Ar. 38.-33. Jahrg. fltonncmefitS'Betnngangn: Bbonnemem«■ StetJ orinumermid«, Bifttdiälitt SSO Ml. monalL UO Mi, wöchenUich 25 Cfj. fzei mt Hau». Einzeln« Rumm« ö Llg Sonnmj»- Bummo mu tDuftncnet Sonntag*. Beilage.Die Neue Seif 10$'«. Soft. IU)onn«mrtU' l.lO Marl vto Monat. Ewgetrage» in l>ie«all-ZeMmg*. Bretsiiiie Unter Kreujdan» Wx Deuiia-Ian» und Oeil-rreich- Ungar» SSO Mari rät da» übrige Hu»Tank t Mari dco Monat Coftabanncmmtl eiebmen an: Belgien. Danemari, Holland. Zl allen. Luxemburg. Portugal Uulllüniou. ssweben und die echaei» Offttim SgS«. Verltnev Dolltsblntk. d ) Die TnfertionS'Gebflfif betrügt für die scchSgefvaliene Kolanei. zeUe oder deren Raum M Pfg.. für politische und g?werk>'chaitliche Verein». und Lerfcunmlungs�Äii'.agen so Pfg. ..Meine üln-eigen", das fettgedrucl>e Wort 20 Pig.(zulässig 2 seilgedruckte Wortes, lede» Nieilere Wort 10 P e. Etellenoefuche und Schlafstellenalt ,-tgen das erste Bort 1V Pia, jedes roeitctc Wort 5 Pfg. Worte über läBuch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächs'.e Nummer müsien bis & Uhr nachmiitags in der Erhedilion obgegeben werden. Tie Ezveditw» iji bis 7 Uhr abends geöffnet, Tetegramm> Adresse: »SuÄüZiaoilrat Bcrlia", o Zentralorgan der fozialdcmokrati fchen Partei Deutfcblands. Neüaktton: SW. HS, tinüenstraße Z. Fernsprecher:«Inti Morihplatz. Nr. 151 90— 151 97. Sonnabend, den 5, Februar 1916. Expeöition: SV). öS» LinSenstraße Z. Fernsprecher:«mt Morivplatz. Nr. 151 90—151 97. Nachträgliches zum französischen Parteitag. Es ist uns von einigen Genossen von der Rechten sehr verübelt worden, daß wir die Bedeutung des französischen Parteitages, dessen Manifest in der bekannten Weise aus- geschlachtet worden ist, nicht sehr hoch veranschlagt und die ganze Veranstaltung nicht als Kongreß, sondern als Partei- konferenz bezeichnet haben. Andererseits ist die„Humanits" höchst unzufrieden mit uns, daß wir die Größe des Sieges der französischen Parteimehrheit über die Opposition an- gezweifelt haben. Den einen wie den anderen diene als Ant- wort der Bericht über die Einberufung und die Zusammen- setzung des französischen Parteitages, den der in der franzö- fischen Arbeiterbewegung seit Jahren tätige russische Partei- genösse A. L o s o w s k i in dem Pariser»Nasche Slowo" veröffentlicht. ..Es unterliegt keinem Zweifel,— schreibt er— daß die Sozialpatrioten über die Opposition der Longuet-Pressemane Ivie über die Zimmcrwälder einen Sieg davongetragen haben. Es wäre aber ein großer Irrtum, den Umfang dieses Sieges unter der Hypnose der Zahlen zu übertreiben. Die französische sozialistische Partei war auch in Friedens- zcitcn hauptsächlich ein Wahlapvarat für die Parlaments- fraktion und lebte fast ausschließlich von den Wahlen. Die Wahlen von 1914 ergaben ein glänzendes zahlenmäßiges Re- sultat. Ungeachtet ihres schwachen Organisationsapparates erhielt die Partei hundert Sitze im Parlament und über eine Million Stimmen der Wähler. Bon hundert sozialistischen Wählern gehörten aber nur 6—7 zur Parteiorganisation und dieser geringe Prozentsatz der organisierten sozialistischen Wähler spielte bei der weiteren Haltung der Fraktion eine große Rolle. Die Mobilmachung, die sich auf 65 Proz. der organisierten Parteimitglieder erstreckte, riß furcht- bare Lücken in die schwachen Parteiorganisationen, deren Tätigkeit zum größten Teil stockte. Die tätigsten Mitglieder der Provinzorganisationen wurden mobilisiert, viele Föderationen stellten wegen Mangels an aktiven Mitgliedern ihre Existenz ein. Um dieselbe Zeit jedoch, wo der schwache Parteikörper gelähmt war, setzten die zentralen Institutionen der Partei ihre Tätigkeit fort: Die Parlamentsgruppe war von der Mobilmachung nicht berührt und die Verwaltungskommission wie die ,Humanits" setzten ihre Arbeit in engem Kontakt mit der Fraktion fort. Bei einer solchen Schwächung des Partsikörpers mußte die Parlamentsfraktion einen ausschließlichen Einfluß auf den ganzen Mechanismus der Partei gewinnen. Wie sehr die Parteiorganisationen geschwächt sind, zeigt die Zahl der vor und während des Krieges ausgegebenen Mitgliedskarten (wobei noch berücksichtigt werden muß, daß die Zahl der wirklichen OrganisationSmitgliedcr um 20 Proz. niedriger ist als die Zahl der ausgegebenen Mitgliedskarten). Es wurden ausgegeben: MitgliedSkarteu unter öl von öl bis lOl . 101. 201 , 201, 501 . 601. 1000 über 1000 Zahl der Organisatione» 1014 ISIS .. 0 17 .. 2 IS .. 16 2S .. 23 19 .. 22 ö .. 17 1 Aus dieser Tabelle geht hervor, daß 20 Proz. der Partei- organisationen im Kriegsjahr 1915 weniger als 50 Mitglieder zählten, während die große Mehrzahl von ihnen nicht über 200 Mitglieder besaß. Gab es noch vor dem Kriege zwei Föderationen mit einer Mitglicderzahl von 10000, so ist jetzt das Gebiet der einen(Fsdsration du Nord) vom Feinde besetzt, während die andere, die Seine-Föderation insgesamt 7210 Mitgliedskarten ausgegeben hat gegen 16300 vor dem Kriege. Auf dem Kongreß wurde die Zahl der Mandate(ein Mandat auf je 25 Parteimitglieder) nach den Angaben für 1914 berechnet. Außerdem erhielten auch die Föderationen der Departements, die ganz oder zum Teil von den Deutschen besetzt gehalten werden. Mandate für den Kon- 8reß. Als Longuct im Namen der Opposition und zweier �geordneten der okkupierten Departements gegen diese Fälschung der Vertretung Protest erhob, wurde ihm auf dem Kongreß der Seine-Föderation erwidert, wenn man den Flücht- lingen aus den okkupierten Gebieten nicht gestatten würde, ihre Föderationen zu vertreten, so wäre das gleichbedeutend mit der Anerkennung der Zergliederung Frankreichs. Diese Dema- gogie hatte Erfolg." Wie aus einer weiteren Tabelle hervorgeht, war die Zu- laffung dieser Vertretung für die Parteiinstanzen und die Mehrheit sehr vorteilhaft. Aus 7 okkupierten Departements. Mono Des Men önaptwotflets. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 4. Februar 1916.(W. T. W.) Westlicher Kriegsschauplatz. Einer der nordwestlich von Hulluch von nul besehte« Trichter wurde durch eine erncnte englische Sprengung der» schüttet. Bei Loos und bei Neuville lebhaste Hand- granatenkämpfe. Die feindliche Artillerie entwickelte au viele» Stelleu der Front, besonders in den Argonueu, rege Tätigkeit. Westlich von Marle siel ein französischer Kampfdoppeldecker, dessen Führer sich verirrt hatte, unversehrt in unsere Hand. Oestlicher Kriegsschauplatz. Leine desonderen Ereignisse. Balkan-Kriegsschavplatz. Unsere Flieger beobachteten im Bardartal südlich der griechischen Grenze und bei der Anlegestelle im Hafen von Saloniki umfangreiche Brände. Oberste Heeresleitnng. » Zünf Dampscr von einem öeutschen V-Soot in üer Themsemünöung versenkt. Ein deutsches Luftschiff verloren. Amtlich. Berlin, 4. Februar.(W. T. B.> 1. Am 31. Januar und 1. Februar hat ein deutsches lluterseeboot in der Themsemündung eineu englischen armierten Bewachungsdampfer, einen belgischen und drei englische zu Bewachungszwrcken dienende Fischdampfer versenkt. 2. Das Mariue-Luft schiff„l, 19" ist»»« einer Aufklärungsfahrt nicht zurückgekehrt. Die angestellten Nach- forschungen blieben ergebnislos. DaS Luftschiff wurde nach einer Rrutcrmeldung am 2. Februar von dem in Grimsbh beheimatete» rnglischeu Fischdampfer„King Stephen" in der Nordsee treibe«» angetroffe», G» a d e l» und Luftschiff- körperteilweise unter Wasser; die Besatzung befand sich auf de« über Wasser befindlichen Teil de? Luftschiffes. Die Bitte um Rettung wurde von dem englischen Fischdampfer abgeschlagen unter dem Vorgeben, daß seine Be- satznng schwächer sei, als diedeSLnftschiffcs. Der Fischdampfer kehrte vielmehr nach GrimSdy zurück. Der Chef des Admiralsstabes der Marine. Zer ilslMMW SMkMMllllSl. <«. r. v.) Amtlich wird Mr- Wien, 4. Februar. lantiart, 4. Februar 1916: Russischer Kriegsschauplatz. Si» östrrrrichisch-uagarische« Flugzeuggeschwader hat de» Ist- (ich Srrmienier liegende» russischen Etappenort SzuwSk mit Bombe»»eworseu. Zahlreiche Gebäude stehe« tu Flamme». Soufi ist nichts Besonderes vorgefallen. Italienischer Kriegsschauplatz. Dir Geschüykimvfe bliebe» an der küstculändlsche» Front ziemlich lebhast and erstreckte» sich auch ans mehrere Stellen im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet. DaS Schloß von Dnin» wnrde durch mehrere Bolltreffrr der feindliche» Artillerie teilweise zer- stört, vor de« Tolmeinrr Brückenkopf ginge» die Italiener in- folge der letzte» Unternehmung unserer Truppe» auf die Hänge westlich der Straße Oiginj— Selo zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die in Nordalbaaien operierenden L und L Truppen habe» Kraja besetzt und mit ihre» Spitze» den Jschniflnß erreicht. Lage in Montenegro unveräadert ruhig. Der Stellvertreter de» Chef» de» Generalstabe»: von Hoefer, Feldmarschallrutnant. Ereignisse zur See. Eine Kreuzergruppe hat am 3. Februar vormittags an der italienischen Ostküste die Bahnhöfe von Ortona und Sa» Bito, mehrere Magazine und eine Fabrik im Bereiche dieser Orte, sowie eine» Schwimmkra» durch Beschießung schwer beschädigt und die Eisenbahndrücke über den Fluß Eriell» nördlich Ortona zerstört. Nach der Beschießung der Objekte von San Bito wurden Brände beobachtet. Die Kreuzergruppe ist unbclöstigt zurückgekehrt. Flottenkommand». in denen 1914 23 366 Mitgliedskarten, 1915 aber bloß 919 Mitgliedskarten gezählt wurden, waren auf dem Kongreß— 789 Mandate vertreten! Diese Mandate müssen zweifellos von den 2759 Mandaten für die Resolution Rcnaudel in Ab- zug gebracht worden. Aber auch von den übrigen 1970 Man- daten muß gesagt werden, daß sie nicht, wie die Bestimmungen lauten, je 25 organisierte Parteimitglieder vertreten, sondern nur je 6'/z. Im allgemeinen, so faßt Genosse Losowski seine Berechnungen zusammen, waren auf dem Kongreß nur 1 Vs Proz. aller sozialistischen Wähler und nur etwa 25 Proz. der organisierten Parteimitglieder vertreten. Ein besonderes Kapitel bildet die Vorbereitung des Kongresses. Genosse Losowski schreibt darüber folgendes.- .Infolge des Kriegszustandes und des Wunsches der Zentral- institutionell der Partei, den Kongroß zu überrumpeln, wurde seine Tagesordnung nicht öffentlich erörtert. In der „Humanits" war kein einziger Diskusstonsartikel veröffentlicht und die Organisationen erfuhren über die Vorgänge der Jnter- nationale lediglich aus den Artikeln von„Homo" und Rcnaudel. Die Einzigen, die die Lokalorganisationen mit den Zentralinstitutionen verknüpften, waren die nicht mobilisierten Abgeordneten, die selbstverständlich ein Interesse daran hatten, ihre.tzal- t u n g feit dem 4. August 1914 zn recht- fertigen. Ungeachtet einer solchen Bearbeitung setzte in vielen Lokalorganisationen ein Ernüchtorungsvrozeß' ein. Aber diese Stimmung wurde auf dem Kongreß vertreten von den- selben Abgeordneten, die sämtlich Mandate von ihren Föde- rationen besaßen. Ueberhaupt muß gesagt werden, daß infolge der Vorarbeit und der Ncbergabe der Mandate vier Fünftel der Delegierten aus Parisern bestanden(die Paria- mentsfrakrion, die Verwaltungskonimission, die Redaktion der �Humanits", die Kabinettsmitglieder Güesde, Thomas und Sembat, Führer der Syndikats- und Genossenschaftsbeweguilg usw.). Was Wunder, daß der oppositionelle Charakter vieler Lokalorganisationen zum Ausdruck kam in der Rechtfertigung der gesamten Vergangenheit und in dem Bestreben, irgend- welche kleinen Mängel des Parteiniechanismus zu beseitigen. Im allgemeinen trug der Kongreß eher den Charakter einer erweiterten Konferenz der Parlaments- fraktion und der permanenten B e r w a l- tungskommission mit den in Paris lebenden angesehenen Sozialisten als den einer souveränen Versamm- lung, die im Namen des organisierten französischen Prole- tariats ihren ausübenden Organen Direktiven erteilt. Nicht der Kongreß gab den Abgeordneten Direktiven,— sondern umgekehrt... Die Mehrheit im Verein mit dem Zentrum hatte auf dem Kongreß nicht mehr als 13— 14 000 wirklich existierende Parteimitglieder hinter sich. Kann unter diesen Ilmständen davon die Rede sein, daß der Kongreß den Willen des g c- samten französischen Proletariats oder mindestens seines organisierten Teiles zum Ausdruck brachte's Selbstverständlich nicht." Ohne uns die Vorwürfe des Genossen LosowSki gegen die Parteiinstanzen zu eigen machen zu wollen, da sie die inneren Angelegenheiten der französischen Partei angehen, möchten wir doch aus den von ihm vorgebrachten Zahlen und Tatsachen folgendes feststellen: Es ist eine große Uebertreibung. wenn von dem französischen Parteitag als von der souveränen Vertretung des organisierten französischen Proletariats gesprochen wird. Der Parteitag war nichts weiter als eine erweiterte Konferenz der Partciinstanzen mit den ihnen nahestehenden Funktionären der Partei, der Gewerkschaften und der Genossenschaften. Hat auch die französische Partei mit großen inneren Schwierigkeiten und Ausnahmezuständen zu rechnen, so ent- sprachen doch die Vorbereitungen des Kongresses nicht jenen elementaren demokratischen Anforderungen, die an einen sozialistischen Parteitag gestellt werden müssen. Waren die Garantien für eine solche Veranstaltung weder äußerlich noch innerlich gegeben, so hätte die französische Parteileitung besser getan, die Weihnachtstagung mit ihrer verantwortlichen Tagesordnung nicht mit dem pompösen Namen eines Partei- kongresieS zu belegen. Möge dieser Vorgang für alle diejenigen eine Warnung fein, die unter der Herrschaft des Kriegszustandes und der allgemeinen Schwächung der Organisationen glauben, einen wirklich demokratischen Parteitag einberufen zu können. Das Sombarüement italienischer �afenftäüte Rom, 4. Februar.(T. ll.) Die Agenzia Elefant meldet unterm 8. Februar: Heute früh gegen 7 Uhr bombardierten feindliche Schiffe den Hafen von San Bito Cbietino und die Bahnhofs- anlagen von Ortona a Mare. E- wurde nur leichter Sachschaden verursacht. Zum Verlust öes„t. 1�. GrimSby, 4. Februar.(W. T. B.) Der hier eingetroffene Fischdampfer„King Stephen" berichtet, daß er am Mittwochmorgen den Acppctin„L. IV" in der Nordsee bemerkte. Seine Gondel und ein Teil der tülle waren unter Wasser. Die Besatzung, die 17 btö > Köpfe stark war, war auf der Spitze der Hülle versanunelt und bat«m Aufnahme. Da die Besatzung des Zeppelins der Besatzung des Fischdampfers an Zahl überlegen war, lehnte der Kapitän des Fischdampfers ab, der Bitte zu willfahren. Er kehrte sogleich nach Grimsby zurück, um die Angelegenheit den Seebehörden mitzuteilen. Grimtby, 4. Februar.(23, T. S.)«Meldung des Neu- terschon Bureaus.) Zwei Marincfahrzeugc, die nach dem Schau- platz des ZrppcliniingliickS geschickt wurden, suchten die Nachbarschaft genau ab und fände» keinerlei Spuren vom Luftschiff. Man schließt daraus, daß der Zeppelin gesunken ist. Angriff auf ein öeutsches V-Hoot. Berlin, 4, Februar. lW. T. B.) Lon zuständiger Stelle erfahren wir über den Angriff eines unter hol- ländischer Flagge fahrenden englischen Hilfskreuzers auf ein deutsches Untersee- b o o t noch folgende Einzelheiten: DaS Unterseeboot forderte einen unter holländischer Flagge fahrenden Dampfer durch Signal auf, zur Prüfung der Schiffspapiere ein Boot zu schicken. Dies geschah nach einiger Zeit. Sicher- hcitshalber tauchte das Unterseeboot und besichtigte durch das Sehrohr den Dampfer. Es war ein zirka L(XX1 Tonnen großer nornialer Frachtdampfer mit glattem Deck, erhöhter Back Und Hütte. NichtS VerdachtigeS war zu sehen, derName„Melanie" am Bug deutlich zu lesen. Als das Unterseeboot neben dem SchiffSdoot in etwa 1000 Meter Entfernung vom Dampfer auftauchte. eröffnete dieser unter holländischer Flagge aus zwei Geschützen mittleren Kalibers und Maschinengewehren ein heftiges Feuer: das Boot konnte sich gerade noch durch schnelles Tauchen retten. Der Dampfer versuchte dann noch zweimal das Unterseeboot zu rammen. Während der ganzen Aktion führte dav Schiff die holländische Flagge. Ein holländischer Dampfer„Melanie" ist nicht bekannt� dagegen findet sich in Lloyds Register ein englischer Dampfer dieses Namens von 3002 Tonnen. In diesem Zusammen- hang ist auch eine Meldung der Agence Havas vom 28. Januar interessant, der zufolge der bewaffnete französische Post- dampf«„Plata" ohne angegriffen zu sein das Feuer auf ein Unterseeboot eröffnete und es versenkt haben will.— In einer Besprechung über diesen Fall versicherte der französische Ädmiral Lacazc dein Korrespondenten des„Petit Journal", daß die französischen Handelsschiffe ausdrücklich Befehl hätten, auch wenn sie nicht angegriffen seien, auf jedes feindliche Unterseeboot das Feiler zu eröffnen oder es zu rammen. Der französische Tagesbericht. Paris, 4. Februar.(W. T. B.i Amtlicher Bericht von DonnarStag nachmittag. Die Nacht war ruhig und nichts ElwähnenswertcS zu melden. Gest-r» gegen Abend Hetzen die Deutschen nach ziemlich lebhaiter Beschietzung AngriffSabsichien gegen unsere Stellung am BoiS-deS-ButteS(nördlich von der AiSne in der Gegend von VUle-au-Boii) merlen; die sofouige Bestreitung de» Angriffsgeländes durch unser Sperrfeuer und Äewehrfeuer brachte ihr Heraustreten aus den Gräben glatt zum Scheitern. Paris, 4. Februar.(W.T.B.) Amtlicher Bericht von Donnerstag abend. Nördlich der AiSne Bombardement der Schützengräben des Feindes auf dem Plateau vor Vauclerc und bor Ville-au-Boi». Truppenbewegungen, die auf der Strotze Berrh-au- Bac— Juvincourl gemeldet wurde», wurden unter Feuer genommen. In den Argonnen sehr lebhafter Ninenkampf. Wir haben zahlreiche Minen springen lassen, welche unterirdische Arbeiten des Feindes zum Tinsturz brachten, und zwar eine bei Tourte-Ehaussee, eine andere bei Ftlle-Morle, vier bei Tote 285(Haute-ChevaucheS) und drei bei Vauqnoi«. Zwischen Cote 285 und Haute-ChevaucheS ver- iuchten feindliche Abteilungen gegen untere schwache« Posten einen Angriff, der nach Artillerie« und Handgranatcnkampf aufgehalten wurde. Auf den HauleS-de«Meute haben wir ein« Mine im BoiS« deS-EhevalierS und St. Mamice-fouS-leS-Totes(nördlich von Hatton- chatel) beschossen. Im Elsatz rief unser Artilleriefeuer am Thür einen Brand in den feindlichen Quartieren am Oehlenberg(nord« astlich Burnhaupt) hervor. Belgischer Bericht. Der Artilleriekampf wurde an der Front mir Heftigkeit wieder aufgenommen, namentlich in der Aich- mng auf Dixmude. die englische Meldung. London, 8. Februar.(W. T. B.) Amtlicher HeereS« b e r i ch t: Während heftiger Beschietzung von LooS und unserer Gräben in der Umgebung mit Granaten erwiderten wir wirtungS- voll. Einige Minentätigkeit, meist auf unserer Seite, in der Gegend der Hobenzollern-Nedoute und zwischen dieser und der Slratze nach La Bassäe. der rujsische Heeresbericht. Petersburg, 4. Februar.(W. T. B. Amtlicher Bericht von Donnerstag. Westfront! Pom GefechtSabschintt deS Generals Plewe sind vom gestrigen Tage folgende Tatsachen zu melden: In der Gegend zwischen dem Babilsee und der Strotze nach Mitau überschrllten wir Drahthtuderutffe der Deutschen und schössen auf die Arbeiter in den seindltchen Stellungen. Südöstlich Riga fuhr unser Panzcraulomobtl vor unsere Geäben, schob auf die feindliche Stellung und lam, von Ärsilleri« hestig beschossen, unbeschädigt zurück. In Galizien machte«in»«bleilnng von uns mit Hilfe von Handgranate»«inen gelungenen Angriff nordöstlich de» BadnhoseS uon Jezistna an der Strecke Tarnopol—Zloczow. Nach Zerstöiung der Drahthindernisse bemächtigten sich unsere Braven eine« Werke»: die Besatzung floh, verfolgt von uns. Südlich des Bahnhofe» von Iezierna dauerte da» beiderseitige Feuer der schweren und lelchten Artillerie am ganzen gestrigen Tage an. An der»littleren Strypa schätz unlere Artillerie«in feindliche» Flugzeug herunter: eS fiel in die feindlichen Linien zwischen Nowo- stawze und Zielona(5 Kilometer nordöstlich Buczaz). Auf der Front zwischen Dnjestr und Pruth beschotz der Feind unsere Stellung«» mit schweren Geschützen, einichlietzlich zwölf» zölltgen. Unter dem Schutze dieses Feuer« versuchte der Feind zwei« mal in der Gegend von Usciezko vorzugehen, wurde aber zurück- geworfen. Kaukasus. Unser Vormarsch wird erfolgreich sortgesetzt. An einer Rückzugsstellung deS Gegner» fanden wir LSS erfrorene AS« tariS. Auf der Verfolgung erbeuteten unsere Kräfte von neuem 100 Stück Rindvieh. Melüung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 4. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht. Im Lagarinalal har eine unserer AusllärungSabieilungen, durch Artillerie» feuer unterstützt, am 1. Februar seindiiche Gruppen nordwestlich von Mori angegriffen und zerstreut. Im Abscbntit zwischen Astico und Torra gingen einzelne Züge deS Feindes in weitzen Mänteln mit Unterstützung von Maichineiigswehren am 1. Februar abends gegen unsere Siellungen an der Front Eima Norrt— Mille Grobe vor; fie wurden durch Gegenangriff zurückgeworfen. Im Suganotal iührte die Angriffsläiigkeir unserer Infanterie zu neuen, für uns günstigen Zusammenstößen mit dem Gegner zwiichen Roneigno und Ronchi. Am Jkonzo Artilleriekamps mit Unlerbrechunz: unsere Artillerie be« ichotz feindliche Truppen am Slratzenknolen Rüste, nordöstlich von Görz. Aus dem Karst drang eine unserer Abretlungen im Abschnitt von San Marlino durch Ueberraschung in einen serndlichen Schützen« graben ein, machte einige Gefangene und erbeutete Gewehre und Handbomben. C a d o r n a. Mannschaftseinberufungen in Italien. Bern, 6. Februar.(33. T. B.) Aus Rom wird ge- meldet: Das militärische Amtsblatt enthält eine Sonder- Verfügung, der zufolge unbeschränkt Beurlaubte der ersten und zweiten Kategorie der nachstehend ausgeführten Klassen und Waffengattungen zum 7. Februar einberufen werden: Jahrgang 1691 der Kavallerie, Jahrgänge 1882 bis 1884 der Genietruppen uno Brückenbauer, Jahrgänge 1882 bis 1885 der Genietruppen, die für die Arbeiten in den Lagunen be- sonders ausgebildet sind. Ferner werden die der dritten Ka- tegorie mit unbeschränktem Urlaub Angehörenden des Jahr- ganzes 1381 einschließlich der Marinctruppen einberufen; deren Gestellungstermin ist jedoch noch nicht bekanntgegeben. Ein italienisches ßlugzeug in öer Schweiz heruntergeschosi'en. Lugano, 8, Februar.(T. U.) Heule nachmittag überflog ein italieniiäier Militäraeroplan von Turin kommend Lugano. Er wurde durck Sckuveizer Militär bei Bioggio berunlergescbosien. Der Apparat wurte beschlagnabrnt. Ter ttaiienisckie Offizier, welcher den Apparat steuerte, erklärte, datz er sich verirrt habe. Luga»», 4. Februar. dingungen der gesellschaftlichen EntWickelung von der Zerstörung be* droht. Die Grenzen deS Schreckens sind weit entfernt. Das ist die Tatsache, die schreckliche, die ungeheure und tragische Tatsache. Glaubt Vanderveldc, daß der internationale Sozialismus, der keine Verantwortung für diese Ereignisse trägt, der ohnmächtig ge Wesen ist, die Entfesselung zu verhindern, mit verschränkten Armen stehen bleiben darf, und nicht versuchen muß, vor allem von der Menschheit zu retten, was gerettet werden kann, und dann seinen Einfluß und seine Kräfte zu gruppieren, um, am Tage des Friedens, seiner Art, seiner Meinung, seinem Willen Geltung zu verschaffen, seinen traditionellen Prinzipien, den souveränen Gesetzen seiner Kon- greffe und dem unwiderstehlichen Ruf seines Ideals entsprechend?"... „Welches Elend, welche beschämende und armselige Sache, das zu verkleinern zu einer Frage des Händedrucks!" Die Kämpfenden draußen, die von der Lehre des Soziali«- mus erreicht werden, kennen diesen Haß gegen die einzelnen Jndi- viduen nicht. „Die Philosophie der Meister des Sozialismus— von denen Vandervelde einer war— hat sie gelehrt, daß das ökonomische Regime die Gefühle und Ideen bestimmt, daß der Kapitalismus im besonderen solche Streitigkeiten, solche Wettbewerbe, solche Jnteressenkonflikte hervorbringt, daß der dauernde Krieg zwischen den Individuen und den Klassen auch zwischen den Staaten immer möglich ist. Sie verabscheuen dieses Regime, ja sie träumen davon, es niederzuwerfen, es durch ein anderes zu ersetzen, das, wie unsere Lehren beweisen, die Befreiung, den Wohlstand, den Frieden mit sich bringt."... „Wenn ich sterbe," schrieb ein Kämpfer von Limoges seinem Vater,„wirst Du meinen Sohn im Glauben an den Sozialismus erziehen. Du wirst ihm sagen, daß er niemals daran denken soll, mich zu rächen. Du wirst ihm lehren, daß er mit den anderen Völkern an der Verwirklichung unseres schönen TvaumeS fortzufahren hat..." Der Händedruck beunruhigte ihn nicht! Er hoffte darauf, daß sein Kind in dem Kampf um den Sieg und die Befreiung des Proletariats da» Einvernehmen mit den Proletariern des Schützen- grabens wiederfinden werde, angesichts des Todes, der in der gleichen Stunde brutal und wild hervortrat. So weist der„Populaire du Centr«" die Phrase Vandervelde« zurück, die danach angetan ist, in gedankenlosen Menschen das Ge- fühl des Hasses und der Rache selbst denen gegenüber zu erwecken oder zu stärken, die ganz gegen ihren Wunsch und ihre lieber- zeugung in den Kamps hinausgestellt wurden. Es ist erfreulich. daß sich auch in Frankreich Parteigenossen erheben, die diese Politik Vanderveldes, die mit Sozialismus nichts gemein hat, ablehnen. Aber noch können wir hoffen, daß die Worte Vanderveldes anders gewesen sind, als Agence HavaS sie meldete. Die Zensurfrage in öer französischen deputieetenkammer. Bon der Schweizer Grenze, den 4. Februar.(T. U.) In der französischen Deputiertenkammer interpelliert« gestern der Abgc ordnete Constant wieder über die Zensur. Wie die Agence HavaS mitteilt, hat die Kammer nach einer Rede des Ministerpräsidenten Briand die Verhandlung über diese Interpellation auf unbestimmte Zeit vertagt. Salanöra in Genua. Lugano, den 4. Februar.(T. U.) Bei dem gestrigen Emp fang auf dem Hafenkonsortium in Genua machte Salandra einige bemerkenswerte Äußerungen. Der Präsident des Konsortiums Senator Ranco, erwähnte die Frachtenhausse und wies darauf hin daß die italienische Handelsflotte in Friedenszeiten nur auf Be förderung von einem Viertel der Einfuhr eingerichtet sei und jetzt nicht mehr leisten könne. Salandra erwiderte, Italien würde sich tatsächlich nicht nur gegenüber den Feinden, sondern auch gegen über den Verbündeten stärker fühlen, wenn es nicht mehr für die Zufuhr von Nahrungsmitteln und gelverblichen Rohstoffen au das Ausland angewiesen wäre. Dann fuhr Salandra mit einem Passus fort, welcher Rücktrittsgedanken andeutete:„Laßt uns hoffen, daß nicht wir, welche vielleicht ermüdet sind, oder andere die nötige Gesetzgebung machen." slus öer italienischen Partei. Aus Lugano wird uns geschrieben: Die Konferenz der sozialistischen Gemeindevertreter Italiens, die vor einiger Zeit zu Bologna abgehalten wurde. legt Zeugnis davon ab, dag als Folge der von der Partei eingenommenen Haltung deren moralischer und politischer Einfluß sich gerade während des Krieges entwickelt und veo tieft hat. Alle Fragen der Kommunalpolitik, die durch den Krieg ausgeworfen werden, die Mißstände, auf die die sozialistische Kritik seit jeher hingewiesen hat und die gerade durch den Krieg zugespitzt worden sind—alleS das drängt zu einer radikalen Lösung. Was vor dem Kriege als„ZukunftStheorie betrachtet wurde, wird heute zur aktuellen Frage, an deren Lösung weite Bevölkerungsschichten das größte unmittelbare Interesse haben. Die sozialistischen Vertreter aus 450 meindeverwaltungen, die in Bologna zusammenkamen, haben zugleich im Namen sämtlicher unbemittelten Bürger der von ihnen vertretenen Gemeinden gesprochen und Forderungen an die Regierung gestellt, die das ganze italienische Volt ange� sichtS der Folgen des Krieges erhebt. Wäre die sozialistische Partei Italiens mit der Negierung und den bürgerlichen Parteien in ein Burgfriedensvcrhältnis eingetreten, so hätte sie nicht das Recht gehabt, als Anklägerin aufzutreteu Sie hätte vielmehr die schwere Verantwortlichkeit, die au Regierung und Mehrhcitsparteien lastet, tragen müssen, was nicht nur in der Stunde der allgemeinen Abrechnung, sondern schon jetzt höchst verhängnisvolle Folgen für die Partei haben würde. Die Stellung, die die Partei seit dem Ausbruche deS Welt krieges eingenommen hat, ihre unversöhnliche Kriegsfeindschaft hai> es bewirkt, daß nicht nur die Parteiangehörigen sich immer fester um sie scharen(in vielen Ortschaften zahlen die zurückgeblie denen Mitglieder die Beiträge für die Einberufenen), sondern daß auch immer neue Arbeiter sich zur Mitgliedschaft melden Dieser Umstand veranlaßt? bereits den„ A v a n t i die nassen darauf aufmerksam zu machen, sie möchten ja mit der Aufnahme von neuen Mitgliedern vorsichtig sein. Auch in einer jüngst abgehaltenen Sitzung nahm der italienische Partei vorstand eine Resolution an. die dieselbe Warnung enthält. Es besteht nämlich die Gefahr, daß unzufriedene Elemente der Partei zuströmen, weil man der Partei näher stehen will, der die unmittelbare Zukunft ohne Zweifel den größten Erfolg bringen wird. Die Partei aber will keinen bloß numerischen Zuivachs, auch keine bloßen Mitläufer, sondern überzeugte Sozialisten und treue Mitkämpfer für das Endziel der Sozial demokratie. Deshalb hat sie den oben erwähnten bezeichnen� den Beschluß gefaßt. Die Resolution, in welcher der Parteivorstand seine Stellung zu der nationalen und internationalen Lage zw sammenfaßt, ist von der Zensur Wort für Wort unter- drückt worden. Es liegt also der Regierung sehr viel daran, dem italienischen Volke das Urteil der sozialistischen Partei vorzuenthalten! Die in Bologna abgehaltene Tagung gewann weiter durch den Umstand besondere Bedeutung, daß auf der Be> ratung der Gemeindcräte, Abgeordneten und Parteivorstands Mitglieder keinerlei tiefgehende MetnungSgegensätze zutage traten. Die Konferenz der Gemeindevertreter wurde durch eine vom Genossen Ribaldi(Bürgermeister von Monza) vorgeschlagene Resolution eingeleitet, die einstimmige Annahme fand. Die Resolution begrüßt die Zimmerwalder Konferenz und die dort gefaßten Beschlüsse. Mit dieser Resolution wird die Stellung der ganzen italienischen Partei gekennzeichnet. Ihre einstimmige Annahme verlieh allen Verhandlungen ein besonderes politisches Gepräge. Das erklärt auch, warum die ganze bürgerliche Presse bisher die bedeutungsvolle Zusammen kunft völlig totgeschwiegen hat. Nationale Verbrüderung. Die russische bürgerliche Presse veröffentlicht einen Bericht über die Rede, die der berüchtigte Pogromhetzer und Echtruff« Purisch l e w i t s ch in der.Russischen Versammlung', der ältesten und bedeutendsten echlrussijchen Vereinigung Petersburgs, Ende Dezember gehalten hat. Nach einem warmen Lob an die Adreffe der russischen Sozial demokraten, die als„wahre Patrioten" gemeinsam mit dem ganzen Volke in« Feld gezogen seien, um„im Kampfe gegen die deutsche Despotie" ihr Leben herzugeben, wandte sich Purischkewitsch der Verherrlichung P l e ch a n o w S zu. der bekanntlich auS einem Saulus ein Paulus geworden ist und seit Kriegsbeginn für die„nationale Einigung', für die„Organisation der nationalen Verteidigung' usw. Propaganda macht. Recht drastisch schildert« Purischkewitsch den Standpunkt PleckanowS gegenüber Deutschland.„Erlaubt auch unS'— habe Plechanow den Deutschen gesagt—„unseren eigenen Patriotismus zu haben... Ihr fordert das Ende Rußland«— ihr irrt euch: rw bin keineswegs in den Dienst des preußischen Imperialismus getreten. Ihr wollt, daß wir daS rote Banner der Revolution er- heben, damit ihr Rußland leicht vernichten lönnt. Ihr irrt euch: wir werden mit unserer Aufgabe fertig werden und den Feind besiegen.' DieS der Standpunkt PlechonowS in der Auffasiung Purisch- lewrlschS.„Diese Rede'— bemerkte er—„hätte in den Räumen der russischen Versammlung gehalten werden können.' Dieser Kennzeichnung, die die schlimmste Branbmarkung ist, haben wir" : Kennzeichnung, die nichts hinzuzufügen. /lus öer rumänischen Kammer. Bukarest, 4. Februar.(W. T. B) In der gestrigen Kammer- jsitzung legte Fmanzminister Costinescu eine« Gesetzentwurs vor, I betreffend Erhöhung besMilitärkredits um 200 Millionen , Lei, sowie einen Gesetzentwurf über Billigung der MililärauSgaben während der Parlamentsferien. Bis Heine beträgt der Gcsamlkredit des KriegSministeriiims 000 Millionen Lei. Take Jonescu» dessen Interpellation über die Auswärtige Politik aus der Tages- ordnuiig stand, gab folgende E r l ä r u» g ab: ES wäre überflüssig zu sagen, was ich bereits in der AdressendebaUe gesagt habe. Ich betone aber, daß wir in nichts unseren Siandpunlt ändern; auch fügen wir nichts dem hinzu, was wir damals gesagt haben. Im Senat interpellierte Pieswea den Ackerbaumimster über die Aufteilung der von den Mitielmächten gekauften SO 000 Waggons Weizen auf die Landwirte. Der Landwirlschastsminister Consian« lineScu antwortete, daß der Zentralausschuß für Ausfuhr die Verteilung auf die großen und die lleinen Landwirte gletchmäßig vornehme. JUipescu reift nach Rußianö. Bukarest, 3. Februar. sT. U.) FilipeScu war bereits vor längerer Zeit von den Russen zur Besichtigung ihrer Front ein- geladen worden, damit er ein klare» Bild über den Stand der russischen Arme« erhalle. Wie jetzt verlautet, wird FilipeScu dem- nächst nach Rußland adreisen, um sich dort persönlich über den Stand der russischen Arme« zu insormieren. Die Nachricht wird überall lebhaft besprochen. ßortöauer öer Unruhen in Lissabon. Madrid, 8. Februar.(W. T. B.), I m p a r c i a l' erhält Nachrichten, die be-agen, daß die U n r u h e n in Lissabon an- dauern. In der Tobacstraß« bul eine Bombe einen Wachtmeister und zwei republikanische Gardisten getöict. Die Angreiser wurden durch Revolverschüsse vertrieben. In anderen Vlerteln sind mehrere Bomben explodiert und haben Sachichaden angedichtet. Die Behörden haben Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Da» PalaiS de» Gouverneur» wird von Militär bewacht. Die Sitze der Ärbeiierihndikate sind von Truppen umgeben. D>e Ausständigen suchen einen General« streik herbeizuführen. Der Verkehr der Straßenbahnen ist eingestellt. Alle Verhafteten wurden aus Kriegsschiffen interniert. Die Agitation Sat zugenommen in Settubal, San Pedro, Portem, Redundo und lkontemar, wo der Bürgermeister gefoltert und dann hingemordet worden ist, ferner in Aguarante«, Pedre», Folgaria und anderen Orten, wo die Menge in die Kornmaaazin« der Landwirte eindrang und Getreide fortschleppte. Truppen sind nach diesen Orlen gesandt worden. Eine sozialiftische Zrieöensresolution im amerikanischen Kongreß. Der sozialistische Abgeordnete New Dorks Meyer-Lonbon brachte im amerikanischen Kongreß die folgende Resolution ein, die nachher vom Senator Lane aus Kalifornien auch dem Senat vor- gelegt wurde. Die amerikauische Sozialistische Partei hat ein Komitee bestehend aus de» Genossen V. D e b S, James H. Maurer und Morris H i l l q u i t mit der Ausgabe betraut, diese Resolution auch noch dem Präsidenten Wilson persönlich zu unterbreiten und ihn auf ihre Wichtigkeit und Dringlichkeit zu ver- weisen.— Die Resolution lautet: „DaS Volk der Bereinigten Staaten ist zwar neutral, e« kann aber dock nicht gleichgültig bleiben gegenüber dem brudermörderischen Kampf, der Europa verwüstet. Je länger der Krieg dauert, desto mehr verdrängt da» Recht der physischen Gewalt jedes andere Recht und jede andere Regel des menschlichen Verhallens. Der Krieg hat in den Gemütern von Millionen amenlanischer Bürger einen Zustand der Angst hervorgerufen, der die normale Entwicklung dieser Nation gefährdet und die wirklichen Probleme, denen wir zu begegnen haben, durch das absichtlich in die Masten geschleuderte Schlagwort der.Kriegsbereitschaft' gegenüber einem unsichtbaren und namenlosen Feind verhüllt. Wenn sich die gesetzgebende Körperschaft deS größten neutralen Volke», das heute existiert, für die sofortige Einberufung einer Kon« serenz der neutralen Staate» ausspricht, so wird dies die Hand de« Präsidenten der Vereinigten Staaten bei seinem Bestreben stärken, den internationalen Frieden herbeizuführen. AuS allen diesen Erwägungen möge vom Senat und dem Hause der im Kongreß versammelten Repräsentanten der Ver- einigten Staaten von Amerika beschlossen werden, den Präsidenten der Vereinigten Staaten aufzufordern, einen Kongreß der neutralen Staaten einzuberufen, der den kriegführenden Mäckten seine Ver- mittlung anbieten und der bis zur Beendigung des Krieges dauernd tagen soll. Ferner möge beschlossen werden, daß nach dem Urteil des Senats und des Repräsentantenhauses ein dauerhafter Friede geschlossen werden kann, wenn die folgenden Grundsätze zur Basis der Er- örterungen auf dem eben erwähnten Kongreß gemacht werden: 1. Rückziehung der Truppen aus den besetzten Gebieten; 2. Befreiung unterdrückter Nationaliläten; 3. Volksabstimmung in Elsaß-Lothringen, in Finnland und Polen über die lünstige Staatszugehörigleit oder Unabhängigkeit dieser Länder; 4. Beseitigung der politischen und bürgerlichen Entrechtung der Juden, wo solche Entrechtung besteht; 6. Freiheit der Meere: 6. allmähliche einvcrständliche Abrüstung; 7. Einrichtung eines internationalen Schiedsgerichts. Un- gehorsam gegen besten Urteile soll durch Handelsboykott be« straft werden.' Leiste Nachrichten. Ein deutscher Flieger in Gefangenschaft geraten. Lugano, 4. Februar.(T. U.) Vierzig Kilometer nördlich von Saloniki wurde nach schwerem Luftkampf ein AlbatroSflieger von den Franzosen abgeschossen. Der deutsche Flieger wurde von den Franzosen auf das Kriegsschiff„Gascogne" gebracht. Eine Rede Wilsons. London, 4. Februar.(W. T. B.) Die„Times" meldet aus afhington vom 3. Februar: Wilson sagte in einer Red« in Kansas, die Welt habe das Getreide von Kansas und den anderen roßen Ackerbaudistrikten der Vereinigten Staaten nötig, und die lmerikaner hatten das Recht, den friedlichen Bevölkerungen Nah- rungSmitteln zu schicken, wann und wo die Kriegszustände dies nach den gewöhnlichen Bestimmungen de» Völkerrechts gestatten.— Der Präsident fuhr fort: Wir haben das Recht, sie mit Baumwolle . u versehen, damit sie sich kleiden können, und haben auch das Recht, ihnen unsere Fabrikate zuzuführen. Der Korrespondent der„Times" bemerkt hierzu, diese Worte klängen angesichts der mit England schwebenden Meinungsvcr- chiedenheiten sehr ernst. Man müsse aber die Aeußerungcn des Präsidenten hauptsächlich vom Standpunkte der inneren Politik betrachten. Deshalb brauche man die Reden nicht als Vorboten siner Krise mit England aufzufassen, ebensowenig wie die auf- ehenerregenden Bemerkungen über die mögliche Entwickelung der internationalen Lage notwendig auf eine bevorstehende Krise mit Deutschland hinweisen. Der Mongolenaufstand in China. Bon der schweizerischen Grenze, den 4. Februar.(T. U.) Der Temps" vernimmt aus Petersburg: Die Lage in China wind immer beunruhigender. Die japanischen Konsuln haben die Ent- endung eines Kanonenbootes in Uangtsekiang verlangt, da die Sicherheit der Fremden gefährdet sei. Die republikanischen Truppen rücken aus dem Westen von Tsetschnen und dem Süden von Uünnan vor. Die letzteren werden befehligt von General Ten, einem sehr populären Führer, der seine militärische Ausbildung in Japan ge- nossen hat. ES wird bestätigt, daß die Mongolen die chinesische Mauer überschritten haben und gegen Peking marschieren. GewerkMastliches. verlin und Umgegend. Kompetenzkonflikt im Nohrlcgergewerbe. Der Arbeitgeberverband beschwerte sich am 27. Dezember 1915 Lei dem Obmann der Schlichtungslommission S i e r i n g darüber, datz das Gewcrbegericht einzelne Klagen von Arbeitern zur Ent- scherdung annehme und das Erscheinen der betreffenden Arbeitgeber zu diesen Terminen verlange, und das, obgleich im Tarisvertrag, der unter Mitwirkung des Vorsitzenden des GewerbegerichtS abgeschlossen wurde, die Entscheidung über sämilrche im Rohrleger« gewerbe entstehenden Sireilfragcn der Schlichtungskommission zu« gebilligt ist. Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes stehe nun auf dem Standpunkt, dab das Vorgehen des GewerbegerichtS unmöglich gebilligt werden könne, da es ja dann in das Belieben der Arbeit» nehmer und auch der Arbeitgeber gestellt wäre, über Streitfälle da aburteilen zu lasten, wo vielleicht nach ihrer Ansicht eine günstigere Entscheidung für ihre Klagen gefällt wird. Der Vorstand nehme an, dast auch die Vertretung der Arbeitnehmer ein Interesse an dieser Angelegenheit habe und wolle deren Ansicht darüber hören. um eventuell in einer Sitzung der Schlichtungskommission die weiteren Schritte beraten zu können. Ein Schreiben entsprechenden Inhalts ging auch dem Gewerbe- gericht zu. das u. a. antwortete: .Wenn auch der§ 59 des Tarifvertrages im Rohrlegergewerbe die ausschließliche Zuständigkeit der Schlichtungskommission für die Enlschcidung der im§ 49 angeführlen Streitigkeiten vor« sieht, so müsten wir doch alle bei uns eingehenden oder vor- gebrachten Klagen um so mehr annehmen, als es sich unserer Kenntnis entzieht, ob die Kläger deni Metallarbeilerverbande an- gehören oder nicht! nur wären die Auslassungen des Arbeitgeber- Verbandes bei Entscheidungen solcher Klagen zu berücksichtigen.� In seinem neuerlichen Schreiben verwies der Arbeilgeberverband daraus, daß der jetzt gültige Tarifvertrag im Rohrlegcrgewerbe nach dem Vertragswillen öffentlicher Vertrag sei. und zwar für alle Rohrleger Berlms. Der Arbeitsnachweis vermittele allen O r« ganisierten und Nichtorganisierten Arbeit, die sich als Mitglieder der Tarifgemeinschaft im Rohrlegev gewerbe erklären, und die Schlichtungskommission schlichte auch die Streitigkeiten zwischen nichiorganlsierten Arbeitgebern und-nehmcrn der Tarifgemeinschaft. Einzelne Kammern des Gewerbegerichts hätten sich ja auch für unzuständig erklärt und alle Klagen an die Schlichtungskommission verwiesen. In dem noch weiter gepflogenen Briefwechsel erklärten die Beschwerdeführer immer wieder, daß es unmöglich den Klagenden überlasten bleiben könne, bei welcher Instanz sie ihr Recht suchen wollen. Die Schlichtungskommission sei und bleibe die einzige maßgebende Instanz, aus diesem Grundsatz suße der ganze Vertrag. In einem Schreiben SieringS als Vertreter der Arbeiter an das Gewerbegeiicht spricht dieser die dringende Bitte aus. im Interesse eines gedeihlichen Zusammenorbeitens alle für die Schbchiungs- kommission im Rohilegergewerbe zuständigen Klagen lediglich durch die Schlichtungskommission zur Entscheidung zu bringen. Die Arbeit- nebmer schlössen sich dem Erinchen des Arbeilgeberverbandes fast ausnahmslos an. Sie bemerkten aber dabei gleichzeitig, daß natür- lich der SchlichtungSkommlision im Robrlegergewerbe nur alle die- jenigen Klagen unterstellt werden können, die entweder von Firmen, die der Tansgemcinschaft unterstehen, gegen ihre Arbeiter angestrengt werden, oder aber von Arbeitern. die bei Firmen der Tarisgemeinschaft arbeiten, gegen diese Firmen angestrengt werden. Nach wie vor müßten vor der Zuständigkeit der SchlicktungSkommission Klagen ousscheidcu für diejenigen Firmen und deren Aibeiter, welche nicht der Tarisgemeinschaft unterstehen. Das Berliner Gewerbegericht gerote dadurch in gar keine Schwierig- keilen, habe auch gar nicht nötig, zur Feststellung, ob der Arbeit- geber der Tariigemeinschosl unterstehe oder nicht, erst im Bureau des Facharbeitsnachweiies Nachfrage zu halten, sondern die Klage- annähme deS GewerbegerichtS ersehe die Zuständigkeit schon aus dem Verzeichnis der Firmen, die der Tarifgemeinschaft unterstehen. Das gegenwärtig noch gültige Verzeichnis dieser Firmen gestalte er sich als Vertreter der Arbeiter in drei Exemplaien beizufügen. Lediglich diese Firmen und ihre Arbeitnehmer unterstehen dem Geschäfts- bereich der Schlichtungslommission und baten die Arbeiter dringend, bei Klagen dieser Firmen oder deren Arbeiter. diese daraus ausmerkiam zu machen, daß für sie die Schlichtungskommission maßgebend ist. In ähnlichen Fällen wären die Gewcrbegerichle der Berliner Vororte auSnahms- los in diesem Sinne verfahren. Das Gewerbegericht anl- wartete hieraus, daß es keinen Anlaß habe, seinen Standpunkt zu ändern. Dieser Darstellung des Sachverhalts, die Siering in einer Beriammlung der Rohrleger gab, fügte Redner noch die Hoffnung hinzu, daß das Gewerbegeiicht nicht i» die Lage kommen möge, von diesem Standpuiilt Gebrauch zu machen. * Zu dem Bericht der Rohrlegerversammlung ist zu bemerken. daß es sich um die Königliche Pulver sabiik handelt, woselbst die Firma Körting die Robrlegcrarbciten ausführt; nur mit dieser Ittzieren lagen Diffeierizen vor. Achtung, Klempner! In einer am Sonnlag, den 30. Januar d I., statigefundenen Konferenz der WerlstativerlrauenSleute ist einstimmig beschlossen, den Tarifvertrag nicht zu kündigen. Der letzte Kündigungstermin war der 1. Februar d. I. Da bis zu diesem Termin bei uns keine Kündigung der Arbeitgeber ein- gelausen ist, wird damit obne weiteres der Tarifvertrag für die Bau- klempner Berlins bis zum 3l. März 1917 verlängert. Achtung, Rohrleger und Helfer! Der Tarifvertrag für das Rohrlegergcwerbe Berlins und Um- gegend läuft ebenfalls um zunächst ein Jahr weiter und zwar ent- sprechend der Bestimmung des Tarifs, wonach der Vertrag um ein Jahr verlängert wird, wenn nicht mindestens zwei Monate vor Ab- bruch st. April 1916) Anträge auf Abänderungen bei der Schlich- lungSkommission einlaufen. Anträge sind von keiner Seite ein- gelaufen. Deutscher Metallarbeitervcrband. Ortsverwaltung Berlin. Die Maschinisten und Heizer und der Krieg. In einer allgemeinen Verlrauensmännerversammlnng der Masch!- nisten und Heizer sübrte der Zentrolvorsitzende des Verbandes Scheifel aus: Zu Anfang des Krieges war besten Lage nicbi sehr glänzend, um so weniger, als gerade die auf dem Leipziger Verbandstag beschlossene Beitragserhöhung in Kraft getreten war. Ter Verband halte sich sofort gesagt, daß an eine geregelte lausende Untcistützlliig der Kriegersrauen nicht zu denken sei. Die erste Sorge galt den Erwerbstosen und Ausgesteuerten, insbesondere den aus- gesteuerten Kranken. Obgleich die Arbeitslosigkeit nicht so außer- ordentlich groß war, mußten doch erhcblickie Summen ausgezahlt werden, bis 39 September v. I. an AibeiiSlose 88 999 M., außer- dem an Kriegersrauen 72 000 M. als NolslandSunlerstützung. Für die zurückkehrenden Krieger wird in der Weite gesorgt, daß sie in ihre allen Recliie einrieien, die Ausgesleuerlen und nicht llnter« stützungsberechtigien bekommen eine Unterstützung noch vier Wochen lang nach ihrer Rückkehr. Nach dem Kriege düiste vorerst mit einer großen Arbeitslofig- keit zu rechnen sein. Zu begrüßen ist, daß" die Mitglieder ein« gesehen haben, daß die Beschlüsse der Leitung betreffs Einschränkung der UnierstützungSeinrichtuiigen notwendig waren. Das VerbandSvermögen hat sich während des Krieges nicht verringert, iondern sogar noch etwas erhöht, dank der Einsicht der Mitglieder. Die meiste» Krieger werden wobl dem Verband treubleiben. Der Verband wird große Ausgaben zu bcwäliigen haben. Sorge fürArberl Sorge für die Kriegsbeschädigten, damit diese den Tarifen entsprechend entlohnt werden. Auch die eigentlichen Aufgaben einer Gcwerlschait dürfen nicht außer acht gelastcn werden. Notwendig ist es aber, zusammenzuhalten. Die Gewerkschaften haben ihre Pflicht getan, nicht um Anerkennung zu heischen, sondern als Selbstverständlichkeit, w?il es in ihrem Wesen begründet ist. Trotz Aushebung der Streikunterstützung ist doch für Verbesserung und Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen gewirkt worden. Anerkannt muß werden, daß die Militärbehörden in obieklivsrer und energischster Weise in diesem Sinne eingeirelen sind und selbst das KoalitionSrecht gegen einzelne llniernebmer rn Schus genommen haben. Andererseits haben die Gewerkschaften dem Staate große Dienste gelerslet. Eine Diskussion schloß sich dem Vortrag nicht an. Es wurde dann noch mitgeteilt, daß die in Brauereien be- schäsrigten Arbeiter eine Erhöhung der Teuerungszulage von 19 M. auf 29 M. verlangt hallen. Der Verband der Brauereien hat aber nur eine Erhöhung von>9 M. aui 15 M. pro Monat beschlossen. Die ringsreie» Brauereien sind ersucht worden, sich dem Beschluß an- zuschließen. Der Berichierstalter teilte mit, daß die Arberler 29 M. haben wollen, und zwar von allen Brauereien. In der Diskussion wurde ausgeführt, daß, wenn die Braue- reien sich weigerten, der Forderung zu entsprechen, es ja noch andere Arbeit gäbe. Ferner wurde Klage geführt, daß der Staats- und Gemeinde- arbeiierverband das bei der B. E. W. beschäftigte Maschinen- und Kesselpersonal kür sich beanspruche. Die Angelegenheil wird die Ge- weilschaslSkomm:isioii beschäftigen. Scheffel gab der Hoffnung Ausdruck, daß es zwischen den beiden Verbänden, die darauf ange« wiesen sind, mit- und nebeneinander zu Wirten, zu einer gütlichen und verständigen Einigung kommen werde. Tie Bäcker Berlins im Jahre ISIS. Der Jahresbericht der Berliner Verwalrung des Bäcker- Verbandes erwähnt in erster Linie, daß das Verbot der Nachtarbeit durch Bundesralsverordnung vom 15. Januar 1915 eine alle Forderung der Bäckergesellen erfüllt und daß die Befürchtung, die Plötzlichkeit des Verbotes werde schädigend wirken, sich als un- begründei herausgestellt habe. Die Verordnung vom 25. Januar >915. welche daS ProduklionSquanrum der Bäckereien feftlegie, halte zunächst eine stärkere Arbeitslastgleit zur Folge, die aber nur von kurzer Dauer war. denn die Einziehungen zum Heere minderten die Zahl der ArbeilSlräste. � Im Jahre 1914 hatte der Verband von seinen Mitgliedern verlangt, daß sie bei ihren Lohnforderungen nickt über den Tarif hinausgehen sollten. Dieser Srandpunkl ließ sich im Jahre 1915 wegen der rapiden Steigerung der Lebensmittel- preise nicht mebr aufrechterhalten. Der Mangel an Ärbeilskrästen ermöglichte eS den Bäckern, höhere Löhne zu fordern. Es ist denn auch eine allgemeine Erhöhung der Löhne eingetreten. Durch eine Erhebung, welche der Verband im November und Dezember>915 velansialtete. die sick aber nur aiif den zehnten Teil aller Bäckereien erstreckt, ist festgestellt, daß die Löhne im Vergleich zu dem Stand. den sie vor dem Kriege hallen, wöchentlich eine durchichnittliche Steigerung erfahren haben von 12,35 M. bei den Oienarbeilern. 9.98 M. bei den zweiten Gesellen, 19 M. bei den dritten Gesellen, 7 M. bei den vierten Gesellen. Hierbei ist aber zu beachten, daß in den meisten Fällen die Arbeitszeit verlängert oder die Zahl der Ge- sellen im Betriebe vermindert wurde, so daß aus den einzelnen Ge- sellen eine größere Arbeitsleistung kommt.— Nach der Statistik des paritätischen Arbeitsnachweises, die sich über das ganze Jahr er- streckt, betrug die durchschnittliche Steigerung des Wochenlohnes gegen das Vorjahr bei den Oienarbeilern 14,92 M., bei den Knelern 9,47 M., bei den drillen Gesellen 7,39 M. Nach derselben Statistik betrug der durchschnittliche Wochenlohn sür: Dritte Gesellen Kneler... Oienarbeiter. 1915 34.85 M. 89,60. 47.-. 1914 27 55 M. 89.13. 32,98. Bei den Konditoren trat infolge der Bundesratsverordnung über die Einschränkung des Verbrauchs von Weizenmehl zu Anfang des Jahres eine vorübergebende Arbeitslosigkeit, der aber aus den- selben Gründen, die hinsichtlich der Bäcker angeführt wurden, ein Mangel an Konditorgebilsen für Backgeschärte rolgie. Das führte nach und nach zur Einstellung weiblicher Arbeitskräfte, welche angelernt wurden und zum Teil in Gruppen unter der Leitung eines Fachmanns arbeiteten. Im August wurde festgestellt, daß in vier- zehn großen Konditoreien 71 Posten, welche vor dem Kriege ge- lernte Kondiioren innehalten, von weiblichen Ärbeilskräflen besetzt waren. Die gewerbsmäßigen Stellenvermiltler waren ständig bemüht, junge Konditorgebilfen. die von der Lohn- steigening in Berlin nickls wußten, von auswärts, meist aus Ostpreußen und Dänemark, heranzuziehen. Dadurch winde ein gewisser Druck aus die Löhne der Kondiiorgebilsen ausgeübt, deren Steigerung denn auch hinter der der Bäcker löhne zurückblieb. Die Schokoladen- und Zuckerwarenfabriken halten im allgemeine» eine gute Konjnnkiur. Auch in dieicr Branche wurden weibliche Arbeitskräne in größerer Zahl als sonst eingestellt. In 38 Fabriken stieg die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte vom Juli 1914 bis Juli 1915 von 2882 auf 4697, während die Zahl der männlichen Arbeitskräfte in derselben Zeit von 1365 auf 681 zurückging. 299 Arbeirsslellen, welche früher gelernte Männer inne ballen waren im Juli von weiblichen Arbeitskräften besetzt. Die Wochenlöhne betrugen zu dieier Zeil für Pfcfferknchler 49—45 M.. Laboranren 45—59 M., Laboranten in leitender Stellung 59—69 M., Bonbon- locker 59—69 M.. Bonbonkocher in leitender Stellung 199 M. und mehr. Die Firmen S a r o t t i und S t o l l w e r ck zahlen trotz der teuren Zeit für jugendliche Arbeilerinnen 7,59 M. Wochenlohn ein- schließlich Teuerungszulage. Auch sonst entsprechen die Löhne der Arbeiterin»?», die sich durchschnittlich auf 12—14 M. wöchentlich be- lausen, nicht den TeuerungSverhältnissen. Die Zahl der Berliner Mitglieder belies sich Ende 1914 auf 3383 und ging b.S Ende 1915 auf 1163 zurück. Andererseits sind aber trotz der sehr geringen Agitalionsmöglichkcir 472 Neu- aufnahmen gemacht worden. Die Kastenverhältnisse sind im allgemeinen befriedigend. Für llnterstützungszweckc wurden 24 296 M. ausgegeben. Die am Dienstag abgehaltene Generalversammlung nahm den Jahresbericht ohne Debatte entgegen uns wählte die bisberiee OrtS- verwaltirrig'- Apfelsinen....... 0««� HSna 6)ut-Apfe sinen o.r«»- 95?-. Zitronen________ o.u«.o 55■ Maronen............Pfmnd 28pt- Kranzfeigen........ pt™« 6Sp> Rote Essäpfel____ 25pt Kochäpfel..... Ißp' WeiSSKOhl(dantMb.r), Pld. lO1*'- Wirsingkohl lho�8dmuhneJ 16Pi ROtkO�I(hoIUBdUokM). Pfd. 20?' Kohlrüben........ �...pi°°d 5pt Spinat...••..••..•••..ptttBd 25p- Schwarzwurzeln?-.°d Zwiebeln OioLllndi»ehe),Ptd. 20PL Mohrrüben............prnnn A?,. Rosenkohl_______ pr.od 40 Rhabarber...........»«.« 15� Raucherwaren Sprotten------------- 95pi- Sprottbückllnge....... 85«. Bücklinge............ 3*** Z5� Makreien-Bflckllnge 35« Goldfische............ 35«. Sardinen i»<«............Dan 75� Pfund Kräuter-— � beringe /ü pf. Lerantw. Redakt.: Alfred Wielevv, Reukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glocke. Berlin. Druvärts"lcscr an diesem Talbestaude von vornherein nicht gezweifelt haben wird. Hamburg, den 3. Februar 1913. A u g u st W i n n i g. Um den Lesern die Nachprüfung des Tatbestandes zu erleichtern. geben wir nochmals den Wortlaut der Schlußabsätze des Artikels von Winnig wieder: „Die Gewerkschaften werden mit Nachdruck aussprechen, daß sie keine andere Politik als die der heutigen Mehrhen guiheißen und unterstützen können. Sie werden das tun, weil sie müssen. Gewiß werden sie es der Partei überlassen, aas ihren: Parteitage das Urteil über die bisherige Politik zu sprechen und die Richtlinien der künftigen Politik zuziehen. Aber gleich viel wie diese Entscheidungen fallen mögen— sie können die Gewerkschaften nicht zu einer grundsätzlich anderen Haltung bewegen. Fraglich ist nur— und nur darum geht die Entscheidung—, wie silfi das künfiige Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften gestalten wird. Eine Rolle zu spielen, wie sie die Wortführer der Minderheit den Gewerkschaften zumuten, dazu haben diese sicherlich leine Neigung. Der Sieg der Minder- h e i t würde die Gewerkschaften höchstwahrscheinlich zivilige», i n parteipolitischen Fragen völlige En haltsam- keit zu üben und aus sich selbst heraus Methoden und Organe zur Vertretung der Arbeiterin ter- essen in Gesetzgebung und Verwaltung zu ent- wickeln." Die Würdigung der vornehmen Tonart Winnigs können wir danach den Lesern überlassen. Zum Erfurter Beschluß. Genosse Heinrich Schulz, der Vertreter deS Ersurter Wahlkreises, schickt uns eine Erklärung, aus der wir entnehmen, daß»ich: die Kreisorganisation sondern der Bezirksverband Erfurt, dem vier Reichstagswahlkreise angehören, am Sonniag sich für die Minderheit der Rcichstagsfrakrion entschieden hat. Ter Kreis des Genossen Schulz hat zu den bestehenden Parteidifferenzen noch keine Stellung genommen.___ Mus Znöustrie und Handel. Bulgarien und Teutschland. Die Deutsch-Bulgarische Vereinigung in DreS- den, E. V., schreibt uns: Man hat den Japanern Undankbarkeit vorgeworfen, weil sie die deutsche Industrie und die in dieser erlangten Erfahrungen be nützten, um sich eine eigene Industrie zu schaffen, die zunächst den Jnlandbedarf deckte, bald aber auch auf dem Weltmarkt, nameni lich des fernen Ostens, als Konturrent erschien. So ließ Japan zum Beispiel durch ein deutsches Werk eine große Hüttenaiilag; erbauen und konnte nach deren Fertigstellung auf die Einfuhr von Eisenbahnschienen, Eisendrücken und ähnlichem zum Nachteil der deutschen Industrie verzichten. Manche haben das Japan übel- genommen. Sie vergessen, daß für den Fall, daß das deutsche Werk auf den viele Millionen betragenden Auftrag verzichtet hätte. englische, belgische oder amerikanische Werke an diese Stelle gr treten wären, datz der Gewinn für Deutschland somit fortgefallen. die Sachlage aber nicht geändert worden wäre. Wir sind zwar dei Ansicht— und die Japaner sind cS auch— daß die Deutschen die Hüttenanlage besser hergestellt haben, als dies andere hätten tun können, aber es wäre eine arge Verkennung der Tatsachen, wenn wir glaubten, wir allein hätten das Werk schaffen können. Es wäre mithin eine Torheit von dem deutschen Werke gewesen, hätte es die Ausführung des Auftrages abgelehnt, von der es wohl wußte, zu welchem Zwecke es von den Japanern bestellt wurde. So werden wir auch von vornherein damit rechnen müssen, daß Bulgarien nicht die Absicht hat, dauernd in einer industriellen Abhängigkeit von uns zu bleiben, daß vielmehr das Streben des unternehmungslustigen ilitid technisch begabten Volkes sich darauf richten wird, die im Laude befindlichen Bodeuprodukte selbständig zu bearbeiten uud die Bilanz zwischen Ein- und Ausfuhr tunlichst zu ihren Gunsten zu gestalte». Die„E�emiker-Zeitung" despricht an der SSnii» einer Arbeit über„Die Industrie Bulgariens" diese Ver- Haltnisse eingebend und kommt zu folgendem Ergebnis: „Wenn es gelingen sollte, in Zukunft vor allem die Kohlen» gewinn» ng erheblich in Bulgarien zu steigern, so wäre es sicher möglich, daß die bulgarische Industrie und ihre einzelnen Zweige noch erheblich in ihrer Leistungsfähigkeit gefördert werden würde. Gegenwärtig ist die große Mehrzahl der bulgarischen Industrie- zweige trotz bemerkenswerter Ansätze noch nicht allzuweit über das Aufaugsstadium hinaus, wo man nur für den Inlandsmarkt arbeitet, gedielten, und der Krieg dürfte diese Emimcklung nach mancher Nichiung hin ebenfalls etwas verzögern, wobei aller- dingS zu beachten bleibt, daß unter Umständen das Absatzgebiet der bulgarischen Industrie durch die Verbreiterung des inneren Marktes bcini Friedensschluß nicht unerheblich erhöht werden könnte. Das deutsche Kapital hat bisher Bulgarien nur berein- zelt sein Iure reffe zugewandt. Auch hierin dürfte aber die Gegen- wart zum Vorteil beider Länder in absehbarer Zeit mancherlei ändern, wenn Bulgarien dazu übergehen wird, nicht nur militärisch und politisch, sondern auch wirtschaftlich den Anschluß an„Mittel- europa" dauernd zu vollziehen." Es wird sich also siir die deutsche Industrie darum handeln, Bulgarien in seiner Entwicklung zu unterstützen ans die Gefahr bin, daß es sich namentlich im nahen Orient zu einem Kon- kurrenteil ausbildet. Die Kraft der deutschen Industrie und ihre Zukunft aus dem Weltmarkt kann nicht in der Unterdrückung fremder Industrien und der Herabmindevung der Produktions- kraft befreundeter Staaten liegen, sondern nur in dem Umstände, daß ne dauernd den Mitbewerbern in der Organisation und in der Verfeinerung der Arbeit und der Arbeitsmethoden um ein gntcs Stück voraus ist. Darauf beruht j« auch ihr Sieg— namentlich im Gebiet der Chemie— England gegenüber.... Weitere Preiserhöhung für Glühstrümpfe. Alle Glühstrumpffabrikanten haben in einer gemeinsamen Sitzung der beiden Fachverbände eine weitere Erhöhung der Ver- kausspreise beschlossen. Die Preise im Kleinhandel werden eine Er- böbung crsabren, die gegenüber den Detailpreisen vor dem Kriege je nach Qualität 1ö bis 20 Pf. pro Stück betragen wird. Der Wert der Krone. Der Wiener Umrechnungskurs für Zahlungen nach dem Deutschen Reich wurde bis auf weiteres mit hundert Mark glHch 145,50 Kronen festgesetzt. Mus Grsß-öerlin. M öem Zernbahnfteig. Hat auch das Laben auf den Berliner Fernbahnhöfen währwd der Kriegszeit in gewisser Beziehung seinen inter- natioiiaV" Charakter eingebüßt, daS Hasten und Treiben auf den Bahnsteigen ist deshalb nicht minder eindrucksvoll und abwechslungsreich. Das rollende Wagcnmatcrial führt Taufende siigTich der Reichshauptstadt zu und ebenso viele drängen sich voll Abfahrt der Züge durch die Sperre, um nach Möglichkeit für dje oft vielstündigc Fahrt einen Sitzplatz zu erwischen. Aber all dem Gewimmel fehlt die frühere— oft humorvolle— Note. Dies hat seine Ursachen in dem enisten Grundton unserer Zeit. Nicht, daß man hier ausschließlich düstere und sorgen- volle Gesichter sähe. Diese trifft man mehr oder weniger überall an. Man kann sogar freudige und auftichtig froh- liche Mienen wahrnehmen; allerdings nicht in der Mehrzahl. Jeder D-Zug, der nach sausender Fahrt aus dem Westen oder Osten auf den Berliner Bahnhöfen einläuft, bringt von den Fronten eine Anzahl Heimatsurlauber mit. und diese sind es, in deren gebräunten und verwetterten Gesichtern die helle Freude leuchtet. Tausend unsägliche Mühen und Eni- vehrungen. so manche überstandene Todesgefahr sind vergessen in dem Augenblick, wo man nach langen, langen Kriegs- monatcn wieder heimatlichen Boden unter den Füßen fühlt. Einige haben ihre Ankunft von irgend einer Station aus telegraphisch angemeldet. Hier und da zwängt sich suchenden Auges ein junge Frau durch das Gedränge. Jetzt erblickt sie ihn, sie ruft und mit ausgebreiteten Armen fliegen sie auseinander zu; er bepackt mit schwerem Gewehr, dem vollen Tornister und einigen Paketen, die wohl so manches ücbgcwordene Andenken enthalten, sie von harter Arbeit und den Sorgen bleich und abgehärmt. Sekundenlang halten sie sich umfangen, denn der hastende Menschenstrom drängt weiter.?lber aus beider Augen strahlt die Glückseligkeit. ?lndere wieder schwelgen im Vorgefühl der Ueberraschmtg, die ihr plötzliches Kommen den gänzlich unvorbereiteten An- gehörigen bereiten lvird. Was Iverden die Frau und die Kinder, die Ätutter, die Braut wohl sagen? Noch eine kurze Frist und die Anmeldung auf der Bahnhofskommandantur ist erledigt. Dann verschwinden die angekommenen Feldgrauen nach allen Richtungen der Windrose und tauchen für einige Tage im Strudel des Berliner Lebens unter.-- Auf dem anderen Bahnsteig, wenige Schritte vom eben eingelaufenen Zuge entfernt, stehen die Wagen des in einigen Minuten abfahrenden D-ZugeS. Die Endstation befindet sich im eroberten Gebiet, ewige Wegestunden von der eigentlichen Kampffront entfernt. Infolgedessen herrscht unter den Passagieren das feldgraue Element vor; meistens Heimatsurlauber, welche die' Reise zur Front, zu neuen mühseligen Kämpfen antreten. Soweit sie sich auf der Durchreise be- finden, haben sie bereits in den„für Militärpersoncn" bestimmten Wagen Platz genommen. Sie haben den ge- fürchteten Abschied schon hinter sich. In den Gepäcknetzen sind Tornister, Kisten und Kasten verstaut, und in drangvoll fürchterlicher Enge wird geraucht und von den entschwundenen Freuden und Annehmlichkeiten des Heimatsurlaubes ge- plaudert. Unaufhaltsam rückt der Zeiger vor. Die Zeit ist kostbar aus deni Bahnsteig. Aus den Wagenfenstern, von den Tritt- vrettern herab werden mit den Angehörigen Gespräche ge- führt, deren Wichtigkeit mit der fortschreitenden Zeit zunimmt. Man weiß ja nicht, ob man sich wiedersieht. Und dabei überall das gleiche Bestreben, sich gegenseitig den Abschied nicht zu schtver zu machen. „Fertig!" tönt eine scharfe Stimme über den Bahnsteig. Die Türen klappen zu, die Maschine ruckt an. Noch einmal finden sich die Hände im kräftigen Druck, noch einmal bc- gegnen sich die feuchten Augen. Von zuckenden Lippen klingt ein letztes Lebewohl, während die Wagen aus der Halle rollen. Immer kleiner werden die winkenden Mützen und Tücher in den Fenstern des davoneilenden Zuges. So lange er noch in Sicht ist, flattern auch auf dem Bahnsteig die wehenden Tücher als letzte Abschiedsgrüße dem Gatten, dem Sohn, dem Geliebten nach. Die zitternde, blutleere Hand der Greisin, die abgearbeitete schwielige Hand der jungen Frau, das zarte Kinderhändchen, sie alle winken dem in der Ferne uni eine Gleisbiegung verschwindenden Zuge nach. Langsam leert sich der Bahnsteig und aus dem Knäuel der sich durch die Sperre Drängenden tönt leises Weinen und fassungsloses Täglich sind's dieselben Bilder, die mit der Pünktlichkeit der ein- und abfahrenden Züge kaleidoskopartig an unserem Auge vorüberziehen. Hier wirken sie, von der Wonne des Wiedersehens verklärt, versöhnend auf das empfängliche Ge- müt ein und dort durch die Wehmut und den Schmerz des Abschiedes erschütternd. Nirgends im öffentlichen Leben tritt die Schwere unserer Zeit so in die Erscheinung wie auf dem Bahnhof. Wie lange noch? Arbeiterbildnngsschule. Es sei nochmals daran erinnert, daß heute Sonnabend, den ö. Februar, abends 8'/, Uhr, der acht Abende umfassende Kursus des Genossen Emil Eich- Horn über die Nationalitätenfrage beginnt. Die Speisung bedürftiger Schulkinder. Die Speisung bedürftiger Schulkinder betraf eine Magistrats- vorläge, die in der geheimen Sitzung der Berliner Stadtverordneten- Versammlung erledigt wurde. Infolge des Krieges mußte die für Schulspeisung vorgesehene Ausgabe von 300 000 M. erheblich über- schritten werden. Bereits im September war die bewilligte Summe voll verbraucht und allein im Oktober waren 110 000 M. mehr als angesetzt ausgegeben. ES mußte eine Nachtragsvorlage gemacht werden, welche die Bewilligung der Mehrausgaben von 300 000 M. fordert. Diese Summe dürfte bis zum 31. März nicht ausreichen, um das Bedürfnis zu decken. In diesem Falle wird der Magistrat die weiteren Kosten noch einmal anfordern müffen. In der Stadtverordnetenversammlung herrschte Einigkeit darüber, daß die Kosten für die Schulspeisung zu bewilligen seien. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Verhältnis der Stadt zu dem Verein der Kindervolksküchen erörtert. Der Verein stellt be- kanntlich die Speisen her und verabfolgt das Esten auch an die Schulkinder. Die Stadt zahlt für die Portion 15 Pst an den Verein. lieber die Verhandlungen in der geheimen Sitzung der Stadtverord- neten berichtet nun der„Lokal-Anzeiger": „In der geheimen Sitzimg der Stadtverordneten erstattete Stadrverordneter Rosenow Bericht über die Ausschußberamngen wegen Nachbewilligunq von 300 000 M. für die freie Mittag- speisung bedürftiger Gemeindcschulkinder. Wie man weiß, wird diese Speisung von privater Seite aus besorgt, und die Stadt gewährt dem Verein, der sie ausführt, einen beträchtlichen jährlichen Zuschuß. Die Debatte gestattete sich, wie wir hören, ziemlich lebhaft, und von verschiedenen Rednern wurde bemängelt, daß die llebersicht. die der Verein über seine Geschäftsführung gibt, keinen klaren Einblick in die Verwaltung gestattet. Gleichzeitig wurde wieder die Forderung erhoben, die Schulspeisung ganz zu ver- stadtlichen; das koste zwar mehr, aber man wisse doch, was man hat. Hierzu wurde erklärt, daß man augenblicklich nicht die Ver- stadtlichung durchführen könne, weil dazu eine ganz neue Organi» sation notwendig sein würde. In der jetzigen Zeit sei das aber unmöglich. Es blieb also unter diesen Umständen nichts weiter übrig, als die 300 000 M. zu bewilligen, was denn auch geschah." Und die„Morgenpost" berichtet: „Die Vorlage des Magistrats, dem Verein für Kindsrvolks- küchen noch 300 000 M als Beihilfe zur unentgeltlichen Mittags- speisung bedürftiger Volksschulkinder zur Verfügung zu stellen, gab in geheimer Sitzung Anlaß zu lebhaften Debatten, die auch die Geschäftsführung des genannten Vereins betrafen. Die Sozial- demokraten forderten entschieden, daß die Schulspeisung von der Stadt übernommen werde. Demgegenüber wurde aber geltend gemacht, daß der Verein die gesamte Einrichtung der Schulspeisung und die notwendige Organisation besitzt, die man jetzt nicht neu beschaffen könne. Die 300 000 Mark wurden, wie wir hören. schließlich bewilligt. Die Stadt sichert sich aber größere Rechte auf die Verwaltung des Vereins." Diese Berichte find in der Hauptsache falsch. Wohl find die ge- forderten 800 000 M. bewilligt Wörde«, was aber das Verhältnis der Stadt zu dem Verein betrifft, so liegen die Dinge ander? als berichtet. In der Stadtverordnetenversammlung herrscht voll- kommene Einmütigkeit darüber, daß die Schulspeisung einem Verein nicht überlasten werden kann. Und deshalb hat die Stadtverord- netenversammlung am Donnerstag beschlossen, den Magistrat um eine Vorloge zu ersuchen, nach der die Schulspeisung im Eigen- betrieb der Stadt erfolgt. Dieser Antrag war in einem Ausschuß von allen Mitgliedern gestellt und ihm wurde am Donnerstag auch einstimmig zugestimmt. Man sieht, wie manchmal berichtet wird. Petition gegen das geplante Schätzungsamt. In Sachen eines Schätzung samts-Gesetzes hat der Magistrat Berlin eine P etition an das Haus der Abgeordneten gerichtet und darin gebeten, tz 13 des Gesetzentwurfs dahin abzuändern, daß für die Stadt Berlin ein eigenes Schätzungsamt erttchtet werde. Der Entwurf seinerseits sieht ein besonderes Schätzungs- amt für den Verband Groß-Bcrlin vor. Die Mitglieder dieses Schätzungsamtes(die Schätzer) soll der Verbands- ausschuß ernennen. Hierdurch würde Berlin, im Gegensatz zu den anderen Großstädten Preußens, in denen die Entwickelungsverhältnisse ähnlich liegen, in eine Sonderstellung gedrängt, in der es von der Selbstverwaltung bei Einrichtung der Schätzungsämter ausgeschlossen ist. Der Zweckverband — im Verbandsausschuß stehen Berlin nur 6 von 19 Sttmmen zu— würde die für den Berliner Grundbesitz maßgeblichen Schätzungsabteilungen mit den von ihm als geeignet er- achteten Schätzern besetzen. Die Taxen der Verbands-Schätzer würden, sobald nach der Absicht des Entwurfs die Zwangs- taxen für die Beleihungen der Hypothekenbanken, der Ver- sicherungsanstalten, der Berliner Sparkasse und der Berliner Pfandbttef-Jnstitute eingeführt sind, schlechthin für die Kredit- vcrhältniffe Berlins matzgebend sein. Berlin würde zwar über die Person der Schätzer gehört werden, hat aber keine entscheidende Stimme und auch kein Mittel zur Zurückweisung der Ernannten. Es ist in der Petttton darauf hmgewiesen, daß die Ver- hälinisse des Berliner Grundbesitzes in mannigfachen recht- lichen und tatsächlichen Beziehungen ganz verschieden liegen von denen des übrigen Zweckverbandsgebietes; daß Berlin seit mehr als einem Jahrhundert bereits ein eigenes Schätzungsamt für den städtischen Grundbesitz hat, und zwar in der städtischen Feuersoztetät, daß die Entwicklung für Berlin also auf eine organische Verbindung des neuen Schätzungsamtes mit dieser Stelle hinweist; daß Berlin ferner im Berliner Pfand- brief-Jnstitut ein besonderes Grundkredittnstitut be- sitzt für seht Weichbild, mit eigenen Taxen von mündelsicherer Geltung; daß endlich sowohl die bauliche Entwicklung Berlins wie die Enttvicklung seiner Grundbcsitzwerte eine ganz andere ist wie sonst im Gebiet des Zwcckvcrbandes. Dort befindet sich vornehmlich das Feld der Bodenspekulation, dort sind vor- nehmlich die SpckulationSwerte neuester Zeit zu finden, gegen die der Gesetzentwurf ankämpfen will. In Berlin hat der Grundbesitz— von wenigen Ausnahmen, die mit der City- bildung zusammenhängen, abgesehen— in altgeschicht- licher Entwicklung den Charakter eines Renten-, eines Ertragswcrtes angenommen, der der Spekulation kemen Reiz Tie Organisation der städtischen Gaswerke. Der Magisttat hat beschlossen, der Direktton der städttschen Gaswerke eine ähnliche Organisatton zu gewähren, wie der Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke, und zur Beauf- sichtigung der beiden Werke einen gemeinschaftlichen Aufsichts- rat einzusetzen. Eine Vorlage hierüber wird den Stadtver- ordneten alsbald zugehen.__ Briefscndungcn nach dem Auslande. Um die Versendung von Waren, deren Ausfuhr verboten ist, in Bneisendungen zu verhüten, ist angeordnet worden, daß von jetzt ab alle Briefsendungen nach dem Auslande, in denen Waren enthalte» sind lalso auch alle Warenproben), auf der Äufickinfiseite die genaue Angabe des Inhalts und die Adresse des Absenders tragen müssen. Sendungen, die diesen Anforderungen nicht entsprecben, werden den Absendern zurückgegeben oder, falls dies nicht möglich ist, nach den Vorschriften für unbestellbare Postsendungen behandelt. Waren, deren Ausfuhr verboten ist, können in Briefsendungen nach dem Auslände nur versandt werden, wenn den Abiendern vom Reichskanzler sReichsami des Innern) eine besondere Ausfuhr- bewilligung erteilt worden ist, die auf eine bestimmte Stückzahl von Briessendungen unter Angabe des Höchstgewichts der einzelnen Sendung lautet. Solche Briessendungen müffen unter Vorlegung der Ausfuhrbewilligung bei den Postanstalten eingeliefert werden, die in der Bewilligung die abgesandte Stückzahl vermerken. Im Falle der gleichzeitigen Einlieserung aller zugelassenen Sendungen oder bei Einlieserung der Restsendung wird die Ausfuhrbewilligung von der Postanstalt zurückbehalten. Z« der Vcrgiftungsaffäre in der Hohenstaufenstrahe. Die am gestrigen Freitag nachmittag vorgenommene Obduktion der Leichen der Bäckermeister Weiner und Scheer hat zu einem ganz überraschenden Resultat geführt. Wie jetzt von den Gerichtsärzten mit ziemlicher Sicherheit angenommen wird, sind die beiden Bäcker- meister nicht infolge einer Vergiftung durch Nahrungsmittel ge- storben, sondern sie haben den Tod durch Kohlenoxydgas gesunden. Das Zimmer, in welchem die drei Männer Abendbrot aßen und Skat spielten, liegt hinter dem Laden und ist ziemlich klein. Ein eiserner Ofen war darin ausgestellt, der nach- mittags geheizt worden war. Beim Aufschütten neuer Kohlen kurz vor dem Abendbrot haben sich giftige Gase entwickelt, welche die drei Männer nicht beachtet haben. Im Eifer des Spiels wurden wohl frische Kohlen aufgeschüttet und die Entwickelung der Gala muß eine so plötzliche und starke gewesen sein, daß es den drei Spielern nicht mehr möglich war, zum Fenster zu eilen und das- selbe zu öffnen. Sie sind durch die Gase betäubt worden und zu Boden gesunken. Trotzdem diese Untersuchung den Tod durch Gas- Vergiftung ziemlich klarstellt, wird doch noch auf Wunsch der Aerzte der bekannte Gerichtschemiker Dr. Paul Jeserich die Unter- suchung der Exkremente vornehmen und erst dann kann ein abschließendes Urteil gefällt werden.— Dieser Fall erinnert lebhaft an die rätselhafte Vergistungsaffäre, die ebenfalls Wochen hindurch die Bevölkerung der Reichshauptstadt in Auf- regung versetzte. Bor etwa zwei Jahren feierte im Juli ein junges Brautpaar in einem bekannten Restaurant SchönebergS seine Hochzeit und begab sich dann nach seiner in der Nähe gelegenen Bc- Häufung. Tags darauf wurde das Ehepaar tot im Bette liegend aufgefunden. Auch damals wurde anfänglich polizeilicherseits und auch seitens der hinzugezogenen Gerichtsärzte gemutmaßt, daß eine Vergiftung durch Nahrungsmittel beim Hochzeitsmahl vorliegen müsse. Erst viel später konnte mit Sicherheit nachgewiesen werden, daß die GaSröhren in dem Schlafzimmer undicht gewesen und daS Paar durch Einatmen giftiger Gase den Tod gefunden hatte. Wege» Mißhandlung seiner 15 jährigen Tochter mit nach- folgendem Tode ist kürzlich der Weichensteller Sahl, am Südufer wohnhaft, in Hait genommen worden. Die löjahttge Tochter wurde kürzlich tor im Bette vorgefunden, nachdem sie vom Vater vorher mit einem Rohrstocks gezüchtigt worden war. Nach der Obduktion der Leiche ist das Mädchen infolge von Verbrühung und Mißhand- lung gestorben. Sahl gibt die Stockschläge zu. Seine Frau sagt, sie habe das Mädchen nach Rückkehr von einem Ausgang mit ver- brühten Armen auf dem Flur besinnungslos liegend gefunden, den sie habe aufwischen sollen. Wieder zu sich gekommen, habe ihre Tochter erzählt, daß sie sich beim Auswischen mit heißem Wasser verbrüht habe. Die Obduttion hat nun gezeigt, daß nicht nur die Unterarme, sondern auch dieOberarme bis zu den Schultern verbrüht waren. Die Hände dagegen weisen nur wenige und geringe Wunden aus. Nach dem Befund ist vorläufig nicht anzunehmen, daß das Mädchen durch einen eigenen Unfall allein zu den Verbrühungen gekommen ist. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei ergaben u. a., daß das Kind in der Schule oft ab- gespannt war. Es erklärte daS dann damit, daß es schon um 3 Uhr ausstehen müsse, um in der Hauswirtschaft zu arbeiten. Die Mutter müsse bei der großen Kinderzahl mitverdienen. Sie nähe viel und könne sich deshalb um die Wirtschaft wenig kümmern. Das Mädchen klagte in der Schule auch wiederholt, daß es zu Hawe nicht genug zu esie« bekomme. Ein anderes Kind aus der Familie ist vor einiger Zeit schon von der Fitrsorgedame des Polizeipräsidiums anderswo untergebracht worden. Nach der ganzen Lage der Dinge wurde der Vater des verstorbenen Mädchens, der auch bei der Obduktion zugegen war, einstweilen in Hast behalten und nach der Obduktion in das Untersuchungsgefängnis übergeführt. Ein größerer Kellcrbrand beschäftigte die Berliner Feuerwehr in der Schwerinstraße 14, wo Möbel u. a. in einer Wohnung und Hausrat auf einem Korridor brannten.— Zwei weitere Wohnungs- bründe mußten in der Wolliner Straße 21 und Dragoncrstioße 48 gelöscht werden. Kleine Nachrichten. Durch einen Sturz vom Balkon tödlich ver- unglückt ist gestern abend der 43 Jahre alle Rentenempfänger Max Rieger. der für sich ollein im 4. Stock des Hauses Allerstr. 18— IS zu Neukölln ein möbliertes Zimmer bewohnte. Der Mann litt an Krampf- und Ohnmachtsansällen. Wohl um frische Luft zu schöpfen, trat er aus seinem Zimmer auf den Balkon hinaus. Hier erlitt er plötzlich wieder einen Anfall und fiel über das niedrige Gitter auf die Straße hinab. Der Verunglückte war so swwer verletzt, daß er schon aus dem Wege nach der Unfallstation in der Steinmetzstraße starb. — Unter einem Bretterzaun und einem Kohlenstapel begraben wurde gestern abend der l3 Jabre alte Schüler Kurt Schaudicnst in der Schierlestraße zu Neukölln. Aus dem Grundstück 34 befindet sich die Kohlen- Handlung von Lindner. Dicht am Straßenzaun lagerte ein Stapel Preßkohlen. Als nun der Knabe an dem Grundstück vorbeikam, brach der Bretterzaun plötzlich zusammen Die Trümmer und die nachstürzenden Kohlen traten ihn und verletzten ihn so schwer, daß er kaum mit dem Leben davon kommen wird.— Beim Spielen überfahren und schwer verletzt wurde gestern nachmittag ein un« bekannter Knabe vor dem Hause Bautzener Str. 2. Der Verunglückte, der etwa 6 Jabre alt ist, wurde nach dem Krankenhaus am Urban ge» bracht. Er hat kurz geschnittenes schwarzes Haar und trug einen blauen Sweater, eine schwarze Hose, schwarze Schübe und Strümpfe.— Liebesgram hat den 51 Jabre alten Weber Paul Große aus der Rüdersdotser Str. 6 in den Tod getrieben.— Einen empfindlichen Verlust erlitt gestern ein Industrieller aus Charlottenburg. Auf dem Wege von der Friedrichstraße und Unter den Linden bis zu einer Weinbandlung in der Französischen Straße kam ihm eine schwarze lederne Brieftasche abhanden, die 10000 M. in Papiergeld, Visitenkarten und Schriftstücke enthielt. Ob sie ihm gestohlen worden ist,»der ob er sie verloren hat. lann er «cht sage». Aus Mg Wieder beschnflung hat er tau BcUhaawg IM« 2(100 M ausgesetzt.— STuf dem Wege zur Schule überfahren und geivlel wurde gestern der 9 Jahre alte Sah» Alexander de-5 Schlächtermeisters Becker aus der Markgra�nslr. 9. Der Knabe wollie auf dem Wege nach der Eliiabeth-Se-iule in der Kochstratze den Damm der Friedrichsirahe überschreiten und geriet hierbei unter einen Omnibus der Vinic Hallesches Tor- Chausseestrahe. Ein Pferd zerlrat ihm den Kopf und ein Rad ging ihm über den Körper. Ter O�tunglückle war sofort tor. Mus öen GemeinSen. Der Teltower Landrat gegen die Getreideverfütterer. Im.Teltower Kreisblatt* veröffentlicht der Landrat in einer Erklärung, in der er eingangs darauf aufmerksam macht, dah Brot- gctreidc weder verfüttert noch verschrotet werden darf. Er sagt dann weiter: „Trotzdem sind Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift fest- gestellt worden. Deshalb habe ich mich veranlaßt gesehen, in inehreren Fällen den Beteiligten das Recht der Selbstversorgung mit Brotgetreide und Mehl aus Grund des§ ö8 der Bekannt- machimg des Bundesrates über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahrc 1915(R.-G.-Bl. S. 363) zu entziehen. In gleicher Weise würde auch in Zukunft verfahren werden müssen, wenn weitere Verstöße gegen die Vorschriften über das Vor- bot des Verfütterns von Brotgetreide festgestellt werden sollten. Ich erwarte aber von dem Pflichtgefühle aller Beteiligten, daß nun- mehr die Verfütterung von Brotgetreide völlig unterbleibt. Sollte ich mich in dieser Erwartung lauschen, so lvürde allen Selbst- veriorgern der Gemeinde, in welcher die Versütlerung von Brot- getreide wiederholt festgestellt werden sollte, das Recht der Selbst- Versorgung dauernd entzogen werden müssen." Spandaucr Stadtverordnetenversammlung. Tie letzte ungewöhnlich lange Tauersitzung wurde zum großen Teil ausgefüllt durch die Beratung der Borlage über Bewilligung von 100 000 M. zum Bau einer hölzernen Notbrücke unterhalb der Charlottenbrücke, der wegen Mangel an Arbeitskräften durch ein Pionierbataillon ausgeführt werden soll. In der Debatte wurde erwähnt, datz die Vertehrsverhältnisse über die alte baufällige Ehar- louenbrücke schon lange unhaltbar gewesen seien. Die jetzt nolivendige Brücke müsse gebaut werden, da deren Errichtung bei dem nicht zu vermeidenden Neubau der Charlottenbrücke nicht zu umgehen sei. Da sich Spandau aber strikte weigere, ohne staatlichen Zuschuß an einen Neubau der Charlottenbrücke heranzugehen, so komme es durch den Bau der Rotbrücke in eine gewisse Zwangslage, weil nach dem Bau derselben die Wasscrbauverwaltung eventuell den Verkehr auf der alten Charlottenbrücke sperren und unter Ilmständen auch wegen Behinderung der Schiffahrt den Abbruch der- selben verlangen könne. Oberbürgermeister K o e l tz e be- loine, daß Spandau aus Verkehrsrücksichten unverzüg- lich an den Bau der Brücke herangehen müsse. Ohne be- stimmte Zusage eines staatlichen Zuschusses zum Neubau der Charlottenbrücke werde Spandau freiwillig die alte Charlottenbrücke nicht abtragen. Redner befürwortete dann noch den Neubau der Berliner Brücke und die Höberlegung der alten Lehrter Eisenbahn- brücke, weiterhin noch den schon in früheren Jahren geplanten Bau einer Brücke an der Oberhavel zur Verbindung Saalwinkels mit Spandau. Die Versammlung stimmt im Prinzip der Vorlage zu, verlangt aber vor dem Bau der Notbrücke vertragliche Zusicherungen von der Wasserbauverwaltung, daß die alte Charlottenbrücke bis zum Neubau derselben stehen bleiben und benutzt werden kann. Auf einen Vorschlag des Königl. Wasserbauamtes Oranienburg, betreffend Uebernahme der Berliner Torbrücke gegen eine einmalige Zahlung von 388 000 M. wurde beschlossen, in Unterhandlungen mit dem Wasierbauamt einzutreten. Bei der Beratung des ElektrizitätsetatS, der einen lleberschuß von 335 000 M. für 1916 vorsieht, wurde die günstige Finanzlage Spandaus betont und die Herabsetzung der Kilowattstunde von 38 auf 35 Pf. beantragt. Gegen diesen Antrag sprach sich Stadtv. St a t t c im Austrage der Kommunalen Vereinigung sehr entschieden aus, da die Verbilligung des elektrischen Lichtes nur einem kleinen Teil der Einwohner zugute konime. Genosse Pieck befür- wartete die Verbilligung des elektrischen Lichtes, das bei der herrschenden Petroleumnot mehr und mehr das Licht des kleinen Mannes werde. Mit großer Mehrheit wurde die Ermäßigung der Kilowattstunde von 38 auf 35 Pf. beschlossen. Lebcnsmittelverkauf in Mariendorf. Die Gemeinde verkauft jetzt täglich von 8—9 Uhr vormittags im Rathausc Skaiierstraße, Kohlrüben für 5 Pf. pro Pfund und Kar- toffeln zum Preise von 40 Pf. für 10 Pfund. MittioocbS und Sonnabends von 9—12 und von 5—7 Uhr gelangen im Ralhaufe und Kaiserstraße zum Verkauf: Gesalzener Speck Pfund 1,90 M., geräucherter Speck Pfd. 2.20 M., gesalzenes Rindfleisch 2 Pfd. 2,50 M. und Schweinefleischkonserven für 1,50 pro Dose. In den durch Plakate kenntlich gemachten Ge- schästen serner: Heringe Stück 16 Pf., frische Eier 17, Kalkeier 16 und Petroleum Lirer 30 Pf. Minderbemittelte, die bis zu 36 M. Steuern zahlen, erholten gegen Reiskarten, die im Rathausc, Zimmer 17, zu haben sind, Reis zum Preise von 45 Pf. pro Pfund. Auch Bohnen und grüne Erbsen gelangen zum Berkauf._ Soziales. Ueberstundeu müsicu ohne weiteres bezahlt werden. So entschied mit Recht die erste Kammer des Kaufniaims- gerichts in einem gegen die Aktiengesellschaft für elektrische Apparate gerichteten Prozeß. Tie Klägerin war als Korrespondenun im beklagten Betriebe tätig und arbeitete fast täglich mit Ueberstundcn. Auch die übrigen Kontoristinnen mußten, wie Klägerin ausführte, so lange nach- arbeiten, weil immer soviel zu erledigende dringende Arbeit vor« banden war. Fräulein W. verlangt für die etwa l50 Ueberstunden eine Entschädigung von 76 M. Demgegenüber betont die beklagte Gesellschaft, daß Klägerin aus freien Stücken länger gearbeitet habe lind nicht niit Wissen der Direktion. Sie sei auch au den Ueber- stunden selber schuld: hätte sie schneller gearbeitet, dann wäre sie ohne Uebersnmden ausgekommen. Das K a u f m a n n s g e r i ch t verurteilte die Be- klagte dem Antrage entsprechend zur Zahlung von 75 M. Ueberstunden müßten ohne weiteres gezahlt werden. Der Bebauvuing der Bellagien. Klägerin habe wegen ihrer Lang- sapikeit die Ueberstunden vel schuldet, widerspricht die Tatsache, daß nuck, oaS andere Personal länger geaibeilet habe. Das Pensum müsse alio für den einzelnen zu groß gewesen sein. Hätte Klägerin die laufende Arbeit liegen lassen und nicht aufgearbeitet, so wäre es der Bellagien sicherlich auch nickt reckt gewesen. Reutcuansprüche aus der AngcsteLtenversicherung. Die Möglickkeit. sich selbst oder seinen Angehörigen vorzeitig einen Anspruck auf Rente aus der Angestelllenver- s i ch e r u n g zu fichern, wird durch die von uns milgeleilte BundeSratsverordnung vom 9. Dezember 1915 weilen Kreisen der versickerien Angestellten gegeben. Bekainitlich ist bei der Angestelllenversicherung bis zur Gelieiidmackuiig des Anipruches aus Reme eine Wartezeil zu erfüllen. Diese beträgt für Ruhegeld im Falle von BerufSunsähigkeil bei Männern 120, bei Frauen 60 Monate, für Altersrenten bei allen Versicherte» 120 Monate, und für die Hinterbliebenenreiiien während der UebergangSjahre 60 Monate. Da daS Gesetz erst seit Januar 1013 in Kraft ist, würde vor dem Jahre 1918 bezw. 1923 keine Möglichkeit auf Rentenzahlung bor- banden sein. Das Gesetz bestimmt jedoch, daß auf Antrag Ver- sicherten, die sich in günstigem Gesundheitszustand befinden, gestattet werden kann, durch eine einmalige Einzahlung(Prämien- reserve) die Wartezeit abzukürzen. Der gesetzliche Termin für die Zuläsigkeit dieses Antrages lief am 31. Dezember 1915 ab. Er war für Kriegsteilnehiner bereits mit der Bundesratsverordnung vom 26. August 1915 bis nach Kriegs schluß herausgeschoben worden. Durch die BundeSratsverordnung vom 9. Dezember 1915 ist die gleiche Vergünstigung auch»ür Nichtkriegsteilnehmer eingetreten, io daß nunmehr für die veisicherten Angestellten die Möglichreil besteht, den Antrag auf Ablürzung der Wartezeit zu stellen. Tie Anträge sind zu richten an das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Berlin-Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 193/195, und es ist ihnen beizufügen: 1. die Versicherungskarte, 2. ein amtlicher Geburtsnachwcis, dessen Ausstellung nach§ 338 gebühren- und stempelfrei erfolgt, 3. eine Bescheinigung über den für die Antrag- steller in Frage kommenden JahresarbeitSverdienst. Erforderlich ist weiter das Gutachten eines Vertrauensarztes, der auf Anfrage von der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte benannt wird. Die Versicherten, die den Antrag stellen wollen, können sich näher beraten lassen in den verschiedenen Ortsausschüssen der Ver- trauensmänner. Die zuständigen Adressen sind sür Berlin: Flottwellstr. 4 I, Zimmer 5(Sprechstunde: Dienstags, Donnerstags, Sonnabends 1—3 Uhr); für S ck ö n e b e r g: Rollend orfstr. 29/30, Sprechstunde: Dienstags und Donnerstags von 1—2 Uhr). Gerichtszeitung. Lederschmuggel. Zu einer groben Pflichtwidrigkeit hat sich der H i I s s- gefangenenaufseher Adolf Mulack hergegeben, der gestern in Gemeinschaft mit einem ehemaligen Straf- gefangenen Robert Dybisbarski unter der Anklage der Bestechung und Hehlerei bezw. Bestechung und Diebstahl im strafschärfenden Rückfalle vor der 1. Strafkammer des Land gerichts III stand. Mulack, von Profession ein Schuhmacher, war als Hilfsgefangenen anfseher für Plötzensee angestellt und als solcher vereidigt worden. Dybisbarski arbeitete in einer von einer Stuttgarter Firma ge- pachteten Baracke, in welcher viel Leder verarbeitet wurde. Er trat mit dem Aufseher Mulack in ein ganz unzulässige vertrauliches Verhältnis und bewog ihn, ihm Zigaretten zu- zustecken, wogegen er ihm kleinere Mengen guten Leders, die M. als gelernter Schuhmacher gut verwerten konnte, aus den Baracken hcranSsckmuggelte und als Zeichen seiner Dankbarkeit übergab. Daß dieser Tauschhandel nicht nur in einem Falle, sondern wieder- holt stattgefunden hat. bewies ein Kassiber, den D. einem Mit- gefangenen zur Weiterbeförderung an Mulack übergeben hatte, der aber von dem Mitgefangeneu an den Inspektor abgeliefert worden war.— Das Gericht verurteilte beide Angeklagte zu je sechs Monaten Gefängnis. Mus aller Welt. Immer noch verdorbene Lebensmittel. In der Zeitschrift„Feld und Wald* erschien kürzlich nach- stehende Anzeige: Offeriere als Hühner- und Hundefutter Kasseler Rippenspccr in Dosen von etwa 20 Pfund (etwas zu stark eingekocht) zu 50 Pf. Brutto für Netto. Fritz Wienbolt, Feitwaren-Großhandlung, Dortmund. So sorgt man dafür, daß wenigstens die Hunde zu einem kräftigen Futter gelangen. Ob es sich in diesem Falle wirklich um ein Versehen beim Einkochen haiidelt, oder ob das Fleisch nicht wie in anderen Fällen durch langes Aufbewahren in der Hoffnung auf höhere Preise verdorben ist, kann ja nur schwer nachgeprüft werden. Fest steht jedock, daß ein große? Quantum menschlicher Nahrung seiner Bestimmung entzogen ist. Schweres Grubenunglück. Auf der Zeche„Freier Vogel* und „Unverhofft* in Schüren bei Hörde. Bergrevier Dortmund I, hat Freitag früh in einem Ueberhauen im Flötz Finefrau eine Schlag loetterentzündung stattgefunden. Die Ursache der Eni zündung ist wahrscheinlich das Erglühen des DrahtkorbeS einer Wetterlampe. Ein Kohlenhauer ist getötet, zwei Leute sind schwer, fünf mittelschwer und ein Steiger leicht verbrannt. Brand im kanadischen Parlamentsgcbäude. Nach Meldung des Rcuterschen Bureaus entstund Donnerstag abend im Lesesaal des Parlaments in Ottawa ein Brand. Die Abgeordneten retteten sich unter Schwierigkeiten. Der Feuerwehr ist es gelungen, das Feuer zu bewältigen. Der Schaden wird auf fünf Millionen Dollar geschätzt. Wie die„Times" aus Ottawa meldet, befürchtet man, daß beim Brande des kanadischen Parlamentsgebäudes Menschenlevcn verloren gegangen sind. Es fand gerade eine Sitzung statt, als das Feuer ausbrach. Der Acker baumini st er erlitt schwere Brandwunden; der Premierminister mußte ohne Hut und Mantel flüchten. Verbotener Verkehr mit Kriegsgefangenen. Wie der„Post* be- richtet wird, verurteilte das Erfuiter Schöffengericht einen Lehrling und ein vierzehnjähriges Mädchen aus Erfurt, die den brieflichen Verkehr einer in Erfurt wohnenden Pariserin mit einen kriegs- gefangenen Franzosen vermittelt hatten, zu einem Verweise.— Schärfer wurde eine Frau angesehen, die einem bei der städtischen Müllabfuhr beschäftigten kriegsgesangenen Russen ein Stück Brot gegeben hatte. Sie wurde zu 40 M. Geldstrafe verurteilt. Wettcraussichte» für das mittlere Norddeutschland bis Sonntag mittag. Ziemlich mild und viehäch heiter, aber veränderlich. Im Westen stellenweise etwas Regen. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 146 der preußischen Armee eittl Verluste folgender Truppen: Reitendes Feldjägerkorps. Jnsanlerie usw.: Garde: Garde-Greuadier-Regiment Fran Garde- Jäger-Bataillon(s. auch Reitendes Feldjägerkorps); Garde Reserve-Jäger-Bataillon; Ga rdc- Maschi uengeweh r-Abteilung Nr. 1 (s. Gavde-Jäger-Batl.). Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsi lier-Regimenter Nr. 3, 5, 7, 8. 9, 11, 12, 15, 16, 17, 31, 33, 36, 37, 42, 43, 45, 47(s. Jnf.-Regt. Nr. 131i, 49, 50, 51, 53, 54, 66. 67, 70, 72, 78, 80, 82, 86, 87. 88, 90. 91, 92.'97, 99, 112, 113, 116, 129, 131, 132, 136, 138, 142, 148, 151 bis einschl. 154, 157, 158, 159, 161, 162, 165 bis einschl. 171. 172(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 99), 174, 175, 176, 184. Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 3, 5, 7, 8, 11, 12, 15, 16, 17, 25, 32, 36. 37, 46, 48, 51. 67, 68. 74. 80, 81, 82, 84, 87. 90 bis einschl. 94. 116. 118. 202, 203, 204, 208 bis einschl. 211, 213 bis cinfchl. 218. 220. 221, 223, 224, 227, 229 bis einschl. 233. 236, 237, 240, 249 bis einschl. 260, 262, 264, 265, 266. Reserve-Ersatz- Jnsanterie-Regt. Nr. 4. Landwehr-Jnfanterie-Regitnenter Nr.'4 bis einschl. 8. 15, 17, 18(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 84), 31, 37, 46, 47, 49. 51, 66, 72, 78. 83, 84, 85(s. Res.-Jnf.-Regt. Nr. 116), 99. 109, 116. Jäger-Balaillone Nr. 4, 8, 11(f. Res.-Jäger-Batl. Nr. 11), 14; Res.-Bataillone Nr. 2 und 11. Feld-Maschinengewehr-Zug Nr. 329(s. Füs.-Regt. Nr. 90). Kavallerie: Kürassiere Nr. 3(s. Jäger-Regt. z. Pferde Nr. 13); Dragoner Nr. 20 und 24; Husaren Nr. 1, 3, 10, 13; Res.-Hirsaren Nr. 7; Ulanen Nr. 2(f. Jäger-Regt. z. Pf. Nr. 131, 8, 11; Reserve- Ulanen Nr. 5; Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 2 und 13. Feldartillerie: 3. Garde-Regiment. Regimenter Nr. 1, 4, 6, 7, 9, 14, 15, 20, 21, 22, 24, 27(f. auch Fcldart.-Abt. Nr. 102), 31, 33. 35, 37(s. Feldart.-Regt. Nr. 35), 39, 40, 46, 47, 50, 51(s. auch Felda rt.-Regt. Nr. 225), 54, 67, 71, 73, 74. 76, 82. 90, 94. 99. 107, 217, 221, 225, 241, 243; Referve-Regi-menter Nr. 11, 16, 17, 19, 20, 21, 29, 30, 33, 36, 45, 49, 50, 51, 56, 60, 61, 69, 239; Ersatz-Regiment Zossen; Landwehr-Regimenter Nr. 3, 4, 8, 15. Feldartillerie-Ab- teilnngen Nr. 87, 102, 204, 231; 1. Landw.-Batterie des 14. Armee- korps. Fußartillcrie: 1. Ga rdc-Regiment; 1. Gavde-Landwehr-Batl. Regimenter Nr. 1. 4. 5. 7, 8, 9. 11, 13, 16, 17, 20; Reserbe-Regi- menter Nr. 6, 9, 11, 13, 14, 18; Landwehr-Bataillon Nr. 18. Fuß- artillcrie-Battevien Nr. 112, 221. 245. 328, 334, 341, 343, 383, 418b, 454, 464. Artillerie-Meßtrupp Nr. 15. Pioniere: Regimenter Nr. 23, 24, 25, 29, 30, 31, 35, 36: Ba- taillone: Nr. 5, II. Nr. 5, II. Nr. 10, l. und II. Nr. 21, I. und II. Nr. 26, 1. Nr. 27; Ersatz-Bataillone der Pionier-Bataillone Nr. 21 und 27. Pionier-Kompagnien Nr. 100, 104, 233, 250, 268, 304, 306; Reserve-Kompagnien Nr. 43, 44. 45, 48, 50, 52, 55, 76, 78, 87; 1. Landwohr-Kompagnie des 2. Armeekorps. Leichter Scheinwerfer- Zug Nr. 213. Minenwerfer-Bataillon Nr. 2; Minenwerfer-K om- pagnicn Nr. 10, 20, 28, 38, 54, 192, 216, 233; Schwere Minen- werfer-Abteilungen Nr. 3, 72, 75. Landskurm-Pionierpark-Konr- paguic Nr. 8. Freiwillige Krankenpflege. -i°* Die sächsische Verlustliste Nr. 251 meldet Verluste der In« fanterie-Regimenter Nr. 104, 106, 133, 139, 179, 181, 183, 192, 345; Res.-Jnf.-Regimeiiter Nr. 102, 103, 107, 243, 245; Landwehr-Jnf.- Regimenter Nr. 103, 104; Landsturm-Jirf.-Bataillone: Meißen (XII. 4); Pirna(XII. 5); Frciberg(XII. 6); Zittau(Xll. 7); Großenhain(XII. 8); Flöba iXll. 9); Würzen(XIX. 9); Chemnitz(XIX. 10),(XIX. 12 1; Schneeberg(XIX. 17); Ins.-Ersatz- Bataillon Leipzig(XIX. 6i. Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 12. Die württembergischc Verlustliste Nr. 341 veröffent- licht Verluste des Res.-Jnf.-Regt. Nr. 119; Jnf.-Regt. Nr. 120; In- fanterie- und Res.-Jnf.-Regi. Nr. 121; Füsilier-, Reserve- und Landw.-Jnf.-Reyi'Menter Nr. 122; Grenadier-Regt. Nr. 123; Jnf.- nnd Landw.-Jnf.-Regi. Nr. 126: Jnf.-Regi. Nr. 180; Reserve- Jnf.-Rogt. Nr. 248; Landsrurni-Jns.-Batmllon Horb; Landwehr- Feldartillerie-Regt. Nr. 2; Reserve-Feldart.-Regt. Nr. 29; Ballon- Abwehr-Kancmen-Zng Nr. 98; 2. Feld-Pionier-Komp.; 4. Landw.- Pionier-Komp.; Minenwerfer-Kompagnien Nr. 27 und 307. Frei- willige Krankenpflege. Verluste durch Krankheiten. Weitere Ver- lnste. Berichtigung früherer Verlustlisten. parteiveranftaltungen. Wilmersdorf. Montag, den 7. Februar, abends 9 Ubr, Mitglieder« Versammlung im kleinen Saal des„Viktoriagartens*, Wilhelmsaue 114/15. Jugenöveranftaltungen. Neukölln. Sonntag, den 6. Februar, abends 7 Uhr(Saalerostnuiiz 6 Uhr), vcranstalici die Slibeiicrjngend Neuköllns in den Passage-Feststilen. Bergstr. 151, einen Balladenabend. Mitwirkende: Herr Emil Eich- dorn(Erläuterungen iibel die Besonderbeiteii der Balladcndichtnngi, Fräul. Wallh Kussel(Rezttation), Herr Anton Sisterinaiis«Z'chaug), Herr Alexander Dickstein kKIavierbegleitung). Das Programm verspricht einen genustrcichen Abend. Nachher geselliges Beisammensein. EintriiiSlaricn a 20 Pf. sind in den Jugendheimen(Fiildaslr. 55/56 und Nogatslr. 15) sowie am Sonn- tag m den Passage-Fsälen zu haben. Garderobe 10 Ps. Baumschutenwcg. Heute abend 8 Uhr Zusammenkunst im Jugendheim. Sonntag, den 6. Februar, Volksliedcrabcnd ün Lokal von Erbe, Baum- chulenstraße, Ecke Ernstftraße. Sriefkaften üer Redaktion. O. S. 1. Wenn die Mitgiiedschast in der Krankenkasse durch Weiter* zablung von Beiträgen ausrechterbalten worden ist, besteht Anspruch aus Krankengeld.— Agnes, isir sind verpflichtet, die Miete bis April zu zahlen. Sie können allerdings bis dahin die Wohnimg benuhen und brauchen den Schlüssel nicht abzugebe».— A. H. 88. Sie haben nicht angegeben, wieviel die Fran vom Arbeitgeber des Mannes bezieht. Zur Zahlung der vollen Unterstützung kann die Stadt nicht verpflichtet werden. Eine eventuelle Beschwerde wäre beim Magistrat einzureichen.— Rat 100. Sie erhallen leine Invalidenrente, sondern aus Grund der o-rn Ihnen und Ihrem Ehemann geklebten Marken ein Witwengeld; sür das Kind wird eine Waisenrente gezablt. Zlußerdem werden Sie, wenn das Einkommen Ihres Ehemannes 1500 M. betrug, auf den schon ein- gereichten Antrag eine Zusatzrente erhalten. Ihre Weiterverrflcherung ist >u empfehlen, damit Sie aus Grund dieser eventuell später Invalidenrente ür fich beantragen können. Gnadengebührnisse erhallen Sie nicht, da die Kriegswitwenrente höher ist als die Gnadengebührnisse. Einer Bescheini- gung über die eingereichlen Versicherun gSkarten bedürfen Sie nicht.— >» Jlllgeinain.,Veraoh.»» ist. Scheilenbcrger, Cafe c. CeulU.U a NonköIIn. Bergstraße 25/20. g iBäcüerei Uordsternl Inb. Gust. Müller M (Filialen im Süden, Osten ii.rmgcbimg-N Neukölln N Wissmannstraßo 46. H Fßofilnlf Nklln., Allerstr. 27» ■ lluUiUll A ne rk a r.al.ju K cchfia a.y Erscheint «fichontllch einmal T. Bezugsquellen» Verzeichnis :: Berlin-Süden:: Untenstehende Geschäfte empfehlen sich bei Einkäufen Bettfedern_ Pfeffer gffner Fahrräder. Nähmaschinen Eh. Selieller& Co.. Berlinerslr. 88 BSpez.: Fahrrad., Znbehörleile billigst Seiten■ s» a inft Mariendorf lud Chausseestr.279- iinkz, 4-Prinzenstr. Iö llilüll ff.Fleisch-ü.Wttrs{Trar. jiBsJalzkerit"- _JFi Elier, Frieseiislr,22. 'HoiDfüaiwarcn, OeilHat.� HA. lelrniann Britz, M � Chausseest. 75.£ l . uiachstuche 1 Ifliiiflisiini dfl.ScinwaücMl.c zseUhpan, Soldwapenacac ÖS. t'enske, Kottb us.Damm MH Streng roofl.«norkannt diu.. azOber-Schonewelden JüetlfW Wilkfimit-rW.SL 41. j rteukälln C. Dittmann Berlinerstr, 43 3 Wild— Geflügel- Fische. * Fleisch- u. Wurst w. I Weserstrasse 213. Bei gemeinfamem Bezug Preisermäßigung Berlin, Lützouistr. 90 Veplano. Sie Ppalellete iwBina.Frucmsastfl.LihMr.l k.& Dl. Leiidicke Manteuffelsfp. 56 Die bette Reklame ift ein Inf erat im Bezugsquellen-Verzeichnis SozialileniokralischerWalil?ereln !. d. i ßerl Reichstagswatiikrcls, Görlitzer Viertel. Bezirk 197 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genosse, der Stock- arbeiter LIgttner Glogauer Str. 3t gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Tie Beerdigung findet am Sonnlag, den 6. Februar, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Gemeinde- FriedhoseS in Trevtoiu..Uiesbolzstrastc. aus statt Ztege Beteiligung wird erwartet Liralauer Viertel. Bezirk 305. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Genosse, der Arbeiter �uxust Kerx Fricdrichsscldcr Straße 20 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Tie Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmillagS t Uhr, von der Halle des Zeniral-Fried- hoscS in Friedrichsselde aus statt. I 211/15 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Aerzte-Verein. ZentralveM der Schuhmacher Deutschlands. Am 2. Februar starb unser Mitglied, der Vorrichicr Bruno Bolz. Ehre seinem Andenken! Tie Beerdigung findet am Tonnabend, den 5. Februar. nachmittags t Uhr, aus dem Georgcn-Kirchhos in Weißensee statt. 109/1 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Nach dreizebnmonatigen schweren I Käampsen starb am 10. Januar 1 1916 den Heldentod fürs Vater- land unser' innigaeliebter Sohn ! und Bruder, der Musketier Max Clement Jns.-Regimcnt Nr. 189, 8. Komp. Die tieftrauernden Eltern, Karl als Bruder, z. Zt. im Felde, kiargarete als Schwester, Wilhelm als Bruder, Ernst als Bruder, Hans als Bruder. Aus fremder Erde schwer und müde, Sank hin Dein Haupt zur ewigen Ruh. Fürs Vaterland gabst Du Dein Leb'n, Schlaf wohl, Du wackerer Streiter Du fühlst jetzt von den Plagen Des Lebens leine mehr. Nun ist's vorbei, es kann nicht mehr geschch'n Dein Wunsch: Einmal mächt' ich die Heimat wtederseh'n. Schlaf in Frieden, schlaf in Ruh, Unsere Liebe deckt Dich zu. Llkb* Am 2. Februar starb unser Mitglied Dr. Felix Davidsohn an den Folgen einer Infektion im Felde. Wir verlieren in dem in so jungen Jahren Dahingerafften einen ebenso begabten wie strebsamen Kollegen und Parteigenossen, dessen Gewandtheit und Tüchtigkeit allseitige Anerkennung fanden. I. A.- Zadek. Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Februar, 2 Dhr nachmittags, in Weißensee statt. 281/18 In der Frühe des 3. Februar verschied sanft nach einem arbeitsreichen Leben unsere betagte liebe Mutter, Sohwieger- und Großmutter Christiane Wels an Herzschlag und Lungenentzündung. Im Namen der Hinterbliebenen OltO WelS eis Sohn. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Februar, mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des alten Sophien- Kirchhofes in der Bergstraße(am Pappelplatz) aus statt DeutschEF lietallarlielter-Yertianil Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bau- anschläger Osksr Belke (Langstr. 29) am 3. Februar gestorben Ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 7. Februar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Andreas-Kirchhoses in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Arbeiter Otto 8eibt (Maxftr. 16) am 3. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Februar, mittags 12 Uhr, von der Leichenhalle des Nazarelb-Kirchhoses in Ncinicken- dorl-West, Kögelstraße, aus statt. Rege Beteillgung erwartet 111/18 Die Ortsverwaltnng. diaekrut. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Eisenformer Oottkried Janzen (Pankstr. 381 am 31. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken 1 Die Ortsverwaltung. Sargfabrik billigste Särge. Stephanstraße 55, 152' Deulscher RolzarbeiterYerhani!. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Stock- arbeiter .lokann Blattner Treptow, Grätzstr. 70 im Alter von 51 Jahren starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 6. Februar, nach- mittags 3'/, Uhr. von der Leichen- B Halle des neuen Gemeinde-Fried- Hofes in Treptow, Kicsholzstr. 221, aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern ferner zur» Nachridjt, daß unser Kollege, der Klavicrarbeiter IBmil Fietze Lübbener Straße 21 im Aller von 58 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 6. Februar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des St. Michael-Kirchboses, Mariendorser Weg, aus stall. 82/12 Tie Ortsverwaltung. Dankemgung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unleres lieben SobneS, Bruders, S Neffen, Onkel und Bräutigam tktto ZaKtrosv sagen wir allen Freunden, Verwandten und Bekannten sowie dem Personal der Firmen Elsner und Unger, ins- besondere Herrn Roth für die trosl- reichen Worte unseren ticsgesiibltesten Dank.' 222b Familie Zastrow. Elise Backhaus als Braut. GentschEr BauarhellEP- Verhaut Zwaigverein Berlin. Bezirk Osten U. Am 2. Februar starb unser Mit- glicd, der Maurer Beinricli Vetter. Ehre seinem Andenken! � Die Beerdigung findet heute j Sonnabend, nachmittags 3 Uhr aus dem Gemcinde-Friedhos in! Ahrcnisclde statt. 140/11 Die örtl. Verwaltung.! DeutschEF Transporla?heIler-¥Erhant Bezirksverwaltung GroB- Berlin. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Haus- diener Berg von der Firma Uhlstein, Zimmer- straßc, am 2. d. MtS. im Aller von 67 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5. d. M., nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Zentral-Friedhoses, Friedrichsselde, aus statt. 61/15 Die Bezirksverwaltung. Kimben- und Jünglings- Anzüge, Paletots, Pyjek», KontlnuatloRs- AiizUkc. Einzelvcrkaut zu Fabrikpreisen. Königstr. 55, I. Etage, gegenüber Rathaus. Sonntag geschl. Rabattmarken der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. Friedenspreise! Verbindlich nur bis 23. Februar. Wer leere Blumentöpfe, Näpfe, Schalen, Schüsseln, Kästen besitzt, fülle sie mit frischem Waldmoos und Maiblumenstaudcn, die, in das Wohnzimmer gestellt, aus dem Waldraoose hervortreib en, knospen und blühen, einen entzückenden Zimmerschmuck bilden. 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