Zlr.IY. flbonnementS'Betnngnng«: BSonnementä• Steil ptSnutnetand«, BietteTiäbtl 330 MI. monatt. UO DU, »öchenllich 26 Sfg. frei inl Hau». einzeln« Summet ö Pfg Sonntag»« nummet mit MuNtietiet Sonntag*« Beilage.Die Seit« Seit* 10 C«. Sofr Abonnemem 1.10 iDlart Bto Monat iingerragen in die Soft• Zeitung». Bteisliite Untet Kreuzband its Denlliblan» und Oefletreich» Ungar» inO Marl fflt das übrige Hullan» I Marl Bto Monat Softobonnementl nehmen an; Belgien, Dänemark, Holland, Ztalleit Luxemdutg, Portugal, Eiunänicn. Schweden und die Schwei» cmetsi äsM. Verlinev VolKsbl�kk. ( 5 Pfennig} Die InlerticnS'Gcbüljr beträgt für die sechszespaltene 5iolonel- »eile oder deren Rauin W Pfo,, für holitifche und gewerfWastlichc Vereins. Und VersäntmliiiigS-Aiizeigeii so Pfa „Kleine Anzeigen", da- fettgodrurkte Wort 20 Pfg. izuläffig S fetlgedruäte JZortel, zedcS weitere Wort 10 Pf« Stellengesuche und Schlafsjellenan- ß eigen das erste Wort 10 Pfg., fedes wettere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Bucli» Baden zahlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis s Uhr nachmittags in der Expedition »hgegeben werden. Die Crdeoitiou ij! bis 1 Uhr abends geöffnet. Delegramm. Adresse: wSoiiill!!tw»ii5Zt RtrUs". Zcntratorgan der rozialdcmokratifchen Partei Dcutfchlands. Redoftion: EW. 08, LinSenstroße Z. ssernfvrecher: Ami Martchvlatz. Nr. tfU»0— S7. Sonntag, de« 6. Februar 1916* Expedition: SW. 08, Lindenstraße Z. Hernsprecher: Amt Morivplatz, Nr. lSl 90— 151 37. Zeppelmangnff auf Sönaburg. Die kommende Ernte. In wenigen Wochen beginnt die Frühjahrsbestellung der Aecker, von deren Erfolg im hohen Grade der Ausfall der nächsten Ernte abhängen wird. Es bedarf keines Beweises, daß diese Ernte von unermeßlicher Wichtigkeit für die Bevölkerung Deutschlands sein muß. Die phantastischen Spekulationen auf große Zufuhren an Lebensmitteln aus dem Orient sind verstummt. Deutschland bleibt während des Krieges im wesentlichen auf die eigene Produktion von Nahrungsmitteln angewiesen. Sollte— wie wir hoffen— der Krieg bald zu Ende gehen, so bleibt zu erwägen, daß die Preise in den Exportländern noch lange Zeit teuer sein werden und die Schiffsfrachten, die zurzeit schier unglaubliche Höhen erreicht haben, auch nach Friedensschluß nicht sobald sinken werden. Das bedingt sehr hohe Preise für fremdes Getreide auf dem deutschen Markt auch nach Friedensschluß. Ja es ist sogar fraglich, ob in den ersten Wochen überhaupt Getreide hereinzubekommen möglich sein wird. Grund genug, die einheimische landwirtschaftliche Pro- duktion bis zu den äußersten Grenzen der Leistungsfähigkeit anzu'pannen. Nun stellt sich heraus, daß es mit der vielgerühmten Organisation unserer Wirtschaft nach dieser Richtung keines- wegs so gut steht, wie enthusiastische Dilettanten, nicht zuletzt in den Reihen unserer Partei, uns glauben machen wollen. Die letzte Ernte war nicht nur durch die zum Teil ungünstige Witterung beeinträchtigt, sondern es stellt sich heraus, daß ein großer Teil der landwirtschaftlichen Betriebe während des Krieges eine sehr wenig intensive Wirtschaft betrieben hat. Es ist die bebaute Fläche zurückgegangen und die Bestellung des Ackers war häufig eine durchaus ungenügende. Vom privatwirtschaftlichen Standpunkt haben die betreffenden Betriebsleiter so unrecht nicht. Sie haben an den Kosten gespart und wenn die Ernte gemäß dem verringerten Auf- wand gering ausfiel, so war dennoch der Ertrag, in Geld- wert gerechnet, bei den enorm hohen Preisen hoch genug, um nicht nur die Kosten zu decken, sondern auch für'jene Wirt- schaften, die nicht auf den Ankauf von Futtermitteln an- gewiesen sind. einen respektablen Kriegsgewinn Heraus- zuwirtschaften. Aber vom volkswirtschaftlichen Standpunkt ist diese extensive Wirtschaft gerade das verfehlteste, was es unter den gegebenen Verhältnissen irgend geben kann. Im Interesse der Gesamtheit muß vielmehr gefordert werden, daß die Landwirtschaft aus dem Boden herausholt, was irgend herausgebolt werden kann. Daß für eine solche Anspannung der Produktion in vielen Betrieben die Bedingungen fehlen, unterliegt freilich keinem Zweifel. Vielfach fehlt es an den Betriebsleitern, was ganz besonders für die bäuerlichen Betriebe zutrifft, wo mit dem Einrücken der Männer ins Heer die Wirtschast niedergehen mußte, weil die Leitung in ungeübte Hände fiel, Ersatz für den erfahrenen Wirt nicht zu beschaffen war. In vielen Betrieben fehlte es auch an Arbeitskräften überhaupt. Fast überall machte sich der Mangel an Zugvieh geltend, weil es nicht leicht war, die plötzlich den Betrieben entzogenen Pferde zu ersetzen. Schließlich war die Beschaffung von Saatgut und von künstlichem Dünger erschwert, nicht weil Mangel daran bestand, sondern weil angesichts der Ueber- lastung der Eisenbahnen die Zufuhr nicht rechtzeitig stattfand. Aber man sollte sich darüber klar sein, daß es sich nicht um einen absoluten Mangel an Produktivkräften und Produktionsmitteln handelt, sondern im Gegenteil die vor- handenen Kräfte und Stoffe in der deutschen Volks- Wirtschaft vorhanden sind, um allen verfügbaren Boden wie einen Garten zu bestellen. Ist es doch Tatsache, daß mensch- liche Arbeitskräste brach liegen, daß in vielen Industrien Arbeits- losigkeit in erheblichem Maße besteht. Gewiß ist ein arbeitsloser Weber oder Maurer nicht ohne weiteres ein brauchbarer Land- arbetter, aber er könnte in einer Arbeiterkolonne, die zum Teil aus geübten Kräften besteht, manches leisten. Worauf es an- kommt, ist. die nun einmal bestehende Abneigung der städtt- scheu Arbeiter gegen die Landarbeit zu überwinden, was nur möglich ist, wenn die Landwirte sich bequemen, die Arbeiter anders zu behandeln. Ersahrungen, die man im ersten Kriegsjahr machte, lehren, daß es daran fehlt. Schließlich ist zu beachten, daß die Verhältnisse oft eine Vergeudung von Arbeitskraft herbeiführen. Das eine Gut hat Ueberschuß an Arbeitern, weil man sich vorgesehen hat. Hier werden dann die Leute, nachdem die dringende Arbeit getan, irgendwie be- schästigt; gleichzeitig aber wird auf dem benachbarten Gute und den Bauernhöfen, wo aus irgend einem Grunde die Leute fehlen, die Bestellung der Felder versäumt. Auch hier wäre durch Organisation, die sreitich den meisten Landwirten nicht MW»es Sirtn SMWlllM. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 5. Februar 1916.(28. T. 23.) Westlicher Kriegsschauplatz« Eiu kleiner englischer Vorstoß südlich deS Kanals von La Bassee wurde abgewiesen. Ein durch Wurfminenfener vorbereiteter franzüfischer Haudgranateuangriff südlich der Somme brach in onsrrem Arttlleriefrucr zllsammen. In der Champagne and gegen einen Test»userer Argonnenfront unterhielt die feindliche Artillerie am Nach- mittag schweres Feuer. Französische Sprengungen auf der Höhe von VaaqnoiS (östlich der Argonnen) richteten geringen Schaden au unseren Sappen an. Unsere Artillerie beschoß aaSgiebig die feindlichen Stellungen auf der Vogefeufront zwischen DiedolShanse« und Sulzeru. westlicher Kriegsschauplatz. Au der Front keine besoadereu Ereignisse. Eins«userer Luftschiffe griff die Besestigaugeu von Düaabarg an. Balkan-KriegSschanplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. » Zer MmeiMe SMtöWMIlM. Wie», 5. Februar.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautvart, K. Februar 1916: Auf allen drei KriegsfchauplStze« keine besondere» Sreigniffe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabe»: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. V geläufig ist, weil sie gemeinsames Handeln erfordert, vieles zu bessern. An motorischer Kraft sollte eS in Deutschland mit seiner gewaltig entwickelten Maschinenindustne nicht fehlen. Freilich ist die Herstellung von Maschinengewehren heute wohl ein rentableres Geschäft, als die Herstellung von Dampfpftügen und anderen landwirtschaftlichen Maschinen. Worauf es aber an- kommt, ist, daß bei planvoller Wirtschaft die Herstellung der für dieProduktion von Lebensmitteln asolut notwendigen Maschinen auch innerhalb der„Knegswirtschaft" durchzuführen wäre. Die An- Wendung dieser Maschinen scheitert oft daran, daß die Betriebe zu klein sind, denn nicht alle Maschinen lassen sich auf kleinen Höfen von ein paar Morgen anwenden. Indessen erfordert dann das Interesse der Volksernährung, das über alles andere gestellt werden muß, die gemeinsame Bewirtschaftung dieser Bauernhöfe, wenn sie nicht imstande sind, durch eigene Kraft die höchstmögliche Bodennutzung zu erzielen. Was der planvollen Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion hemmend entgegensteht, ist, allgemein gesprochen, nicht der Mangel an Kraft und Produktions- mittel, sondern die Bedingungen der Einzel- Wirtschaft. Die Frage ist aber, ob angesichts der Gefahr, angesichts der Lage, bei der es sich um die Existenz des Volkes handelt, es keine Mittel gibt, diese Schwierigkeiten zu über- winden. Die Anhänger der Privatwirtschaft behaupten allerdings, man könne auch ohne Eingriffe in diese Wirtschaftsorganisation durchkommen und ihr Universalheilmittel lautet— hohe Preise. Die Erfahrung der Kriegswirtschaft straft sie indessen Lügen. da sie lehrt, daß hohe Preise keinestvegs zur Steigerung der Produttivität bis zum äußersten führen. Ja die hohen Preise der Futtermittel haben im Gegenteil dazu geführt, die Leistungs- fähigkeit der bäuerlichen Viehzüchter herabzumindern. Wir stehen daher vor der verhängnisvollen Frage, ob in dem neuen Erntejahr durch organisatorische Maßnahmen die Produttton von Lebensmitteln auf das höchst erreichbare Maß gebracht werden soll, oder ob unter dem bisherigen Gehen- laffen es dahin kommen soll, daß die extensive Wirtschaft weitere Verheerung anrichten soll. Die sozialdemokratischen Mitglieder des neu geschaffenen„wirtschaftlichen Beirates" hätten allen Anlaß, im Sinne des von unserer Partei bei Kriegsbeginn entworfenen Planes auf die Lösung dieser Frage einzuwttkeu. Noch keine Irieöensunterhanölungen mit Montenegro. Wien, 5. Februar.(W. T. B.) Die Blätter erfahren von ut unterrichteter Seite, daß die Friedensverhandlungen mit outenegro, wo übrigens volle Ruhe herrscht und die Bc- völkerung den österreichisch- ungarischen Truppen überaus freundlich entgegenkommt, noch nicht begonnen haben und erst dann in Angriff genommen werden, tvenu die in Montenegro verbliebenen Persönlichkeiten in der Lage sind. cinlvandfrcic Vollmacht dafür aufzuweisen, daß sie berechtigt sind, mit dem österrcichisch-ungarischen Armeekommando in Friedensverhandlungen einzutreten. Da weder Prinz Mirko noch die im Lande weilenden drei Minister, mit denen übrigens unser Kommando sich in gutem Einvernehmen befindet, solche Vollmachten besitzen, kann der- zeit von Unterhandlungen nicht die Rede fein. Nikita nimmt in Jtyon sein domizil* Lyon, 6. Februar.(W. T. B.) 2>!eldimg der Agence HcwaS. Die montenegrinische Königsfamilie soll sich endgültig in einer Villa der Umgebung von Lyon niederlassen. Die Gesandten Frankreichs und Rußlands und die beim Hof von Montenegro beglauvigren Diplomaten sind in den letzten Tagen in Lyon angekommen. Der Ualientsche Gesandte hat sich heute vormittag in der königlichea Residenz vorgestellt. finklageverfahren gegen öreizehn bulgarische slbgeorünete. Sofia, V. Februar.(W. T. B.) Der Untersuchung?» r i ch t e r ersuchte die Sobranje, die Verhaftung von dreizehn Abgeordneten der Genadiewgruppe zu gestatten, welche beschuldigt werden, Bestechungsgelder von dem französischen Agenten DcöclosierS genommen zu haben. Die Sobranje hat den Antrag an den FminunitätSausschuß der- wiesen. Sofia, L. Februar. Vom Soirderberichterstatter des W. T. B. UÄer die Vorgeschichte des Haftantrags gegen die dreizehn Abgeordneten erfahre ich: Bekanntlich hatte 6ie fmnzösrsche Regierung im letzten Sommer den Agenten Desel öfters nach Bulgarien cntsairdi, um Getreideankäufe größten Umfangs zu macheu. Desclosiers wandte sich um Vermittlung an verschiedene Zldgeordnetc der Genadiewgruppe. wetifie das Zünglein an der Wage in der Sobranje bildete. Die bulgarische Mobilmachung setzte den Verhandlungen ein Ende. Nach Kriegsausbruch leitetet! die Gerichtsbehördctl eine Untersuchung wegen des Verdachts ein, daß das Getreidegeschäst nur vorgeschoben sei, und die Vorschüsse, welche die Abgeordneten erhalten haben sollen, Bestechungsgelder darstellen. Nachdem bereits früher vier Abgeordnete verhaftet waren, stellte, wie kurz gemeldet, der Untersuchungsrichter bei der Sobranje den Antrag, die Ver- Haftung von neun weiteren Abgeordneten zu gestatten und den Protest der vier verhafteten Abgeordneten zurückzuweisen. Namen wurden bei der Verlesung des Antrags nickst genannt. Die Sobranje verwies den Antrag debatteloS an den Im- mumtätsausschuß. Keine Einberufungen in Numänien. Berlin, ö. Februar.(W. T. B.) Nach Erkundigung an maß. gebender Stelle fit die von einer Korresvonvenz gebrachte tlachricht über die Einziehung des Jahrganges ILA der rumänischen Armee falsch._ Der franzofifche Tagesbericht. Paris, S. Februar.(W. T.B.) Amtlicher Bericht von F r e i t a g n a ch m i t t a g. Es ist kein besonderes Ereignis während der Nacht zu melden, außer den Bogesen. wo die Ariillerie auf beiden Seiten sich am Braunkopf, im Fechttal und bei Altmatt, nordwestlich von Metzeral ziemlich lebhaft zeigte. Paris, 5. Februar.(W. T.B.) AmllicherBericht don Freilag abend. Der Tag war vsrhällnismäßig ruhig. Unsere schwere Ariillerie schoß auf eine Jnfameriekoloime und auf feindliche Abteilungen, die in Roye einzogen. Beschießung der deutschen Werke in der Champagne(Gegend von Tahure und Mont Tetn), in den Argonnen lAbschnit Le jparajee) und in Lothringen(auf der Front Nomeny— Morville). Bon der übrigen Front ist nichts Wichtiges zu melden.— Belgischer Bericht. Gegenseitige Beschießung, besonders im Mittelpunkt der belgischen Front. Unsere Artillerie zerstreute zahlreiche Arbeitergruppen. Die englische Meldung* London, 6. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Kriegs- bericht vom Freitag. Unsere Artillerie trat heute gegen die feindlichen Schützengräben zwischen dem Ancre und der Somme in Tätigkeit. Unsere Schützengräben bei Elverdinghe wurden heftig beschösse». der ruPfche Heeresbericht« ?rt«rSburg, 5. Februar.lei. Wenn er sich jetzt anmaßt, der Internationale Bedingungen vor- zu'chreiben oder auch nur vorzuschlagen, ist das eine lächer- (iche Wichtigtuerei. die niemand ernst nehmen wird, der kein Jnleresse daran hat, die beute vorberrichenden Mißhelligkeiten in und zwischen den sozialistischen Parteien zu verichärfen. Uebrigens weiß jedermann, daß die deuriche Sozialdemokratie es gar nicht nötig hat, in die Jnlernaiionaie„wieder autieiiommen" zu werden— sie bat eben nie aufgehört, ihr anzugehören. Der Sekretär des Internationalen Bureaus, Genosse C a m i l l e HuySmans, bat dies überdies in leiner Ariikeimer Rede ausdrücklich festgestellt. WaS soll also das Llbe-tiche Ge'diwätz? Sicher besteht bei den leitenden Personen der französischen Sozialdemokratie derzeit eine Abneiaung. mit den Deurscheii zu verbandeln. Aber die Jnlernationale ist darum nicht aufgelöst Und die franzöii'cbcn Sozialisten werden in keinem Fall sich bei den anarchistischen Di- lertanten Rats erhole«. Die Arbeiterfrage nach dem Kriege. Nach„Daily Expreß" vom 81. Januar führte Lord Rothschild in einer Rede über die Arbeiterfrage aus der Jahresversammlung der Aylesbury Unionist Association etwa folgendes aus:„Ich meine, wir werden nach dem Kriege eine sehr ernste Krise haben. Ein großer Teil der Arbeiterschaft des Landes— und zwar die geschulten Arbeiter. die 35—45 Schilling die Woche verdienten— ist unvernintclt zu einem Wochenverdiensl von 5 bis zu 15 Pfund Sterling gekommen. Wenn behauptet worden ist, daß eine der schwie- rigsten Fragen nach dem Kriege sein wird, wie für die In- validen oder die beschäftigungslosen Soldaten ein Auskommen zu finden ist, so halte ich das für ein Kinderspiel gegenüber der Frage, mit welchen Mitteln der Unzufriedenheit über den Lohnrückgang zu steuern sein wird, den die Heimarbeiter erfahren werden, und der notwendigerweise eintreten wird, wenn die Herstellung von Kriegsbedarf ein- mal aufhört." fluch öer Nachfolger öes»Zorwarö'" beschlagnahmt. London, 4. Februar.(W. T. B.) Das neue sozialistische Blatt„Worker" in Glasgow wurde beschlagnahmt Es war das Organ der schottischen Syndikalisten. wohlwollende Neutralität. Der, Labour Leader' beruhtet, daß das Mitglied der Arbeiter» Partei G. I. W a r d l e bei der ersten Lesung gegen das Militär» dienstgesetz stimmte, daß sein Name jedow bei der zweiten Lesung weder unier denen, d>e mit Ja. noch be> denen, die mit Nein gestiinmt hatten, zu finden war. Die Erklärung liege in der Tatsaäie. daß Watdle aus bestimmten Gründen f ü r das Geietz stimmen wollte, aus anderen Gründen, zu denen die einstimmige Opposition der Exekutive des EiienbahnverbandeS gehörte, das sedocki nicht gut konnte. Schließlich ging er nach Crcwe zu einer Veriammlung, in der A. Bellamh sprach, um dort zu diskutieren und zu entscheiden. Das Unglück wollte es, daß die lokale Organisation beichlosse» hatte, dte Versammlung zu einer AntikonskriptionSdemonstration zu gestalien. „Ein Kollege versuchte ihn zu trösten. Gut. sagte er, alles ist in Ordnung— die Vetiammlung wtrd sich machen. Die Sache für den Dienstzwang ist vergeben, die Sacke gegen den den Dienstzwang ist vergeben. Du kannst die Lücke ans- füllen und die Sache der Neniralität eiöriern.— Ick freue mich von einem Korrespondenten aiiS Crewe zu hören, lügt der Mit- arbeiier des. Labour Leader" hinzu, daß Mr. Wardles Neutralität wenigstens eine den Militärdienstgegnern irenndliche war.' von denen der Pioniere und Arbeitssoldaten, nur wenige Spuren von schweren Strapazen als die der eigentlichen Frontsoldaten. Den Unterschied findet man im GesichtsauSdruck. Es liegt etwas Gespanntes im Ausdruck des Fronffoldaten, gerade so wie über- Haupt bei Menschen, die ihre Gedanken und ihre Aufmerksamkeit stark konzentrieren. Das ist wahrscheinlich eine Folge des be- ständigen angestrengten Beobachtens auf der Wache, im Schützengraben, bei Patrouillengängen und vor allem während der Kämpfe im Angriff als auch in der Verteidigung. Alle Sinne werden darauf eingestellt. Gefahren zu erspähen und abzuwehren, Blößen des Gegners zu erforschen und auszunutzen. Je länger solche Anspannung andauert, um so schärfer prägt sich ihre Wirkung in den Gesichtszügen aus. Das Auge wird leuchtend, ruhig, fast starr, wie stets auf einen Punkt gerichtet. Zudem ist der Soldat, der viel Schweres durchgemacht hat, viel Furchtbares erlebte, vielfach schweigsam, beinahe scheu zurückhaltend. Selbswerständlich spielt bei den einzelnen in ihrem Verhalten der Grad der geistigen Reg- samkeit und Elastizität, ihre Erziehung und ihr Charakter sowie auch ihre Weltanschauung und politische Reife eine große Rolle. Das nur Typische in der Psyche der Soldaten und in der Wir- kurig des Krieges aus ihr Seelenleben ist verhältnismäßig nur gering. Mindestens gibt es starke graduelle Unterschiede. Jeden- falls aber ist die Zahl der Renommisten, die von Heldentaten und glücklich bestandenen gefährlichen Abenteuern breit und wichtig er- zählen, unter denen, die die Ereignisse nur aus der Ferne erlebt, verhältnismäßig größer als unter denen, die solche Gefahren wirk- lich durchkosteten. Was sie erlebten, war oft so furchtbar, so ent- setzlich, daß sie die Erinnerung daran aus ihrem Gedächtnis aus- löschen mochten. Und je größer das Schreckliche war, das sie er- leben mußten, um so stärker auch das unbewußte Bedürfnis, wenig- stens jetzt nicht daran erinnert zu werden, es in der Erinnerung zu durchleben. Nur Eitelkeit kann solches Gefühl gänzlich unter- drücken und die Sucht, in Selbstbespiegelung sich zu sonnen. Im Gegensatz zu dem Frontsoldaten, der wirklich Schweres erlebte, das ihn mehr bedrückt als rein persönliche Strapazen und Entbehrungen, ist der Etappensoldat im allgemeinen durch den Krieg wenig verändert worden. In seinem Ausdruck liegt vielfach eine gewisse Behaglichkeit. Mit vielen Frontsoldaten� haben wohl die meisten Uniformierten hinter der Front die Wünsche und sor» genden Gedanken gemein, die hinüber spinnen zu den Daheim- gebliebenen. Jedoch gibt es auch ein« nicht geringe Anzahl von Soldaten, die im Kriege bequemer und sorgloser leben als im Frieden bei schwerer Berufsarbeit. Für den Familienvater, dem das Wohl feiner Angehörigen am Herzen liegt, mag dieser Um- stand wenig Beruhigendes haben; die ledigen Soldaten, alle Sol- daten, die nicht durch irgendwelche starken Bande mit der Heimat verbunden sind, beeinflußt die Befreiung von Sorg« um Brot, Wohnung und Kleidung mehr oder minder erheblich. Sie finden ein anderes, ein angenehmeres Verhältnis zum Kriege und zu ihrer jetzigen Lage als die Familienväter, als die anderen Dienst- Pflichtigen, die vielleicht ein mühsam ausgebautes Geschäft schließen mußten oder sonstwie ihre wirtschaftlich« Existenz bedroht oder vernichtet sehen Solche Leute denken, empfinden und wünschen naturgemäß auch anders als der Kreis jener Soldaten, denen der Krieg zu einem größeren Einkommen, zu einer Verbesserung ihrer wirffchafllichen Lage verholfen hat. Düwell, Kriegsberichterstatter. Zu öen Erklärungen Salanüras. Bern, 5. Februar.(SB. T. B.) ,©ecolo* berichtet aus Rom: ? ie politischen Erklärungen SalandraS in Zlurin iverden in ollen Parteilagern sehr stark besprochen. Sie haben die leicht vorauszusehende Wirkung erreicht, daS Feuer der Auseinander- setzungen wieoer anzufachen und die nationale Einheit zu stören, die das Ministerium als wichtigste Grundlage für sich selbst bezeichnet hatte..Jdea Nazionale" macht folgende Bemerkung: ES hietze der Wahrheit ins Gesicht schlagen, wollte man behaupten, daß Ealandra bei seiner letzten Rede in Turin einer glücklichen Eingebung gefolgt sei. Der Widerhall seiner Worte im Lande wird ihn sehr bald überzeugen, daß er sehr viel besser daran getan hätte, an seiner Absicht des Stillsckiweigens festzuhalten, mit der er die Reise begonnen hatte. Die Zensur hätte wenigstens dies eine Mal gut daran getan, den wenig glückliche» Teil von SalandraS Rede zu unterdrücken, in Erfüllung der vom Ministerpräsioenten ergangenen eigenen Bestimmungen, nach denen die Verbreitung von Nachrichten und Gedanken, die Uneinigkeit der Geister herausbeschwören, ver- boten ist. Die italienische Anleihe. Rom, 5. Februar.(28. T.©.) Agenzia Stefani. Infolge der letzten Zeichnungen im Laufe deS Januar und der Eiiizablungen in den letzten Tagen durch die dem Bankenkoniortium Angehörigen und andere Bankinstliute beträgt die G e s a m l s u m m e der Zeichnungen auf die Kriegsanleihe 26 25 Millionen Lire. In dieser Summe sind die direkt bei der Banca d' Jtalia bewirkten Zeichnungen von über achthundert Millionen mit enthalten. Ein Beschluß öer sozialistischen GemeinÜe- Vertreter Italiens. Auf der Konferenz der sozialistischen Gemeindevertreter Italiens wurde von dem Genossen Nibaldi, Bürgermeister von Monza, folgende Resolution eingebracht: Die Vertreter der sozialistischen Gemeinden Italiens be- ginnen ihre Tagung mit dem Ausdrucke der Gefühle, von denen das ganze italienische Proletariat beseelt ist, indem sie ihre vollständige Zustimmung zu der Zimmerwalder Kon- ferenz und den dort gefaßten Beschlüssen beteuern. Sie be« künden brüderliche Gemeinschaft und Solidarität mit den Sektionen der Internationale, die ihrem Banner treu ge- blieben sind, besonders nrit den Minoritäten Deutschlands und Oesterreichs, die sich bemühen, das Proletariat der Zen- tralmächte zur Internationale zurückzuführen. Sie geben ihrem heißen Wunsche Ausdruck für das Wiederaufleben einer tatkräftigen Internationale, die die Völker über die Grenzen und Schützengräben hinweg vereinigen wird. Diese Resolution wurde unter stürmischem Beifall ein- stimmig angenommen. Die Schwierigkeiten üer Kohlenversorgung Italiens. Bern, 5. Februar.(W. T. B.)„T e m p führt in einer Be- sprechung der diplomatischen Lage zu den Nöten Italiens aus: Die sehr wichtige Kohlen frage ist die Ursache einer all- gemeinen Industrie- und Wirtschaftskrise, deren Ernst die Regie- rung im höchsten Grade beschäftigt und ebenso den wirtschaftlichen, politischen und militärischen Block des Vierverbandes interessiert Nach der Erörterung der Gründe für die Krise, unter denen er die Frachtverteuerung und den Wechselkurs hervorhebt, sucht„Temps" die englische Regierung in Schutz zu nehmen. Das Blatt sagt: Di« Frachtteuerung hängt nicht vom Willen der englischen Minister ab. Die Hausse ist das Ergebnis des Mißverhältnistes zwischen An- gebot und Nachfrage. Dem Wunsche Italiens nach einer Reguirie- rung der Handelsflotte seitens der englischen Regierung und eigener Feststellung des Frachtsatzes würde England, das Land der wirtschaftlichen Freiheit, wahrsch«inlich nicht nachkommen. Die Mobilisierung der Handelsflotte wäre auch ein schwieriges Werk. Die Handelsflotie der Neutralen, zu der man notgedrungen doch auch würde greifen müssen, stände notwendigerweise außerhalb t>es englischen Frachtmonopols. Unter Betonung der Mission Des- plancheS in London sowie der in Paris stattfindenden Besprechungen drückt das Blatt die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen, die alle Länder, deren Wirtschaftsleben von der Ueberseezufuhr ab- hängt, sehr interessierten, dazu führen mögen, die Mittel zu finden, welche ihr solidarisches Interesse erfordert. Salüige Einberufung üer Duma? Bern, 5. Februar.(W. T. B.) Der Petersburger Vertreter des»Temps" telegraphiert seinem Blatt über das Programm vom Ministerpräsidenten Stuermer, er erfahre aus guter Quelle, daß die Einberufung der Duma beschleunigt werde. Stuermer habe die Absicht, sich mit dem Präsidenten der gesetz- gebenden Körperschaften über ihre nächste Tätigkeit zu verständigen. Darüber wivd er auch in diesen Tagen mit Parlamentariern kon- serieren, Uebereinstimmung zu schaffen zwischen der Tätigkeit der Regierung uird der Kammern ist der erste Punkt des Stuermer- scheu Programms. Der Korrespondent fährt fort: Ich glaube zu wissen, daß Stuermer keine Verschiebung der parlamentarischen Session vornehmen möchte. Vielmehr würde die Duma nach Prü- sung des Budgets ihre normalen gesetzgeberischen Arbeiten wieder aufnehmen. 8!dfchlose Tage auch in Rußlanü. London, 5. Februar.(SB. T. B.j Meldung des Reuterscken Bureaus. Die»Times* meldet aus Petersburg: Ter Acker» bauminlster ließ verlauibaren, daß es nötig sei, im ganzen Reiche zwei fleischlose Tage pro Woche einzufühlen, wenn man ein ruinöses Abnehmen des Viehbestände« vermeiden wolle. Da« Ministerium schlägt außerdem vor. die Fleischration der Sol- daien herabzusetzen.__ Friegbereitschast." Der Krieg der alten Welt hat auch für die neue seine starken Wirkungen ausgeübt. Er hat nicht nur das wirtschaftliche und politische Leben Amerikas tief verändert, er hat auch im Denken und Fühlen der Bürger der Vereinigten Staaten starken Nachhall gefunden. Insbesondere ist es die Furcht vor feindlicher Invasion, die viel« Gemüter ergriffen hat, und Berufspolitiker, RüstungS- industriell« und andere Interessenten haben sich diese Stimmung lofort zunutze gemacht. Di« amerikanische� Stahlindustrie, die Kon- servenfabriken, die Eisenbahnen, die Schiffahrt usw. machen wäh- rend des Krieges glänzende Geschäfte, sie haben vielfach ihre Be- trieb« wesentlich erweitert und sehen nun mit Bangen der Zeit entgegen, wenn in Europa wieder Friede herrschen wird. Wenn aber unterdessen Amerika selbst zu rüsten beginnt, dann sind auch für die Zukunft glänzende Gewinne gesichert, und der stark be- ivaffnete Arm der politischen Gewalt kann dann auch mit größerem Nachdruck imperialistischen Machtgelüsten dienen. Natürlich werden in der großen Agitation, die heute in Amerika unter dem Schlagwort der»Kriegsbereitschaft" für RüstungSvor- lagen betrieben wird, diese Argument« nicht in den Vordergrund gerückt, sondern man spricht von der Bedrohung des Vaterlandes, wobei je nach dem Publikum und der geographischen Situation ein- mal Japan als der zukünftig« Feind hingestellt wird, dann wieder der»preußische Militarismus" oder auch der»britische Jingoismuh". Auch in unsere amerikanische Bruderpartei haben die Argu- mentalionen der Rüftungstreiber Eingang gefunden. Besonders sind die Genossen Russell und Wanhope für die Notwendig- keit der„Kriegsbereitschaft" eingetreten. In dem ersten Heft des vierten Jahrganges der in New Dork erscheinenden»New Review" setzt sich nun L. B. B o u d i n mit den Argumenten dieser Genossen auseinander. Diese laufen rm wesentlichen auf die folgenden zwei Sätze hinaus: 1. Krieg« sind die unausbleibliche Folge und Begleiterscheinung des Kapitalis- mus. 2. Im Fall des Krieges müssen die Sozialisten zu ihrem Volke stehen oder doch wenigstens es verteidigen, wenn es ange- griffen wird. Boudin untersucht einen jeden dieser beiden Sätze. Der erste, sagt er, sieht zwar revolutionär aus, aber er ist nicht richtig. Der Kapitalismus ist als solcher weder friedlich noch kriegerisch; wohl aber besitzt er Epochen, in denen er mehr das eine oder mehr das andere ist. Wir sind jetzt in der sogenannten imperialistischen, einer besonders kriegerischen Entwicklungsphase. Das heißt aber nur, daß in dieser Epoche eine starke Neigung zu kriegerischen Ver- Wickelungen vorherrscht; dieser Neigung stehen aber andere Ten- denzen entgegen. Die»Unvermeidbarkeit" des Krieges hängt also davon ab, ob die kriegerischen Tendenzen der herrschenden Klassen ein genügendes Gegengewicht finden in der Gegentendenz der Arbeiterschaft, ob die Arbeiter die ofsizielle Politik blindlings mit- machen, oder ob sie ihre eigene auswärtige Politik einschlagen. Was nun den zweiten Satz betrifft, so meint Wanhope, ein reiches aber schlecht gerüstetes Volk biete für starke Nachbarn geradezu einen Anreiz zum Ueberfall. Dem hält aber Boudin ent- gegen, daß heute Kriege nicht mehr unternommen werden, um er- oberte Gebiet« auszuplündern, sondern vielmehr, um neue Gebiete kapitalistisch zu entwickeln. Nicht die reichen Länder sind deshalb das Ziel imperialistischer Raubsucht, sondern die armen. Das Ziel eines bewaffneten Angriffs auf ein kapitalistisch hoch ent- wickeltes Land ist daher gar nicht dessen Besitz oder dessen Ausrau- bung, sondern es ist die Herrschaft über kapitalistisch unentwickelte Länder, die bisher unter der Botmäßigkeit des angegriffenen Staates standen. Wenn Wanhope und seine Gesinnungsgenossen erklären, die Arbeiterschaft müsse im Kriegsfall mit den anderen Klassen der Vereinigten Staaten gemeinsame Sache machen, um die gemein- same Kultur und die gemeinsamen ökonomischen Interessen zu schützen, so wendet Boudin dagegen ein, daß die»nationale Kultur" selbst bei allen Völkern nur eine erst recht junge Erscheinung ist, die von bestimmten historischen Voraussetzungen abhängt und mit ihnen verschwindet. Das Proletariat entwickelt in seinen eigenen Kämpfen auch eine eigene Kultur, die den nationalen Kulturen überlegen ist und ihre Beschränkungen nicht teilt. Und was die wirtschaftlichen Interessen betrifft, so macht sich hier derselbe Gegensatz geltend, der überhaupt für die Kämpfe deS Proletariats von entscheidender Bedeutung ist, der Gegensatz zwischen den augenblicklichen und den dauernden Interessen. Die ersteren verführen den Arbeiter zum Streikbruch, und sie lassen auch den Arbeiter sich solidarisch fühlen mit jenen, deren Interessen den seinigen auf die Dauer entgegengesetzt sind. Wir als Sozialisten, meint Boudin, müssen aus allen Kräften den beschränkten Nationalismus bekämpfen. Und gerade deshalb müssen wir uns gegen jede nationale Unterdrückung mit allem Nachdruck wenden. SLir müssen das nicht nur deshalb tun, weil der Kampf um Freiheit von Druck und fremdem Zwang über- Haupt zu den Voraussetzungen unseres eigenen Emanzipations- kampses gehört, sondern insbesondere auch deshalb, weil die natio- nale Unterdrückung bei den Betroffenen das Verständnis der Wirt- schaftlichen und sozialen Gegensätze erschwert und trübt und da- durch unsere Aufklärungsarbeit und unsere Befreiungsbestrebungen hemmt und hindert. Gewiß müssen auch die Sozialisten die Unabhängigkeit des eigenen Volkes verteidigen, aber ebenso auch_ die jedes andern. Würden aber die Vereinigten Staaten von einer kapitalistischen Macht angegriffen, so würde es sich tatsächlich gar nicht um die Verteidigung ihrer Unabhängigkeit handeln, sondern um die der imperialistischen Gelüste und Bestrebungen chrer herrschenden Klassen._ Konflikt ües japanischen Oberhauses mit üem Kabinett Okuma. Ein Telegramm am Tokio vom 25. Januar meldet der„Nowoje Wremja" vom 27. Januar, daß in einer Sitzung verschiedener Gruppen des Oberhauses die Stimmung der Mehrheit des Oberhaus«siegen das Kabinett offen zutage trat. Die Zeitung„Dsi-Dsi" erklärt, daß der Konflikt zwischen Oberhaus und Regierung nicht Ivegcn deS Verkaufs von Waffen und Kriegs- Material an fremde Mächte erfolgt ist, sondern wegen der Ein- stellung der Erträge aus diesen Lieferungen in den Wirtschafts- etat der Arsenale und nicht in den allgemeinen Staatshaushalts- Plan. Auf die Anfrage des Oberhauses an die Regierung, welche Maßregeln sie nach Versen kung des Dampfers..Jaffa- kamaru" im Mittelmeer gegen die Wiederholung derartiger Vorfälle ergriffen habe, antwortete der Minister des Auswärtigen: „Die japanische Regierung hat durch Vermittelung der Washing- toner Regierung Protest bei Teutschland und Oesterreich eingelegt unter Ankündigung, daß Japan sich das Recht vor- behält, sein Verhalten gegenüber den Kriegsgefangenen und den deutschen und österreichischen in Japan lebenden Zivilperionen zu ändern, falls etwas Aehnliches wieder vorkommen sollte." politische Ueberslcht. Ein Bericht mit Anmerkungen. Im Herrenhause hielt am Freitagabend der Historiker Geheimrat Prof. Dr. H i n tz e zum Besten der sozialen Ar- besten der Ortsgruppe Berlin des Deutsch-evangelischen Frauenbundes und der Kirchlich-sozialen Frauengruppe Berlin einen Vortrag über„Autorität und Freiheit im Staatslebe n". Trotzdem der Vortragende, der kürz- lich im höheren Auftrage ein Buch über die Hohen- z o l l e r n herausgegeben hat. sich ganz in konservativen Bahnen bewegte, versieht die konservative„Deutsche Tageszeitung" den Bericht mit kritischen Bemerkungen. Beides ist aber gleich charakteristisch: die Rode Hintzes für die unklaren„Burgfriedens'worstellungen unserer Jntellektu- ellen, und die Kritik der„Tageszeitung" für die schroffe Ab- lehnung auch des geringsten innerpolitischen Fortschritts. H i n tz e führte u. a. aus: „Das Maß der militärisch-politischen Autorität der Staatsgewalt muß direkt proportional sein dem Maß des mili- iärisch- politischen Druckes der auf die Grenzen eines Staates ausgeübt wird!" und„Der Gemeingeist in einem Volke muß um so stärker ausgebildet sein, j« stärker der mili. t ä r i s ch- p o l i t i s ch e Druck ist, der auf den Grenzen eines Lande? lastet!" Dieser Gemeingeist hat sich in unserer schweren Zeit herrlich bewährt und muh immer weiter gestärkt werden. Die Sozialdemokrat ie hat— was viele vor dem Kriegs bezweifelten—-hren Patriotismus bewiesen; ihre Organisation und Disziplin haben die Massen vor Verwahrlosung und Zucht- losigkeit bewahrt.(Hier scheint der Vortragende die anderen Arbeiterorganisationen leider vergessen zu haben. Der Schriftleiter der„Deutschen Tageszeitung".) Mögen nach dem Kriege das monarchisch« und das genossenschaftliche Prinzip immer engere Fühlung gewinnen und gemeinschaftliche Bahnen wandeln! Möge der Geist der Kameradschaftlichkeit im Schützengraben auch nach dem Kriege all« unsere Volksgenossen erfüllen und versöhnen auf dem Boden des Vaterlandes! In der Thronrede zur Eröffnung des Landtags heißt eS:„In dem ungeheuren Erleben wird ein neues Geschlecht groß. Der Geist gegenseitigen VerstehenS wird auch im Frieden fortwirken k" Dazu gehört(so glaubte der Redner hinzufügen zu sollen. Die Redaktion der»Deutschen T a g e s z t g."> die Reform des preutzi.schcn Wahlrechts, und es wäre.verhängnisvoll (?? Red. d.»Deutschen T a g e s z t g.")— man denke an die Zeit vor 1848— wenn hier von irgendeiner Seite Widerstand geleistet würde." Wir fürchten nur, daß die konsequente, auf eine starke politische und wirtschaftliche Partei sich stützende„Tages- zeitung" auf die künftige Gestaltung der innerpolitischen Verhältnisse größeren Einfluß haben wird als der Gelehrte, der der Utopie von einem Ausgleich zwischen Demokratie und Autoritätsglauben nachjagt. Gegen eine Zollunion. Nach einer Meldung der„Voisischen Zcilung" hielt der Präsident Wenzel Nemez in der Prager Handelskammer eine An- spraibe. in der er die Frage des wirlscbaflliwen Anschlusses an Deutschland erörterte. Er wies u. a. auf die Nolwendigkett bin, daß Oesterreich und Ungarn rbr gemeinsames Zoll- und Wirlschasisgeßiet beibebalten, da ein großes gemeinsames Gebiet in jeder Hinsicht für beide Teile vorteilhafter ist als die Trennung. Er ging dann auf das Verhältnis zu Deutschland über und bemerkte, daß die An- sichlen der österreichischen Handelskammern in dieier Wichligen und grundlegenden Frage nichl übereinstimmten. Eine Zollunion mit Deutschland mühe im Interesse der östeueichisch-ungarischeit Volkswirtschan ausgeschieden werden; es werde daher nur ein gewöhnlicher Tarifvertrag mit möglichst ipezialisierten VerlragS- bedingungen emproblen werden müssen. Wie die„Bobemia" hierzu mitteilt, hat die Eilläning des HandelSpräsidenten, die vorher den demschen Mitgliedern vorgelegt war, auch deren Zustimmung ge- funden, Erhebungen über die Herstellung von Fleischkonserven. Von der Reichspriiinngsstelle für Lebensmittelpreise ist am 3!. Januar 1816 eine Erhebung über die Verarbeilung von Rindern und Schweinen in der Flelichkoiiserve»fabrikal>oil angeordnet worden. Die Erhebung soll sich auf alle Betriebe im Deutschen Reiche er« strecken, die gewerbsmäßig Fleischkonserven herstellen. Klagen über die Kontrolle an unseren Grenzen. Wolsss Telegraphen-Bureau verbreitet folgende Mitteilung: Zu den durch den Krieg notwendig gewordenen Maßnahmen, die bei dem deutschen Staatsbürger immer noch kein rechtes Ver- ständnis finden, gehört die Grenzkontrolle. Und doch ist sie ein un- entbehrliches Mittel, den Erfolg des Krieges vorzubereiten. Unsere dem unmittelbaren Verkehr aus fünf neutralen Staaten offenen, sehr ausgedehnten Grenzen, erleichtern es unseren Feinden, ihre Späher ins Land zu schicken, um alles, was sich auf Krieg und Kriegsvorbercitung bezieht, auszukundschaften. Unter der Maske des harmlosen Reisenden oder Geschäftsmannes überschreiten zahlreiche feindliche Agenten unsere Grenzen im Norden, Westen und Süden, machen sich kürzere oder längere Zeit bei uns seßhaft und übermitteln ihre Wahrnehmungen in Feindesland. Soweit wie irgend möglich müssen wir dies zu verhindern suchen, und dazu dienen Maßnahmen, wie die Ueberwachung des Post-, Telegraphen- und Eisenbahnver- kehrs sowie des Reiseverkehrs über die Landesgrenzen. Sie alle mögen im bürgerlichen und geschäftlichen Leben im- bequem und hemmend empfunden werden, wie manche anderen Be- schränkungen,-die der Krieg mit sich bringt, aber sie sind eben not- wendig und haben ihre Zweckmäßigkeit oft bewiesen. Oder ist es etwa kein Erfolg, wenn die großen Operationen unserer Heeres- leitung unseren Gegnern erst dann bekannt geworden sind, wenn es für sie zu spät war, Gegenmatzregeln zu treffen? Ein einziger solcher Erfolg, der unsere Siege vorbereitet und unseren Truppen Verluste erspart, rechtfertigt alle die Maßnahmen, über die verstand- nislose Menschen, die immer noch nicht einsehen wollen, daß der Krieg auch von dem Bürger Opfer fordert, in Klagen und Vorwürfe ausbrechen und für sich Ausnahmen in Anspruch nehmen wollen. Wer während des Krieges nach Frankreich, England oder Rußland ge- reist ist, hat dort kennen gelernt, was eine strenge Grenz- und Fremdenkontrolle bedeutet. Die dort übliche Rücksichtslosigkeit wird auch die strengste Durchführung der bei uns für den Grenzverkehr getroffenen Vorschriften als milde erscheinen lassen. Daß hier und da im Uebereifer gefehlt wird, mutz damit entschuldigt werden, daß eben Soldaten diesen Dienst an der Grenze ausüben, die an kurze und strenge Befolgung der erlassenen Befehle gewöhnt sind. Auch dieser Dienst soll unser Vaterland vor Schaden und Nachteil schützen; ihn nicht unnötig zu erschweren, ist einfach Pflicht und Schuldigkeit. Kleinlich aber ist es, Klagen und Beschwerden zu erheben über eine kurze Unbequemlichkeit oder schroffe Behandlung in einer Zeit, wo Tausende draußen Leben und Gesundheit dem Vaterlande opfern. Heute steht so Großes auf dem Spiel, daß es fast lächerlich erscheint, über derartige Klagen noch Worte zu verlieren. Japan tilgt seine Schulden. »Daily News and Leader" schreibt in, Finanzbericht vom 1. 2.: Japan benutzt seine durch den Krieg erstarkte wirtschaftliche Lage, um ebenso großzügig wie rasch zur Tilgung seiner auswärtigen Schuld zu schreiten. Eben zeigt e« an, daß zu Tilgungszwecken weilere 506 666 Pfund Sterling der 4>/zprozenllgen Bonos der ersten und zweiten Serie angekauft wurden. Diese Anzeige ist die dritte in zehn Wochen und bringt die Gesamtsumme der Amortisationen auf 1566 666 Psund Sterling. Lekte Nachrichten. Aus der rumänischen Kammer. Bukarest, 5. Februar.(W. T. B.) K a m m e r s i tz u n g vom 4. Februar. In der Begrünidung einer Interpellation wegen un- gerechter Behandlung bei der Verteilung der Waggons für die\ Getreideausfuhr wies Stivbey daraus hin, daß die bestehen- den gesetzlichen Bestimmungen nicht eingehalten worden seien, und daß nur Günstlinge hätten ausführen können; er verlangte eine Regelung der Ausfuhr, damit jedermann aus ihr Nutzen ziehen könne. Der Redner erwähnte, daß er auf seinen Gütern eine Privatbahn habe, auf der, entgegen dem Verhalten der Behörden in ähnlichen Fällen, die Ausfuhr von nicht verbotenen Waren untersagt worden sei; er verlange nichts weiter, als daß er nicht auf Gnade und Ungnade den Behörden ausgeliefert sei. Finanzminister Costinescu bemerkte, daß man ihm eine Verletzung des Artikels 13 des Zollgesetzes vorwerfen könne; dieses sei indessen für normale Zeiten gemacht und nicht für die heutigen, wo es sich stets um die Gewährung von Kompensationen gehandelt habe. Nicht die Interessen einzelner, sondern jene des Landes würden hierbei berücksichtigt. Hätte man denn große Mengen Eier, Fett und Erbsen verderben lassen sollen, statt sie auszuführen? Hierbei hätten im Interesse des Landes die Gegner der liberalen Partei mehr Begünstigungen erhalten als deren Anhänger. Die Ausfuhr auf der Privatbahn Stirbeys sei wegen des Schmuggels untersagt worden, der auf ihr in sehr großem Maßstabe betrieben worden sei; sogar einen Zollbeamten habe man als Beteiligten hieran festgestellt. Die Schweineausfuhr Hai der Minister be- willigt, weil eine große Zahl von Großgrundbesitzern diese Zucht nur zum Zwecke der Ausfuhr angelegt habe. Die beiden Zentral. kommissionen, die jetzt arbeiteten, bestätigten, was er sage. Zu be- klagen sei der Schmuggel, gegen den strenge vorgegangen werden müsse._ Kämpfe zwischen Spaniern und Marokkanern. London, 5. Februar.(W. T. B.) Der Madrider Korrespondent deS»Daily Expreß" meldet an sein Blatt: Nach einem Telegramm aus M e l i l l a haben die Mauren bei Mlatza auf eine spanisch« Stellung einen Angriff mit Handgranaten unternommen. Zwei Spanier wurden getötet, fünf verwundet. Gewerksthastliches. �Neuoricntierung� in üer �ngeftelltenbewegung? Die Zersplitterung der Arbeitergewerkschaften in drei Richtungen wirkte häufig aus die gewerkschaftlichen Kämpfe lähmend. Die Tatsache aber, dah die freien Gewerkschaften die weitaus stärkste Gewerkschaftsgruppe sind. zwang die christlichen und die Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften dazu, in wirtschaftlichen Kämpfen sich oft den ersteren anzuschließen. Trotzdem verhinderten die Rivalitäten zwischen den einzelnen Gewerkschastsrichtungen nicht selten die Ausnutzung einer für die Aibeiter günstigen Situation. Es fehlt deshalb auch nicht an Einsichtigen, die gern über diesen Zustand hinweg- helfen möchten. Gerade während der Zeit des.Burgfriedens" mehrten sich diese Stimmen, ohne daß sie jedoch bis heute ein praktisches Ergebnis erzielen konnten. Viel schlimmer als in der Arbeiterbewegung sieht eS jedoch in der Angestelltenbewegung aus. Da gibt es Berufs- vereine, die nur männliche oder nur weibliche Mitglieder auf- nehmen, andere nehmen nur katholische Handlungsgehilfen und Prinzipale auf, wieder andere schließen die jüdischen und die weiblichen Angestellten von der Mitglied- schast aus. Einige Vereine erstrecken sich über ganz Deutschland. andere sind reine Lokalvereine. die wieder untereinander verbunden sind usw. Bei allen sozialpolitischen Wahlen gab es die heftigsten Kämpfe dieser verschiedenen Angestelltenvcreinigungen untereinander, die die unangenehmsten Begleiterscheinungen zeigten. Bei allen Kämpfen um irgendwelchen sozialpolitischen Fortschritt standen sich die einzelnen Angestelltengruppen schroff gegenüber. Und bei den wenigen gewerkschaftlichen Känipfen, die zum Bei- spiel die Handlungsgehilfen unter Führung des Zentral- Verbandes der Handlungsgehilscn unternahmen, machte sich die Zersplitterung der Handlungsgehilsen hemmend bemerkbar. Ja, sie machte oft irgendwelche Aktionen über- Haupt unmöglich. Den Schaden haben natürlich die Angestellten zu tragen. Es ist nicht verwunderlich, daß daher in der Zeit des all- gemeinen„Umlernens" in der Angestelltenbewegung Stimmen laut werden, die auch hier eine„Neuorientierung" fordern. Charakteristisch für die Berhältniffe in d!er Angestelltenbcivegung ist aber, daß hier die Hauptruser nicht etwa zum allgemeinen Sammeln blasen. Nein, sie sehen sogar in der reinlichen Scheidung der beiden Hauptrichtungen in der Angestellten- bewegung das erstrebenswerte Ziel. „Die auseinandergehenden Forderungen unserer Standes- Politik lauen sich vielleicht der Einfachheit halber in zwei Gegen- sätze zuiämmenfasien. Auf der einen Seite stehen diejenigen Wünsche, die als Ziel die Schaffung eines{jesellichastlich und sozialpolitisch geschlossenen Standes auf mittelitändlerifcher Grundlage verfolgen, aus der anderen Seile die Korderungen, die von den Privalbeamien als eines Gliedes des allgemeinen Arbeiinehmertuins ausgehe». In diesen beiden Richtungen verkörpern sich auch die beiden Orcianisationsgruppen der Privalbeamlenbcwegung. Aus der einen Seile diejenigen, die in der neutralen Berufsvereins- arbeit die beste Möglichkeit zum Erfolg erblicken, auf der anderen Seile die gewerkichniiliche Richtung, denen neben der Standes- Politik auch die Klassenpoliiii von hoher Bedeutung ist." So schildert Dr. Köhler, der Direktor eines der kauf- männischen Harmonieverbände, ganz richtig die gegenwärtige Situation in der Angestelltenbewegung. Jetzt treten diese beiden Tendenzen nur noch nicht klar in Erscheinung, weil sich die Vereine der einen, der mittelständlerischen Richtung. untereinander in den Haaren liegen. Oft übrigens um die lächerlichsten Dinge. Da aber der Endkampf zwischen diesen beiden Richtungen ausgcfochten werden muß. so versucht Dr. Köhler die streitenden Brüder zu versöhnen. Diese burgfricdlichen Bestrebungen haben auch schon einige kleine Erfolge gehabt. Mehrere der größeren Harmonieverbände haben Verträge miteinander abgeschlossen, nach denen sie sich bei den Kaufmannsgerichtswahlen usw. nicht mehr bekämpfen wollen. Streitigkeiten untereinander wollen sie auch nicht mehr vor ordentlichen Gerichten, sondern vor einem„Ehren- rat" zur Erledigung bringen. Dr. Köhler versucht sie auf dieser Bahn voranzutreiben. Die gewerkschaftlich organisierten Angestellten können nur wünschen, daß diese.Neuorientierungsbestrebungen" der Mittclständler von Erfolg gekrönt werden. Die inneren Kämpfe in der Angestelltenbewegung würden dadurch endlich aus das gelenkt werden, woraus es für die Zukunft der An- gestellten allein ankommt: auf die Frage, ob sie um der Utopie willen, einen neuen Mittelstand zu bilden, auf eine wirkungsvolle, weitsichtige Sozialpolitik verzichten, oder ob sie gemeinsam mit der ganzen Arbeiterschaft einen energischen Kampf für die Hebung ihrer wirtschaftlichen Lage sowohl gegen die Unternehmer als auch im Parlament führen wollen. Wohin die mittelständlerischen Pläne die Angestellten führen können, zeigt gerade der Sammelruf von Dr. Köhler. Er enthält nämlich u. a. einen ganz niedlichen Angriff auf das Reichstagswahlrecht. Dr. Köhler meint, das Reichstagswahlrecht entrechte politisch die Angestellten. Aus eigener Kraft können sie ihre größtenteils politischen ' Forderungen nicht durchsetzen. Es bestehe die Gefahr, daß die Angestellten im Vergleich zu den übrigen Berufsständen bei der Umgestaltung und Neuorientierung der inneren Politik Deutschlands die geringsten Früchte für sich einheimsen können. Ob deshalb die Angestellten die Beseitigung des Rcichstagswahlrechts anstreben sollen, wird allerdings noch nicht verraten._ verlln and Umgegend. Tie Löhne der jsleischergescllen. In letzter Zeit erschienen in der bflrgersichen Presse öfter Angaben über fabelbaste Löhne, welche angeblich die Fleischergesellen jetzt erhalten. Eine Mugliederversammlung de« geniralverbandeS der Fleischer unterzog diese Angaben einer kriiischen Beleuchtung. Der Referent Bergmann wandte sich zunöchst gegen die in der „Deutschen Vieh- und Scklackthofzeitung" und von da in andere Blätter übergangene Behauptung, daß die aus dem Berliner Echlachthos arbeitenden Geiellen ein Monatseinkommen von 3000 bis 4000 M. hätten. Der Referent bezeichnete diese Angabe als eine ungeheure Ueberlreibung, die durch keine Tatsachen bewiesen werden könne. Weiter« sührte er aus: Wenn die Fleischergesellen nur an- nähernd so hohe Summen verdienten, da müßte sich doch der Ber« dienst eines En grossciilächlerme isters, der drei bis vier solcher Ge- seilen beschäftigt, aus Millionen beziffern. Wenn man sagt, aus dem Echlachthos würden Tagelöhne von 26 bis 30 M. verdient, so mag das stimmen. Es handelt sich dann aber um Gesellen, die einen Tag als Aushilfe beichäsligt werden. Der Arbeitstag hat in diesem Falle 13 bis 18 Stunden und dann muß der Geselle noch� am folgenden Tage ohne besondere Entlohnung das Fleisch aus- "Lerantw. Redakt.: Alfred Wielevv. Neulölla. Inseratenteil verantw. hauen, nach ber Halle belügen, auf- und ablade«. So ein Arbeits- tag ist also la lang, wie zwei bis zweieinhalb Arbeitstage in anderen Gewerben. Ein Lohn von 2b— 80 M. für eine solche Arbeitsleistung ist durchaus nicht hoch zu nennen, namentlich bei den jetzigen TeuerungsverhSltnissen.— Die Presse der Fleiichermeister hat sonst immer dem Zentralverbande den Vorwurf gemacht, er treibe die Löhne ungebührlich in die Höhe. Wenn jetzt die Meister- presie über die hoben Löhne aus dem Schlachthose jammert, so kann sie den Zeniralverband dafür nicht verantwortlich machen, denn auf dem Schlachthofe arbeiten nur Mitglieder anderer Organisationen. Aber alle die Angaben über ungewöhnlich hohe Löhne eniiprechen ja gar nicht den Tatsachen. Mit solchen Uebertreibungen will man das Publikum in den Glauben versetzen, als ob die Gesellen- löhne wesentlich zu der fabelhaften Höhe der Fleischpreise bei- getragen hätten. Das ist natürlich nicht der Fall. Die Ursachen der hohen Preise kür Fleisch und andere Lebensmittel sind ganz wo anders zu suchen. Wenn die Löhne der Fleischergesellen wirklich etwas gestiegen sind, so doch nicht in dem Maße wie die Preise aller notwendigen Lebensmittel.— Die Angaben der bürgerlichen und der Meisieipresse. daß in Berlin so kolosiale Löhne gezahlt würden, baden viele Gesellen in der Provinz veranlaßt, ihre Stellen auizligebe» und nach Berlin zu reiien. Doch hier wurden sie sehr enttäuscht. Auck die Behauptung, in Berlin seien Fletichergesellen gar nicht zu haben, ist unwahr. Noch der im„ReicfcSorbeiisblatt" veröffentlichten Statistik hat die Zahl der arbeitslosen Fleischerstesellen ständig zugenommen. Die Statistik gibt kür den 2. Februar 27 Arbeitslose an. Da ein großer Teil der Fleischergesellen die private Stellenvermittlung in An- ipruch nimmt, die in der Statistik nicht berücksichtigt ist. io kann man annehmen, daß jetzt etwa 200 arbeils- loie Flei'cherqesellen in Berlin vorhanden sind. Unter diesen Umständen ist eS begreiflich, daß mancher, der in Erwartung hoher Löhne von außerhalb nach Berlin gekommen ist. noch längerem Arbeitsuchen schließlich zufrieden ist. wenn er eine Stelle mit t8 bis 20 Marl Wochenlohn belommt. Ueber Geiellen- mangel können nur solche Meister klagen. Vre ihre Gesellen schlecht bezahlen und schlecht behandeln. Bon anderer Seite wurde hierzu noch bemerkt, daß die„Ber- liner Volkszeitung' kürzlich in einem Gewerbegerichlsbericht sehr ausführlich die Angaben eines Engrosschlächrermeisters brachte. welcher behauptete, die Gesellen aus dem Schlachldos erhalten Tage- löhne von 40 bis 60 Mark. Die Verbandsleitung hat der.Ber- liner Volkszeiiung" mit Bezug auf diese Angaben Material über die wirklichen Lohnverhältnisie gebracht, wovon die„Berl. Volksztg." aber nicht Notiz genommen hat. In der Versammlung wurde noch der Geschäftsbericht für l9l6 erstattet. Aus demselben geht hervor, daß durch Eiuberunsungen zum Heere ein starler Wechsel im Mitgliederbestande eingetreten ist. Die jüngeren Mitglieder sind beim Heere. Die Organisation besteht fast nur noch aus älteren Kollegen Im Lauie des Jahres wurden 1644 neue Mitglieder aufgenommen, die aber nicht alle beim Verbände geblieben sind.— Die Lohnbewegungen waren im vergangenen Jahre nicht zahlreich. Während tonst alljährlich mit Hunderten von Meislern Verhandlungen stattfanden und Tarife abgeschlosien wurden. sind im abgelaufenen Jahre mit wenigen großen Wurst- und Kon- iervensabriken Tarife vereinbart worden. Im allgemeinen können die Verhälmiffe der Organisation als zufriedenstellend bezeichnet werden. Der Krieg und die Hutindustrie. Wie überhaupt in das wirtschaftliche Leben hat der Krieg auch in das Hulgcwerbe große Lücken gerissen. Die Berliner Wollhul- betriebe sind bis aus einen, der etwa 25 Perionen beichSfugl, gänzlich geschlossen. Ein Betrieb fabriziert vorläufig Haarhüte. Die Seidenhulbranche liegt ebenfalls ganz danieder. Es ar- beiten noch zwei Betriebe mit fünf Arbeitern. Eine Ausnahme machten nur die Stroh- und Damenhuibetriebe. Eine Anzahl Betriebe wurde durch Einberufung zum Heeresdienst ganz stillgelegt. Die anderen Betriebe arbeiten mit verringerter Zahl von Arbeilskräften, teils aus Mangel an Material, teils aber auch infolge ungeheurer Preissteigerungen des Materials.— Durch die Umstände gezwungen, hat sich ein großer Teil der Mitglieder des Hut- und FilzwarenarbeiterverbandeS Unterkunft in anderen Be- »rieben gesucht, namentlich in der Kriegsindiisftie. Trotz der Schwierigleiten ist alles geschehen, die Interessen der Miiglieder und des Verbandes hochzuhalten, damit die in den Schützengräben liegenden Kollegen bei der Rückkehr olles wieder vorfinden, wie sie es verlasien haben. Die Tarisverhandlungen. die schon kurz vor Beginn des Krieges einoeleiiet worden waren, haben allerdings zu einem Abschluß nicht geführt. Dagegen gelang es in der Damen- hulbranche Teuerungszulagen zu erreichen, allerdings nicht durch generelle Abmachung mit dem Arbeitgeberverbande. Dieser stellte es vielmehr seiner Mitgliedschast anHeim, sich mit den Arbeitnehmern von Fall zu Fall zu versiändigen. Die Angelegenheit wurde dann von Betrieb zu Betrieb geregelt. Das ergab, eine durchschnillliche Arbeiisdauer von 20 Wochen in der Saiion gerechnet, insgesamt eine Teuerungszulage von elwa 35 000 M.— Auch in der Strohhut- brauche wurde die Erlangung von Teuerungszulagen versucht. Ueber die Verhandlungen in dieser Branche Hai der.Vorwärts" Ende des vorigen Jsthres eingehend berichtet. Es kam zu keiner Einigung von Verband zu Verband. So mußte auch hier die Angelegenheit von Betrieb zu Betrieb geregelt weiden, da die Forderungen der Arbeiterschaft über das Angebot des Arbeitgeberverbandes. nur bis zu Verdiensten von 36 Mark 10 Prozent zu ge- währen, hinausgingen. Bis jetzt find über den Eriolg aus vier Betrieben Berichte eingegangen. Die Erfolge sind da. wo sie erzielt wurden, erheblich.— Hinzu kamen im Laufe des Jahres eine Reibe Bei Handlungen mit Unternehmern, die Lohn- und ArbeitSverhöltnisie beirasen. Es wurden verschiedene Lohnerhöhungen und verschiedentlich die Abwehcung von Ver- ichlechlerungen erzielt.— Zu Weihnachten wurde wieder der Ar« beitSloien. Kranken. AuSgesteuerien, Invaliden und der Familien der einberufenen Kollegen sowie der im Felde Siebenden gedacht, Die Ausgaben für diese Zwecke beirugen zirka 1425 angesichiS der geringen Mitgliederzahl«in« erhebliche Leistung, Die Miigliederzahl betrug am Beginn des verflossenen Jahres 918. am Schlüsse des Jahres 6»l. Aibeilslo« waren am Schlüsse des Jahres 40 männliche und 60 weiblicke Mitglieder. An städtischer Arbeiislosenunterstützung wurden etwa 6000 M. ausgezahlt. Die Kassenverhältnisse ver Berliner Filiale haben sich im Jahre 1915 im Gegensatz zu 1914 wesentlich gebessert. Es konnte für 1915 an die Haupltasse ein Ueberfchuß von 6000 M. abgeführt wernen. In der ievten Generalversammlung wurde noch Enigegennahme des von M ö ck e l gegebenen BerichleS der Vorstand in leiner allen Besetzung einstimmig Wiedergewählt. Daraus erfolgte die Neuwahl der Kommissionen. Fritz Müller verwies in der Versammlung auf den be- kannten Artikel im.Correipondenzblait" der Generallommiision der Gewerkschasien und führte aus: Dieser Artikel wolle die Gewerk- schoflen aus die Politik des 4. August festlegen. Dogegen müsse protestiert werden. Die Gewerlickoilen dürsten ssck unter keinen Umständen auf eine bestimmte politische Richtung festlegen lassen. Sie kälten nur ihre gewerkichaitlichen Interessen zu vertreten. Nach einer Diskuision darüber wurde einstimmig folgende Re- solmion Müllers angenommen: .Die Versammlung ist der lleberzeugung. daß das verhalten einzelner Gewerkschaftsführer sowie die Stellungnahme der Keneralkommissson der Gewerkschaften zum Parteistreit den ge- werkichaflllchen Interessen nicht enlspiickt. Die Gewerkschaften haben weder mit der Politik des 4. August, noch mit sonst welcher Th. Glacke. Berlin. Druck u. Verlag: vorwärts Luchdr. u. LerlagSanftall! vokMk etwa» zu tun, sondern sie find ledsglsch die Wirtschaft- liche Vertretung der Arbeiter aller Konfessionen und polltischen Richtungen." veutsches ZleiA. Ter Krieg und das soziale Gewissen. Je länger der Krieg dauert, um so sozialpolitischer muß der Arbeitgeber empfinden. Er hat nickt das geringste Reckt. Löhne und Gehälter herunterzusetzen. Teuerungszulagen zu verweigern. Selbst- versländlich mutz er aus die DaieinSbedmgungen seines Betriebes Rücksicht nehmen. Aber der Krieg bat iebr vielen Arbeitaebern so oule Gewinne gebracht, daß die Angestellten und Arbeiter, ohne Schädigung der Arbeitgebeirentabililät, den teueren Zeilen an- oeniesien. besachi werden lönnen. Das ist unieres Eracknens eine selbstverständliche Pflicht in dieser Zeil der Gemeinwirtichait, wo sich jeder Unternehmer als ein Glied des Vellsganzen, mit einer bestimmten Zwecksctzung, zu empfinden hat. So wird man beiipiels- weiie von dem Texiilgewerbe und dem Texliihondel fordern müssen, daß sie die Beschlagnahme von Texiilferiigwaren nickt als Vorwond zu Entlassungen oder zum Lobndruck benutzen. Sie dürfen sich ruhig in dieser Zeit mit geringeren Gewinnen begnügen, zumal sie in der ersten Zeil des Krieges im allgemeinen reckt gut verdient haben. Es ist auch ichars dagegen Einspruch zu erheben, daß llnier- nehmer gegenüber Lohn- und Gehaltsiorderungen aus die Belastung durch die Krieqssieuer hinweiien. Die Kriegssteuer in ja als finanzielle Hilfsuahme iür den Slaal gedachl und nicht als ein Werkzeug der Herabdrückung der Lebenshaltung von Arbeitern und Angestellten. Sie soll im Gegenteil das soziale Ge- wissen derjenigen schärfen, die auf Kosten der Allgemeinheit im Kriege hohe Gewinne erzielt haben. Vor allen Dingen ober wird man sich auis heitiosie gegen jeden Veriuck wenden müssen, die Kriegsbeschädigten schlechter zu enilohnen als disjenigen, die in der Heimat bleiben dürfen. Leider hören wir von derartigen Versuchen. So teilt der.Deutsche Bankbeamte", das Organ des Allzemeinen Berbandes der Deutschen Bankbeamten in der Rummer vom 26. Januar 1916 folgendes mit:.Wie uns aus Kollegen« kreiicn berichiet wird, bat die Deutsche Bank in einer Anzahl von Fällen kriegsbeichädigte Angestellte bei ihrem Wiedereintritt»ichi zu den alten Bedingungen wieder eingestelll. sondern hol sich zunächst die Abiolvierung einer Probezeit ausbedungen. Gleichzeitig ist den Betreffenden ein bis in die geringsten Eiirzelbeiien gebender Fragebogen vorgelegt worden, um die Art der Kriegs- beschädigung und den Ätad der Arbeitsverwendungsiäbigken de« evenluell wieder einzustellenden Beamten aui das genaueste festzu« stellen. An die Rückgabe des ausgefüllten Fragebogens haben sich dann Verhandlungen geknüpil, in deren Verlauf mit mehr oder weniger großem Erfolge versuch! worden ist. das frühere, meist schon kärgliche Gehalt der Kriegsbeschädigten herabzusetzen." So- weir wir die Bankbeamtenarbeil kennen, kann von einer ge« minderten Arbeiisverwendungsiähigkeit der Kriegsbeschädigten nickt die Rede sein. Aber selbst wenn die Arbeitsfähigkeit ver- minder! wäre, wäre es bei dem schon an und für sich schlechten Ge« halt der Banlbeamien einiach unvernändlich. wie die Leiiung der Deuiicken Bank Leuten, die ihr durch schwere Vaterlandsovier die ruhige Wenerarbeit ermöglicht und darüber hinaus mil dem Schwerte neue frucbibaer Gebiete erschlossen haben, mil Abzügen kommen könnte. Wir müssen der Zeitickriit die Verantwortung iür ibre Behauptung überlassen, hallen dieie Behauptung nach den bisherigen Bank- beamieneriahrungen aber keineswegs tür unwahrscheinlich. In der» selben Nummer wird mitgeieilt, daß die Commerz- und Disconto- Bank in dieser Zeit der schweren Not es für angemessen halte, die diesjährigen Zulagen heiabzuietzen. Während bisher in einem regelmäßigen Turnus von zwei Jahren Zulagen in Höhe von 150 bis 200 M. gewährt worden seien, habe man diesmal einen großen Teil der Beamten übergangen und verlauien lassen, daß die Zulagen in Zukunft nur olle drei Jahre gegeben werden sollen. Die Zeiiichrif! fragt mil Recht, ob die Direkioren in Znkunst ebenfalls schiechter gestellt werden sollen. Wenn eine allgemeine Schlechter- stellung beabsichtigt sei, so müsse man doch von oben anfangen. Das ist ganz unsere Ansicht. Die Direltoren verdienen an Gehältern und Auffichtsraislaniiemen jährlich Hunderttausende. Sie haben immer noch keine fleischlosen Tage, wenn sie die Hälfte davon den An« gestellten zukommen lassen._ Der Deutsche Metallarbeiterverband am Schlüsse des Jahres 19 t». Solange Gewerkschaitsorganiiationen bestehen, hat es Erschei- nungen, wie die des Wellkrieges noch nicht gegeben, die das Organisationsgetriebe in io erheblichem Matze beeinflussen konnten, wie es nunmehr ieit l'/z Jahren ge'chieht. Und selbst den Organi« sanonen der Beruisgruppen, die hervorragend an der Rüstungs« indusirie beleiliqt sind, ist es jetzt, wo die militärischen Einberufungen etwas nachgelosien haben, immer noch nicht möglich, die Abgänge durch Neuaufnahmen wieder auszugleichen. Zu dies»» Organiialionen gehört auch der Deutsche Melallaroeiterverband. Nach seiner letzten Erhebung balle der Verband am Schlüsse des Jahres I9lö noch 23» t07 Mitglieder, gegen 323 565 zu Ende Dezember 1914 und 538 814 zu Beginn des Krieges. Seine Miigliederzahl hat sich demnach innerhalb der 17 Kilegsmoiiate um 300 707 vermindert. Von den am Schlüsse des Jahres 1915 vorhandenen 233 107 Mitgliedern waren 2451 oder 1,0 Proz. arbeitslos. Das ist der gleiche Verbällnissatz. wie er schon seit über zwei Monalen ermitieli wird. Uebertroffen wird dieser Durckichnittsiatz nur von den beiden süddeulichen Bezirken und von der Verwaliungsiielle Berlin. An Arbeilsloisnunierstützuiig wurden seit Kriegsausbruch insgesamt 5 535 833 M. ausbezahlt. Davon entiallen allein 4 810072 M. auf die ersten iüns KriegSmonate des JabreS>914, während im ganzen Jahre 1915 nur 725 761 M. zur Auszahlung gelangten. Außerdem wurden aus dem Kriegsfonds deS Verbandes weit über eine Million Mark für die Familien der Kriegsdienst leisienden Mitglieder ausgewendet. Gewiß eine gewaltige Leistung für einen einzelnen Verband. Arbeitslosenunterstützung in Elberfeld. Da sowobl die Textilindustrie wie die Konsellion. die � beide unter dem Kriege schwer zu leiden haben, in Elberfeld stark ver- treien find, ist die am l6. Februar in Kraft tretende Regelung der Arbeiislosenunterstützung in dieser Stadt von besonderem Interesse. Nach den lürzlich mitgeieilten Richtlinien für die Untersilltzung im Wupperlalcr Bezirk beschloß die städtische Kommission für Kriegs- unlerstützung folgende Sätze: Der Hanshaliunesvorstand erhält monatlich 34,50� JH., jedes übrige Mitglied 12 M. Dazu kommen Gutscheine für Lebens- mittel in Höhe von 4 M. pro Familie und Monat, sowie Brot» scheine in Höbe von 2 M. pro Kops und Monat. Die Unlerstützung wird gezahlt, wenn das Einkommen der Familien oder Petsonen gesunken ist aus daS 1'/«fache der Unter- stützungsbezüge. Sie wird gekürzt, wenn das Einkommen wieder diesen Betrag übersteigt. Die Arbeitslosen werden von besonderen Beamten kontrolliert. Sie müssen sich beim Arbeitsnachweis melden und die dort nach« gewiesene Arbe« annehmen. Em ArbeilSnachweiSauSichuß prüft etwaige Arbeitszurückweiien. Die Arbeitslosen sind verpflichtet, die Krankenversicherung in der niedrigsten Klosie auireckizuei halten. Unterlasten sie dies, so kann der Betrag an ihrer Unterstützung gekürzt werden. Die Durchführung der Organisation geschieht völlig im An» schluß an die KriegSunlerilützung. die von den Srmenvflegern beiorgt wird. Die Geweikichaften sind nickt herangezogen worden. Daß diese Regelung sehr veibesserungsbedürftig. braucht nicht gesagt zu werden. Unser Vertreler in der Kommission hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, Verbesserungen zu schaffen: Erböhte Unterstützungssätze. Wegsall der Selbstzahlungspflicht bei der Kranken- lasse, mindere Anrechnung eiwaiger Einkommen usw.. jedoch ver- geblich. Auch bei diesen Unterilützunoseinrichtungen bekommen di« Arbeitslosen noch die ganze Last des Krieges zu fühlen.______ au! Singeru.Co� BetlinSW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhalt nugsbl. Nr. 36. 33. Jahrgang. 1 Kkilm Ks Jormirts" Cnliiift Jlollislilntt. Sonntag, 6. Febrnar 1916. ver Plan einer tzeeresvorsthnle. München, 4. Februar.(W. T. B.) Der Finanzausschuß der Bayerischen Kammer der Abgeordneten beschäftigte sich in seinen leylen zwei Sitzungen bei der Beratung des KultusetalS auch eingehend mit der Frage der militärischen Jugend- crziehung und der vaterländischen Jugendpflege. Kultusminister Dr. von Knilling hob hervor, daß die Unterrichls- Verwaltung die Mithilfe der Jugendpflege und der Schule für die militärische Vorbereitung der Jugend während des Krieges bereitwillig zur Verfügung gestellt habe. Eine zielbewußte und zweckdienliche militärische Jugenderziehung sei bei bloßer Freiwilligkeit der Teilnahme nicht gesichert. Die Slaals« regierung habe wiederholt Anlaß gehabt zu erklären, daß den Sozial- demokralen angesichts ihrer Haltung im Kriege die vaterländische Gesinnung nicht abzusprechen sei. Das gelte auch für die sozial- demokratischen Jugendorganisationen. Es wäre zu begrüßen, wenn dieses Urteil auch im Frieden aufrechterhalten werden könnte. Die Behandlung der Frage der militärischen Jugenderziehung nach dem Kriege solle, wenn irgend tunlich, bis nach demselben zurückgestellt werden. Die An- gelegenheit werde für das ganze Reich nur einheitlich geregelt weiden können. Die Erwägungen lägen ausschlaggebend auf militärischem Gebiete. Kultusminister Dr. von Knilling erklärte in seinen weiteren Ausführungen, zwischen Reich und Bundesstaaten hätten Erörterungen über die Frage niwt stattgefunden. Bei einer staatlichen Zwangs- einrichtung zur militärischen Jugenderziehung müsse der Unterrichts- Verwaltung und deren Organen bestimmender Einfluß gewahrt bleiben. Die Altersgrenze, von der aus die Ausbildung unter rein militäri- scher Leitung erfolge, solle möglichst hinaufgerückl werden. Auf die Bedürfnisse und Einrichtungen der Schule und Jugendpflege sei alle Rücksicht zu nehmen. Der Vertreter der Heeresverwaltung erklärte, daß Auswüchse bei der bestehenden militärischen Jugenderziehung von der Kriegs- Verwaltung nicht gebilligt würden. Zu der Frage, ob eine Fort- setzung der militärischen Vorbereitung der männlichen Jugend nach dem Kriege imter Regelung auf gesetzlichem Wege notwendig sei, nehme die Kriogsverwaltung auf Grund der Erfahrrmgen vor dem Kriege und aus dem Kriege den folgenden Stand- Punkt ein: Ueber Pläne und Absichten des preußischen Ministeriums könne er Aufschluß nicht geben. Die geistige Bildung des deutschen Lölkes sei eine der mächtigsten Faktoren der kriegerischen Erfolge Deutschlands. Tiesem Momente stehe aber gleichwertig zur Seite die gegenüber dem Feinde bessere, gründlichere soldatische Aus- dildung des einzelnen ManneS nach seinen persönlichen Eigenschaften. Eine Vervollkommnung in der Ausbildung werde nach dem Kriege durch die Anstrengungen der Gegner, den deutschen Voriprung einzuholen, notwendig werden. Vor allem werde man trachten müssen. durch frühzeitige Stählung des jugendlichen Körpers die Zahl der Untauglichen zu vermindern; andererseits werde man noch mehr auf die Einzelerziehung des Soldaten zum selbständigen, selbsttätigen Kämpfer in jeder denkbaren Lage hin- arbeilen müssen. Namentlich werde die Ausbildung im Stellungs- kriege zu den bisherigen Aufgaben hinzukommen. Eines der wirk» samsten Mittel, die stark vermehrten Ausbildungsanforderungen zu erleichtern, bestünde in der Borschulung einiger jugendlicher Jahr- gange vor ihrer Einstellung in den notwendigsten, nicht in das Eperziergebiet fallenden AusbildungSzweigcn. Außerhalb Deutschlands bestünden schon vereinzelt ähnliche E>nrichtungen, andere Staaten würden solche nach dem Kriege treffen. Die militärische Vorschulung würde wohl nicht vor dem Jahre beginnen, in dem der Jugendliche das 17. Lebens- jähr erreiche. Die Tätigkeit der Jugendpflege, Vereine, Schulen usw. würde der Heeresvorschule als vorbereitende Grund- läge Nutzen bringen; sobald aber die Unterweisung der Jugend- lichen in den Gesichtskreis der militärischen Zwecke tritt, könne sie nur in den Händen von Fach- leuten liegen. Eine Beeinträchtigung des Wirkungskreises und der Tätigkeit der Vereine, deren Verdienste die Kriegs- Verwaltung würdige, werde nicht eintreten. Die KriegSverwal- tung sei gegen Abhaltung regelmäßiger Hebungen an Sonn- und Feiertagen. Mir einer den örtlichen Verhältnissen angepaßten In- anspruchnah me eines halben Wochentages werde sich die industrielle wie die landwirtschaftliche Bevölkerung im Interesse des Wohles von Land und Reich abfinden müssen. Der große Nutze» der bisherigen militärischen Jugenderziehung stehe nach den Berichten der Ersatztruppenteile und nach den Aeußerungen ehe« inaliger Jungmannschaslen fest. Nachdem die HcercSvorschule a l S Heereseinrichtung gedacht sei, stehe die gesetzliche Regelung dem Reiche zu. Ain Schluß der Sitzung des Finanzausschufles der Kammer stellte der Vorsitzende des Ausschusses die fast völlige Sin- m ü r i g k e i t des Ausschusses darin fest, daß der Vorschlag der Militärverwaltung den stärksten Widerspruch erfahren werde, namentlich infolge der starken Eingriffe in das gesamte Wirlschafts- leben. Man werde vermeiden müssen, in dieser Weise Unruhe in das Volk hineinzutragen. Schließlich betonte auch noch der Berichlerstatler, daß von allen Parteien des HauseS gegen den Plan der Militärverwaltung die schwersten Bedenken erhoben worden seien. Damit schloß die Aussprache. * Die Jngendwehrfrage im badischen Landtage. Ein nationalliberaler Antrag ersucht die Regierung: s) Die Organisation der Jugendwehr als dauernde Einrichtung beizubehalten und auszubauen; b) den Eintritt in die Jugcndwehr p f l i ch t m ä ß i g zu gestalten, sofern nicht gesundheitliche, körper- liche oder moralische Bedenken entgegenstehen; o) die notwendigen Mittel im Staatsvoranschlag anzufordern. Die Regierung erklärte, sie halte ein Bedürfnis nach weitergehender Vorbereitung der männlichen Judend für die Wehr- Pflicht für vorliegend. Sie erwarte aber, daß das in Aussicht stehende ReichSjugendwehrgesey die Angelegenheit regelt. Der Berickter st alter der Kammer verwarf die Naäi- ahmung der militärischen Ausbildung; diese solle durch Wandern, Geländeübungen, Kartenlescn usw. nur vorbereitet werden. Der Ausbau der Jugendorganisation habe aus paritätischer Grundlage zu er folgen; vor allem müßten parteipolitische und religiöse Einflüsse, sowie die Trennung der Jugend»ach Schichicn und Klasien, serngebalten werden. Für das Land sei die Jugendwehr nicht notwendig; aber in den Städten solle die bodtsche Regierung schon während des Krieges die entsprechenden organl'oiori'chen Vorarbeiten in die Wege leiten. Im Rahmen dieier Vorschläge bewegte sich auch die Diskussion. Bemerk! wurde noch, daß die Heeresverwaliung bei der netroffenen Au-bildung der Jugend Konzessionen hinsichtlich der Verkürzung der Dienstpflicht mawen müsse, sonst werde die Jugend sich gegen den Zwang zur Teilnahme an den Veranstaltungen der Jugendwehr sträuben. Die Industrie im Kriege. (Nach dem amtlichen Bericht.) Die StaatshauShaltSkommission des Abgeordnetenhauses führte die Besprechung der Ernährungsfürsorge im Kriege zu Ende. Zunächst leitete der Berichterstatter seine Besprechung über die Vermehrung der Produktion ein, indem er auf die zunehmende Bedeutung einer Sicherstellung derselben für eine längere KriegSdaucr hinwies. Es' empfehle sich, keinerlei Maßregeln der Ernährungsfürsorge zu treffen, welche einschränkend auf die Produktion einwirken könnten. Das bereits von der Staatsregierung wie auch von der Reichsregierung beobachtete Verfahren, durch staatliche Beihilfen die Produktionsmöglichkeit zu erweitern bezw. den Eiukaufsprels ge- wisser Produkte für die Konsumenten in besonderen Fällen bernb- zusetzen, habe sich bewährt und könne auch weiterhin empfohlen werden. An diese Ausführungen knüpfte sich eine lebhafte Aussprache, in welcher sowohl die Forderung einer gesicherten Produktion wie auch die Wünsche der Konsumenten im einzelnen ausführlich erörtert wurden. Hierauf wurde zur Verhandlung des letzten Punktes der Er- näbrungfragen übergegangen, der sich mit dem Ausbau des Verkehrs zwischen Produzenten und Konsuuleiiten beschäftigte. Es wurde von dem Berichterstatter darauf hingewiesen, daß zweifelsohne schon jetzt in der Kriegszeit unter dem Einfluß der wirtschaftlichen Ver- hältniffe während der Kriegslage eine bessere Verbindung zwisl�en Produzentengruppen und Konsumentenkreisen anzustreben sei. Diese Wünsche richteten sich keineswegs auf eine Schwächung des Klein- Handels. Unter dem Eindruck der Mobilisierung des Groß- Handels mit Lebensmitteln bestehe jedoch keine andere Möglichkeit, den Kleinhandel zurzeit sich erfolgreich betätigen zu lassen, als daß man ihm anempfehle, sich in Kriegsbezugsvereinigungen zusammen« zuschließen, welche durch Vermittelung der Kommunalverbände von der Zentral-Einkaufsgesellschaft oder anderen monopolistischen Bezugsgesellschaften die zur Verfügung stehenden Vorräte zwecks gerechter Verteilung zu empfangen hätten. Diesen BezugSver- einigungen würden sich auch die Konsumgenosienschaften jeglicher Art anzuschließen haben.— Aus der Kommission wurde diesen Aus- führungen von mehrfacher Seite beigetreten. * Bei den Beratungen über die Einwirkungen deS Krieges auf die Industrie sührte der Berichterstalter Abg. Hirsch(Essen) aus: So, wie im vergangenen Jahre das Gesamtbild unserer gewerblichen Tätig« keit von ihm dargestellt sei, zeige es sich auch heute noch. Der Krieg habe auch in seinem weiteren Forlgang unsere wirtschaftliche Kraft und Leistungsfähigkeit nicht zu erschüttern vermocht. Wie aus dem Gebiete der Volksernährung, so sei auch aus industriellem Gebiete, auf dem Gebiet der Versorgung von Heer und Be« völlerung mit Munition, AuSrüstungSgegenständen und Bedarfsartikeln aller Art, dank der Leistungsfähigkeit unserer gewerb- lichen Tätigkeit, keine Lücke eingetreten. Der Versuch Englands, unsere GeWerbetätigkeit durch Abschneiden der Rohstoffzufuhr zum Erliegen und damit Heer und Volk in schwere Bedrängnis und Not zu bringen, sei dank dem deutschen Gewerbefleitz, der, auf Wissen- schaft und Technik gestützt, alle Kräfte anspannte, zuschanden ge- worden. Selbstverständlich: ohne Schwierigkeiten und Schädigungen sei es nicht abgegangen. Mancher Einzelbetrieb, mancher Industrie« zweig habe schwer gelitten. Die Gewerbezweige aber, auf die es jetzt ankomme, hatten sich in ihrer Leistungsfähigkeit für Heer und Volk zu erhalten gewußt. Was für die Landwirtschaft gilt, die für die Ernährung von Heer und Volk zu sorgen hat, nämlich daß sie in der Lage bleiben muß. die nötigen Nahrungsmittel pflanzlicher und tierischer Art zu erzeugen, das gelte auch für die GeWerbetätigkeit. Redner erörtert zunächst die Maßnahmen, welche zwecks fach- gemäßer Einteilung und Verteilung der vorhandenen und herbei« geschasten Vorräte an Rohstoffen getroffen sind. Diese Maßnahmen seien in vielen Fällen, namentlich bei den Beschlagnahmen, für die beteiligten Kreise wenig bequem gewesen, hätten aber im großen ganzen zum Ziele geführt. Technik und Wissenschaft hätten dabei tatkräftig eingegriffen, so daß man heute sagen könne, daß wir in allen wirklich unentbehrlichen Rohstoffen versorgt seien und ein irgendwie bedenklicher Mangel nicht eintreten könne. Für manche Stoffe sei unter dem Druck der Zwangslage Ersatz geschaffen, der uns in Zukunft in verschiedenen Punkten vom Auslande unab- hängiger stellen werde, als wir eS vor dem Kriege gewesen sind. Bezüglich der Beschlagnahmen spricht Redner den Wunsch aus, daß unnötige Härten vermieden werden möchten, insbesondere auch solche, die geeignet erscheinen, die Wieder- entfallung der betreffenden Industriezweige nach dem Kriege zu beeinträchtigen oder gar unmöglich zu machen. Er äußerte ferner den Wunsch, daß bei den Beschlagnahmen für militärische Zwecke das Augenmerk in erster Linie gerichtet werden möge auf feindliche und besetzte Gebietsteile. Rücksicht möge, wo sie geboten erscheine, auch in Feindesland geübt werden, aber in keinem Falle aus Kosten des deutschen Volkes. Bezüglich der Ausfuhr führte Berichterstatter au», daß, wenn auch unser ganzes Wirtschaftsleben sich unter dem Dnick der Ver- hältniffe mehr und mehr auf die Versorgung des JnlandsmorklcS unter Einschluß deS HeereS eingestellt habe, doch noch mancher Betrieb und Industriezweig vorhanden sei, für den hinsichtlich seiner Aufrechterhaltung und der Aufrechterhaltung seiner LeistnngSsähigkeit die, lvenn auch beschränkte, Arbeit für den Auslandsmarkt von Bcdeniung fei, von der politischen und finanz« politischen Bedeutung der Erhaltung der Ausfuhr ganz abgesehen. Bezüglich der Arbeiterfrag« betonte der Redner die Not- wendigkeil, unbeschadet der Wahrung der rein militärischen Interessen, der Gewerbctätigkeit und insbesondere den Zweigen, die für die AuS- rnstung des HeereS wie für die Ernährung tätig sind, diejenigen Arbeits- kräfle zu belassen, die zur Aufrechlerhaltung der Leistungsfähigkeit jener Zweige notwendig sind. Hier müsie der Zusainmenhang der Dinge, die an der Front vor sich gehen, und der Dinge, die hinter der Front sich abspielen, sowie das Verständnis für diesen Zusammenhang immer gewahrt bleiben. Das schließe nicht aus. daß scharf geprüft werde, ob nicht Verschwendung mit Menschen- krast vorliege. Ter Berichterstatter besprach alsdann die Verhältnisie in einigen Hauptindustriezweigen, insbesondere in dem Kohlenbergbau und der Eisenindustrie. An seine Ausführungen knüpfte sich eine aus- gedehnte Erörterung, in der eine große Reihe von Einzelfragen besprochen wurde. An den Erörterungen beteiligten sich Mit- glieder sämtlicher Parteien wie auch Vertreter der Regierung, Uebereinstimmend wurde der Ansicht und dem Wunsche Ausdruck ge- geben, daß die in der Zeit der kriegerischen Notwendigkeiten zu« gelaffene und durch sie bedingte ausgedehntere Beschäftigung jugendlicher und weiblicher Arbeiter wie überhaupt die Vorschriften, durch welche die einschränkenden Bestimmungen der Gewerbeordnung über die Beschäftigung von Arbeitern und Ar« beilerinnen gegen früher wesentlich erweitert worden find, auf- gehoben werden möchten, sobald die Ursachen in Fortfall gekommen sein werden._ flus öer Partei. Zum„Ausbau" der Parteikorrespoudeuz ichreibt die.Leipziger Volkszeitung*: .Die Parteikorreipondenz wird bekanntlich vom Genosien S ch ö v f l i n redigiert, der einer der eifrigsten Vertreter der Politik des 4. August ist. Wir nehmen deshalb an, daß die.sachlichen Richtigstellungen*, um welche die Korrespondenz künstig be- reicdert werden soll— bisher sollt« sie lediglich eine objektive MaterialiammlunA sein— die Richtung de» Redakteurs nicht ver- leugnen werden. Das und die Absicht des ParleivorstandeS, die Korrespondenz künftig weiteren Kreisen als bislang zuzustellen, lassei, deutlich die Absicht erkennen, ein Organ zu schaffen, das die Anschauungen deS Parteivorstandes oder richtiger seiner Mehrheit den Genossen vortragen und mundgerecht machen soll. Wir haben nichts dagegen, bestreiten dem Borstand bezw. seiner Mehrheit daS Recht zur Herausgab««ineS solchen Organ» durchaus nicht. Aber sordern müssen wir, daß die Eigenschaft des Blattes als Organ der Parteivorstandsmehrheit deutlich zu erkennen gegeben und nicht die Beeinflußung der Genoffen unter der falschen Flagge einer objektiven Materialkorrespondenz zu verdecken versucht wird. Es ist nichts da� gegen einzuwenden, wenn der Beauftragte der Parteivorstands- Mehrheit gegen Aeußerungen, die er für falsch hält, oder die ihr nicht passen, seine bezw. ihre Meinung kundgibt, aber prolestieri muß dagegen werden, wenn den Parteigenossen diese Meinung als .sachliche Richtigstellung" aufgedrängt werden sollte. Klare und richtige Flagge, das ist's, was wir vom Vorstand ver- langen!" Wir können diesen Ausführungen nur zustimmen, behalten uns aber vor, zu geeigneter Zeit auf die Angelegenheit zurückzukommen. Die Erfurter.Tribüne' bemerkt: .Da» wäre nun also für den.Vorwärts* die offizielle Ab- erkennung des Titels.Zentralorgan*, zu der aber der Parleivorstand nicht das Recht hat. Aber das macht nichts, und wenn auch der Parteitag die Absetzung des.Vorwärts* als Zentralorgan bc schließen sollte, so hoffen wir doch, daß er gleich unerschrocken und energisch wie bisher die Jntereffen der Partei und vor allein diejenigen der Masse der Parteigenosten vertritt, selbst auf die zu er tragende Gefahr hin, wenn die systematische Hetze nun auch von der Parteibureakraiie in aller Oeffentlichkeit betrieben werden sollte, wie sie die Bureaukratie der Gewerkschaften schon seit längerer Zeit rech: eifrig besorgt._ Berichtigung. Wir hatten vor einiger Zeit die Notiz gebracht, daß der Salinger Wahlkreis das Angebot des Abgeordneten des Kreises, de- Genosien Scheidemann, in einer Anzahl Versammlungen übei die KriegSfragen zu sprechen, abgelehnt habe, weil man erst die Möglichkeit einer freien Diskussion abwarten wolle. Genosse Scheidemann sendet uns heute eine„Berichtigung", wovin er um die Feststellung ersucht, daß das Angebot zu Reft raten nicht von ihm ausgegangen sei. Zum Beweis dafür teil! er einen Brief des Solinger Parteisekretärs aus der Vi i t t c de s November mit, der folgenden Inhalt hatte: .Die Ohligser Genossen wünschen, daß Si: demnächst eine Versammlung bei ihnen abhalten möchten. D a Thema soll Ihnen überlassen se-i«... Ich bin also aufgefordert worden, zu reden niiid habe dar- auf geantwortet: Berlin. 23. November IvlS. Ich bin gerne bereit, in Ohligs eine Versammlung abz»- halten. Vielleicht ließen sich gleich mehrere Versammlungen im Kreise arrangieren. Als Thema schlage ich vor:„Das deutsche Volk im Kriege."... Ilebrigens fällt mir ein, daß der Staaisminister T. D. Z— wörtlich gesagt hat:.Ich habe ein« Liste solcher Personen ge sehen, denen das Reden... verboten ist. Auf dieser Lift« stchi auch der Herr Abg. Scheidemann." Na, probieren müssen wir auf alle Fälle, daß ich sprechen kann, alle anderen Abgeordneten dnvfen es doch auch. PH. Scheidemann. Zur Ergänzung dieser Darstellung fügen wir noch den späteren Briefwechsel zwischen Scheidemann»nd dem Parteisekretär in Solingen hinzu, de» Scheidemann in der«Schwäh. Tagwacht" ver öffentlichte: Parteisekretär B. an mich: Solingen, v. 1. lb. Er habe meinen Brief damals den Ohligser Genoffen in Ab schrift zugestellt, aber keine Antwort erhalten. Von den übrigen Distrikten werde keine Versammlung gewünscht... EL bat siel, eine Sitzung der Funktionäre nötig gemacht. Wir werden dann dn Versamml ungSangelegenheit mit erledigen. Wenn Sic mir schon angeben wollen, welcher Tag Ihnen passend ist, läßt sich die Sache vielleicht gleich endgültig regeln. Ich an den Parteisekretär B.: Berlin, 10. 1. 18. Ich stelle mich zur Verfügung zu beliebig viel Versammlungen in der Woche vom 23. bis 29. 1. Parteisekretär B. att mich: Solingen, 17. 1. 16. Di« Fuiiklionärfftzung von Ohligs hat cS am Samstagabend abgelehnt, gegenwärtig eine öffentliche Versammlung abzuhalten. Zu dem gleichen Resultat kam am gleichen Abend eine Miiglieder- versammlung der Solinger Distrikte, die sich ebenfalls mit diesei Frage beschäftigte. Die Genossen sagten sich, daß ein Referenl augenblicklich doch nicht so reden könne, wie er möchte und wie c> notwendig wäre, da die Polizei Schwierigkeiten aller Art mache.,. Nochmals dir Gcneralkommission. Das„Corvespondenzblatt der Generalkommission" beantwortet unsere letzte Kennzeichnung semer eigenartigen Bevormundungs- gelüste der Partei abermals mit einem vier Spalten langen Artikel. Da es sachlich nichts halbwegs Stichhaltiges mehr vorzubringen weiß, ergeht es sich in allerhand Anrempelungen der„Vorwärts"- Redaktion, die ihm offenbar besonder? geistreich erscheinen. Ein Schelm gibt mehr, als er l>at. In der Sackte selbst erklärt das Blatt der Generalkommission, daß die„Gewerkschaften" an der Politik des 4. August„unter allen Umständen" festhalten würden. Da die General kommifsion, wie sich täglich deutlicher zeigt, nicht das mindeste Reckn hat, im Namen der Gewerkschaftsgenossen selbst zu sprechen, ver- lohnt es sich nicht, sich länger mit ihr hevumzufchlagen. Mögen die Legten und Genossen es halten, wie sie es verantworten zu können glauben; die Partei wird sich in ihren Entschließungen da durch nicht beemflussen lassen. Will die Generalkommission es auf einen Konflikt mit den sozialdemokratischen Massen in Partei rnü: Gewerkschaften ankommen lassen, so mag sie die Verantwortimg dafür tragen. Nur über eine der für die polemische Manier der General- kommifsion typische Bemerkung des„Correspondenzblattes" ein paar Worte. Das kurze Vergnügen, dem„Vorwärts" das Rechi zu bestreiten, im Namen breiter Massen der Partei zu sprechen, gönnen wir ihm. Aber unanständig in mehr als einem Sinne ist es, wenn sich das Blatt den Satz leistet: „Daß überdies der„Vorwärts" sich so oft auf die Massen beruft, nachdem er es glücklich so weit gebracht hat, die Masse seiner Leser zur bürgerlichen Presse Hinüberzugraulen, beweist, daß es sich für ihn nur um ein Massengespenst handeln kann, mit dem er Kinder schrecken möchte." Sollte es der Generalkommission wirklich völlig unbekaimt ge blieben sein, daß auch der Abonnentenstand der Gewerk schafs presse einen beträchtlichen Abonnenlenrückgang zu ver zeichnen hat? Und sollte sie nicht wissen, daß die Parteipresse ganz allgemein durch die massenhaften Einherufungen eine Ver- Minderung ihrer Abonnentenzahl erlitten hat, die hinter der des „Vorwärts" keineswegs zurücksteht? Wenn die Generaltommission wirklich so ahnungslos sein sollte. können wir ihr verraten, daß auch Blätter, die den Standpunkt der Fraktionsmehrheit und der Generalkommission teilen, prozentual stärker durch Aboiineiitennickgaiig betroffen worden sind als der „Vorwärts", der mit der Zahl seiner Abonnenten nach Lage der Dinge ganz zufrieden fem kann. Oder sollte aber die Generallonunission mit ik>ren törichten Anspielungen gerade da-Z gu erreichen hoffen, n>as bisher nur frommer Wunsch und gehässige Erfindung von allerhand Zuträge- reien geblieben ist? Auch daS wäre freilich eine hoffnungslose Illusionspolitik._ „Sozialistische Monatshefte" und Landarbeiterfrage. Unter dieser Ueberschrift bringt der.Landarbeiter" eine Erklärung des Vorsitzenden des Landarbeiterverbandes Georg Schmidt, der sich gegen die„Sozialtstischen Monatshefte" richtet. Im Dezemberheil dieser Zeilschrift erschien ein Artikel des Genossen Dr. Artur Schulz, der die deutsche Landwirtschaft in Schutz nahm, und in dem behauptet wurde, das Lohnkonto sei erheblich gestiegen. Genosse Georg Schmidt bat darauf den Monatsheften eine Entgegnung geschickt in der durch Tatsachen die sehr oberflächlichen Behauptungen von Schulz widerlegt werden sollten. Aus sachliche» und taktischen Be- denken lehnte die Redaktion diese Entgegnung ab und gab dem Ein- sender erst so spät davon Nachricht, dag es diesem vor den Parla- meutsberatungen nicht mehr möglich war, an derselben Stelle zu antworten. Die Redaktion der„Monatshefte" lehnte also einen Artikel, der sich auf das rein Sachliche beschränkte, ab und ver- iveigerts dadurch dem Vorsitzenden einer Arbeiterorganisation, die Behauptungen ihres„landwirtschaftlichen Sachverständigen" zu wider- legen._ Stellungnahme zur Fraktionshaltung. Der Zentralvorstand des Verbandes der Sozialdemo- kratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend nahm am 4. Februar zur Beschlußfassung der preußischen Landeskommission und zu der Erklärung der Landtagsfraklion Stellung. Mit 2b gegen 14 Stimmen wurde eine Entschließung angenommen, die sich mit dem Vorgeben der preußischen Landlagsfraktion einverstanden er« klärt und dieser volle Unterstützung zusagt, da sie sich auf grund- sätzlichem Boden der Partei und der internationalen Beschlüsse be- wcgt. Die beiden letzten Absätze lauten: „Grund dessen erwartet der Zentralvorstand, daß sich in Zukunft die übrigen Landtagsabgeordneten Groß-Bcrlins, die Genossen Braun, Haenisch und Hue der grundsätzlichen Politik der Mehrheit der Land- tagSsraktion anschließen werden. Der Zeniralvorstand kann daS Verhalten der preußischen Landes- kommiision, in die Aktion unserer Genossen lähmend einzugreifen, nicht billigen."_ Genosse Rühle hat. wie der„Tag" meldet, ebenfalls seinen Austritt aus der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion erklärt. Mus Znöustrie unö hanöel. Das Bekleidungsgewerbe. Die Bedeutung des Bekleidungsgewerbes im wirtschaftlichen Prozesse geht daraus hervor, daß es unter Ausschluß des Schuhgewerbes 934 247 Erwerbstätige umfaßt. Setzt man die Gesamtheit oller Erwerbstätigen im Deutschen Reiche gleich 10 000, so kommen aus das Bekleidungsgewerbe im engeren Sinne 3ö7 Erwerbstätige. Nimmt man das Schuhgewerbe noch hinzu, so steigt die Ziffer auf 499. Im Bekleidungsgewerbe im weiteren Sinne werden nach der Berufszählung vom Jahre 1907 597 667 Selb- ständige ohne Hausgewerbetreibende und 199 399 Hansgewerbe- treibende gezählt. Arbeitskräfte werden 675 592 ermittelt, worunter 533 880 in gelernter und 91 622 in ungelernter Arbeit tätig waren. Außerdem halfen noch 31 611 Angehörige bei der Er- wcrbsarbeit mit. Die ganze tschichie der Erwerbstätigen, Dienenden und Angehörigen stellte sich auf 2.64 Millionen.llöpse. Nach der Größe der Betriebe gliederte sich das Bekleidungsgewerbe unter Ausschluß der Schuhmacherei, wie folgt: Betriebe Personen Klciubetnebe(1—5 beschäftigte Personen) 467 515 654 725 Mittelbetriebe(6— 50„,) 15 760 173 336 Großbetriebe(50 u. mehr„„) 906 106 186 ES überwiegen also weitaus die Kleinbetriebe. JIn dieser Zusammenfassung sind aber nicht nur die Betriebe der Schneiderei und Konfektion enthalten, sondern auch die Näherei, sodann eine Reihe von Gcwerbearten, die durch die nunmehr erfolgte Beschlagnahme von Tertilwaren noch wenig oder auch gar nicht betroffen werden. Dagegen kommt allerdings noch der Handel hinzu, der ebenfalls stark betroffen wird. Es bandelt sich hier etwa um 55 797 Betriebe mit 222 770 beschäftigten Personen. Nun trifft die Einschränkung der Warenherftellung und des Umsatzes im Handel die Betriebe dem Grade nach sehr verschieden. Ein gewisses Maß von Arbeitsgelegenheit bleibt nach wie vor bestehen, aber wie im Textilgcwerbe muß mit einer fort- schreitenden V e rm in d e r u n g der B e s ch ä f t i g t e n gerechnet werden. Sehr stark ist im Bekleidungsgewerbe das weibliche Ge- schlecht vertreten. Von den in sämtlichen Betrieben tätigen Personen ist nicht ganz die Hälfte weiblich. Eine Ueberleitung in andere Berufe ist hier auö mancherlei Gründen iricht nur schiver, sondern vielfach auch unmöglich, weswegen hier eine Unterstützung der Hilfsbedürftigen aus öffentlichen Mitteln notwendig werden wird/ die ja auch schon grundsätzlich wie im Textilgewcrbe in Aus- ficht genommen ist._ Zur Beschlagnahme von elektrischen Maschineu. (Amtlich.) Die elektrotechnischen Firmen bauen schon seit einiger Zeit Transformatoren mit Zinkwicklung. Augenblicklich sind sie damit beschäftigt, Generatoren und Motoren ganz oder teil- weise mir Wicklung ans Zink bezw. Schleifringen oder Kollektoren aus Eisen herzustellen, wozu vom Verbände Deutscher Elektrotechniker auch bereits Grundlagen geschaffen sind. Nun sind Zweifel darüber aufgetaucht, ob elektrische Maschinen und Transformatoren, bei deren Bau kein Kupfer verwendet worden ist, unter die oben genannte Be- kanntmachung fallen. Maschinen, Transformatoren und Apparate, bei deren Bau kein Kuvfer Verwendung gefunden hat, fallen nicht unter die erwähnte Bekanntmachung. Maschinen. Transformatoren und Apparate dagegen, bei denen nur teilweise Kupfer durch Zink ersetzt ist, sind meldepslichiig. Die sreiwillige Anmeldung von Maschinen, welche kein Kupfer enthalten, bei der„Verteilungssielle" ist zulässig. Nord amerikanisches Geld in Argentinieu. „Pall Mall Gazette" vom 31. Januar schreibt: Argentinien komint immer mehr in finanzielle Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Die National City Bank os ?kcw Uork hat durch ihre Niederkaffungen in Buenos Aires viel Geld vorgeschossen, und für die dortigen Hafenarbeiten, die zeilweilig zum Stillstand gekommen sind, soll daS Angebot eine? nordamerikanischen Syndikates vorliegen, das die Arbeiten vollenden und gleichzeitig die Bewässerungsanlagen am Tercero-Flust'e durchführen will, nachdem der Vertrag mit der Central Argentine Railway abgelaufen ist. Mehrere elektrische Fabrik« anlagen sind im Bau. So geht die Licht- und Kraft- anlage in Villa CanaS, Provinz Santa Fs. ihrer Vollendung enr- gegen. In Monteros ist ein Elektrizitätswerk unlängst eingeweiht worden, ferner gingen dem Magistrat von LuleS, Provinz Tacuman, Angebote über Beleuchtung der Stadt von einer benachbarten Zentrale zu. Eine andere bedeutende Stadt hat 390 090 Dollar für die Errichtung eines elektrischen Kraftwerkes bewilligt. Obwohl das Geld der Vereinigten Staaten nicht in jedem einzelnen Falle direkt nachweisbar ist. so ist doch kein Zweifel, daß die Nordamerikaner jede Gelegenheit wahrnehmen, um ihre finanzielle Stellung in den wichtigsten Städten Argentinien» zu stärke». Starkes Sinken der Frachtraten. Auf dem Cardiffer Frachten- niarkt wurde, wie„Daily Telegraph" vom 1. Februar müteilt, am 31. Januar ein Schiff für Neapel zu 60 Schilling per Tonne ge- mietet. Die Frachtrate ist also in einer Woche um IZV, Schilling zurückgegangen. Soziales. Wiederaufbau nach dem Krieg. Ministerialdirektor Profesior Dr. Kirchner hielt am Freitag abend im Blüthnersaal einen Vortrag über den Wiederaufbau nach dem Krieg in geiundheitlicher Beziehung. Der Redner beleuchtete den relativ günstigen Gesundheitszustand gegenüber der immensen Seuchengefahr, die gedroht hatte. Die Forschungen Kochs haben den Grund zu Erfolgen gelegt, die. an den verheerenden Wirkungen früherer Seuchen gemessen, geradezu staunenerregend seien und die Gefahr von Seuchen in der Ausdehnung der früheren Zeit beseitigt haben. Impfung und Serum hätten das deutsche Volk und Heer vor Seuchenepidemien, wie sie noch der Deutsch-Französische Krieg aufwies, bewahrt. Gesundheitliche Maßnahmen in weitestem Maße müßten weiter gepflegt werden, um die Volkszahl zu heben und die Glieder des Volkes zu kräftigen. Zielbewußte Gesundheitspflege sei erforderlich. Unter den Mitteln, die Redner anführt, um die Herabsetzung der Sterb- l i ch k e i t noch mehr zu fördern, hob er die Besserung der Wohnungsverhältnisie hervor. Die Sterblichkeit in Deutsch- land beträgt jetzt 14 auf 1000: Wilmersdorf erfreut sich eines Verhältnisses von nur 7 auf 1000. Weshalb solle Deutsch- land nicht auf den günstigen Stand von Wilmersdorf gebracht werden können? Wie eine Hebung der Geburtenzahl erreicht werden kann, werde im Ministerium eingehend erwogen. Die Ge- sundheitspflege müsse beim Säugling beginnen und in der S lb u l e fortgesetzt werden. Die Gewährung von Stillprämien, die Fürsorgeberatungsstellen, der Ausbau aller Einrichtungen zu- gunsten der Wöchnerinnen muß gefördert werden. Eine ziel- bewußte gesundheitliche Erziehung der Kinder in der Schule muß stattfinden. Schulärzte. Schulzahnkliniken, hygienikche Belehrung der Kinder, Enthaltsamkeit der Jugend vom Alkoholgenuß. Er- ziehung der schulentlassenen weiblichen Jugend zur Hauswirtschaft und Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten stellte Kirchner unter anderen Forderungen als notwendig hin. Es müßten aber auch neben der Gesundheit die sittlichen Kräfte im Volk und der ideale Sinn gehoben werden. Die Eiukommeu im Staate New Jork. Von der BundeSeinkommcnsteuer im Gesamtbetrage von 41 064 165 Dollar zahlen die Einwohner des Staates New Jork 17 417 537 Dollar. 83 405 Personen haben diese Steuersumme auf- zubringeu. Sie find mit folgenden Einkommen besteuert: 27 Personen zwischen 400 000 und 500 000Doll. JahreSemkommen Genossenschaftliches. Gründung der Milchgenosseuschaft schweizerischer Konsum- vereine. Am 30. Januar fand in Basel die konstituierende Versammlung der Milchgenofsenschaft schweizerischer Konfumverenie statt, wozu deren 2174 Delegierte entsandt halten. Die vertretenen Konsum- vereine haben bereits einen Tagesverbrauch von 137 000 Kilogramm Milch, der aber erst etwa ein Achtel des gesamten Milchquantums ausmacht, das in der Schweiz konsumiert wird. 8 Vereine erklärten ihren definiilvcn Beitritt zur neugegründeien Milchgenosienschaft, 12 Vereine mit formellem Vorbehalten. Schließlich wurde ein 15gliedriger Verwaltungsral gewählt. Gerichtszeitung. Gewässerte Margarine. Tie herrschende Fettknappheit hat zu erheblichen Ver- fälschungen geführt. Einer derjenigen, die solche Fälschungen zuungunsten der Volksernährung auszuführen sich nicht scheuten, stand gestern vor dem Strafrichtcr. Die Butter- und Schmalz-Großhandlung Hermann SlotowSky Söhne in der Landsberger Straße hat auch Margarine in Vertrieb genommen. Sie bat damit einen großen Absatz erzielt. In der Zeit vom Juli bis Dezember liefen bei der Polizei fortgesetzt Klagen über die von dieser Firma gelieferte Margarine ein und eS wurden Proben zur polizeilichen Untersuchung gebracht. Die Polizei ließ nicht nur diese eingelieferten Proben untersuchen, sondern auch selber zahlreiche Probeentnahmen bewirken. Das Ergebnis der angestellten Untersuchungen führte dahin, daß gegen den Kaufmann Albert Slorowsky Anklage wegen fortgesetzten Vergebens gegen das N a b r u n g s mi t t e l g e s e tz vor der 140. Abteilung des Schöffengerichts unter Borsitz des Amtsgerichtsrats Pro st erhoben wurde. Gleichwie bei Butler ist für Margarine der höchstzulässige Wassergehalt 16 Prozent. Laut Anklage toll nun Slotowsky wissent- lich Margarine bezogen haben, die 35 Prozent Wasser enthielt, und diese bereiis verfälschte Margarine seinerseits durch Wasserzusay noch weiter verfälscht haben. In der Verhandlung erklärte der Sach- verständige Prof. Dr. Juckenack, daß er in seiner langjährigen Praxis derartige unglaubliche Verfälschungen, wie die vorliegenden, noch nicht beobachtet habe. Nach den von ihm angestellten Untersuchungen der eingelieferten und angekauften Proben habe der Wasser- g e h a l t der Margarine zwischen 35 und über 50 Prozent geschwankt. Zur Verdeckung des übermäßigen Wassergebalis sei die Margarine zum Teil mit Stärke verletzt gewesen; zum Teil habe auch das für Margarine vorgeschriebene Erkennungszeichen Seiamöi gefehlt. In einigen Fällen sei die Margarine direkt ver- darben und ungenießbar gewesen. Die Konsistenz der Margarine sei von solcher Beichaffenheit gewesen, daß der Angeklagte als Fachmann ohne weiteres hätte erkennen müsien, daß sie durch übermäßigen Wasierzusatz verfälscht war. Der Angeklagte bestritt entschieden die ihm zur Last gelegten Straftaten. «ach seiner Darstellung Hab« er die Margarine in feste» Gebinde» von einer auswärtigen Firma bezogen und sie im Original, wie er sie erhalten, weiter verlaust. Er habe nicht gewußt, daß die Ware ver- fälscht war und bestreite, daß er sie verfälscht habe: wenn die Margarine verfälscht gewesen, so seien lediglich die Fabrikanten daran schuld.— Auf Grund des Gutachtens des Sachverständigen erachtete jedoch das Gericht den Angeklagten für überführt. Der Staatsanwalt beantragte drei Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe.— Das Gericht ging noch über diesen Strafantrag hinaus, wobei es berücksichtigte, daß wir in schwerer Kriegszeit leben, in der die Bulter knapp und alle Lebens« mittel leuer seien und daß der Angeklagte diese Notlage in ver- werflichster Weise auSgenutzi habe, um sich zu bereichein. Das Urteil lautete auf fünf Monate Gefängnis und 1000 Mark Geld st rase._ Ei« Rechtsanwalt als Denunziaut. Wegen Beleidigung hat das Landgericht Köln am 21. August den Rechtsanwall Karl Seybel zu 100 M. Geld st rase verurteilt. Der Angeklagte hatte einmal für den Ingenieur K. eine Privatklage ungünstig geführt, weshalb K. ihm das Mandat entzog und sich abfällig über ihn äußerte. Als der Angeklagte später er- fuhr, daß K. nach Ausbruch des Krieges beim Festungskommando in Köln angestelli war, rächte er sich an ihm dadurch, daß er am 13. November 1914 an das Festungskommando schrieb, K. sei zwar ein intelligenter, aber gefährlicher Menich; ihm sei zuzutrauen, daß er seine Intelligenz zur Begehung von Spionage ausnutzen werde. K. wurde deshalb strenger beobachtet, doch stellte sich heraus, daß zu einer Verdächtigung kein Grund vor- l a g. Der Angeklagte hatte seine Anzeige damit zu begründen ver- sucht, daß er sagte, er habe als guter Patriol sich für verpflichtet gehalten, die MUitärbebörde von dem Verdacht, den er hegte, in Kenntnis zu setzen. Das Gericht hat ibm jedoch dies nicht ge- glaubt, sondern als erwiesen angesehen, daß er sich nur an K. hat rächen wollen. Von einer Wahrung berechtigter Interessen habe k-ine Rede sein können, weshalb das Gericht dem Angeklagten den Schutz des§ 193 versagt hat. Hierüber beschwerte sich der An« geklagte in seiner Revision, die der Angeklagte trotz der niedrigen Strafe einlegte. Das Reichsgericht erkannte am Dienstag auf Verwerfung des Rechtsmittels. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr 447 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Etappen-Jnspektion der 12. Armee. Infanterie usw.: Garde: Ga vde-Gren.- Regimen ter Alexander (s. Gardc-Gren.-Reg. Augusta), Elisabetb, Augusta, Nr. 5; Garde- Füs.-Reg.; Garde-L belgitche Kriegsschauplatz. Von Dr. A. Philippson. 1,80 2)1.— Heft 3: Der östliche Kriegsschauplatz. Bon Dr. I. Bartsch. LR. v. G. Xtutmcz, Leipzi». EüiÜlll Todes-Anzeigen� MM M MeM nnletn aat dm SiteoslMadod gefoOenen SenoBen! Am 17. Januar 1916 fiel aus dem Schiachtseide unser Tenoffe Ls'uno KIsusvk 20 Jahre alt, Urbanstr. 34, Bez. 127. | 205/6 Sozialdemokr. Wahlverein t. d. 2. Berliner Reiehstagswahikr. Am 23. Januar fiel im Alter von 25 Jahren der Metalldrücker Felix Bäcker Sorauer Str. 23, Bez. 191 II Im Oktober 1915 fiel der Maurer Bita Gordeizki Ziigaer Str. 61, Bez. 339. Am 9. Januar starb im Alter von 42 Jahren der Graveur Gustav MicheSis Falckensteinstr. 48, Bez. 182 1. 211/17 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Beel. Reichstagswahlkreis. Am 10. Januar fiel der Dreher /MKert Kaufmann 26 Jahre alt, Malinöer Str. 3, 6. Abt., Bez. 572. Sozialdemokr. Wahlverein t. d. 6. Berliner Reiehstagswahikr. 224/15 Im Lazarett starb am 15. Januar 1916 der Schrtstsetzer Robert Halisch Berliner Sir. 76, 5. Bezirk. An einer Verwundung starb der Schloffer Raul Walla 236/10 Erkstr. 6. 7. Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlverein tteukbiln. 18/1 Fugen Hampel Nölckestr. 174, gefallen am 8. Januar 1916. Soziald. Kreis-Wahlverein Niederbarnim, Bez. WelBensee. Filiale GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen aus dem j Schlachtselde gefallen find: Robert Drucks, 30. Rcvier-Jnspektion. �LlllKoId Fiedler, Irrenanstalt Herzbergc. RüUl DallchaU, Kanalisation. Karl Schunke, 36. Revier. Inspektion. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die vrtwvervraltiiiitx. I Iscler Bezirk Groff-Berli». Folgende Kollegen sind im Felde gefalle»: Ilntll, Industriearbeiter. OttO Cai'OW, Geschäftsdiencr. Walter Oorszewskl, Jndnstriearbeit. twnstav«Jahn, Selterkutscher. Vienilt.«failitzkt, Droschkenchauffeur. Raul Krickow, G-schäftSkutscher. Rani l�adliott', Geschäftsdiencr. 1*1 eil lind W Ig', Krauereiarbeiter. Otto lilldwig, Lagerarbeiter. i?SaX llai'SChal, Lagerarbeiter. Itkarl mtaar, Geschäftsdiencr. Ulax Wondersee, Geschäftskutscher. Ehre ihrem Andenke«: 61/14 Die Bezlrbitleitiing. IQ--------- -ä- Am 10. Januar fiel als Opker dieses Krieges unser liel er braver Kollege, der Dreher 223b Alberi Kaufmann geb. 26. Dezember 1889 zu Kanin. Sein a airechter Charakter sichert ihm ein dauerndes Gedenken. Die Kollegen der Mascbinenbau-Dreherei der Firma C. P. Qoerz, Friedenau. {SozialdemokratischerWalil9ereiD| Ii. d.§.lieFl.ilelchstags-Walilkreis.i Den Mitgliedern zur Nachricht, [ dag unser Genosse Dr. Felix Davldsolm Oranienstraffe 51 an den Folgen cmer Jnsektion im Felde verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 6. Februar, nach- mittags 2 Uhr. auf dem jüdischen Friedhos in Weiffensee von der neuen Halle aus statt. 209/4 Um rege Beteiligung ersucht Bqi» Vorstand. Sozialdemokratiscliep Watilvereiii I. d. 4. ßerl. Reichstagswalilkreis. Köpenicker Viertel. Bezirk 191 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, dan unser Genosse, der Arbeiler Reinliold Hermann Sorauer Str. 24 gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 7. Februar, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle des Zentral-FricdhoscS in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 211/16 Der'Borstand. Deutsciier Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, das, unser Kollege, der Schmied Hermaim Flügel Chauffeestr. 42 am 3. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Februar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- lalle des Gnaden-Kirchhoscs in der Barsusslrage aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/15 Tie Ortsverwoltung. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, dag unser Kollege, der Majchinenarbeiter �einkoldHeirnianiij Sorauer Str. 24 am 3. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 7. Februar, nach- msttagS 2 Uhr, von der Leichen- Halle des Zeulral-Friedhoses in Fricdrichsselde aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltnng. �57' Ein Opser des Welt- lriegcs wurde am 23. Ja- nuar 1916 mein innigst- geliebter Mann, Schwager und Onkel, der Landsturmman» Julius.Isbii Reserve-Jnsanrerie-Regt. Nr. 262. In tiesstcm Schmerz Die trauernde Gattin Wnna Jahn nebst Kindern, Cuvrystr. 38. Du warst mein Glück, vom Schick- sal mir erkoren, Mein Leben, meine Sonne warst nur Du! Die Sonne schwand, Dein Leben ging verloren— Wie gern ging ich mit Dir zur Ruh'! Doch leider ist dies mir nicht de- schieden, Drum schlumm're sansl. Du liebes. gutes Herz; Gott schenke Dir den ew'gen Frieden, Ewig beweint von mir in meinem Schmerz.— Ich hab' ein schönes, kurzes Glück besessen; Nun schlummert es, aus ewig 213b unvergessen. Als Ooser des Weltkrieges starb infolge Blutvergijtung am 1. Februar 1916 mein inniggelicbtcr Mann, lreuforgender Vater seinei beiden Kinder, der Wehrmann Paul Meves im Alter von 31 Jahren. Dies zeigen im ticssten Schmerze an ssrau Helene Hewes geb. Stolz and Kinder Lotichen und Heinz nebst Anverwandten, Pankow, Prinz-Heinrich-Str. 5. Allzu früh verliehest Du die Deinen, Die w der Heimat bittre Tränen um Dich weinen. Ach hätten wir noch einmal Dich gcieb'n, Oder könnten wir zu Deinem Grabe geh'n. Verlassen bin ich und Deine lieben Kinder, Die ihren lieben Vater nimnie, finden, Verloren ist mein Liebstes, was Ich hatte, Vorbei ist Hoffnung, Liebe und Glück. Treu, brav und bescheiden war sein Herz; Wer ihn gekannt, sühlt meinen Schmerz. A Zentralverhand der Lederarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Orstvercin Berlin II. Der Kollege Hermann Wolter welcher seit 5. August 1914 im Felde stand, ist am 3. d. Mts., im| Alter von 36 Jahren an Tubcr- 1 kulose verstorben. Er erfreute sich S vor dem Kriege der besten Ge-> sundheit. Die Beerdigung findet am Diensrag. den 8. d. Mts., nach- mittags fi'/j Ubr. von der Halle des Luisen-Friedhoses, Fürsten- brunner Weg, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 133/3 Der Borstand. Am 2. Februar verschied nach längerem schweren Leiden mein Werksührer bidwig Müller. Derselbe hat sich in den langen Jahren seiner Tätigkeit bei meinem Vorgängerund mir durch überaus treue Pflichterfüllung und regstes Geichäsisintcrcffe ausgezeichncl. Ich bcdaure das allzu frühe Hinscheiden dieses bewährten Mit- arbeiters aufs tiesste und werde ihm jederzeit ei» ehrendes Ge- denken bewahren. 119/2 jlrthor l.nndsberjjep i. F. Eduard Pincuss, Berlin 0. Die Beerdigung findet am Montag, den 7. Februar, aus dem städtischen Friedhose zu Friedrichsseide, Gudrunstr., statt. Am 21. Januar starb sern von seinen Lieben in einem Feldlaza- rett an den Folgen seiner schweren Kovsschußverwundung mein innig- geliebter Mann, Vater seiner bei- den kleinen, lieben Kinder, der Ersatzreservist 85A Wilkehn Schröder (Jnf.-Negt. Nr. 378) im 32. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz Marie Schröder gb. Scheibe, Käthchen und Kurt als Kinder und Angehörige. Wie schwer war Dir das Scheiden Von uns, geliebtes Herz, Weiht nicht, was wir jetzt leiden, In tiefem, großem Schmerz. Wir balen alle Tage, Ach kehre bald zurück; Doch jetzt nur eine Klage, Vorbei ist unser Glück. Lieber Papa, ruh' in Frieden. Ewig bcwewt von Deinen Lieben. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daff mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwicgcr- und Grotzvater, der Metallarbeiter Heinhold Herrmann im Alter von 49 Jahren nach kurzem Leiden am 3. Februar sanst cntschtasen ist. Bio trauernden Hinterhliehenen Sorauer Str. 24. Die Beerdigung findet am Montag, den 7. Februar 1916, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Fried- richsjelde aus statt. Nach dreizebnmonatigcn schweren Kämpfen starb am 10. Januar 1916 den Heldentod fürs Vater- land unser" inniggelicbter Sohn und Bruder, der Musketier Max Clöment Jns.-Regiment Nr. 189, 8. Komp Die tiettrauernden Eltern, Karl als Bruder, z. Zt. im Felde. Margarete als Schwester, Wilhelm als Bruder, Ernst als Bruder, Hans als Bruder. Aus fremder Erde schwer und müde, Sank hin Dein Haupt zur ewigen Nutz. Für? Vaterland gabst Du Dein Leb-n, Schlaf wohl. Du wackerer Streiter Du. Du sühlst jetzt von den Plagen Des Lebens keine mehr. Nun ist's vorbei, es kann nicht mehr gescheh'n Dein Wunsch: Einmal mächt' ich die Heimat wicderseh'n. Schlaj in Frieden, schlaf in Ruh. Unsere Liebe deckt Dich zu. 216b» Danksnguug. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnnbme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes F�vald Hentschler sage ich hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Kollegen der Firma Georg Graucrt, dem Rauchliub.Humor", Deutscher Raucher bund, dem Deutschen Metall- a rbeitcr- Verband, Ortsverwallung Berlin, dem Sozialdemokratischen Wahlverein Stralau und dem Ge- sangverein.Stralau" meinen herz- lichsten Dank. 112A Witwe Emma Hentscbler nebst Kindern. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung Berlin. Dem Andenken unserer im �elde gefallenen Kollegen. Max Baier, Schloffer, geb. 22. 6. 1893 zu Neumarkt. Felix Baecker, Drücke». geb. Q. 5. 1890 zu Elbing. Walter Bökerj Werkzeugmacher, geb. 21. 9. 1891 zu Berlin. Willi Itiekbuscb, Metallarbeiter, geb. 4. 6. 1883 zu Greisenberg. Artur Koch, Gürtler, geb. 9. 8. 1881 zu Berlin. Karl üehmer, Schlosser, geb. 23. 5. 1886 zu Stettin. Johannes Porath, Schlosser, geb. 20. 6. 1894 zu Roggow. Alois Pi*eußnep, Schlosser, geb. 19. 7. 1893 zu Woistrach. Albept Bunge, Schlosser, geb. 18. 4. 1875 zu Carow. Max Scholz, Rohrleger, geb. 4. 3. 1873 zu Berlin. Rudolf Wagner, Schlosser, geb. 24. 8. 1888 zu Berlin. Max Wolske, Graveur, geb. 26. 7. 1887 zu Berlin. Ehre ihrem Andenke«! 111/14 Die OrtSverwaltuug. Hierdurch teilen wir sämtlichen Kollegen und Freunden mit, daß unser lieber Kollege, der Uhrmacher und Mechaniker Gustav Oiehm© plötzlich an Herzschlag verstorben ist. 225b Die Beerdigung wird noch näher bekannt gegeben. Seine Kollegen. J.N.: Lukas. gerlinep Scbwimmklub „Fpeiheit". Auf dem Felde der Ehre siel | unser Schwimmgenosse Hermann Riewe. Die Schwimmgenossen 1 224b und-genossinnen. AIS Opser des Weltkrieges fiel am 17. Januar 1916 im blühenden Alter von 20 Jahren unser lieber, braver Sohn und Bruder Bmtiv Klausch. In tiefem Schmerz Die trauernden Eltern und Geschwister. 229b Ruhe in Frieden! Als Optcr des Wellkrieges fiel am 23. Januar 1916 an den Folgen eines Brustschusses unser lieber Kollege der Lagerarbeiter Max Marschall Jäger b. 5. aktiven Jäger-Bataillon im 32. Lebensjahre. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. 121A Die KoIIexea der Deutschen Telephon-Werke. Ruhe sanft in fremder Erde. ReutersMerke . S San de 4 Mar»■ Buchhandlung Vorwärts Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Blumen- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Gusiax Gragen sage ich hiermit allen Verwandten und Bekannten sowie der Direktion, den Kolleginnen und Kollegen der Numpler- Werke, dem Deutschen Mctallarbeiterverband und dem Verein der Kolonisten Lichtenbergs meinen herzlichsten Dank. 14A Witwe Minna 4» raffe n, Lichtenberg, Danbsagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Klara Fände sage ich allen Freunden, Verwandten und Bekannten meinen innigsten Dank. Baei l-aube. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes 112A Heinricti Hallmann sage ich allen Freunden imd Bekannten, dein Sozialdemokratischen Wahlverein Lichtenberg, Gruppe 53, dem Deutschen Textilarbeiter< Verband sowie den Kollegen der Firma Oppenheim meinen innigsten und besten Dank. Witwe Pauline Hallmann. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben MamicS und VaterS sagen low allen Teil- nchmcrn unseren tiesgefühlten Dank. Wilive Blanckenfcldt und Kinder. iiiinn WANDER- BOCHER in äie Umgebung Berlins sind stets vorbanden in der Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68:: Lindenstrasse 3 *r Wundcrba Keine Petroleum-Not! wunderbar Helles Licht durch unsere vorzügl. Caz-bit-'I'iucliIampvr Viel Heller und billiger als Petroleum.(Brennkosten p. Stunde nur 1'/, Ps,. Vollständige Lampe 4.k»0 M.. sein vernickelt 7.50 M. Zahlr. Dankschr Versand p. Nachnahme von tiogge& BUhr, Berlin, Mauerstr. 83/84 Verwaltnng: Berlin. Tel.-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30 Sransheti'Versamniltitigen: Maschmenarbeiter. Sonntag, den 6. Februar, vormittags 10 Uhr, im„AndreaSgarten" (Wittenberg), AndrcaSstr. 26. Niusikittstrumentenarbeiter. Montag, den 7. Februar 1916, abends 8 Uhr, im„AndreaSgartcn" (Wittenberg), Andreasstr. 26. Laden- und Kontormöbeltischler. Montag, den 7. Februar 1916, abends 8 Uhr, tri Dannenberg, Holzmarkstr. 21. Tagesordnung in allen Versammlungen: i. Bericht der Kommission und Neuwahl derselben. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. Verbands- und Branchenangelegenhetten. Ctfcbkr, Bezirk Bfiden: Vertranensmänner-Verfammlung T icnstag, den 8. Februar, abends i« Lokal von Untsoder, Urbanftr. 93. Tagesordnung: l. Bericht der Kommission. 2. Vcrbandsangelegenheiten. 82/13 Die DrtsverrvalknnU. -MWH Berlin C g| gg Wallstr. 13 Gardinen Khellllllltislhe uud Neroevschmerzell. B enitigte nicht einmal eine ganze Packung Togal, um seine Gesundheit wieder zu erlangen. Herr Paul Stolpe, Landsturmmann in Merseburg schreibt: „Im Frtibjahr dieses Jahres hatte ich rheumatische Schmerzen und nervöse Zuckungen. Letztere waren so groß, dag es mir sür Augenblicke weder möglich war zu gehen noch zu essen. Als ich in der hiesigen Zeitung von Togal gelesen battc, lauste ich es mir sosort in der Avolheke und die bösartigen Erscheinungen liehen schon am zweiten Tage erheblich nach und waren innerhalb ganz kurzer Zeit vollständig verschwunden. Auch die rheumatischen Schmerzen verloren sich ganz. Ich habe nicht einmal eine ganze Packung Togal benötigt, um die Heilung zu erzielen." Togal wirkt nicht nur rasch und sicher bei Rheuma und Nervenleiden,� sondern auch bei Ischias. Hexenschutz, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Gicht, Influenza und Kopsschmerzen. Dieses findet sich in zahlreichen Anerkennungsschreiben und glänzenden ärztl. Gutachten bestätigt. Ein Versuch wird seden von der Vor- züglichkcit des Mittels überzeugen. In allen Apotheken erhältlich. 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Die märkischen langgedehnten und auf weiten Strecken ansehnlich breiten Flutzläufe, wie Havel und Dahme, die überschwemmten Wiesen des Havellandes und vor allem die nach vielen Hunderten zählenden, wohl selten so zahlreich beieinander zu findenden Seen— das reicht zum Eislauf selbst für die Millionenstadt an der Spree. Noch ist es ja nicht ganz soweit. Am Wetter- messer jongliert die Quecksilbersäule imnier noch erst knapp um den nullten Grad herum. Aber nur wenige beständige Frostnächte, dann erfüllt sich das Sehnen auch der anspruchs- vollsten Läufer auf stählernen Schuhen. Der Berliner ist heute fast noch genügsamer als früher im Eislaufvcrgnügen. Er nimmt vorlieb mit den künstlichen Eisbahnen, wo es bei der dünnen Blechmusik, elektrischer Beleuchtung, zweifelhaftenl Grog und Glühwein so„wunder- schönen Flirt" gibt. Die verwitterten Zäune und die reklanie- bemalten Hausgiebel ringsum sind das Gegenteil von Natur, aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch. Für Schulkinder ist ja die Kunsteisbahn auch das sicherste, wenn sie nicht von Vätern, der in der Woche hart arbeiten mutz, Sonntags auf den gefrorenen Flutz oder See mitgenommen Iverden können. Man kann sogar nur wünschen, datz diese Schülcreisbahnen aus öffentlichen Mitteln so zahlreich als möglich bereitgehalten iverden. Selbst in der Kriegszeit mit ihren schweren Geld- sorgen der unteren Bevölkerungsklassen mögen die Groß- berliner Stadtverwaltungen den Wintersport der Jugend nicht aus sonst gebotener Sparsamkeit ganz unberiick- sichtigt lasse». In der Woche sind auch noch die wenigen Eislauf- bahnen in Berlin und dicht an der Weichbildgrenze, die ohne Eis„keine Balken haben", wie die Tiergar'tengewässer und der Treptower Karpfenteich, gut besucht. Am Eis- sonntag aber ist das Ziel von Zehntausenden der Wald- umkränzte, spiegelblanke Müggelsee im Osten und der Wannsce im Westen. Nach entfernteren märkischen Eisgefilden, die unvergleichlich schön sind, verirren sich leider nur sehr wenige Läufer, eigentlich nur die ganz richtiggehenden Eissportlcr, die den Menschenmassen aus- weichen und lieber erst eine Stunde mit der Eisenbahn fahren, um die Eiseinsamkeit ungestört zu genietzcn. Dafür ist aber auch der Naturrciz bei solchen ausgedehnten märki- scheu Eislaustouren grotzartig. Alle die herrlichen Seen- fahrten in die weitere Berliner Umgebung, die an dieser Stelle warmempfundcn geschildert worden sind, bieten auch im eisgepanzerten Kleide eine Fülle des Schönen. Nur mutz man hier wesentlich anders ausgerüstet sein, früh aufstehen und sich auf den ganzen Tag oder noch besser auf eine Zweitngetour einrichten, auch eine gewisse Vertrautheit mir den Eisverhältnissen der einzelnen Flutz- und Seebahnen besitzen. Je mehr sich die natürlichen Eisbahnen von Berlin ent- fernen, desto weniger sind Vorsichtsmatzregeln getroffen. Das Betreten des Eises ist im allgemeinen nicht verboten, aber wer es wagt, tut es auf eigene Verantwortung. In An- bctracht des geringen Besuches findet gewöhnlich auch keine behördliche Abnahme und Freigabe statt. Selbst die offenen Stellen, die durch warme Quellen und Fischlumen entstehen, sind nicht immer durch Strohwische kenntlich gemacht. Häufig frieren die Fischlöcher über Nacht wieder zu und sind am Morgen nur mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. An den Ufern ist das Eis besonders bei starken Biegungen vielfach selbst dann dünn und brüchig, wenn es in der Mitte unbedingt hält. Ueberhaupt wird das Eis in der Wassermitte für am tragfähigsten gehalten. Man mutz also auf allen diesen Gewässern scharfe Augen haben und das Eislaufen mit Ein- bruch der Dämmerung ain besten einstellen. Hilfe ist in solchen von bewohnten Stätten zienilich entfernten Gegenden meist ausgeschlossen. Unter Beobachtung der einfachsten Vor- ficht wird man trotzdem so leicht nicht in Gefahr kommen, wenn überhaupt das Eis stark ist. Dann soll auch das Knacken und Krachen unter dem Eise oder ein plötzlich sich zeigender langer Ritz nicht erschrecken. Zu längeren Fahrten ist der alte holländische Schlittschuh mit Riemen und auf Holz gearbeitet der geeignetste. Aus der grotzen Zahl prächtiger Tagestourcn seien hier neben den wasserreichen Gegenden in Potsdam, Spandau und Oranienburg noch besoliders folgende Strecken genannt: Von Erkner oder schon vom Müggelsee über den Dämeritz- und Flakeniee nach Wollersdorf und den Rüdersdorfer Kalkbergen, von Grünau über die Dahme nach Königswusterhausen, von letzterem Orte durch die herrlichen Seen des Duberower Jagdgebietes bis zum Teupitzsee oder abschwenkend bis in den Scharmützelsee bei Fürstenwalde, von Erkner und Wolters- dorf über die Löcknitz bis nach Alt-Buchhorst und noch weiter in den Möllensee. Ob die Eissportler in diesem Monat noch auf ihre Rech- nung kommen, ist ungewitz. Ohne Provision keine Aufträge. Der Krieg hat eine neue Seite des Erwerbslebens zur reifsten Enlfallung gebracht: die Provisionsjagd! Dast diese Tätigkeit ebenso iniibelos wie einlräglich ist, durfte bekannt sein. Wer es nicht meist, den erinnern wir an eine kürzlich stattgefundene Gerichrsverband- lnng, m der zur Sprache kam, dast einer dieser illermiuler am Telephon in wenigen Minuten 9000 M. verdient hat! Ein Ver- mögen I Und da gibt es noch Leute, die einem Arbeiter, der täg- lich 12 Stunden und länger Granaten dreht, 80 M. Wochenverdienst mistgönnen. Mit Provision ist jedenfalls mehr zu verdienen..Auster direkten Aufträgen gibt e« keine Aufträge, wenn nicht Provision ge- zahlt wird," jagte kürzlich ein Unternehmer vor der Schlichtungs« kommiiston der Schneider. Bei einer Sandsacklieferung von zwei Millionen Stück mutzten pro Stück ffz Pf. an den Vermittler gezahlt werden. Die Lieferung ging durch 4—5 Hände.„Da kann freilich für den letzten Unter- »ehmer nicht mehr viel übrig bleiben," meinte mit Recht ein Ar- beilerverlreter. 9. februar: 2ahlabenck Ein Zwischenmeister hatte für Zuweisung von Pelzbezügen 50 Pf. Provision bezahlen sollen— pro Stück I Arbeitslohn erhielt er 5 M. pro Stück und mutzte sie noch selbst zuschneiden. Auf seinen Protest hin begnügte sich der famose Vermittler mit 25 Pf. pro Stück. DaS Gericht bezeichnete dies einmütig als un- erhört und die anwesenden Offiziere vom Bekleidungsamt liehen sich die Adresse von dem Vermittler geben. Es kam noch zur Sprache, datz dessen Schwager in vier Wochen 100 000 M. an Militärlieferungen verdient hat, und ein anderer Unternehmer, der vor dem Kriege sich noch mühsam durchs Leben schlug, verfügt heute über 150 000 M. „Seh'n Sie, da? ist ein Geschäft..." Das Geld liegt auf der Stratze, man mutz es nur aufzuheben verstehen I_ Fleischkarten— aber kein Fleisch. Der Magistrat hat neuerdings Fleischkarten ausgegeben, die zum Bezüge frischen Schweinefleisches berechtigen, das in besonderen Markthallenständen und auch in einzelnen anderen Verkaufsstellen feilgehalten wird. Bei den heutigen hohen Fleischpreisen ist die Nachfrage nach dem von der Stadt verausgabten frischen Schweine- fleisch sehr stark. Die Brotkommissionen wurden aufgesucht und um Ausstellung der Fleischkarten angegangen. Und dann ging'S nach der Halle, um mib der Fleischkarte in der Hand ein halbes oder ein Pfund Fleisch zu erstehen. Das ist aber leichter gesagt als getan. Die Zahl der Stände ist vollkommen unzulänglich und viele Frauen haben den Weg um- sonst gemacht. Bevor sie an die Stände kamen, war das Fleisch ausverkauft oder es war GeichäftSschlust eingetreten und verärgert gingen die Frauen ohne Fleisch beim in dem Bewutztsein, viel Zeit umsonst geopfert zu haben. Hier mutz Remedur eintreten. Der Magistrat sollte sich einmal durch Augenschein von den Verhältnissen überzeugen und er wird uns recht geben, wenn wir sagen: Hier tut Abhilfe dringend not! Auch eine Regelung der Butterverteilung lätzt sich nicht mehr hinauszögern. Ist diese Lösung speziell für Berlin recht schwierig, so mutz wenigstens versucht werden, eine Regelung zu schaffen. Die Frauen, viele mit kleinen Kindern, können sich nicht stundenlang auk der Stratze ausstellen, der Witterung vollständig preisgegeben. Es mutz eine bessere Verteilung der Butter möglich sein. Arbeiterbildungsschnle. Heute, Sonntag, den 6. Februar, beginnt der vier Abende umfassende Zyklus von Einzelvor- trägen über das Thema:„Kunst im täglichen Leben, in Vergangenheit und Gegen ivart". Für diese Vorträge ist Herr Dr. Bernoulli, Assistent an den König- lichen Museen gewonnen, der seine Ausführungen mit eigenen Lichtbildern erläutern wird. Der erste Vortragsabend wird die Baukunst behandeln, und zwar: die Stadt als Organismus und Kunstwerk t das Straffen- und Platzbild; das Einzelgebäudc und seine Beziehungen zu Zweck und Form: Verwaltungs- und Repräsentationsbau, Kirchenbau, Wohnbau; Ländliche Bauweise, Gartenstadt, Gartenbau. Die Vorträge beginnen um 7'/, Uhr abends und finden im Hörsaale der Schule, Lindenstr. 3, 4, Hof rechts 3 Treppen, statt. Der Eintrittspreis beträgt IE Pf. Konzert des Bezirksbildungsausschusses. Sonnabend, den 12. Felbruar, abends 8% Uhr, findet das zweite Winterkonzert des Bezirksbildungsausschusses in der Festhalle des Berliner Stadthauses statt. An diesem Abend werden u. a. mitwirken: als Sängerin Fran Paula W e i n b a u in, Herr Wilhelm Scholz(Klavier) sowie der Männerchor Typographia unter Leitung des Chormeisters Alexander Wein bau in. Um möglichst weiten Kreisen der Berliner Arbeiterschaft den Besuch dieses Konzertes zu ermöglichen, ist der Eintrittspreis wieder auf 30 Pf. festgesetzt. Da am Konzertabende eine Abendkasse nicht eröffnet wird, müssen die Eintritts- karten im Vorverkauf in den nachstehenden Verkaufsstellen bezogen werden. « Di« Billetwerkailfsstclleii befinden stch: a) Berlin: Restaurant Paersck. NW., Oldenburger Str. 10. Restaurant Schade, N., Cösliner Str. 0. Restaurant Bähr, N., Baostr. 44. Restaurant Dobrohlaw, N., Swinemünder Str. 1 1. Restaurant Dahms, N., Schlegelstr. L.„Vorwürts"-Spedition Mars, Greifen- Hagener Str. 22. Restaurant Roch Haus, Schliemannstr. 39.„Vor- wärts"-Speditioii Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12. Zigarrengeschäft Weise, Georgenkirchstr. 61.„Vorwärts"-Spedition Hanisch, Acker- stratze 174. Restaurant Stein, An der Stralauer Brücke 6. Nestau- rant Reguhl, Bischofstr. 12. Restaurant Weihnacht, Grünstr. 21. Wahlvereinsbureau 4. Kreis, Stralauer Platz 10/11. Zigarren- geschäft Dietrich, Romintener Str. 46. Zigarrengeschäft Peters, Wilhelm-Stolzc-Str. 6. Restaurant Mix, Skalitzer Str. 59c. igarrengeschäft Horsch, Engelufer 15. Restaurant Felsmann, ramenstr." 180. Zigarrengeschäft Baier, Schönleinstr. 23. Zigarrengeschäft Lazarus, Steinmetzstr. 60. Zigarrengeschäft Schröder, Hagelbcrger Str. 53. b) I n den Vwr orten: Steglitz-Friedenau: Fritz Hellmami, Steglitz, Schild- hornstr. 86. Schön e be rg: ,.VorwärtS"-Spedition Bäumlcr, Martin-Luthcr-Str. 69. Charlottenburg: Hildebrand, Wallstr. 23(Konsumgeschäft). Neukölln: Bureau des Wahl- Vereins, Neckarstr. 3. Treptow-Baumschulenweg: Restaurant Scholz, Treptow, Grätzstr. 49. Lichtenberg: Bureau des Kreiswahlvcreins. Neue Bahnhofstr. 81. Ober- schöneweide: W. Badelt, Edisonstr. 50(Konsumgeschäft). Pankow: W. Grahmann. Kreuzstr. 14. W e i tz e n s e e:„Vor- wärts"-Spedition Rotzkopf, Berliner Alle« II. Reinickendorf: „Vorwärts"-Spedition Gursch, Provinzstr. 56. Wilmersdorf: Konsumgeschäft, Wilhelmsaue 25. T e m p e l h o f: Konsumgeschäft. Dorfstr. 21/22. Bohnsdorf: Otto Oppenborn, Paradiesstr. 7 Die Einziehung der Beiträge zur Volksspende. Der Magistrat teilt mit, datz mit der Einziehung der für die Berliner Volks spende gezeichneten e i n ni a l i g e n Be- träge am Moniag, den 7. Februar, durch städtische Beamte und An- gestellte, welche sich zu legitimieren haben, begonnen wird. Die Einziehung der laufenden Beiträge kann infolge der sehr erheblichen Borarbeiten, die daS Auszählen und Ausschreiben der OuittungSkarien verursacht, voraussichtlich erst Milte oder Ende diese« Monat« erfolgen. in Groß-!Mn. Der Vorstand des Preußischen Städtetages wird im Laufe der nächsten Woche in Berlin zusammentreten, um über die Grundlage» und die Ausgestaltung des Gesetzenlwurfs wegen Errichtung von Schätzungsämlern und über die von den städiischen Hausbesitzern dagegen erhobenen Einwendungen im einzelnen zu beraien. Gemeinnützige Wohnungsgesellschast oder nicht? Eine aus drei Personen bestehende Gesellichafr mit beschränkrer Härtung, die sich Hausgesellschaft Goltschcdstratze nennt, halte in der Gollschedstratze in Berlin in der Zwangsversteigerung ein HauS erworben. Sie war darauf vom Magistrat in Höhe von 3450 M. zur Umsatzsteuer her- angezogen worden. Sie klagte auf Freistellung und machte gellend, datz sie eine Gesellschaft gemätz 8 10 der Berliner Umsatzsteuer- ordnung sei und das in ihren Satzungen zum Ausdruck gebracht habe. Nach dem tz 10 der Umsatzsteucrordnung sind Gesellschaiten, deren satznngsmätziger Zweck ausschlietzlich darauf gerichtet ist, minderbemiltelten Personen gesunde und zweckmätzig eilige- richtete Wohnungen in eigens erbauten oder angekauften Häusern zu billigen Preisen zu verschaffen und die noch andere, näher bezeichneie Bedingungen erfüllen, von der Umsatz- steuer hinsichtlich der den Gesellschaflszwecken zuzuführenden Grund- stücke befreit. Der Magistrat bestritt, datz die Gesellschaft tatsächlich die Zwecke erfülle, wie sie tz 10 der Umsatzsteuer vorgussetze. Der Bezirksausichutz stellte die Gesellschaft von der Steuer frei. Das Ober-Verwaltungsgerichl bestätigte das Urteil mit der Begründung: Der Verivaltun�srickster habe nicht die Frage nachzuprüfen, ob die Gesellschaft rbre Satzungen t a t s ä ch« lich befolge. Da die Satzungen der Gesellschaft allen Anforde- rungen des tz 10 der Umsatzsteuerordnung entsprächen, so sei die Gesellschaft mit Recht freigestellt worden. Nach dem Wortlaut des tz 10 der Steuerordnung sei die Satzung entscheidend. Eine neue Erholungsstätte im Norden. Der Magistrat beschlotz in der gestrigen Sitzung die provisorische gärtnerische Herrichlung und Unterhaltung des bisher abgeschlossen gewesenen Wasserwerk- grundstücks an der Belforter Stratze als Erholuiigsstättc für die Bürgerschaft. Die das Grundstück abschlietzenden Tore sollen ge- öffnet, ein Spiel- oder Buddelplatz hergerichtet und einfache gärtnerische Schmuckanlagen geschaffen werden. Hygienische Vorträge. Die Zeiitralkommission der Krankenkassen Berlins und der Vor- orte veranstaltet auch in diesem Jahre hygienische Vorträge, die nachstehend aufgeführt sind. Der Zutritt zu diesen Vorträgen ist unemgeltlich. Am Donnerstag, den 10. Februar 1916, spricht in der 247./2ö2. Gemeindeschule, Rigaer Str. 3l/83, Herr Dr. E. Leviir über das Thema:»Die geschlechtliche Ansteckung und ibre Folgen." Am Freitag, den 11. Februar 1916, spricht in der 118./127. Gemeindeschule, Pankstr. 17, Herr SanitätSral Dr. Margoniner über das Thema:„Die geschlechtliche Ansteckung und ihre Folgen." In Cbarlottenburg, in der 12. Gemeindeschule, Sophie-Char- lotte-Slr. 69/70, spricht am Mittwoch, den 9. Februar, Herr Dr. Ad. Lippmann über das Thema:»Geschlechtskrankheiten und ihre Verhütung". In Berltn-Britz, in der 2. Gemeindeschule, Bürgerstr. 23. spricht am Montag, den 7. Februar, Herr Dr. M. Keil über das Thema: „Geschlechiskranlheiten im Kriege und Nachkommenschaft". In Berlin-Marieudorf spricht am Moniag, den 7. Februar 1916, in der Aula des Gymnasiums, Kaiserstr. 17/21, Herr Dr. Naumann über das Thema:»Frauenkrankheiten, deren Verhütung und Heilung". (Nur für Frauen.) In Berlin-Reinickendorf-Ost in der 1. Gemeindeschule, Lindauer Stratze, spricht am Mittwoch, den 9. Februar 1916, Herr Dr. B. Müller- heim über daS Thema:»Ernährungsfragen im Kriege". Sämtliche Vorlräge beginnen pünktlich abends 3 Uhr. Anhaltender Rückgang des Havelwasserstandes. Die letzten schönen Tage, die uns Niederschläge ersparten, haben sich im Waffer- stand der Havel fühlbar gemacht, die allmählich gleichbleibende Ab- nähme zeigt. Die gestrigen Messungen erweisen einen Rückgang von 1— 2 Zentimeter. In Sacrow beträgt der Rückgang 1 Zenti- meter auf 2,03, in Potsdam 2 Zentimeter auf 1,94, in Marquardt 1 Zentimeter auf 1,80 und in Caputh 2 Zentimeter. Die Berliner Feuerwehr hatte längere Zeit am Kottbuser Damm 24 zu tun, wo in einem Keller Feuer ausgekommen war, das an Hobelspäne» schnell reiche Nahrung gefunden halte, iveshalb kräftig Wasser gegeben werden mutzte. Ein Bodenbrand beschäfligle die Wehr in der Liebenwalder Stratze 24, Ivo der Inhalt der Boden- verichläge und Immobilien in Flammen standen. Am SchiffahrtS- kanal nähe der Sandkrugbrücke, gegenüber dem Hamburger Bahnhof, war am Freitag ein mir Hafer beladener Kahn leck geworden und drohte uillerzugehen. Die Wehr pumpte das Wasser heraus und dichtete das Leck. Ferner hatte die Wehr in der Wiener Strohe 56 und an anderen Stellen zu tun. Kleine Nachrichten. Im Omnibus bestohlen wurde gestern nach- mittag gegen 5 Uhr ans der Fahrt durch die Friedrichstratze ein Osstziersstellverlreter. Ihm wurde auf der Strecke zwischen der Leip- ziger Siratze und Unter den Linden aus der äutzere» PaletoNasche eine braunlederne Geldbörse entwendet, die drei Hunderlmarljcheiiie, vier Zwanzigmarkscheine und mehrere Fllni- und Zweimarlscheine enthielt, autzerdem noch mehrere goldene und silberne türkische Geldmünzen. — Das Opfer eines Stratzenunfalles ist ein fünf Jahre alter Knabe Walter Schultze aus der Emdener Str. 14 geworben. Der Kleine wurde dort gestern vor dem elterlichen Hause von einem Mehltvagen überfahre» rind so schwer verletzt, datz er im Krankenhause Moabit eine halbe Stunde noch der Aufnahme starb.— Eine Bande reisender Geldschrankeinbrecker, die von Berlin aus Streifzüge in die Provinz und das Königreich Sachsen machle, wurde von der sächsischen und der hiesigen Kriminalpolizei aufgehoben und hinter Schlotz und Riegel gebracht. Die Bande, die viele Tausend Mark erbeutete, be- stand aus dem 34 Jahre allen Mechaniker Wilhelm Rechenberg, einem 26 Jahre alten Schneider und Kellner Paul Ehrhardi, einem Ar- bester Klein, ein-m Kellnerlehrling s�ntj Bumner»nd einen, Arbeiter Schlumanski.— An der Ecke der Niederbaritimstratze und Frank- surter Allee kam gestern abend ein Geldbriesträger beim Ao- springen von einem in der Fahrt befindlulsen Stratzcnbahnwagen der Linie 70 zu Fall und geriet unler den Schutzrahmen. Zu seiner Befreiuung mutzte die Feuerwehr herbeigerufen werden. Der Per- unglückte erlitt erhebliche Verletzungen. Jugendweihe. Vi-Ikachen Wünschen entsprechend, ist die Jugend- weihe endgültig a»i Soinitag' den 19, und 26. März 1916 soft- gesetzt worden(nichi wie ursprünglich belanni gegeben 26 Viärz und 2 April). Die Anmelbesrist bleibt dt« gleiche Samniche Teil- nebmer erhallen etiva zwei Wochen vor der Feier noch ecne besondere schriftliche Einladung, in der alles Nähere angegeben wird. Der Wintergarten hat seinem Programm eine einaktige Operette: „Die schöne Komödiantin" von Eugen Burg und Louis Taufslein einverleibt. Fräulein Werkmeister als gewitzte Wirtin betomnil es fertig, einen Weiberfeind, der von Herrn Spielmann ptächng gespielt wird, so einzuwickeln, datz ans dem Sanlus ein Paulus wird, der die Weiber, die er erst verfluchte, zuletzt besang. Eine einschmeichelnde Mustk hierzu hat Herr Leo Ajcher geschrieben. Die bekannte Rad- fahrergruppe Kaufmann zeigt, baß sie auS auf dem Rollschub zu Hause ist. Tänze aus dem Drahtseil könnte man den Drahtseilakt der 4 Veras betiteln, so exakt und elegant beherrschten die Kunst- leriunen das Seil. Viel Spaß� machen die radfahrenden Affen Max und Moritz. Daß man ans Sand— natürlich aus verschiedenen Farben— herrliche Landschaften malen kann, zeigt uns die Sand- malerin Wilma. Eine Tanzkünstlerin von Ruf ist Cloiilde von Derp. Alles in allem kann das Programm des Wintergartens sich sehen laffen._ fiaz den Gemeinden. Kriegswohlfahrt und Lebensmittelversorgung in Charlottenburg. Während der anderlhalb Kriegsjahre haben die Maßnahmen der Stadt Charlottenburg für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln einen ständig wachsenden Umfang angenommen. Den Hauptteil daran hat die Versorgung mit Mehl und Brot, die ganz den Gemeinden übertragen ist. Bis zum 3t. Januar 1916 wurden seit Kriegsbeginn von der Stadl Charlottenburg rund 192 069 Doppel- zentner Roggenmehl und 77 999 Doppelzentner Weizenmehl angekauft. Um die durch die Bundesralsverordnung vorgeschriebene Brotstreckung durch Zusatz von Kartoffeln oder daraus gewonnenen Fabrikaten durch- führen zu können, sind im ganzen 14 999 Dz. Trockenkartoffel- fabrikaie bezogen und an die Verbraucher verteilt. Die Ausgaben für Mehl und Kartoffeliabrikate haben bis zum Schluß des verflossenen Monats den Betrag von 11>/z Millionen M. erreicht. Von sonstigen Lebensmitteln wurden an Fleischdauerwaren 677 999 Pfund und an Schweinefleisch 594 999 Pfund bezogen. Allein in der letziverfloffenen Woche sind 79 999 Pfund Schweinefleisch an die Bevölkerung ab gegeben worden. Die gesamte Fleischversorgung erforderte eine Ausgabe von 1,6 Millionen Mark. Die von der Stadt für ihre Einwohner bezogenen Kartoffeln kosteten rund 7 Millionen Mark. Ferner wurden für Hülienfrüchte, Reis und Graupen 499 999 M. verausgabt; im Monat Januar wurden an die Charlottenburger Einwohner 299 999 Pfund Reis abgegeben. Eier sbisher 669 999 Stücks verursachten eine Ausgabe von 129 999 M, Margarine 19 999 M.. Marmelade 59 999 M.. kondensierte Milch 3999 M.; die Versorgung mit Seefischen und Heringen beanspruchte 179 999 M., so daß die Ausgaben der Stadt Charlottenburg für Lebensmittel während der Kriegszeit sich auf 15 Millionen Mark be- laufen. Kaum geringere Ziffern als die Lebensmittelversorgung weist die Kriegsfürsorge auf. An die Kriegerfamilien wurden gezahlt 12l/z Millionen Mark, und zwar Barunterstützungen 9 Millionen Mark und Mietbeihilfen 3>/z Millionen Mark. Hierin sind eingeschloffen die nach dem Kriege vom Reich zu er- stattenden Sätze in Höhe von 5'/z Millionen Mark, so daß von der Stadt zu tragen wären 7 Millionen Mark. Ferner wurden für Kriegerfamilien verausgabt 95 999 M. für Lebens- mittel und sonstige Naturalien, 25 999 M. für Verabreichung von Milw, 5999 M. für verabreichte Feuerungsmaterialien, 199 999 M. für Gewährung von Kleidern und Stiefeln, 159 999 M. für Speisungen, 39 999 M. sind an verschiedene Wohlfahrtsvereine für Mehraufwendungen gezahlt worden. In der letztvergangenen Woche allein haben 8999 Speisungen in Charlottenburg statt- gefunden. Für ärztliche Versorgung der Kriegerfamilien sind 29 999 M. aufgewendet worden. Den Familien gefallener Krieger, von denen 123 zum Kreise der städtischen Verwaltung ge- hören, find Hinterbliebenenbczüge angewiesen worden; 613 Krieger- Witwen und 897 Kriegerwaisen haben an dieser Wohltat teil- genommen. Für Flüchtlinge sind 35 999 M. Reichsunterstützungen und 7 999M. sonstige Unterstützungen gewährt worden. Für Nich t- kriegsteil nehm er und deren Familien wurde Va Million Mark aufgewendet, wovon 399 999 M. aus Unterstützungen und 299 999 M. auf Mietbeihilfen kommen. Die Anfang Oktober 1215 eröffnete Heimarbeitsausgabestelle hat bisher 799 Näherinnen und 399 Sttickerinnen Arbeit gegeben. ist die Zunahme der leerstehenden Wohnungen bei den großen s Wohnungen. Der Prozentsatz der leerstehenden bei Wohnungen mit 5 Zimmern 9,8 Proz., bei 6 Zimmerwobnungen 19,3 Proz., bei 7 Zimmerwohnungen 11,1 Proz., bei 8 Zimmerwohnungen 9,8 Proz. Geringes, nicht ausreichendes Angebot kleiner Wohnungen, über- großes Angebot mittlerer und größerer Wohnungen darf man als das Gesamtergebnis der Zählung bezeichnen. Die Ergebnisse der Charlottenburger Wohnnugsstatistik. Ueber die Lage des Wohnungsmarktes erstattet das Statistische Amt der Stadt Charlottenburg auf Grund einer Zählung der leer- stehenden Wohnungen im Oktober 1915 einen eingehenden Bericht. Das Interesse für die Wohnungsfrage der Großstädte ist wieder in den Vordergrund getrelen, namentlich in Groß-Berlin, wo die Erinnerung an die Gestaltung der Wohnungsverbältniffe nach dem Kriege 1879/71 noch wach ist. Soweit die Ansichten darüber auseinandergehen, wie sich die Groß-Berliner Wohnungsverhältnisse nach dem Kriege gestalten werden, so ist man sich doch darüber einig, daß es unbedingt notwendig ist, sich dauernd ein klares Bild über die Verhältnisse auf dem WohnungS- und Bau- markt zu verschaffen.»Mehr noch als sonst/ sagt der Bericht, »empfinden wir dabei das Fehlen gleichzeitiger, nach gleichen Grundsätzen veranstalteter Leerwohnungsjzählungen in allen Groß- Berliner Gemeinden. Es ist allerdings in höchstem Grade zu bedauern, daß es zu solchen Zählungen in Groß-Berlin bisher nicht gekommen ist. Daß sie durchführbar sind, kann nicht bestritten werden, haben sich doch die wichtigsten Groß-Berliner Gemeinden bisher sogar zu emem einheitlichen Vorgehen bei den großen, alle fünf Jahre in Verbindung mit der Volkszählung staltfindenden allgemeinen Wohnungszählungen zu- sammen gefunden. Das Fehlen einheitlicher Leerwohnungszählungen wird in allen interessierten Kreisen als eine große Lücke empfunden. Hoffentlich führen die Bestrebungen, diese Lücke auszufüllen, die be- reits eingeleitet sind, bald zu einem Erfolg. Die Zählung ergab für Charloitenburg 3818 leerstehende Woh- nungen, d. h. 4,6 Proz. des Gesamtbeftandes. Man muß bis auf die Jahre 1999 und 1919 zurückgehen, um eine gleich Hobe Zahl keerstehender Wohnungen festzustellen. Seit der Zeit unmittelbar vor Ausbruch des Krieges haben sich die Verhällnisse sehr stark ge- ändert. Im Juni 1914 standen nur 1623(2 Proz.) Wohnungen leer, Oktober 1914 schon 8962<3,7 Proz.); also seit Ausbruch des Krieges hat die Zahl der leerstehenden Wohnungen ständig, und zwar nickt unerheblich zugenommen. In den einzelnen Wohnungsgrößen- klaffen liegen die Verhälmiffe sehr verschieden. Bei den kleinen Wohnungen von einem Zimmer und Küche und zwei Zimmern haben innerhalb des letzten Jahres die leerstehenden Wohnungen abgenommen. Oktober 1914 wurden 396 leerstehende Woh- nungen von einem Zimmer mit Küche gezählt, Oktober 1915 nur noch 147, d. h. 2 bezw. 1 Proz. Auch leerstehende Wohnungen von zwei Zimmern wurden Oktober 1914 erheblich mehr festgestellt, 799 <3 Proz.) gegen 567(2,1 Proz.) im Oktober 1915. Der Prozent- fast leerstehender Kleinwohnungen bleibt also erheblich zurück hinter dem als normal angenommenen Satz von 3 Proz. Der Bericht findet die Erklärung darin.' daß eine erhebliche Zahl von Haushaltungen unter dem Druck der Verhältnisse aus größeren Wohnungsklafien in die Kleinwohnungen abgewandert ist. Damit stimint überein die Zunahme der leerstehenden mittelgroßen und großen Wohnungen. 3 Zimmerwohnungen haben vom Juni 1914 bis Oktober 1915 eine Zunahme erfahren von 254<1.6 Proz.) auf 876<5.6 Proz.), 4 Zimmer» Wohnungen von 256<3.2 Proz.) auf 375(8,2 Proz.) Noch stärker Weitere Massnahmen in der Lebensmittelversorgnng Neuköllns. In der letzten Sitzung des Lebensmittelausschuffes der Neuköllner Kriegsnotstandskommission wurde bekanntgegeben, daß nach einem Erlaß des Ministers des Innern bei der zukünftigen Butterverteilung in erster Linie solche Gemeinden berücksichtigt werden sollen, die zur Regelung des Butler- und Feltverbrauchs Sperrkarten über wöchenl lich höchstens 125 Gramm Butter allein bezw. 259 Gramm Streich- fette aller Art eingeführt haben. Demgemäß soll jetzt für die Stadt Neukölln eine Fettkarte nach obigen Grundsätzen zur Einführung ge- langen. Die Kommission beschloß u. a. den Ankauf von 39999 Büchsen Schweinefleischkonserven und 299 Tonnen Holländer Heringen, die demnächst in den städtischen Verkaufsstellen an die Bevölkerung abgegeben werden. Der Preis für eine Büchse wird auf 1,59 M. festgesetzt. In den nächsten Wochen soll ferner mit dem Verkauf von frischem Schweineschmalz zum Preise von 2,59 M. je Pfund be- gönnen werden. Die Verkaufspreise für Wirsing- und Weißkohl für die städtischen Verkaufsstellen müssen infolge der verteuerten Ankaufs- preise erhöht werden. Dem Magistrat ist auf Antrag an den Regierungspräsidenten gestattet worden, schon jetzt einen Teil der Hülsenfrüchte aus der Ernte 1915 zur Verteilung zu bringen. Die Abgabe soll zusammen mit der Reisausgabe nach Lieferung der Hülsenftüchte unter den früher festgesetzten Bedingungen erfolgen. Jugendweihe in Neukölln. Sonntag, den 26. März, vormittags 19 Uhr. findet in den Paffage-Sälen, Bergstraße 151, die Jugendweihe statt. Die Be- teiligüng ist kostenlos. Es ist nicht unbedingt notwendig, daß die Eltern oder Kinder aus der Landeskirche ausgeschieden sein müssen, um an der Feier teilnehmen zu können. Meldungen nehmen ent- gegen die„Vorwärts'-Speditionen Neckarstraße 2 und Siegfriedstraße 28/29, sowie da? Bureau des Wahlvereins, Neckarsttatze 2. Kinderveranstaltung in Neukölln. Sonntag, dm 13. Februar, mittags pünktlich 12 Uhr, findet in den Stern-Lichtspielen, Hermannsir. 49, eine Kinovorstellung statt. Eintritt für Kinder 5 Pf., für Erwachsene 15 Pf. BillettS find zu haben im Bureau des Wahlvereins, Neckarstr. 3, in der Spedition, Siegfriedstr. 28, an den Spiellagen in den Jugendheimen, bei Frau Rummel, Kaiser-Friedrich-Stt. 88, Frau Lielsch, Wildenbruchstr. 86. Frau Scholz, Weisestr. 23._ Städtische Lehrstellenvermittlnng in Schöneberg. Lehrstellen in Handel, Handwerk und Industrie sucht das Städtische Arbeitsamt, Grunewaldstr. 19, für die zu Ostern 1916 aus den Schöneberger Schulen zur Entlassung kommenden Knaben und Mädchen. Die Inanspruchnahme der Berufsberatung und Lehr- stellenvermittlung ist von feiten der Eltern von Semester zu Semester gesttegen und wurde besonders von den Familien zahlreich in Anspruch genommen, in denen die Mutter in Abwesenheir des Vaters die verantwortungsvolle Berufs- entfcheidung mit ihrem Kinde zu tteffen hatte. Um den Nachfragen gerecht werden zu können, bedarf es reger Mithilfe der Lehrherren und der Angabe einer genügenden Anzahl geeigneter Lehrstellen in allen Berufm. Nur dadurch wird verhütet, daß die Kinder bei Nichtvorhandensein paffender Lehrstellen die erstbeste ungelernte Arbeit ergreisen. Die Berufsberatung sorgt dafür, daß nur solche Lehrlinge empfohlen werden, die nach dem Urteil des Schularztes und Lehrers die körperliche und geistige Eignung zu dem betteffenden Berufe befitzen. Die Vermittlung ist kostenlos. Aufgabe der Lehrstellen kann jederzeit telephomsch— Amt Nollendorf 239/231— erfolgen." Kartoffelverkauf in Britz. Auf dem Lagerplatze der Gemeinde in der Hannemannstraße findet werttäglich von 8—12 Uhr ein Verkauf von Kartoffeln in Menge» von 19—29 Pfund statt. Gutscheine dafür sind gegen Be- zahlung des Höchstpreises von 4 Pf. für das Pfund im Rathause, Zimmer Nr. 3, zu haben. Aus der Adlershofer Gemeiudeverttetung. Für die zum Heeresdienst eingezogenen Genossen Zabel und Klodt werden die Gcnoffen Büttner und Müller in den Kanalisations- ausschutz gewählt. Für den Armenausschutz wurden Frau Lucht und Genossin Neumann wiedergewählt. Der Pächter der Anschlagsäulen hatte gebeten, ihm den Pachtzins, der jährlich 899 Mark beträgt, während der Zeit des noch bevorstehenden Krieges zu erlassen. Be- schloffen wurde, diesem Wunsche nicht zuzustimmen. Ferner wurde beschlossen, die Gemeindeturnhalle bis auf weiteres zu schließen, da Reparaturen des Fußbodens vorgenommen werden müssen und die Halle zur Aufbewahrung von Kartoffeln benutzt werden soll. Der Gemeindevorsteher gab sodann noch bekannt, daß die Wurstwaren ausverkauft find. Bezugsscheine für Reis und Hülsenfrüchte können nur der minderbemittelten Bevölkerung mit einem Einkommen unter 2499 M. verabfolgt werden. Pettoleum sei genügend vorhanden. Ein Gemeindevertreter stagte an, ob der Herr Gemeindevorsteher nichts dagegen unternehmen könne, wenn Verkäufer oder Verkäufe- rinnen, die die von der Gemeinde gelieferten Waren verkaufen, das Publikum grob und ungebührlich behandeln. Der Gemeindevorsteher gab zur Antwort, daß seine Befugnis soweit nicht gehe. Wenn Frauen oder Käufer roh behandelt würden, oder beleidigende Aeußerungen ihnen zugerufen würden, so sollten sie von dem Recht der Klage Gebrauch machen, oder den nächsten Gendarm davon in Kenntnis setzen. /lus aller Welt. Verschwiegene Landwirte. Bei der Nachprüfung der Bestandsaufnahme für Getreide und Mehl vom 16. November 1915 wurden in den sächsischen Ortschaften Wurzbach 379, Weitisberga 69, Oßla 179, Röttersdorf 199 und Dürrenbach 69 Zentner Roggen, Weizen und Mehl mehr vorgefunden, als nach den Angaben vorhanden sein sollten. Wie dem»Hannover- schen Anzeiger" aus Stolzenau berichtet wird, har eine Nach- Prüfung der Bestandsmeldungen vom 16. November 1915 alle, auch die schlimmsten Erwartungen übertroffen: nicht weniger als 33 999 Zentner Brotgetreide sind danach im Kreise Stolzenau verheimlicht worden I Daß bei den erstmaligen Schätzungen Irrtümer mit unterlausen konnten, ist zu verstehen. Daß die Schätzungen sich aber so weit von der Wirklichkeit entfernten, kann nicht mehr mit unbeabsichtigtem Irrtum entschuldigt werden; hier muß man unbedingt Vorsätzlichkeit annehmen und das würde es durchaus rechtfertigen, wenn man diesen verschwiegenen Landwirten das Mehr an Vorräten einfaw auf dem Wege der Konfiskation wegnehmen würde. Das würde für die Zu- kunft zu größerer Gewissenhaftigkeit mahnen. Schwere Hochwasserschäden im Hamburger Landgebiet. Die Sturnifluten, die Anfang Januar das gesamte Nordsee- gebiet heimsuchten, haben im Hamburger Landgebiet großen Schaden verursacht, über den erst jetzt ein Ueberblick gewonnen werden kann. Seit Weihnachten steht ein großer Teil von Vierlanoen und der Hamburger Marsch unter Wasser; weite Strecken des Außendeichs und selbst des Binnenlandes sind andauernd überschwemmt. Das Hoch- Wasser außendcichs steigt mit Flut und Ebbe, im Binnenlande steht es seit iünf Wochen in gleicher Höhe. Die wenigen vorhandenen Entwäfferungsmühlen reichen nicht aus. Für die überschwemmten Wiesen, Weiden und Kleefelder ist kaum großer Schaden zu be- fürchten, wohl aber werden die mit Wintersaat bestellten Becker und das Gemüseland schwer getroffen. Das Gemüse. daS noch auf dem Felde stand, ist unter dem steigenden Wasserspiegel verschwunden, und wo etwa Grünkohl, Rosenkohl usw. aus dem Wasser hervorragt, wird er, wenn nicht anders, mit Kähnen heraus- geholt. In der Hamburger Marsch stehen 899 Morgen des Ochsen« wärder Binnenlandes seit langer Zeit völlig unter Wasser, alle Haus- gärten find vom Grundwasser überschwemmt. Der Brand des kanadischen ParlamentögebäudeS hat doch mehr Schaden angerichtet, als nach den gestrigen Meldungen anzunehmen war. Das ganze Parlamentsgebäude, mit Ausnahme der Bibliothek und eines Teiles des westlichen Flügels, der erst vor kurzem errichtet worden war, wurde zerstört. Das Unterhaus vertagte sich bis Montag. Im F�uer verloren zwei Frauen daS Leben. Man vermutete von Anfang an, daß es sich um eine Brand st iftung handelte. Zur Zeit, als das Feuer ausbrach, befand sich im Lesesaal eine Frau, die erklärte, daß sie plötzlich eine Flamme ausschießen sah und unmittel- bar darauf die Zeitungen in Brand standen. Sie hörte nur eine schwache Explosion, die aber doch kräftig genug war, um die Türen auf beiden Seiten deS Saales aufzureißen. Die Feuerwehr wurde beim Löschen des Feuers durch den herrschenden Wind sehr behindert. Zwei Arbeiter und zwei Soldaten sind tödlich verunglückt. Ein Abgeordneter wird vermißt. Wieder ein japunischcr Dampfer gesunken. Reuters Bureau meldet aus Hongkong: Mittwoch nacht fand 8l) Meilen von Swatau entfernt ein Z u s a in in e n st o tz zwischen den Dampfern„Linjn" und„Daijin M a r u" statt. Der letztere sank. 21 Menschen wurden ge- rettet, 160 ertranken. Lebensmittelversorgung in Köpenick. Durch Vermittlung des Magistrats sind bei den Händlern mit gelben Plakaten jetzt wieder Heringe zu haben. Die festgesetzten Verkaufspreise für holländische Vollheringe sind wie folgt festgesetzt: kleine Sorte 2 Stück 35 Pf., mittlere Sorte 1 Stück 29 Pf. und größere Sorte 2 Stück 45 Pf- Gegen Vorzeigung der Brotkarte wird wöchentlich Vg Pf. Reis abgegeben. Der Preis für Bruchreis beträgt 25 Pf. pro Pfund und für Rangoonreis 45 Pf. Weiter ist hinreichend für Kartoffeln gesorgt. Da die Stadt jedoch Zuschüsse für den Verkauf von Kartoffeln leistet, besteht für den Magisttat das Interesse, daß die städtischen Kartoffeln nur an Köpenicker Einwohner verabfolgt werden. Demzufolge können Kartoffeln nur gegen Vor- zeigung der Brotkarte verkaust werden. Für Pserdehalter, welche sich bis 5. Februar einen Bezugsschein besorgt haben, ist bis zum 27. Februar Mais abzugeben und zwar pro Pferd 3 Pfund täglich zum Preise von 25.59 M. für den Zenwer. parteiveranftaltungen. Rowawes. Mittwoch, den 9. Februar, abends 8'/, Uhr, findet in »Singers Volksgarten", Priesterstr. 31, kleiner Saal, Versammlung mit sol- gender Tagesordnung statt: Kommunales. Stellungnahme zur Beschluß- sassung über eine an die Gemeinde zu richtende Eingabe zwecks Besciligun« der Mißslände beim Butter- und Kartofselvertaus. Jugenüveranftaltungen. Steglitupsriedenau. Sonntag, den 0. Februar, abend» 7 Nhr, im Jugendheim, Kniephofsstr. 59, Sti s t u n g s s e st, bestehend aus Rezitation«» Lieder zur Laute, Geigensolo u. a. öriefkasten der Redaktion. BS.«. DaS ist mit Sicherheit nicht zu sagen. Wenn Sie den KrttgSschew bekommen, steht dem Wechsel Ihrer Arbeitsstätte nichts im Wege.— 1880. R. M. Das können wir nicht wissen, das kann doch nur der Arzt konstatieren.— S. 100. und Nr. 2 0. Ihre Strasen find gelöscht.— L. H. Ä3. Reichen Sie Beschwerde beim Militärbureau des Magistrats, Berlin, Klosterftr. 68, ein. Wenn der Vertrag durch Kündigung zur Aus« lösung kommt, müssen Sie die Wohnung räumen.—«. Sch. 44. New. — F. B. 17. Lbre Unterstützung bleibt dieselbe.—®.©. 10. Ja.— II. 17. 1. Ja, Sie können Stundung bcanttagen. 2. Nein, wenn die Wöchnerin nicht selbst Mitglied einer Krankenkasse ist.— P. N. Nr. 1000. 1. Jnnerbalb sechs Wochen nach dem Tode. Sie erbalten Nachricht. 2. Ja, Sie könnten das Testament anscchtcn und Jbr Pflichtteil verlangen. 3. DaS Geld wird nur unter Vorlegung eines Erbscheins ausgezahlt.— P. Z. Neukölln. Wenn Ihr Sohn Sie ganz oder überwiegend unterhalten hat, können Sie unter Vorlegung des UnterstützungsicheinS. den Ihr Sohn ein- senden muß, bei der zuständigen Eteucriasse Unterstützung beanttagen.— BS. Sch. Ton. 53. Beantragen Sie aus der Krankenkasse, Ihnen al« Kriegerjrau ein Wochengeld in Höbe von 1 M. pro Tag zu zahlen; eorntl müßten Sie Beschwerde beim Verficherungsamt Berlin. Klofterstr. 65/67, einreichen.— E. H. 1878. Sie tonnten einen Kaus- und Leihverwag abschließen, der pestempell sein mux. Dieser Vertrag kann aber von Ihrem Gläubiger als Schcinverttag angesochten werden.— F. B. 145. Bei diesem geringen Verdienst wird Ihnen von der Unterstützung nicht» gekürzt werden.— 54. A. 1., 2. und 3. Nein. 4. Ja.— R. 77. Ja. — Res. 16. M.®. Darüber wird erst nach dem Kriege näheres zu er» sabren sein.— A. Z. Wenden Sie sich an die Geschästsilcllc de? Arbeiter. Sängerbundes, Alex Kaiser, Braunsberger Stt. 43. Dort können Sie Adressen von Gesangsdirigenten erfahren.— B. W 67. Sind verzeichnet im Berlmer Adreßbuch, 2. Band, Teil 5, uiitcr Wilmersdorf. Seite 478.— M. H. 200. Darüber können wir leider nichts sagen. Wenden Sie sich an einen Vogelhändlcr oder Züchter.— Moabit 1880. Flcigig aus- klopscn und lüften. Anwendung stark riechender Swsse. Jmetlenpulver, Kampser, Terpentinöl usw.— Alt. 13. Darüber lönnt-n Sie wohl Auskunft erhalten beim Tertilarbeiterverband, Andrcasstraße 17.— A. H. 1001. Zu erfragen beim Transportarbeiterverband, Engel- user 15.— G. K. 75, Berlin O 54, Gormannstraße 13. WetterauSstchten für daS mittlere Norddeutfchian» dt» Montag mittag. OeWch der Oder zeitweise nebelig, sonst vielsach bester. im Westen überwiegend bewölkt, jedoch nirgends erhebliche Niederschläge. Um Mittag ziemlich mild, m der Nacht zum Montag aber meist milder Frost. Vir liefern direkt an Private als Sperialitlt: �»»• J__ WTf„ T v»» mm 4 C 1 �---——__. v_ 1> m- n<____.. Ir n II T" O 7 1 fZK hl 1 1 1 P Ta F tBerGner Jlscfifer- imd!7äfieM€fennasür* i» Jeder Holz- und Stilart, nur erstklassiger AusfQhrung zu konkurrenzlos billigen Preisen. 10 Jahre Garantie. Schlafzimmer; M. 183,219,270, 328,428, 532bis3500. Beste Verarbeitung. 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