Ztr. 38.-33. Jahrg. flbonnements-Beälngungens BJoiroenicniä■■Stets rtäitumeraftbw Bietteljaiitl 330 Ml. monatl 1.10 Ml, wöchentlich 2S Sfg. itsi ins Haus. Einzelne Nummer ö Lsg. Sonntags- Itummet mit illusttiertei Sonntags» Leiillge.Die'Nene Lei!' 10 S'a Soft- kbonnemem 1,10 Marl tto Monat. Eingetragen w die Soit> Zetttmgs- Creisliite llnter Kreuzband für Deutichland und Oeiterretch- Ungar» 230 Mar!>üt das übrige Ausland s Marl Uro Monat. Sostabonnements nehmen an: Belgien. Tänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Borrugal, Rumänien. Schweden und die Schweis oiilielol lsgllch. Verlinev Volksblatk. S Pfennig) Die TnfcrtionS'GefcüIjr beträgt für die fechsgefpaltene Kolonel- »elle oder deren Raum 00 Pfg.. für polillsche und gewerljchaitliche Vereins- Und Versnmmlungs-Anzetgen SO Pfg. „Kleine Hnicigen•, das fettgedruckte Wort 20 Pjg.(zulässig 2 ,etlgedruckt- Worte), ledss weitere Wort 10 Psg Stellengesuche und Schlaiitellenan- zeigen das erite Wort 10 Pig.. jedes wettere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buch- f chen zählen für zwei Worte. Fuleraie r die nächste Nummer inßsfcn bis Uhr nachmittags in der ErPedilion abgegeben werden. Dw Erbedirion ist bis 7 Uhr abends geosstrel. Telegramm-Adresset �SbMläeKoklät keriili" Zentralorcjan der rozialdemohratifchen Partei Deutfcblands. NeSaktion: EW. HS» Linüenstraße Z. Fernsprecher t Amt Moritzpla«, Nr. IM 90—131 97. Dienstag, den 8. Februar 1916. Expeüttion: SW. HS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Morippla«. Nr. 131 9.0—151 17, Erzeuger und' Verbraucher. . Bon Paul Hirsch. M. d. A. In den nächsten Tagen wird im Plenum des Abgeord- netenhauses die Beratung über die Ernährungsfürsorge im Kriege beginnen. Tie verstärkte Budgetkommission hat sich in vielen Sitzungen eingehend darüber unterhalten, sie hat das Thema nach verschiedenen Richtungen hin erörtert, aber leider fast ausschließlich vom Standpunkt des Erzeugers, während die Interessen der Verbraucher, d. h. der großen Masse des Volkes, nicht in genügender Weise gewahrt wurden. Wer die den Zeitungen zugegangenen ofsrziellen Berichte genau verfolgt hat, der wird erkannt haben, daß sich wie ein roter Faden durch die. Verhandlungen der Gedanke zog, durch welche Maßnahmen es möglich sei, den Landwirten einen höheren Schutz zuteil werden zu lassen. Nach Ansicht der Herren, die die Geschäfte der Erzeuger gewahrt wissen wollen, leidet die Masse des Volkes überhaupt keine Not. Erklärte doch ein Mitglied rund heraus, die Arbeiter seien imstande, die teuerere Lebenshaltuno durch Lohnerhöhungen auszu- gleichen; die Zeiten seien vorbei, wo der Arbeiter die Ver- teuerung der Lebensmittel in nennenswertem Umfange selbst zu tragen habe. So seien z. B. im oberschlesischen Bergrevier die Löhne bis um l()l) Proz. gestiegen. Allerdings mußte sich dieser eigenartige Kenner unserer Arbeiterverhältnisse von einem seiner eigenen Fraktionsgenossen sagen lassen, daß seine Ausführungen völlig daneben hauen, daß es ganz falsch sei zu behaupten, die Arbeiter könnten die teuerere Lebens- Haltung durch höhere Löhne wettmachen: seit 1908 habe sich das Verhältnis zwischen. Lohn und Lebenshaltung dauernd zuungunsten der Arbeiter■ verschoben.'Der Lohn sei bei der Munitionsindustrie nur um etwa 30 Proz., die Lebenshaltung dagegen un> 200 bis 260 Proz. gestiegen, für alle anderen Ar- beiter stehe der verteuerten Lebenshaltung eine Lohnerhöhung überhaupt nicht gegenüber. Will man ein richtiges Bild von der Lage der Arbeiter gewinnen, dann darf man nicht nur die seit Kriegsausbruch eingetretene Teuerung ins Auge fassen, sondern dann muß man auch in Betracht ziehen, daß der deutsche Arbeiter schon vor dem Kriege die teuerste Ernährung gehabt hat. Nach den Mitteilungen, die der Staatssekretär im Reichsamt des Innern im Haushaltsausschuß des Reichstages gemacht hat, sind die L e b e n s m i t t e l k o st e n von Kriegsbeginn bis zur Gegenwart in Deutschland um 58 Proz., in England nur um 40 Proz., in Frankreich um 58 Proz., in der Schweiz um 20 Proz. gestiegen. Dieser Teuerung der Lebenshaltung steht aber eine entsprechende Steigerung der Löhe nicht gegenüber, sa ganze Arbeiterkategorien, wie z. B. die Bergarbeiter, haben noch nicht einmal eine Teuerungszulage erhalten, und in anderen Gewerben sind die Teuerungszulagen so gering, daß sie auch nicht entfernt an die Mehrausgaben heranreichen, die den Arbeitern aus den hohen Lebensmittelpreisen erwachsen. Wenn man sich in der Budgetkommission des Abgeordneten- Hauses trotzdem über weitere Erhöhungen der Lebensmittel- preise hinweggesetzt hat, so ist das vom Standpunkt einer ge- wisienhoften Sozialpolitik zu bedauern. Was soll man dazu sagen, wenn von verschiedenen Seiten betont wurde, daß eine Erhöhung des Z u ck e r p r e i s e s um 3 bis 4 Pf. für das Pfund für eine Familie von 6 Köpfen jährlich ja„nur" 9 M. ausmache. Ganz abgesehen davon, daß sich jede auch noch so geringfügige weitere Verteuerung bei den heute ohnehin schon hohen Preisen doppelt und dreifach fühlbar macht, sollte es doch auch den gesetzgebenden Körperschaften bekannt sein, daß gerade in kinderreichen Familien der Zuckerverbrauch sehr hoch ist-, und daß deshalb die Teuerung für sie weit mehr als £) M. ausmachen würde. Aber das spielt in den Augen der Vertreter der Produzenteninteressen keine Rolle, ihnen kommt es einzig und allein darauf an, der Landwirtschaft angemessene Preise zu sichern, da angeblich nur so eine Förderung der Produktion möglich ist. Immer und immer wieder wurde betont, es sei notwendig, die Landwirtschaft zu schützen, dann werde sie auch imstande sein, genügend zu produzieren. Ja, es wurde der Regierung sogar vorgeworfen, daß sie durch zu niedrige Höchst- preise die Produktion auf das äußerste erschwert habe. Kein Mensch wird es den Landwirten verargen, wenn sie aus Selbsterhaltungstrieb den Unwillen der Bevölkerung auf andere abzuwälzen suchen. Aber wenn sie dabei die Tat- fachen direkt in das Gegenteil verkehren, so geht das doch zu weit. Jedes Kind weiß, daß die Regierung sich zur Einführung von Höchstpreisen immer erst dann ent- schlössen hat. wenn die Preise bereits eine über die nor- malen Verhältnisse weit hinausgehende Höhe erreicht hatten, so daß die amtlichen Höchstpreise häufig nur darauf hinausliefen, ein Sinken der Preise zu verhindern. Die Landwirte haben wirtlich keinen Grund, sich der besonderen Opfer zu rühmen, die sie im Kriege gebracht haben. Mw ies M« SWWMs. Amtlich. Großes Hauptquartier» deu 7. Februar 1946. ,W. T. W.) , Westlicher Kriegsschauplatz. Heftige Artillerietampfe zwischen de« Kanal von La Baflöe und Arras, sowie südlich der Somme. Die Stadt Leus wurde iu deu letzte» Tagen vom Feiude wieder leb- hast beschossen. Iu deu Argonnen sprengten«ud besetzten die Frau- zoseu auf der Höhe 285 sLa Fille Worte) nordöstlich von La Chalade eineu Trichter, wurdeu aber durch eiue» Gegenstoß sofort daraus vertrieben. westlicher Kriegsschauplatz. Eiue iu der Nacht zum 6. Februar von nnS ge- uommeue russische Feldwachstellung auf dem östlichen Schara» ofer au der Bahu Barauowitschi— Ljachowitschi wurde er- folgloS angegriffeu. Der Gegner mußte sich unter erheb- liche» Verlusten zurückziehen. Südwestlich von Widsy fiel eiu russisches Flugzeug, deffeu Führer sich verstogeu hatte, unversehrt iu unsere Haud. Balkan-Kriegsschauplatz. Nicht» Neues. Ober st e Heeresleituug. »» Set SllmeillM SemMiilisSMl. Wie», 7. Februar. iW. T. B.) Amtlich wird ver« lautdart, 7. Februar 1916: Lage überall unverändert. Der Stellvertreter des Chefs deS Geueralstabes: von Hoefer, Feldmarschallentuaut. .1 Daß der Unwille der konsumierenden Bevölkerung über die Erschwerung des Konsums verständlich ist, wurde in der Kommission auch von landwirtschastlicher Seite zugegeben, aber man sträubt sich dagegen, diesen Unwillen durch Maßnahmen zu beseitigen, die lediglich auf den Konsum zugeschnitten sind, sondern man erblickt das beste Mittel zu seiner Beseitigung in der Aufklärung der Bevölkerung über die Erschwerung der Produktion, und man klagt über die„verhetzenden" Artikel gegen die Landwirtschast, die erst den Unwillen im Volke er- zeugt hätten. Was die Herren alles unter Verhetzung ver- stehen, ergibt sich daraus, daß sie sogar eine offiziöse Korre- spondenz beschuldigten, sie hätte durch einen Artikel den Un- frieden vergrößert und alle Schuld an den bestehenden miß- lichen Verhältnissen auf einen Stand gewälzt, der während des Krieges sein möglichstes getan habe. Nebenbei bemerkt handelte es sich um einen. ganz harmlosen Artikel, der sich lediglich gegen die Verfütterung von Brotgetreide durch die Landwirte richtete und darauf hinwies, daß es dem Land- wirt gar nichts ausmache, wenn er für die Verfütterung von Brotgetreide einige hundert Mark Strafe zahlen müsse, da er das Geld auf andere Weise vielfach wiedergewinnen könne. Welche Berechtigung hat nun die Forderung eines höheren Zollschutzes für die Landwirtschaft? Jnter- essentenkreise stellen es so dar, als ob einzig und allein der der Landwirtschaft gewährte Zollschutz die Ernährung des Volkes während des Krieges gesichert habe. Wir wollen uns hier nicht auf die Erörterung der Frage einlassen, wie es um die Ernährung des Volkes bestellt ist, aber es muß doch eine Tatsache betont werden, auf die u. a. Karl v. Tyszka in den neuesten Veröffentlichungen des Vereins für Sozialpolitik die Aufmerksamkeit lenkt— die Tatsache nämlich, daß der Zweck des Schutzsystems, die Hochhaltung der Getreidepreise im Inland?, nur erreicht werden konnte durch möglichste Knapphaltung der Getreidevorräte, daß die nach Aufhebung des Identitätsnachweises geschaffenen Einfuhrscheine und die Abschaffung jeder Art von Zollkredit für Getreide und Mehl zum Export von Getreide angereizt, das Fehlen jeder irgend- wie bedeutenden Getreidevorräte im Inlands bewirkt habe, und daß infolgedessen Deutschland bei Ausbruch des Krieges fast ohne jedes bedeutende Quantum Weizen dastand, während in anderen Handelswaren, z. B. in Kaffee und Tabak, große Vorräte vorhanden waren, von denen das deutsche Volk noch nach über einem Jahre Kriegsdauer zehrte. Mit vollem Recht konnte deshalb der Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion in der Budgetkommission behaupten, daß der Krieg gezeigt habe, daß das System der Schutzzölle abgewirtschaftet und daß die. Schutzzollpolitik auch indirekt geschadet hat. Hätte Deutschland nicht die Absperrung gegen Dänemark, so würde man viel mehr Lebensmittel von dort hereinbekommen. So aber schicke Dänemark einen großen Teil nach England. weil es sich sage, nach dem Kriege wolle Deutschland ja. doch nichts von ihm wissen._ Damit ist der Kern der Sache getroffen. Gerade die Be- vorzugung der Wünsche der Produzenten, die ganz besonders im preußischen Landtage von jeher eine liebevolle Aufnahme fanden, hat dazu beigetragen, daß wir bei Ausbruch des Krieges und während seines ganzen Verlaufs mit so großen Schwierig- ketten zu kämpfen haben. Es handelt sich einfach darum, ob die deutsche Landwirtschaft imstande ist, aus sich selbst beraus die für die Ernährung des Volks erforderliche Menge an Nahrungs- Mitteln zu produzieren oder ob wir auf die Einfuhr aus dem Auslande angewiesen sind. Sind die natürlichen Vorbedin- gungen dafür gegeben, daß die deutsche Landwirtschaft allein die erforderliche Menge erzeugt, dann hieße es geradezu gegen die Interessen des Vaterlandes handeln, wenn sie erst durch die Garantie hoher Preise zur Erfüllung einer ganz selbst- verständlichen Pflicht angehalten werden müßte. Niemand weiß heute, wie die Handelsbeziehungen nach Beendigung des Krieges sein werden, aber die Masse des Volkes bat allen. Grund, sich schon jetzt auf das schärfste gegen die Bestrebmigen zu wenden, die darauf abzielen, in sväteren Friedens jahron die notwendigen Nahrungsmittel noch weiter zu verteuern. Man hat in der Budgetkommission viel von bei Not- wendigkeit einer Verständigung der einzelnen Berufsklassen gesprochen. Die Verständigung indessen, die der Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses vorschwebt,-das ist' dip stillschweigende Zustimmung zu allen gesetzgeberischen. Maß» nahmen, die einer, einzelnen Berussschicht zuliehe die Gesamt- heit belasten.. Von einer solchen Verständigung will das Volk nichts wissen.■ Im Gegenteil, es hat allen Anlaß, den Kampf. gegen die Lebensmittelteuerung aufzunehmen und dafür zu sorgen, daß es nach dein Kriege in seiner Lebenshaltung nicht heruntergedrückt wird., die Besatzung Kameruns interniert« Madrid,?. Februar.(W..T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Amtlich. 900 Deutsche und 1 4 00 0 Eingeborene aus K a m e r u n sind nach S p a» i s ch- Guinea übergetreten und wurden entwaffnet und interniert. Die Regierung sorgt für ihre Ver- pflegung. Auf Grund dieser amtlichen spanischen Meldung ist kaum noch daran zu zweifeln,' daß die Reste der tapsereu Lex- teidiger Kameruns nach IVzjährigem heldenmütigen Ringen der gewaltigen feindlichen Ucbermacht haben weichen müssen. Mit Freuden ckönnen wir es begrüßen, daß es ihnen wenig- stens noch gelungen ist, die feindlichen Einkrcisungsocrsuche zu vereiteln und sich auf neutrales spanisches Gebiet zurückzu- ziehen. Wenn die gemeldeten Zahlen zutreffend sind, so ist anzunehmen, daß fast alle noch in Kamerun befindlich ge� wesenen Deutschen nunmehr in Sicherheit sind. ES liegen schon seit einiger Zeit Meldungen vor. daß die spanische Re- gierung es sich in der anerkennenswertesten Weise angelegen sein läßt, für das Wohlergehen der sich ihrem lachutz anvertrauenden Flüchtlinge zu sorgen. Die vierzehntausend übergetretenen Eingeborenen sind natürlich nicht etwa nur Soldaten der Schutztrupve, denn so groß ist die Schutztruppe während des ganzen Ringens nie. gewesen, sondern hauptsächlich Träger, Familien der ein- geborenen Soldaten und andere Flüchtlinge. Scharmützel an öer griechischen Grenze. Bern, 7. Februar.(W. T. B.)„Corrierc dclla Sera" meldet aus Saloniki, daß englisch-sranzösische Kolonnen am 4. Februar gegen die griechische Grenze vorgingen, wo Scharmützel stattfanden. Der durch öen Zeppelin in Saloniki angerichtete Schaden. Athen, 7. Februar.(SS. T. 23.) Havasmeldung. Wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, wurden bei dem letzten Zeppelin- angriff auf Saloniki Waren im Werte von drei Millionen Frank vernichtet, von denen nur für 100 000 Frank durch Versicherung gedeckt sind. Mehrere englische Versicherungsgesellschaften gaben ihren Vertretern in Saloniki telegraphisch die Anweisung, Waren gegen jedes Kriegsrifiko zu versichern. Darauf wurden innerhalb zwei Tagen für über füus Millionen Frank Waren versichert. Einberufung im fluslanA befindlicher Griechen. Athen, 7. Februar.(W. T. B.) Havasmeldung. Der König hat einen Erlas; unterzeiSuet, durch welchen alle Griechen der Jabr- gänge 1892 bis 1Sl4, die fich im Auslande aufhalten und sich der Militärpflicht entzogen haben, unter die Fahnen gerufen werden, mit Ausnahme derer, die in Rußland, in der Türkei, in Buk» garien oder Rumänien ihren Wohnfitz haben. Die /lusfuhrfrage in den rumänischen Parlamenten. Bukarest, 6. Februar. sW. T. B,) In der Kammer richtete der Abgeordnete Protoprescu an den Ackerbauminister die Anfrage, ob es richtig sei, daß Mitglieder der Zentralkommiision für Verkauf und Ausfuhr von Getreide seitens gewisser Produzenten K o m m i s s i o n S g e b ü h r e n erhallen haben, um diesen zu vor- teiihasten Abschlüssen zu verhelfen. Wenn dem so sei, wünsche er die??amen dieser Mitglieder zu erfahren. Der Ackerbauminister möge mitteilen, welche Maßnahmen er in dieser Angelegenheit er- griffen habe. Im Senat bemängelte Senator JSworeanu, daß das ArbeitSministcrium auf die Leitung des Eisenbahnwesens un- genügenden Einfluß befitze. Er wünsche die Aufmerksamkeit des Ministers auf die beklagenswerten Zustände in dieser Verwaltung und insbesondere auf die berüchtigte Frage der Verteilung der Waggons zu lenken. Er frage den Minister, ob er die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission bewillige, welche sich mit dieser traurigen Sachlage zu befassen hätte, und ob er sich verpflichtet fühle, die Ergebnisse dieser Untersuchungen zu veröffentlichen. Es gibt, sagte der Redner, heute kein Theaterstück und keine Poffe, wo man sich nicht über die Waggonverteilung lustig macht, Der Mini st er für öffentliche Arbeiten Angelesen stellte fest, daß infolge des Krieges fich Rumänien nicht eigener Waggons für die Ausfuhr bedienen könne, und auch die Einstellung der in Rumänien befindlichen fremden Waggons in den Dienst genüge nicht, die Bedürfnisie aller Landwirte zu befriedigen. Ebenso habe daS Abkommen mit den österreichischen und den un- garischen Eisenbahnen keine befriedigende Lösung für die Frage des Waggonmangets geschaffen. So sei die Lage bis Oktober ISlö gewesen. Seitdem gehöre der Gegenstand in den Wirkung»- bereich der Zentralausfuhrkommission. Unter- suchungen au den Grenzen hätten Mißbräuche mehrerer Stations- vorstünde ergeben, die abgesetzt werben sollten. Der Minister er- klärte, er habe alle Belege bereit, um zu beweisen, daß niemand degürcftigt worden sei. Unter den heutigen Umständen Begünsti- gungen zu gewähren, wäre ein Verbrechen. Senator JSworeanu erwiderte, er billige die in der Vergangenheit getroffenen Maß- regeln, die übrigens zeigten, daß die Klagen berechtigt gewesen feien. Er fordere aber auch Maßregeln für die Zukunft gegen etwaige Schuldige._ Der sranZöfische Tagesbericht. Paris, 7. Februar.(W. T.B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Während der Nacht herrschte schwache Arlillerietätigkeit. In der Champagne richteten wir ein vernichtendes Feuer auf feindliche Schützengräben in der Gegend von Maisons de Champagne. Gestern griff im Laufe des Tages eines unserer mit Geschütz ausgelüfteten Flugzeuge eiu feindliches Flugzeug an, das brennend abstürzte. Paris, 7. Februar. verloren. Bei den anderen Parteien bewägt die Verschiebung nur einen einzigen Sitz. Ferner sind noch nicht wieder besetzt die Mandate der als Landesveriäter verfolgten früheren Ab- geordneten Wetterlö und Weill. Die Stärke der Fraktionen ist gegenwärtig die folgende: Sozialdemokraten 108, Zentrum 91, Nalionall'berale und Fortichrittler je 45. Konservative 43, Polen 18. Eliaß-Lothringer 3 und die neue Deutsche Fraktion mit 23 Mit- gliedern. Wilde sind im Reichstage 9 vorhanden; unter diesen be- finden sich die beiden sozialdemokratischen Abgeordneten Lieb- k n e ch t und R L h l e._ Der auhaltische Landtag wird am 10. Februar wieder zusammentreten, Er wird sich u. a. mit der Bauordnung und der frelwrlligen Gerichtsbarkeit beschäftigen. Das Jnkrasltreren der neuen Ge- meinde-, Stadt- und Dorfordnung soll durch Gesetz auf den 1. Juli 1917, des neuen Landtagswahlgesetzes und der Ge- ichäflsordnung für den Landtag aus den 14. November 1917 hin- auSgeschoben werden. Durch landesherrliche Verordnung kann ein früherer Zeitpunkt festgesetzt werden. Die Durchführung des FortbildungSichulgeietzes kann durch die Gemeinden bis 1. April 1918 hinausgeschoben werden._ Eine Zentralstelle des Handwerks. In Berlin haben die preußischen Handwertskammern getagt, Den Haupwunkt der Tagesordnung bildete die„Beratung über die in Aussicht stehende zentrale Vergebung von preußischen Heeres- lieferungen an die preußi'chen Handwerkskammern". Der Vorsitzende teilte mit, eS solle in Zukunft daS Handwerk mehr als bisher zu den Heereslieferungen herangezogen werden. Dazu sei aber erforderlich, daß die preußischen Handwerkskammern eine juristische Persönlichkeit, eine rechts- und vertragSsähige Zenwale schaffen also eine Körperschaft, die die Lieferungen übernimmt, sie bis in die letzten Kanäle des Handwerks, bis zum Heim- arbeiter leitet, ihie Ausführung überwacht, die Ablieferung und Abrechnung mit den Behörden unter eigener Verantwortung und Haftung besorgt. Die Handwerkskammern selbst seien dazu nicht berechtigt; fie könnten aber eine geeignete Zentralstelle, etwa in Form einer G, m. b. H. errichten.— Nach eingehender Aussprache wurde im Einverständnis mit der Geschäftsstelle deS Deutschen Handwerls- und Gcwerbekammertages einstimmig beschlossen, eine Z e n t r a l st e l l e zur körperschaftlichen Uebernahme und Vergebung von preußischen Heereslieferungen in Berlin zu errichten und zwar unter Zuziehung aller jener nichtpreußischen Kammern, deren Kon- »ingeme preußischen Armeekorps zugeteilt sind. Kulturaberglaube. Freiherr d. Gleichen-Rußwurm sprach am vergangenen Sonnabend im großen Sitzungssaal des Reichstags über„Unser Kulturaberglaube— unser Kulturglaube". Er führte u. a. aus: Kultur ist heute zum Schlagwort geworden, wie etwa vor hundert Jahren daS Wort Tugend, das doit sich einstellen sollte, wo die Begriffe fehlten. Ein Deckmantel. Em amtlicher Stempel. Nickt nur in Feindesmund hat sie eine klägliche und sogar geiährliche Rolle gespielt, indem fie über die schreck- lichen Wirklichkeiten hinwegtäuschen will. Wir find so selt- sam geickassen, daß wir auch auS Rechthaberei(im Gtauben. es sei Kultur) töten und uns töten lassen. Der nationale Haß wird nach einigen Individuen beurteilt, Kultur und Zivilisation der verschiedenen Nationen aber waren sich nah. bewunderten sich gegenseitig bis zu einem gewissen Grade, da fie von einander lernten. Wie die Völker beim Turmbau zu Babel haben wir das gemeinsame Werk verlassen. An unseren Nachbarn zu bessern, daraus werden wir vorläufig verzichten müssen, aber an uns selbst zu bessern, wird schon eine schöne Ausgabe darstellen. Was tut besonders den Deuticken not. um wahre Kultur für kommende Generationen zu erreichen, um nicht Furcht, sondern Achtung zu gebieten, und nicht mehr grausam mißverstanden in der europäischen Vötkerfamilie zu stehen? Kultur, neue Kultur, die sich in heiligem Schaffen zu zeigen haben wird. Schöpfung aber verlangt Denken. Auch wir im einstigen Land der Denker haben das Denken verlernt. Bloßes Gefühl und bloßer Instinkt genügen nicht, um ein erträgliches Zusammenleben der Menschen untereinander und der Völker untereinander zu ermög- lichen. Dazu nötig ist ein gesunder sorgfältig geschulter politischer Verstand. Wir gaben der Welt ein unerhörtes Schauspiel, aber unser Kullurglaube verlangt: maßvoll zu sein. Sckulen wir lieber diesen unseren politischen Verstand, daß er unseren anderen Fähigkeiten gleichwertig werde, und wir davor bewahrt bleiben. ein zweites Mal einen solchen Todesiprung zu tun. Gedankenlosigkeit, mangelnde Urteilskraft mögen das europäische Unheil angerichtet haben. In Zukunft muß der Politik wisienschafiliche Erkenntnis zur Basis dienen. DaS Ideal des Staatsbürgers bestand in letzter Zeit immer mehr darin, den Staat für sich denken zu lassen. Kann man es ihm ve» Übeln, daß er sich des Denlmechanismus auch bemächtigte! Sollen wir aber nur für den Staat erzogen werden? Dieser Gedanke eines durchgreifenden Drills aller gilt der Welt als deutsches Ideal, aber eS ist nicht das deutsche Ideal, nicht das Ideal aller Deutschen. Das Wort Staat gilt uns nicht mehss als Selbstzweck und organisierte Macht, sondern als die Ausgabe dem Jntereffe aller zu dienen, und als das Recht dieser aller, den Staat zu kontrollieren. Die dilettantische Art. in der bis- her die Männerwelt in der Politik verfuhr, gibt den Frauen das Recht zu lagen: Scklechier hätten wir eS auch nicht gemocht. Die Frauen sind heute die Leidträgerinnen, soll über ihre Köpfe weiter entschieden werden, was mit ihren Söhnen geschehen soll? Verbot der Einfntzr von Luxuswaren. Wie halbamtlich verlautet, ist demnächst ein Verbot der Einfuhr von Luxusartikeln auS dem Auslande zu erwarten. Die Kartoffelversorgung der Städte. Amtlich. Berlin, 7. Februar.(W. T. B.) Damit so frühzeitig als möglich mit der Kartoffelversorg ung der Städte für Frühjahr und Sommer 1916 begonnen werden kann, hat der Bundesrat schon jetzt die hierfür nötigen Bestimmungen getroffen. Danach sind die Kommunalverbände verpflichtet, die für die Ernährung der Bevölkerung bis zur nächsten Ernte erforderlichen Speise- kartoffeln zu beschaffen, soweit der Bedarf nicht aus den im eigenen Bezirk verfügbaren Vorräten gedeckt werden kann. Sie haben am 24. Februar eine Bestandaufnahme über die bei den Händlern, Verbrauchern und den Gemeinden selbst vor- handenen Vorräte zu machen und festzustellen, welche Mengen die Händler auf Grund von Lieferungsverträgen noch zu fordern berechtigt sind. Den sich ergebenden Fehlbedars melden die Kommunalverbände bei der ReichSkartoffclstelle an. Diese disponiert sodann mit Hilfe ihrer Unterorganisationen, von welchen die Kartoffeln abzutransportieren sind. Die Ver- teilung und den Verbrauch zu regeln, ist Pflicht der Kom- munalverbände. Zur Sicherung bis 15. März ist dann noch die wichtige Bestimmung getroffen, daß die Kommunalverbände, soweit erforderlich, die im Gewahrsam der Händler befindlichen Vor- rate zu übernehmen und in laufende Verträge einzutreten haben. Die Händler sind zur Ueberlaffung verpflichtet und können Widerstrebendenfalls enteignet werden. Durch diese Bestimmung ist die Zurückhaltung der Händler- Vorräte unmöglich gemacht. Beschlagnahme von Strickgarn. Amtlich. Berlin, 7. Februar.(W. T B.) Bei Besprechung deS Rachtlages zu der Bekanntmachung betreffend Bestan'-selbebung von Spinnstoffen und daraus hergestellten Web», Wirk- und Strick- waren(W. M. 6#0/l. 18 K R A), wurden in der Piesse mehrfach nicht zutreffende Ausklärungen gegeben. Ausgenommen von der Meldepflicht find nicht Strickgarne in handels'ertiger Aufmachung, sondern Strickgarne in handelsfertiger Aufmachung für den Kleinverkauf zu Tapisseriezwecken. Dagegen gehören Strickgarne— ohne daß Mindestinengen festgesetzt wären— nach§ 3K zu den meldepflichiigen Gegeliständen. soweit sie sich nicht in Haushaltungen zum Zwecke der eigenen'.Verarbeitung be- finden._ Anmeldepflicht für eingeführte Futtermittel. Die Anmeldepflicht für die aus dem Auslande ein- gehenden Futtermittel. Hilfsstoffe und Dünge- mittel erstreckt sich nach der Verordnung vom 28, Januar 1916 und den zugehörigen Ausführungsbestimmu�gen ohne Rücksicht auf die Zeit des Ankaufs auf alle in der Verordnung ausgeführten Waren, die nach dem 27, Januar auf veulichen Boden gelangt sind. Die schon vor dem 28, Januar in Deutschland eingetroffenen Waren unterliegen also nicht den Bestimmungen dieser Verordnung. sind vielmehr nach den einschlägigen Bestimmungen der früheren Verordnungen zu behandeln. Die Anmeldung bat unverzüglich nach dem Eingang der Ware durch den Einflldrenden zu erfolgen. Als solcher gilt, wer nach Eingang der W«re ins Inland zur Verfügung über sie für eigene oder fremde Rechnung berechngt ist. Wenn er sich nicht selbst im Jnlande befindet, tritt an seine Stelle der Empiänger, Soweit die Waren über die österreichisch-ungarische oder schweizerische Grenze eingeführt sind, gehören sie zur Zuständig- keil der Zenttaleinkaufsgescllschafl in Berlin, in allen anderen Fällen sind sie bei der B e z u g s v e r e i n i g u n g der deutschen Landwirte in Berlin anzumelden, und zwar die Hilfsstoffe T o r s st r e u und Torfmull bei der Krastfuttermiltel-Abteilung, Beilin"W. 35, Genthiner Str. 34, die zuckerhaltigen Futter- mittel bei der Zuckerabteilung Berlin W 36, Potsdamer Str. 30 II, die übrigen Futter- und sämtliche Düngemittel bei der Einiubrobieilung, Berlin W. 35, Potsdamer Str. 30 L Die Anmeldung mutz enthalien: Dle Angabe 1. der Art, Menge und des Ursprungslandes 2. des bezahlten Einlaiifepreises(unter gleichzeitiger Beifügung einer beglaubigten Abschrist des Schlußscheins), 3. des Aufoewabrungsoites. Es empfiedlt sich diingend, schon der Anmeldung ordnungs- mäßig gezogenes Muster beizufügen: bei Tolistreu und Torfmull sind Angaben über Trockenbeit und Ausiaugesähigleit, bei Torfstreu außerdem über das Raummaß zu machen. Soweit die eingeführten Waren an landwirtschaftliche Ver- braucher. landwirtschaftliche Köiperichastcn. Kommunalverwaltuiigen, Hee> esverwaltungen vor Erlaß der Verordnung, also vor dem 28. Januar, bereits verkauft waren, empfiehlt es sich, den Nachweis über Beilaus. Vermittlungsgcwinn— möglichst wieder an Hand be- glaubigier Unterlagen— zugleich beicubiingen. Die Bezugs- Vereinigung der deuiichen Landwirte bebäli sich aber auch in allen solchen Fällen die ihr nach dem Gesetz zustehende Entschließung vor, ob sie die Ware selbst übernehmen will. Tie tschechische Nationalpartei.„ Prag, f. Februar.(W. T. B.) Der Vollzugsausschuß der alttschechischen Partei hielt gestern sine Sitzung ab, in der fol- gender Antrag angenommen wurde: Der Vollzugsausschuß der alt- tschechischen Partei hat die auf den Zusammenschluß der Alttschechen, der Jungtschechen, der Nationalsozialen und der Fortschrittlichen Partei zu einer einzigen Partei unter dem Namen„National- Partei", andererseits auf die Schaffung eines Verbandes aller tschechischen politischen Parteien in den böhmischen Ländern ab- zielenden Verhanolungen und die abgeschlossenen Verhandlungen genehmigt und beschließt, daß in Konsequenz der Vereinbarungen der Bollzugsausschuß der jetzigen Nationalpartei(alttschechische Partei) und damit die Partei selbst als ausgelöst betrachtet werden soll, sobald sich der Vollzugsausschuß der neuen Nationalpartei konstituiert haben wird._ Lekte Nachrichten. Griechische Demonstrationen gegen die Entente. Bern, 7. Februar.(T. II.) Die Schweizerische Telegraphen- Information meldet aus Athen: Das Regierungsorgan„Neon Asti" fordert die Bevölkerung direkt zur allgemeinen Demonstration gegen die verschärfte Blockade Griechenlands auf. Das Vorgehen deS Blattes erregt in ganz Griechenland allgemeines Anstehen. Zugleich erklärt daS Regierungsorgan die Pariser Meldungen über De- mobilifierung der griechischen Armee fiir unrichtig. Die Armee ver- bleibe bis zur vollständigen Liquidation der Balkanlage mobiltfiert, da sie für alle Fälle bereit sein müsse. Gewerkschaftliches. Verlin und Umgegend« Von der Bewegung der Gastwirtsgehilfm. Die Berliner Orisverwaltung des Verbandes der GaitwirtS' gehilfen erstallete in der letzten Generalversammlung den Jahres- bericbt sür I91S. Derselbe sagt u. a.: Die Befürcinung nrancher Kollegen, es weide wegen deS Krieges mit der Organisation bergab geben, hat sich nicht erfüllt. Zunächst haben die Unternehmer ja der- sucht, die unier dem Einfluß des Krieges stehende Situation zu ihren Gunsten auszunutzen. Alle Wünsche der Angestellten wiesen sie ab mit den Morien:.Wem es nicht paßt, der lann gehend Die Löhne wurden gekürzt, das Personal wurde vermindert, so daß sich die Aibeit für die im Betriebe verbliebenen Angestellten vermehrte, ohne daß deren Einkommen erhöht wurde. Die Organisation konnte nichts dagegen unternehmen, solange eine erhebliche Arbeitslosigkeit herrschte. Die Situation änderte sich aber, als infolge der fortgesetzten Einberufungen zum Heere die Arbeitskräfte knapp wurden. Nun konnte die Organisation mit Erfolg für die Interessen der Kollegen eintreten, und die Unternehmer mußten auf die Wünsche der Angestellten eingeben. Eine Reibe von Lohnbewegungen wurde durchgeführt. Besonders zahlreich von den Kaffeehausangeitelllen. Das Ziel der Lohn- bewegungen war, die vorher gekürzten Löhne wieder auf ihren frübeien Stand zu bringen und darüber hinaus Teuerungszulagen zu erhalten. Es wurden 83 Bewegungen in 92 Betrieben mit 1959 Angestellten geführt. Der Erfolg war, daß die Löhne ins- geiamt um 129 900 M. oder für den einzelnen durchschnittlich um 12 M. monatlich stiegen. Daneben wurden noch andere Forde- rungen bewilligt, wie Benutzung des paritätischen Arbeitsnachweises, Anerkennung der Organisation usw. Seitdem sind Monate ver- gangen. Die damals oewährten Teuerungszulagen reichen bei wertem lischt mehr an», well dke Lebensmittelpreise in- zwischen wieder enorm gestiegen find. Durch Lohnbewegungen hält« mehr erreicht werden können, wenn nicht die Gast- Wirtsgehilfen in einer Reihe von Orgamsationen zersplittert wären, die zum Zusammenarbeiten nicht zu bewegen find. So hat sich die ganze Bewegung für Teuerungszulagen nur auf den Kreis der Verbandsmitglieder beschiänkt und auf die von ihnen besetzten Betriebe. Am 1. Januar 1915 bestanden 217 Tarifverträge, die der Perband für 28g Betriebe und 2799 Beschäftigte abgeschlossen hatte. Im Laufe des Jahres sind 38 Tarifverträge erledigt, ober 38 neue hinzugekommen. Am Jahresschluß bestanden 292 Tarife sür 223 Be- triebe mit 2691 Angestellten. Die erledigten Verträge sind nicht alle gebrochen, sondern ein Teil ist dadurch erledigt, daß die Betriebe geschlossen wurden. Die Mitgliederzahl ist von 2756 am Jahresanfang auf 1549 am Jahresschluß zurückgegangen. Das ist eine Verminderung der Mitgltederiahl um 1292. Wenn man aber die ins Heer Eingeiückren noch als Mtiglteder rechnet— waS ja begründet ist— dann ergibt sich eine Steigerung der Mitglieder, abl um 179. Doch ist das immerhin nur ein Teil der Neuaufnahmen, die sich aus 771 beliesen. Die Einstellung von weiblichem Bedienungspersonal im Gast- wirtsgewerbe ist eine Erscheinung, welche der Krieg mit sich gebracht hat. Die Unternehmer sind des Lobes voll über die Weib« lichen Arbeitskräfte. Sie rühmen die Kellnerinnen, weil sie viel bescheidener, williger und an'pruchSloier seien als die Kellner. Es ist jetzt mit keinem Wort mehr die Rede davon, daß das weibliche Personal nur die Plätze der inS Feld gezogenen Männer einnehmen und mit deren Rückkehr wieder ver'chwinden sollte. Nach einiger Zeit wird man es in Unternebmerkreisen vielleicht für selbstoeiständ- lich halten, daß die heimkehrenden Krieger nicht wieder eingestellt, sondern die bescheidenen, willigen und anspruchsloien Kellnerinnen weiter beschäiligl werden. Es wird auch jetzt noch weibliches Personal eingestellt in solchen Fällen, wo Männer für die betreffenden Stellen zu haben sind. Für die Unternehmer ist ausschlaggebend, daß d>e Kellnerinnen nur dke HMe des Lohnes männlicher Kellner bekommen. Allerdings sagen die Unternehmer, sie zahlen den Kellnerinnen den gleichen Lohn wie den Kellnern, denn sie müßten für jeden Kellner zwei Kellnerinnen einstellen. Das trifft oder in vielen Fällen nicht zu. Die Gastwirtsgehilfen werden wohl damit rechnen müssen, daß die Kellnerinnen nach dem Kriege in vielen Betrieben bleiben, und deshalb Mühe haben, die Tarife ausrecht zu erhatten. Hinsichtlich der Kriegsbeschädigientüiiorge bat der Verband ein Abkommen mit den Unternehmern getroffen. Danach sollen die Be- schädigten von ihren alten Arbeitgebern in geeigneter Weile zu den üblichen Löhnen ohne Anrechnung der M litäirente beschäiligt werden, Der Rückblick auf die Tätigkeit der Ortsverwaltung zeigt, daß die Organisation auch in dieser schweren Zeit sür die Jntereffeu der Gastwirisgehilfen eingetreten ist. Sie wrrd ihnen auch ferner eine zuverlässige Stütze sein. Die Branche der Misitärsattlrr umfaßte am Lchluffe de« Jahres 1774 Mitglieder. Die Hochflut der Aufträge ist in dieser Branche längst vorüber. Die Wirkung der guten Konjunktur di ückt sich in den erhöhten Löhnen aus. In der Hochkonjunktur verlangten seiner Zeit die Mililärsattler 19 Proz. auf den allen Tarif, es wurden aber zu« letzt 3V Proz. gezahlt. Durch die reichlichen und dringenden Auf- träge waren viele Berussfremde in die Branche gelommen, die da glaubten, es würde immer so bleiben mit der Milnärarbeit und die dem Verband die Richtlinien vorschreiben wollten. Es sollte sogar eine.Tornister-Organiiation' gegründet werden. Dw alten Mrliiär« iattler verhielten sich leider zu lässig diesen Bestrebungen gegenüber. Jetzt finden nur noch gelernte Sattler in der Branche Aibetl. Die Anforderungen, die an die tätigen Mitglieder der Organisation, ins- besondere an die Angestellten herantraten, siegen ins Ungemesiene Das Hauptinteresie konzentrierte sich denn auch auf diese Branche. Es wurden im letzten Jahre abgehalten: 11 Branchenversamm- hingen, 22 Sitzungen der Branchenleiiung, 123 Werkstailsitzimgen. Osmen- oci. I�erren-keAen» mm. schirme mit Futteral..... 4.75 Halbseiden-Surah, festkanfig m. s ja Futteral ,«»»»».»«««»«« Seide mit Futteral.7.75 Damen-Regenschirme Halbs.«. Surahi.dunkl.Farb. aHomgriffen" M. Seiden-Taffet festkantig w dunklen Farben........ 12.75 Damen-Handschuhe- Qlac6, farbig, mit 2 Druckkn.. l.OJ Glacä, weiß mit schwarzer Auf-■. n c naht, 2 Druckknöpfen...... 1./3 Schwed. Handschuhe« gesteppt, mit 2 Perlmuitkn., färb. InOJ Schwed Handschuhe Starke Qualität, mit 2 Druck- n ne knöpien in f arvig........ 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Gänsefleisch�, 190 Frische Land-E.er st.23 u. 25 Pf. moveü Vorrat/ weh Höhner 1.50 Wildenten stück 2 m Geheimratskäse* duFÄ 2m EnnDentbaier Schachtelkäse t.?5 Emientbiler Kräuterkäse s 30«. EmmentlialerSch wdzerkäse pm. 2 Edamer Käse.« oa o M h smm Sorem. Pftmd»-ÖU l.UU 6 M. Edamer Käse, p in 2 Im AoascbB.tt... Ptnnd«M.«■!" uauv Holl. Volffett-Käse piusd 2.40 Holländer Brotkäse pfund 2 m Holland. Käse 2m. 2.20 2.30 Dicrutat, tovett Vorrai/ Blut- Apfeäalnen. Dtz 65 89 Pf n 1.20 Kranz Folgen......... Pfd. 65 Pf. Delikatefi-Feigen...... Pfd. 1.30 Mandat inen Pkt 40Pf.ZltrouenDti 55 Pf Boskop-Aeplel........ Pfd. 32 Pf Rotkohl(Holländer)..... Pid 20 Pf. Wlralatzkohl(Holländer),. Pid. 15 Pf. Weißkohl(Dänischer).... Pfd. 10 Pf Koh rfiben(gelbe)...... Pid 5 Pf. Rosenkohl........... Pid. 30 Pf. Märkische Rftbchen.... Pid. 22 Pf. Scbwarzworieki...... Pfd. 15 Pf. Rhabarber......... 2 Bund 25 Pf, Chicoree............ Pfd. 22 Pf. Große Daner- Maronen.. Pfd. 32 Pf. JHensfag und Mi&atcth soweii Vorräi* Frisch geränch. Sprotten 40 Pf. Kieler BnckHnge. z Stück 35 Pf. Große F-nndern.... Pfd. 1.60 Strala Bratheringe sUt-Dos« 5 M. Frische Heringe tn Gelee 1� Pfd. 50 PI-, 4 Liter Dose 5.60 Aal i.Geltei,rtd.80Pi,4 UL-Dus« 8.50 Rollmopse., 4 Liter-Dose 5.60 Nordsee-Moscbeln I.Gelee 1, P.d. 40 Pf, 4 Liter-Dose 4.50 Bismarck-Heringe 4 L-Dos. 5.60 Tbfiringer Sauerkohl Pkl. 15Pf. Pa. Salzgurken i.Päss.u ausgezählt. Mix cd Plckles.... Pfo.65Pf. Geränch. Lachs, primail, kfd. 1.10 Beräuch. 0der-äal.pr!maPfd.2 60 4M. Frlrna Kaviar..... Pfd. 24 M. Kaviar, leicht gefärbt.. Pfd. SM. Sardelle*. Pfund OOP t.80 iBuchDc u. Vertag-anitttt. Paul Singer är Co, Berlui SW. Hierzu 1 Beilage u. UaterhaliungSbl. Nr. 88. 38. IMaaug. ökillixe te„Äwüls" Örrliim ilolbliliitl. Dienstilg 8 Februar U)16. Aussichten... Man schreibt uns: Als 67. Hefl erschien in der Broschürensammlung„Der deutsche Krieg" eine Schrift von Dr. George von Graevenitz, die etwas tiefer gehängt zu werden verdient. Der Verfasser geht, wie er selbst sagt, von dem Gesichtspunkte aus, der sich in dem japanischen Sprichwort ausdrückt:.Nach dem Siege binde den Heim fester!" Wenn man in Betracht zieht, welche anderen Gesichtspunkte sonst stets für die zwangsweise Teilnahme an mililöriichen Jugendwehrübungen geltend gemacht werden, wie zum Beispiel der Hinweis, der Arbeiterjugend lönnte dadurch ein Naturverstehen vermittelt werden, oder die Behauptung, es fände sich darin die Möglichkeit den langersehnten sozialen Ausgleich an» zubabnen, oder, es handle sich um geistige und körperliche Er- tüchrigung und um die Befriedigung eines„Tatendranges" der Jugend, so ist es nickt ohne Jnleiesse, hier wieder einmal mit fast naiver Offenheit ausgesprochen zu finden, dafi es letzten Endes überhaupt nur militärische und— reaktionäre Gründe sind, die in Wirklichkeit für eine gesetzliche Mafinahme in Betracht kämen. Man muh aus den einzelnen Sätzen selbst herauslesen: Was der Verfasser besonders betont sehen will und als Leitsatz seines Postulats aufstellt, ist der Zweig„einer heutigen feldmästigen Ausbildung im Gelände", die durch Jugendwebrüvungen erreicht werden soll. Er setzt als Ziel: die unmittelbare Vorbereitung des bildsamen Einwohner zählt, nach vollsländigerBebauung, also nach organischer Zusammenfassung der zurzeit getrennt liegenden drei Ortsteile, über Wohnungen für weitere 100000 Einwohner verfügen. Ein moderner Bebauungs- plan soll, wie Herr Lohe ausführte, nicht nur Wohn- bedürfnissc befriedigen, sondern auch Arbeitsgelegenheiten schaffen. Er soll auch durch den Bau der verschiedenen Wohn- haustypen ermöglichen, daß gleichzeitig alle Be- Völkerungsklassen in erforderlichem Verhältnis zur Bcsiedelung herangezogen werden. Eine derartig geschichtete Bevölkerung sei in der Lage, in Gemeinschaft mit leistungsfähigen industriellen und gewerblichen Betrieben den jeweiligen kommunalen Anforderungen gerecht zu werden, auch wirt- schaftlich schwächere Schultern in sozialer Beziehung zu stützen und steuerlich zu entlasten. Nach dieser Richtung hin war die Treptower konimunale Entwicklung bisher durchaus gesund. Obgleich 85 Proz. Kleinwohnungen bis 3 Zimmer vorhanden jind, übersteigt der durchschnittliche Einkommcnsteuersatz pro Kopf denjenigen einer großen Reihe anderer Berliner Vororte. Den neuzeitlichen Anforderungen entsprechend, sind im aufgeteilten Gelände Baumschulenwegs sowohl wie im mittleren Ortsteil Grün- und Spielflächen in um- fangreicher Weise ausgesondert. Spielflächen nament- lich dort, wo eine dichtere und mehrstöckige Bebauung vor- geschrieben ist und vorwiegend Kleinwohnungen entstehen werden. Die Spielflächen sind bis zu 23 000 Quadratmeter groß. Besonderer Wert ist gelegt auf die zweckmäßige Anordnung der großen Spielflächen abseits vom Ver- kehr und möglichst in unmittelbarer Verbindung mit den projektierten Schulen, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die im Treptower Gcmcindegebiet liegenden Wald- und Park- flächen vorwiegend der Erholung der Bewohner der Stadt Berlin gewidmet sind und den Berlinern auch erhalten bleiben müssen. An öffentlichen Gebäuden sind vorgesehen zwei Kirchen. acht Gemeindeschulcn bezw. höhere Lehranstalten, ein Straßen- rcinigungsdcpot, ferner am zukünftigen Marktplatz zwischen der Neuköllner Anschlußbahn und dem Heidekampweg eine ganze Gruppe mit Feuerwehrdepot, Markthalle und Badeanstalt. Diese Baugruppe, die forumartig den Marktplatz begrenzt, wird durch eine 400 Meter lange und 70 Meter breite Grünanlage mit einer schon vorhandenen Kirche verbunden. Ueber die nach Treptow zu führende Schnellbahn sagte Herr Lohe folgendes: Sie ist bis zum Görlitzer Bahnhos als Untergrundbahn gedacht, wird anschließend nach Ueber- Windung der erforderlichen Rampe als Hochbahn den Landwehr- kanal zwischen der Wiener Brücke und der Görlitzer Bahn kreuzen und möglichst neben dem Staatsbahnkörper weiterlaufen. Der Vorteil auf Treptower Gebiet liegt darin, daß der Schienenkörper zum größten Teil auf einen Erd- dämm verlegt werden kann, so daß die Baukosten ganz wesentlich geringer werden als bei einer Hochbahn auf eisernen Trägern. Roch der Ueberfahrung der Eichbuschallee soll die Schnellbahn tu einem Tunnel die Görlitzer Bahn schneiden und an einer etwa im Zuge der Baum» schulenstraße zu errichtenden Brücke nach dem jenseitigen Spreeufer geführt werden. Ein Abzweig könnte von der Haltestelle Eichbuschallee nach Baumschulenweg usw. gc- leitet werden. Die früher in der ganzen Länge der Kiefholz- straße vorgesehene Linienführung würde erbeblich teurer werden und als Hochbahn das Straßenbild sowie den Wert der anstoßenden Grundstücke beeinträchtigen.; Eine Untergrundbahn durch das ganze Treptower Gebiet sei wegen des hohen Grundwasserstandes kaum möglich. In Verkehrs- technischer Beziehung würde durch Schaffung von direkten Umsteigemöglichkeiten an der Kreuzung der Park- straße zu dem an derselben Straße projektierten Schnell- bahnhof eine glückliche Vereinigung beider Verkehrsmittel er- zielt werden. Damit wäre zugleich das vor mehreren Iahken von Treptow mit Unterstützung fast aller östlichen Vororte angestrebte, aber von der Eisenbahndirektion aus technischen und wirtschaftlichen Gründen abgelehnte Projekt der Ver- längerung der Görlitzer Bahn über den Görlitzer Bahnhof hinaus in das Stadtinnere zum Teil erreicht. Nach Vollendung der Schnellbahnlinie Moabit-Treptow, die das Rückgrat der neuen Treptower Groß-Siedelussg sein soll, werden sich naturgemäß auch die Treptower Hsäustt- Verkehrsadern ganz anders gestalten, Man hofft, daß dadurch der vollständig ausgebaute Straßenzug Treptower Chaussee— Neue Krugallee frei wird von dem Schwerlastverkehr, so daß nicht mehr so stark wie jetzt eine Benzin- und Staubwolke die Mitte des Treptower Pakks und die Straßenseite des Plänterwaldes durchzieht. Die Berliner Konsumgenossenschaft veröffentlickit soeben ibren Halbjahresbericht, der die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1915 umfaßt. Es gebt daraus hervor, daß der Unsiay in dieien iecbS Monaten 11343 896,35 M. gegen 8 338 185 M. im gleichen Zeit- räum des vorhergebenden Jahres berrägt. Die Umiatzireigerung von rund 33 Proz. dürfte allerdings nicht auf einen Mehrverbrauch an Waren zurückzuführen sein. sondern seine Uriache in den bedeutend gesteigerten Preisen gegenüber dem Vorjahr haben. Auf dem Nahrungsmiltelmarkt macht sich ja jetzt bei verschiedenen Waren eine kolossale Knaopheit bemerkbar. In ihrem Bericht gibt die Genossenschail Auskunst, aus welchen. Ursachen die einzelnen Waren nichr beichasst werden können. Von allgemeinem Interesse dürile es sein, daß es der Genossenschast in den Zeilen der größten BuNerknappheit möglich war. über 533 Zentner Bulter mehr zu beschaffen als im vorhergehenden Jahre. Außerdem sind in dieser Berichtsperiode 1133 Zentner mehr Mar« garine und Kunstspeiscielt von ihr verkauft worden und trotzdem mußten auch ihre Miiglieder unter der ftnappEjeil der Fett- waren leiden. Abgesehen pon dem Zuwachs,« den die Ge- nossenschaft an Mitgliedern zu verzeichnen hat, dürfte dieS darauf zurückzuführen iein, daß sich die Mitglieder in der jetzigen Zeil viel mehr veranlaßt sehen, diese Waren im Laden der Koniumgenosienichaft zu kaufen, weil die sonstige Einkaufsmöglichlelt nicht annähernd mehr in dem Maße gegeben ist, wie zu Friedens- zeuen. denn es mutz beachlei werden, daß reines Schweineschmalz ja nur noch in sehr geringem Maße zu haben ist. Wir haben im»Vorwärts' wiederholt die Verhältnisse aus dem Rahrungsminelmarkt erörtert und wollen deshalb nur noch be- merken, daß die Koniumgenosienschasl auch sehr unter den mangelnden Zufuhren von Kartoffeln zu leiden hatte. Die Koniumgenosieiischait hat große Mengen Kartoffeln einpekaufl, bekam sie aber so unregelmäßig angeliefert, daß sie die Wünsche derjenigen Mitglieder, die sich Kartoffeln ins HauS fahren lassen wollten, nicht voll be« friedigen konnte, und auch in den Bertaussstellen ist häufiger eine Kartoffellnappheit eingetreten. Ein recht günstiges Resultat hat die Konnimaenossenschasl. in ihrer Bäckerei erzielt. Ter Umiatz in der Bäckerei flieg von 2 138 333 M. auf 3 138 333 M.: dieie Sleigerung von. yind 49 Proz. wird durch den höheren Preis durchaus nicht ausgewogen. sondern hier liegt ein bedeutender Mehrverbrauch vor. Das Brot der Konsumgenossenschaft ist allgemein beliebt und wird sehr gern gekauft. Um den Aniorderungen. die an die Kon'umgenosienschast herantreten, gerecht bleiben zu können, sind bereits Vorbereitungen getroffen, um eine weitere Bäckerei zu errichten. In Aussicht ist genommen, diese dritte Bäckerei in Tempelhos auf dem' zwischen Teile- und Germaniastiatze gelegenen Grundstück zu errichten. Voraussichlich dürfte zum Frühjahr schon mit dem Neubau begonnen werden. Ein noch erfreulicheres Ergebnis als in der Brotbäckerei zeigt sich in der Piefferkuchenfabrik. Hier wurden im letzien Jahre iür 245 496 M. Psefferlnchen hergenelll gegen 116 633 M. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bemerkenswert ist, daß die Konsum» genossenschaft in ibrem Bericht daraus hinweist, viele dieier Piefftr« suchen seien als Liebesgabe ins Feld geschickl worden. Nicht nur die Frauen find gekommen, um für ihre Männer Pfefferkuchen zu kauten und ins Feld zu schicken, sondern auch diejenigen Mit» glieder, die durch ihre Ko-poralion an Angehörige Liebesgaben senden wollten, haben Pfefferkuchen der Komumgenossenichait ge- kaust. ES ist eingangs schon gesagt, daß die Konsumgenossenschaft einen erfreulichen Mitgliederziiivachs zu verzeichnen hat. Am 31. De» zember 1915 zählle sie 134 356 Mitglieder gegen 94 295 orn 33. Juni 1915. Die Zunahme von rund 13 333 ist recht erirrulich, und wenn auch da nun der eine oder der aridere sein mag, der leinen Beitritt vollzog lediglich um eine Einkaufsquelle mehr zu haben, so schließen wir uns aber doch auch der Aut» sossung der Kon'umgei'ossenschaft an. daß gerade in jetziger Zeit den Verbrauchern der Wert der koniumgeiiosscnschastlichen Organi» ialionen recht drastisch vor Augen geführt wird und daß deshalb die überaus große Anzahl von denen, die jetzt ihren Beilrill vollziehen, auch in ipäterer Zeit treue Anbänger des Genossenschaftswesens bleiben werden. Hat iomit die Konsumgenossenschaft die KnegSzert bis jetzt gut überstanden, so kann man nur hoffen und wünschen, daß auch die folgende Zeit ihr günstig sein möge, und wir hoffen, daß. was unser« Leier dazu beilragen können, dieies«rbeiterunternehmen zu fördern. von ihnen mit allem Nachdruck geschehen wird. Gewerbegericht und Kaufmannsgericht. Unter dem Einfluß des Krieges haben in Berlin beim Gewerbe» gericht und auch beim Kausmannsgericht d,e Klagen sich ge- mindert. Für das Geschäftsjahr 1914(I.April 1914 bis 3l, März 1915) sind jetzt die Jahresberichte der beiden Gerichte vom Magistrat bekanntgegeben worden. Wir entnehmen ihnen, daß dies- mal eingingen beim Gewerbegericht nur 13 549 Klagen, gegenüber 13 359 im Vorjahr, beim KaufmonnSgerichi nur 5487 Klagen, gegen» über 5977 im Vorjahr. Noch Abzug der vor dem ersten Termin erledigten Klagen blieben für die Rechlsprechung beim Gewerbegericht 13 353(im Vorjahr 12 633), beim Kausmannsgericht 5226(im Vor- jähr 5762). Beim Gewerbegericht waren die einzelnen Kammern last sämtlich an dem Rückgang beteiligt, mit Ausnahme nur von Kammer II. Von den im letzten(bezw. vorletzten) Jahr für die Rechtsprechung gebliebenen 13 353(12 633) Klagen entfielen aus die Kammern I. Schneiderei. Näherei 2617(318»i, II. Texiil-, Leder-, Putzindustrie 966(873). NI. Baugewerbe 688(849). IV. Holz» und Schnitzstoffe 379(557), V. Metalle 1142(1343). VI. Nahrung. Be- Herbergung. Erquickung 2314(2966), VII. Handel, Verkehr 1333 (1653). VIII. Allgemein 947(1183). Der Jahresbericht über 1914 bemerkt vorweg, daß in 1315 bei den Kammern I, II, V, die für die Industrie von Militärbekleidungsgegenftänden und Munition zuständig find, die Klagen zeilweise sich wieder sehr gemehrt haben. LuS dem. was der Bericht über die Erledigung der Ktageo, fiBet Streitgegenstand, OBjekthAHe, Prozeßdauer usw. mitteilt, emp- fängt man im wesentlichen dasselbe Bild wie in den Vorfahren. Die böchste Klagesumme hatte diesmal die ungewöhnliche Höhe von Lg 596 M., die niedrigste war— 49 Pf. Unter den eingegangenen 19 549 Klagen waren 589 von Arbeitgebern und 9969 von Arbeit- nehmern. unter letzteren 2891 von weiblichen Personen, 695 von Heimarbeitern, 176 von Lehrlingen, 198 von Lauf- twd Arbeilsburschen. Der Bericht erwähnt auch die Schlich- tungskommission für Streitigkeiten bei Militärlieferungen im Schneidergewerbe, die unter Leitung des ersten Vorsitzenden vom Gewerbegericht eine sehr umfangreiche Tätigkeit ausgeübt hat. Hervorgeboben wird, daß.mancher Ausbeutung auf dem fraglichen Gebiet seitens des unreellen und oft nicht einmal fachmännisch ausgebildeten Unternehmertums in dieser harten Zeit sofort kräftig begegnet werden konnte". Auch beim Kaufmannsgericht hat hinsichtlich der Klage« erledigung, des Streitgegenstandes usw. usw. sich nichts Wesentliches geändert. Beteiligt waren an den in 1914 eingegangenen 5487 Klagen die Geschäftsinhaber mit 154, die Handlungsgehilfen mit 6333. an letzteren die weiblichen Personen mit 1963, die Lehrlinge mit 216. Die Leere der Heimstätte»». In den Heimstätten der Stadt Berlin läßt regelmäßig in der kälteren Jahreszeit der Zustrom von Aufnahmesuchenden nach. All- jährlich hat sich der Aerger wiederholt, daß im Sommer wegen an- dauernd voller Besetzung der meisten Heimstätten vielen Bewerbern eine lange Wartezeit zugemutet werden mußte und dann im Winter dieselben Heimstätten sich nicht füllen wollten. Die Hinweise dar- auf, daß auch Winterkuren in den Heimstätten durchaus zu empfehlen find, haben die Heimstätten- Besetzung der Wintermonate nicht wesentlich zu bessern vermocht. Schon seit Jahren wurde mit Beginn des Winters eine der beiden Heimstätten für genesende Frauen aus ein paar Monate übe, Haupt geschlossen, weil bis in den Frühling hinein die Lufnabmegesuche nur spärlich waren und die andere dieser Heim- stätten ausreichte. Nach Ausbruch des Krieges kam es aus anderen Gründen zu einer weitgehenden Einschränkung des Heimstätten- betriebes, so daß seitdem von den sieben Heimstätten der Stadt drei ihrer Bestimmung gänzlich entzogen find. Es weiden jetzt nur folgende Heimstätten betrieben: 1. Heinersdorf, für Knaben im schulpflichtigen Aller und für Mädchen vom 6. bis 12. Jahr; 2. Blankenfelde, für Frauen und für Mädchen vom 12. Jahre ab mit geschlossener Tuberkulose, mit Nervenschwäche und mit Blutarmut; 3. Malchow, für Frauen und für Mädchen vom 8. Fahr ab mit offener Tuberkulose; 4. Buch, für lungenleidende Männer. Die Einschränkung hat nichts daran geändert, daß im Winter die Heimstätten eine nur mäßige Besetzung erzielen. Wir sehen das jetzt bei den vier in Betrieb gebliebenen Heimstätten ebenso, wie früher in der Zeit des uneingeschränkten Betriebes aller Heimstätten. Die Heimstätte Heinersdorf hatte noch in der ersten Hälfte des Dezember volle Besitzung, gegen Ende Januar aber waren von 79 versügbaren Betten 35 frei. In der Heimstätte Blankenfelde, die seit der zweiten Hälfe des Dezember nur 64 Betten beieil bält, waren bis in die zweite Hälfte des Januar stets freie Betten zu haben. Noch am 29. Januar waren hier 18 Betten frei, am 27. Januar aber konnte diese Heimstätte wieder volle Besetzung melden. Malchow hatte bis Anfang De- zember 194 Betten zur Verfügung, die aber schon in der zweiten Hälfte des November nicht mehr sämtlich besetzt wurden. Auch nach Ermäßigung des Betriebes auf 88 Betten kam es im Dezember zu ke»ner vollen Besetzung mehr, und in der ersten Hältte des Januar ging die Zahl der besetzten Betten sogar bis auf 59 herab. Erst gegen Ende Januar konnte wieder gemeldet werden, daß von den 88 Betten 57 besetzt und 81 frei waren. Heimstätte Buch hat seit Anfang Dezember einen Betrieb von nur 68 Betten, aber auch dieie wurden nicht mehr sämtlich besetzt. Gegen Ende Dezember waren hier 17 Bette» frei', erst im Januar hob sicb die Besetzungsziffer wieder etwas, aber gegen Ende Januar wurden immer noch sieben freie Betten ge- meldet. Selbstverständlich ist in der Kriegszeit das Verlangen naä> einem Heimstättenaufenlhall obnedieS geringer, weil die Reihen der Männer durch Ernberusungen zum Heeresdienst gelichtet sind und viele Frauen die jetzt sich ihnen bietende Arbeitsgelegenheit nicht ungenutzt lasten möckien. Aber auch das scheint mitzusprechen, daß wohl bei den Krankenkasten und in der Armenpflege jetzt die Voraussetzungen tür die Gewährung eine? Heimstättenaufenthaltes schärfer genommen werden. Auffallen muß. daß beionders die Kinderheim st ätte in Heinersdorf zur Zeil so sehr schwach besucht ist. Daß hier das Bedürfnis uicht größer sein sollte, möchten wir kaum für glaublich halten. Ei» unaufgeklärter Selbstmord wird au« der Anbaltstraße ge- meldet. Bei der Frau eines FriieurS, der im Felde steht, lernte sei» euiem Jahre eine>7 Jahre olle Hedwig Kraft, die amb bei ihr wobnle und das Schlafzimmer mit ihr teilte. Als die Frau vor- gestern abend aus ibrem Geschäft in der Königgräyer Straße nach Hauie kam, fand sie die Schlafstube verichlossen und erhielt auf ihr Klopsen keine Antwort. Sie begab sich zu ihren Ellern und über- nachtete bei ihnen. Erst als sie auch gestern mittag keinen Einlaß erhielt, ließ sie durch den Pförtner die Polizei holen. Diese öffnete jetzt und fand das Mädchen in seiner Nachtkleidung tot auf dem Soia liegen. Es hatte sich aus einer Browningpistole von der linken Hüne aus eine Kugel nach auswärts in den Körper geichosten. Auf einem Zettel halte es die Eilein um Verzeihung gebeten, und mitgeteilt, die Veranlassung zum Selbstmord sei nicht Liebeskummer, sondern andere Gründe. Diese deutet sie jedoch auch nicht eininal an. Von einem Kriegsinvalidcn festgenommen wurde gestern ein alter Stadlbadiifledderer. der 42 Jahre alte.Arbeiter" Benjamin H immel- boom aus der Waldstraße in Moabit. Der schon oft und schwer bestrafte Mann lebt seit Jahren von der Fledderei. Gestern machte er wieder eine Fabri aus der Stadl- und Ringbahn. Aus dem Echlesi'chen Bahnhof bestieg ein Kriegsinvalde einen Nordringzug, um nach der Putlitzstraße zu fahren. Er saß allein im Abteil. Ihm setzte sich der Fledderer gegenüber. Die beiden kamen in ein Gespräch, in dessen Verlaus der KriegSinvalide seine Briektaiche aus der Brusttasche des Ueberziehers nahm, um aus den Militärpapieren, die er außer 49 Mark Papiergeld darin trug, einmal nachzu'ehen, was er alles mitgemacht habe. Nach der Unterhaltung aber schlief er leicht ein. Vor dem Aussteigen an der Puilitzstiaße merkte er, daß das Geld, zwei Zwanzigmarkscheine, ihm fehlte. Er nahm sofort sein Gegenüber am Kragen und sagte ihm den Diebstahl aus den Kops zu. Der ertappte Fledderer versuchte noch, ihm die Geld- scheine wieder in die Ueberziehertasche hineinzustecken. Es half ihm aber nicht«, er wurde verhaftet und von der Kriminalpolizei dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Das Opfer einer Gasvergiftung ist die Stütze Johanna Ober- steller aus der Linkslraße 26 geworden. Gestern früh wurde die O. tot in ihrem Bette aufgefunden. Wie festgestellt wurde, ist das junge Mädchen einem Unglücksfall erlegen. In der Nacht hatte sich der von der Gasleitung zu dem in dem Zimmer aufgestellten Gas- ofen führende Schlauch gelöst, wodurch das Gas ungehindert aus- strömen konnte. Obcrlichtrinbrecher suchten in der vergangenen Nacht das Haupt- geschäft der Butterhandlung.Union" in der Dresdener Straße 132 heim. Sie stahlen für 1999 M. Butter, Margarme und Schmalz.— Vor einigen Tagen erbeuteten diese Spezialisten in einem Zigarren- laden.in der Jerusalemer Straße für mehrere hundert Mark von den besten Zigarren und Zigaretten, Zigarrenspitzen und Pfeifen aus Meerschaum.— Durch ein Hoffenster, an dem sie eine Scheibe eindrückten und dann den Riegel umlegten, verschafften sich Einbrecher Zugang in das Modewarengeschäft von Guttenberg in der Wilmers- dorfer Straße 122 zu Charloltenburg. Sie nahmen für 3999 M. Blusen und andere Kleidungsstücke und 399 M. bares Geld mit. Eine neue Rohrpostbetriebsstelle mit Telegrammannahme und öffentlicher Sprechstelle wurde am 7. Februar in dem Postdieiist- gebäude in der Oranienburger Str. 73/76 eröffnet. Die Annahme von Rohrpostsendungen, Telegrammen und Gesprächsanmeldungen erfolgt dort im Sommerhalbjahr von 7 Uhr, im Winterhalbjahr von 8 Uhr vormittags bis 19 Uhr nachmittags. Von demselben Tage an wird die Rohrpostbetriebsstelle und Telegrammannahme bei dem Postamt Berlin öl 24 in der Oranienburger Straße 36/36 auf- gehoben. Die' Ocffentliche Bibliothek nnd Lesehalle, 80. Adalbertstr. 41, die jedermann zur unentgeltlichen Benutzung offensteht, ist im Monat Januar von 7984 Personen besucht worden. In der A u s l e i h- B i b l i ö t h e k wurden 2935 Bände unterhaltende und belehrende Literatur nach Hause verliehen. In der Lesehalle liegen zurzeit 541 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Das Institut ist werktäglich von S'/a— 19 Uhr abends, Sonn- tags 9—1 und 3—6 Uhr geöffnet. Auf Anfragen teilen wir mit, daß zur Benutzung der Bibliothek jede Person berechtigt ist, die das 14. Lebensjahr überschritten und ihren Wohnsitz oder ihre Beschäftigung in Groß-Berlin bat. Wer sich über Wohnung und Beruf durch Vorzeigung des Verbands- buches, WahlvereinSbuches, Krankenkassenbuches, Mielsvertrages oder ähnliche Papiere ausweisen kann, erhält eine Lesekarte unentgeltlich ausgestellt. Diese Lesekarte gilt zunächst für ein Jahr; sie wird nach Ablauf nach Kontrolle etwaigen Wohnungswechsels ohne weiteres von Jahr zu Jahr verlängert. Ein Höchstpreis-Merkbuch ist vom Nationalen Frauendienst. Ab- teilung Berlin, herausgegeben worden. Es ist soeben durch einen Nachtrag ergänzt worden, der die neu festgesetzten Höchstpreise für Käse, die ergänzenden Bestimmungen für den städtischen Schweine- fleischverkaus, Mehlpreise und die abgeänderten Preise für Brot ent- hält. Das Heft zusammen mit dem Nachtrag ist für 5 Pf. durch da? Hauptbureau des Nattonalen Frauendienstes, Nollendorsplatz 3, event. durch Briefmarkeneinsendung per Post zu beziehen. /tos den Gemeinden. Städtische Schulzahnklinik Charlottenburg. In der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 1915 wurde die städtische Schulzahnklinik in Charlottenburg von 3147 Kindern aufgesucht und zwar von 1468 Knaben und 1679 Mädchen. Von diesen waren 41 Knaben und 33 Mädcheu noch nicht schulpflichtig, sie waren der Klinik von den Kleinkinder- Fürsorgestellen zur Be- Handlung überwiesen. Außer einer Reihe anderer Behandlungen wurden 2979 Zähne gefüllt, 2487 Zähne gezogen und in 382 Fällen der Nerv getötet._ Städtischer Lichtbildervortrag in Lichtenberg. Dienstag, den 22. Februar, abends 8% Uhr, findet im Festsaale des Cecilien-Lyzeums, Ralhausstraße, ein' öffentlicher Lichtbilder- Vortrag des Herrn Dr. Richard Hennig, Dozenten der Humboldt-Akademie, statt über das Thema:.Abnorme Schlaf- und Dämmerzustände". Eintritt ist srei. Kinder unter 14 Jahren haben keinen Zutritt. Die Kinderwagensteuer in Spandau aufgehoben. Eine alte, längst nicht mehr zeitgemäße Einrichtung,-die oft den Spott herausgefordert hat, soll nun in Spandau verschwinden.- 'Die Poltzeiverwalkung in Spändaiu hat infolge des Beschlusses der städtischen Behörden, die sogenannte Kinderwagensteuer auf- zuHeben, eine Bekanntmachung erlassen, durch die vom 1. April dieses Jahres ab die Kinderwagen auch ohne Steuermarken auf den Bürgersteigen gefahren werden dürfen. Die Ausgabe von Kinderwagenmarken wird vom 1. April ab eingestellt. Die Steuer in Höhe von 1 M. jährlich mußte bisher entrichtet werden für die Erlaubnis, mit Kinderwagen die Bürgersteige befahren zu dürfen. Kommunaler Kartoffelvcrkaus in �riedrichshageu. Die Gemeinde hat nunmehr den Verlaus von Kartoffeln in eigener Regie übernommen. Es sind größere Voriäte vorhanden, so daß jede Familie ausreichend versorgt werden lann. dabei wird vorausgesetzt, daß diejenigen, die Bestände im Keller zu liegen haben, Rücksicht auf die minderbemittelte Bevölkerung nehmen. Der Verkauf findet von jetzt ab vormittags 9 Uhr im Hause S ch a r n- w e b e r st r. 12 9 stall. Es werden nur Mengen bis zu 29 Pfund für jede Familie abgegeben. Soziales. Dlenstvergcheu der Kassenbeamten. Dem preußischen Landtage liegt ein Geietzeiilwurf zur Regelung der Dienstvergeben der Kasienbeamlen vor. In der Begründung wild betont, ein solches Gesetz sei zur Beseitigung von Zweifeln eriorderlich, nachdem in Preußen von der Befugnis Gebrauch ge- macht ist, den Beamten der Orts-, Land- und Jniiuiigskrankenkassen, die auf Lebenszeit oder nach Landesrecht unwiderruflich oder mit Anrecht auf Ruhegehalt angestellt werden, die Rechte und Pflichte» gemeindlicher Beamten zu übertragen. Die Grundlage des vor- gelegten Di'ziplinarge'etzes bildet das Gesetz betreffend die Dicust- vergehen der nichttichiertichen Beamten vom 21. Juli 1852. Danach macht sich diszivlinar strafbar ein Beamter, der die Pflichten verletzt. die ihm sein Amt auferlegt, oder der sich durch sein Verhallen in oder außer dem Amte der Achtung, des Ansehens oder des Ver- lrauens, die sein Beruf erfordern, unwürdig zeigt. Die Disziplinar- strafen bestehen in: Warnung, Verweis. Geldbuße bis 99 M.. Arrest- strafe bis zu acht Tagen und in der Eulfernung aus dem Amt. Für die Anfechtung der Ordnungsstraienowa war, wie wir seinerzeit berichteten, in der Nacht zum 22. August in die Wohnung der Händler- s r a u Schmelzer eingedrungen und hatte diese, ihre drei Kinder und ihre Schwester, ein Fräulein Auguste Gaß, ermordet. Ein Millionrnvcrinächtnis zu Bolksbildungszwecken. Wie aus Budapest berichtet wird, hat Frau Irma Krail, die in vierter Ehe mit einem Baron Strahlendorf verheiratet war,»esta- mentarisch zehn Millionen für Volksbildungs- zjpecke vermacht. Der Eheinann der Erblasserin erhält nur eine geringfügige monatliche NnterhaltSfumme. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 448 der p r e u ß i s ch e iv A r m c c enthält Verlufte folgender Truppen: Etappen-Jnfpektion der 9. Armee, Infanterie usw.: Garde: 4. Garde-Regiment z. F.; Garde- Res.-Jäger-Bat. 3. Ers.-Maschinengew.-Komp. des Gardekorps. Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füf.-Regimenter Nr. 1, 3, 13, 14, 17, 18, 21 bis einschl. 24, 27 bis einschl. 30, 41, 42, 43. 41(f. auch Inf.- Reg. Nr. 372), 46. 147(f. Jnf.-Reg. Nr. 372), 360 bis einschl. 363, 366, 368 bis einschl. 372. Res.-Jnfl-Regimenter Nr. 3, 7, 8, 12, 15, ' 17. 13(f. cmch Drag.-Reg. Nr. 10>, 19 bis einschl. 23, 27, 30, 46, 227, 229, 269. Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 4, 6, 17, 19, 22, 23. 25, 27, 87(f. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 30), 118(f. Jnf.-Reg. Nr. 366). Landw.-Ers.-Jnf.-Regimenter Nr. 2 und 3. Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 109. Ueberplanmätziges Landw.-Jnf.-Bat. Nr. 1 des 4. Armeekorps. Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 11, 14(beide f. Jnf.-Reg. Nr. 360), 26 iu di, Sprechstunde mtl. Herta 10. Sie iönnten Beschwerde beim Magistrat führen.— A. K. Soweit sie nur garnisondiensl- und arbeitsverwendungssähig find. soll Entlassung eintreten.— Pankow 30. 1. V-esuchen Sie, eine Eini- gung mit der Finna zu erzielen. 2. Der Wirt kann Sachen einbehalten; er kann auch dre Kündigung aussprechen. Laden Sie ihn eventl. vor das MieiseiniNMgsamt.— E. L. 33. Bei der langen Arbeitszeit müssen der Tochter selokwersländlich Rubepausen zur Einnahme der Mahlzeiten ewäbrl werden, auch kann sie pünktliche» GeschästSschluh, eventl. Bezahlung der Uebcrstunden verlangen.— Genosse Adlershof. 1. und 2. Ja. 3. Nein — Su. 09. Ohne weiteres haben»sie deshalb keinen Anspruch aus Unter. stützung. Sie lönnten sich nur mit einem Gesuch an die von Jdncn ge- nannte Stiftung wenden.— R. F. 33. Wir würden Ihnen empsehlen. sofort die Klage einzureichen.— F. Drescher. Wen» Ihnen der Beseht zum Rirchenbesuch erteilt wird, können Sie sich dem nicht entziehen. Unseres Wissens iil seinerzeit vom Kaiser eine Verordnung eriaslen worden, wonach Dissidenten zum Kirchgang nicht gezwungen werden sollen. Sie tönnten wegen des Zwanges zum Kirchenbesnch in- stanzenmägige Beschwerde einreichen.— S. S. 043._1. und 2. Nein. — Lichtenberg 36 K. G. 1. und 2. Ja. 3. und 4. sie müssen der Kranlenkasse Mitteilung machen, daß Sie die freiwillige Mttgliedlchast fort- setzen wollen. 6. Sie müssen das angeben. Ob Ihnen die ftaatltche Unter« stützung gewährt wird, richtet sich nach der Höhe der Unterftützung deS Arbeitgebers.— M. R. 80. Erbberechtigt find die Mutter und die Ge- schwüler. Die Mutter erbt di- eine Hälfte, die Geschwister die andere Hälfte zu gleichen Teilen. Die Schuld muh an die Erben gezahll werden.— R. L 50. Nachmusterung kann noch erfolgen.— K. 88. 1. Ja. 2. Die Armendeputation des Magistrats.— P. H. 7809. jsür diesen Jahrgang in eine öffenlliche Aufforderung noch nicht erfolgt, Sie können diese ab- warten.— I. L. 3040. Ja.— F. A. 410. Es wäre zunächst zu emp- schien, sich an den Melallarbeiterverband zu wenden, eoent. löimen«ie durch Klage beim Gewcrbegcrichl die Zulage erwirken,— 39. B. 373. 1. Nach dem Ersatzbataillon. 2. DaS Testament muh nach dem Tode unverzüglich dem Amtsgericht eingereicht und Termin zur Eröffnung de». selben beantragt werden. 3. Senn Sie keine Abschrift erhalten, müssen Sie diese besonders beantragen. Charloitenbiirg. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Genosse Herniann Wolter Knchstr, 33/34 am 3. Februar im Lazarett Beelitz verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 8. Februar, nach- mittags 21/, Uhr, aus dem Fried- Hofe Fürstenbrunncr Weg statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 260/3 Der Vorstand. QMelw Eacartieiter-Verhaiil Zweigverein Barlin. Bezirk Osten U. Am 3. Februar starb unser Mit- glied, der Putzer kiermgllll Atettdias. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. Februar, nach- mittags 3',, Uhr von der Halle des Zentral« FricdboseS in FriedrichSfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 140/12 Die örtl. Berwaltnng. Als Opfer des Welt- kricgeS starb am 26. Ja- nuar 1916 an den Folgen eines BrustschusseS unser Genosse A Max Marschall im 32. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken l DieGenosieu des 175. Bezirks 4. Wahlkreis. Jugendveranstaltungen. Reinickendorf- Ost. Die von der BczirkSkommisfion für Tegel, Reinickendors-Ost und-West beschlossene Vortragsreihe über „Wirtschaftliche S t r e i s z ü g e' kann erst Dienstag, dm 16. d. M., beginnen. Vortragslokal: Jugendheim Reinickendors-West, Wachholder- strahe 44. Vortragender: Genosse Hosrtchter. Die Teilnahme er- wachsmer Genossinnen imd Genossen ist erwünscht. WetteranSstchten für daS mittlere Rorddeutschland bis Mittwoch mittag. MUd und zeilweise heiter, jedoch vorherrschend wolkig mit öfter wiederholten, meiit leichten Regensällen._ Am 1. Febiuar starb im Feld- lazarett als Opfer dieses Krieges insolge Blutvergiftung unser lieber. braver Kollege und Genosse, der Mitfahrer Paul Mewes im After von 31 Jahren. Sein Andenken wer dm wir stelS w Ehren halten! 0» Geeerntpersonel der Zentrale der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. 2316 Sonntag früh mlschlies sanft infolge SchlagansallS unsere liebe Mutter, Schwieger- Grotz» und Urgroßmutter Minna Möhle geb. Koch im 96. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbllebmm Karl Höhle, Marimdorser Str. 16. Beerdigung Mittwoch, 9. Febr., nachm. 5 Uhr, von der Leichen- balle des Gemeinde-FriedholS Mariendors, Friedmitrahe. Deutscher Transportarheiter- Verhantl. Bezirksverwaltung GroB- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unier Kollege, der Kutscher Guslsv Kunzendorf von der Firma Buch u. Landauer, Melchiorstrahe 4. am 5. Februar im After von 49 Jahren ver- storbm ist. Ehre ieinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 8. d. Mts., nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichen« balle des TbomaS- Kirchhofes, Hermannftrahe. aus statt. 61/16 Die Bezirksverwaltung. Tanksagung. Für die mir erwiesene herzliche Anteilnahme anläßlich deS AblevmS meines lieben Mannes, unseres guten Bruder» und Schwagers, de» Klempners A Adolf Rietzschel sage ich hiermit allen Freunden und Bekannten meinen innigsien Dank. Frau Wwe. Rietzschel nebst'Angehörigen. Tanksagung. Für die Beweise herzlicher Teil- nabme bei der Beerdigung meine» lieben Manne» sage ich allen Freun- den, Belanntcn und Verwandten so- wie dem Wablverein und dem Deut- schen Bauarbeiter-Berband meinen innigsten Dank, A Witwe 8aiier nebst Töchtern, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vater» sagen wir allen Freunden und Le- kannten unseren besten Dank. A Wwe. RrlltZ u. Kinder. KlnmtN' und krautdiudrm von Roden Meyer,' Jnh.:<*«41«ts! Marianncnstr. 3. Tel. 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