R?.4S. fnjcnnftncntS'BsdlngnngfH! Sbonnkment»■ Sin* fiänumnanMt BieiteljätKt 330 Ml. moncuL UO Ml. wöchinUilb 25 STS litt ml Hau*. Einzelne Kummet 5«ig Esnnlag»- nummn mil iDuftrietm SorauagS» Beilage.Die Zieue Scü' 10 Vi SofW fläormemnU: 1.10 Matt ms Monat. Eingeliagm m die Sali- ZeiMna». Sreisliiie llntei Kieuzdan» tür Deulllblan» und Oellenciib- llng-m» 230 Mar! wi da» Übrige»u»Iand i Marl vro Monat SoiiadonnnnentG nehmen an: Seigren. Dänemart, Holland. Jlalien. Luxemburg. Scrmgal, Buumnica. Schweden und sie Schweis Vlü-l-l tiiilX Vevlinev Volksblnkk. S3. JalMMtK. W InTerffons'Geftaiir betrügt für die sechsgefpaltenc KolzerÄ- »eile oder deren Nani-i W Ug., für politische und gewerlschestüche Jerews. und ZZersanunlungS-An-eiqsn LS P'g� ..iileirrc Mnaagcn'-, bau fcttaehniflfe Won 20«fg. lr'niüssiz Lfcrlgcdruckle kiorte), ledc� iveuere Wort 10 Vfg. ktellengesiuhs und Cchlaffteilcnaii. »eigen das erste Dort 10 Tfe, jebrj weitere Dort 5 Pia. Worte über löBuch- päd en zählen für.jmei Worte, ffnienur ikr die nächste Nmnitter rnüssci! vi» Ii Uhr iiachmiUrtgS in der Expedition abgegeben werden. Tic Exveditiz.n ut btS 7 Uhr abends gwjfnct Ztelegrom.n:- Adresse: »SttiZläcmoliszl ssesiiz". ZcntvuXorg&n der rozialdemokratifcben Partei Dcutfchlanda KcöoftSon: SW. b$, �inüenstraße z. flcrnivrecher: Ami MortSvlatt. Rr. lZl SV—!i>l S7. Expeüition: EW. b8, Linöcnstraße 2. Fernsprecher: Zlm» Moritsplalr, Nr. lSl SV— lül S7. SO ?st eine Erhöhung öer direkten Steuern möglich! Oberster Grundsatz für die Behandlung von Steuer- fragen ist die im Programm unserer Partei aufgestellte For- derung:..Stufenweis steigende Einkommen- und Vermögens- steuer zur Bestreitung aller öffentlichen Ausgaben, soweit diese durch Steuern zu decken sind." Diesen Grundsatz rät euch C u n o w jetzt plötzlich aufzugeben. Es sei, meint er, bedenklich, die direkten Steuern übermäßig zu steigern: „Eine Neueinführung oder Erhöhung direkter Steuern bis zu jener Grenze, daß dadurch der Profit stark unterbunden und eine stetige neue Kapitalanhäufung, also auch die Gründung neuer kapitalistischer Betriebsunternchmungen gehemmt wird, liegt überdies nicht nur im Interesse des Kapitalismus, sondern auch der Arbeiter, denn sie bedeutet wirtschaftliche Stagnation und Brachlegung zahlreicher Arbeitskräfte." Zum Glück der Welt hat er ein Mittel gefunden, diese Einnahmen des Staates zu steigern, ohne daß diese un- günstige Wirkung der direkten Besteuerung eintritt, ein sehr einfaches Mittel, nämlich die Einführung von staatlichen Monopolen. Sehen wir zu. ob die Sache stimmt. Durch direkte Steuern entzieht der Staat den kapitalisti- scheu Unternehmern einen Teil des Profits, und wenn die direkten Steuern sehr hoch werden, der entzogene Profit also sehr groß ist, kann in der Tat die Kapitalanhäufung gehemmt werden.— Tritt denn aber nicht das gleiche ein. wenn der Staat kapitalistische Betriebe ver st aatlichtunddenihnenbisherzu fließen. den P.r o f i t sich aneignet? Die Kapitalisten, die z. B. am Versicherungsgeschäfte beteiligt sind und dabei ein par hundert Millionen Mark Profit erzielen, haben bisher einen Teil dieses Profites zur Anhäufung von neuem Kapital verwendet, dieses Kapital wurde bei Gründung neuer oder Erweiterung bestehender Betriebsunternchmungen angelegt. Wird dieser Teil des Gesamtprofites vom Staate angeeignet, so wird nicht mehr akkumuliert, es entsteht kein neues Kapital, weil diese Millionen vom Staat unproduktiv verausgabt werden. Es ist also gehüpft wie gesprungen. In welcher Weise der Staat einen Teil des Prosites an sich bringt, ob auf dem Wege der direkten Besteuerung der gesamten Kapitalisten- klasse oder der auf dem Wege der Verstaatlichung bestimmter Gruppen kapitalistischer Unternehmungen, so oder so wird die Anhäufung von Profit und damit die Neubildung von Kapital eingeschränkt. Man kann eben nicht die unproduk- tiven Ausgaben grenzenlos steigern, ohne in der gegen- wärtigen Gesellschaft den wirtschaftlichen Produktionsprozeß zu stören. Auch C u n o w wird hier kein Zaubermittel finden. Ja. sein Mittel dürfte das Uebel verschlimmern. Die direkte Besteuerung, besonders wenn sie sehr hoch ist, bewirkt nämlich, daß die unproduktiven Ausgaben der Kapitalisten- klasse eingeschränkt werden. Da nämlich diese Klasse einen Teil des gewonnenen Profits für ihren Unterhalt verbraucht, wobei dieser Unterhalt im Laufe der Zeit zu einer gewaltigen Entfaltung von Luxus geführt hat, rann die Steuer zu einem immerhin wesentlichen Teile aufgebracht werden auf Kosten dieses Luxuskonsums. Das würde sogar sicher eintreten, denn der größte Teil der Kapitalisten dürfte eher geneigt sein, auf Luxusausgaben zu verzichten, als auf die Anhäufung von neuem Kapital, das eine Erweiterung der Machtsphäre des betreffenden Kapitalisten ermöglicht. Dieser Vorteil fällt fort, wenn der Staat den Prosit ganz bestimmter Unter- nehmcrbctriebe sich aneignet. Die Kapitalisten— in der Regel wird es sich um eine nicht gerade große Anzahl von Individuen handeln— werden durch die Verstaatlichung ihrer Unternehmungen nicht ärmer, sondern sie werden nur gezwungen, sich in einer anderen Sphäre der kapitalistischen Wirtschaft zu betätigen. Ihr unproduktiver Konsum bleibt wie er war. Aber der gesanite Prosit, der in der neuverstaat- lichten Sphäre bisher erzielt wurde und zum Teil zur Neu- bildung von Kapital diente, wird jetzt seitens des Staats un- produktiv verwendet. Also: im ersten Falle— bei direkter Besteuerung— wer- den die für den unproduktiven Verbrauch des Staates not- wendigen Mittel zum Teil der unproduktiven Konsumtion Privater entzogen, zum Teil der produktiven Zwecken dienen- den Akkumulation: im zweiten Falle— bei Verstaatlichung— werden diese Summen ausschließlich der Akkumulation ent- zogen.— Das Heilmittel wirkt im entgegengesetzten Sinne, wie es C u n o w annimmt. Nun ermahnt uns C u n o w. uns nicht in allgemeinen Erörterungen zu ergehen, sondern uns an die gegebenen Ver- hältnisse zu halten. Folgen wir seiner Aufforderung, um zu MlüVg des Men HWWMz. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 12. Februar 1916.(SB. T. Bü Westlicher Kriegsschauplatz. Nach heftigstem Feuer auf einen großen Teil nuserer Front in der Champagne griffen die Franzosen abends östlich des Gehöftes Maison d e Champagne(nord- westlich von Massigesj an und drangen in einer Breite von noch nicht zweihundert Meter in unsere Stellung ein. Auf der Combrcs-Höhe besetzten wir den Rand eines vor unserem Grabe» von de« Franzosen gesprengten Trichters. Oestlicher Kriegsschauplatz. Borstöße russischer Patronilleu und kleinerer Ab- teilnugeu wurden au verschiedenen Stellen der Frout ab- gewiesen. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist nuverändert. Oberste HeereSleitnug. S französisches Linienschiff Üurch ein deutsches v-öoot versenkt. Amtlich. Berlin, 12. Februar.(SB. T. 8.) Ein deutsches Unterseeboot hat am 8. Februar au der syrischen Küste südlich von Beirut daS französische Linien- schiff„Snffren" versenkt. DaS Schiff sank inner- halb zwei Minuten. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. »• Nr öilmeWW ÄnerMMderW. W l e n, 12. Februar.(W.T. B.) Amtlich wird verlautdart: Russischer Kriegsschauplatz. Gester« wurden abermals zahlreiche russische AnsklinmgS- abteilungen abgewiesen. Es kam auch zu stärkeren Geschütz- kämpfen. Vom Feind unter schwerstes Artillericfeuer genommen, mußte in den Nachmittagsstundcn die schon mehrfach genannte Borposteaschanze nordwestlich von Tarnopol geräumt werden. Die Russen setzten sich in der verlassenen Stellung fest, wurden ader in der Nacht durch einen Gegenangriff in heftigem Kampfe wieder hinausgeworfen. Italienischer Kriegsschauplatz. >» der küstcnländischen Front finden seit einige« Tage« wieder lebhafte Artillerickämpfe statt. Bei Flitsch eroberten unsere Truppen heute früh eine feindliche Stellung im Rombon» gebiet; wir erbeuteten drei Maschinengewehre und nahmen 73 Nlpiui gefangen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Westlich von Tirana versuchten italienische Kräfte, fich der von uns genommenen Höhcnstellungeu zu bemächtigen. Unsere Truppe« schlugen alle Angriffe zurück. Der Stellvertreter des ChefS de? Geaeralstabel: von Hvefer. Feldmarfchalleutnant. sehen, ob denn im gegebenen Falle die Aufbringung der durch den Krieg bedingten Lasten auf dem Wege der direkten Be- steuerung wirklich so gefährlich ist, ob die wirtschaftliche Stagnation droht, wenn die Mittel, die der Staat braucht, durch scharfe Erhöhung der direkten Steuern aufgebrachr werden. Die neuen Lasten entstehen vor allem dadurch, daß eine enorme Kriegsschuld zu verzinsen sein wird. Das bedeutet aber, daß den Kapitalseignern, die hier als Gläubiger des Staates auftreten, ein paar Milliarden Mark jährlich zufließen. Das Einkommen der Kapitalistcnklasse steigt auf diese Weise. Ja, es steigt in höherem Maße, als durch die Zinssumme, die der Staat zu zahlen hat, ausge- drückt wird. Ter Staat mußte für die Kriegsanleihen einen höheren Zinsfuß als bisher üblich gewähren; dadurch steigt aber der Zinsfuß ganz allgemein. Das bedeutet Erhöhung der Produktionskosten, die sich in steigenden Warenpreisen äußern wird, außerdem im Steigen der Bodenrente, in Per- teucrung der Wohnungsniieten. Weil die Kapitalscigner Gelegenheit erhalten, ein paar Dutzend Milliarden Mark zu außerordentlich hohem Zinsfuß in Staatsanleihen anzulegen, wächst ihr Einkommen auch aus dem Zins für alles übrige Leihkapital. Diese erhöhten Zinssuinmen werden letzten Endes aus dem Einkommen der arbeitenden Massen, der Lohnarberter, Lauern, Handwerker aufgebracht. Es liegen Gründe vor— sie auseinanderzusetzen würde im Augenblick zu weit führen—, daß bei den durch den Krieg herbei- geführten wirtschaftlichen Zuständen die Erhöhung des ZinS- fiißcs zu einer Steigerung der Profitrate überhaupt führen wird. Im Resultat also führt der Krieg in Deutschland voraussichtlich zu einer Bereicherung der Kapitalistenklasse, zu einer Erhöhung aller aus den Besitz gegründeten Einkommen. Ist dem aber so, dann muß es auch möglich sein, anS diesem erhöhten Einkommen durch scharfes Zugreifen auf dem Wege der direkten Besteuerung die erhöhten Staatslasten zu decken. Zahlt der Staat an die Kapitalseigner ein paar Mil- liarden Mark mehr als bisher an Zinsen, so ist es die Aus- gäbe der Steuerpolitik, diese Milliarden durch Steuern den Kapitalseignern wieder abzunehmen. Da aber das Ein- kommen dieser Klasse über die Summe der Zinsen steigt, so muß auch die Möglichkeit vorliegen, über diese Summe hin- aus den übrigen Bedarf— Renten für die Kriegsbeschädigten — aus diesem Einkommen herauszuholen. Es kommt hinzu, daß in den europäischen Ländern wäh- rend der letzten Jahrzehnte sicher nicht von einer ungenügenden Akkumulation des Kapitals die Rede sein konnte, eher war das Umgekehrte der Fall: d i c A n h ä u f ungvonneu gebildetem Kapital war so gewaltig, daß die Kapitalisten den unaufhaltsamen Drang zeigten, immer neue KapitalSanlagen in den k a p i t a- l i st i s ch u n e n t w i ck e l t e n Ländern zu suchen. Das war die stärkste Triebkraft des Imperialismus, der uns schließlich in den Weltkrieg stürzte. Will uns Cunow überzeugen, daß wir unseren pro- grammatischen Grundsatz in der Steuerfrage aufgeben müssen, weil die Erhöhung der direkten Steuern zum Zwecke der Deckung der Kriegsausgaben die Kapitalanhäufung unter- binden und dadurch zur wirtschaftlichen Stagnation führen würde, so hat er den Beweis zu liesern, daß diese Grenze bereits erreicht ist. Mit allgemeinen Redewendungen ist es da nickst getan. (In einem weiteren Artikel weck>en wir auf die Monopolfvage näher eingehen. Die N e d.) Zur Torpeöierung öes„SuffreiT. Konstantinopcl, 12. Februar.(23. T. B.) Meldung der Telcgraphenagentur Milli. Das französische Linienschiff . S u f f r e n" wurde am 8. Februar aus der Höhe von Beirut von einem deutschen Unterseeboot ver- senkt..Suffren" sank in zwei Minuten. Die über acht- hundert Man» betragrude Besatzung kounte nicht gerettet werden. G DaS französische Linienschiff. Su fsren' ist alteren Datums. ES ist im Jahre 1809 vom Stapel gelaufen und hatte eine Wasserverdrängung von t2 7M Tonnen. Seine artilleristische Be- stückung mit vier gO.d Zentimeter-Geschützen, zehn lS-Zentimeter- Geschützen, acbt Iv-Zentimeter-Geichützen und zweiundzwanzig 4,7 Zcnlimeter-Gcschützen war sehr stark. Seine Geschwindigkeit bc- trug 13 Knoten. Zum Gefecht an öer Voggerbank. London,!2. Februar.(W. T. V.) Meldung des Neuterschen Bureaus. Die Admiralität stellt mit Bezug aus den Bericht des deutschen AdmiralstabeS über daS Gefecht an der Doggerbauk fest, datz die in der Berliner Meldung erwähnten Kreuzer, vier Minensucher waren, von denen drei wohlbehalten zurückgekehrt find. • Amtlich. Berlin, 12. Frbrnar.(88. I.«.» Der amt, lichen Berösfentlichung vom 11. Februar über Bcrnichwng der „ArabiS" durch unsere Torpedoboote ist hinzuzufügen, bah, wie die nachträglichen Fcststcllungrn mit Sicherheit rrgeben haben, auch das durch eiuen Torpedo getroffene zweite englische Schiff gesunken ist. DrS ferneren wnrdr festgestellt, daß im ganzen der Kommau- dant, der SchiffSarzt, ein Offizier, ein Dcckoffizirr, L7 Mann von der„ArabiL" gerettet worden find. Hiervon find auf der Rückfahrt infolge des Aufenthaltes im Waffer der SchiffSarzt und drei Maun gestorben. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Ein Seegefecht bei öen öermuöas-�nfeln l Paris, 12. Februar.(W. T. B.)„Matin" meldet aus New Jork, daß in den Gewässern von Bermudas ein Seegefecht zwischen dem englischen Panzerkreuzer Drake und einem deutschen Kriegsschiff stattgefunden habe; über den Ausgang des Kampfes und die Art des deutschen Schiffes jci nichts bekannt. Uebergang der Kranzosen über den wardar. Paris, 12. Fcbruar.(SB. Z. B)„Journal" meldet aus S a l o- niki, daß die französischen Truppen den Wardar bei Toptschin überschritten haben und in zwei Kolonnen nach verschiedenen Richtungen vorgerückt sind- 12 Kilometer neuer Verteidigungs- linien würden sofort angelegt werden. Paris. 12. Februar. sW. T. 23.)„Petit Parisien" meldet aus T a l o n i k i, daß gestern französische Truppen den Wardar über- schritten und sich auf dem rechten Ufer in der Gegend von Jenidze, Wardar an der Eisenbahn nach Aitolia(Monastir) festgesetzt haben. Keine rumänische Anleihe in England. Bukarest, 12. Februar.(W. T. B.) Univ crsul" boird von amtlicher Seite ermächtigt, die Nachricht, daß Rumänien in England eine Anleihe von neun Millionen Pfund aufgenommen habe, zu dementieren. Diese Nachricht bedürfe umsomehr einer Widerlegung, als mit ihr auch die Mitteilung verbunden wird, daß als Pfand für diese Anleihe rumänisches Getreide gegeben worden sei. Der französische Tagesbericht. Paris, 12. Februar.(W. T. 23.) Amtlicher Bericht von Freilag nachmittag. Vom Laufe der Nacht ist kein wichtiges Ereignis zu melden. Paris, 11. Februar.(W. T. 23.) Amtlicher Bericht von Freilag abend. In Belgien beichädigle unsere Feld- arnllerie stark ein feindliches Befcstigungswerk am Kanal von Paschendaele und rief eine Explosion in einem Munitionslager hervor. Im Artios zeilweiligcs Geschützfeuer in der Gegend der Ttraße nach Lille und südlich der Somme. Im Verlauf von Einzel- gefcchlen haben wir am 8. und 9. Februar den Deutschen einen bemerkenswerten Teil der Grabenstücke wieder entrissen, die in der Gegend südlich von Frise in ihren Händen geblieben waren. Der Feind versuchte uns gestern, als der Tag zu Ende ging, durch einen deftigen Gegenangriff aus den wieder eroberten Grabenstücken zu ver- ireiben, wurde aber durch unser Sperrfeuer und unser Infanterie- -euer, das ihm schwere Verluste zufügte, daran gehindert. Heute niittelmäßige Artillerictätigkeit auf diesem ganzen Kampfabschnitt. Nördlich der Aisne wirkungsvolles Feuer unserer Batterien auf die feindlichen Werle nördlich von Souper und auf VerpflegungS- abteilungen nordöstlich von Berry-au-Bac. In der Champagne, machten wir nordöstlich vom Hügel von Le MeSnil bei einem An- griff mit Handgranaten etwa vierzig Gefangene. Auf den Maas- höhen zerstörte unsere Artillerie ein Blockbaus und Beobachtungs« stände deS Feindes. Im Kampfabschnitt deS Waldes von Bouchot tvurden heute zehn Geschosse schweren Kalibers in der Richtung aul Bclfort abgeschossen. Belgischer Bericht: In der letzten Nacht versuchte aus ausgewählten Leuten gebildete Abteilung einen Ueberfall aus unsere 'Vorposten, wurde aber durch unser Feuer vertrieben. Der Gegner ließ zahlreiche Tote und Verwundete vor unseren Linien zurück. Auf unserer Seite war kein Verlust zu verzeichnen. Am südlichen Teile unserer Front haben in der letzten Nacht und heute heftige Artillerie- gescchre stattgefunden. Die englische Meldung. London, 12. Februar.(W. T. B.) General Haig berichtet: An verschiedenen Stellen wurden Minen zur Explosion gebracht. Arrillerietätigkeit bei Loos und Jperil. Die Beschießung von öelfort. Bern, 12. Februar.(W. T. B.) Nach einer Meldung des Pruntrutcr BlatteS„Le Pays" aus Boncourt sind in der Stadt Bclfort bei der Beschießung durch die Deutschen durch mehrere Granaten Häuser beschädigt und einige Personen getötet oder verwundet worden. Der russische Heeresbericht. Petersburg, 12. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom N. Februar. Westfront: Im Abschnitt von Riga zwischen der Chausiee von Milau und der Düna lebhafteres Arlillericfeusr. Unsere Artillerie zerstreute an verschiedenen Orten seindliibe arbeitende Ableilungen. Fünf Werst südöstlich Uexküll beobachteten wir zwei Explosionen in einer seindlichen Batterie. In der Gegend von Flluxl unterminierten wir ein feindliches Blockhaus und besetzten den Trichter. Ein Teil eines unserer Regimenter führte in der Gegend südlich Ljubtscha eine» gelungenen Erkundungsaustrag aus und zerstörte eine Brücke, die der Feind über den Njemcn zu ichlagru begonnen hatte. Bei Czenicrhn(zwischen Rowno und Luck) wiesen wir erneut zwei aufeinanderfolgende Gegenangriffe, die der Feind nach Vorbereitung durch leichte und schwere Artillerie ansetzte, ab. Weiler südlich gelungene Erkundungen unserer Auf- lliuer- In der Gegend von Eebrow(23 Kilometer nordwestlich Tar- novol) versuchte der Feind die ihm gestern entrissene Höhe zurück- mgewinnen: er setzte zu diesem Zweck einen Gegenangriff mit an Zahl überlegenen Kräften und Arlillerieuntcrsiützung an, jedoch wir blieben im Besitz der Höhe. Schwarzes Meer: Unsere Torpedoboote fuhren mit der Beschießung der feindlichen Stellungen in der Küstengegend fort. Kaukasus: Unser Vorgehen dauert an. Wir vereitelten durch Feuer alle feindlichen Angriffsvcrsuche. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, ll. Februar.(23.?. 23.) Amtlicher Bericht. Mehrere für uns günstig verlaufende Zusammenstöße ereigneten sich im Hoch-Chiarza und im Vlbicknitt von Santa Maria. In der Zone von Görz beschoß untere Artillene wirksam feindliche Lager und auf eer Fahrt nach St. Peter befindliche Züge, die zur Rückfahrt ge- cwungen ivuiden. In dem gebirgigen Teil des Operationsgebietes siel reichlich Schnee. C a d o r n a. Gefechte in Mesopotamien. London, 11. Februar.(W. T. V.) Das R e u t e rs ch e B u- r e a u meldet amtlich aus Mesopotamien: Eine Er- kundungSabteilung wurde am 7. Januar beim Rückmarsch von Rasrije von Arabern angegriffen. Unsere Gesamtverluste be- trugen 373 Mann. Der Feind hotte über 300 Tote. Am 9. Januar überrumpelte eine ausgesandte Strafcxpedition die Araber und zer- störte vier Dörfer. Unsere Verluste betrugen sechs Mann. Zur Verschärfung des l�-Gootkrieges. Amsterdam, 12. Februar. dingungen der Beilegung, wie sie in dem deutschen Vorschlag enthalten seien, unter den gegenwärtigen Verhältnissen das höchst Erreichbare darstellten. In amtlichen amerikanischen Kreisen sei die Ansicht verbreitet, daß die Verantwortung für die zukünftigen Beziehungen der beiden Länder bei Deutsch- land und den Handlungen der deutschen Unterseeboot-Kom- inandanten liege. Wilson sei eifrig darauf bedacht, daß kein Schritt der Vereinigten Staaten, weder auf diplomatischem noch auf anderem Gebiet, so beschaffen sei,'daß er als Angriff gedeutet werden könne. das schwedische Zentralorgan über öie Verständigung. Zu bem im„Vorwärts" veröffentlichten'Artikel über eine sozia- listische„Verständigung" schreibt das Zentralorgan der schwc- bischen Sozialdemokratie, Stockholmer„Socialdcmotraten" in seiner Nummer vom 3. Februar: „So beherzigenswert der Wunsch unseres deutschen Bruder- organs nach einer allgemeinen sozialistischen Verständigungs. konferenz auch ist, will es doch scheinen, als ob die Ansicht des„Vor- wärts" über die gegenwärtigen Voraussetzungen für eine solche allzu optimistisch wären. Wir haben mehrfach Veranlassung gehabt, darauf aufmerksam zu machen, daß der„Vorwärts" mit all seinem anerkennenswerten Streben nach Objektivität doch bis jetzt immer allzu schematisch die Gegensätze, die der Lage in Deutschland das Gepräge geben, auf die französische Bruderpartei überträgt. Die Zeitung setzt nun Gleichheitszeichen zwischen die Beivilligung der Kriegskredite durch die deutsche Fraktionsmajorität,.. und die Gutheißung der Kriegs. kredite durch den französischen Kongreß mit der Absicht, derr Feind aus dem Lande zu treiben. Beide, die deutsche und die französische Mehrheit, haben nach dem„Vorwärts" gefehlt, das sei gehauen wie gestochen. Aber da die französischen Parteigenossen sich be- stimmt gegen Annexionen ausgesprochen haben und nickt„die Zer- schmetterung des preußischen Militarismus" zur Friedensvoraus- setzung machen, �sondern nichts anderes wollen, als ihn zu der Arier- kennung des Schiedsgerichtswegcs zur Schlichtung von Streitig- leiten zu bringen, gebe es nichts, das hindert, daß man nun an» fängt über den Frieden zu reden, den die beiden Völker so in- brünstig brauchen. S o einfach liegt auf alle Fälle das Problem ni ch t. Für die deutschen Sozialisten ist der schleunige Friede— der morgige E riebe, wenn es so sein soll— ein vollkommen natürlicher und iyaler Wunsch, da kein Deutscher von Heydebrand bis Liebknecht den entfernten Gedanken hat. daß dieser Friede mit dem Abtreten auch mir einer Fußbreite deutschen Bodens erkauft werden sollte. Der„Vorwärts" ist ebenso sicher wie die„Kreuzzeitung", c>aß. wenn die Ententemächte den Krieg sortsctzen. das eine verzweifelte Torheit sei, und daß die Zlrmeen der Zentralmächte niemals besiegt »erden können. Unter solchen Vcrbältnissen können schwerlich die Vaterlandsliebe und der Friedenswille in Konflikt geraten. Wie würde es aber sein, wenn die Westfront sich östlich vom Rhein er- streckte, anstatt in Belgien und im östlichen Frankreich zu liegen? Aber die deutsche Partei, die ganze Partei hat sich ja gegen ?lnnexionen ausgesprochen und die Parteileitung bat, w:e der„Vor- wärls" erinnert, niemals die Hoffnung auf die Wioderanknüpfung der offiziellen Verbindungen ausgegeben. Aber vom fraitzösischen Gesichtspunkt aus bleibt am Schluß ein furchtbares Fragezeichen. Nehmen die deutschen Sozialdemokraten eine irgendwie bedeutende Stellung ein? Können sie irgendwelche, seien es welche es wollen. Garantien dafür übernehmen, daß die Reichsregierung und die bürgerlichen Parteien solchen Direktiven in der Frag« Frank- reichs und Belgiens folgen, im Falle die augenblickliche militärische Lage an der Westfront zur Basis für Friedensverlfandlungen dienen sollte?_ ES ist begreiflich, daß die französischen Sozialdemokraten in dieser Sache mißtrauisch sind. Während sie selber mehr als je- mals in ihrem Land zu sagen haben, wissen sie, wie es mit den innerpolitischen Berhältnissen in Deutschland bestellt ist.... Selbst wenn die ganze deutsche Sozialdemokratie dastände, wo die Minorität steht, hätten die französischen Sozialdemokraten kaum Veranlassung, allzu große Hoffnungen an den Einfluß ihrer deut- scheu Parteigenossen auf die deutsche Reichspolitik zu knüpfen. Und schließlich soll doch durch diese Frieden geschlossen werden!"... In seinen weiteren'Ausführungen bemerkt„Socialdemokraten". des„tiefen Leitartikels natürliche Friedenssehnsucht sei die Grund- läge für die Verständigung, die auch kommen müss e". Ist dies der Fall, so begreisen wir nicht die Vorbehalte unseres schwc- dischen Brnderorgans, das uns hier in einiger Hinsicht sogar päpstlicher erscheint als der Papst. So namentlich init seinem Hinweis auf das„furchtbare Fragezeichen" und auf das„begreif- liehe Mißtrauen" der französischen Genossen gegenüber dem Ein- sluß der deutschen Partei selbst dann, wenn diese da stände, wo die Minorität steht. Einen solchen Zweifel hat nicht einmal der fran- zösische Weihnachtskongreß geäußert, und wir konnten mit Redst erklären, der schwerste Vorwurf, der ihm gemacht werden könne, sei der, daß er sich zu einer Aussprache nicht bereiterklärt habe. Wenn„Socialdemokraten" die Sache jetzt so darstellt, die fran- zösischen Genossen hätten ein Recht, mißtrauisch zu sein, da sie in ihrem Lande mehr als jemals politischen Einfluß besitzen. so erbringt er nur einen neuen Beweis dafür, wie verhängnisvoll es für eine selbständige sozialistische Politik ist, wenn sich die sozialistischen Parteien in den Mahlstrom des Krieges hineinreißen lassen und aktiv Partei für die Kriegspolitik ergreifen. Denn dieser„politische Einfluß" darf nicht als Ding an sich bewertet und um den Preis aller möglichen Konzessionen an die Herrschenden behütet werden, er muß vielmehr— wollen die sozialistischen Par. teien ihren Grundcharakter und ihre Traditionen nicht verleugnen— überall, ob groß oder klein, in die Wagschale der Völkerverstän. digung geworfen werden. W i e das den Verhältnissen in den ein- zelnen Ländern entsprechend verwirklicht werden soll, kann nur eine gemeinsame Aussprache ergeben.'Also immer wieder: es muß endlich der erste Schritt getan werden, um den„blutigen Graben" zwischen den kämpfenden Völkern zu überbrücken. öeteiligung der Schweiz an der Stockholmer Vermittlungskonferenz. In Bern fand am 10. Februar eine Versammlung verschiedener National« und Sländeräle sowie der Vertreter und Vertreterinnen verschiedener schweizerischer Organisationen statt zur Entgegennahme eines Referats der beiden Delegierten der Stockholmer Ver- mittlungSkonferenz Lochncr und Evans. Diese teilten mit, daß eS sich darum handle, aus den wichtigsten neutralen Staaten je fünf Delegieite und fünf Ersatzmänner für eine Konferenz zu ge- Winnen, die binnen kurzem staltfiiiden soll und st ä n d i g tagen wird. Die Konferenz wird in Verbindung mit Fachgelehrten a»S den verschiedenen Ländern— auch aus den kriegführenden— die Fragen eines baldigen Friedensschlusses studieren und das Ergebnis den Parlamenten und der Presse mitteilen mit dem Ersuchen, sich über die Vorschläge auszusprechen und mitzu- teilen, ob man vielleicht zu Unterhandlungen bereit wäre, wenn eine feindliche Mächtegruppe sich geneigt zeige, auf einer solchen Basis in Unterhandlungen cinzutreten. Nach Entgegennahme des Berichts des GeneralselretZrs des Herrn Ford sprach sich die Ver« sammlung einstimmig für die Beteiligung der Schweiz an der Stockholmer Vermittlungslonferenz aus und wählte einen Ausschuß mit der Aufgabe, die Bestrebungen in der Schweiz zu unterstütze» und die Delegierten für Stockholm zu bezeichnen. An die Spitze dieses Ausschusses trat Nationalrat Scherrer-Fuellemann, St. Gallen. »Sozialdemokraten� über Dänemarks Neutralität. Kopenhagen, 12. Februar.(W.T.B.)„Sozialdemokraten" nimmt an, daß der Reichstag sich nunmehr ein- st immig für die Aussetzung der Neuwahlen bis nach Kriogsschluß entscheiden werde. Das Blatt erklärt dazu: Der Chauvinismus in Dänemark tvird nach diesem Tage völlig gelähmt sein. Deshalb verlangen ja auch die ausgeprägt chauvinistischen Blätter„Vortlaifd",„Kjöbenhavn" und„Hovedstaden" aufs eifrigste und teilweise geradezu fanatisch Neuwahlen und kämpfen hierfür bis zum äußersten. Die riesige Niederlage dieser Chauvinistcnpresse wird sicherlich im Auslande Eindruck machen, wo man nunmehr Dänemarks Neutralität als unerschütterliche Tatsache betrachten wird. Auseinandersetzung über die Deschlüsse von Zimmerwald. Mailand, 12. Februar.(T. U.).Avant," bringt eine lange AuSeinanderichung mit dem franzosiichen Bruderorgan„L'Humanitö" und der französischen sozialistischen Partei einerseits und dem„Vor- wärtS" und der Bern«„Tagwacht" andererseits bezüglich deren Ve, halten fiegenöBer den Beschlüssen dcS sozialistischen Kongresses in Zimmerwald.„Avanli" wehrt sich energiscö dagegen, dasi man ihm und seinen sozialistischen Parleisreunden unterschiebe, sie agitierten gegen die Verteidigung des eigenen Vaterlandes, und behauvtet, die .Neue Internationale"' habe niemals von den französischen Genossen verlangt, daß sie gegenüber der Verteidigung ihres eigenen Vater- landes die Sabotage anwenden, oder keinen Unterschied machen zwischen der Mehrheit der französischen Sozialisten und der Mehrheit der deutschen Sozialisten..Avanti" sagt, wenn die sranzösische sozialistische Partei sich auf ihren.Internationalismus" vor dem Kriege berufe, um ihren„Nationalismus" zu rechtfertigen und zu ei klären, so wiederhole sie heule nur dieselben Argumente, die sie schon vorgebracht hätte, um ihren Eintritt ins Ministerium zu rech! fertigen. Wenn man einst die Geschichte dieser zwei Jahre des Krieges werde schreiben können, was jetzt die Zensur unmöglich nrache, werden interessante Sachen herauskommen. Von den vielen Besuchen fremder Interventionisten(Kriegshetzer) beim Minister ohne Portefeuille bis zur Seguestralur der Sekretariate der Jnler- nationalen. Und werlvolle Dokumente werde die Korrespondenz liefern, ivelche der unparteiische„Homo'' schrieb. Jener„Homo", geborener Elsässer, aber zu v'el Franzose, um in Deutschland zu bleiben, und zu viel Deutscher, um im französischen Heere zu dienen, der die Neutralität der Schwei, vorziehe, um den Krieg bis aufs Messer zu propagieren! Ein Symbol! Eine verüächtigungskampagne. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Der Gepflogenheit der französischen Bourgeoisprcsse, jedermann, der die vulgärdemokratischen Phrasen nicht unterschreibt, womit die Entenle-Regierungen den Krieg den arbeilenden Massen sympathisch machen wollen, des geheimen Einverständnisses mit der deutschen Regierung zu bezichtigen, ist nun auch die.Berner Tagwacht und ihr Redakteur Genosse Robert Grimm zum Opfer gefallen. Nachdem sich auch die.Hnmaniiv" schon an der Deutschfreundlich keit" des Berner sozialistischen Blattes gerieben hat. bringt der .Temps" vom ö. Februar.anläßlich der Angriffe der.B. T." gegen die französischen Sozialisten" eine mit H. gezeichnete Korrespondenz, die.gewisse Tendenzen" dieses Blattes ausklären will. Es ist sicher merkwürdig, daß das französische Großkapitalistenblatt. das sonst selbst die französischen Sozialisten giftig angreift, plötzlich das Bedürfnis sühlr, ihnen gegen den Schweizer Kritiker zu Hilfe zu kommen. Der Korrespondent H. tut dies mittels perwnlicher Verdächtigung. Grimm, der die Zimmerwalder Konferenz organisiert habe(bekanntlich ging die Idee dazu von den italienischen Sozialisten aus. Die Red. des„Vorwärts".),„nach der sich die deutschen Sozialisten, darunter die Herren Ho ff mann und M o l k e n b u h r(I) ohne Schwierigkeiten begeben konnten," was.erstaunlich" scheinen würde, wenn man annähme,.daß die Reichsregierung diese Versammlung ihren Interessen widersprechend gefunden hätte," habe überdies selbst,.was noch befremdlicher sei", in der letzten Zeit Reisen in Deutschland und Oesterreich gemacht. .Für denjenigen, der das Mißtrauen der deutschen Regierung und Polizei kennt, scheint die Sache noch unbegreiflicher. Eine Duldsam- teil dieser Arr von feiten der österreichischen Regierung ist aber noch unerklärlicher. Welches sind die wirklichen Tendenzen der .Berner Tagwacht"? Es ist außerordentlich schwierig, das zu sagen- Sie nimmt jetzt eine neue Haltung gegenüber den französischen Sozialisten ein und tadelt sie, nachdem sie sie gelobt hat." Der Schlußsatz ist so unrichtig, wie die vorangehenden perfid. Die.Berner Tagwacht" hat die Kritik der französischen Parteitaklik nie in einem anderen Geist geführt und nie darauf verzichtet. Wenn diese Kritik in der letzten Zeit mehr in den Vordergrund getreten ist, hängt das natürlich mit der leidigen Tatsache zusammen, daß sich vor allem in der französischen Parteimehrheit jene Kräfte konzentrieren, die dem internationalen Einvernehmen der sozialistischen Parteien heute in> Wege stehen. Es ist aber klar, daß das plötzliche Interesse des „TempS" an der Stellung eines Schweizer sozialistischeil Blattes dem Wunsche entspricht, die französische M i n d e r h e i t in Frank- reich zu kompronriltieren. Es ist indes ein Bermch mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt. Die französischen Arbeiter, die die Befreiungsdcklamationen der Kriegsprediger immer mehr satt bekommen, werden manchen Melodien der„Humanilö" und der „Bataille" nicht mehr Geschmack abgewinnen, wenn die Basilio der Finanzpresse ihren Grundbaß dazu geben. Trinkfprüche Snanüs und Salanöras. Rom, 12. Februar.(23. T. B.) Meldung der A g e n z i a S t e f a n i. Bei der Tafel in der französischen B o l s ch a f t brachte B r i a n d den folgenden Trinkspruch aus: Ich bin besonders glücklich. Herr Präsident, den Leiter und die Mitglieder der könig- Uchen Regierung in diesem Hause Frankreichs empfangen zu können, in dem so oft die Jnicressengenicinichast und die Brüderlichkeit »»serer beiden Völker bekräftigt worden sind. Ich beglückwünsche mich ebenso wie meine Kollegen zu dieser Gelegenbeit, die uns die gegenwärtigen schweren Zeiten bieten, mit Ihnen unsere Ansichten auszutauschen und unsere Entscheidungen in lieber- einstimmung mit einander zu bringen, uni auf allen Gebieten unseren gemeinsamen Anstrengungen ihre volle Wirksamkeit zu ver- leihen. Durch diese Verbindung, die mit jedem Tage enger wird, wird die Mannigfaltigkeit unserer militärischen llnternehmungen und unser wirtschaftlicher Kampf gegen unsere Feinde in allen Stadien zur Einheit deS Handelns, die eine sichere Bürgschaft deS tsieges ist. Ich bitte Eure Exzellenz für sich selbst und die Mit- glieder der königlichen Regierung den Ausdruck der Wünsche ent- gegenzunehmen, die uns für die Größe Italiens und für den Ruhm seiner tapferen Armee beseelen. In Erwiderung auf den Trinkspruch Briands sagte S a l a n d r a: Herr Präsident! Mir lebhafter Genugtuung wiederhole ich niit Ihnen die Versicherung, daß der seit gestern niit Euerer Exzellenz und den hervorragenden Persönlichkeiten Ihrer Begleitung gepflogene Gedankenaustausch nicht verfehlen wird, uns dcni wesentlichen Ziel, die ununtgäuglich notwendige Einigkeit in dem Vorgehen der alliierten Regierungen zu er» reichen, immer näher zu bringen. Unsere Aufgabe wird insbesondere durch die Talfache erleichierr, daß der freundschaftlichste Geist in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern obwaltet. die. indcni sie unter schwierigen Verbältnisieir die Bande ihrer ruhmreichen Rasse befestigt haben, zu alle» Opfern bereit sind, und ihre An- sirengungen' auf dem Wege vereinigt haben, der sie zum Siege führen wird. Die italienische Partei und die Kriegsanleihe. Aus Rom wird uns geschrieben: In der Provinz Reggio Emilia hat sich, wie in den meisten italienischen Provinzen, ein Komilee gebildet, das für die neue Kriegsanleibe Propaganda macht. Unter dem Aufruf dieses Komitees fanden sich auch die Namen der sozialistischen Abgeordneten S o g l i a und Z i b o r d i, des Bürger- meifterS von Reggio, Genossen Roversi, und des Präsidenten des Provinzialrates. Genossen Mazzoli. Die sozialistische Föderation der Provinz hielt nun dafür, daß die Unterzeichnung des Aufrufes nicht in Einklang zu bringen sei mit der Haltung der Partei und den Beschlußfassungen ihres Vorstandes und forderte die Genossen auf, ihre Unterschritt zurückzuziehen und aus dem Komitee aus« zutreten. Wählend die beiden Abgeordneten und der Bürger» meister Roversi in der Sitzung selbst erklärten, sich diesein Be» schlug ihrer Organisation zu beugen, zog Mazzoli es vor, alle seine öffentlichen Aemter und also auch die Präsidentschaft des Provinzialrates niederzulegen. Dadurch schied er auto» matisch auch ans dem Propagandakomitee für die Kriegsanleihe auS. Nim bat aber die provinziale Parteiorganisation Mazzoli aufgefordert, alle Parteiämter weiter zu bekleiden und nur aus dem Propaganda- komitee für die Anleihe auszutreten, welcher Forderung sich der Ge- nosse mit der in Reggio Emilia üblichen Diszipliniertheit ohne Widerrede gebeugt hat. Es ist beachtenswert, daß die Partei- organisation der Provinz gegen die Beteiligung leitender Sozialiste» an den Organisationen für Kriegshilfe nie etwas eingewendet hat. Eine Duellforderung. Mailand, 12. Februar.(W. T. B.) Der Unterstaats- sekretär des Krieges, Generalmajor Elia, hat den sozialistischen Abgeordneten Maffi gefordert. Maffi lehnte ab und verwies auf den gerichtlichen Weg. Nach dem „Corriere della Sera" hat ein Artikel Massis im„Avanti" über eine Unier schlagungsangelegenheit die Forderung ver- anlaßt. Bern, 12. Februar.(23. T. 53.) AuS dem jetzt vorliegenden „Corriere della Sera" geht hervor, daß Generalmajor Elia nur der Ueberbringer der Forderung an den sozialistischen Abgeordneten Maffi für Generalleutnant Tettoni war. Der Jungbrunnen Krieg. Aus A m st e r d a m wird uns geschrieben: Am 8. Februar hat Lloyd George in einer Versammlung von 200» Munitionsarbeitern— eS war eine FabrikSversammlung unter Vorsitz des Direktors eine Rede gehalten, worin er sagte:„Seid Ihr schon Leuten begegnet, mit denen Ihr vor dem Krieg be- kannt wäret und die Dienst genommen haben? Sie waren sah! und schlapp gewesen, schwächlich, gebückt und träge und gut zu nicht» und zu niemand, nicht einmal zu sich selbst. Ihr begegnet ihnen sechs Monate nach der Elnberufung wieder. Die Schlappheit ist ge sfWouilden, die Gebücklheit ist vorbei. Sie sind von der Sonne ge- gerbt, vom Wetter gebräunt. Ihr Muskelgewebe ist fest. Sie stehen ausrecht, blicken gerade aus— sie sind verwandelt. Dieser Mann heißt John Bull. Er ging gebückt, er wurde schlapp, er wurde z u f e t t. Er war träge und schleppte sich herum. Der Krieg ist gekommen und sehet ihn jetzt: Seine Muskeln sind fest wie nie, er ist sehnig und stark. Er schlägt fest drein und bricht sich seinen Siegesweg. John Bull ist ein Jüngling:der Krieg hat ihn verjüngt."— Die liebliche Parabel, die der englische Minister da erzählt hat, hat man auch in anderen Sprachen vor und im Krieg gelesen und gehört: der Krieg als Stahlbad, als Jugendelixier usw. Wir müßten uns indes sehr täuschen oder aber immer größere Massen hören überall solche gewissenlose Prahlereien mit wachsendem Ekel und Zorn an. Ist nicht die Wirklichkeit da, die Geschichtlein wie das Lloyd Georges blutig widerlegt— in ihrer unmittelbarer Schilderung wie in ihrer sinnbildlichen Bedeutung. Die Nation soll durch den Krieg jung und gesund werden— wie die Männer, die ins Feld ge. zogen sind und mit frischen Wangen frohgemut auf Urlaub heim kommen. Und diejenigen, die— nicht heimkommen, nie mehr heimkommen werden? Und die Hunderttausende, die heimkommen— als Krüppel, Blinde, Sieche? Die Parabel deS Ministers ist schlecht! Sie widerlegt ihren Sinn durch ihre Sinnbilder. Würde John Bull wirklich veijüngt, welches Glück wäre dann der Krieg für England. Welches Verbrechen aber auch der Kampf gegen den Militarismus- der dock angeblich der Inhalt dieses Krieges sein soll! Denn dann müßte es, zum Heil der Völker, Krieg in alle Ewigkeit geben, als Schutz gegen Verrostung und Verschlappnng! Es mag sein, daß Lloyd George die Dinge, die er gesagt hat. gar nicht wirklich glaubt, sondern nur, da der Krieg einmal da ist, zur Stimmungmache für nützlich hält. Aber solche Reden machen die Haltung der Unabhängigen Arbeiterpartei und der bürgerlich! radikalen Friedensfreunde in England begreiflich, die davon aus- gehen, daß, wer einmal dem Militarismus einen Finger reiche, ihm bald die ganze Hand lassen müsse. Die Frage der Verantwortlich keilen in geschichtlichen Kreisen bleibt immer schwierig und voll Gefahren. Denn die Funktion schafft ihr Organ und die bittere Notwendigkeit gebiert leicht die süße Phrase. England auf dem Wege zum Schutzzoll? „Times" vom 3. Februar berichtet: Als parlamentarische Drucksache erschien am 2. Februar ein äußerst wichtiger Be- richt über„Maßnahmeil zur Sicherung gewisser britischer Industriezweige nach dem Kriege". Der Bericht wurde von einer Unterkommission des„Beratenden Komitee beim Handels- amtc" herausgegeben. Das Komitee empfiehlt Schutzzölle für gewisse Industrien, vernünftige Einfuhrzölle auf breiter Basis. Schaffung eines besonderen Handelsministeriums und eine größere Anzahl Ivenigcr wichtiger Neuerungen. Das Komitee schlägt zunächst folgende Zollsätze vor: Papier........... 15 Proz. vom Werte Drucksachen......... 83'/,„„. Silberarbeiten........ 15,,„ Mesierwaren........ 10—20,„, Lederwaren......... 83Va,», Glaswaren für Tafel- und Beleuch- tungszwecke....... Bollständiges Verbot für deutsche und öfter- reichische Waren für die Dauer von 3—5 Jahren, alsdann 33'/, Proz. vom Werte Optisches und chemisches GlaS.. 25— 30 Proz. vom Werte für 5 Jahre Gewöhnliches GlaS...... 10—16 Proz. vom Werte Glasflaschen......... 5>,. Porzellan- und Tonwaren.... 20,,, (Fantafiewaren teurer) Spielzeug, außer mechanischem.. 25—30 Proz. vom Werte „ mechanisches..... Absoluter Prohlbitiv- zoll Bürstenwaren........ 15 Proz. vom Werte Magneten für Moloren..... SSVs„„» Die Liste ist vorläufig ganz unvollkommen und soll nach weiteren Erhebungen ausgebaut werden. Dergarbeiterkonsiikt in Sudwales. London, 11. Februar.(W. T. B.) Die„Morning Post" meldet aus Cardiff: Im Kohlengebiet von Südwales ist ein neuer Streit zwischen Arbeitern und Arbeitgebern ausgebrochen, und zwar über die Frage der SonntagSarbeit. Der Slr- beiterfübrer Vernon Hartshorn äußert sich darüber in der„Süd- Wales Daily News", er wünsche dringend, daß die Arbeit im Kohlengebiet ungestört fortgehe, aber er mache die Grubenbesitzer darauf aufmerksam, daß jeder Versuch, die Arbeiter zur Sonntags- arbeit zu zwingen, sofort die Arbeit im Kohlengebiet zum Still- stand bringen würde. Die Arbeitgeber möchten diese Warnung be- herzigen. Spanische Spmpachiekundgebung für Deutschland. Die„Norddeutsche Zlllgerneine Zeitung" schreibt über eine spanische Sympathiekundgebung: Nach Mitteilungen aus Madrid hat die dortige Zeitung „Tribuna" nunmehr die Veröffentlichung der bis Milte Januar ein- gegangenen Zeichnungen für das Manifest spanischer Jntelleklueller zugunsten Deutschlands, über das vor einigen Wochen berichtet worden ist, abgeschlossen. Die damals angegebene Zahl von Unter- schriflen ist aus etwa 15 000 gestiegen. Unter diesen befinden sich: 283 UniversilätSprofcssoren, ii-i Gelehrte. 308 Schriftsteller und Journalisten, 114 Künstler, 796 Aerzlc, 1286 Juristen, 461 In- genieure, 472 Lehrer. Mir besonderer Freude kann begrüßt werden, daß die gesamte spanische Presse der Sympathiekundgebung für Deulschland wohl- wollend gegenübersteht, während seinerzeit ein frankophiles Manifest, das nur eine geringe Anzahl Unterschristen vereinigte, in der Presse und bei der Bevölkerung allgemelneu Widerspruch ge- funden hatte. Eine interessante Diskusson. In der ehemals marxistischen Petersburger Monatsschrift „Sowremenny Mir", die sich seit Kriegsbeginn auf den Boden eines eigenartigen russischen Nationalsozialismus gestellt hat, unterwirft Genosse N. R o s h k o w de» bekannten Aufruf Plecho- nows, Zllexinskys, Bunakows u. a., für dessen weiteste Verbreitung die russische bürgerliche Presse angelegentlichst gesorgt hat, einer ziemlich scharfen Kritik. Roshkow selbst, früher ein bekannter Ver- treter der Lenin-Richtung, hat während der Kriegszeit einen wesentlich anderen Standpunkt als die Zcntralinstitutionen und zahlreiche Organisationen der russischen Sozialdemokratie eingc- nommen und sich in seiner Auffassung des Krieges sehr dem Stand- Punkt Plechanows genähert. Aber selbst ihm geht der für die Or- ganisation der Nationalverteidigung und die Einstellung des revo- lutionären Klassenkampfes eintretende Aufruf der Plechanow-Gruppe viel zu weit. Er wirft den Verfassern des Aufrufs vor, sie hätten bei der Unterscheidung zwischen Angriffs- und Verteidigungskrieg und in der Frage der Garantien für die Selbständigkeit des Volkes bei der Organisation der Nationalvcrteidigung vieles verschwiegen und im Unklaren gelassen. Er ist ferner mit den Verfassern des Aufrufs nicht einverstanden, daß der wirtschaftliche Kampf der Ar- beiter ivährend der Kriegszeit eingestellt werden müsse. Endlich polemisiert er heftig gegen die in dem Aufruf enthaltenen Ueber- treibungen hinsichtlich der Erybcrungspläne Deutschlands. Im be- sonderen bezeichnet er die— auch im erwähnten Aufruf enthaltene — Behauptung, Deutschland wolle nach Angliederung russischer Territorien die ansässige Bevölkerung von dort entfernen und die Gebiete mit deutschen Kolonisten besiedeln als„A m in e n- märchen" und„K i n d e r s ch r e ck". Die Redaktion des„Sowremenny Mir" verteidigt den Aufvuf gegen die„harte und strenge" Kritik Roshkows. Auch die bürger- liche Presse nimmt den Aufruf der Plechanow-Gruppe gegen jede Kritik in Schutz. Randbemerkungen. In einem also betitelten Artikel der Münchener Zeitschrift „März" lesen wir: Zu allen Zeiten haben auch die unterlegenen Feldherren Sieges- Nachrichten gemeldet, das Eigentümliche dieses Krieges ist aber, daß, wo es sich nickt uni ganz große Tinge, wie die Hindenburgschläge, handelt, die Gcneralsläbe aller kriegsührenden Nationen gegen- einander öffentlich polemisieren, ihre Erfolge herausstreichen und durch solche Darlegungen den Nachweis erbringen wollen, welche Bedeutung ibrcn Operationen eigentlich zukommt. Hoffentlich ist eS nicht auch beim Friedensschlüsse so. daß die verschiedenen Nationen in der Lage find, sich herauszurechnen, daß sie eigentlich die Ge- wilinenden gewesen sind. Als Träger des italienischen Chauvinismus tritt deutlich Mailand hervor, die entwickeltste, reichste, industriellste Stadl Italiens. In Deulschland erscheinen die beiden typischen alldentschen Blätter in Essen und Leipzig, also in Nheiiiland-Westsalen und in Sachsen, den Hauptzentren der deutschen Industrie. In England gilt Birminghani, der Sitz des allen Chainberlain, als Hauptort der panbritischen Be- wegung. Lllso nicht Rom, Berlin, London, sondern die Hauptorle der Maffenindustrisn. Das kamt uns doch manchen Fingerzeig geben. � �. Unsere Presse hat eS jetzt sehr schwer— wenig Inserate, Schwierigkeiten in der Herstellung(Zsiisur). Sie sucht sich durch Einzelverkauf schadlos zu halten und muß deshalb ietle« Ueber- schriflen niachen, dick auftragen. � Die Presse aller Länder trägt übrigens jetzt ein ganz einheitliches Gesicht. Die deutsche ist palhetisch-moralisch. will stets beweisen, daß der Gegner auch sittlich nichts laugt; die ösierreichische ist ruhmredig und etivas leichlsinnig, die französiicbe hysterisch und ziemlich kindisch(redet sich stets eru, daß jede glückliche Einzelaklioii besondere Herzenswünsche unseres Kaisers vereitelt habe), die englische ist bewußt.altrömisch". Viel Kopsschültclll hat eS erregt, daß bei uns und bei den Feinden, ebenso auch bei den sogenannieu Neutralen, die Koryphäen in Kunst und Wissenschaft es so leicht mit ihren KriegSauffätzen und Unterschritten unter allen möglichen Slufrufen nahmen und so viel Belangloses oder Voreiliges mit ihren Namen deckicu. � Es schien dies auch eine Kriegspsychose. War denn das aber in: Frieden anders? War denn' auch da nicht die Unterschrist eines großen Gelehrten und Künstlers ohne weiteres für jeden Aufruf zu er- langen, auch weun dessen Inhalt den Interessen und dem Gesichts- kreise des Unterschreibenden so fern wie möglich lag? Kriegsbekanntmachungen. Einschränkung der österreichischen Feldpostbeförderung. Berlin, 12. Februar.(23. T. B.) Die Annahme von Privatfeldp ostpa kelen'ist sorlab für die österieichisch- u n g a r i s ch e n F e l d p o st ä m l e r 9. 16. 34, 45, 46, 49, 95, 99, 103, 140, 151. 168, 170, 187, 100, 210, 211, 227, 228, 229, 280, 233, 234, 260, 261, 264, 265, 300, 807, 808, 315, 316, 817, 319, 331, 336, 827, 388 und 339 eingestellt worden. Daher dürfen auch bei de» deutschen Postanstalteu Pakete für österreichiich-ungariiche Heeresangehörige, die diesen Feldposlämlerit zugeteilt sind, bis auf weiteres nicht angenommen werden. Letzte Nachrichten. Ankunft deutscher Zivilgefangcner aus Frankreich in Genf. Genf, 12. Februar.(23. T. B.) Gestern abend ist hier ein Zug mit 309 deutsche n und 131 ö st c r r e i ch i s ch e n Zivilgefangenen aus Frankreich angekommen. Ein italienischer Dragoman von den Bulgaren verhaftet. Lugano, 12. Februar.(T. U.) Dem„Corriere della Sera" wird aus Saloniki gedrahtet: Die Bulgaren verhafteten in Monaftir den Dragoman des italienischen Konsulats namens Pi- netta, eiuem geborenen Kutzowalacheu, den jie nach Sofia tyanS» portierten. GewerksthaMches.-» Resultatlose Tarifverhanölungen lm Baugewerbe. Unter dem Vorsitz des Direktors vom Reichsamt des Innern. Exzellenz Caspar, verhandelten am lt. und 12. Fe- bruar die am Reichstarifvertrag für das Baugewerbe be- teiligten Organisationen im Reichsamt des Innern in Berlin über eine unveränderte Verlängerung des am 31. März d. I. ablaufenden Tarifvertrages und über eine Teuerungszulage. Nach einer kurzen Einleitung des Herrn Vorsitzenden über die Bedeutung, die der Tarifvertrag für das deutsche Baugewerbe erlangt hat und über den hohen Wert, der darin liege, auch während der Kriegszeit das Baugeincrbe vor Wirtschaft- lichen Erschütterungen zu bewahren, wurde in die Verhandlung eingetreten, die leider einen Erfolg nicht gezeitigt hat! Der Arbeitgeberbund erklärte sich bereit, den Vertrag bis zu 6 Monaten nach Friedensschluß zu verlängern. Von Vertretern der Arbeiter wurde dagegen die Einwendung er- hoben, daß niemand das Ende des Krieges auch nur an- nähernd bestimmen könne; ebensowenig sei nicht voraus- zusehen, welchen Verlauf die seit langer Zeit bestehenden und sich immer steigernden Teuerungsverhältnisse nehmen werden. Daraufhin wurde die Entschließung, den Vertrag bis zu 6 Monaten nach Friedensschluß zu verlängern, dahin abge- ändert, daß ein bestimmter Termin festgesetzt wurde, und zwar de� ZI. März 1917. Jedoch soll der Vertrag auf ein weiteres Jahr: gelten, wenn nicht am 31. Dezember 1916 Frieden geschlosseri ist. Bei der Beratung der Tetterungszulage machten die Unternehmervertreter verschiedentlich Einwendungen gegen die Notwendigkeit einer Teri.erungszulage. Schließlich ließen sie sich aber doch davon überfsihren. daß eine solche absolut notwendig sei. und sie erklärtest ihr Einverständnis zu einer Stundenlohnzulaqe von 3 Pf. für Orte bis zu 5000 Einwohnern: für Orte mit neunstündiger Arbeitszeit soll ein Lohnaufschlag von 5 Pf. und für solche mit mehr als neunstündiger Arbeitszeit ein Aufschlag von 4 Pf. pro Stunde gewährt werden._ D?e Nrheftervertreter gaben zv verstehen daß sie knfolge der Teuerungsverhältnisse, deren enorme Steigerung selbst vom Staatssekretär des Innern anerkannt worden ist, ein erheblich größeres Entgegenkommen erwartet haben. Das niedrige Angebot der Ünternehmervertreter könnten sie bei ihren Mitgliedern schwer vertreten. Dies sei um so schwie- riger, weil bekannt sei, daß die Arbeitgeber bei Staats- arbeiten oder in sogenannten Kriegsortcn seit Kriegs- dauer erhöhte Preise erhalten, in die auch Lohn- Zuschläge für die Arbeiter einkalkuliert worden sind. Die Tatsache, daß trotz der bisherigen strikten Weigerung des Ar- beitgeberbundes für das Baugewerbe, seinen Mitgliedern die Gewährung einer Teuerungszulage zu gestatten, habe in den Kreisen der Bauarbeiter ein tiefgehende Bitterkeit erzeugt. Dennoch haben zahlreiche Arbeitgeber ihren Leuten in ver- steckter Form bereits eine höhere Zulage gegeben, als sie hier angeboten werde. Schließlich erhöhten die Arbeitgeber ihr Angebot in allen Fällen um einen Pfennig und ließen durchblicken, daß die Arbeiter auch durch Verlängerung der Arbeitszeit und durch Akkordarbeit zu größeren Einkommen gelangen können. Eine Ausflucht, auf die sie seit dem auf- getauchten Verlangen der Arbeiter nach Teuerungszulage verfallen sind und womit sie anscheinend auch an einigen Orten Glück gehabt haben, indem sie um die Zahlung einer Teuerungszulage herumgekommen sind. Die Arbeitervertreter oller Organisationen ließen er- klären, daß sie auch das erhöhte Angebot bei ihren Mitgliedern nicht vertreten können, daß sie aber zu weiterer Verhandlung gern bereit sind, sobald es von irgendeiner Seite gewünscht wird, daß hierzu aber ein anderes Angebot als das heutige vorliegen müsse. Damit waren die Verhandlungen beendet. Mus Industrie und Handel. Zur Kohlcnnot in Italien. IluZ Nom wird uns geschrieben: Die unerschwinglich hohen Koblenpreis« haben am 27. Januar in Sizilien zu einer Maßnahme aenöriat, die. falls sie nickt gan, als Brennmaterial die wieder durch bedingt sind, ist rentabel, so daß vorkibergehend sein sostie, die allerernstesten Folgen haben mutz. Die Sckweselbergwerke der Intel sind sämtlich geicklosien worden. Dadurch werden rund 100 000 Arbeiter brotlos. Die Maschinen zur Förderung des Schwefels sind auf Kohlen angewiesen: bei den heutigen Kohlenpreisen, die phantastische Höhe der Sckiffsfrachien die Ausbeutung der Gruben nicht weiter die Unternehmer sie einstellten. Die Maßnahme bezweckt natürlich eine energische Pression auf die Negierung, aber die Regelung der Sckiffsfracklcn hängt nur in sehr geringem Um- fange von der italienischen Regierung ab. In dieser Frage hat die englische Regierung das große Wort' zu Iprecken. Durck die hohen Frachtpreise kommen die Kohlenpreiie auf 200 Lire pro Tonne und darüber, bei denen fast jede Jndustlie lonkurrenzuntähig werden muß. Die italienische Handelsflotte ist schon in Friedenszeiten nicht imstande, allein den Anforderungen des Landes zu genügen, wie viel weniger heilte, wo ein Teil der Sckiffe militärisch requiriert ist und die Bedürfnisie der Einfuhr zur See in dem Maße gestiegen sind, als die Einfuhr aus Mitteleuropa zurückgegangen ist. Die italienische Regierung bat daher zunächst die 21 österreichischen Kauf- ' a h r l e i fa b re r requiriert, die sich bei Ausbruch des Krieges in italienischen Häfen befanden. Weiter hat man in diesen Tagen auch die deutschen Dampfer requiriert, 30 an der Zahl, mit einem Brultolonneiigehalt von 153 600 Tonnen, für welche Dampfer am Ende deS Krieges die Pacht an die ent- sprechenden Reeder entrichtet werden wird. Es wurden so ins« gesamt 225 000 Tonnen gewonnen, nickt genug, um eriolgreich die Preisbildung der Frachten zu beeinflusien. Weiter hat daS Mi- nisterium die Eiienbahnverwaltung veranlaßt, den sizilianiichen Grubenbesitzern Kohle unter dem Marktpreise zur Ver- s ü g u n g zu stellen. Es heißt, daß internationale Maßnahmen dicht bevorstehen. Einstweilen hat der Ministerrat ein Dekret ans« gearbeitet, das die Verwertung elekirischer Kraft zu industriellen Zwecken begünstigen soll, indem es die Benutzung der Wasserkräfte und die Inbetriebsetzung von Fernleitungen zuläßt, auch ehe die juristischen Schwierigkeilen, die sich aus den Eigentumsverhältnissen ergeben, gelöst sind. Des weiteren rst überall der Gasverbrauch für die öffentliche Beleuchtung beschränkt worden. In Erwartung radi- kaler Maßnahmen steht beute iür Italien das Problem der Kohlen- beschaffung im Miltelpunkte des Jntereffes: es ist geradezu die Zeniralftage des ltalienischen Wirtschaftslebens. mnmmfTmmmTTmm Uli .Xor. P.« Moderner Straßenhut n rri aus Kunstseide mit Strohunterrand a. 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Täschchen, Jacke£2 J ej M| m Halbs, sefütteri a. bekurbelt\J M. «nnnmimiiiiiiiiimimuimMiuMumninioMimiuJiuiamniUBmnsiiuituituutuiMincRU« nur Leipziger Straße Mnei)wm)9mkcl)iJje 9.30 10.75 schwärt und farbig 11 20 llllll Ii 1 l I�L "Berantw. Red alt.: Alired Wietrvv. Neulöliu. Inseratenteil veranuo. Td. Glocke. Bert, n. Truit u. Bertaa: BorwartSÄucvor. u. Lertagsanuail Paul Singer u. Ca, ißtüiuSVI. Hierzu 2 Beilagen u. UuterhaltuugSbl. HUI Nl. 48. 33. Jadryaug. s Lsmiills" Zountag. 13. Februar 11)lk. Vis sozialistische Kriegsliteratur im Spiegel öer Zentrumswiffenschaft. Die Dezembcrnummer der„Sozialen Kultur" sM.-Gladbach. Volksoereinsverlag), der wissenschaftlichen Zentrumsrevue, enthält ■4u Samwelreferar von Berger über die sozialistische Kriegs- ttseratur. Es ist für uns natürlich interessant, gerade in der fetzigen Zeit aufgeregter Diskussionen das Urteil von Männern ieimen zu lernen, die in ihren ganzen Grnndanschauungen im vollsten Gegensatz stehen zu dem, was die deutsche Sozialdemokratie bis zum Kriegsausbruch war und sein wollte, und die bis dahin auch stets politisch die Partei des klassenbewußten Proletariats leidenschaftlich bekämpften. Dr. Berger bemerkt zunächst, die Maßstäbe, die man vor Kriegsausbruch an die sozialdemokratischen Hauptrichtungen und ihre Vertreter anzulegen pflegte, seien völlig unbrauchbar gewor- den. Er versucht deshalb selbst eine eigene Einteilung der Partei- richtungen während der Kriegszeit. Als erste Gruppe behandelt er die„Nculassallcaner". Er ziliert das bekannte Wort Bismarcks von der»nationalen und monarchischen Gesinnung" Lassalles und fährt dann fort: „Diese nationale und monarchische Gesinnung beseelte auch das Gros der deutschen Arbeitcrmassen; die pädagogischen, sozialen, wirtschaftlichen uird kulrurellen Gründe dafür sind hier nicht zu untersuchen, sie sind aber in Brauns Archiv in den Abhandlungen von A. Winnig und P. Kampfsmeyer in klarer und scharfer Fassung zu finden. Tie Vertreter dieser Gruppe, die wir Neulassalleaner nennen möchten, sind von nationaler Gesinnung durchdrungen und stellen sich in diesem Kampie des deutschen Volkes um seine Existenz in Reih und Glied mit ihren übrigen Volksgenossen... Unier den Lassalleancrn unterscheidet Lerger wieder»die Idealisten",„die Politiker" und»die Gewerkschaft- l e r". Zu der ersten Untergruppe rechnet er vor allem F e n d r i ch und Heine. Von Fendrichs Broschüre„Der Krieg und die So- zialdemokratie" sagt er, sie„feiere, von nationalem Geist durch, weht, mit dem tiefen Fühlen und Empfinden eines Romantikers niedergeschrieben, den großen deutschen Volkskrieg". „Mit demselben tiefen nationalen Empsinden". fährt er fort, „ist auch sein Büchlein„Gegen Frankreich und Albion" nieder- geschrieben; eine herrliche Form und gewandte Darstellungswcise zeichnen es nicht minder aus als ein umfassendes Sichvertiefen in die erörterten Kricgsfragen und ein versrändnisvolles Eingeben auf das Volksempfinden. Spricht aus der erstgenannten Broschüre der deutsche Fendrich zu uns, so ist aus der zweiten der sozial- demokratische Autor kaum oder überhaupt nicht mehr zu erkennen." Von Heine heißt es: „Durch seine herrliche Sprache, sein tiefes nationale? Empfin- den. sein unerschrockenes und selbstloses Eintreten in Dort und Schriit für die Einheit der deutschen Nation, das durch keinerlei Befehdung und Befeindung zum Stillstand zu bringen ist, erinnert SJolfgaug Heine vielfach an Fendrich.?n seinem Broschürchcn „Kultur und Nation" feiert er begeistert die deutsch« Kultur, die »zu retten unsere Pflicht ist als Deutsche und als Menschen"." Zu den„Politikern" rechnet Berger die Genossen Kolb, David und Heinemann. Von Kolb sagt er: „Das abgeklärte Urteil, der ideale Schwung und die aka- demischen Allüren Heines gehen ihm zwar ab, doch offenbart seine heißumstrittene Broschüre„Die Sozialdemokratie am Scheidewege" den scharfen Beobachter, rücksichtslosen Kritiker und konsequenten Politiker." lieber Davids Bielefelder Rede und das Buch„Sozial. domokratie und Vaterlandsverteidigung" fällt Berger das folgende Urteil: „Was letzteres ausführt, enthält die Bielefelder Rede in noc«. Tie Grundtendenz, Verteidigung und Begründung der Haltung und Politik der Reicksiagsfraktion, ist in beiden dieselbe, die Neben- absichten aber sind verschieden. Tic Rede will die Massen über- zeugen und Massenwirkung auslösen, weshalb sie der Volksstim- niung in kluger Weise Rechnung trägt, was namentlich bei der Er- örterung des KriegSzielS im Innern, des Friedensziels und der Friedensfragen klar zutage tritt. In seiner Abhandlung über die Sozialdemokratie im Weltkrieg aber trug David mit großem Fleitze Material zusammen, um nachzuweisen, daß die Politik des 4. August kein Bruch mit den sozialdemokratischen Grundsätzen und kein Verrat an der Internationale war, womit gleichzeitig der Opposition den Boden unter den Füßen wegzirziehen unternommen wird. Dieser Versuch ist äußerst geschickt und mit gewaltiger Mu- nition durchgeführt, weshalb der heftige Gegenangriff Kautskys in der„Neuen Zeit" wohl begreiflich erscheint. Die kundigsten und grandigsten Kiesel und Steine schleuderte da der allerdings nicht mehr kleine David, wenn er auch in vornehmer Weise ihre Namen nicht nannte, gen Kautsky und Bernstein, denselben Eduard Bern- siein. dessen„Voraussetzungen" er auf dem Parteitag zu Hannover (ILM) so glänzend verteidigt hatte. Bernstein erhält durch Dr. David bestätigt, daß es Menschen sind, die„Köpfe haben", welche die Geschichte machen, und Dr. David scheint für jetzt den klügeren Kops zu besitzen; sein Eingehen auf die realen Verhält- nisse, sein Verständnis für die Entscheidung der Massen bei Kriegs- ausbruch und während des Krieges, die ganze Anlage seines Buchs und die zielbewußte und zweckmäßige Ausarbeitung der einzelnen Kapitel, die alle Vorzüge eines guten Advokaten manifestiert, sowie die Reaktion der Opposition auf Davids Ausführungen begründen dies bestens." Unter den Gewerkschaftlern hebt Berger an erster Stelle Rad los hervor, von dem er sagt, er sei mit dem deutschen Idealismus und der Politik der deutschen Sozialdemokratie wohl vertraut an das Problem„Baterland und Sozialdemokratie" heran- getreten. Von dieser Schrift selbst erklärt er, sie„gehöre mit zu dem Besten, was auf dem sozialistischen Kriegsbüchermarkt er- schienen ist; sie verdiene weitgehende Verbreitung und eingehende Beherzigung". In d'esem Zusammenhang fällt auch besonderes Lob auf das „Correspondenzblatt" und die»International- Korrespondenz". Zu einer zweiten Hauptgruppe der„Imperialisten" vereinigt Berger die Genossen Haenisch, Lensch und C u n o w. Nach- folgend die Beurteilung, die ihre Schriften durch Berger erfahren. „Die Erlebnisse der deutschen Sozialdemokratie bei und nach Kriegsausbruch sowie die sich daraus ergebenden Erkenntnisse des modernen Kapitalismus und Imperialismus erschütterten auch bei einem Teil früherer„radikaler" Genossen den alten Glauben an Marx und den Marxismus ganz oder doch in solchem Grade, daß sie aus dem marxistischen Lager der Opposition zur Fraktionsmehr- heit sich hinwandten und die Kriegskreditbewilligung durch Wort und Schrift verteidigten. Den größten Schritt von links nach rechts bat von den hier in Frage stehenden sozialdemokratische:: Führern wohl Konrad Haenisch getan, wie sein Broschürchen„Krieg und Sozialdemokratie" im Vergleich mit früheren Auslastungen des- selben Autor? ausweist.... Die eigentlich imperialistischen Ideen und Motive Haenischs kommen in seinen Agitationsreden und seiner jüngsten Agitationsschrift„Wo steht der Hauptfeind?", die eine Reihe trefflicher Bemerkungen über den britischen Imperialis- mus enthält, weit mebr als in den beiden zuerst genannt«: Broschüren zum Ausdruck." „Dagegen steht der Imperialismus im Mittelpunkt der Bro- schüre, die von Dr. Paul Lensch über„Die deutsche Sozialdemo- Iratie und der Wehkrieg" verfaßt ist. Die imperialistische Politik der Großmächte in den letzten fünfzehn Jahren, besonders die Englands, wird eingehend untersucht und deren Entwicklungs- ienoenzen wurden aufgedeckt, wobei interessante Detail? mit unter- laufen, die das Schriftchcn zu einer anziehenden Lektüre gestalten, wenn auch die historischen und ökonomischen Exkurse und Folgerun- gen mitunter lebhaften Widerspruch provozieren. Immerhin ist die Abhandlung, als Ganzes betrachtet, sehr instruktiv und lesenswert." „Ungleich bedeutungsvoller für die künftige Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie ersebeint„ein offenes Wort zum inner:: Parteistreit" von Heinrich C u n o w, fots unter dem Titel „Partcizusammenbruch?" bei Paul Singer in Verlin erschienen ist. Diese Broschüre ist für den Theoretiker die instruktivste Schrift der gesamten sozialdemokratisckien Kriegsliteratur, dem Politiker zeigt sie neue Wege und Arbeitsgebiete und dem Polemiker im rechts- liegenden sozialdemokratischen und bürgerlichen Lager bietet sie reiche Ausbeute. Was über Ideologie und Geschichte und in: Zu- sammenhang damit über die materialistische Geschichtsauffassung und kapitalistische Wirtschaftsentwicklung gesagt wird, verdient höchste Beachtung im Hinblick auf die Entwicklung oder Umbildung und Wandlung des Marxismus selbst. Neomarxismus in Sicht! Jedenfalls trüge derselbe, wie auch die Diskussion Cunow— Kautsly in der„Neuen Zeit" beweist, einige Cuuowsche Charakterzüge. Der wirtschaftliche Imperialismus wird als eine geschichtlich notwendige Entwicklungsphase erkannt und anerkannt." Als eine dritte Hauptgruppe unterscheidet Berger„Die Jntcrnatio- nalisten", und in diese Gruppe mutz er schmerzbewegt da:: Genossen Be r n st e i n einreihen, von dem er Besseres erwanet hätte. Allerdings hätten Aentzerungen Bernsteins auch schon in den letzten Jahren vor dem Kriege einen aufmerksamen Beobachter stutzig machen müssen, so insbesondere sein in Budapest am 9. April 1914 gehaltener Vortrag, in dem er vom bürgerlichen Radikalismus gesagt habe, daß er politisch vermitteln, sozial ausgleichen wolle. Er sei für soziale Reform, wolle aber keinen Klassenkampf, er iolge den Verhältnissen, führe sie nicht mehr.„Kein Zweifel," fährt Berger fort,„daß zwischen dieser Auffassung Bernsteins und jener der freien Gewertschaften und der Fraktionsmehrhcit ein wesent» licher Unterschied bestehr, der in der Tat auch alsbald nach Kriegs- ausbruch in die Erscheinung trat. Während jene in heißem Ringen mit der Ideologie sich entschieden auf den nationalen Boden stellen, das Reich in seinem Existenzkamps nach besten Kräften unter- stützen und entschlossen scheinen, die„sozialistischen Errungen-- schaften" der Kriegszeit durch praktisch« und reformistische Mit- avbeit auch für die kommende Friedensära zu erhalten, sind Herz und Sinn des geistigen Vaters des Revisionismus mit der— Iutcrnationale beschäftigt." Neben Bernstein stellt Bcrger— P a r v u s. Von dessen pro- grani-inati schein Artikel, der in der ersten Nummer der„Glocke" erschien, meint Berger, es sei schade, daß er,„sonst an prächtigen Einfällen und auch anerkennenswerten kritischen Leistungen reich, von einer Reihe offenbarer Widersprüche durchsät ist. Ob dadurch und überhaupt durch„Die Glocke" die sozialistische Erkenntnis die angestrebte Tiefe„und ihren revolutionären Schwung" erreicht, bleibt abzuwarten" Als vierte und letzte Gruppe behandelt Derger die Marxisten. Ueber Kautsky weiß Berger nur zu sagen, daß er in der Dis- kujsion mit Cunow in der„Neuen Zeit"„nicht den wissenschaftlichen Sieg" davongetragen habe und daß sein altes Programm auch sein neues sei. Wie wenig sich dieses aber durchführen lasse, sei wohl nirgends besser bewiesen als in den drei großen und instruktiven Kontroversen Kautsky— Cunow, Kautsky— David und Kolb— Hilferding in der.„Neuen Zeit". Viel energischer als Kautsky verfechte die Truppe Lieb» knecht die marxistischen Ideen, lieber Julian Borchardt und seine„Lichtstrahlen" meint Berger: „Auch der Kritiker, der„sine irs et ztuckio" die„Lichtstrahlen" beurteilt, wird schwerlich zu einer anderen Ansicht als die General- kommission der freien Gewerkschaften kommen. Wir können ihr nur vollständig beipflichten." Ueber die von Luxemburg und Mehring heraus- gegebene.Internationale"«idlich wird folgendes Urteil gefällt: „Wie sich die Herausgeber die„einigende, sammelnde und stär. kende Kraft" des Marxismus vorstellen, erhellt am besten aus der Tatsache, daß sie unentwegten und entschiedenen Kampf ansagen der„Theorie des freiwillig übernommenen EunuchentumS"(den Austro-Marxistenh den Marxisten, die nur noch„Pulgarisatorcn" nationalsozialer Schriftsteller sind sDr. P. Lensch), jenen, die„wie Elefanten zornigen Mutes durch offene Türen in leere Zimmer rennen"(Cunow), jenen, die ihre bisherigen Gesinnungsgenossen als„Quertreiber" aus der Partei hinanRversen wollen(Haenisch), und jenen, die, wie Kautsky, den Marxismus für den icweiligcn Hausbedarf der Parteiinstanzen zum gefällig«:„Mädchen für alles" degradieren. Wie bei solcher Sachlage sich die„einigende, sani- melnde und stärkende Kraft" des Marxismus auf dem sozialdemokratischen Parteivorstand, den Parteiausschuß, die Mehrheit der Reichstagsfraktion, die Generalkommission der freien GeWerl- schaften stürzt und zeigt, was diese marxistisch«„Welt im Innersten zusammenhält", läßt sich leicht ausmalen. Doch viel Gelegenheit, dies aller Welt zu zeigen, hatte„Die Iniernationale" nicht, da gleich das erste Heft von der Militärbehörde kassiert und gleichzeitig die Vorzensur über die Monatsschrift verhängt wurde, worauf die- Nontenegrinißhe Zustände. Von Hugo Schulz- Wien. , C e t i n j e, 27. Januar 1916. Montenegro ist ein friedliches Land geworden. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Die Bevölkerung ist des Krieges überdrüssig bis zum Ekel. Ich habe mir vorgestellt, daß die Cerna- gorzen, denen ehedem das Kriegführen der eigentliche Zweck des Daseins zu sein schien und die atavistische Kriegssirten bewahrt Hab«: wie kein Volk in Europa, die Waffenstreckung als tiefe Demütigung empfinden würden, und daß sich jeder Cernagorze aufS heftigste dagegen sträuben werde, Abschied von seiner Puschka zu nehmen. Ksme Spur davon! Es mag sein, daß an entlegenen Orten einer oder der andere die Waffe, die er als persönlichen Besitz betrachrer. verschleppt oder versteckt hat. im ganzen aber haben die Montenegriner die Waffenstreckuug nicht bloß gelassen hin- genommen, sondern ich gewann den Eindruck, daß sie die Gewehre fast demonstrativ von sicki warfen, um zu bekunden, wie überdrüssig sie des fruchtlosen KriegSlebenS seien, das für sie, vom Albaner- aufstand an gerechnet, sechs I a b r e gewährt hat. Dr. Ramada- nowitsch, der Verwaltungsdirektor des Königs, sagte mir, daß man eigentlich jedem montenegrinischen Krieger ein Denkmal setzen müßte, denn es gehe weit über alle Vorstellung, was jeder einzelne in den sechs Jahren an Leiden, Strapazen, an Gefahren ertrug, ohne im Kampfe zu erlahmen, bis die serbische Katastrophe kam, die auch den Montenegrinern, die den letzten Krieg nur ungern noch aus sich genommen hatten, die Ueberzeugung brachte, daß alles weitere nur ein zweckloses Sichopsern für die Interessen der Entente sein könne. Es mag fein, daß die montenegrinischen Krie- per Uebermenschliches im Kriege geleistet haben, aber um so offen- kundiger ist nun thr W i l l e zum Frieden. Es gibt nach meiner Wahrnehmung, die sich aus die Gegenden von Njegusch, Cetinje, Podgoritza und Rjeka erstreckt, keinen Nienschen, der sich nichr sr«:t, vom liebe!«löst zu sein. Am deutlichsten bekundet sich dieses Ausatmen nach sechsjährigem Alpdruck im Verhalten der heimgekehrten montenegrinischen Krieger, die zu Hunderten auf allen Straßen und Wegen wimmeln, gegenüber unseren Truppen. EL ist durchaus freundschaftlich, man plaudert, man scherzt und spricht miteinander, als ob nie etwas geschehen wäre. Kein scheeler feindseliger Blick trifft unsere Soldaten, sie finden überall freund- l-chste Aufnabme. Dabei hat dieses Verhalten der Montenegriner durchaus nicht das Gepräge demütiger Unterwerfung, sie wissen Gigenteil ihre Würde zu wahren und benehmen sich im Verkehr ganz zwanglos. Tic Flucht des Königs hat sie sehr aufgebracht; aber auch die Politiker glauben nicht, daß hinter dem Abgang des fürstlichen Hauses mebr stecke als die Furcht vor der Volksstimme, die dem Königshause heute eben nickt sonderlich gewogen ist. Be- smrders deutlich äußert sich die Friedenssehnsucht des montenegrinischen Volkes im Kreise von Cetinje. dessen männliche Bewobner bis auf geringe Ausnahmen schon aus dem Felde heimgekehrt sind. Cet-.nje hat heute nur noch d«: Ehrgeiz, das Bethlehem des Welt- friedens zu werden, und sonst denken die Bewohner nur noch daran, wie man mit der entsetzlichen Not und Teuerung fertmwerden könnte. Die Bewohner von Cetinje sind nicht gerade arm und cS fehlt ihnen nicht an Spargroschen. Sonst aber an allem, inSbefon- der« an Brot, Mehl und Sal�. Da» osterrelchisch-un�arische Elappenkommando gibt jetzt täglich etliche hundert Laib Brot um billigen Preis an die Ortsbewohner ab und die Frauen drängen sich in früher Morgenstunde um die Fassungsstelle. Die Leute haben sich schon alle österreichisches Geld beschafft, aber uns«« Truppen nehmen auch das montenegrinische, mit unserer Sfronemvährung übeveinstiinmettde Papiergeld, die„Perpera". Tie erste Eutission der„Perpera", die schlecht gedruckt war, ist vom Staat wieder eingezogen worden, und diese entwertet«: Papierfetzcn flattern zu Tausenden, von eisigen Winden gejagt, in den Straßen und auf den Plätzen herum. Gestern ivar ich in Podgoritza. Ueber die Fahrt dahin, die durch das wildromantische Tal der Cerna Rjeka ging und mich binnen einer Stunde aus sibirischer Kälte in den herrlichsten voll- erblühten Frühling brachte— in Podgoritza und am Ufer des Skutarisees war es geradezu heiß—, werde ich noch ausführlich berichten. Ich kam vorüber an der Villa Kruschevac, wo jetzt der Prinz Mirko haust, der im Lande kein sonderliches Ansehen ge- nießt und als Bruder Leichtfuß gilt. Oesterrcichische Soldaten stehen Schildwache vor dem Eingang der Villa, der montenegrinische Prinz befindet sich also unter dem Schutz unserer Truppen. In Podgoritza, einer«-tadt von durchaus orientalischem Gepräge mit farbigem Marktgewimmel, in das die zerlumpten Malissoren mit ihren Beduinentrachten eine besonders wilde Note bringen, waren es vor allem die Lebensmittelpreise, die meine Aufmerksamkeit auf sich lenkten. Ein Kilogramm Brot kostet 18 Krön«:, ein Liter Milch 2 Kronen, ein Kilogramm Maismehl 4 Kronen, ein Liter Scbnaps lS Kronen, ein Liter Wein 6 Kronen, ein Kilogramm Zucker 19 Kronen, ein Kilogramm Salz 6 Kronen, zivei Eier 1 Krone. Dabei ist noch zu bedenken, daß im Frieden, wenn man etwa von Maismehl und anderen Einfuhrartikeln absieht, in Montenegro die Lebensmittel mindestens um die Hälfte billiger sind als bei uns. Nach diesen Preisen zu schließen, muß die Hilfeleistung der Entente sehr geringfügig gewesen sein, und jedenfalls erfolgte sie nicht gratis. Montenegro hatte vielmehr, wie mir mehrere Politiker versichert haben, an die italienischen und französischen Lieferanten hohe Wucherpreise zu zablen. Podgoritza war bis zum gestrigen Tage voll von serbischen Flüchtlingen, die nun in unendlich langen Karaivanen über Cetinje und Njegusch nach Cattaro ziehen, un: sich von den österreichischen Behörden in die Heimat bringen zu lassen. Die meisten sehen recht herabgekommen aus; ich sah serbische Staatsbeamte, die noch ihre goldbetreßten Uniformen trugen, dar- unter aber kein Hemd. In ebenso elendem Zustand befand sich der Direktor de? Belgrader �Militärspitals Dr. Hranicek, der�sich mit Frau ruck Kindern den Flüchtlingen hatte anschließen müssen. Die Familie sah vollständig verwahrlost aus. Dabei hatte sie sich auf dem beschwerlichen Fußmarsch von Kruschevac über Jpek bis nach Podgoritza noch manche Erleichterungen verschaffen können, weil Dr. H. einen großen Geldbetrag mitgenomnicn hatte. So konnte er wenigstens hie und da in ärmlichen Bauernhütten ein Nachtlager finden, wofür er dann 29 Dinar zu zahlen hatte. Für ein Stück Brot mußte er ebensoviel zahlen. Ueberhaupt schimpfen die Serben furchtbar auf die Montenegriner, die sie schrecklich aus- gebeutet und bewuchert haben sollen, während umgekehrt die Montenegriner die Serben als lästige Mitesser betrachten und be- haupten. daß ihr armes Land von den Flüchtlingen kahl gefressen! worden sei. Jedenfalls erhielten von Jpek an nur die zahlungs- fähigen Flüchtlinge Unterkunft und Nahrung. Dr. Hranicek selbst I gab es zu, daß Taufende auf dem Wege verhungert: mußten nud baß unzählige Frauen und Kinder vor Entkräfwng starben. Er bestätigt auch, daß sich die von der serbischen Armee mit» geschleppten österreichischen Gefangenen vielfach von Tierkadavern nährten, und fügt naiv hinzu;„Unsere Soldaten taten das nicht, denn sie sind an dieie Kost nicht gewöhnt." Die Flüchtlinge, die ich sah, sind größtenteils serbische Staatsbeamte, dann Forstbcamte, StaatSarbeitcr und Privatleute, die sich noch im wehrfähigen Alter befinden, aber aus irgendeinem Grunde vom Waisendienst ent- hoben waren. Auch einen Beamten der Filiale der Wiener Länder- dank in Jagodina sprach ich, der zur Flucht gezwungen worden war. Alle Flüchtlinge sind voll des heftigsten Grolls gegen ihre Regierung, die sie in völlig sinnloser Weise zwang, zum Wanderstab zu greisen; kein einziger von ihnen ist freiwillig von der Scholle gewichen. Die Beamten«-hielten ihr letztes Gehalt am 1. Januar, und dann wurden alle Zablungen cingesiellr. Um das Fortkommen der Zivilslüchklinge aber kümmerte sich die serbische Regierung nicht im mindest«: und traf nicht einmal Vorkehrungen, sie auf dem Marsch irgendwie zu verpflegen. Wer Geld hatte, konnte sich durchschlagen, der Besitzlose mußt« hungern; in der heftigsten Weise zog ein Polizeibeamter aus Belgrad gegen die serbischen Macht» haber los und erklärte ganz offen, daß er sich glücklich fühle, nun unter den: Schutz der östcrreicbisch-ungarischen Behörden zu ge» langen. In Cattaro ist wobl der Leidensweg dieser Flüchtlinge zu Ende, aber das letzte Stück dieses Weges ist wenigstens ans der Strecke von Podgoritza bis Rjeka noch immer eine Straße, die böse Erinnerungen an überstanden« Pein wecki. Sie ist bon Tier» kadavcrn gesäumt und � auch unbegrabeue Menschenleichen lieg«: noch auf kantige FelSblöcke gebettet herum. Sie mochten alle recht froh sein, als sie schließlich auf dem Krstacsattel die sonnbcschicnene, :m grünen Kleide ihrer Vegetation prunkende Uferlandschaft der Boecke di Cattaro zu ihren Füßen sahen wie das Paradies der Erlösung. Von Podgoritza wurden auch noch serbische Soldaten, die dort gefangen worden waren, in staltlicher Anzahl weggeführt. Sie sahen ziemlich gut ans, die Offiziere sogar sehr gut. Jeden» falls bildeten sie ein grelles Kontrastbild zu den in Podgoritza be» freiten sechshundert österreichisch-ungarischen Gefangenen, die in den letzten Wochen ihrer Gefangenschaft schauderhast behandelt wurden. Sie hatten in ungeheizten Stallungen ihre Massen- quartiere und nährten sich von elenden Abfällen oder von Tier- kadavcrn. Viele starben. Die Geretteten befinden sich in völlig entkräftetem Zustand und können sich nur mühsam humpelnd fort- bewegen. Ihre Befreiung aus der Gefangenschast war in buch- stäblichem Sinne eine Lebensrettung. Nicht nur in Podgoritza wurden in diesen Tagen Neste der serbischen Armee eingebracht, sondern auch aus dem Mesre. Bei dieser Gelegenheit hat der seinerzeit von den Engländern zurück- behaltene deutsche Lloyddampfer„König Albert" wieder heim» gefunden. Dieser Dampfer wurde von� den Engländern den Italienern geliehen und diente dazu, serbische Heerestriimmer nach Korfu zu bringen. Vor Durazzo wurde er nun dieser Tage von einem österreichischen U-Boot ausgebracht und mit Hilfe eines Tor. pedojägers fast im Angesicht der italienischen Kriegsschiffe in die Bocche di Cattaro geschleppt, wo er nun ruhig vor Anker liegt. Es befanden sich nebst italienischen Mari neman ircharte» nicht weniger als 3.°>0 serbische Soldaten darauf, die natürlich in Gefangenschaft gerieten. fett« ihr Erscheinen für die Krieüszeit einstellte, was für die deutsche Arbeiterschaft keinen Verlust bedeuten dürste." Den«chlutz der Abhandlung Bergers bildet ein eingehendes Referat über das fem T h i m m e und L cg i e n herausgegebene Sammelwerk„Die Arbeiterschaft im neuen Deutschland". Berger faßt sein Urteil über dieses Buch in die folgenden Worte zu- sammen: „Das Buch der Zwanzig ist durch die Zusammensetzung der Autoren, die Eigenart und Mannigfaltigkeit seines Inhalts, die nationale, von seinen Lesern mitempfundene Tendenz und nicht zuletzt durch die Bedeutung der angeschnittenen Probleme für unser ganzes Volkstum wohl die beachtenswerteste Erscheinung auf dem innerpolitischen Büchermarkt während der Kriegszeit. Mögen auch die Anschauungen der Autoren da und dort lebhaften Widerspruch provozieren, hier und da einen zu offensichtlich übertriebenen Opti- mismuS verraten, gar manchmal lautpochende und auch erscheinende Schwierigkeiten übersehen bzw. übergehen, selbst die nationale christliche Arbeiterbewegung und ihren Einfluß auf die heutige Ent- Wicklung stillschweigend beiseite liegen lassen, so sind doch deren Bestrebungen, durch gemeinsame Arbeit den Weg zum inneren frieden zu finden, nur zu begrüßen. Auch die christliche Arbeiter- schaft wünscht diesen Bemühungen besten Erfolg. Allerdings wird man sich davor hüten müssen, deren Wert und Erfolg zu über- schätzen. Tantum valent, quanturn probeant." Dr. Berger zitiert zustimmend die Worte, die Genosse Frank kurz vor seinem Tode gesprochen haben soll:„Wir müssen mehr mit den Menschen reden, vor allem mit den Menschen aus den anderen Parteien, und ihnen dabei in die Augen schauen. Da kann man heillos viel lernen." In der Tat ist es manchmal für unS von großem Nutzen, diesem Rat zu folgen._ politische Uebersicht. Unzulässiger Einmischungsversuch. Tie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Zu dem veröffentlichten Beschluß der Staats- haushaltS-Kommifsion deS Hauses der Ab- geordneten über die Verhandlungen mit Amerika und die Führung des Krieges zur See haben wir folgendes zu bemerken: Es ist erklärlich, daß die Kommission das Bedürfnis empfunden hat, in so ernster Zeit die alle Deutschen be- wegenden Fragen des Krieges und der auswärtigen Politik in ihrem Schöße vertraulich zu erörtern. Die gegen den ausdrücklichen Einspruch eines Vertreters der Königlichen Staatsregierung beschlossene Veröffentlichung indessen wird und mutz den Eindruck erwecken, als habe die Kom- Mission eine Einwirkung auf Fragen der auswar- tigen Politik und die Anwendung bestimmter Kriegsmittel ausüben wollen. Diese Veröffentlichung zwingt uns festzustellen: Die Leitung der auswärtigen Politik und der Kriegsführung ist nusschließlich verfassungsmäßiges Recht des Deutschen Kaisers. Während die Oberste Heeresleitung parlamentarischen Ein- flüssen überhaupt nicht unterliegen kann, gehört die parla- mentarische Behandlung auswärtiger Fragen vor das Forum des Reichstags. Der Reichskanzler, der heute früh aus dem Großen Hauptquartier zurückgekehrt ist. wird, wie wir hören, in seiner Antwort an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses diesen Standpunst zur Geltung bringen. Tie Tätigkeit des Beirates für Bolksernährung. Amtlich, verlin» 12. Februar, l W. T. B.) In der heute abgehaltenen Sitzung des Beirats für Volksernährung wurden zu- nächst einige Fragen aus dem Geschäftsverkehr einzelner Kriegs- gesellschaften erörtert: sodann wurde die Kaffee- und Kakaover. sorgung besprochen. Schließlich kamen zur Verhandlung die Maß- nahmen zur billigen Versorgung der Minderbemittelten mit Brenn- holz und Mahnahmen für eine rechtzeitige und ausgiebige Per- sorgung des Volkes mit Speisekartoffekn im nächsten Winter. Die handelspolitische« Beziehungen z« Oesterreich- Ungarn. Der Ausschuß des Deutschen HandelStageS hat am 10. Februar 1916 folgende Erklärung angenommen: „Der Ausschuß des Deutschen HandelStageS begrüßt die Be- firebungen, eine engere politische, militärische und wirtschaftliche Verbindung zwischen Deutschland und seinen Verbündeten, besonders zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn herzustellen. Zum Zwecke der wirtschaftlichen Annäherung werden vor allem die gegen- fettigen Handelsbeziehungen der Verbündeten zu stärken und die Zolltarife sowie die Einrichtungen der Zollverwaltung diesem Zwecke möglichst anzupaslen sein, ohne die Ent- Wickelung der einzelnen Erwerbszweige hüben und drüben und die Entwickelung deS Handels der Verbündeten mit anderen Ländern zu gefährden. Die wirtschaftliche Annäherung wird ferner auf dem Gebiete deS Verkehrswesens, besonders im Ausbau der Eisenbahnen. Wasserstraßen und ihrer Tarife, zu suchen sein. Aber auch im Gebiete iMS Rechtswesens werden sich Annäherungen herbeiführen lassen, die den gegenseitigen Wirtschaftsverkehr zu stärken vermögen. Der Hauptborstand deS Bundes der Fe st besoldeten beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung ebenfalls mit der Frage der wirtichaftlichen Annäherung Deutschlands und Oesterreich-UngarnS. Er begrüßt grundsätzlick, die Bestrebungen, auch eine engere Wirt- schastliche Fühlung zwischen den schon militärisch eng verbündeten Reichen herzuslelleu. Der Bund der Festbesoldeten wird in gemein- same Beratungen mit seiner Bruderorganisation, dem ReichSwirt- schaftSverband der Festbesoldeten in Oesterreich-Ungarn, eintreten, in- wieweit bei der Forin der wirtschaftlichen Annäherung auch die Jnler« essen der Festbesoldeten und der übrigen Verbraucher zu berück- sichtigen sind. Jedenfalls spricht der Hauptvorstand des Bundes der Festbesoldeten schon heute seine Ansicht dahin auS, daß bei der Er- schwerung der allgemeinen Lebenshaltung, wie sie der Weltkrieg schon sowieso im Gefolge haben wird, die wirtschaftliche Annäherung an Oesterreich-Ungarn und die Erweiterung unseres WirtschaflS- gebieteS nicht zu einer neuen Verteuerung der not« wendigsten Bedarfsartikel und einer weiteren Er- schwerung der allgemeinen Lebenshaltung führen darf. Erntehilfe der Schulkinder. Man schreibt der„Deutschen Tageszeitung": Der Minister der geistlichen und Unterrichts- angelegenheiteil hat die nachgeordneten Behörden darauf hingewiesen, daß auch weiterhin ältere Schulkinder zur Hilfeleistung bei landwirtschaftlichen Arbeiten, Gartenbestellung ulw. dem Be- dürfnis entsprechend zu beurlauben sind. Damit der Um- fang der Beurlaubungen in den erforderlichen Grenzen bleibt, soll darauf Bedacht genommen werden, daß die einzelnen Abschnitte der Sommer- und Herbstferie» auf diejenigen Zeilen gelegt ober verlegt werben, in denen für den beireffenden Schulort die Heranziehung der Schuljugend zu landwirtschaftlichen Arbeiten besonders erwünscht ist. Zentralstelle für Ausfuhr und Einfuhr. Nach einer Bekanntmachung des Reichskanzlers ist zur Erledi- gung der anläßlich der Ausfuhr-, Durchfuhr- und Einfuhrverbote dem Reichskanzler obliegengen Geschäfte eine besondere Dienststelle eingerichtet worden. Mit ihrer Leitung wird der Präsident des Kaiserlichen Statistischen Amts Delbrück betraut. Er führt im amtlichen Verkehr die Bezeichnung„Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung". Seine Geschäftsräume befinden sich in Berlin W, Lützowufer 8. Kriegslasten und Gemeinden. Der frühere Dresdener Oberbürgermeister Geheimrat Dr. Beutler schreibt unter anderem: „Man geht ja wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Regierung der Einzelstaalen ebenso wie die Reichsregierung sich über diese Belastung der Gemeinden dauernd unterrichtet holten. Auch wird diesen selbstverständlich die in der Mehrzahl der deutschen Gemeinden nicht zuletzt infolge der Steuerausfälle notwendig gewordene Er- höhung der Gemeindeumlagen bekannt sein. In vielen Ge- meindon, die schon bisher außerordentlich hohe Steuern zu erheben hatten<200 und mehr Prozent der StaatSsteuern), ist durch diese Steuererhöhungen schon jetzt ein gewisser Notstand bervor- gerufen worden, der nur zu eiuem kleinen Teil durch Hilfsmaß- nahmen der Einzelregierungen gemindert werden konnte. In anderen Gemeinden hat die Steuererhöhung die Folge gehabt. daß die Haushaltspläne, den bestehenden geietzlichen Vorschriften entsprechend, nunmehr der besonderen Genehmigung der Aufsichtsbehörden bedurften, weil die Steuern durch die Kriegsausgaben die in den Gemeindesteuergesetzen für die Frei- heit von solcher Genehmigung vorgesehene Höhe überschrltten haben. Wenn nun auch vielleicht angenommen werden kann, daß infolge der außerordentlichen und unverschuldeten Ursache dieser Steuererhöhung von diesem Aufsichtsrecht nur ein milder Gebrauch gemacht worden ist, und daß die von den Gemeindevertretungen im übrigen als notwendig anerkannten Ausgaben deshalb nicht beanstandet wurden, so ist doch nicht zu verkennen, daß hierin eine für die Selbstverwaltung der Gemeinden bedrohliche Tatsache zu erblicken ist, deren Beseitigung durch eine besondere, auf die Kriegs« verhältnisie gestützte Gesetzgebung erwünscht erscheint." In seinen weiteren Ausführungen meint der Verfasser, daß Regierungen und Parlamente dauernd darauf Bedacht nehmen müffen, die Kriegslasten den Schultern der Gemeinden nach Tunlichkeit abzubürden. Eine Zuweisung neuer Steuer- quellen an die Gemeinden wird kaum durchführbar sein, weil schon jetzt Reich und Einzelstaaten alle nur erfaßbaren Ein- nahmequellen für sich in Anspruch genommen haben. Unter diesen Umständen bleibt nichts weiter übrig, als den Gemeinden nach dem Kriege die Kriegslasten zu ersetzen, denn, so führt Dr. Beutler aus:„Das eine steht fest und wird voraus- sichtlich von allen Regierungen wie von sämtlichen politischen Parteien der Parlaniente anerkannt werden: daß die Auf- rechtcrhaltung des Kulturzustandes in unserem deutschen Vater- lande, dessen wir uns vor dem Kriege erfreut haben, und die Möglichkeit, diesen Stand in erwünschter Weise fortzuent- wickeln, nicht zuletzt davon abhängen wird, daß die deutschen Gemeinden und ganz besonders auch die deutschen Städte in ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit ungeschwächt aus dem Kriege hervorgehen." Diese Mahnung eines erfahrenen Kommunalpolitikers werden nicht unbeachtet bleiben dürfen; wenn auch nicht zu verkennen ist, daß Reich und Einzelstaaten nach dem Kriege selber schwer zu kämpfen haben werden, um ihre Etats auch Nur einigermaßen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die?nvaliöitätsurfachen öer berliner Arbeiter im?ahre 7 Hl 4. Ein trauriges Bild im wirtschaftlichen Erwerbsleben der Ler- liner Arbeiter zeigen uns die I n v a l i d i t ä t s u r s a ch e n. Die Lungenkrankheiten einschließlich der Lungen- sch windsucht stehen mit 27,9 Proz. an erster Stelle, dann folgen die Gefäßerkrankungen mit 22.6 Proz., die Nervenkrankheiten ein- scbließlick der Augen- und Ohrenkrankheiten mit 17,8 Proz.. die Haut-, Knochen- und Gelenkkrankheiten mit 10,2 Proz. Bei den Frauen stehen die Gesäbkrankheiten mit 21,9 Proz. an erster Stelle, dann folgen die Krankheiten der Entwicklung und Ernährung(hier tritt besonders die Altersschwäche stark hervor) mit 19,2 Proz., die Krankheiten der AtmungSorgane— einschließlich der Lungenschwindsucht— mit 16,5 Proz., die Haut«, Knochen- und Gelenkkrankheiten mit 14,1 Proz. Die JnvaliditätSursachen nach JahreSllaffen gegliedert gestaltet das Bild noch trüber. Bon je 100 Rentnern wurden in den nachstehenden Altern wegen Lungenkrankheiten und Bronchialkatarrh für invalide erklärt: Alter in Jahre« 20/24 25/29 80/34 35/89 40/44 Die Invalidität wurde demnach bei den jungen Männern im Alter von 20 bis 24 Jahren zu 65 Proz., bei den jungen Frauen bezw. Mädchen in demselben Alter zu 61 Proz. durch Lungen- kranlheiten herbeigeführt. Oder von 100 Jnvalidenrentnern wurden im Aller von 20 bis 34 Jahren bei den Männern 57,66 Proz., bei den Frauen 53 Proz. allein durch Lungen- kranlheiten soweit erwerbsunfähig, daß sie auf dem allgemeinen ArbeitSmarkt nicht mehr das„ortsübliche Drittel" des Lohnes— das ist für Berlin 1,20 bezw. 0,75 M.— zu verdienen imstande waren. Diese trockenen Ziffern sprechen eine eindringliche Sprache. Von 100 Rentnern starben bei den Männern im Alter von 20 bis 24 Jahren 32, von 25 bis 29 Jahren 26, von 80 bis 34 Jahren 27; bei den Frauen in denselben Jahresklasien 19, 20, 8. Oder in den Jahren von 20 bis 34 starben von 100 Rentnern im Durchschnitt bei den Männern 28,33, bei den Frauen 16,66 Proz. Von den Rentnern stehen nach Berufen gegliedert an erster Stelle mit 212 vom Tausend die Metallarbeiter; ihnen folgen die Bauarbeiter mit 141— darunter vornehmlich Maurer. Zimmerer und Maler; dann folgen der Handel mit 106; die Holzarbeiter mit 101. der Verkehr mit 83 und die Dienstboten mit 46 usw. Bei den Frauen stehen die Dienstboten mit 469 vom Tausend an erster Stelle, dann folgen die Näherinnen und Schneiderinnen mit 156, die Verläufe rinnen und dergleichen mit 80, ebenso die Wäscherinnen und Plätterinnen mit 80, die Papierarbeiterinnen mit 84, die Melallarbeiterinnen mit 31. Die JnvaliditätSursache und Beruf gibt uns folgendes Bild: Männliches Geschlecht. Bei nebenstehenden Berufsarten entfallen von 100 JnvaliditätS- Ursachen auf Danach werden die Metallarbeiter, der Handel und Verkehr und das Baugewerbe von den Lungenkrankheilen einschließlich Bronchialkatarrh am stärksten heimgesucht: sie llbeiragen bis zu 2 Proz. den Durchschnitt. Die Lungenschwindsucht fordert ungeheure Opfer. An erster Stelle stehen der Handel, dann erst folgen die Metallarbeiter. Der Verkehr, die Die»st boten, das Baugewerbe und die Holzindustrie haben im Jahre 1914 den geringsten Anteil an der Lungenschwind« sucht, sie stehen mit 2 9 Proz. unter dem Durchschnitt, während der Handel mit 5,3 und die Metallarbeiter mit 4,2 Proz. den Durchschnitt überragen. Bei dem weiblichen Geschlecht sind die Näherinnen und Schneiderinnen mit 18,1 an der Lungenschwindsucht beteiligt, sie überragen den Durchschnitt um 5,2 Proz. Von den bewilligten Renten sind im Jahre 1914 im Durchschnitt bei den Männern 16, bei den Frauen 7 wegen eingetretenen Todes nicht zur Auszahlung gekommen. Ein ersteuliches Kapitel in dem Bericht der Anstalt Berlin ist da? des Heilverfahrens. Man muß rückhaltlos anerkennen, daß die Anstalt Berlin zur Verhütung des Eintritts der In- Validität für den Versicherten für diese tut, was nur möglich ist. Für die Durchführung des Heilverfahrens wurden 5 105 324,42 M. aufgewendet. Ferner wurden für die Behandlung Kranker irniS- schließlich der Lungentuberkulose) 888 245 M.— darunter 319 975 M. für>v c i b l i ch e— ausgewendet. Von der Gesamtsumme wurden 182 993 M. durch Dritte z u r ü ck e r st a t t e t. Für die Behandlung Lungentuberkuloser wurden 2 199 438 M.— darunter 729 228 M. für die weiblichen— ausgewendet. Von dieser Summe wurden 439 607 M. durch dritte zurückerstattet. Bei der Behandlung der Lungentuberkulosen kommen die Jahres- alter 20—29 und 80 bis 39 in erster Reihe in Betracht. Bei den Frauen hatten dreiviertel aller in Behandlung genommenen noch nicht das 30. Lebensjahr erreicht. Dem Beruf nach stehen die Metallarbeiter an er st er Stelle. Ihnen schließen sich die Holzarbeiter, die im Handel Beschäftigten, die Bauarbeiter. Schneider, Buchdrucker an. Bei den Frauen kommen die Näherinnen an erster Stelle, dann folgen die Handlungsgehilfinnen und Melallarbeiterinnen, deren Beschäs« tigung der Lungentuberkulose Vorschub leistet. Außerdem wurden auf Grund des§ 1274 der Reichspersiche« rungsordnung insgesamt 1383 960 M. für gemeinnützige und Wahl- sahrtszwecke, die mehr oder weniger mit dem Heilverfahren im Zu- sammenhang stehen, hergegeben, und zwar für die eigenen Tuberkaloie- fllrsorgestationen 124 151 M.: dem Volksheilstättenverein vom Roten Kreuz 10 000 M.; Gesellschaft zur Bekämpfung der Geichlechtskrank- heiten 1500 M.; Zentralkomitee der deutschen Bereine vom Roten Kreuz 10 000 M.; Bürgerspeischallen deS Roten Kreuzes von Berlin 12 000 Mz für Arbeitslosenunterstützungen 678 606 M. u. a. Aus dem finanziellen Teil des Berichts wäre aus den Einnahmen und Ausgaben folgendes zu erwähnen: für Markeubeiträge wurden vereinnahmt 13 601 602,45 M.. an Zinsen 3 237 364,85 M., für Straf- gelber 5788,59 M. Unter den Ausgaben befinden sich 6 916 811,20 M. für Renten, für Mehrleistungen nach Z 1400 der Reichsversicherungsordnung 45505,67 M., für Erhebungen bei G e w ä h r u n g oder En l- ziebung der Renten und einmaligen Leistungen 100456 51 M, für U e b e r wachung und Beitragsverfahren 174374,71 M. Danach sind von der reinen Markeneinnahme nur etwas über die Hälfte(rund 116 010 M,) für die Renten ausgewendet Da« Vermögen der Anstalt Berlin betrug am 31. Dezember 1914 112 880 205,24 M._ Gerichtszeitung. Die VerfammlungSverordnullg des Oberkommandos. Die im November 1915 vom Oberbefehlshaber in den Marken erlassene Verordnung, die auch für nichtöffentliche Versammlungen politischer Vereine die Anmeldung fordert. wurde gestern vom Schöffengericht Berlin-Wedding für rechtsungültig erklärt. Angeklagt war Genosse Redakteur Karl Leid. Er war beicbuldigt. die durch die Verordnung eingeführte Anmeldepflicht verletzt zu haben, Leid ist erster Borsitzender des Wahlvereins des sechsten Berliner Wahlkreises. Auf den 30, November ist eine Mit- gliederversammlung dieses Vereins einberufen und das im„Vor- wärts" bekannt gemacht. Eine Anmeldung der Versammlung hat aber nicht stattgefunden. Gegen Leid ist deshalb auf Grund des 9b des Belagerungsgesetzes ein Strafbefehl erlassen, lieber den iergegen erhobenen Widersprucb hatte gestern das Schöffengericht Berlin-Wedding zu befinden. Der Verteidiger Rechtsanwalt fi u g o H a a s e beantragte aus juristischen Gründen die Frei- p r e ch u n g. Die Verordnung sei rechtsungültig. Allerdings könne ein Oberbefehlshaber aus Grund des Belagerungs- gesetzeS Anordnungen im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassen. Ist solche Anordnung erlassen, so komme als Straf« geietz Z 9b des BelagerungSgeietzeS in Betracht, das Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre androht. Infolge der im Dezember beschlossenen sogenannten Lex Schisser lönne bei Annahme mildernder Umstände der Richter aus Geldstrafe bis 1500 M. oder auf Haft erkennen. Die Strafe sei immer aus A 9b des Belagerungsgesetzes zu entnehmen, wenn die Verordnung gültig wäre. Sie leide aber an einem un- heilbaren Mangel, denn sie widerspricht dem§ 9b, Sie be- droht nämlich Zuwiderhandlungen„mit Geldstrafe bis zu 100 M.. im Unvermögensfalle mit entsprechender Haflstrase". Der Oberbefehls- Hader könne keine andere Strafe festsetzen als das Belagerungsgesetz androht. Die erlassene Strafandrohung und deshalb die gesamte Verordnung sei nichtig. Es gehe nicht an, etwa zu deduzieren: die Strafandrohung ist gültig, die Bekanntmachung bleibt aber als Ver- bot bestehen, an Stelle der ungültigen Strafandrohung aber trete die Strafandrohung des 8 9b. Der Oberbefehlshaber schöpfe sein« Machtbefugnis aus dem Belagerungsgesetz. sie stehe aber mit diesem selbst in Widerspruch. Deshalb sei sie rechtsungültig. So Hobe auch das Reichsgericht tu konstanter Praxis entschieden. Der Verteidiger geht auf solche Urteile, insbesondere auf die in Nr. 227 und 312 deS„Vorwärts" wiedergegebenen Entscheidungen des Näheren ein. In diesen hat da» Reichsgericht die wiederHollen Versuche de« Landgerichts Görlitz, eine Verordnung, die den geschäft- lichen Verkehr mit Gefangenen untersagte und Geldstrafen für Zu- Widerhandlungen androhte, für gültig zu erklären und die Bestrafung auS 8 9b des BelagerungSgeietzeS zu entnehmen, zurückgewiesen und die Angeklagten freigesprochen. Der Angeklagte Leid habe offenbar ganz vffenMH gegen die Verordnung verstoßen, mn eine Entscheidung herbeizuführen. Der Staatsanwalt beantragte 10 Mark Geldstrafe. Die geringere Strafandrohung gereiche ja dem Angeklagten zum Borteil. Der Verteidiger wies diese Ansicht auf Grund der ZZ 4 und 0b des Belagerungsgesetze» als irrig zurück: da der Oberbefehlshaber außerhalb de» Rahmen» feiner Befugnisse sich gestellt hat. sei die Verordnung in ihrer Gesamtheit ungültig. Das Gericht verkündete dre Frei- fprechung de» Angeklagten. Das Gericht hat sich, wie kurz publiziert wurde, aus den von der Verteidigung angeführten Gründen der Ansicht de» Reichsgerichts anschließen müssen. Tags zuvor fand vor dem Schöffengericht Neu- k ö l l n ein ganz ähnlicher Prozeß statt. In diesem nahm das Gericht einen anderen Standpunkt ein. Angeklagt war Genosse Brinkmann. Er war beschuldigt, im November ISIS als zweiter Borsitzender de» sozialdemokratischen VZahlvereins in Neukölln eine nicht angemeldete Versammlung geleitet zu haben. Gegen einen Strafbefehl über 60 Mark hatte er Widerspruch erhoben. Der Angeklagte, dem als Verteidiger der Rechtsanwalt Hugo Heine in ann zur Seite stand, bestritt. daß die Verordnung des Oberkommando» rechtsgültig sei. Auch wurde eingewendet, daß man jene Besprechung von Mitgliedern des Wahlvereins nicht als Versammlung, sondern nur als Sitzung an- sehen könne. Rechtsanwalt Heincmann berief sich auf ein Reick»- gerichtsurteil, das bereits eine ähnliche Verordnung für ungültig erklärt habe. Der Amtsanwalt forderte trotz der Reichsgerichtsent- sckeidung die Verurteilung des Angeklagten. Die Geldstrafe von 60 Mark sei angemessen. Nach langer Beratung des Gericht» wurde nochmals in die Verhandlung eingetreten und der Angeklagte darauf hingewiesen, daß seine Handlung nicht als Uebertretung der Ver« Ordnung des Oberkommandos, sondern al» ein Vergehen gegen jj 0b de» Bclagcrungszustandsgesetzes anzusehen sei. Der mit der Verord« nung gegebene Hmweis auf die Strafen sei gar keine Strafbestimmung. sondern nur eine Rechtsbelehrung, wa» das Reichsgericht in seiner Entscheidung übersehen habe. Nach erneuten Ausführungen des Verteidigers, der gegenüber dieser Auffassung an derjenigen de» Reicksgerickts sesthielt, schloß der Vorsitzende die Erörterung: ,DaS Reichsgericht hat sich da auf eine faliche Fährte locke» lasten". Die Begründung des Urteils bewegte sich dann in denselben Gedanken- gängen. Aus der Irnümlichkeit der an die Verordnung angehängte» Rechtsbelehrung könne für die Frage der Rechtsgültigleit der Ver- Ordnung nichts gefolgert werden, wobl aber würde au» solchem sirrtum gegebenenfalls sich eine zivilrechtliche Inanspruchnahme her- leiten lassen. Der Angeklagte, der nicht eine Sitzung, sondern eine Veriammlung geleitet habe, sei wegen Uebertretung der al» recht»- gültig anzusehenden Verordnung nach dem Belagerungszustandsgesetz zu bestrafen, doch brauche jetzt nicht auf Freiheitsstrafe erkannt zu werden. 15 Mark Gcldftrafe seien ausreichend. Das Landgericht Görlitz hatte wiederholt einen gleichen Rechtsstandpunkt, lvie jetzt das Schöffengericht Neukölln ein- genommen. Das Reichsgericht hat stets diesen Standpunkt als rechtlich unhaltbar erklärt und in den betreffenden Fällen auf Freisprechung erkannt. Es bleibt abzuwarten, lvie die höheren Instanzen über die Rechtslage jetzt urteilen werden. In der Literatur hat die Ansicht des Reichsgerichts nirgends eine Anfechtung erfahren. Persammlung und BelageruugSgesctz. DaS Reichsgericht bestäligte am Mittwoch die vom Landgericht Magdeburg ausgesprochene Freisprechung des Vorsitzenden eine» Gaslwirtevereins, der eine Zusammenkunft der Vereinsmitglieder in Quedlinburg abgehalten haue, ohne die Versammlung anzuzeigen. Eine Verordnung des kommandierenden General» de» 4. Armeekorps dar angeordnet, daß Versammlungen 48 Stunden vorder anzu- melden und die Genehmigung abzuwarten sei. In der Bersamm- lung hatte ein Herr Müller au» Halle«inen Vortrag über geschäftliche Angelegenheiten gehalten. DaS Landgericht hatte die Freisprechung so begründet: ES habe sich nur um eine lose Zusammen« kunfl einiger Vereinsmitglieder gehandelt, nicht aber um eine Ver- fammlung im Sinne des Gesetzes und der militärbehördlichen An- Ordnung. Nicht jede Zusammenkunft einer Mehrheit von Personen zwecks Besprechung einer geschäftlichen Angelegenheit sei eine Ver- sammlung. Auch könne unmöglich angenommen werden, daß der kommandrerende General schlechtweg jeden Zusammentritt mehrerer Persouen zwecks gemeinschaftlicher Vornahme irgend einer daS Jnierefie aller Anwesenden berührenden Handlung oder auch nur zur Besprechung irgend einer Angelegenheit hat einer längeren Voraus- Meldung und polizeilichen Erlaubnis unterwerfen wollen. Der Begriff .Versammlung" sei nicht aus den früheren Gesetzen, sondern ledig- lich auö den militärischen Anordnungen selbst zu entnehmen. Gegen has freisprechende Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt mit der Behauptung, e» sei rechtsirrig, unter Versammlung nur größere Zusammenkünfte oder öffentliche Ver- fammlungen zu verstehen. Ueber die Grüße der hier in Frage kommenden Versammlungen habe sich daS Urteil überhaupt nicht ausgesprochen. Das R� Sgericht verwarf indesten die Revision al» un- begründet,.�r Vorderrichter mit Recht gesagt habe, daß eine Zu- sammenkunf. einiger VcrcinSmitglieder zwecks Besprechung einiger Gcschäfisangelegenheiten keine Versammlung im Sinne der gesetz- lichen Bestimmungen sei._ Erlebuifie eines Berliners in Alleosteiu. Wie leicht ein Unschuldiger auf die Anklagebank kommen kann, zeigte eine gestern vor dem Schöffengericht gegen den Tischler meist er Paul Kusserow wegen BetrugL verhandelte Strafsache. Au? einem Inserat hatte K. ersehen, daß eine Tlleinsteiner Möbelfabrik gegen Beteiligung am Reingewinn in Höhe von 10 Pro- �ent einen technisch geschulten Geschäftsführer suche. Obwohl Kustcrow m Berlin über eine ganz gutgehende Tischlerei verfügte, war er nicht abgeneigt, seine geschäftliche Selbständigkeit gegen eine lohnende Stellung in der Provinz zu vertauschen, well seine erst wenige Wochen mit ihm verheiratete Frau, eine geborene Ost- preußin, Sehnsucht nach ihrer Heimal sühlie. K. trat deshalb mit der Möbelfabrik, einer G. m. b. H., die sich im Aufdruck ihrer Briese als.Ausstattungshaus mit«lektrilchem Betrieb" bezeichnete, in Ver- bindung und erklärte sich nach kurzen Verhandlungen bereit, den so verführerisch geschilderten Posten sofort anzutreten. Seine junge Frau sollte ihm nach einigen Wochen folgen. Frau K. ließ es sich nicht nehmen, ihrem Manne, der ihr zu Liebe die Flitter- Wochen unterbrach, außer zahlreichen Abschiedsküssen und guten Reisewünschen eine ungeheure Menge von Eßvorräten mit ans den Weg zu geben. So herzerquickend sich K.S Abschied von Berlin gestaltet hatte, so gründlich sah er sich nach seiner Ankunft in Allenstein in seinen Erwartungen getäuscht. Dos.AusstattungShauS mit elektrischem Betrieb" bestand auS einer Art von Schuppen und die geringen Möbelvorräte gewährten dem kundigen Meister ohne weiteres die Gewißheit, daß er an dieser unwirtlichen Stätte auf keinen grünen Zweig kommen könne. DaS ihm unterstellte Personal bestand lediglich auS einem Taubstummen, der den Anord- nungen des neuen Geschäftsführers natürlich gänzliche.Verständnis- lofigleit' entgegenbrachte. Unter diesen Umständen hielt eS K. für geraten, so schnell wie möglich nach Berlin zurückzudampfen. Die Ausführung dieses Entschlusses sollte jedoch auf Hinderniste stoßen. Kusterow hatte sich nämlich gleich nach seiner Ankunft in Allenstein von dem Vertreter der G. m. b. H. die Reisekosten zurück- erstatten lassen und auch einen Vorschuß erhoben. Als man nun bemerkte, daß.der Berliner" sich kurz entschlossen anschickte, mitsamt seinem Eßkorbe und sonstigem Reisegepäck das Feld zu räumen, alarmierte der Vertreter der Firma schleunigst die Polizei und ließ den Angeklagten auf dem Bahnhof verhaften. K., der bereits eine Rückfahrtkarte gelöst hatte und gerade in den Zug ein- steigen wollt«, wurde zur Polizeiwache gebracht und dort einem pein- lichen Verhör unterzogen. Mit knapper Not gelang es ihm schließlich, durch den Nachweis, daß er in Berlin feste Wohnung und eine junge Frau habe und durch Rückzahlung der Vorschüsse, die er eigentlich gegen die ihm durch die llnglücksreise erwachsenen Schaden hätte aufrechnen wollen, seine Freilassung durchzusetzen. Daß der Angeklagte die feste Absicht gehabt batte, in Allenstein zu bleiben und zu arbeiten, wurde schon durch die fiir mehrere Wochen aus- reichende Menge der von ihm mitgenommenen Eßvorräte be- wiesen. Da» Gericht sprach den Angeklagten frei. Eine Sckadenerfatzklage gegen die Allensteincr Firma wird wohl daS Nachspiel bilden._ Der Ohm-Prozeß erledigt. Der Riesenprozeß gegen den Bankdirektor Ohm und Genossen, der im Jahre 1913 etwa ein halbes Jahr lang das Landgericht Dortmund in Anspruch genommen hatte, und der im Februar ISIS mehrere Tage das Reichsgericht beschäftigte, fand am Freitag seinen«ntgültigen Abschluß. Der Angeklagte Ohm war wegen 16 einfacher Bilanzfälschungen. 6 Bilanzfälschungen in Tateinheit mit Untreue, 2 selbständigen Fällen der Untreue. Erstattung falscher Meldungen beim Handelsregister und Vergehens gegen§ 88 Abs. 3 de» Börsengesetzes zu einer Gesamtstrafe von sieben Jahren Zuchthaus und 3800 M. Geld st rase verurteilt worden. Auf die Revision des Angellagten hob das Reichsgericht am 26. Februar vorigen Jahres das Urteil insoweit auf, als das Ver- gehen gegen daS Börsengesetz in Frage kam und stellten in diesem Punkt des Verfahrens ein. Die Sache wurde zwecks Bildung einer neuen Gesamtstrafe an die Vorinstanz zurückverwiesen. Diese hat nun den Angeklagten am 27. September v. I. zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Aber auch gegen diese? neue Urteil hatte sowohl der Angeklagte als auch die Staats- onwaltschaft Revision eingelegt. Das Reichsgericht erkannte auf Verwerfung beider Revisionen. Mus aller Welt. Ter Tanz um daö goldene Schwel«. Im 2. Buch Mösts wird erzählt, wie die Israeliten, irre ge- worden an ihrem alten Gott, Aaron baten, ihnen neue Götter zu machen, die sie führen sollten. Und Aaron sammelte alle» Gold zusammen, da» er erhalten konnte, und schuf darau» ein goldene» Kalb, da» er als den neuen Gott bezeichnete und ihm einen Altar baute. Da brachten die Israeliten diesem ihrem neuen Gott Dankopfer bar, faßten sich an den Händen und umtanzten das goldene Kalb mit freudigem Geschrei. An diese alttestamentarische Geschichte wird man erinnert, wenn man liest, wa» der.Braunfchwciger LandeSzeitung" au» Fleischerkreisen geschrieben wird. ES heißt da: „Während die festgesetzten Höchstpreise für Schweinefleisch und Wurstwarcn den für Schlachtschweine festgesetzten Höchst- preisen angepaßt worden sind, haben schnell ins Kraut ge- schössen« Auswüchse es mit sich gebracht, daß Schweine auf dem Lande unter Anrechnung des Stallgewichts nicht mehr zu den Höchstpreisen zu erlangen waren. Für Sauen ist heispiels- weise ein Einheitspreis von 05 M. für 166 Pfund Lebend- gewicht als Höchstpreis festgesetzt worden. Daß nach schwereren Schweinen eine besonders starke Nachfrag« ist, erklärt sich neben der allgemeinen Knappheit an Schlachtschweinen aus der bis 126 M. hinaufgehenden Staffelung der Höchstpreise für söge- nannte.reine" Schweine. Die erste Hand beim Ver- kauf von Schlachtschweinen hatte es nun bald erreicht, daß bei in Handel um Schlachtschwcine die Bewilligung des sogenannten„Schwanz- gelbes" bis 75 M. und darüber hinaus vorweg- gehen muß, bevor vom Kauf des betreffenden Stückes zu den ab Markt festgesetzten Höchstpreisen die Rede sein kann. Beispielsfälle hierfür sind zahlreich anzuführen. Das sogenannte „Schwanzgeld", das früher wohl 1 M. beim Stück betrug, und schon beinahe ganz aus der Welt geschafft worden war, ist unter der Herrschast der Höchstpreise— als Aufschlag hierzu— in vielgestaltiger Form und Höhe wieder— vom Standpunkt der Fleischer aus betrachtet als notwendiges Uebel— mit gewaltiger Schwungkraft und ohne Begrenzung seiner Höhe ins Leben getreten." Es wird dann weiter erzählt, wie die einzelnen Käufer von Schweinen sich durch neben dem Kaufpreis hergehende Geschenke zu überbieten suchen. Macht ein Käufer ein„Geschenk" von 26 M., dann stiftet ein anderer das nächstemol 36 M. Andere sind noch vorsichtiger und werfen in die S p a r t ö p f e der Kinder des Landwirts, von dem sie kaufen wollen, je ein Fünfmarkstück, was bei mancher Familie mit zahlreicher Kinderschar eine hübsche Summe ausnrocht. Oder es werden— was tatsächlich vorgekommen sein soll— für die Töchter des Hauses Ballkleider oder andere Dinge mitgebracht. Das alles wird verbucht als„Nebenkosten zu den Markthöchit- preisen". Das„Eingesandt" bemerkt dann deprimiert am Schluß: „Wer diesen unlautersten aller unlauteren Wettbewerbe als Fleischer nicht mtbmachen will oder— kann, der kann tagelang umHerreise::, ohne auch nur ein Stück einkaufen zu können. Die beste Handelskunst scheitert an dem eisernen Grundsatze von Landleuten, die Schweine halten:„Wir können es ja bekommen, warum sollten wir es nicht nehmen?" Was hier beklagt wird, erscheint durchaus glaubhaft nach alle- dem, was man bisher erlebt hat. Es will uns aber nicht einleuch- den, daß die Fleischer hieran so unschuldig si:rd. Ihnen stehen doch ebenfalls Mittel und Wege zur Verfügung, um diesem Treiben entgegenzutreten. Bei einem Teil scheint aber dazu ein ernst licher Wille gar nicht vorhanden zu sein? vielmehr sucht dieser den Ausfall, der das Resultat einer Unrecllität ist, durch weitere Un- reellitäten an ihrer Kundschaft wieder wettzumachen. Mit der Redewendung, daß«S sich um ein notwendiges Uebel handelt, ist die Sache doch nicht erledigt. Im Gegenteil: Jeder. der diesem Treiben Vorschub leistet, verdient die schärfste Verurteilung. DaS deutsche Volk kann nicht ruhig zusehen, wie hier von Produzenten und Händlern mit den Schweinen ein Kultus getrieben wird, der dem Tanz der Israeli len um das goldene Kalb gleicht. Denn das Gold wird aus den Taschen des Volkes gezogen, und das Schwein wird zum Gott gemacht, um den herum ein würdeloser Tanz aufgeführt wird. Drei Arbeiter von einem Schnellzug getötet. Ans der Strecke München— Augsburg wurden Freitag abend drei Ar- b e i t« r von einem Schnellzug überfahren und g e t ö t e i. Die Getüteten sind die drei 18 Jahre alten Streckenarbeiter D i c- p o ld. Mundo und F ö r g. Zusammenstoß zweier russischer Schnellzüge. Unweit M o*- kau stießen, wie dem.Verl. Tageblatt" aus Stockholm gemeldet wird, zwei Schnellzüge zusammen. Sechzehn Per so neu wurden getötet, viele verwundet. Unter den Toten befinden sich mehrere Militärs, darunter Generalmajor Di m sch a. der bekannteste Pulverfabrikationssachverständige Rußlands. Ter Kriegsintendant, Gencrcrl S ch u w a j e w, wurde verwundet. Eine schwere Bluttat ist, wie dem„Verl. Tageblatt" gemeldet wird, tn Lindenberg bei Schöneck in Westpreußen verübt wor- den. Der geisteskranke 24jährige Besitzerssohn D i c d r i ch war kürzlich auö dem JrrenbauS nach der Heimat entlassen worden. Freitag früh begab er sich in die Wohnung des Besitzers Reninger und ermordete dort dessen 10jährige Tochter Ella durch drei Messer- stiche in die Brust. Dann bracht« sich Dicdrich selbst mehrere Messerstiche bei, an deren Folgen er starb. Eingegangene Druckschristen. Traum und Traumformcn. Von F. Nhlseid. IM. F. W. Grunow, Leipzig. Die nationale Organisation Oesterreichs. Von C. V. Zenker. 1,20 M. C. E. Schwetschle u. Sohn, Berlin W 57. Deutsche Kriegsziel< Kundgebungen. Zusammengestellt von H. Mi-baelsen. 70 Ps. E. Runge, Berlin-Lichterfelde. Lala. AuS dem Seelenleben einer deutschen Frau und Mutter in den KriegZjahren 1914|15. Von 33. Wächter. Brosch. 2 M. G. Birk u. Co., München. Ein deutscher Handwerksbursch der viedermeierzeit. Aus der Walze durch den Balkan und Orient. Von O. Wöhrle. 2,50 M„ geb. 3,50 M.»Die Lese", Stuttgart. Die weibliche Dienstpflicht. Herausgegeben vom Institut sib soziale Arbeit, München. Brosch. 2.40 M.— Wie ersetzt Dcutschlaud am schnellsten die Kriegsverlufte durch gefunden Rachwuchs? Von Dr. M. Vaertlng. 1,50 M. Verlag der.Arzllichcn Rundschan", O. Gmelin, München. Im Kriege durch Frankreich und England, von H. Vorst.— StaatssozialiSmuS. Bon L. v. Wiese.— Die Front in Tirol. Von F. K. Ginzkey. Jeder Band geb. 1 M. S. Fischer, Berlin, Bülow- strafjc 90. Die Kriege. Don F. Sladel. Brosch. 1 M. W. Dammcrhuber, München 12. Zriedrlchstraße 1?Y Tauentzlenstraße 20 Köaigstrvß« 34 Telpzlger Straße 63 Orooleassroße»?- Moabit, Turmstraße SO Müllerstroßez» Oronienstraße 34 Reukilly. Lergstr. 2/8 Friedenau, Ziheiostr.'b« Dentsches Theater. Birektion: Max Reinhardt. ?>/, Uhr: Der Blbeppei®. Sonnt. 2'/.,U.(kl, Pr.):'Hamlet. Montag: Her Biberpelz. KaramerspleXe. 8 Uhr; Her Weibstenfcl. nVs U.(kk Pr.1!: D. deutsch. Kleinstadt. Montag: öyges und acln iliiig(neu einstudiert). VoEh�büline. Theater a. Billowpl. &!, Uhr: König Oedipns. Xachm. 8 Uhr(kl. Pr.): Traumulus. Montag: Viel Lärm um Nichts. Dir. Meinhard-Sernauer. liiGater i.d.Ksnigptzerstraße 8 Uhr: Karacratien. Xaohm. 3 Uhr: Bunsich. 81/, U: Die riitselhatte Fran Xaohm. 3 Uhi-:„Extrablätter!" ÜerilBiep Theat. 8 Ulir: Wenn zwei Hechzeit machen. Xaohm. 3 Uhr: Wie einst im Mai. ferM iler Frelea WMm Sonntag, 13. Februar 1916: Mittags 12 llhr: Volksbühne, Theater an: Büloroplatz VII. Konzert. Nachmittag» 8 Uhr: Volksbühne, Theater am Vülotnplatz: Traumulus. Deutsches Opernhaus: Der Bettel- stlident. Schiller-Theater Charlottenburg: Nora. Deutsches Künsiler-Tbeater: Datierich. Lesstug-Theater: Baumeister Solneg. Abends 8 Uhr: Deutsches Künstler-Theaier: Montag und Freitag: Die selige Exzellenz. AbendS 8'/. Uhr: Volksbühne. Theater am Bülowplatz: Montag bis Mittwoch: Viel Lärm um Nichts. Donnerstag: Fuhr mann Henschel. Theater für Sonntag, den 13. Februar. Deutsches Opernhans Charlottbg. 3 Uhr: I>er Eettclstmlcnt. 7 ühr: Tannhünsop. Friedrich-Wilhclmstädt. Theater. 3 Uhr; Dop lidelc Banep. s Uhr; Das Oreiüiaderüiaus. Gohr. MSTTR�ßSSS-Tlioater 8 uhr: Sei« üDil FerlüiEiter. Kleines Theater. 31/, Uhr: Der Raub d. Sablnerlnncn. 8 Ohr: Jettchen Oebept. Komische Oper. Sll, Uhr: E>as süße Jlädel. 8 Uhr; Jung muß man sein. Hnstspielhans. 3>/z Uhr; Krieg im Frieden. 8-/. Uhr: Ber Hatte des Fraßleins. Metropol-Theater 3 Uhr: Der Waffenschmied. s ühr: Die Kaiserin iüa). nesidenz-Theater Sonnt. S1!,: Die Prinzessin vom Nil. 8'/. Uhr: Lora No. 7 m. H. Bonder. Hoiitis Opcpetten-Theatep S1� Uhr: Hoheit tanzt Walzer. Gastsp. Ed. Lichtenstein aus Hamb. s uhr: Der Sterngaeker. Schillep-Theatcr O. 3 Uhr: Faust 1. s uhr: Halbe Dichter. Schillep-Th.Charlottenbs. 3 Uhr: Rlora. 8 uhr: Die fünf Frankfurter. Thalia-Thcatep. 3 Uhr: Kam'rad Bünne. 8 Uhr: DpcI Paar Schuhe. Theater am\ollendorfpl. 3'/, Uhr: Dollapppinzessln. 8«,. u.: Iniiier feste ürufi! Theater des W estens s uhr: D. Fräulein?. Ämi mit Guido Thielscher. 3'/« Uhr: Polenbint. Triam» m-Thesit fr. 4 Uhr: Das Glück im Winkel. 8'/.: Ycrheir. Junggesellen URANIA Sonntag 8 Uhr: Aeopten.öerSuezkana! uml der Weltkrieg. Montag 8 Uhr: Aegypten, der Suezkanal und der Weltkrieg. Luisen-Theater. Sonntag 3 Uhr: BettelftuÄcnten. 8,00 täglich: CharloUe Klinger Mittwoch 4 Uhr: Max und Morit». l�ose-Tkeater. 3 Uhr: Der Weg zum Glück. 8>ihr:!ch lasse Dich nich! Walhalla-Theater. Tonutag 3 Uhr: Die Förster-Christi. « uhr: QHsrS« Reiehshailen-Theater. Stettmer Säwrsr. Zum Schluß: 2 -vSQ Heute Vorstellungen i!V, und 8 Uhr. Nachm. jeder Erwachs. 1 Kind frei. In beiden Vorstellungen Joseph Plant in seinen lustigen Vorträgen für Jung u. Alt u. der ungekürzte neue Pebniar-Spielplan. Possen-Theater Linienstraße, a. d. Friedriohstr. Melonenbaum. Posse mit Gesang v. Theo Haiton. Meschugge ist Trumpf Posse i. 2 Akt v. Leonh. H aske! mit Leonh. Haskel u. Siegfried Berisch. Anfang 81/. Uhr. Ädmiralspalast Eis-Arena. Heute Ä Vorstellungen nm 4 und 8V, Uhr: £ss-Ba!!etl Eine Zauberneciit in Bagdad | und das übrige große Programm. Xachm. kleine Preise. Abends S. S, 4 Hk. TorzUgllchc HUeho. Casmo- Theater Lotbringer Str. 37. Tagt 8 Ubr: y®"" Nur noch kurze Zeit der Poflcuschlager Was machftc nu? Dazu das erstklassige Februar- Programm. Sonntag 4 Uhr: Ihr Gottlieb. V©igt-Theater. Badstr 58. Badstr. ES, Heule Sonntag, 3 Uhr nachmittags: „Lenore" oder:..Die Grabesbrant". Heule Sonntag 8 Uhr abends: Die ToeMcp lies ir�ästilters. Ab Montag: Wie deutsche Helden sterben. .0eüischc tfriegs M I Ausstellung kJ ▼lO Ottfir 501; Gewerkschaftshaus. Heut« im Kongreßsaai: Unterhaltungsabend der 15. Männerabteüunjj des Turnvereins„Fichte" zum Besten der im Felde stehenden Turngenossea. Mitwirbondo: Das Berliner Ulk-Trio, Opornsfingerin Präuh Kita Schwartz und turnerische Aufführungen. — Beginn des Konzerts 5 Uhr. jH? Berliner Konzerthaus. Lessing-Theater. Victor Barnowsky. ! Ecke. Direktion 8 Uhr: Die gutgeschnittene Ecke. Komödie von H. Sudermann. Xachm. 3 Uhr: Baumeister Solneß. Montag: Die gutgeschnittene Ecke. Deufsciies Kflnstler-Thealer. 8 Uhr: Die selige Exzellenz. Heute: Mauerstr. 82. Wein=Terrasse! Großes ICo Zimmerstr. 90/91. n z e r t Berliner Konzerthaus-Orchester Fronz�iSw Anfang 4 Ehr. Montag, den 14 er.: Zweites Winter-Konzert des Berliner Schubcrt-Chors u. der lleriiner Bieder- trenn de(E. V.). Ohonneister: Paol Kurz mvmrscft Heute Sonntag: 3 Vi 2 große Verstellungen ß... u. Nachm. iKmdjrsi 0'r (außer Galerie). In beiden Borftellunxe»: Lns neue ! i uui Mium i U. cl: üadotzkys humoristische Bären Sozlalclemokrallselier Wahlferein für den 6. Berliner Reiehstagswahlkreis. Dienstag, den 15. Februar, abends SVs Uhr: Mitglieder-Versammlung in den Pharus-Säle», Müllerstrafze HL. Tagesordnung: Die soziale Lage der Frau. 2. Diskusswn. ki/iv Referentin: Frau Luise Zietz. Die Frauen sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. DWT- Ohne Hitgliedsbuch kein Zutritt. Der Torstand. Der Todesspiuilg Seitab, Gebr. Lindsens atemraubende Matrosenlpiele i» ichwindeluder Höhe. Frl. Lotli kievo u. paFtuer als lebende Windmühle: unglaub- licher Lustaki! Schlager über Schlager!! Zum Schluß I Vorstellungen »V- Ehr Ikleine preise. Kinder die Hüliie —— S Ehr.- Clotilde von Derp. Tär�e. 4 Veras, Drahtseilakt. 2 Milfords. Excentrios. Wilma, San dm alerin. S/lax u. Moritz, mdlahrende Affen. Kaufmanns Rollsohuhläuferinn. Gebert Bölling, kom Dressuren u. a. m. Kincmatograpta. Außerdem abends 9 Uhr: Die scdöus Komödiantin Operette in 1 Akt v. Eugen Burg n. Louis Tauf stein. Musik von Eeo Ancher. Heines Werke I» Terwaltnag Berlin. TeL-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30 Zrsnkhsn-Verssmmwngen: Bautischler, Bezirk IH für Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt und Ztördliche Vororte. Montag, de» Ii. Februar 1916, abends 8 Uhr, bei Gliesche, Kopenhagcncr Straße 74. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommüfion und Neuwahl derselbe». 2. Wahl der Delegierten zur Generaloersammlung. 3. Verbandsangelcgeni-eilen. Tischler! Bezirk Nelkkölln! Mittwoch, de» 16. Februar 1916, abends 3V.�UHr, im„Jdcallasmo", Wetchsclstr. 8. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission und Neuwahl derselbe». 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. Vergolder! DieuStag, deu 15. Februar 1916, abends 6 Uhr, im Gewerkschafis« Hause, Engelufcr 15, Saal 3. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Albert Schreiber:.Die Pflichten der Daheimgebliebenen während des LtriegeS.' 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Modelt- und Fabriktischler sowie Modelldrechsler! Mittwoch, de» 16. Februar, abends 8l/j Uhr, bei Waldt, Pflugstr. 6. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Kommission. 2. Neuwahl der Delegierten zur Generalversammlmlg. 3. Verschiedenes. 82,15 Korbmacher. Mitttooch, den 1K. Februar, abends 8V, Uhr. im Gewerkschaftshause. Engeluser 15(Saat I): Tagesordnung: 1. Die Vorgänge in unserer Branche. 2. Verschiedenes. Heute Sonntag, den 13. Februar, vormittags 10 Uhr, in den bekannten Lokalen KciirKsvnsßmmlfliigcli dn Einsttzkl. Die Drtsverwaltnag. ir Mimmir Vkrllmltlingsßtüe KrrÜn N 54, fmifufir. 83-85. Telephon: Ami Norden 185, 1239, 1987. 9714. Bureau geöffnet von 9— 1 und von 4— 7 Uhr. Montag, den 14. Februar, abends«»/, Uhr: Bezirks- Versammlung für öberschöneweide und Umgegend im Lolal von George, Qderkchöncwcide. Wilhclmiuenhofstr. 41a. Tagesordnung: t. Jahresbericht und Neuwahl der Bezirksleitung. 2. LerbandSangelegenhcstcn und Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen I ES ist Pflicht aller, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen._ Achtung! Achtung! Am Montag, den 14. Februar, abeudS K Uhr. findet im Berliner Klubhaus. Ohmftr. L. die Wahl deS GescllcnansschusscS und die Wahl der Arbeitnehmer- Beisitzer und deren Stellvertreter zum Schiedsgericht des Jnnungsausschuffes für die tzsld-, Jtatist- u. 3ftetaUgiesser-3timmg statt. Bei der Wichtigkeit dieler Wahl ist es unbedingt notwendig, daß alle in JnnungSbeN leben beschäftigten Kollegen erfcheinen. 112,2 Die Ortaverwaltnug. Zentral-Kranken- u. Sterbekasse der Geld- und Sierarlielter u. verw. Berufsgen, Deutschl. (früher Nationale Krankenkasse usw.) Ersaykaiie. Montag, den 14. Februar, abends pünktl. b!'/, Uhr Mitglieder- Versammlung 26 der Satzung) i»„Gewerkschaftshaus". Eugelufer 15. Saal 1. Tagesordnung: 1. JabreS» und Rechenschaftsbericht vom Fahre 1915. 2. Diskussion. 3. Wahl für die nach§ 26 der Satzung ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes. 4. Mitteilungen._ 244b W Das Kassenbuch legitimiert! 0» zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Ter Vorstand. I. C. Holtkamp, Vorsitzender. Admirakstr. 18E, 3 Tr. löer! ZahlHtclle Berlin. Bureau: Engeluser 14/15, Part.— Telephon: Amt Moritzplah Nr. 8430. Montag, den 14. Februar, abends 8'/, Uhr» in Wilkes Festsälen, Sebastianstr. 39: Krauchvuversammlung der Schoßarbeiter. Tagesordnung: 1. Bericht und Wahl der Branchenkommifsion. 2. Beratung und Beschlußfassung über einen eingegangeneu Alttrag aus Erhöhung der Teueiungszvlage für die Maßarbeiter. 3. Beiicht und Wahl des GcsellenauSschusses. 4. Bericht und Wahl der Beisitzer zum FnnungZ, Schiedsgericht. 5. Verschiedenes. Fn Anbetracht des zweiten Punktes der Tagesordnung ersuche« wir de. sonders um zahlreiches Erscheinen.__ Fern« verweisen wir aus die am Hittwoch. 88. Februar, stattfindende tSeneralversammlnng und machen besonders die Fabrikardeiter aus den vierten Puntt der Tagesordnung aufmerksam, welcher lautet:.Bericht und eveut. Beschlustfassung über die Berhaud. lungc» zwecks Errichtung ciucs paritütiiche»'Arbeitsnachweises«. >69/2____ Die Ortisverwaltnng. rr-eunae(r:. � unormeister: l-anl»aurz._ 112/2_____ Ule wrtBverwairnug. iba/a_____" ij �rantworiltihei ütehaUeut: Llfreh Wielepp, Aeutölln. Für den �nferaienteil oeranUn.: Th. Glocke. Lerl tu. Druck u.Lerlcrg: Vorwall» Kuchdruckerei u. Lerlagsanstall i�ctrU Srnger St So. tLerlur SW. itSVirna:rzKS>.,7M«>t� iui ns/iiarfjjaS s$i«üss ' slhiid n?iu3dsü trulis® nsnis! jtcdinslisd�B dt. 48. 33. ZakrMg. 2. KkilGk des Jnriüärlii" ßfrliitt Jlulliolilüll. Zonntllg. 13. Februar 11*16. Viöer öas weibliche dienstjahr. In ihrer sehr beachtenswerten Schrift") zeigt Frau Dr. Rosa K e m p f. daß bis jetzt die Befürworter des weiblichen Zwangs- dienstjahres den Beweis für seine Notwendigkeit schuldig geblieben sind.— Militärpflicht des Mannes und Dienstpflicht des Weibes lasse sich nicht vergleichen, weil das in der Militärzeit Gelernte sich im bürgerlichen Beruf nicht oerwerten lasse. Nur die Not- wendigkeit, gegen den äußeren Feind gerüstet sein zu müssen, recht- fertige den Zwang der Wehrpflicht. Eine solche Rechtfertigung fehle aber der Einführung der weiblichen Dienstpflicht. Soziale Dienstleistung an den Staat und Vorbereitung auf hausmütterliche Aufgaben, die zwei Ziele der weiblichen Dienst- pflichtforderer,„greifen unmittelbar in das bürgerliche Leben ein und bedeutet Reglementierung des Alltagslebens selbst durch eine zentrale Stelle... hauptsächlich zu dem Zwecke, das Familienleben des ganzen Volkes direkt oder indirekt zu stützen". Bevor der Staat zu einem solch tiefgreifenden Eingriff in da» Volksleben komme, müsse erst erwiesen sein, daß nur auf diesem Wege wirklich dem Hebel abgeholfen werden könne. Die zwangsweise Ausbildung der jungen Mädchen zu Hausmüttern müsse zum Gegenstück haben nicht die militärische Dienstpflicht, sondern„die Wirtschaft- l i ch e Ertüchtigung der jungen Männer als Ernährer der Familie." Damit ist freilich nicht die wirtschaftliche Existenz der Familie gesichert; aber diese Verpflichtung kann der kapitalistische Gegen- wartsstaat weder übernehmen, noch will er eS. Frau Kempf fragt: Wie sollen nun die 600 000 Mädchen, die jährlich für das Dienstjahr in Betracht kämen, ausgebildet, wie die Kosten aufgebracht werden? Sie erteilt darauf die Antwort, daß hier dasselbe gilt wie für den militärpflichtigen Sohn. Der Mitvevdienst der Tochter fällt weg, auf dem Lande muß eine fremde, bezahlte Arbeitskraft an ihre Stelle treten, die Allgemeinheit muß die Kosten tragen. Das alles hätte eine Berechtigung, wenn„auf diese, und nur auf diese Weis« tüchtige Hausmütter herangebildet oder unersetzliche soziale Dienste geleistet werden könnten". Aber diese Dienste leiste die Frau auch heute schon. Wenn sie Kinder trägt und Kinder nährt, dann erweist sie dem Vaterlande einen Dienst von solcher Wichtigkeit, daß sich derselbe mit der Militär- Pflicht der Männer, ja selbst mit deren wirklichem, so ungeheuer aufopferungsvollem Kriegsdienst messen kann. Eingehend legt Frau Kempf dar, welche Aufgaben die Mütter lösen: ihre körperlichen und seelischen Leiden, die Beschränkung der persönlichen Freiheit, die völlige Inanspruchnahme bei Geburt und Aufzucht eines Kindes.„Gerade die Millionen Frauen der unteren Volksschichten tragen diese Pflicht unter schwierigen äußeren Um- ständen und daher mit vielem Zwang zum Entbehren und Opfern." Diesen Frauen gegenüber wäre daher ein Zwangsdienstjahr noch ganz besonders ungerecht. Und sie kommt zu dem Schluß: „Der Gedanke, daß das Frauengeschlecht dem Vaterland ein Jahr seines Lebens schulde und daher Zwangsdienst auch für die weibliche Jugend eingeführt werden sollte, mutz also zurück- gewiesen werden." Auch auf die Frage, ob nicht die weibliche Jugeird ein Recht habe, zu fordern, als Hausmutter ausgebildet zu werden, erteilt die Verfasserin die gleiche Antwort, daß auch hier keineswegs nur durch das ZwangSdienstjahr diese Ausbildung möglich sei. Was nun die Kosten anbetrifft, die sich nach Frau Kempfs Berechnung auf ungefähr ein Drittel der jährlicken Ausgaben für Heer uird Flotte belaufen, die vor dem Kriege jährlich eine Milliarde betrugen, so würde durch Zentralisation eine Kostenverringerung wohl möglich sein. Wenn'abcr, wie so manche Schwärmer wollen, 600 000 Mädchen sich selbst erhalten, nähren und Leiden sollen, dann kostet das so viel Zeit, daß nur wenig für den wesentlichen Zweck des Dienstjahres übrigbleibt. Wo aber sollen all die Objekte für die zu erlernende Kranken- und Kinderpflege herkommen? Teile man die 600 000 Mädchen in vier Gruppen, so entfallen jährlich je lBO 000 auf Kranken- und Kinderpflege. Auf 2 Millionen Neugeborene jährlich sind aber 150 000 Pflegerinnen zuviel. Ebenso steht es mit den Kranken. Hier genügten die in Deutschland im Frieden vorhan- denen 75 000 Berufspflegerinnen durchaus!„Schließlich sind weder die Kranken noch die Kinder dazu da, daß an ihnen gelernt werde, sondern um ihrer eigenen Wohlfahrt willen I" bemerkt Frau Dr. Kempf sehr richtig. Die Dienstpflicht im zentralisierten Betrieb lehnt sie ganz entschieden ab aus zwei sehr beachtenswerten Gründen. Erstens hält sie den hauswirtschafUichen Großbetrieb für völlig ungeeignet zur Erlernung der Grundlagen einer guten Führung des Einzel- Haushalts, zweiten» sagt sie:„Oder soll es Aufgabe de» Haus- wirtschaftlichen Dienstjahres sein, der weiblichen Bevölkerung der unteren Volksklassen recht gründlich die Augen zu öffnen über die pekuniäre Unzulänglichkeit der Lebenshaltung ihrer eigenen sozialen Pflicht? Sollen die Mädchen des Volkes recht gründlich unzu- frceden gemacht werden mit der Nahrung, mit der Wohnung, die dem Volke nach den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bisher möglich waren? Man vergesse nicht, es ist ein gewaltiger Unter- schied, ob die Mädchen die bessere Kost in der obersten Klasse der Volksschule schulmäßig lernen oder ob sie dieselbe in einem Jahr der Dienstpflicht erleben..." Frau Dr. Kempf scheint also ganz entschieden eine Aufklärung der jungen Proletarierinnen nach dieser Hinsicht n i ch t zu wün- scheu—uns könnte sie nur recht sein! Twch bedarf es dazu nicht der Dienstpflicht. Was Frau Dr. Kempf von den pbvsischen und moralischen Gefahren schreibt, die das junge Mädchen in derartigen Anstalten bedrohen, erscheint als Begründung ihres Widerspruchs hinfällig. Diese Gefahren bestehen auch jetzt schon überall. Die Aufklärung wie diesen Gefahren zu begegnen ist, gehört ebenso zur Erziehung der Jugend wie der Kampf gegen diese Gefahren und ihre Ur- fachen seit Jahren von der Sozialdemokratie geführt wird. Auch die Befürchtung vermehrter Landflucht ist für uns selbstverständlich nicht ausschlaggebend— auch sie ist mit ganz anderen Mitteln zu bekämpfen. Der Gedanke, die hausmütterlichen Lehrlinge zur Behebung der Dienstbotennot zu verwenden, wird von Frau Kempf gründlich abgetan. Wenn es so viele tüchtige Hausfrauen gebe, was braucht es dann noch einer besonderen hauswirtkchaftlichen Ausbildung? Das neunte Schuljahr für Volksschülerinnen erscheint Frau Kempf völlig ausreichend zur Erwerbung der notwendigen Haus- mütterlichen Kenntnisse unter der Voraussetzung, daß die Volks- schule„ihrem allgemein bildenden oder beruflichen AuSbildungS- zioeck voll zurückgegeben werde." Doch warnt sie davor, von der Verlängerung der Schulpflicht und der besseren hausmütterlichen Ausbildung etwa eine Lösung des Problems des Familienlebens zu erwarten. Ob das Pflichtdienstjahr nicht doch geeignet sei, die„Willens- disziplinierung und körperliche Kräftigung" zu fördern, will Frau Kempf nicht verneinen. Doch hält sie die Sünden der Hausfrauen feit Kriegsbcginn nicht für schlimmer als die Sünden anderer Wirtschaftsstände. Aus dem überall hervortretenden Eigennutz und Unverstand folgert Frau Kempf.„daß bei allen Wirtschaftsstanden die intellektuelle und technisch berufliche Ausbildung allein nicht genügen kann, damit ein Wirtschaftsstand auch in Zeiten der Not dem Volksganzen dasjenige leistet, was von ihm erwartet werden muß, daß vielmehr die moralische Durchbildung der Be-' ") Dr. Rosa Kempf: Do» weiblich« Dien st jähr. Archiv für Sozia lwiffenschaft und Sozialpolitik. 41. Band, 2. Heft. I. C. B. Mohr, Tübingen. 1 rufsstände neben dem eigentlichen beruflichen Können für ihr wirtschaftliches Verhalten m Zeiten der Bedrängnis des ganzen Volkes von ausschlaggebender Bedeutung ist". Das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben! Solange der Kapitalismus herrscht, wird stets die Profitgier die Betätigung dieser„moralischen Durch- bildung" unwirksam machen. Jedenfalls, fo meint Frau Kempf. braucht aus dem Ver- halten der Hausfrauen keineswegs gefolgert zu werden, daß � sie mehr als andere Wirtschaftsstände„aus Mangel an Bil- düng* versagt haben. Von welcher Seite aus Frau Kempf auch die weibliche Dienst- Pflicht erörtert, immer wieder gelangt sie zu einer Ablehnung derselben und fordert an ihrer Stelle: obligatorische Fortbrldungs- schulen für beide Geschlechter, verständigere Auswahl der Lehr- kräfte, Wiedereinstellung erfahrener Mütter als Lehrerinnen, Aus- scheidung junger männlicher Lehrkräfte bei jungen Mädchen, Aus- bau der Jungmannschaftsbewegung auch für das weibliche Ge- schlecht. Dies alles werde die so notwendige Disziplinierung und Kräftigung der weiblichen Jugend fördern. Erst wenn man diese Mittel jahrelang erprobt habe, ohne daß sie den erwarteten Er- folg gehracht hatten,„wird es Zeit sein zu fragen, ob weiter- greifende Neuerungen wie das weibliche Dienstjahr für Körper. kräftigung und Willensdisziplimerung der Frauen notwendig sind*. Frau Kempf hat in ihren Ausführungen hinlänglich den Be- weis erbracht, daß„der Nutzen fraglich, vieler Schaden aber ge- Witz* ist bei Einführung eines Pflichtdienstjahres für Frauen. Es ist sehr erfreulich, auch einmal von bürgerlicher Seite eine nüchterne und gründliche Erörterung dieses Vorschlags zu finden, der gerade in jenen Kreisen zur Rettung des Vaterlandes ange- priesen wird. Frau Kempf erkennt gleich uns, daß die Zerrüttung des Familienlehens und die ungenügenden hausmütterlichen Kennt- nisse der Frauen nicht Ursache, sondern Begleiterscheinung und Folge wirtschaftlicher Mißstände sind und mit deren Besserung zwar nicht beseitigt, aber doch gemildert werden können. ?kus Groß-öerlin. Ein bezahltes �volksurteil�. Zeitungen sind mehr als je eine Notwendigkeit. Sie sind in unserer Zeit so unentbehrlich wie Nahrungsmittel. Und da sie vieler— allzu vieler— Menschen einzige geistige Nahrung sind, sollte eine Fälschung und Irreführung der öffentlichen Meinung durch sie strafwürdig sein. Nicht im Sinne unserer jetzigen Strafrechtspflege. Aber wer auf die GFhre unserer modernen Journalistik hält, der hat nicht nur das Recht, der hat die Pflicht, die Stäupung Unwürdiger in aller Oeffentlichkeit zu vollziehen. Jüngst versandte ein Herr Walter Himmi, in der Goethe- strasie zu Charlottcnburg wohnend, an eine Anzahl Zeitungen das folgende Schriftstück: „Hochgeehrter Herrl Es wäre mir sehr angenehm, wenn ich ab und zu in Ihrem geschätzten Blatte kleine, nicht über den Feuilletonrahmen einer Nummer hinausgehende Arbeiten unter- bringen könnte. Skizzen und Erzählungen, die, ohne lediglich und fchon von weitem den Eindruck der Reklame zu machen, durch in den Zusammenhang hineinpassenden Hinweis auf eine Firma oder einen Artikel doch auch der Propaganda dienen und die sogenannte versteckte Reklame vermitteln wollen. Ich bin er- bötig, eine Entschädigung zu bezahlen, die am besten per Zeile bemessen würde, aber niedrig zu halten wäre, weil ich meiner- sertS auch auf einen sehr bescheidenen Zeilenpreis angewiesen bin....* Herr Himmi wollte auf diesem leider„nicht mehr un- gewöhnlichen Wege* das Interesse auf ein nach seiner gegen ein bescheidenes Honorar empfänglichen Ueberzeugung sehr bewährtes Mittel gegen Husten und Katarrh lenken. Hustenbonbons und Busencreme, Magenstärker und Lilienseife werden— unter das Publikum gebracht— immer- hin nicht den hundertsten Teil des Schadens anrichten können, wie unrichtige wirtfchaftliche oder politische Mitteilungen oder gefälschte wissenfchaftliche und künstlerische Urteile. Diese der Oeffentlichkeit gegen Bezahlung vorzusetzen, ist um so un- verantwortlicher, als— man mag das bedauern oder nicht— die Zeitung der großen Masse mehr und mehr die einzige geistige Nahrung geworden ist. Die Buchliteratur ist einem sehr großen Teile des Volkes aus Gründen pekuniärer Natur nicht zugänglich. Oder aber, sie fordert zum Genuß und zur Weiterbildung Grundlagen, die nicht vorhanden sind. So wird denn der Zeitung, nicht nur dem politischen Teil, son- dern auch dem literarischen, den Theater- und Musikartikeln, den kleinen wissenschaftlichen Notizen ein Vertrauen entgegen- gebracht, das eine Brunnenvergiftung in diesem Teile doppelt verdammenswert macht. Wird da auf einer Berliner Bühne ein sogenanntes „vaterländisches" Schauspiel gegeben:„Immer feste druff!" Die ernsthafte Kritik hat das Stück weder als„Vaterländisch" noch als„Schauspiel" ansprechen wollen und speziell ge- funden, daß die deutsche Frau in ihm eine wenig rühmliche Rolle spiele und das Soldatenleben karikiert werde. Auch der„Vorwärts" hat diesem Urteil Verbreitung gegeben. Nichtsdestoweniger— wie könnte es anders sein!— hat das Stück bei dem Publikum, das durch den Titel angezogen wurde, den von dieser Seite verdienten Beifall gefunden. Ueber SOOmal ist es aufgeführt worden. So weit, so gut. Aber die Direktion des Theaters hat den komischen Ehrgeiz, die Aufführung des Stückes nicht nur als ein„verdienst- liches" Werk, sondern auch als ein literarisches Ereignis ge- feiert zu sehen. Und sie fand dabei journalistische Eideshelfcr! Im Beiblatt der„National-Zeitung" zu Nummer 32, unter dem Strich und an der Stelle, wo sonst die ernsthafte Kritik ihre Stätte hat, wird von einem angeblichen Schrift- steller L. dl. unter dem Titel„Ein Volksurteil" eine lite- rarische Plauderei verbrochen, in der Shakespeare, Kleist und alle literarischen Heiligen angerufen werden. Schließlich wird das Stück als„gesunde Unterhaltungskost" empfohlen. Genau wie das„bewährte Mittel" gegen Husten und Katarrh. Ob Herr Himmi aus Charlottenburg mit seinem An- schreiben an die Redaktionen Glück gehabt hat, wissen wir nicht. Vielleicht hat er die Redaktion der„National-Zeitung" bei Versendung seiner Zirkulare vergessen. Herr U. dl. oder die Direktion des Theaters am Nollcndorfplatz hatten einen besseren Riecher. Sie fanden Unterkunft mit einer bezahlten Empfehlung ihres Kunstverschfeißes an einer Stelle, wo eine Kritik desselben stehen mußte. Ihnen freilich machen wir daraus keinen Vorwurf. Geschäft ist Geschäft. Auch das Theatergeschäft. Aber die Redaktion der„National-Zeitung" mußte das Inserat auch für das Publikum als solches kennt- lich machen, nicht nur durch die bescheiden beigegebene In- seratenmanmer(7450) für den Zeitungsfachmann. Dem anständigen Journalisten steigt bei solchem Anblick ein Ekel im Halse auf. Und das ist das Unglück: Ter Burg- friede verbietet ihm das Ausspeien! Tie„Genossen aus den Schützengräben". Die„Vossiscke Zeitung", die das Gras in der sozialdemokrati- scheu Partei wachsen hört und nie verschweigt, was ihre langen Ohren ergattern, läßt sich diesmal über den Umweg durch eine Lokalkorrespondenz mitteilen: „Mittwoch kam eS am sozialdemokratischen Zahlabend ver- schiedentlich zu scharfen Auseinandersetzungen. Mehrere mit dem Eisernen Kreuz geschmückte Mitglieder meinten, Liebknecht sollte erst einmal die Strapazen an der Front durchmachen, dann würde er anderen Sinnes werden. Die Militärverwaltung sollte ihn einmal für wenige Wochen dorthin senden, dann würde er sich„mausern". Die Zuslimmigkeitserklärungen zur Haltung der Minderheit durch verschiedene Wahlvereine gebe kein zutressendes Bild ab, da nur die„ollen Knacker", die nicht mit in den Krieg brauchen, bei der Abstimmung maßgebend gewesen seien. Wenn erst die Genossen aus den Schützengräben zurückgekehrt sein werden, dann würden die Abstimmungen ein ganz anderes Bild ergeben." Daß die Redaktion der Tante Voß die Geschichte vom Radikalismus der„ollen Knacker" in der Partei nicht selbst erfunden hat, ist ein entschiedener Mangel an Talent. Ein Mangel an Ge- ichmack, dem wir bei keinem anderen Blatte begegnen, ist es, daß sie die fremde Ersindung übernahm. Die Mitglieder an der Front kennen den Dienst der ArmierungSsoldaten viel zu genau, um diese darum zu beneiden._ Arbeiterbildungsschule. Heute Sonntag, den 13. Februar, abends 7� Uhr, findet der zweite Lichtbildervortrag im Zyklus:„Kunst im täglichen Leben in Ver- gangenheit und Gegenwart* statt. Herr Dr. B e r n o u l l i, Assistent an den Königlichen Museen, wird diesmal über Raumkunst reden und in seinen Ausführungen folgende Gegenstände behandeln: Der Raum als harmonische Einheit: Zweck, Form und Farbe. Stimmungswerte und Größenverhältnisse, Räume für verschiedene Zwecke: Versamm- lungssaal, Kirche, Wohnraum. Verkleidung der Wände, Decke und Fußboden. Heizung und Beleuchtung. Der Vortrag findet im Hörsaale der Schule, Linden- straße 3, 4. Hof rechts 3 Treppen, statt. Der Eintrittspreis beträgt 10 Psi__ Ausserordentlicher Andrang zu den städtischen Fleisch- Verkaufsstellen. Gestern sind zum ersten Male die Verkaufsstellen der Stadt Berlin in den Markthallen für Schweinefleisch geöffnet ge- Wesen. Der Andrang war gleich ein außerordentlich starker. Ucberall vor den Markthallen hatten sich schon mehrere Stunden vor der Eröffnung Tausende von Frauen ein- gefunden, die alles daran setzten, Schweinefleisch zu erhalten. Die Stadt Berlin gibt für deu Bezug von Schweinefleisch besondere Karten aus, die in erster Linie den Kriegerfrauen, Arbeitslosen und sonstigen Bedürftigen zustehen. Es handelt sich dabei um Zehn- tausende von Karten. Nun ist. der Verkauf des Schweine- fleischcs aber auf die Nachmittagsstunden von 5 bis 8 Uhr am Sonnabend und Mittwoch beschränkt. Diese Verkaufszeit ist viel zu kurz bemessen und dieser Umstand bringt es mit sich, daß diejenigen, die durchaus Fleisch erhalten wollen, sich schon in den Mittagsstunden vor den Markthallen einfinden müssen. In einigen Vororten werden bekanntlich für den Fleischbezug ebenfalls Marken ausgegeben, wobei aber die Käufer erfahren, ob und wann sie an die Reihe kommen. Eine solche Maßnahme würde auch in Berlin ein derartiges Gedränge, wie es gestern herrschte, verhindern. Der jetzige Zu- stand ist jedenfalls unhaltbar. Vom Bau der„eisernen" Brücke. Der Generaldirektor des Museums hat gegen die geplante und beslblossene Ausführung des Neubaues der sogenannren„Eisernen Brücke" am Kupfergraben Einspruch erhoben, weil„die in Aussicht genommene Rampenanlage zur Brücke die Sockel des Alien MuieumS auf der Kupiergrabenseile auf einer langen Strecke hin verdecken und überschneiden würde, wodurch die ursprüngliche Wirkung des Ge- bäudeS, eines der bedeutendsten Meisterwerke Schinkels, auf das un- günstigste beeinflußt werden dürfte*. Der Magistrat hat sich mit dieser Frage beschäftigt und eine Aendcrung beschlossen. Von der ursprünglichen Rampenanlage wird abgesehen. Der Durch- gangSverkchr auf der jetzt chaussierten, wenig benutzten Straße wird aufhören, dafür sollen die Freitreppen den Fuß- gängern von den aufgehöhten Straßen aus den Zutritt zu dem dann den Durchgangsverkehr völlig entzogenen Ruhe- platz am Museum gewähren und nunmehr symmetrisch zu dem alten Schinkelbau an der Museumsstruße angeordnet werden. Ein hübscher Laufbrunnen erhält eine natürliche Lage am Fuße der Futtermauer der Brücke in der mit Ruhebänken ausgestalteten Treppennische im Baumschatten des Lustgartens. Die gesamte Brückenanlage soll sich nach der Aenderung der klassischen Umgebung organisch einfügen, wobei zur Erreichung einer unaufdringlichen ruhigen Wirkung sich eine Veremiachung des SchmuckwerkeS als an- gezeigt erwiesen hat. Die geplanten Bildwerke sollen erst auf- gestellt werden, sobald deren günstige Wirkung durch Modelle ein- wandfrei erwiesen ist. Der Museumsstraße öa belegene Eckbau ist vom FiSkus gegen eine Anerkennungsgebllhr zum Brückenbau mit- einbezogen. Der unschöne Eindruck dieser Ecke wird verschwinden. Dort soll eine dem Bauzweck dienende Freitreppe einen gewissen Abschluß und zugleich einen Uebergang zu der Ufermauer schaffen. Beanstandete Kleinhandelspreise. Der Fachausschuß für Hülsenfrüchte, Reis, Grieß, Graupen, Kolonialwaren und Konserven der Preisprüfungsstelle Groß-Bcrlin hat in seiner letzten Sitzung Veranlassung gehabt, die Aufschläge sür Tee bei mehreren Kleinhändlern zu beanstair)>en. Da es sich größtenteils um Teepackungen handelt, für welche die Großhandels- firmen dem Kleinhandel die Verkaufspreise vorschreiben, wird die PceisprüfungSstelle bei diesen sofort auf eine Herabsetzung der Spannung zwischen Ein- und Verkaufspreis des Kleinhändlers hin- wirken; auch wurde beschlossen, zu fordern, daß auf kleinen Tee- Packungen das Gewicht des Inhalts angegeben wird. Von neuem wurde auf den Mißstand hingewiesen, daß die Vor« schriften der preußischen ministencllcn AuSsührungsbestimmungen zu der Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers über die Preise von Marmeladen vom 14. Dezember 1916, wonach die Verpackungen in leicht erkennbarer Weise einen Vermerk über Inhalt und Gewicht der Ware tragen müssen, von einer großen Anzahl Firmen immer noch nicht beobachtet werden. Die Preisprüsungsstelle sieht sich gezwungen, sämtliche ihr bekannt werdenden Fälle dieser BelsäumniS nunmehr unverzüglich zur Strafanzeige zu bringen. Ebenso wurde über die nicht genügende Beachtung der Ver- ordnung über den Aushang und die Ausstellung von Preisverzeich« nissen der Preisprüfungsstelle vom 28. Januar d. I. geklagt. Luch auf die Befolgung der Vorschriften dieser Verordnung wird die Preisprümiigsstells energisch hinwirken und sämtliche Geschäfte, welche gegen sie verstoßen, der Staatsanwallschaft namhaft machen. Das Streben der Preisprüfungsstelle nach Einführung der Psennigrechnung hat weilere Eriolge gehabt. Aus diesem Wege können den Konsumenten Millionen erspart werden. Das Publikum wird dazu helfen müssen, indem es bei seinen Einkäufen fwie auch bei Trinkgeldern) den einzelnen Pfennig mehr als gebührend hoch bewertet. Strickarbeit für Heimarbeiterinnen. Dem Kriegsausichüs; kür warme Unierkleidung, Berlin. Reichs- tag, sind isil September v. I. aus den Beständen des Kriegs- Ministeriums größere Mengen Slrickioolle mit der Bestimmung zur Verfügung geslelll worden, arbeitslosen und bedürhigen Frauen mit dem Stricken von Socken für die Heeresverwaliung zu beschäftigen. Durch Vermittlung der Herren Territorialdelegierten wurden zu diesem Zweck bisher etwa 600 000 Kilogramm Wolle im Deulichcn Reich— mit Ausnahme von Bayern— an gemeinnützige Vereine zur Verausgabung gebracht. Der Stricklohn für die hergestellten Socken beträgt eiwa 3>/z Millionen Mark, welche Summe be- schäfligungslosen Heimarbeiterinnen, besonders aber den arbeitslos gewordenen Frauen in den notleidenden Jndustriebezirken, zu- geflossen ist._ Berlins Geburten und Sterbefälle in ISIS. Die seit langem andauernde Minderung der Geburten halte in Berlin be'onders in den Jahren 1013 und>914 sich merk- lich beschleunigt. Geboren wurde» vier(einichl Totgeborene) in lOlO. 1911, 1912 noch 45 955, 44 852, 44 326 Kinder, dagegen in 1913 und 1914 nur noch 42 501 und 39 053 Kinder. Das Jahr 1915 hat nun— aus nahe liegenden Ursachen— einen wetteren und ganz außerordentlich starken Aussall an Geburten ge- bracht, de: von Mai ab sehr deutlich hervortrat. Gegen- über den im voi letzten Jahr verzeichneten 39 053 Geburten seinichl. 1560 Totgeburten) konnte Berlin in 1915— wie die Monalsberichle des Slaiislischen Amts der Stadt ergeben— sich nur noch 32 066 Geburten semschlieülich 1253 Totgeburten) buchen, so daß die Geburtenzahl des Jahres sich um fast 7000 ver- ringcrt hat. An den 32066 Geburten des letzten Jahres waren die zwöli Monate beteiligt mit 3311, 3049, 3402, 3061, 2669, 2334, 2520, 2434, 2399, 2339, 2213, 2335. Verringert habe» sich in Berlin im Jahre 1915 auch die Sterbe fälle, wenigstens gegenüber dem Jahre 1914, das mit einer beträchtlich höheren Sterblichkeit als 1913 abgescblossen halle. Die Sterblichkeit unterliegt ja manchen Schwankungen, weil da auch die wechselnden Ein- flüsse der Witterung sich geltend machen. Es starben lohne Totgeborene) in den fünf Jahren 1910 bis 1914 30 152, 32 307, 29 981, 28 067, 29 655 Personen, dagegen in 1915 — nach Ausweis der Monatsberichte— nur 28 527 Personen. Zu dem Rückgang der Gcsamtsterblichkeit in 1915 hat die Minderung der Säuglingssterbcfälle beigetragen, die teils aus dem Geburtenrückgang sich erklärt, zum Teil auch der günstigen Witterung des Jabres zu danken ist. In 1914 war die Zunahme der Gesamt- sterblichkeit dadurch gewirkt worden, daß trotz Geburtenrückgang die Säuglingssterbefälle hauptsächlich unter dem Einfluß ungewöhnlicher Sommerhitze sich mehrten. Der Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbenen halte sich für Berlin in den Jahren 1910 bis 14 bei 44 189, 43 203, 42 585, 40 841, 37 493 Lebendgeborenen auf 14 037, 10 896, 12 604, 12 774, 7833 gestellt, so daß schon 1914 mit einem sehr ungünstigen Erlrage abschloß. Aus 1915 ist bei nur 30 813 Lebendgeborenen ein Geburtenüberschuß von nur 2286 geblieben. Eine Stiftung für die Arbeiterjugend Berlins. Ein braver Parteigenosse, langjähriges tätiges Mitglied des 4. Berliner Reichstagswahlkreises, der Fabrikant OSkar W o l l m a ch, welcher im 43. Lebensjahre stand und als gedienter Landsiurmmann am Kriege teilnehmen mußte, büßte am 17. No- vember 1915 durch eine feindliche Kugel sein Leben ein. Derselbe hat laut Testament zur Förderung der.Arbeiterjugend Berlins', für die er sich lebhaft interessierte und für deren Weiterentwickelung wirkte, diese bei seinem eventuellen Ableben mit 10 000 Mark bedacht.— Als Testamentsvollstrecker hat er den Reichstagsabgeord« neten Gen. O. Büchner eingesetzt, welcher im Sinne des Erblassers über die Summe verfügen wird. Doppelbesteuerung. Der Berliner Stadlverordnete Mommfen, der 1913 sowohl in Berlin als auch in Nowawes sNeubabelsberg) Wohnungen halte, war in Berlin und in Nowawes für 1913 voll zur Gemeinde- einkommensteuer herangezogen worden. Er erhob in beiden Gc- meinden Einspruch, ohne die Höhe der Steuer zu bemängeln. Später deklarierte er sein Vorgehen dahin, daß er damit einen Verteilungsantrag gestellt habe. Der Bezirksausschutz sah unter Berücksichtigung dieser Deklaration die Einsprüche als Verleilungs- antrag an und entschied schließlich dahin, daß nur Berlin An- spruch auf die Steuer habe, weil die Voraussetzungen für die An- nähme eines Wohnsitzes in Nowawes, der dort eine Steuerpflicht hätte begründen können, gefehlt hätten. Aus die Revision der Gemeinde Nowawes hob das Ober- derwaliungsgerichr das Urteil auf und setzte den Verteilungsbeschluß des Bezirksausschusses außer Kraft. Begründend wurde ausgeführt, daß die Einsprüche Mommsens trotz der späteren Deklaration nicht als wirliamer Verteilungsanspruch angesehen und verhandelt werden durften._ Einen schweren Verlust erlitt am Sonnabend ein hier auf Urlaub anwesender Landsturmmann. Der Mann hatte auf der Steuerkasse TN oer Wrangcistraße die halbmonatliche Kriegsunter- st ü y u n g für seine Familie abzuheben und sich zur Besorgung einer Lerbandsangelegenheit nach dem Gewerkschaftshause am Engeluser begeben. Hier war ihm die Besorgung eines Auftrages nach der Mühlenstratze übertragen. Zurückgekehrt stellte der Mann den Verlust seines Geldes(zwei Zwanzigmarkscheine) fest, das er lose in die Tasche gesteckt hatte. Aus dem Wege von der Wrangel- straße nach dem Engelufer oder vom Engeluser noch der Mühlen« straße und zurück und in der Zeit von Uhr mittags ist das Geld verloren gegangen. Der Mann bat Frau und zwei Kinder zu erhalten und lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen. Der ehr- liche Finder wird gebeten, das Geld im Bureau des Verbandes der Gemeinde- und Staaisarbeiter, Engelufer 14/15, Part., Zimmer 4/5, abzugeben. Die Zentralkommission der Krankenkassen Berlins und der Vor- orte veranstaliet auch in diesem Jahre wiederum hygienische Vor- träge. Die unten' aufgeführten Vorträge finden in der nächsten Woche statt. Der Zutritt zu denselben ist unentgeltlich. Am Donnerstag, den 17, Februar, spricht in der 216./222. Ge- meindeschule, Rostocker Str. 82, Herr Dr. B. Pollack über das Thema: .Schutz und Pflege des AugeS'. Am Freitag, den 18. Februar, spricht in der 40. Gemeindeschule. Gneisenauslr. i, Herr Dr. A. Bernstein über das Thema:.Ursachen und Verhütung der Schwindsucht'. In Berlin-Friedenau in, Gymnasium am Mahbachplatz spricht am Monlag, den 14. Februar, Herr Professor Dr. Levinsohn über das Thema:»Die Enrstchuug, Vermeidung und Behandlung der Kurzsichtiqkeit". In Bcrlin-Lichtenbcrg in der Gemeindeschule, Holteistr. 7/9, spricht am Donnerstag, den 17. Februar, Herr Dr. H. Mühsam über das Thema:.Wie schützen wir uns vor ansteckenden Krankheiten'. In Berlin-Pankow iu der 5. Gemeindejchule, Wollankstr. 131, spricht am Donnerstag, den 17. Februar, Herr Dr. W. Holdheim über das Thema:.Enrstehung und Bekämpsung der Tuberkulose'. Sämrliche Borträge beginnen pünktlich 8 Uhr abends. Ein tödlicher Straßenunfall hat sich am Freitag in Buckow er- eignet. Dort versuchle auf der Rudower Chaussee eine etwa sechzig- jährige, unbekannte Frau unmiirelbar vor einem aus der Richrung von Neukölln herkommenden Slraßenbabnwagen der Linie 47 das Gleis zu überschreiten. Obwohl der Führer nach Kräfren bremste, vermochle er aus so kurze Enifernung den Wagen nichr mehr zum Sieben zu bringen, die Frau wurde umgestoßen und erlitt einen Schädelbruch. Die Verunglückte wurde nach dem nahen Kranken- Hause der Stadt Neukölln gebracht, wo sie bald nach ihrer Auf- nähme an den Folgen der erlittenen schweren Verletzung starb. Die Persönlichkeit der Verstorbenen konnte noch nicht ermittelt werden.— Ein zweiler Slraßenunfall trug sich in der Chausseestraße zu. Vor dem Hauie Nr. 48 betrat ein unbekannter Herr kurz vor einem in der Richrung nach der Seestraße fahrenden Straßenbahnwagen der Linie 68 das Gleis und wurde umgestoßen. Er erlitt bei dem Siur, aus das Straßenpflaster eine Gehirnerschütterung und wurde nach dem Paul Gcrbardl-Stift gebracht. Bewußtlos ausgefilnde» wurde gestern vor dem Hause Chaussee- straße 38 ein unbekannier Mann von etwa 64 Fahren. Im Paul- Gerhordrstlft, wo er noch besinnungslos daniederliegt, wurde eine Verletzung� am Hinterkopfe sestgestelll. Wie der Mann dazu ge- kommen ist, weiß man noch nick». Der Unbekonnle ist mittelgroß und kräfrig gebaut, hat grau gemiichtcs�blondes Haar, einen kräfli- gen, schon stark ergrauten blonden Schnurrbari und trug eine» dunklen Ueberzieher, schwarzes Tuchjockett mit Weste, eine grau gestreifte Hose und einen schwarzen Schlapphut. /tos den Gemeinden. Der städtische Arbeitsnachweis Neuköllns in der Kriegszeit. Im Städtischen Arbeitsnachweis wurden in den beiden Kriegs- jähren 1914/15 die Gesamtoermitllungsergebnisse der angebotenen und besetzlen Stellen durch die Kriegsverhältnisse erheblich beeinflußl. In beiden Abreilungen stieg besonders die Zahl der Arbeitsuchenden in den ersten 6 Kriegsmonalen weit um das Doppelte der Durch- schnittszahlen der Borjahre(über 2000 Arbeitsuchende pro Monar), In der männlichen Abteilung verringerten sich vom April 1915 ab die erwachsenen Arbeitsuchenden infolge Militär- einziehungen von Monat zu Monat, bis im Dezember 1915 nur noch zirka 200 Arbeitnehmer(meist Gelegenheits- und ältere Arbeiter über 45 Jahre) vorhanden sind.— Den statistischen Jahreszahlen von 19l5 stellen wir nachstehend die enttprechenden Zahlen von 1914 in Klammern gegenüber: Als Arbeitsuchende haben sich insgesamt 25 938(31 113), davon 9221(17 142) männliche und 16 767(13 971) weibliche Personen gemeldel.— Offene Stellen waren 24 890(19 489), davon 12 136(10184) für männliche und 12 754(9305) für weibliche Arbeilnehmer vorhanden, von denen 19 402(16 226), und zwar 8673(3591) für männliche und lO 729 <7635) für weibliche Aibeitskräne vermirtelr wurden.— In der Dienstbotenabteilung konnten 805-(402) Dienstmädchen in geeigneten Dienststellen untergebrachl werden, Aus der Neuköllner Magistratssitzung. Zur Förderung des Frauenickwimmens ist der Magistrat damit einverstanden, daß für Mittelschülerinnen, welche klasienweise unter Führung der Lehrerinnen das Stadtbad in den Mittagsstunden be- suchen, der Preis sür ein einzelnes Schwimmbad aus 10 Ps. herab- geletzt wird. Es soll regelmäßig an Sielle der zweiten Turnstunde in der Woche sür die 2. und 3. Klanen der Mädchenmittelschulen eine Badestunde mit Schwimmunterricht eingerichtet werden. Die Butterkuapphcit und Kartoffelknapphett tu Nowawes gab dem Wahlverein Veranlassung, sich mit der Frag« geeigneter Abhilssmaßnahmen zu bejchäftigen. Die geradezu unhaltbar ge- wordenen Zustände bei der Butterverteilung baben nicht nur bei den ärmeren Familien, sondern auch in den Kreisen der Bessersiiuierren starke Unzufriedenheit ausgelöst, die auch in der Orlsprcsse lebhaften Ausdruck fand. Zu Hunderlen sieh, man die Käufer, meistens Frauen und Kinder. vor den Geschäften stundenlang in Wind und Wetter warten, um schließlich l/4 Pfund Butter, oft aber auch keine zu erhalten, während es zahlreichen anderen Familien möglich ist, sich ohne besondere Mühe mehrere Pfund zu verschaffen. Die Gemeinde hat denn auch schließlich eingesehen, daß es so nicht weitergehen kann, und die Einsührung der allgemein geforderten Butterkarte beschlossen, die hoffentlich die Knappheit toeniger fühlbar machen wird, — Schwieriger zu lösen ist die Frage der Kartoffel- not. Wie in der Versammlung vom Genoffen Neumann mitgeteilt wurde, trifft die Gemeinde keine Schuld. Sie habe die größten Anstrengungen gemacht, um im Kreise die für die Versorgung der Bevölkerung erforderlichen Ouantiläten Kartoffeln zu beschaffen, jedoch vergeblich. Die geringen Posten, die sie erhalte, seien im Handumdrehen verkauft, und so komme e?, daß von den oft nach Hunderten zählenden Käufern stets nur wenige be- friedigt werden könnten. Die Versammlung erkannte an, daß für die Kartoffelnot weniger die Gemeinde als diejenige Behörde ver- antwortlich zu machen ist, die die Verteilung der Kartoffeln an die Gemeinden in der Hand hat und das Be- schlagnahmerecht ausübt. Der Vorstand wurde daher beauftragt, in einer Petition die Gemeinde zu ersuchen, an zuständiger Stelle mit allem Nachdruck auf schleunige ausreichende Lieferung von Kartoffeln zu dringen. Um den bisher beobachteten großen An» drang der Käufer zu mildern, empfiehlt die Petition die Einrichtung mehrerer Verkaufsstellen, und zwar möglichst in geschlossenen Räumen, und Abgabe in größeren Quantitäten. Denjenigen Frauen. die am Tage in der Fabrik oder sonstwo beschäftigt sind, soll durch Offenhaltung der Verkaufsstellen an einigen Tagen bis in die späteren Abendstunden auch die Möglichkeit der Versorgung mit Kartoffeln gegeben werden. Soziales. Ein unzulässiger Anspruch. Die Deutsche Bank erhob vor dem Kaufmanns- geeicht eine materiell unzulässige Klage vor einem über- dies unzuständigen Gericht. Eine Slenolypistin, die von der Bank fest engagiert worden war, verließ nach einer dreitägigen Tätigkeit eigenmächtig die Stellung, angeblich weil ihr die Arbeitszeit nicht zusagte. Das klägerische Bankinstitut stellte den Antrag, die beklagte Ge- hilfin zum sofortigen Wiederantritl der Stellung zu verurteilen und ihr sür den Fall der Zuwiderhandlung eine fiskalische Strafe von sechs Mark pro Tag aufzuerlegen. Die Ver- Handlung ergab, daß die Gehilfin gar nicht mit der stenographischen Aufnahme von Brieflcxten und dem Schreiben der Briese auf der Maschine beschäftigt wurde. Sie hatte vielmehr ausschließlich auf vorgedruckten Formularen, in denen Stellenbewerbern mitgeteilt wurde, daß man aus ihre Dienste verzichte, die Adresse und das Datum auszufüllen. Eine solche Tätigkeit sah das Kaufmannsgericht als eine gewerbliche an. Es erklärte sich deshalb für u n z u- ständig und verwies die Klage an das Gewerbegericht. Vor dem Gcwerbcgericht wird die Unzulässigkeit dos Klageanspruchs ausgesprochen werden müssen.§ 888 Abs. 2 der Zivilprozeßordnung ermächtigt allerdings das Gericht, wenn es eine Verurteilung zur Vornahme einer Handlung aus- spricht, auf Antrag dahin zu erkennen, daß der Schuldner zur Vor- nähme der Handlung durch Geldstrafen bis zum Gesamt- betrage von loOO M. oder durch Haft anzuhalten sei. Abs. 2 des§ 888 hat aber zufolge eines sozialdemokratischen Antrags zu der Novelle vom 17. Mai 1898 ausdrücklich festgelegt, daß diese Bestimmung im Falle der Verurteilung zur Leistung von Diensten aus einem Dienstvertrage nicht zur Anwendung kommt. Diese Unzulässigkeit ist mit Rücksicht auf die modernen Anschauungen insbesondere über die Freiheit der Person aus- gesprochen. Einen Erfolg kann also die angestrengte Klage nicht haben. Anders läge es vielleicht mit einer Schaden- ersatzklage._ Simulationsriecherei. Der Vorwurf der Simulation wird von wenig sozial empfindenden Kassenleitungen gar zu leicht Ansprüche er- hebenden Mitgliedern gegenüber angeivandt. So ivendete in nachstehend geschildertem Falle die Krankenkasse der Malerinnung zu Charlottenburg Simulation des Kasscnmitgliedes ein und versuchte durch alle n öglichen Ein- ivendungcn sich von der Zahlungspflichi zu befreien. Die Scheuerfrau A. wurde aus Grund lbrer Beichöflipung bei dem Malermeister B. Mitglied der JnnungSkrankcnkasse der Maler- lnnung zu Charlotteuburg. Am 21. Februar 1914 erlitt sie einen Be- triebsiliifqll. der am 23. März Erwerbsun'öhigkeil zur Folge batte, Die Krankenkasie zahlle vom 26. März ab der A. das zuüebende Krankengeld bis zum 20 Juni. Die weilere llnterstütziing wurde abgelehni, weil die Nordöstliche Baugeweiks-Beiutsgenossenichaft den Unfall nicht anerkannte. Am 30 Ollober 1914 wurde die Kranten- kasse vom B e r s i ch e r u n a S am t der Sradt Neukölln verurteilt, der A. die Leistungen auch für die Zeil nach dem 20. Jum zu gewähren. Die Kasse" erbob beim Oberveriiche- rungsamt Groß-Berlin Berufung, die eigeiiiiiinlich begründet wurde. Hieß eS doch darin unter anderem:.Wir fragen nun hiermit ergebenst an. ob wir gehalten find, uns dem Uileile- spruch ohne weiteres zu fügen, da doch laut beifügender Meldung des Arbeitgebers e»n Unfall vortiegl und die A. anscheinend jetzt noch daran leidet.' In Schrittsätzen wandte die Kasi'e ferner ein, daß Frau A. an- scheinend stark simuliere, die Krankheit käme der Kaste nicht ernst vor, eS könne Frau A. trotz ihrer Krankheit noch lciwte Arbeit, wie Nähen, Stricken usw. verrichten. Dos Obervers icherungs- amt bestätigte jedoch die Entscheidung des Ver- sicherungsamtes. Nunmehr verlangte die Kranken- lasse die Beibringung eines beglaubigten ärztlichen Gut- achtens, aus dem zu«riehen, daß Frau A. nach dem 20. Juni noch weiter in ärztlicver Behandlung gestaiiden und er- werbsunsähig gewesen sei. Und das. obwohl vorher die Kaste weitere ärKliche Behandlung abgelehnt hatte. Da m der Entscheidung des VerficketungSamtes und der des Obctversicherungsaintes die Kaffe prinzipiell verutteilt war, ohne daß die betreffende Summe genannt war, mußte nunmehr erneut beim Vers icherungs- amt wegen der Höhe der Summe, nämlich 113,75 M., Beschwerde geführt werden. Im Termin wurde vom Vorsitzenden des Ver- sicherungsamtes die Verurteilung der Kasse in Aussicht gestellt. Darauf erklärte der Vertreter der Kasse zu Protokoll, innerhatb einer Woche den geforderten Betrag zu zahlen. Die Versicherte war dadurch zu ihrem Recht gekommen. Eigentümlich berührt das Verhalten der leitenden Per- sonen der Krankenkasse, die anscheinend,— darauf lassen ihre Schriftsätze schließen,— wenig Gesetzkenntnis haben und die infolge dessen den Mitgliedern Schwierigkeiten be- reiten. Wäre Frau A. nicht nach dem 20. Juni in armen- ärzlichc Behandlung getreten, so. wäre ihr der Nachweis, daß sie tatsächlich krank und erwerbsunfähig gewesen war, schwer geglückt._ Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 453 der preußischen Armee ent- hält Verluste folgender Truppen: Gouvernement Lille. Infanterie usw.: Garde: 4. Garde-Rcg. z. F.; 1. Garde-Rcs.» Reg.(s. Kreischef des Kreises Philippeville); Garde-Gren.-Reg. Alexander; Garde-Echützen-Bat. Gren.- bzw. Ins.- bzw.'Füs.- Regimenter Nr. 8, 9, 10, 13 bis einschl. 17, 21, 30(s. Landw.-Jns.- Reg. Rr. 61), 56,. 57, 50(s. auch Res.-Jnf.-Rcg. Nr. 59 und Gebirgs-Maschinengetv.-Abt. Nr. 216), 60 bis einschl. 67, 69 bis einschl. 72, 75, 86(s. auch Res.-Jnf.-Rcg. Nr. 213). 112, 113, 114. 115(s. auch Jns.-Reg. Nr. 186), 116, 118. 128, 131, 136. 138, 141. 144, 145, 147, 143, 150 bis einschl. 156, 172, 175(Nachdruck verbeten) 050 203 57 603 8 86 604 44 738 833 1037 326 61 82 762 2029 284 420 523 39 752 866 957 3162 85 98 579 738 848 4041 45 220 879 970 5060 291 301 6260 626 6)7 98 790 878 7033 232 94 639»398 641 733 832 88 959 9037 86 671 932 10092 195 614 21«276 385 841 921 81«2037 136 413 600 99 669 786 871«3202 527 723 801 93« 4184 265 406 902 62 1 8077 100 20 201 36 501 646 883 68 908«6163 77 90 (200) 236 345 691 762 886 927 5 7105 683 714 16 800 18179 281 450 774 856« 9071 382 492 601 634 888 933 20126 241 966 21174 84 261 386 411 80 622 668 746 91 887 2 2023 260 304 662 625 864 909 2 3073 78 128 34 376 687 2 4162 620 69 644 2 5l»0l200) 265 69 381 404 80 627 77 891 2«091 273 623 843 2 7 609 28126 201 672 702 635 931 2 9036 552 826 99 943 88 30618 92 980 86 31168 231 394 638 60 882(200) 717 8 2383 422 833 3 3025 94 156 489 672 617 918( 200) 3 4265 333 93 3 5 004 42 61 112 803 04 440 634 676 5 6043 294 616 69 774 76 846 907 83 3 7198 420 46 686 943 3 8071 136 446 734 3 9 544(200) 760 872. 4 0036 524 76 93 745 844 930 31 86 41007 277 328 666 779 837 63 53 4 2079 322(300) 423 672 780 93 941 43012 362 404 664 771 814 4 4002 465 66 543 607(200) 95 736 91 683 966 4 6201 25 603 30 67 662 839 4 8006 63 404 627 863 4 7086 112 49 57 609 4 8145 242 667 4 9 209 354 680(200) 965 6 8070 289 393 694 696 810 982 61318(1000) 665 649 64 879 86 928 5 2067 78 124 231 512 902 5 3129 332 620 702 827 8 4034 124 801(200) 991 5 5 000 412 80 625 73 641 66 996 6 8082 275 632 868 5 7139 348 71 455 610 68141 439 732 946 6 9020 47 64 110 24 26 263 406 595 619 837 6 0247 638 953 61660 8 2012 424 616 47 95 736 623 969 63105 94 267 6 4061 476 687 709 11 39 I 200) 868 920 23 6 5271 395 592 6 6507 789 926 69 6 7 023 27 322 641 68002 649 616 986 68093 167 7 8019 686 707 964 71034 106«02 618 72440 647 67 905 73�55 445 581 928 74 091 199 388 660 699 954(200) 60 96 7 6164 248 363 418 900 7 8 202 65 490 660 650 7 7 206(300) 613 639 7 8072 641 683 787 881 96 7»26? 482 1200) 638(400) 87 847 8 8009 31 221 285 659 81033 863 892 99 8 2471 87 94 »48 65 814 23 67 976 97 8 3019 68(600) 740 41 84034 148 864 469 610 763 843 924 8 5110 8 8065 105 608 96 768 87140 65 266(400) 62t 662 811 B812S 234 67 631 638 89259 801 511 704 »8066 266 68 333 404 624 630 936 67 74»«018 62 98 810 18 652 603» 2022 264 628 811 989» 3029 147 456 776 (400) 874 82»4671 734»5322 636 771<188 0 6 021 232 96 683 863 943»J0ä7 133 468 760 86 9 836 8 6643(600) 8 8082 814 7üo 188002 69 174 817 923 181027(200) 222 612 182018 467 625(200) 97 808« 83071 192 265 604 37 85 881 184053 110 577« 8 5019 23 436 84 654 660 817 42«OG017 338 469 626 69 709 866 926 64« 87166 276 337 704 66 990«88182 92 362 642(300) 710 42 75 633 923 68(400) 72«89002 95 202 69 594 641 118037 61 134 249 340 692(200) 948«11062 244 767 884 909 II 2076 89 264 302( 200) 603 66 991««4321 441 528(200) 611 13 06(400) 76 826 64« 5162 307 447 820 36 906«6322 31 62 406 622 76 861«7607 15 982«18096 101 119241 6? 663 707 998 «28066 322, 21033 61 196 301 27 663 702 871«22064 109 60 216 33 93 123113 406 649 634 737 963(200) 67 84 «2 4425 34 567 73 63 614 769 944 63« 2 5241 317 37 647 64 87 773 808 996(200)«2 6066 163 342(400) 426 623 1 2 7 076 86 111 209 430 588 695 852 937 1 28413 62 656 645 64 736 99«29114 624 61 938 I3O008 56 131 40 389« 81461 843 81 918«82044 316 666 84 605 721«83114 32 439(200) 608 33«34028 113 264 319 1 3 6066 180 232 42 391 424(200) 41 697, 8 6072 236 783 86 833 67« 3 7 245(360) 649 733 37 979>38292 66" 900 I3a046 1400) 127 47 409 603 61 740 59 694 960 «48345 790 631 90 141106 20(400) 799 906 1 4204- 664 756 1200) 148020 218 612 603 762 97 892 1 4 4233 322 6« 651 743(200) 568 1 4 5357 620 49 832«48448 543 604 976 73 14 7 232 40 648 148098(200) 146 469 617 61 793 667 92 907 99 14»230 150176 660 973, 81017 20 274 303 504 80(300) 606 96 781 843 96 903 4 98« 6*091(200) 469 693 768 862 95 957 1 63185 657(200)«54069 133 63 257 300 1300) 68 91 741 993«66164 389 401 612 723 43 79 812 963« 66131 262(2001 337 48 78 662 683 897»57115 227 88 820 612« 6 8268(200) 637 687 «6»183 480 601 823 42 «»»231 338 686 93« 0,061 96 118 89 267 669»49 84 813 182258 302« 6 3 424 641 61031 714 830«84080 22079 185060 138 231 304 63 666 1 8 8296 447 97 809 910(400) 68«87471 769 866 1 6 8012 661(200) 732 84 841 957 I8S160 255 63 377 444 517 990 178617 60 799 956 67 1 71280 322 408»SO 74 TS 610 12 24 983 1 7 2010 281 492 898 910 1 78116 484 847 48 966 174230 96 322 660 732 867 942 175828 916 22 69 176070 137 42 444 725 864 984« 7 7300 48 670 627(300) 84 1 7 8080 108 38 206 93 665 96 1 78123 220 60 611 854 «80182 238 321 31 61 411 614 600 07 774(300) 18,033 339 433« 8 2086 132 212 338 540 723 830 73 958«83128 61 224 66 609 96 626 1 84033 44 3?l 616 66 699 765 856 98 18 5049 208( 200) 307 497 650 863 932(200) 65 1 86358 415 38 634 641 771 80 852«8 7 033 81 377 633 43 661 759 188031 66 168 369 496«8»061 281 704 12 61 I9»25B 396 424 647 91 786 947 1 81323 63 637(40 8 0 0) 791 986« 8 2063(200) 613 54 60 843 928 50, 9 3020 30 77 78 232 300 24 71 697 702 810« 94160 220 475 87 93 631 41 185153 428 660 878 92 1 8 8006 32 222 580« 87170 323 91 471,623 44 737 994«»3037 830 63 1 8 8 061 442 608 21 897 20 0 210 68 69 92(600) 397 655 846 70 2 01 53 81 583 (300) 627 2 0*370 539 2 0 3119 98 655 80 773 605 2 0 4095 488 2 0 5125 616 607 2 0 8 263 65 324 41 685<200) 631 2 0 7066 250 67 321 86 649 741 43 912 59 2 O8038 321 535 709 816 939 2 0 9374 409 210066 322 64 401 610 26 757 63 81 92 2,1046 288 617 758 86 2, 2031 178 254 678 621(200) 61 98 2, 3063 206 465 615 6-0 93 724 859 917 2, 4003 43 327 36 76 421 700 2,5002 .323 834 979 2, 8006(£00) 243 496 741 930 21 70i8 143 2L2 646 710 63(Söv)- 210333 363 436 743 910 7. PreuMch-Süddrutsche (333. König!. Prentz.) K!assen!otterie 2. Klaffe 2. ZiehungStag 12. Februar ISIS Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe ilSewinue gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilnugeu l u. II. Nur die Gewinne über 2S M, find in Klammern beigefügt, (Ohne Gewähr«. St.-A. f; Z.)(Nachdruck verboten) 226 466 630 43(200) 716 79 960 1656 600 16 47 761 999 2471 605 620 700> 9 826 3201 47 46 92 444 80 694 618 936 90 4097 175 210 28 698 6166 247 61 64 392 703 03 6011 120 309 13 96 761 944 7038(300) 230 440 671(1000) 90 927 75 «712 79 802 73»106 271 348 67 86 90 494 629 639 710 73 847 50 944 10229 321 78 411 766 811 993 11028 286 607 12 72 1 2089 622 704 21 949 1 3105 6 67(200) 396 478(200) 96(200) 608 26 1 4182 323 402 655 1 5096 387 957« 8264 80(300) 418 644 716 77«7127 454 69 07 653 71 990 18169 231 623 10235 328 607 927 2 0353 649 795 818 28 956 2,119 297 410 768 2 2205 14 443 58 635 806 21 26 2 3381 94 783 890 2 4023 126 253 600 675 769 970 2 5172 96 600 860 2 6 213 637 62 719 60 91 27118 289 669 829 936 2 8109 93(1000) 236 76 372 879 28011 86 97 653 614 71 788 942 30381 974 3,107 61 249 311 463 628 888 986 8 2394 471(200) 901 9(200) 68 3 3050 238 329 669 661 776 78 34179 04 471 647 861 954 38185 96 666 606 784 649 900 15 80 3 6889 3 7 001 166 201 603 6 780 3 8087(200) 208 316 436 3 9208 683 689 979 40208 16 366 70 638 41105 T 253 OOOOO) 602 19 42602 83 729 866 84 4 8 004(200) 20 166 467 604 82 772 90 967 44150 246 322 34 606 60 621 767 983 4 5 010 38 634 930 4 6228 39 74 319 84 656 776 804 6 66 914 4 7189 3J8 (200) 482 876 4 8001 274(3000) 431 641 662 83 916 48125 302 29 478 548 644 957 50139 69 219 361 97 737 41(300) 66 81 88 853 965 76 B«G3Ö 122 274 662 634 93 802 34(200) 969 5 2215 323 408 8)7( 200) 5 3301 49 432 6 4106 16 94 203 410 5 5138 41 281 83(200) 95 609 869 940 5 8369 692 027 5 7 360(200) 670(200 1 647 86 5 8253 325 644 869(200) 5 0331 75 403 Sl 602 974(300) 83 60194 223 31 329 497(200) 649 783 897 926 61103 471 878 915 6 2818 938(200) 63035 123 222 389 905 64148 363 430 Sil 46 636 798 880 6 5239 43 92 438 641 859 6 0475 503 679 786 881 6 7077 324 40 583 863(300) 68275 422 720 804 64 6 9285 318(300) 426 72(200) 634 751 948 80 70)16 802 71045 664 614 609 7 2108(200) 17 262 618 78 77 774 7 3 244 495 608 7 4046 153 631 60 72 633 829 7 6 011 77 388 411 637 792 830 939 7 6007 179 272 624 698 7 7 071 84 420 647 765 813 7 8140 236 356 549 66 669 825 65 7 0051 226 64 650 728 36 979 8 0072 207 968 74 6' 072 114(300) 48 307 44 669 93 723 82101 221 36$ 661 713 40 8 3196 320 626(200) 633 8 s 082 138 250 329 30 636 656 726(300) 71 944 8 5 200 775 934 86106 686 834 8 7 286 496 681 8* 414 33 90 623 686 736 8 9128 »0550 615»«719 686 9 2044 340 624 714 852 66 9 3091 03(200) 368 738 625»4075 106 49 87 288 624 788»5215 *46 416 27 29 524 603 44 60 714 67 64 957»8130(200) 85 826 427 66 631 61 60 679 811 946 9 7004 88 329 66 515 629 (36 619(303) 88246 69 713 637 62 88334 623 809 42 «00133 288 89 728 911(200) 16 62«01053 187 262 628 «02107(200) 661 934, 04073 108 239 318 467 618 44 718 46 «05147 240 71 868 720 911 65 69«00466 ,07108 402 605 ,08260 77 618 658(200) ,00276 329 618 765 969 1100)6 82 165 473 96 841 111007 288 636 926 69 112115 98 232 624 676 960 113078 438 689 641 806 24 79 913 67 114165(200) 291 369 616 760 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876«»2246 314 603 12 94 788 1 88143(300) 360 617 76 622 989« 9 4 280 453 699 986« 9 5 202 568 665 866 1 90561 717 942« 97154 603 «»»286 663 87 876 918 1 89134(300) 373 77 402 76 561 73 872 913 82 2 00141 69 264 889 20(033 66 16 4 61 261 90 337 61 821 906 2 0 2 059 216 21 304 462 666 780 2 0 3020 280 358 438 600 766 858 84 2 0 4061 341 681 864 961 2 0 3646 765 827 206411 45(200) 86 700 67 861(200) 207044 69 101 99 339 76 462 634 767 810 23 2 0 8029 200 302 2 0 9266 340 903 21 0013 132 414 619 48 80 700 71 902 2II043 191 265 7» 444 599 742 96 97 890 910 43 2, 2163 601 807 96 2 1 3060 173 331 64 510 69 879(200) 2, 4209 467»3 689 94 2, 509» 216 450 548 99 747 2, 0114 206 538(MC) 634 826 986 2 1 7073 100 98 396(6000) 626 608 734 2, 8407 740 57 820 _ Di» Liehung bn bellten«l-ffe der t/263. Mbüm-Leüert, fiatit am 16. wU U. Liäiz IM» statt. 1 f Unterem Genossen Gustav Kunow und der Genossin«nna Kunow. Neukölln. Selchower Str. 33. zur silbernen Hochzeit die herzlichtlen < Glückwünsche I 11681 1 Die Genossen de* Na. Bezirks." Schwimmverein Vorwärts Uerlln 1807. Den Mitgliedern zur Nachricht, l daß unsere lieben Schwimm- | genossen Wian Pabke und Richard Vogt 1 aus dem Tchlachtselde ihre» Tod \ sanden. 2586 Ehre ihre»«»denke»! Mit Schwimmergrntz I. A.: Der Vorsiao». oeolsciier gulmdeimirdull. 2aKIstelie Berlin. Den Milglieder» zur«achrichl daß unser Kollege, der Drechsler Karl Schätze Reukölln, Sanderstraße 18 im Alter von 46 Jahren ge> ftorben ist. Ehre feter»«»denke»! Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 16. Februar, nach- mittags 3 Uhr, im Krematorium zu Treptow. Kiesholzstraße, statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Nachruf. Den Milgltedero ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Rudolf Richter Norduser 18 im Aller von 54 Jahren gestorben ist. Ehre seiue««»denke»! Die Beerdigung fand am Man- lag, den 7. Februar, aus dem städtischen Friedhofe in der Seestraße stall. 82/16 Die Ortsverwaltung. Yerbanii d. Braoerei- o. Mühlen- arb8iterD.ferv.BerQlsgeD0S88iL Zahlstelle verli». Den Miigliedern zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Brauer .Julius Cordes (Schloßbtauerei Schöneberg) am 10. Februar gestorben ist. Ehre seine««udeukeu l Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 18. Februar 1916, mittags 12 Uhr, aus dem Danlei- Kirchhof in Rewickendors-Weft, Blankestraße 12, statt. Um zahlreiche Betelligung wirb ersucht. 42/4 via Ortsvarwaftaag. NB. Mitteilung durch Karten erfolgt nicht. AIS Ovser de« Weltkriege» fiel am 20. Januar 1916, nach sech. zehn Monate langen Kämpsen, mein inniggeliebter Mann, unser ireusorgender, lieber, guier Papa. Sohn. Bruder, Schwager, Onkel und Freund, der Landsturmmann Vilbelm Böse im Alier von 43 Jahren. In tiefem Schmerz Fraa Berta Bis« geb. Kierseid nebst Kindern»so und Erwin, Siralsunder Straße 84. Wwe. Bise als Mutter, Adolf Bise nebst Faatllla als Bruder und Schwägerin, Fritz Bise al» Bruder(zurzeit im Felde) nebst Fr»«, Karl Bise als Bruder(»urzett im Felde). 105« Familie Gerkow als Schwester und Schwager, Familie reichert als Schwellet und Schwager, Freu Pratsch als Schwester, Familie MBhle al« Schwester und Schwager, Familie Bartelt al« Freunde. Er ging von un« tust schwerem Herzen Und hoffte aus ein Wiederseht», Doch größer find jetzt nitfer« Schmerze», Da diese» nicht mehr kann gescheh'n. Allein zu sein, drei«orte, leicht zu sagen. Doch schwer, so endlo« schwer zu tragen. Er kehrt nicht beim, da» Ist unser Klagen, Er. den wir geliebt, er kehrt nicht heim. In der Fremde haben fie ld» pt Grabe getragen. E» soll uns die« Wort»um Tröste sein. Wer Ihn gekannt, weiß was wir verloren. Lieber Papa, wir können es nicht glauben, Daß un« der Tod da« Liebste konnte rauben. Wir möchten mit den Händen die Erde ausgraben, Dir möchten unfern lieben Papa wieder haben. Deine lieben Kinder Un« und Er-wliR. Dem Mnien onfetn oni Dem fltMDiiom gelolltnen taM Am 25. Januar fiel im Aller von 32 Jahren der Lagerarbeiter NCax Marschall Wrangelstr. 118, Bez. 175. «m 28. Januar fiel im Alter von 87 Jahren der Arbeiter Julius Jahn Euvrystr. 88, Bez. 187 l. 211/1» Beziaidomokr. Wahlverein I. d. 4. Ben, Kelchs tag swahtarel s. Am 1. Februar starb an vluwergistung im Lazarett unser treuer Genosse Paul McNssSS Prinz-Heinrich-Str. 5. 194/9 Soztald. Kreis- Wahlverein Nlederharalm, Bez. Pankow, Gr. II. Stanislaus Kreisner gefallen am 13. November 1915. 194/9 Sozlaldemokr. Wahlverein Bertin- WD nersdort Deotscber BnehbiDder- Verband. (Zahlstelle Berlin.) Am 11. Februar starb nach langem Leiden unser Kollege Mu Elffenbein. Ehre feinem«»denken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. Februar, nach. mittag»'/,4 Uhr, aus dem Heilig- Kreuz» Kiichhos in Mariendors statt 23/5 Zahlreiche Beteiligung erwartet Die OrtSverwaltun«. Sängerehor„Vorwärts-Sfld-Osr. Al« Opfer de« Wettkriege« fiel am 25. Januar unser lieber SangeSbruder Max Marschall. Wir werden ihm ein ehrende» Andenken bewahren. 57/9 Der Vor« fand. Stumm schläft der Sängerl Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und treu- sorgender Bater, der Böttcher Kanl Riewe im 47. Lebensjahr nach kurzem schweren Leiden seinem Sohne Hermann, der al» Opfer de« Welikriege« gefallen, in die Ewig« kell gefolgt ist Die trauernde Witwe »ud Kinder, Lettestraße Nr. 4. Die Beerdigung findet am Mon- tag, den 14. Februar, nachmittag« 4 Uhr, von der Leichenhalle in FriedrichSselde au» statt. l34A Verband der Knplersehilede Dentschlanda. Filiale«erlin. AI» Opfer de« Weltkriege« ge- fallen ist unser lieber Kollege Max Temnitz geboren 2. November 1894, ge- fallen 29. Januar 1916. 99/7 Ehre seine««»denke»! Ose Flllalvorstand. Dentseher Baaarbeiter- Verband. Zwel�verein Bertln. Bezirk BSeste». Am 11. Februar starb unser Mtglied, der Putzer August Nieter. Ehre feinen«udenkenk Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Februar, nachmittag« 3'/, Uhr. aus dem Luther- Kirchhos in Lankwitz statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/14 Die I rtllohe Verwaltung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deatschlands. Ortsverwaltung Bertln. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß der Kollege Adolf Mfihl (Steinmetz ftr. 67, Bezirk 5) am 11. Februar verstorben ist Ehre seiue««udenkenk Die Einäscherung findet am Dten«tag, den 15. Februar, nachmittag« 3 Uhr, In dem städttschen Krematorium, Gerichistr. 87/38, statt. Um rege vetelligung ersucht 78/6 Die Ortsverwaltung. Am 11. Januar 1916 starb im Lazarett unser wertgeschätzte» Mit- glied, Mitbegründer und lang- jähriger Borfitzender fsill iltmann. Wir verlieren in ihm einen wahrhasten Freund, der un« un. vergessen bleiben wird. 181A Ruhe saust in Feindesland l ZparverelnRoleflellle gegr. 1902. Nachruf. KU Opfer de« Weltkriege« fiel am 17. Januar 1916 unser lieber Kollege und treuer MUarbeiter Bnmo Klausch im jugendlichen Alter von 20Jahren Wir werden ihm ein ehrende« Andenken bewahren. 282/2 01e Arbeiterjugend Bertla-SQd. Bezirk«roft-Berli». A»»ge«de Kollege« find im Felde gefalle«: ffermann kecker, vierfahr«-. Rodert BeHkhalui, Fahrstuhlführer. Wilhelm Böse, Lagerarbeiter. Paul Bngel,»ohleustttscher. Wilhelm Hartkopf, Industriearbeiter. Albert Lehmann, Geschaft-di««». August Lettkemann, Industriearbeiter. Paul Mewes, Industriearbeiter. August Polixa, Vierfahrer. Adolf Richter, Arbeit-kutsch«.. August Runke, GeschästSdiener. Ernst Sippmann, Droschkenchanffenr. Richard Wollenberg, Geschäftsdiener. m fs«»« 4 fc m � m. Mm«« st t m m f 61/19 ihre ihre««udenkenk Dk«««MkrlrnlwttaswU. llkul8eb.bjIötgIIgsbkiles-VösbglilI Ortsvei-�valtuox kerUk». Tem Andeuten unserer im Felde gefallenen Kollegen. Alfred Böttcher, Schi-sser, geb. 27. November 1896 in Schöneberg. August Brodach, Dreh«, geb. 1. Dezember 1878 w Zakzewko. Hugo Höser, vohr«, geb. 5. Juni 1887 in Langendorf. Hans Karsolky, Schleif«. geb. 28. August 1880 in Dresden. Willi Kaul, Schloff«. geb. 6. November 1893 in Berlin. Franz Kitschun, Mechanik«, geb. 4. August 1883 in Schirrwindt Alfred Krinke, Schloff«, geb. 20. November 1887 in Friedland. Max Lamfried, Maschmenform«, geb. 18. Juni 1888 in Berlin. Max Mehl, Schleif«, geb, 13. Juli 1888 in Berlin. Ehre ihrem Andenken! UL/I Die Ortsverwaltnng. Am 2. Februar starb im Feldlazarett infolge Bauchschüsse» unser lieber Kollege 116A August Brodach. Sin ehrende» Andenken werden ihm bewahren Die Kollegen der Daimler-Motoren-Gesellschast. Marienselde. Abteilung Revolverdreheret. Verti. d.8i:b!ii!lder.8ebiieldertiiiieii Ii. Hearbeltei' Dentsehlands. Filiale Bertln. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Herren- Maßschneider, Kollege Wilbelm Prillwitz geb. 6. 10. 67 am Donnerstag, den 10. Februar, verstorben ist Ehre feine««udenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 14. d. Sit»., nachmittag« 8 Uhr, vom Trauerhause, Ehaufieeftr. 38, aus dem Gnaden- Kirchhos, BarsuSstratze, statt. 162/3 01* Ortsverwaltung. SchffiinnivereiD„Vorwärts" Berlin 1807. Allen Schwimmgenofieu und Genoffinnen die lraurige Mit- iellung, daß unser langjähriger Vorfitzender, der Schwimmgenosse Kart Schutze nach schwerer Krankheit am 11. Februar gestorben ist Wir verlieren in dem Dahin- geschiedenen einen treuen Mit- arbeiter und Mitbegründer unsere» Verein», dessen Bestrebungen stet» aus die Forieniwickeiung der Arbetterschwimmer gerichtet waren. Wir werden ihm ein dauernde» und dankbare» Andenken bewahren. 251b I. A.: Ter Vorstand. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 16. Februar, nach- mittag« 3 Uhr, im Krematorium in Baumschuienweg statt Al» Opfer de« Weltkriege« starb am 30. Januar d. I. nach sehr schweren Leiden unser herzen». guter Sohn und Bruder, Neffe. Coufin und Bräutigam, der Füsilier I81A Georg Werth Jnf.-Keg. 36, 2. Komp., tat blühenden Aller von 22 Jahren. Die« zeige» tiesbetrübt an Kart Werth nebst Frau, al» Eltern. Erteh Werth, al« Bruder, sowie Verwandte. Erna Thurm, al» Verlobte. Du schied'« s» schwer»on Deinen hieben Und starbst zu früh, Wer Dich gekannt vergißt Dich nie. Leicht sei ihm die fremde Erde. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe grau, unsere herzen«gute Mutter, Schwiegermutter, Grotz- mutier, Schwester und Schwäge- ein. Frau 255b Pauline Aurich g-d. schwarz. am Freitag, den 10. Februar 1916, plötzlich verstorben ist In tiefer Trauer Ernnt Anrieh, Putzer. nebst Kindern. Die Beerdigung findet Dien». tag, den 15. Februar, nachmittag» 4 Uhr, von der Leichenhalle de» 2. städttschen Schöneberger Fried- Hose»(Blanke Hölle) au» statt. AI» Opfer de» Weltkriege» fiel am 23. Januar 1916 in Feinde»- land mein innigstgeliebter, unver- geßlicher Kalte, unser lieber, guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Pionier �lois Preußner Minenwerser- Kompagnie 10. Die tiestrauernde Gattin Anna Preufiner geb. Rühle. E» ist ein schmerzlich bitfre» Leiden. Aus nimmer, nimmer Wiedersehn! Ach, unter allen Erdenleiden Kann tiefer kein» zu Herzen gehn. Nicht einmal in die Augen blicken, Die mich so lieb siet» angeschaut, Nicht einmal innig an mich di ucken Da» Liebste, dem ich fest oertraut. Wir wollten beide glücklich werden. Doch grausam griss da» Schicksal ein, Nahm mir mein Liebste« aus der Erden, Und läßt«ich hier im Schmerz allein. Kein Flehta und kein Weinen gibt Dich mir luröcf. Verloren ist da» Beste, wa» ich hatte; Vorbei ist Liebe, Hoffnung, Glückt Sein Wunsch war nur: Ein Wiedersehn 1 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meine» lieben Manne». de« Stockarbeiters .lohaua Blattner sage ich hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Kollegen der Firma Redlich u. Noa und d-n anderen mir unbekannten Firmen, dem Gesangverein Morgengraun, dem Sparverein öettelpsennig, dem Deutschen Holzarbeiier-Verband, den Genossinnen und den Genossen de« 4. Berliner Wahlkreise», sowie dem Redner, Genossen Melle, meinen her,- lichsten Dank. 122A Minna Blattn« nebst Tochter. Danksagung. Für die Bielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzipenden bei der Beerdigung meine« lieben Sohne» Kaii Böhm sage ich allen Teilnehmern, den Kol- iegmnen und Kollegen der Firma Reiß, dem Deutschen Metallarbeiterverband und den Genossen de» 4. Berliner ReiwStag»- Wahlkreise« meinen ttes- gefühlten Dank. 122« VVitve Böhm. Danksagung. Für die vielen Beweise Herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meine» geliebten Manne» August Barthel lag« ich hiermit allen verwandten, Freunden und Bekannten, in»- besondere dem verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschland» sowie dem Sozialdemokratischen Wahl- verein Britz-Buckow meinen innigsten Dank. 116A Die trauernde Witwe Marie Etarthel. Kranzspenden sowie sämtliche ßlumenarrangemeiite liefert schnell und billig I�nnl Gros», Lindenstr. 69, TeI.Mpl.7203. Kredh • ntar(On»t Igit«« Zah t ongsbadtnguagen Grosse Aaswahl tu•itonAbttiku«i|«n Anzahlung ach Uebvretnliunti tterreo-, Oameo-, KlnOer- B e k I e i d u n g Dömenwäsc&e- Seh Jinaien , DameniiSMuniur.Peilwaren | Neuest* Formen B. Feder Zentral« Norden Brnnnenstr.l�Us« Filiale Osten FnnKMr Allee 350 Filiale Süden Rottbuser Damm 103 Fillal« Westen Ctiarlottenbg.MaMDitrj Boke W(bneredorler Strafte MÖBEL Polsterwaren in jeder gawOnscbtcn Preislage Teppiche, Portieren, Gaidlnen. Tisch- u. 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