itr.49. 33.|ti>iprg.( 5 Pfennig) essSä'Sssä|[ � wöchemll» 35 Pfg. frei in» Haus. HB Hj W M // WWW? AUW M w/ hTH ��mf/'«u«?0er deren Naux:W IW AI WS WW VN BH WW M\ H HM r 7/ und Berfa, N'.niu!tgs-Ali-ctMN S0 Bis Beilage.Die Neue Welt- 10 Pfg. Post. �WH VZWB I ML M ML VW EH WL W» S&l■ H HB //„Kleine Snseigen«. das feitgeimdse «bonnement: 1.ll> Marl pro M o n at. W�H W H WM VH» H H W HB LL LHLH�. Wort M Pfg.(zulösfig 2 leitgedrucke Eingetragen in die Post. Zeitwixs- BVÄB UM SM W>|B HH v HIV HB WM UM HB HL �LBL«LM> Worte). zedeS w-tier- Wo» WPsg. Preisliste. Unter Kreuzband ht � Ml MM Wi HL WsA iffim'frliB HHVJBaV«B LL Siellengemch? und Schlafstellenon- Deut Ichland und Oesterreich. Ungarn MH WW I xHHyTHMTy HB �J/ BH 8e'Öc" das crste Wort 1» JJffc jede S�o Marl, fäx das übrige«usland LH HBi MM�W�* �H/ �HH>\ JM\ // BH lv-tters Wort oPtg. Wort- über lS Sud � 4 Man pro Monat. VostobonnementZ INj<-S'~/ �Ws HABV // BH Ilaben zahlen Kr«ve: Worte. Änferwe nehmen an: Belgien, Dänemarl.- 1_/ /L�. B4&\ jür die nächste Nummer Ulutjen ws Holland. Italien, Luxemburg. Prrtuaal, 4kMpz1ESW�' yf ▼/ jr�Zj�T�1■'.■ k Uhr nachmittags«t der Expedition Rumänien. Schweden und die Sched» � � p�7�lMr°Äetch�g�ffn»�� """" Berliner Volkcsblntt. /«s-. � �entralovgan äer fosialäemokrstifckien Partei Dcutfcblande. Neüaktion: EW. öS, Linüenstraße 3. ffernivrecher: Am» Mortvplau, Str. jäl gv— 1S1 97. Sonnabend, den 19. Februar 1916. Möns des«Stögen Monotnets. Amtlich. Großes Hauptquartier, deu 18. Februar 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Eugländer habeu nochmals versucht, ihre Stelluuge» südöstlich vou V Peru zurückzugewiuuen. Sie wurde« blutig abgewiese«. Nordwestlich vou Leus und nördlich vou ArraS habeu unsere Truppen mit Erfolg Minen gesprengt. Eine kleiae deutsche Abteilung brachte vou einer nücht» licheu Unternehmung gegen die englische Stellung bei FouqnevillerS(nördlich von Albert) einige Gefangeue uud ein Maschinengewehr ein. Hart südlich der Somme brach ein Augriff frisch eingesetzter frauzöfischcr Truppe» iu unserem Feuer zusammen. Auf der übrigen Front zeitweise lebhafte Artillerie» kämpfe; keiue besonderen Ereiguisse. Nächtliche feindliche Fliegerangriffe iu Flauder« wurdeu von unseren Fliegern sofort mit Bombenabwurf auf Poperiughe beantwortet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Balkan-Kriegsschauplatz. Feindliche Flieger griffen den Bahnhof Hudoda(im Wardar-Tal südwestlich von Strumica) au. ObersteHeereslettuvg. »* * Set llerMMe GemMMderM. SB i e u r 18. Februar. kW. T.B.) Amtlich wird verlautiart: Russischer Kriegsschauplatz. Außer de» gewohnten Artillerie kämpfen keine Erclguiffe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Artillerictätigkrit war gestern im allgemeine» schwächer alS iu deu letzten Tagen. Der Ort Maldorgcth stand wieder unter feindlichem Feuer. Eine Säuberung des Borfeldes im Rombog-Gebiet brachte siebeuunddreißig Gefangene uud ei» Maschinengewehr ein. Ein Augriff mehrerer italienischer Kam- pagnien wurde abgewiesen. Bei Oslavija wurden>eit den letzten Kämpfen sieben Maschinengewehre, zwei Minenwrrfer und zwölf- hundert Gewehre eingebracht. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Eine unter unserer Führung stehende, durch österreichisch- ungarische Truppe» verstärkte Albanergruppe hat K a v a j a b e° setzt. Die dortige Besatzung, Gendarmen Essad Paschas, konnte sich der Gefangennahme nur durch Flucht zu Schiff eutzieheu. Der Stellvertreter des Chefs deS GeneralstabeS: vou Hoefer. Feldmarfchalleutnant. » Ereignisse zur See. Am Morgen des lL. Februar torpedierte eine« uusercr Unterseeboote vorDurazzo einen französische» Dampfer, der dann auf eine Untiefe auflief. Flottenkommaudo. Ezcpeültron: StD. öS, Llnüenstraße 3. Aerusprecher: Am« Moritzplatz. Str. tSl SV— 1S1 S7. die deutsche Enenmdustrle irgendwie behindert? Keines- .Wegs!" ruft er aus. Ersisus habe ich das nie Mzctuptet; ' zweitens besteht dos Rückgrat unserer Hütteniubustrie in der inländischen Erzförderung, die sich in üb Jahren rund vervierfacht, auf fast 4b Millionen Tomren gehoben hat; drittens geht der Hauptbezua ausländischer. Erz« relativ wenigen Grosthütten zu, die häufig ausländischen Grubenbesitz haben(Vorzngsbödingrmgpn): viertslrs handelt es sich bei einem sehr großen Teil der Jmporterze um hochlvertige Spezialmarken, die als Zuschläge bei der Er- zengung von Qualitätsware benötigt werden. So wie Eckstein es darstellt, erfahren seine Leser nicht, daß trotz zu- nehmender Einfuhr die In la nd s f ö rde rn ng den massiven Unterbau unserer Hüttenindustrie darstellt. Nr. 2: Belgien, so zitiert Eckstein nach meiner Ab- handiung, besitze fast gar keine Jnllnidserze mehr, habe aber eine große Hüttenindustrie. Ergo käme es nicht darauf an. ob die Erze im Inland? oder im Auslande gewonnen würden. Hätte sich Eckstein auch nur oberflächlich über die Bersorgungs- gebiete Belgiens orientiert, so tvürde er dies„Beweisstück" fallen gelassen haben. Erstens besaß Belgien früher Erzlager, woraus seine Hütten basierten, zweitens besitzt Belgien reichlich genug Kohle, trenn auch nicht genug Kokskohle (Austausch mit Deutschland); drittens grenzt Belgien unmittelbar an das größte bekannte Et s.e.n- erzvorkommen Europas, nämlich an das loch- ringi sch-luxemburgische Minetterevier, woher es in dem Iah: vor dem Kriege 4— H Millionen Tonne« Erze als Gründstock für seine Verbüttungsindustrie bezog; viertens kann es auf foent billigen Wasserwoge sehr günstig spanische, südrussisD und schwedische Qualitätserze beziehen. Die starke Investier rung belgischen Kapitals, im nahen Mnctiegrfnet und sitz Rußland schaffen ihm ebenfalls Vorzugsbedingungen für d.esi Erzbezug. Belgien befindet sich also in der günstigen Tage, sich relativ billig und massenhaft mit Erzen aus einen: sozu- sagen gleich vor selner Tür liegenden Erz'- bezirk einzudecken. Trotzdem klagten die belgischen Jndu- striellen über zunehmende Erschwerung der Erzbedarfsdeckung, und keinem von ihnen wird es einfallen zu sagen, es fei „ökonomisch ganz gleichgültig", ob ihre Erzgruben in: Henne- gau oder in Lothrmgen-Luxemburg oder gar in: ferneren Auslände liegen. Nr. 3: Schweden habe seine Erzfördermig von 2,6 Millionen Tonnen in 1366 auf 7,4 MiHtoncn Tonnen in 1913 erhöht, seine Roheisen» und Rohsta'hlerzeugimg aber gleichzeitig nur von 866 666 ans 1326 666 Tonnen. Damit will Eckstein beiveifen, daß für eine V evh üttimg Sind u str ü- nicht die Jnlandsforderung maßgebend sei. Daß er Schweden als..Beweisstück" wählt, zeugt wieder für die erstaunliche Oberflächlichkeit seiner Krittk. Schweden besitzt nämlich nur eine nicht entfernt fü. seinen Bedarf ausreichende inländisch:' Kohlenförderung(tvie Italien), es kann da he r seine gewaltige Eisenerzförderung nur zun: kleinsteu Teil selbst verhütten! 1966 führte co 62,68, 1913 aber 83, 75 Proz. seiner Erzförderung aus und alle Bemühungen der Techniker, den Sölbstverbrauch zv steigern, sind eben an dem Mangel des anderen Rohstoffe!- für die Hüttenindustrie, der Kohle, gescheitert! Hier haben wir den klassischen Beweis für die Richtigkeit meiner .Doktrin". Nr. 4: Während Frankreich„ungeheure Erzurengen nach Deutschland lieferte", hätten.die französischen Creusot- werke ihren Erzbedarf zum großen Teil aus Algerien und Spanien" bezogen. Ich kann im Augenblick nicht feststellen, wieviel Erze Creusot aus Algerien und Spanien er- hielt, es mögen erhebliche Mengen sein(Algerien ist übrigens für Frankreich„Inland"). Seinen weitaus größten Eisen- erzbcwarf bezieht Creusot aus Französisch- Lothrrngeü und dann aus der Normandie(Caen). Ich kann indes Eckstein nur dringend raten, ein Handbuch für Hütteukunbe zu: Hmro zu nehmen, um sich über die Bedeutung der ck e nl i scheu Zusammensetzung der Erze für den Verhüttung?- und Weite rverarbettungsprozeß zu unterrichten. Um getvisje Qualitätsstahle, wie sie z. B. auch Ereusot braucht, herzu- stellen, ist nicht nur schlechtweg Erz vonuöten, sondern& müssen dem Schmelzgut wohlabgemessene Zuschläge von besonderen Erzen verabreicht werden. Solche Spezialerze sind natürlich seltener als die gewöhnlichen Sorten, und jedem Fachmann ist bekannt, daß sich die manganhaltigcü nordafrikanischen, spanischen, südrussischen, uralischen, Mit- scheu, auch skandinavischen Erze zur Qimlitätserhohung des Schmelzgutes vorzüglichst eignen. Das sind Zugaben, auch für Creusot, die trotz eventuell hoher Transportkosten importiert werben müssen. Tamii ist für die Ecksteinsche Beivei?- führung also auch nichts zu machen. Warum findet der große wechselseitige Er zaustausch über hie deutsch-französtsche Grenze statt? Einmal, wvu hüben uiw Mus der Praxis öes Rohstoffbezuges. Von Otto H u e. II. In der Tat, der Genosse Dr. Gustav Eckstein schreibt („Vorwärts" vom 15. Dezember 1915, 1. Beilage) folgenden lapidaren Satz: „Ob dieses(das für die Eisenindustrie nötige Erz) aber im eigenen Lande gewonnen wird oder im Auslande, ist ökonomisch ganz gleich- gültig!" Je öfter man diesen Satz liest und überdenkt, um so ungeheuerlicher ist svin Eindruck. Nach Eckstein ist es„ökono- misch ganz gleichgültig", ob für die deutt'che Verhüttungs- industne Erzlager vor den Werkstoren(Jlsedor-Hütte, loch- ringisches Minettegebiet) oder in Kamichatka, Patagonien, Neuseeland usw. ausgebeutet werden! Sein Lebrsatz bezieht sich nämlich nicht etwa nur auf nabegelegene Grenzgebiete, sondern auch auf Rohstoff- und Weite rverarbeitungsgebiete, die tausende Kilometer voneinander entfernt liegen, wie Schweden und- Oesterreich. Ueber die Ecksteinsche„Oekonomie" hat sich Kaliski („Chemnitzer Volksstimme") weidlich lustig gemacht: auch ich habe herzlich gelacht, als ich den lapidaren Satz las. Aber man muß sich doch auch fragen, was bei dem Vortrag einer solchen lustleeren Theorie für die Belehrung der vielen Tausende unserer lerneifrigen Genossen und Genossinnen herauskommt, die. weil sie nicht in der Lage sein können, das einschlägige Tatsachenmaterial zu überprüfen, den Ecksteinsatz als den Ausfluß profunder marxistischer Gesellschaftswissen- schast hinnehmen. Das Ergebnis solcher„Belehrung" für die sozialwissenschaftliche Schulung unserer Parteimitgliedschaft kann nur als ein trauriges bezeichnet werden. Ich will mich bemühen, die Absurdität des„ökonomischen" Eckstein- satzes an Hand der von ihm selbst angeführten„Beweisstücke" möglichst summarisch darzutun. Ist es„ökonomisch ganz gleichgültig", wo ein gewisser Rohstoff für unsere Industrie gewonnen wird, so gilt dieser Ecksteinsatz der Nationalökonomie natürlich nicht nur für Erze, sondern mindestens für alle Massen Verbrauchs- artikel. Was dem Erz recht ist, kann dem Getreide, dem Fleisch, dem Holz ustv. nur billig sein. Weiß Eckstein nicht, daß gerade die F r a ch t e n s r a g e immer entscheidender für die Bewegung der Massengüter geworden ist? Die Hütten- industne hat von altersher ihre Standorte bei den Erz- f u n d st ä t t e n gewählt. Je mehr diese versiegen, um so ent- scheidender wirken die F r a ch t k o st e n auf die allgemeinen Gestehungskosten ein. So stellten sich vor einigen Fahren (neue Daten sind mir setzt nicht zur Hand) summarisch die Tounenselbstkosten für Roheisen in Ostdeuffchland auf 58 bis 63, in Westdeutschland auf 52 bis 55, in SüÄwestdeutschland auf 44 bis 51 Mark! Je näher den großen Erzfundstätten (Lothringen),... je günstiger die Frachtlage(Wasserweg, Niederrhein), um so billiger in der Regel die Erzkosten. O b e r s ch l e s i e n hat fast keine eigenen Erze mehr, es liegt auch hinsichtlich der Frachtenfrage am ungünstigsten, daher dorthin(?) die höchsten Eisenselbstkosten. Frohgemut erklärt Eckstein, es sei„ökonomisch ganz gleichgültig", wo die Erze gewonnen würden. Studiere er einmal die Verhandlungen des Landescisenbahnrats, er wird dort lesen, daß sich die Hüttenwerke um einen Pfennig Fracht- ermäßigung pro Tonnenkilometer für Erze. Kohlen, Koks bemühen und jeder neue Eisenbahntarif eine Existenzfrage für die betreffenden Jndustriebezirke bedeuten kann! O b e r s ch l e s i e n zahlte vor einigen Jahren pro Tonne schwedisches Erz ab Grube 23— 24 M., wovon 12— 13 M. auf Fracht kommen: am Niederrhein kostete dasselbe Erz 18 bis 19 M.(7—8 M. Fracht): das Kraftwerk Stettin aber deckte sich aus eigenen schwedischen Gruben ein(ungefähre Förderkosten höchstens 3—4 M. pro Tonne) und hotte nur 3—3,56 M. Frachtkosten zu zahlen, so daß dies Werk das sehr hochwertige Erz für höchstens 8—9 M. erhielt! So also verhält es sich mit den Frachtkosten, und nun frage ich. ob es schon deshalb„ökonomisch ganz gleichgültig" ist, ob eine Industrie ihren Rohstoffbedarf im In lande oder im Auslände decken kann? Ich weiß nicht, ob jemals ein Gesellschaftszustand prak- tisch wird, wo es„ökonomisch ganz gleichgültig" ist, wo ein unentbehrlicher Rohstoff gewonnen wird: ich bin kein Prophet. Wohl kann ich mir vorstellen, daß einstmals das Metallverhüttungsverfahren auf gegen heute völlig anderer Grundlage erfolgt, vielleicht wird einstmals auch die„Eisen- zeit" durch eine andere„Zeit" abgelöst. Aber gegen- w ä r t i g. und sicher solange, wie Eckstein und ich leben, wird es wohl wesentlich bei der heutigen Produktionstech- n i k bleiben. Mit dieser, nicht mit einer vielleicht zukünf- ttgen, haben wir es zu tun. Auf diese aber bezieht Eckstein sich bei seinen ökonomischen Betrachtungen. Da möchte ich ihn bitten, sich einmal bei britischen Hüttenleuten zu erkundigen, ob es für sie„ökonomisch ganz gleichgültig" ist, daß ihre vorzüglichen Bessemererze im Eleve- landdistrikt immer mebr abgebaut, dazu immer geringhaltiger werden. Ob sie nicht lieber aus inländischen Erzquellen schöpfen, statt aus Spanien usw. einen immer höher werdenden Teil ihres Erzbedarfs beziehen zu müssen. A u f dieses Versiegen der inländischen Erz- quellen ist nicht zuletzt die relative Rück- wärtsentwicklung der ehedem in der Welt tonangebenden britischen Hüttenindustrie zurückzuführen! Jedoch, Eckstein fuhrt„Beweisstücke" für die Richtigkeit semer„ökonomischen" Lehre an und behauptet, er habe sie „nachgewiesen"(„Vorwärts" vom 1. Februar 1916). Sehen wir uns darum die„Beweisstücke" näher an: Nr. 1: Eckstein schreibt, 1887 habe die Eisenerzausfuhr aus Deutschland die-Einfuhr noch um 768 066 Tonnen überstiegen. 1913 seien dagegen 11 Millionen Tonnen mehr ein- als ausgeführt.„Hat dieser Mchrbedarf cm Eisenerzen drüöen gemeinschaftlicher Merksbesitz existiert, bann,� Äeil ein sogenannter„Veredelungsverkehr" stattfindet und schließlich, ro e i l d i e französische M i n e L t e zumeist kieseliger, d i e deutsche dagegen mehr kalkhaltig i st. infolgedessen sich eine Mischung der B e- schickung empfiehlt. Ein htittentechnisches Handbuch wird deni Genossen Eckstein erklären, warum zwei erzreiche Länder ihre Förderung austauschen müssen, ohne daß damit die„ökonomische Gleichgültigkeit" des Erzvorkommens be- wiesen wäre. Nr. 5: Oesterreich habe„zur selben Zeit", wo das „große österreichische Eisentverk Witkowitz große Erz- mengen aus dem billigen Wasserwege aus Schweden und Finnland kommen" ließ,„große Massen steirischer Eisenerze" exportiert. Sehen wir zu, ob Eckstein wenigstens in Oester- reich Bescheid weiß. Die österreichisch-ungarische Eisenerz- iörderung betrug 1912: 1918999, 1913: 5995999 Tonnen. Auf Steiermark entfielen 1913 davon 1,93, auf Böhmen 9,98, auf Ungarn 2,91 Millionen Tonnen. Ausweislich der öfter- reichischmngarischcn Handelsstatistik sind 1913 nur ganze ! 96 999 Tonnen(iutlusive Berodeluugsverkehr), also nur 2 bis 3 Proz. der Förderung, exportiert worden! Eckstein erzählt von„großen Massen". Die exportierten steirischen Erze gingen(wohl ausschließlich) nach Oberfchlesien, wo sie wegen ihres Ma n ga n ge h a l t s zur Oualitätserhöhung benutzt wurden.— Aber nun Witkowitz! Ja, weiß der Genosse Eckstein denn nicht, daß Witkowitz Eigentümer der hockwertigeu uordjchwedi scheu Änskulljkullengruben (A.-G. Gellivara Malmfält) ist. wo 69— 69prozentiger Magneteisenstein ungewöhnlich billig im Tagesbau gewonnen wird? Und daß diese Gruben noch dazu von dem die Ein- schränkung der Erzausfuhr bezweckenden Staatsvertrag llM) mit der in: schwedischen Erzbergbau maßgebenden Luoisavara-Kirunavara-Gesellschaft ausgeschlossen wurden? I Weiß er es, wie kann er dann einen solchen für Oesterreich- Ungarns Großeisenindustrie einzig d a st e h e n d e n Aus- nah nie fall als Regelfall für die Stütze seiner luftleeren Theorie verwenden? Insgesamt erzielten 1913 die schwedi- scheu Erzgruben einen Förderlvert von 69 Millionen Kronen (schwsdische), 8,93 Kronen pro Tonne. Davon waren über 3 Kronen pro Tonne Reingewinn— gleich 37,5 Proz. des Förderwertes! Diesen bohen Unternehmergewinn mindestens steckt Witkowitz selber ein. Es bat sicher nicht mehr als 3 Kronen— etwa 3,36 M. Förderselbstkosten pro Tonne. Eckstein sagt, Witkowitz habe .billige Wasserfrachten", ich kann das jetzt nicht nachprüfen. Hätte es etwa dieselben Frachtkosten wie Oberschlesien, so dürften Witkowitz seine schwedischen Erze inklusive Fracht bis zum Verhüttungsort nicht mehr als 16— 17 M. pro Tonne kosten. Witkowitz käme also noch billiger weg als der Nieder- rhein. Dabei handelt es sich um 69— 69prozentige vorzüglich reine Erze. Noch kommt dazu, was Eckstein auch nicht sagt, daß Witkowitz im d e st e n ö st e r r e i ch i s ch e n Steinkohlenrevier(Mährisch-Ostrau) liegt, hier eigene Zechen und Koksair st alten besitzt, alsodenzweitenMassenrohstofffürdieVer- Hüttungsindustrie noch billiger als die anderen österreichischen Großeisenwerke zur Verfügung hat! Wie konnte Eckstein mit„Witkowitz" onerieren, wenn es ihm darauf ankam, eine die wichtigsten AHbertcrinteressen berührende volkswirtschaftliche Frage ge- wissenhaft zu erörtern? Kannte er sich mit Witkowitz gründ- (ich aus(?), um so schlimmer für ihn, daß er ein Gebiet be- trat, wo er nur seine Schwäche zeigen konnte. Damit will ich schließen. Nun mögen die Leser beur- teilen, wer luftleere Theorien an den Mann zu bringen versuchte.(2) * Berichtigung: In dem gestrigen Artikel des Genossen äue muß es auf der 4. Spalte, wo von Italien gesprochen wird, heißen:„albanische" Erze(nach der Insel Elba), nicht„albanische". — Der lebte Satz muß richtig heißen:„Es braucht nicht einmal Krieg zu sein, usw."_ Zur Lage in Albanien. Konstantinopcl, 18. Februar.(W. T. B.) Die Agentur Milli meldet: E s s a d T 0 r t a n aus Tirana, der unbefugterweise die Leitung der provisorischen Regierung von Al- b a n i e n innehatte, hat sich mit feindlichen Mächten vereinigt, um der Türkei und ihren Äerbündcten den Krieg zu erkläre». Ein Kaiserliches Jrade erklärt Essad seines Ranges ü r verlustig und entfernt ihn aus dem Heere. ZranZösischzr ßliegerangriff auf Strummtza. London, 17. Februar. Das Reutenchs Bureau meldet aus Saloniki: Am Miltwoch griffen 13 französische Flugzeuge den Ort S t r u m n i tz a und die dort befindlichen Feldlager an; sie warfen 158 Bomben ab, die mehrere Brände verursachten. Die Flugzeuge wurden beschossen, kehrten aber unversehrt zurück.— Das erste griechische Kavallerie-Regiment unter dem Befehl des Prinzen Andreas von Griechenland ist am Mittwoch von Saloniki nach Athen abgegangen. Kritische Situation in Griechenlanü. Frankfurt a. M., 18. Februar.(W. T. B.) Die„Frank- furter Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Nach amrlichen Athener Telegrammen haben die Gesandten Englands. Frank- reichs, Rußlands und Italiens einen gemeinsamen Schritt bei Skuludis unternommen, um ihm trocken anzukündigen, daß der in Paris tagende Kriegsrat die militärische Besetzung aller griechischen Eisenbahnen und Telegraphenstationen in Thessalien und Morea durch die Ententetruppen angeordnet habe. Die Gesandten bemerkten nur, daß, falls Griechenland sich nicht freiwillig dem Beschluß füge, Gewalt angewendet werden würde."Auf Grund dieser Mitteilung wurde sofort ein Kriegs- rat einberufen, um über die neugeschaffene Lage zu beraten. Ausfuhrverbot für rumänisches Getreiüe. Bukarest, 18. Februar.(25. T. B.) Gestern wurde der Kammer ein Gesetzentwurs über das Berbot der Ausfuhr von Ge- kreide und dessen Derivaten, von Gemüsen, Leinöl und Rapsöl vorgelegt. Das Verbot tritt mit dem Tage der Vorlage des Geietz- entwurfes in Kraft. Ausgenommen sind alle Käufe, die durch Ver Mittelung der Kommission gemacht wurden, serner alle Verkäufe, die durch Vermittelung der Kommiision im Wege der Kompensation abgeschlossen werden. Die Ausfuhrtaxen bleiben auf- rechterhalten. Die Taxe für Mehl wird auch für Teigwaren erhoben werden. Der Zweck des Gesetzes ist die Erhaltung der für den In- landsverbrauch notwendigen Warenmengen. der französische Tagesbericht. Paris, 18. Februar. sW. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Aus der Nacht ist kein Ereignis von Bedeutung zu melden. Paris, 18. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht V 0 n g e st e r n a b e n d. In Belgien richteten wir ein zerstörendes Feuer gegen die deutschen Anlagen bei Steenstraete und gegenüber von Boesiiighe. Im ArtoiS ließ der Feind an den Zugängen zur Straße nach Lille eine Mine springen, deren Trichter wir besetzten. Zwischen Soissons und Reims schoffen unsere Batterien auf mar- ichierende Truppen in der Gegend von Conds an der Aisne und beschossen feinliche Schanzwerke nördlich von Soissons. An der übrigen Front schwache Artillerietätigkeit. Belgischer Bericht. Der Tag verlief ruhig an der Front. Die belgische Artillerie nahm eine bei Schoore marschierende feind- liche Infanteriekolonne unter Feuer. die englische Melüung. London, 18. Februar.(W. T. B.j General Haig berichtet: Der Feind ließ heute morgen zwei Minen springen, die eine in der Nähe des Grabens 8, die andere südlich von Loos. Er versuchte den Krater der letzteren zu besetzen, wurde aber zurückgeschlagen. Wir halten den Rand des Kraters. Unsere Artillerie beschoß heute die feindlichen Laufgräben nahe des Hohenzollernwerks und östlich von Armentiöres. Die Lage zwischen dem Kanal von Dpern nach ComineS und der Eisenbahn ist unverändert. London, 17. Februar.(W. T. B.) Verspätet eingetroffen. General Haig berichtet: Gegenseitiges Artilleriebombardement und heftiger Handgranalenkampf in den letzten 21 Stunden. Zwischen dem Iperukanal— Comines und der Eisenbahn Apern— ComineS dauert der Kampf fort. Sonst war der Tag an der ganzen eng- lischeu Front ruhig. Der gestern gemeldeten Einnahme von sechs- hundert UardS unserer Grabenlinie war ein heftiges Bombardement und die Sprengung von fünf Minen vorangegangen, was die Gräben unhaltbar gemacht hatte. Die Angriffe dehnten sich über viertausend Jards der Front aus und wurden überall sonst zurück- geschlagen, wobei der Feind bedeutende Verluste erlitt. Das ver- lorene Grabenstück wechselte im vergangenen Jahre häufig den Be- sitzer und hieß seitdem der Juternationalgraben. Der rujsische Heeresbericht. Petersburg, 17. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 16. F e b r u a r. Westfront: Im Abschnitt von Riga wurde ein deutscher Luftballon, welcher nordwestlich von Krepen(12 Kilometer West- nordwestlich Mitau) ausgestiegen war, zum Sinken gebracht, nachdem er von uuscren schweren Granaten Feuer erhalten hatte. Die feind- liche schwere Artillerie beschoß heftig eine halbe Stunde lang den Brückenkopf von Uexküll. Im Abschnitt von Dünaburg gelang es uns, zwei Explosionen in einer seindliwen schweren Batterie bei Jlluxt hervorzurufen. Zwei deutsche Angriffe auf das Dorf Garbu- nowka und den Abschnitt nördlich davon wiesen wir ab. In der Gegend der oberen Jkwa vereitelte unsere Artillerie die Versuche des Gegners, auf unsere Gräben mit Bombenwerfern zu schießen. Am 11. 2. griff unser Luftschiff die Stadt und den Bahnhof Podhajec(9 Kilometer nordwestlich Dubno) an. Auf den Bahnhof wurden sieben Bomben geworfen, von denen jede 1 Pud(32,76 deutsche Pfund) wog. Fünf Bomben zu 2 und drei Bomben zu 1 Pud wurden aus die Depots in der Stadt geworfen. Die gegnerischen Flugzeuge, welche dem Lustschiff begegneten, wichen einem Kampf aus und flogen davon. Der Versuch des Feindes, unsere Gräben bei Uizieczto anzugreisen, wurde vereitelt. Nordlich Bojan ließ der Gegner eine Mine springen, nach Handgranaienkamps blieb der Trichter in unseren Händen. Kaukasus: In der Küstengegend vertrieben unsere Truppen die Türke» aus einer Reihe von Gebirgsstellungen und warfen den Gegner bis hinter den Fluß Witse zurück. Wie gestern berichtet. eroberten unsere tapferen kaukasischen Truppen neun Forts der Stellung von Deweboinu, welche die Festung Erzerum deckt; sie machten Gefangene, erbeuteten 70 Geschütze und Munition. Der Gcneralstab bedauert, die Namen und Nummern der ruhmreichen Regimenter, welche die Türken mit dem Bajonett zurückwarfen, noch nicht nennen zu können. Der jetzige Erfolg ist trotz der Unwetter und der örtlichen Hindernisse errungen. Die Türken beeilen sich, Erzerum von Westen und Süden her zu Hilfe zu kommen. Der südliche Teil von Erzerum steht in Flammen. In der Gegend von Chnyskala(zwischen Erzerum und Nelasgert) dauert unsere Offensive mit Erfolg an. Petersburg, 18. Februar.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von Donnerstag. Westfront: An der Düna, zwischen Iakobstadt und Dünaburg beschoß der Feind heftig den Bahnhof von Mischte!(23 Kilo- meter nördlich Dünaburg) und den Abschnitt zwischen dem Bahnhof Lawrenskaja und dem Bahnhof Zargrad(21 und 13 Kilometer südlich Livenhof). Im Abschnitt Dünaburg nahm der Feind den Angriff gegen Garbunowka wieder auf; er wurde zurückgeworfen. Unsere Flieger warfen Bomben auf ruhende Truppen im Abschnitt Düna- bürg. In Galizien, am Dnjester, in der Gegend des Dorfes Michalcze (3 Kilometer nordwestlich Uscieczko) vereitelten wir den Versuch des Gegners, sich unseren Gräben zu nähern. Schwarzes Meer: Nachdem unsere Truppen die Stel- lung am Witze-Flutz, in der Äüstengegend besetzt hatten, näherten sich unsere Schiffe der Küste und beschossen den türkischen Rückzug. Unsere Schiffe hatten nur Verluste durch Gewehrfeuer. Kaukasus: Ergänzend ist festgestellt worden, daß wir bei dem Sturm auf E" z e r u m auf den Forts der ersten Linie noch 29 Kanonen erbeuteten und Gefangene machten. Allein bei dem Fort Tafta, 26 Werst vor Erzerum, machten wir 39 Offiziere und 1113 Astaris zu Gefangenen. Unsere Truppen besetzten die Festung Crzerum und machten sich an die Feststellung der Höhe der Gefangenenzahl und Beute. Die Stadt Erzerum steht an mehreren Stellen in Flammen. Der§al! von Erzerum. Petersburg, 18. Februar.(T. U.) Die Petersburger Tele- graphen-Agenwr veröffentlicht folgendes Telegramm des Vizekönigs des Kaukasus Großfürst Nikolai Nikolajewitsch vom 16. Februar nachmittags: Gott hat unseren lapferen Truppen der Kaukasusarmee einen so großen Beistand geliehen, daß Erzerum nach fünf- tägigen beispiellosen Sturmangriffen eingenommen wurde. Ich bin unsagbar glücklich. Euer kaiserlichen Majestät diesen Sieg mit- teilen zu können. Paris, 18. Februar.(T. U.) Zur Einnahme von Erzerum tele- graphiert der Petersburger Korrespondent des„Temps": Die russi- schen Truppen unter General Judenifich hatten sich vom Süden her der«tadt Kop bemächtigt, seien dann im Tal des Murad Tschai hinabgestiegen, hätten Khnis genommen und wären vor den Forts von Erzerum von einer Seite erschienen, wo die Türken es am wenigsten erwartet hätten. Melüung öes türkischen Hauptquartiers. Konstantinopcl, 17. Februar.(W. T. 53.) Das Hauptquartier berichtet: Von der Jrakfront und der Kaukasus- front keine Nachricht von Wichtigkeit. An der Dardanellenfront eröffnete ein Kreuzer Feuer in der Richtung von auf Sedd ul Bahr, zog sich aber nach dem sechzehnten Schuß infolge der Antwort unserer Küstenbatterien zurück._ Melüung üer italienischen Heeresleitung. Rom, 18. Februar.(W. T. B.) Amtlicher B e r i ch t V 0 n gestern. Im Rombongebi-te(Becken von Flitsch) wurde eine starke feindliche Abteilung vom Landwehr-Rsgiment Nr. 27, die einen unserer vorgeschobenen Posten zu überrumpeln versuchte, angegriffen und zurückgeworfen. Der Offizier, der diese Abteilung befehligte, und einige Soldaten wurden zu Gefangenen gemacht. Kühne Unter- nehmungen unserer Patrouillen im Abichnitte von Sabotino und auf dem Karst brachten uns zahlreiche im Stich gelassene Gewehre ein. Gestern abend an der Front von Calavia lebhafte feindliche Feuer- täligkeit, die aufhörte, als unsere Artillerie eingriff. In der Um- gebung von Görz und von Savogna wurden die feindlichen Batterien nach heftigem Kampfe mit den unsrigen zum Schweigen gebracht. Einer unserer Flieger hat auf Nabrcsina Bomben ab- geworfen._ vom U-Dootkrieg. London, 16. Februar.(W. T. 33.) Lloyds meldet: Ter Dampfer„Tergestea" ist an der Ostseeküste versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. Der„Lusitanm'-IaU. New Jork, 17. Februar.(23. T. 23.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Alle Morgenblättcr enthalten die Nach- richt, daß der„Lusitania"-Streitfall mit Deutschland tatsächlich beigelegt und Staats- sekretär Lansing darüber sehr befriedigt sei und nur noch auf die Zustimmung Wilsons warte, um den Zwischenfall für erledigt zu erklären. Die Ankündigung Lansings, daß die ganze An- gelegenheit desUnterseebootskrieges neuer- dings aufgerollt worden sei, hat deshalb in diplo- matischen Kreisen große Ueberraschung hervorgerufen. Der republikanische Staatskonvent von New Jork einigte sich auf ein Programm, dessen einziger Punkt lautet: Es ist die Pflicht Amerikas, Maßregeln zu ergreifen, damit das Völkerrecht wieder hergestellt und allgemein angewendet werde. London, 17. Februar.(W. T. B.)„Times" erfährt aus New Jork, daß die Beilegung d e S„ L u s i t a n i a Falles möglicherweise werde verschoben werden, bis Deutschland den Plan, bewaffnete Handels- schiffe zu torpedieren, aufgegeben hätte. Dies sei heute dem Washingtoner Korrespondenten des Blattes von Lansing mit- geteilt worden, nachdem dieser von Gras Bcrnstorff Deutsch- lands Antwort auf die Fragen der Vereinigten Staaten in der „Lusitania"-Angelegenheit erhalten hatte. Lansing habe nicht gesagt, wieweit die Regierung zu gehen beabsichlige. Wilson wolle aber offenbar untersuchen, ob zwischen Deutschlands Versprechungen in der„Lusitania"-Note und der neuen deutschen Untersecbootspolitik ein Widerspruch bestehe. * Amtlich. Berlin, 18. Februar.(W. T. B.) Nach einer Meldung der„Frankfurter Zeitung" aus 3kew Jork soll Deutiäiland die Torpedierung bewaffneter Handelsdampfer bis zum April verschoben haben, damit die amerikanische Regierung ihre Bürger, die um Pässe nachsuchen, vor der Einschiffung auf solche Dampfer warnen kann. An hiesiger amtlicher Stelle ist hiervon nichts bekannt. Amerika unÜ üie bewaffneten Hanüelssihiffe. Washington, 16. Februar.(W. T. B.)(Meldung des Reuter- schen Bureaus.) Eine hohe Autorität des Staatsdepartements er- klärte: Tie Vereinigten Staaten werden anerkennen, daß die Entente nach dem Völkerrecht berechtigt ist, Handelsschiffe für die Verteidigung zu bewaffnen. Wenn also die Ententemächte sich weigern, den Vorschlag, die Handelsschiffe zu entwaffnen, anzunehmen, kann die amerikanische Regierung die Absicht der Mittelmächte, bewaffnete Handelsschiffe zu torpedieren, nicht gutheißen. Das Staatsdepartement gab zu verstehen, es beabsichtige nicht, selbst das Gesetz über die Be- waffnung von Handelsschiffen abzuändern, da dies nicht ohne Zustimmung aller beteiligten Mächte geschehen könne. Aber es werde vielleicht die Instruktionen an die Hafenbehörden abändern und den Schiffen die Ausklarierung gestatten, die mit Kanonen eines Kalibers ausgestattet sind, das nur für die Verteidigung geeignet sind. Gefechte in Deutfch-lDsiafrika. London, 18. Februar.(W. T. B.) Das Kriegsamt hat aus Ostafnla ein Telegramm erhalten, daß eine Erkundungsabteilunz am 12. Februar die zur Aufklärung der semdlichen Stellung gegen den Salnahügel ausgeschickt worden war, den Hügel vom Feinde stark besetzt fand. Starke deutsche Reserven waren in der Nackbarsibast. Die Engländer verloren 172 Mann an Toten, von denen 139 der zweiten südafrikanischen Brigade angehören. Ein Schienenstrang ist bis auf zweieinhalb Meilen an den Salitahügel herangeführt worden. die rufllfche Arbeiterbewegung unö öer Krieg. In dem ultrakonservativen Petersburger Blatte„S e m s ch» t sch i n a" tischt der angebliche„Arbeiterführer" Jefremow, wohl ein Mitgsied der von der Geheimpolizei ausgehaltenen echtrussischen Streikbrecherbanden, aufs neue die Verleumdung aus, die Welle der Arbetterstreiks, die in den Monaten vor dem Ausbruch des Krieges eine besondere Stärke erreichte, sei von„Agenten des deutschen Generalstabs" inszeniert worden. Die große Wirtschaft- liche und politische Bewegung des russischen Proletariats, die schon im Frühjahr 1912 einsetzte und sich organisch weiterentwickelte, bis der Krieg diese Entwickelung jäh unterbrach, wird von den zari» schen Agenten genau so den„Machenschaften" des deutschen Gene» ralstabs zugeschrieben wie die revolutionäre Arbeiterbewegung der Jahre 1901/05 durch die berüchtigten Millionen der japanischen Regierung ihre regierungsofiiziöse Erklärung fand. Ist dieses Rezept auch nicht neu, so ist doch die Methode be- merkenswert, wie das konservative Organ zuerst den durchaus be- greislichen vorübergehenden Stillstand der Streikbewegung als Be- weis der regierungsfreundlichen, patriotischen Gesinnung der Ar- beitermassen anführt, um danach durch krasse Fälschung der Streikstatistik ein völlig falsches Bild des jetzigen Standes der Arbeiterbewegung zu geben, Jefremow führt zunächst folgende Tabelle au: STirenirett eguttg tm F�aHre 1914. »Wie diese Tabelle zeigt," beißt es in dem konservativen Organ weiter,„begann nach der Julibewegnng, die 951 Streiks zeitigte, die Aera der Erregung gegen Deutschland, und die Zahl der Streiks sank plötzlich auf 24. Im September sinkt diese Zahl noch mehr und erreicht im Dezember ihr Mindestmaß von 9 Streiks nach einigen durch rein wirtschaftliche Faktoren, hauptsächlich durch die Teuerung zu erklärenden«Schwankungen. Die politischen Beweg- gründe der Streiks treten zurück, und die folgenden Streiks finden ihre einzige Erklärung in der allgemeinen Teuerung." Ist es schon auffällig, daß das konservative Blatt wegen der nicht wegzuleugnenden andauernden Streiks gleichsam für„mil- dernde Umstände" plädiert, indem es als Erklärung auf die„all- gemeine Teuerung hinweist, so erscheint es direkt erstaunlich, in wie plumper Weise es die Streikzahlen für 1915 umzufälschen sucht, ohne zu erkennen, daß es selber einen enormen Auf- schwung der Streikbewegung für 1915 konstatiert. Es heißt nämlich in der.zsemschtschina" wörtlich weiter: „Die Ergebnisse des JahreS 1915 sind im höchsten Grade erfreulich. Im Januar betrugen die Zahlen der Streiks und der Streikenden ein Zwanzigstel, die Zahl der verlorenen Arbeits- tage ein Fünfzehntel der entsprechenden Zahlen im Jahre 1914; im Februar 1915 waren gegen den Februar 1914 die entsprechen- den Zahlenoerhältnisse ein Fünftel, ein Halb, zwei Drittel; im März gegen den iKärz 1914 ein Zwanzigstel, ein Fünftel, ein Zehntel; im April 1915 betrug gegen den April 1914 die Zahl der Streiks ein Viertel, während die Zahl der verlorenen Ar- beitstage um 4 v. H. wuchs, was durch die außerordentliche Teuerung zu erklären ist; Juni 1915 betrugen gegen Juni 1914 die Verhältnisse ein Viertel, ein Halb, ein Neuntel; im Juli 1915 gegen Juli 1914 ein Zehntel, ein Elftel, ein Achwndzwanzigstel. Dabei waren alle diese Streiks durch wirtschaftliche Be- weggründe hervorgerufen und hatten mit dem Charakter der Streiks vor dem Kriege nichts gemein." Rechnet man die hier mitgeteilten Verhältniszahlen um, so erhält man für die Monate Januar— Juli des Jahres 1915(die Zahlen für Mai sind auffälligerweise nicht angeführt) folgende lehrreiche Tabelle: Monate Januar... Februar... März.... Avril.... Mai.... Juni.... Juli..- Insgesamt" Zahl der Streiks 20 26 26 135 ? 175 95 475 Zahl der Streikenden 9 090 22 300 15 200 30 000(?) ? 99 400 29 300 255 200 Zahl der verlorenen Arbeitslage 17 000 90 000 32 000 262 000 ? 222 000 76 000 699 000 Es sind also in Rußland, nach Angaben des konservativen Organs, das sich offenbar offizieller Quellen bediente, in sechs Monaten des verflossenen Jahres 475 Streiks mit annähernd einer Biertelmillion Streikender und fast drei Viertel Millionen verlorener Arbeitstage registriert worden. Diese Zahlen bewerfen unzweideutig, daß die russischen Ar- bei(er nicht daran denken, ihren Klassenkampf einzustellen, sondern trotz Burgfrieden und Kriegszustand von der Waffe des Streiks \n zunehmendem Maße Gebrauch machen. Die englische Regierung über üie Kriegslage. London, 17. Februar.(W. T. B.) Im Oberhause gab am 15. d. Mls. Lord Crewe eine Erklärung ab, in der er sagte: Der Bau von Kriegs schiffen hat in allen Zweigen einen befriedigenden Forlschnn gemacht. Der Charakter der Schiffsbauten wurde durch die Erfahrungen der ersten Stadien des Krieges beeinflußt. Die Ausführung des Bauprogramms erfuhr durch Arbeitermangel Aenderungen. Der Ersatz gelernter Arbeiter durch ungelernte und weibliche ist beim Schiffsbau schwer anwendbar, aber hoffentlich werden Maßnahmen unerwarteier Art möglich werden. Die Lieferung von Munition ist jetzt befriedigend. 2700 Munitionssabriken stehen unter Staatskontrolle, aber der Ver» brauch der Munition wird sich vermehren, wenn die Tage länger werden. Bisher halte keine Armee auf irgend einem ÄriegSichou- Platze einen wirkttcki unbegrenzten Vorrat an Munition. Wir blicken nichr mil leichtem Herzen, aber mit nüchterner Zuversicht in die Zu« kunft und werden alle gesetzmäßigen Mittel anwenden, um einen Druck auf Deutschland auszuüben. Das Schlagwort vom Er- schöpsungskriege ist trreiührend. wenn man glauht, daß wir den Krieg unbegrenzt fortführen können, ohne alle Anstrengungen zu machen. Kitchener berichtete, daß indische Divisionen aus Frankreich und Flandern weggenommen worden sei«,, und sagte dann: Nach- dem die Deutschen den Weg nach Konstantinopel freigemacht hatten, konnte die türkische Armee durch deutsche Hilfe verstärkt, entweder eine Truppenbewegung gegen Aegypten ausführen oder ihre Streit- kräfte in Mesopotamien verstarken und zugleich einen mäch- tigen Artillerieangriff auf unsere Stellungen auf GallipoN machen. Wir beschloffen daher, Gallipolt zu räumen, um unsere Truppen in Saloniki und Aegypten zu vermehren. Die Türken drohen mit einem ernsteren Versuche, Aegypten anzu- greifen. Wir haben entsprechende Vorbereitungen getroffen, um den Suezkanal zu verteidigen. Der deutsch-türmche Einfluß auf die Führer der Genüssen hat bewirkt, daß die Araber in der Cyrenaika und in Tripolis eine feindliche Haltung gegen Aegypten einnahmen. Der erste Versuch dieser Art scheiterte vollkommen und obwohl die Bewegungen im westlichen Teile der Wüste noch eine gewisse Unruhe hervorrufen, bildet die bewundernswerte Er- gebenheit des ägyptischen Volkes eine wirksame Schranke gegen jedes Eindnngen jener Stämme in kultivierte Gebiete. lieber Mesopotamien sagte Kitchener: Die türkische Stellung wurde am 27. Januar angegriffen, aber sie war zu stark, um ge- nommen zu werden. General Aylmer erwartet weitere Verstärkungen, bevor er den Vormarsch erneuert, um die Vereinigung mit Town- ihend herzustellen. Townibend hat genügende Vorräte, um sich mit seinen Truppen eine beträchtliche Zeit zu hallen. Der Feldzug in Mesopotamien, der bisher von Indien aus befehligt worden ist, wird jetzt vom K r i e g s a m t geleitet werden. London, 15. Februar.(W. T. B.) Unterhaus. In der Adreßdebatte sagte Marks SykeS: Es ist erfreulich, daß die Berbimdeten enger zusammenarbeiten wollen. Dasselbe ist aber für die einzelnen Ressorts in England nötig. Man muß nicht zu optimistisch sein, die allgemeinen Ergebnisse der Feldzüge in Bel- giert, Serbien und Montenegro sind nicht so, wie wir wünschen. Der Suezkanal wird bedroht, die Lage in Mesopotamien ist nicht, wie man wünschen möchte. Die Besetzung großer Strecken Frank- reichs und Rußlands und die Zeppelinangriffe bezeichnen eine ernste und schlechte Lage. Nur gründliche Organisation kann die Dinge bessern. Das englische Regierungssystem eignet sich für den Frie- den, nicht für den Krieg. Es ist ein System von Kompromissen und Zugeständnissen, die in Betrachtungen und Komiteedebatten enden nnd schließlich zu Untätigkeit, Unruhe und Unheil fuhren. Mr VebaNerM, Ner Feind beschließt, Eir untersuch?«, der Feind macht Pläne, wir sind erstaunt, der Feind handelt. S i r F. C a w l e y sagte, die Regierung müsse energischer handeln und künftig nicht„zu spät" sein. Das Erfreulichste seit langer Zeit sei gewesen, daß die Entscheidungen des Generalstabes necht mehr durch den Kvieassekretär beseitigt werden sollen. Die Nation sei mit der Kriegs£eihtng nicht völlig zufrieden. politische Ueberflcht. Jndustriefragen im Landtag. In der fortgesetzten Beratung des Etats des Staats- Ministeriums besprach das preußische Abgeordnetenhaus am Freitag die Lage der Industrie. Mit Genugtuung konnten die Redner aller Parteien feststellen, daß die bei Ausbruch des Krieges gehegten Befürchtungen sich nicht erfüllt haben, daß die bei Beginn des Krieges einsetzende große Arbeitslosigkeit bald beseitigt wurde und daß die Industrie es verstanden hat, sich schnell den veränderten Verhältnissen anzupassen. Daß hierzu auch die deutschen Arbeiter ein gut Teil beigetragen haben, gab sogar der konservative Abgeordnete v. Hassel unumwunden zu. Tatsächlich sind die Leistungen der Arbeiterklaffe viel größer als man gewöhnlich annimmt. Wir können deshalb unserem Genossen H u e nur beipflichten, wenn er in seiner Rede aus der sozialpolitischen Betätigung der Gewerkschaften den Schluß zog, daß die Bestrebungen auf Hinderung und Hemmung der Arbeiterorganisationen geradezu gemeinschädlich sind. Obwohl die Erörterung der Kriegsziele durch Beschlutz des Hauses unterbunden ist. gelang es Hue doch, auch hierauf mit wenigen Worten einzugehen. Eingehend verbreitete er sich so- dann über die Folgendes Krieges, über die wirtschaftliche Schä- digung zahlreicher Angehöriger des Mittelstandes, die jetzt ins Proletariat hinabgesunken sind, über das steigende An- gebot weiblicher Arbeitskräfte und über die möglicherweise nach Friedensschluß zu erwartenden wirtschaftlichen Kämpfe. Genosse Hue ließ keinen Zweifel darüber, daß die Arbeiter den ihnen schädlichen Bestrebungen den schärfften Widerstand entgegensetzen und vor dem Kampf um ihre schwer bedrohte Existenz nicht zurückschrecken würden. Der Anerkennung der Arbeiterorganisationen schloß sich der Abg. R o s e n o w(Vp.), der im übrigen die Leistungen der Industrie pries, an, während der Nationalliberale R ö ch- l i n g und der Freikonservative B o r st e r es zwar nicht offen sagten, aber doch deutlich genug durchblicken ließen, daß sie ihre Stellung zu den Gewerkschaften nicht geändert haben. Verstieg sich doch Herr Röchling zu der Behauptung, durch die Ausführungen vonHue werde der Wille zum Durchhalten nicht gerade gesteigert, und erklärte doch Herr Vorster, daß er im Zeichen des Burgfriedens auf das Verhältnis zwischen Arbeit- gebern und Arbeiterorganisationen nicht eingehen wolle. Was das heißt, weiß jeder Kenner der Verhältnisse. Nachdem sich noch Abg. Giesberts(Z.) in seiner Eigenschaft als Führer der christlichen Gewerkschaften geäußert hatte, wurden die bereits früher bekanntgegebenen Anträge der Budgetkommission angenommen. Am Sonnabend wird daß Haus sich mit Handel und Geldverkehr und mit Handwerkerfragen beschäftigen. Ein auffälliger Erlast. Die Königliche Regierung in Frankfurt a. O. ver- öffenilicht in den von ihr herausgegebenen„Verordnungen betr. das Volksschulwesen im Regierungsbezirk Franlfun a. O." auf S. 195 f. folgendes Schreiben vom 15. Januar 1916 an die K r e i S s ch u I« inspektoren ihres Bezirkes: „ES drängen sich in neuester Zeit an die Lehrer und die Schule Wünsche heran, aus erziehlichen Gründen durch geeignete Belehrung der Ausbreitung und Vertiefung des Bölkerhasses entgegenzuwirken und der künftigenVerföhnungder Kulturvölker vorzuarbeiten. Diesen aus dem Gefühle allgemeiner Völkerverbrüderung und internationaler Friedens« schwärmerei entspringenden Bestrebungen darf kein Raum ge- währt werden. Es kann um so weniger Aufgabe der Volksschule sein, in diesem Sinne zu den künftigen Beziehungen der Völker untereinander Stellung zu nehmen, als nach der stiedlichen Grund- stimmung des deutschen BolkeS, gerade im Gegensatz zu anderen Völkern, gar keine Gefahr besteht, daß in unserer Jugend ein dem künftigen Frieden gefährlicher Haß aufwachsen könnte. Im Gegensatz zu solchen Auffassungen ist es eine erziehliche Aufgabe ersten Ranges für die Schule, dafür zu sorgen, daß die furchtbaren Lehren und Erfahrungeu der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart in dem lebenden Geschlecht unauslöschlich haften bleiben. Vor allen Dingen mutz ganz allgemein die Ueberzeugung in unserem Volke einwurzeln, daß Deutschland? Frieden und Sicherheit nur durch seine Wehrmacht zu Lande und zur See ver- bürgt wird, und daß alle Verbrüderung«- bestrebungen mit anderen Völkern auf kultu- rellem Gebiet niemals dazu führen dürfen, auch nur das Gering sie von seiner kriegerischen Rüstung abzubröckeln. Zum andern sollen die Schulen die Ueberzeugung festigen, daß Deutsckiland einig bleiben muß und daß alle Parteien oder Sonderbestrebungen sich dieser Forderung unterzuordnen haben. Endlich wird eS eine schöne Aufgabe aller Lehrenden bleiben, nicht nur die durch die Erfahrungen de« Krieges gefestigte Ueberzeugung von dem Segen eines starken Königtums, sondern auch die Liebe zu unserem König und Kaiser, sowie zu dem Hohenzollcrnhauie zu voller Erstarkung zu bringen. Das jetzt eingeführte tägliche Gebet der Schulen für unfern Herrscher wird darum als gemütvoller Ausdruck solcher Liebe auch nach Beendigung des Krieges zu pflegen sein. Allen Bemühungen aber, die Schandtaten, die unsere Feinde an den Deutschen der ganzen Erde begangen haben, zu ent- schuldigen oder zu beschönigen, wollen Sie, falls sie in die Schule einzudringen versuchen sollten und nicht schon an dem gesunden Sinne der Lehrerschaft scheitern, ihrerseits entschlossen entgegentreten. (gez.) von Schwerin." Die rechtsstehende Presse nennt dieses Schreiben einen„aus- gezeichneten", einen„vortrefflichen Erlaß gegen das Treiben der Flaumacher und würdelosen Volksversöhner". Prompte Antwort. Konservative Blätter, voran die„Kreuz-Zeitung". hatten sich in äußerst scharfen Worten gegen einen Korrespondenz-Artkkel auS- gesprochen, der im Sinne der„Nordd. Allg. Zeitung" gegen den bekannten Besckrtuß der Haushaltkommission zur H-Boots-Frage Stellung nahm. Dieser Artikel war auch in Kreisblätter über- gegangen, und die konservative„Presse" halle deshalb Ausklärung ge- fordert, ob der Artikel amtlichen Ursprungs sei. Darauf erfolgt jetzt prompt die halbamtliche Mitteilung: „Die Presse beschäftigt sich eingebend mit einem sensationell überschriebenen Artikel, der in einer Reihe von Lokakblältern er- schienen ist und sich mit dem bekannten Beschluß des Haushalt»- aitSschüffes des Abgeordnetenhauses befaßt. ES ist der Vermutung Ausdruck gegeben worden, der Artikel entstamme einer offi- ziösen Korrespondenz oder einer Korrespondenz, die amt- liche Beziehungen unterhälr. Diese Vermutung ist unrichtig. Der Artikel ist RedaktionSarbeit einer privaten Korrespondenz und von denjenigen Lokalblättern übernommen worden, die Abonnenten dieser Korrespondenz sind." Das nennt man prompte Antwort. Die Kriegsgewinnsteuer. In der Zweiten badischen Kammer wurde die Besprechung der Regierungsdenkschrist über die wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen zu Ende geführt. Finanzminister Dr. Rheinholdt erklärte dabei, daß er nicht wisse, ob das Gesetz über die Besteuerung der Kriegs- gewinne schon dem nächsten Reichslage vorgelegt werden wird. Aber er versicherre, daß die Vorlage bereits im nächsten Jahr in Geltung sein wird. Der Aufwand müsse unter allen Umständen verringert werden und man wird nach dem Kriege ganz anders sparen müssen wie vorher. Arbeit und Sparsamkeit werden das Leitmotiv für alle nach dem Kriege sein.— Der badische Landtag wird am 26. Februar geschlossen werden. Die neuen Reichsstenern. Eine Berliner Korrespondenz meldet: Dem Bundesrat ist am Freitag ein Teil der neuen Steuervorlagen zugegangen und von ihm an die Ausschüsse verwiesen worden, ein anderer Teil harrt noch der Fertigstellung und wird erst in den nächsten Tagen an den Bundes- rat gelangen. Die vorliegenden Entwürfe sind im preußischen Staatsministerium nicht beanstandet worden. Eine Branntwein- steuervorlage, von der in der Presse die Rede war, ist nicht vorgesehen. Aus den neuen Steuern sollen Mehreinnahmen von etwa 600 Millionen Mark jährlich erzielt werden. Ob eine Veröffentlichung der Steuervorlagen schon vor der Genehmigung durch den Bundes- rat erfolgen wird, ist noch eine offene Frage. Der Bundesrat ist da- mit noch nicht befaßt worden._ Gegen die unhaltbaren Zustände auf dem Fleischmarkt. Bon der Polizeiverwaltung in Deutsch-Eylau ist folgende Ver- fügüng erlassen worden: „Die Zustände auf dem Fleischmarkt werden von Tag zu Tag unhaltbarer. Für den kleinen Mann ist es bei der nicht zu leugnenden Fleilchinappheit fast unmöglich geworden, überhaupt noch Fleisch anzukaufen, wenn nicht von wohlhabender Seite auf ihn Rücksicht genommen wird. Es darf nicht vorkoinmen, daß besser- siluierte Leute sich im Fleischgenuß kaum eine Beschränkung auf- erlegen und durch Vorbestellungen sich Fleisch sichern, während der arme Mann dann nach Räumung der Fleischbestände das Nach- sehen hat. Ans diesem Grunde wird vorläufig angeordnet, daß erstens Vorbestellungen von den Fleischern überhaupt nickt an- genommen werden dürfen, zweitens an keine Familie mehr als höchstens ein Kilo Fleisch täglich verabfolgt werden darf. Dieses Ouantum muß auch in großen Haushaltungen jetzt ausreichen. Sollte diese Anordnung nicht« fruchten, io wird zur Ausgabe von Fleisch- karten geschritten werden müssen und dadurch jedem Bürger sein Fleischquantum zugemessen werden. Fleisch- und Fettkarte. Der Oberbürgermeister von Remscheid macht die Einführung der Rationierung von Schweinefleisch bekannt. Es erhalten: Familien bis zu drei Köpfen höchstens ein Pfund frisches Schweinefleisch wöchentlich, bis zu sechs Personen anderthalb Pfund und über sechs Personen zwei Pfund. Der Metzger hat auf der Fettkarte die Ein- träge über die abgegebenen Fletschrationen zu machen. Die eben- falls eingeführte Butterkarte erlaubt nur ein Fünftel Pfund pro Person und Woche oder ein Viertel Pfund Margarine. Brotgetreide für die Spiritusbrennerei! Die Reichsgctrcidestelle hat sich entschlossen, den Kornbrennereien 46 000 Tonnen Getreide zuzuweisen. Dies wird amtlich damit be- gründet, daß die Kornbrennereien nicht nur den für Leucht- und gewerbliche Zwecke wichtigen Kornspiritus herstellen, sondern daß sie als Abfallprodukt die Schlempe liefern. Diese fei ein Kraft-, Mast- und Milchsullcr, welches die Landwirtschaft gerade in heutiger Zeit besonders dringend benötigt. Tie Vichhandelsverbände. Die rechtliche Grundlage für die Bildung der Bieh- Handelsverbände ist gegeben in der am 4. November er- lassenen Ergänzung zum Gesetz über die Preisprüfungsstellen und die VersorgnngSregelung vom 23. September. Der§ 15 der Ergänzung bestimmte, daß zur Versorgungsregelung Verbände gebildet werden können. Diese Form der Bewirtschaftung bedeutet nicht die Ausschaltung des Handels; der Handel bleibt Glied der Versorgung, wenn auch unter Beschränkungen. Zwei Arten von Mitgliedern sind im Verband zusammen- geschlossen: Zwangsmitglieder unv freiwillige Mitglieder. Zwangs« Mitglieder sind solche, die den Sitz ihrer gewerblichen Nieder« lassung im Verbandsbezirk(Provinz) vor dem 1. Juli 1914 hatten, freiwillige Mitglieder sind diejenigen, die nicht im Ver- bandsbezirk ihre Niederlassung haben. Freiwillige Mitglieder können auch Fleischer sein, so weit sie üblicherweise direkt beim Landwirt kautten, ferner diejenigen Viehhändler, die ihr Gewerbe nach dem 1. Juli 1914 aufgenommen haben. Die Aufgaben des Verbandes sind: Vermittlung zwischen Land- wirt bezw. Mäster und Schlächier, Ankauf zum Weiterverkauf, Kommissionshandel. Somit fällt aller Viehhandcl unter das Syndikat mit Ausnahme des Handels zwischen Landwirt und Landwirt, so weit es sich um Zucht- und Nutzvieh handelt. Berechtigt zum Handel sind nur iolche Händler, die sich durch Ausweis ihrer Karte alS Mitglied des Verbandes legitimieren. Jedes Mitglied ist verpflichtet, über An- und Verkäufe Buch zu führen und jeden einzelnen Um- ichlag aus vorgedrucktem Formttlar dem Verbände anzuzeigen. Diese Bestimmnng war unvermeidlich, wenn man den Zweck der ganzen Regelung sichern wollte. Der Verband ist in drei Instanzen organisiert. Vorstand, Bei- rat und Mitgliederversammlung. Der V o r st a n d besteht aus dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter, beide in der Regel Staatsbeamte, also ein neutrales Element. Die übrigen Mitglieder des Vorstandes sind zur Hälfte Viehhändler, vorgeschlagen von der Handelskammer, und zur Hälfte Landwirte, vorgeschlagen von der Landwirlschaflskammer. Der Beirat besteht aus zwölf Mit- gliedern(nur im Rheinland ist die Zahl größer); sechs davon wählt die Mitgliederversammlung, drei Mitglieder schlagen die Landwirt- schafrskammern und drei die Städte vor. Die Vollvers amm- l u n g der Mitglieder ist jährlich zu berufen. Die Kosten der Or« gantsation werden teils durch Gebühren für die Aussertigung der Ausweiskarte, teils durch geringe Taxen pro Umschlag gedeckt. Ein falsches Gerücht. Amtlich. Berlin, 18. Februar.(W. T. B.) Nach einem Ge« rücht, das namentlich Airgehörigen von vermißten Heeresangehörigen zugetragen wird, soll bei Berlin eine Unterkunftsstelle für Ver- wundcte bestehen, die in so hohem Grade verstümmelt sind, daß sie der Außenwelt nicht mehr gezeigt werden könnten. Sie würden deshalb selbst vor ihren Angebot igen verborgen gehalten. Hierzu wird amtlich erklärt, daß dies Gerücht, wie es für jeden Einsichtigen von vornherein klar sein sollte, völlig auf Unwahrheit beruht Jeder Verwundete und Kranke wird dem Zentralnachweise- bureau des Kriegsministeriums gemeldet, das verpflichtet ist, über den Aufenthaltsort aller Lazarettiniassen Auskunft zu geben. Den Angehörigen aller Verwundeten und Kranken wird in den Lazaretten in den festgesetzten Besuchsftunden jederzeit Zutritt gewährt. Gewerkschaftliches. Verlin und Umgegend. Die Einschränkung des Kraftmaschinenbetriebes in der Bekleidungsindustrie. Fast drei Wochen ist jetzt die Verfügung deS Oberkommandos in Kraft, welche den maschinellen Betrieb in der Bekleidungsindustrie einschränkt. Welche Wirkung hierdurch aus die Arbeitsverhältnisse in der Mützenfobrikalion ausgeübt wird, das siellie Fritze am Mittwoch in einer Mitgliederversammlung des Kürschnerverbandes folgendermasten dar: Tie elektrisch betriebenen Zuschneidemaschinen ruhen vollständig. Wo Nähmaschinen elekrrisch angelrieben werden, da geschieht dies der Beifügung emsprcchend täglich fünf Stunden. In der zweiten Hälfte des TageS werden die Nähmaschinen dann durch Fußbetrieb in Gang gesetzt. Die Befürchtung, daß die Durch- führung der Verfügung und die Knappheit der Rohstoffe Arbeits- losigkeit zur Folge haben werde, ist bis jetzt nickt eingetroffen. Die Mützenbranche hat sich den veränderten Verhältnissen an- gepaßt. Daß die Verfügung die Wirkung haben wird, die Massen- Produktion erheblich einzuschränken, muß bezweifelt werden. Ein Schaden für die Arbeiter ist es nicht, wenn jetzt die Kraftmaschinen ruhen, denn dadurch wird ja den Handarbeitern mehr Arbeitsgelegenheit geboten. Man wird ober wohl damit rechnen müssen, daß, wenn der Zweck der Verfügung— die Streckung des vorhandenen Rohmaterials— erreicht werden soll, später die Ar- beilszett gekürzt werden wird. Für diesen Fall würde dann die Arbeitslosenunterstützung aus öffentlichen Mineln nicht zu um- gehen sein. Die Versammlung beschäftigte sich auch mit der Regelung der Beitragskassierung. Es wurde beichlossen. daß bei den Mitgliedern. die nicht in Werkstätten arbeiten, wo der Vertrauensmann die Bei- träge kassiert und die auch nicht im VerbandSbureou zahlen, die Beiträge im Hause kassiert werden. Durch diese Neuerung hofft man dem Uebelstand abzuhelfen, daß zahl, eiche Mitglieder wegen restierender Beiträge gestrichen werden müssen.(r) Die Korbmacher Berlins beschäftigten sich in einer Branchen- Versammlung mit dem Reichstaris. In der Berichterstattung wurde im wesentlichen ausgeführt: Wenn der ReickStarif auch nicht für alle Positionen Berlin? eine Berbefferung bringt, so müsse doch be rücksichligt werden, daß, vom Gesamlinleresse ausgehend, dieser VertragSobschlutz einen wertvollen Forlickritt bedeutet, da er mit den beionders schlimmen Verhältnissen, wie sie noch rn einzelnen Gegenden Deutschlands bestehen, aufräumen wird. Beachtenswert ist weiter, daß die Militärbehörde sich bereit er- klärt hat, den zwischen dem Verband selbständiger Korbmacher Deutschlands und dem Deutschen Holzarbeiterverband abgeschlossenen Tarif bei ollen vorkommenden Streitigkeiten zur Grundlage einer Einigung zu nehmen. Jahrelang haben die organisierten Korbmacher dahin gewirkt, eine reelle, solide Grundloge iür die Arbeitsverhältnisse in ihrem Berufe zu schaffen. Lange schien eS vergebens. Nun brachte der Krieg eine Hochkonjunktur in Geschoßkörben. Hierbei traten immer mehr die krassen Unterschiede in der Entlohnung hervor. Massen- weise wurden Frauen und Ungelernte eingestellt und die Arbeits- löbn« aus der niedrigsten Stute gehalten. Dem mußte entgegen- gewirkt werden. Das Ergebnis der Bemühungen war, daß sowohl sür die Geschoßkorbbranche als auch für die Reiiekorbbroncke je ein Tarifvertrag mit einheitlichen Löhnen usw. vereinbart wurde. Für die Rerselorbmacker bringt der Tarif eine Alkordlobnerböhung von S0 Proz. Bei Lohnarbeit wird überall ein Mindestlohn von öv Pf. pro Stunde garantiert. Die höchstzulässige Arbeitszeit ist dö Stunden pro Woche, mit der überaus langen Arbeitszeil ist somit aufgeräumt. Für Ueherstunden wird bei Lohn- und Akkordarbeit ein Zuschlag von lö Ps. pro Stunde gezahlt. In Orten mit 50 000 Einwohnern und bei Einzelansertigung der tariflich bezeichneten Arbeiten wird ein Aufschlag von 10 Proz. gezahlt. In gleichem Maße bringt der Tarif für die Geschoßbranche Ver« besserungen. Der Wer: des Tarifs liegt darin, daß die sestgesetzlen Löhne überall gezahlt werden können und müssen. Zu diesem Zweck sind die Orte und Löhne in drei Klassen eingeteilt, denn e§ handelt sich um die allgemeine Durchführung und Hockhaltung möglichst gerechter und einheitlicher Arbeitslöhne für olle Betriebe und Orte auch über die KiiegSzeit hinaus. Den Heimarbeitern muß in jedem Falle der für alle übrigen Arbeiter festgesetzte Arbeitslohn gezahlt werden. In der Diskussion wurde zwar anerkannt, daß der Tarif für die Allgemeinheit erfreuliche Verbesserungen bringe, die Vorteile aber, die er den Berliner Korbmachern biete, durchaus ungenügend seien. Besonders bot der Söer Korb Veranlassung. Kritik zu üben. Es wurde denn auch eme Resolution einstimmig angenommen, die besagt: .Die Branchenverfammlung der Korbmacher erklärt im Prinzip ihr Einverständnis mit dem ReichStarif. Die Kommiision wird jedoch Beauftragt, den Borstand zu ersuchen, betreffs des 6Ser KorbeS mit Rohrstaken bei der Schlichtungskommission zu beantragen, über diesen Preis in erneute Beratung zu treten, daß der Preis fach- männisch nicht anzuerkennen ist. veutfches Nelch. Z« den Tarifverhandlunge« im Baugewerbe« In Oldenburg beschäftigte sich eine gutbesuchte Bauarbeiter- Versammlung mit der Tariserneuerung. Nach einem einleitenden Referat und ausgiebiger Diskussion wurde einstimmig beschlossen, daß der neue Verlrag oder eine VertragSverlängerung eine Stunden- lobnerhöhung von mindestens lö Pf. bringen müsse. Es wurde be- tont, daß selbst eine solche Lohnerhöhung die vorhandene Teuerung nicht einmal bis zur Hälfte ausgleiche. Das Tiesbaugewerbe am Orte zahle bereits 12 Pf. Teuerungszulage über den Tariflohn hinaus. Desgleichen wird im Beiongewerbe eine Zulage gezahlt. Stark mißbilligt wurde das Verhalten der Unternehmer im Hoch- baugewerbe, die jegliche Teuerungszulage abgelehnt baben mit der Begründung, daß es die pairiotische Pflicht aller Volksgenossen sei, sich in die Verhältnisse zu fügen und auszuhallen. Ausland. Neuer Aufschwung des schweizerischen Holzarbeiter« Verbandes. Die Holzorbeiter sind wahrscheinlich die ersten in der sckiweize- rischen GewerkschasiSbewegung. deren Verband mit einem neuen Auf- schwang eingesetzt hat. Der schweizerische Holzarbeilerverband halte Ende 1914 3682 Mitglieder lgegen 7371 Ende 19l3j und Ende l91ö 4172, so daß also in diesem Kriegsjahr eine Zunahme von 490, wovon 251 weibliche, eriolgte. Aus dem nächsten Verbandstag der schweizerischen Holzarbeiter wird der erste weibliche Delegierte erscheinen._ Freireligiöse Genieiude. Sonntag, den ZO. Februar 1916, vormittags 9 Uhr,' Pappel-Allee 15/17; Neukölln, Jdeal-Pahaqe; Tegel. Bahn- hofitr. 15, und Öberschöneweide, Klaraslr. 2: Freireligiöse Borlesung.— Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag des Herrn Ernst Däumig:»Fra Dolcino". Zlrbeircr-Tamaritervnnd. Kolonne Grotz-Berlin. Lehr- stunde haben nächste Woche, abends 8'/, Uhr: II. Wt. Swinemünder Straße 42, Gesevschaflsbaus, Montag den 21. Februar. V. Abu Neukölln, Weichselstr. 8, Fdealpassage, Restaurant, Freitag, den 25. Februar. Vortrag von Dr. Moses und Bundesoorsitzenden E. Stein. Räch dem Vor- Irag praktilche Verbandsübmrgen. Käste haben cirnnaligen freien Zutritt. Wurstwaren Rot- Oder Zwiebelwurst 1,40 Landleberwurst 1.70 ff. Leberwurst------------ n°° 2.10 Sülzwurst..................... rtuol.SO Sülze............................ ptima 1.20 Teewurst...................... kw°--2.�0 Jagdwurst.................... rt°»a2,10 Zervelatwurst.............. �2.80 Obst Apfelsinen ßntz. 65, 85"- Kochäpfel... Blulapleisinsnou�yS, 90p«- Essäpfel..... h.andannen...... iw 43?«- Kranzfeigen Lebensmittel Verkauf nicht an WUderverkäufer Soweit Vorrat Zusendung ausgeschlossen Frisches Fleisch Rinder-Querrippe Pfund 1.50 Rinder-Brust....... Pb-no 1.60 Schmorfleisch � ��1.65 Gehachtes............. pw-d 1.50 «...Pfand 25 PI «...Pfand 30 pt- .... Pfand 63 rL Frische Sciiollenp».43 pi. I Fetttierlnse-*** 45pi Echter Holländer Käse ptnnd 2.10 Echter Edamer Käse...pm-d 2.10 Echt.rEmmenthaierKäse �2.10 Gulasch................. Pfand 1.50 Kalbs-Kammod.-BugpMl.40 Kalbs-Keule.......... pwnd 1.50 Kalbs-Ruchen..,,,,.prund 1.50 Welsskohl'�'lind Up. Wirsingkohl IS*. Rotkohl ��nd 21 Kohlrüben Sp«. Räucherwaren Sprotten.....................>/,pmnd 45?«. Sprottbflckllnge..........«», Pfund 43 n Bücklinge................ 3 sw«* 35 pt Makrelen-Bücklinge....... 38?-. Schellfische.«•«••««••••.•«•«« stnok pf. Goldfische..................... stock 38?-- Sardinen inoei.................vo»« 75?-- Sardmen ln Tomaten........... Dose 48?' Zwiebeh.�Äd 20 m. Sch*arzwurze!n Pfund i 8?t Chicoree.......... Pfand 25?<- Rhabarber........»und 15?«- Möbel- Stoffe Künstler Gardinen£95 075 1ft50 mit Querbebang................... 1�� Künstler Gardinen Q85 1075 lASO mit Falten-Ansau und Querbehang& E Erbstüll-Band Stores 1195 Afi5£75 mit Ansatz........................... W" W Tüll-Bettdecken 045 075 �485 weiche Appretur..................... e# Erbstüil-Band-Bettoken 095 A85 g75 mit Ansatz, über 1 Bett.............. � Erbstüll-ßand-ßetldecken 075 IQSS 1075 mit Ansatz, über 2 Betten......... mmm l Plüsch-Teppiche 2675 Plüsch-Teppiche 39 50 4 Alfcoholtr. Betranfc»»""� Franz Abraham Baak. Ueisina-a.R6mertrank-Kell. C.»g«Hll»tt.8a, Fern.p, Kg.t.!S708 4 ELaBn-stnataiten tz lEDtral-Bail». Diana-Bad SsaÄd». National-Bad, Bnmnenatr.». Passage- Bad Reform-Bad, Wiener Str.«5. 4 Badtcr- u. 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"Bfatkerelen „Schwcizcrhof", Meierei nad Utlchknranatalt. Rmdener Str. 46. u Tel 11 Z5U. 4 Uhre« u. 4aoHlwaren"k Lehmaan, Rlh,, Krankf,\llee40 4 Uersicwerunaen» „Deutsohlana" Berlin Arbelterreraieheraag— Schätzen* Sterbt haaeenreralchcrr. atreße t. 4 WirtachaHäa, BtabllaaeST» Mm« Hsatr%. O.RohloH,rfet»t.I.SrsmrBilvitlfitan MMNMläiW- Alezandarpl,, RIA. SAloßnlea. <, Wahiaderf~k Frau A. Pagel. Kolonialwaren. HJR Va{aer�Liaf] *yela Kolonialwi Msat Woril* (Betanttv. Redalt.: Alfred Wielevv. Neukölln. JnseratenteU verantw. Tb. Glocke. Berlin. Drück u.«erlag:«orkvärtS Buchtr. lt. Verlag san>mU Paul Singer u. Ca, Berkin L W. Hierzu 2 Beikage» n. tluterhaltungSbl. Ür. 49. 83. Jühreaug. Kriegsziele und Kriegsiöeale. Unter diesem Titel bringt das führende Zentrmnsorgan, die„Kölnische Volkszeitnng", in ihrer Mittwochnummer einen Leitartikel, der sehr interessante Ausführungen enthält. Die Tarli�gungen der„Kölnischen Volkszeitung" sind um so de- achtenswerter, als sie nur das Echo dessen darstellen, was man tfuch in der Haushaltskommission des preußischen Abgeord- nctenhauses in den viel berufenen letzten Sitzungen hören konnte. Das Zentrumsblatt geht nicht auf Kriegsziele im konkreten Sinne ein, schon weil eine solche Erörterung ja zur- zeit durch die Zensurbestimmungen unmöglich gemacht ist, es erörtert vielmehr im allgemeinen die Frage, ob es vom prak- tischen nationalen Standpunkt aus wünschenswert sei, daß weitgesteckte Kriegsziele offiziell proklamiert würden, um die Stimmung des deutschen Volkes und seiner im Felde stehenden Millionenarmeen im günstigen Sinne zu beeinflussen. Es handelt sich also um keine konkrete Kriegszieldebatte, sondern um eine mehr abstrakte Erörterung psychologischer Probleine, die trotz des Verbotes der Kriegszielerörterungen für zulässig erachtot worden ist. Ganz im Sinne, im Nahmen und in der Beschränkung, die sich die„Kölnische Volkszertung" auferlegt, wollen auch wir die von ihr aufgeworfenen volkspsychologischen Probleme erörtern. Die„Kölnische Volkszeitung" meint, daß sich das Volk weitreichendste Kriegsziele setzen müsse, geleitet sein müsse von dem„Gedanken an die größere Zukunft unseres Vater- landes und nicht beengt und gefangen gehalten von innerpoli- tischen Rücksichten oder von Weltfriedensideologien". Eine „vielgestaltige Masse" könne„niemals ein einheitliches festes Ziel stecken, das kann nur ein g r o ß e r M a n n u n d f e st e r Will e". Demgegenüber wirft die„Kölnische Volkszeitung" selbst die Frage auf, ob die Erörterung eines solchen Kriegs- zieles opportun sei, bevor„mau wüßte, ob wir dieses Kriegs- ziel auch wirklich erreichen würden". Wolle man aber mit der Erörterung solcher Kriegsziele warten, dann müsse man die ganze Debatte bis nach den Friedensverhandlungen ver- tagen, denn erst dann würde man ja bestimmt wissen, ob man alles erhalten könne, was man erlangen»volle. Vorher könne kein Mensch mit voller Bestimmtheit etlvas voraussagen. Da- mit falle dieser Ehüvand in sich zusammen. Es gebe nur ein Entweder— Oder. Entweder Deutschland siege und es er- lange dann den gesteckten Siegespreis oder es siege nicht, und dann spiele auch das„bißchen Verlust an moralischem Prestige lvahrlich keine Rolle mehr". Auch die Rücksicht auf das Ausland spiele keine Rolle. Der Einwand, daß die Nennung großer deutscher Kriegsziele rmr die Widerstandskraft unserer Feinde bis zum äußersten stärke, sei oft ins Feld geführt»norden, sei aber unzutreffend. Denn die Feinde böten ja mrch so alles auf, um den Sieg zu erringen. Wohl aber dürfe man die Stimmung deö eigenen Volkes für die Zeit des Krieges nicht unterschätzen.„Um die Stimmung des deutschen Volkes zu heben, um dem Volk hinweg- zuhelfen über alle Röte des Krieges, über allen Mißmut, lln- mut und Kleingeist," sei es notwendig, daß dem Volk von der Regierung„irgend etlvas Großes, irgend ein großes Ideal geboten"»verde, an das es sich in diesen schlveren Zeiten halten könne.„Heute ist das deutsche Volk," so sagt die„.Kölnische Volkszeitung",„nach 1f> Kriegsmonaten noch ohne Kriegsziel, ohne Kriegsideal. Daraus ist iiianches zu erklären,»vas viel- leicht der Regierung und Kritikern an der Stliiimung des Volkes nicht gefallen mag". Wenn man sage, das deutsche Volk kämpfe doch um die Existenz des deutschen Vaterlandes, so sei das zwar richtig, aber dieses Wort sei für das Volk ein ein»venig eindrucksvoller Begriff, solange der Feind nicht im «igeiren Lande steht. Man müsse ihm etwas Greisbares vor Augen führen. Allerdings müsse man unterscheiden zwischen Kchiegszielen und Kriegsidealen. Denn das Kriegsideal werde nicht e i n Krieg, vielleicht nicht einmal ein Jahr h u n d e r t erreichen. Aber es leuchte doch dem Volk voran»vie ein Stern, dem in finsterer Mitternacht der Wanderer folge, obgleich er ihn doch nichc erreiche. Tic Opfer an Gut und Blut»vüchsen unausgesetzt und deshalb müsse dem Volk das Bewußtsein, daß unsere Feinde für all diese Opfer an Gut und Blut beim Frieden Entgelt zu leisten und rcaleGarantien für die Zukunft zu bieten hätten, unterstützt werden. Denn auch unsere Feinde hätten nichts von ihren Plänen aufge�ebeir, Deutschland niederzuwerfen und zu zerschniettern, obgleich sie auf allen Kriegsschauplätzen gesehlagen worden seien. Nur ein solches Kriegsideal, das groß, gewaltig sei, wenn es auch zunächst erreichbar erscheine, könne ein Volk zu den gewal- tigsten Taten erheben und begeistern.„D e r M a n n a b e r, der dem deutschen Volk ein solches Kriegs- ideal gibt,»vird ein st in der Geschichte der Großegenanntwerden.obdasJdealer reicht »vird oder n i ch t." Diesen Schlußsatz bringt auch die „Kölnische Volkszeitung" in Sperrschrift. Diese Ansichten sind w pointiert und deutlich vorgetragen worden, daß es im- umgänglich ist, ebenso klar und deutlich— natürlich immer in den Grenzen der Erörterung der„Kölnischen Volkszeitung"— darauf zu antworten. Da müssen»vir nun zunächst sagen, daß»vir denn doch eine bessere Meinung von der Stimmung des deutschen Volkes und der Entschlossenheit der deutschen Armeen, die die deut- schon Grenzen verteidigen, haben, als die„Kölnische Volks- zeitung". Wir meinen, daß die Vorstellung. Heim und Herd zu sckuitzen. eine viel greifbarere und psychologisch wirksamere ist. als die eines solchen Kriegsideals, das gerade nach der „Kölnischen Volkszeitung" vielleicht erst in hundert Jahren, vielleicht auch überhaupt nicht erreicht werden kann. Mit der Projizierung der deutschen Kriegsziele in eine himmelblaue Zukunft hinein läßt sich unseres Erachtens bei den Volks- massen nichts erreichen. So historisch geschult und ökonomisch einsichtig sind doch in Teutschland, dem Lande der allgemeinen Volksschule, die Massen, daß sie sich darüber klar sind, daß sie sich über die Gestaltung der europäischen und der Weltpolitik, wie sie vielleicht in hundert Jahren einmal eintreten»vird, wirklich nicht den Kopf zerbrechen, geschweige denn das Herz erlväniien lassen. Denn bei dem ungeheuren Fortschritt aller technisckwn und volkswirtschaftlichen Entwickelung auf allen Kontineuten läßt sich über das.»vas in einem Jahrhundert sein»vird. heute»virklich keinerlei Zukunftsbild und Zukunsts- ideal cntwerfcii. Teutschland ist ein Siebzigmillioueuvolk, Während Amerika schon heute ein Hundertmillionenvolk dar- fltilw dks joriüiirto" Kilim WMl Zonnadtud. t9. Kimm 1916. stellt und in hundert Jahren vielleicht dreimal soviel Ein- wohner zählen wird als heute, während dem Bevölkerungs- znwachs in Teutschland ganz bestimmte Schranken gezogen sind. Auch läßt sich noch gar nicht übersehen, welche Rolle das 4lK).Milliol»envoIk in Elnna oder das MV-Millionenvolk in Indien nach einem Jahrhundert spielen»vird. Im Zeitalter der Eisenbahn, der Fnnkentelegraphie, der Lufteroberung sollte man solche Perspektiven von vornherein aus der prak- tischen Kriegspolitik unserer Zeiten ausschalten. Das brennendste Tagesproblem und das Problem der nächsten Jahre und Jahrzehnte ist vielmehr,»vie es möglich ist. den ungeheuren Krieg so zu einem Abschluß zu bringen, daß Teutschlands Gegenlvartsinteressen nicht gefährdet werden. Mit Stimmungsstimulantien, die aus einer Himmel- blauen Zukunft geholt werden, läßt sich nicht das geringste ausrichten. Ganz unrichtig ist es aber, wenn die„Kölnische Volks- zeitung" behauptet, daß das deutsche Volk nach lll Kriegs- monaten noch ohne Kriegsziel sei. Tie Kriegsziele der All- deutschen und der Kreise, denen die„Kölnische Volkszeitung" selbst nur allzu nahe steht, sind ja durch die Denkschrift der Wirtschaftsverbände, durch den bekannten Professorenaufruf, die Erklärungen der verschiedenen Fraktionen und zahlreiche andere ftundgcbimgen klar genug proklamiert»vorden. An hochgespannten Kriegszielen hat es also»vahrhaftig nicht ge- fehlt. Wenn trotzdem der Krieg noch nicht mit einem Siege Teutschlands geendet hat, sondern sich in einem Stadium bc- findet, in dem die letzten Entscheidungen erst fallen müssen, so liegt das unserer festen Ueberzeugung nach nicht an dem Maugel hochgespanntester und illusionärster Kriegsziele, son- dem gerade an dem Fehlen jenes realpolitischen Blicks, den — mag man sonst über Bismarck denken lvic man will— dieser Staatsmann, dieser„eiserne Kanzler" vor diversen Jahrzehnten unter den� erschwerendsteii Umständen durch die ihn» innelvohnende Steifnackigkeit bewiesen bat, die sich dann später als historisch rühmenstvertester Scharfblick und Reali- tätssinn erwiesen hat. Daß unserer Zeit ein großer Mann und ein fester Wille not täte,»vollen»vir in diesen Zeitläuften der ungeheuerlich- sten Zerstörung und Phantastik zu allerletzt bestreiten. Aber daß ein moderner Bismarck dem Lager derer angehören würde. die in dein fraglichen Artikel der„Kölnischen Volkszeitung" zum Wort kommen, müssen wir mit aller Entschiedenheit be- streiten. Nicht um große Kriegsideale, die— vielleicht!— in hundert Jahren zu verwirklichen sind, handelt es sich, um in diesen verhängnisschlveren Zeiten zu einem Frieden zu kommen, der Teutschlands Existenz für Gegenwart und Zu- kunft sichert, sondern um den klaren Sinn für das Erreich- bare. Was aber erreichbar ist. läßt das romantische Trum- Herumgerede der„Kölnischen Volkszeitung" völlig außer Be- tracht. Darüber, daß Teutschland bei dieser furchtbaren Be- lastungsprobe des Weltkrieges nicht unterliegen und sich den Friedensbedingungen der Ententemächte nicht unterwerfen »vird, bedarf es keiner Diskussion. Das geht aus den faktisch realen Tatsachen hervor, die Teutschlands Volks- und mili- tärische Kraft bisher geschaffen hat. Aber auf der anderen Seite trifft vollständig das zi»,»vas die„Kölnische Volkszei- tuug" ja selbst dargelegt hat. daß auch Frankreichs, Eng- lands und Rußlands„moralische Widerstandsfähigkeit und politische Tragfähigkeit" von manchen Seiten ungeheuer unterschätzt worden ist. Darüber, daß die Ententemächte trotz aller Anstrengungen Teutschland nicht niederzuringen vermögen, gibt es in Teutschland,»vie man mich zu dem.Krieg sieben möge, keine Meinungsverschiedenheit. Diese Auffassung breitet sich auch innerhalb der Entetemächte immer mehr aus. Nicht die Re- nommistereien gewisser Staatsmänner und Generale sind der Gradmesser für das»virklichc Empfinden der mit Teutschland im Krieg liegenden Nationen, sondern jene Preßstimmen, jene Bekundungen der Volkspsyche, denen man in allen Ländern der Entente häufig genug begegnet. Ter Wille zum Frieden, zu einem Frieden auf der Grundlage des Sichvertragens, des Geltenlassens der Lebensinteressen aller Nationen, ist inner- halb der feindlichen Nationen unztveifelhaft vorhanden. Die Beendigung des gegenwärtigen Weltkrieges stellt hinlänglich Anforderungen an die Einsicht und die moralische Entschluß- kraft der gegenwärtigen Generation. Diese Entschlußkraft aber darf sich nicht ihre Impulse holen aus phantastischen Illusionen, sondern aus der nüch- Lernen, auf die Tatsachen begründeten Einsicht der gegen- wärtigen Zustände. Ein großer Mann und ein fester Wille tun uns wahr- lich not. Aber nicht illusionäre Zukunftsmusik darf die Sinne dieses starken Mannes umnebeln, sondern er muß sich mit beiden Füßen auf den Boden der gegenwärtigen Tatsachen stellen._(z) Mgeorönetenhaus. 10. Sitzung. Freitag, den 13. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Minisierliich: S y d o w. Die zweite Lesung des Staatshaushalts wird beim Etat d e§ S t a a l s m i n i st e r i u m S mit der Besprechung über die Lage der Industrie fortgesetzt. sBerichterstaltcr Abg. Hirsch- Essen snatl.s.) Abg. v. Hassel(k.): Unsere Industrie hat trotz ihrer viel schwierigeren Lage ver- hältniSmätzlg mehr geleister als die englische. In Frankreich mutzten sogar in Industrien, die für den Krieg arbeiten, die Lohne herab- geietzl werden. Italien leidet schwer unter den hohen Frachten, in Rutzland ist die Industrie in völliger Desorganisation. Dem- gegenüber ist die Lage der Industrie bei uns gm. Die Schwerindustrie ist voll beschäftigt, an Kohlen sind wir reicher als jedes andere europäische Land. Unserer Wissenichast ist es gelungen, Ersatz sür eine Reihe Rohstoffe, die wir sonst aus dem Ausland bezogen, zu beschaffen. Unsere Kupfer» Vorräte sind infolge der inländischen Produktion und der jähr- zehntelang erfolgten Einsuhr so reichlich, datz wir deshalb noch jähre- lang den Krieg führen Ivnnte». Die Arbeiterfrage war im Anfang dcö Krieges, als gerade die tiichligsien und kräftigsten Arbeiter an die'Front mutzte", eine ernste Sorge. Aber auch bicr ist teilweife Ersatz geschaffen durch Einstellung von Gefangenen und Frauen. Auch hat die Milnärverivaliuiig eine ganze Anzahl von Facharbeitern der Industrie bc- lassen. Im übrigen ist anzuerkennen, daß die deutschen Arbeiter durch II e b e r st u u d e n und Einsetzung aller Kräfte aus sich herausgeholt haben, was sie konnten. Die Lohne der Ar- dcitcr sind denn auch vielfach in der Kriegsindustrie sogar erheblich gestiegen. Ob die L o h n st e i g e r u n g c n der Lebensmiuelsteige- ruiig entsprochen haben, ist eine strittige Frage. Ich ivürdc empfehlen, sie heute nicht zu erörtern, da sie uns beim Bergcta: doch beschäftigen wird. Das Verhältnis zwischen Unternehmern und Arbeitern ist erfreulicherweise in der Kriegszeil ein gutes gewesen. Dem Wunsche der Industrie, die Ausfuhr, soweit es angeht, zumlosseu und die betreffenden Genehmigungen möglichst schnell zu erteilen, können wir beitreten.� In der Frage der schnellen Beschaffung von Rohstoffen nach dem Kriege vertrauen wir der Regierung, datz sie die not- wendigen Matznahiiicn treffen wird. Wir sind auf jeden Fall über zeugt, datz es der Tüchtigkeit unserer Industeie gelingen wird, sich »ach dem Kriege wieder den Platz in der Well zu vcrjchaffcn, der ihr zukommt.(Lebhaftes Bravo!) Abg. Hne(Soz.)t Es ist richtig, datz die schlimmsten Besüichtungen. die bei Beginn des Krieges sür unsere Industrie gehegt winden, sich nicht als de- rechtigt erwiesen babeir. Gcwitz hat in der ersten Zeit ein grotzer Teil der Industrie stillgelegen. Das lag zum Teil au dem Mangel an Tronsportmatcrial. Daher sollten ivir die Eiscndahnverwalturig dringend ersuchen, gleich nach dem Kriege den auch fuitin chronisch gewesenen Wageiimangcl zu beseiügcn Auch bar sich die Nolweiidigkei! des Miilellandkanals sowie der Moiel-Saar-KaiialisierliUg klar crwicscil.»Schr richtig! links.) Tie ArbeitSiofigkeil war in den ersten Monaten des Krieges ungeheuer grotz»nd Hai dann allmähkig abgenommen. Im Laufe des Krieges sind über 30 Millionen Mark durch die freie» Gewerkschaften kür Arbeitc-Ivje»- und smislige Unterstützungen ausbezahlt worden.(Hört! hört! der den Sozialdemokraicir.» Dazu kommen Millionen, die die andern Gewcrlvereine gezahlt haben, sowie die Sumiiren, die aus lokalen Fonds der Gcwclkjchaftcn ausgcwolfeir sind. Ter Berichterftaitcr sprach von dem Zauberwort„Organisation". Das kann ich besonders in Anspruch nehmen für die Organi- sniion der Arbeiter. Jeder Arbeiter, der denksähig rst. und wcitz. toas er seiner Klasse, seinen Volksgenossen, schuldig ist, sollte das Wort Organisation nicht nur im Muiide sichren, soiideni sich mit sciiiesgleicken organisieren. Wären lürtit erst 30 bis 4ü Proz, sondern 80 bis 00 Proz. der lveiblicheu und männlichen Arbeiter organisiert gewcsc», dann hätte sich die Uinorgmrisieriilig der gewerblichen Verhältnisse noch leichter dnrchsrihrcii lassen. Vom Reich ist ein ZeiilralarbeilsliachwciS geschaffen, der sich i»it Hilfe der Arbeitcrorgaiiisatioiicir wie auch der Uiileriichiirerorganimüoircn besonders verdient gemacht hat um die Zuweisung von Arbeits- tränen für die Landwirtschaft und sür die bedürftigen Iilduslricn. Alle Beslrebungen, die sich früher demerlbar machien am Hemmung der Arbeiierorganisalioilen haben sich alio fiis geiiiciilschädlich hcrmlSgeslcllt.(Seht wahr! bei den Sozial demvkralen.» Wenn wir in grötzcrcm Matze in geordncle Per- hältiriss« zurückgekommen sind wie die alideren kriegführenden Länder. so hängt das iiaiülllch auch damit zusammen, datz wir fast gar nicht gcnöligl waren, Krieg im eigenen Lande führen. Heute kömicii wir erficullcherweise foiistatietcii, datz wir Kohlen und Erze in am reichendem Matze fördern»iid Ciicn und Stahl sogar im lieber flutz haben. Von einer Kohlen-. Eisen- und Stahliiot ist jedenfalls in Deiitschlaiid nicht im gcringsten die Rede und auch uiiier engster Bmidesgeiiosse Oesterreich steht in bezug auf die Versorgung mineralischer Rohstoffe sehr giliislig da. Wir babeir ja auch schon vorher über ein Drittel der Produllion ausgesührt. Datz ivir Ersatz für eine Reihe von Rohstoffen geschaffen haben, imirbc schon betont. Aach dem Kriege sollten diese iicugeschaffciieu Produklions- siätten nicht wieder vernachlässigt werden. Die Umorganyalion der gewerblichen Vcrhällniffe haben immer stärkeres Herabgchcn der Arbcitsloscnziffcr bewirkt. I» der Hüttenindustrie herrscht heute schon Mangel au Ar- beilskräftcu. Erfreulich ist. datz die Iudiisine sich nun auch mehr und mehr wieder der Herstellung von Friedeilsinalerial zuwende» kaiin, von laiidwirlschasiliche» Maschinen, Eisenbahnen und dergleichen. Wir müssen die Heeresvcrwallung ersuchen, datz sie im Interesse imsrccr industriellen Eiilwicklung soviel wie möglich von der weiteren Einziehung von Arbeitern aus den gewerblichen Betrieben Absland nimmt. Ein iirreressanleS Moment, das auch eine gewisse politische Bedeutuiig hat, ist, daß ivir immer iiiehr angewiesen sind auf die vhosphorreicheii Erze, die sich vor� allem in Lothringen finden. Es führt mich dazu, vom Slandpiiiill eines Arbeiterverlreierö, der mitte» in der Moiilanindustne steht, mit besonderem Nachdruck zu beioiien, daß wenn das rlsaß-lothriiigischc Land von dem Deutschen Reich getrennt würde, dies iüc die Eise»- und Stahlindustiie und auch sür die Bergwerlsiudustrie, die nur ihren verwandle» Industrien mehrcre Millionen Arbeüer beschäftigt, einen, man möchte beinahe sage», tödlichen Schlag bedeuten würde. (Hört I hört!) DaS Eingehen auf Kriegs ziele ist ja verboten, ich kanii deshalb nicht nachweisen,»varum ich aus ivirlschaftlichen Gründen die Jnnchaltung der RcichSgreiizc», »vie sie der Frieden bo» 1870 festgestellt hat, für das einzig Rich- tige und für die Zukuufi Deutschlands am besten halte.(Hört! hörl!) Ganz bedeuiende Schichten des sogenannten Mittelstandes sind durch den Krieg entweder ganz oder so gut ivie ganz um ihre Selbständigkeit gebracht worden. Zahllose Existenzen aus diesem Mittelstände werden durch de» Krieg m das Proletariat hinabgestürzt.(Sehr lvahr! bei den Sozialdemokraten.) Eine Umncngc von kleinen Kanfleulen und Handiverkeru sieht man heule zur Fabrik gehen und ebenso zahlreiche Frauen und Mädchen des Mittelstandes. lSchr richtig! bei dm Sozialdemokralen.) Das Angebot an Arbeits« kräslen ist kolossal gestiegen. ES waren ISIö zirka 400 000 ivei bliche Ardeiti'iichende mehr vorhanden als offene Stellen für sie. Auch bei den Privatangestellien herrschen ähnliche Verhältnisse. In der T e x t i l i n d n st r i e ist bckaniitlich die Beschäftigung aus fünf Tage in der Wock'e durch Bimdcsratsvcrordmmg beschränkt. Am Niedcrrhein z. B. ist aber die tatsächliche Beschränllliig noch weit größer. Eine ganze Reihe Betriebe arbeilen nur ziver bis drei Tage in der Woche. �(Hört! hört I> Auch in der Berliner Wäsche- und Koiifektions- überhaupt Bekleidungsindustrie soll es wenig gut aussehe». Ich möchte an die Regierung die dringende Bitte richten, datz sie cS an besonderer Fürsorge für die Arbeiter und Aibeiterinnen dieser notleidenden Industrie nickn fehlen läßt. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokralen.) Die Unter stüyiiiigen, die aus Reichs-, Staats- und Geineindenritielir gewährt werden, müssen wesentlich erhöht werden. Damit komme ich aus die Lohiifragc. Zweifellos erhält ein Teil der Arbeiter und Arbeiterinnen, nament- lich soweit sie bei den großen Hccrcslieferungeir beschäftigt sind, Löhne, die man als angemessen mit den jetzigen LebenSmittelpreiseii bezeichnen kann. Aber die Lohnerhöhungen haben doch Summa Summarum einen Ausgleich kür die Lebensmittelverteuerung nichi gelchaffen. Wenn es nicht möglich wäre, die Lebensiiriltelpreiie sür wahr starke Belastung der PcoduktionSkosten gebe», und es ist auch fraglich, ob die meisten Industrien eS sich jetzt leisten können, die Löhne zu erhöhen, so daß sie cineii Ausgleich bieten für die LebeiiSmiitelberleueuiiig. Aber wir stehen da vor eiuem Dilemma: entweder— oder. Entweder Sic miisscu uiedrigerc Lcbcnsulittclprcise lzerbeiführcu oder höhere Löhne; ein Tnlics gibt cS nicht.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraien) Da�u kommt, e!» großer Teil der Lohnerhöbungen sich aus Neberstunden rekrutier�, die teilweise schon über die Kräfte der Arbeiter h maus gehen. Ich« möchte die Regierung bitten, die �rage ht« Prüfen, ob es nicht gexrade im Interesse der Förderung der Produliion richtig wäre, die Zahl der Ilebcrschichtcn zu b e s ch r ä n l e n, damit nicht schließlich die Arbeiter so erschöpft werden, daß sie die notwendigen Leistungen nicht mehr vollbringen können.(Sehr richtig! bei den Spstaldemokraten.) Ich toill auf die Frage der Schutzzollpolitik jetzt nicht wieder eingehen. Aber das weiß doch jeder: wenn unsere Grenzen durch Blockade oder hohe Einfuhrzölle gesperrt sind, sodaß Nahrungsmittel nicht in auSrcicheudem Maße bineinkominen können, dann nutzen das die- jeuigen, die das nötige Genieingefiihl nicht aufbringen können, zur Ausnutzung des Volkes aus. Es ist gar nicht zu bestreiten, daß ein großer Teil des Volkes große Entbehrungen duldet(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), und daß jeder danach trachten und sinnen muß, eine erträglichere Ernährung durch Verbesserung der Lohn- Verhältnisse herbeizuführen. Dabei komme ich auch auf die immer häufiger werdenden Klagen über schlechtere Elitlohnung von kricgsbcschädigtcn Arbeitern. Das ist doch tvobl nicht der Sinn der vielen Reden, die wir während des Krieges so oft gehört haben, daß man die Danlbarkeu gegenüber unseren tapferen Soldaten auch durch die Tat beweisen solle. �Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das tut man am besten, indem man sie so stellt, daß sie so sorgenfrei wie früher durchs Leben gehen können. Mir ist mitgeteilt worden, daß eine schlechtere Bezahlung der Kriegsbeschädigten bei gleicher Leistung sogar in der R e i ch S d r u ck c r e i vorkommt. fHört! hört! bei den Sozialdcmo- traten.) In gewissen Jndustrielrersen bat man auf die Kriegs« beschädigten einen sanften Druck in der Richtung ausgeübt, daß sie sich von der Krankenversicherungspflicht entbinden lasten. Man tut das im Hinblick auf eine ominöse Bestimmung der Reichsversrche- rungsordnnng, die ich IMS im Reichstag leider vergeblich scharf be- lampft habe. Es ist. sehr zu begrüßen, daß der Handelsminister gegen dieS Verfahren Stellung genommen. Was dann die Kohlenpreise anlangt, so sind die Richtpreise relativ in Deutschland geringer er- höht als in England. Aber von diesen bis zu den Verkaufspreisen ist ein weiter Weg. Diese Verhältnisse bedürfen gründlicher Untersuchung durch die Regierung. Aus Schleswig loird mir mitgeteilt, daß man dort vor dem Kriege für englische Kohle höchstens 1,05 M. gezahlt habe, dagegen jetzt für die s ch l e s i s ch e oder r h e i n i s ch- w e st s ä l i s ch e 2,50 M. zahlen muß. Natürlich werden auf diese Weise auch die HallShaltungskosten außerordentlich verteuert. In der Lederindustrie werden geradezu horrende Gewinne gemacht. Dafür müssen dann gerade die armen Leute unerschwingliche Schuhpreise zahlen.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Auch die Konserven- Industrie, die Industrien für den Nahrungsmittelmarkt arbeiten mit großem Gewinn. Ich habe eins Aufstellung von zwölf Werken, die im, Heereslieferungen beteiligt sind. Die hatten 1013 einen Roh- Überschuß von 91 Millionen und 1914 einen Rohüberschuß von 193 Millionen.vehr-Fnf.-Rcgi- meiiler Nr. 102, 350; Landslurm-Bataillone: Leipzig lXIX. 5), Chemnitz(XIX. 10); Iägcr-Bataillone Nr. 12, 13; Res.-Jäger-Bat. l�ir. 12; 1. Ersatz-Masch'inengewchr-Komp., IL. Armeekorps; Feld- Maschinengewohrzüge Nr. 73, 101, 176, 180, 181; Gardcrcitcr; Karabinier-Regt.; Ulanen Nr. 17, 18, 21; Husaren Nr. 19, 29; Feldart.-Negimenter Nr. 12, 28. 32. 48, 64. 68, 77. 78, 115, 245; Res.-Feldart.-Regimenter Nr. 23, 24, 32, 53, 54; Ersatz-Abl. des Feldart.-Negt. Nr. 32; Telegraphen-Bat. Nr. 7; Fernspvech-Abl. Nr. 19; Res.-Fernsprech-Abt. Nr. 27; Eiscnbahn-Bau-Komp. Nr. 8; Eiappen-Güler- und Pakctamt, 3. Armee; Etappen-Fuyrpark- Kolonnen Nr. 2 und 5, 12. A.-K. und Nr. 3, 19. A.-K.; Straßenbau- Komp. Nr. 39; Munitionskolonnen-Ableilungen: Fußari.-Bataillone Nr. 38, 58; Jiif.-Munitions-Kolonnc Nr. 1, 19. A.-K.; Art.-Muni- tions-Kolonnen Nr. 2, 19. A.-K. und Nr. 11, 19. Ers.-Division; Res.-Jnf.-Mumtionskolonne Nr. 2, 12. R.-K.; Res.-Art.-Mnnitions- kolonne Nr. 1, 12. R.-K.; Saniläls-Kompagnien Nr. 1, 2 und 3, 12. A.-K., Nr. 1 und 2, 19. A.-K.; Landwehr-Sanilöts-Komp Nr. 22; Feldlazarette Nr. 7. 19. A.-K., und Nr. 1. 123. Jnf.-Div.; ilies.-Feldlazarett Nr. 3, 12. N.-K.; Rcs.-Lazarctt Zeithai n.5..; Freiwillige Krankenpflege; Train-Abteilungen Nr. 12, 19; Res.- Fuhrpark-Kolonnc Nr. 3, 12. R.-K.; Feldbäckerei-Koloniic Nr. 123; ArmicrungS-Bataillone Nr. 23, 25, 85; KriegSbckleidungsamt, 19. A.-K. Tic w ii r t t e m b e r g i s ch e Verlustliste Nr. 347 cnlhäll Vcr- lnstc des Ersatz-Jnf.-Regl. Nr. 51; Brig.-Ers.-Bat. Nr. 52; Grcna- dier-Regl. Nr. 119; Res.-Jnf.-Rcgimenter Nr. 120, 121, 246: Fnf.- Regimenter Nr. 121, 124, 125, 126, 127, 180; Landwehr-Jnf.-Regt. Nr. 121; Füsilier-Regt. Nr. 122; Grenadier-Regt. Nr. 123; Land- sturm-Fnf.-Bat. Eßlingen; Ulanen-Rcgt. Nr. 20; Landwehr-Feld- arl.-Regt. Nr. 1; FeldarU-Regt. Nr. 116; 1. Res.-Pionier-Kvmp.; 2. Landsturm-Pionier-Komp.; 3. Feld-Pionier-Komp.; Fcld-Luft- schiffertruppe; Fubrpark-Kolonne Nr. 3; Verluste durch Krank- heilen; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Sriefkasten üer Redaktion. Cescna. Tic Frau erhöli d>c Löhnung für ihren in Gcsanacwchasl k>c- sindlichcn Ehemann, wenn Bcdürstigkclt vorliegt.— Zl. W. 33. Gesetzlich sieht Ihnen die llinerslützung nur bis zum tü. LcbcnSjabrc des Kindes zu. Wenn nicht auf besonderen Änlrag der Lieicruiigsverband die Untcrstlltzung darüber hinaus gewährt, lo ist dagegen nichts zu machen.— R. G. 87. N. Tic Zeichen kennen wir nicht. Wahrscheinlich aber ivcrdcn Sic nichi mehr eingezogen.— BScitzcnsee I. U. 16. Epilepsie, dienstuntauglich. Ein- zichung wird wahrscheinlich nicht mehr erfolgen.— H. B. 137. I. Ihre Anstellung tann nicht mehr als eine auSdltsswciie bctrachlct Iverdcn. sondern Sie find durch die lange Dauer der Bcschästiginig in ein festes Anstcllimgs- Verhältnis gelrcten und hoben demgemäß lilä igc Kündigung.'2. Wenn aus dem ArbeitSschcin tägliche Külidigung ucrcinbarl ist, so bcitcbt diese zu Recht und es kann'Anspruch aus lilägige Kündigung nicht erhoben werden.— Schmidt 4S.«teilen Sic einen Antrag bei der Landes- Versicherungsanstalt um Ausnahme in ein Fnoalidcnhcim.— L. Sch. 1. Die Kündigung in der Art ist zulässig.— X. K. Z. Nein. — 36. H. T. ES wäre Fhncn zu cmpfchien, den Wirt vor das Miels- cinigungSamt zu laden.— T. M. 166. Sie müsse» jetzt wieder im März zum 1. Oktober kündigen, da der alle Vertrag durch Fhr Wohiicnbletbcu wieder Geltung bat.— H. I. 23. Wir würden Ihnen eine Beschwerde beim Polizeipräsidenten sehr emp-ehicn. Wctteraussichten für das mittlere Norddeutscliland bis Sonntag mittag. Ein wenig wärmer und zeiiwcise heiter, jedoch vor- herrichciid wollig mit wiederholten, meist gcringeii Niederschlägen, haupl- sächlich Rcgeiiiällcn. von III bis 38 Mk. Blau, schwarz usid Rflarenga. M. Schulmeister Berlin SO, Dresdener Str. 4 Hochbahnstation Kottbuser Tor. I Todes-Anzeigen SozlalileniokpatlscliepWalilvereln f. i 6. Kerl. Reichstagswahlkreis. 16. Abt., Bez. 755a. Am Mittwoch, den 16. Februar, verstarb ini Lazarett in Anger- münde unser Eenossc, der Lau- arbciter Karl Arndt Tegeler Str. 14. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. Februar, nach- mittags 3 Uhr, in Angcrmündc statt., gZ4/19 Idvi' Voretaim. Deutscher BauarhelteF-Verhant!. Zwelgvercln Berlin. Bezirk<4e8nndbrnnnen. Am 16. Februar starb unser Mitglied, der Maurer Uilhslm lapsehies. Ehre sciucm Andenken! Die Beerdigung findet heule Sonnabend, den 10. Februar. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. Paul- Kirchhojes in der Sccstraße aus stail._ Bezirk Norden II. Ferner starb am 17. Februar das Mitglied, der HUsSarbciter Karl Siermg. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 21. Februar, nach- mittags 4 Uhr. von der Halle des Zions-KirchhoseS in Nieder- Schönhausen.Nordcnd aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/16 Die örtliche Verwaltung. Deutscher Metaliarbeiter-Verhanil. Verwaltungsstelle Berlin. Ten Kollegen znr Nachricht, dast unsere Kollegin, die Ar« bciterin Barths Wisbar Ltznarstc.>, am 15. Februar gestorben ist. Ehre ihrem Andenke»! Tie Beerdigung findet beute Sonnabend, den 10. Februar, nachm. 2'/» Uhr. von der Leichen- halle des MarnIson-KirchhoseS tu der Müllcrstragc aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. 112/4 Tie Qrtsverwoltung. Allen Freunden und Betannlcn die traurige Nachricht, dost mein lieber Manu, unser guter Bater �aH Brunke sanst entschlafen ist. 117A Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Frau Lttilic Brunke nebst Kindern. Neukölln, Jägerstr, 70. z« zreleu Btunoeü - Die- wochenschrlst für Arbeikerfamillen Wöchentlich l lieft für 10 Pf. Freunden und Parteigenossen> zur Nachricht, dag meine liebe l Frau und gnic Mutter verstorben ist, Um stilleS Beileid bitten Vriiz Klauenberg j und Töchter. Die Beerdigung findet am i Sonntag, den 20, Februar, nach- mittags it'lj Uhr, von der Leichen- 1 balle des Tl. Pauis-Kirchhoss aus I statt. Reuterswerke - 3 BSnb« 4 mnrt Buchhandlung Vorwärts Prilfimgs■ fi n zu g e i. in. i- i»,■»,»»-T, i imyi.'ir 1 inrii fifi i i von 20 bis 40 Mk. Trotz steigender Teuerung der Stoffe halte ich die billigen Preise aufrecht. Das muß man sich ansehen! Kunlze's billiges großes ScMwaren-Aiigebot! Rabattmarken der Konen mgenoesenechaft Berlin und Umgegend. Wer Eilclfat etil, zettelt teurer! NocFk äu allen Preisen: 9,85 9,48 10,90 9,75 Gummimäntel, pracbtroUa Aaslührung, schwarz, blan. grfln, leseda, cegon 1000 StQck. in Wolle und beide am Luger. noch iür 8».-. 8|,-, 19% 15,-. Herren-(Offizier-) t�nrnmirnttatel, haltbare Gummiaruufr, lür 4».-. 88.-. �5,—. Kostüme, entztlokeode Modalle, Fröhjahr 1016, an« Kamm- garo, Tuch. Fonl4, Covencoat mit sehr weiteo (iiockoDrocken. icsche Formen, iür , 109,-, 70,-. 49,-. 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Fried: Verlag: Art. Institut Lrcll Fützli in Zürichs. Aus deni Jnball des Februarchefts: Prinz Alexander Hohenlolfc-Zchillingsjllrst„Herr v. Bloch und der gegenwärtige Krieg",. Franz Mannheimer„Kritisches zu Mitteleuropa". Elsbeth Friedrichs, Die Schuld der Frau am Kriege: Hermann Fernau, Wirkt der Krieg belebend auf die Kunst? z Dr. C. Hurwicz,' Herausgebers. Vaterlandsgcsülil und Goitbewnsttiei». 66 Pf. L. A. Schwclfchle u. Sohn, Berlin V 57. Das mitteleuropäische Weltrcichbiinduis, g es eben von einem Richt-Dcutschcn. Von Tr. E. Palyi.(Zeh. 66 Pf. Dunckcr u. Hmnbtol, München und Leipzig. W. Eggenschwyler, Dem StaatSbankcrott entgegen: rieg rnld Wijfcnfchast. Ans dem Kriegstagebuch des Von I. K. b. 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Körbchen mit Einlage...... 45 pl 6 Gläserteller mit Einlage........... 45 Pf 1 Rasiergarnitur mit Spiegel and Pinsel. 45 pl 1 Rasierapparat mit Klinge.......... 45 Pf 6 Rasierklingen.................. 45 pl Beleuchtung 2 Gasstrümpfe für stehgas.......... 45 pl 6 Gaszylinöer................... 45 pl 1 Gasanzünder, 6 Steine extra-.... 45 pl Glas 1 grosser Glasnapf 45 Pf Porzellan 3 Paar Tassen mit Ooid........... 2 Paar Tassen dann, mit Kante...... 2 Paar Tassen dann, mit Qoidband. 2 Speiseteller mit Qoidband 3 Mittelteller mit Qoidband........... 2 Mittelteller mit Kante............. 2 Paar Tassen dazu passend......... 1 großer Salatnapf mit Ooid........ 6 kleine Salatnäpfe mit Ooid........ 3 bunte Kaffeebecher............ 1 Teekanne Rosendekor............ 2D991* Taccon 1 MtlcMopf nnd X Zuckeraehtl. i aar i assen daiu............ 1 Fruchtschale mit Frachtdekor....... 6 kleine Fruchtteller dann passend.... 3 Porzellannäpfe weiss........ 2 grosse Porzellannäpfe weiss...... 1 Brotkorb durchbrochen oval......... 1 Brotkorb durchbrochen rund........ 3 Mittelteller durchbrochen........... 1 gr. Kompottschüssel fein dekoriert.. 6 kl Kompottschüsseln fein dekoriert.. 1 grosse Scherztasse............ 1 grosser Kuchenteller........... 1 Butterdose mit ooid............. 1 Teekanne mit Ooid.............. 1 Eiersatz mit Goldborte............ 3 Mittelteller mit bunter Kante........ 1 Frühstücksatz................. 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 Pf 45 pl 45 pl 45 Pf 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 Pf 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl 45 pl Steingut 2 Vorratstonnen weiß oder bunt...... 45 pl 1 Meste m. Holzracken, weiß od. bunt.... 45 PL 6 bunte Kaffeebecher............. 45 pl 1 Vorratstonne Dem.............. 45 pl 1 Essig- ober Oelflasche Dem...... 45 pl 3 Gewürztonnen Dem............. 45 Pf. 8 Speiseteller.................. 45 pl 10 Mittelteller................... 45 pl 1 Wasserkanne................. 45 Pf 1 Waschbecken................ 45 pl 3 Speiseteller mit Goldrand.......... 45 PL 3 Mittelteller mit Goldrand........... 45 PL 1 Satz Näpfe S Stück.............. 45 Pf 2 große Näpfe................. 45 PL Emaille 1 Essenträger................... 45 pl 1 Milchkanne.................. 45 pl 1 Wasserkessel für Gas.......... 45 pl 2 flache Kasserollen............. 45 pl 1 Klosettbürstenhalter............ 45 pl 1 flache Schüssel................ 45 pl 1 tiefe Küchenschüssel........... 45 pl 6 Emailleteller.................. 45 Pf 1 Konsole mit Mass.............. 45 pl 1 Wasserkanne................. 45 pl 1 Topflappenbehälter............. 45 pl 1 Zwiebelbehälter............... 45 Pf 1 Milchtopf..................... 45 Pf 1 Bratpfanne.................... 45 pl Galanterie-Nippes Postkarten-Rahmen.............. 45 pl Kabinett-Rahmen................ 45 pl Glas-Vasen.................... 45 Pf- Porzellan-Vasen................ 45 pl Bijouterie Wachsperlen- Kollier......... stfi»k Kollier imitierter Bernstein....... Stück Kollier Imit KoruIIe mit Armband, zusammen Kollier gut versilbert mit Simill-Anhäng. StDck Broschen Imlt Bernstein oder Slmill. Stück Patriotische Broschen........ stück Boleronabeln Emaille oder Slmill.. Stück Ringe platiniert mit Similisteiaen.... Stück Moderne Kämme............ stück Haarpfeile besetzt............ stock Holzgalanterie Spiegel in verschiedenen Ausführungen.... 45 Pf. Kleiderriegel.................... 46 Pf Käfighalter..................... 46 pl Konsole........................ 46 Pf. Haussegen..................... 45 pl Schreibwaren Postkarten-Alben............... 45 pl Poesie-Alben................. 46 pl 2 Rollen Klosettpapier............ 4S Pf. Kriegs-Erinnerungsmappen...... 45 pl Lederwaren Collegmappen.................. 45 Pf Kindertaschen.................. 45 pl Brieftaschen................... 45 pl Kinöer-Frühstücksfaschen......... 45 pl Parfümerieu.Seifen 3 Stck Blumenseife............. 46 pl 1 Stck. weisse Fliederseife....... 45 pl 1 Stck. Glyzerinseife............ 45 Pf 2 Pakete Seifenpulver........... 45 Pf 6 Pakete Blitzblank.............. 45 pl 2 Scheuertücher................. 45 pl 2 Wischtücher................... 45 pl 1 Pak Streich hole, u 1 Fl. Putzwass 45 pl 1 Flasche echtes Kölnisches Wasser 46 Pf 1 Flasche aromat. Mundwasser---- 45 Pf. 1 Flasche Franzbranntwein....... 46 pl 1 Flasche Bayrum............... 46 Pf 1 Flasche Kiefernadelduft........ 46 Pf 1 Toilettenspiegel............... 49 pl 1 Tube Zahnpasta............... 46 pl Konfitüren v, pf» Vz Pfd. '/- Pfd. '/« Pfd '/« Pfd. V« Pfö. '/« Pfd. '/- Pfd. Konfekt-Mischung......... 46 PL Pfefferminz-Fondants...... 45 pl Messina-Drops........... 45 pl Honigbonbons............ 46 pl Malzbonbons............ 46 Pf. Brust-Karamellen.......... 45 pl Praline................. 45 pl Bonbonmischung......... 45 pl 45 pl 43 Pf. 46 Pf. 46 Pf 46 pl 46 pl 46 pl 46 pl 45 pl 45 Pf LkUUitwortlicher illeiafteuc; Llsrej, Wielepp. Neutollu, Für den ZnjercuuueU oercmuo.: Td.GU>de,Bcrlm. Druck ü. Verlag: löorwart« fbuchdrucleiet u. LerlagSimitaU Paul S Inger& Üu. lüctiin SW.