dazu bot eine Klage derselben Art, wie sie im Dezember vorigen Jahres verhandelt wurden. Veranlaßt durch die vou Steinberg veröffentlichten Zeitung»- inscratc in bürgerlichen Zeitungen, wodurch er Lohrdamen sucht luiid ihnen dauernde Beschäftigung nach der Lehrzeit verspricht, hatte die Klägerin einen Lehrvertrag mit Steinberg abgeschlossen. Die Klägerin zahlte 20 M. Lehrgeld und machte eine Lehrzeit von vierzehn Tagen durch. Hauptsächlich war es ihr natürlich um Arbeit und Erwerb zu tun, die ihr ja in Aussicht gestellt waren. Als die Klägerin nach Beendigung ihrer Lehrzeit Arbeit haben wollte, sollte sie 5 M. Kaution bei Steinberg hinterlegen. Beim Abschluß des Lehrvertrags war keine Rede davon, daß Arbeit nur gegen Kaution ausgegeben werde. Da zu jener Zeit die Berichte über die früheren Gewerbegerichtsprozesse gegen Steinberg bekannt geworden waren, kam der Klägerin die Sache bedenklich vor. Sie wollte die Kaution nicht riskieren, erhielt deshalb keine Arbeit und klagte auf Rückzahlung des Lehrgeldes, weil das Lehrverhältnis nur mit Rücksicht auf die versprochene Beschäftigung abgeschlossen und diese Voraussetzung von den Beklagten nicht erfüllt wurde. Stein» berg bemerkte, daß er. durch die Lehren deS Borprozesses gewitzigt, in seinen Inseraten nicht ttrfir regelmäßig« unii lohnende Heimarbeit, sondern nur dauernde Heimarbeit verspricht. Sein Ge- schäftSbetrieb sei infolge der Prozetzberichte vollständig lahmgelegt. Arbeit habe er genug, aber seine Arbeiterinnen hätten ihn ver- lassen. Auf die Frage des Vorsiheirden, wie Steinberg beweisen wolle, daß er in der Lage sei, Heimarbeiterinnen dauernd zu de- schäftigen, wand sich Steinberg mit allen möglichen nichtssagenden Redensarten hin und her. schließlich meinte er, er werde doch nicht Geld für Inserate ausgeben, worin er Heimarbeiterinnen suche, wenn er keine Arbeit hätte Hierzu bemerkte der Sorsivendc: Mir wissen ja, es wird Ihnen seit 12 Jahren zum Vorwurf ge- macht, daß diese Inserate nur ein Aushängeschild seien, womit Sie Lehrlinge anlocken, und daß es Ihnen nur um das Lehrgeld zu tun sei. daß Sie aber gar nicht in der Lage seien, Arbeiterinnen dauernd zu beschäftigen. Da Steinberg andere Beweismittel nicht anzugeben vermochte, beschloß da» Gericht, einen gerichtlichen Sachverständigen darüber zu hören, ob die Beklagten Steinkwrg und Frau nach Art und Um- fang ihres Betriebes in der Lage sind, eine entsprechende Anzahl von Heimarbeiterinnen regelmäßig zu beschäftigen. Gerichtszeitung. Unterricht im Hause und öffentliche Schulpflicht. Weil er seine Kinder in 61 Fällen nicht zur Schule geschickt habe, war der Königliche Bergrat Ferber zu Bcuthen angeklagt worden. Der Bergrat machte dagegen geltend: An sich bestreite er die Schulpflicht nicht. Er hätte aber seine Kinder nicht zur Schule schicken brauchen, weil er selber persönlich im eigenen Haus« seinen Kindern den nötigen Unterricht erteilt habe. Nach§ 43, Teil II, Titel 12 des Allgemeinen Landrechts brauche sein Kind nur der in die Schule zu schicken, der den nötigen Unterricht in seinem Hause nicht besorgen kann oder will. Der Unterricht, den er selber seinen Kindern erteilt habe, sei weit besser, als der in der öffentlichen Volksschule erteilte. Den nötigen Unterricht habe er also seinen Kindern erteilt. DaS Landgericht in Beuthen als Berufungsinstanz verurteilte jedoch den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 61 M. Vorher hatte es festgestellt, daß der Kreisschulinspektor den von Ferber seinen Kindern erteilten Unterricht nicht als den nötigen im Sinne des Landrechts anerkannt hatte und daß F. davon vor jenen Versäum- nisfällen unterrichtet war. Bergrat Ferber legte Reviston«in und machte geltend, sein Unterricht sei durchaus angemessen gewesen. Das Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten und ging von folgenden Erwägungen auö: Nach Z 43. Teil II, Titel 12 des Allgemeinen Landrechts sei jeder Einwohner, welcher den nötigen Unterricht für seine Kinder in seinem Hause nicht besorgen könne oder wolle, verpflichtet, dieselben zur Schule zu schicken. Eine Befreiung von dieser Verpflichtung trete also nur dann ein, wenn die Kinder den nötigen Unterricht im Hause erhielten. Nach Artikel 21 der preußischen Verfassung sei der nötige Unterricht der für die öffentlichen Volksschulen vorgeschriebene. Der im Hause erteilte Unterricht müsse also, wenn er von dem Besuche der Schule befreien solle, dem an den öffentlichen Volksschulen erteilten Unter- richte mindestens entsprechen. Die Entscheidung darüber, ob dies der Fall sei, stehe aber nicht dem Richter zu, sondern denjenigen Behörden, deren Aufsicht die öffentlichen Schulen unterstellt seien. Das seien diejenigen Behörden und Beamten, die im Auftrage des Staates die Aufsicht sowohl über die öffentlichen, als auch über die privaten Unterrichts- und Erziehungsanstalten zu führen hätten, Hier habe die Schulaufsichtsbehörde den von F. selber erteilten Unterricht nicht als den nötigen Unterricht anerkannt. Die Kinder hätten also die Schule besuchen müssen, da Angeklagter für die frag- liche Zeit auch für einen anderen ausreicheirden Hausunterricht nicht gesorgt hatte. Die vom Richter allein zu prüfende Frage, ob den Angeklagten an der Schulversäumnis der Kinder ein Ver- schulden treffe, das auch ein fahrlässiges sein könne, habe das Land- gcricht bejaht. Demnach sei Angeklagter mit Recht verurteilt wovden. Mus aller Welt. „Von Gott gesandt, durch Zsranenhand." Die DonnerStagmorgen- Nummer des.Berliner Tage- b l a t t e S* bringt in ihrem Anzeigenteil folgendes mystisch-kuriose Inserat: Kaiser Wilhelm II. Wie selten kommt ein Engelgrnß Herab auf diese Erd! Doch Dir, Du Treuer,•wird er nun Von Gottes Gnad' beschert. Halt ein, halt aus; steh fest von Erz; Lasse die Feinde toben. Im Feuerofen wollen wir Noch unsern Schöpfer loben. Obige Prophezeiung wurde in den deutschen Farben auf ein Buchzeichen gestickt. Dasselbe gehört in die Bibel Seiner Majestät. Dies Merkzeichen wurde schon den 27. Januar 1912 an das Kaiserliche Kabinett Seiner Majestät eingeschickt. (Von Gott gesandt, durch Frauenhand.) Eine bemerkenswerte Entdeckung. In einem Posener Fleischer- geschäft wurde für 2000 M. eingesalzenes Schweinefleisch gestohlen. Nicht mitgehen ließen die Diebe, wie bei der polizeilichen Unter- suchung festgestellt wurde, gegen fünf Zentner Schweine. schmalz. Das..Posener Tageblatt" schreibt hierzu:.Diese letztere Tatsache gibt zum Nachdenken Veranlassung, daß in einer Zeit, in der über Kettmangel allgemein und nicht ohne Grund ge- klagt wird, bei einem einzigen Fleischermeister gegen fünf Zentner Schmalz obendrein in einem vom VerlaufSrauin abgelegenen Raum wohlverwahrt liegen. Die zuständigen Behörden werden Zweifel- loS feststellen, ob dieses Schmalz dem Verlauf bis zu einer etwaigen Wiederaufhebung der Höchstpreise entzogen werden sollte, trotz der Verordnungen, die ein derartiges Gebaren unter strenge Strafe stellen." Das Eisenbahnunglück bei St. Denis. Ueber den Unfall des Expreßzuges Paris— Calais bei der Station St. Denis wird aus Paris noch gemeldet: Der Tender und sechs Waggons des Expreß- zugcs sind zertrümmert. Das BeleuchtungSgas in den Personen- wagen explodierte, so daß mehrere der verunglückten Reisenden in den Wagen verbrannten.� Es ist un- möglich, die schauderhaften Szenen zu beschreiben, die sich abspielten, als man versuchte, die Toten und Verlebten ans dem Feuermcer zu bergen. Um 11 Uhr waren aus den nicht verbrannten Trümmern 12 T o t c und 2 5 Verwundete geborgen. Die Gesamtzahl der Toten ist gegenwärtig nicht festzustellen. Meistens bandelt es sich um Frauen, die von einem Besuch bei ihren zum Heer eingezogenen Männern zurückkehrten. Verlustlisten. dier- bzw. Infanterie- bzw. Füstlier-Regimenter Nr. 1, 2, 8, 6, 9 (s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 18), 12, 18(f. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 18), 38 » Freitag von 4 dt» 7 Ugr, am Sonnadend von S»t» S Uhr statt. Jeder sür den v r t« s t a st e n bestninntln eintrage ist ein Buchstabe und ein« Zahl als Merlzeichen beizufügen. Brieflich« vatwort wird nicht erteilt. Anfragen, beigefügt ist. werden nicht beantwortet. Sprechstunde vor. eprechstuode mit. denen leine AdonnementSouitiung Eilige Fragen trage man in der Berträge, Schriftttüike und derglclche» bring« mar in die G. 499. Beantragen Sie die ReichSwochenhisse des der Steuerkaffe.— Landsturm Borkum. Entsprechend der Löbnung wird auch da» Beutegeld aezablt. UebrigenS ist selbst die Höbe dcS BeutegeldeS unterschiedlich.— Butter 12. Dü Frau kann dazu nicht verpflichtet werden, nur die Aare» gänzlich zurückhalien zum Zwicke der Preissteigerung darf sie nicht.— I. ®. 40. Ja.— W. F. 19. 1. Einspruch ist innerhalb drei Monaten bei der VersorgungSabteilung deS KriegSminiiieriumS einzulegen. 2. Anivrüche aus der Invalidenversicherung besteben nicht. 3. KricgSminIstertum.— F. B. 25. Nach den Berliner MietSverträgcn mutz die Miele am ersten jeden MonatS Im Voraus gezahlt werden.— O. D. 95. RichtungSsebler an den Beinen; zurückgestellt.— E. 44. Diese unterschiedlichen Meinungen entstehen nur dadurch, daß viele kriegs getraute Frauen, wenn sie weiter in Beschästigung bleiben und keinen eigenen Hausstand sübren, die Unter- slützung nicht cihalten, weil die nach dem Gesetz vorgeschriebene Bedürftigkeit bei ihnen verneint wird.— K. B. 56. Sie könnten wegen böswilligen VerlasienS die Eh«/, Uhr. von der Halle des Michacl-KirchboseS in Neukölln, Mariendorser Weg, aus statt. Slt/l4 Der vorftand. Die Verluslltste Nr. 445 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Kriegsministerium. Infanterie Hsw.: Gaode: 4. Garde-Reg-nnent z. F.; 5. Garde- Regiment z. F.; 7. Gavde-Jnfanterie-Regiment; Garde-Grenadier- Regiment Elisabeth; Gardc-Rcserve-Schützen-Bataillon. Grena- Deotsetier Bauarbeiter-Yerhanil. Zweigverein Berlin. Bezirk SO. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 1, Februar da» Mitglied. der Putzer •Josepk Sauer verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 3'/, Uhr von der Halle des Michacl-KirchboseS in Neulölln, Mariendorser Weg, aus statt._ Ferner staib am 1. Februar vom Bezirk Lranienburaer Vor- stadt da* Mitglied, der Maurer LmN Lange. Die Beerdigung findet maraen Sonnabend, uachmitiag 3st, Uhr, von der Halle des Golgatha. Kirchhofes in der BarsuSstratze aus statt. Ehre ihrem«»denken Um rege Beteiligung ersucht 140/10 Oia örtliche Verwaltung. Kaoh 16monatiger aufopfernder Tätigkeit im Felde verschied heut« infolge einer Infektion mein über alles geliebter Mann, unser teurer, einziger Sohn, Bruder und Schwager, der Assistenzarzt d. L. Dr, med. Felix DaTidsobn. Dies zeigt in tiefstem Schmerz an Frau Dr. Emmy Davidnohn, Berlin, 2. Februar 1916. Oraniensti. 51. 117/20 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Februar, mittags 2 Uhr, auf dem jüdischen Friedhof Weifiensee von der neuen Halle aus statt. Von Kondolenzbesuchen bitte abzusehen. Sozialdemokratischer Wahlverein Kreis KiederbarniE Bealrk Belnlckcndorf- Oat. Am Mittwoch, den 2. Februar, verstarb unser Genosse, derGraveur Otto Kriltz Rafchdorffstr. 105. Ehre seinem Andenke« k Die Beeidigung findet am Sonnabend, den 5. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle de» Gemeinde. Fried- hoses aus statt. 243/8 De» Borstand. Deutscher ietaUarheiter-Verhand Verwaltungsatelle Barlin. Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Kollege, der Revolver- dreher Otto KrWiz Reinickendorf. Raschdorsstr. 105 am 1. Februar gestorben Ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5. Februar, nach- mittag» 3 Uhr, von der Leichen- ralle de» Kemeinde-Friedhoses in Reinickendorf, Humboldtstratze, au» statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen lerner zur Nach Kollege, unser der rlcht, datz Former Julius Rank am 2. Februar an Magentrebs gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5, Februar, nach> mittag» 4 Uhr, von der Leichen Halle der Frieden». Gemeinde in Nordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet 11t/10 Die Lrtsverwoltnug, Am 26. Januar verstarb tu, Feldlazarett an Lungenentzündung unser lieber Kollege, der Korrektor au» Schwerin i. M, im 41. Lebens- jähre. 214b Ehrend gedenken seiner Die Kellegen der KDeatschee Tageszeitung". Deutseher Traosportarbeiter-Yerhaiid. Bezirksverwattung QroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Arbeiter Franz Galmeister von der Firma Ouantnis/er 4 Eioke am 1. d. Mts. im Alter vou 51 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5. d. M., nach- mittag» 3>/, Uhr. von der Leichen- balle des TtomaS-FriedhoseS. Hermannstraße, aus statt. 61/13 Di« Bezlrk«TerwaUung. Am 1. Februar verstarb nach kurzem, schwerem Leiden meine wnigslgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester. Schwägerin, Tante Fra»SelI«ig7epacder geb. Frübllng. Die» zeigen ttefbeirübt an die trauernden Hinterbiicbenen Hans Depacher zurzeit in Ella und Irma al» Kinder, Frau Fröhling als Mutter, Hermann und Karl Aröhling al» Brüder, Baut Heinze al« Schwager. Frau Hetnze geb. F r o h I i n g als Schwester, Frau Lieschen Frühling al» Schwägerin. Die Beerdigung findet Sonn- abend, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle de» Sophien- kirchhoses, Freienwalder Stratze, aus statt_ «Im 2. d. Mi», verstarb mein iteber Mann, der Former A Julius Rank nach langem, schwerem Leiden. Die trauernde Witwe Marie Rank geb. Schmidt. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5. d. Ät», nachmittags 4 Uhr, aus dem Kirchhos der FriedcnSgcmeinde in Nordend Natt. Danksagung. Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Manne», unsere» gute» Vater». Schwieger. und Grotzvater», de» Gastwirt» MMm Brinkmann sagen wir allen Freunden, Ver- wandten und Bekannten sowie dem Verband der steten Gast- und Schankwirte, dem Sozialdemokratischen Wahlverein, Bezlrl 305, dem Lotterie- verein.Lachlaube" und dem Sparverein.Vorwäri»«. insbesondere den Bcrren Waldeck Manasse und Adolf osswann sür die trostreichen Worte am Grabe de» Enischlasenen unseren besten Dank, Wttwa Auguste Brinkmann nebst Kindern. Allen Verwandten. Freun den und Bekannten zur Nachricht, da» nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann Emil Lange sonst enifchlafcn ist, Um stille» Beileid bitten Frau Auguste Lange. Nana GkrajewSkt al» Nichte, Die Beerdigung findet am Sonnabend, den b. Februar, nachmittag» 81/, Uhr. auf dem Golgatha-Kirchhos, Barsutstratze, statt. iDDiiDDskraiikenkasse der Juwelier-, Cold- und Sier- setaiEde-Zwaoss-taiig eerL Erste TatzungSäiidcrung. Kassemnltgltedern. die nach z 3 Nr. 2 stelwillig in der Kasse ver» bleiben, wstd, wenn fie sich nicht im Bezirke der Kassenärzte aushalten, statt der Krankenpflege da» halbe Krankengeld gewährt. vvi- Vorntand. M a r R o st. H. Hertz. Vorsitzender. Schrsstsllhrer. Genehmigt. Charlottcnbura. 15. Januar 1916. Königliches Obcrvcrsicherullgs- awt Graß-Berlin. v. G o st k o w S k i. Nr. B K. 216. 15. 266/15 Druckexemplare lönnen im Kassen- lokal w Empfang genommen werden.