Ztr. 4S.-33. Jahrg. flDonnementS'Bedlnsnnstot Abonnements• VreiS pränumerand»» SierteliäbrL 330 Mt. monatL UO ZA. wöchentlich Zö Pig. trei ins Haut, Einzelne Nummer ö Vfz. Somuagt» numme, mit Illustrierter Sonntag»- Vellage.Die Reue Selb'>0 Soft» kbonnemem: 1,10 Mark uro SR» not Eingetragen in die Volt- Zeitungt- Vreisliite Unter Kreuzband für DeulicKIand und Oesterreich. Ungar» Z30 Marl, lür daS übrige tluSIan» « Marl vro Monat. Poilabonnementt nebmen an: Belgien. Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal «uoiänieu. Schweden und die Schwei» «chel»l tZgllch. Verlinev VolKsbwkk. � S pksnnlg) Sie Insertion!-Cebllh? KetrSg! für die sechSgesvaltene Kolons!- zelle oder deren Raum 60 Pfg„ füt politische und gewerlschaflliche VercuiS- und BersammImigs.Anzcigen M Pfg. �Nleine Ztneeigen", da» fettgedruckt« Bort 20 Psg.«zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort lO Psg. Stellengesuche und Schlasstellenan» »eigen d-z erste Wort lO Psg,, jede» weitere Wort ö Psg, Worte über 15 Buch- Staden zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen biz Ii Uhr nachmittags in der Ervedition abgegeben werden. Die Exvedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Ddrefle: »SoÄillileooMt RcrUiT. Zentralorgan der foztaldemokratifcben Parte» Deutfchlands. Neöaktion: SW. 6$, Linüenstraße 3. sserniprecher: Amt Morikvla«. Nr. 181 30— 181 97. Mittwoch, den 16. Februar 1616. (Expedition: SV). 08, Linöenstraße 3. fsernivrecher- Amt Moritzplatz. Nr. 181 99—181 97. • Die /Iktion öes /Ibgeoröneten- Hauses. Wenn der unbefangene und unkundige Leser die Aus- einandersetzungen über die Resolution des Abgeordneten- Hauses in Sachen des V-Bootkrieges und die amtliche Ab- wehr der„Norddeutschen Allgemeinen � Zeitung" und dann die Pressestimmen dazu liest, wird es ihm nicht ganz leicht sein, einen Sinn in dies scheinbar sinnverwirrende Spiel hinein- zubringen. Denn was besagen die Stimmen der konser- vativen, freikonservativen, nationalliberalen und zum Teil auch ultraniontanen Presse? Daß die Reichsregierung ganz ohne Not ihre Erklärung veröffentlicht Hobe. � Denn weder habe die Kommissionsmehrheit des Abgeordnetenhauses irgendeine Fronde gegen die Reichsregierung, noch gar gegen den Kaiser oder die Heeresleitung zu erkennen geben wollen. Sie habe es einfach für ihre patriotische Pflicht gehalten, allen diesen Instanzen und Persönlichkeiten einen politischen Dienst zu erweisen. Insonderheit seien ja Reichsregierung und Kommissionsmehrheit offensichtlich ganz einer Meinung. Denn daß von einer Abschwächung des II-Bootkrieges gar keine Rede sein könne, habe doch auch die Denkschrift des Reichsmarineamts bewiesen, die von der Reichsregierung der Oeffentlichkeit übergeben und den neutralen Staaten zuge- stell! worden sei. Wozu also der ganze Lärm? In Wirklichkeit liegen die Dinge natürlich sehr wesent- lich anders. Die Mehrheit der Kommission des Abgeordnetenhauses fühlte sich zu ihrer Aktion eben nur deshalb ver- anlaßt, weil sie sich der Haltung der Reichsregierung nfcht sicher fühlte, weil sie argwöhnte, daß die Reichsregierung aus allgemeinen- politischen Gründen auf Grund ihrer Verständi- gung mit Amerika eine andere Haltung einnehmen könne, als es den bereits gekennzeichneten ausschlaggebenden Elementen des Abgeordnetenhauses ratsam erschien. Aus diesem Gefühl heraus entstand die ganze mehrtägige Debatte in der Kom- mi'sion des Abgeordnetenhauses, aus ihm sind die verschieden- artigsten Ausführungen in der Kommission zu erklären, aus ihm heraus wurde die veröffentlichte, von der Reichsregie- rung beanstandete Resolution beschlossen und dann später trotz Einspruchs der Regierung veröffentlicht. Handelte es sich wirklich nur um einen ganz selbstverständlichen Akt der Meinungsäußerung, von dem man angenommen hätte, daß er sich ganz in der gleichen Richtung bewegte, wie die mut- maßliche Haltung der Reichsregierung, so würde man nicht so viel Stunden auf bewegte Debatten verschwendet und dann in letzter Stunde die Resolution noch der Oeffentlichkeit übergeben haben. Eine einigermaßen zutreffende Schilde- rung der ganzen Situation befindet sich in der Nummer<13 der»Frankfurter Zeitung". Sie hat folgenden Wortlaut: »Die Bu-dgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses oder, wie sie fetzt genannt wird, die Staatshaushaltskommission, hat in dieser Woche in mehreren langen Sitzungen sich mit den Fragen der auswärtigen Politik und der Kriegsführung beschäftigt. Ihre Berhandtungen sind, w-ie das während der Kriegszeit mit vielen Kommissionsverhandlungen geschieht, für vertraulich erklärt worden. Berichte über die Sitzungen, in denen von der aus- wärtigen Politik und der Kriegführung gesprochen worden ich sind nicht erschienen. In parlamentarischen Kreisen hat man natürlich aber gewußt und sich auch darüber unterhalten, daß in diesen Sitzungen eine in der Hauptsache aus den Konservativen, der Reichspartei und dem größten Teil der industrieller Führung fol- genden Nationalliberalen bestehende Mehrheit sehr scharfe, gelinde gesagt, Kritik geübt hat, die sich gegen den Reichskanzler richtet, der zugleich preußischer M i n i st e r p r ä s i d e n t i st. Es � haben dabei für den, der die Stimmungen und Strömungen nicht er st seit gestern und heute beobachtet, in gar nicht zu verkennen- der Weise Gegnerschaften zusammengewirkt, bei denen die wider st reitend st en Ansichten über die Kriegs- ziele, über die letzte, von dem� im Krieg entstandenen neuen Geiste des deutschen Volkes beeinflußte Thronrede und über den Unterseeboots krieg die Hauptrolle spielten. Es sich) dabei über den letzteren und im Zusammenhang damit auch über unsere Ver- Handlungen mit Amerika Vorwürfe erhoben worden, die, wie dl« inzwischen erfolgte Veröffentlichung cher Denkschrift über die bewaffneten feindlichen Kauffahrteischlfse uch> das bereits am 4. Februar— man beachte das Datum— erfolgte Interview des Reichskanzlers mit dem Vertreter des„New York World" de- wiesen, auf durchaus irrigen, den verantwortlichen Leiter der Reichsgeschäfte unterschätzenden Voraussetzungen beruhten. Das alles hat sich im Schoß« der Kommission abgespielt, zu deren einer «chung auch der Staatssekretär des Auswärtigen, Herr I a g o w, erschienen war. Es hat in der Kommission auch nicht an starkem Widerspruch gegen die Auffassung und das Ver- halten der Mehrheit gefehlt, ein Widerspruch, der be- jonders von den Mitgliedern der Fortschrittlichen Volkspartei fach- lich begründet wurde und wobei auch daran erinnert wurde, daß eine Kommission des preußischen Landtages hier nicht nur Kritik übe. sondern auch Beschlüsse in Dingen empfehle, die nach dem unzweifelhaften Staats- und Reichsrecht zur Kompetenz des Reiches und seiner Vertretung gehören. Es ist in parlamentarischen Kreisen, wo man natürlich diese Vorgänge leb- 9 Mnog Oes Stolen MMts. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 15. Februar 1916. fW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz.• Südöstlich von J P e r u nahmen unsere Truppen nach ausgiebiger Vorbereitung durch Artillerie- und Minen- werferfeuer etwa achthundert Meter der eng- tischen Stellungen. Ein großer Teil der feindlichen Grabenbesatzuug'fiel, ein Offizier und einige Dutzend Leute wurden gefangen genommen. An der Straße Lcns— Bethuue besetzte» wir nach er- folgreicher Speugüng den Trichterraud. Der Gegner setzt die Beschießung von Leus und seiner Vororte fort. Südlich der S o m m e schloffen sich an vergebliche französische Handgranatenaugriffe heftige, bis in die Nacht andauernde Artillcriekämpfe an. Nordwestlich von ReimS blieben französische GaS- angriffsverfuche wirkungslos. In der Champagne erfolgte nach starker Feuer- Vorbereitung ein schwächlicher Augriff gegen unsere neue Stellung nordwestlich von Tahnre. Er wurde leicht ab- gewiesen. Oestlich der Maas lebhaftes Feuer gegen unsere Front zwischen Flabas und Ornes. Ein nächtlicher Gegenangriff der Franzose« ist vor der ihoeu entriffeueu Stellung bei O b e r s e P t gescheitert. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. An der Front der Armee des Generals Grafen von Bothmer fanden lebhafte Artillcriekämpfe statt.— Bei G ro b l a(am Seret nordwestlich von Tarnopolf schoß ein deutscher Kampfflieger ein russisches Flugzeug ab; Führer und Beobachter sind tot. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. ObersteHeereSleituug. « 9 Set SilmeUW GmniWMW. Wien, 15. Febrnar.(W.T.B.j Amtlich wird verlautbart: Ruffifcher Kriegsschauplatz. In Ostgalizien erhöhte Kampftätigkcft feindlicher Flieger ohne Erfolg. Nordwestlich von Tarnopol wurde ein russisches Flugzeug durch einen deutschen Kampfflieger zum Absturz ge- bracht; Insasse» sind tot. Italienischer Kriegsschauplatz. A» der Kärntner Front beschoß die feindliche Artillerie gestern nusere Stellungen beiderseits des Seisera- und Secdach- taleS iwcsltich Raibl). Um Mitternacht eröffnete sie ein heftige? Feuer gegen die Front zwischen dem Fclla- Tal und dem Wisch-Berg. Bei Flitsch griffen die Italiener abends unsere neue Stellung im Rombongedieie an; sie wurden unter großen Verlusten ab- gewiesen. Die heftigen Geschühkämpfe an der küstculändischen Front danern fort. Gestern früh belegte eines unserer Flugzeuggeschwader, bestehend aus elf Flug- zeugen, den Bahnhof»nd Fabrikanlagen in Mailand mit Bomben. Möchtige Rauchcntwickelung wurde beobachtet. Un- behindert durch Geichützseucr und Abwehrflugzeuge des Feindes bewirkten die Bcobachtungsofsiziere planmäßig den Bomben- abwurf. Der L» f t t a m p s wurde durchweg zu unseren Gunsten entschieden. Die feindlichen Flieger räumten daS Feld. Außerdem belegten mehrere Flugzeuge eine Fabrik vor Schio mit sichtlichem Erfolg mit Bomben. Alle Flugzeuge kehrte» wohlbehalten zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Stellvertreter de? Chefs des GeneralstabeS: von Hoefer. Feldmarschallcutnant. Haft besprach, geäußert worden, daß die Budgetkommission, Haupt- sächlich veranlaßt von dem konservativen Führer, den man früher zuweilen den ungekrönten König nannte, sich so etwas in die Rolle des Konvents verirrt habe, der mit starker Hand nicht nur in die Staatsleitung, sondern auch in die Kriegführung eingriff. Auch der offizielle Bericht, den die Kommission herausgibt, wollte über diese Vorgänge schweigen, und die Subkommission, die mit seiner redaktionellen Feststellung beauftragt war, hat es daher auch abgelehnt, einen Beschluß in das Protokoll auszunehmen, in dem die Kommission den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, nebenbei bemerkt auch ein einzigartiger Vorgang, ersucht, dem Reichskanzler und Ministerpräsidenten mitzuteilen, daß die Kommission es�im Interesse des Landes für schädlich erachten würde, wenn sich aus der Stellungnahme der Reichsleitung gegenüber Amerika die Konsequenz einer Einschränkung in unserer Freiheit ergäbe, einen uneingeschränkten und dadurch voll-wirksamen Unterseebootskrieg zum geeigneten Zeitpunkt gegenüber England aufzunehmen. 9 ♦ Sie hat' die Veröffentlichung dieses-Beschlusses nicht nur der sehr schwülstigen Stilistik wegen abgelehnt, sondern auch aus dem sachlichen Grunde, daß man in- dieser Zeit des angeblichen Burg» friedens nicht ein derartiges gegen den verantwortlichen Staats- mann und. nicht gegen diesen allein gerichtetes: Votum einer Kommission, also nicht einmal des Parlaments selbst, vor die Leffentlichkeit bringen wollte. Trotzdem hat in der gestrigen Kom- missionssitzung der Führer der Konservativen gegenüber der War- nung anwesender Regierungsyertretcr und dem Widerspruch der Freisinnigen und auch einiger Natiotialliberaler die Verösfent- lichung durchgesetzt, hat sie durchgesetzt, nachdem die Denkschrift der Reichsregierung über den Unterseebootskrieg und die Aeußerung des Reichskanzlers zu. dem amerikanischen Interview, in der aus- drücklich erklärt ist, daß er die Waffe des UniersscbooiSkrteges sich nicht aus der-Hand winden lassen könne, inzwischen verösfent- licht war." . Wir wollen dieser Darstellung mir hinzufügen, daß selbstverständlich auch der Vertreter der sozialdemokratischen Partei den Widerspruch, der. nach der Darstellung der„Frankfurter Zeitung" von-der Fortschrittlichen Volkspartei erhoben wurde, in der lebhaftesten Weise erhoben- hat,. und ztvar, bevor- der» schiedene Vertreter der Fortschrittlichen Volkspartei ihre Auf- fassung dargelegt hatten. Der sozialdemokratische Vertreter hatte natürlich auch jene Kompetenzbedenken gegen ein Ein- greisen des preußischen Abgeordnetenhauses bereits in der entschiedensten Weise zur Geltung gebracht und seine sehr ausführliche Darlegung ausdrücklich danlit motiviert, daß ihm das Anschneiden dieser zur Reichskompetenz gehörigen Frage wohl oder übel gebiete, auch innerhalb des preußischen Ge- setzgebungskörpers seine Meinung nachdrücklichst zu vertreteu. Die„Frankfurter Zeitung" und das„Berliner Tage- blatt" stehen allerdings mit ihrer Auffassung innerhalb der bürgerlichen Presse ziemlich isoliert, denn die Presse der Par- teisp/vyn denen der Vorstoß.in der Kommission des Äbgqprd- netenhänsss ausging, unterstützt- ganz entschieden. die Argu- mente ihrer Verträer in der Kommission. So erklärt die „Magdeburgische Zeitung", daß zwar dem Vorstoß der Abge- ordnetenhausmitglieder nicht die Absicht zugrunde gelegen habe, der Reichspolitik auf den rechten Weg zu verhelfen, daß sie es aber für ihre Pflicht gehalten hätten, aus vaterländi- scheu Beweggründen heraus ihre Meinung zu sagen. Den gleichen Standpunkt vertritt ein führendes Zentrumsblatt, die„Kölnische Volkszeitung", die das Drängen der Mit- glieder des preußischen Abgeordnetenhauses für durchaus be- rechtigt erklärt und deren Ansicht nach es klüger und der lorache dienlicher gewesen wäre,„wenn von amtlicher Stelle in dieser Frage nicht die Krone und nicht die oberste Heeresleitung vorgeschoben worden wäre". Auch die„Zentrums-Parla- ments-Korrespondenz" meint,„daß dem Fernstehenden die Erregung im politischen Tagesbericht der„Nordd. Allg. Ztg." über den Beschluß der Staatshaushaltskommission des preu- ßischen Abgeordnetenhauses, der im Volk eine durch- weg sympathische Aufnahme gesunden hat, nicht ver- ständlich ist". Natürlich meldet sich auch der Freiherr v. Zedlitz sofort wieder, um das Recht des preußischen Abgeordnetenhauses der Reichsregierung gegenüber zu verfechten. Der Reichstag sei nicht versammelt, die Presse kaltgestellt gewesen, deshalb habe wenigstens das preußische Volk durch seine geovdnete Vertretung seine Auffassung über den E-Bootkrieg kundgeben dürfen. Der Beschluß sei nicht von der Absicht diktiert gewesen, die Grenze der Zuständigkeit des Abgeordnetenhauses zu überschreiten, sondern habe lediglich bezweckt,„in so schwerer Stunde die Stimme des Volkes an der einzigen Stelle, an der sie sich zurzeit geltend machen kann. Gehör zu verschaffen". Die Veröffentlichung des Beschlusses habe dann auch nur den Zweck gehabt,„der öffentlichen Erklärung des Reichskanzlers, daß wir uns die E-Boottvaffe nicht entwinden lassen tonnen, starken Widerhall zn sichern und so die Bestrebungen zu unterstützen, uns die volle Freiheit in deren Anwendung zu wahren". Immer wieder begegnen wir also in der Presse der Ver- fechtcr der Resolution der preußischen Staatshaushaltskom- Mission der Lesart, daß durch sie nur die Stimme des beut- scheu Volkes ihren Ausdruck habe finden sollen. Eigentum- lich bleibt nur, daß diese Herren der Auffassung waren, daß es ihrer Rückensteifung erst bedurft habe, um die Neichsregie- rung auf den rechten Weg zu bringen. Sehr richtig betont auch die„Frankfurter Zeitung", daß diese Vorstöße gewisser Parteien in Preußen diesmal nicht zum erstenmal in Erscheinung traten. Bereits vor beinahe Jahresfrist konnte man in der preußischen Staatshaushalts- kommission ganz die gleichen Vorstöße aus denselben Motiven heraus beobachten. Daß im September vorigen Jahres diese Kritik in der gleichen Körperschaft nicht ihre turbulente Fort- setzung fand, lag nur daran, daß damals das preußische Ab- geordnetenhaus nicht zur Tagung versammelt war. Dafür erlebte man in der Presse ähnliche Vorstöße. Nicht nur in der deutschen Presse. Es ist deshalb ein wahrhaft kindliches Be- mühen, wenn die Arrangeure dieser Oppositionspolitik gegen die Reichsregierung sich jetzt so anstellen, als ob sie sich'bei ihrer Aktion im Grunde gar nichts gedacht hätten. der französische Tagesbericht. Paris, IS. Februar.(W. T. B.> Amtlicher Bericht von Montag nachmittag. Im ArtoiZ ließen wir südlich vom Wege Neuville-la Folie eine Mine springen. Südlich der Somme gestattete uns ein gestern am Schluß des TageZ von unseren Truppen gegen die deutschen Werke südlich von Frise unternommener Angriff, einige Teile der Schützengräben zu besetzen. Ein feindlicher Gegenangriff wurde durch unser Feuer niedergemäht. Eine deutsche Kompagnie wurde umzingelt und dezimiert. Ein Hauptmann und 70 Heber- lebende ergaben sich. Die Gesamtzahl der gegenwärtig in unserer Macht befindlichen Gefangenen beträgt etwa hundert. Auch mehrere Maschinengewehre blieben in unseren Händen. Nach Gefangenen« aussagen und nach der Zahl der auf dem Schlachtfelde liegen ge- bliebenen deutschen Leichname sind die feindlichen Verluste beträcht- lich. In der Champagne ließen wir im Laufe eines gestern vom Feinde östlich von der Straße Tahure— Somme- ä« Py ausgeführten Angriffes drei Minenkammern einer im voraus unter den vorgeschobenen Abschnitten, in die eS ihm einzudringen gelungen war, vorbereitete Mine springen. Feindliche Versuche, bis zu unseren Schützengräben zweiter Linie vorzu- dringen, scheiterten vollkommen. Trotz ernstlicher Verluste, die ihm durch die Explosion unserer Minen und durch unser Artillerie- fever zugefügt waren, behauptete der Feind diese vorgeschobenen Abschnitte. Im oberen Elsaß brachte gestern abend eine neue Unternehmung der feindlichen Infanterie östlich von Seppois, der ein heftiges Bombardement voraufging, die Deutsiben in den Besitz von ungefähr zweihundert Meter Schützengräben. Ein sofort unter- nommener Gegenangriff gab uns den größten Teil des Geländes zurück. Die sehr heftige Artillerietätigkeit in dieser Gegend dauert an. Paris, 16. Februar. sW. T. B.) Amtlicher Bericht vom Montagabend. In Belgien hat unsere Artillerie ein MunitionS- depot nördlich Boesinghe in die Luft gesprengt. Nördlich S o i s s o n s versuchte die feindliche Infanterie gestern abend nach einem heftigen Bombardement auf der Straße nach Terny und am rechten Ufer der AiSne vorzubrechen. Sie wurde durch unser Sperr- fcucr und das Feuer der Infanterie gleich niedergehalten. Auf dem Plateau von Bauclerc war das Feuer unserer Artillerie gegen einen Voriprung der deutschen Linie wirksam. In der Champagne herrschte sehr lebhafte Artillerietätigkeit in den Gegenden von Tahure, Massiges und Navarin, aber kein Jnfanterieangriff. Im Ober« e l s a ß beschoß der Feind östlich von Seppois kräftig die vorge- schobcnen Abteilungen, die wir im Laufe der Nacht zurückgenommen hatten. In der gleichen Gegend belegten wir feindliche Ver- stärkungen, die von Niederlarg her in kleinen Gruppen vorwärts zu konimen suchten, mit Sperrfeuer. Belgischer Bericht. Der Tag war verhältnismäßig ruhig. Im Abschnitt von Steenstraete wurde mit Bomben gekämpft. Unsere Batterien zersprengten einen deutschen Transport auf der Straße Dixmniden. Die englische Meldung. London, 14. Februar.(W. T. B.) Da» britische Haupt- quartier meldet: Der deutsche Funkspruch berichtet von 40 briti« schen Gefangenen, die in einem Gefecht bei Pilkem eingebracht worden sein sollen. Wir halten dort 11 Vermißte, von denen 8 wahrscheinlich gefallen sind. Die Leute hatten die Deutschen bis hinter ihre Gräben verfolgt und gingen uns dadurch verloren. Gestern fanden 17 Luftgefechte statt. Eine große feindliche Doppelmotormaschine mußte hinter den feindlichen Linien landen. Der Femd ließ innerhalb der letzten 24 Stunden sieben Minen springen. Südlich des Grabens 8 ging den Explosionen ein heftiges Bombardement voraus, dem ein schloacher Jnfanterieangriff folgte. Nur wenige Feinde erreichten unsere Gräben und wurden sofort mit Handgranaten vertrieben. Kriegsspfer unter öer belgischen und französischen Zivilbevölkerung. Berlin, 15. Februar.(W. T. B.) Auch im Monat Januar ist die Einwohnerschaft der von uns besetzten belgischen und französischen Gebiete durch das Feuer ihrer eigene» Landsleute und der Eng- länder wieder schwer getroffen worden. Eine sorgfältige Zusammen- stellung dieser Verluste ergibt folgende Ziffern: Tot sind 10 Männer, 18 Frauen und 12 Kinder; verwundet 28 Männer, 43 Frauen und 27 Kinder. Insgesamt sind während des vergangenen Monats in dem besetzten Gebiete also 133 Personen von ihren Landsleuten oder den Engländern getötet oder verwundet worden. Der russische Heeresbericht. Petersburg, IS. Februar.(W.T.B.) Amtlicher Bericht v o m 14. Februar. West front: Das lebhafte Feuer dauert auf beiden Seiten an. Zwischen Olai und der Insel Dalen(12 Kilo- meter südwestlich Riga) stellten wir gute Wirkung unserer Artillerie fest. Südlich Dünaburg verwendete der Feind Bomben mit er« stickenden Gasen. Kaukasus: Nach einer vorgestern in einem Fort der Festung AssyfstlaetSdga durch unsere Artillerie hervorgerufenen Explofion be- setzten wir daS Fort. Bei der Verfolgung der Türken machten wir von neuem zahlreiche Gefangene, erbeuteten sechs Geschütze und eine große Menge Munition._ Meldung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 14. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Kriegs- b e r i ch t. Am gestrigen Tage besonders heftige Artilleriekämpfe in der Gegend des oberen Jsonzo. von wo auch feindliche Truppen- bewegungen und große Tätigkeit bei den VerteidigungS« und AnnäherungSarbeiten auf feiten des Feindes gemeldet wurden. C a d o r n a. Oefterreichische§lieger über Mailand. Bern, 14. Februar.(W. T. 53.) Mailänder Blättern zufolge erschienen heute früh gegen neun Uhr über Mailand zwei oder drei aus der Richtung BreScia kommende österreichiscke Flugzeuge, die trotz heftiger Abwehrveschießung ungefähr eine halbe Stunde lang die Stadt überflogen und Bomben abwarfen. Einige Brände konnten rasch gelöscht werden. Militärischer Schaden soll, laut .Corriere della Sera' nicht entstanden sein, es gab nur Opfer unter Privatpersonen. Von Mailand stiegen italienische Flieger zur Ver« folgung auf. Mailand, 14. Februar.(W. T. 53.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Heute früh gegen neun Uhr erschienen einige Flieger über der Stadt. Sie wurden aus Abwehrkanonen heftig beschossen und von italienischen Fliegergeschwadern angegriffen. Die feind- lichen Flugzeuge verschwanden, nachdem sie einige Bomben ab- geworfen hatten. Der Sachschaden ist unbedeutend. Von der bürgerlichen Bevölkerung wurden sechs Personen getötet und einige verwundet. Bern, IS. Februar.(W. T. 55.) Agenzia Stesani meldet aus Vizenza, daß gestern feindliche Flugzeuge über Schio erschienen sind. Durch Bomben wurden sechs Personen getötet, andere verletzt. Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 14. Februar.(W. T. B.) Das Hauptquartier meldet: An der Irakfront wurde fest- gestellt, daß der Feind infolge des erfolggekrönten Ueberfalls, den wir am Vormittag des 7. Januar(?) gegen das eng- lische Lager von Bathia(bei Korna) ausführten, geflohen ist und alle Lagcräte, 500 Tote auf dem Platze gelassen hat. Außerdem wurde eine kleine feindliche Abteilung in dem gleichen Gefecht umzingelt und vollkommen aufgerieben. Weiter erlitt der Feind gelegentlich eines Ncberfalles, den wir gegen Suk el Schiuh, zwischen Korna und Nasria, unter- nahmen, schwere Verlust. Ein englischer politischer Agent wurde verwundet. An zwei Stellen wurden feindliche Hilfs- kräfte, deren Lager sich in der Umgebung befand, zum Rück- zug gezwungen, als sie zum Entsatz herbeieilten. Sie ließen eine Menge Gefallener auf dem Gelände. Bei Felahie und Kut el Amara keine Veränderung. An der Kaukasusfront nahmen im Zentrum die Vorpostengefechte an Heftigkeit zu und breiteten sich in den letzten Tagen an einigen Stellen bis zu den vordersten Teilen der Hauptstellung aus. Feindliche Angriffe wurden durch Gegenangriffe angehalten. Zwei russische Flugzeuge wurden durch unser Feuer beschädigt und zum Landen gezwungen. Sonst nichts Neues._ Scharmützel in Gsiafrika. London, 16. Februar.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen DureauS. Nach Meldungen aus Ostafrika, die bis zum IS. Jcmnar gehen, haben verschicidene erfolgreiche Scharmützel mit dem Feinde stattgefunden. Am 16. Januar wurde eine feind- liche Abteilung zurückgetrieben, die versuchte, Bomben auf der Ugandabahn zu legen. Zwei Tage später griff eine Patrouille eine feindliche Patrouille bei Mangu an. Der Feind zog sich zurück. An der Küste griffen unsere Truppen die feindliche Streitmacht an und trieben sie auf die Hauptmacht des Feindes zurück. Am 7. Januar griffen stoben Flugzeuge zwei feindliche Lager bei Voi an der Uganda bahn an. Am 10. Januar wurde wieder ein« feind- liche Abteilung, die feindliche Bomben auf der Ugandabahn legen wollte, zurückgetrieben. Sonst ist alles ruhig. (N o t i z d e s W. T. B.) Ueber den Inhalt und die Glaub- Würdigkeit dieser euRtermeldung ist an hiesiger amtlicher Stelle zurzeit nichts bekannt.) Kein deutsihes Kriegssihiff!m Kattegat gesunken. Berlin, 1k. Februar.(W. T. 95.) In den letzten Tagen sind wiederholt in der fremden Presse(Quelle Reuter) Nach- richten über den Untergang eines großen deutschen Kriegsschiffes im Kattegat verbreitet worden. Hierzu wird uns von zuständiger Seite mit- geteilt, daß alle derartigen Nachrichten auf v ö l l i g freier Erfindung beruhen. Zur Versenkung eines französischen Kreuzers. Paris, IS. Februar. hiiiihwimiw"![■■■ibmiim Mbgeorönetenhaus. 7. Sitzung vom Dienstag, den IS. Februar 1V1S, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Schorlemer, Shdow. Nach Vereidigung einiger Mitglieder des Hauses wird in die zweite Lesung des Etats eingetreten. Beim Etat des Stnatsministeriums werden die aus den Krieg bezüglichen allgemeinen Fragen wirtschaftlicher Natur besprochen. Abg. Dr. Hoesch(f.) berichtet über die Kommissionsverhandlungen betr. die Ernährungsfürsorge im Kriege. In der Frage der Kartoffelversorgung fordert die Kommission sofortige Erhebung über die im Lande vorhandenen Karloffelbestände und rechl�einoe Sicherstellung der zur Versorgung der Bevölkerung erforderlichen Mengen unter Wahrung der Wirtswafts- interessen der Produzenten. Bei der Besprechung der Gemüse« Versorgung kritisiert der Berichterstatter, daß die Höchstpreise für Gemüse s. Z. vom Bundesrat viel zu niedrig festgesetzt worden sei. Die Händler hätten bei jenen Preisen absolut nicht bestehen können. Erst noch 2'/z Monaten habe der Bundesrat jene für den Gemüsebau direkt vernicbtenden Preise durch höhere ersetzt. Tie Kommission beantragt, dag schon jetzt Organiiationen geschaffen werden, die den Gemüseabsatz 1916/17 zu bestimmten angemesienen Preisen ermöglichen und die Ronservierung des nicht frisch zu ver« wendenden Gemüses unter Heranziehung der Konservenfabriken sichern. In der Frage der Fleischversorgung fordert die Kom« Mission vor allem Förderung der Schweinezucht durch billige Abgabe von Futtermitteln an kleinere Landwirte und Gemeinden oder Ge- nosienschaslen. Zur Behebung der Bulterknappheit hat die Regierung wirksame Maßnahmen ergriffen, die Buttereinfuhr auS dem Aus« lande ist aus daS Dreifache gegen die frühere Friedens- zeit gestiegen. GrotzeS ist auch von der deutschen Wissenschast geleistet worden in der Besorzung künstlicher Düngemittel. Die Hauptaufgabe der Regierung ist die Förderung der Produktion im Jnlande, damit wir in jeder Beziehung unabhängig vom AuS- land werden.(Bravo I) Abg. Hoff(Vp.): Trotzdem die Tore des Orients durch die bewunderungswürdigen Leistungen unserer tapferen Truppen gesprengt find und der Handels- weg Berlin— Bagdad uns offen steht, bedarf eS doch zur Versorgung unseres Volkes mit Nahiungsmitleln weiterer zielbewutzter Masi» regeln der Regierung und der verständnisvollen Mitarbeit aller Swicbten des Volles. Die Lelstungen der Landwirtsckast für die Vollsernährung sowohl im Frieden wie im Kriege erkennen wir durchaus an. Doch ist die Steigerung der Produktion der Land« Wirtschaft nicht erst mit der Zollgesetzgebung eingetreten, fondern schon zu Beginn der Aer« Caprivi.— Zur Frage der Versorgung mit Brotgetreide beantragen meine politischen Freunde, die Regierung zu ersucben, rechtzeitig Maßnahmen zu treffen, um das Brotgetreide aus der kommenden Ernte wirksamer als bisher gegen Verfürterung zu sichern. Für strengste Verhütung der Verfütlerung von Brotgetreide und anderer pflanzlicher Nabrungsmitiel hat sich erst vor wenig Tagen auch Graf Schwerin-Löwitz ausgesprochen. Wir können nur durchhalten, wenn wir das Brotgetreide in der denkbar besten Form, als Brot, dem Volke zuiühren. Gelingt es uns, die Brotration zu erhöhen, so ist auch eine Herabsetzung des Fleischverbrauchs eher zu ertragen. Eine dauernde Verringerung.des Fleischkonsums würde allerdings unsere Landwirtichasi ruinieren. Den Vorschlägen der Kommission zur Frage der Fleischversorgung stimmen wir zu. Entschie« denen Protest erheben müsien wir gegen die Ausfuhrverböte für lebendes Vieh, die manche Staaten, wie Mecklenburg, Bayern, Hessen, erlassen haben. Solche Verbote sind mit dem bundesstaailicken Charakter des Reiches unvereinbar.(Sehr richtig I links.) In der äußerst wichtigen Karloffelveriorgung darf es nicht so Weiler gehen wie bisher. Wir verlangen mit der Kommission, falls notwendig. Beschlag« nähme der Kartoffelbestände. Möge es der Reichskartoffelstelle, die sich bisher nicht als guter Hausvater in der Verwaltung des Schatzes von bs Millionen Tonnen Kartoffeln erwiesen hat, sowie den Ge« mcinden gelingen, in Zukunft die Kartoffelversorgung bester zu sichern. Die Erhöhung der Karioffelhöchstpreise war ein äußerst bedenklicher Schritt.(Sehr richtig! links.) Wenn die Kommission jetzt für seine Speisekartoffeln höhere Preise verlangt, so lehnen wir das nach den Erfahrungen im vorigen Jahre mit den „Saatkartoffeln" ab. Redner befürwortet weiter einen Antrag der Volkspartei aus Gewährung von Zuschüssen des Staats und Reichs an Kommunen und Kommunalverbände, um diese in die Lage zu versetzen, in Notfällen der minderbemittelten Bevölkerung unentbehrliche Nahrungsmittel zn einem unter dem Erwerbspreise liegenden Preise zur Vorfiigung zu stellen.(Bravo! links.) Abg. v. Ocrtzeu(fl.): ES war ein Fehler, daß die Brotrationen seinerzeit erhöht wurden. Ihre spälere Wiedcrherabsetzung mußte natürlich große Erbitterung im Volke erzeugen. Bei den Zusatzkarlen müssen vor allem die Arbeiter berücksichtigt werden.— Was die Kartoffeln an» langt, so werden im Frieden 60 Proz. der Karrosteln verfüttert. Das weiß jeder, der landwirtschaftliche Verbältniste kennt. Wenn nun Karioffeln nickt mehr veriüllert werden sollen, muß jedenfalls für genügenden Ersatz von billigen Futtermitteln gesorgt werden. (Bravo! rechts.) Wg. Westermann(natl.): Die Erhöhung der Brotrationen war auf Grund der damaligen Schätzungen des Bestandes durchaus begründet. Was den Kar- toffelmangel im vorigen Jahre anlangt, so liegt die Schuld allein daran, daß der Bundesrat mit seinen Verordnungen immer zu spät kam. Die Produzentenhöchstpreise hätten früher erhöht werden müssen.(Sehr richtig! rechts.) Deswegen brauchten die Kleinver- kaussvreise noch nicht herausgesetzt zu werden. Die für die Volks- ernährung nötigen Kartoffeln müssen eventuell beschlagnahmt werden; der Gemüsebau bedarf der Förderung. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf M.i t t- woch, 11 Uhr. Schluß gegen 6 Uhr.____ Ms öer öuögetkommission des Mgeorönetenhaufes. Der verstärkte Ausschuß des Abgeordneten- hauies für den Staatshaushalt begann am Montag die Beratung des Etats des Mini st er i ums des Innern, genehmigle die Einnahmen und Kap. 83(Ministerium) der Ausgaben. Auf Anfrage des Berichterstatters über die Zulassung der galizischen Wanderarbeiter erwidert der Minister: Die SiaatSregierung ist fortgesetzt bemüht gewesen, die im russi- schen Okkupationsgebiet infolge der KriegSverhällnffse brachliegenden Arbeitskräfte der inländischen Volkswirtschaft nutzbar zu machen. Es ist auch talsächlich gelungen, eine nicht unerhebliche Anzahl von � russiichen Arbeitern unseren Landwirljchasls» und Industriegebieten zu«-! j zuführen. Anfänglich bei der Anwerbung entstandene Schwierigkeiten 'sind überwunden worden. Paßschwiengkeilen werden den Arbeitern, die in geschlosienen Trupps von der Deutschen Arbeiterzentrale her- übergeleitet werden, nicht gemacht. Die in unmittelbarem Grenz- verkehr hin- und herpenvelnden Arbeiter bedürfen allerdings eines 28 Tage gültigen Grenzausweiies, der bisher 2 M. loslete. Meine Bemühungen, eine Herabsetzung dieser Gebühr herbeizuiühren, haben jetzt zu dem Erfolge geführt, daß fortan die Gebür nur noch 59 Pf. betrafen soll. Die Anzahl der bei unS beschäftigen österreichischen Arbeiter ist im Verg eich zur FriedenSzeit natürlich erheblich zu- sammeiigeichrumpst. da ein großer Teil von ihnen der heimischen Wehrpflicht genügen muß. Im übrigen haben die Landwirtschasis- kammern und die Deutsche Arbeiterzentrale möglich st viele Arbeiter auch aus Oesterreich, insbesondere aus den galizischen Flüchtlingslagern, einzusühren gesucht. Im Frühjahr l91ö waren in dieser Beziehung Schwierigkeiten entstanden, die leider erst im Mai behoben werden konnten, sodaß der Arbeilerzufluß aller- dings eine empfindliche Hemmung erlitten hat. Wegen der An- Werbung von österreichischen Arbeitern sür da» lausende Jahr sind Verhandlungen mit der österreichlichen Regierung eingeleitet, die hoffentlich zu einem befriedigenden Ergebnis führen werden. Der Minister des Innern erklärte, daß die Gemeinden durch die Kriegswohlfahrtspflege steigenden Ausgaben gegenüber- gestellt werden, der preußische Staat übernehme nur ein Drittel der Kosten der Kriegswohlfahrispflege. Viele Gemeinden sind auch durch Aufwendungen für Textilarbeiter in Anspruch genommen, wofür Staat und Reich Zuschüsse leisten. Der Anleihemarkt sei den Ge- meinden fest verschlossen und zu einem höheren Zinsfuß dürfen sie auS Rücksicht auf das Reich und auf die Hypothekenverzinsung nicht übergeben. Künftig werden die Gemeinden ihre Steuerquellen und Wirtschaslsbeiriebe weiter entwickeln und außerdem Sparsamkeit walten lassen müsien. Ein fortschrittlicher Berliner Abgeordneter führte au«, daß die Gemeinden einen gewissen Anhalt haben müßten, was sie vom Reiche für die Kriegsbeschädigtensürsorge wieder erhalten würden. Von den l lv Millionen würde hierfür nur sehr wenig verwendet werden können. Die Ueberlaswng der Gemeinden werde gewallig steigen. Berlin werde einen Gemeindesteuersatz von löv Proz. erbeben müssen, wobei die über 109 Millionen Mark beiraoenden Ausgaben für Kriegsfür- sorge nicht berechnet seien. Die Erschließung neuer Steuern sei sehr zweiselhasi, da Reich und Staat die zur Verffipung stehenden Quellen vorwegnähmen. ES sei eine Aenderung des Kommunal- abgabenwesenS notwendig und ebenso eine Erleichterung der Lasten der Gemeinden.— Eine recht baldige Zuteilung der Staats- beirräge an die Gemeinden wurde als erwünscht bezeichnet. Im weiteren Berlauf der Sitzung wandle sich die Erörterung den Sparkassen zu. Es wurde mitgeteilt, daß bei den Spar- lasse» ani alle drei Kriegsanleihen 4.649 Milliarden Mark gezeichnet wurde«, davon 1,115 Milliarden auf eigene Rechnung. Der Bestand der Sparkaffen habe im Jahre 1915 eine Erhöhung um 2 Milliarden Mark erfahren. Ueber die Einwirkung des Kriege? auf die innere Verwalwng wurde mitgeteilt, daß u. a, über 99 Proz. der RegierungS- r e f e r e n d a r e mit der Waffe ins Feld gerückt sind. Das Not- eramen, daS daraufhin eingeführt wurde, verlies günstig. Die Be- sürcktung, daß ungenügend vorgebildete Elemente in den Verwal« tungsdienst gelangten, sei unbegründet. Die Kommission, die einen großen Teil deS Voranschlag« der inneren Verwaltung erledigte, vertagte die Weiterberatung auf Mittwoch abend. Erhöhung öer Schweinepreise. Am 4. November vergangenen JähreS veröffentlichte der Bundesrat eine Verordnung über Höchstpreise für Schweine und Schweinefleisch. Die Preise für Schweine wurden nor- miert„beim Verkauf von Schweinen zur Schlachtung", woraus hervorging, daß damit Preise an den Viehmärkten gemeint waren. Die Schweinezüchter indessen legten es dahin aus, daß sie diese Preise„ab Stall" verlangten. Schon dadurch wurde die Zufuhr stark unterbunden: wenn der Landwirt 100 M. pro Zentner verlangte, so konnte der Händler nicht für 100 M. verkaufen, da er die Transport- kosten und sonstigen Spesen zu tragen hat. Man hatte am grünen Bundesratstisch sich nicht um die Bedingungen des Schweinehandels gekümmert, wie man überhaupt sich dort die Aufgabe sehr vereinfacht, ohne sich viel um die Folgen zu kümmern. Jetzt korrigiert sich der Bundesrat: es werden „Stallpreise" eingeführt:„Beim Verkauf von Schlacht- schwcinen durch den Viehhalter— heißt es— darf der Preis soundsoviel nicht übersteigen. Die Preise für den Handel soll dann die Landesbehörde bestimmen und die Preise für Schweinefleisch im Kleinhandel die Kommunen. Das ist alles schön und gut. Nur— die Schweine- preise erfahren eine gewaltige Erhöhung! Nehmen wir Berlin: Bisher galten� folgende Preise pro Zentner Lebendgewicht für„normale" Schweine im Ge- wicht von 80 bis ILO Kilogramm 100 M., für leichtere— 60 bis 80 Kilogramm— 85 M., für Läuferschweine— unter 60 Kilogramm— 70 M.. für Sauen 95 M.; für vollgemästete schwere Schweine erhöhte sich der Preis: bei Schweinen über 100 bis ILO Kilogramm um 10 Proz., bei Schweinen über ILO Kilogramm um 20 Proz. des Preises für„normale" Schweine. Das waren also die Preise, die am Berliner Vieh- hos nicht überschritten werden durften. Jetzt gelten für die Provinz Brandenburg und den Stadtkreis Berlin folgende „Stallpreise": Pro Zentner Lebendgewicht für Schweine im Gewicht von 90 bis 100 Kilogramm 100 M., für solche im Gewicht von 80 bis 90 Kilogramm 90 M., von 70 bis 80 Kilogramm 80 M., von 60 bis 70 Mogramm 75 M.. unter 60 Kilogramm 70 M. Für vollsteischige, ge- mästete Tiere erhöht sich der Preis bei Tieren im Gewicht von 100 bis 110 Kilogramm um 10 Proz., bei solchen von 110 bis 120 Kilogramm um 15 Proz.. bei 120 bis 140 Kilogramm um 20 Proz., bei solchen über 140 Kilogramm um 25 Proz. — Zum Verkauf kommen in Berlin in der Hauptsache voll- fleischige Schweine, die zumeist ein Gewicht über 150 Kilo- gramm haben. Für diese galt bisher ein Marktpreis von 120 M. pro Zentner. Jetzt gilt für die Mark Branden- bürg ein Stallpreis von 125 M. pro Zentner. Der Stallpreis wird also um 5Mark höher an- gesetzt als der bisherige Marktpreis. Äie der neue Marktpreis von der Landesbehörde an- gesetzt werden wird, weiß man noch nicht. Jedenfalls muß er aber höher sein, als der Stallpreis, da Transportkosten und Händlergewinn hinzukommen. Für den Preis von Schweinefleisch im Meinhandel galt bisher folgendes: der Höchstpreis durfte 140 Prozent des Preises für das Lebendgewicht der„normalen" Schweine im Gewicht von 80 bis 100 Kilogramm nicht übersteigen. Da ! diese„normalen" Schweine in Berlin 100 M. pro Zentner, 1 gleich 1 M. pro Pfuad kosteten, ergab sich ein Schweinefleischpreis- von 1,40 M. pro Pfund. Wie die Gemeinde jetzt den Preis festsetzen wird, weiß man auch noch nicht. Da aber die Preise am Viehmarkt stark erhöht werden, so werden die Fleischpreisc zweifellos auch erhöht werden. � Das Resultat ist also: die landwirtschaftlichen Produzenten haben ihren Willen erzwungen, für sie bedeutet die Erhöhung der Preise erheblichen Gewinn. Werden sie jetzt mit den Schweinen herausrücken? Der Bundesrat hofft es offenbar, sonst wäre es unverständlich, warum er in eine so starke Erhöhung der Preise willigt. Man wird sich am Bundesratstisch mit dem Grundsatz ge- tröstet haben, daß teureres Fleisch immer noch besser ist als gar keins. Es ist aber die Befürchtung nicht abzuweisen, daß auch diese Erhöhung des Preises den Appetit der Viehzüchter nicht befriedigt, daß sie im Gegenteil dahin kalkulieren werden: haben wir durch das Zurückhalten der Schweine höhere Preise erzwungen, so werden wir durch konsequentes Festhalten an dieser Taktik auch noch mehr erreichen. Nach allen bisherigen Erfahrungen liegt diese Gefahr sehr nahe. Was aber dann? Uns scheint diese Methode von Grund aus verfehlt. Es kann nur durch die Geltungmachung der Staatsgewalt gegen- über dem Privatinteresse, durch Beschlagnahme der sür die Ernährung der Bevölkerung notwendigen Produkte dem Schlimmsten vorgebeugt werden und je länger man damit zögert, desto schwieriger wird die Lösung. Mus öer Partei. Stellungnahme zur Fraktionshaltung. Der sozialdemokratische Verein Breslau nahm in einer von mehr als 499 Mitgliedern besuchten Versammlung zur Frage der Kreditbewilligung für den Krieg Stellung. Eingeladen waren die Reichstagsabgeordneien Bauer für Breslau-Ost und Bernstein für Breslau-West. Genosse Bernstein, der auf dem Standpunkt der Mmderhett steht, war leider durch Krankheit am Ericheinen ver- hindert, was allseitig bedauert wurde. Nachdem Genosse Bauer den Standpunkt der Mehrheit begründet, folgte eine lange Aussprache, die von Rednern beider Richiungen sachlich und im kameradschaft- lichsten Sinne geführt wurde. Zuletzt kam folgende Resolution ab- schniltweise zur Abstimmung: „Die Mitgliederversammlung gedenkt mit Dank der opfermütigen Brüder im Felde, die unser Land und unser Volk mit ihrem Leibe vor den Schrecken der Verwüstung schützen. Sie stimmt den vielfachen Bemühungen de? sozialdemokratischen Parteivorstandes zur Berständigung mit den Genossen der gegnerischen Länder zu, und iittet ihn, diese Bemühungen im Interesse der Herbei- führung des Friedens fortzusetzen. Salange die Rogterungen der feindlichen Länder keine Friedens- bereitichafl zeigen, bleibt es die Pflicht der deutschen Sozialdemo- kralie, die Mittel zur Abwehr der Gegner zu gewähren. Die Versammlung bedauert deshalb die Abionderung der 29 Ab- geordneten der Minderheil und kann sich dem Standpunkt ihres leider heule wcjjen Krankheit ausgebliebenen Abgeordneten Bernstein, der an der Sonderatlion teilnahm, nicht anschließen. Die Breslauer Genossen fordern von allen Gliedern der Partei. daß sie die Einigkeit und die Geschlossenheit unserer Bewegung be- hüten und damit die höchste Pflicht gegen die Kämpfer im Felde und dir' Fantttien. unserev gesatlenem Mitkämpfer erfüllen." Die- beiden ersten und der' letzte Absatz wurden einstimmig an« genommen, während sich gegen den dritten neun, gegen den vierten zehn oon den mehr als vlerhun'dert Stimmen erhoben, so daß der Standpunkt der FraitionSmehrheit fast einstimmig gutgeheißen wurde. » Eine Konferenz der Funktionärs de? Wahlkreises Sachsen- Alten bürg nahm nach einem eingehenden Referat des Abgeord- neten des Kreises, Genossen Käppler, und nach umfangreicher sachlicher Aussprache gegen zwei Stimmen eine Resolution an, nach der die Konferenz erklärt, auch heute noch mit der Haltung der Mehrheit der Reichstagsfraktion einverstanden zu sein, da nach dem Verhalten der Entente noch nicht daran zu denken ist, daß die Reichsqrenzen als gesichert angesehen werden können. Das Verhalten der Minder- heil sex deshalb nicht nur zu bedauern, sondern zu verurteilen. Weiter heißt eS in der Resolulion:„Die Gegner find zum Frieden noch nicht geneigt— einzelne Stimmen, die laut werden, sind kein Beweis vom Gegenteil— so daß keine Möglichkeit sür Deutschland besteht, Frieden anzubieten. Die Haltung der Mehrheil der Reichstagsfraktion ist demnach folgerichtig, und es muß auch der Fraktion das Recht gewährt werden, ihren Beschlüssen bindende Kraft zu geben, denn mittelbar handelt die Fraktion als Organ der Partei; llnterordnung unter sie muß unter allen Umständen gefordert werden. Es ist deshalb das Vorgehen der Zwanzig als Disziplinbruch zu werten, der die Partei schädigt. Unsere Aufgabe muß jedoch sein, die Einheit der Partei aufrechtzuerhalten. Das Verhallen der Minder- hell ist aber nicht dazu geeignet." « Eine Kreiskonferenz für den Wahlkreis Rothenburg- Hoyerswerda, die von 18 Delegierten besucht war. nahm nach einem Referat deS Reickstagskandidotcn G i r b i g eine Resolution an, welche die Politik der Mehrheit der Reichstagsfraktion billigt und die Ablehnung der Kredite durch die 29 Genossen von der Minderheil mißbilligt. Einstellung eines Verfahrens. Gegen den Genossen Dr. Ernst Meyer, Redakteur des„Vor- wärts", war im Dezcinber v. I. ein Veriahren wegen Uebertietung des PreßqesetzeS eingeleitet worden. Die Ucberlretung wurde m dem Druck der Eingabe an den Parteivorstand vom 3. Juli v, F.(Ant- wor! aus daS Friedensmanifest deS Parteivolstandes) gesehen. DaS Verfahren ist nun am 11. Februar eingestellt worden. Ms Groß-öerlin. Erweiterung der Kriegsfürsorge. Die unterm 21. Januar 1816 erlassene neue Bundes- ratsverordnung bezüglich der Unterstützung von Familien der in den Heeresdienst eingetretenen Mannschasteil (mitgeteilt im„Vorwärts" vom 28. Januar) hat den Kreis der Unterstützungsbcrechtigten erwcitevt. Hiernach müssen die Gemeinden in Ausübung der Kriegssürsorge die entsprechenden Maßregeln treffen und für die neu hinzukommenden Unter- stützungsempsängcr die nötigen Mittel bereitstellen. In Berlin hat der Magistrat jetzt bei der Stadtverordneten- Versammlung beantragt, sich damit einverstanden zu erklären, daß auf Grund jener Bundesratsverordnung 1. den Angehörigen von Mannschaflen, die sich in Erfüllung ihrer gesetzlichen aktiven Dienstpflicht befinden, soweit sie nach den bisherigen Bestimmungen überhaupt nicht oder nur in be- schränkten! Matze unierstiitzungsberechrigt waren, 2. den Angehörigen von Reichsangebörigen. die an der Rück- kehr aus dem Ausland infolge feindlicher Maßnahmen ver« Lindert oder vom Feinde verschleppt worden find, auch soweit letztere nicht mehr im wehrpflichtigen Alter stehen, 3. den Pflegeeltern und Pflegekindern die Familienunterstützung und der städtische Zuschuß in gleicher Weise wie den bisher schon zum Empfang der Kriegsunterstützung berechtigten Verwandtenklassen gezahlt wird. Regelung der Butterverteilung. Gestern hat im Berliner Nathause unter Borsitz des Ober- bürgermeisters Mermuth eine Besprechung zwischen Berlin und Vertretern sämtlicher Nachbarorte einschließlich der Kreise Teltow und Niederbarnim über die künftige Regelung der Butterversorgung stattgefunden. Veranlaßt wurde die Beratung dadurch, daß an die- jenigen Städte, welckie ausländische Butter und inländische Kon- tingentsbutter vom Reichseinkauf erhalten, das Verlangen gestellt worden ist, für die Zeit von etwa Anfang März ad eine Kontrolle der Butterverteilung von Gemeindewegen einzuführen. Die hierüber unter den Groß-Berliner Gemeinden gepflogenen Beratungen haben zu einem völligen Einvernehmen geführt. Strenge Ueberwachung des GemuschandelS. Die Preisprüfungsstelle Groß-Berlin sieht sich, besonders im Hinblick auf die nunmehr eingetretene Neuregelung des Handels mit Gemüse, Zwiebeln und Sauerkraut veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß in Zukunft die Ueberwachung des Handels mit ausländischem Weiß-, Rot- und Wirsingkohl nach den nunmehr gültigen Be- stimmungen streng durcbgeführt wird. Insbesondere wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Händler verpflichtet stnd, den Beauf- tragten der Preisprüfungsstelle nach§ 6 der Bundesratsverordnung vom 25. September 1915 über alle Tatsachen Auskunft zu erteilen, unter anderem ihnen auch Rechnungen, Frachtbriefe usw. vor- zulegen.___ Berufsvormundschaft für Geisteskranke. In der gestrigen Sitzung der Deputation für die städtischen Irrenanstalten wurde u. a. beschlossen, mit den Pflegschaften oder Vormundschaften für die in der.Irrenanstalt in Buch untergebrachten Kranken versuchsweise einem bei dem städtischen VormundschaftSamt angestellten Berufsvormund zu betrauen. Die Beiratsstelle für entlassene Geisteskranke hat infolge der durch den Krieg verursachten mannigfachen Schwierigkeiten in dem letzten Verwallungsjahre sich daraus beschränken müssen, ihre Für- sorgetötigkeit im alten Umfange ausrecht zu erhallen. Trotz der Unbeständigkeit der Erwerbsgelegenheiten konnten in- besten die Pfleglinge in größerer Zahl als sonst zur Bestreitung ihres Unterhaltes ganz oder teilweise herangezogen werden. Gestohlene Kunstwerke. Ein Diebstahl von Kunstwerken ist im Westen der Stadt verübt worden. Aus einem Atelier in der Königin-Augusta-Straße sind aus bisher noch unaufgeklärte Weise drei Bronzestatuen eines ver- storbenen großen Künstlers verschwunden. Es kann nur die Zeit vom 28. Januar bis 9. Februar in Betracht kommen. Während dieser Zeit haben Fuhrleute vor dem Hause abgeladen. Man ver- mutet, daß bei dieser Gelegenheit die Kunstwerke aufgeladen und mitgenommen worden sind. Sie sind so schwer, daß sie ohne Fuhr- werk gar nicht weggeschafft werden konnten. Ueber ihren Verbleib ist bis jetzt noch nichts ermittelt. Möglich ist, daß die Statuen als Werke von hohem Kunstwerte Liebhabern angeboten werden. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß man versuchen wird, sie durch Einschmelzen zu Geld zu machen, weil auch die Bronze an sich einen erbeblichen Wert hat. Es handelt sich um einen Halbakt in Bronze, der eine Tänzerin, mit Schleier darstellt. Die Gestalt stützt die rechte Hand auf die Hüfte und läßt die linke gerade herunter- fällen und auf ein durchschnittenes Tamburin aufstützerr. Der Körver der lebensgroßen Gestalt, die 3—1 Zentner wiegt,, ist aus Goldbronze, der Schleier aus grüner Bronze. Das Werk ist KOCK) M. wert. Die zweite Gestalt ist ein Ganzakt, eine stehende Tänzerin mit geichlostenen Beinen und erhobenen Händen, die einen Schleier hintenüber hält. Die Figur ist 60 Zentimeter hoch und aus grüner Bronze und 2000 M. wert. Die dritte Bronzegestalt stellt die Jtalia dar und ist 70 Zentimeter hoch. Sie ist schwärzlich braun, ebenso das Gewand.. Der Körper ruht auf dem linken Bein, während das reckte auf dem Sockel steht. Die Jtalia trägt Diadem und Krone Ihr Wert beträgt 2500 M._ Raubmordversuch in Teltow. In Teltow ist vorgestern am hellen Tage ein Raubmordversuch verübt worden, der das Städtcken im große Aufregung versetzt hat. Gegen 11 Ubr vormittags erschien am Montag in dem Zigarren- geickäst von Jakob in der Berliner Str. 8 ein unbekannter Mann, der der allein im Laden anwesenden Frau Jakob einen Brief über- reichte, aui dessen Beantwortung er warten wollte, �zn dem Augen« blick, in dem die Frau den Brief öffnen wollte, versetzte der Mann ihr mit einem bereit gehaltenen schweren Hammer mit langem Stiel über den Ladentisch hinweg einen wuchtigen Schlag gegen den Kopf. Glücklicherweise hatte Frau J„ der der Unbekannte von vornherein toenig vertrauenerweckend erschien, die verdächtige Bewegung des Mannes � bemerkt und sich unwillkürlich zur Seite ge- neigt. Das war ihr Glück, denn sonst hätte der wuchtige Schlag sie mitten auf den Kopf getroffen und sie wahrscheinlich getötet. So streifte der Hammer sie nur an der rechten Kopfseite, Ivo er eine klaffende Wunde verursachte. Nun rief die Ueberfallene laut um Hille und versuchte auf die Straße zu eilen. Daran wurde sie jedoch von dem Räuber gehindert. Trotz ihrer Verletzung gelang es aber der mutigen Frau, dem Burschen den Hammer aus der Hand zu reißen, sich von ihm zu befreien und auf die Straße zu laufen. Der Täter wurde von Passanten, die durch die Hilferufe der Frau aufmerksam geworden waren, verfolgt und nach einer wilden Jagd eingeholt und überwältigt. Auf dem Polizeibureau wurde der Festgenommene als der 31jährige Arbeiter Toporski fest« gestellt. T., der aus Lodz bei Posen stammt, war mehrere Monate hindurch bei den Kläranlagen Rihlsdorf in der Nähe von Teltow beschäftigt gewesen und dort vor kurzem entlasten worden. Der Räuber wurde dem Amtsgericktsgesängnis zugeführt. Er hat ein« gestanden, daß er die'Ladenkasse plündern wollte und entschloffen war. sich ihm entgegenstellende Personen mit dem schweren Hammer niederzuschlagen. Frau I. mußte zwar ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, kann aber bereits wieder das Geschäft versehen. /tos öen Gemeinden. Lebensmittelfragen in der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung. Die sozialdemokratische Fraktion hatte zu der Sitzung am Mon- tag folgenden Dringlichkeitsantrag eingebracht: Auf dem Gebiete der Lebensmiltelversorgung und Verteilung umgehend Vorkehrungen zu treffen, die verhüten sollen, daß Unzuträglichkeiten und Ungerechtig- keiten, die sich beim Verkauf von Butter, Margarine ujw. entwickelt haben, weiter bestehen können. Ferner ist dafür zu sorgen, daß die Bevö�erung genügend gute Speisekartoffeln erhält, deren Preis den Höchstpreis nicht über- steigen darf. Dringend notwendig ist es, den Ein- und Verkauf von Schweine- fleisch in rohem und geräuchertem Zustande unverzüglich zu orga- nifieren. Die Verteilung der Lebensmittel ist so zu gestalten, ähnlich der Brotkarte, daß ein jeder berücksichtigt wird. Genoffe Küt er führte begründend au?, daß sich der Einkauf von Butter, Margarine und anderer Lebensmittel immer unzuträg- licher gestalte. Bereits um die Mittagszeit stellen sich große Mengen von Käufern an, um nach stundenlangem Warten in Wind und Wetter etwas Ware zu ergattern; häufig komme es vor, daß die Wartenden mit leeren Händen nach Hause gehen müßten. Vielen sei es überhaupt nicht möglich, sich in Besitz von Fettwaren zu setzen, da Arbeitsbehinderung dies nicht zulasse. Auch ein Mangel an guten Speisekartoffeln mache sich recht fühlbar. Da die Brot- kartenration gekürzt sei, so müssen um so mehr Kartoffeln verzehrt werden. Dem Ein« und Verkauf von Schweinefleisch müffe näher getreten werden. Jetzt sei es einem Glücksumstand zu danken, wenn jemand in den Besitz von Schweinefleisch gelange. Besonderer Wert bei der Lebensmittelversorgung müsse darauf gelegt werden, daß jeder auf ein bestimmtes Quantum ein Anrecht erhält, ohne stunden- lang bei Wind und Wetter auf der Straße stehen zu müssen. Stadtv. M e h e r(Lib. Frakt.) hält eine Lobrede auf die Volks- und Mittelstandsküche. Stadtrat Leicht bemerkt zu der verlangten Einführung der Butterkarte, daß diese jedem einzelne» ein Recht auf Butter ein- räume und das sollte vermieden werden. Die Höchstpreise könnten nicht herabgesetzt werden, da sonst die Zufuhr abflauen würde. Die Borberatungen über Einführung der Butterkarte sind ihrem Abschluß nahe. Stadtrat Jacobs erklärt, in den städtischen Fischhallen werden dauernd gute Speisekartoffeln verkauft und habe auch Mangel daran niemals bestanden. Irgendwelche Klagen möchten ihm sofort mitgeteilt werden und es werde demgemäß eingegriffen werden.— Stadtv. Bester sLib.) stellt den Antrag, einen Ausschuß einzusetzen, der die vorgebrachten Beschwerden prüfen solle. Dem wird zu- gestimmt. Hierauf wurde beschlossen, die Kur« und Verpflegungssätze des Augusta-Viktoria-KrankenhauseS zu erhöhen. Neuaufzunebmende ein« heimiiche Patienten zahlen pro Tag 3,50 M., auswärtige zahlen 4,50 M. für die 3. Klaffe; in der 2. Klasse werden von einheimischen Patienten 8 M. und von auswärtigen 9 M.; in der 1. Klaffe von einheimischen 14 M., von auswärtigen 15 M. erhoben. Hierauf folgte eine geheime Sitzung. Verkauf von ausländischem Schmalz in Pankow. vom beutigen Tage ab wird in den durch Anschläge bekannt gemachten Geschäften bis auf weiteres ausländisches Schmalz, gegen Vorzeigung der Berechtigungskarte zum Bezüge von Schmalz, ver- kauft werden. Der Verkauf des Schmalzes an das Publikum findet in der Weise statt, daß einzel stehende Personen auf die ihnen aus« gehändigten Berechtigungskarten zum Bezüge von Schmalz wöchent- lich V« Pfund, Familien auf jede Karte wöchentlich l/s Pfund Schmalz entnehmen können. Der Verkaufspreis beträgt 1.65 M. für Va Pfund und 0,83 M. für Vz Pfund. Die Verkäufer sind verpflichtet, beim Verkauf die entsprechenden Abschnitte der Karte für die laufende Woche abzutrennen und an die Lebensmittelabteilung des Rathauses zurückzuliefern. Gemeindevertteterwahlcn in Neuenhagen. Nach einem Abkommen mit den Grundbefitzervereinen von Neuen- Hagen-Hoppegarten sollten die Wahlen zur Gemeindevertretung im Zeichen des Burgfrieoens stattfinden. Da sich die Kandidaten der Sozialdemokratie zurzeit im Felde befinden und die Mandate nicht während des Krieges unbesetzt bleiben sollten, so wurde in einer gemeinsamen Zusammenkunft der Vorstände der verschiedenen Vereine beschloffen, vorläufig Ersatzkandidaten zu wühlen und später die aus dem Felde zurückkehrenden eigentlichen Kandidaten, ebenfalls unter dem Burgfrieden, zu wählen. Hinterher sind nun den Bürgerlichen wohl Bedenken aufgestiegen, denn in einer späteren Zusammenkunft erklärten einige Herren, für ihre aus dem Felde zurückkehrenden Mitglieder nicht die Garantie übernehmen zu können, daß nach Niederlegung der Mandate der Ersatzkandidaten die Wahl der eigent- licken Kandidaten auch unter dem Burgfrieden stattfinden würde. Infolgedessen beschloß der örtliche sozialdemokratische Wahlverein. keine Ersatzkandidaten vorzuschlagen, sondern gleich endgültig die Genoffen Köi'eling und Schümann aufzustellen. In nächster Zeit beginnt die Gemeinde mit dem Verkauf von Sckmalz und Heringen; Schmalz ist aber nur zu dem Preise von 3,30 M. pro Pfund zu haben. Soziales. Militärrente und Lohn. Wir erhalten folgend« zutreffenden Darlegungen über das Verhältnis von Militärrente zum Lohn: Nach den in verschiedenen Lazaretten und gewerblichen Be- trieben gemachten Erfahrungen halten sich kriegsbeschädigte Renten- empfänger häufig deshalb von der Arbeit fern, weil sie glauben, daß lohnbringende Beschäfttgung eine Verminderung ihrer Rente zur Folge habe. Wir irrig eine solche Auffassung auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ist, ergibt sich aus nachstehenden Aus- führungen. Die Höhe der Mfliiärversorgung wird nicht nach der Erwerbs- tätigkeit, die im allgemeinen in der Höhe des Lohnes ihren Ausdruck findet, sondern nach der Erwerbs f ä h i g k e i t bemessen. Der Grad der Erwerbsfähigkeit wird in erster Linie nach dem aus den Folgen der Dienstbcschädigung sich ergebenden Gesundheitszustand besttmmt. Die Erwerbsverhältnisse und alle übrigen Um- stände werden zur Beurteilung mit herangezogen, können aber niemals von ausschlaggebender Bedeutung sein. Ist ein Dienst- beschädigter gänzlich erwerbsunfähig, so erhält er die Vollrente, ist er teilweise erwerbunfähig, die Tcilrente des entsprechenden Dienstgrades. Im allgemeinen wird allerdings der gänzlich Er- werbsunfähige nicht oder wenig in der Lage sein, sich einen Ver- dienst zu verschaffen. Anders ist es aber bei dem nur teilweise Erwerbsunfähigen. Dem Sinne des Gesetzes nicht allein, sondern ebensosehr der sittlichen Auffassung unseres Volkes entsprechend ist er verpflichtet, die ihm verbliebene Arbeitskraft nutzbringend zu verwerten. Er befindet sich in einem großen Irrtum, wenn er glaubt, daß die Rente, die ihn nur für den Teil der verminderten Arbeitsfähigkeit entschädigen soll, zur Bestteitung seines Lebens- Unterhaltes ausreichen müsse. Was ihm zur Deckung seiner An- sprüche fehlt, muß und kann er sich bei gutem Willen verdienen. Dieser Verdienst kommt ihm zugute, ohne eine Schmälerung seiner Rente herbeizuführen. Denn die Rente hängt, wie schon gesagt, lediglich von dem zeittgen körperlichen Zustand ab und nicht von anderen Verhältnissen, wie z. B. der Höhe des Verdienstes. Leute. die größere Glieder(Arm. Bein, Hand) oder das Augenlicht ver- loren haben, können die Verstümmelungszulage niemals verlieren, auch wenn sie einen noch so hohen Verdienst haben. Die Kriegs- zulagen verbleiben ihnen in derselben Höhe, solange sie überhaupt in dem gesetzlichen Mindestgrade(10 Proz.) erwerbsbeschränkt sind. Wer also z. B. infolge Verlustes des linken Armes neben der Rente eine Kriegszulage von 15 M. monatlich und Verstumme- lungSzulage von 27 M. monallich erhält, behält die Zulage unver- ändert lebenslänglich, weil naturgemäß die durch die Folgen der Verletzung bedingte Erwerbsunfähigkeit niemals weniger als 10 Proz. betragen wird. Hieraus geht hervor, daß er auch die an und für sich veränderliche Rente nie ganz verlieren wird. Auch der völlig Erblindete behält seine Verstümmelungszulage und die Kriegszulage lebenslänglich neben einer hohen Mente, auch wenn er zur Verbesserung seiner wirtschaftlichen Lage eine der vielen für Blinde vorhandenen Erwerbsmöglichketten ergreift..... . Jeder noch einigerRaßen erlS erbsfähige Kriegsbeschädigte wird gut daran tun, sich um eine Erwerbsquelle zu bemühen, denn die Arbeit schafft Freude am Leben und hilft über manche Wider- wärtigkeitcn hinweg. Die Vorgesetzte als Verführerin. Ein ungewöhnlicher Fall sittlicher Verwahrlosung wurde gestern unter Ausschluß der Qeffentlichkeit vor der Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts verhandelt. Die in dem Prozeß als Klägerin austretende 25jährige Ver- käuferin Wall« W. war in einem Zweiggeschäft der Beklagten, der Havanna-Gesellschaft, tätig gewesen und wurde auf Mitteilungen hin, die der Gesellschaft von verschiedenen Seiten über den Lebens- wandel zugingen, sofort entlassen. Wie der Vertteter der Be- klagten in der Verhandlung ausführte, sei er bald nach Antritt des Frl. W. von einem ÄM bekannten Herrn darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Dame gern verschwiegene Hotels in Be- gloitung zu besuchen liebe. Was aber dem Faß den Boden aus- geschlagen habe, das seien die Beschwerden der Eltern des jungen Btädchens gewesen, das der Klägerin zur Unterstützung im Ge- schäft beigegeben worden sei. Diese Anschuldigungen wären so haarsträubender Art gewesen, daß jeder Arbeitgeber, der eine solche Angestellte auch nur eine Stunde länger beschäftigt hätte, sich selber strafbar gemacht hätte.— Zur Klärung des Sachverhaltes hatte das Kaufmannsgericht die Vernehmung des 18jährigen Mäd- chens angeordnet. Die Aussage dieser Zeugin war für die ihr vorgesetzte Verkäuferin geradezu vernichtend. Diese wollte das unverdorbene junge Mädchen spstematisch der Prostitution zufüh- ren. Die Klägerin stritt sämtliche Anschuldigungen ab, was den Vorsitzenden veranlatzte, der Belastungszeugin eindringlich ins Ge- wissen zu reden. Sie solle sich eindringlich prüfen, ob sie alles, was sie ausgesagt habe, auch verantworten könne, denn es handle sich hier um mehr als den geldlichen Anspruch der Klägerin. Das junge Mädchen blieb aber dabei und beschwor auch auf Beschluß des Gerichts ihre Bekundung. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hielt das Kaufmannsgericht die sofortige Entlassung für durchaus begründet. Um der Abweisung zu entgehen, nahm die Klägerin auf Anraten des Gerichts die Klage zurück. Gerichtszeitung. Gewässerte Brotkartcn-Abschnitte. Mogeleien bei der Abgabe der Brolkarten-Abschnitte sei- tens einzelner Bäckermeister kamen bei einer Anklage zur Erörterung, die den Bäckermeister Gustav B r u s ch w i tz gestern vor das Schöffengericht Berlin-Mitte unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats v. Tresckow führte. Die Brotkarten-Wschnitte werden von den Bäckern, die sie in Empfang genommen haben, gesammelt und wöchentlich zu der zuständigen Brotkommifsion gebracht; da diese nicht in der Lage ist, die vielen Abschnitte einzeln nachzuzählen, so werden sie ge- wogen und auf Grund des ermittelten Gewichts erhält dann der Bäckermeister vom Magistrat die Mehlmenge zugewiesen, die nach den bestimmt festgesetzten Verhältniszahlecn als seinem Bedarf ent- sprechend herausgerechnet wird. Mehrere Bäcker sollen nun, wie behauptet wird, versucht haben, das Gewicht künstlich zu erhöhen durch Beimengung von Papierschnitzeln, Kuchenkrümcln, Sand, Blei und in zahlreichen Fällen durch Anseuchtung und zwar zu dein Zwecke, die Zuweisung einer größeren Anzahl Mehlmarten zu erreichen, als ihnen nach. den abgelieferten Brotmarken zu- kommt. Auch der Angeklagte soll nach der Behauptung der An- klage einer solchen Mogelei sich schuldig gemacht haben. Die Tochter des Angeklagten brachte am 31. Oktober in Gemeinschaft mit einem anderen jungen Mädchen die in der Woche vom 25. bis 31. Oktober angesammelten Brotmarken-Abschnitte nach dem Geschäftszimmer der Brottommission. Sie befanden sich in einer großen festen Kauftnannsrüte. Das diensttuende Fräulein wurde von den beiden ihr zur Hilfeleistung beigegebercen Schülern darauf aufmerksam gemacht; daß die Abschnitte ja feucht seien; als sie dies der Tochter des Angeklagten vorhielt, erfolgte die Antwort, daß die Tüte ja bei heftigem Regen, wenn auch unter einem Regenschirm, getragen worden sei. Die beamtete junge Dame will aber darauf hingewiesen haben, daß ja die Tüte selbst trocken sei und selbst wenn Regen an sie herangekommen sein sollte, doch die in der Mitte der Tüte liegenden Abschnitte trocken sein müßten, was aber nicht der Fall war. Stach Abzug des Gewichts der Tüte wurde das Gewicht der Abschnitte auf 1934 Gramm festgestellt und danach dem Meister sein Ricljlquccntum zugewiesen. Nach Austrocknung der Marken sank das Gewicht aus 1815 Gramm, so daß sich eine Differenz von 119 Gramm ergibt und der Angeklagte nach der Umreckmung in Mehl 116 Kilogramm Mehl mehr erhalten hat. als ihm zukam. Es wurde Anklage wegen Vergehens gegen die BnndeSratsverord- nung über Abgabe von Mebl an Händler erhoben. Der A n g e- klagte bestritt entschieden, seinerseits irgendetwas getan zu haben, um die Brotkarten-Abschnitte künstlich zu befeuchten; er habe die Marken so abgeliefert, wie er sie erhalten und könne die Feuchtig- keit nur darauf zurückführen, daß sie zum Teil beim Uebcrbringeu durch die Kundert Regen abbekommen und zum Teil bei dem Regen- wetter an und für sich feucht gewesen seien.— Die Tochter dcS Angeklagten und die bei dem Transport mit beteiligt gewesene Zeugin bekundeten, daß die Tüte und die Abschnitte infolge deS starken Regens naß geworden seien.— Amtsanwalt Lorenz wollte diese Bchauptung, da sie eine zurechtgemachte Ausrede sei, nicht gelten lassen und beantragte gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 600 M., evtl. 120 Tage Gefängnis.— Rechtsanwalt Horcher hielt eine Freisprechung für geboten.— Das Schöffengericht sprach den Angeklagten im Sinne der An- klage schuldig und verurteilte ihn zu 300 M. Geldstrafe evtl. 60 Tagen Gefängnis._ Mus aller Welt. Schwindel über Schwindel. In welch unerhörter Weise heute das kaufende Publikum be- gaunert und beschwindelt wird, haben wir schon des öfteren an krassen Beispielen gezeigt. Die„Dortmunder Arbeiter-Zeitung" stellt nun wieder mehrere solcher Fälle zusammen, die uns zeigen, daß der Schwindel nach wie vor blüht und seinen Urhebern ein erträgliches Dasein schafft. Ein Händler R. Krüger in Stettin bot Schmalz- ersatz zum Preise von 16 M. für 10 Pfund an. Besteller, die darauf hineinfielen, bekamen entweder eine geleeartige Masse, die aus 80 Proz. Wasser, 6,5 Proz. Kochsalz und Knochenleim bestand, oder eine breiige Masse, die 70 Proz. Wasser. 18 Proz. gekochte Äartoffelbestcmdteile, 6 Proz. Fett. Spuren von Fleischbestandteilcn und viel Thymian enihiell. Ter Nährwert war nur sehr gering. und der Preis im Verhältnis zum wirklichen Wert mindestens um das Dreifache zu hoch. Eine Stuttgart-er Firma empflenlt„Salatöl- Ersatz", das angeblich von dem Geheimen Regierungsrat Dr. H. Fresenius chemisch untersucht und praktisch geprüft worden ist. Der Bochumcr Konsumverein„Wohlfahrt" warnt vor dem Kauf dieses Surrogats und bezeichnet die Behauptung, daß dieser „Salatöl-Ersatz" sich ebenso eignet wie bestes Salatöl, als puren Schwindel. Demselben Konsumverein war auch eine„weiße Schmier- seife", das Pfund zu 30 Pf., angeboten worden. Er übergab diese Offerte der Seifenfabrik der Grotzeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine Düsseldorf und diese stellte fest, daß es sich um «in ganz minderwertiges Fabrikat handelt, das nur 2—10 Proz. Fstt'aurege�alt fjaL Der PkÄS Eon 30 Pf. pro Pfund' Wusse als Wucherpreis bezeichnet, werden. Außerdem besteht der Nachteil/ daß die Frauen sich ihre Wäsche mit dieser Seile vollständig ruinieren. Tiefe Beispiele mögen diesmal wieder genügen. Sic. sind ein Beweis, daß an der energischen Bekämpfung der Schwindler und Wucherer durch die Behörden nicht genug getan werden dann. Die große Masse des Volkes weiß nicht, wie sie niit ihrem größtenteils nur geringen Einkommen sich durchschlagen soll, und einzelne benutzen die Notlage, daß eine Knappheit an manchen Dingen besteht, um sich übermäßig zu bereichern. Was von einzelnen Großhändlern verdient wird, zeigt nachstehender Fall, der geradezu typisch zu sein scheint: Der Oberbürgermeister von Köln entzog einem Kauftnann die Berechtigung zum Handel' mit Lebensmitteln, der in weniger a l s e i n e m Jahre bei einem Umsatz von 700 000 M. einen Bruttogewinn von über 300 000 M. erzielt hat. Seine Spesen können nur gering gewesen sein, da er kein L a ger u n t erh i e l t. Ter Geschäftsmann,' der bis zum Fe- bruar 1915"in Wein und Spirituosen gehandelt hatte, suchte durch Zeitungsanzeigen Kunden und dann auf demselben Wege die Liefe- rantem Sein Roh gewinn betrug bei Margarine 30 Proz-, Blockschokolade 00 Proz., Schweizer Schokolade 33 lh Proz., Bonbons 66,6 Proz., Hustenbonbons 40 bis 46 Proz., Doradobonbons 72,9 Prozent, Zuckerhonig 62 Proz., Honigersatz 34,6 Proz., Marmeladen 87,5 Proz., Zwiebeln 34,6 Proz., Wurstkonserven 30 Proz., Würst- chep' 25 Proz., Wurstwaren 31,5 Proz., Senf 25 bis 31 Proz., Obst in Dosen SS'ch bis 68,3 Proz., Heringe 45 Proz., Stangcnseife 53 Proz., Toilettcnseife 83 Proz., Hosenträger 81,8 Proz. Bon einem kriegsgcfangcncn Russen erschlagen wurde in dem Gefangenenlager P o b I o tz(Pommerns der Landsturmmann Samuel Gerlach aus Terranova bei Elbing. AuS unbekannter Ursache wurde er plötzlich von einem Kriegsgefangenen überfallen und ihm der Schädel gespalten, so daß nach 24 Stunden der Tod eintrat. Der Russe wurde sofort verhaftet. Der Mörder seiner Braut. Aus Breslau wurden seit einiger Zeit der Arbeiter Paul Scholz und seine Braut, das Dienst- mädchen Klara H a a s e, vermißt. Montag entdeckte man die Leiche des Mädchens in einem unbenutzten Kellcrraum im Hause der Mutter des Scholz. Das Mädchen ist, nachdem an ihm ein Sitt- lichkeitsverbrechen verübt worden, mit den Händen er- drosselt worden. Darauf bat der Mörder ibr einen Strick um den Hals gelegt und fest zugeschnürt, augenscheinlich, um zu ver- hüten, daß die Erwürgte sich wieder erhole. Von dem Mörder fehlt bisher jede Spur. Absturz. eines englischen Fliegers. Einem Telegramm aus London zufolge stürzte Reinham, einer der besten englischen Flieger, als er einen Apparat ausprobierte, aus einer Höhe von 700 Nietern ab und wurde in bedenklichem Zustande ins Spital gebracht. Tödlicher Unfall eines holländischen Generals. Ans Batavia wird berichtet: General M ich ie Isen, Befehlshaber der nieder- ländischen Truppen auf Java, war bei Krawang im westlichen Java mit dem Leutnant T e r p o o r t e n zu einem Fluge aufgestiegen. D i e F kugtn a s ch irre sturzke herab; der General wurde auf der Stelle getötet, der- Leutnant schwer verletzt. Unterschlagung von Kirchengeldcrn. In Dresden ist der 63 Jahre alte Kicchenbeamte und Kassicrcr der Drei- Königs- Kirchengemeiitde B r o ck n i tz wegen Unterschlagung von Kirchen- getdern verhastet worden. Die bisherigen Nachprüfungen er- gaben einen Fehlbetrag von 3 0 000 M. Der Brand in Schcncctady ist nach einer neueren Meldung des Reuterschen Bureaus nicht so ausgedehnt gewesen, wie zuerst berichtet. Es ist nur ein kleines Gebäude der Munitionsfabrik zerstört worden.' Neun Opfer beb Dampfcrunfalls in Budapest. Bei dem Un- glück an der Landungsbrücke in Budapest, das sich am 31. Januar ereignete und über das wir berichteten, haben nach Feststellung der Budapestcr Polizei neun Personen den Töd gefunden. Ein Gewitter entlud sich in der Nacht zum.Dienstag über Dresden. Dies zur jetzigen Jahreszeit seltene Natmwreignis, das von Sturm- und Hagelwetter begleitet war,, dauerte aber nur kurze Zeit. Vulkanische Erscheinungen. In Hospsenberg bei Boden- bach ist ein ehemaliger Vulkan ab.ermals i n B e- wegung geraten. Große Endrutsche fanden_ statt. Fünfzig Sappeure sind zur Hilfeleistung im Rutschgebict eingetroffen. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 455 der preußischen Armee enthält Verluste folgender. Truppen: Infanterie usw.:. Garde: 2. Gavde-Res.-Rea. Gron.-, bezw. Inf.-, bezw. Füs.-Regimenter Nr. 1, 3, 4, 13. bis. einschl. 16, 31 bis einschl. 34, 36, 39. 41 bis einschl. 44,-46, 49, 51, 53, 54, 62, 66, 75(f. Jnf.-Reg. Nr. 51) 83 ff. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 252). 93 bis einschl. 97, 169. 119. Hl. 113, 114, 115 ff. auch Jnf.-Reg. Nr. 173!, 136(s. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 255!, 153, 154, 155, 156 fs. auch Jnf.-Reg. Nr. 51), 157, 160, 161, 163 bis einschl. 166, 168, 170 bis einschl. 176, 184, 187, 188, 189. Res.-Jns.-Regimenter Nr. 1, 3, 11, 15, 85, 39, 46, 52, 55, 61, 65(f. auch Res.-Jnf.-Reg.' Nr. 73), 66. 73, 93. 94, 98, 99, 109, 110, 206, 209«s. Gren.-Reg. Nr. IV 234, 252, 254 bis einschl. 257, 259, 260. 265. Landw.- Jnf.-Regimenter Nr. 4, 12, 32.'«6,. 40. 46. 52, 65, 93. 99, 199. 119. 116. Landst.-Jnf.-Batailloue: Pforzheim, 3., 4., 5. und 10. Posen, 2. uird 3. Potsdam, Preußisch-Stargand, 1. Rawitsch, Reck- lingbauseii, 1. und 2. Rendsburg, Rheydt, Rostock. 2. und 3. Saar- brücken, 1. und'2. Saarlouis, 1. Schlawe,- Schleswig, 1. Schneide- mW, 1. Siegburg. Soest, Solingen, 1. und 3. Sondershausen, Sprottau, 2. Stade, Stargard i. Pomm:- Landst.-Jnf.-Ers.- Bataillone: 3. des 4. Armeekorps(Ovedlinburg), SaargemünS, 4. und 6. Saarlouis, Schwedt a. O., 4. des 6. Armeekorps sSchweid- nitz), 5. und 6. des 7. Armeekorps(Senne!. Landst.-Jnf.-Aus- bildungsbatl. Saarburg. Jäger-Bataillone Nr. 6 und 14; Res.- Batl. Nr. 14. Res.-Maschn:engew.-Abt. Nr. 4. Kavallerie: Dragoner Nr. 13; Husaoen Nr. 1, 8, 13; Res.- Husaren Nr. 8; Res.-Ulanen. Nr. 3; Jäger zu Pferde Nr. 13. Landw.-Kav.-Reg. Nr. 2. Feldartillerie: Reg. Nr. 57 fs. Landw.-Feldart.-Reg. der 4. Laudw.-Tiv.); Res.-Regimenter Nr. 15 und 59; Landw.-Reg. der 4. Landw.-Div. Gebirgs-Haubttz-Zug Nr. 1. Fußartillerie: Reg. Nr. 6; Nes.-Reg. Nr. 14. Fußartillevie- BaKerien Nr. 269 und 528; 9 Zentimsier-Batterie d'er 15. Landw.» Dtvision. Pioniere: Regimenter Nr. 23, 29, 35; Bataillone: I. Nr. 1, Nr. 5(s. Feldfliegertruppe), I. Nr. 6, I. Nr. 17, I. Nr. 21, l..und II. Nr. 26, ll. Nr. 27; Ers.-Batl. des Pionier-Bataillons Nr. 16; Res.-Pionier-Komp. Nr. 46; 4. Landst.-Komp. des 3.Armeckyrps. 4. Garde-Minenwerser-Komp. Miuenwerfer-Komp. Nr. 162. Verkehr Struppen: Mlitär-Eiselrbahndirektion V. Lünen- kommandmrtur Lüttich. Eisenbnhn-Reg. Nr. 2. Armee-Fcrnsprech- Abt. Nr. 11. Feldsliegertruppc. Etappcn-Kvaftwagenpark Nr. 4. Train:' Train-Abt. Nr. 15. Korps-Brückentrain Nr. 2 des 2. Armeekorps. Mnnitionskoloimen: Res.-(I'">Nrtillcrie-MunitionSkoIonnc-Nr. 79. Etappeii-MunitionSkolonne Nr. 58. Armiernugsbataillone Nr. 62, 63, 64, 67, 93, 117. Feldpost. Liste Nr. 1 der in Kriegsgefangenschaft befindlichen und jetzt in der Schweiz untergebrachten preußischen tzccr es ungehörige n wird veröffentlicht. »'* i* Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 253 wird mit- geteilt, deren Inhalt wir gestern angaben. ' Titzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Noienthal. Donnerstag, den 17. Februar, abends 6 Uhr, im großen Sitzungssaal des neuen Verwaltungsgebäudes, Haupistr. 94. Diese Sitzungen sind Ssseuttich. Jeder EemcindcangchSrige ist de» rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Sriefkaften üer Redaktion. Minna. An das Landratsamt des Kreises Teltow in Berlin IV. Viktoria- strotze IS.— C. M., Köln. Bericht erhalten. War aus bestimmten Gründen nicht möglich abzudrucken— O. Z. 2000. 1. Ja. 2. Mein. — Heinz 1910. Wenn die Kündigung ordnungsgemätz erfolgt, ist der Mieter, auch wenn er zum Heeresdienst cinzezoge» ist, zur Räumung der Wohnung verpflichtet.— Steglitz A. K. Sie tonnen gegen den zum Heeresdienst eingezogenen Schuldner jetzt nicht? unternehmen. Die Forde- rung verjährt erst mit dem Schlüsse des Jahres 1916.-— Märze 5. Wenn die Mitgliedschaft in der Krankenkasse durch Weiterzahlung- der Bei- träge«ich der Einberufung des Ehemannes ausrocht erhalten worden ist. haben Sie Anspruch aus Sterbegeld.— Wettende 50. Der mit: Ehroerlust Bestrafte kann nicht zun: Heeresdienst eingezogen werden.-— Sio. 1916. 1. Die Angabe der Arbeitsstätte kann verlangt werden. 2. Sie machen sich nicht strasbar, können aber zu der Angabe gezwungen werden. ü. Rein. 4. Wenn Ihr Einkommen über 3009 M. jährlich beträgt.' Es kann aber auch verlangt werden, datz Sic Ihre Sewsteinschätzung schon bei niedrigerem Einkommen vornehmen müssen. 6. Ja.— Unglückliche 400. Es wird gewöhnlich auf eine Geldstrafe erkannt, es kann aber auch eine Gesängmsswase verhängt werden.— A. B. St. 1. und 2. Rein.— Ratsmann. Sic sind' zur Abgabe der Gegenstände verpflichtet: tönnen aber einen Antrag gut Freigabe einreichen.— W» I. 32. 1. Eine Klage aus Schadenersatz wird wenig Aussicht aus Ersolg haben, da Sic schwer- lich jetzt noch den Belveis dasür erbringen können, datz Ihre Krank- heit durch ein Verschulden der Firma entstanden ist. 2. Sie könnten aus Armenrecht klagen.— Grobowsee. Ja.— L.®.! 47. Sie selbst werden dazu nichts tun können; Ihr Mann wird, wenn der Arzt ihn sur dienstuntauglich erachtet, entlassen werden. WetterauSstchten für da? mittlere Norddeutschlnnd bi» Tonnerstag mittag. Ziemlich mild und zeitweise heiter, jedoch un- beständig und an den meisten Orten geringe Niederschläge. Todes-Anzeigen �ialilmlllMlßcliei' Wahlverein l. d. 1. Berliner ReiclisiagswahlkF. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, datz unser Genosse, der Schneide? August Ziege am 13. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. Februar, nachmittags 3 Ubr, von der Leichenballe deS Dieisattigkeits- Kirchhofes in Mariendorf aus statt. 204/1 Id«i» Vor*tand. SozialdemokralisclieF Wahlverein L d. 4. Kerl. Reichstaßswalilkreis. Frankfurter Viertel. Bez. 254. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Genosse, der Schrift. letzer Fritz Andreas (Kaiserstratze 13) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 16. Februar, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des Zentral.Frtcdhoscs in Friedrichs. reibe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Oeutsetier Holzarbeitemrbaod. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz unser Kollege, der Tiswler Rudolf Schlick Bütowftr. 53 im Alter von 64 Jahren gc. storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den l7. Februar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Friedhoscs der Luther- Ktrchengemeinde in Lankwitz aus stall. �iacki-uk. Den Mitgliedern feiner zur Drechsler � unser Kollege, der Franz Knoll Fidicinstr. 15 swrbm ist. DOn 38 �rCn Bt' .£!?>.•°us dem Friedhos der Knchengemnnde zum Heiligen Kreuz in Maricndors statt. 82/17 Die Ortsverwaltung. Sozlaldefflofratiseber Wahlverein Neukölln. Am 11. Februar verstarb unser Parteigenosse KaH Schutze ;) Sändersträtze 18. i- Bezirk. Ehre seinem Andenle»: Die Emäscherrmg findet heute Miltwoch, den 16. Februar, nach» mittags 3 Uhr, im Krematorium zu Treptow, Kiejholzstratze, statt. Um rege Betelligung ersucht 236/13 Der Vorstand. Verb. d. Sehneider, Schneiderinnen n. Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Unleren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, datz der Herren- mahschnerder, Kollege August Ziege acb. 11. 5. 65 am 13. Februar er. verstorben ist. Ehre seinem Andante»! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. Februar, nachmrttags 3 Ubr, von der Leichenhalle des Drcisattigkeits- Kirchhofes, Mariendors, aus statt. 162/10 vie Ortsverwaltunf. Haben Sie Stoff? Ich fertigt davon Anzug od Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten von 28 Mark an. Moritz Labaad, Neue ProminadeS.ll.lStadtb.Hdr�) Am Sonntag, den 13. Februar, früh 5'/, Uhr, entschlief sanft nach langer, schwerer Krankheit meine inniggeliebte Frau, unsere Herzens-' gute Mutter, Schwieger-, Grotz- mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Hartha Petrieh geb. Dünger im 55. Lebensjahre... Alle, die die Verstorbene ge- kannt haben, wissen unseren Schmerz zu würdigen. A Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Ott» Pctrich als Gatte nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Donnerstagnachmittag 4 Uhr vom Trauerhause, Adlershof, Hoff- mannstratze 24, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein Adlershoi. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unsere Genossin, Frau Hartha Petrieh am Sonntag, den 13. Februar. im Aller von 55 Jahren nach längerer Krantheit gestorben ist. Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. Februar, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer- Hause, Hoffmannstr. 24, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 194/11»er Vorstand. Am Montag, den 14. d. Mts., früh 4 Uhr, entschlief saust»ach langem, schwerem Leiden im säst vollendeten 58. Lebensjahre mein schaffensstoher, lieber Mann und treusorgender Vater, Grotz- und Schwiegervater, der flausumim Bruno Grahl - Inhaber der Liköriabrik Philipp Ontke, O 25, Landsberger Straße 69. Im Kamen der trauernden Hinterbliebenen: Elise<4rahl geb. Grühn, NW 21, Alt-Moabit 82b. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. d. Mts., von der Kapelle des Heilandsriedhoses in Plötzensee aus statt. 268b Mitten aus voller Wirksamkeit, nach langem, schwerem Leiden entschlies am Montag, den 14. d.M., unser hochverehrter Chef, der Kaufmann L68b Bruno Grahl. Stet» ein Vorbild eifrigen Strebens und festen Pflichtbewutzt- seins, verbunden mit der ihm an- gebo:enen Herzensgüte und Wohl- wollen, welches er jedem von uns stets entgegenbrachte, werden wir ihm ein unvergeßliches Gedenken bewahren. Die Angestellten der Firma Philipp Gatke, Litörsabri! u. Weingrotzhandiung, Landsberger Str. 69. BaliattmarkenderltonsumgenoseensehafMiarlii�� letv Halte durcK und bin hierltr der allterneioea AoerkeaoaDE meiner Eandicbatt sldier! Loden- Pelerinen M. 13V,. Loden- Mäntel M. 16V,. Glocken form mit Trägern, recht weit, Kammgarn und riele andere Stoffartea M. kO,—. Tüch-Fraoen- Mantei U. 25,-. Seidenpl&soh, Wollplöach auf Damassöe (Blumeoieide geifltterfc). hoebfeiae Quar litätea mit echtem PeU- krageu und •Klappen 184,-. 05.—. 58.-. 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Schreibwaren 25 Briefbogen.......... 1 25 Umschläge 45«- �12 Bromsilber- postkarten45 IBrieftasche mit Notizbuch 1 Album'ürlOO Feldportkarten 45 3 Rollen TonettcpapierpoSe45 20 Meter Küchenkantel 6 Dutzend Reissnägel J 45« 1 Zeugnissmappe......... 45« 1 Ordnungsmappe frem.. 45 pi 1 Kochbuch l£LdKfle tassen, blau Zwiebelmaller.. 40 PI. IKafleetassen mit Unter- JK tassen, weiss 1 Nachtgeschirr elienbein- larblg oder bunt 45« 1 WaschgarniturschOssel ellenbeinlarbig oder bunt..... 40 1 Waschgarniturkanne«. elfenbeintarblp oder bunt..... 40« mit vermckel tem Rand... 4 J PL 3 Kaffeebecher SS*.. 45« dolnnterle 1 1 fleldta8cheKrnoder45« 1 Halskette S:Sroc? 45« 1 Wani!8pi£giirn«xI�m45« 1 Kinderring �tber patriotischem Ab iE seichen, 800/1 000 gestempelt....... Pf. 1 Rasirgarnilur45 Nackenkamm............ 45 pi. IT MM Franzbianol- wein 45! GPakete Blitz-Llank, 45p. 1 Bas- anzünderntl 6 Grsatzsteinen j 45 pl r, ir Ersatzkasse— Oertliche Verwaltung Berlin. Mittwoch, de« 16. Februar, abeudS S'/, Uhr: Mitglieder-Versammlung im GewerkschastShause, Engeluser 16. Tageicrdnung: 258/1• 1. Abrechnung vom Jahre ISIS. 2. rSabl her Revisoren. 3. Die Nesrelnng der ErsnhknsscnmltgUeder bei den Pftichikafien. welche WochenbeitrSge erheben. Der Lorsland. I. A.: R 1 ch ar d S ch ri d er.verkin 0, NIsiterstr.7,».rv. Beutsebös Tgdakgsbsltes-Vesband - Zahlstelle Berlin.------- Bureau: Dragouerftrahe 6a 11. Zentralverband der Kandlungsgehillen. Ortsgruppe Groß-Berlln. Morgen DonnerSlag, den 17. Februar, abend» 8'/, Uhr, in den MusilcrsSlen, Kaiser-WUhelm-Slraße 81: Aiißmrdrnlliihk Gtnnlil-Nkrsainmlnnz. Tagesordnung: 1. nnttDotl des HauptvorstandeS auf Me Resolution. 2. Bahlen jur LrtSoe-walluna Die Versammlung beginn! pünktlich 8'/, Nhr, da st« um 11 Uhr beendri sein mutz. MiiglicvSbuch ist vorzuzeigen. 78/2 Um vollzählige« Erscheinen ersucht_ Die vrtsverwalenng. Heute Mittwoch, den 16. Februar, abeudS H IIb«, in ben Mufikersälen, Kaifer-BUhelm-Str. 81(gr. Gaol), 1 Treppe: »Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Ouarlol 1915. Bericht und yahreSabrechnung für das Jahr ISIS. 2. Antrag der Ortsverwaltung behufS Trhbhung des Lvlalbeitrages. 3. VcrbandSangelegenheiten. Kolleginnen und Kollegen 1 ES ist Sure Pstlchl, w dieser Bersannn. lung zu erscheinen. 187/2 nie OrtsverwaltssnU. Uhrmno, Kopf, und Nrrotnfchmtrztil. Rann Togal jedem L e i d e n s g e n o s s e n anfl wärmste empfehlen. gr. Warte Obeimcier, München, schreibt:.Ein Haides Jahr lag ich schwer krank im Krankenhause und wurde nachher noch sehr von Rheumatismus in den Beinen und nervösen Kops» schmerzen geplagt, so datz ich vollkommen geschwächt war und meine Beine mich nicht tragen wollten. Nur durch den Gebrauch von Z o g a I» T a b I e 1 1 e n bin ich von diesen unerträglichen Schmerzen wieder besrcil worden und Ich bin jetzt, zu meinem grötzlen Glücke, wieder vollkommen hergeiiellL Ich kann daher die Tabletten aus bester Erfahrung jedem Leidensgenosten aufS wärmste empfehlen. Auch greisen sie weder Herz noch Magen an.' Em Versuch wird jeden von der Vorzüglichkeit de» Togal überzeugen. Es wir» nicht nur ralch und sicher bei Rheuma und nervösen Kopsichmerzen, sondern auch bei Hexenichutz, JSchiaS, Schmerzen in den Geienken und Giiederv. Gicht, Influenza sowie bei allen Arten von Nervenschmerzen. Aerzllich giinzend begutachtet. In allen Apotheken erhälttich. flnnalsindtellen für„Kleine flnzelgen" Berlin C. 91. Habnisch, Ackerftr. 174. O. Karl Melle, BslerSburger Platz L 8t. ZAengelS, Marius stratze 36. ÄO. L. Ancki, Jmmanueikirckstr. 12. sti. A. Wolgast, Wattftrahe 9. H. stsischer, vaManftratze 6. Kart Mar». Greisenhazcner Slr.22. I. Hönisch, Müllersir. 34». H. 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