Ar. 42.-33. Jahrg. flbonnemcntS'Bedlrgungen: Bbonnemeius• Brei» pränumerand«, eiencliäbcl 3,30 Ml. monail 1,10 SKI. wochsnilich 26 Cfft frei mi Haut, Einzelne Nunnner S Lig SonnrazZ- numme, mN lllu0 Mar! iüi da» übrige Sutiand t Marl vro Mona» Loilobonneinenlt nehmen an. Leigien, Tänemarl, Holland, Zlalien. Luxemburg, Louugai, Rumänien. Schweden und die Schwei. VIS ei»! iZollch Verliner VolKsblerkk. ( 5 Pfennig) Die InfertlonS'Gebülir ietrSgl für die sechsgespallcnc Köllme!- »eUe oder deren Raum SO Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. lind Bersammlungs-Anzeigen 30 P-g, „Kleine Anaeigen das fcttgedrullle Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fetlgedrucktc Worte), jedes weitere Wort 10 P-g, Stellengesuche und Schlafstellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 6 Pfg, Worte über llS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Numiner müssen bis a Uhr nachmittags in der Ervedilion abgegeben werden. Die Erpediiion iit bis 7 Uhr abends geöffnet, Delegramm-Adresse: «SoziaMcaiokrat Bsrlio". sw Zentralorgan der rozlaldemokratifchen Partei Deutfcblands. Redaftlon: ctD. 6$, Linüenstraße 3. ffernftirrrtier:«mi Morittviav, Nr. 151 90— 15] 97. Sonnabend, den 12. Februar 1316. Expeüttton: SW. 08, Ltnöenstraße 3. Ztzernivrecher i Rmi Morttzpla«. Nr. 15190— 15197. Tirana. ihnen vom Staat gezahlten Kohlenpreiie als Rateneinzahlung auf die betreffende Ablösungssumme verrechnet werden� so daß nach Ablauf einer längeren Periode, vielleicht nach vier- zig, fünfzig, sechzig Jahren, entweder der Grubenbesitz ohne weiteres oder gegen Auszahlung des noch verbliebenen Restes der Abfindungssumme in den vollen Besitz des Staates übergeht. Trotzdem der Staat in solchem Fall nur einen Teil des Unternehmergewinnes erhielte, würde dennoch dadurch eine recht beträchtliche Summe in die Reichskasse fließen, denn der Kohlenbergbau hat in den letzten Jahrzehnten recht hohe Prosite abgeworfen, und es bestehen die allerbesten Aussich- ten, daß er nach dem Kriege noch weit höhere Gewinne� ab- werfen wird. Zudem aber würde ja bei einem derartigen Monopol dem Staat der bislang im Kohlenhandel erzielte beträchtliche Handelsprofit zufallen. Aber würde der Staat nicht bald dazu kommen, die Kohlenpreife zu erhöhen, um höhere Staatseinnahmen zu erhalten? Ich muß aufrichtig gestehen, daß ich solche Preisheraufsetzung nicht nur für möglich, sondern für sehr wahr- scheinlich halte— nur bin ich der Ueberzcugung, daß wir in den kommenden Jahren ohnehin, auch wenn kein staatliches Monopol z n st a n d e kommt, mit einer beträchtlichen Preis steige- rung auf dem Kohlen markt rechnen müssen. Überall, abgesehen von Deutschland und England, herrscht in Europa Kohlenmangel, und selbst in diesen beiden Landern sind die Preise gestiegen, in England noch mehr als in Deutschland, so daß tatsächlich heute Deutschland für verschie- dene Kohlensorten die niedrigsten Preise in Europa hat. Diese hohen Preise in den verschiedenen Ländern werden zwar nach dem Kriege fallen, aber es ist ganz aussichtslos, daß �sic auf ihren Stand vor dem Kriege zurücksinken. Die Vorräte sind überall zu knapp, daß die Nachfrage noch dem Kriege die Preise auf bisher ungetvöhnlicher Höhe holten wird, veson- ders, wenn erst die heute vielfach brachliegende industrielle Tätigkeit überall wieder einsetzt. Und zwar handelt es sich nicht um eine bald wieder abflauende, sondern um eine im ganzen aufwärts gerichtete Preisbewegung, mag auch diese im weiteren Verlauf durch kurze Abflauungszeitcn unter- krochen werden. Je mehr die Industrialisierung Europas steigt, desto mehr wird sich auch der Kohlenbedarf steigern- die vorhandenen Produktionsmöglichkeiten vermögen aber da- mit, falls nicht ganz neue technische Umwälzungen erfolgen, kaum Schritt zu halten. Die wirtschaftliche Entwickdung hat bereits dahin geführt, daß es heute in Europa nur noch zwei Länder gibt, die mehr Steinkohlen erzeugen, als sie für ihren eigenen Bedarf gebrauchen: Deutschland und England. Belgien, das noch vor wenigen Jahren seinen Bedarf an Kohlen selbst zu decken vermochte, ist bereits vor dem Kriege zum Kohlenimportland geworden. Frankreich produzierte in den letzten Jahren vor dem Kriege nur noch knapp zwei Drittel seines Bedarfs selbst. Oesterreich-Ungarn und Spanien decken ihren Bedarf an Steinkohlen nur ungefähr zur Hälfte ans ihren eigenem Kohlenbergbau, Italien förderte gar nur ein Fünfzehntel seines Verbrauches selbst. Und nicht anders steht es mit der Schweiz, den Niederlanden und den skandinavischen Ländern. Holland erzeugte z. B. in den letzten Jahren noch nicht ein Siebentel, Schweden noch nicht ein Dreißigstd seines Kohlenverbrauches. Steigen werden also die Kohlenpreise in jedem Fall, m i t oder ohne Monopol, der Unterschied ist nur, daß die Profit- und Vermögens st cigerung in dem einen Fall in die Tasche der Zechen- besitzer fließt, im anderenFall in dieRcichs- kasse zur Deckung staatlicher Ausgaben. Was vorzuziehen ist, braucht nicht erst lang und breit auseinander- gesetzt zu werden. Zudem aber sind an niedrigen Kohlen- preisen nicht nur die Arbeiter, sondern der ganze Mittelstand, fast die ganze Industrie interessiert und eine allzu erhebliche Verletzung dieses Interesses würde sofort in allen Kreisen eine starke Gegenbewegung hervorrufen. Außerdem bietet das Kohlenmonopol vor anderen Monopolen viele Vorzüge. Eine Verminderung der Arbeiterzahl ist z. B, bei der Durchführung eines solchen Monopols völlig ausgeschlossen, während durch das Tabakmonopol zweifellos ein großer Teil der Tabakarbeiter und Kleinhändler seine wirtschaftliche Existenz verlieren würde. Zudem aber müßte der Reichstag selbstverständlich einen gewissen Einfluß, viel- leicht durch Erwählung eines der Monopolverwaltung zur Seite stehenden Beirates oder Prüfungsausschusses, auf die Kohlenpreise erhalten. Darum aber, welche Monopole und welche Steuern im Interesse der Arbeiterklasse vorzuziehen sind, handelt es sich heute nicht mehr um die bloße Frage, ob wir überhaupt Monopole oder Steuern wollen. Solche Frage ist unter den gegebenen Verhältnissen ganz zwecklos. Sicherlich, die sozialdemokratische Fraktion kann f Staatsmonopole oder neue Steuern! li. Tatsächlich hat denn auch in den früheren Fällen, z. B. bei der Beratung des Kali- und Petroleummonopols, die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ihre Zustimmung oder Ablehnung zum Monopolvorschlag nicht davon abhängig ge- macht, daß der Staat mit dem Monopol keine fiskalischen Zwecke verfolge, auch nicht, daß er keinerlei Preiserhöhungen vornehme, sondern es war die Eigenart der betreffenden Monopolentwürfe entscheidend. So wurden z. B. im März 1912 bei der Beratung des Kaligesetzes in der Fraktion hauptsäch- lich folgende Vorbedingungen für die Zustimmung zur Ver- staatlichung gestellt: Die Erwerbung der bestehenden Betriebe erfolgt«ruf Grund- läge der tatsächlichen Anlagekosten. Die Monopolleitung geschieht unter Mitwirkung eines Bei- rats, der teils vom Bundesrat, teils vom Reichstag, teils von den in den Monopolbetrieben beschäftigten Arbeitern und Bsamien erwählt wird. Keine Schmälerung der Koalitionsfreiheit. Gültigkeit aller Arbeiterschutzgesetze. Beschränkung der Arbeitszeit aus acht Stunden. W Westlicher Kriegsschavplatz. Rardwestlich ovo Bimy machten die Frauzoseu aach stundenlanger Artillerievorbereitung viermal deu Ber- such, die dort verlorenen Gräbeu wiederzugewinnen. Ihre Angriffe schlugen sämtlich fehl. Auch südlich der Somme kvnuteu sie nichts von der verlorenen Stellung wiedergewinnen. Au der Aisne und io der Champague stelleuweife lebhafte Artilleriekämpfe. Einer nuserer Fesselballons riß sich unbemannt loS und trieb bei Vailly über die feindlichen Linieu ab. Oeftlicher Kriegsschauplay. Nördlich des Dryswjatysecs wurde der Vorstoß eiuer stärkereu russischen Abteilung abgewiesen. Balkan-Kriegsschauplatz. NichtS Neues. ObersteHeereSleitaug. « der englische Kreuzer �rnbis* von deutschen Torpedobooten versenkt. Amtlich. B e r l i u, 11. Februar. In der Nacht vom 16. zum 11. Februar trafen bei einem Torpedoboots- Vorstoß unsere Boote auf der D o g g e r b a u k, etwa 126 Seemeilen östlich der englischen Küste auf mehrere englische Kreuzer, die alsbald die Flucht ergriffen. Unsere Boote nahmen die Berfolgung auf, versenkten den neue» Kreuzer„ArabiS" und erzielten eine« Torpedotreffer auf einen zweiten Kreuzer.— Durch unsere Torpedoboote wurden der Kommandant der„ArabiS", ferner zwei Offiziere und 21 Mann gerettet. Unsere Streitkräfte haben keinerlei Beschädigungen oder Verluste erlitten. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. - M gslmeWW GklMWMelW. Wien, 11. Februar.(W. T.B.t Amtlich wird verlautbart: Ruffischer Kriegsschauplay. Die TiitigkeU feindlicher Ertunduugstruppe» gegen die Front der Armee Erzherzog Joseph Ferdinand dauert an. Unsere Sichernngsabteilungen wiesen die Russe» überall zurück. Die Vorposten des ungarischen Jnfanterie-Regimeuts Nr. 82 zcr« sprengten einige rnsfische Kompagnien. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die in Albani«« vorrückenden östrrrcichisch-ungarische» Streit- kräste haben am 9. d. Mts. Tirana und die Höhen zwischen Preza und Bazar Sjak besetzt. Der Stellvertreter de» Chefs des GeneralstabeS: von Hoefer. Feldmarfchalleutnant. werken verbunden sind, mögen diese die von ihnen benötigten Kohlenmengen direkt von den mit ihnen verbundenen Zechen beziehen, natürlich nur gegen Zahlung eines Zuschlagspretses an das Syndikat, der ungefähr der Differenz zwischen dem Preise entspricht, zu dem die staatlichen Vertriebsämter die Kohlen erhalten, und dem Preise, zu dem sie diese wieder an Hüttenwerke abgeben. Der Staat würde also nicht den ganzen, bisher den ZechenHesitzern zugefallenen Unternehmergewinn erhalten, sondern nur einen Teil desselben. Ein anderer Teil würde den Zechenbesitzcrn verbleiben, dafür aber Hätte der Staat auch nicht die großen Kapitalien aufzubringen, die zur Abfindung der Zechenbesitzer nötig wären: er brauchte für diese Kapitalien, die nach dem Kriege, tvenn überhaupt, nur durch hochverzinsliche Anleihen zu beschaffen wären, nicht alljährlich die Zinsen zu bezahlen, und er brauchte ferner nicht einen gewaltigen Verwaltungsapparat. Uebrigens ließe sich mit solcher staatlichen Monopolisierung der Kohlenversorgung zu- gleich auch eine allmähliche Enteignung oder Abfindung der jehigen Kohlengrubenbesitzer durchführen. So könnte bei- spielsweise zugleich auf der Grundlage der von den einzelnen Gruben in den letzten zehn oder fünfzehn Jahren erzielten Gewinne und der gegebenen Leistungsfähigkeit der Kapital- wert der Zechen festgestellt und ein gewisser Prozentsatz der erJTamt, wir wollen überhaupt keine Steuern ober Mono- vols, höchstenfalls eine Neichsoermögens- oder Reichseinkom- mensteuer. Aber es wäre mehr als naiv zu glauben, daß nun deshalb die Einführung von Monopolen einfach unter- bliebe. Der Erfolg würde lediglich sein, daß die bürgerlichen Parteien solche Monopole einführen, die ihnen von ihrem Stand Punkt aus als die verhältnismäßig günstigsten er- scheinen._ H. 0. Italismschss Lanöungskorps fiir Salom'ktt London, 10. Februar.(SB. T. B.)»Daily Telegraph' meldet auZ Mailand: Briands Mission werde bewirken, daß die Italiener ein �andungSkorpS nach Saloniki schicken, daß ein gemeinsamer diplomatischer Rat der Verbündeten mit dem Sitz in Paris errichtet werden wird und daß die Italiener an der Munitionserzeugung teil- nehmen. Gunaris über Griechenlanüs Haltung. Athen, 10. Februar.(W. T. 83.) Meldung der Agence Havas. Die Kammer hat der Regierung mit 266 von 272 Stimmen ihr Vertrauen ausgesprochen. Im Laufe der Debatte erklärte G u n a r i s über die Frage der Neu- tralität: Wir werden aus der Neutralität heraustreten, wenn die nationalen Jnter- essen es erheischen werden. Im Monat März 191S sind wir aus der Neutralität nicht herausgetreten, weil die Interessen des Landes es verlangten, daß wir neutral blieben. Es ist noch nicht an der Zeit, ein geschichtliches Urteil über die Politik der Regierung zu fällen. Der Minister schloß mit den Worten: Die Regierung muß die Mobil- machung aufrechterhalten. Wenn später irgendein Anzeichen die Möglichkeit einer Abrüstung erkennen" lassen sollte, so wird die Regierung ihre Zweckmäßigkeit prüfen. Der montenegrinische Ninisterpräsiüent über üie Irieüensbefprechungen. Paris, 11. Februar.(SB. T. 83.) Meldung der Agence Havas. Der n, ontenegri nische Minist erpräsident Muschko- witsch hat durch Vermittlung der montenegrinischen Gesandtschaft in Paris folgende a ni i l i ch e Note veröffentlicht: Um den tendenziösen Nachrichten ds-Z Feindes ein Ende zu machen, ist es von wesentlicher Bedeutung, eine genaue Darstellung von der Haltung Montenegros zu geben. Es ist vollkommen richtig, daß zu dem Zweck, gewissen entfernten Abteilungen zu ermöglichen, zur Unterstützung der an einer anderen Front sehr stark mitgenommenen Truppen heranzukommen, ein übrigens verweigerter Waffenstillstand erbeten wurde und daß darauf Friedensvorbesprechungen in derselben Absicht eingeleitet wurden. Die österreichischen Be- dingungen, die bekannt sind, wurden natürlich mit Entschiedenheit abgelehnt. Die königliche Familie und die Regierung mußten dar- aus eiligst das Land verlassen, um nicht in die Hände des Feindes zu fallen. Um die dezimierten und durch Anstrengungen und Eni- behrungen erschöpften unglücklichen montenegrinischen Truppen zum äußersten Widerstand zu ermutigen, mußte König Nikolau» einen Prinzen seines Hauses und drei Mitglieder der Regierung bei ihnen lassen. Bei seiner Landung auf italienischem Boden am 20. Januar erneuerte der König telegrapbisch seine ausdrücklichen Befehle an den Befehlshaber der montenegrinischen Armeen General Janko Wukotitsch in einer Weise, die jede Zweideutigkeit ausschließt. Die Befehle lauten: 1. Energischer Widerstand soll geleistet werden. 2. Der Rückzug soll in der Richtung auf die serbische Armee durchgeführt werden. 0. Von niemandem und unter keinem Borwande können Frieden«- besprechungen eingeleitet werden. 4. Der Prinz sowie die Mitglieder der Regierung haben der Armee auf ihrem Rückzüge zu folgen. ö. Die französische Regierung wird für die auf ihre Kosten nach Korfu gebrachte montenegrinische Armee dieselben Verfügungen treffen, wie fiir die serbische Armee. Die Anwesenheit des Königs von Montenegro und seiner Familie sowie die de? Regierungschefs Muschkowmch in Frankreich bildet das beredteste Dementi der niederträchtigen Ausstreuungen. Gegenwärtig entthront wie die Herrscher Belgien» und Serbien», hat der König von Montenegro nach treuer und weitgehender Pflicht- erfüllung das Schicksal seines Landes in die Hände ieiner Ber- bündeten gelegt, überzeugt von dem glücklichen Ausgang de» Kampfes, in dem er auszuharren beabfichligt. Abgesehen von der genauen Ausführung der genannten Befehle sind der König und die rechtmäßige Regierung, die heute nach Frankreich geflüwtet sind. nicht vcrantworlich für die Maßnahmen, die nack, ihrer Abreise seit dem 20. Januar und in der Folge unter dem Einfluß des Eroberers getroffen wurden, von wem sie auch ausgegangen fein mögen. Der französische Tagesbericht. Paris, 11. Februar.(W.T.B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Im Artois dauerte der Artillerielampf von der Höhe IIS bis zur Straße Neuville— TheluS an. Ein Hand- granatenkampf gestattete uns, den Feind auS mehreren Laufgräben zu vertreiben, die er westlich von La Folie besetzt hatte. Mil Einbruch der Nacht machten die Deutschen gegen unsere Stellungen an der Straße Neuville— La Folie einen starken Angriff, den wir zurück- wiesen. Der Feind konnte nur in einem der Trichter Fuß fasten, die wir ihm zuvor südlich von Dimme abgenommen hatten. Im Laufe der Operationen, die im einzelnen angegeben worden find. gestrigen und vorgestrigen, haben wir etwa b0 Gefangene gemacht und zwei Maschinengewehre und eine Revolverkanone erbeuteti Bon der übrigen Front ist nichts von Bedeutung zu melden. Paris, 11. Februar.(W. T.B.) Amtlicher Bericht von Donnerstag abend. Im Artois machten wir im Laufe des Tages weitere Fortschritte mit Handgranaten in den Verbindung«- grüben westlich von La Folie. Zwei deutsche Angriffe gegen uniere Stellungen westlich von der Höhe 140 wurden vollständig zurück- geschlagen. Nördlich vom Wege von Neuville nach TheluS ließen die Deutschen eine Mine springeii, wir besetzten den Sprengtrichter. Südlich der Somme wurde eine deutsche Jnfanterieabteilung, die ihre Gräben zu verlassen versuchte, durch unser Sperrfeuer in ihre Schützengräben zurückgeworfen. In der Gegend von BeuvraigneS zerstörte' unsere Artillerie ein Blockbaus und beschoß feindliche Lager. In der Champagne erziel! unser Zerstörungsfeuer aus die deutschen W-rke bei der Höh- vor Le MeSnil gute Ergebnisie. Im Woevre richteten wir im Walde Morl Mare auf die vorspringende feindliche Linie«in leb- hasteS Feuer, da« in einem Munitionslager eine Explosion hervor- rief. Heute warfen die Deutschen wiederum zwei großkalibrige Granaten in der Richtung Belfort. Unsere Artillerie nahm sofort den gestern festgestellten Aufstellungsplatz der Batterie unter Feuer. Gleichzeitig feuerten wir auf die mittlärischen Anlagen von Dornach südwestlich von Mülhausen. Belgischer Bericht. Ziemlich starke Artillerietätigkeit im Abschnitt Dixmuiden— Noordschoote und beim Fährhaus. Handgranaten- kämpf bei Steenstraete. Die englische Meldung. London, 10. Februar.95 Be- trieben und ö8 883 Beschäftigte«. Der zweite Reichstarifvertrag wurde 1913 bekanntlich erst nach einer elfwöchigen Aussperrung ab- geschlossen. Die Zahl der beschäftigten Personen, die dieser Reichs- tarifvertrag umfaßte, ging gegen die Vorjahre etwa« zurück, weil in den Lohngebieten Rheinland und Westfalen für einen Teil der Städte die offizielle Anerkennung des Reichstarifs nicht erreicht wurde. Am 31. Dezember 1914 betrug die Zahl der abgeschlossenen Verträge 362 für IS 890 Betriebe mit 65 620 Beschäftigten, von denen rund 40 000 im Malerverband organisiert waren. Bei den Verhandlungen über die Erneuerung deS zweiten Reichstarifvertrags. der am 15. Februar d. I. abläuft, stand die Lohn- frage im Vordergründe. Das bedingte die enorme, fast unerlräg- liche Teuerung aller notwendigen Bedarfsartikel für die breite Masse des Volkes, andererseits die unzulänglichen Lohnverhältnisse der Maler und Tiincher schon vor dem Kriege. Die Organisations- Vertreter verlangten für die Gehilfen eine Lohnerhöhung um 10 Ps. pro Arbeitsstunde. Die Arbeilgebervertreter wollten nur eine Teuerungszulage von ll'/z bis 4 Pf. auf die Stundenlöhne zubilligen. Nach langen Beratungen einigte man fit? auf eine Zulage von 6 Pf. für die Stunde bei einer Arbeitszeit von neun oder weniger Stunden, und einer Zulage von 5 Pf. in Orten mit einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden. Diese Zulage soll vom 1. März ab be- zahlt werden. Der Reichstarif wird bis zum 15, Februar 1917 ver- iänaert. Ueber diese Vereinbarungen hat nun die General- Versammlung zu entscheiden. Es ist wohl anzunehmen, daß fie an- genommen werden. Die inneren organisatorischen Verhältnisse des Verbandes wurden natürlich durch den Krieg stark beeinflußt. Nach Ausbruch deS Kriegs wurde die Krankenunlerstützung außer Kraft gesetzt, dafür aber die Arbeitslosen- und Familieuunterstützung stark in Anspruch genommen. Vor allem gingen die Einnahmen an Beiträgen stark zurück, im Jahre Mi— für 1918 liegen die Fahlen noch nicht vor— allein um beinahe eine halbe Million Mark gegenüber dem Jahre 1913. Trotzdem konnte sich daS Geiamlvermögen der Organisation am Schlüsse des Jahres 1914 auf der gleichen Höhe halten wie 1918— wo allerdings über 2 Millionen Mark für Streiks und Aussperrung gebraucht wurden—, es belies sich aus rund 730 000 M. Die Mltgliederbewegung zeigt in den Berichtsjahren 1913 und 1914 einen rückgängigen Lauf. Das Jahr 1913 stand noch unter dem Zeichen wirtschaftlichen Niedergangs. 1914 unter dem des Krieges. Am 1. Januar 1913 betrug der Mitgliederbestand 50 550, Ende Dezember 44 842 und Ende 1914 22 610. Das Kriegsjahr 1914 brachte also einen Rückgang um rund 50 Proz Neu auf« genommen wurden 1913 rund 15 000, 1914 rund 12 000 Kollegen. Neben dem Willen im unmittelbaren Interesse der Mitglieder und ihrer Angehörigen durch mnerorganisalorische Maßnahmen ent- faltete der Verband auch eine umfassende soziale Tätigkeit zur Milderung all der Not. die der Krieg allen Berufsangehörigen brachte. Mit den am ReichSlarif beteiligten Organisationen rinrgte sich der Verband zu gemeinsamen Schritten: Beschaffung von Arbeitsgelegenheil durch eine Eingabe an sämt- liche Behörden; strengste Durchführung des bestehenden Tarifvertrages; Verkürzung der Arbeitszeit durch örtliche Vereinbarung; Aufforderung an die Behörden, Arbeiten nur an lariflreue Unter- nehmer zu vergeben. So suchte der Verband auf allen Gebieten die Interessen seiner Mitglieder zu wahren._ Deutsches Kelch. Gegen die Tcuerungszolage im Malergewerbe. Der Landesverband Hamburg Deutscher Ardertgebervrrbände im Malergewerbe beschäftigte sich in einer Mitgliederversammlung mit der Verlängerung de» Reichslarisvertrages in Verbindung mit einer Teuerungszulage von 6 Pf. die Stunde. Nach langer Aussprache wurde beschlossen,.im Hinblick auf die Notlage der Malermeister' die Vereinbarung abzulehnen und in diesem Sinne auf dem am 14. Februar in Eisenach lagenden Hauptverbandstage zu wirken. Die Lackierermeister haben beschlossen, sich der Entscheidung des Landes- Verbandes anzuschließen. Ausland. Antzerordentliche Zusammenkunft italienischer Landarbeiter. Rom, 28. Januar 1916. fElg. Ber.j Die dem Zentralverbande der italienischen Landarbeiter angeschlossenen Gewerkschaften der landwirtschaftlichen Tagelöhner und Teilpächter haben am 26 d. M. die Vertreter ihrer Provinzialveibände zu einer außerordentlichen Zusammenkunft nach Bologna einberufen. Die Sekretärin des Zentralverbandes Genossin A l t o b e l l i gab einen kurzen Situations- bericht, in dem ste feststellte, daß alle Provinzialverbände treu zum Zentralverbande halten, verloren wurden nur die Landarbeiter- organisationen der Provinz Padua, die von der Regierung autgelöst worden sind. Frau Altobellt bringt weiter zur Kenntnis, daß nach Erhebungen des Zentralverbandes 25—30 Proz. der Landarbeiter ein- gezogen sind, daß aber trotzdem, selbst in der Hochsaison der land- wirtschaftlichen Arbeiten, über Beschäfligungslosigkeit zu klagen war. welcher Mißstand noch durch den gei ingen Umfang der öffentlichen Arbeiten verschärft wurde. Nach einem Referat des Genossen Samoggia diskutierte dann die Zusammenkunft die Frage der von der Regierung im Interesse der landwirtschaftlichen Produktion und des ländlichen Proletariats zu fordernden Maßnahmen. Aufgestellt wurden die folgenden Forde- rungen: Gründung städtischer und provinzialer Arbeitsnachweise, die alle einem dem Reichsarbeitsamle angegliederten Zentralarbeits- Nachweis angeschlossen sind. Diese Arbeitsnachweise haben durch Erhebungen den Bedarf und das Angebot von Arbeitskräften für die einzelnen Gegenden festzustellen und die nötigen Zu- und Ab- Wanderungen zu organisieren, wobei für die Arbeitsbedingungen die Tarifverträge der Einwanderungsgegend zugrunde gelegt werden sollen; wo Tarifverträge fehlen, sind durch gemischte Kommissionen Minimal! öhne festzustellen. Schaffung besonderer landwirtschaftlicher Kommissionen in allen Provinzen, die die Bestellung der Felder über- wachen, Maßnahmen gegen unterbliebene oder unrationelle Bestellung zu ergreifen ermächtigt sind und den Anbau gegebener Produlle ver- fügen können. Einführung staatlicher Arbeitslosenunterstützung durch Vermittlung der Gewerkschaft. Erlassung eines Dekrets, das die Land- ardeiler zur Bestellung der Latifundien ermächtigt, wo sie zu dieser Bestellung fähig find, wobei durch eine gennichie Kommission die Höhe der Pacht, eventuell auch erst nachträglich, festzusetzen ist. Tie Zusammenkunft hat ihre Arbeiten mit der Annahme einer Tages- ordnunq beschlossen, in der die Unzulänglichkeit der Regieruugs- maßnahmen gegen die Lebensmiltelieuerung beklagt und ein Gesetz gegen die Exmittierungen der Arbeiter gefordert wird. Die Tages- ordnung stellt auch fest, daß die Preissteigerung der landwirlicha'l- lichen Produkte, die im Mittel 50 Prozent betrifft, nicht eine Folge der erhöhten Produktionskosten ist, da die Steigerung der Arbeits- löhne weit hinter diesem Prozentsatz zurückbleibt und betont das Recht der Arbeiter, auch in dieser Ausnahn eperiode Lohnerhöhungen zu erlangen. Soziales. Etu Exempel soll statuiert werden. Im Tone des Dieners, der auf den Reichtum und die Macht seines Herrn stolz ist, erklärte eine junge Dame, welche die Konfektionsfirma Max Behrendt vor der Kammer 1 des Gewerbegerichts vertrat: Das Klageobjekt spiele für die Firma keine Rolle. Um das Geld, welches die Klägerin fordere, handele es sich nicht. Das würde die Firma obne weiteres für einen wohltätigen Zweck geben. Deshalb lehne der Chef der Firma einen Vergleich mit der Klägerin— den das Gericht vorgeschlagen hatte— ab. Es solle ein Exempel statuiert werden. Warum fühlte sich die Firma Max Behrendt veranlaßt, durch ihre Vertreterin so ostenlaliv betonen zu lasten, sie wolle ein Exempel statuieren? Die Klägerin war bei der Finna als An- probiertame beschäftigt. Es war eine Küiidigungsfrist von einein Monal vereinbart. Die Klägerin baue gelündigt, wurde zwei Tage daraus krank, konnte deshalb zwei Wochen nicht arbeilen, hat danach aber wählend der zweiten Hälfte der Kündigungszeil wieder ibre Arbeit versehen. Obgleich die Klägerin durch eine Beickeiuigi'iig der Krarikenkasie ihre Arbeitsunfähigkeit nachwies, glaubie die Firma, es handele sich nur um die.Kündigungskraukheit' und zahlte für die Krankheitszeit keinen Lohn,»um ein Exenipel zu statnieren.'— Dem Antrage der Klägerin enliprewend wurde die Beklagte zur Zahlung von 51 M. verurteilt, weil nur an- dauernde Krankheil ein Entlasiungsgrund sein könnie. Bei einem Arbeitsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von einem Monai könne ein« zwei Wochen währende Krankheil nicht als dauernde Krankheit angesehen werden. Nach der Verkündung deS Urteils machte die Vertreterin der Firma ein sehr verdutztes Gesicht und versuchte noch, Einwendunzen gegen das Urteil zu machen. Anscheinend konnte die junge Dame gar nicht begreifen, daß das Gericht auf Grund des geltenden Recht» ein anderes Exempel statuieren mußte, als es die beklagte Firma beabsichtigt hatte._ «rbetter-Samartterbund. Kolonne Grotz-Lerlin. Lebr- stunde haben nächste Woche, abends 8llt Uhr: I. und IV. Abt. Kövenicker Etraße 62 In GieskcS Vereinshaus Montag, den 14. Februar; III. und VI. Abt. SchSncberg, Vorbergilr II, Reslaurant Hacndel, Freitag, den 18. Februar. Vortrag von Dr. Moses und Bundcsvorfitzcndem E. Stein. Nach dem Vortrag praltische Verbandüdungen. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. AretrrllgtSse«emetnde. Sonntag, den 13. Februar 1916, vor- mtttagS 9 Uhr, Pappel-Allee 15/17; Neukölln, Ideal-Passage; Tegel. Bahn- hofstr. 16, und Oberlid oneweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung— Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße 6: Bortrag des Herrn Ernst Däumtg:.Eine Wanderung durch buddhistisches Land.' mea �eacblen Sie meine»lel-en Scbauicxuler. Ollioi WIM. 66i 57 Brunnenstr. 66 1.57. 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KgBt. 18708 4 jßoge ten teiilrai-ßäi». Diana-Bad aCBi'd«. Nationai-Bad. Bninnen»tr. I. Passage- Bad Reform-Bad, Wiener Str. 65. 4 Bäcker-' g, Konditoreien\ Br. Friedridb, Eisenbahnsir. 31. Ws tiib's EroliMeiei Geschllfte tn allen Stadtteilen Berlin« •owie in Neukölln u. Treptow GerpOndet 1892. F. Kiesewetter, Sekmlbeiotrair. II. Felix Kynast, Dänenstr. I. G. Meier, Grünerweg ü7. Fr. Pribyl, Osnabrückorstr. 26. TüPhQtl Filialen in allen lalUaU Stadtteilen. Emil Werk, Samariterstr. 8. Otto Wölfl, Treptow, Krüllst. 16 Zacbau, Gr.-L!chterfMCk2MsiC5t85a Pani Zaatrow, Stromstr. SS. 4 Bawd-qen, Otirw" tw. k R. Bänke, Stralauer Str. 56. E. Kraus, KommaDdaatCBstr. II. A. E. Lange, Brunnenstr. 166 4 EistenTSTtaMw, Waffen. Werkz. ► Carl Jung, Stromstr 51! KtüblmaBn,P.�iüIl«rsl.40b,£mSeoat Erscheint 2 m wöchentlich | Beaengsquellen�Verzeichnis. UnSenttshend« Geschäfte empfehlt* sich b. Einkauf. r Wilhelm dbaet 3 B 25 eigene Filialen. August Holtz Ucnn. 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Zedlitz und Rcukirch, leitete seinen Bortvag mit einer Darlegung der Rechtslage nach dem B e- lagerungszustandsgesetz ein. Danach sind Militär- Behörden im Sinne dieses Gesetzes allein die konrmandierenden Generale und die Festungskommandanten. AIS Inhaber der voll- ziehenden Gewalt sind ferner die Militärbehörden an die Gesetze und rechtszuständigen Verordnungen so gebunden wie die Zivil- behövden, nur in bezug auf Verbote im Interesse der öffentlichen Sicherheit sind ihnen weder durch Verordnung noch Gesetz Schran- ken gezogen. Nur müssen sich solche Verbote an die Allgemeinheit wenden, also den Charakter von Verordnungen haben. Tatsächtich hat, abgesehen von dem Gebiete der außer Kraft gesetzten preußischen Verfassungsartikel, die Handhabung des Be- lagerungsgesetzes seitens der Militärbehörden zu besonderen Be- schtzverden nicht mehr Anlaß gegeben. Vielfach sei die Schnelligkeit und Bestimmtheit der militärischen Anordnungen sogar von der Bevölkerung günstig aufgenommen worden. Anders liegt die Sache auf dem Gebiete der Bersammlungs- und Preßfreiheit. Namentlich in bezug auf die Freiheit der Meinungsäußerung seien die Beschränkungen nicht nur nicht geringer geworden, sondern haben sich ständig vermehrt. Die» gilt insbesondere von der Handhabung der Zensur. Hier sei zunächst die Forderung gleicher Behmrdlung aller noch keineswegs erfüllt, weder örtlich noch sachlich. Soweit ersichtlich, wurden die Vertreter der weitgehendsten Kriegsziele wie die Vertreter vorzeitigen Friedensabschlusses be- scnlders streng überwacht und in ihren Aeußerungen«ingeschränkt. Sachlich sei der Begriff„militärisöbe Angelegenheiten" immer weiter auf das politische Gebiet ausgedehnt und damit auch das Gebiet der Prä- veniivzensur erweitert worden. Von der Unter- stellung des ganzen Inhalts von Tageszeitungen unter die Zensur und von den: Verbot von Zeitungen sei vielfach Gebrauch gemacht worden, und zwar nicht ohne starke Härten. Von der Berliner Presse werde nicht mit Unrecht die Schuld weniger den Militär- behörden selbst beigemessen, vielmehr die Ursache in der Hauptsache in der vorhandenen Oiberzensur gesucht. Diese sei sehr mannigfaltig, vor allem aber komme dabei die Zensurstelle des Auswärtigen Amts in Betracht. Soweit die Zensurmatz- nahmen der Militärbehörden durch Zivilbehörden, insbesondere durch Zentralstellen des Reiches oder Staates veranlaßt seien, liegt unzwelfelhafj die politische Verantwortlichkeit den betreffenden Ministerien, insbesondere also dem Reichskanzler, ob, soweit Zentralstellen des Reiches, namentlich das Auswärtige Amt, Zensureinwirkungen ausicben. Insoweit sei die im Reichstage ab- gegebene Erklärung, daß der Reichskanzler für die Handhabung des Belagerungszustandes keine Verantwortlichkeit trage, zweifellos unzutreffend. Das Staatsministerium werde in diesem Punkte daher leichter Abhilfe schassen können, als wenn es sich lediglich um die Militärbehörden selbst handelt. Was insbesondere die Erörterung der KriegSziele anlangt, so sei nach der gesamten Kriegslage ein naher Friedens- schluß wenigstens nicht unmöglich und daher die Freigabe Jcenig- stanz dar Richtlünen für die Kriegsztele geboten, wenn die Stimme des Volkes überhaupt rechtzeitig gehört werden soll. Eine solche Freigabe sei auch, was das Ausland anlangt, unbedenklich, und man darf zu unserem Volke sicher das Vertrauen hegen, daß es von der Freiheit der Meinungsäußerung keinen unrichtigen Gebrauch machen werde. Hisrnach empfiehlt es sich, dahin zu wirken, daß die Freiheit der Metnungsäutzerung nur soweit beschränkt werde, wie dies zur siegreichen Durchführung des Krieges notwendig sei, daß insbeson- dere die Erörterung wenigstens der Richtlinien der Kriegs- und FricdenSziele freigegeben werde und daß die Einrichtungen zur gleichmäßigen Handhabung der Zensur vervollkommnet und wirk- samcr gestaltet werden. Was schließlich die Erlasse des Ministers des Inner» anlangt, so seien die Mißverständnisse, zu denen die nicht glückliche Fassung des Erlasses vom lö. April v. I. vielfach Anlaß gegeben habe, letzt dahin ausgeklärt, daß die geplante Presseernrichtung nichts anderes bezwecke als die Auffassung der Staatsregierung auch in den Leserkreise« der kleinen Presse zu verbreiten. Eine Beschränkung der Freiheit der Aeutzcrung auch der gegnerischen Presse sei weder beabsichtigt noch zu befürchten. Nachdem inzwischen der Minister des Innern auch erklärt habe, der Resolutton des Reichstages zuzustimmen, wonach Vorsorge getroffen werden soll, daß durch Einrichtungen der Kricgszeit nicht eine Beschränkung der Freiheit der Meinungsäußerung in der Friedenszeit erfolgt, glaubte er seinerseits vorläufig einen Anlaß zu besonderen An- trägen nicht zu erkennen. Der Minister des Innern erkannte einleitend an. daß die Auf- rechterhaltung des Belagerungszustandes immer g r ätze r e Hemmungen und Erschwerungen des privaten und des öfserrt- lichen Lebens zur Folge habe. Erschwerungen, die die Bevölkerung mit anerkennenswerter Disziplin trage. Als allgemeine Ueber- zeugung stelle er aber fest, daß man ohne Belagerungszustand doch wohl nicht auskomme und ihn aufrechterhalten müsse. Die Beschwerden wendsn sich wohl auch weniger gegen den Belagerungs- zustand selbst als gegen seine Handhabung auf einigen Gebieten, besonders auf dem Gebiet der Prcssezensur. Mißhelligkeiten und Mißgriffe in der Zensur seien vorgekommen und kämen vor. DaS sei aber nicht erstaunlich angesichts der Tatsache, daß Deutsch!a»d nach mehr als einem halben Jahrhundert uneingc- schräntter Freiheit der üffcrktlichen Meinung mit ungeheurer� Geschwindigkeit in den Kriegszustand habe übergeleitet werden müssen. Es hätten keine geschulten Kräfte für die Handhabung der Zensur zur Verfügung gestanden. Die kommandierenden Generale hätten sich in ein ihnen fremdes Betätigungsfeld einleben müssen, und sie hätten es mit großer Ausopferung getan und m-it bestem Willen. Die Mißstände beträfen doch nur eine, wenn innner große Zahl von Einzelfällen. Der Minister des Innern hebt darauf hervor, daß die Zensur in der Kriegszielfrage naturgemäß als� besonders drückend empfunden werde. Der Wunsch, sich über die für die Zukunft Deutschlands entscheidenden Fragen des Ergebnisses dieses Krieges auszubrechen, müsse besonders lebbast empfunden werden. Was die gelegentliche Betätigung von Verwaltungsbeamten in Zensurstellen und als Zensoren angehe, so geschähe es in der Eigen- sch-ft der Beamten als Militärpersonen. Er, der Minister, habe kein« Möglichkeit, diesen Beamten Vorschriften über die Hand- habunz der Zensur zu machen. Die Wirksamkeit der Zentral- behörton in den Zensurangelsgsnheiien müsse sich auf Ausgleich und Bermittelung in Einzelfvagen befchränksn. In solcher Weise habe er sich bemüht und habe sehr häufig Endgegenkomms,: bsf den Militärbefshlshabern gefunden, in einer Reihe von Fällen hätten die Generale nach nochmaliger Prüfung des Tatbestandes keine Veranlassung zur Abänderung ihrer Verfügungen gefunden. An- schließend macht der Minister des Innern Mitteilungen im ein- zelnen über Ausamm-snsetzung und Betätigung des Kriegs- Presseamts. In innerpoli tischen Fragen bestände, was ins- bssoitdere die Kritik an der Regierung angehe, Verhältnis- mäßige Freiheft. TaS habe man in den Ernährungsfragen 1 gesehen, auch an der Kritik, die seine Erlasse über die Versorgung der kleinen Presse mit Nachrichten und offiziösem Maderial ge- funden hätten. Ter Minister des Innern hebt in längerer Aus- führung über die Bedeutung der Presse und ösfentlichon Meinung und ihr Verhältnis zur Regierung im einzelnen hervor, daß er das Recht und die Pflicht der freien Meinungsäußerung auch für die Regierung beanspruche. Er verirr teilt im emzelne» jeden Versuch behördlicher Beeinflussung des Wahlergebnisses, will aber unter- schieden wissen zwischen dieser Wahkbeeinflussung und der Pflicht- gemäßen Geltendmachung der Regierungsansichten zur Wahlzeit. Das Volk wolle gerade zur Wahlzeit von der Regierung wissen, wohin die Reise gehe. Der Erlaß vom 19. April 1915 sei im Grunde zeitungstechnischer Natur. Er habe wich keine politische Partei oder politische Richtung im Auge. Den Ausführungen des Berichterstatters könne er, wie in sehr vielen anderen Fragen, so auch in der Auslegung seiner Erlasse, nur folgen. Nach weiteren längeren Ausführungen schließt der Minister, indem er der Erwartung Ausdruck gwt, daß die milderen Formen des politischen Kampfes, an die sich die Presse im Kriege gewöhnt habe, auch im Frieden beibehalten bleiben. In der Aussprache ergab sich vollständige Uebereinstimmung darüber, daß während des Krieges eine Aenderung der gesetzlichen Vorschriften über den Belagerungszustand nicht herbeigeführt wer- den könne; ebenso ergab sich völlige Uebereinstimmung darüber, daß der Belagerungszustand während des Krieges nicht aufgehoben wer- den dürfe. Es werde daher bestehenden Beschwerden lediglich im Verwaltungswege Abhilfe zu schaffen sein. Solche Beschwerden wurden von verschiedenen Seiten namentlich über die Handhabung der Zensur geführt. An einer Reihe von Beispielen wurde dar- getan, daß die Zensur mit besonderer Strenge gegen- über Pretzorganen von sehr entschieden nationaler Richtung und auch gegenüber solchen von entgegengesetzter ge- band habt werde. Die Einrichtungen zur Herbeiführung einer gleich- mäßigen Handhabung der Zensur hätten zum großen Teile versagt. Die» gelte insbesondere von der Preßkonferenz im Reichstags- gebäude. Ferner wurde lebhafte Beschwerde über die Ausdehnung und Anwendung der Präventivzensur und die Z e i t u n g s- verböte erhoben. MemungSverschiedenheiten ergaben sich in bezug auf die Frage, ob die Erörterung der Kriegsziele jetzt freizugeben sei. Von der einen Seite wurde die alsbaldige Freigebung ivenigsiens der Richtlinien der Kriegsziele damit befürwortet, daß der$rieg vielleicht bald beendigt werden könnte, und daher die Gestchr besteht, daß die öffentliche Meinung nicht mehr rechtzeitig zur Geltung gelange. Auck sei von einer alsbaldigen Erörterung der KriegSziele weder eine ungünstige Wirkung auf das Austzmd noch im Inlande zu befürchten. Von einer Seite wurde dargelegt, daß die Freigebung der Besprechung der KriegSziele zurzeit noch nicht angängig sei; die Kriegslage sei noch nicht dazu angetan. ES empfehle sich daher nur, zu verlangen, daß pie Erörterung der KriegSziele baldmöglichst freigegeben werde. Zu den Preßerlassen des Ministers des Innern wurde von einer Seite ausgeführt, daß man, bevor man zu einer endgültigen Beurteilung gelangen könne, zunächst ihre Wirkung abzuwarten habe. Von anderer Seite wurde die geplante Einrichtung für entbehrlich erklärt, weil die Regierung in der.Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und anderen Organen genug Mittel zur Kundgebung ihrer Auffassung besitze. Von dritter Seite wurde die geplante Preßeinrichtung geradezu als unzweckmäßig bezeich- net; Anträge aber wurden in dieser Richtung nicht gestellt. Im Verlauf« der Aussprache wurde darauf hingewiesen, daß auch Zivilbehörden ein« Einwirkung auf die Handhabung der Zensur ausübten, und daß für diese Einwirkung der Zivilbehörden die Verantwortlichkeit von den dafür zuständigen Reichs- oder Staatszentralverwaltungen getragen weichen müsse. Mit Rücksicht hierauf erklärte der Minister des Innern, daß, soweit de lege lata eine Verantwortung der Zivilbehörden für Zensurmatzregeln rechtlich möglich sei, st« jetzt bereits von den vtr- antwortlichen Stellen, insbesondeve von ihm selbst, in vollem Umfange übernommen wevde. Tie weitergehmtden Forderungen seien Wünsche de lege kerenda. Nach der überwiegenden Ansicht des Hauses solle ja aber ein« Aenderung der Gesetzgebung über den Belagerungszustand während des Kriege» nicht erfolgen. Stach Schluß der Aussprache gab der Berichterstatter eine Zusammenfassung derselben und gelaugte dabei zu folgendem Antrag: Die königliche StaatSregierung zu ersuchen, dahin zu wirken: 1. daß fortan von den Militärbehörden die Pretzfreiheit und das Vereins- und Versammlungsrecht mir soweit beschränkt wird, als dies im Interesse siegreicher Kriegführung unbedingt ge- boten ist; 2. daß insbesondere die Erörterung der allgemeinen Richt- lirrien unserer Friedensziele tunlichst freigegeben wird; 3. daß die für die gleichmäßige Handhabung der Zensur getroffenen Einrichtungen wirksamer gestaltet werden. Ein weiterer Antrag: Die köingliche Sdaotsregierung zu ersuchen, dahin zu wirken. daß.die Verantwortung für die Handhabung der Zensur in den- jenigen Fällen, in denen die Zensur von RechtÄiehövden oder unter Einflußnahme von Rechtsbehörden ausgeübt wird, von den zuständigen ReichSverwaltungsbehörden übernommen wird; werde nach den letzten Erklärungen des Ministers de» Innern bei der Schlußredaktion eine anders Fassung erhalten müssen. Die Beschlußfassung über die Anträge soll in der nächsten Sitzung erfolgen. •» • 3lödEj&cm die Denkschrift der Reichsrcgierung über den H-Bootkrieg und die Aeutzerung des Reichskanzlers, daß er die Empfindung des ganzen deutschen Volkes ausspreche, wenn er erkläre, daß er einer Demütigung Deutschlands nicht zustimmen und sich die Waffe der Unterseeboote nicht aus der Hand reißen lassen könne, veröffentlicht ist, hat die Staats- Haushaltskommission des Abgeordnetenhauses mit überwiegender Mehrheit beschlossen, einen am 9. d. M. von ihr ge- faßten Beschluß der Oeffentlichreit zu übergeben. Der Be- schluß lautet: „Den Präsidenten des Abgeordnetenhauses zu ersuchen, dem Herrn Ministerpräsidenten von folgender Auffassung der Kommission Mitteilung zu machen: Die Kommission würde es im Interesse des Landes für schädlich erachten, wenn sich aus der Stellungnahme der Rcichsleitung gegenüber Amerika die Konsequenz einer Einschränkung in unserer Freiheit, einen uncin- geschränkten und dadurch voll wirksamen Unterseeboot- krieg zum geeigneten Zeitpunkt gegenüber England auf- zunehmen, ergäbe." Löhnung unö Verpflegung öer Soldaten. D. Stücklen, Mitglied des Reichstages. Vielfach erfolgende Anfingen lassen erkennen, daß im Felde und in der Heimat eine große Unkenntnis darüber vorhanden ist, was den Soldaten an Gebuhrnissen und Verpflegung zusteht. Es ist unter diesen Umständen gewiß von Stutzen, die einschlägigen Bestimmungen einmal kurz«läutert zusammenzustellen. Zunächst die Geldbszüge. Hier ist zu unterscheiden zwischen mobilen und immobilen Truppen, Recht ost taucbt die Meinung aus. daß die innerhalb der deutschen Grenzen stehenden Truppen immobil sind, dagegen die jenseits der Grenze stehenden Truppen mobil. So einfach ist die Unterscheidung nun freilich nicht. Darüber, ob eine Truppe mobil ist oder nicht, bestehen besondere Vorschriften. So kommt es, daß Truppenteile, die in Teutschland stehen, mobil sind; � umgelehrt dagegen befinden sich Truppen im feindlichen Gebiet im � immobilen Zustand. Beschwerden dagegen sind völlig zwecklos, weil j für die Frage, ob ein Truppenteil mobil ist oder nicht, ausschließ- ! ltch militärische Gesichtspunkte bestimmend sind. Ter finanzielle : Effekt ist allerdings recht fühlbar. Tie mobilen Truppen erhalten ! die Kriegslöhnung. Diese beträgt monatlich für Feldwebel 99 und 39 M. Zulage= 126 M.; Vize-Feldwebel 63 M.; Sergeanten 57 M.; Unteroffiziere 40 M.; Gefreite 18,90 M.; Gemeine 15,00 M. Immobile Truppenteile beziehen die Friedenslöhnung. Diese beträgt für Feldwebel 81 M. und 15 M. Zulage— 96 M.; Vize-Feldwebel 57 M.; Sergeanten 19,50 M.; Unteroffiziere 30,60 M.; Gefreite, berftiene, 12,90 M.- Gefreite, unberittene, 11,40 M.; Gemeine, berittene, 11,40 M.; Gemeine, unberittene, 9,90 M. Außerdem erhält jeder Eingezogene, der es nicht schon einmal bekommen hat, ein Putzgdd von 7,40 M, Auf Zulagen, die gewährt werden können, kann hier nicht näher eingegangen werden; es handelt sich zumeist um 51ommandozulagen, die bei Verwendung zu besonderer Dienstleistung zuständig sind. Ein Uebelstand tritt aber besonders in die Erscheinung. Das sind die nicht etatsmäßigen Unteroffiziere. Jede Kompagnie hat eine bestimmte Anzahl Unteroffiziere; wird nun ein Soldat zum Unteroffizier befördert, ohne daß eme etatsmätzige Stelle frei ist, dann kann er die Unteroffizierslöhnung nicht bekommen, sondern wird bis zum Freiwerden einer Stelle als Soldat gelöhnt. Grundsatz sollte es sein, etatsmätzige Unteroffiziere nicht als Ersatz hinauszuschicken, solange sich bei der Truppe noch außerctatsmäßige Unteroffiziere befinden. Im Felde erhalten die Truppen außerdem noch Belohnungen, so z. B. für die Eroberung einer feindlichen Fahne 720 Di. Dieser Betrag wird aber nicht verteilt, sondern bleibt der betreffenden Truppeneinheit zu zweckmäßiger Verwendung im Interesse der Truppe. Die Krankenlöbnung der Mannschaften betrug früher pro Tag 10 Pf., sie ist erhöht worden auf 33 Pf. pro Tag, gleichgültig ob der Soldat im Felde verwundet oder in der Heimat krank geworden ist. Und nun zur Verpflegung. Im Frieden beträgt das Be- köstigungsgeld pro Mann und Tag 60 Pf., im Kriege 1,20 Di. Dar- aus geht schon hervor, daß der Soldat im Felde eine reichere Verpflegung zu beanspruchen hat Die Verpslegungsvorschnsteu sowohl für da» Heer, wie auch für die Marine, sind außerordentlich um- fangrcich." Sie sind auf dem Grundsatz aufgebaut, zur Verpflegung der Soldaten nur gute Rohmaterialien zu beschaffen. Die Friedens- Verpflegung setzt sich im allgemeinen zusammen: 1. aus 250 Gramm Fleisch im rohen Zustande gewogen, oder 200 Gramm Fleischkon- serven oder geräucherten Speck; nach neueren Bestimmungen können auch Fische gegeben werden. 2. Gemüse: 125 Gramm Reis, Grieß, Graupen, Grütze oder 220 Gramm Hülsenfiüchte, oder 69 Gramm Dörrgemüse oder 150 Gramm Gemüsekonserven oder 1200 Gamm Kartoffeln. 3. 25 Gramm Salz. 4. 15 Gramm gebrannten Kaffee. Es kann auch die Hälfte Gemüse und die Hälfte Kartoffeln zu- sammengegeben werden oder zwei Drittel Gemüse und ein Drittel Kartoffeln. Dazu 750 Gramm Brot. Die mobilen Truppen haben Anspruch aus 375 Gramm frische», gesalzenes oder gefrorene» Fleisch. Statt-dessen dürfen auäi verab- reicht werden 550 Gramm Flußfische oder 372 Gramm frische-sec- fische oder 226 Gramm Salzfische oder 225 Gramm Heringe oder 200 Gramm Rauchfleisch oder geräucherter Speck oder Fleischlon- serven. Dia Sätze für Gemüse entsprechen den Friedenssätzen. Unter Umständen können auch gegeben werden 200 Gramm Rudeln oder je 1200 Gramm Speiserüben oder Kohl oder 450 Gramm Sauerkohl oder 125 Gramm Backobst. Ferner 25 Gramm Salz, 25 Gramm gebrannten oder 30 Gramm ungebrannten Kasfce, statt des Kaffees auch 3 Gramm Tee nebst 17 Gramm Zucker. Die tag- liche Brotration beträgt 750 Gramni Brot oder 400 Gramm Eierzwieback oder 500 Gramm Feldzwieback. Auf diese Verpflegung haben alle mobilen HeereSangehörigen ohne Unterschied des Ranges und der Dienststellung Anspruch. Ein« besondere Verpflegung einzelner Chargen— ctiva der ll.itcr- offiziere— wäre also nicht zulässig. Bei außerordentlichen Anstrengungen sind die Arinee-Oberkommandos ermächtigt, eine Er- IBHung der Bekostigungsportionen anzuordncn. wenn nicht zu befürchten ist, daß daraus Derlegenheit-cn für die nachfolgende Zeit erwachsen. In der Nagel soll jedoch die Erhöhung nicht mehr de- tragen als ein Drittel der regelmäßigen Fleisch- oder Gemüse- p-ornon. Unter gleichen Voraussetzungen oder wenn die kliuia- tischen oder WitterungSverhältnisie es ratsam erscheinen lassen, sind die Armee-Oderkommandos befugt, eine doppelte Kafsee- portion oder neben der Kaffeeportion 0,1 Liter Branntwein oder statt Kaffee eine doppelte Teeportion zu gewähren. Bei Mangel an Fleisch können mehr Gemüseionserven gegeben und unter außer- gavöhnlichen Verhältnissen dürfen mit Zustim-mung des Kriegs- Ministeriums auch Genußmitt-el als Zuschüsse zur Feldkost gegeben werden. Bei-den einzelnen Truppenteilen wird der Vcrpslegungs- dienst nach Anordnung des Kommandeurs durch die VerpflegnngS- offtziere und ihr Hilfspersonal(dazu kommandierte Mannschaften und Unteroffiziere) währgenomnien. Bei den jetzigen Lebensmittelpreisen kann die Verpflegung in der Heimat natürlich nicht mehr mit 60 Pf. pro Mann und Tag bestritten werden. Das Kricgsministerium hat deshalb die Per- pflegungsgebührnisse den örtlichen Verhältnissen entsprechend fen- gesetzt. Klagen kommen besonders von den Truppenteilen, die von privaten Unternehmern verpflegt werden, die natürlich mög- lichst viel verdienen wollen. Deshalb müßte man dafür sorgen, daß Untenrehmer völlig auSgosthaltet werden. Wo die Truppe zur Selbstwirtschast übergeht, verschwinden sofort eine Menge Klagen, namentlich dann, wenn Leute in die Kückic kommandiert werden, die auch wirklich zu kochen verstehen. Die Urlaubs frage ist natürlich eine besonder» brennende, denn es ist begreiflich, dag jeder Eingezogene den lebhaften Wunsch bat, seine Angehörigen von Zeit z» Zeit einmal zu sehen. Hier ist nun festzuhalten, daß ein gesetzlich festgelegter Anspruch auf Urlaub nicht besteht. Aber den Truppenkomma, wenren ist nahe- gelegt worden, Urlaub zu geben, wenn die dienstlichen Verhältnisse das gestatten. Die Erteilung von Urlaub ist also völlig in da» Belieben de» Kommandeurs gestellt. Daran ist nun einmal nichts zu ändern. Es liegt aber im Interesse der Truppe selbst, den i Mannschaften den Urlaub, wenn eS irgend geht, nicht zu per- weigern. Mir der Gewähruirg von Urlaub ist jetzt die freie Fahrt und die Gewährung eines Verpfleaungsgcldes von 1.50 M. pro Tag verbunden. Hier llnd aber gewisse Einschränkungen� zu� beachten. So wird freie Fahrt nicht gewährt bei kurzem, sich öfter wiederholendem Urlaub. So z. B. wenn Mannschaften über Sonntag aus deiT�rniioii in die nahe Heimat fahren. Damit entfällt auch das Vcrpflegungkgeld. Dieses Geld wird auch dann nicht bezahlt, wenn ein längerer Urlaub gewährt wird, damit der Mann sein eigenes Geschäft versehen oder in einen, Betriebe die. Arbeit aufnehmen kam,. Unter diesen Umständen kann natürlich auch den Lan-dwirtsn, die zur FrühjaprSbestellung beurlaubt werden, nur die fieie Fahrt, nicht aber Verpflegungsgeld gewährt werden. Mehrfach ist die Befürchtmig aufgetaucht, die Saupileute in der Heimat würden mit der Erteilung von Urlaub sparsamer sein, wenn Freifahrt und Verpflegungsgeld gefordert wird. Wenn ein Haupt- mann so verfahren wollte, so würde er sich damit direkt in Wider- spruch setzen zu den Intentionen des Reichstages, denn durch fieie Fahrt und Verpfleanngsgeld soll der Urlaub erleichtert, nicht aber erschwert werden. In diesem Zusammenhang ist noch zu er- 1 wähnen, daß Schnellzüge nur gegen Bezahlung deS Zuschlages und Jtur, wenn nlindestcns 100 Kilometer zurückgelegt werden, benutzt werden dürfen. Tie Bestimmungen für die Murine entsprechen im allgemeinen denen des Lundheeres, insbesondere gilt, soweit das Verpflegungsgeld in Betracht kommt, das Folgende: Tie Bestimmung, nach welcher diu toabrcnd des Krieges unter Gewährung freier Fahrt beurlaubten Mannschaften mobiler und immobiler Formationen des Heeres für diu Dauer des Urlaubs Berpflegungsgebührmffe erhalten, ist durch '.Xlltuböchstc Order vom 30. Januar 1910 auch auf die Mannschaften der Marine ausgedehnt worden. Der Anspruch auf das Verpflegungs- fteld für Sie Mannschaften der Marine beginnt ebenso wie flir die des Heeres mit den? 21. Dezember 1915. Ms Groß-Serlin. Kinüer. Auf meitlen Zug wartend sitze ich in einem Wirtshaus am Alexanderplast in Berlin und lese die Zeitung. Kaum habe ich angefangen, tönt es an mein Ohr: „Ansichtskarten! Drei Stück'n Groschen!" Ich schaue auf. Es ist ein Junge von etwa neun Jahren. Tie Uhr ist einhalb zwölf nachts.„Danke Kleiner!" sage ich. Noch keine zwei Zeilen habe ich gelesen, da höre ich: „Schnürsenkel gefällig? Kaufen Sic mir doch ein paar ab,.Herr!" Ich schaue aui. Es ist ein Mädchen von ungefähr zwölf Jahren. Die Füße stecken in Latschen. Draußen regnet civ Das Gesicht deZ Mädchens ist so grau und alt, daß ich erschrecke.„Danke, Kind. Ich habe wirklich keinen Be° darf."«Ach, Herr, nur ein Paar." Das Kind schaut flehend. Ich habe kaum wieder in die Zeitung gesehen.„Streich- Hölzer. 5 Pfennig die Schachtel!" Ein Knirps von höchstens 7 Jahren steht vor mir, und hinter ihm steht eine bleiche Frau, jung noch, aber mir ist's, als breche sie jeden Augen- blick zusammen. Ich nehme eine Schachtel. Noch habe ich die Stelle nicht wieder, wo ich las, da ruft es: „Bleistifte! Kragcnknöpfe! Feuersteine!" Es ist ein Junge von unbestimmbarem Alter, der einen Blinden führt. Und so geht der Zug der Kinder ununterbrochen fort durch das Lokal. Als ich gehe, frage ich einen Jungen:„Wo ist denn dein Bater?"—„Vater ist int Krieg," antwortet er. Ich will nicht entscheiden, ob er mir die Wahrheit sagte: aber der Ge- danke fuhr mir durch den Kopf: Was werden die Bäter iggen, wenn sie vom Kriege heimkehren, und wie werden sie chro Kinder wiederfinden? Hier ist ein Stück von Deutsch- länds Zukunft in Gefahr, während draußen die Väter für Deutschlands Zukunft kämpfen. Tie Sparwut mit M. In dein Ausschuß zur Herbeiführung einer gleichmäßigen An- Wendung des Familienunterstützungsgesetzes wurde von sozialdemo- izaiischer Seite gefragt, ob der Magistrat nicht endlich den ftädtiichen Zuschuß zu der Beihilfe für Kinder von 0 auf 7,50 M. heraufsetzen iiierd-. Der Magistrat erklärte, daß ein definitiver Beschluß noch nicht gefaßt ist. ES wurde von dem Ausschuß der Stadtverordneten einmütig erklärt, daß die endliche Heraufsetzung des Kinder- zuschuffes dringend erforderlich ist. Hoffentlich steht der Magistrat bald ein, daß es unangebracht ist, die Sparwut auf 1,30 M. zu- Ungunsten der Kinder der Kriegsteilnehmer zu erstrecken. Mord und Selbstmord? Eine Familientragödie, die noch der Aufklärung bedarf, hat sich in Schvneberg abgespielt. In ihrer in der Torgaucr Str. 11 ge- legenen Wohnung wurden am gestrigen Freitag vormittag der Schlosser Paul Lehmann und seine Ehefrau Emma tot aufgefunden. Das Schlafzimmer war über und über mit GaS gefüllt. Andere Ilmstände lassen jedoch darauf schließen, daß auch Vergiftung durch � ein anderes Gift vorliegt. Ob es sich um einen Mord- uxld Selbstmord handelt, oder das Ehepvar im Einverständnis frei- willig in den Tod gegangen ist, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Wir erfahren hierüber noch folgende Einzelheiten: Der 3Sjährige Schlosser Paul Lehmann wohnt mit seiner drei Jahre älteren Ehefrau Emma schon längere Zeit im viertenjStockwerk oeS Hauses Torgauer Straße 11, wo das Paarcine aus zwei Stuben und Äücke bestehende Wob- liung inne hat. Dos Eheleben war nicht besonders glücklich. Zank und Streit war recht häufig an der Tagesordnung. NahrungSsorgen hatrc das Ehepaar nicht, da der Mann, der als Vorarbeiter in einem großen Werke' in Oberschöneweide beschäftigt war, guten Verdienst hatte und Ske Frau, da Kinder nicht vorhanden waren, ebenfalls außer dem Hause arbeitete. Allem Anscheine nach waren die Ehegatten auf- einander sehr eisersiichtig. und machten sich gegenseitig das Leben durch fortgesetzte Vorwürfe und Verdächtigungen schwer. In der iläch: vom Mittwoch zum Donnerstag vernahmen die Nachbarn Schreien und fortgesetztes«stöhnen in der Lehmannichen Wohnung, legten dieser Wahrnehmung aber keine besondere Bedeutung bei, da ist glaubten, es habe wieder einmal zwischen den Eheleuten ein Streit stattgefunden, wie dies häufig der Fall gewesen. Erst als mau weder den Mann noch die Frau am Donnerstag zu sehen be- kam und am Freitagmorgen starker Gasgeruch wahrgenommen wurde. dar aus der Lcbmaunschen Wohnung kam, schöpfte man Verdacht. Der benachrichtigte Hauswirt verständigte das nächste Polizei- revier. das sofort Beamte entsandte, die die Wohnung durch einen Schlosser öffnen ließen. Die Eintretenden fanden die Eheleute im Schlafzimmer, das über und über mit Gas gefüllt war, tot auf. Frau Lehmann log entkleidet im Bette, während der Mann auf dem Fußboden einige Schritte von seinem Bette entfernt aufgefunden wurde. � Die Lage der Leiche ließ darauf schließen, daß L. sich in heftigen Schmerzen gewunden und sich infolge dieser Schmerzen aus dem Bett hinaus gewälzt hatte, wobei eö das Deckbett mit sich gezogen hatte. Auf emem Spinde wurde eine weiße Taste entdeckt, in der noch ei» Rest einer braunen Flüssigkeit, nach dem vorläufigen Befund offenbar Gift, enthalten war. Die Möglichkeit ist gegeben� daß einer der beiden Ehegatten dem andern Gift beigebracht und dann selbst von der tödlichen Flüssigkeit getrunken hat. Darauf deutet der Um- üand, daß, wie bereits oben erwähnt, die Nachbarn stundenlanges Schmerzcnsgestohne gehört haben und daß ferner der Schlosser einen so entsetzlichen Todeskampf hatte durchmachen müssen, wie man >hn nur bei Vergiftungen findet. Darauf deutet die Lage der Leiche. Der überlebende Ehegatte hat dann jedenfalls noch die Gasbähne geöffnet, um sicher den Tod zu finden. Die Leichen sind beschlag- »ahmt worden. Die Obduktion dürfte jedenfalls Klarheit über den rätselhaften doppelten Todesfall bringen. Bom Berliner Jnnungswesen. Heber die Innungen Berlins hat die Gewerbedeputation der Stadt nach den Bestimmungen dcr Gewerbeordnung die Aufsicht zu führen. Der letzte Jahresbericht der Gewerbedeputation. der das Perwaltungsjabr 1914(1. April 1914 bis 81. März 1915) behandelt, wird erst jetzt vom Magistrat bekanntgegeben. Er kann_ mitteilen. daß im Berichtsjahre die Zahl der Innungen unverändert ge- blieben ist. Am 31. März 1915 bestanden 65 Innungen, darunter warm 41 freie Innungen und 24 ZwangSmmmgen. Anträge auf Er- Achtung von neuen ZwangSinnungen lagen vor, aber im Hinblick auf den Krieg verschob der Oberpräsidenr die Entscheidung. Der M i t g l i e d e r b e st a n d der Innungen hat sich im ganzen nur wenig geändert, im einzelnen aber hatten manche Innungen doch recht erbebliche Aenderungen— teils Zunahmen, teils Ab- nahmen— zu verzeichnen. Vom vorletzten zum letzten Jahre ist die Gesamtzahl der Mitglieder bei den freien Innungen gesunken von 9385 um nur 10 auf 9375, bei den Zwangsinnungen gestiegen von 19 703(einschl. 1425 freiwillige Mitglieder) um nur 170 auf 19 873(einichl. 1266 freiwillige Mitglieder). Unter den freien Innungen waren im letzten lbe-w. vorletzten) Jahre die stärksten die Fleische: innung mit 1359(1207) Mitgliedern, die Barbier-, Friseur- und Pcrückenmacherinnung mit 1210(1233), andererseits die schwächsten die Strumpfwirkerinnung mit nur 10(10), die Kammacherinnung mit nur 8(10). Solchen Zwerggebilden kann man wenigstens den Kuriositätenwert nicht bestreiten. Bei den ZwangSinnungen stand im letzten(bezw. vorletzten) Jahr an der Spitze die der«chneider mit 6865(5500) Mitgliedern, dann folgten in weitem Abstand die Schuhmacherinnung mit 2172(2078), die Bäckerinnung mit 1922 (20061, die Tischlerinnung mit 1723(2493) usw., und die kleinsten Innungen waren hier die der Feilenhauer mit 40(40), der Taschen- uhrgehäusemacher mit 37(30), der Kupferschmiede mit 30(34). In dieser Zusammenstellung fällt auf neben der starken Zunahme bei der Schneiderinnunz die starke Abnahme bei der Tischlerinnung. Manche Innungen haben auch weibliche Mitglieder, die oben selbstverständlich überall eingerechnet sind. Weibliche Mitglieder zählte man im letzten(bezw. vorletzten) Jahre bei den freien Innungen 370 0568), bei den Zwangsinnungen ohne die der Schneider 380(352). Für die Zwangsinnung der Schneider wurden im vorletzten Jahre die bedeutende Zahl von 1300 weiblichen Mit- gliedern angegeben, au? dem letzten Jahre aber hat der Bericht hier die besonderen Mitgliederzahlen der beiden Geschlechter nicht mit- geteilt. Die Gesamtzahl der weiblichen Zwangsinnungsmitglieder belief sick im vorletzten Jahre auf 1852 und wird im letzten Jahre wohl noch höher gewesen sein. Ein Opfer der Butterkuappheit ist gestern der 57jährige Ober- Postschaffner Hermann Siemen geworden. Vor dem Laden der Konsumgenossenschaft der Postbeamten in der Heiligengeiststraße hatte fich an: gestrigen Freitag schon in den Morgenstunden wiederum eine große Zahl von Personen angesammelt, die Butter kaufen wollten. Unter ihnen befand sich auch Siemen. Nach einer etwa anderthalbstündigen Wartezeit kam die Reihe endlich auch an ihn. In demselben Augenblick aber, als der Beamte den Laden betreten wollte, brach er plötzlich besinnungslos zusammen. Der Erkrankle wurde sofort zu einem in der Nähe wohnenden Arzt gebracht, der jedoch nur noch den infolge Herzschlages bereits eingetretenen Tod feststellen konnte._ Kammermusikabende für die Berliner Arbeiterjugend. Die Bildungsarbeit inmitten des werktätigen Jungvolkes rastet auch während des Krieges nicht. Zum Beweise dessen genügt es, jetzt auf die„Einsllhrungsabende in die Kammermusik" hinzuzeigen, die das Jugendsekretariat für Groß- Berlin im Verein mit dem Bildungsausschuß veranstaltet. Von allen Künsten vermag die Musik am meisten. Keine wirkt so unmittelbar auf das Gemüt, als sie. Nicht früh und oft genug kann man die veredelnde Macht echtester Musik vernehmen. Glücklich schätzen darf sich jeder, dem solches ver- gönnt ist Der Tempel der Mufik hat viel Gemächer, und in jedem lvohnt eine andere Gattung. Alle diese Stufungen auf einmal kennen zu lernen, wird dem ungeübten Ohr zu schwer. Der Geist und das Herz müssen erst allmählich aufnahmefähig gemacht werden. Aller musikbildnerische Ausgang wird sich daher wohl am sichersten von Werken der Kammermusik herzuleiten haben. Jedes der hierbei mitwirkenden Instrumente tritt selbiländig hervor. Solvohl der ihm jeweils zugewiesene Melodienpart wie die der- schiedenen Klangfarben von Saiten-, Blase- oder Hammerinstrumenten lassen sich leichter uniericheiden und festhalten. Wie aber alle scheinbar sich fliehenden Einzelmelodien in der Harmonie ihren Zenlralpunkl baben und im Zusammenklang eben das jeweilige Musikwerk darstellen: diese Erkenntnis ist der positive Gewinn für den Hörer. Fast alle unsere klaisischen wie neuzeitlichen Komponisten haben den„Kammerton" gepflegt. Bei ihnen ist unerschöpfliche Ausbeute an sinnigen Gedanken und herrlichen Klängen. Die Programme zu den erwähnten Einflihrungsabenden sind ökonomisch bemessen. Das«steiner-Rothstein-Quartett bat den instrumentellcn Teil, Gesangskünstler haben den vokalen Teil. Der zweite der vier in der Aula des KlostergymnafiuMs stattfindenden Abende, dem wir anwohnten, brachte je ein Quartett von Haydn und Beethoven. In Maria Fuchs, die deutsche, böh- mische, mährische, schwedische und niederländische Volkslieder— Begleiter am Flügel war Fritz Becker— vortrug, begegnete man einer Sängerin mit pastoser bieatamer Altstimme und schöner liinst- lerischer Durchbildung. Unsere Arbeiterjugend füllte, Sitz an Sitz, den Saal. Die Andacht des Hörens dokumentierte sich auf allen Gesichten:, und einmütiger Beifall dankte den Künstlern. SS vvt» Mark gestohle«. Ein großer Postdiebsiahl, der am 26. v. M. aus der Eisenbahn- strecke Luckau-Uckro verübt wurde, beschäftigt auch die Bersiner Kriminalpolizei. Dort fiel den Dieben eine Kiste mit 23 000 M. in die Hände. Die Lbcrpostdirektivn zu Frankfurt a. O. bat gleich aus die Ergreifung der Täler eine Belohnung von 1000 M.' ausgesetzt. Unabhängig hiervon sichert sie jetzt für die Wiederbeschaffung deö gestohlenen Geldes eine Belohnung von 10 Proz. des wiederherbei- geschafften BelragcS zu. Die gestohlene Kiste ist 30 Zentimeter lang und je 20 Zentimeter breit und hoch. ES ist eine Eichenholzliste mit Eisenbcschlag und zwei eisernen Handgriffen. Sie wurde auf dein Bahnhof in Luckau in das Postabteil eines Pendelzuges gebracht und sollte ohne Begleitung eines Postbeamten befördert werden. Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen sind die Diebe, nachdem sie Beamten die Kiste mit anderen Sachen auf dem Bahnhof Luckau in das Abtei! gestellt, dieses verschlossen hatten und dann weggegangen waien, gleich dort auf dem Bahnhof auf der anderen Seite ein- gestiegen und haben die Kiste herausgeholt. Der Diebstahl wurde abends zwischen 8 und 9 Uhr verübt, also zu einer Zeit, wo es schon finster war. Der ganze Zug war bereits fertig gemacht. Die Kiste enthielt 1000 M. in Gold(40 Zwanzig- und 20 Zehnmarkstücke), 6 Tausend-, 106 Hundert-, 20 Fünfzig-, 150 Zwanzig-, 50 Zehn-, 100 Fünf-, 100 Zwei- und 200 Einmarkscheine. Die hiesige Kriminal- Polizei forscht insbesondere nach, wer von hier dort in der Gegend irgendwie beschäftigt und bei dem Diebstahl beteiligt gewesen sein könnte. Frauenarbeit während der Kriegszeit. Um den vielen Heimarbeiterinnen, aber auch anderen Frauen Aufklärung über dieses für sie so wichtige Thema zu geben, hat der Verband der Schneider eine öffentliche Franenversammlung einberufen, die am Montag, den 14. Februar, in Wilmersdorf im Vikloriagarten, Wilhelmsaue 114 und 115, stattfindet. Es kann den arbeitenden Frauen und Mädchen oder solchen, welche die Not der Zeit zur Umschau nach bisher vielleicht ungewohnter Arbeit zwingt, nur empfohlen werden, diese Versammlung aufzusuchen. DaS Opfer einer Gasvergiftung ist der 43 Jahre alte Geschäfts- sührer Alois Baur aus der Ackcrstr. 164 geworden. Der Mann be- wohnte als Junggeselle für fich allein im Erdgeschoß des Seiten- flügels eine Stube und Küche. Gestern früh sah man bei ihm in der Küche noch Licht. Im Laufe des Vormittags wurde man durch einen starken Gasgeruch auf seine Behausung aufmerksam. Als man auf Klopfen keine Antwort erhielt, benachrichtigte man die Polizei. Ein Schutzmann und Feuerwehrleute, die mit dem Sauerstoffapparat kamen, fanden Baur in seiner Stube tot im Bette liegen. Wieder- belebungsverfiiche blieben erfolglos. Vom Gaskocher war der Schlamb herabgefallen und Küche und Stube hatten sich ganz mit Gas gefüllt. Ms öen GemeinSen. Zustimmung zur Haltung der Zwanzig. Eine von zirka 250 Mitgliederndes Sozialdemokratischen Wahl- Vereins Treptow- Bau mschulenweg besuchte Versammlung nahm nach einem Referat des Genossen Z u b e i l gegen einige Stimmen eine Resolution an, worin sie sich mit der Haltung der zwanzig sozialdemokratischen Reichstagsabgeordnelen zu den Kriegs- krediten am 21. Dezember 1916 einverstanden erklärten. Die Versammlung konnte in der Stellungnahme der Zwanzig zu den Kriegskrednen nicht den Versuch einer Parteiipaltung oder eines Disziplinbruches erblicken, sondern betonte, daß sich diese Ver- treter auf den allein richtigen Standpunkte stellten. Für ihre Slellunguahme sind die zwanzig Genofien lediglich dem Parteitage, nicht aber der Fraktionsmehrheit oder dem Parteiausschuß verantwortlich. Städtischer Schmalzverkauf in Neukölln. Vom Montag, den 14. d. Mts.. ab wird in der städtischen Verkaufsstelle Kirchhofstr. 20/23(Freibank) Montag, Mittwoch und Donnerstag von 3—8 Uhr nachmittags, und in den übrigen Fett- Verkaufsstellen: Jnnstr. 26(Koreng), Kaiier-Friedrich-Str. 38(Lindner), Steinmetzstt. 47(Selrmann), Mainzer Str. 3(Schleusener), am Mon- tag, Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend von 9—12 Uhr vor« mittags und 4—7 Uhr nachmittags ausländisches Schweine- schmalz zun: Verkauf gelangen. Der Verkauf findet nur gegen Vorlegung des Mittel st ücks der 62. Brottarten Woche, das ist die Woche vom 14. bis 20. Februar d. I., statt und wird, um allzu großen Andrang zu verhindern, auf fünf Wochen nach folgendem Plan verteilt: Es erhalten in der Woche vom 14. bis 19. Februar die Inhaber von Brotkarten der Serie XXH Nr. 1—50 000, vom 21. bis 26. Februar: Serie XX IT Nr. 51 000—100 000, vom 28. Februar bis 4. März: Serie XXm Nr. 1—50 000, vom 6. bis 11. März: Serie XXTTT Sir. 51 000— 100 000 und vom 13. bis 18. März: Serie XXTV Nr. 1— 70 000. Das Mittelstück der 52. Brotkartenwoche ist insbesondere von denjenigen, die nicht in der ersten Woche berücksichtigt werden können, sorgfältig aufzubewahren. Der Verkaufspreis beträgt 2,80 M. je Pfund. Auf die einzelne Brotkarte darf nur>/„ Pfd. abgegeben werden. Das Mittelstück der Brotkarte wird auf der Vorderseite bei dem Verkauf abgestempelt. Städtischer Eierverkauf in Potsdam. Durch Vermittelung der Stadt gelangen von jetzt ab in PotS- damer Geschäften und in den städtischen Verkaufsstellen größere Menge» Eier zum Verkauf. Gegen Vorlegung der Lebensmittel- ausweiskarle werden 10 Stück verabfolgt. Der Preis ist auf 31 Pf. für 2 Stück festgesetzt.— Gleichzeitig gibt die Kriegsfürsorczeabteilung des Magistrates bekannt, daß sie gute Naturbutter, die auf die hiesigen Wochenmärkle gebracht wird und keinen Absatz findet, nach Marktschluß zum Marktpreise in der städtischen Lebensmittelabteilung, Türckstr. 7, aufkauft._ Lichtbildervortrag der Stadt Neukölln. Der nächste von der Stadtgeineinde Neukölln veranstaltete Volks- tümliche Vortrag findet Dienstag, den 13. Februar 1916, abends 8'/z Uhr. in der Aula der Realschule Boddinstr. 34— 41, statt. Herr Professor Schmidt-Neukölln spricht über das Thema:„Ein Spazier- gang durch das geschichtliche Bertin." Der Vortrag ist mit Licht« bilden: ausgestattet. Numerierte Platzkarlen, die zugleich zur kosten- freien Abgabe der Garderobe berechtigen, sind zum Preise von 10 Ps. vom 9. Februar ab im Rathauie, 2 Treppen, Zimmer 2l0, während der Dienststunden von 8—2 Uhr sowie an der Abendkasse erhältlich. Der Vortrag beginnt pünktlich zu der angegebenen Zeil, sotaß verspätet kommende Besucher nicht zugelaffen werden können, anch wenn sie im Besitze von Platzkarten sind. Gerichtszeitung. ZiZldik Mark„verdient". Einer recht schmutzigen Ausbeutung der durch den Welt- krieg geschaffenen Lage machte sich, wie bar der 3. Straf- kammer des Landgerichts l unter Vorsitz des Landgerichts- direttors Uug.. gestern festgestellt wurde, der Kaufmann und Verlagsbuchhändler Martin S a l o m o n schuldig. Er stand unter der Anklage der Untreue und des Betruges. Dcr Angeklagte ist beschuXdigt, einen Verein, der zu wohltätigen Zwecken eine ganz billige Kriegszeitschrift verausgab, um die Summe von 3 73186 Mark geschädigt zu haben, iitbem et ohne Wissen der Gesellschast durch ein Abkommen mit dem Drucker der Zeitung sehr erbebliche Beträge in seine eigene Tasche zu stecken wußte. Bis zum Ausbruch des Krieges waren die Ver- migensvetthältttisse des Angeklagten sehr schlechte, er hatte schon im Jabre 1910 den Offenbarungseid geleistet. Seine Finanzen baben sich im Laufe seiner Tätigkeit bei dem Verein, der airnahm, daß der Angeklagte mts Patriotismus handle und seine Tätigkeit ehrenamtlich ausübe, in erstaunlicher Weise verbessert, so daß er it. a. imstande war, in Lankwitz eine Villa für 300000 M. zu kaufen und 50 000 M. anzuzMcn. Er batte nämlich mit dem Drucker dcr Zeittnig Georg Schmtdtkc, Mitinhaber der. Firma Petzoid Alachs., dtw Abkommen getroffen, daß dieser ihm von dem Reinvcrdienst sechs Achtel abgab. Er hat davon dem Verein kein Wort gesagt und fortgesetzt sehr große Beträge, die schließlich, die Summe von 373186 M. erreicht haben, bei Herrn Kaufmann Liebes auf das Konto einer Madelaine Meber— eines 12;4sA)rigen Mädchens(!)— eingezahlt. Iii seine Villa hat er außer der Anzahlung noch 30 000_ M. hineingesteckt, 100 000 M. will er in ein anderes Verlagsgeschäft gesteckt und etwa 28 000 M. verborgt baben. Der Angeklagte gibt die Tatsachen an sich zu und bestreitet, sich im Sinne der Anklage schuldig gemacht zu haben, da er seiner Meinung nach zum Bezüge der Rabattbeträge berechtigt gewesen sei. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt der Angeklagte, daß für den Verein aus dem Vertriebe der Zeit- schrift bis 1. Oktober v. I. noch 1 360 000 M. übrig geblieben seien. Der als Zeuge vernommene Buchdrucker Georg Schmidtke kannte den Angeklagten aus seiner früheren Tätigkeit in der Kampfnicyerschcn Vcrlagsansialt, bei der der Angeklagte früher Ge- schäftsleiter geivesen ist. Nach seiner Bekundung ist Solomon wegen des Druckes mit ihm in Verbindung getreten. Er habe den Druck zuerst abgelehnt und die Ausführung von einer Anzahlung abhängig gemacht. Nachdem diese in L>öhe von 200 M. geleistet worden, sei mit dem Druck von Prospekten, Posikarten und ahn- lichcn oachen begonnen worden und das ganze Unterncbmen ins Leben getreten. Dieses entwickelte sich in ungeahnter Weise, die Auflage steigerte sich sehr bald auf 73 000. dann 100 000 und noch weit, weit höher(schließlich 800 000), und die Einnahmen der Buch- druckerei steigerten sich dementsprechend. Als Druckkosten seien 18,23 M. für 1000 Exemplare mit dem Angeklagten vereinbart wor- den, und als man gesehsn, daß die Sache außerordentlich gut ging und die Druckerei reichlich verdiente, habe er dem Angeklagten selbst angeboten, ihm von: Verdienst sechs Achtel abzugeben. Salo- mon habe dies für seine Person abgelehnt, aber dann den Ausweg gewählt, daß die ihm bewilligten Verdienste auf ein Konto Madelaine Meyer eingezahlt wurden. Staatsanwalt Binder beantragte nach Schluß der Beweis- aufnähme gegen den Angeklagten 3 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Das Gericht verurteilte den Auge- klagten wegen Betruges zu 3 Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft utid zu 5 Jahren Ehrverlust. Das Gericht berückjichiigtc dabei die Größe dcr •Summe, um mslche c* nch hier Hundelt, und die Tatsache, dah der vom Angeklagten zur Schau getragene Patriotismus und die vor- nehme Gesinnung nur eine elende Maske gewesen sei. Lom Reichsgericht bestätigt. Wegen der Herausgabe einer Friedensnummer des„Morgenrots". der Monatsschrift des Parteibezirkcs Niederrheins, war dessen Vorsitzender, Genosse N i e b u h r- Elberfeld, im August v. I. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Aufreizung zum Klafsenhatz sollte mit der Schrift begangen worden sein. Gegen das Urteil hatten der Staatsanwalt, der seiner Zeit IV« Jahr Gefängnis beantragt, und der Verurteilte Revision angemelder. Das Reichsgericht hat beide Revisionen verworfen. �ugenöveranstaltungen. Baunrschulenweg. Sonntag, den 13. Februar,»ach Strausberg— Alt-Itandsberg— FriedrichShagen. Abfahrt 7.01 Uhr. Führer: Hermann. Fahrgeld 0,05 M. Ge1A>ästliche Mitteilungen. Tas Kaiifbaus Wilhelm Joseph, Berlin-Schvneberg, Hauptstr. 103, zeigt einen tlcinen Tel! seiner preiswerten Artikel an. Eine Besichtigung der acht Schausenlter sowie ein Gang durch die(Aeschästsräume der Firma wird jedermann über die Leistungssähigieit der Firma informieren. Sriefkaften öer Redaktion. Di« luristtlche Eprechslande findet für Abonnenten Liudeustr. Z, IV. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von t d!i 7 Ugr, am Sonnabend von l> bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSauitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Bert rage, Schriftstücke und dergleichen bringe mar in die Sprechstunde mit. F. 5i. 37». Z.'ach dem Kaletlderjahr. Wenn aber die Eiukonimcns- verhültnisse sich bedeutend verändert haben, wie das jetzt vielfach der Fall ist, laim die Einichätzung auch nach dem gegenwärtigen Einkommen er- folgen.— R. C. 350. 1. Lungenleideu s' landslurmpflichtig. 2. Sie können noch eingezogen werden. 3. Die Land es v crsich eruugsanstalt wird einen Antrag auf Uebernabme eines vorbeugenden Heilverfahrens ab- lehnen, da Ihre Anwartschaft aus den früher geklebten Marken erloschen ist und Sie jetzt als Pflichtversicherter mit 50 Marken noch keinen Anspruch erworben haben.— G. S. 33. Ohne vorherige Klage und Räumungs- urteil kann der Wirt die Räumung nicht verlangen. Da er Ihnen die Mietsräume aber zum 1. April gekündigt hat, sind Sie zur Räumung zu diesem Zeitpunll verpflichtet. Wegen des Berhaltens des Hauswirtes könnten Sic gegen ihn Straianirag wegen Bedrohung stellen.— Ahl 91. Durch die Landesversicheriingsansialt kann die Aufnahme in ein .Invalidenhaus erfolgen. Der Betreffende soll sich an die Landesversiche- rungsaniialt Berlin, Köllnilcher Part 3, mit einem solchen Gesuch wenden. — E. D. 63. Wenn der Bater des Kindes zur Zeit der Geburt des- selben Kriegsteilnehmer war, können Sie ein Unterstützungsgeluch an die KriegSkindersPende Deutscher Frauen, Privatkanzlei der Frau Kronprinzessin Potsdam, richten.— A. B. 16. Nein.— B. N. 100. New.— P. A. 300. 1. Ja. 3. Stellen Sie einen solchen Antrag bei der Steuer- lasse. 3. Nein.— M. D. 51. Wenn der Sohn nachweislich zum Unter- halt der Mutter ganz oder überwiegend beigetragen hat, braucht sie mit diesem Bescheide nicht cinverflaudeu zu sein.— N. O. 100. 1. Das Gesetz ist noch nicht in Kraft gclrcteu, das wird aber vorausstchllich bald geschehen. Bis zu dem Zeitpunkt müssen Sic sich mit Stellung des Antrages zeduldcn. 2. Eine Nachzahlung erfolgt nicht.— Alte Abonnentin 100.' An das chataillon des Regiments, von dem Ihr Ehemann eingezogen wurde. akel 300. Der Betreffende ist unieritützungSbcrcchtigi au dem Orte, wo er seit zivei Jahren seinen Aufenihalt hat.— H. S. 18. 1. Der Name der Ehefrau mutz angeführt sein, autzerdcm mutz das Testament Ort und Datum und darunter die Namensunterschrift tragen. 2. Eine bc- stimmte EinkommenSgrcnze besteht dafür nicht, das richtet sich nach den persönlichen Verhältnissen.— AI. C. 876. 1. und 2. Nein. 3. Ja. — W. O. 360. 1. Die Auseinandersetzung mutz vor der Eheichlietzung erfolgen. 2. Außer den Geburtsurkunden müssen Sic auch die Sterbe- Urkunde Ihrer ersten Frau beibringen.— Meran. Es würde sich emp- sehl-n, mii der Hhpothekenkündigung bis nach dem Kriege zu warte».— W. H. 17. Da Ihr Einkommen über 2000 M. jährlich beträgt, sind Sie gegen Invalidität nicht mehr versicherungspflichtig.— O. W. 100, Ja. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonntag mittag. Zeilweise heiter, jedoch vorwiegend wolkig jid-r nebelig bei durchschnittlich wenig veränderten Temperaturen. Im Osten gllltztenicils trocken. Westlich der Oder an den meisten Orten gerwgc Niederschläge. SozialtaokratiscIierWaiiiTereiii{ {.1 IBerLReiclistags-Wahlkpeis.j Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gürtler Lustsv GedKantt (Bez. 139) gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Einäscherung findet heute Somiabend, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium, Gerichtstratze 37/38 statt. 209/5 Um rege Beteiligung ersucht vei» Vorstand. Zentral-Verband der Bötteber, Weinkiiler yiilsarbeOeutscbl. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser»tollegc ICarl Ris�e am 9. Februar au der Proletarier- krankhcit nn Aller von IS Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des Zentral- Friedhofes in Fricdrichsseldc aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 22/1 Ter Porsiand. Verband d.Blleb'U.i)teindrl!ekerei- Billsarbeiter und Arbeiterinnen Deutseblands. Lrisverwaltuilg Berlin. Am 9. Februar'verstarb nach kurzem Krankenlager unser Mit- glich frlist Herberg im Alter von 25 Jährcu. Ehre feinem Andenken k Tie Beerdigung siudct morgen Sonntag, den 13. Februar cr. mittags 1 Uhr, aus dem neuen Luiicnsriedhos in Neukölln, Her- iliamijiratze, statt. 27/4 vis Ortsvsi-wsttung. Verb. d. Schneider, Sclineiderinnen und Wäsehearbeiter Deutseblands Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Plätterin Ida Specht geb. 8. April 1880, am 7. Februar verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 4 Uhr. auf dem Zentralfriedhos, Friedrichs- sclde. statt. 162/8 Die Ortsverwaltung. Deutscher Marbeiter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mechaniker Fritz Kleist Neukölln, Donaustr. 116, am 7. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet beute Sonnabend, den 12. Februar. nachm. 3 Uhr, von der Leichen- eallc des Neuköllner Gemeinde- Frlcdhoscs, Maricndorscr Weg. aus statt. Rege Beteiligung erwartet 1ll/20 Tie Ortsvrrwoltung. � AIS Opfer des Weltkrieges siel aus dem Kriegsschauplatz unser lieber Kollege, der Maswinensetzer Otto Seydel im 36. Lebensjahr. 2506 Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Tie Ko Hegen des �Berliner Tageblatt« Buchdruikerei Rudolf Mosse. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes �eitibolä Herrmann jage ich hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Kontorpersonal und den Kollegen der Firma Schmidt u. Herkenrath, dem Rauchklub„Sumatra", dem Deutschen Metallarbeiter- Verband, dem Sozialdemokralischen Wahlvcrein des 4. Kreises meinen herzlichsten Dank. 121A Anna Herrinann nebst Kindern. Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin-Pankow. Auf unser Walstausschreiben vom 21. Januar d. I., die Wahl von zehn Ersatzmännern zum Borstande aus den Reiben der Arbeitnehmer betreffend, ist bis zum 5. Februar d. I. nur ein gültiger Wählvorschlag cw- gereicht worden. Die aus demselben bezeichneten Personen gelten somit sür das Ende der Wahlperiode, bis zum 31. De- zcmber 1917, als gewählt. Die aus den 6. März 1916 zum Zwecke der Wahl einberusene Aus- schutzsitzemg findet nicht statt. Gewählt find die Herren: llonrail Grieger, Berlin-Pankow, Florastratze 25; Rudolph Hein, Berlin, Grünthal er Straße 27/28; Mai Kleemann, Berlin, Orthstr. 7; Oswald Schöbel, Berlin, Jnvaliden- stratze 146; Karl Bettrücke, Lehnitz, Biikenwerder Straße 2; Hermann Lebmoldt, Berlin, Adols- stratze 21; Friedrich GieSmann, Berlw-Pankow, Schnlzcstr. 16; Karl Wulf, Berlin- Pankow, Flora- stratze 72; Hermann Möller. Bcrlin-Pankow, Wollankftr. 73; Hermann Siebmann, Berlm-Paukolv, Berliner Sir. 26. Bon den Geloählten nimmt Herr Grieger an Stelle des ausgeschiedene:, verrn Ullrich und Herr Hein an Stelle des zum Militär eingezogenen Herrn Günther an den Vorstands- sitzungen teil. � 266/17 Otto RIBmann, Vorsitzender. Speziälarzt Dr. med. Wockenfnß, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrllch-Hata-Kur(Dauer 12 Taxe), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heileng ohne Berufs- störeng. Teilzahlung. 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Wie bei einem Ausbruch des Vesuvs flüchteten nicht nur die in der Fabrik beschäftigten'AKXI Arbeiter, sondern auch die Einwohner liefen, die Kinder aus ihren Armen tragend, voller Entsetzen aus das freie Land hinaus. Abteilungen Infanterie und Artillerie kamen mit einem Sonderzug aus Turin, ebenso trafen die Feuerwebren aller bcimchbarten Orte ein. Das Rcttungswcrk gestaltete sich äußerst schwierig, ja war fast unmöglich, da das Vorhandensein großer Flaschen mit gefährlichen Säuren, sowie die Vorräte an Düna mit und anderen Sprengstoffen zu Nachexplosionen führte. Bisher wurde nur ein M c n- schcnopfer festgestellt: der Chemiker Dr. Corradi, der aus- opfernd retten wollte, ließ sein Leben. Ferner wurden einige Karabinieri schwer verwundet. Ter Materialschaden geht in die Millionen. Strafe für Lebensmittelspetulantcn. Eine fühlbare Strafe erhielt der„Magdeb. Ztg." zufolge der Klempnermeister Bauer, der mit eurer großen Zwiebel- spekulation ein Riesengcschäft zu machen suchte. Bauer halte im vorigen September etwa 2000 Zentner Zwiebeln zu je IL Mark gekaust und zurückgehalten, zu dem Zweck der Preistreiberei, wie das Slbössengericvl feststellte. Tie Hoffnung des Spekulanten, daß er die Zwiebeln zu 13 oder 20 Mark den Zentner wieder losschlagen konnte, hat sich aller- dingS nicht erlüllt, da die Höchstpreisfestsetzung des Bundesrates dazwischen kam. Aber obwohl Bauer nun aus den wirklich verlausten Zwiebeln nicht den erhofften übermäßigen Gewinn herausschlagen konnte, sah das Schöffengericht dow auf Grund des f 5 II der BundeSratsbekanntmackung vom 23. Fuli 1915 die festgestellte Absicht d c r P r e i s t r e! b e r e i als strafbar an und verurteilte den Angeklagten zu 1099 Mark Geldstrafe. Außerdem aber wurde vom Schöffengericht auf Einziehung der noch vor- bau denen Zwiebelvorräte im Werte von 12 999 bis 11999 Mark erkannt. « Zu 19999 Mark Geldstrafe verurteilte die Strafkammer in Bielefeld einen Gärtner und Handelsmann aus Lübbecke in Westfalen, der einen umfangreichen Handel mir Saat- g e t r e i d e betrieb und das als solches erworbene Korn fortgesetzt weiter vertrieb, ohne sich im geringsten darum' zu kümmern, ob es auch als Saatgut Verwendung fand. Durch, die umfangreiche Zeugenvernehmung— es waren etwa S9 Zeugen geladen— wurde festgestellt, daß der Angeklagte mehrfach Saatgetreide auch an solche Abnehmer verkaufte, die gar keinen Acker hatten. Angesichts dcS lehr erheblichen Verdienstes des Angeklagten und der durch seine Verbots- widrigen Handlungen verursachten Schädigung dcS VolkSwohlS hielt das Gericht eine hohe Strafe am Platze. Erdstöße in Baden. An verschiedenen Orten MittelbadenS wurden in der Nacht zum Donnerstag heftige- Erdstöße, von dumpfem Rollen bcgtritrt. verspürt. Möbel und Fenster erzitterten. Sonst ist aber nirgends Schaden angerichtet worden. Beschlagnahmte„Jagdbeute". Eine Frankfurter Jagdgesellschaft kaufte in verschiedenen Orten ihres Jagdbezirkes Rauchfleisch. Würste, Eier und Butter auf und wollte sie nach der Jagd mit nach Frankwrr nehmen. Am Afcbaffenburger Bahnhof aber beschlag- nabmre die Polizei die Waren, die dann auf dein Wochenmarlte verkauft wurden. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 452 der p r e u ß i s ch e n.Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 2. Garde-Regimeut z. F.; liiardc- Grenadier-?iegiinent Alexander; Garde-Füstlier-Regiment; Garde- Reserve-Jäger-Bataillon; Garde-Schützen-Bataillon. Lehr-Jnfan- terieregiinent. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Fstsilier-Regi- menter Nr. 1, ö, 5, 6, 19(s. Landw.-Jnf.-Regi. Nr. 11), 49 bis einschl. 47, 48(s. auch 2. Garde-Regt. z. F.), 49, 59, 51, 62(f. Jnf.- Regt. Nr. 189 1, 54, 55, 56, 81, 83, 84, 85, 86(s. auch Jns.-Regt. Nr. 85\ 87 bis einschl. 99. 199 119, Iii, 118, 129. 131, 132, 135, 137, 138, 141, 142, 145 bis einschl. 149, 151 bis einschl. 156, 169, 161, 162, 165, 168, 169 fs. auch Jns.-Regt. Nr. 168), 179 bis einschl. 174, 184. 188, 189, 199. 193, 329. 333, 344 bis einschl. 347. Zu- sammengesetztes Jnfanterie-Regiment Sick. Referve-Jirfanterie- Regimenter Nr. 1, 2, 3» 5, 31, ls. Zusaxnmenges. Inf. Regt. Sick), 40, 46, 48. 49, 52, 53, 56, 69, 76, 77(f. Res.-Jns.-Regt. Nr. 76), 81 bis einschl. 84, 86(f. Zusammen ges. Jns.-Regt. Sick), 87, 88, 99 bis einschl. 04, 98, 09, 119, III, 293. 295 bis einschl. 299, 217, 218, 219, 221, 222, 223, 225. Reserve-Ersatz-Jnfanteric-Regiment Nr. 3. Landwehr-Jnfeurterie-Viegimenter Nr. 3, 5. 11(s. auch Kürassiere Nr. 1), 18 is. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 8 In 49, 46. 47, 48. 51, 53, 55. 76(f. Res.-Jns.-Regt. Nr. 69> 89. 83. 5 t. 93. 99, 199. Landwehr-Ersatz-Jnfanterie-ReMmenter Nr. 2. Brigade-Ersatz- Bataillone Nr. 14(s. L-mdw.-Evs.-Jns.-Regt. Nr. 2) und 78(s. Landw.-Jnf.-Regt. Nr. 51). Mnoketen-Bataillon Nr. 1. Infanterie- Crsatz-Truppe Bevcrloo. Etappen�Sammelkompagnirn Nr. 1 und 19. Jäger-Batillone Nr. 1 und 5; Reserve-Bataillon Nr. 23. Rescrvc-Radfahrer-Kompagnic Nr. 77. 1. Ersatz- Maschinengewehr- Kompagnie des:!l Armeekorps; Fe!d-Maschiuengcwchr-Zug Nr. 196 ls. Jns.-Regt. Nr. 99). Kavallerie: Kürassier Nr. 1 und 3; Husaren Nr. 9 und 12; Ulanen Nr. 10. 1. Landwehr-Eskadron des 29. Armeekorps. FÄdariiHeric: 4. Garde-Regiment. Regimenter Nr. 5. 7, 19, 14. 19, 23. 24. 25, 39. 33. 35, 43. 57 ff. Feldart.-Rcgt. der 4. Landw.- Div.). 73, 75, 76, 95. 194, 246 und Regiment der 4. Landwehr- Division; Reserve- Regimenter Nr. 1, 26, 29, 46, 59, 59, 61; Land- wehr-Regiment Nr. 3. Fsldariillerie-Abteilnng Nr. 231. GebirgS- Äänonen-Abteilimg Nr. 4. Futzartilleric: 1. Garde-Regiment. Regimenter Nr. 1. 3, 5. 14; Reserve-Regimeiit Nr. 6; Landwebr-Bataiklon Nr. 11. Fuß- artillerie-Batterien Nr. 115, 425. 462, 551, 555, 652. Schwere 15-Zentimetar-Kanonen-Batterie Nr. 4.- Pirmiere: Regimenter Nr. 18, 24, 25. 31, 35, 36; Bataillone: I. Nr. 6. II. Nr. 15, I. Nr. 16, II. Nr. 21, III. Nr. 28; Reserve- Bataillon Nr. 3t. Reserve-Kompagnie Nr. 52; 1. Landwehr-Kom- pagnie des 1. und 3. des VI. Armeekorps. Sturm-Abteilung. Scheinwerferzug Nr. 258. 2. Garde-Mnenwerser-Äompagnie. Mincnwerfer-Kompagnien Nr. 38, 56, 395, 312. Mittlere Minen- wcrfer-Abteilungen Nr. 191, 117, 174. BerkehrÄruppen: Betriebsamt Chorleroi 1. Fcitungs-Eisen- bahnbau-Kompagnie Nr. 2. Fernsprcch?Dvppekzug Nr. 123. Feld- sliegertruppe... Train: Fuhrparktolonne Nr. 281. Munitionskolonnen: Jnsanteric-Munitionskolonne Nr. 1 der 103. und solche der 1>7. Jnfanteric-Tivifion. Reserve-(h) Artillerie- Munitionskolonne Nr. 78. Armierungs- und Stratzmzbau-Formationen: Armierungs- Bataillone Nr. 11, 26, 38, 53, 87, 88, 91, III. Straßendcm-Kom- pagnic Nr. 27. »• «-— Die bayerische Verlustliste Nr. 259 meldet folgende Vor- luste: Jnsanicrie-Regimenler Nr. 1, 3, 4. 5, 6, 8, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 29, 21, 22, 25. Gcbirgs-Maschinengewehr-Avteilinig Nr. 206. Reserve-Jnfanterie-Regi menter Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 10, 15, 17, 18, 29, 21, 22, 23. Reserver-Radfabrer-Koinpagmc Nr. 8. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 1, 2, 3, 4, 6, 19, 12, 15. Bri- gade-Ersatz-Bataillone Nr. 2, 4, 7, 11. Landsturm-Bataillone: Augsburg II, Kissingen, Kitzingen, Mittelfranken, Straubing. 1. u. 2. Schweres Reiter-, 1. Ulanen-Regiment. Rcserve-Kavalleri e-Ab- teilung Nr. 8. Feldartilleric-Reginrenicr Nr. l. 9, 19, 11. 29. Gebirgs-Kanoncn-Batteric Nr. 12. Reförve-Feldartillcrie Regi- menter Nr. 1, 6, 8, 9. Fußartillerie-Regiment Nr. 2. Fußartill erie- Bataillon Nr. 39. Batterien Nr. 352, 467, 577. Reserve- Fuß artillerie-Regiment Nr. 3. Landwehr-Fnßartillerie-Bataillon Nr. 2. Pionier-Regunenter Nr. l, 2, 3. Pionier-Bataillon. Pionier- Kompagnie Nr. 196. Minenwerser-Kmnpagnien Nr. 208, 301. Reserve-Pionier-Baiaillone Nr. 2, 3, 4. Lmldsmrm-Pwmer-Kom- pagnie Nr. 2(1. Armeekorps). Flieger-AB teilung Nr. 6, 9. Ar- tilleric-Flieaer-Abteilung Nr. 192. Jnfalilerie-»nnütions-Kolgnne Nr. 1(Staffel 3). Schwere Proviant-Kolonne Ar. 4(11. Infanterie- Division). Feldlazarett Nr. 19(Eriatz-Division). Etappen Hilfs- Baraillon Nr. 9. Armierungs-Bataillon Nr. 1. Berichtignngeii. W" wwWWQMyw wvfS rZr&v Www® �>2/\Sf wtjü �*2» W W T IfVw Vf< Die deuische Sozialdemokratie und der Welikrieg Eiue politische Studie von Dr. Paul Lensch. Preis l Mark, Vereinsausgabe 40 Pf. Diese Schrift nimmt Stellung zu den Problemen des Weltriugens. Die bedeutendsten Zeitungen haben in ausführlichen Abhandlungen zu der Schrift Stellung genommen. 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Geöffnet von Geoi nct von 11— l-i-, und 0on 4 /�--7 Uhr morgens 7 Uhr bis abends 8 Mr. , nbiirKcr �oreted�«. Wolga», 2.j<-,it�.,t»>�ri,' l. Friedrichsfelde. Hobentchünhaoaeii Wailftrasie S. O ccffnct von 11—1 L wib von 4 fe7 U�r- I cito S e i I e 1, Warlciiberg'trase 1(Laden). Geöffnet van U— 1-/, und Ccsnndbrannen: Fischer, Bastianstr. ö, Laden. Geöffnet von, von 4'/,— 7 Uhr. Eitvbtcnöcrx U, ttnniniQletbnrst!. Stre»!»»»: A. Roi en» Karl MarZ, Greisenhagener Str. 22.! ' Uhr. et von 11-1-.� und von 4>/z— 7 Mr. �. ,/,— 7 Uhr. .Vicder-Schöneweidc: Silbemi Unruh, Brücken»r. A owawets: Karl Krähnberg, Friedrichkirchplatz 27. «bcr-Scbönewclde: Alfred Bader. Wilhelminenhosstr. l7. Laden Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Fanbow,.VledePBchönhansen, Xordcnd, Frz.-Bnch- holz, Blankenburg: 8t i ß m a n n, Mühlenstr. 30. Geöffnet von ll—l'l, und von 4'/,— 7 Uhr. Ncinlckendof t- 0x4, Wllbeltniftii, und Scbönbol�.: P. Gur i ch, Prvsinzslr. öS. Laden. Geöffnet o. 1t— 1'/, u. i'ls— 7 Uhr. 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Geöffnet von 0—2 �...,.....„..... -7 Übt; Neukölln Brie Rohr. Siegsriedslraße 28/29. Säuilliche Parlelliteratur iowie alle wigemchattlichen Derle werden gelieseri ......---- Sonntag» sind die Ausgabestellen geschloffen. 10, IL Merantwortlicher Redakteur-. Alfred Wielepp. Reltkölln. Für den ZnjerateitteU verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlagt Borwärl» Buchdruckerei u. Verlogsaiiftait Paul Singet&(io, Berlm SW.