Kr. 45.-SS. Jahrg. Abenncmcnts-BetflngtsTign: aSonncmena• Srcti wimtmetcnb.« BicneliäbtL 3�0 Ml. motrctt. UO JRt, toöcheTUiich 25 Psg. frei int Haut. Sinzein» Nummer S Big� Eonnragt» nummer mir illuswener Eennlagt- Seilage.Die Neue Well'>0 P'ir SofV »lbonnemetn: 1,10 Marl vre Monat eingetragen m bie Seit. Zeilunat- Breiiliite. Unter Kreuzband fttr SJemiölanb und DefterrenS• Ungarn SböO Mar! für das übrige Ausland t Mari bto Monat Lostadonnemenit nehmen an: Belgien, Tänemarl, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, Uulliönlön, Schweden und die Schwei. vichtwt am. vi■ T Berliner Volksblnlk. 5 Pfennig) Die TnferHons-Gebüljr Wragt für die iechsgespaliene Koloitri» geile oder deren Raum«0 Pfg„ für poliüschc und gewerifchasiliche Vereins- und ZZersammliings-Slnzeigen Li) Pfg „Meine Anreroen", das fettaedriichie Wort 20 Pfg.(zuläffig 2 fettgedruiLe Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Etellengefuche und Schlafstcllenau. »eigen das erste Wort 10 Psg„ jedes weitere Worth Pfg. Worte über IZVuch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste»ciunmer müssen bis t> Nhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Exdeditic» ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Delegrmnm, Adresse: „SwrtaMtmslirat RtrilB". Zcntratorgan der rozialdcmokratifchcn parte! Deutfchlands. Neüaktion: EW. 6$, Linüenftraße Z. Fernsprecher: Ami Moritzplatz. Nr. 1B1 90— 1S1 97. Dienstag, den 15. Februar 1916. Expeöitton: SM. öS, LinSenftraße 3. ktzernsprecher: Stmt Moritzplatz. Nr. 131 90—151 97. Italien. Die Reden des Ministerpräsidenten Antonio Salandra» die erbitterten Diskussionen der italienischen Presse, die Rom» reise Briands zeigen auf unfreundliches Wetter am italienischen Barometer. Mit welchen Hoffnungen ist in den wüsten Jubel- tagen des Mai der Krieg eröffnet worden, und wie herbe Ent- täuscbungen hat das Volk seither erlitten! Was hat Italien gewollt? Der alte Jrredentismus zog seine Kraft aus der geschichtlichen Erinnerung und strategischen Erwägung. In Deutscbland ist der nationale Einigungskampf 1848—71 wie in Italien gegen Oesterreich und Frankreich geführt worden. Der bedeutendste Gegner, der„Erbfeind" des einigen Deutsch- landS war aber das kaiserliche Frankreich, während Italien seine Unabhängigkeit hauptsächlich auf Losten Oesterreichs erkämpfen mußte, sich dabei sogar der Hilfe Frankreichs erfreute und mit dieser Macht nur vorübergehend in Konflikt geriet, als die klerikale Regierung Louis Napoleons das päpstliche Regime in Rom stützte. So blieb der Gegensatz zlvischen Italien und Oester- reich-Ungarn stärker und lebendiger als zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn, obwohl in der Donaumonarchie un- vergleichlich mehr Deutsche als Italiener wohnen. Verstärkt wurden diese lebhaften antiösterreichischen Gefühle durch die peinliche Empfindung, daß die Poebene und die italienische Ostküste sozusagen im Schußbereich der österreichischen Kanonen ständen. Und in der Tat zeigen die kriegerischen Ereignisse die Uneinnehmbarkeit der Alpenstellung und die Gefährdung der italienischen Ostküsle durch die österreichische Flotte, die an der istrianischen und dalmatinischen Küste ideale, durch vorgelagerte Inseln ausgezeichnet geschützte Stützpunkte hat. Darum strebten viele Italiener mit heißer Sehnsucht nach der Befreiung der Itulia irredenta, des unerlösten Italiens, nach der Verbindung Triests und des Trientiner Landes mit dem Königreich. Der in der deutschen Presse be- liebte Hinweis aus Savoyen, Nizza, Korsika, Tunis, wo eben- falls zahlreiche Italiener„unerlöst" lebten, fiel platt zu Boden. Denn einmal sind diese Italiener entnattonalisiert und Franzosen geworden, was bei der nahen Verwandtschaft der beiden romanischen Sprachen sehr leicht gewesen ist. Und dann war in Italien die Uebcrzcugung allgemein— die falsch gewesen sein mag, die aber vorhanden gewesen ist—, daß die Mittelmächte die Linie des geringeren Widerstandes darstellten. Mit dem alten Jrredentismus wirkte aber der moderne italienische Imperialismus zusammen oder besser: das italienische Siedlungs st reden. Imperialismus ist das Verlangen nach politisch und wirtschaftlich beherrschten Absatzmärkten und Gebieten für Kapitalanlagen und Roh- stofflieferungen. Italien hat nicht nur nicht kein Kapital zur Aussuhr frei, es muß sogar Gott für jeden englischen, französischen, deutschen, schweizerischen Kapita- listen danken, der sein Geld im italienischen Handel oder Gewerbe anlegt. Auch die Ausfuhr von Fabrikaten ist gering oder doch nicht so groß, um auch vor einem sehr enthusiastischen Volk einen Krieg um Handelsmärktc zu recht- fertigen. Die wirtschaftliche Triebkraft des Ausdehnungs- dranges Italiens ist sein großes Elend, die Auswanderung von über 7iO(XX) Menschen, von denen zwar ein großer Teil tn die Heimat zurückkehrt, von denen aber auch ein Teil dem alten Vaterland für immer verloren geht und die alle in gesellschaftlich gedrückter Lage zu den schwersten Arbeiten vielfach ohne jeden Schutz für Leben und Gesundheit gedungen werden. Italien ist nicht allein um Trieft und Trient in den Krieg gezogen. Trieft und� Trient. die dem alten Jrredenfis- mus Erfüllung alles politischen Strebens waren, galten dem italienischen SiedlungLdrang nur als Stützpunkte zur Ge- winnung politischen Einflusses auf dem Balkan. Seitdem die italienische Flagge über Valona und dem Dodekanelos (ägäischen Inseln) hochgegangen war, fühlte sich Italien am Balkan am stärksten interessiert, dessen Vormacht es im Verein mit Rumänien zu werden hoffte. In Kleinasien aber sollte sich das Siodiungsland finden, das nach der tripolitanischen Enttäuschung als das Paradies für die vielen Hunderttausende Auswanderer galt, die im übervölkerten Vaterland kein Brot fanden. So stieß Italien im östlichen Mittclmecrbecken mit Griechenland und Deutschland zusammen, gegen das sich auch unklar empfundene soziale Antipathien kehrten. Aehnlich wie in Rußland und Rumänien ist in Italien und sogar auch in Frankreich der Deutsche der Pionier des Fortschritts in Handel und Gewerbe. Er stärkt in dieser Rolle die fremden Volkswirtschasten, aber er zieht aus ihnen auch großen Nutzen. Der Kampf gegen das Kapital gewinnt, weil das Kapital fremd ist, eine nationale Färbung und findet auch in ein- heimischen bürgerlichen Kreisen lebhaften Anklang, die zwar nicht gegen die Kapitalisten schlechthin, sondern nur gegen die Mwig des(Stolen MWiillw. Amtlich. Großes Haupttznartier, de» 14. Februar 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die lebhafte» Artillerickämpfe dauerte» auf eiuem große» Teil der Frout an. Der Feiud richtete«achtS sei» Feuer wieder auf Lens und Lisviu. Südlich der Somme cutwickelte« sich heftige Känrpfe um eineu vorspringenden erweiterte» Sappenkopf unserer Stellung. Wir gaben de» umfassende» Augriffen ansgesetzteu Graben auf. In der C h a m P a g u e worden zwei feindliche Gegen- angriffe südlich von Ste. Marie-ll-Py glatt abgewiesen. Nordwestlich von Tahure cutrissen wir den Franzosen im Sturm über 700 Meter ihrer Stellung. Der Feind ließ sieben Offiziere, über dreihundert Mann gefangen in unserer Hand und büßte drei Maschinengewehre, fünf Mineuwerscr ei». Die Haudgranatenkämpfe östlich von MaisonS de Champagne sind zum Stillstand gekommen. Südlich von Lasse(östlich von St. Dich zer- störten wir durch eine Sprengung einen Teil der feiud- lichen Stellung. Bei O b e r s e p t(nahe der französischen Grenze nordwestlich von Pfirt) nahmen uusere Truppen die frau- zösischeu Gräben in einer AuSdehunng von etwa 4<1(> Meter und wiesen nächtliche Gegenangriffe ab. Einige Dutzend Gefangene, zwei Maschinengewehre and drei Miuenwerfer find in»nsere Hand gefallen. Die deatschcnFlngzenggeschwader griffen Bahnanlagen und Trnppeulager des FeindeS auf dem nördlichen Teile der Front an. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von einigen für uns erfolgreichen Patrouillen- gefechteu hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Balkau-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. ObersteHeereSleituug. IN MlMWe G wralMsOnlU Wien, 14. Februar. lW. T.B.j A» t l i ch wird oerlautvart: Russischer Zkriegsschauplatz. Sei« besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Geschützkämpfe an der küstenländischcn Front waren grster» an einigen Stellen sehr heftig. Unsere ne» gewonnene Stellung im Rombon- Gebiete wurde gegen mehrere feindliche Angriffe behauptet. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die in Albanien operierenden k. und l. Streitkräfte haben mit Bortruppen de« unteren Arzo» gewonnen. Der Feind wich auf das Süduser zurück. Der Stellvertreter de? Chefs deS GeneralstabcS: von Hoefer. Feldmarschalleutnant. fremden Kapitalisten als unbequeme Konkurrenten sind. So erklärt sich auch, daß gerade die Demokraten und Sozialreformer in Italien so gut wie in Ruhland Träger des Krieges gegen Deutschland sind. Aus dieser Darlegung der Gründe, die Italien zum Ein- griff in den Weltkrieg bewogen haben, läßt sich erst die gegen- wärtige Situation Italiens beurteilen. Trotz heroischer Auf- opferüng haben die italienischen Sturmkolonnen die Stein- Wälle deS Karstes und der Dolomiten nicht genommen. Nord- und Mittelalbanien, Montenegro und Serbien bis hart an Saloniki stehen unter österreichischem Einfluß. Die Fracht- teuerung und die infolge der Währungsverschlechterung ge- minderte Kauflraft des italienischen Geldes haben die Vcr- sorgung des Landes mit Lebensmitteln, Rohstoffen und Arbeits- Mitteln äußerst erschwert, verteuert, ja geradezu gefährdet. Nichts ist erreicht: der alte Jrredentismus ist so unbefriedigt wie der neue„demokratische Volksimperialismus". Aus dieser fast verzweifelten Situation tönt der Angstschrei des„Eorriere della Sera":„Wird die Schlußbilanz des Krieges ergeben. daß Italien bei den neuen Verbündeten das gewonnen hat. was es bei den alten aufgab?" Diese Frage hat eine ganz besondere Bedeutung. Italien hat als Bundesgenoffe Oester- reich-UngarnS einen seltenen Einfluß ausgeübt, nicht nur, weil es im Dreibund seine Extratouren und Liebesdienste teuer bezahlen lassen konnte, sondern weil es durch den jetzt vcr- öffentlichtcn Artikel VII des Dreibundvertrages auf die wichtigsten Entschlüsse Oestei-rcich-Ungams gewirkt hat. Dieser Artikel, ohne dessen Kenntnis die Enthaltsa:ilkeits- Politik Oestcrreich-Ungarns auf dem Balkan und eilt gut Teil der Geschichte der letzten Jahre unverständlich bleibt, bestimmt. daß beide Mächte die gegenwärtige(vor den Valkankriegcn bestandene) Machtvcrtcilung im Orient erhalten sollten, daß sich beide Mächte über ihre eigenen Absichten und die anderer Völker unterrichten sollten; daß Ocstcrreich-Ungarn oder Italien auf dem Balkan eine zcitlvcilige oder dauernde Besetzung nur nach einem vorherigen Uebercinkommen vornehmen sollten, das dem anderen Vertragsgcnosscn eine angemessene Entschädigung für jeden so gewonnnen Vorteil zu gewahren hätte. Durch den Artikel VH war Oesterreich-Ungarn in seiner Handlungsfreiheit gebunden und mußte niit verschränkten Armen zusehen, wie Rußland alle lebendigen Kräfte des Balkans in seinem Kampfe gegen Konstantinopel mobilisierte, wollte cL nicht durch einen Eingriff die gefürchtctc Festsetzung Italiens in Albanien legitimieren. Oesterreich- Ungarn hat durch die Kriegserklärung Italiens seine Hände freibekommen, und Italien muß bis jetzt ohnmächtig zusehen, wie die öster- reichischcn Heere vordringen. Die Schuld der italienischen Regierung liegt auch darin, daß sie nach der Schlacht au der' Marne wegen der miserablen HccrcSausrüstllng zu einer Entscheidung unfähig war, und daß sie später in törichter Selbstüberschätzung und Unterschätzung des Gegners die ach so schwache wirtschaftliche und politische Lebenskraft Italiens ohne Erfolg Prüftmgeii unterwarf, denen das Land nicht gewachsen ist, und zum Ueberdniß den im Dreibund geübten Einfluß opferte. Damit sei noch nicht gesagt, daß Italien morgen einen Sonderfrieden schließen wird. Es ist vielleicht nicht einmal ausgeschlossen, daß die radikalsten Kriegsfreunde die Ober Hand gewinnen, weil ihnen das gegenwärtige Ministerium nicht aktionsfreudig genug ist; und daß das rätselhaft un- entschiedene Verhältnis Italiens zu Deutschland sich noch verschlechtert. Darum heißt eS nur ohne übermäßige Hoffnungen geduldig warten:<�ui vmrn, verra— Wer lebt, wird sehen!_ Em englischer Kreuzer auf eine Mine gestoßen. London, 14. Februar.(W. T. B.) Der Kreuzer„Are- t h u s a" stieß an der Ostküste ans eine Mine. Man glaubt, daß er ganz verloren ist. Ungefähr zehn Leute von der Be- fatzung sind ertrunken._ � Elbastan von öen vulgaren besetzt. Sofia, 13. Februar.(W. T. V.) Das Haupt- quartier gibt bekannt: Die bulgarischen Truppen haben gestern Elbassan besetzt. Die Bevölkerung bereitete ihnen einen sehr warmen Empfang; die Stadt war beflaggt. Athen, 14. Februar.(W. T. B.) Die Bulgaren besetzten Ficri,26 Kilometer von Valona. Ein rustisches Mbeiterblatt über öie Kapitulation Montenegros. Das in Samara erscheinende einzige russische Arbeiter- blatt„Nasch G o l o s" schreibt in seiner Nummer vorn 17.(30.) Januar, nachdem es die Flut der Vorwürfe in der bürgerlichen Presse gegeißelt, über die Kapitulation Monte- negros: „Diese Kavitulaiion hat auch nicht wenige andere Wahr- heften aufgedeckt. Sie hat gezeigt, daß nach wie vor die Friedens- frage von den herrschenden Kreisen Montenegros wie Oesterreich-Ungarns genau so behandelt wird wie die Kriegsfrage, und daß die Entscheidung über die F ragen des Friedens noch immer... der n n v e r a n t>v o r t- lichen Diplomatie gehört... Die Kapitulation Montenegros, die den König Nilolai gezwungen hat, feine Residenz nach Lyon zu übertragen, rollt mit allem Nachdruck die Frage auf, die schon längst aiff die Tagesordnung des politischen Lebens gestellt ist: daß die Fragen über Krieg und Frieden der Diplo- matte völlig entzogen lv erden und daß das RechtihrerEntscheidungnurdcniVolkcsclbst gehören kann und muß. Außerhalb dieser Lösung der Frage gibt es keine Garantie vor Kapitulationen".„Verrat" und jene Austeilung und Wtrekung lebender Menschen, die beute sich binker der diplomeitischen Bezeichnung„ganz bestimmter Gebietserweite- nmgcn" verbirgt."_ Der französische Tagesbericht. Paris, 14. Februar.> u a r t i c r meldet: Ein feindlicher Torpedobootszerstörer, der sich dem Gingang zu den Dardanellen zu nähern ver- suchte, ivurde durch daS Feuer unserer Batterien Vertrieben. Zln den anderen Fronten keine wesentliche Aenderung. Amerika unü die bewaffneten Handelsschiffe. New?)ork, 13. Februar.(W. T. B.)(Funkspruch vom Vertreter des W. T. 83.) In Erwägung der wahrscheinlichen Haltung der amerikanischen Regierung gegenüber der deutschen Erklärung betreffend bewaffnete Handelsschiffe greift die englandfreundliche Presse die deutsche Ankündigung deftig an und versucht, das amerik mische Volk auf jede Weise gegen Deutschland aufzuhetzen.„New Uork Herald" erklärt leiden- 'chaftlich, Amerika könne das neue teutonische Secräubcrprogramm aicht annehmen.„New?)ork Tribüne" nennt die deutsche An- kündigung einen Vorwand für weitere Schreckenstaten, Einige Blätter bemerken im Hinblick auf die Versicherung der englischen Presse, daß nicht Wilson, sondern die englische Flotte die Einstellung der Untcrsecbootsangriffe bewirkt hätte, mit Ironie, warum man sich dann über die deutschen Unterseebootsangriffe nach dem 1. März Sorge machen solle. Eine Washingtoner Depesche der „New Dork Times" sagt: Amtliche Kreise des Staatsdeparte- ments wollen keine Bemerkungen über die deutsche Ankündigung machen, sondern lieber warten, bis sie deren amtlichen Text vor Augen haben, aber alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Weige- rung der Alliierten, die Anregung der Vereinigten Staaten wegen der Entwaffnung der Handelsschiffe anzunehmen, und die deutsche Ankündigung folgende Politik der amerikanischen Regierung nach sich ziehen würden: 1. Erlaß einer Bekanntmachung, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, bewaffnete Handelsschiffe als Schiffe zu behandeln, die ihre Eigenschaft als Nichtkombattanten verwirkt haben und sie als Hilfskreuzer ansehen und auf dieser Grundlage behandeln werden auf Grund der Veränderung in den Verhältnissen des See- krieges, welche aus dem Auftreten der Unterseeboote und ihrer Vcrteidigungsunfähigkeit herrühre. 2. Erlaß einer Warnung an die Amerikaner, sie würden, wenn sie auf bewaffnete» HandelSiänffen reisten, auf eigene Geiallr handeln. 3. Ankündigung der Absicht der Vereimgien Staaten, be- waffnete Handelsschiffe als Hilfskreuzer zu behandeln, wenn sie amerikanische Häfen anliefen, d. h., ihnen den Aufenthalt nur so- lange zu gestatten, daß sie Ausbesserungen vornehmen und ge- nirgend Feuerung und Lebensmittel einnnehmen könnten, um den nächsten Hafen ihres Heimatlandes zu orreichen, ferner ihnen 24 Stunden Frist zur Abreise zu geben und jedem solchen Schiff den nächsten Besuch eines amerikanischen Hafens erst nach drei Monaten zu gestatten. Eine Depesche des„Evening Sun" aus Washington sagt: Alle Anzeichen sprechen heute dafür, daß Lansing wenigstens ein» räumen wird, daß die Begründung Deutschlands und Oesterreich- Ungarns für ihre Behauptung, die Bewaffnung der Handelzschiffe mache ihre Anhaltung und Durchsuchung durch Unterseeboote un> möglich, zutreffend ist. Diese Anzeichen haben einen hohen Grad von Gewißheit erreicht, seit Lausing seine ersten Vorschriften hin- fichtlich alliierter Handelsschiffe, welche mit Kanonen an Bord arnerikanische Häfen anliefen, erließ, und stets forderte, daß sie ihre Kanonen entfernten oder erklärten, daß sie nur zu Ver- teidigungszwecken benutzt werden würden. Bei jeder Gelegen- hcit hat er öffentlich erklärt, daß jeder Fall einzeln behandelt werden solle. Als ein Anzeichen für die Haltung der Regierung gilt es, daß ein hoher Beamter freimütig zugegeben hat, er habe die Möglichkeit eines Boykotts amerikanischer Güter, welche nach anderen, als Häfen der Alliierten bestimmt wären, durch die Schiffahrtslinien der alliierten Länder in Betracht gezogen. Man erfährt positiv, daß die Zustimmung zu den Beweisgründen in der deutschen und österreichisch-ungarischen Note unmittelbar eine Warnung des Staatsdepartements an die amerikanischen Bürger zur Folge haben werde, sie möchten sich von bewaffneten Schiffen der Alliierten fernhalten. Unter den Diplomaten,»oelcfie die Alliierten vertreten, wächst das Gefühl, daß, wenn die Vereinigten Staaten sich entschlössen, in die Abänderung der Regeln betreffend bewaffnete Handelsschiffe noch während des Krieges einzuwilligen, es von da nur ein ein kurzer Schritt sein werde, bis zu einem Ausfuhrverbot auf Waffen und alle Kriegsmunilion. London, 13. Februar.(W. T. B.) Reuter meldet ans New N o r k: Tie Washingtoner Korrespondenten der hiesigen Blätter sprechen die Ansicht auS, daß Wilson infolge deS neuen deutschen Memorandums über den H-Boot-Krieg, das ans Lansings Note an die Mächte, in welcher die Entwaff- nung der HandcISdampfer vorgeschlagen wird, folgte, wahr- 'cheinlich in eine endlose Kontroverse verwickelt werden wird. Dem Korrespondenten des„New Aorl Herald" zufolge soll man im Staatsdepartement sein E r st a u n e n darüber ausgedrückt haben, daß die amerikanische Presse glaubt, die Regierung der Vereinigten Staaten habe die neuen deutschen Vorschläge an- genommen und werde gegen die Angriffe auf Handelsschiffe nicht protestieren. Der Korrespondent der„Tribüne" glaubt, daß Wilson trachten wird, sich der schwierigen Lage dadurch zu entziehen, daß er die Verantwortung für die Zurückziehung des Schutzes amcri- lanischer Passagiere auf bewaffneten Dampfern auf den Kongreß abwälzen wird. Ueber üie Beilegung ües»Lusitania�ßalles. New Dorl, 12. Februar.(23. T. 83.) Nach den Mitteilungen, die bisher über die Beilegung des„Lusitania"- Streitfalles bekannt geworden sind, wird diese Beilegung von vielen Zeitungen nicht als Sieg Wilsons betrachtet. Telegramnie aus Washington besagen, daß die Parteigänger der Regierung der Meinung sind. die Regelung der'Streit- frage lönnie in einigen Kreisen in ungünstigem Sinne ausgelegt werden, und es sei wahrscheinlich, daß eine poimsche Streitfrage auS ihr gemacht werde: sie hofften aber, daß das Land dem Präsidenten auf dem von ihm ein- geschlagenen Wege folgen werde.„Sun" sagt in einem Leit- ariikel. die Regierung habe nach neunmonatiger Verhandlung ein- gewilligt, die ernsten Fragen, die aus der Ermordung von Amerikanern hervorgegangen seien, in einer Weise zu regeln, die der Erläuterung bedürfe und offenbar zum Widerspruch heraus- fordere. Die für die innere Politik aus der bevorstehenden Ver- ständigung sich ergebenden Folgen gäben in Washington Anlaß zu offener Besorgnis. Die„New Uorker StaarSzeitung" meldet aus Washington, daß der ,Lusitan>a"-Fall in ein Stadium getreten sei, in dem die gering st e unvorsichtige amtliche Aeußerung auf beiden Seiten des Ozeans alles verderben könne. Nichts, so wird gesagt, liegt der amerikaniichen Regierung ferner, als die Absicht, Dcutichland durcli ihr« Forderungen zu demütigen. Ver- schieden- hohe Beamte hätten dies betont,' und auch im Kongreß sei man einmütig der Ansicht gewesen, daß die Vereinigten Staaten von Deutschland nicht« fordern wollten, was mit seiner Ehre unver- einbar wäre. Die Zeitung weist in gleicher Weis- die augenichein« lich in Dcutichland obwaltende?lnsicht, daß Washington die Unter- seebootswaffe den Händen Tentschlunds zu entwinden wünsche, als unrichtig zurück. London, 13. Februar.(W. T. 83.)„Central News" melden: Man glaubt in gut unterrichteten Kreisen in Washington bestimmt, daß Lansing der Anschauung huldigt, daß die Vereinigten Staaten jetzt, nachdem sie die Bewilligung aller ihrer Forderungen an Deutschland nicht durchzusetzen vermochten, neue Vorschläge der deutschen Regierung, ohne unbillig zu sein, zurückweisen können. Der Zustand sei sehr verwickelt. Scharmützel in Deutsch-lDftafrika. Le Havrc, 14. Februar.(W. T. B.) Bericht des belgischen Kolonial Ministers. Der Befehlshaber der belgischen Streit- kräfte auf dem Tanganjika-See meldet unterm ö. Februar, daß der kleine Dampfer„Hedwig von Wissmann" in einem Seekampf auf der Höhe von Mtoa Albertville versenkt worden ist. Zwei Deutsche wurden getötet, die übrige Besatzung, bestehend auS zwei Offizieren, zehn deutschen Scesoldaten und neun ein« geborenen Matrosen, wurde zu Gefangenen gemacht. Die belgische und die englische Flotlille erlitten keinen Verlust. /lnkunft Kameruner Flüchtlinge auf §ernanöo-po. Madrid, 14. Februar.(W. T. B.) Meldung der Agcnce Havas. Der Gouverneur von Fernando-Po meldet, datz 140 deutsche Flüchtlinge in Santa Isabel an- gekommen sind, die entweder nach Spanien eingeschifft oder interniert werden. * Rotterdam, 14. Februar.(W. T. B.) Der„MaaSbode" erfährt aus Madrid: Die Zahl der in Spanisch- Guinea internierten Soldaten ist größer, als man ursprünglich erwartete. Sie beträgt 2600 Personen, oder mit Familien 4000 Personen. Die Deutschen werden nach den Kanarischen Inseln und nach den B a l e a r e n gebracht werden. Die Ucberführung wird wahr- scheinlich zwei Monate dauern. Sroucköre über Sie Internationale In ibrer Nummer vom ö. Februar d. Js. bringt die „Humanste' den Wortlaut der Rede, die Camille Hnysmans ins dem Parteitage der holländischen Sozialdemokratie über die Lage der Internationale gehalten hat. Die„Humanste" aber sucht nun in der Nummer vom 6. Februar HuySmans optimistischen Auslassungen einen Dämpfer aufzusetzen. Das geschieht in einem Briese, den der jetzt in London weilende leitende Redakteur des früheren belgischen Parteiorgans, des„Peuple", de Brouckere, an den leitenden Redak- teur der„Humanite" richtete. Der Brief hat der Hauptsache nach folgenden(vom Pressebureau wiedergegebenen) Inhalt: Mein lieber Renaudel! Da der Krieg die Herausgabe des„Peuple" in Brüssel unter- brochen hat und wir von unteren Blättern verjagt sind wke von unseren Hcrdstätten, wollen Sie mir bitte ein wenig Platz in der „Humanite" einräumen. Ich habe nichts besonders Neues Ihren Lesern vorzubringen; aber eS gibt einfach Dinge, evidente not- wendige Wahrheiten, an die man ohne Unterbrechung immer wieder erinnern mutz, sei es auch nur, um bei gewissen Leute die Hoffnung zu zerstreuen, daß wir darauf verzichtet haben. Unsere französischen Freunde haben sich schon häufig dteser Mühe unterzogen. Ohne Zweifel ist eS aber auch angebracht, daß ein Belgier sie seinerseits hier wiederholt. Ein Belgier, der zwar nur für sich selbst sprechen kann, der aber, ehe er sie niederschrieb, seine Eril-Kameraden zu Rate gezogen hat, soweit er sie treffen konnte, und der sich mit ihnen über die wesentlichen Gesichtspunkte in Uebereinstimmung befindet. Wie Sie selbst, wie der letzte Pariser Kongreß, bin ich mir der Pflicht bewußt, die wir in dieser tragischen Stunde gegenüber unseren an- Gegriffenen Vaterländern und den Proletariern aller Länder haben. hr Ausdruck zu geben, das bedeutet für mich, mein Teil Verant- worllichkeit auf mich zu nehmen, und Sie werden begreifen, welchen Wert ich darauf lege, dies zu tun. Ich erwarte schon lange die Ge- legenheit dazu, die mir jetzt mein Freund Camille Hnysmans gibt. Seine Rede in Arnheim, die Sie den Lesern der„Humanite" zu- gängig gemacht haben, hat eine enthusiastische Aufnahme in ver- schiedenev neutralen Ländern gefunden. Aber die ungeheure Ma- jorität der westlichen Sozialisten ivird es ohne Zweifel ablehnen, sich ohne Vorbehalt seinen Schlußfolgerungen anzuschließen. Indem ich seinen Standpunkt diskutiere, will ich den meinigen klarlegen: Von dem Verfahren, welche? unser Freund empfiehlt, um mitten im Kriege die internationalen Beziehungen wiederherzustellen, soweit die Proletarier, die doch die Internationale sind, zu gleicher Zeit sich an der Front bekämpfen und sich aus den Kongressen verständigen könnten, darüber Werve ich gleich reden. Was mich zunächst viel mehr beunruhigt, das ist das Programm, welches er als Vorbedingung einer Versöhnung entwirft. Man könnte wahrhastig der Meinung sein, wenn man ihn hört, daß von dem Tage ab nichts mehr einem brüderlichen Zusammenarbeiten von Scheidemann, Südelum und uns im Wege stände, wo man dctpl den guten Diensten einiger wohl- wollender Vermittler von beiden Seiten der Laufgräben dieselben vagen Resolutionen gefaßt, dieselben abstrakten Prinzipien bekräftigt baben würde. Ach, wenn das die St�wierigleit wäre, hätte OuysmanS Grund zu seinem Optimismus. Diese Uebereinstimmung über For- mein ist ja bereits mehr als zur Hälfte realisiert. Die Jnternatio- nale h a t schon das Recht der Nationalitäten proklamiert und alle ihre Sektionen erklären, es immer anerkannt zu haben. Keine ein- zige Stimme erhebt sich, wenigstens keine Stimme, die Gewicht bat, gegen das Schiedsgericht, die Abrüstung, die Errichtung internaffo- naler Garantien. Noch eine kleine Anstrengung in der Richtung der Versöhnung, und es bliebe nur mehr die vollkommene Einmütigkeit zu konstatieren, den Krieg für einen unglücklichen Zufall zu erklären. ihn auf allgemeine Verabredung als nicht eingetreten zu betrachten und von dieser Zweideutigkeit unsere Existenz zu bestreiten bis zu dem Tage, wo ein neuer Konflikt unseren Genossen eine neue Ge- legenheit bietet, unsere Häuser zu verbrennen und unsere Frauen zu massakrieren. Wir wollen doch lieber der Wirklichkeit ins Auge sehen: Der Krieg hat stattgefunden, vielmehr: er findet statt. Keine noch so gute Absicht wird dieses brutale Faktum ans der Welt schaffen. Der Krieg ist daS bedeutsamste, das revolutionärst« Er- eignis, das seit 1733 stattgefunden hat. Er schneidet die neue Zeit in zwei Teile. Nichts von dem, was vor dem Kriepe existierte, wind sich nach dem Kriege in derselben Verfassung befinden. Auch die Internationale wird diesem Gesetz nicht entgehen. Der Kon» flikt, der heute zwischen den Elementen besteht, die sie gestern bildeten, gehört zu denen, die sich nicht durch eine EimgleitS- Resolution lösen lassen, wie sie vielleicht bei geringeren Meinung?» Verschiedenheiten zwischen Leuten, die derselbe Geist beseell, am Platze sind. Wir stehen heute nicht einem Problem der Worte oder des Geschwätze? gegenüber, sondern einem Problem der?lltion. Was bedeutet cS, daß Scheidemann auf einem Kongreß für die Unabhängigkeit Belgiens stimmt, wenn er im Reichstage für die zur Eroberung Belgiens nötigen Kredite stimmt? Was bedeutet eS, daß er seine Achtung vor den Nationalitäten versichert, wenn er hilft, Polen, Kroatien, Böhmen unter der Tyrannei der HabS- burger und selbst Elsaß-Lothringen unter der der Hohenzollern zu halten? Was bedeutet es, daß er auf das Schiedsgericht schwört, wenn seine Freunde auf den Schlachtfeldern den Kaiser unter- stütze». Die. Internationale kann nicbt eine Akademie spekulativer Philosophen sein, sie kann nur als Kampforganisation existieren. Ihre Rolle ist es nicht, über die Ereignisse zu diskutieren, sondern handelnden Einfluß auf sie zu gewinnen. Tie Internationale hat in der Vergangenheit viel getan, um den gegenwärtigen Konflikt wenigstens zu verhindern, und die Historiker der Zukunft werden anerkennen, daß das Proletariat in der Morgenröte seiner Macht der Welt für ein Vierteljahr- hundert den Frieden verschafft hat. Aber auf welch« Weis« hat sie während so langer Zeit die gewaltigen Mächte in Schach ge- halten? Vielleicht durch ihre Manifestation, ihre Reden, ihre Re- volutionen? Ohne Zweifel, all das hat einen günstigen Einfluß auf die Propaganda gehabt. Aber wie die stcnckste, die aktivste Gewerkschaft nichts durchsetzen lann, wenn sie in der Reserve nicht ihr letztes Hilfsmittel, den Streik, hätte, der die Grundlage ihrer Kraft bildet, so wäre die Internationale ohnmächtig gewesen, wenn ihre Aktivität während des Friedens nicht unterstützt, beflügelt und zur tatsächlichen politischen Macht erhoben worden wäre, dank der furchterregenden Aktion, durch die sie während und nach dem eventuellen Kriege den Angreifer zu züchtigen sich vorgenommen hätte. Jetzt, wo der Angriff erfolgt ist, muß sie, will sie nicht ihre Existenzberechtigung selber verlieren, ausführen, was sie ange- kündigt hat. Wenn die Internationale die Macht hat, diejenigen, die die gegenwärtige Katastrophe entfesselt haben, tödlich zu treffen, wird sie neu und unvergleichlich aufblühen; wenn sie sich tvenigstenS nach Maßgabe ihrer Kräfte um dieses Ziel bemüht, wird sie ihre Ehre retten und ihre demnächstige Wiedererrichtung vorbereiten. Wenn aber in einem der wichtigsten kriegführenden Länder das Proletariat dieser Aufgabe gegenüber versagt, wird die Jnter- nationale für lange Zeit nur ein Körper ohne Seele sein, und alle Diplomatie der ganzen Welt wird ihr keinen Lebcnsatem ein- blasen können, Von Anfang an haben die Arbeiter der Weststaaten ffoe Pflicht getan. Sie Haben dem GrobmmgZ»«ich Ante» drückungsiriegc den ganzen enthusiastischen Widerstand entgegen- gesetzt, den ihnen fast 7ö Jahre sozialistischen Denkens eingeslößt daben. Haben aber die Proletarier der Mittelmächte dasselbe getan?... Merken Sie wohl, mein lieber Renaudel, daß ich nur Fragen stelle. Ick unternehme es hier keineswegs zu antworten. Ich kenne die Fehler gewisser Abgeordneter; aber ich weih nichts über die wirkliche Haltung der Besten unter den Arbeitern. Ich frage mich mit Besorgnis, ob es jenseits des Rheins eine Partei gibt, die wie wir ihre gegenwärtige Pflicht versteht, ob eine solche Partei sich bilden wird? Oft ertappe ich mich auf Hoffnungen. Ich notiere mit Freuden die schwächsten Symptome.... Jllu- sionen? Fukunftsmusik? Es wäre mühig, sich über diese Fragen Spekulationen hinzugeben, wenn das Schicksal der nächsten Stunden seine Entscheidung treffen wird. Woran ich erinnern wollte, das ist, daß die Wiederaufrichtung der Internationale nicht das Werk von Komitees oder von Schwatzbuden sein wird, daß sie nicht aus der Uebereinstimmung über Formeln, die sich auf den Frieden be- ziehen, resultieren wird, sondern einzig aus der Uebereinstim- mung über Handlungen, die sich gegen den Krieg richten. Alles übrige wäre nur Illusion, gegenseitige Täuschung und würde zu den schlimmsten der Bankerotte, dem moralischen Bankerott führen. Louis de Brouckere. die schweizerische Sozialüemokratie unü üie Reform öer Militärjustiz. Man schreibt uns aus Zürich: In Ausführung des bezüglichen Beschlusses des Arcruer Parteitages der schweizerischen Sozialidemolratie hat die Geschäfts- leitung das Jnitiativbegehren für die Unterschriftensammlung for- mutiert. Es hat folgende?: Wortlaut: Die unterzeichneten stimmbevechtigten Schweizer Bürger stellen hiermit gemäh Artikel 121 der Bundesverfassung und dem Bundes- gesetze vom 27. Januar 1832 über das Verfahren bei Volksbegehren und Abstimmungen betreffend Revision der Bundesverfassung fol- gerodes Begehren: In der Bundesverfassung wird folgender Ar- Nlel 68 8 ausgenommen: „Die Militärjustiz ist aufgehoben. Vergehen gegen das Mili- tärstrafgesetz werden von den bürgerlichen Gerichtshöfen desqeni- gen Kantons, in welchem sie begangen werden, untersucht und beurteilt. Das Verfahren richtet sich nach den kantonalen Prozehord- nungen. Gegen die Endurteile der kantonalen Gerichte ist die Kassa- tionsbeschwerde beim Burrdesgevicht zuläslsig. Der Arrest als miltärische Disziplin- oder Ordnungsfrage darf zehn Tage nicht überschreiten. Die Strafen dürfen nicht durch Schmälcrung der Kost oder durch Verhängung von Dunkelarrest verschärft werden. Das Beschwerderecht gegen Disziplinarstrafen ist gewährleistet; es dürfen wegen Ausübung dieses Rechts keinerlei Strafen»er- hängt werden." Dieses Begehren soll als neuer Artikel in die schweizerische Bundesverfassung aufgenommen werden. Die erforderlichen 60 000 Unterschriften werden bei der bis weit in die bürgerlichen Kreise vorhandenen Erbitterung über die ungeheuerliche Recht- sprechung der Militärjustiz und die vorgekommenen Militärflandale leicht und bald zu gewinnen sein, vielleicht werden aber auch 160000 aufgebracht. die menschenfreunöliche Farenregierung. Zürich, 14. Februar.(W. T. 33.) Im Grohen Stadtrat von Zürich wurde eine Interpellation eingebracht wegen eines Rund- schreihens der kantonalen Armendirektion an die Gemeinderäte. in der es heiht; Die �russische sstegierüng wünscht die Namen aller sich in der Schweiz aufhaltenden unterstützungsbodürf- tigen Russen zu wissen und bittet um Erreichung der betreffenden Listen. Die Interpellanten empfehlen, das Ersuchen aufs be. i?immteste abzulehnen, so lange nicht feststehe, ob der Wunsch der russischen Regierung nur Humanitären Erwägungen und Absichten entspringt. Die Dienstpflicht in Englanü. London, 14. Februar. sW. T. B.) Meldung des Reuter- iftien Bureaus. Eine königlichc Verordnung ruft alle Un- verheirateten unter die Fahnen. Die Haltung öer Bergarbeiter zur Wehrpflicht. Der Bergarbeiter-Korrespondent dsS.Daily Telegraph' meldet unter dem 8. Februar aus Lancaster in der Nummer vom 9. Februar: Die heutige Sitzung der nationalen. Bergarbeiterkonferenz enthüllte eine hoffnungslose Zersplitterung der Auffassungen bezüglich der Wehrpflicht. Schliehlich standen vier verschiedene Beschlüsse der einzelnen Bezirke zur Beratung, doch hat der Vorschlag Northumberlands, sich zwar bei dem Gesetz zu beruhigen, aber die weiteren Schritte der Regierung in der Wehrpflichlfrage wachsam zu vrrfolgen, die meiste Aussicht auf Annahme durch die Konferenz. George Barker befürwortete den Vorschlag des Bezirkes Süd- Wales, es solle darüber abgestimint werden, ob für die Zurück- ziebung de» Gesetzes zu agitieren sei, und erklärt«, daß das Wehr- pslichtgesctz letzten Endes doch von arbeiterfeindlichen Absichten diktiert sei. Das Parlamentsmitglied für Manchester, I. E. Sutton, erklärte, das Gesetz sei mKitärisch höchst wirlungSvoll, da es dem Lande §00000 Soldaten liefern würde. wie Kn'egsbegelsterung entfacht wirö. Bern, 12. Februar.(W. T. B.) Die„Berner Tagwacht' zitiert zur Illustration der französischen Kriegsbegeisterung das verwandte ftanzösische Parteiblatt„Le Populaire du Centre", welches den Brief eines ZeitungsverlegerS an den Finanzminister veröffentlicht, in dem der ergebenste Dank dafür ausgefprochen wird, daß der Minister einem eben erst gegründeten Zeitungsnriternehmen als besondere Vergünstigung Jnseratenaufträge von 1600 Zeilen zu 0 Fr. für die Zeile zuwenden wolle, einen Betrag, der aufs Doppelte steigen sollte, wenn die Redaktion im Text des Blattes für die ftan- zösische Kriegsanleihe Reklame mache. Wenn das bei einem kleinen Blatte geschehe, welche phantastischen Summen müßten da erst die großen Blätter eingesackt haben,— so fragt mit Recht„Populaire du Centre". Wilson kanöiöiert wieder. Washington, 14. Februar.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Wilson stimmte formell zu, für die Wiederwahl zur Präsiden tschaft zu kandidieren. Deutschfeindliche Ausschreitungen in Kanada. Amsterdam, l4. Februar. lW. T. B.) Wie ein hiesige» Blatt berichtet, meldet die.Times" auS Toronto, daß kanadische Soldaten, die in Galgary ausgebildet werden, deutsche Geschäfts überfielen rind ein großes Hotel zerstörten. In einer Versammlung im Stadthause von Berlin in Ontario wurde beschlossen, den Ge- meinberat um Abänderung des Namens der Stadt zu ersuchen. politifthe Ueberflcht. Neuregelung der Schweineversorgung. Der Bundesrat hat eine neue Verordnung beschlosien, durch die seine Verordnung vom 4. November 1915 über die Regelung der Preise für S ch l a ch t s ch w e i n e und für Schweinefleisch abgeändert und die Ver- sorgung mit frischem Schweinefleisch auf eine neue Grundlage gestellt wird. Dem hervortretenden Bedürfnisse gemäß sind nach Wirtschaftsgebieten g e st a f f e l t e P r e i s e für Schweine der verschiedenen Gewichtsklassen ab Stall oder Wiegestelle festgesetzt worden. Die Preise für den Verkauf durch den Vieh- Händler auf dem Markte sowie durch den Handel werden von den Landeszentralbehörden oder den von ihnen bestimmten Behörden geregelt. Die Gemeinden sind verpflichtet. Höchst- preise bei der Abgabe an den Verbraucher für die ein- zelnen Stücke frischen Schweinefleisches, für zubereitetes, ins- besondere gepökeltes oder geräuchertes Schweinefleisch, für frisches und ausgelassenes Schweinefett, für gesalzenen und geräucherten Speck sowie für Wurstwaren festzusetzen. Sie haben weiterhin zu bestimmen, wieviel mindestens vom Schlachtgewicht des Schweines oder ivelche Teile bei gewerblichen Schlachtungen frisch verkauft werden müssen.— Die übrigen Bestimmungen der Verordnung schließen sich mit unwesent- lichen, durch die Grundgedanken der Vorlage und die bis- herigen Erfahrungen bedingten Veränderungen der früheren Verordnung an._ Aufgaben der nationalliberalen Partei. Der Jahresbericht des Vorstandes der nationalliberalen Partei in Duisburg enthält nach der»Post' folgende Sätze: .Tie nationalliberale Partei ist ganz besonders berufen zur Wacht darüber, daß die nationalen Ziele restlos verwirklicht werden. Sie war die Partei der Reichsgriindung und Reichserhaltung. Werden muß sie: die Partei der Reichsausdehnung. Den Staatsgedanken hat sie von je gefördert und befestigt. Da- neben aber muß sie die Wächterin bleiben der Freiheit des Volkes und seiner Rechte."_ Vereinigung der Schwarzburgischen Fürstentümer. Rudolstadt, 14. Februar.(W. T. B.) Auf Einladung der beiden Präsidenben von Schwarzburg-Rudolstadt und S'ch w a rz b u r g- S o n d e r sh a u s en fand gestern in Erfurt eine vertrauliche Besprechung von Akgeo�bneten aller Parteilich- tungen über die Anbahnung eines Zusammenschlus- s e s in den schwarzburgischen Fürstentümern statt. Es wurde von allen Anwesenden der Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß die gegenlvärtige große Zeit mit ihren großen Aufgaben auch die Ver- einigung der schwarzburgischen Lande zu einem Staate fordere. Wie die„Schwarzburg-Rudolstädtische Landeszeitung" erfährt, wird eine dahingehende Vorlage schon dem heute in Rudolstadt zu- sammentretenden Larrdjage zugehen. Bundesstaatliche Finanzsorgen. Der Staaishaushaltsetat des Herzogtums Brairnschlveig für die Finanzperiode 1. April 1916/18 veranschlagt die Gesamteinnahmen auf 26 404 700 M., die Gesamtausgaben auf 30 654 300 M. Der Etat schließt mithin mit einern Fehlbetrag von 6 249 600 M. ab.— In den Bcmevkungen heißt eS: Zur Deckung eines Teiles dieses Fehlbetrages werden die Ueberschüsse des Staatshaushaltes aus früheren Perioden herangezogen werden müssen. Die ver- hältnismäßig geringe Höhe dieser Ueberschüsse zwingt uns, der Landesversammlung zur Erhöhung der Staatseinnahmen Borschläge zu unterbreiten, wegen derer wir auf unsere besondere Vorlage Bezug nehmen. Wir können nicht dringend genug darau hinweisen, daß die größten durch diesen Krieg hervorgerufenen Schwierigkeiten uns noch be- vorstehen und es daher jetzt schon geboten ist, die besiehenden Rücklagen zu schonen oder wenigstens, soweit eS irgend vermeidbar ist. nicht den Weg der Anleihe zu beschreiten. Gegen letzteren Weg spricht, abgesehen von der hohen Verzinsung und Kursverlust auch da« Reichsinteresse(Kriegsanleihe). Wegen der Deckung des Fehlbetroges behalten wir uns weitere Vereinbarungen mit der geehrten Landesversammlung vor._ Steuern auf Juwelen. In veischiedenen Blättern ist berichtet worden, daß die Absicht bestehe, eine Steuer aus Juwelen zu legen. Diese Mitteilung beruht auf einer Verwechselung. Nicht eine solche Steuer soll geschaffen werden, wohl aber werden bei der kommenden Kriegsgewinnsteuer die während des Krieges erworbenen Juwelen, Goldwaren und sonstige Kostbarkeiten nach ihrem Werte bei der Steuerveranlagung mit angesetzt. Ein Teil der Kriegsgewinne dürfte sicher in solchen Werten angelegt worden sein._ Der Zinsfuß für die neue Kriegsanleihe. Die dem Reichsschatzamt nahestehenden.Berliner politischen Nachrichten' schreiben zu der kommenden Anleihe: .Es ist sehr wohl denkbar und auch von verschiedenen den Bank- und Börscnkreisen nahestehenden Organen wiederholt zur Erwägung gestellt worden, daß auch ein Zinsfuß von 4'/? Proz., der natür- lich bei entsprechend niedrigerem AuSgabekurS eine gleich hohe Der- zinsung wie der sünfprozentige Typus gewährleistete, auf Kapita- listen- und Sparerkreise eiue starke Anziehungskraft auszuüben ver- möchte."_ Zur militärischen Jugendausbildung. Die Budgetkommission des badischen Landtags beschloß ein- stimmig, einen nationalliberalen Antrag durch die Erklärungen der Regierung für erledigt zu halten. Der Antrag verlangt: es soll die Jugendevehrovganisation zur dauernden Einrichtung aus- gebaut, der Eintritt in dieselbe pflichtgemäß gestaltet und eine Dotation in den Staats Vorschlag aufgenommen werben. Bei den Verhandlungen der Kommission wurde ein Rückgang in der Beteiligung an der.Badischen Jugendwehr' festgestellt, woran der Mangel eines gesetzlichen Zwanges die Schuld trage. Die badische Unterrichtsverwaliung warte das Vorgehen der Reichs geseHgebung ab, wslche den Beitritt voraussichtlich erst vom 17. Lebensjahre an obligatorisch machen werde. Indessen würde au den höheren badischen Schulen der Turnunterricht in Ver- bindung mit den S p i e lnachittagen genügen; nur für die Jugend der Fortbildungsschulen müßten neue Vorkehrungen ge- troffen werden, wobei die Erweiterung und Verlängerung der Schul- Pflicht sich als notwendig erweisen könnte. Es wurden Bedenken dagegen erhoben, daß die Jugend der ländlichen Gemeinden gleichmäßig in Betracht kommen soll; auch der Kostenpunkt wirke hemmend, wenn Turn- und Spielplätze geschaffen werden sollen. Einigkeit herrschte darüber, daß eine Lösung erst nach dem Kriege versucht werden soll. Betont wurde hauptsächlich die Bedeutung des sozialen Momentes:.Jugend- liche aus den verschiedenen Ständen haben in einer festgefügten Organisation Freud und Leid miteinander zu tragen und sich gegen- seitig zu verstehen; dadurch werde ein Ausgleich der sozialen Gegen- flitze herbeigeführt mit wohltuender Nachwirkung/ Man sei aber dagegen, daß„geistloser Rekrutendrill und schablonenhafte, lächerlich wirkende Nachahmung der militärischen Ausbildung" die Grund- läge sei._ Verschärfung der Ueberwachnng des Postverkehrs in Schleswig-Holstein. Die.Kieler Zeitung" veröffentlicht eine Bekanntmachung deS Gouverneurs Admirals Bachmann, die für den aus dem Befehls- bereich herausgebenden Jnlandspostverkehr im wesentlichen bestimmt: Briefe(auch eingeschriebene und Wertbriese) sowie Postkarten sino nur in deutscher Sprache mgclaisen. Verboten ist jede fremde Sprache und ge- beime Schreibart(Kurzschrist, Blindenschrift, verabredete Sprache uiw.). Allgemein verboten sind Mitteilungen über Rüstungen. Truppen- und SdnffZbewegrinaen und andere militärische Maßnahmen. Den konsularischen VerlrSlungen neutraler Staaten sowie ihren Schutz- angehörigen ist gestattet, an ihre Botschaften usw. oder ihre kon- iularischen Vertretungen in ihrer Landessprache zu schreiben; diese Sendungen müssen jedoch offen ausgeliefert werden. Kartoffelmarken in Leipzig. Unerwartet schnell, und zwar mit Wirkung bereits vom vergangenen Sonntag an ist in Leipzig die zeitweilige Einführung von Kartoffelmarkcn beschlossen worden. In den nächsten vierzehn Tagen, vom 13. bis 26. Februar, dürfen laut.Tägl. Rund» schan" in de: Stadt Leipzig Speisekartoffeln an Verbraucher nur gegen Vorlegung der Brolausweiskarten verkauft werden. Auf die Karten dürfen in der Woche nicht mehr als 7 Pfd. Speise- kartoffeln abgegeben und entnommen werden. Solche Bewohner der Stadt, die in ihrem Haushalt mehr als 7 Pfd. Speise- kartoffeln für den Kopf und für die Woche der Haushaltung»- Mitglieder vorrätig haben, dürfen in der Sladt Leipzig keine Kar- toffeln im Handel entnehmen, solange die Kartoffelmarken vor- geschrieben sind. Für Zuwiderhandlungen ist GcsängniSstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 1600 M. angedroht. Der Rat der Stadt Leipzig hat ferner beschlossen, bei der sächsischen Staatsregierung zu beantragen, daß bei dem Reichskanzler die Be- fugnis zur Beschlagnahme und Enteignung der Kartoffeln nach Be- darf für die Rcichskartoffelstelle schleunigst erwirkt wird. Neue Höchstpreise für Stroh. Der Reichskanzler gibt bekannt, daß für S? r o h. das in der Zeit vom 14. Februar 1916 bis 30. April 1916 einschließlich geliefert wird, der Preis für 1000 Kilo- gramm nicht übersteigen darf bei Flegekdruschstroh...... 60,00 M. , gepreütcm Stroh...... 57,50, , ui�epreßtcrn Maschinenstroh.. 66,00. „Häcksel......... 75,00. Kriegsbekanntmachungen. Keine voreiligen Beschwerden. Uns wird geschrieben: Den militärischen Dienststellen gehen noch immer zahlreiche Be« schwerden von Angehörigen im Felde stehender Soldaten darüber zu, daß die von ihnen abgesandten Päckchen und Pakete angeblich nicht iu die Hände der Empfänger gelangen. Manche Beschwerden dieser Art sind in recht forinlosem Ton gehalten und gehen, da solche Beschwesdeführer meist nicht den Mut haben, ihre Namen zu nennen, gewöhnlich.anonym" ein. Den mit Namensunterschrift versehenen Beschwerden wird stets in sorgfältiger Weise nach- gegangen, doch ergibt sich fast immer, daß die Sendungen unter« dessen ordnungsmäßig eingetroffen sind. Bei den ohnebin stark be- lasteten Behörden entsteht durch solch voreilige Beschwerden nur unnötige Schreibarbeit. Bevor jemand zu dem Mittel der Beschwerde greift, möge er bedenken, daß die Beförderung jeder Sendung, namentlich bei den wenigen Eisenbahnen im Osten, eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen muß und ebenso die Rück- beförderung des den Empfang bestätigenden Briefes. Tatsächlich gehen verschwindend wenig Sendungen verloren. Bei dieser Gelegenheit sei auch noch auf folgendes hingewiesen: Da nicht zu vermeiden ist, daß einzelne Sendungen unter Umständen mehrere Wochen bis zum Eintreffen gebrauchen, ist die Verschickung leicht verderblicher Sachen unzweckmäßig. Unsere Soldaten im Felde erhalten manche Lebensmittel— z. 93. Fetiwaren— reichlicher als die meisten Daheimgebliebcnen. Solche Waren müssen in vollem Umfang der menschlichen Ernährung in der Heimat erhalten bleiben und dürfen keinessaW durch Verderben verloren gehen. Daß wir mit Nahrungsmitteln durchhalten können und werden, sehen allmäh- lich unsere Feinde ein. Dazu gehört aber auch, daß alle daheim und draußen verständig haushalten._ Die Urlaubsgebubrnisse der Marinemannschaften. Berlin, 14. Februar.(W. T. B.3 Die Bestimmung, nach welcher die während des Krieges unter Gewährung freier Fahrt deur- laubten Mannschaften mobiler und immobiler Formationen des Heeres für die Dauer des Urlaubs Verpslcgungs- gebührnisse erhalten, ist durch Allerhöchste Orber vom 30. Ja- nuar 1916 auch auf die Mannschaften der Marine ausgedehnt worden. Der Anspruch auf das Verpflegungsgeld für die Mann- schaften der Marine beginnt ebenso wie für die des Heeres mit dem LI. Dezember 1916.__ Keine feuergefährlichen Gegenstände in Feldpostsendungen! Die-durch Selbstentzündung ds Inhalts von Feldposriendungen verursachten Brandunfälle haben trotz der fortgesetzten-dringenden Warnungen vor der verbotswidrigen Versendung feuergefährlicher Gegenstände mit der Feldpost nicht nachgelassen. Durch das Zuwiderhandeln einzelner Personen sind zahllos« Angehörige in der Heimat und im Felde ohne ihre Schuld hart ge- schädigt worden. Um diesem, gegen das allgemeine Interesse gerichteten Miß- brauch zu steuern, hat die Heeresverwaltung angeordnet, daß von Zeit zu Zeit die F c Id p o st p ä ck ch e n und Privatpafete unter dienstlicher Aufsicht in Gegenwart der Empfänger geöffnet und auf das Vorhandensein feuergefährlicher Gegenstände geprüft werden. Etwa ermittelte Fälle werden unter genauer Bezeichnung der Sendungen nach Absender, Empfänger, Aufgabeort und Aufgabe- it den Gerichten zur Strafverfolgung gemäß 8 367 Ziff. 6» !s Reichsstrafgesetzbuchs übergeben werden. Die Heeresverwaltung hat in ihren Materialiendepots Streich- Hölzer in größeren Mengen seit dein November 1914 niedergelegt, aus denen die Truppen ihren dienstlichen Bedarf decken können. Mir den persönlichen Gebrauch werden Streichhölzer als Marke- tenderware gegen Bezahlung auf Anforderulig von den Proviant- depotS nachgeschoben.__ Leiste Nachrichten. Bewaffnete französische Handelsschiffe. Bern, 14. Februar.(W. T. B.) DaS Blatt„Marina Mev- cantile Jtaliana" veröffentlicht eine Korrespondenz aus Marseille, in der berichtet wird, daß die französischen Handelsdampfer be- Waffnet sind, um auf deutsche Unterseeboote Jagd zu machen. Schnapsbrenncreicn als Munitionsfabriken. London, 14. Februar.(W. T. B.)„Chnuricle" meldet, daß das Munitionsministerium beabsichtigt, alle großen Whiskybrenne- reien für die Munitionsabteilung zu benutzen. Die Besitzer der Fabriken werden für die Benutzung der Fabrikanlagen vermutlich eine Entschädigung bekommen. Gewerksthastllches. verlin und Umgegend. Der Berliner Arbeitsmarkt. Die(Zesamizahl der versicherungspflichtigen Mitglieder von 237 Krankenkassen Grotz-Beriins bat nach den Feststellungen deS S t a« tistischen Amtes der Stadt Berlin in der Woche vom 29. Januar bis mm 5. Februar eine nur geringfügige Veränderung <— 368 oder 0,03 Proz.) erfabren. Die Männer weilen ein Weniger um 1689 oder 0,35 Proz. auf. die Frauen ein Mehr um 1321 oder 0,21 Proz. Bei den 23 Allgemeinen Orlskrankenkassen kam es im ganzen zu einer Zunahme von 1288 oder 0,19 Proz. Versicherungs- Pflichtigen, das Ergebnis eines Rückganges um 279 oder 0,11 Proz. bei den Männern und einer Steigerung um 1567 oder 0.36 Proz. bei den Frauen. Bei den 206 gewerblich gegliederten Krankenkassen ist die Zahl der männlichen Versicherungspflichtigen um 1418 oder 0,59 Proz., die der Frauen um 265 oder 0,15 Proz. gesunken. Unter den einzelnen Gewerbegruppen zeigt u. a. die Sammelgrupve der sonstigen Krankenkassen eine Zunahme um 130 oder 1,54 Proz.; Abnahme der versicherungspflichtigen Mitglieder haben erfahren: die Waren- und Kaufhäuser um 0,84 Proz., das Nahrungsmittelgewerbe um 1,15 Proz., die In- dustrie der Holz« und Schnitzstoffe um 1.81 Proz. und das Bau- gewerbe— wesentlich unter dem Einfluß eingetretenen Frostwetters— um 7 08 Proz. Die Zahl der bei 38 Verbänden der Freien Gewerkschaften er- mittelien Arbeitslosen sank in der Zeit vom 31. Januar bis zum 7. Februar von 2670 auf 2617, das ist um 53 oder 1,99 Proz. Während Steigerungen u. a. bei den Buchbindern(um 67), bei den Schlächtern(um 51) stattgefunden haben, wird eine nicht unethebliche Abnahme der Arbeitslosen— und zwar um 123— vom Fachverbande der Metallarbeiter gemeldet._ Tie Bauanschläger haben durch ihre Schlichtungskommission mit dem Schutzverband der Schlossereien und verwandten Gewerbe Per- Handlungen betreffs einer Teuerungszulage eingeleitet. Es wurde der Kommission gegenüber denn auch zum Ausdruck gebracht, dag man nickt direkt gegen eine solche Zulage sei. bei den Akkordarbeilern sei jedoch eine solche Aufbesierung nach Meinung der Unternehmer nicht angebracht, dagegen wäre man geneigt, den Lohnarbeitern ent- gegenzukommen. Die Arbeilgeber wollen darum erst einmal unter sich beraten, dann werden die Verhandlungen gemeinsam auf- genommen werden. Diei'e kommen aller Voraussicht nach iu diesem Monat noch zum Abschluß. Deutsches Reich. Malerverbandstag. Die fünfzehnte Generalversammlung des Verbandes der Maler, Tüncher und Weißbinder begann gestern morgen im hiesigen GewerkschastshauS. Anwesend sind 41 Delegierte(gegenüber 80 auf der letzten Tagung), je 6 Vorstandsmitglieder und Gauleiter und der AuSichußvorsitzende Leinert- Hannover. Die Bundesorganisationen in Oesterreich und Holland haben Vertreter als Gäste entsandt. Die Gcncralkommiision vertritt Silber schmidt« Berlin, die Zentral- bauarbeiterschutzkommission H e i n k e. In der Eröffnungsrede verwies der stellvertretende Vorsitzende, S t r e i n e« Hamburg, auf die großen Aufgaben, vor die die Gewerkschaften bei Ausbruch des Krieges gestellt worden seien. Der Verband habe sich mit den übrigen Gewerkfchaiten auf den Standpunkt gestellt, daß die Kulturerrungenschaften Deutsch- landS verleidigt werden müßten. Der Krieg habe allerdings auch in den Kollegenkreiscn schon große Opfer gefordert. Streine gedachte ferner in warmen Worten der übrigen Kollegen, die in den letzten drei Jahren gestorben find, besonders des bisherigen ersten Vorsitzenden des Verbandes T o b I e r. M i e tz- Berlin begrüßte den Verbandstag namens der Berliner Mitgliedschaft. W i l k e- Wien brachte die Grüße der Ocsterreicher (sein Verband habe während des Kriegs 85 Prozent der Mitglieder verloren) und I e n s ch- Holland für die holländische Organisation. Den Geschäftsbericht über die Jahre 1913/15 erstattete hierauf Streine. Er verwies auf die gedruckt vorliegenden Be- richte über 1913 und 19!4— von denen wir bereits einen Auszug brachten— und gab dazu Ergänzungen. Die verflosiene Geschäfts- Periode bezeichnete Streine als die wichtigste und arbeitsreichste aller Perioden. Zu Anfang des JahreS 1914 hoffte man auf einen Auf- schwung der Konjunktur. In den Monaten April und Mai zeigte sich gegenüber dem Vorjahre eine Besierung, da kam der Krieg, der auf so vielen Gebieten eine Umwälzung brachte. Bei seinem Aus- bruch wurden alle Lohnbewegungen eingestellt. Auf die Lohn« und Arbeitsverhältnisse hat der Krieg keinen Einfluß gehabt, die Tarif- vertrüge sind bisher von dem Krieg nicht berührt worden. Die Zahl der unter Tarife arbeitenden Kollegen ging aber um drei Viertel zurück. sie beträgt jetzt nur 13 900. Das Verhältnis mit den Arbeitgebern hat sich seit dem letzten Tarifabschluß günstiger gestaltet, die Differenzen haben abgenommen. Die Mitgliederbewegung nahm 1914 einen günstigen Anfang, es wurden im ersten und zweiten Quartal rund 12000 Aitfnohmen gemacht. Vom Jahresbeginn bis zum Schlüsse des zweiten Quartals 1914 stieg die Mitgliederzahl um 2400, auf 47 230. Der Ausbruch des Krieges störte diese Entwicklung, er brachte durch das Einziehen der Kollegen einen rapiden Rückgang. Ende 1915 betrug die Mitgliederzahl nur noch 9574.— Im weiteren besprach der Berichterstatter die innerorganisatoriichen Maßnahmen des Ver- bandcs, die sich durch den Krieg nötig machten, und hob dann die Tätigkeit der Vertretung sämtlicher Gewerkschaften, der General- kommiision und der politischen Vertretung der Arbeiterschaft, der sozialdemokratischen Rcichstagsfroklion im Interesse der Arbeiter auf sozialem Gebiet und in der Lebensmittelsrage hervor. Diese In- stanzen hätten getan, was getan werden konnte. Wenn auch nicht alle Forderungen erfüllt worden wären, so seien doch manche Er- folge zu verzeichnen, die zum Vorteile der Arbeiterschaft gereichten. Den Kassenbericht gab W e n t k e r- Hamburg. Die Ge- samteinnabmen des Verbandes betrugen in runden Zahlen 1913 2 196 000 M.. 1914 1 231 000 M. und 1915 nur 573 000 M. Die Gesamtausgaben belaufen sich dagegen auf 2948 000 M. 1913, 1184000 M. 1914 und 406 000 M. 1915. Von den einzeluen Aus- gabeposten seien die wichtigsten hervorgehoben: 1913 1914 1915 M. M. M. Streikunterstützung..... 2 261 815,— 64 255,—— Krankenunterstüyung.... 685863,— 838240,— 76210,— Arbeitslosenunterstützung..— 176 102,— 6 317,— Familienunlerstützung...— 57 646,— 47 084,— Maßregelungsunterstützung.. 6 634,— 5 342,— 64,— Das Vermögen des Verbandes betrug Ende 1915 825 882 M- Redatieur Mark- Hamburg berichtete über die Presse. Beschwerden gegen die Haltung des Verbandsorgans seien nicht erhoben worden. An den Vorgängen innerhalb der organisierten Arbeiterschaft hätte das Verbandsorgan nicht stillschweigend vorüber- gehen können.(Sehr richtig I) Der Verband, der schon selbst gegen Zersplilterungsversuchc hätte ankämpfen müssen, wüßte am besten. was diese bedeuteten. Er müsse sich darum auch jetzt gegen jede Zersplitterung der Arbeiterorganisation wenden. Das Verhalten der sozialdemokratischen Reichstagssraklion sei vom gewerkschaftlichen Standpunkt aus das einzig Richtige. Dem hätte das Verbands- organ Rechnung getragen. Den Bericht des Ausschusses, der kein Allgemein- interesie hat, gab L e i n e r t- Hannover. An die Berichte schloß sich eine längere A u S s p rjj ch e, in der besonders die innerorganisatorischen Maßnahmen erörtert wurden. die bei Ausbruch deS Kriege« getroffen worden waren. Bedauert wurde, daß die Krankenunterstützung gleich ganz zur Aufhebung kam. Der Beschluß des Beirats, daß den zum Militär eingerückten Mit- gliedern die Mitgliedschaft voll angerechnet werde, wurde als zu weitgehend bezeichnet. Ueber die Frage, ob die Kollegen, die zeit- weüe vom Mckitär entlassen bezw. beurlaubt find, beitragspflichtig Verantw. Redakt.: Alfred Wielepp. Neukölln. Jnserateuteil oeranüä seien, müsse eine klar« Enkscheidung getroffen werben. Vorsitzender Streine erklärte, der Vorstand stehe aus dem Standpunkt, daß, wenn diese Kollegen verdienen, sie auch wieder Beiträge leisten müßten.— Die Stellungnahme von Mark und Streine zum Krieg und zu den Vorgängen in der ReichstagSfraktion wurde von mehreren Delegierten unterstrichen; eine gegenteilige Ansicht kam nicht zum Ausdruck. In den Schlußworten gingen die Berichterstatter auf die auf- geworfenen Fragen näher ein. Gegenüber dem Verlangen eines Delegierten, der Vorstand hätte seine Ansicht zu den Streitigkeiten in der Partei noch entschiedener präzisieren müssen und die General- Versammlung solle ihre Meinung festlegen, betonte S t r e i n e. daß er mit Mark übereinstimme, man iolle aber vermeiden, den Streit in der Partei auch in die Gewerkschaften zu tragen. Ein Antrag der Berliner Delegierten, die Kosten des Streiks bei der Firma Lutze in Adlershof auf die Hauplkasfe zu übernehmen, wurde mit 27 gegen 14 Stimmen abgelehnt. Dem Vorstand, der Redaktion und dem Ausschuß wurde einstimmig Entlastung erteilt. Tie Verhandlungen wurden dann abends 7�/, Uhr vertagt. Mus der Partei. Stellungnahme der Kieler Parteigenossen zum Parteistreit. In zwei sehr stark besuchten Mitgliederversammlungen des Sozial- demokratischen Vereins— die erste am 20. Januar war von 2000, die zweite am 10. Februar von 1500 Perionen besucht— nahmen die Kieler Parteigenossen Stellung zu den Differenzen in der Partei. In der ersten Versammlung sprachen die Genossen Ledebour und Legten. Die zweite Versammlung sollte lediglich der Debatte dienen. Auf Befragen des Vorsitzenden hatte Genosse Ledebour am Schlüsse der ersten Versammlung erklärt, daß er in die zweite Versammlung nicht kommen werde. Darauf erklärte Genosse Legien, daß dann auch für ihn keine Veranlassung vorliege, zur zweiten Versammlung zu kommen. Wider Erwarten war aber der Genosse Ledebour doch zur zweiten Versammlung nach Kiel gekommen, und zwar— wie in der Versammlung festgestellt wurde— auf Einladung von Genossen der Minderheit, ohne daß diese dem Vorstand des Vereins davon Mitteilung gemacht hatte», so daß der Genosse Legien nicht eingeladen werden konnte und deshalb auch nicht in der Ver- sammlung anwesend war. Nach stürmischer Geschäftsordnungsdebatle wurde von der Versammlung der Antrag, den Genoffen Ledebour zur Versammlung zuzulassen, mit großer Mehrheit abaelehnt.— Darauf folgte eine mehrstündige Debatte über die Differenzen in der Partei, die durchaus sachlich verlief und in der immer nach einem Redner aus der Mehrheit ein Redner aus der Minderheit sprach. Nach Schluß der Debatte wurde mit übe, wältigender Mehr- heit— mehr als Dreiviertel der Versammlungsteilnehmer stimmte dafür— diese Resolution angenommen: .Die Hauptversammlung des Sozialdemokratischen Ortsvereins Groß-Kiel, die unter Teilnahme von etwa 1500 Mitgliedern am 10. Februar im GewerkschaflshauS tagte, steht nach Anhörung der beiden Referenten in der Hauptversammlung am 20. Januar aus dem Boden der Anschauungen der Mehrheit der Reichstazsfraklion, und hält die Bewilligung der Kriegskredite in der gegenwärtigen Zeit für geboten. Sie ist nichts als die folgerichtige Weitersührung der unstreitig am 4. August für richtig erkannten Politik, um so mehr, als sich die Verhältnisse nach außen seither nicht geändert haben. Die Versammlung erblickt in dem Verhalte» der Minderheit einen Disziplinbruch, der zu schwerer Schädigung aller Glieder der Arbeiterbewegung geführt hat. Bisher war einiges, geschlossenes Handeln der Stolz"und die Stärke der Partei. Das Vertrauen der Arbeiter beruht auf dieser Geschtossenheit, die nun gestört ist. Die Versammlung verurteilt daher aufs schärfste das Verhallen der 20 Fraktionsmitglieder, die dadurch nicht nur die Geschlossenheit der parlamentarischen Aktion gestört, sondern auch die Einbeil der Partei stark gefährdet haben. Die Versammlung ist der An- ficht, daß alles daran zu setzen ist, die Kraft der Partei zu wahren, und fordert deshalb alle Genossen auf, in diesem Sinne zu wirken.— Die Anerkennung der Fraktionspolitii schließt nicht aus. daß die Reichs lagssraktion aufzusorvern ist, unermüdlick und mit allen Kräften für weitere Maßnahmen einzu- treten, welche der breiten Masse die schweren Lasten der KriegSzeit erleichtern". Eine Resolution, welche das Verhalten der 20 FraktionS- Mitglieder der Minderheit begrüßt und bedauert, daß die übrigen Fraktionsmitglieder dem Beiipiel der Minderheit nicht gefolgt sind, die ferner das Verhalten des Genoffen Legien, des Vertreters des Kieler Wahlkreises im Reichstage, bei der Abstimmung über die Kriegskredite bedauert und seinen Antrag in der Fraklionsgemein- schasr auf Ausschluß der 20 Mitglieder aus der Fraktion verurteilt, war damit gefallen. « Eine Konferenz für den Bezirk Breslau, der 13 Wahlkreise Mittelichlesiens umsaßt, hat folgenden Beschluß gefaßt: .Angesichts der Haltung der feindlichen Regierungen, die jede Friedensderertschaft von sich weisen, kann die sozialdemokratische Fraktion keine andere Stellung als die der weiteren Verteidigung des Landes einnehmen. Die Konferenz lehnt die Auffassung der Minderheit ab und bedauert die Schädigung für die Partei, die sich aus dem Sondervorgehen der Minderheil ergibt. Die Konferenz erwartet, daß die Fraktion in Zukunft wieder die Einigkeit und Geschlossenheit bekundet, die den Jniereffen und den Wünichen der Arbeiterklasse entspricht." Der eiste Teil der Resolution wurde mit 28 gegen 3, der zweite gegen 2 Stimmen beschlossen. Mus Industrie und Handel. Kriegsgewinne. Die Elektrotechnische Fabrik Rheydt, Max Scherz u. Co. L.- G. bat schon im Vorjahre die Dividende von 8 auf 12 Proz. erhöht. Sie überrascht ihre Aktionäre Heuer mit einer Dividende von 20 Proz. und gibt auf zwei alte eine neue Aktie gratis aus, wodurch das Aktienkapital von 1,75 Millionen Mark auf 2,625 Millionen Mark erhöbt wird. Obwohl das Gesetz zur Rückstellung von 50 Proz. deS Mehrgewinnes anordnet, weiß die Geiellschast nicht, wohin mit ihren Riesengewinnen und schenkt daher den Aktionären das halbe Aktienkapital durch Ausgabe von Gratisaktien. Wie hohe Gewinne aus der Verwertung der Ladenhüter gezogen werden zeigt der Abschluß von Pongs Spinnereien und Webereien A.- G. in Odenkirchen. Das Unternehmen, das durch fünf Fahre keine Dividende verteilt hat. gibt 20 Proz. auf die Vor- zugs- und 14 Proz. auf die Stammallien. Soziales. Famillenunterstützang der Kriegöteiluehmer. Der preußische Minister des Innern hat im Anschluß an die von uns am 23. Janunr mitgeteilte Bundesratsverordnung über die Unterstützung der Familien der Kriegsteilnebnler erläuternde Bc- Merklingen unter dem 30. Januar 1916 erlassen, die im nächsten Ministerialblatt zur Veröffentlichung gelangen werden. Der Minister betont, einer der Hauptgesschtspunkte für den Erlaß der Bundesratsverordnung ist der geweien. Anordnungen zu treffen, die geeignet und ausreichend erscheinen, den immer wieder er- hobenen, zum Teil nicht unberechtigten Beschwerden über«ine un- zulängliche Versorgung der Krieger samrlien den Boden zu entziehen. Daß dieseSZiel nunmehr erreicht wird— und daß dies Tt. Glocke. Berlin. Druck u. Lerlaa: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsannau l geschieht, ist im alkgemeinen und mMtarischen Interesse eine Notwendig- keit— wird im wesentlichen von der Handhabung der Bestimmungen durch die Lieferungsver« bände abhängen. Denn trotz der Festlegung gewisser objektiver Merkmale ist bei Prüfung der Bedürfligkeil den Lieserungsverbänden noch ein Weiler Spielraum gelassen. Air ihren, vor allem ihren Verantwortlichen Leitern, wird es daher liegen, die gegebenen Be« stimmungen so anzuwenden, daß den Familien der Kriegsteilnehmer die ihnen zustehende Unterstützung zuteil wird. Der Minister verweist dann darauf, daß bei Prüfung der Unterstützungsonträge nicht mit Engherzigkeit Verfahren werden darf. Zumal bei der langen Dauer des Krieges und der Teuerung aller Lebensmittel werden jetzt auch früher mit Recht abgelehnte. Anträge bei wohl- wollender Prüfung für begründet zu erachten sein. Von den Erläuterungen zu den einzelnen Vorschriften der Bundesratsverordnung seien die hervorgehoben, die sich auf die Frage der Bedürftigkeit und auf die eines Eingriffs der Aufsichtsbehörde beziehen. Nach K der Bundesratsverord- nung ist Bedürsiigleit stets anzunehmen und wenigstens der M'ndest- satz der UnterstützungSbeträge zu zahlen, wenn nach der letzten Steuerveranlagung das Einkommen des in den Dienst Emgelreleneu und seiner Familie in den Orlen der Tariillasse Li 1000 M. oder weniger, in den Orten der Tarisklasse V und D 1200 M. und weniger, in den Orten der Tarifklasse A und B(hierhin gehört Berlin) 1500 M. oder weniger beträgt. Wenn der in den Dienst Eingetretene mit seiner Familie am Einkommen keinen Ausfall leidet oder wenn sonstige Tatsachen die Annahine recht« fertigen, daß eine Unterstützung nicht benötigt wird, be- steht in der Regel ein Anspruch nicht. Der Minister weist ober mit Recht darauf hin, daß trotzdem Familien, die ein höheres Einkommen haben, als in den Mindestiätzen festgelegt ist, als bedürftig angeiehen werden können, wenn besondere Gründe hierfür sprechen. Als solche kämen z. B. in Frage: Vorhandensein einer teuren, nicht gleich abgebbarcn Wohnung, Krankheit in der Familie, größere Zahl von Kindern, GeichäftSichulden u. dergl. Die Frage, wie es denn steht, wenn der Eingezogene überhaupt nicht veranlagt ist oder wenn seine Einkommensverhältnisse sich geändert haben, erläuterte der Minister an dem folgenden Beispiel: .Hat ein in den Dienst Eingetretener 1800 Mark versteuert, so daß an sich die Familie nach Absatz o des§ 3 der Bundesratsverordnung nicht unterstützungsberechtigt wäre, und wird von dem LiefcrungS« verbände festgestellt, daß sich das Einkommen der Familie nach dem Diensteintritt des Wehrpflichtigen nur noch auf 1300 M. beläuft, so würde unter sinngemäßer Anwendung der Be- stimmungen des Geieyes in Orten der Tarifklasse A und B die Unterstützung zu gewähren sein, in Orten anderer Tarifklassen da« gegen nur, wenn besondere Gründe vorliegen, die dies gerechtfertigt erscheinen lassen." Zu Z 7 der Bundesratsverordnung. der den Aufsschtsbehördeir über den Lieferungsver band das Recht beilegt Anweisungen zu er- lassen, führt der Minister aus, daß er den Erlaß allgemeiner Anweisungen sich vorbehält. Ein formales Beschwerderecht, welche? an Fristen gebunden wäre, bringe die neue Verordnung nicht. ES verbleibe vielmehr bei der Beschwerde im Aussichtswege. Demgemäß seien die Beschwerden gegen die Entscheidungen der Lieferungsver- bände an den Regierungspräsidenten und gegen dessen Entscheidung an den Minister des Innern zu richten. Der§ 7 ändere das be- siebende Recht nach folgenden drei Richtungen: 1. Die Aufsichts- bchörden können künftigbin Anweisungen erlassen, 2. die Aufsichts- behörden können in Zukunft auch die Zahlung von Familienunter- stützungen in geeigneten Fällen anordnen und 3. in den Bezirken der Lieferungsverbände, in denen besondere Kommissionen über die Unterstüyungsanträge entscheiden, haben über etwaige Beschwerden die Vertretungen der Lieferungsverbände zu befinden, dos heißt in Landkreisen die Kreisausschüsse und in Stadtkreiscil die Magistrate (Oberbürgermeister). Es ist zu hoffen, daß endlich, insbesondere auf dem Lande den Familien, denen bislang ihr Recht aus Unterstützung versagt war, die Unterstützungen in Gemäßheit de« Gesetzes, der Bundesrats- Verordnung und der Erläuterung des preußischen Ministers des Innern zuteil werde. Gerichtszeitung. Ein geheimnisvoller Diebstahl. Ein Strafprozeß, der drei Jahre lang die Gerichte in ver- fchiedcnen Instanzen beschäftigt hat, fand gestern vor der Z.Strafkammer des Landgerichts n unter Vorsitz des Landg.- Direktors F o r st m a n n seinen Abschluß. Unter der Anklage des schweren Diebstahls hatte sich der Hausbesitzer Oskar Roßbach aus RahltSdorfcr Mühle zu verantworten. In einer Januarnacht des Jahres 1913 wurde der zwei Meter hohe Drahizaun, der die Baumschule der Gemeinde umgibt, zerschnitten und eine Anzahl junger Tannen, Fichten und Apfelbäume aus der Baumschule ent- wendet. Nach den Fußspuren mußte die Tat von zwei Personen ausgeführt sein. Durch einen Zufall bemerkten einige Tage später die Gärtner der Gemeinde, daß auf dem Grundstück des An- geklagten unter den dort im Garten befindlichen Bäumen auch die der Gemeinde gestohlenen standen; sie erkannten die Bäume, die sie selbst aufgezogen hatten, an gewissen forstwirtschaftlichen Merkmalen mit Sicherheit wieder. Auf Veranlassung des Gemeinde- Vorstehers Köhler wurden die Bäume darauf beschlagnahmt und ausgegraben. Der völlig unbescholtene Angellagie, der vier Grund- stücke besitzt, stellte auss entschiedenste in Abrede, mit dem Diebstahl irgendwie i» Verbindung zu stehen. Er erklärte, daß er aus seinem Grundstück für über 600 Mark Bäume angepflanzt habe und deS- halb nicht mehr genau angeben könne, woher jeder ein- zelne Baum stamme. Soviel er wisse, habe er die Bäume aus einem Berliner Waren hau je gekauft. Die Strafkammer hielt die � Täterschaft des Angeklagten im Hinblick auf die nachgewiesene� Identität der Bäume für festgestellt und verurteilte ihn zu vier MonatenGefängniS. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Revision ein mit dem Er« solge, daß das Reichsgericht das erste Urteil aushob und die Sache an die Strafkammer zurück verwies. Die er- neuto Verhandlung brachte eine Ueberraschung. Es war nämlich inzwischen aus dem Felde von dem als Flieger im Osten stehenden Sohn des Angeklagten beim Gericht ein Brief eingegangen, in dem der Sohn unter Ausdrücken tiefsten Schmerzes über die Verurteilung seines Vater« sich selb st der Täter« i ch a f t bezichtigte. Er gestand in diesem Briefe, daß sein Vater ihm seinerzeit zum Anlauf von Bäumen auS dem Warcn- hauie Geld gegeben, daß er dann aber das Geld für sich verbraucht und. um dem Vaier seinen Fehltritt zu verheimlichen, zusammen mit einem anderen jungen Menschen namens Beil aus der Baumschule der Gemeinde Bäume eniwendet und als angeblich gekaufte»ach Hause gebracht habe.— Angesichts dieser Eiilhüllung, die dem An- geklagten selber ganz unerwartet kam, erwies sich die Vernehmung des Sohnes, sowie jenes Beil als erforderlich und die Verhandlung mußte daher vertagt werden. B.. der gleichfalls im Felde steht, bestritt bei seiner kommissarischen Vernehmung vor dem Gerichts- oifizier, daß er bei dem Diebstahl mitgewirkt habe. Der Sobn des Angeklagten blieb bei seiner Selbstbezichligung.— In der Schluß- Verhandlung. die jetzt stattfand, beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten wiederum vier Monate Ge- fängni s, da er von der Annahme ausging, daß der Sohn leinen Glauben verdiene, weil dieser offenbar nur seinen Bater vor dem Gefängnis retten wolle.— Das Gericht kam aber diesmal zur Freisprechung �des Angeklagten, weil die Sachlage zum mindesten nicht genügend geklärt sei. SSetteraaSstchte« fftt das mittle»«?torddeutschla»d bis Mittwoch mittag. Mild, zeitweise misklarend. aber noch vorwiegend trübe und etwas nebclüp An den meisten Orten leichte Regensälle. aul Singer L: Eo� Berlin ZW. Hierzu 1 Beilage u. lluterhaUuugsÜ, gt.45. ww Keüllge des„WUUls" Kttliller VlllksblM. Ii---- Zur Erklärung örr„Nsröö. /Sllg. Ztg/ gegen öle Resolution öes Hbgeorönetenhauses. Die„Nordd. Allg. Ztg." hatte in einer amt- l i ch e n Erklärung die Veröffentlichung der bekannten mit Mehrheits befchluß angenommenen Resolution der Staatshaushaltskommission des Preußischen Abgeordneten- Hauses als einen Versuch zurückgewiesen,„als habe die Kom- Mission eine Einwirkung auf Fragen der auswärtigen Politik und die Anwendung bestimmter Kriegsmittel ausüben wollen". Wer die Vorgänge kennt, weiß, daß diese Deutung des offiziösen Organs genau ins Schwarze ttifft. Daß nichtsdestoweniger die Hauptberanstalter der Aktion sich jetzt als die harmlosesten Menschen von der Welt auszu- geben suchen, hat seinen eigenen Humor. Da wir leider nicht die Möglichkeit besitzen, unsere eigene Auffassung mit der wünschenswerten Deutlichkeit zu ent- wickeln, wollen wir den Lesern durch Wiedergabe der mar- kantesten Presse-Stimmen die Möglichkeit eines Urteils zu er- möglichen versuchen. Die„Deutsche Tageszeitung" meint arglos: „Die Kommission hat am 9. Februar einen Beschluß gefaßt, der einstweilen dem Ministerpräsidenten mitgeteilt wird. Der Be- schluß wurde in emeni Zeitpunkt gefaßt, wo' der Oeffentlichkeil noch nichts Authentisches über die Absichten der Reichsregierung in der in ihm behandelten Frage bekannt war. Daraus erscheint die amtliche Denkschrift über die beabsichligte Instruktion der Untersee- boote für die Behandlung der bewaffneten feindlichen Handelsschiffe, und der Oeffentlichkeil werden in authentischer Form die Acußerungcn des Kanzlers und de-Z UnterstaatSsekretärö Zimmermann über die Forderung Amerikas in Sachen der„Lusitania" übergeben. Diese Mitteilungen geben der Kommission die erfreu« liche Gewißheit, daß ihre Auffassung dieser Fragen von den verantwortlichen Stellen geteilt wird: Und nun der- ö f f e n t l i ch t sie ihren Beschluß. Das ist alles! Niemand, der die klare und unzwei- deutige Veröffentlichung der Kommission unbefangen betrachtet, kann daraus etwas anderes herauslesen, als daß die Kom- Mission dem Ministerpräsidenten die Zustimmung zu seiner Haltung aussprechen und vor der in- und ausländischen Oeffentlichkeil zum Ausdruck bringen will, daß die preußische Volksver- tretung und damit das preußische Volk in dieser nationalen Lebensfrage hinter der Regierung steht. Wie eine„Einwirkung" auf die Entschlüffe der der- antwortlichen Stellen dadurch versucht werden kann, daß man ihnen die Z u st i m m u n g zu ihrer Haltung ausspricht, ist doch wirklich schlechthin rätselhaft." Demgegenüber stellte sich in der S o n n t a g s n u m m e r das„Verl. Tageblatt" auf diesen Standpuntt: „Diese Antwort war dringend nötig, war so- gar unvermeidlich, da das ganze Hervortreten der Abgeordneten- Hauskommission in einer Frage der auswärtigen Politik eine Ver- letzung der Reichsverfasiung. eine ungehörige Einmischung in die Rechte deS Kaisers, der Reichsregierung und deS Reichstages bedeutet. Die Herren v. Heydebrand, v. Zedlitz und Genoffen, die diesen Vorstoß inszeniert haben, wußten genau, daß sie verfassungswidrig handelten, und sie wußten auch, daß es keineswegs ihrer Ermahnungen bedurste, um die Oberste Heeresleitung und die Reickisregierung zu einer möglichst wirksamen Führung des Unterseebootskrieges zu bewegen.... Wenn die Aktion trotzdem, mit großem Redeaufwand, unternommen wurde, so geschah das, weil sie seit langem—, etwa seit dem Tage, wo die Thronrede von der kommenden Wahl- reform sprach— geplant und vorbereitet war. Man darf nach der Veröffentlichung der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wohl hoffen, daß der Reichskanzler auch ferner- hin nicht geneigt sein wird, vor solchen Aktionen zurückzu weich en." Um was es sich bei dem Vorstoß der Kommissions- Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses und auch bei der späteren Pressekampagne in Wirklichkeit handelte, setzt Theodor Wolff in der Montagsausgabe deS„Verl. Tageblatts" noch weiter auseinander: Einen Tag lang herrschte in der Beurteilnng der delltschen Regierungsdenlschrift volle, ungetrübte Einigkeit. Am zweiten Tage aber runzelten die Anhänger des uneingeschränkten Torpedos bereits wieder die Stirn. Die„Franksurter Zeitung" hatte zu schreiben gewagt, wenn der amerikanische Staatssekretär Lansing in London die Entwaffnung der Handelsschiffe durchsetzte, „dann bewegen sich die Wünsche und Absichten der Deutschen und Amerikaner durchaus in derselben erfreulichen Linie", und daS offiziöse W o l f f s ch e Bureau hatte diese Aeußernngen übernommen und weiter verschickt. Sofort erklärte der Politiker der„Deutschen Tageszeitung", das fei„eine Entwertung der Denkschrift", und er fügte hinzu:„Ob derartige Vorschläge, selbst wenn sie vom Wolffschen Telegrophenbureau den Stempel staats- män nischer Wei'sheir erhalten haben, geeignet sind, die A ch t u n g d e s Auslandes vor den deutschen Denkschriften in KdegSzeiten zu erhöben, erscheint uns mehr als Zweifel- Haft." Das Deutsche Rcicb. hieß es weiter, wäre„dem Gelächter der Welt" preisgegeben, würde es„die Grundsätze seiner See- kriegsführung auf diplomatische Erfolge deS Herrn Lansing in London stellen". Noch schärfer und nocki deutlicher fordert die „Kreuz-Zeuung", daß„unter keinen Umständen die Art unseres Tauchbootkrieges von der Bewaffnung der feindlichen Handelsschiffe abhängig zu machen sei".... In den erwähnten Artikeln wird nur fort- gesetzt, was— zuerst heute vor acht Tagen-- in der Staatshaushaltskommission des preußi- scheu Abgeordnetenhauses begonnen worden ist. Dort haben die Herren v. Heydebrand, v. Zedlitz, Friedberg und ein kleinerer Nationalliberaler aus einem Scvwerindustrie- kreise, namens Bacmeister, eine Art Ueberwachungs- k o m i t e e gebildet, das der Obersten Heeresleitung und'den verantwortlichen Leitern der Reichspolitik die weitere Kriegführung vorschreiben will.... Was haben sich hie Stunnläufer des Preußischen Ab- geordneienhauses bei ihrem Vorstoß gedacht? Friedberg und sein Bacmeister vermutlich sehr wenig und Heydebrand und der unvermeidliche Zedlitz desto mehr. Heydebrand hat längst kein Vergnügen an dem Zusammengehen mit der Sozialdemokratie, er fürchtet einen fatalen Zug nach links und der sanfte Wahlrechtswink in der Thronrede hat ihn ganz erzünit. Man tut ihm wohl nicht unrecht mit der Behauptung, daß sein Herz für den gegenwärtigen Reich«. kanzler keine Schätze von Liebe birgt. Erst wurde der versuch gemacht, die öffentliche Meinung für n n-! mögliche Kriegsziele und sinnlose Zukunfts- sordernugeu zu gewinnen, und da« lounl« dem leitende» Manne unbequem werden, der die Dinge anders sah und anders sehen mutzte und dem die Ausführung überlassen blieb. Dann verlangte man im Verein mit überzeugten Fachleuten, die nur die marinetechnische Seite der Sache zu betrachten brauchten, immer schärfere Methoden des Unterseebootskrieges, und in dem Augenblick, wo die Denkschrift die wichtigste und ge- rechteste Maßregel aussprach, übertrumpfte man sie be- reits wieder durch die von der„Kreuz-Zeitung" formulierte' These, die Torpedierung dürfe unter keinen Umständen von der Bewaffnung der feindlichen Handelsschiffe" abhängig sein. Auch Herr v. Heydebrand und seine Mitstrebenden sind von der Richtigkeit dieser Ansicht und von der Nützlichkeit des unein- geschränkten Torpedos gewiß ehrlich überzeupt. Aber wenn auf diese Weise der R�e ichSkanzler mittorpediert würde, s o wäre ihr Seelen schmerz nicht unein- geschränkt." Wozu wir noch bemerken wollen, daß dieser Kampf eines preußischen„Honoratiorenausschuffes", wie das„Berliner Tageblatt" es nennt, keineswegs erst jüngeren Datums ist. sondern bereits vor fast einem Jahre zäh und zielbewußt begonnen worden ist. » Die„Freisinnige Zeitung" widmet der Aus- einandersetzung einen Artikel, in dem es am Schlüsse heißt: „Man würde, so meinen wir, die Urteilsfähigkeit derjenigen. die die Bekanntmachung des Beschlusses veranlaßt haben, unter- schätzen, wenn man annehmen sollte, sie hätten die überaus bedenklichen Folgen des Schrittes nicht übersehen. ES müssen also Gründe vorliegen, die eS ihnen trotzdem erwünscht machten, den Gegensatz zwischen dem Abgeordneten- bans und dem Reichskanzler hervortreten zu lasten. Wenn man sich die Mehrheit der Zweiten preußischen Kammer betrachtet, so liegt es nahe, daran zu denken, daß es daS Ver- sprechen der W a h l r e s o r m ist. was die Kundgebung veranlaßt hat. Wir sind gleichfalls dieser Meinung, glauben aber, daß eS auch noch gegensätzliche Ausfassungen über andere Punkte sind, die diesen Zwiespalt haben im gegen- wattigen Moment offenkundig werden lassen." /Ins Groß-öerlin. Mein alter Kupfertessel. MS der Großvater die Großmutter nahm, da erstand er einen kupfernen Waschkessel. Ten hat die Großmutter ein Menschenalter hindurch benutzt. Als sie zu alt war, um noch große Wäsche abhalten zu können, ging der Kessel in den Haushalt meiner Mutter über. Wenn ich an meine frühe Kindheit denke, dann erscheint vor meinem Auge das Bild einer sehr bescheidenen Kleinstadt- Wohnung. Die enge Küche war nur mit dem notwendigen Gerät ausgestattet. Jedes Stück zeugte für den Reinlichkeits- sinn der Hausfrau. Oben anf dem Schrank strahlte in rät- lichem Glanz der kupferne Wafchkeffel. Er war das Schmuck- stück in der dürftigen Küche. Sein gleißender Schimmer allein gab dem ganzen Raum einen gewissen Anstrich von Behäbigkeit. Als ich in die Jahre kam, wo ich der Mutter zur Hand gehen konnte, da habe ich den alten Kessel oft mit Ehrfurcht von seinem Platz genommen, ans Feuer gestellt, mit Seifen- lauge gefüllt und manches Wäschestück darin abgekocht. War der Waschtag zu Ende, dann bearbeitete ich unseren Kupfer- kessel mit dem Putzlappen. Im neuen Glanz leuchtete er wieder auf seinem alten Platz. Später, als die Familie größer und größer geworden war, zogen manchmal Nahrungssorgen bei uns ein. In solchen Situationen spielte auch unser Kessel eine Rolle. War er doch eines der wenigen Wertstücke, durch deren Verkauf man Brot ins Haus hätte schaffen können. Manches entbehr- liche Stück unseres Hausrats mußte in jenen Zeiten den Weg zum Trödler oder ins Leihhaus gehen. Doch über dem Kessel hielt Mutter stets die schützende Hand. Sie konnte es nie über sich gewinnen, sich des alten Erbstückes zu entäußern. So blieb er uns denn auch trotz aller Not erhalten. Doch einmal mußten wir ernstlich um seinen Besitz bangen. Das war auch in einer Kriegszeit. Im Spätsommer des Jahres 1870. In unserer Familie war die materielle Not wieder einmal auf das höchste gestiegen. Wir konnten die Miete nicht zahlen. Es gab keine Möglichkeit, den Hauswirt zu befriedigen oder ihn zur weiteren Stundung zu bewegen. Damals hatten die Hauswirte noch das Recht, dem Mieter, der nicht zahlen konnte, das ganze Mobiliar bis auf das letzte Stück zu pfänden. Es stand das also in Aussicht, daß wir zu Michaelis die Wohnung, wie wir gingen und standen, würden verlassen müssen. Doch schließlich gelang es uns, den un- erbittlichen, gut situierten Hauswirt hinters Licht zu führen. Unterstützt von mitfühlenden Nachbarn konnten wir den besseren Teil unseres Hausrats heimlich hinausbefördern. So wurde neben.manchem unentbehrlichen Gebrauchsgegenstand auch der alte Waschkessel zu Mutters Freude gerettet. Längst hat meine Mutter die Augen für immer geschloffen. Der ehrwürdige Kupferkessel dient mir nun selbst seit vielen Jahren bei der Reinigung der Wäsche. Man mag mich ein sentimentales Weib heißen, aber es ist nun einmal so: Als vor Monaten die Bekanntmachung erging, daß die Kupfergeräte mit Beschlag belegt sind, da betrachtete ich Großmutters Kessel mit wehmüttgen Blicken. Alter Bursche— dachte ich— jetzt greift eine Hand nach dir. die stärker ist als die Hand des Hauswirtes in meiner Vater- stadt. Diesmal gibt es kein Enttinnen. Drei Generationen hast du treu gedient.— Das ist nun dein Ende. Doch wieder leuchtete mir ein Hoffnungsstrahl. Die freiwillige Ablieferung von Kupfer- und Messinggeräten brachte reichen Ertrag. In mehreren Sammelstellen habe ich es ge- sehen, wie sich Urväterhausrat aus rotem und gelbem Metall zu Bergen häufte. DaS reicht vorläufig— dachte ich— und wenn der Krieg nicht mehr lange dauern sollte, kann ich meinen alten Erbkessel behalten. Jetzt weiß ich, daß ich vergebens gehofft habe. Gestern brachte mir der Postbote ein amtliches Schreiben: Das Todes- urteil meines Kupferkessels.— An einem der nächsten Tage muß ich ihn abliefern. Freud und Leid dreier Familien �ist über ihn hingegangen. Auf lachende und weinende Gesichter schimmerte sein Glanz vom hohen Bord herab. Ein Stück Familiengeschichte hängt an dem alten Gesellen. Wenn er aus meinen Händen fat den Gewahrsam der Metallsammelstelle übergegangen sein wird, dann ist die Ver- gangenheit des alten Erbstückes ausgelöscht. Unter Hunderten seinesgleichen, von denen so mancher vielleicht aus ein ebenso ehrwürdiges Mter zurückblickt, ist er nichts weiter als vier bis fünf Kilo altes Kupfer.— Bald wird das friedliche Dasein des nützlichen Hausgeräts im Schmelzofen enden, um als Geschoßteil aufzuerstehen und Tod und Verderben in die Reihen feindlicher Truppen zu tragen. So wandeln sich die Dinge im Lauf der Zeiten. Vom Zweckverband Grost-Berlin. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth tagte am Montag der BerbandSausschuß deS Verbandes Groß-Berlin im Berliner Rathaus. Fünf Stunden wohnte der Oberpräsident v. d. Schulenburg den Verhandlungen bei. Unter anderem wurden einige grundlegende HaushalrungSfragen erledigt. Der zwischen den westlichen Vorortbahnen der Stadt Scdöneberg und der Gesell- schasr für Hoch- und Untergrundbahnen entstandene Rechtsstreit, der jetzt vor den Zweckverband gebracht worden ist, wurde einem Unter- auSschuß zur Vorberatung überwiesen. Zustimmend erörtert lvurde» die Bebauungspläne für das„Radeland" in Spandau und der Generalbebauungsplan für Marzahn. Die Verteilung des biet« hundert Morgen großen Bauerwaldcs bei Schönewcide und Adlers- hos auf diese beiden Gemeinden in steuerlicher usw. Beziehung nach gleichen Grundsätzen fand die Zustimmung des Verbandsausschusses. Der Antrag der A. E. G. wegen teilweiser Einstellung bezw. Ein- schränknng der Bauarbeiten der A. E. G.-Bahn und der Weiter« führung der Bahn wurde mit Rücksicht auf die schwebenden Ver« Handlungen zwischen den direkt Beteiligten sBerlin usw.) vertagt. Vom städtischen Schwcinefleischverkauf. Das Nachrichten amt des Magistrats verbreitet folgende Mitteilung: Die Erwartungen, welche das Berliner Publikum an den neuen eingerichteten städtischen Schweinefleischverkauf knüpft, haben insofern zu früh eingesetzt, als die Schweineliefcrungen vom Lande nicht schon bei Beginn in vollem Umfange eintreffen. Diese Beobachtung ist nicht nur in Berlin, sondern auch in den übrigen beteiligten Großstädten gemacht worden und hängt damit zusammen, daß die Anzucht der Fettschweine besondere Sorgfalt in Anspruch nimmt und die regelmäßige Gestaltung der Roggen« schrotlieferung voraussetzt. Es darf aber festgestellt werden, daß die Lieferung der Fettschweine aller Voraussicht nach schon in nächster Zeit kräftiger einsetzen wird. Infolgedessen hat bisher nur eine kleinere Zahl von Verkaufsstellen eingerichtet werden können und eS hat auch die Verkaufszeit entsprechend beschränkt werden wüsten. Soweit sich Schwierigkeiten dadurch ergeben haben, daß der Ver« kauf in den Markthallen stattfindet, in denen auch zahlreiche andere als städtische Verkaufsstellen vorhanden sind, und die Räumlichkeiten eine schnelle Abfertigung des Publikums verhindern, sollen die Verkaufsstellen aus den Markthallen heraus in benachbarte geeignete Räumlichkeiten gelegt werden, in denen eine schnellere Abfertigung des Publikums gewährleistet erscheint. Aus der Markthalle V-I (Ackerstraße) ist der Fleischverkauf bereits herauSgclegt; eine gleiche Maßnahme wird demnächst bei der Markthalle XIV(am Wedding) und bei der Markthalle VIII fam Andreasplatz) getroffen werden. Bekanntlich sollen die AuSweiSkarten lediglich zur Kontrolle dienen, damit nicht, wie dies bei der Abgabe von anderen Waren zu beobachten war, einzelne Personen von Verkausssielle zu Veikaufs« stelle ziehen und dort zum Schaden anderer Waren auf Borrat einlaufen. Ein Veteran. Den 79. Geburtstag feierte am gestrigen Tage der Vorsitzende der Kranken- und Sterbekasse der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins, Fritz Lutz, der am Waterloo-Ufer 9 wohnt. Fritz Lutz ist im wahren Sinne des Wortes ein Veteran der Arbeiterbewegung. Für die genannte Kasse war derselbe mit geringer Unterbrechung zirka 2b Jahre Vorsitzender. Seine Gattin feierte mit ihm gemein- sam ihren Geburtstag. Den älteren Genoffen ist er noch aus seiner Tätigkeit unter dem Sozialisteugesetz bekannt. Wir wünschen dem Jubelpaare noch einen recht angenehmen Lebensabend. Die neuen Pctroleumkarten. Die von der Stadt Berlin für die 9. bis 14. Woche(19. I. bis 20. II. 1919) ausgegebenen Petroleumkarten(II. Pelroleumkarten- Periode) laufen mir dem 29. Februar 1916 ab. Die Ausgabe der neuen Petroleum karten erfolgt von Freitag, den 18. Februar ab, in den Brolkommissionen. und zwar, wie daS letzte Mal, nur gegen Rückgabe derKöpfe der alten Karlen. Diese Köpfe sind also nach Abtrennung deS letzten Abschnitts von dem Karteninhaber sorgfältig aufzuheben und der Broikommission bei Entnahme der neuen Karten vorzulegen. ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß mit Rücksicht auf daS Längerwerden der Tage die neuen Pelroleumkarten nur auf die Hälfte deS Quantums der alten Karten ausgestellt sind, so daß jeder Karteninhaber aus die neuen Karleu nur halb so viel Petroleum er- hält, wie auf die alten Kamen. Rcichsstelle für Gemüseanbau. Eine Zenttalstclle für Gemüsebau im Kleingarten ist dieser Tage ins Leben gerufen worden. Die Zentralstelle, die in Berlin, Behrenstr. 21, ihren Sitz hat, und deren Tätigkeit sich aus das gauze Reichsgebiet erstrecken soll, hat die Aufgabe, Hand in Hand mit Gemeiitben, Verbänden und Vereinen den Anbau solcher Ge» müse zu fördern, die für die Volksernährung während des Krieges besonders wickftig und bedeutungsvoll sind. Zur Erreichung dieses Zweckes bedarf es zunächst, soweit dies in einzelnen Gegenden noch nicht geschehen sein sollte, der Bereit st ellung geeigneter L ä n d e r e i e n, sei es unentgeltlich, sei es gegen möglichst geringe Vergütung. Den Besitzern von Kleingärten werden ferner zu mäßigen Preisen geeignete Sämereien, Pflanzen, Dünger usw. zur Verfügung gestellt>»erden müssen. Endlich sollen überall die Jnter- effentcn sachverständig beraten werden, und wo eS an ausreichenden Arbeitskräften fehlt, soll auch für solche nach Möglichkeit gesorgt werden. In allen diesen Fragen will die neue Zentralstelle Rat und Auskunft erteilen. Das Familiendrama in der Torgauer Str. II in Schöneberg hat nunmehr seine Aufklärung gefunden. Wie gemeldet, wurde in dem genannten Hause am letzten Freitagmorgen der Schlosser Paul Leh« mann und seine Ehefrau in ihrer i» dem vierte» Stockwerk ge« legenen Wohnung tot aufgefunden. Verschiedene Umstände ließen die Vermutung zu, daß es sich dabei um ein Verbrechen handeln könne. Nunmehr haben aber die polizeilichen Ermittelungen mit Sicherheit ergeben, daß das Lehmannsche Ehepaar im gegenseitigen Einverständnis Selbstmord durch Einatmen von Leuchtgas ver- übt hat. Die Heimstätte für Kinder in Heinersdorf(Kreis Teltow) ist infolge neuerlichen Auftreteiis von einigen Diphtherie« Erkrankungen nach erfolgloser tageweiser Sperrung aus zwei Wochen geschlossen worden. „Männer- und Fraucnchor Ost". Der Mäimerchor Ost hat einen Frouenchor gegründet. Der Chor trat mit nahezu 59 Sängerinnen in» Leben. Unter der Leitung des Ehormeisters E. Thilo finden die regelmäßigen UebungSstunden jeden Dienstag, abends 9— 11 Uhr, Große Franksurter Str. 39. statt. Eintrittsgeld wird bis zum 1. April nicht erhoben. Der wöchentliche Beilrag beträgt 19 Pf. Sangeslundtge Frauen und Mädchen find freundlichst eingeladen. Kleine Nachrichten. Umfangreiche HauSdiebsiZkl« wurden in einer hiesigen Großhandlung aufgedecki. Das Geschäft vertreibt NahrungS- und Genußmittcl aller Art und beschäftigt viele Leute. Bi» jetzt wurden 13 Angestellte und Hehler festgenommen. Die Er Mittelungen sind aber noch nicht abgeschlossen und werden wahr scheinlich noch einen größeren Umfang annehmen. Haussuchungen, die die Kriminalpolizei in den Wohnungen der Beteiligten vornahm, förderten an einigen Stellen so große Warenmengen zutage, daß eS eine» Fuhrwerkes bedurfte, um sie wegzuschaffen.— Reiche Beute machten Einbrecher in der Nacht zu gestern in der Kommandanten- straße. Hier drangen sie in eine Blusensabrik ein und stahleit für etwa 10 ovo Mark Waren und Stoffe aller Art, Seide, Samt. Wolle, Blusen usw.— Zweimal in acht Tagen wurde eine Lederhandluna in der Petersburger Straße von Einbrechern heimgesucht. Vor acht Tagen stahlen sie für L0 M. Leder verschiedener Art, in der Nacht zum Montag wieder für 300 Mark.— Für etwa 1500 M. Treibe riemen wurden in derselben Nacht aus einer Metallioarenfabrik in der Oranienstraße gestohlen.— Schaufenstcr-Einbrecher sind in Wilmersdorf und Charlottenburg aufgetreten. In der Fasanenstraße räumten sie die Auslagen eines KolonialwarengeschättS aus, in der Suarezstraße erbeuteten sie aus dem Fenster einer Weißwarenhandlung für 500 M. Socken._ Ms öen Gemeinden. Teuerungszulagen in Reinickendorf. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung Teuerungszulagen an die in der Gemeinde angestellten Personen zu gewähren. Die Zulage beträgt für Beamte und Lehrer mit einem Dienstcinkommen von 2500 bis 3000 M. ß Proz., von 2000 bis 2500 M. 10 Proz., von 1500 bis 2000 M. 15 Proz. Beamte mit einem Gehalt von unter 2000 M., ferner alle Diätare, Bureau- Hilfsarbeiter und Gemeindehilfsdiencr erhallen eine Zulage von 20 Proz., mindestens jedoch 23 M. pro Monat. Unverheiratete Beamte mit einem Einkommen von nicht mehr als 2000 M. erhallen eine monatliche Zulage von zwölf Mark, die BurcauhilfSarbeiterinnen 5 M. Die Gemeindearbeiter, denen am I.Januar 1SI5 eine Teuerungszulage von 10 M. gewährt worden war, erhalten eine weitere Zulage und zwar Verheiratete 10 M. und Unverheiratete 5 M. im Monat. Allen verheirateten Be- amten, Lehrern nnd Arbeitern wird ferner eine Familienzulage von 5 M. für jedes Kind unter 16 Jahren gewährt. Die Zulagen werden rückwirkend ab 1. Januar 1916 gewährt.— Infolge Ausscheiden« de» Gcmcindeverordnelen Postsekretärö Neumann aus der Gemeinde- Vertretung waren für verschiedene Verwaltungskommissionen Neu- wählen zu vollziehen. Hierbei wurde unser Genosse S e l k e in die Schuldeputation für die Volksschulen gewählt. Bei der Wahl der Mitglieder zum neuerrichtcten MietseinigungSamte wurden zu Beisitzern gewählt: als Vertreter der Vermieter die Herren Dyhr, Schorsch, Laborrs und Wagemann, und als Vertreter der Mieter unsere Genossen Gurscb. Klamann, Engel und Schliebner. Von den bei der Verstärkung der Gemeindevertretung im Jahre 1914 gewählten sechs neuen Gemeindevcrordnete» wurden die Herren Dyhr und Ernst Schulze ausgelost, an deren Stelle Ersatzwahlen vorgenommen werden müssen. Einer Versicherung gegen Unfall, die die Hilfeleistung der Berliner Feuerwehr uchert, wurde zugestimmt, von einer am Orte ansässigen, an Kriegs- lieferungen beteiligten Firma wurde der Gemeinde ein Darlehen von 500 000 M. gewährt. Der Zinssatz beträgt 5 Proz. Die im neuen Rechnungsjahre zu erhebende KanalifationSgebühr wurde auf 4,8 Proz. des amtlich festgestellten Gebäudesteuer- NutzungSwertcS festgesetzt._ Aus der Steglitzer Gemeindevertretung. Aus dein Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses wurde in der letzten Sitzung mitgeteilt, daß das Jahr 1912 mit einem Ueberschuß von 93 633.43 M. abgeschloffen hat. Zur weiteren Unterhallung des von den westlichen Vororten gestiffcten Lazarett- z u g e s sind 20 000 M. erforderlich. Auf die Gemeinde entfallen davon 6000 M. Da die Kirchengemcinde die Hälfte dieser Summe trägt, so beschloß die Gemeindevertretung, die übrigen 3000 M. zu bewilligen. Der Zentralstelle für Kriegsfürsorge werden, da die bewilligten 30 000 M. nahezu verbraucht sind, weitere 20 000 M. zur Verfügung gestellt. Für Einrichtung eines Kinderheimes sdes dritten in der Gemeinde) in der Markusschule werden die geforderten 1420 M. ebenfalls bewilligt. Zur Hebung der Wirtschaftlichkeit de» ElektriziätSwerke» sind verschiedene Vertriebs- Verbesserungen geplant, zu deren Ausführung ein Kredit bis zu 50 000 M. aus den Mitteln des ErnenerungSfondS bewilligt wird.— Weitere 4000 M. werden für eine Transformatorenstation bereitgestellt.— Außerhalb der Tagesordnung bringt G.-V. Leim« dach lSoz.) die Butterkalamität zur Sprache. Der Gemeinde- vorstand will die bevorstehenden Verhandlungen der Groß-BerNner Gemeinden abwarten und sich dann über eine eventuelle Einführung der Butterkarte schlüssig werden. Eine Nahrungsmittelkarte zur Kontrolle beim Gemeindcverkauf wird in den nächsten Tagen ausgegeben werden, und zwar durch die Hausbesitzer. Lebensmittelkarten in Nowawes. Von jetzt ab dürfen Schmalz. Speck. Erbsen, Bohnen. Reis, Kartoffeln und Heringe, soweit diese Waren aus den Vorräten der Gemeinde bezogen find, in den Verkaufsstellen der Gemeinde sowie von den örtlichen Handel- und Gewerbetreibenden nur auf Grund der von der Gemeinde ausgefertigten Lebensmittelkarten an die Einwohner verkauft werden. Die Karten werden werktäglich außer Sonnabends im Zimmer 8/9 des Rathauses von 3—6 Uhr nach Prüfung der Ortsangehörigkeit durch Vorlegung amtlicher Schrift- stücke ausgegeben oder können unter Führung des Nachweises der OrtSangehörigkeit schriftlich nachgesucht werden. Sorgfältige Aus- bewahrung der nicht übertragbaren Karten ist notwendig, weil verlorengegangene nicht ersetzt werden. Ms aller Welt. Immer mehr verdorbene Lebensmittel! In der.Berliner Morgenpost" vom Sonntag, den 13. d. M., findet sich ein Inserat, in dem angekündigt wird, daß am Donners« tag, den 17. d. M., vormittags 11 Uhr. 10000 Kilogramm ital. S a l a m i w u r st in Kisten und Körben, nur z u tech. nifchen Zwecken verwendbar, in den Lagerräumen Holz- marklstraße 20 meistbietend versteigert werden. Bei den gegenwärtigen Zuständen auf dem Fleischmarkt ist ein Kommentar wohl überflüssig._ Granaten sind kein Spielzeug k Trotz verschiedener zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gekommener schwerer Unglücksfälle wird immer noch viel leichtsinniger Unfug mit noch nicht explodierten Geschossen getrieben. Jetzt kommt wieder aus Wien eine solche Meldung. Dort spielten in dem Hause Blechturmgasse 26 Kinder mit einem b li n d g e g a n g e n e n H a u b i tz e n s ch r ap n ell, das ein Urlauber aus dem Felde mitgebracht hatte. DaS Geschoß fiel zu Boden und platzte. Vier Kinder wurden tödlich, eine Frau leicht verletzt und mehrere Wohnungen be- schädigt.— Ein ähnliches Unglück ereignete sich in L e u t h c n. Der vier- zehn Jahre alte Sohn des Arbeiters Kasper war in den Besitz eines Schrapnells gekommen, das er in Unkenntnis des gefährlichen Inhalts mit einer Axt bearbeitete. Das Geschoß explo- dierte und riß dem unglücklichen Knaben die rechte Hand und die untere Hälfte des Gesichts weg und durchschlug über dem Auge den Schädel. Der Knabe verftarb bald darauf, Wann wirb die Unsitte, diese gefährlichen Gegenstände nach de- wohnten Orten mitzubringen, endlich aufhören?I Eine Familicntragödie. In Bautzen(Sachsen) hat am Sonn- tag die zu Besuch bei ihren Eltern weilende Frau des Kaufmann» R o s e n e r aus Dresden in einem Anfall von Schwermut s i ch selbst und ihre beiden Kinder im Alter von drei und fünf Jahren mit einem Revolver erschossen. Frau Rosener hat die Tat in einem Anfall von Schwermut über den Tod ihre! ManneS verübt. Eine amerikanische Munitionsfabrik durch Brand zerstört. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureau» wurde die große MunitionS- fabrik der Generale Electric Company in Scheu ectady(Staat New Jork) durch ein Feuer, dessen Ursache unbekannt ist, zerstört, Verlustlisten. Die Vecustliste Nr. 454 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: Gavde-Greuadier-Rogimenter Franz, Elisabeth, Augusta. Lchr-Jnfauterie-Regimeut. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füstlier-Regimenter Nr. 1 bis einschl. 4, 7, 8, 9, 11, 26, 28. 29. 34, 43(f. Nes.-Jnf.-Regt. Nr. 118), 55, 57, 61, 74, 76 bis einschl. 82, 83(f. auch Nes.-Jnf.-Regt. Nr. 233), 84, 85, 87 bis einschl. 90, 92. 117, 128, 130, 131, 136, 137, 140, 142, 150, 151, 152, 155 ss. Inf.-Regt. Nr. 29), 157, 158, 159(s. auch Füs.-Regt. Nr. 34), 160 bis einschl. 166, 168 bis einschl. 172, 174, 175, 176. 187 bis einschl. 190. Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 1, 3, 5, 11, 12, 25. 27. 29, 61. 76, 77, 80 bis einschl. 84, 87, 88, 91. 92, 118, 204, 213, 214, 215, 217, 220, 221, 223, 227 bis enischl. 230, 232, 233, 234, 236, 239. 240, 249. 250. 251, 253 bis einschl. 266. Reserve-Ersatz- Jnsanderie-Regiment Nr. 2. Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 2. 3. 4. 9, 10, 28, 35. 76. 78. 80, 81. 83. Landwebr-EMtz- Jnfanterie-Regiment Nr. 2. Landtvehr-Lrigade-Ersatz-Bataillon Nr. 14(f. Lndw.-Ers.-Jnf.-Regt. Nr. 2). Landsturm-Infanterie» Bataillone: 4. Metz, 2. Mosbach, 2. und 0. Münster, 1. Naugard, Naumburg, Neiße, Neusahvwasser, 2. Neumünster, 1. Neusalz a. O., 1. und 2. Neuß, Neustadt i. Westpr., Neustettin, 1. und 8. Neu- strclitz, Neutomischel, Nienburg, Osnabrück, 1. uird 2. Osterode, 2. Etolp. Landsturm-Jnfantevie-Ersatz-Bataillone: 5. Metz, 10. dcS 7. Armeekorps(Minden), 3. Mosbach, 1., 7., 8., 14., 22. und 24. des 7. Armeekorps(sämtlich Münster), Nauen, 4. des 15. Armeekorps (Oberhofen), 4. Saarbrücken. Landst.-Jnf.-AuSbildungs-Bataillan Milchen und Landst.-Rekruten-AuSbildungS-Bataillon Oberhofen. Jäger-Bataillone Nr. 4 und 6; Res.-Bataillone Nr. 9, 20, 21. Kavallerie: 2. Garde-Dragoner. Dragoner Nr. 4; Husaren Nr. 7 und 17; Reserve-Husaren Nr. 9; Ulanen Nr. 12. 1. Laichst.- Eskadron des 2. Armeekorps. Feldartillerie: Regimenter Nr. 53, 75, 76: Reserve-Regiment Nr. 18; Landw.-Regimcnt Nr. 15. Fcldartillerie-Abteilung Nr. 87. Pioniere: l. Gavde-Bataillon. Regiment Nr. 25. Bataillon«: I. Nr. 5, I. Nr. 10, I. Nr. 26, l. uich II. Nr. 27; Ersatz-Bataillon des Pionier-Bataillons Nr. 15. Pionier-Kompagnien Nr. 229, 237, 241; Neserve-Kompagnicn Nr. 51, 76, 86; 2. Landwehr-Kompagnie des 14. Armeekorps. Minenwerfcr-Kompagnien Nr. 212 und 312. Leichte Minenwerfer-Abteilungen Nr. 227, 230, 288. Feldsliegertruppc. Sanitäts-Kompagnie Nr. 3 des 10. Armeekorps. Fortifikation der Feste Kaiser Wilhelm II. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 250 wird der- öffentlicht, deren Inhalt wir bereits angegeben haben. Di« sächsisch« Verlustlist« Nr. 26S meldet Verluste der Jnfanterie-Regimenter Nr. 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107, 106, 134, 329; Reserve-Jns.-Negimenter Nr. 100, 101, 103, 104, 106, 107, 241; Landwehr-Jnf.-Regimenter Nr. 100, 101, 104, 106, 133; Ersatz- Jnf.-Regimenter Nr. 23, 32; Laichst.-Jnf.-Regt. Nr. 19; Jäger- Bataillon Nr. 12. Futzartillerie-Regimenter Nr. 12, 19; Fußart.- Bataillon Nr. 58; Laichwehr-Fußarü-Bataillon Nr. 19; Batterie Nr. 440._ parteweranstaltungen. Grosi-Lichterfelde. Heute, abends 8'/, Uhr, Mitglieder- Versammlung: 1. Bericht des Reichslagsabgeordneten Genossen Z u b e i l. 2. Bericht von der letzten Vorsländekoiljerciiz. öriefkasten üer Neüaktion. Die InriMlche Kprechstunde findet fllr tTDonnenten Lindeaftr.», IT. Hof rechts, varterr«. am Manlig bis Freitag von 4 VIS 7 M>r, am Sonnabend von b dt» s Ubr flatl. Jeder für den v r« e f I a lt e n bestimmten Untrag« ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt, itnfragen, deren leine AbonnementSauUiung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechstunde vor. vertröge, Schrtststöcke und derglctcheu dring, mar in dt, Syrrchstunde mit. A. G. 2. In Berlin haben höhere Mädchenschulen keine belovderen Vorschulen, wenigstens dem Namen nach nicht. Aber sie haben einen Unter- bau aus Klassen sür den Elemeniarunterricht vom sechsten LebenSsabre au. die tatsächlich den Vorschulen glcichzuachlrn sind. Das zehnjährigeMädchett kann auS der Ecmelndcschule, ohne daß wettere vorbeiciiung nong wäre, in eine habere Mädchenschule übergehen. Eine Prüfung enlicheidet dan'iber. in welche Klasse eS auszunebmen ist. Das Schulgeld der ösienllichen höheren Mädchenschulen Berlins beträgt jährlich 140 M.. auch in den untersten Klassen.— U. 5. 14. Authentische Daten darüber werden erst in shäteren yabren zu erhalten sein.— U. 1613. Vorderroßgartc» 61�62 daselbst. — E. H. 96. Ein solcher Antrag wäre bei JhremTruvPenteil zu stellen. — G. L. 190. 1. und 2. Nein. 3. Beantragen Sie die Zusatzrente aus dem Polizeirevier unter Vorlegung der Steuercinfchätzung oder einer Lohn- beschcinigung über den Verdienst de» verstorbenen Ebcm.rnneS. Aus Grund der von dem Ehemann gellebten Invalidenmaöfen kann die Witwe elnen Anwai-tschastSbescheid beantragen. Tritt ipäter die Invalidität ein. so kann die Witwe später aus Grund diese» Bescheides Witwenrente bezichen; für die Kinder wird eine Waisenrente gezahlt. 4. In der VorwärtS-Buchhand- lung.— Kobryu 16. Wegen der Fahrt nach dort müßten Sie sich an das Generalkoinmando wenden. Wollen Sie die Stelle, wo der Sohn be- crdigt liegt, näher erforschen, so wenden Sie sich zunächst mit einer brics- lichen Anfrage an die dortige Gemeindebehörde.— N. I. 97. Die Re- Ilamalion muß durch de» Arbeitgeber erfolgen.— R. W. 49. Dagegen können Sie in Rücksicht aus die KricgSzeit nichts unlernebmen.— A. H. 88. Ja.— M. H. 27. 1. Die Neiskarten füinieu_ Ihnen aus diesem Grunde nicht verweigert werden. Wenden Sic sich mit einer Beschwerde an den Magistrat. 2. Nein.— Charlottenburg. Ja. — S. W. 112, Da der vierte Bruder auch nur als Reservist ober Laudslurmmann eingezogen ist, bestcbt kein Anspruch aus AuswandS- cntschädigung.— H. S. 46. 1. Da Ihr Austritt ans der Landeskirche erst im Januar 1914 erfolgt ist. haben Sie für daS Jahr 1914 und für das Jahr 1915 bis zum 31. Dezember Kirchensteuern zu ztälcn. 2..Volksrecht', Zürich, kann bei der Poit abonniert werden.— T. Ich. 8. St« brauchen mit dem Umtausch nicht einverstanden sein, sondern tönnen eine PreiSbcrabsctzung verlangen, evcnt. könnten Sie den Kaus rückgängig machen. — Töns 49. DaS Urteil ist jetzt nicht mehr abzuändern.— W. St. 14. Auch jüc Vermißte wird die Löhnung gezahlt; stellen Sic einen Antrag an das Ersatzbataillon dcS Regiments, von dem Ihr Ehemann eingezogen wurde,— R. H. 1. Nach dem Erlaß des KriegSministcriumS soll für die Kinder der zum Militär Eingezogenen da« VollSlchulgeid voll und fllr die die höhere Schule beluchendc» Kinder 731 vom Tausend, daS ist etwas mehr als zwei Drittel, gezahlt werde», 2. Wegen der geringeren Bezahlung müssen Sie dcu sür den Soloatcli vorgcschriehenen inslanzenmäßigen Beschwerdeweg beschreiten.— zhelsingborg 37. Melden Sie Ihren Schadenersiitzanipiuch beim LandralSaml de« Kreises an, in dem Ihnen die Sachen abhanden gekommen sind. Wen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein licher Mann, unser guter Vater, der Gastwirt Aug. Strauß am 11. Februar plötzlich verstorben ist. Die» zeigen in tiesstem Schmerz Frau Berta Strauß nebst Kindern Sax, Willi, Erich. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 15. Februar, nach. mittags 3'/t Uhr, von der Leichen. Halle des Luther< Friedhofes in Lankwitz aus statt. Deutscher TraDsportarheiler-Yerhanil. Bezirksverwaltung Grofl-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Gastwirt �uxust Ltrsuk am 11. d. MtS, im Aller von 53 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15, s. MtS., nachmittags 3ff« Uhr, von der Leichen. Halle der Lulber-Gcmcinde, Lank- witz, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 51/20 Ois Bezirksverwallung. Verband der freien Gast- nnd Schankwirte Deutsehlands. Zalllstelle Berlin. Den Milglicdern zur Nachricht, daß unser Kollege �.uxustStrsuK Äatzlerstr. 5, Bezirk 5, verstorben ist. Ehre seinem Andenken? Die Beerdigung findet heute DtenStag. den 15. Februar, nach mittag» S'ft Uhr, von der Leichen. Halle deS KlrchhoseS in Lankwitz auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/7_ Die Orfsverwalfung. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Franz Triloff am 8. Februar im Aller von 27 Jahre» an der Proletarier. krankheit verstorben Ist. Ehre seinem Andenken! 178/3 Der Vorstand. Den Kollegen daß unser Kollege, DeDiseherKletallarbelter-Yerband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. ur Nachricht, itr Maschinenbauer Otto Bannmann am 9. Februar an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken? Die Beerdigung hat am 13. Fe- bruar stattgcsunden. 111/20 Die vrtsverwaltung. AI» Opfer de» Weltkrieges starb am 2. Februar im Feldlazarett an seiner schweren Verwundung mein innigst geliebter Mann und Vater, der Landsturmmann �uxust Bi-odack Nes.'Lns.Reg. Nr. 20 im Alter von 27 Jahren. A Die» zeigen tlefbetrübt an Frau Frida Brodach geb. VSHI nebst Kindern. Berlm-Ltchtenbcrg, Lückstraße 12. Zum Sterbetage unsere» heißgeliebten, unvergeß- lichen Sohnes, deS Pioniers �Vilkelm Kern gesallen am 14. Februar 1915. Ein Da ganze» Jahr ist nun ent- ichwunden, Dich, geliebter Sohn, der Tod ereilt. Stündlich bluten neu die Wunden, Steter Gram jetzt in un» weilt. Deiner Eltern Lebensfreude Nahmst Du, guter Sohn, mit Dir hinab, Ruhe jaust im H-Idcngrab. In trauriger Erinnerung II Deine Elter» uud Geschwister. Möbel-Aagebot. Solide Möbclfirma llesert SpSxlal-Eln- und Zwelxlmmcr- Elnrlchtnnzten sowie Einzelmöbel gegen mästtge Zins- Vergütung bei kleiner Zlnzahlung und geringe» monatlichen Raten- zahlungen. Ojserlcn 14. S an die Expedition de«.Vorwärts-, Zivi»« KaMicrcp. Größte Kalann. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Ids Specht jage ich allen Verwandten und Be- kannten, dem Wäjcheverband, den Kollegen und Kolleginnen der D, W. F., Schl-iserei I. dem Wirt und Mielern de« HaujcS Petersburger Straße 2. dem Köhlerjch-n Sänger- guartelt, sowie dem Redner, Genossen Melle, meinen herzlichsten Dank.' A Ernst Specht nebst Sohn. Allgemeine Kranken- o. Sterbe- kasse der deutseben Drechsler und deren Berufsgenosseo (Ersatztasse.) BerwallmrgSstelle Berlin B. Am 11. Februar verstarb unser Mitglied Karl Schütze. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 18. Februar, nach. mittag« 8 Uor. im Krematorium zu Treptow. Kiesholzstraße, statt, 39/2 iDie Ortsvervaltnng. Tranef-�axaiin gegründet 1890 IBrunnenstr. 56-571 1 Aus Wunsch AuSlvahIsendung. T Tel. Norden 8540. Blusen v°n Röcke Maßansertigung in 8 Stunden� 2.90 M. von 4.75 M. irr~ Spezialarzt Dr. med. Wockcnfuß, Frledrlchstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehr!lch-Hata-Kur(Dauer 12 Ta�e), Blutuntersuehung. Schnelle, sichere echmerzlote Heilung ohne Berufs- etärung. Teilzahlung. Sprechstunden: 10—2 und 4—8 einer I-elbblnde? __ jehe Systeme ani La�er resp. nach Maßanfertigung sowie Bruchbandagen 7% Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Pollmann, Bandagist Berlin N., Lolhringer Str. 60. T.iefersnt fül Krankenkassen. H.Pfau___________ Oircksenslraße 20 zwischen Babnbos Aleranderplatz und Polizeipräsidium.— 2lmt Kat 3208. 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